Metzingen

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Geschrieben von c3po 25/03/2009 @ 05:07

Tags : metzingen, baden-württemberg, deutschland

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Metzingen

Wappen der Stadt Metzingen

Metzingen ist eine württembergische Mittelstadt am Fuß der Schwäbischen Alb und südlich des Großraums Stuttgart nahe bei Reutlingen gelegen. Sie ist nach Reutlingen die zweitgrößte Stadt des Landkreises Reutlingen und bildet ein Mittelzentrum für die umliegenden Gemeinden innerhalb der Region Neckar-Alb. Metzingen ist überregional vor allem durch die zahlreichen Fabrikverkäufe (neudeutsch: Outlets) bekannt. Seit 1. Oktober 1990 ist Metzingen Große Kreisstadt. Metzingen ist mit einem Großteil seiner Gemarkung (80,2 %) Teil des Biosphärengebiets Schwäbische Alb.

Metzingen liegt im Ermstal, umgeben von Weinbergen, Wäldern und für die Gegend typischen Streuobstwiesen, etwa 30 km südlich von Stuttgart und etwa 10 km nordöstlich von Reutlingen.

Metzingen ist umgeben von Vulkanbergen und dem Trauf der Schwäbischen Alb. Der Untergrund des Juragebirges ist reich an Fossilien aus dem Urmeer. Außerdem befindet sich in etwa 4 km Entfernung die Achalm (707 m ü.NN.), ein sog. „Zeugenberg“, der durch den Rückzug des Albtraufes entstanden ist. In Nordostrichtung gibt es mit dem Jusi (672,8 m ü.NN.) beim Nachbarort Kohlberg eine weitere Besonderheit. Bei dem mit Wacholderheiden bewachsenen Aussichtsberg handelt es sich um den größten Vulkanschlot des Schwäbischen Vulkans.

Riederich, Grafenberg, Kohlberg ¹, Neuffen ¹, Dettingen an der Erms, St. Johann, Eningen unter Achalm und Reutlingen.

Die Stadt Metzingen besteht aus den drei Stadtteilen Metzingen, Metzingen-Glems und Metzingen-Neuhausen, die Stadtteile sind räumlich identisch mit den Gemarkungen der bis in die 1970er Jahre selbstständigen Gemeinden. Die drei Stadtteile bilden zugleich Wohnbezirke im Sinne der baden-württembergischen Gemeindeordnung und in den Grenzen der beiden Stadtteile Metzingen-Glems und Metzingen-Neuhausen ist jeweils eine Ortschaft mit eigenem Ortschaftsrat und Ortsvorsteher als dessen Vorsitzender eingerichtet. In den Ortschaften befinden sich jeweils eigene Verwaltungsstellen mit den Aufgaben einer Geschäftsstelle des Bürgermeisteramtes.

Zum Stadtteil Metzingen gehören die Stadt Metzingen, das Gehöft Korrenhof und die Häuser Elektrizitätswerk, Schieferwerk und Weimerstal. Zum Stadtteil Metzingen-Glems gehört das Dorf Glems. Zum Stadtteil Metzingen-Neuhausen gehört das Dorf Neuhausen an der Erms.

Im Stadtgebiet liegen die Wüstungen Brenningen (im Stadtteil Metzingen) ein nicht näher benanntes Gehöft, das im 14. Jahrhundert als Propstei des Klosters Zwiefalten diente und vermutlich im Zeitraum nach 1485 verlassen wurde (im Stadtteil Metzingen-Neuhausen) und die Ortschaften Unterer Hof und Oberer Hof im Stadtteil Metzingen-Glems.

Ferner gibt es auch Wohngebiete mit eigenem Namen, deren Bezeichnung sich im Laufe der Bebauung ergeben haben und deren Grenzen dann meist nicht genau festgelegt sind. Hierzu gehören die Haugenrainsiedlung und Neugreuth.

Metzingen bildet ein Mittelzentrum innerhalb der Region Neckar-Alb, zu dessen Mittelbereich neben Metzingen selbst die Städte und Gemeinden Bad Urach, Dettingen an der Erms, Grabenstetten, Grafenberg, Hülben, Riederich und Römerstein des Landkreises Reutlingen gehören.

Metzingen wird 1075 zum ersten Mal urkundlich erwähnt und geht 1089 zur Hälfte an die Grafen von Grüningen. 1317 geht Metzingen an die Grafen von Württemberg. 1489 macht Graf Eberhard im Bart Metzingen zum Sitz eines Unteramts innerhalb des Oberamts Urach. 1562 wird das Rathaus gebaut. Durch das milde Klima wird in Metzingen Wein angebaut, was um 1600 zu einer raschen Vermehrung des Wohlstands führt. Im Dreißigjährigen Krieg wird Metzingen stark zerstört, kurze Zeit später kommt es zum Ausbruch der Pest, bei dem zwei Drittel der Bevölkerung sterben.

Nach 1700 siedeln sich die ersten Textil- und Gerberbetriebe in Metzingen an. Durch die Industrialisierung kommt es um 1800 zu einem raschen Bevölkerungswachstum. 1820/24 werden die ersten Textilfabriken in Metzingen gebaut.

Erst 1831 verleiht König Wilhelm I. auf Bitten der Zunftvorsteher die Stadtrechte an Metzingen. 1859 wird Metzingen an das Eisenbahnnetz angeschlossen, was zu einem Aufschwung der lokalen Wirtschaft führt. Bei der Kreisreform 1938 wird der Landkreis Urach aufgelöst. Metzingen kommt zum Landkreis Reutlingen. Ab 1945 gehörte die Stadt zum Land Württemberg-Hohenzollern und seit 1952 zum Regierungsbezirk Südwürttemberg-Hohenzollern.

Bei der Gebietsreform der 1970er Jahr werden die Nachbarorte Neuhausen an der Erms und Glems eingemeindet. Damit erhält das Stadtgebiet seine heutige Ausdehnung. Die Einwohnerzahl Metzingens überschritt 1990 die Grenze von 20.000. Danach stellte die Stadtverwaltung den Antrag auf Erhebung zur Großen Kreisstadt, was die Landesregierung von Baden-Württemberg dann mit Wirkung vom 1. Oktober 1990 beschloss.

Das am Albtrauf gelegene Dorf Glems wurde 1254 als „villa Glems“ erstmals urkundlich erwähnt. Vermutlich war es eine Tochtersiedlung des benachbarten Dettingen an der Erms und gehörte zunächst zur Grafschaft Urach. Kurze Zeit später kam es an die Grafen von Württemberg und gehörte zum Unteramt Dettingen innerhalb des Amtes bzw. Oberamtes Urach. 1938 kam der Ort zum Landkreis Reutlingen.

Neuhausen wurde 1089 als „Niuwinhusin“ erstmals erwähnt. Damals schenkten die Brüder Graf Kuno und Liutold von Achalm Teile des Ortes als Gründungsausstattung an das Kloster Zwiefalten. 1431 verkaufte auch Heinrich Truchseß zu Neuhausen seinen Besitz dem Kloster, das somit das Gericht und die Vogtei über das Dorf inne hatte. Im 15. Jahrhundert fasste allmählich Württemberg Fuß im Ort, doch blieben Vogtei und Obrigkeit weiterhin beim Kloster. Erst 1750 ging die Herrschaft auf Württemberg über, als das Kloster Zwiefalten zum Erwerb der Reichsunmittelbarkeit das Dorf neben anderen Besitzungen an Herzog Karl Eugen von Württemberg verkaufte. Danach gehörte Neuhausen zum Oberamt Urach. 1938 kam der Ort zum Landkreis Reutlingen.

Blasonierung: Unter goldenem Schildhaupt, darin eine schwarze Hirschstange, in Silber ein grüner Kohlkopf.

Metzingen gehörte anfangs zum Bistum Konstanz und war dem Archidiakonat „circa Alpes“, Landkapitel Urach-Reutlingen unterstellt. Infolge der Zugehörigkeit zu Württemberg wurde im Ort 1537 die Reformation eingeführt. Danach war Metzingen über viele Jahrhunderte überwiegend protestantisch. Die evangelische Martinskirche wurde um 1500 anstelle eines Vorgängerbaus errichtet. Im 15. Jahrhundert gab es ferner zwei Kapellen Zu Unserer Lieben Frau zu der Ruh und St. Bernhard. Eine Pfarrkirche St. Florinus stand auf dem gleichnamigen Berg, die jedoch bald nach 1482, als die Pfarrei mit der Schlosskapelle Tübingen vereinigt worden war, abgetragen wurde.

Die Kirchengemeinde Metzingen wuchs durch Zuzug nach dem 2. Weltkrieg stark an. So wurde 1960 die Friedenskirche erbaut, die 1965 zur Pfarrei erhoben wurde. Eine weitere Pfarrei entstand in Neugreuth 1971. Die drei Kirchengemeinden bilden heute die Gesamtkirchengemeinde Metzingen.

Auch in Glems wurde infolge der Zugehörigkeit des Ortes zu Württemberg die Reformation eingeführt. Bis 1518 hatte der Ort kirchlich noch zu Dettingen gehört, dann wurde er vorübergehend eigene Pfarrei, die jedoch kurz nach der Reformation wieder aufgehoben wurde. Danach wurde der Ort der neu eingerichteten Pfarrei Neuhausen zugeteilt. Der Ort erhielt 1762 eine Kapelle, die später zur Kirche erweitert wurde.

In Neuhausen an der Erms wurde ebenfalls die Reformation eingeführt. Kirchlich gehörte der Ort zu Dettingen. Eine Kapelle Zu Unserer Lieben Frau wird jedoch bereits im 14. Jahrhundert erwähnt. Nach der Reformation wurde Neuhausen Sitz einer eigenen Pfarrei, die auch den Nachbarort Glems betreute. Die alte Marienkapelle wurde um 1570 zur Pfarrkirche ausgebaut und den 12 Aposteln geweiht. Weitere Umbaumaßnahmen wurden 1754 vorgenommen.

Die heutigen Kirchengemeinden im Metzinger Stadtgebiet (Martinsgemeinde, Friedenskirchengemeinde, Neugreuth, Glems und Neuhausen) gehören heute zum Dekanat Bad Urach der Evangelischen Landeskirche in Württemberg.

Im 19. Jahrhundert zogen auch wieder Katholiken nach Metzingen. Die Gemeinde konnte 1881 ihre eigene Kirche St. Bonifatius bauen, die 1918 zu Pfarrei erhoben wurde.(Neubau der Kirche nach dem 2ten Weltkrieg). Zur Kirchengemeinde gehören auch die Katholiken in Glems und Neuhausen. Sie gehört zum Dekanat Reutlingen-Zwiefalten des Bistums Rottenburg-Stuttgart.

Neben den beiden großen Kirchen gibt es in Metzingen auch Gemeinden, die zu Freikirchen gehören, darunter eine Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde (Baptisten), eine Evangelisch-methodistische Kirche, eine Freie Evangelische Versammlung, zwei Versammlungen der Zeugen Jehovas, eine Unabhängige Baptistengemeinde und eine Gemeinde der Neuapostolischen Kirche.

Einwohnerzahlen nach dem jeweiligen Gebietsstand. Die Zahlen sind Volkszählungsergebnisse (¹) oder amtliche Fortschreibungen der jeweiligen Statistischen Ämter (nur Hauptwohnsitze).

Zwischen der Stadt Metzingen und den Gemeinden Riederich und Grafenberg besteht seit 1. Juli 1975 eine Verwaltungsgemeinschaft.

Seit 2000 hat Metzingen einen Jugendgemeinderat mit aktuell 18 Mitgliedern.

An der Spitze der Gemeinde Metzingen stand zunächst der von der Herrschaft eingesetzte Schultheiß. Im 15. Jahrhundert wurde der Schultheiß mehr und mehr vom Beamten des Amtes Urach verdrängt. Im 19. Jahrhundert gab es dann einen Schultheiß. Ab 1934 wurde das Stadtoberhaupt als Bürgermeister bezeichnet und seit der Erhebung zur Großen Kreisstadt 1990 trägt das Stadtoberhaupt die Amtsbezeichnung Oberbürgermeister. Dieser wird heute für eine Amtszeit von acht Jahren gewählt. Die Amtszeit von Dieter Hauswirth hätte regulär am 30. Juni 2015 geendet. Am 31. August 2008 jedoch kündigte Hauswirth nach einem Bürgerentscheid, der einen weiteren Logistikbau der in Metzingen ansässigen Firma Hugo Boss AG untersagte, seinen Rücktritt zum Jahresende an.. Am 08. Februar 2009 wurde Dr. Ulrich Fiedler mit 93 Prozent der abgegebenen gültigen Stimmen bei einer Wahlbeteiligung von 40,9 Prozent im zweiten Wahlgang zum Oberbürgermeister gewählt..

Das Wappen der Stadt Metzingen zeigt unter goldenem Schildhaupt, darin eine schwarze liegende Hirschstange, in Silber einen grünen Kohlkopf. Die Stadtflagge ist blau-weiß.

Das Wappen wurde der Gemeinde durch Herzog Johann Friedrich von Württemberg 1616 verliehen. Die Hirschstangen symbolisieren die Zugehörigkeit zu Württemberg. Der Kohlkopf wurde schon zuvor in einem Signet des Gerichts und der Heimbürgen geführt. Die Herkunft ist jedoch nicht bekannt. Die Flagge wurde im 19. Jahrhundert eingeführt.

Metzingen unterhält seit 1979 mit Noyon in Frankreich, seit 1989 mit Hexham in England und seit 1992 mit Nagykálló in Ungarn eine Städtepartnerschaft.

In der Herrschaftskelter befindet sich seit 1979 das Weinbaumuseum Metzingen. Im Stadtteil Glems gibt es seit 2004 ein Obstbaumuseum.

Der Kelternplatz mit den sieben Keltern gilt als Wahrzeichen der Stadt. In Neuhausen stehen weitere drei Keltern in einer Reihe.

Das älteste erhaltene Wohngebäude Metzingens wurde dendrochronologisch ins Jahr 1452 datiert. Es ist als Pfleghof des Klosters Zwiefalten errichtet worden und mit einem großen Gewölbekeller ausgestattet. Das Gebäude ist das Stammhaus der Familie Völter, denn der langjährige Mädchenschulmeister Christoph Erhard Michael Völter lebte dort. In seiner Sitzung am 15. März 2007 beschloss der Gemeinderat, eine Abbruchgenehmigung für dieses stadtgeschichtlich interessante Haus zu erteilen.

Das Alte Rathaus Metzingen wurde 1668 erbaut. Der Marktbrunnen stammt von 1758. Die evangelische Martinskirche wurde 1613 fertig gestellt. Zu weiteren Kirchen vgl. den Abschnitt Religionen.

Eine weitere Sehenswürdigkeit ist das Pumpspeicherwerk Glems.

Das Fabrikverkaufs-Gebiet am Rande der Innenstadt wurde seit Beginn des 21. Jahrhunderts intensiv ergänzt und umgeordnet. Es stellt mittlerweile eine Mischung aus (teilweise renovierten) alten Industriegebäuden und modernen, sorgfältig gestalteten Neubauten mit puristischem 'Fabrik-Charakter' dar. Die Neugestaltung des historischen Lindenplatzes als Verbindung zwischen Fabrikverkäufen und Innenstadt wurde im September 2005 abgeschlossen. Im Gewerbegebiet Längenfeld wurde 2008 ein Distributionszentrum der Firma Hugo Boss AG mit Sondergenehmigung in Bezug auf die Gebäudehöhe errichtet; die Planungen für ein zweites überdimensioniertes Distributionszentrum im Gewerbegebiet Braike-Wangen wurden am 31. August 2008 per Bürgerentscheid gestoppt.

Metzingen ist Sitz einiger Textilbetriebe, die hier jedoch meist nur noch ihre Design- und Verwaltungszentralen haben, da die tatsächliche Produktion außerhalb Deutschlands stattfindet. Das bekannteste Metzinger Unternehmen ist die Hugo Boss AG. In Metzingen gibt es über 70 Fabrikverkäufe, bei denen vorwiegend bestimmte Marken-Kleidungsstücke (z. B. Reebok, Pepe Jeans London, Adidas, S.Oliver, Esprit, Puma, Quiksilver, Nike, Schiesser, Möve, Hugo Boss, Joop, Strenesse, Escada, Bally, tweans, usw.) zu reduzierten Preisen verkauft werden. Daneben gibt es aber auch Outlet-Stores mit Ledermoden, Spielzeug und anderen Artikeln. Metzingen ist einer der größten Outlet- bzw. Fabrikverkaufsstandorte Deutschlands.

Die Hugo BOSS AG gab am 2. Mai 2005 in einer Pressemitteilung bekannt, ihre Lizenzgeschäfte auf ein Tochterunternehmen mit Sitz in Zug in der Schweiz zu übertragen. Aus Sicht der Stadt Metzingen führt diese Entscheidung in den nächsten Jahren zu Gewerbesteuerausfällen in Höhe einer zweistelligen Millionensumme.

Laut FAZ gibt es in Metzingen über 60.000 m² so genannte Fabrikverkäufe und 10.000 sind neu geplant.

Metzingen liegt an den drei Bundesstraßen B 28, B 312 und B 313. Die Autobahn A 8 ist weniger als 30 Autominuten entfernt, der Stuttgarter Flughafen ist rund 20 km entfernt. Wichtigster Verkehrsknotenpunkt für den Individualverkehr ist der Lindenplatz, der allerdings zu einer modernen Fußgängerzone für den Fabrikverkauf umgebaut wurde.

Die elektrifizierte Neckar-Alb-Bahn Stuttgart – Tübingen bedient den Bahnhof der Stadt, von dem außerdem die einspurige Strecke der Ermstalbahn in Richtung Bad Urach abzweigt.

Der Öffentliche Nahverkehr wird durch den Verkehrsverbund Neckar-Alb-Donau (NALDO) gewährleistet. Die Stadt befindet sich in der Wabe 219.

Die Stadt ist ein bekannter Weinort im Weinbaugebiet Württemberg mit der Winzergenossenschaft Metzingen-Neuhausen. Metzingen ist südlicher Endpunkt der Württemberger Weinstraße.

In Metzingen erscheint als Tageszeitung das „Metzinger-Uracher Volksblatt / Der Ermstalbote“, das seinen Mantel von der Südwest Presse aus Ulm bezieht. Ebenso erscheint eine Metzinger Ausgabe des Reutlinger General-Anzeigers, der „Metzinger-Uracher General-Anzeiger“.

Metzingen hat ein Notariat und ein Rathaus. Im Rathaus werden teilweise vom Amtsgericht Bad Urach ausgelagerte Fälle verhandelt.

Metzingen hat ein Gymnasium (Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium), eine Realschule (Schönbein-Realschule), eine Förderschule (Seyboldschule), eine Grundschule (Sieben-Keltern-Schule früher Hindenburgschule) und zwei Grund- und Hauptschulen (Neugreuthschule mit Grundschulförderklasse und Uhlandschule).

Der Landkreis Reutlingen ist Träger der Gewerblichen Schulen Metzingen. Die private Evangelische Berufsfachschule für Altenpflege rundet das Schulangebot Metzingens ab. Ferner gibt es noch eine Musikschule, die als eingetragener Verein (e. V.) organisiert ist.

Weitere Bildungseinrichtungen sind die fba, Familienbildungsarbeit Metzingen und die Volkshochschule Metzingen.

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Weinbaumuseum Metzingen

Das Weinbaumuseum Metzingen wurde 1979 eröffnet. Es ist eines der interessantesten Weinbaumuseen im Land, das mit seinen zusammengetragenen Exponaten aus Metzinger Familien und Umgebung, das damalige Leben und die Weinbau-Technik bis in die heutige Zeit dokumentiert.

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TuS Metzingen

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Die Turn- und Sportvereinigung Metzingen e.V. ist ein deutscher Sportverein aus der baden-württembergischen Stadt Metzingen. Der Klub ist überregional bekannt durch seine Frauenhandballmannschaft, die der 2. Bundesliga Süd angehört.

Erstmals ins bundesweite Rampenlicht traten die "TuSsies", wie sie sich selbst bezeichnen, im Jahre 1978, als sie als zweitklassiger Regionalligist (die 2. Bundesliga wurde erst 1985 eingeführt) völlig überraschend ins Endspiel um den DHB-Pokal vordrangen, dort aber beim 10:27 gegen TuS Eintracht Minden chancenlos blieben. Gleiches wiederholte sich 1980, und wieder - dieses Mal in zwei Finalspielen gegen Bayer Leverkusen - war nichts zu erben (10:22, 6:24). 1987 folgte der ersehnte Aufstieg in die 2. Bundesliga, dem allerdings als Drittletzter mit 12:24 Punkten der sofortige Abstieg folgte - ein einziger Zähler hatte zum Klassenerhalt gefehlt. 1991 schließlich der zweite und bis heute letzte Aufstieg in die 2. Bundesliga, der man seither ununterbrochen angehört. 1997 holte man sich sogar den Titel in der 2. Bundesliga Süd, erklärte aber aus wirtschaftlichen Gründen den Verzicht auf den Aufstieg in die Eliteliga. Ein weiterer Erfolg im DHB-Pokal folgte im Jahre 2000, als die TuS den Sprung ins Final-Four-Endrundenturnier schaffte. Dort aber erwies sich der HC Leipzig bei der 29:35-Niederlage (Halbzeit 9:19) als eine Nummer zu groß. In der Saison 2006/07 dann der "Super-GAU": Die Metzingerinnen hatten sich mit vier Siegen in der Playoff-Runde für den Aufstieg in die Bundesliga sportlich qualifiziert. Dadurch aber, dass sie zuvor in den Ligaspielen eine nicht spielberechtigte Akteurin eingesetzt hatten, wurden ihnen sechs Punkte aberkannt, wodurch sie auf den fünften Platz zurückgestuft wurden. Dies wiederum hatte zur Folge, dass die TuSsies nicht für die Aufstiegs-Play-Offs qualifiziert waren, wodurch die gesamte Aufstiegsrunde der eigentlich von Metzingen gewonnenen Gruppe B wiederholt werden musste. Der Wuppertaler Klub TV Beyeröhde (zuvor den TuSsies mit 26:33 und 29:30 klar unterlegen) schaffte schließlich den Sprung in die 1. Bundesliga. Ihre Heimspiele trägt die TuS Metzingen in der Ösch-Sporthalle aus.

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Landkreis Reutlingen

Wappen des Landkreises Reutlingen

Der Landkreis Reutlingen ist ein Landkreis in Baden-Württemberg. Er bildet zusammen mit dem Landkreis Tübingen und dem Zollernalbkreis die Region Neckar-Alb, deren größter Landkreis er ist, und gehört zum Regierungsbezirk Tübingen. Der Landkreis Reutlingen grenzt im Norden an den Landkreis Esslingen, im Nordosten (mit sehr kurzer Grenze) an den Landkreis Göppingen, im Osten an den Alb-Donau-Kreis, im Süden an den Landkreis Biberach und an den Landkreis Sigmaringen, im Südwesten an den Zollernalbkreis, im Westen an den Landkreis Tübingen und im Nordwesten an den Landkreis Böblingen.

Der Landkreis Reutlingen hat Anteil an der Schwäbischen Alb und am Albvorland. Im Südosten reicht das Kreisgebiet fast bis an die Donau. Die Höhenlage erstreckt sich von 290 m ü. NN in Mittelstadt bis 881 m ü. NN auf dem Bolberg bei Willmandingen.

Im Landkreis Reutlingen liegen ungefähr 185 Ortschaften (Städte, Dörfer, Weiler, Höfe, Einzelhäuser und Häusergruppen).

Der Landkreis Reutlingen geht zurück auf das alte gleichnamige württembergische Oberamt, das nach dem Übergang der ehemals freien Reichsstadt Reutlingen an Württemberg 1802 errichtet wurde. Schon vorher bestanden im heutigen Kreisgebiet die württembergischen Ämter Urach, Münsingen und Pfullingen, wobei Pfullingen bereits 1818 aufgelöst wurde. Die verbleibenden drei Oberämter wurden im Laufe der Geschichte mehrmals verändert. Ab 1810 gehörten sie zur Landvogtei auf der Alb, ab 1818 zum Schwarzwaldkreis (Reutlingen und Urach) bzw. Donaukreis (Münsingen). 1924 wurden beide Kreise aufgelöst und 1934 wurden die drei Oberämter in Landkreise umbenannt. 1938 wurde der Landkreis Urach aufgehoben und sein Gebiet auf die Kreise Reutlingen und Münsingen aufgeteilt. Bei der Kreisreform zum 1. Januar 1973 wurde der Landkreis Reutlingen auf seinen heutigen Umfang vergrößert, indem er die meisten Gemeinden des aufgelösten Landkreises Münsingen (die anderen kamen zum Alb-Donau-Kreis) und einige Gemeinden der Kreise Tübingen, Saulgau, Sigmaringen und Nürtingen hinzugewann. Im Gegenzug musste er zwei Gemeinden an andere Landkreise abgeben. Nach Abschluss der Gemeindereform umfasst der Landkreis Reutlingen noch 26 Gemeinden und den gemeindefreien Gutsbezirk Münsingen. Unter den 26 Gemeinden befinden sich sieben Städte und hiervon wiederum zwei Große Kreisstädte (Metzingen und Reutlingen). Größte Stadt des Kreises und jüngste Großstadt von Baden-Württemberg ist Reutlingen, kleinste Gemeinde (ohne Gutsbezirk Münsingen) ist Mehrstetten.

Die Einwohnerzahlen sind Volkszählungsergebnisse (¹) oder amtliche Fortschreibungen des Statistischen Landesamts Baden-Württemberg (nur Hauptwohnsitze).

Der Landkreis wird vom Kreistag und vom Landrat verwaltet. Der Kreistag wird von den Wahlberechtigten im Landkreis auf 5 Jahre gewählt. Dieses Gremium wählt den Landrat für eine Amtszeit von 8 Jahren. Dieser ist gesetzlicher Vertreter und Repräsentant des Landkreises sowie Vorsitzender des Kreistags und seiner Ausschüsse. Er leitet das Landratsamt und ist Beamter des Kreises. Zu seinem Aufgabengebiet zählen die Vorbereitung der Kreistagssitzungen sowie seiner Ausschüsse. Er beruft Sitzungen ein, leitet diese und vollzieht die dort gefassten Beschlüsse. In den Gremien hat er kein Stimmrecht. Sein Stellvertreter ist der Erste Landesbeamte.

Das Wappen wurde am 26. August 1980 durch das Regierungspräsidium Tübingen verliehen.

Die Kreisflagge in den Farben Gelb-Grün (Gold-Grün) wurde am 27. Oktober 1988 verliehen.

Der frühere Landkreis Reutlingen hatte kein Wappen. Er verwendete in seinen Siegeln ab 1939 lediglich die drei württembergischen Hirschstangen.

Aus den größten Teilen der früheren Landkreise Münsingen und Reutlingen sowie aus Splittern der ehemaligen Landkreise Sigmaringen, Tübingen, Saulgau, Hechingen und Nürtingen wurde 1973 der neue Landkreis Reutlingen gebildet. Er entschied sich für das Wappen, das in spätmittelalterlichen Wappenbüchern die schon in vorheraldischer Zeit (1098) ausgestorbenen Grafen von Achalm repräsentiert. Da Angehörige dieses Geschlechts das Kloster Zwiefalten gegründet hatten, war es in Siegeln und Wappen dieser Abtei als Stifterwappen verwendet worden. Die Einflußsphäre von Achalm reichte vom weiten Umland ihrer Stammburg im Nordwesten bis Zwiefalten im Südosten und deckte somit den größten Teil des heutigen Kreisgebietes ab. Dem Kreiswappen liegt die älteste bekannte Darstellung des apokryphen Achalmer Schildbildes im "Stuttgarter Wappenbuch" (1439/50) zugrunde.

Der Landkreis Reutlingen pflegt partnerschaftliche Beziehungen zum Landkreis Sächsische Schweiz in Sachsen, zur Provinz Parma in Italien und zur Region Pardubice in Tschechien (seit 2003).

Das Kreisgebiet wird von keiner Bundesautobahn berührt und daher nur durch Bundes-, Landes- und Kreisstraßen erschlossen. Die wichtigsten Bundesstraßen sind die B 28 Tübingen–Ulm und die B 312 Reutlingen–Biberach an der Riß.

Die „Neckar-Alb-Bahn“ Tübingen–Stuttgart führt durch das nördliche Kreisgebiet. Daneben werden die „Ermstalbahn“ von Metzingen bis Bad Urach sowie im südlichen Kreisgebiet die „Hohenzollerische Landesbahn“ im Taktverkehr bedient.

Der Öffentliche Nahverkehr ist in den Verkehrsverbund Neckar-Alb-Donau (NALDO) eingebunden.

Der Landkreis Reutlingen ist Träger folgender Beruflicher Schulen: Ferdinand-von-Steinbeis-Schule (Gewerbliche Schule I) Reutlingen, Kerschensteinerschule (Gewerbliche Schule II) Reutlingen, Theodor-Heuss-Schule (Kaufmännische Schule) Reutlingen, Laura-Schradin-Schule (Hauswirtschaftlich-pflegerische und sozialpädagogische Schule) Reutlingen, Gewerbliche Schule Metzingen, Kaufmännische und Hauswirtschaftliche Schule Bad Urach und Berufliche Schule (Gewerbliche, Kaufmännische, Hauswirtschaftlich-sozialpädagogische und Agrarwirtschaftliche Schule) Münsingen ferner der Sonderschule Karl-Georg-Haldenwang-Schule für Geistigbehinderte Münsingen.

Der Landkreis Reutlingen ist Gesellschafter der Kreiskliniken Reutlingen GmbH. Diese Gesellschaft ist Träger der Kliniken in Reutlingen, Bad Urach und Münsingen.

Vor der Kreisreform 1973 bzw. vor der Gemeindereform gehörten zum (alten) Landkreis Reutlingen seit 1938 insgesamt 37 Gemeinden, darunter 4 Städte. Zum Kreisgebiet gehörte neben dem eigentlichen Hauptgebiet eine aus den drei Gemeinden Bronnen, Hausen an der Lauchert und Mägerkingen bestehenden Exklave im Süden. Zwischen beiden Teilen lagen Gemeinden der Landkreise Hechingen und Sigmaringen.

Am 7. März 1968 stellte der Landtag von Baden-Württemberg die Weichen für eine Gemeindereform. Mit dem Gesetz zur Stärkung der Verwaltungskraft kleinerer Gemeinden war es möglich, dass sich kleinere Gemeinden freiwillig zu größeren Gemeinden vereinigen konnten. Den Anfang im alten Landkreis Reutlingen machten am 1. Januar 1971 die Gemeinden Bronnweiler, Gönningen, Oferdingen und Reicheneck, die in die Stadt Reutlingen eingegliedert wurden. In der Folgezeit reduzierte sich die Zahl der Gemeinden stetig. Die verbliebenen Gemeinden des alten Landkreises Reutlingen gingen am 1. Januar 1973 im neuen vergrößerten Landkreis Reutlingen auf, lediglich Gomaringen kam zum Landkreis Tübingen, und Bronnen kam zum Landkreis Sigmaringen.

Größte Gemeinde des alten Landkreises Reutlingen war die Kreisstadt Reutlingen, die seit 1. April 1956 Große Kreisstadt war, kleinste Gemeinde war Ohnastetten.

Der alte Landkreis Reutlingen umfasste zuletzt eine Fläche von 442 km² und hatte bei der Volkszählung 1970 insgesamt 189.569 Einwohner.

Einwohnerentwicklung des alten Landkreises Reutlingen bis 1970. Alle Einwohnerzahlen sind Volkszählungsergebnisse.

Die Gemeinden des alten Landkreises Reutlingen vor der Gemeindereform. Alle Gemeinden gehören auch heute noch zum Landkreis Reutlingen, lediglich Gomaringen gehört zum Landkreis Tübingen und Bronnen zum Landkreis Sigmaringen.

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Neuhausen an der Erms

Neuhausen an der Erms

Neuhausen an der Erms ist ein Ortsteil von Metzingen, Landkreis Reutlingen (seit 1971).

Im 7. oder 8. Jahrhundert nach Christus entstand an der Erms, am Fuß eines Berges, eine Siedlung, von der man annimmt, dass sie vom benachbarten Metzingen aus gegründet wurde. Im Lauf des Mittelalters gelangte diese Siedlung an die Grafen von Achalm. Sie ließen an den Hängen des Berges einen Weinberg anlegen.

Im Jahr 1089 brachten die beiden Brüder Liutold von Achalm und Kuno von Wülflingen den Ort Niuwinhusin in das Schenkungsgut des Klosters Zwiefalten ein. Auch ihre Ministerialen schenkten dem Kloster Bauernhöfe und Grundstücke. Für das Kloster war dieser Besitz nicht zuletzt aufgrund des günstigen Klimas im Ermstal tatsächlich äußerst wertvoll. Niuwinhusin bestand noch nicht als Dorf. Im wesentlichen waren es Bauerngüter (Huben), welche sich um zwei Fronhöfe gruppierten, von denen einer nicht weit vom Ufer der Erms entfernt lag, der andere befand sich an der Westseite des Kolbergs. Das Kloster errichtete auf dem Fronhof am Kolberg eine Propstei und schickte zwölf Laienbrüder dorthin. Rasch blühten Landwirtschaft und Weinbau unter der kundigen Hand der Brüder auf. Wiederholte Zerstörungen und Beeinträchtigungen durch kriegerische Ereignisse konnten diesen Aufschwung nicht bremsen.

Infolge der Pestepidemien des 14. Jahrhunderts kam es dann wie im gesamten südwestdeutschen Raum zur Ausbildung eines Dorfes an den Ufern der Erms. Zwiefalten gab im Lauf des 15. Jahrhunderts nach und nach die Eigenbewirtschaftung seiner Neuhäuser Güter auf und verlieh diese an die Bauern als Lehen. Der Fronhof am Kolberg und der Weiler Steuchen wurden ebenfalls aufgegeben. In Neuhausen besaß Zwiefalten eine Mühle und eine Badstube. Unter ungeklärten Umstanden ging jedoch die kirchliche Aufsicht noch während des Mittelalters auf die Herrschaft Württemberg über. Im Jahr 1431 erfolgte die Stiftung einer Kaplaneipfründe, für die jahrelang Güter und Zinse gesammelt worden waren. Kapläne aus Dettingen an der Erms feierten die Gottesdienste in Neuhausen. Noch während des 16. Jahrhunderts residierte ein ständiger Kaplan in Neuhausen.

Noch aus einem anderen Grund wurde das Jahr 1431 für Neuhausen bedeutsam: Zwiefalten kaufte den Truchsessen von Ringingen die Ortsherrschaft ab. Nun war der Abt Herr über die Neuhäuser Untertanen. Schon wenige Jahre später jedoch kaufte auch der Graf von Württemberg drei Höfe und stärkte damit seine Position im Dorf.

Die unruhige Stimmung des frühen 16. Jahrhunderts erfasste auch die Neuhäuser. Wegen des starken Bevölkerungsanstiegs war eine Teilung der Lehen unumgänglich geworden; wie viele andere Herrschaften nahm auch Zwiefaltens eine obrigkeitlichen Rechte stärker wahr. Darüber beschwerten sich die Neuhäuser beim württembergischen Hofgericht, weil sie die Ansicht vertraten, das Kloster erheben zu hohe Abgaben. Mit Sicherheit gingen die Ereignisse des Bauernkriegs, in dessen Verlauf das Kloster geplündert wurde, auch an Neuhausen nicht spurlos vorüber.

Weitere Erschütterungen brachte die Einführung der Reformation im Herzogtum Württemberg mit sich. Unter Berufung auf seine kirchlichen Rechte setzte Herzog Ulrich 1535 den evangelischen Pfarrer Jakob Schaller ein. Gleichzeitig wurde Neuhausen zur Pfarrei erhoben und das Nachbardorf Glems als Filial zugeteilt. Der Widerstand Zwiefaltens gegen diese Maßnahme blieb ohne Erfolg. Schon nach kurzer Zeit jedoch sah es so aus, als sollte die Einführung des evangelischen Gottesdienstes Episode bleiben. Als Kaiser Karl V. im Jahr 1548 das Interim in Württemberg einführte, nutzte das Kloster die Gelegenheit und ordnete wieder einen katholischen Pfarrer nach Neuhausen ab. Indessen gelang es Herzog Christoph von Württemberg, nach vier Jahren die Aufhebung des Interims zu erreichen, so dass das Dorf endgültig evangelisch blieb.

Es folgte eine Phase des relativen Wohlstandes und verhältnismäßig ruhiger Zeiten. Gegen Ende des 16. Jahrhunderts setzte eine starke Bautätigkeit ein, die bis zum Beginn des Dreißigjährigen Krieges anhielt. Es entstanden der Bindhof neben der Kirche (um 1540, inzwischen saniert und als Dorfgemeinschaftshaus genutzt), eine neue Kirche (1570, nicht mehr erhalten), das stattliche Anwesen in der oberen Klosterstraße (1581), der spätere Gasthof zum „Ochsen“ (um 1590, nicht mehr erhalten), ein schönes Fachwerkhaus in der Uracher Straße (zuletzt im Besitz von Sattler Reusch, 1593), der große Zwiefalter Hof in der Klosterstraße (1601/02, rechtes Gebäude und Scheune nicht mehr erhalten), die „Stabhalterei“ (1604, nicht mehr erhalten) sowie ein neues Pfarrhaus (1606, nicht mehr erhalten).

Für jene Zeit lassen sich erstmals genaue Angaben über den Weinbau erheben. Über 80 Hektar Weinberge, gut viermal soviel wie heute, standen im Anbau. In drei klostereigenen Keltern wurden im Herbst die Trauben gepresst. Tagelang liefen dann die schweren Kelternbäume, von denen es sieben gab; einer davon ist in funktionstüchtigem Zustand noch heute in der Mittleren Kelter erhalten. Wie wertvoll der Weinbau für das Kloster war, zeigt sich daran, dass die Weingärtner von der Herrschaft Dungfuhren und einen Beitrag zu den Kosten der Weinbergmauern erhielten. Überdies mussten sie nicht nur Abgaben an Zwiefalten liefen, sondern bekamen dagegen Erbsen oder Bohnen. Allerdings waren die Weinberge sehr hoch belastet; aus den besten Lagen musste der vierte Teil des Ertrags an Zwiefalten abgeführt werden. Dazu ging der zehnte Teil an die Kirche, so dass den Inhabern der Weinberg nur etwas über die Hälfte von ihrem Ertrag verblieb.

Der Dreißigjährige Krieg machte dem Wohlstand ein Ende. Schon die Kipper- und Wipperzeit der zwanziger Jahre beeinträchtigte das wirtschaftliche Leben erheblich. Die evangelische Konfession geriet in Gefahr, als Kaiser Ferdinand II. im März 1629 das Restitutionsedikt erließ und damit die Wiedereinführung der Messe in Neuhausen gebot. Verzweifelt wandten sich die Neuhäuser an die württembergische Herrschaft, aber alle Versuche, die Durchführung des Edikts zu verhindern, scheiterten. Im Oktober 1630 wurde der evangelische Pfarrer abgesetzt. Nun aber hatte sich die evangelische Konfession so gefestigt, dass der Versuch einer Rekatholisierung nur kurze Zeit Erfolg hatte. Die Erleichterung darüber hielt nur kurz an, da nach der Schlacht bei Nördlingen im August 1634 die Katastrophe über das Dorf hereinbrach. Hunger und Seuchen rafften viele Menschen hinweg, dazu kamen Plünderungen und Erpressungen. Die Verwaltung brach zusammen. Überdies gelang es der Erzherzogin Claudia von Tirol (Claudia de Medici) im Juli 1637, große Teile des Amtes Urach als kaiserliche Beute in Besitz zu nehmen. Besonders in Metzingen versuchten die erzherzoglichen Beamten, ihre Ansprüche mit Gewalt durchzusetzen, aber auch in Neuhausen zog die österreichische Regierung Abgaben ein.

Mit dem Westfälischen Frieden fanden der Krieg und die österreichische Herrschaft ein Ende. Langsam stabilisierten sich die Verhältnisse, kam das Leben wieder in Gang. Für Zwiefalten galt es, seine Rechte in Neuhausen neu verzeichnen zu lassen. In einem Vogtbuch wurden die herrschaftlichen Vorschriften neu aufgeschrieben. Allerdings konnte nichts mehr darüber hinwegtäuschen, dass der Einfluss des Klosters im Ermstal mehr und mehr schwand. Zunehmend neigten die Neuhäuser der Herrschaft Württemberg zu, die sämtliche umliegenden Orte besaß. Besonders drückend müssen die Klosteruntertanen die Leibeigenschaft empfunden haben, welche ihnen häufig die Heirat eines württembergischen Leibeigenen unmöglich machte. Zwar bestraften die Klosterbeamten jede Äußerung zugunsten Württembergs, konnten damit aber die Hinwendung zu diesem großen Staat nicht mehr aufhalten. Auch als Zwiefalten 1729 in Neuhausen eine Oberpflege einrichtete und einen Mönch als Statthalter in den Klosterhof entsandte, half das nicht mehr viel.

So ist es kein Wunder, dass das Kloster bei der ersten Gelegenheit sein Dorf an Württemberg verkaufte. Diese Gelegenheit bot sich 1749, als der stets geldbedürftige Herzog Karl Eugen gegen horrende Summen die Loskaufung Zwiefaltens von allen Verpflichtungen gegenüber Württemberg anbot. Unter den ersten Objekten, die das Kloster an Württemberg abtrat, befand sich Neuhausen. Am 3. Mai 1750 ergriffen württembergische Beamte in einer feierlichen Zeremonie Besitz von diesem Dorf. Ihre Versprechung, die Untertanen würden jetzt unter eine gelinde und gnädige Herrschaft kommen, erwiesen sich schnell als trügerisch. Vielleicht waren die Neuhäuser auch in ihrer Annahme zu naiv gewesen, sie bekämen neben den Sonderrechten der Klosterzeit auch noch die württembergischen Vergünstigungen dazu.

Die enttäuschten Hoffnungen führten zu starken Spannungen im Dorf. Jahrzehntelang konnte die neue Herrschaft kein Vogtgericht halten, das eigentlich in regelmäßigen Abständen stattfinden sollte. Zu den alten Abgaben erhob Württemberg noch neue, beispielsweise die verhasste Akzise. Auch die Heirats- und Wegzugsbeschränkungen der Klosterzeit blieben bestehen, so dass selbst württembergische Beamte die außerordentlich hohen Belastungen der Einwohnerschaft bezeugten.

Auf kirchlichem Gebiet brachte der Herrschaftswechsel eindeutig eine Verbesserung, weil die lästige Konkurrenz zwischen den beiden Herrschaften unterschiedlicher Konfession entfiel. Gar nicht erfreut waren die Neuhäuser über die Einrichtung eines Kirchenkonvents; dieses Sittengericht verhandelte über alle Vergehen gegen die Zehn Gebote und verhängte Strafen darüber.

Erst am Ende des Jahrhunderts verringerte sich die Belastung, welche die Gemeinde zu ruinieren drohte. Herzog Friedrich von Württemberg erlaubte die Ablösung der Abgaben aus den am höchsten belasteten Weinbergen an der Südseite des Hofbühls. Allerdings herrschten fast zwanzig Jahre lang Kriegszeiten, die auch Württemberg in Mitleidenschaft zogen. Unter der Vorherrschaft des französischen Kaisers Napoleon wurde das Herzogtum zwar zum Kurfürstentum (1803) und schließlich zum Königreich (1806) erhoben, aber auch in den Strudel der napoleonischen Kriege gerissen. Kaum hatten diese ihr Ende gefunden, so brach in den Jahren 1816/17 eine schwere Hungersnot über das Land herein, die viele Menschen zur Auswanderung veranlasste.

Diese schlimme Zeit brachte eine längst überfällige Reform der gesamten Landwirtschaft in Gang, die mit der Befreiung von der Leibeigenschaft und der Ablösung der ersten Abgaben ihren Anfang nahm. Da nun eine lange Periode des Friedens folgte, konnte sich das Land wirtschaftlich erholen. Seit Anfang der dreißiger Jahre bestand eine Textilfabrik im Ort; damit begann die Industrialisierung, welche in unserem Jahrhundert endgültig die bäuerliche Struktur des Dorfes veränderte. Diese Fabrik wurde um die Mitte des Jahrhunderts von der Fabrikantenfamilie Braun übernommen. Unzählige Menschen fanden hier sowie in den Fabriken der Umgebung Arbeit und Brot. Allerdings geriet das Königreich Württemberg in den Jahren 1845 bis 1855 erneut in eine schwere Krise. Aufgrund von Missernten und Fehlherbsten kamen Hungersnöte. Unzählige Menschen wanderten aus, vor allem in die Vereinigten Staaten von Amerika. Die Revolutionsereignisse von 1848 fanden auch im Dorf ihren Niederschlag. Wenn auch die Revolution scheiterte, so bildete sie den Auftakt zur letzten, wichtigen Ablösung der Zehntabgaben, die 1875 ihren Abschluss fand. Nun endlich waren Felder und Weinberge frei von allen Abgaben, so dass eine grundlegende Verbesserung der Landwirtschaft möglich war. Eine Aufhebung des Flurzwangs, die Anlegung von Feldwegen schufen dafür wichtige Voraussetzungen. Jeder Weinbergbesitzer konnte seinen Wein selbst verkaufen. Damit gehörte die alte Feudalgesellschaft mit ihren im Mittelalter wurzelnden Strukturen endgültig der Vergangenheit an.

Nach dem Ende der furchtbaren Notjahre mit der größten Auswanderungswelle des letzten Jahrhunderts konnte die Gemeinde im Lauf der Zeit längst fällige Vorhaben verwirklichen und ihre hohen Schulden tilgen. Ein neues Rathaus war schon 1845 errichtet worden, nun folgten Schulhäuser, eine stabile Brücke über die Erms und andere öffentliche Einrichtungen, beispielsweise in den 1880er Jahren zwei Backhäuser. Der siegreiche Krieg gegen Frankreich anno 1870/71 fachte den Nationalstolz an und verleitete dazu, die moderne Kriegsführung zu verharmlosen. Zu Beginn der achtziger Jahre kam es noch einmal zu einer Auswanderungswelle, die freilich nicht mehr so stark war wie die letzte. Um die Wende zum 20. Jahrhundert entstand ein neues Schulhaus; Gaslaternen beleuchteten nachts die Straße. Schließlich wurden 1909 die ersten Häuser an das Stromnetz angeschlossen. In den Weinbergen kam die Spritzung auf, um einer Vernichtung des Traubenertrags durch Mehltau zu begegnen.

Der Ausbruch des Ersten Weltkriegs im August 1914 beendete diese Aufwärtsentwicklung. 415 Männer des Dorfes mussten in den Krieg ziehen, den man in kurzer Zeit siegreich zu beenden glaubte. Aber als der Krieg nach vier Jahren zu Ende war, hatten 80 Männer ihr Leben gelassen. Als Folge dieses Krieges kam es auch noch zur Entwertung des gesamten Geldes in der Inflationszeit. Im Oktober 1923, auf dem Höhepunkt der Inflation, verdiente man täglich Milliarden und Billionen, die freilich kaum ausreichten, um den Lebensunterhalt zu bestreiten. Noch einmal wanderten in den Jahren 1924 bis 1926 etwa 70 Einwohner nach Brasilien aus, von denen einige später wieder zurückkehrten.

Mit der Überwindung der Inflation begann eine sechsjährige ruhigere Zeit, bis die Weltwirtschaftskrise sich auch im Deutschen Reich auszuwirken begann. Zahlreiche Neuhäuser wurden arbeitslos, wenn auch die verbreitete Nebenerwerbslandwirtschaft eine schlimme Hungersnot verhinderte. Bei den häufigen Wahlen wandten sich immer mehr Menschen den radikalen Parteien zu. Die NSDAP konnte schon im November 1932 über die Hälfte der Stimmen für sich verbuchen; am 30. Januar 1933 ergriff Adolf Hitler die Macht.

Sehr schnell spürte man das auch in Neuhausen, wo sich die Nationalsozialisten innerhalb kurzer Zeit die Mehrheit im Gemeinderat sicherten. Alle Gemeinderatsmitglieder der anderen Parteien wurden nach und nach aus ihren Ämtern gedrängt. Zwei Männer, die öffentlich Kritik an Adolf Hitler und seiner Partei übten, verbüßten Haftstrafen im Konzentrationslager Heuberg. Mit ihren Untergliederungen erfasste die NSDAP alle Altersschichten; etwa 6% der Einwohnerschaft gehörte ihr als Mitglied an. Mit verordneten Festen suchten sich die Nationalsozialisten bei der Bevölkerung beliebt zu machen. Wer sich allerdings kritisch über sie äußerte, hatte Schlimmes zu befürchten.

Eine günstige Wirtschaftsentwicklung täuschte manchen über den wahren Charakter der Partei hinweg. In Neuhausen entstanden zahlreiche Handschuhfabriken, die größeren meist von zwei Inhabern gegründet; häufig arbeitete auch die Frau als Näherin, der Mann als Handschuhmacher. Trotzdem steuerte Adolf Hitler immer mehr auf einen Krieg zu, der im September 1939 mit dem Angriff auf Polen begann. Nun begann sich auch im Ort das wahre Gesicht der NSDAP zu zeigen. Anstelle von Diakonissen übernahmen Schwestern der NSV den Kindergarten. Schwarze Busse mit verdeckten Fenstern fuhren durch den Ort, um behinderte Menschen nach Grafeneck zu bringen, wo sie im Rahmen der Aktion „Lebensunwertes Leben“ vergast wurden. Auch drei Männer und Frauen aus Neuhausen wurden in Grafeneck umgebracht.

Im Zweiten Weltkrieg mussten erneut viele Männer aus Neuhausen als Soldaten dienen. Über hundert von ihnen verloren ihr Leben, andere befanden sich Jahre lang in Gefangenschaft. Französische Kriegsgefangene arbeiteten bei den Bauern im Dorf. Im Jahr 1944 gruben KZ-Häftlinge und Zwangsarbeiter die Hauptstraße für eine Gasleitung auf. Als im Frühjahr 1945 die Truppen der Alliierten die Grenzen des Reiches überschritten, war ein Ende des Krieges abzusehen. Am 23. April marschierten amerikanische Verbände nach einem kurzen Gefecht in Neuhausen ein. Gemeinderat Daniel Fritz war ihnen als Parlamentär in Begleitung einiger Kriegsgefangener entgegen gegangen. Nach kurzer Zeit kam das Dorf zur französischen Besatzungszone. Der schwarze Markt blühte. Erneut kam es zur Inflation, die mit der Einführung der Deutschen Mark im Juni 1948 ihr Ende fand.

Nun aber suchten Millionen von Vertriebenen eine neue Heimat. Neuhausen musste ein Viertel seiner Einwohnerzahl aufnehmen. Die Einwohner wehrten sich gegen die Einweisung fremder Menschen in ihre Häuser, so dass schließlich Kommissionen aus anderen Orten diese schwierige Aufgabe übernehmen mussten. Erst der Bau von Wohnungen entspannte die Situation. Allmählich stabilisierten sich die Verhältnisse, nicht zuletzt dank eines Wirtschaftsaufschwungs. Endgültig verlor der Ort seinen von der Landwirtschaft geprägten Charakter, da die meisten Einwohner in der Industrie arbeiteten. Bis heute ist jedoch die Nebenerwerbslandwirtschaft sehr verbreitet.

Für den Weinbau bedeutete die Rebflurbereinigung in den sechziger Jahren eine grundlegende Umstrukturierung. Statt der alten, kleinparzellierten, schwer zu bewirtschaftenden Weinberge entstanden größere Parzellen mit modernen Drahtanlagen. Viele Weinbergbesitzer verkauften ihren Wein nicht mehr selbst, sondern traten der Weingärtnergenossenschaft Metzingen-Neuhausen bei.

Im Ort selbst wurden große Baugebiete erschlossen, um der steigenden Bevölkerung ausreichenden Wohnraum zur Verfügung zu stellen. Im Lauf der Jahre fielen zahlreiche historische Gebäude dem Abriss zum Opfer, so das Gasthaus zum „Ochsen“ (erbaut zwischen 1580 und 1610), die „Stabhalterei“ (1604), das Gasthaus zum „Lamm“, die Mühle, das „Stundenhaus“ in der Uracher Straße, die große Scheune im ehemaligen Zwiefalter Klosterhof und einige mehr. Auch die alte Kirche im protestantischen Barockstil wich 1969 einem neuen Gemeindezentrum (eingeweiht 1972). Eine breite Ortsdurchfahrt ersetzte die enge, kurvige Hauptstraße.

Im Zuge der allgemeinen Verwaltungsreform gab es Bestrebungen, die Gemeinde Neuhausen nach Metzingen einzugemeinden. Nach langen Diskussionen sprach sich bei einer Bürgeranhörung die Mehrzahl der Neuhäuser für eine Eingemeindung aus, die am 1. April 1971 vollzogen wurde. Als finanziellen Anreiz für die Vereinigung mit Metzingen zahlte das Land Baden-Württemberg einen Zuschuss, mit dem die neue Hofbühlhalle an der Uhlandschule finanziert werden konnte.

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Source : Wikipedia