Microsoft

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Geschrieben von c3po 24/04/2009 @ 04:07

Tags : microsoft, informatik, wirtschaft, mäuse, computer, high-tech, tastaturen, spielkonsolen, gaming

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Microsoft

Gebäude Nr. 17 auf dem Microsoft Campus in Redmond (USA)

Die Microsoft Corporation ist ein multinationaler Softwarehersteller mit 89.809 Mitarbeitern (2008) und einem Umsatz von 60,42 Mrd. US-$ mit Hauptsitz in Redmond, einem Vorort von Seattle (US-Bundesstaat Washington). Chief Executive Officer (CEO) ist Steve Ballmer.

Das Unternehmen wurde 1975 von Bill Gates und Paul Allen gegründet. Der Name „Microsoft“ steht für Microcomputer-Software und wurde zum ersten Mal am 29. November 1975 von Bill Gates in einem Brief an Paul Allen benutzt. Am 6. Januar 1976 wurde „Microsoft“ eine eingetragene Handelsmarke.

Nach anfänglichen Erfolgen mit einem BASIC-Interpreter Ende der 1970er Jahre hat das Unternehmen erstmals 1981 das Betriebssystem MS-DOS vorgestellt. Die Entwicklung von MS-DOS wurde im Auftrag von IBM durchgeführt. Der IBM-PC und dessen Nachbauten auf PC-Basis wurden in den 1980er Jahren vornehmlich mit diesem DOS-Betriebssystem ausgestattet. In den 1990er Jahren wurden das grafische Betriebssystem Microsoft Windows und Microsofts Büro-Software, Microsoft Office, Marktführer.

Seit den 1990er Jahren ist Microsoft Marktführer bei Betriebssystemen und Office-Anwendungen. Bei anderen Produkten wie der Spielekonsole Xbox oder dem Musikspieler Zune verzeichnet Microsoft eine geringere Verbreitung. Für Microsoft brachte die Entwicklung, Produktion und der Verkauf der Xbox einen Verlust von ca. 4 Mrd. US-Dollar ein.

Die Financial Times fragte 2003 in einer Umfrage unter tausend Vorständen und Geschäftsführern sowie einigen Fondsmanagern, Medienkommentatoren und regierungsunabhängigen Organisationen nach den bedeutendsten Unternehmen der Welt. Nach General Electric kam Microsoft auf den zweiten Platz. Microsoft zählt außerdem zu den profitabelsten Aktiengesellschaften. Die Umsatzrendite betrug im ersten Quartal des Jahres 2006 35 Prozent.

Das Wirtschaftsmagazin Capital kürte die Microsoft Deutschland GmbH nach einer Erhebung im Jahr 2005 zum dritten Mal in Folge als „besten Arbeitgeber“. Bereits im Jahr 2002 war Microsoft von der Europäischen Kommission als bester Arbeitgeber in Deutschland prämiert worden. Anderseits hat dieselbe Kommission seit 2004 zahlreiche Bußgelder gegen Microsoft wegen Verletzung von Wettbewerbsgesetzen verhängt. Dem Konzern wurden Auflagen in Bezug auf die Offenlegung von Schnittstellenspezifikationen und die Entkoppelung von Produkten gemacht.

Zu den ersten drei Kritikpunkten waren und sind auch derzeit immer wieder zahlreiche Gerichtsprozesse anhängig. Der Unmut über Geschäftspolitik und der häufig hinter dem Stand der Technik zurückgebliebenen Qualität der Produkte hat wesentlich zur Entstehung einer Open-Source-Bewegung beigetragen, die sich Ende der 1990er Jahre von der Freie-Software-Bewegung abgespalten hat und bessere Alternativen zu proprietären Produkten wie u. a. von Microsoft bieten will.

Nahezu alle erfolgreichen Wurm- und Virenattacken richten sich gegen Microsoft-Produkte. Der Hersteller führt dies auf die Verbreitung seiner Produkte zurück, andere sprechen von mangelhaftem Sicherheitsbewusstsein. Um der Kritik entgegenzutreten, hat Bill Gates Sicherheit zur Chefsache erklärt und stellt Trusted Computing als Lösung dar. Tatsächlich sind die Sicherheitsmechanismen heutiger Betriebssysteme (v. a. Benutzermanagement) auch unter modernen Windows-Versionen verfügbar, werden von den Benutzern jedoch nicht verwendet, da diese sie nicht kennen oder Software einsetzen, die ihre Verwendung verhindert oder erschwert. Microsoft wird in diesem Zusammenhang vorgeworfen, dass es seine Software nicht ausreichend dokumentiert, da keine entsprechenden Handbücher mit der Software ausgeliefert werden. Eine aktuelle Dokumentation kommt meistens nur in englischer Sprache auf den Markt.

Aufgrund der schlechten Dokumentation hat Microsoft ein eigenes Ausbildungsprogramm entwickelt, wobei die Abschlüsse dieses Programms die sogenannten „Microsoft-Zertifikate“ (u. a. MCP, MCSE), sind.

Durch die marktbeherrschende Stellung von Microsoft auf dem Desktop-Markt und durch den großen Einfluss der Computertechnik allgemein ist auch ein großer Einfluss in anderen Bereichen, wie etwa dem Arbeitsmarkt oder der deutschen Sprache (etwa durch die „Rechtschreibkorrektur“ von Microsoft-Office und die verbreitete Verwendung des Denglishen in Microsoft-Produkten), festzustellen.

Microsoft bietet Betriebssysteme und Anwendungsprogramme sowie seit geraumer Zeit Hardware wie Mäuse, Joysticks (die Weiterentwicklung von Sidewinder-Gamepads und Joysticks wurde eingestellt), Tastaturen und andere Eingabegeräte an, außerdem seit der Übernahme von Navision ERP-Software (Microsoft Dynamics NAV, Microsoft Dynamics AX). Weiterhin ist Microsoft Ende 2001 mit der Xbox ins Spielekonsolengeschäft eingestiegen und hat seit 2005 auch die zweite Konsole Xbox 360 im Angebot. Außerdem versucht Microsoft seit geraumer Zeit, im Mobilfunkmarkt mit einem neuen Betriebssystem namens Windows Mobile Fuß zu fassen. Seit 2006 baut Toshiba, im Auftrag von Microsoft, den MP3-Player Zune. Dieser soll den Erfolgen von Apples iPod Paroli bieten. Im dazugehörigen Zune-Store, ähnlich iTunes, bietet Microsoft Musiktitel an. Als Zahlungsmittel dienen die sogenannten Microsoft Points, die auch schon beim Xbox Live Marktplatz zum Einsatz kommen. Der Zune ist momentan offiziell nur in den USA erhältlich. Ob er in Europa erscheinen wird, ist nicht klar.

Als PCs allmählich Einzug in das Wohnzimmer nehmen, entwickelte Microsoft die Betriebssystem-Variante Windows XP Media Center Edition (Windows MCE), mit der ein normaler PC mit entsprechender Hardware zum Media Center umfunktioniert werden kann. Windows XP Media Center Edition basiert auf Windows XP, wurde jedoch um spezifische Funktionen (wie Aufnahmefunktion von Filmen, Programmzeitschrift etc.) erweitert.

Auf 91 Prozent aller neu verkauften PCs ist ein Betriebssystem von Microsoft vorinstalliert . Die einzigen bedeutenden Ausnahme sind Apple mit dem eigenen Betriebssystem Mac OS und diverse Linux-Distrubtoren.

Microsoft bietet großen Herstellern außergewöhnlich günstige Konditionen für sogenannte OEM-Software an. Im Rahmen des Kartellverfahrens des US-Justizministeriums gegen Microsoft ist bekannt geworden, dass Microsoft diese Konditionen intransparent gestaltet und in einigen Fällen mit der Verpflichtung verbunden hat, keine Desktop-Rechner ohne ein Betriebssystem von Microsoft auszuliefern. Dieses Vorgehen wurde durch die außergerichtliche Einigung im Kartellverfahren für die Zukunft untersagt.

Der hohe Marktanteil bei Betriebssystemen stellt ein Quasi-Monopol dar und erleichtert es Microsoft, neue Techniken über die Windows-Plattform schnell im Markt zu verbreiten. Dies wurde z. B. mit dem Internet Explorer erreicht, der in (aktualisierten) Windows-95-Versionen vorinstalliert war und in späteren Windows-Versionen sogar mit dem System verschmolzen wurde. Zeitweise erreichte der Internet Explorer dadurch einen Marktanteil von bis zu 85 % und zerstörte dem damaligen Konkurrenten Netscape das Geschäft, der seine Software nicht unentgeltlich anbieten konnte. Dieser sogenannte „Browserkrieg“ war letztlich der Auslöser des US-Kartellverfahrens gegen Microsoft im Jahre 1997.

Eine komplett neue Linie, aufbauend auf Systemen, die nur noch aus einer oder mehreren Berührungsempfindlichen Anzeige(n) bestehen, und welche in Oberflächen (z.B. von Tischen) integriert werden sollen, befindet sich zur Zeit mit "Microsoft Surface" in Entwicklung und in ausgewählten Hotels bereits testweise im Einsatz.

Die Büro-Programme Microsoft Word, Excel, Access, Outlook, PowerPoint und Publisher werden zusammen als sogenanntes Office-Paket verkauft. Neueste Versionen von Microsoft Office sind Office 2007 (Office 12) für Windows-PCs und Office 2008 für Mac. Microsofts Office wird in verschiedenen Editionen verkauft, die sich in Umfang und Preis sehr unterscheiden.

Im März 2004 erregte Microsoft großes Aufsehen, als es Windows Installer XML als freie Software veröffentlichte. Dies ist deshalb bemerkenswert, weil Microsofts immer wieder gegen „Open Source“ mit FUD-Kampagnen wettert.

Microsoft Mediaroom (früher „Microsoft IPTV-Edition“) ist eine auf IP-Netzwerken basierende Fernseh-Plattform. Über Microsoft Mediaroom ausgestrahlte Fernsehsender können nur von einer Set-Top-Box mit Microsoft-Mediaroom-Betriebssystem oder Microsofts Xbox 360 empfangen werden. Mediaroom-Endgeräte unterstützen keinen Empfang über den Standard DVB-IPTV. Mediaroom wird genutzt von BT (UK), SingTel (Singapur), T-Home (Deutschland), Portugal Telecom (Portugal), Swisscom (Schweiz), AT&T (Vereinigte Staaten), Reliance (Indien) and MTS Allstream (Kanada).

Außerdem vertreibt Microsoft Computerspiele. Zu den bekanntesten von Microsoft Games vertriebenen Serien gehören die „Halo: Kampf um die Zukunft“-Reihe, Age of Empires, und der Microsoft Flight Simulator,dessen Weiterentwicklung jedoch eingestellt wurde.

Unter dem Label Microsoft Press wird vorrangig Fachliteratur vertrieben.

1975 entwickelte der Student Bill Gates zusammen mit Paul Allen und Monte Davidoff auf einem von Paul Allen programmierten Emulator für den Prozessor Intel 8080 die Programmiersprache Altair BASIC 2.0 für den Computer Altair 8800 des Unternehmens MITS (Micro Instrumentation Telemetry Systems). Die Software war zunächst in zwei Versionen verfügbar: Altair BASIC 4K und Altair BASIC 8K. Am 22. Juli 1975 schlossen Bill Gates und Paul Allen einen Distributionsvertrag mit dem Unternehmen MITS in Albuquerque. Neben einer einmaligen Zahlung in Höhe von 3000 Dollar sah der Vertrag vor, dass Gates und Allen für jedes 4K-BASIC 30 Dollar, für das 8K-BASIC 35 Dollar und für die Extended Edition (BASIC mit Handbuch) sogar 60 Dollar erhalten sollten, wenn ein Altair-Käufer die Software zusammen mit dem Bausatz bestellte, aus dem der Altair 8800 erst zusammengelötet werden musste.

Als „General Licensors“ erhielten sie zusätzliche 10 Dollar für jedes BASIC oberhalb der 8K-Version, welches zusammen mit dem Rechner bestellt wurde. Kunden, die schon einen solchen Altair zusammengebaut hatten, ohne die Software gleich dazu zu erwerben, hatten 500 Dollar für Altair BASIC 4K oder gar 750 Dollar für die 8K-Version zusätzliche Kosten, um die überhaupt erste Software zu erwerben, die ihren Rechner zum Leben erweckte. Gates und Allen erhielten von diesem Umsatz von MITS als Lizenzgeber die Hälfte. Der Name „Micro-Soft“ entstand am 29. November 1975, als sich Gates und Allen um eine Werbekampagne Gedanken machen mussten. Der Vertrag mit MITS war auf 180.000 Dollar begrenzt. Er enthielt jedoch eine Klausel, nach welcher Microsoft das Recht zugesprochen wurde, die Software an weitere Computerhersteller zu verkaufen. MITS verlangte dafür allerdings Tantiemen. Eine weitere Klausel verpflichtete das junge Unternehmen dazu, einen telefonischen Kundendienst mit einer Person einzurichten, sobald der Umsatz 2500 Dollar im Monat überstieg. Eine zweite Person wurde nötig, sobald 5000 Dollar Umsatz pro Monat erreicht wurden. Das hatte zur Folge, dass Bill Gates sein Studium nicht fortsetzen konnte.

Gates und Allen schlossen untereinander einen Vertrag ab, welcher die Aufgaben im Unternehmen und die Gewinnausschüttung regelte. Monte Davidoff, der die Gleitkommafunktionen von Altair BASIC programmiert hatte, wurde mit einmalig 2400 Dollar ausgezahlt. Gates und Allen hingegen teilten sich im ersten Monat einen Verdienst von 1516 Dollar.

Die Entwicklung von Altair BASIC 3.0 verlangte, wie schon bei der Version 2.0, aufgrund des kleinen Speichers des Altair ein besonderes Programmiergeschick. Bill Gates musste zu ungewöhnlichen Methoden greifen, um den Speicherbedarf so weit wie möglich zu reduzieren. Spätere Microsoft-Mitarbeiter sollte dieser Gates-Code noch oft zur Verzweiflung treiben, wenn sie ihn zu Wartungszwecken zu überarbeiten hatten. Gleichzeitig waren diese Programmiermethoden aber auch hilfreich, um anderen Softwareherstellern die illegale Verwendung von Programmteilen von Microsoft nachzuweisen, denn Gates war der einzige, der den Code erklären konnte.

Die Entwicklungskosten für Altair BASIC summierten sich auf 40.000 Dollar. Die größten Kosten verursachte hierbei die eingekaufte Rechenzeit auf den Großrechnern eines Rechenzentrums, in welchem Allen zunächst einen Emulator für den Intel 8080 entwickelte, um das BASIC überhaupt in Angriff nehmen zu können. Gates programmierte das BASIC übrigens kosteneffizient mit Bleistift auf einem Notizblock.

In Anbetracht dieser Kosten ist die Verärgerung von Bill Gates kaum verwunderlich, als bereits vor dem offiziellen Erscheinen von Altair BASIC 50 Kopien einer Beta-Version in Umlauf gelangten.

Microsoft entwickelte aus Altair BASIC einen eigenen BASIC-Interpreter namens Microsoft BASIC, der durch seine Implementierungen auf den verschiedenen damaligen Homecomputern rasch bekannt wurde. Andere Hersteller lizenzierten den Code des Microsoft BASIC und entwickelten ihn selbständig weiter (z. B. Apple und Commodore), oder sie entwickelten Alternativen mit einer zu Microsoft BASIC weitgehend kompatiblen Syntax (z. B. Atari); beide Strategien trugen so zu einer weiteren Verbreitung dieser Sprache bei. Die Verbreitung von BASIC war so groß, dass praktisch jedem damals verkauftem Computersystem ein BASIC zur Verfügung stand.

Neben dem BASIC-Interpreter entwickelte Microsoft in diesen Jahren auch Compiler u. a. für BASIC, Fortran und COBOL. Diese basierten zunächst noch auf dem CP/M-Betriebssystem.

Später versuchte Microsoft in Zusammenarbeit mit anderen Unternehmen, einen Homecomputer-Standard namens MSX einzuführen, der sich gegen die Vielzahl von untereinander inkompatiblen Homecomputern durchsetzen sollte. Er war vorübergehend insbesondere in Europa und Japan erfolgreich. Die folgende Entwicklung setzte jedoch der Ära der Homecomputer ebenso ein Ende wie dem MSX.

Darüber hinaus bot Microsoft 1980 mit Xenix auch ein Unix-artiges Betriebssystem an. Aufgrund des für die damalige Zeit großen Ressourcenbedarfs dieses Systems stellte Microsoft allerdings die Weiterentwicklung ein und verkaufte es 1987 an SCO.

Die Geschäfte mit BASIC und den anderen Programmiersprachen liefen in den Jahren 1979–1980 nicht besonders gut. Um einen zusätzlichen Kundenkreis zu erschließen, hatte Microsoft sogar die „Microsoft Softcard“ produziert, eine Erweiterungskarte mit einem Z80-Prozessor für den sehr erfolgreichen Apple-II-Computer, welche es dem Apple-Computer ermöglichte, die für CP/M geschriebene Software von Microsoft laufen zu lassen. Die Karte wurde jedoch schnell ein wichtiger eigenständiger Umsatzbringer für das junge Unternehmen und übertraf die Programmiersprachen an Bedeutung, da viele Käufer mit dem Kauf vor allem die Möglichkeit suchten, die erfolgreichen CP/M-basierten Büroprogramme anderer Unternehmen zu nutzen, wie beispielsweise Wordstar. Hier zeichnete sich bereits ab, dass der Markt für fertige Anwendungsprogramme den für Programmiersprachen im Umsatzpotenzial auf längere Sicht weit überstieg. Aufgrund dieser Erkenntnis begann Microsoft, den fast ausschließlichen Fokus auf Programmiersprachen aufzugeben.

Der kometenhafte Aufstieg von Microsoft begann erst durch eine Kooperation mit IBM. IBM benötigte 1980 aufgrund ihres verspäteten Einstiegs in das Homecomputer-Geschäft mit ihrem IBM-PC möglichst rasch ein Betriebssystem und wandte sich an Bill Gates’ Unternehmen. Microsoft hatte jedoch kein eigenes Betriebssystem, und Gates schickte die Unterhändler von IBM daher zu Digital Research, welche CP/M entwickelte und vertrieb. Doch Gary Kildall, der Chef und Gründer von Digital Research, war nicht anwesend. IBM unterhielt sich daher mit Kildalls Ehefrau Dorothy. IBM legte ihr lediglich eine Geheimhaltungserklärung über die Kaufabsichten von IBM zur Unterschrift vor, um die Verhandlungen zu vertagen, doch Dorothy Kildall zögerte und wollte nichts unterschreiben, bevor ihr Mann nicht zurück sei. Nachdem die Unterhändler von IBM drei Stunden vergeblich gewartet hatten, verließen sie schließlich Kildalls Büro wieder.

Bill Gates Mutter Mary hatte über die Wohltätigkeitsorganisation „United Way“, in welchem sie im Vorstand war, Kontakte zu John Opel, dem Präsidenten von IBM. Über diese Verbindung bereitete sie für ihren Sohn den Weg zu „Big Blue“. Zunächst wollte Bill Gates von einem Geschäft mit IBM absehen, doch nach einer Besprechung mit Allen wandte Microsoft sich schließlich an IBM und schloss einen Vertrag über 186.000 Dollar für ein Betriebssystem ab, das den Grundstein des Erfolges von Microsoft legte und dessen historische Bedeutung wohl keiner der damals Beteiligten ahnte. Microsoft kaufte zwei Tage später für 50.000 Dollar von dem Unternehmen Seattle Computer Products das Betriebssystem QDOS, eine CP/M-Variante, die als „quick and dirty operating system“ bezeichnet wurde. Den Programmierer Tim Paterson kaufte man gleich mit ein und verpflichtete ihn für Microsoft. QDOS war eine sehr genaue Imitation von CP/M. Paterson, Gates und Allen führten unter dem Codename „Project Chess“ allerhand Modifikationen an der Software durch, die dann unter der Bezeichnung MS-DOS an IBM ausgeliefert wurde. Die Änderungen im Betriebssystem sahen vor, dass CP/M Programme unter MS-DOS ausführbar waren, MS-DOS Programme allerdings nicht unter CP/M liefen. Erst nach der Markteinführung entdeckte man bei IBM, dass man eine CP/M-Variante erworben hatte, und zahlte 800.000 Dollar an Digital Research für einen Verzicht auf rechtliche Schritte gegen IBM.

Obwohl die Qualität von MS-DOS deutlich hinter dem Stand der Technik zurückblieb – selbst in Intel-internen Dossiers erntete es nur ein vernichtendes Urteil – wurde der PC, der im Herbst 1981 für knapp 3000 Dollar auf den Markt kam, ein großer Erfolg. Ursache war eine offene Lizenzpolitik von IBM, die auch Fremdherstellern die Produktion des PC gestattete, so dass durch Konkurrenz die Preise fielen, sowie das Bedürfnis der Kunden nach der Etablierung eines Standards, den man am ehesten bei IBM, dem damaligen Marktführer bei Großrechnern, erwartete. Zum Erfolg vom MS-DOS trug auch eine partielle Quellcode-Abwärtskompatibilität zu CP/M bei, die es ermöglichte, gängige Software wie WordStar, dBase II oder auch das BASIC von Microsoft nach wenigen Modifikationen und einer Neuassemblierung auch unter MS-DOS zur Verfügung zu stellen. Dieses Prinzip der kleinen Schritte unter Wahrung der Abwärtskompatibilität wurde aber auch oft kritisiert, weil die technischen Möglichkeiten der Hardware nicht voll genutzt wurden und damit der Fortschritt verzögert wurde.

Wegen einer schweren Erkrankung verließ Paul Allen 1983 Microsoft, blieb aber neben Gates Hauptaktionär. Das schnell wachsende Unternehmen verfügte über immer mehr liquide Mittel. Trotzdem wurden zum Beispiel Weihnachtsgratifikationen an Mitarbeiter in Form von Aktienanteilen ausgegeben. Viele dieser Mitarbeiter waren aufgrund dieser Anteile im Wert von ein paar hundert Dollar innerhalb von wenigen Jahren Millionäre.

Der PC dominierte rasch den Markt. Selbst die Einführung einer grafischen Benutzeroberfläche, die der Hauptkonkurrent Apple 1983 mit der Apple Lisa, einem Vorläufer des Macintosh, auf den Markt brachte und die den Anwendern die Eingabe von Kommandos über die Tastatur ersparte, konnte den Erfolg des PC nicht dauerhaft verhindern. Erst 1990 konnte Microsoft mit Windows 3.0 nachziehen, wenn auch auf softwaretechnisch unterlegenem Niveau.

Eine Klage von Apple wegen Urheberrechtsverletzung durch die grafische Oberfläche wurde nach einem mehrjährigen Prozess 1995 abschlägig beschieden. Auch gegen das im selben Jahr erschienene Windows 95 reichte Apple eine Klage ein. Apple war zu dieser Zeit als Unternehmen bereits in erheblicher Bedrängnis. Es kam daher zu einem Vergleich, bei dem Microsoft durch den Erwerb von stimmrechtlosen Aktien Apples und einer Zahlung in unbekannter Höhe den Konkurs abwendete und Apple im Gegenzug seine Klage zurückzog.

Obwohl die Fenstertechnik bereits 1984 mit der Bezeichnung X Window System unter Unix-Systemen eingeführt worden war, gelang es Microsoft, die Bezeichnung „Windows“ als Handelsnamen zu sichern, wenn auch erst nach einem Prozess gegen das US Patent and Trademark Office.

Anfang bis Mitte der 1990er Jahre brachte Microsoft vermehrt Unterhaltungs-, Wissens-, und Kindersoftware der Produktlinie Microsoft Home heraus und versuchte damit, mehr Privatkunden anzuziehen.

Microsoft hatte nun eine Marktposition erreicht, aus der heraus eine Politik der Verdrängung der Konkurrenz in den Bereich des Möglichen geriet und auch betrieben wurde. Dabei bewegte man sich nicht immer im Rahmen der Legalität. So ergab die Offenlegung des internen Schriftwechsels im Rahmen eines Kartellverfahrens, dass 1991 mit Billigung der Unternehmensleitung eine Version von Windows 3.1 in Umlauf gebracht worden war, die eine vorgetäuschte Fehlermeldung anzeigte, wenn Windows 3.1 über das Betriebssystem DR-DOS des Konkurrenten Digital Research anstelle von MS-DOS installiert wurde. Da Digital Research aufgrund seiner Abhängigkeiten von Microsoft auf eine Klage verzichtete, kaufte der Novell-Gründer Ray Noorda für 400.000 Dollar die Rechte an DR-DOS auf und reichte die Klage ein. Drei Wochen vor Prozessbeginn im Januar 2000 verglich er sich mit Microsoft gegen eine Abfindung von mehr als 200 Millionen Dollar. Ob Ray Noorda von der erstrittenen Summe Digital Research etwas weitergab, ist unsicher, zumal Digital Research einige Zeit später vom Markt verschwand.

Bereits im Zusammenhang mit der Einführung von Windows 3.0 hatte Microsoft Ermittlungen des Kartellamtes provoziert. Damit Programmierer von Anwendungssoftware wettbewerbsfähig bleiben können, benötigen sie rechtzeitig vor Erscheinen einer neuen Betriebssystemversion Informationen über die Spezifikation der neuen Schnittstellen. Microsoft stellte diese Informationen nur im Rahmen von Vertraulichkeitsvereinbarungen zur Verfügung, bei denen sich die Entwickler verpflichteten, drei Jahre lang keine Software für andere Betriebssysteme zu entwickeln. Ferner gewährte Microsoft den PC-Herstellern Rabatte, wenn sie bereit waren, nicht nur für jede Windows-Installation, sondern auch für mit anderen Betriebssystemen ausgerüsteten PCs Lizenzgebühren zu zahlen, so dass Microsoft auch am Umsatz der Konkurrenz verdiente. Nach mehrjährigen Ermittlungen stimmte das Kartellamt einem Vergleich zu, bei dem Microsoft lediglich zusagte, von dieser Vertragspolitik künftig Abstand zu nehmen.

Microsoft entwickelte zusammen mit IBM das Betriebssystem OS/2, dessen Version 1.0 im Jahr 1987 erschien. OS/2 stellte konzeptionell und dank seiner erst 16-Bit- und später 32-Bit-Technik einen deutlichen Qualitätssprung dar und war mit Strukturen ausgestattet, die Microsoft erst Jahre später mit Windows NT wieder anbieten konnte. Vereinbart war, dass IBM die Benutzeroberfläche und Microsoft den Betriebssystemkern entwickeln sollte, was bis zur Version 2.0 auch geschah. Aufgrund des gleichzeitigen Erfolges von Windows 3.0 beschloss Microsoft jedoch, die Programmierschnittstellen für den Nachfolger OS/2 Version 3.0 an Windows zu orientieren statt an OS/2 Version 2.0, und provozierte damit eine Vertrauenskrise zwischen den Vertragspartnern. Microsoft schied 1991 aus dieser Kooperation aus, und IBM musste OS/2 alleine weiterentwickeln, dessen nächste Version 1994 als OS/2 Warp 3 erschien.

Trotz der technischen Überlegenheit der 32-Bit-Generation von OS/2 sowohl in den Versionen 2.x als auch Warp 3 setzten die Anwender weiterhin auf das DOS-basierende Windows 95 und einige auch auf Windows 3.x. Neben Marketingfehlern von IBM hat wohl auch Microsofts Ankündigung des Erscheinens einer Windows-Version mit dem Codenamen „Chicago“ für Anfang 1994, die sowohl 16- als auch 32-Bit-Technik beherrschen sollte, zu dieser Entwicklung beigetragen, die viele Kunden von einem Wechsel auf OS/2 abhielt. Tatsächlich erschien dieses Windows jedoch erst im August 1995 unter der Bezeichnung Windows 95. Diese Geschäftspolitik wird auch als Ankündigung von Vaporware bezeichnet.

Microsoft setzte nach dem Ende der Zusammenarbeit mit IBM die Entwicklung seines Betriebssystems, das zunächst als Nachfolger von OS/2 Version 2.0 gedacht war, nach eigenen Vorstellungen fort und veröffentlichte es 1993 als Windows NT 3.1. Bewusst wählte man als Versionsnummer nicht „1.0“, stattdessen wollte man mit 3.1 die Verbindung zu Windows WfW 3.11 schaffen und somit gleich mit einer höheren Nummer auf den Markt kommen. Bill Gates konnte für die Entwicklung der Architektur David N. Cutler gewinnen, denjenigen Entwickler mit der bis dato wohl größten Erfahrung beim Entwickeln von Betriebssystemen. Unter anderem hatte er VMS entwickelt.

So bekam auch NT ähnlich wie VMS eine 32-bit-Kernel-Architektur, um die herum ein 16-bit-Teilsystem zur Kompatibilität zu Windows 3.11 geschaffen wurde, und als Hauptschnittstelle ein 32-bit-Subsystem für die Schnittstelle WIN32S (Windows for Workgroups: WfW 3.11 und Windows 95). Für UNIX-Software wurde das POSIX-Subsystem eingeführt. Alle Subsysteme waren von David Cutler so konzipiert, dass keines das jeweils andere zum Absturz bringen konnte, da sie in geschützten (getrennten) Speichersystemen (engl.: Protected Mode) liefen. Der Kernel verteilte als echtes preämptives System die CPU-Zeit im Zeitscheibenverfahren an die jeweiligen Subsysteme. Es brachte als Multitasking- und Multiusersystem zwar eine bis dahin bei PCs nicht bekannte Komplexität mit, belohnte den Anwender aber mit bis dato im Heim-Bereich unbekannter Stabilität und Möglichkeiten.

Für die Architektur der Speicherverwaltung konnte Rick Rashid gewonnen werden, der unter anderem den UNIX MACH-Kernel mit entwickelt hatte. Zwischen der Hardwareebene und den Subsystemen wurde die HAL eingeführt. HAL war zum einen eine neutrale Zwischenschicht zu verschiedenen Hardwareplattformen, da anfangs auch MIPS- und PowerPC (PPC)-CPUs ebenfalls neben den Intel-Prozessoren unterstützt wurden. Zum anderen war die Wahl des Namens "HAL" auch ein Tribut an den (angeblich unfehlbaren) Supercomputer "HAL Serie-9000" aus dem Sciencefiction-Klassiker "2001-Odysse im Weltraum". (Bei Microsoft ein nicht unübliches Verfahren: So ist z.B. der kleinste Auflösungsschritt einer MS-Maus ein "Micky" - ein Tribut an "Micky Maus") Zum Installieren benötigte man noch 21 Disketten (!) oder drei Bootdisketten plus eine CD-ROM.

Konsequent wurden mit NT sogenannte Alte Zöpfe abgeschnitten, also Kompatibilität nach unten beendet, was zu einem Aufschrei bei vielen Anwendern führte. Auch die (damals) hohen Hardwareanforderungen waren ein Kritikpunkt. Auf DOS-Kompatibilität wurde so weit verzichtet, als das DOS nicht mehr wie bis zu dahin als Grundlage diente, sondern es war als 16-bit-Teilsystem nun unter der Kontrolle des Microkernel. Es konnte nicht mehr wie früher direkt, also "hardwarenahe" programmiert werden, weshalb NT lange Zeit in manchen Spezialgebieten nicht verwendbar war. NT basierte technisch also weder auf MS-DOS noch auf OS/2, stellte aber zunächst noch deren Programmierschnittstellen zusätzlich zur Verfügung.

Während NT3.1 noch sehr träge wirkte, konnte mit seinem Nachfolger NT 3.51 dieser Punkt ausgemerzt werden: Es war schnell und extrem stabil. Die Grafische Oberfläche war als weiteres Subsystem unter der Kontrolle des Microkernels und konnte somit den PC nicht zum Absturz bringen. Ein blockierter Grafiktreiber konnte "remote", d.h. von einem anderen PC wieder neu gestartet werden. Die gesamte Architektur und viele Dienste der Serverversion waren in der Workstation-Version schon enthalten. Kleine Peer-to-Peer-Netzwerke konnten so einfach und sicher aufgebaut werden. In der Philosophie von Microsoft sollte NT als „Entwicklungsplattform“ dienen, und das preiswertere Windows 95 sollte die „Endkunden“-Plattform werden. Dazu wurde für NT 3.51 eine nachträglich ladbare grafische Benutzeroberfläche angeboten. Diese war dann der Ausblick auf NT 4.0. Die CAD-Kunden misstrauten jedoch dieser Konstellation und wählte dann das wesentlich teurere NT als Plattform, mit der Begründung, dass erfahrungsgemäß die Software am stabilsten auf der Plattform laufe, auf der sie auch entwickelt und debugged, also fehlerfrei gemacht wurde.

Um für den CAD-Markt eine ernst zu nehmende Größe zu werden, implementierte Microsoft OpenGL, angelehnt an die von Silicon Graphics geschaffene 3D-Schnittstelle Irix GL. Mit Fortschritten der Hardware konnte man an NT 4.0 mittels bootfähiger CDs die drei Bootdisketten überspringen und direkt mit einer CD booten, was die Installation deutlich vereinfachte.

Microsoft versuchte in der Folge, Windows NT im Markt gegen Unix und OS/2 zu platzieren, was auch in vielen Bereichen durchaus sehr erfolgreich gelang. Insbesondere der Markt der Workstations und Server sollte IBM mit seinem damaligen AIX-Unix abgerungen werden. Als Ende 1999 NT 5.0 in die Beta-Phase ging, entschloss sich die Marketing-Abteilung von Microsoft kurzfristig zur Umbenennung auf den Namen „Windows 2000“. Es war nichts anderes als NT 5.0, und jeder Windows 2000 Anwender kann dies leicht selber feststellen, wenn er unter „Ausführen“ den Befehl „winver“ eingibt. Der Markt jedoch war besonders in Europa verunsichert und traute dem „neuen“ Produkt nicht und blieb relativ lange auf NT 4.0 stehen. Windows 2000 wurde in zwei Versionen angeboten: für die Workstation die Windows 2000 Professional und für den Server die Windows 2000 Server. Mit „Windows XP“ wiederholte dann Microsoft 2001 dieses Prozedere erneut, obwohl es intern „Windows NT 5.1“ hieß. Auch hier war besonders in der Geschäftskundschaft lange eine gewisse Zurückhaltung zu spüren: Man war skeptisch über das „neue“ Produkt, da anhand der Namensgebung den Laien (und auch oft die meist EDV-unerfahrene Geschäftsleitung) nicht sofort und augenfällig die Abstammung und Kontinuität zu NT4.0 erkannt werden konnte.

Unter Windows NT 4.0 wurde die Unterstützung von OS/2, 16-Bit-, textbasierten Programmen beibehalten. Unter Windows XP (also: NT 5.1) wurde POSIX und OS/2 gar nicht mehr angeboten, zumal diese beide Subsystem auch die XP-Sicherheitssysteme nicht nutzen konnten. Ebenso wurde die Unterstützung von MIPS- und PowerPC-Prozessoren eingestellt. Auch wurde auf Initiative von Bill Gates das getrennte grafische Subsystem von NT 3.51 herausgenommen und eine Ebene tiefer und somit näher am Kernel (und somit näher der CPU positioniert. Das brachte mit Blick auf die Entwicklung von Computerspielen zwar mehr Geschwindigkeit, aber andererseits die Gefahr von Stabilitätsverlust. Ein instabiler Grafiktreiber konnte nun das System abstürzen lassen. Um dies zu verhindern, führte Microsoft eine Zertifizierung der Treibersoftware ein. Treiber, die den strengen Microsoft-Standards entsprachen, bekamen somit den Status „WHQL-getestet".

Ende 2001 erschien mit Windows XP (intern: NT 5.1) in den Varianten "XP Home" (für den Privatanwender) und "XP Professional" (für den Geschäftsanwender). XP Home unterschied sich von Windows XP Professional in erster Linie durch ein abgespecktes Rechtemanagement und eingeschränkten Netzwerkdienste für den Privatanwender zu Hause. Windows XP gilt unter den Anwendern nach anfänglichem Misstrauen heute als extrem stabiles und auch schnelles Betriebssystem. Es soll noch laut Microsoft bis 2014 weiter sicherheitstechnisch unterstützt werden, obwohl der Vertrieb von 2008 beginnend stufenweise eingestellt wurde. Neue PCs und Laptops werden nur noch mit Windows Vista verkauft. Nur noch Nischenprodukte mit geringen Hardwareanforderungen werden noch (Stand: Juli 2008) mit Windows XP (Mediacenter) angeboten.

Während bis Windows 2000 (intern: NT 5.0) Server und Client die gleiche Versionsnummer trugen, wählten die Microsoft-Strategen ab Windows XP (intern: NT 5.1) beim Server einen neuen Namen: Windows 2003 Server (intern: NT 5.2). Mit der Einführung in 2007 von Windows Vista (intern: NT 6.0) wurde der dazu passende Server Windows Server 2008 genannt. Ein nur für IT-Spezialisten nachvollziehbare, etwas undurchschaubare Namensgebung. Der durchschnittliche Geschäftsmann konnte sich nur noch auf den Rat des IT-Fachmannes verlassen, da die Kompatibilität nicht sofort anhand der Namensgebung erkennbar ist.

Da Windows mit den Audio- und Video-Fähigkeiten der x86-Prozessoren des PC nicht Schritt gehalten hatte, plante Intel kurz vor der Markteinführung von Windows 95, anderen Hard- und Softwareherstellern dazu eigene Treiberschnittstellen und sogenannte APIs anzubieten, um so in das sich bereits ankündigende Multimedia-Geschäft einzusteigen. Da diese Software auch für andere Betriebssysteme bereitgestellt werden sollte und auch das von Microsoft bereits abgeschriebene Windows 3.1 aufwerten würde, drohte Microsoft Mitte 1995 in Verhandlungen mit Intel offen, die Unterstützung der Intel-Plattform nur dann fortzusetzen, wenn diese Entwicklungen eingestellt würden. Intel lenkte ein. Selbst das Jahre später entwickelte Windows 98 war noch nicht mit allen Fähigkeiten ausgestattet, die Intel 1995 hatte bereitstellen wollen. Inwieweit strategische Maßnahmen dieser Art als wettbewerbswidrig anzusehen sind, ist unter Ökonomen jedoch umstritten.

Microsoft hatte zunächst das Potenzial des aufkommenden Internets unterschätzt, so dass es Netscape gelang, mit ihrem Browser auf diesem Marktsegment Fuß zu fassen. Microsoft zog mit dem unter Zeitdruck entwickelten Internet Explorer (IE) nach, und erst mit Windows 95 entwickelte man das Portal MSN, das „Microsoft Network“, als direkte Antwort auf AOL und CompuServe, welche sich bis dahin den öffentlichen Online-Markt aufteilten.

Microsoft versuchte, dem Internet Explorer durch eine Strategie der Produktbündelung mit dem Betriebssystem zum Durchbruch zu verhelfen, was von vielen als wettbewerbswidrig angesehen wurde. Ferner setzte Microsoft Compaq durch Kündigung der Vertriebslizenz für Windows 95 erfolgreich unter Druck, da sie ihre PCs zunächst mit Netscape anstelle des IE ausgeliefert hatte. Es begann der sogenannte Browserkrieg. Das US-Justizministerium (Department of Justice) sah in der Produktbündelung und diesem Vorgehen einen Verstoß gegen den zuvor geschlossenen Vergleich. Microsoft konnte jedoch die entsprechende Klage 1998 nach drei Jahren in der Berufung zunächst abwehren.

1996 erwarb Microsoft eine Lizenz für Java, einer plattformunabhängigen Programmiersprache des Unternehmens Sun Microsystems, und entwickelte dafür eine eigene Entwicklungsumgebung.

Dabei entstand jedoch eine proprietäre Java-Variante, die partiell direkt auf Windows zugriff anstatt über die betriebssystemunabhängige Java Virtual Machine, wie es das Java-Konzept vorgesehen hatte. Auf diese Weise produzierten viele Entwickler von Anwendungssoftware Produkte, die nur unter Windows lauffähig waren. Nach einer rechtlichen Auseinandersetzung mit Sun im Jahr 2003 unterstützte Microsoft bis 2007 die MSJVM (Microsoft Java Virtual Machine) nur noch sporadisch in Form von Sicherheits-Aktualisierungen. Entsprechend wird heute fast überall wieder Suns Java verwendet, die meisten professionellen Applets sind heute damit kompatibel.

Diese Politik der Übernahme von Softwarestandards und anschließender Modifikation mit dem Ziel, die Anwender durch Inkompatibilitäten an die eigenen Produkte zu binden, verfolgte Microsoft in weiteren zahlreichen Fällen. Betroffen sind der WWW-Standard HTML für Internetseiten und CSS. Die meisten Web-Designer orientieren sich an der speziellen Darstellungsweise des Internet Explorers mit der Folge, dass viele Internetseiten von den Browsern der Konkurrenz, die sich an den offiziellen Standards orientieren, nicht korrekt dargestellt werden. Betroffen sind ferner die Zeichensatznorm ISO-8859-1, JScript, ECMAScript und DOM, die TCPA-Norm sowie verschiedene Netzwerkprotokolle.

Ebenso wurde als Konkurrenz zum MP3-Format das eigene WMA-Format entwickelt, um nicht das etablierte MP3 zu unterstützen. Auch bei den E-Mail-Produkten von Microsoft wird mit eigenen Erweiterungen und kleinen Abweichungen von internationalen Standards gearbeitet.

Aufgrund dieser Entwicklungen reichten das Justizministerium und 19 Bundesstaaten im Mai 1998 die förmliche Antitrust-Klage ein, deren Kern der Browser-Krieg und der Umgang mit Java war. Für Netscape, das seinen Navigator zu einer betriebssystemunabhängigen Basis für eine eigene Office-Variante ausbauen wollte, kam das Kartellverfahren jedoch zu spät. Es wurde im Oktober 1998 von AOL übernommen. Anhand eines Memos von 1996 aus dem beschlagnahmten internen Schriftverkehr gelang der Nachweis, dass Microsoft im Falle Java den Anteil inkompatibler Komponenten gezielt stillschweigend erhöht hatte, damit die Entwickler nicht bemerkten, dass sie windowsgebundene Java-Applikationen schrieben. Das Urteil in erster Instanz vom Juni 2000 forderte eine Aufteilung Microsofts in zwei separate Unternehmen für Betriebssysteme und Anwendungssoftware. Als 2001 George W. Bush US-amerikanischer Präsident wurde, dessen Wahlkampfagentur Century Strategies eng mit Microsoft verknüpft ist, wurde Charles James zum neuen Chef des Kartellamtes ernannt, der bereits vor Amtseintritt für die Erhaltung Microsofts als Einheit plädiert hatte. In der Berufungsverhandlung wurden die Kartellrechtsverletzungen und illegalen Geschäftspraktiken zwar bestätigt, das Urteil hinsichtlich der Aufteilung von Microsoft jedoch aufgehoben.

Microsoft setzte auch in der Folge die Politik der Produktbündelung fort, wie im Fall des in Windows XP integrierten Media-Players.

Am 22. Juli 2004 hat Microsoft bekanntgegeben, dass es nach der nun erfolgten Beilegung von wesentlichen Rechtsstreitigkeiten beabsichtige, die hohen Barreserven, die aufgrund der Rechtsunsicherheit akkumuliert worden waren, aufzulösen. Im Dezember 2004 zahlte Microsoft eine Sonderdividende in Höhe von 3,00 US-Dollar je Anteilsschein. Die Gesamtausschüttungssumme belief sich inklusive der Quartalsdividende auf 34,4 Milliarden Dollar und stellt damit die höchste jemals von einem Unternehmen gezahlte Dividende überhaupt dar. Zusätzlich ist geplant, in den kommenden Jahren Aktien des Unternehmens im Wert von ca. 30 Mrd. Dollar jährlich zurückzukaufen. Trotzdem beliefen sich die liquiden Mittel Microsofts zum 1. April 2005 noch auf 37,6 Milliarden Dollar.

Am 22. Februar 2005 sank die Microsoft-Aktie im Frankfurter Handel auf unter 19,20 Euro und erreichte somit ein Fünf-Jahres-Tief.

Die Tochtergesellschaft Microsoft Deutschland GmbH wurde vom Wirtschaftsmagazin Capital in der Kategorie 500 bis 5000 Mitarbeiter als „Deutschlands bester Arbeitgeber 2005“ benannt und vom ehemaligen Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement (SPD) ausgezeichnet. Der damalige Microsoft-Geschäftsführer Jürgen Gallmann bezeichnete diese Ehrung als „erneuten großen Vertrauensbeweis, den die Mitarbeiter ihrem Unternehmen gegenüber abgegeben haben.“ Das Software-Unternehmen mit Sitz in Unterschleißheim bei München beschäftigt rund 1850 Mitarbeiter und hat diese Auszeichnung nach 2003 und 2004 zum dritten Mal in Folge erhalten.

Microsoft hat sich bei der Wahl für sein erstes Forschungs- und Innovationszentrum in Deutschland, der European Microsoft Innovation Center GmbH (EMIC), für den Standort Aachen entschieden. Die nordrhein-westfälische Universitätsstadt setzte sich im nationalen Wettbewerb gegen die Mitbewerber aus München und Berlin durch, wobei Nordrhein-Westfalen als Forschungsland und besonders die Nähe zur und Kooperationsmöglichkeit mit der RWTH Aachen den Ausschlag gaben.

Windows XP Edition N, eine Version ohne Media-Player, wurde im Juli 2005 auf den Markt gebracht.

Im Juli 2005 startete Microsoft die Beta-1-Phase für das Betriebssystem Windows Vista (Codename: Longhorn). Im September darauf wurde das CTP-Programm gestartet. Es sollte jeden Monat eine neue Version einem Kreis von Beta-Testern zur Verfügung stellen. Damit weicht Microsoft vom bisher verwendeten Schema von Beta-Versionen ab. Die Beta 2 (Juni 2006) und der RC1 (September 2006) waren Versionen, die von allen Interessierten kostenfrei getestet werden sollten.

Im Oktober 2005 stellt Microsoft fünf „freie“ Software-Lizenzen im Rahmen des Shared-Source-Programms vor. Zwei von ihnen, die Microsoft Permissive License (Ms-PL) und die Microsoft Community License (Ms-CL), erfüllen laut Aussage der Free Software Foundation Europe die Kriterien, die freie Software-Lizenzen erfüllen müssen. Nachdem diese zwei Lizenzen in Microsoft Public License und Microsoft Reciprocal License umbenannt wurden, sind sie am 12. Oktober 2007 von der Open Source Initiative anerkannt worden.

Außerdem veröffentlichte Microsoft sogenannte Express-Versionen von einigen Visual-Studio-Anwendungen (C#, C++, Basic, Web Developer). Ursprünglich sollten diese Versionen nur für ein Jahr kostenlos von Microsoft heruntergeladen werden können. Allerdings beschloss Microsoft wegen der großen Community, dass sie dauerhaft kostenlos bleiben sollen. Sie müssen zwar nach 30 Tagen registriert werden, können aber unbegrenzt kostenlos genutzt werden. Neben ein paar kleinen Einschränkungen sind diese fast Vollversionen. „Kleine Einschränkungen“ bedeutet z. B. konkret, dass sich mit Visual C++ zunächst keine grafischen Windows-Programme schreiben lassen; dies ist erst nach Herunterladen eines größeren, aber kostenlosen, Zusatzpakets (des SDK von Microsoft) möglich. Dann können zwar noch immer keine MFC-Programme entwickelt werden, allerdings sind Programme mit grafischer Benutzeroberfläche auch ohne die Verwendung des .net-Frameworks möglich.

Am 15. Juni 2006 kündigte Gates an, sich bis zum Juli 2008 aus dem Tagesgeschäft von Microsoft zurückzuziehen und den Posten als Chief Software Architect dem bisherigen Technikchef Ray Ozzie zu überlassen.

Am 3. November 2006 wurde eine Zusammenarbeit mit Novell vereinbart.

Im Mai 2007 übernahm Microsoft das Online-Werbe-Unternehmen Aquantive. Dafür wurden rund sechs Milliarden Dollar bezahlt. Im Oktober 2007 erwarb Microsoft weiterhin für 240 Millionen Dollar einen Minderheitsanteil am Social Network Facebook, womit gleichzeitig eine exklusive Abmachung für die internationale Werbevermarktung von Facebook durch Microsoft verbunden war.

Anfang 2008 drangen Informationen über ein von Microsoft entwickeltes System zum Erfassen der Körperfunktionen von Benutzern an die Öffentlichkeit (US-Patentantrag 20070300174), das Kritik von Datenschützern auf sich zog.

Nachdem Microsoft bereits im Mai 2007 erfolglos versucht hatte, das Internetunternehmen Yahoo zu übernehmen, startete der Softwareriese im Februar 2008 einen neuen Versuch und bot 44,6 Milliarden Dollar. Auch dieses Angebot lehnte Yahoo ab, worauf Microsoft Anfang April 2008 eine dreiwöchige Frist zur Einigung stellte. Diese Frist lief am 27. April 2008 ab, und es bleibt abzuwarten, ob Microsoft darauf mit der angedrohten feindlichen Übernahme des Yahoo-Konzerns reagieren wird.

Mitte 2008 gelangten über die IT-Presse Gerüchte an die Öffentlichkeit, nach denen das Unternehmen an einem neuartigen, internetzentrierten Betriebssystem arbeite, das in der Zukunft Windows ablösen könnte und unter dem Codenamen Midori entwickelt werde. Microsoft hat die Existenz des Projektes bestätigt. Laut dem Microsoft-Experten Paul Thurott handelt es sich jedoch um ein Forschungsprojekt, vergleichbar mit dem Minimal-Betriebssystem Singularity, dessen Ergebnisse in die Entwicklung zukünftiger Software des Unternehmens einfließen sollen. Midori soll dabei auf Singularity aufbauen.

Die marktbeherrschende Stellung bei PC-Betriebssystemen wird von Kritikern maßgeblich dem zuweilen umstrittenen Talent von Gründer Bill Gates zur Eroberung von Märkten zugerechnet. Die Qualität der Microsoft-Produkte in der Fachwelt wird viel und heftig diskutiert (Probleme mit unreif als fertig ausgelieferter Software, Fehlern, Abstürzen und Angriffsmöglichkeiten für Computerviren). Kritiker brandmarkten teilweise die Herkunft und Verbreitungspolitik der erfolgsentscheidenden ersten Microsoft-Produkte als unethisch (Billigkauf und Vermarktung einer ausdrücklich als Wegwerfsystem konzipierten Software – MS-DOS basiert auf einem längst vergessenen Garagenprodukt namens QDOS für „Quick and dirty OS“). Zudem wurde Bill Gates vorgeworfen, die Allgemeinheit an die zweifelhafte „Wahrheit“ gewöhnt zu haben, dass Fehler in Software und plötzliche Ausfälle von Computern im laufenden Betrieb, sogenannte Abstürze, als normal hinzunehmen seien. Trotzdem wird infolge einer ebenso geschickten wie umstrittenen nachhaltigen Marketing- und Einflussnahmepolitik Microsofts heute dennoch fast jeder neue PC mit einem vorinstallierten Windows-System ausgeliefert. In einem Gerichtsverfahren vor einem US-Gerichtshof wurde u. a. festgestellt, dass Microsoft seine monopolartige Stellung im Betriebssystemmarkt mittels der nahtlosen Integration des Internet Explorers in das Betriebssystem dazu missbraucht hat, Konkurrenten im Webbrowser-Markt, vor allem Netscape, vom Markt zu drängen (Browserkrieg). Einer daraufhin zunächst drohenden Zerschlagung des Konzerns in mindestens zwei voneinander unabhängige Hersteller von Betriebssystem- und Anwendungssoftware konnte Microsoft jedoch nach längeren juristischen und politischen Auseinandersetzungen in den USA entgehen.

Ein weiteres Problem ist, dass Microsoft viele offiziell ausgearbeitete Standards nicht in der Originalfassung, sondern in mehr oder weniger modifizierter Form implementiert. Typischerweise arbeiten Microsoft-Abgesandte in den Standardisierungsgremien produktiv an der Ausarbeitung neuer Standards mit. Dennoch werden diese Standards in den Microsoft-Produkten oft inkompatibel implementiert. Bekannte Beispiele hierfür sind die Zeichensatznorm ISO-8859-1, Energieverwaltungsstandards wie ACPI, die WWW-Standards HTML, CSS, JScript, die MS-Java-VM, ECMAScript und DOM und die ersten Versionen der TCPA-Norm.

Nachdem 1998 das Softwareunternehmen Sun Microsystems gegen den Konkurrenten Microsoft Beschwerde bei der EU-Kommission eingelegt hatte, verhängte die Europäische Kommission unter Mario Monti nach vierjährigen Ermittlungen im März 2004 ein Rekordbußgeld in Höhe von 497 Millionen Euro. Die Kommission sowie die Beschwerdeführer European Committee for Interoperable Systems (ECIS) und die Software and Information Industry Association hatten Microsoft vorgeworfen, seine marktbeherrschende Stellung beim PC-Betriebssystem Windows auf wettbewerbswidrige Weise zur Erlangung der Marktführerschaft im Servermarkt eingesetzt zu haben. Außerdem wurde erneut eine wettbewerbswidrige Bündelung des Betriebssystems mit Anwendungssoftware festgestellt. Die EU-Kommission forderte, der Konkurrenz bisher geheim gehaltene Schnittstelleninformationen für die Kommunikation mit Windows-Serversystemen zur Verfügung zu stellen und eine Windows-Version ohne Microsofts Media-Player anzubieten. Die US-Regierung kritisierte die Verhängung des Bußgeldes. Microsoft wollte sowohl vor dem Europäischen Gerichtshof als auch vor der WTO mittels des TRIPS-Abkommens dieses Urteil anfechten. Beobachter rechneten mit einem sich jahrelang hinziehenden Verfahren. Ein Antrag auf Aussetzung der Auflagen oder der Geldbuße wurde vom Europäischen Gericht in erster Instanz im Dezember 2004 zurückgewiesen, da Microsoft keinen schweren und irreparablen Schaden durch die Auflagen nachweisen konnte. Microsoft bot in der Folge ein Windows ohne Media-Player an, allerdings zum gleichen Preis wie die Version mit Media-Player; daher fand die abgespeckte Version so gut wie keine Käufer.

Am 12. Juli 2006 verhängte die EU-Kommission über Microsoft ein Bußgeld in Höhe von 280,5 Millionen Euro wegen Nichterfüllung der im März 2004 festgelegten Auflagen. Auf den Zeitraum seit dem 16. Dezember 2005 umgelegt, entspricht das einem täglichen Zwangsgeld von 1,5 Millionen Euro. Ab 31. Juli 2006 will die EU-Kommission die Strafe auf 3 Millionen Euro pro Tag der Auflagen-Nichterfüllung erweitern. Microsoft hielt in einer ersten Reaktion die Strafe für unangemessen und kündigte an, die angeblich nicht ausreichende Umsetzung der Kommissionsauflagen sowie die Höhe des Bußgeldes gerichtlich feststellen lassen zu wollen.

Am 17. September 2007 wies ein Europäisches Gericht erster Instanz die Beschwerde von Microsoft gegen die Europäische Union zurück und erklärte die Strafzahlung in Höhe von 497 Millionen Euro für gerechtfertigt. Im Oktober 2007 sagte Microsoft zu, die wichtigsten Auflagen der Wettbewerbsbehörde zu erfüllen und verzichtet auf Berufung gegen das Urteil, der Rechtsstreit wurde damit beendet.

Im Januar 2008 eröffnete die EU-Kommission zwei neue Kartellverfahren aufgrund einer Wettbewerbsbeschwerde des norwegischen Browseranbieters Opera, da der Internet Explorer mit Windows in unzulässiger Weise verbunden sei und so die Verbreitung anderer Browser behindert werde, sowie der European Committee for Interoperable Systems aufgrund der Weigerung Microsofts, Schnittstelleninformationen von Microsoft Office zur Interoperabilität an Konkurrenzunternehmen weiterzugeben.

Am 27. Februar 2008 verhängte die Kommission erneut ein Bußgeld in Höhe von 899 Millionen Euro, weil das Unternehmen die im Jahr 2004 gesetzten Auflagen, Schnittstelleninformationen für Konkurrenten offenzulegen, nicht erfüllt habe. Damit summierten sich die bisher geleisteten Strafzahlungen auf über 1,68 Milliarden Euro.

Microsoft wurde in einem Aufsehen erregenden, noch nicht rechtswirksamen Urteil eines US-amerikanischen Berufungsgerichts vom 14. Juni 2006 gegen Carlos Armando Amada eine Patentrechtsverletzung bescheinigt, die Amada eine nachträgliche Vergütung einbrächte, die mehr als 50 Millionen $ betragen könnte. Das Gericht hatte festgelegt, dass ein erheblich höherer Betrag von Microsoft auf ein Treuhandkonto einzuzahlen sei. Bei den mutmaßlich verletzten Amada-Patenten ging es um patentierte Techniken des Datenaustausches zwischen den Office-Programmen Excel und Access, die Microsoft – nach Aussage vor dem Gericht – schon vorher erfunden haben wollte.

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Microsoft Windows XP

„Luna“-Desktop von Windows XP

Windows XP (interner Codename in der Entwicklungsphase: Whistler) ist ein Betriebssystem von Microsoft. XP steht dabei für „eXPerience“ (engl. für Erfahrung, Erlebnis).

Windows XP (Windows NT Version 5.1) kam am 25. Oktober 2001 auf den Markt und ist der technische Nachfolger von Windows 2000 (Windows NT Version 5.0) mit Windows-NT-Betriebssystemkern. Zusätzlich löste es Windows Me der MS-DOS-Linie in der Version „Home Edition“ als Produkt für Heimanwender und Privatnutzer ab. Die MS-DOS-Linie wurde daraufhin von Microsoft eingestellt.

Anders als in den vorherigen Windows-NT-Versionen gibt es keine Server-Variante von Windows XP. Die Serverprodukte zu Windows XP sind in der separaten Windows-Server-2003-Produktfamilie zusammengefasst. Die einzelnen Server-Versionen gliedern sich dabei in Standard Edition, Enterprise Edition, Datacenter Edition, Web Edition und Small Business Server, wobei die Datacenter Edition ausschließlich als OEM-Lizenz in Verbindung mit entsprechender Hardware erhältlich ist.

Die für Benutzer auffälligste Neuheit in Windows XP war die Benutzeroberfläche „Luna“, die im Auslieferungszustand eine buntere und verspieltere Desktop-Oberfläche bietet als bei älteren Windows; wahlweise steht auch eine leicht modifizierte Version der Oberfläche aus Windows 2000 zur Verfügung („klassische Darstellung“).

Wie bei Computersystemen üblich, werden häufig Sicherheitslücken und Fehler entdeckt, welche oft schon kurz nach dem Bekanntwerden von Angreifern direkt (z. B. Cracker) oder indirekt (z. B. Virenprogrammierer) ausgenutzt werden, um anfällige Systeme für eigene Zwecke zu missbrauchen oder anderweitig zu manipulieren oder außer Funktion zu setzen.

Um Benutzern das Installieren entsprechender Sicherheitsaktualisierungen zu erleichtern, stellt der Hersteller seit Windows ME eine Funktion zur automatischen Aktualisierung per Internet (automatische Aktualisierungen) zur Verfügung. Das erweitert die bisherige Strategie der Verbreitung von Service Packs und Hotfixes durch manuelles Herunterladen. Der automatische Prozess erleichtert und erhöht die Verteilung entsprechender Aktualisierungen und kann in drei Stufen angepasst werden (Bestätigung des Downloads, Bestätigung der Installation, vollautomatisch), kann aber vollständig deaktiviert werden.

Das Service Pack 1 für Windows XP, welches vor allem alle bis dahin veröffentlichten Sicherheitspatches in einem einzelnen Paket vereinte, wurde am 9. September 2002 veröffentlicht. Hardwareseitig kamen der standardmäßige Support von Festplattengrößen jenseits von 137 GB (zuvor war eine manuelle Aktivierung des Supports in der Registry notwendig) sowie die uneingeschränkte Nutzung der USB-2.0-Schnittstelle hinzu.

Microsofts Unterstützung für Windows XP mit installiertem SP1 oder SP1a lief zum 10. Oktober 2006 aus. Ab diesem Datum will Microsoft für Windows XP keinerlei Sicherheitsaktualisierungen mehr ausliefern. Anwendern wird empfohlen, das Service Pack 2 für Windows XP zu installieren.

Das Service Pack 2 wurde am 9. August 2004 öffentlich verfügbar gemacht und zielte vor allem auf eine verbesserte Systemsicherheit ab. Ursprünglich sollte das Service Pack 2 schon im Juni 2004 von Microsoft herausgegeben werden, es stellte sich aber heraus, dass noch einige Bugfixes zu leisten waren, was die Veröffentlichung um zwei Monate verzögerte. Zum ersten Mal fügte Microsoft mit einem Service Pack Windows XP neue Funktionen hinzu, wie etwa eine überarbeitete Windows Firewall, die Unterstützung für die Datenausführungsverhinderung, mehr Software zur Unterstützung drahtloser Netze und einen Pop-up-Blocker für den Internet Explorer. Durch das neu hinzugekommene „Sicherheitscenter" können eine Vielzahl von Personal Firewalls und Antivirenprogrammen überwacht und die Funktion „automatische Updates“ eingerichtet werden. Das Service Pack 2 enthält neben einer exklusiven, fehlerbereinigten Version 6.0 SP2 des Internet Explorers auch neue APIs, die Drittanbietern von Virenscannern und Personal Firewalls eine verbesserte Interaktion mit dem System bieten sollen.

Das Service Pack 3, das zugleich das letzte für Windows XP sein soll, sollte am 29. April 2008 veröffentlicht werden. Es gab jedoch ein Kompatibilitätsproblem mit Microsofts Dynamics Retail Management System (RMS), sodass es erst am 6. Mai über das Microsoft Download Center und Windows Update verfügbar wurde. Die Nutzer von Microsofts kostenpflichtigem MSDN sowie Nutzer mit Volumenlizenzverträgen hatten schon vorab die Möglichkeit, sich das Service Pack 3 herunterzuladen.

Bei der 313 MB umfassenden Update-Datei handelt es sich um eine Sammlung aller Software-Aktualisierungen und Fehlerbereinigungen die seit dem Erscheinen von Windows XP entwicklet wurde. (Bei Download über Windows Update hat das Service Pack nur eine Größe von ca. 70 MB, da ausschließlich für die laufende Windows-Version benötigte Dateien heruntergeladen werden müssen.) Aus Support-Gründen lässt sich das SP3 nur dann unter Windows XP installieren, wenn mindestens das Service Pack 1 bereits zuvor installiert wurde; die Slipstream-Integration in eine Installationsquelle ist dagegen in jedem Fall möglich. Zusätzlich zu den Aktualisierungen beinhaltet das Service Pack 3 auch einige weitere aktualisierte Programme, wie den Background Intelligent Transfer Service (BITS) 2.5, Windows Installer 3.1, Management-Console (MMC) 3.0 und die Core XML Services 6.0 (Programmaktualisierungen des Internet Explorers 7 und Media Players sind nicht enthalten). Das Update erlaubt die Verwendung von Windows XP als Gastsystem in Microsofts Virtualisierungssystem Hyper-V. Ebenfalls enthalten ist eine Clientkomponente für das von Windows Server 2008 bereitgestellte NAP-System. Weiterhin wird nun die Erkennung von „Black-Hole“-Routern unterstützt. Das Sicherheits-Center wartet zusätzlich mit besseren Beschreibungen auf und es wurde ein Windows-Kryptographie-Modul (FIPS) implementiert welches im Kernel-Modus läuft. Nach der Installation des Service Pack 3 verschwindet die Möglichkeit, die Adresse-Symbolleiste in die Taskbar einzubinden. Microsoft sah sich nach eigenen Angaben zu diesem Schritt gezwungen, da regulierende Behörden das gefordert hätten. Microsoft empfiehlt, auf die Windows Desktop Search umzusteigen.

Einige Nutzergruppen stellen die öffentlich verfügbaren Systemaktualisierungen (z. B. Sicherheitsaktualisierungen) gebündelt als sogenannte inoffizielle Service-Packs zur Verfügung. Eine Verteilung durch Dritte kann sicherheitstechnische Risiken erhöhen, etwa durch die Gefahr einer Infektion mit Malware. Der Hersteller versucht, diesen Verteilungsweg durch entsprechende Vertragsformulierungen einzudämmen, allerdings ist die rechtliche Wirksamkeit solcher Klauseln ungewiss. Das hängt vor allem vom Privat- und Verbraucherschutzrecht des jeweiligen Landes ab.

Ein prinzipielles Problem ist, dass zur Markteinführung und in den ersten Jahren von Windows XP viele Programme nicht speziell für Windows XP (Windows 2000, Windows NT) entwickelt wurden, sondern vom Konzept und von der Realisierung her noch aus Win9x-Tagen stammen. Daher funktionierten sie oft nicht, wenn der angemeldete Anwender nicht alle Administrator-Berechtigungen hatte. Heute gibt es nur noch wenige neue Programme, die sich nicht vollständig mit einem „eingeschränkten Benutzerkonto“ benutzen lassen. Für die systemweite Installation von Programmen ist aber trotzdem ein Administratorkonto notwendig, das ist jedoch sowieso eine typische Administratoraufgabe, welche auch bei anderen Mehrbenutzer-Betriebssystemen (von AIX über BSD und Linux bis ZETA) besondere Berechtigungen erfordern kann, wenn dafür Teile des Betriebssystems, dessen Konfiguration oder Einstellungen anderer Benutzer modifiziert werden müssen. Auf Administratorenrechte kann bei der Installation eines Programms nur verzichtet werden, wenn ausschließlich in das Benutzer-Profil des angemeldeten Benutzers installiert wird und das von der zu installierenden Software auch unterstützt wird.

Neben Spielen sind noch einige spezialisierte Büroanwendungen von international weniger bekannten Unternehmen sowie Schulsoftware nicht ohne weitere Konfiguration ohne Administratorrechte benutzbar, ein bekanntes Beispiel dafür ist „Lexware Quicksteuer 2005“. Ähnlich wie bei PC-Spielen kann man sich auch hier behelfen; so muss dem Eingeschränkten Benutzer Schreibzugriff auf den Ordner gestattet werden, in dem Lexware die Datenbank für Quicksteuer einrichtet, sowie auf den Ordner, in dem Projekte gespeichert werden. Das ist bei der Windows XP Home Edition nur nach einem Windows-Neustart im abgesicherten Modus möglich, bei Windows XP Professional kann es hingegen jeder Benutzer der Administratorengruppe.

Werden jedoch alle Programme im Sicherheitskontext eines Administratorkontos ausgeführt, so hat auch Schadsoftware (Viren, Würmer, Trojaner, Spyware, Adware usw.) alle Möglichkeiten, Veränderungen am System vorzunehmen. Oftmals werden diese Veränderungen so umgesetzt, dass der Anwender des befallenen Computers diese gar nicht bemerkt (z. B. wird eine Schadsoftware als System-Dienst eingerichtet und dann automatisch ständig ausgeführt). Dann kann die Schadsoftware beispielsweise den befallenen Computer verwenden, um ferngesteuert durch ihren Autor andere Systeme anzugreifen. Man spricht davon, dass der Computer zum Zombie wird. So werden z. B. die meisten Spam-E-Mails von solchen Bots aus versendet, ohne dass der Besitzer das auch nur ahnt.

Es handelt sich dabei aber nicht um ein prinzipielles Problem. Unter Windows XP (auch Windows 2000 und Windows NT) kann man sehr detailliert Berechtigungen auf Dateien und weitere Systemobjekte (z. B. Registry-Keys, Pipes etc.) vergeben.

Für Windows XP wurde das Windows-2000-System für Intel-Prozessoren als Grundlage übernommen. Es sollte darüber hinaus aber auch die alten DOS-basierten Windows-Versionen ersetzen. Daher mussten Möglichkeiten geschaffen werden, weitere ältere, nicht unter Windows NT lauffähige Programme auszuführen und insbesondere kontrollierte Zugriffe von Anwenderprogrammen auf die Grafik zu ermöglichen.

Microsoft hatte die DirectX-Routinen entwickelt, die in das System integriert wurden. Diese ermöglichen die Umgehung der Systemservices und des Mikrokernels und damit einen Direktzugriff insbesondere auf die Grafikhardware. Der Programmierer kann daher Anwendungen, insbesondere Spiele, unabhängig von der eigentlichen Hardware entwickeln, die Geschwindigkeit ist aber trotzdem vergleichbar mit derjenigen auf den alten Systemen.

Eine weitere Ergänzung ist ein Kompatibilitätsmodus genanntes Personality, der bei Bedarf Routinen aus älteren Systemen emuliert. Damit soll das Ausführen von Programmen ermöglicht werden, die an Vorgängerversionen angepasst wurden.

Andere Programme nehmen den vollen Speicherschutz von Windows in Anspruch. Das System ist daher vergleichsweise zuverlässig und stabil.

Windows XP formatiert Partitionen, wie schon Windows 2000, standardmäßig mit dem Dateisystem NTFS. Für große Festplatten ist es möglich, die Verwaltung im Modus mit 48-bit-LBA zu aktivieren. Es ist auch in der Lage, mit FAT-Partitionen umzugehen.

Um Software-Piraterie einzudämmen, verwendete Microsoft bei Windows XP erstmals das System der Produktaktivierung. Bei diesem Verfahren tauscht das Betriebssystem im Zuge der Installation bestimmte Daten mit dem Softwarehersteller (in diesem Fall also Microsoft) aus, bevor eine dauerhafte Verwendung der Software gestattet wird. Die ausgetauschten Daten enthalten u. a. Informationen über die verwendete Hardware. Falls sich diese Daten jemals ändern, zum Beispiel durch Austausch oder Erweiterung von Hardware-Komponenten, könnte das Betriebssystem seine Funktion verweigern, bis erneut eine Aktivierung vorgenommen wurde.

Mittlerweile wurde bekannt, dass die Aktivierung bei Notebooks, deren Hardware nicht ohne weiteres geändert werden kann, einige dieser Angaben nicht enthält.

Windows XP mangelt es nach Ansicht vieler Experten an Transparenz und Sicherheit. Viele Betriebssystemkomponenten mussten bereits durch Aktualisierungen ausgetauscht werden. Die genauen Abläufe sind oft auch für Fachleute unverständlich, unter anderem weil sich das System ob seiner „Eigenarbeit“ nicht sehr kommunikativ verhält. Microsoft begründet das häufig damit, zu viele Informationen würden den unerfahrenen Benutzer verwirren.

Microsoft versucht außerdem seit geraumer Zeit, durch Studien zu belegen, wie transparent sich die Produktaktivierung verhält und wie sie funktioniert. Der deutsche TÜViT hat die Anonymität des Aktivierungsverfahrens „bestätigt“, wobei TÜViT gerade an entscheidender Stelle nicht selbst nachprüfte, sondern den Angaben seines Auftraggebers Glauben schenkte.

Eine gewisse Berühmtheit in Insiderkreisen erlangte auch die mit der Buchstabenkombination „FCKGW“ beginnende Seriennummer, die zusammen mit illegalen Kopien des Betriebssystems bereits 35 Tage vor dessen offizieller Veröffentlichung im Umlauf war. Mit Hilfe dieser Seriennummer ließen sich die ersten Versionen von Windows XP gänzlich ohne Produktaktivierung installieren. In neueren Versionen wird diese Seriennummer als ungültig erkannt. Auch lassen sich damit keine Aktualisierungen durchführen.

Ungültige Seriennummern werden beim Windows Update durch ein ActiveX-Applet namens Windows Genuine Advantage (WGA) zurückgewiesen. Da in alternativen Browsern kein ActiveX unterstützt wird, musste man dazu in der Vergangenheit die ausführbare Datei GenuineCheck.exe herunterladen. Sie generierte eine Nummer, die man im Download Center und bei Windows Updates eingeben musste. Diese Nummer wurde aus der Seriennummer und einem Code, der in den Systemeigenschaften einzusehen ist, errechnet. Diese Methode wurde von Softwarepiraten schnell geknackt, indem der windowseigene Kompatibilitätsmodus genutzt wurde. Dieses Verfahren wurde durch die ausführbare Datei legitcheck.hta ersetzt, die manuell heruntergeladen und ausgeführt werden muss. Mit ihr entfällt nunmehr die manuelle Eingabe einer Nummer.

Gecrackte „Corporate Edition“-Versionen werden aber auch heute noch inklusive Updates und den neuesten Microsoft-Programmen regelmäßig als illegale Downloads über das Internet verbreitet.

Wie andere Microsoft-Produkte steht auch Windows XP unter der Kritik, man würde mit dem Kauf eines Microsoft-Produktes einen „Quasi-Monopolisten“ unterstützen. Tatsächlich ist die Dominanz von Windows auf dem Betriebssystem-Markt unübersehbar, was zur Folge hat, dass man in vielen Anwendungsgebieten von Computern auf Microsoft-Produkte angewiesen ist und häufig Windows XP oder andere Windows-Betriebssysteme – zumindest sekundär – einsetzen muss.

Gerade Windows XP fiel durch die Integration vieler Benutzeranwendungen, für die es einen gedeihenden Drittanbieter-Markt gab oder gibt, unter starke Kritik und teilweise auch strenge Beobachtung. Solche Anwendungen sind zum Beispiel Media Player (Windows Media Player), Instant Messenger (Windows Messenger) oder die enge Bindung an das Microsoft-Passport-Netzwerk, das in der Fachwelt teilweise als ein Sicherheitsrisiko und eine potentielle Bedrohung der Privatsphäre angesehen wird. Das wird ebenso als eine Fortführung von Microsofts traditionell wettbewerbsbeschränkendem Verhalten angesehen.

Obwohl die jüngste Kritik vor allem diese drei Programme im Blick hatte, waren auch in früheren Windows-Versionen – beispielsweise Windows 95 – schon Komponenten so in das System integriert, dass sie mit herkömmlichen Mitteln nicht mehr trennbar waren (Unmöglichkeit der Deinstallation) und laut Microsoft auch überhaupt nicht mehr getrennt werden konnten. Vor allem der Webbrowser (Internet Explorer, siehe auch Browserkrieg) fiel dabei oft in Kritik, aber auch der graphische Dateimanager (Windows Explorer) oder der TCP/IP-Stack.

Microsoft argumentiert zudem, dass solche Systemwerkzeuge nicht mehr Spezialanforderungen bedienen, sondern in den Bereich allgemeinen Interesses gerückt seien und damit ihre Existenzberechtigung als allgemeine Komponenten des Betriebssystems verdienen würden. Als Bestätigung dieser Auffassung findet sich zudem fast kein anderes Betriebssystem, welches nicht ebenfalls Systemwerkzeuge integriert hat.

Ebenso werden Neuentwicklungen für Windows von Microsoft teilweise nur für neuere Windows-Betriebssysteme verfügbar gemacht, obwohl diese technisch auch für ältere Windows-Versionen möglich wären, zum Beispiel DirectX oder die .NET-Laufzeitumgebung. Andererseits gibt es keinen Hersteller von Betriebssystemen, der Ergänzungen und Erweiterungen stets für alle älteren Versionen herausgibt. Apple beispielsweise unterstützt stets nur die aktuelle und die vorangegangene Version von Mac OS X.

Microsoft erfüllte manchmal nur notdürftig Gerichtsanordnungen bezüglich gebündelter Software durch Veröffentlichung von speziellen Downgrades oder Versionen ohne den betreffenden Software-Teil. Es wird dabei kritisiert, dass Microsoft diese Komponenten häufig nicht vollständig entfernt hat, auch wenn das technisch möglich gewesen wäre. Microsoft rechtfertigte diesen Schritt mit der Tatsache, dass Schlüsselfunktionen von Windows von dieser Software abhängen würden, so das HTML-Hilfesystem oder der Windows-Desktop.

Ein weiterer Kritikpunkt an Windows XP und seinen Komponenten ist die Übermittlung von Daten an den Hersteller. Windows XP sendet auch dann, wenn der Laie alle grafischen Bedienmöglichkeiten nutzt, regelmäßig Daten an Microsoft. Laut Microsoft handelt es sich dabei um Daten, deren Art veröffentlicht sei, Kritiker bezweifeln das jedoch. Keine Studie überprüfte bisher, welchen Inhalt diese in verschlüsselter Form übertragenen Datenpakete tatsächlich haben. Kritiker befürchten, dass kaum nur die Daten übermittelt werden, die Microsoft offiziell angibt; dafür seien die Pakete nach der Meinung mancher schlicht zu groß. Gegen eine Darstellung des Spiegels und des Heise-Verlags im Jahre 2002, dass beispielsweise der Windows Media Player die genutzten Medieninhalte an Microsoft-Server übermittle, protestierte Microsoft nicht öffentlich.

Windows XP wurde seit seinem Erscheinen häufig mit dem freien Betriebssystem Linux verglichen. Es wurde argumentiert, dass die Anforderungen an die Hardware zu hoch und die von Microsoft herausgegebenen Mindestanforderungen unrealistisch für ein produktives Arbeiten seien. Heute hat die Hardware-Entwicklung diese Aussage eingeholt, da selbst Billig-Rechner mit soviel Leistung ausgestattet sind wie 2002 nur die teuersten Desktop-Rechner. Tatsächlich wird daher neben Linux auch Windows XP auf vielen Mini-Notebooks eingesetzt, auf denen der Windows-XP-Nachfolger Vista wegen dessen höherer Hardware-Anforderung nicht brauchbar wäre.

Ein oft bemängeltes Kuriosum ist, dass sogar Windows XP bei der Installation in manchen Fällen noch ein Diskettenlaufwerk voraussetzt, so dass für moderne Rechner ohne Diskettenlaufwerk eine angepasste Installations-CD oder der Nachkauf eines Diskettenlaufwerks erforderlich sein kann. Besonders bekannt ist der Fall, dass Windows bei der Installation Treiber von Fremdanbietern für moderne Festplatten-Controller (etwa SATA) oder spezielle Festplatten von Diskette nachladen muss, wenn sich diese Treiber nicht auf der Installations-CD befinden.

Ursprünglich wollte Microsoft die Auslieferung im Januar 2008 stoppen, da aber der Nachfolger Microsoft Windows Vista zu hohe Hardwareanforderungen an preisgünstige PCs stellt und diese immer mehr mit Linux-Varianten ausgestattet werden, verlängerte der Konzern die Auslieferung bis zum 30. Juni 2008 und für Subnotebooks bis 2010. Der Vollsupport wurde am 14. April 2009 eingestellt. Die Bereitstellung von Sicherheitspatches endet im April 2014. Für Geschäftskunden werden auch nach April 2009 kostenpflichtige Serviceverträge (Support für Fehlerbehebungen) angeboten. Allerdings ist die Nutzung von Windows XP trotz des Verkaufsstopps heute (Dezember 2008) mit 66% Marktanteil immer noch weiter verbreitet als Windows Vista mit 20%.

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Microsoft PowerPoint

Microsoft PowerPoint

Microsoft PowerPoint ist ein Computerprogramm, mit dem sich interaktive Folienpräsentationen unter Windows und Mac OS erstellen lassen.

PowerPoint ist derzeit das am weitesten verbreitete Präsentationsprogramm. Nach Schätzungen von Microsoft werden damit täglich rund 30 Millionen Präsentationen erstellt. In einem Artikel von „The New Yorker“ schreibt Ian Parker, dass PowerPoint auf rund 250 Millionen Computern installiert ist . Schnettler gibt an, dass jährlich etwa 35 Millionen Präsentationsvorlagen mit mehr als 10 Milliarden Folien erstellt werden . Diese Angaben stammen von Edward Tufte: The Cognitive Style of PowerPoint (2003: 25), der sogar von 10 bis 100 Milliarden Folien spricht. Bei LaPorte et al. (2002: 1479) findet sich die Angabe, dass 95 Prozent aller Präsentationen mit PowerPoint erstellt sind .

Das Programm wurde ursprünglich von der Firma Forethought entwickelt und trug den Namen Presenter. Gemeinsam mit dem etwas früher erschienenen Harvard Graphics war Presenter eines der ersten Präsentationsprogramme. Die erste Version des Programms erschien für Macintosh-Computer (mit 512 KB RAM). Durch die Übernahme von Forethought für 14 Millionen US-Dollar im August 1987 erwarb Microsoft die Rechte an dem Programm (Parker 2001: 81). Mit der Einführung von Windows 3.0 wurde es auch auf Windows portiert.

PowerPoint ist ein seitenorientiertes Programm. Für die einzelnen Seiten (oder „Folien“) bestehen umfangreiche Gestaltungsmöglichkeiten. Diese reichen von der einfachen Textfolie über Folien mit Grafiken, Tabellen und Diagrammen bis hin zu Folien mit Multimedia-Inhalten wie Film und Sound. Grafiken können dabei sowohl in PowerPoint selbst mit verschiedenen Zeichenwerkzeugen erstellt als auch in Form von ClipArts oder Fotos (in den Formaten GIF, JPG, PNG, TIF, BMP) eingefügt werden. Ebenso ist es möglich, Audio- (zum Beispiel in den Formaten MP3 und WAV) und Videodateien (in den Formaten AVI, MOV, QT, MPG, MPEG und WMV) zu integrieren.

Nachdem das Vorführen von Präsentationen mit Hilfe von Videoprojektoren (Beamern) die Verwendung von klassischen Folien auf Tageslichtprojektoren mehr und mehr verdrängt hat, spielen auch die Animationsmöglichkeiten in PowerPoint eine große Rolle (sie wurden in der Version 2002 für Windows bzw. X für Mac OS deutlich erweitert). Texte und Bilder lassen sich mit vielen verschiedenen Animationen in die einzelnen Folien einbinden. Der Wechsel zwischen den einzelnen Folien kann mit Folienübergangseffekten erfolgen.

Eine spezielle Präsentationsansicht ermöglicht es, nur den Inhalt der Folie auf die Leinwand zu projizieren, während auf dem Monitor als Übersicht die aktuelle und die nächste Folie sowie Notizen angezeigt werden. Dies wurde mit der Version 2004 in der Mac-Version eingeführt, nachdem Office X noch ein anderes Konzept für die Präsentationsansicht verfolgte. Dort wurde die in der gewöhnlichen PowerPoint-Bedieneroberfläche aktuell am Monitor angezeigte Folie auf den Beamer als Vollbild übertragen, was den Vorteil hatte, dass Anpassungen an der Folie sofort an den Beamer übertragen werden konnten. Mit der 2004er-Version war dies nicht mehr möglich.

PowerPoint wird sowohl einzeln als auch als Teil der verschiedenen Microsoft-Office-Pakete verkauft, deren jüngste Version zugleich auch die Version der neuesten PowerPoint-Ausgabe ist: Microsoft PowerPoint 2008 (office:mac 2008) für Mac OS und Microsoft Office PowerPoint 2007 (2007 Microsoft Office System) für Windows.

PowerPoint lässt sich mittels VBA (Windows/Mac OS bis PowerPoint 2004) und AppleScript (nur Mac OS) automatisieren und erweitern. Das Konzept von VBA steht allerdings mit den XP-Nachfolgern zur Revision an. Mit PowerPoint 2008 wurde die VBA-Unterstützung für den Macintosh fallen gelassen. Es ist nur noch durch AppleScript automatisierbar.

Um die Präsentationen anzeigen zu können, muss PowerPoint vorhanden sein. Unter Windows, nicht unter Macintosh, kann auch der kostenlos erhältliche PowerPoint Viewer verwendet werden. Dieser ist bis zur Version 2003 von CD lauffähig, der PowerPoint Viewer 2007 muss aufgrund des neuen Dateiformats installiert werden.

Oft ist es jedoch auch möglich, PowerPoint-Präsentationen mit OpenOffice.org oder Keynote anzusehen und zu bearbeiten. Allerdings werden dabei nicht immer alle neuen Funktionen der jeweiligen PowerPoint-Versionen unterstützt.

Nachdem Microsoft bisher das proprietäre, nicht offen dokumentierte Format .ppt verwendete, werden die Präsentationen seit PowerPoint 2007 bzw. 2008 standardmäßig im Office Open XML-Format (.pptx) gespeichert. Die erstellten Präsentationen lassen sich auch als Webseiten (*.html) oder als einzelne Folien in den gängigsten Grafikformaten ausgeben.

Neben dem Standard-Präsentationsformat (.ppt bzw. .pptx und .pptm für Dateien mit Makros, letzteres nur Windows) wird häufig das Bildschirmpräsentationsformat (.pps bzw. .ppsx) verwendet, das der sofortigen Anzeige der Präsentation im Vollbildmodus dient. Zwischen den beiden Formaten besteht inhaltlich kein Unterschied; es werden die gleichen Informationen gespeichert. Zur Anzeige der Präsentationen muss entweder die Vollversion des Programms oder der kostenlose PowerPoint Viewer (Windows) auf dem Computer vorhanden sein.

Alternativ lässt sich mit der Windows-Version von PowerPoint ab der Version 2003 eine Präsentations-CD erstellen (mit der Option Verpacken für CD). Dabei werden alle mit der Präsentation verlinkten Dateien zusammengefasst. Eine Option ermöglicht, eine Autostart-Datei sowie den PowerPoint Viewer mit auf die CD zu brennen. Dieser ist von der CD aus lauffähig und muss auf dem Zielrechner nicht installiert werden. Damit wurde die „Pack & Go“-Funktion der vorhergehenden Versionen abgelöst, mit der eine gepackte Datei (.ppz) kopiert und auf dem Zielrechner entpackt werden konnte.

Wird PowerPoint mit Hilfe von VBA (nur Windows) automatisiert, werden diese Makros entweder innerhalb der einzelnen Präsentationsdatei gespeichert oder können als Add-in (Dateiendung .ppa bzw. .ppax) für alle Präsentationen die Funktionen von PowerPoint ergänzen.

Zur Vereinheitlichung des Erscheinungsbildes von Präsentationen, zum Beispiel zur Einhaltung eines Corporate Design, dienen Vorlagen mit den darin enthaltenen Mastern. Sie haben die Dateiendung .pot bzw. .potx oder .potm.

Kritiker sprechen bei PowerPoint oft von typografisch sehr mangelhaften Ergebnissen. Dies liege vor allem daran, dass dem typografisch meist unbedarftem Nutzer zu viele Einstellungsmöglichkeiten in Bezug auf das Schriftbild (Farbe, Schriftart, Größe, Textauszeichnung) zur Auswahl gestellt werden. So werden häufig die Textauszeichnungen Fettdruck, Kursivdruck und Unterstreichung in Kombination angewandt, was aus typografischer Sicht höchst fragwürdig ist.

Eine Untersuchung des Unternehmens SirValUse kommt weiterhin zu dem Ergebnis, dass unerfahrenen Benutzern die verwendeten Begriffe und Bezeichnungen Probleme bereiten .

Zudem verleite PowerPoint dazu, aufwendige Effekte zu verwenden, die die Präsentation unprofessionell wirken ließen, wie etwa Buchstaben, die nacheinander von der Seite auf den Bildschirm „fliegen“.

Ein weiterer Kritikpunkt ist der schlechte Formelsatz der Office-Suite: es sei nicht nur umständlich, kompliziertere Formeln mittels des rein grafischen Formeleditors zu erstellen, auch das Ergebnis sei teilweise nicht zufriedenstellend.

Auch kann es zu Problemen mit Grafiken kommen, wenn Präsentationen auf Mac erzeugt und auf Windows abgespielt werden sollen. Dies liegt am nicht kompatiblen Format TIFF, welches zwar als Standardformat bei Mac verwendet wird, allerdings in der Windows-Version nicht unterstützt wird. Gegenwärtig scheint es keine Lösung für dieses Problem zu geben, außer dem absoluten Vermeiden von drag and drop, um Bilder einzufügen.

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Microsoft Word

Microsoft Word

Microsoft Word (oft auch kurz MS Word oder Word genannt) ist ein Textverarbeitungsprogramm der Firma Microsoft für die Windows-Betriebssysteme und Mac OS. Es ist Teil der Office-Suite Microsoft Office sowie der auf private Nutzer zugeschnittenen Programmsammlung Microsoft Works Suite, wird aber auch einzeln verkauft.

1983 wurde die erste Version von Microsoft Word für MS-DOS lanciert, 1984 erschien die Macintosh-Version. Die DOS-Versionen wurden bis 1995 vertrieben. Es existierten auch Versionen für OS/2 und SCO Unix.

Heutzutage ist MS Word das mit Abstand meistverwendete Textverarbeitungsprogramm der Welt.

Microsoft Word basierte auf dem Konzept der GUI-Textverarbeitung Bravo, die auf dem Xerox PARC lief. Der Autor von Bravo, Charles Simonyi wechselte 1981 von PARC zu Microsoft und wurde der leitende Entwickler von Word.

Word war eine der ersten populären Textverarbeitungen für den IBM-PC. In Verbindung mit einer Grafikkarte, die Grafikausgabe erlaubte (wie CGA oder Hercules), konnte Word auf IBM-kompatiblen Geräten Textauszeichnungen wie Fett oder Kursiv direkt darstellen. Konkurrenten wie WordStar, WordPerfect oder DisplayWrite (IBM PC Text) konnten dagegen lediglich reinen Text darstellen. Formatierungen erschienen dort entweder als farbiger Text, oder es wurden Markups verwendet.

Die für Microsoft Word bis zur Version 2003 bzw. 2004 verwendeten Dateinamenerweiterungen heißen .doc für Dokumente und .dot für Dokumentenvorlagen. Word kann mit verschiedenen Dateiformaten umgehen, jedoch werden einige wichtige Fremdformate nicht oder nicht vollständig unterstützt. So fehlen beispielsweise bisher Dateifilter für die Konvertierung in die Dateiformate der Konkurrenten OpenOffice.org/StarOffice. Microsoft hat jedoch für die Windows-Version von Office angekündigt, diese Formate ab dem Service Pack 2 von Office 2007 zu unterstützen.

Mittlerweile wurden die Spezifikationen der „alten“ Formate von Microsoft freigegeben.

Da der Austausch von Informationen verschiedener, unabhängiger Informationssysteme in zunehmendem Maße immer wichtiger wird und verschiedene Regierungen aufgrund des proprietären Formates gedroht hatten, das Microsoft-Office-Paket nicht mehr länger einsetzen zu wollen, wurde Ende Januar 2005 ein neues interoperabiles Dokumentformat vorgestellt und freigegeben: WordprocessingML. Neuere Microsoft Word Versionen unterstützen das auf XML basierende Format WordprocessingML, und Dokumente in diesem Format lassen sich insbesondere für Fremdprogramme einfacher lesen, verarbeiten und erstellen. Diese Dokumente waren dann aber um einiges größer, da XML einen großen Overhead produziert.

Seit der Windows-Version 2007 bzw. der Macintosh-Version 2008 werden Dokumente im Format Office Open XML abgespeichert. Aus kompatibilitätsgründen wird jedoch auch das alte Format weiterhin unterstützt. Dokumente in diesem Format tragen die Dateiendung .docx und .docm (Dokumente mit Makros). Da dieses Format auf XML basiert, lassen sie sich insbesondere für Fremdprogramme einfacher lesen, verarbeiten und erstellen. Dokumentvorlagen weisen die Endungen .dotx bzw .dotm auf. Da es sich um ein auf ZIP basierendes komprimiertes Dateiformat handelt, sind diese Dateien relativ kompakt. In Word für Windows ab Version 2000 können diese neuen Dateitypen nach der Installation eines kostenlosen „Compatibility Packs“ für Microsoft Office geöffnet, bearbeitet und gespeichert werden. Für den Macintosh bietet Microsoft bislang nur einen separat herunterzuladenden Konverter an, der OpenXML-Dokumente in .rtf-Dateien konvertiert.

Der Internet Media Type für Dokumente im alten Format ist application/msword. Für Dokumente im Format Office Open XML lautet er application/vnd.openxmlformats-officedocument.wordprocessingml.document.

Bei digitaler Veröffentlichung oder Datenaustausch von Dokumenten im Microsoft-Word-Format ist zu bedenken, dass Einblicke in die letzten Änderungen am Text möglich sind, falls beim Bearbeiten die Funktionen Schnellspeicherung, Versionsverfolgung oder Änderungsverfolgung aktiviert waren. Des Weiteren ist es jederzeit möglich, die ursprünglichen Autoren und den Dateiablageort im lokalen Computer zu ermitteln.

Microsoft Word bietet an, ein Dokument mit Lese- und/oder Schreibschutz zu versehen. Freigeschaltet wird eine so geschützte Datei über ein vom Benutzer einzugebendes Passwort. Bei den alten Versionen von Word konnte dieser Schutz von einem Angreifer sehr einfach ohne Kenntnis des Passwortes ausgehebelt werden. Neuere Versionen von Word können das Dokument durch den Stromchiffrierer RC4 verschlüsseln, der mit einer Schlüssellänge von 2048 Bit (Stand Jan. 2006) als sicher gilt. Wie der Kryptografieexperte Hongjun Wu herausgefunden hat, ist allerdings in der Umsetzung dieses Verschlüsselungskonzeptes ein grober Fehler begangen worden. Ein Angreifer kann danach durch Erhalt zweier gleich verschlüsselter Dokumente den Klartext erhalten. Der Schreibschutz ist kryptographisch unsicher, da ein Angreifer ein neues täuschend echtes Dokument mit demselben Inhalt erzeugen kann, solange er Lesezugriff auf das Originaldokument hat und dieses nicht digital signiert worden ist. Wurde des Weiteren ein Kennwort zum Ändern eines Dokumentes angegeben (Schreibschutz), so bedeutet das nicht zwangsläufig, dass der Inhalt des Dokumentes verschlüsselt abgelegt wird.

Microsoft Word fiel in der Vergangenheit durch eine sehr hohe Anzahl von Makroviren für dieses System auf. In den älteren Versionen gab es keinen oder keinen ausreichenden Schutz vor Makroviren. In aktuellen Versionen kann die Ausführung von Makros und Add-Ins in mehreren Sicherheitsstufen gesteuert werden.

Gegen den Verlust des gerade bearbeiteten Dokumentes durch Softwarefehler oder Absturz des Computersystems ist in Microsoft Word ein Backup-System eingebaut.

Die Automatisierung und Erweiterung von Microsoft Word unter Windows kann durch Visual Basic for Applications (VBA) oder durch das Verwenden der Visual Studio Tools for Office bewerkstelligt werden. Vor Word 97 konnte die Automatisierung durch das Verwenden der eigenen Makrosprache, WordBasic, bewerkstelligt werden.

Bis zur Version 2004 unterstützte Word für Macintosh VBA. Seither ist eine Automatisierung nur noch mit AppleScript möglich.

Man kann mit Word so auf Daten in Datenbanken und SQL-Servern über Schnittstellen, zum Beispiel zur Erstellung von Serienbriefen, eingeschränkt zugreifen.

Ab der Version 7.0 werden die Versionsnummern gleich mit den anderen Office-Produkten wie Microsoft Excel, Microsoft PowerPoint, Microsoft Access usw. geführt.

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Source : Wikipedia