Michael Greis

3.4193905817243 (3610)
Geschrieben von robby 11/03/2009 @ 09:15

Tags : michael greis, biathleten, biathlon, wintersport, sport

Neueste Nachrichten
City-Biathlon Püttlingen: Greis und Peiffer sagen zu - Biathlon-online.de
Zum fünften Mal geht Top-Athlet Michael Greis beim ODLO City-Biathlon an den Start und wird bei starker internationaler Konkurrenz um einen Platz auf dem Podest kämpfen. Als bester deutscher Athlet bewältigte er die vergangene Weltcupsaison mit einem...
Deutsche Lehrgangsgruppen vom Skiverband bestätigt - Biathlon-online.de
Dieser Bonus betrifft Andreas Birnbacher, Michael Greis, Arnd Peiffer, Michael Rösch, Christoph Stephan und Alexander Wolf. Personelle Änderungen gibt es zudem im Nachwuchsbereich: Neuer C-Kader-Trainer der Herren ist Steffen Hauswald....
Deutschland 2009/2010: Große Lehrgangsgruppen, kleine Änderungen - Biathlon2b
Bei den Herren erhalten folgende sechs Athleten aufgrund ihrer Vorjahresergebnisse einen gewissen Bonus für die ersten drei Weltcups: Andreas Birnbacher, Michael Greis, Arnd Peiffer, Michael Rösch, Christoph Stephan und Alexander Wolf....
Mephisto als Fledermaus im Schwefeldunst - Aachener Zeitung
Am Schluss gab es viel Beifall für die zweite Regiearbeit von Michael Talke im Theater Aachen, ein einziges sonores Buh sei ebenfalls nicht verschwiegen. Schauen wir mal rein. Schon beim Platznehmen liegt vorm roten Vorhang ein Greis mit weißem...
STIEBEL ELTRON auf der "Intersolar" in München / Marktführer ... - FinanzNachrichten.de
Weltklasse-Athleten wie die Handball-Weltmeister Florian Kehrmann und Biathlon-Olympiasieger Michael Greis setzen wie so viele in ihren Neubauten auf Wärmepumpen von STIEBEL ELTRON, die kostenlose und saubere Umweltenergie nutzen....
TuS Müschede gewinnt Pokalfinale souverän mit 7:2 - Derwesten.de
Greis), Schulte-Hohbein (65. Müller), Hommel, Vento, Steinrücke (69. Nülf). - Schiedsrichter: Swen Klotzsche (SV Herdringen). - Zuschauer: 300. - Tore: 0:1 Thomas Hommel (15.), 0:2 Michael Steinrücke (25.), 0:3 Filipo Vento (26.), 0:4 Filipo Vento (53....
Mitte Juni eröffnen sich Einblicke in Skigeschichte - all-in.de
Auf zwei Etagen können sich Einheimische wie Gäste künftig über die Geschichte des Skisports in der Marktgemeinde informieren, die schon vor dem mehrfachen Goldmedaillengewinner im Biathlon, Michael Greis, erfolgreiche Wettkämpfer hervorgebracht hatte....
Qualität und innovative Dynamik: Unsere Hauptschulen leisten ... - NRW-on.de
Konrektor Jürgen Greis, Lehrer Andreas Borlinghaus und Schülersprecher Matthias Holschbach konnten die Politiker schnell von der hervorragenden pädagogischen Konzeption und der zielorientierten Arbeit der Schule überzeugen....
An der Wied entlang - Siegener Zeitung
... Gabriele Greis, dass die neue Wanderstrecke auch im Programm „Leader +“ mit Mitteln der Europäischen Union gefördert worden ist. Michael Hoffmann vom Internet-Portal „Natur aktiv erleben“ hat den Wiedweg schon getestet und für gut befunden....

Michael Greis

Michael Greis in Oberhof, 2007

Michael Greis (* 18. August 1976 in Füssen) ist ein deutscher Biathlet.

Der in Nesselwang im Allgäu aufgewachsene Greis erreichte bisher als dreifacher Olympiasieger und Weltmeister sowohl bei Olympischen Winterspielen als auch bei Weltmeisterschaften Einzel- und Staffelgold. Außerdem konnte er in der Saison 2006/07 den Gesamtweltcup für sich entscheiden.

Nach guten Resultaten im Europacup sowie dem Sieg mit der Staffel und dem zweiten Platz in der Verfolgung bei den Europameisterschaften 2001 in Haute Maurienne wurde Michael Greis Ende der Saison 2000/01 erstmals im Biathlon-Weltcup eingesetzt. Bei der olympischen Generalprobe im US-amerikanischen Soldier Hollow lief er seine ersten Weltcup-Rennen. Nach einem 66. Platz in seinem allerersten Rennen überraschte der Allgäuer mit zwei sechsten Plätzen im Sprint und der Verfolgung. In den folgenden Wochen kam Greis zu sporadischen Einsätzen, erreichte jedoch keine nennenswerten Platzierungen. Erstmals intensiver auf sich aufmerksam machte Greis im Januar 2002 in Oberhof, als er in Sprint und Verfolgung die Plätze 7 und 5 belegte. Eine Woche später erreichte er hinter dem Franzosen Raphaël Poirée mit dem zweiten Platz im Sprint von Ruhpolding seine erste Podestplatzierung.

Ab diesem Zeitpunkt gehörte Greis zum festen Weltcupkader und wurde auch bei den Olympischen Winterspielen 2002 eingesetzt. Dort erreichte er in Sprint und Verfolgung die Plätze 15 und 16. Nach den Olympischen Spielen wurde Greis in Östersund wie bereits in Ruhpolding erneut Zweiter im Sprint, diesmal hinter seinem Mannschaftskollegen Sven Fischer. Seine zweite Weltcup-Saison beendete Greis als 17. des Gesamtweltcups . In der Saison 2002/03 war Greis erstmals von Saisonbeginn an bei jeder Weltcupstation am Start. Obwohl er wesentlich mehr Rennen bestritt als in der Vorsaison, gelangen ihm nur zwei Top-10-Platzierungen, davon ein 5. Platz bei der letzten Weltcupstation in Östersund. Bei den Weltmeisterschaften 2003 startete Greis lediglich im Sprint, wo er mit einem 29. Platz ebenfalls nicht überzeugen konnte. Als 26. des Gesamtweltcups verschlechterte er sich im Vergleich zum Vorjahr . Ein Erfolg in dieser Saison war für Greis aber gemeinsam mit Martina Glagow der Gewinn der erstmals in der Arena AufSchalke in Gelsenkirchen ausgetragenen World Team Challenge.

Wesentlich erfolgreicher verlief für den Allgäuer hingegen die Saison 2003/04. Beim Weltcup in Pokljuka im Januar 2004 wurde Greis im Massenstart Dritter und musste sich nur hauchdünn den beiden Norwegern Halvard Hanevold und Ole Einar Bjørndalen geschlagen geben. Zwei weitere Platzierungen unter den besten zehn Athleten erreichte Greis beim vor den Weltmeisterschaften stattfindenden Weltcup in Antholz. Durch die Plätze 5 im Sprint und 9 in der Verfolgung bei den Weltmeisterschaften 2004 in Oberhof empfahl sich Greis, der zuvor erst drei Mal in einer deutschen Staffel im Weltcup eingesetzt worden war, für das Staffelrennen. Gemeinsam mit Frank Luck, Ricco Groß und Sven Fischer wurde Michael Greis als Schlussläufer Weltmeister mit der deutschen Biathlon-Staffel, die bei 40 Schüssen lediglich zwei Nachlader benötigte . Auch die Rennen nach der Weltmeisterschaft verliefen für Greis recht erfolgreich, im amerikanischen Fort Kent gelang ihm zum dritten Mal in seiner Karriere ein zweiter Platz in einem Weltcuprennen. Beenden konnte Greis die Saison als 13. des Gesamtweltcups , er erreichte mehr als doppelt so viele Weltcuppunkte wie in der Vorsaison.

In der Saison 2004/05 konnte Greis sich weiter steigern. Anfang Dezember gelang es ihm in Oslo mit den Plätzen 6, 5 und 9 zum ersten Mal in seiner Karriere, alle drei an einem Weltcup-Ort ausgetragenen Rennen unter den Top-10 zu beenden. Ebenso gelang es Greis in dieser Saison auch regelmäßig, sich unter den Top-30 zu platzieren und somit Weltcuppunkte zu erlangen. Im Februar 2005 gewann Greis bei der olympischen Generalprobe in San Sicario bei Cesana Torinese (Italien) sein erstes Weltcuprennen: Im Einzel siegte er mit einer fehlerfreien Schießleistung vor den drei Russen Sergei Tschepikow, Sergei Roschkow und Iwan Tscheresow . Bei den Weltmeisterschaften im März 2005 in Hochfilzen gewann Greis mit einem Rückstand von nur knapp zehn Sekunden auf den Tschechen Roman Dostál Silber im Einzelrennen über 20 Kilometer , seine erste Einzelmedaille bei Großereignissen. Auch die weiteren WM-Rennen verliefen für ihn mit den Plätzen 6 im Sprint, 5 in der Verfolgung sowie 10 im Massenstart erfolgreich. Obwohl Greis auch in der Staffel eine gute Einzelleistung zeigte, reichte es aufgrund der schwächeren Ergebnisse der übrigen drei Athleten nur zu einem 6. Platz . Beenden konnte Greis die Saison als Gesamt-Neunter und damit erstmals unter den besten zehn Athleten der Gesamtwertung , mit dem Einzel-Disziplinenweltcup gewann er auch seine erste Weltcupwertung. Darüber hinaus gewann Greis zum Abschluss dieser Saison gemeinsam mit Uschi Disl, Kati Wilhelm und Ricco Groß die Bronzemedaille in der Mixed-Staffel . Im Sommer 2005 siegte er außerdem beim erstmals ausgetragenen City-Biathlon in Püttlingen.

Nachdem die deutschen Athleten die erste Weltcupstation zur Vorbereitung ausgelassen hatten, begann die Saison 2005/06 für Michael Greis überaus erfolgreich. Gleich in seinem ersten Saisonrennen erreichte er Anfang Dezember in Hochfilzen Platz 3 im Einzel, eine Woche später dreimal Platz 4 in Osrblie. Zu Beginn des Jahres 2006 gelangen ihm mit Platz 4 in Oberhof, Platz 3 in Ruhpolding sowie Platz 6 in Antholz weitere gute Ergebnisse, sodass er zwischenzeitlich auf dem zweiten Platz des Gesamtweltcups lag .

Der bis zu diesem Zeitpunkt größte Erfolg seiner Karriere gelang Michael Greis am 11. Februar 2006 zum Auftakt der Olympischen Winterspiele 2006 in Turin, als er im Einzel über 20 km erster Olympiasieger der Spiele wurde . Mit nur einem Schießfehler beim ersten Stehendschießen sowie der drittschnellsten Laufzeit konnte er sich vor dem Norweger Ole Einar Bjørndalen behaupten. Dies war der zweite Sieg in der Karriere von Michael Greis, an gleicher Stelle, an der er im Jahre 2005 auch seinen ersten feiern konnte. Nach einem unbefriedigenden 33. Platz im drei Tage später stattfindenden Sprintrennen konnte sich Greis in der Verfolgung noch bis auf Rang 8 nach vorne kämpfen.

Die deutsche Staffel galt, nachdem sie drei von vier Saisonrennen gewonnen hatte, auch bei den Olympischen Spielen als Favorit. Gemeinsam mit seinen Mannschaftskollegen Ricco Groß, Michael Rösch und Sven Fischer sicherte sich Michael Greis am 21. Februar 2006 mit der deutschen Staffel den Sieg vor Russland und Frankreich und gewann damit sein zweites Olympiagold. Greis war der achte Biathlet, dem es gelang, sowohl olympisches Einzel- als auch Staffelgold zu erreichen. Am 25. Februar 2006 gewann Michael Greis im erstmals olympischen Massenstart-Rennen über 15 km seine dritte Goldmedaille bei diesen Spielen vor dem Polen Tomasz Sikora und dem norwegischen Favoriten Ole Einar Bjørndalen . Damit ist Greis der erste deutsche Olympiateilnehmer, der im Verlauf ein- und derselben Olympischen Winterspiele drei Goldmedaillen gewinnen konnte. Bei Olympia 2006 war nur der südkoreanische Shorttrack-Läufer Ahn Hyun-Soo erfolgreicher, der dreimal Gold und einmal Bronze gewinnen konnte.

Da Greis nach den Olympischen Spielen nur noch beim Sprint in Pokljuka am Start war und bei den letzten acht Saisonrennen aufgrund von Zahnproblemen nicht antrat, fiel er im Gesamtweltcup vom 3. Platz, den er nach Olympia belegt hatte, noch auf den 10. Platz zurück . In dieser Weltcup-Phase wurden jedoch keine Einzelrennen mehr ausgetragen, sodass Greis bereits wie in der Vorsaison als Gewinner des Einzel-Disziplinenweltcups feststand.

Die Saison 2006/07 begann mit zwei dritten Plätzen zum Auftakt in Östersund sowie dem zweiten Platz im Sprint von Hochfilzen für Michael Greis sehr erfolgreich. Trotzdem stand er im Schatten von Ole Einar Bjørndalen, der die ersten fünf Saisonrennen allesamt gewinnen konnte, bei den als Ersatz für Osrblie eine Woche später erneut in Hochfilzen ausgetragenen Weltcups jedoch nicht am Start war. Sein erster Weltcupsieg der Saison 2006/07 gelang Michael Greis beim Sprintrennen in Hochfilzen am 14. Dezember 2006, durch einen 9. Platz im zweiten Sprintrennen übernahm Greis erstmals in seiner Karriere das Gelbe Trikot des Weltcupführenden . Von den deutschen Sportjournalisten wurde Greis im Dezember als erster Biathlet überhaupt zum Sportler des Jahres 2006 gewählt.

Das erste Rennen im Jahr 2007 in Oberhof war auch das erste Rennen in seiner Karriere, bei dem Michael Greis im Gelben Trikot antrat. Er erreichte im Sprint den 2. Platz hinter dem Russen Nikolai Kruglow. Durch einige etwas schwächere Resultate verlor Greis das Gelbe Trikot in Ruhpolding an Bjørndalen, konnte es sich jedoch in Pokljuka zurückerobern, da der Norweger auch diese Weltcupstation ausließ.

Die Biathlon-Weltmeisterschaften 2007 in Antholz begannen mit den Plätzen 19 im Sprint und 12 in der Verfolgung für Michael Greis zunächst unbefriedigend. In den weiteren Rennen der WM konnte Greis sich jedoch steigern. Im Einzelrennen über 20 Kilometer holte er hinter dem Franzosen Raphaël Poirée Silber, mit der Staffel gewann er die Bronzemedaille. Im abschließenden Massenstartrennen gewann er mit der besten Laufzeit trotz zweier Schießfehler im ersten Stehendschießen Gold vor seinem Mannschaftskollegen Andreas Birnbacher , womit er seinen Medaillensatz von Antholz komplettieren konnte. Mit dieser Einzelgoldmedaille ist Michael Greis nach den beiden Deutschen Mark Kirchner und Sven Fischer, den zwei Norwegern Halvard Hanevold und Ole Einar Bjørndalen sowie dem Russen Nikolai Kruglow der sechste Biathlet, der sowohl bei Weltmeisterschaften als auch bei Olympischen Winterspielen Einzel- und Staffelgold gewinnen konnte.

Beim ersten Weltcupwochenende nach der WM im finnischen Lahti war Bjørndalen erneut nicht am Start, sodass Greis seinen Vorsprung auf den Norweger im Gesamtweltcup ausbauen konnte. Bei der vorletzten Weltcupstation in Oslo gingen die Podestplätze in den drei Rennen fast ausnahmslos an Greis, Poirée und Bjørndalen, die somit vor den letzten Weltcuprennen im russischen Chanty-Mansijsk eng beieinander an der Spitze der Gesamtwertung lagen. Poirée beendete jedoch bereits zu diesem Zeitpunkt seine Weltcupkarriere. Nachdem Bjørndalen im Sprintrennen von Chanty-Mansijsk nur Platz 48 belegt hatte, reichte Greis in der Verfolgung ein 16. Platz, um sich bereits vorzeitig den Gewinn des Gesamtweltcups zu sichern, im letzten Saisonrennen belegte er im Massenstart hinter dem Russen Iwan Tscheresow den zweiten Platz.

Nach dem Gesamtweltcup-Sieg von Sven Fischer im Jahre 1999 war der Erfolg von Greis nach acht Jahren der erste Gesamtweltcupsieg, der nicht an Raphaël Poirée oder Ole Einar Bjørndalen ging. Zwei Tage zuvor wurde Greis bereits die kleinere Kristallkugel für den Gewinn des Sprint-Disziplinweltcups überreicht. Greis profitierte jedoch davon, dass sein Konkurrent Ole Einar Bjørndalen knapp ein Drittel der Saisonrennen ausgelassen hatte. Während Bjørndalen elf Rennen für sich entscheiden konnte, gewann Greis im Verlauf der Saison nur zwei Saisonrennen. Trotzdem lag Greis, der alle Saisonrennen mitgelaufen war, mit 794 Punkten am Ende 58 Punkte vor dem Norweger .

Michael Greis trug bei den Wettbewerben stets Kontaktlinsen, ließ aber im Herbst 2008 die Hornhautverkrümmung operativ korrigieren.

Seit dem Frühjahr 2008 ist er mit Kathrin Hitzer liiert, die ebenfalls Biathletin ist.

Zum Seitenanfang



Biathlon

Liv Grete Poirée während eines Rennens bei Olympia 2006

Biathlon (latein/griechisch: Zweifach-Kampf) ist eine vornehmlich im Winter ausgetragene Sportart, die sich als Kombinationssportart aus den Disziplinen Skilanglauf und Schießen zusammensetzt. Beim Langlauf handelt es sich um eine Ausdauer- und beim Schießen um eine Präzisionssportart, die beim Biathlon vereint werden.

Zunächst war der Biathlonsport eher eine Randsportart, wurde aber konsequent und erfolgreich zu einer Sportart weiterentwickelt, die publikumswirksam über das Fernsehen vermarktet werden kann. Ab dem Anfang der 1990er-Jahre stieg das Zuschauerinteresse stetig an, sodass Biathlon heute in einigen Ländern, insbesondere Deutschland, zu den beliebtesten Wintersportarten gehört.

Biathlon ist eine der bei Olympischen Winterspielen ausgetragenen Sportarten, in nichtolympischen Jahren werden Biathlon-Weltmeisterschaften veranstaltet. Weitere internationale Rennen werden im Rahmen des Biathlon-Weltcups ausgetragen.

In Norwegen entdeckte Höhlenmalereien beweisen, dass der Mensch schon vor über 5000 Jahren die Jagd auf Skiern als geeignetes Mittel zur Verfolgung von Wildtieren im Schnee einzusetzen wusste. Die ersten schriftlichen Aufzeichnungen dazu finden sich bereits in der chinesischen, griechischen und römischen Geschichte, so beschreibt z. B. der römische Dichter Vergil etwa 40 v. Chr. die Jagd auf Skiern. Die Abbildung eines mit Pfeil und Bogen jagenden Mannes auf Skiern fand sich auch auf einem aus dem Jahr 1050 stammenden Runenstein aus Norwegen.

Die Ursprünge des Biathlonsports liegen vor allem im militärischen Bereich. Bereits zu Beginn der Wikingerzeit verteidigten sich die Ureinwohner Nord-Norwegens erfolgreich auf „Skiern“ gegen einfallende Horden dänischer Wikinger. Im Mittelalter waren die schnellen und flexiblen Skiregimenter fester Bestandteil der Armeen in Skandinavien und Russland.

Im 18. Jahrhundert entwickelte sich das Skifahren zum wichtigsten Militärsport in Nordeuropa. Ein guter Skisoldat beherrschte sowohl das Schießen als auch den Langlauf. An der schwedisch-norwegischen Grenze maßen sich bereits im Jahre 1767 Grenzsoldaten der beiden Länder im Wettkampf, bei dem im vollen Skilauf mit dem Gewehr geschossen werden musste. Bis zur Veranstaltung erster organisierter Wettkämpfe im späten 19. Jahrhundert diente die Kombination aus Langlauf und Schießen jedoch ausschließlich der Jagd und militärischen Zwecken.

Der erste Biathlonverein wurde 1861 in Norwegen mit dem Gewehr- und Skiklub von Trysil gegründet. Im deutschen Sprachraum entwickelten sich sowohl der Militärskilauf als auch die allgemeine Variante ebenfalls erst Ende des 19. Jahrhunderts. Im Deutschen Reich fanden 1895 erstmals militärische Skilaufmeisterschaften statt. 1912 wurde in Norwegen ein Einzellauf ausgetragen, bei dem zweimal 10 Schüsse abgegeben werden mussten und der damit dem heutigen Einzelbewerb schon sehr nahe kam. Die Veranstaltung dieser Wettkämpfe oblag dem Militär, weshalb die Teilnehmer sich ausschließlich aus Armeeangehörigen rekrutierten. Durch die fabrikmäßige Fertigung von Skiern in österreichischen Werkstätten ab 1906 wurde der Sport wesentlich erleichtert und gefördert.

Aus diesen Wettkämpfen entwickelte sich bis 1915 der Militärpatrouillenlauf, der als Vorgänger des heutigen Biathlons angesehen wird. Während im Biathlon von jeher Einzel- und Staffelrennen gelaufen wurden, definierte sich die Militärpatrouille bis 1930 als reiner Mannschaftswettkampf. Eine Militärpatrouille hatte jeweils aus einem Offizier, einem Unteroffizier und zwei Soldaten zu bestehen. Die Streckenlänge betrug zwischen 25 und 30 Kilometer, wobei bei der Hälfte der Distanz eine Schussprüfung im Liegendschießen zu absolvieren war. Für jeden Treffer bekam die Mannschaft, die geschlossen das Ziel erreichen musste, eine Zeitgutschrift von dreißig Sekunden.

Die Hochblüte des Militärpatrouillenlaufes fand in den 1920er- und 1930er-Jahren statt. Bei der Internationalen Woche des Sports von 1924, die vom IOC nachträglich zu den ersten Olympischen Winterspielen erklärt wurde, war der Militärpatrouillenlauf Teil des offiziellen Programms und stand danach noch bei den Olympischen Winterspielen von 1928, 1936 und 1948 als Demonstrationsbewerb auf dem Programm. Zwischen 1930 und 1941 fanden Weltmeisterschaften im Militärpatrouillenlauf statt, bei denen sowohl Titel im Einzel- als auch im Mannschaftskampf vergeben wurden. Im Rahmen von Heeresmeisterschaften und Militärweltmeisterschaften wird der Patrouillenlauf bis heute durchgeführt. Eine der bekanntesten Wettkampfveranstaltungen ist die Schweizer Patrouille des Glaciers, an der auch zivile Skibergsteigermannschaften teilnehmen.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Sportart entmilitarisiert und für zivile Athleten geöffnet. Bei den Olympischen Winterspielen 1948 wurde neben dem Militärpatrouillenlauf auch der Winter-Pentathlon (Reiten, Fechten, Schießen, Skilanglauf, Abfahrt) als winterliche Entsprechung des Modernen Fünfkampfs als Demonstrationsbewerb zugelassen. Der am 3. August 1948 gegründete Verband Union Internationale de Pentathlon Moderne (UIPM) zeigte Interesse an der Aufnahme eines Wintersportbewerbs und entschied sich für die Kombination aus Laufen und Schießen. Auf Vorschlag des Vorsitzenden der UIPM, dem schwedischen General Sven Thofelt, wurde der Name Biathlon eingeführt.

Das IOC erkannte Biathlon 1954 als eigenständige Sportart an. 1955 wurde von der UIPM das Konzept des modernen Winterbiathlons eingeführt. Die Wettkampfregeln wurden am 17. November 1956 in Australien genehmigt und die UIPM wurde offiziell zum Verband beider Sportarten. 1957 erfolgte schließlich die formelle Aufnahme in den Internationalen Verband des Modernen Fünfkampfes (UIPM) und 1968 die Umbenennung des Verbandes in UIPMB. Diesem Verband blieb Biathlon bis zur Gründung der Internationalen Biathlon Union (IBU) als unabhängigem Verband innerhalb der UIPMB bis 1993 angeschlossen. Die formale Trennung beider Verbände erfolgte 1998. Die wichtigsten Biathlon-Wettkämpfe werden heute von der Internationalen Biathlon Union (IBU) veranstaltet, damit ist Biathlon der einzige Skisport, der nicht von der Fédération Internationale de Ski (FIS) reglementiert wird.

Die Geschichte des Frauen-Biathlons begann wesentlich später als bei den Männern. Die UIPMB verabschiedete erst 1980 auf ihrem Kongress in Sarajevo die Regeln für Frauenwettkämpfe. Daran anschließend wurde 1981 der erste internationale Frauenwettkampf im damals tschechoslowakischen Jáchymov ausgetragen. 1984 wurden die ersten Frauen-Biathlonweltmeisterschaften organisiert, welche bis 1988 getrennt von jenen der Männer stattfanden. Seit 1989 finden die Weltmeisterschaften der Frauen gemeinsam mit denen der Männer statt.

1988 wurde vom Internationalen Olympischen Komitee (IOC) entschieden, Frauen-Biathlon ins olympische Programm aufzunehmen. Erstmals olympische Disziplin war Frauen-Biathlon dann vier Jahre später bei den Winterspielen 1992 in Albertville.

Trotz des späten Beginns entwickelte sich der Biathlonsport bei den Frauen sehr rasant und ist heute dem der Männer gleichwertig.

Die meisten Biathleten haben bereits im Kindes- oder Jugendalter mit dem Langlaufsport begonnen und sind dann zum Biathlon gewechselt. Häufig geschieht dieser Wechsel in der Jugendzeit, sodass die Athleten ab diesem Zeitpunkt sowohl das Laufen als auch das Schießen trainieren.

Vor allem in den Anfangsjahren der Sportart bestand ein Großteil der teilnehmenden Athleten aus ehemaligen Profi-Langläufern. Aber auch heute noch wechseln immer wieder einige Langläufer zum Biathlon. Viele dieser Athleten entwickeln sich mit der Zeit zu dominierenden Biathleten, so waren beispielsweise die mittlerweile sehr erfolgreichen Biathletinnen Kati Wilhelm und Anna Carin Olofsson beide ehemalige Langläuferinnen. Für Aufsehen sorgte auch der Wechsel der Finnin Kaisa Varis, die nach ihrer Dopingsperre im Sommer 2006 zum Biathlon kam.

Die Wechselquote vom Biathlon zum Speziallanglauf ist hingegen wesentlich geringer. Bemerkenswert sind hier die Russin Anfissa Reszowa und ihr Landsmann Sergei Tschepikow. Reszowa wechselte nach etlichen Erfolgen im Langlauf Ende der 1980er-Jahre zum Biathlon, wo sie ebenfalls zahlreiche Erfolge feiern konnte. Zum Ende ihrer Karriere gewann sie dann erneut im Langlauf die Goldmedaille mit der russischen Staffel. Tschepikow wechselte nach sehr erfolgreichen Jahren im Biathlon Mitte der 1990er-Jahre zum Langlauf. Nach seinem vorläufigen Karriereende startete er einige Jahre später erneut erfolgreich im Biathlon.

Vor allem die norwegischen Herren wie Frode Andresen, Lars Berger und Ole Einar Bjørndalen starten immer wieder mit durchaus guten Erfolgsaussichten in einzelnen Langlaufrennen. Berger wurde bisher zweimal Staffel- und einmal Einzelweltmeister im Langlauf, auch Bjørndalen gewann bereits ein Rennen des Langlauf-Weltcups.

Der Biathlonsport wird heute in allen klassischen Wintersportländern Europas und Nordamerikas ausgetragen.

Vor allem in Russland und Skandinavien, insbesondere in Norwegen, gehört Biathlon schon seit langem zu den beliebtesten Wintersportarten. Ab den 1990er-Jahren wuchs auch in Deutschland das Publikumsinteresse immer mehr, seit der Jahrtausendwende gehört Biathlon zu den populärsten Wintersportarten. Sämtliche Weltcupläufe werden mittlerweile im Fernsehen übertragen und finden vor Ort vor einem immer größer werdenden Publikum statt. Für die Fernsehsender Das Erste und ZDF liefern die Biathlonrennen, die teilweise von bis zu fünf Millionen Zuschauern verfolgt werden, mittlerweile regelmäßig die höchsten Einschaltquoten aller übertragenen Wintersportarten. Obwohl deutsche Athleten schon seit den 1970er-Jahren Erfolge im Biathlon feiern konnten, kam bei der Wahl zum Sportler des Jahres mit der Biathletin Uschi Disl erst im Jahre 2005 zum ersten Mal ein Athlet aus dem Biathlonsport. Im Jahre 2006 folgten mit Kati Wilhelm und Michael Greis sowie 2007 mit Magdalena Neuner weitere Biathleten.

Trotz der großen Erfolge französischer Biathleten im Weltcup und bei Weltmeisterschaften führt die Sportart in Frankreich immer noch ein Schattendasein, sowohl was das Publikumsinteresse als auch die finanzielle Förderung anbelangt. Die französische Biathletin Sandrine Bailly bemängelte mehrfach, dass Biathlon in Frankreich wenn überhaupt nur mit dem ehemaligen Biathleten Raphaël Poirée in Verbindung gebracht würde und ihre Erfolge ohne Anerkennung blieben. Raphaël Poirée erklärte 2005 in einem Interview, sich überwiegend selbst um finanzielle Mittel und Sponsoren kümmern zu müssen.

Eine große Tradition hat Biathlon auch in Italien, vorwiegend im deutschsprachigen Südtirol, aus dem viele bekannte Athleten der letzten Jahrzehnte stammen.

In Österreich und der Schweiz spielt der Biathlonsport nur eine untergeordnete Rolle. Auch in den Vereinigten Staaten und Kanada gehört Biathlon zu den weniger beachteten Wintersportarten. Obwohl all diese Länder immer wieder Athleten hervorbringen, die auch in der Weltspitze mithalten können, hält sich das Publikumsinteresse in sehr engen Grenzen. Biathlon steht hier vor allem im Schatten des Alpinsports.

Seit der Jahrtausendwende wird der Biathlonsport in Asien immer mehr gefördert; vor allem die Volksrepublik China arbeitet mit ihrem deutschen Trainer Klaus Siebert erfolgreich daran, ihre Athleten an die internationale Weltspitze heranzuführen, schöpft dabei bislang noch aus einem sehr kleinen Athletenpool von zumeist ehemaligen Skilangläufern. Auch in anderen Ländern, z. B. in Schweden, wechseln gelegentlich einige Langläufer zum Biathlon. In den Ländern, in denen der Skilanglauf einen hohen Stellenwert besitzt, wird der Wechsel zum Biathlon trotz der aktuell positiven Entwicklung heute noch teilweise als sportlicher Abstieg betrachtet.

Neben den klassischen Wintersportländern gibt es zahlreiche Nationen, in denen es nur wenige Athleten gibt. In diesen Ländern spielt der Biathlonsport eine unbedeutende Rolle, die Athleten betreiben den Sport hauptsächlich aus Eigenmotivation. So sind bei manchen Weltcuprennen Athleten aus über 30 Ländern am Start, zu denen beispielsweise Argentinien, Australien, Belgien, Griechenland, Grönland oder Großbritannien gehören. Diese Athleten belegen in aller Regel einen der letzten Plätze des Teilnehmerfeldes.

Zunächst wurde im Biathlon im klassischen Stil gelaufen, seit den späten 1980er-Jahren laufen die Athleten in der Skating-Technik. Zum Biathlon werden heute Skatingski verwendet, die etwa 1.250 g schwer und ca. 5 cm breit sind. Die Länge der Ski ist abhängig von der Körpergröße des Sportlers und nicht limitiert. Der Langlaufschuh wird durch die Bindung etwa in der Mitte des Skis fixiert, wobei der hintere Teil des Schuhes bei jedem Schritt vom Ski losgelöst werden kann, um einen besseren Vorschub beim Vorwärtslauf zu erhalten. Die Skier haben keine Stahlkanten wie beispielsweise Alpinski, weshalb Abfahrten deutlich schwieriger sind.

Ebenfalls zur Ausrüstung eines Biathleten gehören schulterhohe Langlaufstöcke, mit denen sich die Sportler vom Boden abstoßen können.

Bis 1977 wurde bei Biathlonveranstaltungen mit Großkalibergewehren geschossen. Die Schießentfernungen betrugen dabei 100 m (stehend) bzw. 150, 200 und 250 m (liegend). Seit 1978 werden leichte Kleinkalibergewehre (Geradezugrepetierer), Kaliber .22, verwendet, deren Gewicht zwischen 3,5 und 6 kg liegt und die nur manuell zu repetieren sind. Automatische oder halbautomatische Gewehre dürfen nicht verwendet werden. Das Abzugsgewicht muss mindestens 500 g betragen. Die Schießentfernung beträgt einheitlich für das Stehend- und Liegendschießen 50 m.

Die Visiereinrichtung besteht aus einem Diopter, das jedoch keine vergrößernde Wirkung besitzen darf, und dem Ringkorn am vorderen Ende des Rohres. Das Korn ist auswechselbar, damit bei schlechter Sicht ein so genanntes Nebelkorn eingesetzt werden kann. Dieses hat eine größere Öffnung, damit mehr Licht einfallen kann und die Sicht verbessert wird. Die Waffe ist samt Munition vom Sportler während des gesamten Wettkampfes am eigenen Körper mitzuführen.

Die Munition hat ein Kaliber von 5,62 mm. Das Geschoss darf eine Mündungsgeschwindigkeit von 380 m/s nicht überschreiten. Meist wird in Kältekammern getestet, um ein Versagen oder eine Veränderung der Flugeigenschaften bei Wettkampftemperaturen von +10 bis −15° C auszuschließen bzw. zu verringern.

Der Schießstand besteht aus meist 30 etwa 2,75 m breiten Schießbahnen. Durchnummeriert sind die Schießbahnen von rechts nach links, Stand 1 befindet sich also am rechten Rand des Schießstandes. Bei Einzel- und Sprintrennen sind die Bahnen 1 bis 15 für das Liegend- und die Bahnen 16 bis 30 für das Stehendschießen vorgesehen. Bei diesen beiden Rennen bleibt den Athleten die Wahl der Schießbahn selbst überlassen. In den Verfolgungs-, Massenstart- und Staffelrennen erfolgt die Zuteilung der Schießbahnen durch die Reihenfolge des Ankommens am Schießstand. Der führende Athlet schießt somit auf Bahn 1, alle anderen Athleten füllen den Schießstand entsprechend ihrer aktuellen Position im Rennen nach links auf. Eine Sonderregelung gibt es für die Massenstart- und Staffelrennen, wo die einzunehmende Schießbahn beim ersten Schießen der Startnummer des Athleten entspricht. Notwendig ist dies, da die Zeitabstände bei diesem Punkt des Rennens noch sehr gering sind und so nicht immer eine eindeutige Reihenfolge gegeben ist.

Geschossen wird auf je fünf Scheiben pro Schussbahn, die in einer Entfernung von 50 m angebracht sind. Der zu treffende Bereich einer Scheibe beträgt im Durchmesser 4,5 cm (liegend) bzw. 11,5 cm (stehend). Treffer werden durch Verdecken der schwarzen Scheibe angezeigt, das Verfehlen einer Scheibe wird entweder mit einer ovalen Strafrunde von 150 Metern (Staffel, Massenstart, Verfolgung und Sprint) oder einer Strafzeit von einer Minute (Einzel) bedacht. Je nach Laufstärke des Athleten kann pro Strafrunde von einer Laufzeit von 20 bis 30 Sekunden ausgegangen werden.

In welcher Reihenfolge der Athlet auf die zu treffenden Scheiben schießt, bleibt ihm selbst überlassen. Die meisten Athleten schießen dabei Scheibe für Scheibe von links nach rechts bzw. von rechts nach links durch. Bei einem Fehlschuss wird meistens der Schießrhythmus beibehalten und zur nächsten Scheibe übergegangen, seltener wird auf die bereits einmal verfehlte Scheibe nochmals gezielt. Einige Athleten weichen bei ihren Schießeinlagen von diesem Muster ab und schießen einen eigenen Rhythmus. Eine Möglichkeit ist hierbei, nach drei Schüssen nicht auf die vorletzte, sondern die letzte Scheibe zu schießen und danach erst auf die vorletzte. Manche Athleten wählen vollkommen untypische Schießbilder und beginnen etwa in der Mitte der Scheiben. Dadurch wird der lineare Schießrhythmus unterbrochen, nach Überzeugung mancher Athleten wird dadurch die Konzentration auf die einzelnen Schüsse erhöht. Nicht immer führt dies jedoch zu einer besseren Trefferleistung.

Für jede zu laufende und nicht gelaufene Strafrunde wird der Athlet mit einer Zeitstrafe von zwei Minuten bestraft, die dann nachträglich auf seine Gesamtzeit addiert wird. Bei jeder Schießeinlage müssen auf jeden Fall alle fünf Patronen abgefeuert werden. Sollte ein Athlet den Schießstand vor dem Abfeuern der fünf Patronen wieder verlassen, wird er pro nicht abgefeuerter Patrone mit einer Zeitstrafe von zwei Minuten bestraft. Gleiches gilt für die Staffel, wo der Athlet den Schießstand erst verlassen darf, wenn er entweder alle fünf Scheiben getroffen oder alle drei Nachlader aufgebraucht hat. Es ist also nicht möglich, das Schießen komplett auszulassen und dafür fünf Strafrunden zu laufen, da dies eine Zeitstrafe von zehn Minuten bedeuten würde.

Gelegentlich kann es vorkommen, dass ein Athlet nicht auf die zu seiner Schießbahn gehörenden Scheiben, sondern auf die Scheiben einer benachbarten Bahn schießt. In diesem Fall werden diese Schüsse nicht als Treffer anerkannt. Schießt auf dieser Bahn ein anderer Athlet, so müssen bei einem Treffer des inkorrekt Schießenden die Scheiben neu aufgezogen werden, damit der korrekt Schießende seine Schießeinlage ungehindert fortsetzen kann. Die bereits zuvor getroffenen Scheiben des korrekt Schießenden werden diesem jedoch als Treffer gezählt. Sollte der inkorrekt schießende Athlet seinen Fehler während des Schießens bemerken, kann er mit den noch ausstehenden Patronen auf die richtigen Scheiben zielen, jeder dieser Treffer wird ihm dann korrekt angerechnet. Bemerkt er seinen Fehler während des Schießens nicht und feuert alle fünf Patronen auf die falschen Scheiben ab, wird ihm diese Schießeinlage mit fünf Fehlern gewertet. Im Einzel wird dem Athleten dafür pro Fehler eine Strafminute angerechnet, in allen übrigen Rennen muss er fünf Strafrunden laufen. Sollte der Athlet die Strafrunden aus Unkenntnis über das falsche Schießen nicht laufen, wird er mit einer Gesamtstrafe von zehn Strafminuten belegt, was ihn dann im Gesamtergebnis aussichtslos auf einen der hinteren Ränge zurückwirft. Dieser Fauxpas kann jedoch nicht nur unerfahrenen Athleten passieren, auch Magdalena Forsberg, Uschi Disl oder Dmitri Jaroschenko ist dieses Missgeschick während eines Weltcuprennens schon passiert.

In sehr seltenen Fällen kann es zu Falschanzeigen kommen, sodass nicht getroffene Scheiben als Treffer oder eigentlich getroffene Scheiben als Fehler angezeigt werden. Sollte ein Athlet aufgrund einer Falschanzeige zu viele Strafrunden gelaufen sein, wird ihm nachträglich meist eine Zeitgutschrift im Umfang der zu viel gelaufenen Strafrunden zugesprochen. Umgekehrt kann dem Athleten für dadurch zu wenig gelaufene Strafrunden eine Zeitstrafe addiert werden, die in diesem Fall dann jedoch nur den Umfang einer normalerweise für die entsprechende Anzahl an Strafrunden benötigten Zeit hat.

In den Anfangsjahren wurde auf Papierscheiben und Luftballons geschossen, danach wurden zerbrechliche Glasscheiben verwendet. Ab den Biathlon-Weltmeisterschaften 1981 setzten sich dann die schwarzen Metallscheiben durch, die bei einem Treffer durch den Aufprall automatisch abklappten. Bei den in Skandinavien ausgetragenen Rennen wird auch heute noch dieses System verwendet. Mitte der 1990er-Jahre wurde ein modernes System mit elektromechanischen Scheiben und computerisierter Auswertung der Treffer eingeführt. Dabei wird beim Aufprall des Geschosses auf die schwarze Scheibe mittels eines Sensors ein Impuls ausgelöst, durch den sich eine weiße Scheibe vor die schwarze schiebt und die somit den Treffer anzeigt. Im Biathlon Weltcup wird meist ein vollelektronischer Schießstand eingesetzt. Der Sensor ermittelt dabei den Aufpralldruck des Geschosses. Erreicht das Geschoss beim Aufprall einen im Regelwerk definierten Wert, so wird der Schuss als Treffer gewertet.

Während für offizielle Wettkämpfe nur noch Metallscheiben zugelassen sind, werden beim so genannten Anschießen, der Vorbereitung auf einen Wettkampf, stets Kartonscheiben verwendet.

Die Wettkampfstrecken bestehen aus einem Streckennetz. Je nachdem welche Disziplin veranstaltet wird, wird die entsprechende Laufrunde festgelegt. Die kürzesten Runden gibt es im Verfolgungs-, die längsten im Einzelwettkampf. Es werden stets mehrere Runden absolviert, an deren Ende jeweils das Stadion liegt.

Die Laufstrecke muss abwechslungsreich gestaltet sein, also abwechselnd aus ansteigenden, ebenen und abfallenden Teilen bestehen. Dabei soll darauf geachtet werden, dass die Strecken zwar anspruchsvoll und selektiv sind, sehr steile und übermäßig lange Anstiege bzw. zu gefährliche Abfahrten jedoch nicht eingebaut werden. Engstellen und schnelle Richtungsänderungen sind möglichst zu vermeiden. Die Differenz zwischen dem höchsten und niedrigsten Punkt der Strecke darf maximal 80 m betragen, wobei der höchste Punkt nur in Ausnahmefällen 1800 m NN überschreiten darf.

Bei den ersten Olympischen Winterspielen 1924 in Chamonix wurde der Militärpatrouillenlauf als Vorgänger des heutigen Biathlon am 29. Januar 1924 erstmals vor einer größeren nichtmilitärisch organisierten Öffentlichkeit ausgetragen. Die Zuschauerzahl betrug nach offiziellen Angaben des Französischen Olympischen Komitees 1307 Personen und übertraf damit die Zuschauerzahl aller anderen nordischen Wettbewerbe. Während der Militärpatrouillenlauf heute als Demonstrationsbewerb angesehen wird, gab es zum Zeitpunkt der Austragung der Spiele keine Unterscheidung in originäre und Vorführungswettbewerbe. Auch heute noch wird der Wettbewerb vom IOC in der offiziellen Medaillenstatistik von 1924 geführt. Bei den Olympischen Winterspielen von 1928, 1936 und 1948 wurde der Wettbewerb als reiner Demonstrationsbewerb in das olympische Programm aufgenommen.

Erst nach der Entwicklung hin zum rein sportlichen Biathlon wurde der Sport auch vom IOC anerkannt. 1960 wurde der Biathlonsport mit dem 20-Kilometer-Lauf der Männer erstmals ins offizielle Programm der Winterspiele aufgenommen. 1968 mit der 4 x 7,5-Kilometer-Staffel und 1980 mit dem Sprintwettkampf wurden die nächsten Biathlonwettbewerbe olympisch. Bei den Olympischen Winterspielen 1992 in Albertville feierten dann auch die Biathlon-Frauen ihre olympische Premiere. Die Frauenwettbewerbe werden wie die Männerwettbewerbe gegliedert, jedoch über kürzere Distanzen ausgetragen.

Mit der Aufnahme des Verfolgungslaufes (2002 in Salt Lake City) und des Massenstarts (2006 in Turin) werden bei Olympischen Winterspielen mittlerweile je fünf Wettbewerbe für Männer und Frauen ausgetragen. Damit gehört Biathlon nach Eisschnelllauf und Langlauf (jeweils sechs Wettbewerbe) gemeinsam mit dem alpinen Skisport (jeweils fünf Wettbewerbe) zu den Sportarten mit den meisten ausgetragenen Wettbewerben. Die einzelnen Biathlondisziplinen unterscheiden sich jedoch nicht so stark voneinander wie etwa Kurz- und Langstrecken beim Eisschnelllauf oder Slalom und Abfahrt im Alpinsport. Während sich hier die meisten Athleten auf einzelne Teilbereiche konzentrieren, gibt es beim Biathlon einige Athleten, die an allen Wettbewerben teilnehmen.

Die erste Biathlon-Weltmeisterschaft der Männer fand 1958 im österreichischen Saalfelden statt, die Zahl der Aktiven war mit nur 25 Athleten aus sieben Ländern noch sehr gering. Im Weltmeisterschaftsprogramm war nur der Einzelwettkampf, Staffel und Sprint wurden erst später ins Programm genommen.

Seit 1984 werden die Weltmeisterschaften auch für Frauen veranstaltet, die bis 1988 getrennt von den Weltmeisterschaften der Männer stattfanden. Seit 1989 werden gemeinsame Weltmeisterschaften für Männer und Frauen veranstaltet, das Weltmeisterschaftsprogramm wurde nach und nach um neue Disziplinen (Verfolgung, Massenstart, Mixed-Staffel) erweitert.

Neben den Biathlon-Weltmeisterschaften organisiert die IBU noch Biathlon-Sommerweltmeisterschaften sowie Weltmeisterschaften für Junioren und Jugend. Athleten unter 21 Jahren, die bis zum 31. Dezember der Saison das 19. Lebensjahr vollendet haben, gelten als Junioren, davor als Jugend.

Der Biathlon-Weltcup ist eine vom Biathlon-Weltverband IBU für Männer und Frauen ausgerichtete Wettkampfserie, die jährlich in der Zeit von Ende November bzw. Anfang Dezember bis Mitte März veranstaltet wird. Während bei vielen anderen Wintersportarten die Weltcuprennen für Männer und Frauen an getrennten Orten stattfinden, werden diese im Biathlon an denselben Orten ausgetragen.

Im Laufe der Jahre wurde das Wettkampfprogramm mehrfach erweitert, heute umfasst eine Weltcupsaison in der Regel neun Stationen mit je drei Wettbewerben pro Ort. Die an einem Weltcuport ausgetragenen Rennen finden üblicherweise von Donnerstag bis Sonntag statt. Die Weltcuprennen werden größtenteils in Mittel- und Nordeuropa sowie Russland veranstaltet. Deutsche Austragungsorte sind das oberbayerische Ruhpolding und das thüringische Oberhof. Darüber hinaus finden in manchen Jahren vor allem gegen Ende der Saison Weltcuprennen in Nordamerika oder Asien statt.

Der Weltcup wird bei den Männern seit der Saison 1977/78 und bei den Frauen seit der Saison 1982/83 veranstaltet. Neben dem Gesamtweltcup-Sieger werden auch die Sieger in den unterschiedlichen Disziplinen gekürt. Im Gegensatz zu den von der Fédération Internationale de Ski (FIS) veranstalteten Sportarten zählen die im Rahmen der Olympischen Winterspiele oder Biathlon-Weltmeisterschaften ausgetragenen Rennen auch in die Weltcup-Gesamtwertung.

Jährlich werden weiterhin kontinentale Wettkampfserien und Meisterschaften in Europa, Nordamerika, Südamerika und Asien veranstaltet. Vor allem in Asien haben diese Titelkämpfe einen hohen Stellenwert, die Athleten und Athletinnen werden dafür aus den laufenden Weltcups abgezogen. In Europa treten größere Nationen wie Deutschland, Norwegen oder Russland meist nur mit der „zweiten Garnitur“ an, was diese Titelkämpfe etwas abwertet. Somit haben aber auch Nationen Chancen auf vordere Platzierungen, die bei Weltmeisterschaften eher hintere Platzierungen erreichen.

Der Biathlonsport wird in verschiedenen Disziplinen ausgetragen, die zwar dem gleichen Grundprinzip folgen, sich aber durch unterschiedliche Regeln voneinander unterscheiden. Im Biathlon-Weltcup, bei Weltmeisterschaften und Olympischen Winterspielen werden derzeit mit Einzel, Sprint, Verfolgung, Massenstart, Staffel und Gemischter Staffel sechs Biathlon-Disziplinen ausgetragen.

Der Einzellauf ist die älteste Biathlondisziplin. Obwohl es heute neben diesem Wettkampf mit Sprint, Verfolgung und Massenstart noch drei weitere Einzeldisziplinen gibt, hat sich der Name „Einzel“ für dieses Rennen bis heute erhalten. Sein Ursprung liegt darin, dass dieses Rennen bis zur Einführung des Sprints der einzige Einzelwettkampf im Biathlon war.

Die Athleten starten im Abstand von 30 Sekunden einzeln nacheinander. Insgesamt sind fünf Runden zu laufen, nach jeder der ersten vier Runden folgt eine Schießeinlage. Im Einzelwettkampf sind jeweils zwei Liegend- und Stehendschießen zu absolvieren, die bei diesem Wettkampf in abwechselnder Reihenfolge (liegend-stehend-liegend-stehend) bewältigt werden müssen. Jeder Schießfehler wird im Gegensatz zu allen anderen Wettkämpfen nicht mit einer Strafrunde, sondern mit einer Strafzeit von einer Minute geahndet. Dadurch hat in diesem Wettkampf das Schießen eine höhere Priorität als in den anderen Wettbewerben, wo mit einer Strafrunde von rund 30 Sekunden ein Fehler nur etwa halb so schwer wiegt. So kommt es bei diesem Wettkampf hin und wieder zu überraschenden Ergebnissen, da läuferisch schwächere Athleten, die aber gute Schützen sind, hier eine größere Chance auf ein gutes Ergebnis haben. Umgekehrt ist es für läuferisch gute Athleten hier aber schwerer, die durch einen Schießfehler hinzugekommene Strafzeit im Laufen wieder auszugleichen.

Anfang der 1970er-Jahre wurde mit dem Sprintwettkampf ein weiterer Biathlonwettbewerb geschaffen. Der Sprint besteht im Gegensatz zum Einzelwettkampf nur aus drei statt fünf Runden und zwei statt vier Schießeinlagen. Da der Sprintwettkampf die einzige Disziplin mit nur zwei Schießeinlagen ist, haben Athleten mit einer schwächeren Schießleistung hier die besten Aussichten auf eine gute Platzierung.

Wie beim Einzelwettkampf starten die Biathleten in einem 30-Sekunden-Intervall einzeln hintereinander. Nach den ersten beiden Runden wird je einmal liegend und einmal stehend geschossen. Jeder Fehler wird mit einer Strafrunde geahndet, für die etwa 25 Sekunden benötigt werden.

Das Sprintergebnis ist bei heute ausgetragenen Veranstaltungen oft doppelt wichtig, da durch das erzielte Ergebnis die Startabstände des Verfolgungsrennens bestimmt werden. Mit einem schlechten Ergebnis im Sprintrennen sinken somit auch die Chancen auf ein erfolgreiches Verfolgungsrennen.

Um den Biathlonsport für die Zuschauer attraktiver zu machen, wurde Mitte der 1990er-Jahre das Verfolgungsrennen geschaffen. Während Einzel- und Sprintrennen im Kampf gegen die Uhr ausgetragen werden, messen sich die Athleten in der Verfolgung direkt miteinander. Somit ist der erste Sportler im Ziel zugleich der Sieger des Rennens. Außerdem ergeben sich zusätzliche Spannungsmomente dadurch, dass sich die Athleten auf der Strecke und am Schießstand direkte Duelle liefern.

Im Verfolgungsrennen werden insgesamt fünf Runden gelaufen. Es müssen je zwei Schießprüfungen im Liegend- und Stehendschießen absolviert werden, wobei für jeden Fehlschuss sofort eine Strafrunde gelaufen werden muss. Im Gegensatz zum Einzelwettkampf finden die Schießeinlagen hier nicht in abwechselnder Reihenfolge statt, sondern zunächst die beiden Liegend- und dann die beiden Stehendschießen.

Startberechtigt für die Verfolgung sind die besten 60 Athleten des vorausgegangenen Sprintwettbewerbes, der normalerweise als Qualifikation für das Verfolgungsrennen dient. Die Startreihenfolge und Startintervalle der Verfolgung richten sich nach den im Sprintrennen erzielten Zeiten. In seltenen Fällen kann auch das Einzelrennen als Qualifikation für die Verfolgung dienen. Ist dies der Fall, werden die Rückstände der Athleten auf den Sieger halbiert, da die Strafminute im Einzel etwa doppelt so schwer wiegt wie die Strafrunde im Sprint.

Der Erstplatzierte des Sprints wird als Erster des Verfolgungsrennens in den Wettkampf geschickt und die Zeitnahme für alle Athleten beginnt zu diesem Zeitpunkt. Die anderen Athleten folgen entsprechend ihres Zeitabstands zum Sieger im Sprintrennen. Startet ein Läufer also beispielsweise mit einer Minute Rückstand auf den Führenden, so muss er im Rennen eine Minute schneller sein als dieser, um am Ende die gleiche Zeit zu erreichen. Hat ein Athlet aus dem Sprintrennen von Beginn an einen großen Rückstand auf den Führenden, sind vordere Platzierungen nur noch schwer zu erreichen.

Mit dem Massenstart wurde Ende der 1990er-Jahre nach Einzel, Sprint und Verfolgung die vierte Individualdisziplin eingeführt. Der Hauptunterschied zu allen anderen Einzeldisziplinen besteht darin, dass die 30 teilnehmenden Athleten alle gleichzeitig starten. Diese 30 Athleten sind zum Zeitpunkt des Wettkampfs die Top-30 des aktuellen Weltcupstands. Wenn ein Athlet aufgrund von Krankheit oder aus anderen Gründen ausfällt oder nicht antritt, wird das Starterfeld mit Athleten, die die folgenden Weltcupplatzierungen ab 31 belegen, aufgefüllt. Bei den Olympischen Winterspielen und Biathlon-Weltmeisterschaften haben die Athleten, die bis zum Zeitpunkt des Massenstarts schon Medaillen gewonnen haben, sofortiges Startrecht. Das restliche Starterfeld wird mit den Top-30 des aktuellen Weltcupstands aufgefüllt.

Ansonsten entsprechen die Regeln des Massenstartwettkampfes denen der Verfolgung. Insgesamt werden fünf Runden gelaufen, die im Vergleich zur Verfolgung bei den Senioren jedoch etwas länger sind. Nach jeder der ersten vier Runden folgt eine Schießeinlage. Wie bei der Verfolgung finden auch im Massenstart zunächst zwei Liegend- und danach zwei Stehendschießen statt. Nach jedem Fehlschuss muss der Athlet eine Strafrunde absolvieren. Da die Athleten in drei Reihen zu je zehn Läufern starten, wird für die Durchführung eines Massenstartwettkampfes eine breite Starttrasse benötigt. Aus diesem Grund kann dieser Wettbewerb nicht an allen Veranstaltungsorten ausgetragen werden.

Obwohl es sich bei Biathlon um eine Einzelsportart handelt, werden ähnlich wie in der Leichtathletik Staffelwettkämpfe durchgeführt. Eine Staffel besteht aus vier Athleten einer Nation und eines Geschlechts, die nacheinander eine Strecke von drei Runden zu absolvieren haben. Eine Ausnahme bilden hier die Staffeln im Jugendbereich sowie bei den Juniorinnen, die nur aus drei Läufern bestehen.

Die Startläufer starten gemeinsam mittels Massenstart. Hat ein Läufer seine Strecke absolviert, übergibt er in einer 30 m langen Wechselzone an den nächsten Läufer seines Teams. Dabei muss ein beliebiger Körperkontakt der beiden Läufer stattfinden, Berührungen durch Skistöcke oder andere Gegenstände zählen nicht.

Der Staffelwettbewerb besteht pro Athlet aus je einem Liegend- und einem Stehendschießen, insgesamt also aus vier Liegend- und vier Stehendschießen (bzw. drei bei Juniorinnen und Jugend). Im Gegensatz zu den anderen Wettbewerben stehen den Athleten hier maximal drei Nachladepatronen zur Verfügung, um beim ersten Mal nicht getroffene Scheiben doch noch treffen zu können. Pro Nachlader werden etwa zehn zusätzliche Sekunden benötigt. Maximal hat jeder Athlet also acht Patronen, um die fünf Scheiben zu treffen. Für jede dann nicht getroffene Scheibe muss eine Strafrunde gelaufen werden. Diese spezielle Regelung für das Staffelrennen wurde bereits im Jahre 1967 eingeführt. Da ein Fehler im Staffelrennen dadurch weniger schwer wiegt als in den anderen Disziplinen, wird von manchen Athleten deutlich schneller und risikoreicher geschossen. So sind die gelegentlich etwas schwächeren Schießergebnisse in den Staffelrennen zu erklären.

Seit den frühen 1990er-Jahren werden immer wieder verschiedene Mannschaftsbewerbe erprobt, die den Biathlonsport attraktiver machen sollen.

Im Weltcup und bei Weltmeisterschaften wird seit dem Jahr 2005 die Gemischte Staffel über 2 x 6 km und 2 x 7,5 km ausgetragen, wobei je zwei Positionen von Frauen und Männern besetzt werden. Einer der Gründe, neben der herkömmlichen Staffel einen derartigen Wettbewerb einzuführen, stellte die Tatsache dar, dass viele Nationen zwar sowohl im Herren- als auch im Damenbereich über gute Einzelathleten verfügen, jedoch keine konkurrenzfähige Staffel mit vier gleich starken Athleten eines Geschlechts stellen können. Für diesen Wettbewerb wurde im Rahmen des Weltcupfinales 2005 in Chanty-Mansijsk erstmals eine eigene Mixed-Weltmeisterschaft ausgetragen, seit 2007 gehört die Disziplin zum Wettkampfprogramm offizieller Biathlon-Weltmeisterschaften.

Ein weiteres Beispiel der Gemischten Staffel ist die seit 2002 in der Veltins-Arena (Gelsenkirchen-Schalke) ausgetragene World Team Challenge. Dabei laufen gemischte Staffeln, bestehend aus je einem Mann und einer Frau in mehrfachem Wechsel über eine Distanz von 15 km. Im Rahmen der Deutschen Biathlon-Meisterschaften, die aufgrund der vorsaisonalen Lage im September/Oktober immer auf Rollskiern stattfinden, werden auch Mixed-Staffeln durchgeführt, welche aus zwei männlichen Akteuren und einer weiblichen Teilnehmerin bestehen. Diese haben dann jeweils den Umfang eines Sprintrennens durchzuführen.

In den 1990er-Jahren wurde versucht, mit dem Mannschaftswettkampf neben dem Staffelrennen einen weiteren Mannschaftswettbewerb zu etablieren. Im Gegensatz zur Staffel liefen die Athleten jedoch nicht nacheinander, sondern gemeinsam.

Eine Mannschaft wurde von vier Athleten einer Nation gebildet, die geschlossen eine aus fünf Runden bestehende Distanz von 20 Kilometern (Männer) beziehungsweise 15 Kilometern (Frauen) laufen musste. Es waren vier Schießprüfungen zu absolvieren (liegend-stehend-liegend-stehend), wobei bei jeder Schießeinlage nur ein Athlet auf die fünf Scheiben schießen durfte. Die restliche Mannschaft wartete auf das Schussende, für jeden Fehlschuss wurde gemeinsam eine Strafrunde von hier 300 Metern gelaufen. Die Zeitnahme im Ziel wurde jeweils vom letzten Mannschaftsmitglied ausgelöst, der Abstand zwischen dem ersten und dem letzten Läufer durfte nicht mehr als 50 Meter oder 15 Sekunden betragen.

Die Regeln dieses Wettbewerbs wurden mehrfach geändert, trotzdem konnte sich der Mannschaftswettkampf nicht durchsetzen. Nach der Einführung des Massenstartrennens Ende der 1990er-Jahre wurde der Mannschaftswettkampf nicht mehr veranstaltet.

Vor einigen Jahren wurde der Super-Sprint als neue Einzeldisziplin in die Wettkampfspezifikationen der IBU aufgenommen und bereits einige Male auf nationaler Ebene getestet. Der Super-Sprint besteht aus einem Qualifikationsdurchgang mit 15 Sekunden Zeitintervall sowie einem als Massenstart durchgeführten Finaldurchgang. Wie in der Staffel stehen pro Schießeinlage acht Patronen zur Verfügung. Werden nicht alle fünf Scheiben getroffen, so scheidet der Athlet aus. Ungewiss ist, ob oder ggf. wann diese Disziplin in das Programm des Weltcups oder bei Weltmeisterschaften aufgenommen wird.

Von einigen Athleten wird jedoch auch Kritik an den ständigen Veränderungen des Wettkampfprogramms geübt. In einem Interview äußerte sich der Franzose Raphaël Poirée kritisch über einige Reformen im Biathlon wie etwa die Austragung von Abendrennen oder die immer größere Anzahl an zu laufenden Rennen, die nicht im Interesse der Athleten seien. Auch Sven Fischer kritisierte die immer größere Anzahl an Wettkämpfen. Zugleich äußerte er sich negativ über die immer geringere Wertschätzung des Einzelwettkampfes, der trotz seiner langen Tradition aufgrund kommerzieller Interessen immer seltener veranstaltet wird. Wie er 2004 in einem Interview mit der Südthüringer Zeitung erklärte, sei der Biathlonsport derzeit „sehr lauflastig“.

Im Vergleich zu anderen Ausdauersportarten ist der Biathlonsport recht selten von Dopingfällen betroffen. Trotzdem gab es im Profibereich im Laufe der Jahre einige Dopingvergehen und -vorwürfe, die zu unterschiedlichen Konsequenzen und Maßnahmen führten.

In der Saison 2002/03 wurde die Russin Albina Achatowa positiv auf Nikethamid getestet. Die verbotene stimulierende Substanz wurde in der B-Probe des Staffel-Weltcuprennens vom 24. Januar nachgewiesen. Eine russische Mannschaftsärztin hatte Achatowa unmittelbar nach dem Zieleinlauf und noch vor der Dopingkontrolle das Medikament Cordiamini gespritzt, in dem die Substanz enthalten ist. Achatowa war nach dem Zieleinlauf zusammengebrochen, das Medikament diente nach Aussage der Ärztin dazu, Achatowas Kreislauf zu stabilisieren. Obwohl Nikethamid auf der Dopingliste der IBU steht, wurde das Vergehen der russischen Mannschaftsärztin angelastet und Achatowa nicht mit einer Sperre bestraft. Die Ärztin wurde von der IBU für drei Monate gesperrt, außerdem entzog die IBU dem russischen Verband die Zuschüsse von 50.000 Euro für ein Jahr.

Während der Olympischen Winterspiele 2006 in Turin wurde der Russin Olga Pyljowa in einer positiven A- und B-Probe, die ihr nach dem Einzelrennen am 13. Februar 2006 entnommen wurde, das Stimulationsmittel Carphedon nachgewiesen. Nach eigener Aussage habe Pyljowa, nachdem sie vor dem Verfolgungsrennen am 13. Januar 2006 in Ruhpolding umgeknickt war, von ihrer Privatärztin Phenotropile-Tabletten verabreicht bekommen. Am Nachmittag des 16. Februar 2006 wurde Pyljowa vom IOC disqualifiziert und von den Olympischen Winterspielen ausgeschlossen. Außerdem wurde ihr die am 13. Februar 2006 im Einzelrennen erreichte Silbermedaille aberkannt. Die IBU sperrte Pyljowa am 17. Februar 2006 für zwei Jahre bis zum 12. Februar 2008.

Zu einem ständig wiederkehrenden Thema entwickelte sich Doping in der Saison 2007/08. Bereits zu Beginn wurde der Wechsel der ehemaligen finnischen Skilangläuferin Kaisa Varis zum Biathlon kritisch gesehen. Nach dem Nachweis des EPO-Dopings im Jahre 2003 und einer zweijährigen Sperre wechselte die Finnin im Sommer 2006 zum Biathlon, da sie vom finnischen NOK im Langlauf nicht für die Olympischen Winterspiele 2006 nominiert worden war. In der Weltcupsaison 2007/08 startete Varis erstmals regelmäßig im Weltcup und gewann am 11. Januar 2008 überraschend das Sprintrennen in Ruhpolding. Am 24. Januar wurde bekannt, dass die nach dem Massenstartrennen von Oberhof am 6. Januar entnommene Urinprobe positiv auf EPO getestet worden war. Nachdem auch die B-Probe ein positives Ergebnis lieferte, wurde Varis als Wiederholungstäterin am 11. Februar 2008 von der IBU lebenslang gesperrt und alle ab dem Massenstart von Oberhof erreichten Ergebnisse annulliert.

Auch 2009 waren drei Biathlehten positiv getestet worden. Dmitri Jaroschenko, Jekaterina Jurjewa und erneut Albina Achatowa wurden beim Weltcupauftakt in Östersund positiv getestet, was allerdings erst im Verlauf der Saison durch neue Testmethoden nochgewiesen werden konnte.

Für weiteres Aufsehen sorgte die während der Olympischen Spiele am 18. Februar 2006 im Mannschaftsquartier der österreichischen Biathleten durchgeführte Razzia. Bei den Biathleten Wolfgang Perner und Wolfgang Rottmann wurden dabei Spritzen, Medikamente und Apparate für Transfusionen und Bluttests gefunden. Nach der Durchsuchung reisten beide Athleten aus Italien ab, woraufhin sie aus der österreichischen Olympia-Mannschaft ausgeschlossen wurden. Am 24. Februar teilte das IOC mit, dass die entnommenen Proben aller zehn getesteten österreichischen Sportler negativ seien. Obwohl beide Biathleten ihre Unschuld beteuerten, erklärten sie im März 2006 ihren Rücktritt vom Leistungssport. Rund ein Jahr nach den Olympischen Spielen entschied das IOC am 25. April 2007, Rottmann und Perner die in Turin erzielten Ergebnisse abzuerkennen und beide Athleten lebenslang von der Teilnahme an weiteren Olympischen Spielen auszuschließen. In seinem Abschlussbericht im Juli 2007 bestätigte der Österreichische Skiverband, dass Rottmann und Perner Blutdoping betrieben hätten und schloss beide Athleten ebenfalls lebenslang aus. Im Januar 2008 verhängte die IBU zudem eine Sperre für Rottmann bis zum 15. Juli 2009.

Betroffen von Dopingvorwürfen und -verdächtigungen ist in der Saison 2007/08 auch die deutsche Mannschaft. Am 9. Januar berichtete der österreichische Kurier erstmals über die Wiener Blutbank Humanplasma, bei der Athleten unterschiedlicher Sportarten Blutdoping betrieben haben sollen. Nach Berichten der ARD seien darunter deutsche Biathleten, die teilweise zur Weltspitze gehören. Da weder Namen verdächtigter Athleten noch konkrete Beweise veröffentlicht wurden, leitete der Deutsche Skiverband rechtliche Schritte gegen die für die Berichterstattung der ARD verantwortlichen Journalisten ein. Hajo Seppelt, Dopingexperte der ARD, relativierte daraufhin, es handele sich „eher um zurückliegende Fälle“, weiterhin stehe „der DSV momentan nicht im Verdacht, aktiv Blutdoping unterstützt oder seine Athleten nach Wien geschickt zu haben“. Zu Beginn der Übertragung aus Antholz am 17. Januar entschuldigte sich ARD-Moderator Michael Antwerpes für „journalistische Fehler“ bei der ARD-Berichterstattung. Vor dem Beginn der Weltmeisterschaften in Östersund versicherten die Biathleten des DSV in einer eidesstattlichen Erklärung, nie Kontakt zu der verdächtigten Wiener Blutbank gehabt zu haben.

Für erneutes Aufsehen sorgte eine anonyme Anzeige beim österreichischen Bundeskriminalamt und der Wiener Staatsanwaltschaft, die per E-Mail auch mehreren österreichischen Journalisten zugestellt worden sein soll. Die Anzeige richte sich gegen bei der Wiener Blutbank Humanplasma tätige Ärzte. Erstmals berichtete die Tiroler Tageszeitung am 14. Februar 2008 über die Anzeige, in der sowohl aktive als auch ehemalige deutsche und österreichische Biathletinnen und Biathleten als Kunden der Wiener Blutbank genannt werden. Der ehemalige österreichische Skiläufer Stephan Eberharter sowie zwei Redakteure der österreichischen Zeitung Kurier, die in der Anzeige als Zeugen genannt worden waren, dementierten jegliche Verwicklungen. Der DSV erstattete Anzeige gegen Unbekannt wegen Verleumdung. Pressesprecher Stephan Schwarzbach kündigte an, dass alle deutschen Athleten eine eidesstattliche Erklärung abgeben werden, niemals Doping betrieben zu haben oder zu betreiben.

Neben dem Biathlonsport als Kombination aus Skilanglauf und Schießen gibt es einige weitere verwandte Sportarten.

Der Sommerbiathlon ist eine Kombination aus Laufen und Schießen. Die Sportart hat meist nur regionale Bedeutung. In Deutschland wird sie vom Deutschen Schützenbund organisiert. Die Priorität im Sommerbiathlon liegt meist beim Laufen und weniger beim Schießen. Es werden im Sommerbiathlon auch Weltcups und Europacups durchgeführt, die in der Öffentlichkeit kaum Beachtung finden. Die Weltmeisterschaften werden von der IBU organisiert und jährlich gemeinsam mit den Wettkämpfen im Rollskibiathlon ausgetragen.

Rollskibiathlon ist eine Variante des Sommerbiathlons, die vor allem von Winterbiathleten im Sommertraining betrieben wird. Hierbei läuft der Athlet auf kurzen Skiern, unter die Rollen montiert sind. Regional finden hier Wettbewerbe bis hin zu Weltcups und jährlichen Weltmeisterschaften statt.

Die Regeln beim Bogenbiathlon sind ähnlich jenen des eigentlichen Winterbiathlons. Geschossen wird jedoch mit Pfeil und Bogen. Die Wettkämpfe wurden ursprünglich ebenfalls von der IBU organisiert. Seit dem 1. April 2005 ist der Internationale Bogensportverband (FITA) für diese Sportart verantwortlich.

Beim Motorradbiathlon handelt es sich um eine Kombination aus Motocross und Schießen. Dieser Sport erfreut sich vor allem im Osten Deutschlands großer Beliebtheit.

Bikebiathlon ist die Kombination aus Mountainbiken und dem für Biathlon typischen Schießen. Bekannt ist vor allem der Altenberger Bikebiathlon, bei dem Weltstars wie Ole Einar Bjørndalen am Start stehen. Hierbei werden auf Geländestrecken die Wettkampfdisziplinen des Biathlon, also Sprint, Verfolgung und Mixed-Staffel, nachempfunden.

Trotz der Namensähnlichkeit ist Biathlon nicht mit Biathle (Kombinationssportart Laufen-Schwimmen-Laufen) verwandt.

Zum Seitenanfang



Biathlon-Weltcup 2006/2007

Der Biathlon-Weltcup 2006/2007 war eine Wettkampfserie im Biathlon, die aus jeweils 27 Einzel- und 5 Staffelrennen für Männer und Frauen bestand und an neun Veranstaltungsorten ausgetragen wurde. Neben den neun Weltcupveranstaltungen in Östersund, Hochfilzen (zwei Veranstaltungen), Oberhof, Ruhpolding, Pokljuka, Lahti, Oslo (Holmenkollen) und Chanty-Mansijsk gingen auch die im italienischen Antholz ausgetragenen Biathlon-Weltmeisterschaften in die Weltcupwertung ein. Während der Saison nahmen Athleten aus 39 Nationalverbänden an Weltcupveranstaltungen teil, 36 bei den Männern und 34 bei den Frauen. Den Gesamtweltcup bei den Männern gewann Michael Greis vor Ole Einar Bjørndalen und Raphaël Poirée, bei den Frauen Andrea Henkel vor Kati Wilhelm und Anna Carin Olofsson. Die Nationenwertung gewann bei den Männern Russland vor Deutschland während sich bei den Frauen Deutschland vor Russland platzieren konnte.

Die Saison 2006/07 stand im Zeichen eines sehr milden und schneearmen Winters in Europa, die schmalen Schneebänder in grüner Landschaft boten bei zum Teil fast sommerlichen Bedingungen ein Bild, das kaum an Wintersport erinnerte – bei der Verfolgung am 9. Dezember in Hochfilzen trug Ole Einar Bjørndalen sogar eine Badehose über seinem Rennanzug, nachdem der Sprint am Vortag bei sommerlichen 19 °C ausgetragen wurde. Im Biathlon musste jedoch im Gegensatz zu vielen anderen Wintersportarten kein Weltcuprennen abgesagt werden, einzig die ursprünglich in Osrblie vorgesehenen Rennen wurden ersatzweise in Hochfilzen ausgetragen.

Die Durchführung der Veranstaltungen war jedoch zum Teil nur mit unkonventionellen Methoden möglich: Neben Kunstschnee, der in den wenigen kalten Nächten im Vorfeld mit Schneekanonen produziert wurde, wurde viel Schnee aus zum Teil weit entfernten, hochgelegenen Regionen zur Präparation der Pisten verwendet – zur Sicherstellung des Weltcups in Oberhof wurden neben Kühlzelten, die für die Schneekanonen notwendigen Minustemperaturen sorgten, sogar 3.600 Kubikmeter Crasheis aus Bremerhaven verwendet.

Herausragender Neuling war Magdalena Neuner mit 7 Saisonsiegen, darunter die zwei Weltmeistertitel von Antholz. Sie wurde die bisher jüngste Dreifach-Weltmeisterin in der Geschichte des Biathlons. Schon in ihrer ersten Saison beendete sie den Gesamtweltcup als Vierte. Allerdings trat sie schon in der Vorsaison in wenigen Rennen an. Nur wenig stand ihr ihre Teamkollegin Kathrin Hitzer nach. Sie erreichte drei Podiumsplätze und wurde Gesamtweltcupzehnte. Andere Starterinnen wie Jori Mørkve, oder Helena Jonsson und Oksana Chwostenko, die beide ihre ersten Weltcupsiege feiern durften, konnten in dieser Saison erstmals auf sich aufmerksam machen.

Einen „Überflieger“ wie eine Neuner oder eine Hitzer bei den Frauen gab es im Herrenbereich nicht. Allerdings schafften mehrere jüngere Sportler wie Dmitri Jaroschenko, Hans Martin Gjedrem, Timothy Burke und Christoph Stephan ihren Durchbruch in die erweiterte Weltspitze. Auch Andreas Birnbacher, der bei der Weltmeisterschaft in Antholz die Silbermedaille im Massenstart gewann, schloss endgültig zur Weltspitze auf.

Nach dem Ende der Biathlonsaison beendeten mehrere der namhaftesten Sportler und Sportlerinnen ihre Karriere. Schon nach den für sie erfolgreich verlaufenden Weltmeisterschaften trat die Norwegerin Linda Grubben zurück, obwohl sie aussichtsreich im Gesamtweltcup lag. Neben den Französinnen Florence Baverel-Robert und Christelle Gros beendete zudem auch die Deutsche Katrin Apel nach 16 Jahren Leistungssport ihre Karriere. Auch Irina Malgina beendete ihre Karriere, nachdem sie nicht mehr in den russischen A-Kader für die neue Saison berufen wurde. Ende Mai 2007 erklärte auch die Olympiasiegerin von 1998 Ekaterina Dafowska ihren Rücktritt, da sie sich von einer Schulteroperation im Sommer 2006 nicht mehr vollständig erholen konnte. Weitere Karriereenden: Pauline Jacquin und Lenka Faltusova.

Bei den Männern traten mit Raphaël Poirée, Sven Fischer und Ricco Groß drei der erfolgreichsten Biathleten aller Zeiten zurück. Hinzu kommt der Rücktritt des früheren Weltmeisters aus Italien, Wilfried Pallhuber und der von Sergei Tschepikow, der schon 1988 Olympiasieger wurde. Während der Saison beendete auch Pawel Rostowzew seine Karriere, der in dieser Saison jedoch keine Rennen mehr bestritt. Zusammen mit seiner Frau Florence trat auch Julien Robert zurück. Zudem beendeten der Co-Trainer der deutschen Damen, Harald Böse, sowie der Co-Trainer der deutschen Herren, Fritz Fischer, nach der Saison ihre Trainertätigkeit im Nationalteam.

Zum Seitenanfang



Olympische Winterspiele 2006

Logo der Olympischen Winterspiele 2006 Turin

Die XX. Olympischen Winterspiele wurden vom 10. bis 26. Februar 2006 in Turin, der Hauptstadt der italienischen Region Piemont, ausgetragen. Nach den Winterspielen 1956 in Cortina d’Ampezzo fanden damit zum zweiten Mal Olympische Winterspiele in Italien statt. Mit 80 teilnehmenden Nationen stellten die Spiele von Turin zudem einen neuen Teilnehmerrekord auf.

Der erfolgreichste Athlet dieser Winterspiele war mit drei Goldmedaillen und einer Bronzemedaille der südkoreanische Shorttrack-Läufer Ahn Hyun-soo, erfolgreichste Teilnehmerin die ebenfalls aus Südkorea kommende und im Shorttrack startende Jin Sun-yu mit drei Olympiasiegen.

Turin setzte sich als Austragungsort dieser Olympischen Spiele auf der 109. IOC-Session am 19. Juni 1999 in Seoul durch. Dabei gewann Turin die Abstimmung mit 53 zu 36 Stimmen gegen den Schweizer Ort Sion. Sion war damit nach 1976 und 2002 zum dritten Mal bei der Bewerbung gescheitert. Da die Niederlage überraschte, wurde die Vermutung geäußert, die Entscheidung gegen Sion wäre eine Revanche gegenüber dem Schweizer IOC-Mitglied Marc Hodler, der wesentlich zur Aufdeckung des Korruptionskandals bei der Vergabe der Spiele an Salt Lake City beigetragen hatte.

Nach der Meinung des Generaldirektors für die Sion-Bewerbung, Jean-Daniel Mudry, waren für die Entscheidung zugunsten von Turin zwei Dinge ausschlaggebend. Zum einen das weltweite Beziehungs- und Sympathienetz, welches der damalige Fiat-Präsident Giovanni Agnelli als Arbeitgeber in vielen Ländern hatte aufbauen können und demgegenüber die Schweiz mit dem Image des Welt-Bankiers nicht nur Freunde besaß. Zum anderen habe Rom damals eine Defizitdeckungs-Garantie versprochen, die zehnmal höher war als diejenige der Schweiz. Dies sei international als kompromissloses Bekenntnis Italiens zu den Olympischen Spielen wahrgenommen worden.

Folgende weitere Städte hatten sich ebenfalls um die Austragung beworben, erhielten aber keine Zulassung zur Wahl durch das IOC: Die finnische Hauptstadt Helsinki, die Landeshauptstadt des Bundeslandes Kärnten in Österreich Klagenfurt, die slowakische Stadt Poprad und das polnische Wintersportzentrum Zakopane.

Das offizielle Logo zeigt über den olympischen Ringen und dem Schriftzug „Torino 2006“ das Profil der Mole Antonelliana. Dieses Wahrzeichen der Stadt ist dargestellt mit weißen und blauen Eiskristallen, welche den Schnee und den Himmel symbolisieren. Das Kristallnetz steht auch für das Netz neuer Technologien und den olympischen Gemeinschaftssinn.

Die offiziellen olympischen Maskottchen heißen Neve und Gliz. Die weibliche Neve hat einen Kopf in Form eines Schneeballs und der rote Körper besteht aus dünnen runden Formen. Gliz ist männlich und hat einen eckigen Eiswürfel-Kopf sowie einen blauen kantigen Körper. Zusammen mit dem Maskottchen der Winter-Paralympics 2006, Aster, bilden Neve und Gliz ein Trio, deutlich zu erkennen an den sehr ähnlichen Gesichtszügen der drei Figuren.

Das Motto der Olympischen Winterspiele von Turin lautete: „Passion lives here“, was übersetzt ins Deutsche „Hier lebt die Leidenschaft“ bedeutet. Dieses Motto wurde in der Eröffnungsfeier mehrmals in Form der durch die Farbe Rot symbolisierten Leidenschaft aufgegriffen.

Im November 2005 wurde die olympische Fackel im antiken Olympia entzündet. Am 8. Dezember 2005 erreichte der Fackellauf Italien. Papst Benedikt XVI. segnete das olympische Feuer bei einer Messe auf dem Petersplatz.

Der Fackellauf führte nicht nur durch Griechenland und Italien, sondern auch durch San Marino, Slowenien, Österreich, die Schweiz und Frankreich. An der französisch-italienischen Grenze versuchte ein Demonstrant mit einer Protestflagge die Fackel auszulöschen. Die Fackel erreichte Turin einen Tag vor Beginn der Spiele.

Bis zur Eröffnungsfeier trugen mehrere Prominente das Feuer durch die Stadt. Dazu gehörten unter anderen Fabio Capello, der damalige Fußball-Trainer von Juventus Turin, und Stabhochspringer Serhij Bubka. Bis zur Entzündung des olympischen Feuers hatte die Flamme 11.300 Kilometer, getragen von 10.001 Fackelträgern, zurückgelegt.

Entzündet wurde das Olympische Feuer während der Eröffnungszeremonie durch die italienische Skilangläuferin Stefania Belmondo. Sie gewann bei den vier Olympischen Winterspielen von 1992 bis 2002 insgesamt zwei Gold-, vier Silber- und vier Bronzemedaillen.

Der Bau von Sportanlagen, olympischen Dörfern und der Straßeninfrastruktur kostete die Veranstalter rund 1,5 Milliarden Euro. Die Wettkämpfe wurden in vier Hallen in Turin sowie in mehreren Orten in der Provinz Turin ausgetragen. Aufgrund dessen sprach man vom Olympia der weiten Wege. Diesem Umstand ist es auch zuzuschreiben, dass drei olympische Dörfer für die Olympiateilnehmer eingerichtet wurden.

Im Lingotto-Viertel lag das größte olympische Dorf Turin Village, in dem 2500 Athleten und deren Betreuer untergebracht waren. Der Bau kostete 137 Millionen Euro und hier waren die Eishockey- und Curlingteams, die Eisschnell- und Eiskunstläufer sowie die Shorttracker untergebracht. Die weiteren olympischen Dörfer in Sestriere Colle und in Bardonecchia beherbergten 1700 beziehungsweise 700 Athleten und Betreuer.

Im Oval Lingotto wurden die Wettbewerbe im Eisschnelllauf ausgetragen. Die Halle befindet sich im Südosten der Stadt in der Nähe des Olympischen Dorfes. Sie besitzt eine Fläche von 26.500 m² und bietet 8500 Zuschauern Platz. Der Bau der Halle, die als frei tragende Konstruktion ohne jegliche Säulen auskommt, begann 2002 und dauerte bis November 2005. Die Baukosten beliefen sich auf rund 70 Millionen Euro.

Im Torino Esposizioni und im Torino Palasport Olimpico fanden die Eishockeyspiele statt. Im Torino Esposizioni fanden 4320 Zuschauer Platz und es wurden dort 27 der 58 Spiele veranstaltet. Die Baukosten für den Torino Palasport Olimpico beliefen sich auf 90 Millionen Euro und die maximale Kapazität beträgt 12.232 Sitzplätze. Beide Hallen befinden sich im südlichen Stadtteil Santa Rita, unmittelbar neben dem Turiner Olympiastadion.

Das Eiskunstlaufen und die Shorttrack-Entscheidungen konnten im Torino Palavela gesehen werden. Die Halle befindet sich im Südosten der Stadt, in der Nähe des Messegeländes Lingotto, des Oval Lingotto und des Olympischen Dorfes. Sie wurde 2005 mit einem Aufwand von 55 Millionen Euro völlig renoviert und umgestaltet. Die Kapazität lag bei 6600 Zuschauern.

Das Stadio Olimpico, das Olympiastadion von Turin, war Schauplatz der Eröffnungs- und Schlussfeier. Es befindet sich im südlichen Stadtteil Santa Rita, unmittelbar neben der Sporthalle Torino Palasport Olimpico und dem Messegelände Torino Esposizioni. Zum Zweck der Feiern wurden zusätzliche Tribünen errichtet, wodurch die Kapazität von 26.000 auf 35.000 Zuschauer erhöht wurde.

Im rund 90 Kilometer von Turin entfernten und etwa 1.312 m ü. NN liegenden Bardonecchia fanden die Snowboard-Wettbewerbe statt. Eine Kunsteisbahn für die Wettbewerbe im Bobsport, Rennrodeln und Skeleton wurde im 1.354 m ü. NN liegenden Cesana Torinese errichtet. Die Bahn ist 1435 Meter lang, besitzt 19 Kurven und überwindet eine Höhendifferenz von 114 Metern. Während der Wettkämpfe wurden Höchstgeschwindigkeiten von bis zu 130 km/h erreicht. Im Ortsteil San Sicario fanden außerdem die olympischen Biathlon-Wettbewerbe und mehrere alpine Skirennen der Damen statt.

Die übrigen Ski Alpin Entscheidungen fielen im traditionellen alpinen Skiweltcup-Ort Sestriere. Mit einer Höhe von 2.035 m ü. NN war es der höchstgelegene Wettbewerbsort. In der Stadt Pinerolo liefen die Curling-Entscheidungen, während die kleinen Gemeinden Pragelato und Sauze d'Oulx Gastgeber des Skispringens, des Skilanglaufs und der Nordischen Kombination beziehungsweise der Freestyle-Wettbewerbe waren.

Bei den Olympischen Spielen wurden insgesamt 1026 in Handarbeit hergestellte Gold-, Silber- und Bronzemedaillen vergeben. Sie waren jeweils 450 Gramm schwer und hatten eine Ringform mit einem Loch in der Mitte. Die Goldmedaille wurde aus Silber mit einem 6-Gramm-Goldüberzug gefertigt, um die Kosten zu minimieren.

Die Medaillen sollten durch ihre Form einen Platz darstellen, auf dem sich Menschen treffen und Kontakt zueinander haben. Das Loch sollte außerdem den Sportler zu einem Teil der Medaille machen, weil man ein Stück von ihm durch dieses Loch sieht, wenn er die Medaille trägt.

Im Anschluss an die Wettkämpfe wurde meist nur die Blumenzeremonie durchgeführt, die offizielle Siegerehrung mit Medaillenvergabe erfolgte hingegen im Rahmen einer größeren Veranstaltung gemeinsam mit den Siegern anderer Disziplinen. Bei diesen Veranstaltungen im Herzen Turins wurde auch mit einem anschließenden Konzert und Feuerwerk gefeiert. Diese Feiern fanden auf der „Medal Plaza“ statt, der Piazza Castello vor dem königlichen Schloss.

Manchmal wurden die Medaillen jedoch gleich im Anschluss an die Wettkämpfe vergeben. Vor allem der ORF kritisierte, diese Verleihungen seien weniger feierlich und es würden unterschiedliche Sportarten unterschiedlich präsentiert. Zudem protestierte der ORF gegen die Zeremonie der Damen-Abfahrt, da die österreichische Hymne von anderer Musik aus dem Stadion übertont wurde.

Die erfolgreichste Nation war Deutschland mit elf Gold, zwölf Silber- und sechs Bronzemedaillen, gefolgt von den Vereinigten Staaten und Österreich. Insgesamt konnten 26 Nationen Medaillen erringen.

An der Eröffnungsfeier im Turiner Olympiastadion waren 6500 Darsteller, die seit September 2005 probten, beteiligt. Sie wurde von Marco Balich gestaltet, der schon Konzerte von Weltstars wie U2, Pink Floyd und Whitney Houston plante. Die knapp dreistündige Eröffnungsfeier begann am 10. Februar 2006 um 20:00 Uhr. Verfolgt wurde die Veranstaltung von 35.000 Zuschauern im Olympiastadion und ungefähr zwei Milliarden Menschen im Fernsehen.

Den Auftakt der Eröffnungsfeier bildete ein Amboss, der vom italienischen Turnolympiasieger Juri Chechi mit einem Hammer geschlagen wurde. Dieser symbolisierte die Industriestadt Turin, in der viele Automobilmarken ansässig sind. Bereits dieser Auftritt, wie auch der weitere Verlauf der Veranstaltung, wurde von Rot als Farbe der Leidenschaft dominiert. Rollschuhfahrer, Skateboarder und Breakdancer stellten Blut und Blutzellen dar und bildeten zum Abschluss dieses ersten Teiles der Zeremonie ein Herz, welches durch ihre Bewegung den Eindruck erweckte, es würde schlagen. Dieses Symbol sollte auch ein herzliches Willkommen an die Zuschauer und Athleten aus aller Welt bedeuten.

Im zweiten Teil der Feier wurde ein Themenwechsel hin zur alpenländischen Folklore vollzogen. Sieben Alphörner sollten die sieben Alpenländer symbolisieren. Die Darstellung war überspitzt, so als ob es das Motiv einer Postkarte wäre. Auch Klischees und Vorurteile über die Tradition dieser Region wurden mit dem Auftritt von Folkloregruppen aufgegriffen. Den beiden ersten Showelementen folgte der erste offizielle Teil der Eröffnungsveranstaltung. Carla Bruni, ehemaliges Topmodel und Sängerin, brachte die italienische Flagge ins Olympiastadion, wo sie von Carabinieri gehisst wurde. Das neunjährige Mädchen Eleonora Benetti sang Fratelli d’Italia, die italienische Nationalhymne.

Es folgte eine erneute Showeinlage, bei der mehrere hundert Beteiligte zwei „X“ bildeten, um die zwanzigsten Olympischen Winterspiele in Römischen Zahlen zu symbolisieren. Anschließend stellten sie den Bewegungsablauf eines Skispringers dar. Über eine Gerüstkonstruktion wurden die olympischen Ringe, begleitet von Akrobaten, im Stadion installiert. Es waren die größten Olympischen Ringe aller Zeiten, was dem Motto citius, altius, fortius (höher, schneller, weiter) entsprach.

Unter den Ringen hindurch marschierten die Athleten und Offizielle der einzelnen Staaten ins Stadion ein. Die erste Nation war traditionell Griechenland mit dem Fahnenträger Eleftherios Fafalis. An achter Stelle betraten die Österreicher mit Fahnenträgerin Renate Götschl das Stadion, an Stelle 31 kam Deutschland mit Kati Wilhelm. Als letzte Nation betrat Gastgeber Italien das Stadion, die Fahnenträgerin war die Eiskunstläuferin Carolina Kostner aus Südtirol. Der Einmarsch der Sportler war im Vergleich zu früheren Olympischen Spielen vorgezogen worden, damit die Athleten nicht so lange in der Kälte warten mussten und mehr von der Veranstaltung mitbekamen.

An dieser Stelle wurden Zitate von Dante Alighieri (Göttliche Komödie) aus einem übergroßen Buch rezitiert, die die Sportler noch einmal zu einem sportlichen und fairen Verhalten ermahnen sollten. Anschließend ging die Eröffnungsfeier auf die italienische Geschichte und Kunstgeschichte ein. Fahnenschwenker und höfische Szenen aus dem 17. Jahrhundert sowie die Nachstellung des Gemäldes „Die Geburt der Venus“ mit Eva Herzigová symbolisierten die Renaissance, Stelzenläufer mit riesigen Reifröcken den Barock. Dann vollzog sich die Wende zur Moderne mit dem Tänzer Roberto Bolle und einer Nachbildung der Skulptur Einzigartige Formen der Kontinuität im Raum von Umberto Boccioni sowie einem Techno-Ballett in der Choreographie von Enzo Cosimi. Danach erfolgte der Zusammenbau eines Formel-1-Rennwagens von Ferrari, der danach eine Runde im Stadion drehte.

Die Reden des OK-Präsidenten Valentino Castellani, der auf den olympischen Frieden verwies, und des IOC-Präsidenten Jacques Rogge, der dem Organisationskomitee dankte und an die Sportler appellierte, sauberen Sport zu betreiben, leiteten die offizielle Eröffnung der Spiele durch den italienischen Staatspräsidenten Carlo Azeglio Ciampi ein. Zu den Klängen von Giuseppe Verdis Oper Aida folgte der Einzug der Olympischen Flagge. Erstmals in der olympischen Geschichte wurde diese von bekannten und engagierten Frauen getragen. Sie sollten alle Frauen der Welt symbolisieren und für Frieden, Verständigung und Kommunikation zwischen den Kulturen stehen. Die acht Fahnenträgerinnen waren die Schauspielerinnen Sophia Loren und Susan Sarandon, die Friedensnobelpreisträgerin Wangari Muta Maathai, die Schriftstellerin Isabel Allende, die Olympiasiegerinnen Nawal El Moutawakel, Maria de Lurdes Mutola und Manuela di Centa und die Aktivistin Somaly Mam.

Giorgio Rocca sprach den Olympischen Eid der Sportler, Fabio Bianchetti tat dies für die Kampfrichter. Als Symbol für den Frieden stellten Akrobaten eine fliegende Friedenstaube dar und Yoko Ono verlas eine Friedensbotschaft. Der bis dahin erste wirkliche musikalische Beitrag war Imagine, gesungen von Peter Gabriel. Der Höhepunkt der Eröffnungsfeier war die Entzündung des olympischen Feuers durch Stefania Belmondo. Es war das erste Mal, dass das Feuer mit einem Feuerwerk entzündet wurde. Zum Abschluss sang Luciano Pavarotti die Arie Nessun Dorma aus Giacomo Puccinis Oper Turandot.

Die ungefähr zweieinhalbstündige Schlussfeier fand am 26. Februar 2006 um 20:00 Uhr statt. Verfolgt wurde die Veranstaltung von 35.000 Zuschauern im Turiner Olympiastadion und mehr als einer Milliarde Menschen im Fernsehen. Die Veranstaltung stand unter dem Motto „Karneval und Zirkus“ und die Regie führte Marco Balich.

Zu Beginn ritt ein Clown auf einem weißen Pferd, das Freiheit und Sieg verkörpern sollte, ins Stadion ein. Gleichzeitig trat eine Meerjungfrau auf, welche das Meer symbolisieren sollte. Sowohl der Clown als auch alle weiteren Darsteller trugen Originalkostüme aus dem Federico-Fellini-Film Die Clowns aus dem Jahre 1970. Dann führten Akrobaten und Trapezkünstler des Cirque du Soleil an Vertikaltüchern auf der großen Bühne Programmelemente des Zirkus vor. Gleichzeitig traten Reifentänzer in der Stadionmitte auf und Schauspieler mit Kostümen der Commedia dell'Arte, der italienischen Stegreifkomödie des 16. Jahrhunderts, marschierten ein.

Der dritte Programmteil des Abends war der Karneval von Viareggio. Es betraten geschobene, feuerspeiende Wagen und Feuerspucker das Stadion. Außerdem folgten Darsteller mit den Originalmasken und -kostümen aus Viareggio. Dann erschienen noch Tarot-Karten, die eine lange Tradition im Piemont haben. Diese führten zusammen mit den anderen Darstellern einen Schicksalstanz auf, in dessen Verlauf sie einen Stern und ein Dreieck bildeten. Als immer wiederkehrendes Element zog sich über die gesamte Schlussfeier das kurze Erscheinen eines Rosenverkäufers, welcher von Wachleuten in antiken Uniformen und später sogar von einer kleinen Armee gejagt wurde, hin. Am Ende der Feier wurde dieser Rosenverkäufer in die „Familie der Clowns“ aufgenommen. Die Szene hat ihren Ursprung in der Aversion des Regisseurs Marco Balich gegenüber Rosenverkäufern, die abends durch die Restaurants ziehen und ihn immer beim guten Essen stören würden.

Es folgte die Siegerehrung für die Gewinner des 50-Kilometer-Langlaufs der Herren. Sie wurde durch die IOC-Mitglieder Manuela Di Centa, einer ehemaligen italienischen Langläuferin, und Gian-Franco Kasper, dem FIS-Präsidenten, vorgenommen. Die Goldmedaille ging an Giorgio Di Centa, die ihm von seiner Schwester überreicht wurde. Die Silbermedaille gewann der Russe Jewgeni Dementjew, die Bronzemedaille der Österreicher Mikhail Botwinov. Die Flaggen wurden unter den Olympischen Ringen im Stadion gehisst.

Im weiteren Verlauf des Programms erschienen wieder die Feuerläufer, die schon in der Eröffnungsfeier eine Rolle spielten. Ihnen folgte eine Kapelle aus Carabinieri, die auch die italienische Flagge hissten. Durch den Umstand, dass der Sieger des 50 Kilometer-Langlaufs ein Italiener war, wurde die Flagge zweimal hintereinander gehisst und die Hymne zweimal gespielt. Vor dem Einmarsch der Athleten wurde traditionsgemäß die Hymne Griechenlands gespielt. Danach marschierten die Fahnenträger der Nationen ins Stadion ein. Für Deutschland tat dies Claudia Pechstein, für Italien Armin Zöggeler, für die Schweiz Maya Pedersen-Bieri. Ihnen folgten die Athleten, welche diesmal gemischt und nicht strikt nach Nationen geordnet einmarschierten.

Als Nächstes fuhren mehrere Fiat 500 und Vespa ins Stadion. Artisten zeigten Salti und Schrauben auf einer 30 Meter langen Trampolinbahn. Danach schwebten Artisten über einem Gebläse und zeigten Kunststücke in der Luft. Am Ende dieser Darbietung traten im Innenraum des Stadions Darsteller auf, die Feuerräder oder Funken sprühende Flügel auf dem Rücken trugen.

Im Anschluss folgte der offizielle Teil der Abschlussfeier. IOC-Präsident Jacques Rogge und der Präsident des Organisationskomitees Valentino Castellani wurden dabei von Beckie Scott begleitet, die während der Spiele in die Athletenkommission des IOC gewählt worden war. Castellani wurde vom IOC-Präsidenten der Olympische Orden verliehen. In seiner Rede dankte der OK-Präsident den vielen ehrenamtlichen Helfern und verabschiedete sich stellvertretend für Turin. Während seiner Rede wurde er jedoch durch einen Störer unterbrochen, der eines der Mikrofone am Rednerpult abriss. Dieser wurde jedoch schnell von den Sicherheitskräften in Gewahrsam genommen.

Nach Castellani hielt Jacques Rogge eine Rede, in der er Turin „großartige Olympische Spiele“ bescheinigte. Er bedankte sich ebenfalls bei den Helfern und verwies noch auf die in zwei Wochen später stattfindenden Paralympics. Er warb bei den Athleten um Verständnis für das harte Vorgehen des IOC gegen Doping, weil dadurch versucht werde, die Gesundheit der Athleten zu schützen. Am Ende seiner Rede erklärte Jacques Rogge die Spiele von Turin für beendet und lud die Jugend der Welt zu den Olympischen Winterspielen 2010 in Vancouver ein. Er dankte Italien und Turin für die Durchführung der Spiele.

Nun folgte der offizielle Übergang zu Vancouver. Der querschnittsgelähmte Bürgermeister von Vancouver, Sam Sullivan, kam auf die Bühne. Die kanadische Flagge wurde gehisst und ein kanadischer Startenor sang die Hymne Kanadas. Der Bürgermeister Turins, Sergio Chiamparino, übergab die Olympische Fahne an Sam Sullivan. Die Flagge wurde an seinem Rollstuhl befestigt, damit er diese schwenken konnte. Ein Videoclip, der den Flug über schneebedeckte Berge und einen zugefrorenen Fluss zeigte, war die Überleitung zu einer Gruppe kanadischer Ureinwohner. Ein Darsteller bohrte ein Loch in eine symbolisierte Eisfläche, wie beim Eisfischen, und brach sie dadurch auf. Gleichzeitig bauten andere Darsteller ein Inukshuk, eine Steinfigur der Inuit in Form eines Menschen, welche das offizielle Logo der Spiele von Vancouver ist, auf. Gesanglich wurde das Gastgeberland der nächsten Olympischen Winterspiele durch Avril Lavigne vertreten. Während der Dauer des Songs wurde auf Rollerblades ein Eishockeyspiel nachgestellt. Zum Abschluss der Überleitung nach Vancouver wurde ein Clip gezeigt, der das Motto „Come Play With Us“ („Komm, spiel mit uns“) vorstellte und die Olympische Flagge eingeholt. Sie wurde von Nino Benvenuti, Klaus Dibiasi, Gianluca Vialli, Sara Simeoni, Gustav Thöni, Novella Calligaris, Livio Berruti und Mario Cipollini aus dem Stadion getragen.

Das künstlerische Rahmenprogramm wurde mit dem Einmarsch einer kleinen Armee fortgesetzt, die an einen militärischen Sieg Savoyens über Frankreich vor 300 Jahren, der Schlacht von Turin erinnern sollte. Außerdem wurde eine Feuerspeiende Harfe in der Mitte des Stadions aufgebaut. Ein Darsteller spielte auf ihr und im selben Rhythmus wie ihre Feuerstöße gab es aufflackernde Flammen im ganzen Stadion. Als Andrea Bocelli zu singen begann, kamen 380 Bräute ins Stadion. Sie bildeten zuerst eine Friedenstaube und dann das Logo der Olympischen Winterspiele von Turin. Als der ehemalige italienische Skistar Isolde Kostner das Stadion ebenfalls im Brautkleid betrat, erlosch um 22:07 Uhr das Olympische Feuer, ohne dass es großes Aufsehen erregte.

Während des nun folgenden Abschlussfeuerwerks sang die Italienerin Elisa Toffoli, die in Salt Lake City bei der Abschlussfeier die italienische Hymne gesungen hatte, das Lied „Luce“ und Ricky Martin das Lied „I don't care“ sowie seinen Hit von 1998, „La Copa de la Vida“. Am Ende der Abschlussfeier spielte ein DJ, dessen Turntables sich auf dem Amboss aus der Eröffnungsfeier befanden.

Im Biathlon wurden je fünf Wettbewerbe für Damen und Herren ausgetragen, diese fanden in San Sicario statt. Neu in das Programm aufgenommen wurde das Massenstartrennen; bei den Damen führte dieses über eine Distanz von 12,5 Kilometer, bei den Herren über 15 Kilometer.

Bei den Rennen der Männer dominierten die Athleten aus Deutschland: Am 11. Februar im 20-Kilometer-Einzel wurde der deutsche Michael Greis der erste Olympiasieger dieser Spiele. Er gewann außerdem das Rennen im Massenstart über 15 Kilometer und das Staffelrennen und war der erfolgreichste Biathlet der Olympischen Spiele. Eine weitere Einzel-Goldmedaille gewann Sven Fischer. Vincent Defrasne gewann das Verfolgungsrennen über 12,5 Kilometer und war der einzige Olympiasieger, der nicht aus Deutschland kam. Hinter den eigenen und den Erwartungen der Öffentlichkeit zurück blieb der überragende Biathlet der vorangegangenen Jahre Ole Einar Bjørndalen, der bei den Olympischen Winterspielen 2002 vier Mal Olympiasieger geworden war und sich 2006 mit zwei Silbermedaillen und einer Bronzemedaille zufrieden geben musste.

Bei den Frauenrennen kamen die vier Einzel-Olympiasiegerinnen aus vier verschiedenen Ländern, Deutschland (Kati Wilhelm), Russland (Swetlana Ischmuratowa), Frankreich (Florence Baverel-Robert) und Schweden (Anna Carin Olofsson). Die erfolgreichsten Teams waren das deutsche, das insgesamt 6 Medaillen gewann und das russische, das das Staffelrennen und damit eine zweite Goldmedaille sowie drei weitere Bronzemedaillen gewann. Erfolgreichste Biathletinnen waren Swetlana Ischmuratowa mit zwei Olympiasiegen, Albina Achatowa mit insgesamt drei Medaillen sowie Anna Carin Olofsson, die eine Gold- und eine Silbermedaille in Einzelrennen gewann.

Im 15-Kilometer-Einzel der Damen überquerte die Russin Swetlana Ischmuratowa vor Olga Pyljowa und Martina Glagow die Ziellinie. Die Zweitplatzierte wurde nach dem Wettbewerb jedoch positiv auf die Einnahme des Dopingmittels Carphedon getestet, woraufhin sie ihre Silbermedaille abgeben musste. Glagow gewann somit Silber und die Russin Albina Achatowa Bronze. Im 12,5-Kilometer-Massenstart bestritt Uschi Disl ihr letztes olympisches Rennen und gewann ihre insgesamt neunte olympische Medaille.

Insgesamt dominierten in den Biathlon-Wettbewerben die deutschen Athleten. Sie gewannen fünf Gold-, vier Silber- und zwei Bronzemedaillen. Je zwei Wettbewerbe gewannen Athleten aus Russland und Frankreich, einen Wettbewerb die Schweden.

Auf der Bob-und Rodelbahn Pariol in Cesana Torinese fanden drei Wettbewerbe im Bobsport statt. Dabei erwies sich Deutschland als dominierende Nation, die Athleten gewannen alle drei Goldmedaillen. Die aus Thüringen stammenden André Lange und Kevin Kuske waren im Zweierbob und im Viererbob erfolgreich, im Viererbob zusätzlich René Hoppe und Martin Putze. Den Zweierbob-Wettbewerb der Damen entschieden Sandra Kiriasis und Anja Schneiderheinze für sich. Die Schweizer Bobfahrer Martin Annen und Beat Hefti gewannen sowohl im Zweier- als auch im Viererbob die Bronzemedaille, im Viererbob zusammen mit Thomas Lamparter und Cédric Grand. Der aus Jamaika stammende Lascelles Brown hatte erst kurz vor den Olympischen Spielen die kanadische Staatsbürgerschaft erhalten und gewann zusammen mit Pierre Lueders die Zweierbob-Silbermedaille.

Die Curling-Turniere der Damen und Herren fanden im Palazzo Polifunzionale del Ghiaccio in Pinerolo statt. An beiden Wettbewerben nahmen jeweils zehn Curlingteams teil, wovon sich neun ihren Startplatz auf Basis eines Punktesystems gesichert hatten, das die Ergebnisse der Weltmeisterschaften der Jahre 2003, 2004 und 2005 berücksichtigte. Die beiden italienischen Curlingteams waren als Gastgeber automatisch qualifiziert.

In der ersten Turnierphase zwischen dem 13. und 20. Februar traten im Round-Robin-System jede Mannschaft gegen jede der neun anderen Mannschaften an. Dabei fanden an jedem Tag drei Sessions statt, eine am Morgen, eine am Nachmittag und eine am Abend. Die vier punktbesten Teams qualifizierten sich für das Halbfinale. Die Sieger der beiden Halbfinalmatches ermittelten im Finale den Olympiasieger, die beiden unterlegenen Halbfinalisten den Gewinner der Bronzemedaille. Die Finalphase dauerte vom 22. bis 24. Februar.

Am Turnier der Herren nahmen die Mannschaften aus Deutschland, Finnland, Italien, Kanada, Neuseeland, Norwegen, Schweden, Schweiz, den USA und dem Vereinigten Königreich teil. Im Finale bezwang Kanada die Mannschaft aus Finnland mit 10:4, im Spiel um Platz drei siegten die Vereinigten Staaten 8:6 gegen das Vereinigte Königreich. Die Schweizer Mannschaft erreichte mit fünf Siegen den fünften Platz, die deutsche Mannschaft gewann lediglich drei Spiele und kam auf Platz acht.

Am Turnier der Damen nahmen die Mannschaften aus Dänemark, Italien, Japan, Kanada, Norwegen, Russland, Schweden, der Schweiz, den Vereinigten Staaten und dem Vereinigten Königreich teil. Im Finale bezwang Schweden die Mannschaft aus der Schweiz mit 7:6 (nach Verlängerung), im Spiel um Platz drei siegte Kanada 11:5 gegen Norwegen.

Es fand je ein Eishockeyturnier für Damen und Herren statt, Austragungsorte waren die Hallen Palasport Olimpico und Torino Esposizioni in Turin.

Für das Herren-Turnier waren zwölf Mannschaften mit jeweils 20 Feldspielern und drei Torhütern zugelassen. Dafür qualifizierten sich die acht besten Teams der Eishockey-Weltrangliste direkt, nämlich Kanada, Schweden, Slowakei, Tschechien, Finnland, die USA, Russland und Deutschland; dazu kam noch Gastgeber Italien. Die weiteren drei Plätze wurden in Qualifikationsturnieren ausgespielt, bei welchen sich die Schweiz, Lettland und Kasachstan qualifizierten.

Die zwölf Mannschaften spielten zunächst in zwei Vorrundengruppen mit jeweils sechs Teams. Die besten vier Mannschaften jeder Gruppe erreichten das Viertelfinale und ermittelten in der Folge im K.-o.-System den Olympiasieger. Die deutsche Mannschaft verpasste mit Platz fünf in der Vorrundengruppe A knapp den Einzug in das Viertelfinale; von den fünf Spielen konnte die Mannschaft keins gewinnen, nur zwei gingen unentschieden aus. Die Schweizer erreichten in der gleichen Gruppe mit zwei überraschenden Siegen gegen Kanada und Tschechien sowie zwei Unentschieden den zweiten Platz, schieden aber im Viertelfinale gegen den späteren Olympiasieger Schweden aus. Der Bronzemedaillengewinner wurde durch die beiden Verlierer des Halbfinals ermittelt, dabei siegte Tschechien 3:0 gegen Russland. Weitere Platzierungsspiele gab es nicht. Olympiasieger wurde das schwedische Team, das im Finale die Mannschaft aus Finnland mit 3:2 besiegte.

Für das olympische Eishockeyturnier der Damen waren acht Teams mit jeweils 20 Feldspielerinnen und drei Torhüterinnen zugelassen. Direkt qualifiziert hatten sich die vier besten Frauenteams der Eishockey-Weltrangliste, also Kanada, die USA, Finnland und Schweden; Gastgeber Italien war als fünftes Team automatisch zugelassen. Die restlichen drei Plätze wurden in einer Qualifikationsrunde vergeben, bei der sich Russland, Deutschland und die Schweiz durchsetzen konnten.

In der Vorrunde des Damenturniers spielten die acht Teams zunächst in zwei Gruppen. Die beiden Erstplatzierten jeder Gruppe erreichten das Halbfinale, die Dritt- und Viertplatzierten spielten in einer Platzierungsrunde um die Plätze fünf bis acht. Die Vorrundenspiele verliefen insgesamt ohne große Überraschungen: Die Kanadierinnen und US-Amerikanerinnen dominierten ihre Spiele, Finnland und Schweden stellten die besten Teams hinter den Nordamerikanerinnen. Im Halbfinale besiegten die Schwedinnen im Penalty-Schießen die hoch favorisierte US-amerikanische Mannschaft und sorgten für das erste nichtnordamerikanische Finale bei Weltmeisterschaften oder Olympischen Spielen. Im Finale bezwang Kanada die Mannschaft aus Schweden mit 4:1, im Spiel um Platz drei siegten die Vereinigten Staaten 4:0 gegen Finnland. Das deutsche Team verpasste mit Platz drei in der Vorrundengruppe B knapp den Einzug in das Viertelfinale; von den drei Spielen konnte es nur jenes gegen die Schweiz gewinnen. Die Schweizerinnen wiederum erreichten mit drei Niederlagen den vierten und letzten Platz dieser Gruppe.

Im Eiskunstlauf wurden vier Wettbewerbe in der Halle Torino Palavela in Turin ausgetragen. Den Einzelwettbewerb der Herren gewann der Russe Jewgeni Pljuschtschenko überlegen mit 258,33 Punkten vor dem Schweizer Stéphane Lambiel mit 231,21 Punkten und dem Kanadier Jeffrey Buttle mit 227,59 Punkten. Der einzige deutsche Teilnehmer Stefan Lindemann wurde nach einer schlechten Kurzkür und einer schwachen Kür lediglich 21. von 24 Läufern im Finale mit nur 172,57 Punkten. Im Eiskunstlauf der Damen gewann die Japanerin Shizuka Arakawa als erste Asiatin eine olympische Goldmedaille im Eiskunstlaufen, vor der US-Amerikanerin Sasha Cohen und der Russin Irina Sluzkaja.

Im Paarlauf-Wettbewerb musste das chinesische Paar Zhang Dan und Zhang Hao nach einem Sturz von Zhang Dan die Kür einige Minuten unterbrechen. Sie erlitt eine Bänderdehnung, konnte aber trotzdem die zweite Position nach dem Kurzprogramm behaupten. Die Sieger in dieser Disziplin waren die Russen Tatjana Totmjanina und Maxim Marinin. Das deutsche Paar Aljona Sawtschenko und Robin Szolkowy errang Platz sechs, das zweite deutsche Paar Eva-Maria Fitze und Rico Rex belegte am Ende Platz 15. Im von vielen Fehlern und Stürzen gekennzeichneten Eistanz siegten die Russen Tatjana Nawka und Roman Kostomarow mit 200,64 Punkten.

Insgesamt dominierten in den Eiskunstlauf-Wettbewerben die russischen Athleten. Sie gewannen drei Gold- und eine Bronzemedaille.

Auf dem Oval Lingotto in Turin fanden je sechs Wettbewerbe für Damen und Herren im Eisschnelllauf statt. Neu im Programm war der Team-Verfolgungswettkampf, der nach dem gleichen Modus wie sein Pendant im Bahnradsport ausgetragen wurde. In den Eisschnelllauf-Wettbewerben gab es sehr viele Favoriten, was zu ausgeglichenen und spannenden Wettkämpfen führte. Die erfolgreichsten Eisschnellläufer kamen mit drei Gold-, drei Silber- und einer Bronzemedaille aus den Vereinigten Staaten. Auch Athleten aus den Niederlanden, Kanada, Italien und Russland wurden Olympiasieger. Bekannte Olympiasieger dieser Spiele im Eisschnelllauf waren Joey Cheek, Enrico Fabris, Chad Hedrick, Marianne Timmer, Cindy Klassen und Ireen Wüst. In der Team-Verfolgung der Damen gewann die deutsche Mannschaft mit Anni Friesinger, Claudia Pechstein, Daniela Anschütz-Thoms, Lucille Opitz und Sabine Völker die Goldmedaille vor Kanada und Russland. Claudia Pechstein errang im 5000-Meter-Lauf außerdem die Silbermedaille, Anni Friesinger im 1000-Meter-Lauf die Bronzemedaille.

Im Freestyle-Skiing wurden im Ort Jouvenceaux in der Gemeinde Sauze d'Oulx je zwei Wettbewerbe für Damen und Herren ausgetragen. Die Buckelpiste hatte eine Länge von 223 Metern und war 10 Meter breit, das Gefälle lag bei 26,5°. Bei den Herren setzte sich der Australier Dale Begg-Smith mit 26,77 Punkten vor dem Finnen Mikko Ronkainen und dem US-Amerikaner Toby Dawson durch. Bei den Damen gewann die Kanadierin Jennifer Heil mit 26,50 Punkten vor der Norwegerin Kari Traa und der französischen Athletin Sandra Laoura. Die amtierende Weltmeisterin Hannah Kearney aus den USA war bereits in der Qualifikation ausgeschieden.

Im Springen der Herren gewann der Chinese Han Xiaopeng vor dem Weißrussen Dimitri Daschinski und dem Russen Wladimir Lebedew, bei den Damen setzte sich die Schweizerin Evelyne Leu gegen die Chinesin Li Nina und die Australierin Alisa Camplin durch. Der Finaldurchgang der Damen musste wegen dichten Nebels um eine halbe Stunde verschoben werden und war auch sonst von zahlreichen Unterbrüchen geprägt. Die Australierin Jacqui Cooper hatte in der Qualifikation einen neuen Weltrekord aufgestellt, stürzte jedoch im Finaldurchgang und erreichte so nur den achten Platz.

Im Rennrodeln wurden auf der Bob- und Rodelbahn Pariol in Cesana Torinese drei Wettbewerbe ausgetragen. Den Einsitzer-Wettbewerb der Herren gewann der Italiener Armin Zöggeler vor dem Russen Albert Demtschenko und dem Letten Mārtiņš Rubenis. Der deutsche Athlet Georg Hackl verfehlte sein Ziel, bei seiner sechsten Olympiateilnahme die sechste Medaille zu gewinnen, klar und erreichte lediglich den siebten Platz. Im Doppelsitzer siegten die österreichischen Brüder Andreas Linger und Wolfgang Linger vor den Deutschen Andre Florschütz und Torsten Wustlich und den beiden Südtirolern Gerhard Plankensteiner und Oswald Haselrieder. Im Einsitzer der Damen belegten die deutschen Sportlerinnen die Plätze eins bis drei. Mit einer Gesamtzeit von 3:07,979 Minuten setzte sich die Oberwiesenthalerin Sylke Otto gegen die Oberhoferin Silke Kraushaar und Tatjana Hüfner durch.

In der Halle Torino Palavela in Turin fanden je vier Wettbewerbe für Damen und Herren im Shorttrack statt. Die erfolgreichsten Sportler der Olympischen Spiele 2006 starteten in dieser Sportart: Der Koreaner Ahn Hyun-soo wurde mit drei Goldmedaillen über 1000 Meter, 1500 Meter und in der 5000 Meter-Staffel sowie einer Bronzemedaille über 500 Meter erfolgreichster Athlet dieser Olympischen Winterspiele, während die Koreanerin Jin Sun-yu mit drei Goldmedaillen über 1000 Meter, 1500 Meter und in der 3000 Meter-Staffel erfolgreichste Frau bei diesen Spielen wurde. Außerdem war sie die erste südkoreanische Sportlerin, die bei Olympischen Spielen drei Goldmedaillen holte.

In den Shorttrack-Wettbewerben dominierten die koreanischen Sportler, welche sechs Gold-, drei Silber- und eine Bronzemedaille gewannen. Ebenfalls erfolgreich waren die Athleten aus China, den USA, Kanada, Bulgarien und Italien.

Auf der Bob- und Rodelbahn Pariol in Cesana Torinese wurde je ein Wettbewerb für Damen und Herren im Skeleton ausgetragen. Bei den Herren waren 27 Fahrer aus 19 Nationen am Start. Der Kanadier Duff Gibson wurde mit einer Gesamtzeit von 1:55,88 Minuten aus zwei Läufen Olympiasieger. Mit 39 Jahren ist er der älteste Sieger einer Individualsportart bei Olympischen Winterspielen. Die Silbermedaille gewann sein Landsmann Jeff Pain, Dritter wurde der Schweizer Gregor Stähli. Die deutschen Starter Sebastian Haupt und Frank Rommel belegten am Ende Platz neun beziehungsweise 24. Der Österreicher Martin Rettl, der Weltmeister von 2001 und Zweitplatzierte bei den Winterspielen 2002, enttäuschte mit Platz 13.

Bei den Damen waren 15 Fahrerinnen aus zwölf Nationen am Start. Die Schweizerin Maya Pedersen-Bieri gewann souverän die Goldmedaille. Sie erzielte in beiden Läufen Bestzeit, fuhr als einzige Fahrerin einen Lauf unter einer Minute, stellte einen neuen Bahnrekord auf und erzielte mit 123,1 km/h einen neuen Geschwindigkeitsrekord. Ihre Gesamtzeit lag bei 1:59,83 Minuten. Auf den weiteren Plätzen folgten die Britin Shelley Rudman und die Kanadierin Mellisa Hollingsworth-Richards. Die Deutsche Diana Sartor verpasste den Bronzerang nur um 0,28 Sekunden und belegte Platz vier. Die zweite deutsche Starterin Anja Huber kam am Ende auf Platz acht.

Im Alpinen Skisport wurden je fünf Wettbewerbe für Damen und Herren ausgetragen. Sieben der zehn Wettkämpfe fanden in Sestriere auf drei verschiedenen Pisten statt, drei Wettbewerbe der Damen in San Sicario auf dem Gebiet der Gemeinde Cesana Torinese.

Das erste Rennen der Herren, die Abfahrt, endete mit einer Überraschung; es gewann der Franzose Antoine Dénériaz vor dem Österreicher Michael Walchhofer und dem Schweizer Bruno Kernen, während Favoriten wie Daron Rahlves oder Bode Miller leer ausgingen. Ebenfalls überraschend endete der Kombinationswettbewerb: Nachdem zahlreiche Favoriten ausgeschieden waren, siegte der US-Amerikaner Ted Ligety, dem man eine solche Leistung eigentlich eher im Slalom zugetraut hatte. Die weiteren Medaillen gewannen Ivica Kostelić und Rainer Schönfelder.

Der Super-G am 18. Februar, der um 11:00 Uhr begonnen hatte, musste wegen starken Schneefalls und dichten Nebels nach 17 Fahrern abgebrochen werden, wurde zunächst auf 13:30 Uhr und schließlich auf 14:45 Uhr verlegt. Schließlich gewann der Norweger Kjetil André Aamodt, der damit nach 1992 und 2002 zum dritten Mal Olympiasieger in dieser Disziplin wurde; Zweiter wurde der Österreicher Hermann Maier, Dritter der Schweizer Ambrosi Hoffmann. Den Riesenslalom gewann Benjamin Raich vor Joël Chenal. Hermann Maier holte sich mit Platz 3 seine zweite Medaille bei diesen Spielen. Der Kanadier François Bourque, der nach dem ersten Lauf noch in Führung gelegen hatte, ging als Vierter leer aus.

Im Slalom erwiesen sich die Österreicher als überlegen und gewannen alle drei Medaillen; Benjamin Raich siegte vor Reinfried Herbst und Rainer Schönfelder. Der Italiener Giorgio Rocca, der in der laufenden Weltcup-Saison fünf Rennen hintereinander gewonnen hatte, hielt dem Erwartungsdruck seiner Landsleute nicht stand und schied im ersten Lauf aus.

Die Wettbewerbe der Damen begannen ebenfalls mit der Abfahrt. Es gewann Michaela Dorfmeister aus Österreich vor der Schweizerin Martina Schild, der Enkelin der Abfahrts-Olympiasiegerin von 1948, Hedy Schlunegger, und der mitfavorisierten Anja Pärson. Den Kombinationswettbewerb gewann die Kroatin Janica Kostelić, obwohl sie von einer Grippe geschwächt an den Start ging. Mit der insgesamt vierten Goldmedaille wurde sie zur erfolgreichsten Athletin an alpinen Olympiarennen überhaupt, vier Tage zuvor hatte ihr Bruder Ivica Kostelić in derselben Disziplin die Silbermedaille gewonnen. Die Silbermedaille gewann Marlies Schild, Anja Pärson belegte den dritten Platz und verpasste damit erneut mitfavorisiert ihren ersten Olympiasieg. Die Kombinationsabfahrt hätte ursprünglich am 17. Februar um 12:00 Uhr stattfinden sollen, wurde aber wegen schlechter Witterungsbedingungen um einen Tag verschoben, so dass zuerst der Kombinationsslalom ausgetragen wurde.

Auch im Super-G gewann Michaela Dorfmeister die Goldmedaille, diesmal vor Janica Kostelić und Alexandra Meissnitzer. Dieser Wettkampf hätte ursprünglich am 19. Februar um 12:00 Uhr stattfinden sollen, wurde aber wegen schlechter Witterungsbedingungen um einen Tag verschoben, am 20. Februar dann noch einmal von 12:00 Uhr auf 14:45 Uhr. Ebenfalls von schlechten Witterungsbedingungen betroffen war der Riesenslalom, der aber trotz heftigen Schneefalls und dichten Nebels programmgemäß durchgeführt wurde. Es gewann die US-Amerikanerin Julia Mancuso vor der Finnin Tanja Poutiainen; die Schwedin Anna Ottosson stieß im zweiten Lauf vom 13. auf den 3. Platz vor. Das letzte Rennen, den Slalom, gewann die Schwedin Anja Pärson, die damit zum ersten Mal Olympiasiegerin wurde. Die weiteren Medaillen gewannen Nicole Hosp und Marlies Schild, die nach einer Silbermedaille nun Bronze gewann.

Mit insgesamt vier Gold-, fünf Silber- und fünf Bronzemedaillen dominierte die österreichische Ski-Mannschaft diese Wettbewerbe. Sie gewannen fast die Hälfte aller erreichbaren Medaillen. Die erfolgreichsten Athleten waren die Österreicher Benjamin Raich und Michaela Dorfmeister mit je zwei Goldmedaillen. Weitere Olympiasieger kamen aus den USA, Frankreich, Kroatien, Norwegen und Schweden. Schweizer Skiläufer gewannen eine Silber- und zwei Bronzemedaillen, während die Gastgeber aus Italien die guten Resultate im Weltcup nicht bestätigen konnten und wie die Teilnehmer aus Deutschland keinen einzigen Podestplatz erreichten.

Sämtliche nordischen Skiwettkämpfe fanden auf dem Gebiet der Gemeinde Pragelato statt. Im Langlauf wurden je sechs Wettbewerbe für Damen und Herren ausgetragen. Außerdem fanden für die Herren je drei Wettkämpfe in der Nordischen Kombination und im Skispringen statt. Die Verfolgungsrennen über 10 Kilometer bei den Damen und 20 Kilometer bei den Herren wurden aus dem Programm genommen, dafür war der Team-Sprint zum ersten Mal im olympischen Programm.

Im Langlauf Team-Sprint (klassischer Stil) der Herren hatten sich auch die Deutschen Hoffnungen auf eine Medaille gemacht, jedoch mussten sie sich dem schwedischen, norwegischen und russischen Team geschlagen geben; Olympiasieger in dieser Disziplin wurden Thobias Fredriksson und Björn Lind. Im 15-Kilometer-Rennen (klassischer Stil) sorgte Tobias Angerer mit einem dritten Platz hinter dem Esten Andrus Veerpalu und dem Tschechen Lukáš Bauer für die erste deutsche Langlaufmedaille bei diesen Spielen.

Die 30-Kilometer-Verfolgung verlief für die Läufer des Deutschen Skiverbands enttäuschend: René Sommerfeldt gab das Rennen auf und Tobias Angerer, der zum engsten Favoritenkreis gehört hatte, belegte lediglich Platz 12. Sieger dieses Rennens war der Russe Jewgeni Dementjew, einen guten siebten Platz belegte der Österreicher Mikhail Botwinov.

Die Königsdisziplin, den 50-Kilometer-Wettbewerb im freien Stil, gewann in einem Schlussspurt der Lokalmatador Giorgio di Centa vor Jewgeni Dementjew und Mikhail Botwinov. Auch in der 4x10-Kilometer-Staffel gewannen die Italiener. Die deutsche Mannschaft mit den Läufern Andreas Schlütter, Jens Filbrich, René Sommerfeldt und Tobias Angerer errang vor den Schweden die Silbermedaille. Die Schweizer erreichten Platz 7, während die von einer im Folge des Dopingskandals nächtlich durchgeführten Razzia betroffenen Österreicher nicht mithalten konnten und in der dritten Runde aus dem Rennen genommen wurden.

Auch bei den Damen war die schwedische Mannschaft den Team-Sprintwettbewerb im klassischen Stil erfolgreich; Anna Dahlberg und Lina Andersson gewannen vor dem kanadischen und dem finnischen Team. Die deutsche Mannschaft mit Viola Bauer und Evi Sachenbacher-Stehle hatte sich Hoffnungen auf eine Medaille gemacht, verpasste diese mit Platz fünf jedoch ebenso wie das hoch favorisierte norwegische Team. In der 4x5-Kilometer-Staffel gewann die russische Mannschaft. Die deutschen Läuferinnen Stefanie Böhler, Viola Bauer, Evi Sachenbacher-Stehle und Claudia Künzel, errangen vor den Italienerinnen die Silbermedaille.

Den Einzel-Sprintwettbewerb im freien Stil gewann überraschend die Kanadierin Chandra Crawford vor Claudia Künzel. Sowohl über 10 km im klassischen Stil wie auch im Verfolgungsrennen siegte die Estin Kristina Šmigun. Im 30 km-Lauf, der im freien Stil ausgetragen wurde, war die Tschechin Kateřina Neumannová die Schnellste.

Im Sprintwettbewerb der Nordischen Kombination wurde das Springen nach 16 Springern wegen des starken Gegenwindes abgebrochen und mit verkürztem Anlauf neu gestartet. Das machte auch eine Verschiebung des abschließenden Langlaufs um eine Stunde auf 15:00 Uhr notwendig. Diesen Wettbewerb gewann der Österreicher Felix Gottwald vor Magnus Moan und dem deutschen Athleten Georg Hettich. Im Einzelwettbewerb ging Georg Hettich nach dem Springen als Erster in die Loipe und verteidigte seinen ersten Platz bis zum Ende des Rennens, Platz zwei erkämpfte sich der Österreicher Felix Gottwald mit fast zehn Sekunden Rückstand. Der Bronzemedaillengewinner Magnus Moan wurde erst im Fotofinish ermittelt.

Die Mannschaftswertung gewann die österreichische Mannschaft vor der deutschen und der finnischen. Das Springen musste wegen starken Windes nach dem ersten Durchgang abgebrochen werden. Dadurch verschoben sich der zweite Durchgang des Springens und die Langlauf-Staffel um einen Tag. Das norwegische Team verzichtete wegen einer Grippe-Erkrankung von drei der vier Athleten auf den Start. Nach der Verschiebung musste auch Italien aus gesundheitlichen Gründen auf eine weitere Teilnahme verzichten.

Die Skisprung-Wettbewerbe wurden von den österreichischen und norwegischen Sportlern dominiert. Österreich errang hierbei zwei Gold- und eine Silbermedaille durch Thomas Morgenstern (Gold, K120), Andreas Kofler (Silber, K120) und den Sieg in der Mannschaft, Norwegen eine Gold- und drei Bronzemedaillen, durch Lars Bystøl (Gold, K90), Roar Ljøkelsøy (Bronze, K90) und dem dritten Platz im Team. Ein vierter Platz von Michael Uhrmann auf der Normalschanze war ein durchaus achtbares Ergebnis der deutschen Mannschaft. Außerdem stand Uhrmann hierbei mit 104,5 Metern den weitesten Sprung des zweiten Durchgangs. Auch im Mannschaftsspringen von der Großschanze erreichte die deutsche Mannschaft einen vierten Platz. Bester Schweizer war Andreas Küttel mit den Plätzen 5 auf der Normal- und 6 auf der Großschanze.

Im Snowboarden wurden je drei Wettbewerbe für Damen und Herren ausgetragen; diese fanden in Melezet bei Bardonecchia statt. Neu in das Programm aufgenommen wurde die Disziplin Snowboardcross. Der Parallel-Riesenslalomkurs hatte 24 Tore und eine Höhendifferenz von 163 Metern. Die Halfpipe war 145 Meter lang und 18 Meter breit, hatte ein Gefälle von 16° und eine Seitenhöhe von 5,7 Metern. Der Snowboardcross-Kurs hatte eine Höhendifferenz 213 Metern und wies 38 Hindernisse auf.

Diese Wettkämpfe wurden von den Sportlern der Vereinigten Staaten dominiert, die drei Gold-, drei Silber- und eine Bronzemedaille gewannen. Auch die Schweiz mit drei Gold- und einer Silbermedaille war sehr erfolgreich. Mit zwei Doppelsiegen dominierten die Amerikaner die Halfpipe-Wettbewerbe, Sieger waren Shaun White bei den Herren und Hannah Teter bei den Frauen. Die Deutsche Amelie Kober gewann als Außenseiterin die Silbermedaille im Parallel-Riesenslalom, die Angehörige der Bundespolizei musste sich dabei nur der Schweizerin Daniela Meuli geschlagen geben. Den Sieg im Parallel-Riesenslalom der Herren machten die Schoch-Brüder aus der Schweiz unter sich aus, dabei gewann Philipp vor Simon.

Der kurioseste Vorfall dieser Wettbewerbe ereignete sich im Damen-Finale der Disziplin Snowboardcross. Lindsey Jacobellis vergab ihre sichere Goldmedaille wegen eines übermütigen Griffes an das Board, der zu einem Sturz führte, und landete nur auf Platz zwei; der Sieg ging an die Schweizerin Tanja Frieden. Am Tag zuvor hatte der US-Amerikaner Seth Wescott, der seit Jahren mit Frieden liiert war, ebenfalls die Goldmedaille in dieser Disziplin gewonnen.

Der erfolgreichste Athlet dieser Winterspiele war mit drei Olympiasiegen und einer Bronzemedaille der südkoreanische Shorttrack-Läufer Ahn Hyun-soo vor dem Deutschen Michael Greis mit drei Goldmedaillen. Die erfolgreichste Athletin der Spiele war die Shorttrack-Läuferin Jin Sun-yu aus Südkorea, die drei Goldmedaillen gewinnen konnte. Die meisten Medaillen aller Teilnehmer gewann die Eisschnellläuferin Cindy Klassen aus Kanada, die einmal Olympiasiegerin wurde sowie eine Silbermedaille und drei Bronzemedaillen gewinnen konnte.

Der Deutsche André Lange war der erste Bobfahrer seit Wolfgang Hoppe (DDR) 1984 in Sarajevo, der sowohl im Zweier- als auch im Viererbob die Goldmedaille gewinnen konnte. Neben ihm und Michael Greis gehörte auch der Biathlet Sven Fischer, der neben zwei Goldmedaillen einmal Bronze gewann, zu den erfolgreichsten deutschen Teilnehmern. Felix Gottwald wurde mit seinen zwei Goldmedaillen und einer Silbermedaille, die er in der Nordischen Kombination errungen hatte, der erfolgreichste Teilnehmer aus Österreich. Zu den erfolgreichsten österreichischen Sportlern gehörten auch die Ski-Alpin Fahrer Michaela Dorfmeister und Benjamin Raich sowie der erst neunzehnjährige Skispringer Thomas Morgenstern mit jeweils zwei Olympiasiegen. Martin Annen und sein Teampartner Beat Hefti gewannen im Zweierbob und im Viererbob jeweils die Bronzemedaille und waren damit die einzigen Teilnehmer aus der Schweiz, die mehr als eine Medaille gewannen.

Bei den Olympischen Winterspielen von Turin gab es zwei Entscheidungen, bei denen sämtliche zu vergebende Medaillen von Sportlern eines Landes gewonnen wurden: Beim Einsitzer-Rodeln der Damen gingen Gold, Silber und Bronze an Deutschland, und die Medaillen beim Ski-Alpin Slalom der Herren gewannen drei Österreicher.

Im Alter von 41 Jahren und 189 Tagen gewann die norwegische Ski-Langläuferin Hilde G. Pedersen die Bronzemedaille über 10 Kilometer klassisch und wurde damit zur ältesten Medaillengewinnerin aller Zeiten bei Olympischen Winterspielen. Scott Baird, Ersatzspieler des amerikanischen Curling-Teams, kam zwar nicht zum Einsatz, wurde aber durch seine Teilnahme am Olympischen Turnier mit 54 Jahren und 282 Tagen ältester Teilnehmer Olympischer Winterspiele. Da er mit seinem Team zudem die Bronzemedaille gewann, avancierte er darüber hinaus zum bis dato ältesten Medaillengewinner bei Olympischen Winterspielen.

Ole Einar Bjørndalen (Rang 4 mit insgesamt 5 Goldmedaillen, 3 Silbermedaillen, 1 Bronzemedaille), Kjetil André Aamodt (14., 4-2-2) und Janica Kostelić (18., 4-2-0) etablierten sich mit ihren Medaillengewinnen ebenso unter den historisch erfolgreichsten Teilnehmern Olympischer Winterspiele wie die deutschen Sportler Claudia Pechstein (5., 5-2-2), Ricco Groß (13., 4-3-1) und Sven Fischer (14., 4-2-2). Pechstein ist damit die erfolgreichste aller deutscher Teilnehmer an Olympischen Winterspielen.

Georg Hackl gewann als Siebtplatzierter beim Rodeln zwar keine Medaille, konnte jedoch seine sechste Teilnahme bei Olympischen Winterspielen seit 1988 begehen.

Bei den Olympischen Winterspielen in Turin wurden die schärfsten Dopingkontrollen der Geschichte durchgeführt. So gab es zum Beispiel erweiterte Tests auf Wachstumshormone oder EPO. Dazu kam, dass neben einer zweijährigen Wettkampfsperre den überführten Dopingsündern auch Ermittlungen der italienischen Staatsanwaltschaft drohten, da Doping in Italien ein Offizialdelikt ist. Zwar versicherte man dem IOC, Staatsanwaltschaft und auch Polizei würden keine Athletenwohnungen durchsuchen, aber bei positiven Dopingtests würde es trotzdem zu Ermittlungen kommen.

In den ersten Tagen nach der Anreise der Sportler wurden vor allem Athleten kontrolliert, die in den Wochen vor Olympia nicht in den Weltcups gestartet waren und in dieser Zeit abseits der Tests ein auf die Spiele zugeschnittenes Doping durchgeführt haben könnten. Zu den Kontrollierten gehörten unter anderem der deutsche Biathlet Ricco Groß, die deutsche Eisschnellläuferin Anni Friesinger und der amerikanische Skifahrer Bode Miller. Ein Kritikpunkt der Sportler war dabei jedoch die Durchführung der Tests, da sie von der Wettkampfstätte bis zu 25 Kilometer zur Dopingprobe zurücklegen mussten und dadurch ihr Trainingsrhythmus gestört wurde.

Bei einer vorolympischen Kontrolle im Januar wurde der brasilianische Bobfahrer Armando dos Santos positiv auf das anabole Steroid Nandrolon getestet und von den Spielen ausgeschlossen. Der erste Dopingfall während der Spiele wurde am 16. Februar bekannt. Die Russin Olga Pyljowa, die im Biathlon-Einzelrennen die Silbermedaille gewonnen hatte, wurde mit A- und B-Probe des Dopings mit dem verbotenen Mittel Carphedon überführt und von der weiteren Teilnahme ausgeschlossen. Die Silbermedaille wurde aberkannt und eine zweijährige Sperre auferlegt.

Am 18. Februar erfolgte eine groß angelegte Haus- und Personendurchsuchung im Quartier der österreichischen Langläufer und Biathleten. Die österreichischen Biathleten und auch die Langläufer, welche am nächsten Tag im Herren-Staffelwettbewerb zum Einsatz kamen, mussten sich am späten Abend einer Dopingprobe unterziehen. Der Grund für diese Aktion war die mehrtägige Anwesenheit des wegen Doping-Vergehens für Olympische Spiele gesperrten österreichischen Langlauftrainers Walter Mayer. Dieser war verschwunden und tauchte in Kärnten wieder auf, wo er alkoholisiert im PKW versuchte, eine Polizeisperre zu durchbrechen. Erst aufgrund dieses Vorfalls distanzierte sich die Spitze des Österreichischen Skiverbands von Mayer, indem er fristlos entlassen wurde.

Eine Zeit lang hielt sich das Gerücht, ein Betreuer habe einen Beutel mit Beweismitteln aus dem Fenster geworfen, um diese zu beseitigen, aber in den offiziellen Stellungnahmen der italienischen Staatsanwaltschaft findet dieser Vorfall keine Erwähnung. Jedoch erklärte der Turiner Staatsanwalt Raffaele Guariniello, dass über 100 Spritzen, 30 Schachteln mit Medikamenten und diverse Apparate für Bluttests und Transfusionen bei der Razzia gefunden wurden. In der Nacht nach der Durchsuchungsaktion setzten sich die beiden österreichischen Biathleten Wolfgang Perner und Wolfgang Rottmann aus Italien ab. Sie wurden wegen unerlaubten Entfernens vom Team aus der österreichischen Olympiamannschaft ausgeschlossen.

Am 24. Februar wurde vom Internationalen Olympischen Komitee (IOC) entgegen der normalen Vorgehensweise bekannt gegeben, dass die Dopingproben aller getesteten österreichischen Sportler negativ ausgefallen sind. Normalerweise werden vom IOC nur positive Doping-Befunde bekannt gegeben. Dennoch gehen die Untersuchungen in diesem Fall weiter, da seitens der italienischen Staatsanwaltschaft und des IOC der Verdacht besteht, dass unerlaubte Dopingmethoden, insbesondere Blutdoping, versucht beziehungsweise angewendet wurden. Es konnte jedoch keinem Athleten oder Betreuer irgendeine Form von Doping nachgewiesen werden. Für die Verdächtigten gilt die Unschuldsvermutung.

Am 25. April 2007 entschied das IOC aufgrund der Funde bei der Razzia 2006 im österreichischen Langlaufquartier sechs österreichische Athleten auf Lebenszeit von der Teilnahme an Olympischen Spielen auszuschließen und zusätzlich ihre bei den Winterspielen 2006 erzielten Ergebnisse zu annullieren. Dabei handelt es sich um die Biathleten Wolfgang Perner und Wolfgang Rottmann sowie die Langläufer Roland Diethart, Johannes Eder, Jürgen Pinter und Martin Tauber.

Am 24. Mai 2007 wurde bekannt gegeben, dass das IOC dem ÖOC aufgrund der wiederholten Doping-Vorfälle und der laschen österreichischen Haltung zum Thema Doping 1 Mio. $ an Fördergeldern streicht. Das IOC forderte stichhaltige Belege, dass die vielen, bisher nicht oder nur teilweise umgesetzten, Versprechen zur Dopingbekämpfung seitens Österreich eingehalten werden.

Mitte Juli 2007 gab der Disziplinar-Ausschuss des Österreichischen Skiverbandes bekannt, dass den Olympia-Teilnehmern Wolfgang Perner und Wolfgang Rottmann Blutdoping und der Besitz von Plasmaexpandern nachgewiesen wurde. Weiters wurde eingeräumt, dass die Trainer Walter Mayer und Emil Hoch Doping geduldet und sogar aktiv unterstützt haben.

Nach den Olympischen Winterspielen 2002 in Salt Lake City waren es die zweiten Winterspiele, die im Zeichen der Angst vor terroristischen Anschlägen ausgetragen wurden. Deswegen gab es in Turin und in der Umgebung ein sehr großes Aufgebot von Sicherheitskräften. Bis zum Ende der Spiele kamen mehr als 15.000 Polizisten, Soldaten und Spezialkräfte zum Einsatz. Während der Eröffnungsfeier wurde der Turiner Luftraum gesperrt, um Anschläge mit Flugzeugen zu verhindern. Die Besucher der Wettbewerbe mussten sich erst durch die Sicherheitskontrollen begeben, bis sie zu den Sportstätten kamen.

In Turin wurde von den italienischen Sicherheitskräften am 23. Februar sogar ein geparktes spanisches Auto gesprengt, in dem man eine Bombe vermutete. Es stellte sich jedoch als falscher Alarm heraus. Mitunter nahmen die Sicherheitsvorkehrungen auch übertriebene Ausmaße an, so wurden zum Beispiel Schraubenzieher der Service-Mitarbeiter bei der Herren-Abfahrt von Sicherheitsbeamten konfisziert.

Enttäuschend war die für ein globales Ereignis dieser Dimension teils schwache Zuschauerresonanz, viele Wettkämpfe fanden vor schwach besetzten Zuschauerrängen statt, worunter auch die Stimmung bei vielen Entscheidungen litt. Als Gründe für die mangelnde Besucherresonanz wurden unter anderem hohe Eintrittspreise und eine teilweise schlechte Verkehrsinfrastruktur angeführt.

Auf Kritik, vor allem durch die beteiligten Sportler und die betroffenen Verbände, stieß auch die Tatsache, dass in manchen Sportarten die Medaillen nicht auf der Medal Plaza in Turin vor mehreren tausend Zuschauern verliehen wurden, sondern direkt an der Wettkampfstätte. So erhielt der Deutsche Georg Hettich seine Goldmedaille in der Nordischen Kombination vor fast leeren Rängen.

Zwar waren alle Wettkampfstätten termingerecht fertig gestellt worden und in gutem Zustand, doch im näheren Umfeld einiger Austragungsorte gab es noch zahlreiche Baustellen und viel Bauschutt zu sehen. Auch Straßen und Eisenbahntrassen, die anlässlich der Spiele neu errichtet oder ausgebaut werden sollten, konnten teilweise nicht pünktlich eröffnet werden.

Ein weiteres Problem war das zeitweise extreme Wetter. Starker Schneefall führte zur Verschiebung einiger Ski-Alpin-Wettbewerbe und verursachte fast irreguläre Bedingungen beim Biathlon. Während der Bob-Wettbewerbe mussten teilweise Sonnensegel gespannt werden, damit der Wettkampf stattfinden konnte. Die Straßen zum Wettkampfort Sestriere mussten witterungsbedingt wiederholt gesperrt werden.

Das Defizit des Organisationskomitees der Olympischen Winterspiele 2006 (TOROC) betrug 31 Millionen Euro, im Budget war noch von einem Verlust von 41 Millionen Euro ausgegangen worden. Momentan arbeitet das Organisationskomitee an Ideen, wie die Sportanlagen langfristig zu nutzen seien. Durch die Stadt Turin wird eine Stiftung angestrebt, welche die Immobilien im Wert von rund 500 Millionen Euro verwalten soll.

Mehr als 10.000 Vertreter der Medien aus aller Welt berichteten von den Olympischen Winterspielen in Turin. Über 3 Milliarden Menschen in 200 Ländern konnten Fernsehberichte über die Wettkämpfe sehen.

Die Berichterstattung war teilweise ziemlich negativ, was auf die oben genannten Probleme zurückzuführen ist. Einige Medien verwendeten den Satz „Die Spiele haben funktioniert, aber nicht fasziniert“. Er wurde schon im Jahr 2004 in Athen benutzt, wo ähnliche Probleme zu verzeichnen waren.

Die Fernsehrechte für Deutschland lagen, wie bereits bei den anderen Olympischen Spielen, bei den öffentlich-rechtlichen Sendern ARD (Das Erste) und dem ZDF. Diese zeigten zusätzlich, wie schon bei den Olympischen Sommerspielen 2004 in Athen, auf ihren Digitalsendern EinsFestival und ZDFinfokanal weitere Wettkämpfe. In Österreich übertrug ORF 1 die Olympischen Spiele, für den deutschsprachigen Teil der Schweiz liefen die Übertragungen auf SF zwei. Europaweit wurden die Spiele von Eurosport 24 Stunden am Tag übertragen. Ebenso wie das ZDF bot auch Eurosport die Winterspiele als Livestream über die jeweiligen Homepages an. So konnte der Zuschauer das aktuelle Olympiaprogramm auch ohne Fernseher verfolgen.

Die Eröffnungsfeier, die das ZDF übertrug, wurde von 8,4 Millionen Deutschen gesehen. Am zweiten Wettkampftag zur Entscheidung im Eisschnelllauf der Damen über 3000 Meter mit den deutschen Top-Favoritinnen Claudia Pechstein und Anni Friesinger schalteten sogar über 9 Millionen Zuschauer ein, was der ARD einen Marktanteil von 34 % bescherte. Die Abschlussfeier, welche die ARD übertrug, sahen deutlich weniger Zuschauer: nur 6,4 Millionen (Anteil 18,5 %). Das Durchschnittsalter der Fernsehzuschauer lag bei 56 Jahren. Selbst bei Sportarten wie Ski-Freestyle oder Snowboard schauten meist über 50-jährige zu.

Die SRG SSR idée suisse gab für Rechte- und Produktionskosten rund 23 Millionen Schweizer Franken aus. Die Abfahrt der Männer verfolgten mehr als eine Million Menschen, was einem Marktanteil von 72,7% entsprach. Auch im Curling-Finale der Frauen beim Zusatzend sahen mehr als eine Million Personen zu. Die Eröffnungsfeier fand auch in der Schweiz wenig Beachtung, nur 658.000 Zuschauer saßen während dieser Übertragung vor den Fernsehgeräten. 19 Sendungen erreichten nur eine halbe Million Zuschauer.

Trotz guter Ergebnisse des US-Teams stießen die Olympischen Winterspiele in den USA auf ein äußerst geringes Interesse. Der Fernsehsender NBC, der die alleinigen Übertragungsrechte hatte, verzeichnete in der ersten Olympiawoche nur etwa 13 Millionen Zuschauer pro Abend, bei sämtlichen Winterspielen der letzten 20 Jahre waren es deutlich mehr. Die Talentshow American Idol und überraschenderweise auch Serien wie Desperate Housewives verzeichneten deutlich höhere Einschaltquoten. Besonders wenig Interesse wurde Skilanglauf, nordischer Kombination und Biathlon entgegengebracht. Nicht ganz ernst zu nehmen waren einzelne Forderungen, die Olympischen Winterspiele ganz abzuschaffen. Die amerikanische Sportpresse fand aber weitgehend wenig Gefallen an den Spielen in Turin. So schrieb der Sportkolumnist Steve Hofstetter: „Ich kann mich an keine Olympischen Spiele erinnern, die so wenig Interesse gefunden haben. Es ist einfach zu langweilig.“ Medienkritiker wiesen jedoch auf die schlechte Programmgestaltung von NBC hin, wo die Wettkämpfe in kurzen Sequenzen zwischen langen Werbeblöcken platziert waren.

Die offizielle Olympia-Website wurde bis Mitte März 2006 über 700 Millionen Mal aufgerufen. Damit war die Seite www.torino2006.org erfolgreicher als ihre Vorgänger in Athen und Salt Lake City. Allein am Mittwoch, dem 22. Februar 2006, gab es mehr als 71 Millionen Seitenaufrufe. Die meisten Nutzer des Webangebotes der Olympischen Winterspiele 2006 kamen aus den Vereinigten Staaten. Deutsche Nutzer belegten Platz acht.

Zum Seitenanfang



Ole Einar Bjørndalen

Ole Einar Bjørndalen in Antholz, 2006

Ole Einar Bjørndalen (* 27. Januar 1974 in Drammen) ist ein norwegischer Biathlet.

Er gilt als der erfolgreichste Biathlet aller Zeiten, der bei Weltmeisterschaften, Olympischen Winterspielen und im Biathlon-Weltcup gleichermaßen erfolgreich ist. Einen seiner größten Erfolge feierte Bjørndalen bei den Olympischen Winterspielen 2002, als er alle vier dort ausgetragenen Biathlon-Wettbewerbe gewann.

Zum Biathlonsport kam Ole Einar Bjørndalen durch seinen vier Jahre älteren Bruder Dag. Gemeinsam mit dem dritten Bjørndalen-Bruder Hans Anton bildeten sie das „Team Bjørndalen“. 1992 bestritt er seine ersten internationalen Rennen bei den Junioren-Weltmeisterschaften. Hier belegte er die Ränge 23 (Einzel) und 47 (Sprint). Mit der Staffel wurde er Sechster. Eine Medaille gelang ihm dann im Teamrennen mit dem Bronzeplatz. 1993 feierte Bjørndalen in Ruhpolding bei seinen zweiten Juniorenweltmeisterschaften den Durchbruch. Er gewann drei Goldmedaillen in vier Rennen, darunter beide Einzelwettkämpfe (Einzel und Sprint) sowie Gold im Team. In der Staffel wurde Norwegen nur Achter. Obwohl er vom Alter auch 1994 noch einmal bei den Junioren hätte starten können, zog er selbstverständlich die Olympischen Winterspiele in Lillehammer vor. Seine erste Weltcupsaison lief Ole Einar Bjørndalen im Winter 1992/93. Nach seinen für ihn wenig erfolgreich verlaufenen ersten Olympischen Spielen 1994 in Lillehammer machte er zum ersten Mal in der Saison 1994/95 auf sich aufmerksam. Bei seinen ersten Weltmeisterschaften 1995 in Antholz verpasste er mit Platz 4 im Sprint nur knapp eine Medaille; im Gesamtweltcup lag er nach Ende der Saison ebenfalls auf Platz 4.

Seinen ersten Sieg bei einem Weltcup-Rennen feierte Ole Einar Bjørndalen im Januar 1996 beim Einzelrennen von Antholz, am Ende der Saison 1995/96 belegte er im Gesamtweltcup Platz 9. Seine ersten Weltmeisterschaftserfolge feierte der Norweger 1997 in Osrblie mit dem Gewinn der Staffel-Silbermedaille und der Bronzemedaille in der Verfolgung.

Lange Zeit waren Ole Einar und Dag das Herzstück der norwegischen Nationalmannschaft, mit den großen Erfolgen von Halvard Hanevold, Frode Andresen und Egil Gjelland gab es aber bald keinen Platz mehr für Dag.

Die Saison 1997/98 wurde zum ersten großen Erfolg in der Karriere des Norwegers. Bei den Olympischen Spielen in Nagano gewann Bjørndalen mit der Goldmedaille im Sprint seine erste olympische Medaille überhaupt, mit der norwegischen Staffel konnte er zudem die Silbermedaille erringen. Bei den als Weltmeisterschaften ausgetragenen nichtolympischen Wettbewerben war Bjørndalen mit der norwegischen Mannschaft siegreich und gewann damit seine erste WM-Goldmedaille, die Silbermedaille in der Verfolgung war seine bis dahin beste Einzelleistung bei Weltmeisterschaften. Am Ende der Saison gewann Bjørndalen zudem zum ersten Mal in seiner Karriere den Gesamtweltcup. 1996 gewann Bjørndalen zudem zwei Medaillen bei den Sommerbiathlon-Weltmeisterschaften in Hochfilzen.

Nach der für Bjørndalen überaus erfolgreichen Saison 1997/98 konnte er sich auch in den folgenden Jahren dauerhaft im Weltcup etablieren. Trotz beständiger Leistungen musste er sich jedoch im Gesamtweltcup dreimal in Folge mit Platz 2 begnügen. In der Saison 1998/99 wurde er vom Deutschen Sven Fischer, in den Saisons 1999/00 und 2000/01 vom Franzosen Raphaël Poirée geschlagen. Sein schlechtestes Weltcuprennen überhaupt lief Bjørndalen zum Auftakt der Saison 2000/01 beim Einzelrennen von Antholz: Mit 12 Schießfehlern leistete er sich die meisten Fehler des ganzen Teilnehmerfeldes, am Ende belegte er damit Platz 95. Bei Weltmeisterschaften gelang dem Norweger kein WM-Titel; seine besten Ergebnisse waren zwei Silbermedaillen mit der norwegischen Staffel (2000) und im Massenstart (2001). Bjørndalen blieb damit auch nach seiner siebten Teilnahme ohne Einzel-Goldmedaille bei Weltmeisterschaften.

Zu einem der größten Erfolge des Norwegers wurden die Olympischen Winterspielen 2002 in Salt Lake City. Nachdem Bjørndalen bereits vor Beginn der Biathlonwettbewerbe einen Langlaufwettbewerb absolvierte, gewann er am 11. Februar 2002 im Einzelwettbewerb mit 36,1 Sekunden Vorsprung auf den Deutschen Frank Luck seine erste Goldmedaille bei den Winterspielen in den USA. Zwei Tage später folgte der Sieg im Sprint mit 28,9 Sekunden Vorsprung vor dem Deutschen Sven Fischer sowie am 16. Februar der Sieg im erstmals bei Olympischen Winterspielen ausgetragenen Verfolgungsrennen mit 43,0 Sekunden Vorsprung vor dem Franzosen Raphaël Poirée. Damit gelang es Bjørndalen, alle drei ausgetragenen Einzeldisziplinen zu gewinnen.

Gemeinsam mit Halvard Hanevold, Frode Andresen und Egil Gjelland holte er am 20. Februar auch mit der norwegischen Staffel Gold. Somit beendete Bjørndalen alle vier bei den Olympischen Winterspielen ausgetragenen Wettbewerbe als Sieger und war damit der erfolgreichste Athlet dieser Winterspiele. Gleichzeitig war er auch der erste Biathlet, der bei ein und denselben Winterspielen mehr als zwei Goldmedaillen erringen konnte.

Trotz der drei Einzelsiege bei Olympia, die auch als Weltcupsiege zählten, reichte es Bjørndalen am Ende der Saison 2001/02 im Gesamtweltcup nur zu Platz 3 hinter Raphaël Poirée und dem Russen Pawel Rostowzew.

Nach dem Erfolg bei Olympia konnte Ole Einar Bjørndalen in den folgenden Jahren weitere Erfolge feiern. Nachdem in den Jahren 2000 bis 2002 der Franzose Raphaël Poirée drei Mal hintereinander den Gesamtweltcup für sich entscheiden konnte, errang Bjørndalen in der Saison 2002/03 seinen zweiten Weltcup-Gesamtsieg nach 1998 mit insgesamt elf Saisonsiegen und einem Vorsprung von 107 Punkten auf den Weißrussen Wladimir Dratschow. Bei den am Ende der Saison im russischen Chanty-Mansijsk ausgetragenen Weltmeisterschaften holte der Norweger darüber hinaus in Sprint und Massenstart seine ersten beiden Einzel-Goldmedaillen bei Weltmeisterschaften. Gleichzeitig waren dies seine ersten Weltmeisterschafts-Goldmedaillen seit dem Sieg mit der Mannschaft im Jahre 1998.

Zum Auftakt der Saison 2003/04 konnte Bjørndalen in Kontiolahti und Hochfilzen drei der vier ausgetragenen Rennen für sich entscheiden. Im Verlauf der Saison gewann er zwei weitere Weltcuprennen, belegte fünf Mal den zweiten Platz und war drei Mal Dritter. Trotz 901 Punkten im Gesamtweltcup am Ende der Saison reichte es nur zu Platz 2, Bjørndalens Dauerrivale Raphaël Poirée gewann mit 1010 Punkten zum vierten Mal die Gesamtwertung. Auch bei den Weltmeisterschaften in Oberhof stand Bjørndalen im Schatten des Franzosen, allerdings auch geschwächt durch den Tod seiner Mutter. Während Poiree drei Goldmedaillen gewann, blieb dem Norweger ein Sieg verwehrt. Mit der Staffel erreichte er die Silbermedaille, in den Einzeldisziplinen insgesamt drei Bronzemedaillen.

Zu einer für Bjørndalen überaus erfolgreichen Saison wurde die Saison 2004/05. Nach den beiden ersten Weltcup-Stationen in Beitostølen und Oslo lag er mit zwei Saisonsiegen knapp vor dem drei Mal erfolgreichen Deutschen Sven Fischer und dem Franzosen Raphaël Poirée. Den folgenden Weltcup in Östersund ließ Bjørndalen zur Langlauf-Vorbereitung aus, wodurch er im Gesamtweltcup auf Platz 5 zurückfiel. Nach zwei vierten Plätzen in Oberhof gewann der Norweger in Ruhpolding und Antholz fünf Weltcuprennen in Folge und erkämpfte sich die Weltcup-Führung zurück. Die olympische Generalprobe in San Sicario ließ Bjørndalen danach ebenso aus wie die ersten beiden Weltcuprennen in Pokljuka. Nur das Massenstartrennen in Pokljuka lief er mit und gewann mit null Schießfehlern sowie einem Vorsprung von über einer Minute.

Ähnlich dominierend war Ole Einar Bjørndalen bei den Weltmeisterschaften 2005 im österreichischen Hochfilzen. Zu Beginn gewann er das Sprint- und das Verfolgungsrennen, auch das Massenstartrennen am Ende der Weltmeisterschaften konnte er für sich entscheiden. Darüber hinaus war er auch mit der norwegischen Staffel erfolgreich. Lediglich im Einzelrennen, bei dem der Norweger Platz 6 belegte, gab es mit dem Tschechen Roman Dostál einen anderen Sieger als Bjørndalen. Durch die vier Siege erhöhte Bjørndalen die Anzahl seiner gewonnenen WM-Goldmedaillen auf sieben.

Im Gesamtweltcup lag er jedoch vor der letzten Weltcupstation in Chanty-Mansijsk aufgrund der sieben ausgelassenen Weltcuprennen hinter Sven Fischer und Raphaël Poirée nur auf Platz 3. Nachdem im Sprint- und Verfolgungsrennen sowohl Fischer als auch Bjørndalen je einmal gewannen und einmal Platz 4 belegten, profitierte der Norweger im letzten Saisonrennen von einer Krankheit des Deutschen. Dieser konnte als Weltcup-Führender nicht an den Start gehen; Bjørndalen belegte hinter Poirée den zweiten Platz im Massenstart und sicherte sich mit einem Vorsprung von elf Punkten doch noch, zum insgesamt dritten Mal, die Gesamtwertung. Bezogen auf die Gesamtleistung in den tatsächlich gelaufenen Rennen war der Norweger jedoch überlegen: In 20 Rennen gewann er insgesamt zwölf Mal (davon sechse in Folge) und war in den übrigen Rennen nie schlechter als Platz 6.

Mit einem Sieg in Östersund sowie einem zweiten Platz in Hochfilzen und der Gesamtweltcup-Führung nach den ersten beiden Weltcupstationen begann die Saison 2005/06 für Ole Einar Bjørndalen erneut erfolgreich. Wie bereits im Vorjahr ließ er die letzte Weltcupstation vor Weihnachten aus, um trainieren zu können. Zu Beginn des Jahres 2006 litt er an einer Erkältung und konnte deshalb bei den beiden Weltcups in Oberhof und Ruhpolding nicht an den Start gehen. Durch die insgesamt sieben versäumten Rennen rutschte er im Gesamtweltcup auf Platz 12 ab. Mit zwei fünften Plätzen sowie dem Sieg im Massenstart in Antholz, dem letzten Rennen vor den Olympischen Spielen, meldete er sich wieder zurück.

Die Olympischen Winterspiele in Turin verliefen für Bjørndalen jedoch nicht wie erwartet. Mit vier Goldmedaillen war er der dominierende Athlet von Salt Lake City, in San Sicario konnte er hingegen keines der olympischen Rennen gewinnen. Nach der Silbermedaille im Einzel und einem 12. Platz im Sprint hatte Bjørndalen die besten Chancen auf eine Goldmedaille im Verfolgungsrennen, musste sich jedoch im Zielsprint dem Franzosen Vincent Defrasne geschlagen geben und gewann erneut Silber. Trotz einer guten eigenen Leistung belegte er mit der norwegischen Staffel nur Platz 5. Im abschließenden Massenstartrennen lag Bjørndalen bis zum letzten Schießen in Führung, brachte sich jedoch mit zwei Schießfehlern um bessere Chancen und gewann schließlich Bronze. Zum erfolgreichsten Biathleten dieser Winterspiele wurde mit drei Goldmedaillen der Deutsche Michael Greis.

Die nacholympischen Weltcuprennen verliefen für Bjørndalen wieder erfolgreicher und brachten ihn auch im Gesamtweltcup erneut in aussichtsreiche Position. Nach drei Siegen in Pokljuka und Kontiolahti lag er vor den letzten drei Weltcuprennen in Oslo hinter Raphaël Poirée auf Platz 2 der Gesamtwertung. Durch einen überlegenen Sieg im Sprintrennen von Oslo, bei dem der Franzose nur Platz 46 belegte, übernahm Bjørndalen bereits nach dem ersten Rennen die Weltcupführung. Durch zwei weitere Siege in den letzten beiden Rennen verteidigte er diese Führung und gewann so mit einem Vorsprung von 119 Punkten zum vierten Mal den Gesamtweltcup.

Die Saison begann mit fünf Siegen des Norwegers in Folge an den beiden ersten Weltcuporten Östersund und Hochfilzen. Diese Dominanz wurde erst durch einen Sieg von Michael Greis gebrochen, als Bjørndalen die als Ersatz für Osrblie erneut in Hochfilzen ausgetragenen Wettbewerbe ausließ und stattdessen am Skilanglauf-Weltcup in La Clusaz teilnahm. Mitte Januar gelangen Bjørndalen in Ruhpolding zwei weitere Weltcupsiege, die eine Woche später in Pokljuka stattfindenden letzten Rennen vor den Weltmeisterschaften ließ der Norweger zur Vorbereitung aus.

Die Biathlon-Weltmeisterschaften 2007 in Antholz begannen für Bjørndalen mit den beiden Goldmedaillen in Sprint und Verfolgung überaus erfolgreich. Nach einem unbefriedigenden Einzelrennen, das er auf Platz 32 beendete, gewann er mit der norwegischen Staffel außerdem eine Silbermedaille. Im abschließenden Massenstartrennen, bei dem er Platz 4 belegte, kosteten ihn vier Schießfehler in den beiden Stehendschießen eine Medaille . Zur Teilnahme an den Nordischen Skiweltmeisterschaften in Sapporo ließ Bjørndalen den Anfang März im finnischen Lahti stattfindenden Weltcup aus, eine Woche später war er in Oslo wiederum zwei Mal siegreich.

Trotz elf Saisonsiegen und damit einer Siegesquote von 58% gelang es Ole Einar Bjørndalen nicht, sich im Gesamtweltcup gegen den Deutschen Michael Greis durchzusetzen . Zum Verhängnis wurden Bjørndalen letztlich die acht ausgelassenen Saisonrennen in Hochfilzen, Pokljuka und Lahti.

Mit fünf olympischen Goldmedaillen sowie drei Silber- und einer Bronzemedaille ist Ole Einar Bjørndalen der erfolgreichste Biathlet bei Olympischen Winterspielen. Bei Biathlon-Weltmeisterschaften gewann Bjørndalen insgesamt 33 Medaillen (14x Gold, 10x Silber, 9x Bronze), damit liegt er in der Gesamtwertung inklusive Staffel- und Mannschaftsergebnissen auf Platz 1. In der Wertung der Einzeldisziplinen führt er mit 11x Gold, 4x Silber und 7x Bronze gefolgt vom Franzosen Raphaël Poirée.

Den Gesamtweltcup konnte Bjørndalen insgesamt fünfmal für sich entscheiden, damit ist er alleiniger Rekordhalter vor dem Franzosen Poirée und dem Deutschen Frank Ullrich mit vier Gesamtweltcup-Siegen. Seit seinem zweiten Platz im Gesamtweltcup der Saison 1996/97 war Bjørndalen am Ende der Saison immer unter den besten drei Biathleten der Gesamtwertung. Mit mittlerweile 87 Weltcupsiegen in Biathlon und Skilanglauf ist Ole Einar Bjørndalen vor dem alpinen Skirennläufer Ingemar Stenmark aus Schweden mit 86 Weltcupsiegen der erfolgreichste Wintersportler aller Zeiten.

Bjørndalen konnte in seiner Karriere bisher 17 Disziplinenweltcupwertungen gewinnen, zusammen mit den Gesamtweltcupsiegen hat er damit 22 Weltcupwertungen gewonnen. Mehr Disziplinenweltcupwertungen hat kein anderer Athlet im Biathlon gewonnen.

Um alle erreichbaren Goldmedaillen einmal gewonnen zu haben, fehlt Bjørndalen lediglich eine olympische Goldmedaille im Massenstart.

Ole Einar Bjørndalen tritt neben den Biathlonwettbewerben bereits seit Ende der 1990er-Jahre immer wieder auch bei Skilanglaufwettbewerben an, sowohl bei nationalen als auch bei internationalen Veranstaltungen. Dazu lässt er während der Weltcupsaison im Biathlon hin und wieder einzelne Weltcupstationen aus.

Seinen ersten Langlaufsieg konnte Bjørndalen bei den norwegischen Meisterschaften in Valdres am 21. Dezember 1997 feiern . Bei Weltcuprennen oder Großereignissen glänzt er ebenfalls mit beständigen Leistungen und es gelingt ihm immer wieder, sich in den Top 10 zu platzieren. Bei den Olympischen Winterspielen 2002 in Salt Lake City lief er zuerst das 30-km-Rennen und belegte hier Platz 5 , später lief er außerdem die gesamten Biathlonwettbewerbe. Bei den Nordischen Skiweltmeisterschaften 2005 in Oberstdorf belegte er im 15-km-Rennen Platz 11 , verfehlte damit allerdings das angestrebte Ziel einer Medaille im Skilanglauf.

Am 11. November 2006 gewann Bjørndalen das 10-km-Rennen bei den norwegischen Meisterschaften in Beitostølen . Eine Woche später, am 18. November, gelang ihm beim 15-km-Freistilrennen im schwedischen Gällivare außerdem sein erster Weltcupsieg im Skilanglauf . Er war damit der erste männliche Wintersportler überhaupt, der in zwei unterschiedlichen Sportarten Weltcupsiege feiern konnte. Zu einem seiner Ziele gehörte, sowohl bei den Biathlon-Weltmeisterschaften 2007 in Antholz als auch den Nordischen Skiweltmeisterschaften 2007 in Sapporo eine Goldmedaille zu erringen. Nach zwei Weltmeistertiteln in Antholz gelang ihm in Sapporo jedoch nur ein 16. Platz im 15-km-Rennen .

Bjørndalen gilt in Fachkreisen als Perfektionist und Gleichgewichtskünstler. So zog er sich als Kind während einer Show im norwegischen Fernsehen auf einem Seil balancierend bis auf die Unterhose aus und auch wieder an. Als technisch hervorragender Skater hatte er nie Probleme mit dem Laufen, wohingegen im Schießen seine große Schwäche lag. Durch mehrstündiges tägliches Training schaffte er es jedoch, seine Form im Schießen kontinuierlich zu steigern. Unterstützt wurde er dabei von seinem persönlichen Schießtrainer Joar Himmle (jetzt Cheftrainer der norwegischen Nationalmannschaft), mit dem er während der Saison 2004/05 und 2005/06 zusammengearbeitet hat, und den er selbst bezahlte. Mittlerweile ist Roger Grubben, der ehemalige Cheftrainer der norwegischen Nationalmannschaft, der persönliche Trainer von Bjørndalen.

Ole Einar Bjørndalen hat insgesamt vier Geschwister, zwei Schwestern und zwei Brüder. Seine beiden Brüder Hans Anton und Dag Bjørndalen sind beide ehemalige Profibiathleten.

Am 27. Mai 2006 heiratete Ole Einar Bjørndalen in Toblach seine langjährige Lebensgefährtin, die Südtiroler Biathletin Nathalie Santer. Gemeinsam leben sie in der Südtiroler Gemeinde Toblach. Bjørndalen hat seinen offiziellen Wohnsitz in Obertilliach (Osttirol), wo im Biathlonzentrum eine Ski-Rollerstrecke für das Sommertraining nach ihm benannt ist.

Zum Seitenanfang



Source : Wikipedia