Michael Phelps

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Geschrieben von daneel 05/05/2009 @ 00:15

Tags : michael phelps, schwimmer, schwimmen, wassersport, sport

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Michael Phelps

Michael Phelps (Mitte) am 10. August 2008 bei den Olympischen Spielen in Peking

Michael Fred Phelps (* 30. Juni 1985 in Baltimore, Maryland) ist ein US-amerikanischer Schwimmer, der seit Anfang des 21. Jahrhunderts auf den Freistil-, Schmetterling-, Rücken- und Lagenwettbewerben zur Weltspitze gehört. Er gilt als der vielseitigste Schwimmer der Gegenwart und konnte im Laufe seiner bisherigen Karriere 16 olympische Medaillen gewinnen - eine Marke, die bislang nur von der sowjetischen Kunstturnerin Larissa Latynina (18 Medaillen) übertroffen wurde. Seine dabei erreichten 14 Olympiasiege stellen dagegen eine bis heute einmalige Leistung dar, womit Phelps der erfolgreichste Olympionike aller Zeiten ist.

Mit 15 Jahren nahm Michael Phelps bei den Olympischen Spielen 2000 in Sydney teil. Er war der jüngste männliche Schwimmer im US-Team seit 68 Jahren. Phelps konnte bei diesem Wettkampf noch keine olympische Medaille gewinnen. Fünf Monate später blieb er über 200 m Schmetterling unter 1:55 Minuten und brach den Weltrekord von Olympiasieger Tom Malchow. Bei den Schwimmweltmeisterschaften 2001 im japanischen Fukuoka gewann Phelps vor Malchow die Goldmedaille und verbesserte seinen eigenen Rekord nochmals um 34 Hundertstel-Sekunden auf 1:54.58 Minuten. Bei den nationalen Meisterschaften 2002 in Fort Lauderdale stellte er einen Weltrekord über 400 m Lagen auf. Ein Jahr später errang Phelps den Weltrekord auf der halben Distanz.

Bei den Weltmeisterschaften 2003 in Barcelona gelang Phelps die Titelverteidigung über 200 m Schmetterling. Zudem gewann er dort Gold über beide Lagendistanzen. In allen drei Rennen stellte Phelps neue Weltrekorde auf, über 200 m Lagen gelang ihm dies sowohl im Vorlauf als auch im Finale. Über 100 m Schmetterling galt er ebenfalls als erster Anwärter auf den Weltmeisterthron, da er im Vorlauf auch diese Weltbestmarke in seinen Besitz gebracht hatte. Das Finale gewann Phelps' Teamkollege Ian Crocker, der den am Vortag aufgestellten Weltrekord von Phelps nochmals um fast eine halbe Sekunde verbesserte und als erster Schwimmer überhaupt unter 51 Sekunden blieb. Für den Startplatz in der Lagenstaffel bekam Crocker den Vorzug gegenüber Phelps, und gewann dadurch sein zweites WM-Gold. Phelps bekam aber ebenfalls eine Goldmedaille verliehen, da er im Vorlauf dieses Wettbewerbes angetreten war. Mit der 4×200 m Freistilstaffel konnte Phelps seinen 5 Medaillen schließlich noch eine weitere Silbermedaille hinzufügen.

Bei den Olympischen Spielen 2004 in Athen war Phelps für acht Wettbewerbe gemeldet. Phelps' Sponsor Speedo kündigte bei einer neuen Rekordmarke die Auszahlung einer Prämie von einer Million US-Dollar an. Über 200 m Freistil, wo Phelps ebenfalls starten wollte, war er zwar in Besitz des nationalen Rekords, jedoch war er hier nur Außenseiter, da diese Strecke seit Jahren von Pieter van den Hoogenband und Ian Thorpe beherrscht wurde. Phelps gewann vor Crocker, allerdings reichte er über 200 m Freistil trotz persönlicher Bestleistung nicht an van den Hoogenband und Thorpe heran. Mit der 4×200 m Freistilstaffel sowie der Lagenstaffel gewann Phelps seine Goldmedaillen fünf und sechs. Bei letzterer schwamm Phelps nur im Vorlauf mit, da er seinem im Einzelfinale unterlegenden Konkurrenten Ian Crocker den Platz auf der Schmetterlingsdistanz überließ, um ihm doch noch zur olympischen Goldmedaille zu verhelfen. Mit der 4×100 m Freistilstaffel gewann Phelps eine weitere Bronzemedaille. Mit insgesamt 8 gewonnenen Medaillen war Michael Phelps der erfolgreichste Teilnehmer der Spiele und stellte damit die Bestmarke des russischen Kunstturners Alexander Ditjatin von Moskau 1980 ein.

Bei den Weltmeisterschaften 2005 in Montreal trat Michael Phelps nicht über 200 m Schmetterling und 400 m Lagen an. Trotzdem gewann er fünf WM-Titel. Dabei gewann er erstmals auch die Entscheidung über 200 m Freistil. Phelps verbesserte in diesem Rennen den Landesrekord auf 1:45,20 Minuten. Über 100 m Schmetterling verlor Michael Phelps den Kampf um den Startplatz für die Lagenstaffel an Ian Crocker, welcher dabei einen neuen Weltrekord markierte und Phelps um 1,25 Sekunden distanzierte. Dennoch gewann Phelps nach dem Finalsieg der US-Schwimmer die Goldmedaille.

Bei den Weltmeisterschaften 2007 in Melbourne gewann Michael Phelps alle 5 Einzelstarts und stellte dabei, bis auf die 100 m Schmetterling, jedes Mal einen neuen Weltrekord auf. Über 200 m und 400 m Lagen gab es Steigerungen um 0,86 bzw. 2,04 Sekunden, über 200 m Schmetterling verbesserte er seinen eigenen Rekord um 1,62 Sekunden. Weiterhin blieb Phelps über 200 m Freistil als erster Mensch unter 1:44 Minuten. Einzig über 100 m Schmetterling hatte der US-Amerikaner trotz persönlicher Bestleistung Probleme. Mit 50,77 Sekunden blieb er zwar erst als zweiter Mensch unter der 51 Sekundenmarke, jedoch konnte er Ian Crocker nur besiegen, weil diesem das Anschlagen am Schluss nicht gelang. Einen weiteren Weltrekord gab es beim Sieg mit der 4×200 m Freistilstaffel. Mit dem Gold in der 4×100 m Freistilstaffel gewann Michael Phelps schließlich sieben Goldmedaillen und überbot damit den Rekord von Ian Thorpe, welcher bei den Weltmeisterschaften 2001 in Fukuoka sechsmal erfolgreich war. Eine mögliche achte Goldmedaille blieb Phelps verwehrt, da die Lagenstaffel bereits im Vorlauf durch einen von Ian Crocker verursachten Wechselfehler disqualifiziert wurde.

Michael Phelps gilt als der kompletteste Schwimmer der Gegenwart. Bei den US-Meisterschaften im August 2007 in Indianapolis verzichtete er mit den 200 m Schmetterling sowie 400 m Lagen auf zwei seiner „Hausstrecken“ und versuchte sich dafür in den Brust- und Rückendisziplinen. Schaffte Phelps am ersten Wettkampftag nicht die Qualifikation für das Finale über 200 m Brust, so war er über 100 m und 200 m Rücken erfolgreich. Über der langen Rückendistanz gelangte Phelps mit 1:54,65 Minuten auf die dritte Position der ewigen Weltrangliste und blieb nur 33 Hundertstel Sekunden über dem Weltrekord seines Landsmannes Ryan Lochte. Über 100 m Rücken verpasste Phelps den Weltrekord nur um 3 Hundertstel Sekunden. Nur Aaron Peirsol war auf dieser Strecke bei seinem WM-Sieg in Melbourne ein einziges Mal schneller.

Bei den Olympischen Spielen 2008 in Peking gewann Phelps acht Goldmedaillen, drei davon mit der Staffel, wobei bei sieben Siegen ein neuer Weltrekord aufgestellt wurde. Nach seinem Rennen über 400 m Lagen erklärte er, dass er nie wieder über diese Distanz antreten wolle.

In Phelps' Jugend wurde bei ihm ADHS diagnostiziert. Um überschüssige Energie loszuwerden und auch durch den Einfluss seiner älteren Schwestern, begann Phelps im Alter von sieben Jahren zu schwimmen. Im November 2004 wurde Phelps wegen Trunkenheit am Steuer verhaftet. Er wurde zu 18 Monaten Bewährung und zur Teilnahme an Mothers Against Drunk Driving (MADD) verurteilt.

Die britische Boulevardzeitung News of the World veröffentlichte Anfangs Februar 2009 ein Photo von Phelps mit einer Wasserpfeife an den Lippen. Die Veröffentlichung sorgte für einigen Wirbel. Michael Phelps entschuldigte sich öffentlich und bezeichnete das Vorkommnis selbst als Fehlverhalten. Zu einem möglichen Marihuana-Konsum äusserte er sich nicht. Da Michael Phelps seit den Olympischen Sommerspielen 2008 keine Wettkämpfe mehr bestritten hatte und auch kein positiver Befund einer Doping-Kontrolle vorlag hatte der Vorfall für ihn keine sportrechtlichen Konsequenzen. Allerdings suspendierte der US-Schwimmverband den Schwimmer am 5. Februar 2009 für drei Monate von allen Wettkämpfen. Die finanzielle Unterstützung durch den Verband für diesen Zeitraum wurde gestrichen. Der Verband begründet die Sperrung mit Phelps Verhalten, welches einen Verstoss gegen die Verhaltensregeln darstellt und bei vielen Menschen Enttäuschung ausgelöst habe. Phelps akzeptierte die Massnahme. Ein persönlicher Sponsor von Phelps, der Lebensmittelhersteller Kellogg Company, kündigte beinahe gleichzeitig an, den Ende Februar 2009 auslaufenden Werbevertrag mit Phelps nicht zu verlängern, da dieses Verhalten nicht zum Bild des Konzernes passe. Zwei weitere Sponsoren, die Firmen Omega und Speedo, werteten seine öffentliche Entschuldigung als positives Zeichen und wollen die Zusammenarbeit weiterführen.

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Olympische Sommerspiele 2004/Schwimmen

Schwimmen

Bei den XXVIII. Olympischen Sommerspielen 2004 in Athen fanden die Schwimmwettkämpfe im Olympic Aquatic Centre des Athens Olympic Sports Complex statt. Seit langer Zeit fanden internationale Meisterschaften wieder unter freiem Himmel statt. Das Dach wurde nämlich nicht gebaut, da man bis zum Beginn der Wettkämpfe nicht fertig geworden wäre.

Der Australier Brett Hawke stellte im 1. Semifinale einen neuen Ozeanien-Rekord mit 22,07 auf.

Ian Thorpe (AUS) gewann bereits das zweite Gold und entschied das erste Duell gegen Michael Phelps (USA) für sich. Der vor den Wettkämpfen als neuer "Mark Spitz" stilisierte Phelps erreicht hinter Pieter van den Hoogenband (NED) nur Rang drei. Dieses Rennen wurde oftmals als das "Race of the Century" bezeichnet, da die wohl drei stärksten Schwimmer aufeinander trafen.

Die Silbermedaille von Markus Rogan war die erste Medaille für Österreich bei diesen Olympischen Spielen.

Kurz nach dem Rennen wurde Aaron Peirsol (USA) wegen eines Beinfehlers nach der dritten Wende disqualifiziert und Markus Rogan (AUT) zum Sieger erklärt. Nach einem Protest der Amerikaner wurde der Entscheid nach 20 Minuten wieder korrigiert, da die Disqualifikation nicht in der offiziellen Veranstaltungssprache formuliert war. Für Österreich war dies die 100. Medaille bei Olympischen Sommerspielen.

Im Vorlauf konnte Jens Kruppa (GER) mit 1:01,19 einen neuen deutschen Rekord aufstellen. Im Halbfinale schieden dann aber sowohl er als auch René Kolonko aus. Der Zweite des Finales, Brendan Hansen (USA), schwamm im Halbfinale neuen Olympischen Rekord mit 1:00,01.

Andrij Serdinow (UKR) stellte im 1. Semifinale einen neuen Olympischen Rekord mit 51,74 Sekunden auf. Im anschließendem 2. Semifinale wurde dieser von Michael Phelps (USA) auf 51,61 Sekunden verbessert.

Michael Phelps (USA) stellte im 1. Semifinale einen neuen Olympischen Rekord in 1:58,52 auf.

Der US-amerikanische Startschwimmer Aaron Peirsol stellte mit 53,45 Sekunden einen neuen Weltrekord über 100 m Rücken auf.

Sandra Völker (GER) schied mit einer Zeit von 25,74 (Platz 18) bereits in den Vorläufen aus.

Jodie Henry (AUS) schwamm im 1. Semifinale einen neuen Weltrekord mit 53,52.

Die deutsche Weltmeisterin Hannah Stockbauer kam mit einer Vorlaufzeit von 4:10,46 (Platz 12) nicht ins Finale.

Die deutsche Weltmeisterin Hannah Stockbauer kam mit einer Vorlaufzeit von 8:38,17 (Platz 16) nicht ins Finale.

Kirsty Coventry ist die erste Goldmedaillengewinnerin im Schwimmen aus Simbabwe.

Leisel Jones (AUS) schwamm im 1. Semifinale neuen Olympischen Rekord mit 1:06,78 Minuten. Sarah Poewe schwamm im 1. Semifinale einen neuen deutschen Rekord mit 1:07,48.

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Schwimmsport

Schwimmer um 1815

Schwimmsport bezeichnet die Ausübung des Schwimmens als sportliche Disziplin. In seiner Grundform wird der Schwimmsport als Wettkampf mehrerer Teilnehmer gegeneinander um die Bewältigung einer vorgegebenen Schwimmstrecke in kürzestmöglicher Zeit ausgetragen, oder auch ohne Zeitdruck zur Verbesserung des eigenen Schwimmstils.

Zahlreiche Forscher haben sich in der Vergangenheit mit der Frage nach der Entwicklung der modernen Schwimmtechniken auseinandergesetzt. Bereits 1696 erschien in Paris L'Art de nager („Die Kunst des Schwimmens“) von Melchisédech Thévenot. Aufgrund dieses Buches wurde in Frankreich (und Europa) lange Zeit die Technik des Brustschwimmens bevorzugt.

1798 brachte Johann Christoph Friedrich GutsMuths sein Schwimmkunst-Buch heraus, das dann als wegweisend für die späteren Versuche der Hallenser Halloren (Salzwirker) angesehen werden kann, das Schwimmenlernen zu methodisieren. Da die Halloren festgestellt hatten, dass man in der stark salzhaltigen Sole leichter schwimmen konnte, war der Weg zur technisch umsetzbaren Motorik der im Schwimmbuch sehr schematisch beschriebenen Bewegungen geebnet. Die gliederpuppenhaften Bewegungen, die GutsMuths darstellte, waren ihrer Ausprägung nach jedoch kaum geeignet einen brauchbaren Schwimmstil zu entwickeln.

Das moderne Wettkampfschwimmen entwickelte sich um 1837 in den Hallenbädern Londons. Geschwommen wurde entweder Brust- oder Seitenschwimmen. Im Jahr 1895 schwamm der Engländer J. H. Thayers im Seitenstil die 100 Yards in 1:02,50 Minuten (die entsprechende 100-m-Zeit wäre 1:08,38 Minuten). Bis in die 1950er Jahre war das Brustschwimmen, das meist als erste Technik erlernt wird, die einzige Schwimmart, für die genaue Regeln festgelegt waren.

John Trudgen entwickelte 1873 in England das Hand-über-Hand-Schwimmen, das daraufhin „trudgen“ genannt wurde. Die Arme wurden aus dem Wasser nach vorne geführt, ähnlich wie beim Seitenschwimmen, nur wechselte man stets von einer auf die andere Seite und führte zusätzliche Scherenbeinschläge aus. Der australische Schwimmer Frederick Lane „trudgte“ im Jahr 1901 die 100 Yards in 1:00,0 Minuten (100 m in 1:05,64 Minuten).

Statt des unharmonischen „Trudgens“ wandte der Australier Richard Cavill die flüssigere Technik der indigenen Bevölkerung der Salomonen an. Diese kombinierten den Kraulbeinschlag mit dem Überwasserarmzug. Cavill erreichte mit diesem „Australischer Crawl“ genannten Stil 1902 über 100 Yards eine Weltrekord-Zeit von 58,4 Sekunden (100 m in 1:03,89 Minuten).

1934 fand David Armbruster, Trainer an der University of Iowa, dass beide Arme beim Brustschwimmen auch über Wasser nach vorne zurückgeführt werden konnten. Dieses „Schmettern“ erhöhte die Schwimmgeschwindigkeit, kostete aber mehr Trainingsaufwand und Kondition. 1935 schwamm Jack Sieg, ebenfalls von der University of Iowa, auf der Seite, mit den Beinen wie mit einem Fischschwanz schlagend. Er konnte das schließlich auch auf dem Bauch. Armbruster und Sieg kombinierten das Schmettern der Arme und den Beinschlag und schufen damit den anfangs „Butterfly“ (Schmetterling) genannten Schwimmstil. Mit zwei Beinschlägen bei jedem Armzug schwamm Sieg damals die 100 Yards in 1:00,2 (100 m in 1:05,85 Minuten). Anderen Angaben zufolge war es 1935 ein Amerikaner namens Brydenthal, der diesen Stil erstmals schwamm. Das zunächst als regelwidrig betrachtete „Schmetterlings-Brustschwimmen“ wurde erst im Jahre 1953 als eigene Wettkampf-Schwimmart legalisiert.

Schwimmen gehört seit den ersten Olympischen Spielen der Neuzeit (1896 in Athen) zum olympischen Programm. Bei den zweiten Olympischen Spielen 1900 in Paris wurden ein Hindernisschwimmen, ein Unterwasserausdauerschwimmen und ein 4.000-m-Schwimmen veranstaltet. Bis auf das letztere (Langstreckenschwimmen) wurden diese Wettkampfformen später nicht mehr durchgeführt. Bei den Olympischen Spielen 1912 durften erstmals Frauen im Wettkampf mitschwimmen. Seit 1973 finden offizielle Schwimmweltmeisterschaften statt. Gemeinhin werden Schwimmwettkämpfe nach dem Regelwerk des internationalen Schwimmverbands FINA (Fédération Internationale de Natation Amateur) ausgetragen.

Austragungsorte sind für Strecken bis 1500 m Schwimmbecken, die die verschiedenen Anforderungen erfüllen hinsichtlich Bahnenlänge (25 m oder 50 m), Bahnenbreite (2,50 m), Wassertiefe (mindestens 1,35 m, bei Olympischen Spielen und Weltmeisterschaften mindestens 2 m) sowie Wassertemperatur (normalerweise 25–28 °C). Die Bahnen werden durch Leinen, die die Wellen von den benachbarten Bahnen abhalten sollen – von den Schwimmern oft „Wellenkillerleinen“ oder „Wellenbrecher“ genannt – von einander getrennt. Die Leinen haben verschiedene Markierungen: im 5-m-Bereich vor jeder Beckenwand (in diesen Bereichen sind die Leinen meist durchgängig rot), in der Mitte und jeweils bei 15 m. Auf dem Boden befindet sich zudem häufig in der Mitte einer jeden Bahn ein etwa 25 cm breiter schwarzer Strich, der 2 m vor dem Beckenende ein T ausbildet und dem Schwimmer hilft sich zu orientieren. Des Weiteren hängen über dem Becken noch weitere Leinen: 5 m vor jeder Beckenwand befindet sich (in mindestens 1,8 m Höhe) eine Fähnchenleine, um den Rückenschwimmern anzuzeigen, dass die Wand naht. Zusätzlich gibt es noch die Fehlstartleine, die (in mindestens 1,2 m Höhe) 15 m vom Start entfernt hängt. Diese wird ins Wasser gelassen, wenn Schiedsrichter oder Starter auf Fehlstart erkennen. Für Wettkämpfe werden sowohl Hallen- als auch Freibäder genutzt. Im Allgemeinen wird in Süßwasserbecken geschwommen, doch gibt es noch vereinzelt Salzwasserbecken, in denen Wettkämpfe ausgetragen werden.

Geschwommen werden Strecken gemäß den Regularien, die meist ein Vielfaches von 100-Meter-Abschnitten sind: 100 m, 200 m, 400 m, 800 m und 1500 m, 5000 m sowie die 50-m-Distanz als Sprintstrecke. Beim Langstreckenschwimmen kommen Strecken zwischen 5 km und 25 km hinzu, die meist in offenen Gewässern ausgetragen werden. Neben Einzelwettkämpfen finden auch Staffelwettkämpfe statt, wobei hier ausschließlich 4er-Staffeln geschwommen werden. International gibt es Staffelwettbewerbe über 4×50 m, 4×100 m und 4×200 m.

In Wettkämpfen stehen sich maximal so viele Schwimmer gegenüber, wie Bahnen im Schwimmbecken vorhanden sind. Ausnahmen gibt es über 1500 m und 800 m Freistil, wo in kleineren Wettkämpfen zwei Schwimmer pro Bahn antreten. Für ein Wettkampfbecken sind regulär acht Bahnen vorgesehen. Bei Ausscheidungswettkämpfen werden daher mehrere Läufe ausgetragen, in denen die Schwimmer jeweils an der nächsten Ausscheidungsstufe teilnehmen dürfen, wenn sie die nach dem Reglement erforderten Platzierungen erreicht haben. Der schnellste gemeldete oder qualifizierte Schwimmer startet immer auf der Bahn 4, der zweitschnellste Schwimmer folgt auf der Bahn 5, weiter geht es dann über die Bahnen 3, 6, 2, 7, 1 bis zur Bahn 8, auf der der langsamste Schwimmer des Laufes schwimmt. Bei Wettkämpfen sind die Bahnen 4 und 5 meist von gelben Leinen eingefasst, um die beiden stärksten Schwimmer zu kennzeichnen.

Die Schwimmer starten nach dem Startsignal von den erhöhten Startblöcken ihrer Schwimmbahn am Beckenkopf durch einen Startsprung in das Wasser (außer beim Rückenschwimmen und bei der Lagenstaffel, wo der Rückenschwimmer aus dem Wasser heraus startet). Bei einem Fehlstart (Sensoren in den Startblöcken helfen hier den Schiedsrichtern bei modernen Schwimmbädern), wird dieser wiederholt. Der zweite Start wird in jedem Fall gewertet, doch werden diejenigen Schwimmer disqualifiziert, die den Fehlstart ausgelöst (provoziert) haben oder zu früh abgesprungen sind (ein Wackeln auf dem Startblock reicht bereits). Bei der Mehrheit der Wettkämpfe gilt inzwischen die „1-Start-Regel“, nach der ein Schwimmer schon nach dem ersten Fehlstart disqualifiziert ist.

Bei Staffeln spricht man außer beim ersten Schwimmer von „fliegenden Wechseln“. Der Folgeschwimmer darf maximal 0,03 Sekunden vor dem tatsächlichen Anschlag des Vorschwimmers starten. Da bei fliegenden Wechseln die Reaktionszeit wegfällt, sind Staffelschwimmer oft ein wenig schneller unterwegs als in einem Einzelwettkampf. Hier geschwommene Zeiten werden mit Ausnahme der Zeit des Startschwimmers nicht als Einzelrekorde anerkannt. Staffelrekorde gelten für ab dem Start gerechnete Strecken, sofern die Staffel den Wettkampf ordnungsgemäß beendet. So können die ersten vier Schwimmer einer 10×100-m-Freistilstaffel auch einen Staffelrekord über die 4×100 m schwimmen.

Die Technik der Fortbewegung ist durch die Benennung der Wettkampf-Schwimmart vorgegeben und unterliegt differenzierten Definitionen der Regelwerke. Es werden so viele Bahnen geschwommen, wie die vorgegebene Strecke es erfordert. Hierbei vollführt der Schwimmer an jedem Bahnende eine Wende im Wasser und schwimmt in der Gegenrichtung wieder zurück. Bei den Strecken 800 m und 1500 m werden die Bahnen für jeden Schwimmer gezählt und angezeigt, teilweise sogar mit Displays unter Wasser. Zusätzlich werden die letzten zwei Bahnen durch einen Pfiff oder Ton signalisiert.

Die Zeit wird in dem Moment gestoppt, in dem der Schwimmer die Wand (beim Brust- und Schmetterlingschwimmen beide Hände) berührt. Bei Staffeln werden die Zwischenzeiten nach jedem Staffelschwimmer sowie die Endzeit genommen. Bei großen Wettkämpfen wird meist elektronisch gemessen, die Anschlagmatten (meistens gelb oder weiß) reagieren dabei schon auf die geringste Krafteinwirkung. Zusätzlich werden die Zeiten von immer mindestens einer Person pro Bahn manuell (semi-elektronisch) erfasst. In Zweifelsfällen wertet das Schiedsgericht den Zieleinlauf. So kann es vorkommen, dass Athleten mit identischer Zeit verschiedene Platzierungen erhalten, wenn das Schiedsgericht die Anschlagreihenfolge erkennen konnte. Liegt eine einwandfrei registrierte elektronische Zeit vor, so ist diese die amtliche Zeit und wird nicht geändert. Der Zielrichterentscheid kommt nur zum Tragen, wenn es keine fehlerfreien elektronischen Zeiten gibt, und der festgestellte Einlauf den von Hand gestoppten Zeiten widerspricht.

Als Schwimmstil bezeichnet man die spezielle Art oder Technik, in der geschwommen wird. Die heute bekanntesten modernen Schwimmstile sind Brustschwimmen, Kraulschwimmen, Rückenschwimmen und Schmetterlingschwimmen (Delfinschwimmen). Ältere und seltener geschwommene Stile sind das Seitenschwimmen und das „Altdeutsch-Rücken“-Schwimmen. Manchmal wird auch das Tauchen als Schwimmstil bezeichnet. In Japan gibt es im Rahmen der Samurai-Tradition eigene Japanische Schwimmstile.

Brustschwimmen wird in Schwimmkursen meist als erste Technik erlernt. Die Technik ist zurückzuführen auf Ernst von Pfuel. Die Wettkampf-Variante ist die schwierigste und am zeitaufwändigsten zu erlernende Schwimmart, manche Schwimmer können aufgrund der Disposition ihrer Hüftgelenke keinen regulären Bruststil mit Grätschschlag schwimmen. Ebenso sind auch das richtige Timing und das Wassergefühl beim Wettkampfbrustschwimmen um einiges anspruchsvoller als bei allen anderen Schwimmarten.

Der Bruststil wird so ausgeführt, dass die Arme unter Wasser zusammen liegend gleichzeitig nach vorn gebracht und dann durch das Wasser nach außen bewegt werden, wobei der Anstellwinkel der Hände schon einen Vortrieb erzeugt. Bei der anschließenden Bewegung nach hinten werden die Hände nach innen gestellt. Der richtige Anstellwinkel, die Formung der Hände und die Höhe der Hände relativ zum Becken werden als Wassergefühl bezeichnet und sind entscheidend für den Vortrieb. Die Bewegung entlang der Körperachse relativ zum Körper ist recht gering. Der weitaus größte Bewegungsimpuls erfolgt durch Bewegungen quer zur Bewegungsrichtung. Unmittelbar an diese Bewegung schließt sich ein Grätschbeinschlag an. Der nächste Armzug erfolgt dann gegen Ende des Grätschbeinschlags. Bei der sogenannten Undulationstechnik (von lat. unda – die Welle) wird während des Vorwärts-Schubs eine Wellenbewegung des Körpers ähnlich wie beim Delfinschwimmen durchgeführt und so ein zusätzlicher Vortrieb erzeugt. Die Regelhaftigkeit dieser Stilvariante war zunächst umstritten, mittlerweile wird sie aber als regelkonform angesehen.

Die FINA-Wettkampfregeln besagen, dass der Körper vom Beginn des ersten Armzuges nach dem Start und nach jeder Wende vollständig in Brustlage gehalten werden muss, die Schultern müssen dabei parallel zur Wasseroberfläche liegen. Eine Rollbewegung zur Rückenlage ist zu keinem Zeitpunkt erlaubt. Nach dem Start und nach jeder Wende darf der Schwimmer einen sogenannten Tauchzug durchführen, bevor er an die Wasseroberfläche zurückkehrt. Hierbei führt er vollständig untergetaucht einen vollen Armzug bis zu den Oberschenkeln und einen Brust-Beinschlag (Grätschbeinschlag) aus. Während der Unterwasserbewegung ist es auch erlaubt, einen einzigen Delfinbeinschlag auszuüben. Der Kopf muss die Wasseroberfläche durchbrechen, bevor sich die Hände im zweiten Armzug nach innen und wieder nach vorne drehen. Danach muss in jedem vollständigen Zyklus, bestehend aus einem Armzug und einem Beinschlag, irgendein Teil des Kopfes die Wasseroberfläche durchbrechen. Alle Bewegungen der Arme müssen gleichzeitig und in der gleichen waagerechten Ebene ausgeführt werden. Die Hände müssen an oder unter der Wasseroberfläche zurück gebracht und von der Brust aus gleichzeitig an, unter oder über der Wasseroberfläche vorwärts gebracht werden. Die Ellbogen müssen dabei unter Wasser bleiben, außer beim letzten Armzug vor dem Zielanschlag. Außer beim ersten Zug nach dem Start und nach jeder Wende dürfen die Hände nicht weiter als bis zur Hüfte nach hinten gebracht werden. Alle Bewegungen der Beine müssen ständig gleichzeitig und in gleicher waagerechter Ebene ohne Wechselbewegungen ausgeführt werden. Beim Beinschlag müssen die Füße bei den Rückwärtsbewegungen auswärts gedreht werden. Bewegungen in Form eines Delfinbeinschlages sind nicht erlaubt. Bei jeder Wende und am Ziel muss der Schwimmer mit beiden Händen gleichzeitig anschlagen.

Das Kraulschwimmen, kurz Kraulen oder Kraul, ist die schnellste Schwimmart, da durch den wechselseitigen Armzug in Kombination mit dem ebenfalls wechselseitigen kraftvollen Abwärts-Beinschlag ein Antrieb ohne Unterbrechung und so eine optimale Vortriebswirkung erzeugt wird. Des Weiteren ist der Frontalwiderstand gegen das Wasser bei dieser Schwimmart am niedrigsten. Mit dem Kraulstil wurde 1912 erstmals der hawaiische Schwimmer Duke Kahanamoku Olympiasieger.

Das Gesicht des Schwimmers befindet sich beim sportlichen Kraulen meist im Wasser und wird je nach Anstrengungsgrad und individuellem Vermögen mit jedem Armzug oder nach mehreren Armzügen zum Luftholen seitwärts aus dem Wasser gedreht. Ausgeatmet wird in das Wasser hinein. Dabei bleibt der Körper prinzipiell in der Horizontalen. Während zweier Armzüge machen Schwimmer auf kurzen Strecken normalerweise sechs Beinschläge, auf Langstrecken meistens nur zwei Beinschläge. Die übliche Wende beim Kraulschwimmen ist die Rollwende, bei der der Schwimmer anstatt mit der Hand anzuschlagen eine Rolle vor der Beckenwand macht und sich dann mit den Beinen wegstößt.

In der Schwimmausbildung wird in den letzten Jahren das Kraulschwimmen dem Brustschwimmen als erste Schwimmart immer mehr vorgezogen, da sich aus dem Bewegungsablauf des spontanen kindlichen Schwimmens („Hundepaddeln“) das Kraulen leichter entwickeln lässt als das koordinativ anspruchsvolle Brustschwimmen. Bei Kleinkindern kommt die verhältnismäßig höhere Belastung der Hüft- und Kniegelenke sowie der Rückenwirbelsäule erschwerend hinzu. Ganz durchgesetzt hat sich diese Auffassung heute z. B. in den Vereinigten Staaten. Außerdem lassen sich auf diese Weise die Schwimmarten Rücken- und Delfinschwimmen leichter erlernen. Dagegen wird das Erlernen des Brustschwimmens wegen der extrem unterschiedlichen Bewegung der Fußgelenke oft sehr erschwert.

Beim Freistilschwimmen darf der Schwimmer eine beliebige Schwimmart schwimmen. Hierbei darf auch während einer Strecke der Schwimmstil gewechselt werden. Die FINA-Wettkampfregeln besagen, dass dabei während des gesamten Wettkampfes ein Körperteil des Schwimmers die Wasseroberfläche durchbrechen muss. Es ist dem Schwimmer jedoch erlaubt, während der Wende sowie für eine Strecke von 15 Metern nach dem Start und nach jeder Wende völlig untergetaucht zu sein, spätestens an diesem Punkt muss der Kopf aber das Wasser durchstoßen haben. Bei der Wende und beim Zielanschlag darf der Schwimmer die Beckenwand mit einem beliebigen Körperteil berühren. Da der Kraulstil die schnellste Schwimmart ist, wird im Freistilschwimmen praktisch immer der Kraulstil geschwommen. Beim Lagenschwimmen und in Lagenstaffeln darf im Freistil-Teil jede Schwimmart außer Brust-, Schmetterling- oder Rückenschwimmen geschwommen werden.

In einer Freistilstaffel treten mehrere Schwimmer (meist vier) hintereinander an. Bei internationalen Wettbewerben auf der Langbahn (50 m) werden 4×100 m und 4×200 m Freistilstaffeln geschwommen, bei Kurzbahn-Wettbewerben auch die 4×50 m Staffel.

Beim Rückenschwimmen liegt der Schwimmer flach auf dem Rücken im Wasser. Beim Rückenkraulen wird der Armzug wechselseitig ausgeführt, wobei die Arme über dem Kopf ins Wasser eintauchen, unter Wasser nach vorne geführt werden und oben wieder zurück. Um eine möglichst hohe Effizienz zu erreichen, wird der Arm unter Wasser nicht gerade, sondern abgeknickt geführt, da man im gebeugten Arm mehr Kraft hat (sogenannte "Ellenbogen-vorn-Haltung"). Der Beinschlag besteht, wie beim Kraulen, aus abwechselnden Auf- und Abbewegungen der Beine aus der Hüfte heraus. Ein starker Beinschlag beim Rückenschwimmen stabilisiert die Lage im Wasser. Der Stil Altdeutsch-Rücken unterscheidet sich davon durch Beinbewegungen im Brust-Stil.

Die FINA-Wettkampfregeln besagen für diesen Stil, dass beim Startsignal und bei jeder Wende in Rückenlage abgestoßen und während des ganzen Wettkampfes auf dem Rücken geschwommen werden muss. Bei der Wende ist eine Rollbewegung des Körpers um weniger als 90 Grad aus der Normallage heraus erlaubt; die Haltung des Kopfes ist nicht ausschlaggebend. Ferner muss ein Teil des Schwimmers während des gesamten Wettkampfes die Wasseroberfläche durchbrechen. Es ist dem Schwimmer jedoch gestattet, während der Wende sowie für eine Strecke von 15 Metern nach dem Start und nach jeder Wende völlig untergetaucht zu sein. An diesem Punkt muss der Kopf die Wasseroberfläche durchbrochen haben. Bei der Wende muss der Schwimmer die Wand mit einem beliebigen Teil seines Körpers berühren. Während der Wende dürfen die Schultern über die Senkrechte in die Brustlage gedreht werden. Sobald der Körper die Rückenlage verlassen hat, muss unverzüglich die kontinuierliche Wendenausführung erfolgen, das heißt, dass kein Armzug oder Beinschlag mehr erfolgen darf. Ein Armzug, der die Rollwende einleitet, ist auf Brustlage erlaubt. Der Schwimmer muss in die Rückenlage zurückgekehrt sein, wenn er die Beckenwand verlässt. Beim Zielanschlag muss sich der Schwimmer in Rückenlage befinden. Allerdings braucht der Körper während des Anschlags nicht mehr über Wasser zu sein. Alternativ dazu kann auch eine Tellerwende ausgeführt werden.

Im Rettungssport ist eine Version des Rückenschwimmens erforderlich, bei der die Benutzung der Arme nicht nötig ist, da mit Hilfe der Hände die zu rettende Person (bei Wettkämpfen auch eine Puppe) gehalten werden muss. Geschwommen wird dieser Stil wie das altdeutsche Rückenschwimmen mit Grätschschlag und den Händen auf dem Bauch oder gestreckten Armen am Kopf vorbei. Die zweite Variante ist jedoch bedeutend schwerer, da der Körper sehr stark waagerecht gehalten werden muss. Dieser Stil wird vor allem bei Vereinen unterrichtet, die im Rettungssport oder Rettungsdienst beschäftigt sind (zum Beispiel die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft(DLRG) und die Wasserwacht).

Das Schmetterlingschwimmen wurde vom Weltschwimmverband 1953 als vierte offizielle Schwimmart anerkannt. Die FINA sah sich zu diesem Schritt gezwungen, um eine eindeutige Differenzierung zum traditionellen Bruststil vorzunehmen.

Seit den 1930er Jahren hatte sich das Schmetterlingschwimmen aus dem Bruststil entwickelt. Durch das Nachvornebringen der Arme über dem Wasser reduzierten innovative Brustschwimmer ihren Wasserwiderstand. Wegen des erhöhten Kraftaufwands schwammen diese Schwimmer meist nur einige Meter oder eine Bahn im Schmetterlingstil und wechselten dann zum üblichen Bruststil. Erst durch die weitere Verfeinerung der Technik wurde das Schmetterlingschwimmen ökonomischer. Beim Armzug werden beide Arme gleichzeitig mit einer leicht S-förmig ziehenden Bewegung (sog. Schlüssellochzug) unter Wasser von vorn nach hinten geführt und dann gerade wieder über den Kopf nach vorn gebracht, es wird normalerweise alle zwei Züge nach vorne geatmet. Die Beine wurden ursprünglich im Grätschschlag bewegt, daraus entwickelte sich später eine Ganzkörper-Wellenbewegung, die sich vom Brustkorb an bis in die Füße fortsetzt. Pro Armzug werden zwei Beinschläge ausgeführt. Der zweite ist hierbei kräftiger als der erste.

Das Schmetterlingschwimmen gilt heute nach dem Kraulstil als die schnellste Schwimmart und nach dem richtig ausgeführten Bruststil als die zweitanstrengendste. Bei Wettkämpfen wird es bis zu einer Distanz von 200 Meter absolviert. Mit der Einführung des geschlossenen Beinschlags wurde diese Schwimmart jahrzehntelang als Delfin-Stil bezeichnet (während man unter dem "Schmetterling-Stil" weiterhin die Verwendung des Brustbeinschlags verstand). Der Brustbeinschlag ist seit einigen Jahren nicht mehr regelkonform und der ursprüngliche Schwimmstil ist damit obsolet. Aufgrund internationaler Bezeichnungen wird die Schwimmlage weltweit nun „Butterfly“ und deshalb auf deutsch offiziell „Schmetterling“ genannt.

Die FINA-Regeln bestimmen, dass von Beginn des ersten Armzuges nach dem Start und nach jeder Wende der Körper in Brustlage gehalten werden muss und beide Schultern mit der Wasseroberfläche in einer Linie liegen. Beinschläge unter Wasser zur Seite sind erlaubt. Nach dem Start und nach jeder Wende darf ein Schwimmer mehrere Beinschläge und einen Armzug unter Wasser ausführen, die ihn an die Wasseroberfläche bringen müssen. Dem Schwimmer ist es erlaubt, nach dem Start und nach jeder Wende bis zu 15 m völlig untergetaucht zurückzulegen. An diesem Punkt muss der Kopf die Wasseroberfläche durchbrochen haben. Der Schwimmer muss bis zur nächsten Wende oder bis zum Ziel an der Wasseroberfläche bleiben.

Beide Arme müssen sowohl nach hinten als auch nach vorn gleichzeitig unter bzw. über Wasser bewegt werden. Alle Bewegungen der Füße und Beine müssen gleichzeitig ausgeführt werden; gleichzeitige Auf- und Abwärtsbewegungen der Füße und Beine in senkrechter Richtung sind erlaubt. Die Füße und Beine brauchen nicht auf gleicher Ebene zu sein, aber wechselseitige Bewegungen (Kraulbeinschlag) sind nicht erlaubt. Eine Brustbeinschlagbewegung ist nicht mehr zulässig (Masters-Schwimmer sind davon jedoch ausgenommen). Bei jeder Wende und am Ziel muss der Schwimmer mit beiden Händen gleichzeitig anschlagen.

Das Lagenschwimmen ist eine Kombination von vier Schwimmstilen. Dabei wird jeweils ein Viertel der Strecke (meistens 50 m oder 100 m) in einem Stil geschwommen. Im Einzelwettbewerb ist die Reihenfolge Schmetterling, Rücken, Brust und schließlich Freistil (in der Regel Kraul). In der so genannten Lagenstaffel treten vier Schwimmer an, die jeweils einen der vier Schwimmstile absolvieren. Hierbei ändert sich jedoch die Reihenfolge: es beginnt der Rückenschwimmer, um den Start korrekt im Wasser befindlich zu vollziehen, gefolgt von Brust, Schmetterling und Freistil.

Bei internationalen Wettbewerben wird das Lagenschwimmen im Einzelwettkampf über 200 m und 400 m sowie als Staffel über 4×100 m ausgetragen. Bei Schwimmwettkämpfen auf der Kurzbahn (25 m) gibt es zusätzlich die 100-m-Lagen und die 4×50-m-Lagenstaffel.

Altdeutsch-Rücken (oft nur Altdeutsch oder auch Deutscher Kraul sowie Rücken-Gleitzug) ist ein Schwimmstil in Rückenlage. Dabei wird auf dem Rücken die Brustbeinschlagbewegung (Grätschschwung) in Kombination mit einem Rückenkraul-ähnlichen Armzug, bei dem jedoch beide Arme zeitgleich bewegt werden, ausgeführt. D.h. sowohl Arme als auch Beine werden jeweils simultan und in jedem Moment symmetrisch zur Körperlängsachse bewegt.

Der Bewegungsablauf beginnt mit dem Armzug, sprich dem kompletten Durchziehen der Arme unter Wasser in leicht abgewinkeltem Zustand (vgl. Taucharmzug), beginnend hinter dem Kopf in Richtung Hüfte. Kurz bevor die Arme auf Hüfthöhe aus dem Wasser genommen werden, beginnt der Grätschschwung. Mithilfe dieser ruckartigen Beinbewegung ist der Schwimmer zum einen in der Lage für zusätzlichen Vortrieb zu sorgen, zum anderen können durch diesen Bewegungsimpuls die Arme über Wasser schwungvoll wieder in die Ausgangslage zurückgeführt werden. Die Ausgangslage stimmt mit der Körperposition in der Gleitphase überein, in welcher der Schwimmer den durch Armzug und Beinschlag erzeugten Schwung bzw. Vortrieb ausnutzt und sich in komplett gestreckter Rückenlage, d.h. kurzzeitig flach auf dem Wasser liegend, treiben lässt. Von außen betrachtet ähnelt der Stil ein wenig der stoßweisen Fortbewegung von Tintenfischen. Aufgrund dieser kurzzeitigen Pause im Bewegungsablauf (Erholungsphase) können selbst ungeübte Schwimmer größere Strecken in Altdeutsch-Rücken zurücklegen.

Im Altdeutsch-Rücken-Stil finden heute keine Schwimmwettbewerbe mehr statt.

Der Deutsche Kraul ist einfacher zu erlernen und zu kontrollieren als das populärere Rückenschwimmen. Vor allem kann man beim Deutschen Kraul auch während der Beinbewegungs- und der daran anschließenden Gleitphase leichter in Schwimmrichtung nach vorne schauen (durch leichtes Überdehnen des Nackens), während beim klassischen Rückenschwimmen der Schwimmer fast blind schwimmen muss. Aus diesem Grund ist der Deutsche Kraul eine erwägenswerte Alternative in öffentlichen Schwimmbädern. Einige Sportmediziner beklagen jedoch, dass es zu Belastungsspitzen im unteren Rücken (Überdehnung, also Hohlkreuzbildung) kommt und der Brustbeinschlag durch die stoßweise Ausführung für die Innenmenisken belastend ist und sehen deshalb das klassische Rückenschwimmen aufgrund der kontinuierlichen, fließenden Bewegungsabläufe als die rückenschonendere Variante.

Die folgenden Zeiten basieren auf dem aktuellen Weltrekord der Männer auf der jeweiligen 100-m-Strecke. Breitensportler sind ca. nur halb so schnell, Ungeübte können jedoch noch deutlich langsamer sein.

Für Wettkämpfe beim Tauchen ist Schwimmen eine Grundlage, in den Sportarten Triathlon und Moderner Fünfkampf eine Teildisziplin.

Schwimmen wird zu den gesündesten Freizeitbetätigungen gezählt und gilt auch als Sportart mit geringem Verletzungsrisiko. Durch den Auftrieb im Wasser wird der Körper unterstützt und die Belastung für die Gelenke und Knochen deutlich verringert. Dies lässt Bewegungen zu, die bei Betätigungen außerhalb des Wassers wegen der Belastungen und der Gleichgewichtshaltung unterlassen werden. Das Herz wird bei mäßiger Bewegung entlastet, da der Wasserdruck den venösen Rückstrom erleichtert. Darüber hinaus wirkt die Wassertemperatur anregend auf den Kreislauf.

Beim Schwimmen werden fast alle Muskeln beansprucht, wobei die Arme und der Oberkörper stärker trainiert werden. Allerdings hängt die Verteilung auch vom jeweiligen Schwimmstil ab. Schwimmen ist eine aerobe Tätigkeit, bei der die Muskeln konstant mit Sauerstoff versorgt werden. Schwimmen ist für Menschen in jedem Lebensalter geeignet. Für kleine Kinder gibt es spezielle Angebote, bei denen sie das Schwimmen lernen können, das so genannte Babyschwimmen.

Weltweiter Dachverband für den Schwimmsport ist die Fédération Internationale de Natation Amateur (FINA), die 1908 gegründet wurde.

Die europäischen Verbände sind in der LEN (Ligue Européenne de Natation) zusammengeschlossen.

In Deutschland haben sich die Schwimmsport treibenden Verbände Deutscher Schwimm-Verband (DSV), Deutscher Turner Bund (DTB), der Verband Deutscher Sporttaucher (VDST), der Bundesverband Deutscher Schwimmmeister (BDS), die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft e.V. (DLRG) sowie die Wasserwacht im DRK und der Arbeiter-Samariter-Bund im Bundesverband zur Förderung der Schwimmausbildung (BFS) zusammengeschlossen.

Ein Ligenbetrieb wird durch den Deutschen Schwimmverband ebenfalls organisiert, dieser nennt sich Deutsche Mannschaftsmeisterschaften Schwimmen.

In der Schweiz haben sich die am Schwimmsport interessierten Verbände und Institutionen zur Vereinigung swimsports.ch, ehemals Interverband Schwimmen Schweiz (IVSCH), zusammengeschlossen. Im Weiteren sind Vereine, die eine oder mehrere der vier olympischen Schwimmsportarten ausüben, im Schweizerischen Schwimmverband (FSN) zusammengeschlossen. Rettungsschwimmen wird innerhalb der Schweizerischen Lebensrettungs-Gesellschaft (SLRG) mit ihren lokalen Sektionen ausgeübt.

Im aktuellen Nachwuchskonzept des DSV wird festgestellt, dass die jahrgangsweise Zusammenfassung von Schwimmern zu einer Verzerrung der Leistungsbewertung führt. So führt der Bericht an, dass im Bereich der 13-jährigen 75% der Wettkampfteilnehmer im ersten Halbjahr geboren wurden. Eine Lösung des Problems, wie eine gerechtere und somit auch aussagekräftigere Wertung stattfinden kann, zeigt der Bericht nicht auf.

Die Schwimmwettbewerbe werden derzeit von den USA und Australien dominiert. Der erste Schwimmstar der USA war Johnny Weissmüller, der als erster Mensch die 100-Meter-Strecke in weniger als einer Minute bewältigte und später auch als Tarzandarsteller bekannt wurde. Michael Phelps brach in Peking 2008 mit acht Goldmedaillen den Rekord von Mark Spitz, der bei den Olympischen Spielen 1972 in München sieben Goldmedaillen errang. Die bekanntesten australischen Schwimmer sind Ian Thorpe und Grant Hackett. Der beste österreichische Schwimmer ist derzeit Markus Rogan. Nicht zu vergessen sind die deutschen Ex-Schwimmer Michael Groß, Franziska van Almsick sowie die Französin Laure Manaudou und die deutsche Doppel-Olympiasiegerin und mehrfache Europameisterin Britta Steffen.

Weitere bekannte Schwimmer sind in der Kategorie:Schwimmer aufgelistet.

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Ian Thorpe

Ian James Thorpe (* 13. Oktober 1982 in Sydney) ist ein ehemaliger Schwimmsportler und der bis dato erfolgreichste australische Athlet. Seit den Olympischen Spielen 2000 in Sydney gehörte er zur Spitze im internationalen Schwimmsport. Neben dem Gewinn von fünf Goldmedaillen bei Olympischen Spielen stellte er 13 Weltrekorde auf, von denen noch einer besteht. Am 21. November 2006 trat Thorpe vom professionellen Schwimmsport zurück.

Ian wurde 1982 als zweites Kind seiner Eltern Ken und Margaret Thorpe geboren. Mit acht Jahren entdeckte er durch seine drei Jahre ältere Schwester Christina die Leidenschaft für das Schwimmen. Aufgrund einer Chlorallergie, die es Thorpe nicht ermöglichte, wie die anderen Kinder mit dem Kopf unter Wasser zu bleiben, war er in jungen Jahren bereits gezwungen, mit dem Kopf über Wasser zu schwimmen. Mit zwölf Jahren wechselte er sowohl den Trainer als auch das Schwimmbecken. Die Trainingsverhältnisse änderten sich grundlegend: Er trainierte seitdem zweimal täglich, sechs Tage die Woche.

Mit 13 Jahren wurde er bei den National Junior Championships erfolgreichster Teilnehmer seines Jahrgangs und gewann alle Disziplinen bis zur 200 m Distanz. In den folgenden Jahren brach Thorpe sämtliche National- und Staatsrekorde und gewann zehn Goldmedaillen bei den New-South-Wales-Kurzbahn-Meisterschaften.

1997 wurde Ian Thorpe für die Pan Pacific Championships in Fukuoka ausgewählt und wurde Aktiver der australischen Nationalmannschaft. 1999 nahm er bei den Pan Pacific Championships einen 25.000-Dollar-Scheck für den ersten geschwommenen Weltrekord in dem Becken des Schwimmbades entgegen.

Im Alter von 15 Jahren wurde er bereits zweifacher Weltmeister. Das aber wohl wichtigste Event für ihn stand zu diesem Zeitpunkt noch bevor. Es waren die Olympischen Spiele 2000 in Sydney, seiner Heimatstadt.

Ian Thorpe war zwar schon Sieger der Commonwealth Games und Pan Pacific Championships, ihm fehlte jedoch noch ein Titel bei Olympia. Trotz des enormen Erfolgdrucks eröffnete er die Spiele am ersten Tag mit einem Sieg für die Australier über 400 m Freistil und einem neuen Weltrekord in der Zeit von 3:43,10 Minuten. Außerdem verhalf er Australien in der 4 x 100 m Freistilstaffel zum Sieg gegen die USA. Er beendete die Spiele mit drei Gold- und zwei Silbermedaillen. Aufgrund seiner herausragenden Leistungen wurde ihm die Ehre zuteil, die australische Nationalflagge bei der Schlusszeremonie zu tragen.

Nach Sydney folgten weitere Erfolge bei den Schwimmweltmeisterschaften 2001 in Fukuoka und 2003 in Barcelona. Darunter neun Weltmeistertitel.

Im Hinblick auf die Olympischen Spiele 2004 kam es zu einem Desaster für Thorpe. Als er am 27. März 2004 bei den australischen Trials beim Start der 400 m Freistilstaffel einen unglücklichen Fehlstart produzierte, schien es keine Möglichkeit mehr für ihn zu geben, bei den Olympischen Spielen in Athen zu starten und seinen Titel zu verteidigen. Ein Fehlstart bedeutet die sofortige Disqualifikation, und das internationale Reglement lässt keine weiteren Startversuche für Fehlstarter zu. Die nationalen Trials sind für alle australischen Schwimmer verbindlich, um sich für die Olympischen Spiele zu qualifizieren. Sein australischer Schwimmkollege Craig Stevens, der über diese Entscheidung schockiert war, verzichtete unerwartet zu Gunsten seines Freundes auf seinen Start über 400 m Freistil in Athen. Diese Chance nutzte Thorpe, er wurde Olympiasieger und konnte sogar das „Race of the Century“ über 200 m Freistil gegen Pieter van den Hoogenband und Michael Phelps für sich entscheiden.

Nach den für ihn erfolgreichen Spielen von Athen legte Thorpe eine Pause ein. Sein anschließendes Comeback war von Problemen (Erkrankungen, Verletzungen und Motivationsschwierigkeiten) gekennzeichnet. Am 21. November 2006 gab Ian Thorpe im Alter von 24 Jahren in Sydney das Ende seiner aktiven Schwimmkarriere bekannt. Ausschlaggebend für die Entscheidung war, dass er aufgrund einer Verletzung zuvor nicht an den Trials für die nächsten Schwimm-Weltmeisterschaften teilnehmen konnte. Im Vorfeld berichteten australische Medien jedoch auch über Thorpes angebliches Übergewicht und Trainingsrückstand. Thorpe selbst gab zu, dass der Schwimmsport zuletzt nicht mehr oberste Priorität für ihn gehabt hätte.

Thorpe war in seiner Karriere vier Mal Weltschwimmer des Jahres und sechs Mal Pazifischer Schwimmer des Jahres. Er ist Athletenbotschafter der Entwicklungshilfeorganisation Right to Play.

Ende März 2007 kam der ehemalige Superstar unter schweren Dopingverdacht. Laut einem Bericht der französischen Sporttageszeitung L’Équipe wurden bei ihm im Mai 2006 bei einem Trainingstest erhöhte Werte von Testosteron und Wachstumshormonen festgestellt. Thorpe bestreitet alle Vorwürfe. Der Weltverband FINA hat inzwischen den Internationalen Sportgerichtshof CAS in Lausanne angerufen, um den Fall weiterzuverfolgen. Am 31. August 2007 wurde Thorpe von der australischen Anti-Doping-Agentur ASADA von jeglichem Dopingverdacht freigesprochen.

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Olympische Sommerspiele 2008/Schwimmen

Die Medaillengewinner v.l.: Ryan Lochte (USA), Michael Phelps (USA) und Laszlo Cseh (Ungarn)

Bei den XXIX. Olympischen Sommerspielen 2008 in Peking wurden 36 Wettbewerbe im Schwimmen ausgetragen. Davon fanden 32 Wettbewerbe auf der 50-Meter-Bahn statt, hinzu kamen jeweils zwei Wettkämpfe im Langstreckenschwimmen und im Synchronschwimmen.

Bei den Einzelwettbewerben durfte jedes Nationale Olympische Komitee zwei Sportler an den Start bringen, wenn diese alle den A-Standard erreicht hatten oder einen Sportler, wenn dieser nur den B-Standard schaffte. Bei den Staffelwettbewerben war maximal eine Mannschaft, bestehend aus sechs Sportlern je Nationalem Olympischem Komitee startberechtigt. Qualifiziert waren pro Staffel die 12 bestplatzierten Teams der Schwimmweltmeisterschaften 2007 in Melbourne sowie die vier schnellsten, nicht direkt qualifizierten, Teams im Zeitraum von März 2007 bis Juli 2008. Nationale Olympische Komitees, von denen sich keine Athleten für einen Wettbewerb qualifiziert hatten, waren berechtigt, einen männlichen und/oder einen weiblichen Sportler für einen Wettbewerb aufzustellen. Somit nahmen etwa 400 Männer und 400 Frauen, also insgesamt 800 Athleten, an den Schwimmwettbewerben teil. In den einzelnen Disziplinen galten ab dem 15. März 2007 aufgestellte A-, beziehungsweise B-Standard Werte.

Im erstmals bei Olympischen Spielen ausgetragenen Langstreckenschwimmen über 10 Kilometer im freien Gewässer durften je 25 Männer und Frauen an den Start gehen. Jede Nation durfte dabei maximal zwei Starter pro Geschlecht nominieren, dies allerdings nur, wenn beide einen Platz unter den ersten 10 bei der Weltmeisterschaft belegten. Qualifiziert waren die ersten 10 über die 10-Kilometer-Strecke bei der Langstrecken-Weltmeisterschaft 2008 in Sevilla. Hinzu kamen die Sieger der fünf kontinentalen Meisterschaften. War die Nation des kontinentalen Meisters bereits mit mindestens einem Starter über das Weltmeisterschaftsergebnis qualifiziert, rückte der bestplatzierte Sportler eines Nationalen Olympischen Komitees nach, das bisher noch nicht qualifiziert war. Ein weiterer Startplatz ging an das Gastgeberland China, sofern dieser Startplatz nicht bereits errungen wurde. Die restlichen Startplätze wurden bei einem Qualifikationsrennen im Juni 2008 in Peking ausgeschwommen. Bei diesem Qualifikationsrennen durften alle noch nicht qualifizierten Nationalen Olympischen Komitees noch einmal mit zwei Startern teilnehmen, von denen sich aber maximal einer qualifizieren konnte. Diese Qualifikationskriterien galten für Frauen und für Männer.

Um beim 50-Meter-Freistilschwimmen die Möglichkeit auf einen Startplatz zu haben, musste im Qualifikationszeitraum der A-Standard von 22,35 s oder der B-Standard von 23,13 s erreicht werden.

Um beim 100-Meter-Freistilschwimmen die Möglichkeit auf einen Startplatz zu haben, musste im Qualifikationszeitraum der A-Standard von 49,23 s oder der B-Standard von 50,95 s erreicht werden.

Um beim 200-Meter-Freistilschwimmen die Möglichkeit auf einen Startplatz zu haben, musste im Qualifikationszeitraum der A-Standard von 1:48,72 min oder der B-Standard von 1:52,53 min erreicht werden.

Um beim 400-Meter-Freistilschwimmen die Möglichkeit auf einen Startplatz zu haben, musste im Qualifikationszeitraum der A-Standard von 3:49,96 min oder der B-Standard von 3:58,01 min erreicht werden. 36 von 37 gemeldeten Athleten waren am Start. Die Deutschen Paul Biedermann (3:48,03 min) und Christian Kubusch (3:52,73 min) schieden als Sechster und Achter ihrer Vorläufe ebenso aus, wie der Österreicher David Brandl als 20. (3:48,63min, Erster im Vorlauf) und der Schweizer Dominik Meichtry als 27. (3:50,55 min, 4. im Vorlauf).

Um beim 1500-Meter-Freistilschwimmen die Möglichkeit auf einen Startplatz zu haben, musste im Qualifikationszeitraum der A-Standard von 15:13,16 min oder der B-Standard von 15:45,12 min erreicht werden.

Um beim 100-Meter-Rückenschwimmen die Möglichkeit auf einen Startplatz zu haben, musste im Qualifikationszeitraum der A-Standard von 55,14 s oder der B-Standard von 57,07 s erreicht werden.

Um beim 200-Meter-Rückenschwimmen die Möglichkeit auf einen Startplatz zu haben, musste im Qualifikationszeitraum der A-Standard von 1:59,72 min oder der B-Standard von 2:03,91 min erreicht werden.

Um beim 100-Meter-Brustschwimmen die Möglichkeit auf einen Startplatz zu haben, musste im Qualifikationszeitraum der A-Standard von 1:01,57 min oder der B-Standard von 1:03,72 min erreicht werden.

Um beim 200-Meter-Brustschwimmen die Möglichkeit auf einen Startplatz zu haben, musste im Qualifikationszeitraum der A-Standard von 2:13,69 min oder der B-Standard von 2:18,37 min erreicht werden.

Um beim 100-Meter-Schmetterlingschwimmen die Möglichkeit auf einen Startplatz zu haben, musste im Qualifikationszeitraum der A-Standard von 52,86 s oder der B-Standard von 54,71 s erreicht werden.

Um beim 200-Meter-Schmetterlingschwimmen die Möglichkeit auf einen Startplatz zu haben, musste im Qualifikationszeitraum der A-Standard von 1:57,67 min oder der B-Standard von 2:01,79 min erreicht werden.

Um beim 200-Meter-Lagenschwimmen die Möglichkeit auf einen Startplatz zu haben, musste im Qualifikationszeitraum der A-Standard von 2:01,40 min oder der B-Standard von 2:05,65 min erreicht werden.

Um beim 400-Meter-Lagenschwimmen die Möglichkeit auf einen Startplatz zu haben, musste im Qualifikationszeitraum der A-Standard von 4:18,40 min oder der B-Standard von 4:27,44 min erreicht werden. Michael Phelps schwamm seinen 23. Weltrekord – den achten auf dieser Distanz – und gewann sein siebtes Olympiagold. Silbermedaillengewinner László Cseh aus Ungarn schwamm europäischen Rekord. Der Österreicher Dinko Jukic wurde in 4:15,48 min 15. und stellte einen neuen OSV-Rekord auf. Athleten aus Deutschland und der Schweiz waren nicht am Start.

Um einen Startplatz für das 4×100-Meter-Freistilschwimmen zu erreichen, musste man bei den Schwimmweltmeisterschaften 2007 zu den 12 besten Mannschaften gehören. Dies waren Italien, Schweden, die Vereinigten Staaten, Australien, Frankreich, Kanada, Brasilien, Südafrika, das Vereinigte Königreich, Deutschland, die Schweiz und Japan. Hinzu kamen die vier schnellsten, nicht direkt qualifizierten, Teams im Zeitraum von März 2007 bis Juli 2008.

Nachdem die USA bereits im Vorlauf einen neuen Weltrekord aufstellen konnten, gelang ihnen dies auch im Endlauf, wo auch vier andere Staffeln den älteren Weltrekord unterbieten konnten. Der Australier Eamon Sullivan stellte als Startschwimmer seiner Staffel in 47,24 Sekunden einen neuen Weltrekord auf der 100m-Freistilstrecke auf.

Um einen Startplatz für das 4×200-Meter-Freistilschwimmen zu erreichen, musste man bei den Schwimmweltmeisterschaften 2007 zu den 12 besten Mannschaften gehören. Diess waren die Vereinigten Staaten, Australien, Kanada, Italien, Japan, Russland, das Vereinigte Königreich, Polen, Deutschland, Frankreich, Brasilien und Griechenland. Hinzu kommen die vier schnellsten, nicht direkt qualifizierten, Teams im Zeitraum von März 2007 bis Juli 2008.

Um einen Startplatz für das 4×100-Meter-Lagenschwimmen zu erreichen, musste man bei den Schwimmweltmeisterschaften 2007 zu den 12 besten Mannschaften gehören. Dies waren Japan, Russland, Südafrika, Australien, Frankreich, das Vereinigte Königreich, Italien, Rumänien, Brasilien, die Ukraine, Neuseeland und Weißrussland. Hinzu kommen die vier schnellsten, nicht direkt qualifizierten, Teams im Zeitraum von März 2007 bis Juli 2008.

Um beim 50-Meter-Freistilschwimmen die Möglichkeit auf einen Startplatz zu haben, musste im Qualifikationszeitraum der A-Standard von 25,43 s oder der B-Standard von 26,32 s erreicht werden.

Um beim 100-Meter-Freistilschwimmen die Möglichkeit auf einen Startplatz zu haben, musste im Qualifikationszeitraum der A-Standard von 55,24 s oder der B-Standard von 57,17 s erreicht werden.

Die Deutsche Britta Steffen sorgte für das erste Schwimmgold für Deutschland seit den Olympischen Spielen in Barcelona. Nach 50 Metern hatte Steffen noch als Letzte gewendet, holte aber in der zweiten Hälfte des Rennens auf und siegte in olympischer Rekordzeit vor der Australierin Lisbeth Trickett.

Um beim 200-Meter-Freistilschwimmen die Möglichkeit auf einen Startplatz zu haben, musste im Qualifikationszeitraum der A-Standard von 1:59,29 min oder der B-Standard von 2:03,47 min erreicht werden.

Um beim 400-Meter-Freistilschwimmen die Möglichkeit auf einen Startplatz zu haben, musste im Qualifikationszeitraum der A-Standard von 4:11,26 min oder der B-Standard von 4:20,05 min erreicht werden.

Um beim 800-Meter-Freistilschwimmen die Möglichkeit auf einen Startplatz zu haben, musste im Qualifikationszeitraum der A-Standard von 8:35,98 min oder der B-Standard von 8:54,04 min erreicht werden.

Um beim 100-Meter-Rückenschwimmen die Möglichkeit auf einen Startplatz zu haben, musste im Qualifikationszeitraum der A-Standard von 1:01,70 min oder der B-Standard von 1:03,86 min erreicht werden.

Um beim 200-Meter-Rückenschwimmen die Möglichkeit auf einen Startplatz zu haben, musste im Qualifikationszeitraum der A-Standard von 2:12,73 min oder der B-Standard von 2:17,38 min erreicht werden.

Um beim 100-Meter-Brustschwimmen die Möglichkeit auf einen Startplatz zu haben, musste im Qualifikationszeitraum der A-Standard von 1:09,01 min oder der B-Standard von 1:11,43 min erreicht werden.

Um beim 200-Meter-Brustschwimmen die Möglichkeit auf einen Startplatz zu haben, musste im Qualifikationszeitraum der A-Standard von 2:28,21 min oder der B-Standard von 2:33,40 min erreicht werden.

Um beim 100-Meter-Schmetterlingschwimmen die Möglichkeit auf einen Startplatz zu haben, musste im Qualifikationszeitraum der A-Standard von 59,35 s oder der B-Standard von 1:01,43 min erreicht werden.

Um beim 200-Meter-Schmetterlingschwimmen die Möglichkeit auf einen Startplatz zu haben, musste im Qualifikationszeitraum der A-Standard von 2:10,84 min oder der B-Standard von 2:15,42 min erreicht werden.

Um beim 200-Meter-Lagenschwimmen die Möglichkeit auf einen Startplatz zu haben, musste im Qualifikationszeitraum der A-Standard von 2:15,27 min oder der B-Standard von 2:19,97 min erreicht werden.

Um beim 400-Meter-Lagenschwimmen die Möglichkeit auf einen Startplatz zu haben, musste im Qualifikationszeitraum der A-Standard von 4:45,08 min oder der B-Standard von 4:55,06 min erreicht werden. Siegerin Stephanie Rice schwamm neuen Weltrekord. Favoritin und Weltrekordhalterin Katie Hoff wurde Dritte. Überraschend im Finale war die international völlig unbekannte Chinesin Xuanxu Li. Die Österreicherin Jördis Steinegger wurde 26. (4:45,15 min, Vierte ihres Vorlaufes), die Deutsche Katharina Schiller 33. (4:51,52min, Siebte ihres Vorlaufs). Schiller ersetzte die verletzte Nicole Hetzer.

Um einen Startplatz für das 4×100-Meter-Freistilschwimmen zu erreichen, musste man bei den Schwimmweltmeisterschaften 2007 zu den 12 besten Mannschaften gehören. Das waren die Vereinigten Staaten, die Niederlande, Australien, Schweden, Deutschland, die Volksrepublik China, Frankreich, das Vereinigte Königreich, Weißrussland, Kanada, die Ukraine und Neuseeland. Hinzu kommen die vier schnellsten, nicht direkt qualifizierten, Teams im Zeitraum von März 2007 bis Juli 2008.

Um einen Startplatz für das 4×200-Meter-Freistilschwimmen zu erreichen, musste man bei den Schwimmweltmeisterschaften 2007 zu den 12 besten Mannschaften gehören. Das waren Australien, Deutschland, Frankreich, Japan, das Vereinigte Königreich, die Niederlande, Schweden, die Vereinigten Staaten, die Volksrepublik China, Neuseeland, Kanada und Spanien. Hinzu kommen die vier schnellsten, nicht direkt qualifizierten, Teams im Zeitraum von März 2007 bis Juli 2008.

Um einen Startplatz für das 4×100-Meter-Lagenschwimmen zu erreichen, musste man bei den Schwimmweltmeisterschaften 2007 zu den 12 besten Mannschaften gehören. Das waren die Vereinigten Staaten, Australien, Japan, die Volksrepublik China, Deutschland, Schweden, Russland, das Vereinigte Königreich, Frankreich, Italien, Kanada und die Ukraine. Hinzu kommen die vier schnellsten, nicht direkt qualifizierten, Teams im Zeitraum von März 2007 bis Juli 2008.

Trotz eines guten Finishes verpasste die deutsche Teilnehmerin Angela Maurer die Bronzemedaille um neun Zehntel. Der Sieg ging an die favorisierte Larissa Iltschenko aus Russland, Silber und Bronze sicherten sich die Britinnen Keri-Anne Payne und Cassandra Patten. Die Südafrikanerin Natalie du Toit, die als erste beinamputierte Athletin bei Olympischen Spielen startete, wurde Sechzehnte.

Im Synchronschwimmen gab es zwei Entscheidungen, eine im Duett und eine mit der Mannschaft. Eine Mannschaft bestand aus neun Sportlerinnen. Teilnehmen durften insgesamt acht Mannschaften und 24 Duette, wobei jede Nation jeweils nur ein Duett und eine Mannschaft an den Start schicken konnte. Es qualifizierten sich für den Mannschaftswettbewerb die Siegerinnen der fünf kontinentalen Ausscheidungswettkämpfe 2007 und 2008, wobei die Volksrepublik China als Repräsentant Asiens galt. Hinzu kamen die besten drei Nationen eines Qualifikationsturniers im April 2008 in Peking. Schickte einer der Kontinente keinen Vertreter, rückten die nächstplatzierten Teams dieses Qualifikationsturniers nach. Die für den Mannschaftswettbewerb qualifizierten Nationen durften jeweils auch ein Duett nominieren, wobei beide Athletinnen auch der Mannschaft angehören mussten. Die weiteren 16 Startplätze wurden ebenfalls bei dem Qualifikationsturnier vergeben, wobei jeder Kontinent ein zusätzliches Duett sicher hatte.

Russland holte zum dritten Mal in Folge Gold, für Gastgeber China war die Bronzemedaille die erste Medaille in dieser Disziplin.

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Source : Wikipedia