Marvel Comics

3.4183321846695 (2902)
Geschrieben von c3po 04/05/2009 @ 10:11

Tags : marvel comics, comic, kultur

Neueste Nachrichten
Der totgeglaubte Captain America ist wieder da - WELT ONLINE
Zwei Jahre nachdem Marvel Comics den mit Sternen übersäten Superhelden absetzte, ist er zurück, und das besser als je zuvor. Marvel Comics Chefredakteur Joe Quesada sagt: "Wir haben uns seit zweieinhalb Jahren geduldig auf diesen Moment vorbereitet....
Champions Online - Screenshots - GamePro
Dass sich die Entwickler des Online-Rollenspiels Champions Online von diversen Marvel-Comics inspirieren lassen, zeigen die just veröffentlichten Screenshots. Auf diesen seht ihr unter anderem einen geflügelten Superhelden, der den ein oder anderen...
Mutant zeigt die Krallen - Blick Online
Von Martin Steiner | Aktualisiert um 12:39 | 11.06.2009 Im Gegensatz zum relativ braven Film langt Marvel-Comic-Figur Wolverine im Game richtig zu. Trotzdem hinterlässt das Spiel – zumindest im Kopf – relativ wenige Spuren. Die Story von «X-Men Origins...
Z-Cult FM Comic-Tracker stellt Tätigkeit ein - Gulli
Vor etwa zwei Jahren bekam der BitTorrent-Tracker, der insbesondere für seine reiche Auswahl an Comic-Heften bekannt war, Probleme mit den Rechteinhabern Marvel sowie DC Comics. Beide drängten den Tracker darauf, Torrents zu löschen,...
Amerika verstößt seine Ente - WELT ONLINE
Geburtstag werden in den Vereinigten Staaten die klassischen Disney-Comics eingestellt. Sie passt nicht mehr in die Zeit Für Juni war es in den USA angekündigt, jetzt wird das Buch nie erscheinen: "Donald Duck: 75 Unlucky Years"....
Marvel Super Hero Squad: Die knuddeligsten Superhelden aller Zeiten... - DemoNews.de
Schon vor einem Jahr teilte THQ mit, dass man eine Lizenzvereinbarung mit Marvel-Comics getroffen habe und zukünftig Games rund um das Superhelden-Universum entwickeln wolle. Dabei geht man zunächst allerdings den genau umgekehrten Weg wie etwa...
Neue Gerüchte durch Comic-Einkauf des Battlestar Galactica-Stars - MovieGod
Ganz einfach: Battlestar Galactica-Star Katee Sackhoff hat in dem Laden jeden erdenklichen Comic mit "Typhoid Mary" gekauft und zwar "in der Hoffnung eine Rolle in einem Marvel-Film zu bekommen." Typhoid Mary ist die langjährige Feindin (und Geliebte)...
Getuschte Typen - Opinio
Daraus schlussfolgere ich heute, dass ein früher Einsatz von Comics nicht nur lustig, sondern auch ökonomisch im Sinne von Phantasierecycling ist. Meine Helden wandelten sich dann mit der Zeit, weg von cholerischen Enten und pfiffigen Mäusen über...
Mit comicstars.de erobert ein japanischer Trend den Westen - deutsche-startups.de
Der Web-Comic-Ableger von DC hört auf den Namen Zuda. Konkurrent Marvel wiederum hat einen Teil seiner Comics digitalisiert und bietet sie unter Marvel Digital Comics im extrem preiswerten Abo an. Nun kommt der Trend in Deutschland an: Auf...
Spider-Man 4: Carnage, Lizard oder Vampir? Sam Raimi verrät den ... - gamona.de
In einem Interview mit Empire sagte Raimi: „Ich mag es, wenn Spider-Man in den Marvel Comics gegen Morbius kämpft. Der ist echt cool. Ein Vampir halt! Ich mag diese Kombination aus Superheld und übernatürlichen Fähigkeiten....

Marvel Comics

Logo von Marvel Comics

Marvel Comics (eigentlich Marvel Enterprises) ist ein US-amerikanischer Comicverlag mit Sitz in New York City. Er zählt zu den weltweit größten Verlagen dieses Genres.

Zu den bekannten Titeln zählen Spider-Man, Die Fantastischen Vier (The Fantastic Four), Die Rächer (The Avengers), Hulk, Daredevil, Captain America, Iron Man, Punisher, Blade, Ghost Rider, wie auch die erfolgreichste amerikanische Comic-Serie der 90er Jahre: Die X-Men. Viele der Comics wurden in den letzten Jahren verfilmt, viele Comicverfilmungen sind derzeit in Produktion und werden in den nächsten Jahren in die Kinos kommen.

Marvel ging aus dem in den 1930er Jahren gegründeten Verlag Timely Publications hervor, der zur Zeit des Zweiten Weltkrieges die Abenteuer von Superhelden wie Captain America, Human Torch und Namor dem Sub-Mariner in Serien veröffentlichte. Während des Zweiten Weltkrieges gab es insgesamt 160 verschiedene Superheldentitel von mehr als zwei Dutzend Verlagen mit einer Gesamtauflage von 300 Millionen Heften und einem jährlichen Umsatz von 30 Millionen Dollar.

Nach dem Hoch, das Comics in den USA in den 30ern und 40ern erlebt hatten, wurden die Zeiten auch für Timely in den 50ern schlechter. McCarthyismus und insbesondere Fredric Werthams Buch "Seduction of the Innocent" beschuldigten Comics, einen schädlichen Einfluss auf Kinder auszuüben. In jener Zeit wurde auch die Comic Code Authority (CCA) gegründet, die eine Zensurbehörde für Comics darstellte. Als Atlas bzw. Timely/Atlas brachte der Verlag, wie viele dieser Zeit, vor allem Monster-, Science-Fiction- und Romantikcomics heraus.

In den frühen 60er Jahren setzte der Verlag, inspiriert von DC Comics Aufschwung durch die Wiederbelebung von Superhelden wie dem Flash, ebenso auf eine Superheldenrenaissance und lag damit goldrichtig. The Fantastic Four von Stan Lee und Jack Kirby war ein großer Erfolg und wurde bald von einer Flut von Superheldentiteln begleitet. Auch einige der Monstercomics wurden kurzerhand zu Superheldentiteln umfunktioniert, namentlich waren das Tales of Suspense (mit den Abenteuern von Iron Man und später Captain America) sowie Tales to Astonish (das zuerst Giant-Man und die Wasp als Hauptfeature hatte, später jedoch vom Hulk und dem Sub-Mariner abgelöst wurde). Weitere Titel der Anfangszeit von Marvel waren The Amazing Spider-Man, The Avengers, The Hulk, Daredevil, Journey Into Mystery (Thor), Strange Tales (zunächst Human Torch, später Dr. Strange sowie Nick Fury: Agent Of S.H.I.E.L.D.), The X-Men und einige andere. Neben Lee, der die meisten dieser Titel selbst schrieb, und Kirby waren Steve Ditko, Werner Roth, Bill Everett, John Romita Sr. und Don Heck die frühen kreativen Mitarbeiter des jungen Verlags Marvel Comics. Der erste Autor neben Lee sollte Roy Thomas werden, der 1971 in der Serie Avengers mit dem Kree-Skrull-War auf die bis heute in Marvel Comics Bezug genommen wird.

In den 70er Jahren ließ das Interesse der Öffentlichkeit an Superhelden wieder nach und Marvel konterte mit einem erhöhten Output von Horrorcomics wie Tomb of Dracula, Man-Thing oder Werewolf by Night. Außerdem reduzierte Stan Lee sein Arbeitspensum und gab die meisten der von ihm geschriebenen Serien an andere Autoren ab. In dieser Dekade verdienten auch einige Meister des Fachs der Comic-Kunst ihre ersten Sporen bei Marvel, Jim Starlin und Steve Gerber seien als Beispiele genannt. Mitte der 70er trat auch Chris Claremont auf den Plan und übernahm die marode X-Men-Serie, der er neues Leben einimpfte. Gegen Ende der Dekade hatten er und John Byrne die ehemals kurz vor der Einstellung stehende Serie zum Flaggschifftitel Marvels gemacht, was sie bis heute ist.

1978 wurde der junge Jim Shooter Editor in Chief bei Marvel und reformierte die eingefahrenen Strukturen des Verlages gründlich. Obwohl von der Belegschaft nicht immer geliebt, schaffte Shooter es, die Qualität der vom Verlag produzierten Serien auf ein nie erreichtes Niveau zu steigern. Er führte auch jährliche Crossover-Events ein, bei denen Geschichten quer durch viele Serien laufen und den Leser so zum Kauf zusätzlicher Titel animieren. Diese Praxis wurde erst vor wenigen Jahren aufgegeben.

Nachdem Frank Miller 1981 mit der Serie Daredevil einen dunkleren, erwachsenen Ton anschlug, gab es ab Ende der 80er einen wahren Ansturm auf grimmige Vigilantensuperhelden. Wichtigster Vertreter dieser als "grim and gritty" bezeichneten Richtung war bei Marvel der Punisher, der 1985 seine erste Miniserie bekam.

1988 wurde Marvel von Ron Perelman gekauft, der das Unternehmen an die Börse brachte und während der Comic-Spekulations-Blase der frühen 90er den Titelausstoß vervielfachte. In jene Zeit fällt auch der Exodus einiger Star-Zeichner Marvels (Todd McFarlane, Erik Larsen, Jim Valentino und Marc Silvestri), die den Verlag Image Comics gründeten. 1994 kaufte Marvel Malibu Comics auf, hauptsächlich um die innovative Computerkolorierungstechnik des Verlages nutzen zu können. Die Spekulationsblase platzte schließlich und Mitte der 90er stand Marvel vor dem Bankrott. Ebenfalls während der 90er brachte Marvel die Comicserie zu den MTV-Comicfiguren Beavis and Butthead heraus, die in Deutschland im Dino-Verlag erschien.

Schließlich landeten die Geschicke der Firma in den Händen von Isaac Perlmutter, der sich zusammen mit Avi Arad, Bill Jemas und Joe Quesada an die Spitze des Unternehmens setzte. Anfang des neuen Jahrtausends begann Marvel unter hohem Erfolgsdruck neue Konzepte zu probieren und landete damit den einen oder anderen Erfolg, wodurch sich die seit Mitte der 90er ständig im Sinken begriffenen Verkaufszahlen schließlich stabilisierten. Insbesondere die Ultimate Comics, die moderne Neuinterpretationen klassischer Marvelhelden lieferten und das Marvel Knights Label, das die 'street-level'-Helden Marvels ins Rampenlicht stellte, waren große Erfolge. Der Comics Code wurde 2001 von Marvel zugunsten eines eigenen Ratingsystems aufgegeben.

Avi Arad gelang es, viele der Comichelden für Filme zu lizenzieren und dank des Erfolgs von Spider-Man, X-Men und einigen anderen, steht Marvel finanziell derzeit recht gut da. 2003 wurde der kontroverse Bill Jemas gefeuert und durch Dan Buckley ersetzt, was eine Rückbesinnung Marvels auf traditionelle Werte einleitete. Dieser Schritt wurde von Arad veranlasst, nachdem ein bekannter Hollywoodschauspieler eine Rolle in einer Marvelverfilmung abgelehnt hatte, nachdem er ein kontroverses Marvelcomic des Briten Garth Ennis in die Hände bekommen hatte. Derzeit erregt Marvel mit dem Crossover "Civil War" Aufsehen, eine Story, die sich sehr nah an der realen US-amerikanischen Politik bewegt. In dem Event geht es um einen sogenannten Superhero Registration Act, der nach einem tragisch endenden Superhelden-Einsatz, bei dem über 600 Menschen zu Tode kommen, von der Regierung verabschiedet wird, und alle Superhelden zwingt, sich bei der Regierung registrieren zu lassen. Die Verkaufszahlen, die durch diese Story erreicht wurden, sind die besten seit den 90er Jahren und haben zumindest im Moment das Interesse in der amerikanischen Öffentlichkeit für Comics wieder deutlich gesteigert.

Zum Seitenanfang



Superheld

Plastik von Superman - „dem Mann aus Stahl“

Ein Superheld ist eine fiktive Figur, die meist übermenschliche Fähigkeiten besitzt, mit denen sie die Menschheit beschützt und Böses bekämpft. Superhelden haben typischerweise großen Mut und einen edlen Charakter. Sie halten nicht selten ihre wahre Identität geheim, indem sie sich kostümieren und sich ein Pseudonym zulegen. In den Geschichten sind ihre Gegenspieler Monster oder Bösewichte, sie wehren aber auch Naturkatastrophen ab. Die ersten Superheldencomics entstanden in den USA der 1930er Jahre; als erste Superheldenfigur gilt dabei Superman.

Der archetypische Superheld riskiert sein Leben bedingungslos für Andere. Im Gegensatz zu seinen Gegenspielern pflegt er eine hohe Moral und tötet seine Gegner nur, falls es unvermeidlich ist. Viele Superhelden sind mit einer passenden Herkunftsgeschichte ausgestattet, in der der Ursprung ihrer Kräfte und ihr Entschluss, für das Gute zu kämpfen, erläutert wird. Typischerweise erhalten Superhelden ihre Kräfte durch fortschrittliche Technologie (Batman, Iron Man) bzw. einen biologischen oder chemischen Unfall (Spider-Man, Hulk). Aber sie können ihre Kräfte auch ihrer außerirdischen Herkunft (Superman) oder Magie verdanken. Jene Kräfte werden dann auch oft durch körperliche Veränderungen sichtbar. Beispiele für diese übermenschlichen Fähigkeiten sind sehr oft übermenschliche Stärke, die Fähigkeit zu fliegen, geschärfte Sinne oder die Fähigkeit Energieblitze zu schleudern.

Damit der dramatische Verlauf der Geschichten dann aber auch für die Superhelden bedrohliche Momente beinhaltet, statten ihre Schöpfer sie gerne mit einer besonderen Schwäche aus. So schwinden z. B. Supermans Kräfte in der Nähe von Kryptonit, so dass er verwundbar wird.

Bestimmte Superhelden fallen durch dieses Raster. Anders als die klassischen Beispiele reagieren sie verantwortungslos, zeigen offen Schwächen oder begehen Fehler. So ist z. B. Wolverine brutal und kompromisslos, Spider-Man offenbart seine menschlichen Makel und Hulk bedroht durch seine unkontrollierbaren Verwandlungen auch Unschuldige. Andere Superhelden arbeiten hingegen nur gegen Bezahlung, wie z. B. Luke Cage und sein Partner Iron Fist. Andere untypische Superhelden besitzen eine finstere Abstammung, wie etwa die Dämonen Hellboy, Spawn und Ghost Rider, oder es handelt sich um ehemalige Superschurken, wie Elektra oder Catwoman.

Ein weiteres Charakteristikum von Superhelden ist in vielen Fällen ein besonderes Kostüm, welches während der Einsätze dazu dient, dass die geheime Identität unerkannt bleibt, aber der jeweilige Superheld als solches dennoch erkannt wird. Einige Superheldenfiguren werden im Laufe der Zeit von mehreren Personen verkörpert, welche dann dasselbe oder ein ähnliches Kostüm tragen. Beispiele dafür sind Flash, Robin und das Phantom. Häufig sind das Fahrzeug, der Rückzugsort und weitere Utensilien des Superhelden im selben Design wie das Kostüm gehalten, so dass ein passender Auftritt gewährleistet wird.

Viele Superhelden operieren im Alleingang, jedoch wurden im Laufe der Comic-Geschichte auch Superheldengruppen geschaffen. Bekannte Beispiele sind hierbei die X-Men, Gen 13, die Fantastic Four und die Challengers of the Unknown. Werden diese Zusammenschlüsse durch den gemeinsamen Ursprung ihrer Kräfte oder verwandtschaftliche Gründe erklärt, so entschlossen sich Comic-Autoren aber auch schon, die Helden ihres jeweiligen Verlages zu einer Gruppe zusammenzuschließen, so dass diese gemeinsam Abenteuer bestehen können. Beispiele hierfür sind die Justice League of America und die Avengers.

Ebenfalls von Bedeutung sind die Begleiter von Superhelden, sogenannte Sidekicks, oder engste Vertraute, die den Helden unterstützen. So verfügt Batman über einen Begleiter namens Robin und einen Butler namens Alfred.

Superhelden müssen fast immer gegen einen Gegenspieler antreten, der wie sie selbst über übermenschliche Fähigkeiten und eine besondere Identität verfügt. Meist rekrutiert sich dieser aus einem Pool an Bösewichten, die zu einer bestimmten Superheldensaga gehören. Superman kämpft so oft gegen Lex Luthor und Batman gegen den Joker.

Superheldengeschichten traten zuerst in Comicform auf und bilden bis heute in den USA einen wesentlichen Anteil der Comicproduktionen. Viele Geschichten wurden aber auch in Form von Hörspielen, Fernsehserien, Filmen und Computerspielen adaptiert.

Marvel Comics und DC Comics dominieren den Comicmarkt der USA. Beinahe fast alle weltbekannten Superhelden sind Schöpfungen dieser beiden Verlage. Nicht zufällig ist der Begriff „Superhero“ von beiden in den USA patentiert worden. DC-Superhelden sind z. B. Superman, Batman und Wonder Woman, Marvel-Superhelden sind unter anderem Spider-Man, Captain America und Hulk. Dennoch gibt es Figuren, deren Geschichten in anderen Verlagen erscheinen oder in der Vergangenheit erschienen sind. Beispiele hierfür sind Captain Marvel , Spawn und Hellboy.

Außeramerikanische Schöpfungen sind dagegen z. B. Cybersix aus Argentinien, Marvelman aus Großbritannien und diverse Manga-Figuren. Superhelden aus dem deutschsprachigen Raum waren meist erfolglos und die in Deutschland bekannten Superheldencomics sind Übersetzungen lizenzierten amerikanischen Materials.

Obwohl Superheldengeschichten als Untergenre von Fantasy und Science-Fiction gesehen werden, hat sich gezeigt, dass sie beinahe in jedem Genre heimisch sein können. Superheldencomics vereinen Einflüsse aus Horror, Komödie, Kriminalroman, Science-Fiction, Fantasy und anderen.

Schon seit der Antike gibt es Sagen von übermenschlichen Helden, wie die von Herakles oder Achilles. Der Richter Samson weist ebenfalls übermenschliche Stärke auf. Auch in anderen Mythen finden sich Figuren, die in mancher Hinsicht als Vorläufer moderener Superhelden gelten könnten, zum Beispiel Väinämöinen in der finnischen Kalevala. Ein Beispiel der direkten Übernahme eines mythischen Helden ist die Comicreihe Thor.

Die Vorläufer der modernen Superhelden sind bereits im 19. Jahrhundert anzusetzen. Sherlock Holmes und Allan Quatermain stechen als literarische Figuren mit außergewöhnlichen Fähigkeiten hervor. Ebenso hatten die Groschenromane um Buffalo Bill, Zorro, Robin Hood oder Tarzan Einfluss auf die Schöpfung der späteren Superhelden. Direkten Einfluss zeigen Figuren der Pulp Magazine, unter anderem Doc Savage und The Shadow.

1938 erschien erstmals eine Geschichte mit Superman, geschaffen von Jerry Siegel und Joe Shuster, in der Reihe Action Comics. Obwohl der kostümierte Verbrechensbekämpfer Phantom schon vor Superman in Comicstrips auftrat, wird Superman allgemein als der erste Superheld gesehen. Er zeigte bereits viele der typischen Superheldenmerkmale, nämlich Geheimidentität, übermenschliche Kräfte und Kostüm.

Die Reaktion auf Superman war überwältigend positiv, und DC Comics ließ in den Monaten darauf Hawkman, den Flash, Green Lantern, Batman und etwas später Robin sowie Wonder Woman, die erste Superheldin, auftreten. Obwohl DC den Superheldencomicmarkt anfänglich dominierte, kamen bald andere Verlage hinzu, neben Fawcett Comics mit Captain Marvel auch Marvel Comics (damals Atlas bzw. Timely) mit den Helden Human Torch und Sub-Mariner. Damals begann auch Will Eisner mit der Produktion seines Comics The Spirit, ein Charakter mit einigen Eigenschaften eines Superhelden, der schnell viele Fans gewann. Von Quality Comics stammte die erste Parodie des Genres, Plastic Man.

Die Superhelden dieser Zeit waren typischerweise weiße, junge bis mittelalte Männer der Mittel- und Oberschicht. Während des Zweiten Weltkriegs nahm die Beliebtheit von Superheldenfiguren beim Publikum zu, trotz Rationierung von Papier und der Einberufung vieler Autoren und Zeichner. In dieser Phase erschienen Comics, in denen Superhelden die Achsenmächte bekämpfen, und patriotische Helden wie Captain America wurden geschaffen.

Nach dem Krieg schwand die Popularität der Superhelden. Der Sittenwächter Fredric Wertham verfasste Seduction of the Innocent, in dem er behauptete, Comics wären ein Auslöser für Jugendkriminalität. Er vertrat zudem die Ansicht, dass Superheldencomics von perversen Untertönen durchzogen seien. Auch Horrorcomics und Kriminalgeschichten wurden angegriffen. Als Antwort auf Werthams Anschuldigungen wurde der Comics Code eingeführt, der Gewalt und Sex in Superheldencomics praktisch verbot. In den frühen fünfziger Jahren waren Superhelden beinahe von der Bildfläche verschwunden, nur Geschichten der bekanntesten Figuren (Wonder Woman, Batman und Superman) wurden weiterhin verlegt. Viele Horror- und Kriminalcomics wurden eingestellt und viele kleine Verlage gingen bankrott. Zudem trat das aufkommende Fernsehen in Konkurrenz zu Comics.

1956 erschien eine neue Version des Flash bei DC Comics, die sofort ein Erfolg wurde. Daraufhin belebte das Unternehmen auch Hawkman, Green Lantern und einige andere wieder, meist mit einem moderneren, Science-Fiction-basierten Ansatz. Außerdem startete DC eine Teamserie mit den größten Stars des Verlags, die Justice League of America.

Durch den Erfolg von DC angespornt, schuf Marvels Editor und Autor Stan Lee zusammen mit Zeichnern wie Jack Kirby und Steve Ditko ebenfalls einige Superheldenserien. 1961 erschien mit den Fantastic Four die erste neue Superheldenserie von Marvel. Lee legte viel Wert auf persönliche Konflikte und Charakterentwicklung, was den perfekten Superhelden der 1940er-Jahre großteils gefehlt hatte. Superhelden dieser neuen Generation waren unter anderem Thing, Spider-Man, Hulk und die X-Men. In den späten Sechzigern und frühen Siebzigern begannen nicht-weiße Superhelden in Marvel Comics aufzutauchen. Der erste war Black Panther, König des fiktiven afrikanischen Kleinstaates Wakanda. Weitere Beispiele sind Luke Cage, ein afroamerikanischer Söldner und Shang Chi, ein asiatischer Kampfsportler. Diese Figuren waren oft stereotyp, Cages Sprachgebrauch war an die Blaxploitation-Filme jener Zeit angelehnt und asiatische Charaktere beherrschten beinahe durchwegs Kung-Fu oder Karate.

Zu dieser Zeit begannen auch starke weibliche Figuren in Superheldencomics aufzutauchen. In den frühen 1960er-Jahren waren die Unsichtbare und Marvel Girl als schwache Frauen eingeführt worden, die hauptsächlich von den männlichen Helden gerettet wurden. In den Siebzigern wurden diese Charaktere aber selbstsicherer und es tauchten neue, starke Frauenfiguren auf. Marvels Spider-Woman, Storm, Ms. Marvel und DCs Power Girl sind einige Beispiele, die letzteren beiden waren allerdings überzeichnete, radikale Feministinnen.

In den frühen achtziger Jahren hatte Marvel Comics einige erfolgreiche Antihelden geschaffen, unter anderem den Punisher, Wolverine von den X-Men und Frank Millers Neuinterpretation von Daredevil. Diese Figuren wurden von Zweifeln geplagt und waren durch eine finstere Vergangenheit traumatisiert. So wurde die Familie des Punishers von der Mafia getötet, Wolverine kämpfte ständig gegen seine tierischen Instinkte und Daredevils harte Kindheit in Hell's Kitchen bestimmte sein späteres Leben für lange Zeit.

In der Miniserie Watchmen (1986) fand diese Entwicklung ihren Höhepunkt. Alan Moore und Dave Gibbons schufen eine Welt zerrissener, zurückgezogener und sogar soziopathischer Superhelden. Frank Miller schuf etwa zur gleichen Zeit The Dark Knight Returns, eine Geschichte um einen gealterten Batman, der aus dem Ruhestand zurückkehrt. Die Serie zeigte den Helden als getriebenen Wahnsinnigen, traumatisiert durch die Ermordung seiner Eltern vor seinen Augen, und mit der Versuchung, die Gesellschaft gewaltsam nach seinem Willen zu formen.

Einige Kritiker glauben, dass diese Strömung dem Zeitgeist der 1980er-Jahre entsprach. In dieser Zeit war eine Figur, die selbstlos für das Gute kämpfte, nicht mehr glaubwürdig genug; zerstörerische oder wahnsinnige Figuren boten hingegen ein neues Erzählmuster. Der Erfolg von Watchmen und The Dark Knight Returns führte zu einer Vielzahl von Nachahmungen; in den frühen 1990er-Jahren waren Antihelden beinahe schon zur Regel geworden.

In den späteren 1990er-Jahren begann eine gegenläufige Strömung, die versuchte, die klassischen Superhelden wieder aufleben zu lassen. Titel wie Kurt Busieks Astro City und Alan Moores Tom Strong sind Beispiele für diese Rückbesinnung.

In den frühen neunziger Jahren schufen Marvel und DC kaum neue Superhelden für fortlaufende Serien. Stattdessen setzte man eher auf bewährte Figuren. Zwei der erfolgreicheren neuen Superhelden waren Venom, der als Gegner Spidermans begonnen hatte, und Cable, Anführer der X-Force, einem X-Men Ableger.

Image Comics wurde 1992 von einer Gruppe früherer Marvel-Zeichner gegründet. Dank der Beliebtheit dieser Zeichner stieg der neue Verlag schnell zum größten Konkurrenten für Marvel und DC auf. Schöpfungen dieses Verlages sind Spawn, Witchblade, Savage Dragon, Gen 13, WildC.A.T.S. und Stormwatch. Die Rechte an den neuen Figuren blieben bei ihren Schöpfern, und ohne Einfluss durch die Redaktion eines etablierten Verlags wichen die Figuren von den üblichen Superheldenkonventionen ab. Spawn war eine aus der Hölle zurückgekehrte Figur, die Kriminelle jagte, um sie für die Armee der Hölle einzusetzen. Witchblade war eine leichtbekleidete Detektivin mit einer magischen Waffe. Um gegen Image Comics anzukommen, gestalteten Marvel und DC viele ihrer Figuren um. Über den vorläufigen Tod von Superman wurde auch in Tageszeitungen berichtet, Batman wurde das Rückgrat gebrochen und Spider-Man kämpte gegen seinen Klon.

Die Verkaufszahlen von Comics waren zu dieser Zeit höher als je zuvor, Variantcover und spezielle Ausgaben überfluteten den Markt und Spekulatoren sahen Comics als Wertanlage. Diese Spekulationsblase führte zu Auswüchsen, wie z. B. fünf Variantcovern von X-Men #1, einer neuen Serie des populären Teams, das mehrere Millionen Ausgaben verkaufte. Zu dieser Zeit drängten auch andere Verlage auf den Superheldenmarkt. Valiant Comics und Malibu Comics waren einige Jahre sehr erfolgreich, doch als der Spekulationsboom Mitte der 1990er-Jahre abebbte, änderten sich die Zeiten für diese neuen Verlage. Valiant wurde schließlich von Acclaim gekauft, in Acclaim Comics umbenannt und schließlich aufgelöst, Malibu wurde von Marvel aufgekauft und ebenfalls bald eingestellt.

Während 1990er-Jahre war die Vielfalt an Superheldenfiguren auch dank des großen Angebots so groß wie nie zuvor. Es gab starke weibliche Figuren wie Storm und Rogue und Afroamerikaner wie Bishop und Spawn. Zudem gab es langsam auch die ersten homosexuellen Superhelden, z. B. Marvels Northstar, Rainmaker von Gen 13 sowie Apollo und Midnighter von Authority.

In den ersten Jahren des neuen Jahrtausends setzte vor allem Marvel Comics einige neue Konzepte und Ansätze um, darunter Manga-inspirierte Superhelden und auf weibliche Leser zugeschnittene Serien. Dennoch fand größtenteils eine Rückbesinnung auf Bewährtes statt. Eine neue Entwicklung sind Superheldenfamilien wie in Die Unglaublichen, Sky High und Heroes.

Der mit dem Pulitzerpreis ausgezeichneter Roman Die unglaublichen Abenteuer von Kavalier und Clay von Michael Chabon befasst sich mit dem goldenen Zeitalter der Superhelden, den 1940er-Jahren. Darin erfinden zwei Einwanderer einen Superhelden, den Eskapisten, der mithilfe seiner außergewöhnlichen Entfesselungskünste das Böse bekämpft. 2004 wurde unter dem Titel Michael Chabon Presents: The Amazing Adventures of the Escapist bei Dark Comics tatsächlich ein Comic über den Eskapisten veröffentlicht.

Zum Seitenanfang



Stan Lee

Stan Lee

Stan Lee (* 28. Dezember 1922 in New York; eigentlich Stanley Martin Lieber) ist ein US-amerikanischer Comicautor und -redakteur. Zusammen mit Zeichnern wie Jack Kirby und Steve Ditko schuf er für Marvel Comics eine Reihe von klassischen Superhelden, der berühmteste davon ist Spider-Man. Lee und seine Mitarbeiter waren die Ersten, die komplexe Charaktere und ein durchdachtes gemeinsames Universum in die Welt der Superheldencomics brachten. Er machte aus dem kleinen Verlag Marvel Comics ein großes Medienunternehmen.

Als Teenager begann Lee für Verleger Martin Goodman als Kopierassistent bei Timely Publications zu arbeiten. Aus Timely wurde später Marvel Comics. 1941 erschien seine erste veröffentlichte Arbeit, eine Textseite in einem Captain America Comic, das er mit dem Pseudonym Stan Lee unterschrieb. Bald begann Lee auch Comics zu schreiben und wurde im Alter von 17 Jahren der jüngste Redakteur im Comicbereich.

Während des Zweiten Weltkriegs diente Lee in der Armee der Vereinigten Staaten, wo er Anleitungen, Trainingsfilme, Slogans und manchmal Cartoons verfasste. Sein Rang war „Dramatiker“, nur neun Männer in der Armee erlangten diesen Titel.

Nach dem Zweiten Weltkrieg kehrte Lee zu Timely zurück. Anfang der fünfziger Jahre begann ein Kreuzzug gegen Comics, es wurde behauptet, sie übten einen schädlichen Einfluss auf die Jugend aus. Besonders die damals sehr populären Horrorcomics waren davon betroffen. Um weiter publizieren zu können, begannen Comicverlage mit Selbstzensur und schufen schließlich einen strengen Comics Code. In diese Zeit fiel auch der Niedergang der Superheldencomics, und im Jahr 1952 waren DC Comics Superman, Batman und Wonder Woman die einzigen regelmäßig erscheinenden Titel. Wegen dieser Umstände schrieb Lee in den fünfziger Jahren Comics für viele verschiedene Genres. Gegen Ende des Jahrzehnts überlegte er, mit dem Comicschreiben aufzuhören.

In den späten fünfziger Jahren belebte DC Comics das Superheldengenre wieder. Die neugestarteten Serien The Flash und Justice League of America waren sehr erfolgreich, und Martin Goodman gab Lee den Auftrag, ein neues Superheldenteam zu schaffen. Lees Frau redete ihm zu, Geschichten zu schreiben, die er selbst lesen wollte, und sich nicht auf die Konventionen des Genres zu beschränken. Lee folgte diesem Rat und schuf mit Jack Kirby 1961 die Superheldenfamilie der Fantastic Four (die im deutschsprachigen Raum als die Fantastischen Vier bekannt wurden).

Die Serie kam gut an, und Lee und Kirby schufen kurz darauf Hulk, Iron Man, Thor und die X-Men. Mit Bill Everett kreierte Lee Daredevil und mit Steve Ditko Doctor Strange und Spider-Man. Diese Charaktere halfen das Superheldengenre neu zu erfinden. Lee gab seinen Charakteren Fehler und Probleme. Seine Helden hatten Wutausbrüche, waren melancholisch, eitel oder gierig. Sie kämpften miteinander, hatten Probleme die Miete zu bezahlen und manche hatten gesundheitliche Probleme. Lee schrieb Charaktere, mit denen sich der Leser identifizieren konnte, statt der unfehlbaren Idole, die Superhelden vorher gewesen waren.

Für den Rest der sechziger Jahre war Lee Autor und Redakteur der meisten Marvelserien, antwortete auf Fanbriefe und schrieb eine monatliche Kolumne namens „Stan's Soapbox“. Um den Redaktionsschluss einhalten zu können, erfand Lee eine eigene Art, Comics zu texten, die als „Marvel-style of comic scripting“ bekannt wurde. Lee verfasste statt eines vollständigen Skripts eine kurze Zusammenfassung für eine Geschichte, die er einem erfahrenen Zeichner gab. Der Zeichner baute die Zusammenfassung auf die geforderte Seitenanzahl aus und zeichnete sie. Dann fügte Lee Dialoge und anderen Text in die fertigen Zeichnungen ein. Das machte die Zeichner zu Co-Autoren, die für die Handlung ebensoviel beitrugen wie Lee selbst.

Wegen dieses Systems ist umstritten, wie viele der Comics, die seinen Namen als Autor trugen, wirklich seiner Feder entstammten. Insbesondere Comics, die er mit Kirby und Ditko verfasste, sind von diesem Disput betroffen; es wird behauptet, dass Lee die Lorbeeren für sich wollte und die Zeichner ausnutzte. Lee selbst wehrt sich gegen solche Vorwürfe, seiner Aussage nach hat er seine Zeichner immer anerkannt.

1971 reformierte Lee den Comics Code unabsichtlich, als er eine Geschichte für das US Gesundheitsministerium schrieb, in dem ein Freund von Spider-Man von Tabletten abhängig wurde. Die Geschichte sollte in Amazing Spider-Man #96 veröffentlicht werden, doch die Comics Code Authority verweigerte die Zustimmung, weil darin Drogen vorkamen. Den Kontext, in dem die Drogen dargestellt wurden, bewertete die Authority als irrelevant. Als Reaktion darauf veröffentlichte Marvel die Geschichte ohne das CCA Siegel. Das Heft verkaufte sich trotzdem gut, und Marvel wurde für sein soziales Engagement gelobt. Daraufhin lockerte die CCA den Code und erlaubte die Darstellung von Drogen in negativem Kontext.

In späteren Jahren wurde Lee eine Galionsfigur für Marvel Comics. Er trat auf Comic-Conventions in ganz Amerika auf, hielt Lesungen ab und nahm an Podiumsdiskussionen teil. 1981 zog er nach Kalifornien, um Marvels TV- und Filmprojekte zu fördern. Er war ausführender Produzent vieler Filme, die auf Marvel-Charakteren basierten, und hatte kurze Cameo-Auftritte in vielen dieser Filme. In X-Men trat er als Hot-Dog-Verkäufer auf, in Spider-Man als Festivalbesucher, in Daredevil wurde er vom Hauptcharakter vor dem Überfahren gerettet, in Hulk spielte er einen Wachmann, der mit seinem Kollegen - Lou Ferrigno, dem Hulk-Darsteller der 70er Jahre - ein Gebäude verlässt, das der Hauptdarsteller betritt. In Spider-Man 2 war er ein Fußgänger. Auch in Spiderman 3 war er ein Fußgänger und sprach mit Peter Parker mit den Worten: "You know, I think one man can make a difference. Nuff said.", wobei "nuff said" eine Anspielung auf seine Verabschiedungsworte in "Stan's Soapbox", der Leserbriefseite früherer Comics ist. In Fantastic Four spielt er erstmals einen echten Charakter aus dem Comic, nämlich den Briefträger der F4, Willie Lumpkin. Im Nachfolger Fantastic Four 2 gibt er sich bei der Hochzeit von Reed Richards und Susan Storm als sich selbst aus - wird aber nicht herein gelassen. In X-Men: Der letzte Widerstand ist er an einer Stelle auch zu sehen, als er den Rasen eines Vorgartens bewässert. In der von Jeph Loeb mitproduzierten US-Serie Heroes hatte Stan Lee 2007 eine Gastrolle als Busfahrer. In Iron Man aus dem Jahr 2008 wird er von Tony Stark auf einer Abendveranstaltung als "Hef" begrüßt - eine eindeutige Anspielung auf den Playboy-Erfinder Hugh Hefner, da auch Lees äußeres Erscheinungsbild in der Szene dem von Hefner entspricht. Zuletzt war Stan Lee in Der unglaubliche Hulk zu sehen, wo er nichtsahnend ein Erfrischungsgetränk mit Bruce Banners Blut trinkt, das die Regierung auf dessen Fährte lockt.

Ein weiterer Gastauftritt von Lee war in Kevin Smiths Mallrats, außerdem wurde er von Smith für Stan Lee’s Mutants, Monsters and Marvels interviewt und trat als er selbst in den Simpsons auf. Für die animierte Spider-Man-Serie, die 2003 von MTV produziert wurde, sprach er auch einen Charakter. Für den Fernsehfilm Comic Book Superheroes Unmasked (2003) wurde er über die Geschichte des Comic interviewt.

Während des Dot-Com-Booms ließ Lee seinen Namen für StanLee.Net verwenden, ein online multimedia Unternehmen, mit dessen Führung er aber nichts zu tun hatte. Das Unternehmen versuchte Internetanimation mit traditionellen Comicstrips zu verschmelzen, scheiterte aber an Missmanagement.

2001 arbeitete Lee erstmals für DC Comics. Er schuf die Serie Just Imagine Stan Lee creating ..., die Neuinterpretationen verschiedener DC-Charaktere, wie sie Lee geschaffen hätte, zeigte.

Für Spike TV schuf Lee die animierte Superheldenserie Stripperella, 2004 wurden Pläne für eine Kollaboration mit Hugh Hefner angekündigt, die einen Superheldencartoon mit Playboy Playmates betrafen. Im August 2004 kündigte Lee die Gründung von Stan Lee’s Sunday Comics an, eine Website auf der Abonnenten sonntäglich neue Comics von Lee lesen können. Gemeinsam mit dem Ex-Beatle Ringo Starr arbeitet Lee 2005 an der Entwicklung der Zeichentrickserie Super-Ringo für das Fernsehen.

Im April 2005 einigten sich Lee und Marvel Enterprises (Marvel Comics) außergerichtlich auf eine Entschädigung in Millionenhöhe für die Verwertung der Filmrechte an seinen Comicfiguren. Lee hatte den Comicverlag auf 10 % des Profits von Filmen mit seinen Comicfiguren verklagt und in erster Instanz gewonnen, die Berufungsverhandlung stand aber noch aus.

Zum Seitenanfang



Captain America

Statist in einem Captain-America-Kostüm bei einer Veranstaltung in den USA

Captain America ist ein US-amerikanischer Comic-Superheld, der ein Kostüm in den Farben der Flagge der Vereinigten Staaten trägt. Geschaffen wurde er von Jack Kirby und Joe Simon für den Verlag Timely Comics, einen Vorgänger des heutigen Verlags Marvel Comics. Den ersten Auftritt hatte er 1941 in Heft 1 der Comicserie Captain America Comics. Die zu Kriegszeiten als Propaganda angelegten Comicgeschichten ließen Captain America häufig gegen Nationalsozialisten, Saboteure und andere Versinnbildlichungen der damaligen Kriegsgegner antreten. In späteren Jahren wurden die Geschichten mit Captain America von vielen Autoren zur Sozialkritik eingesetzt, jedoch gestaltet sich die Rezeption insbesondere in Deutschland schwierig. Das Kostüm von Captain America haben im Laufe der Jahre mehrere Charaktere getragen, der bekannteste von ihnen ist jedoch der ursprüngliche Träger des Kostüms, ein Mann namens Steve Rogers.

Die Entstehungsgeschichte von Captain America wurde erstmals in Captain America Comics #1 aus dem Jahr 1941, dem ersten Auftritt der Figur, geschildert: Der ursprüngliche Träger des Namens und Kostüms von Captain America ist ein Amerikaner namens Steven Rogers (von anderen Charakteren zumeist „Steve“ genannt). Obwohl er zu Beginn des Zweiten Weltkriegs ausgemustert wird, will er seinem Land dennoch dienen. Daher meldet er sich als Freiwilliger für ein Experiment der Regierung. Ein geheimes „Supersoldatenserum“ soll gewöhnlichen Menschen zu körperlicher Höchstleistung verhelfen. Zwar ist das Experiment ein Erfolg, doch wird der durchführende Wissenschaftler von einem Spion der Nazis getötet, weshalb Steve am Ende der einzige Supersoldat bleibt. Mit einem Kostüm in den Farben der amerikanischen Nationalflagge ausgestattet, wird er zu Captain America und kämpfte als solcher für sein Land gegen die Kriegsgegner sowie deren Spione und Saboteure. Neben seinem Kostüm trägt Captain America auch einen Schild, der sowohl zur Verteidigung als auch als Wurfwaffe eingesetzt werden kann. Der bekannteste davon, der erstmals in Heft 2 von Captain America Comics zum Einsatz kam, besteht aus einer Legierung mit dem fiktiven Metall Vibranium (einige Autoren nennen auch das nahezu unzerstörbare, gleichsam fiktive Metall Adamantium als Bestandteil). Ihm zur Seite steht ein junger Mann namens James Buchanan Barnes, der unter dem Namen „Bucky“ zu Steves Partner wird.

Nach Kriegsende hatte Captain America zwar weitere Auftritte, doch erklärte Marvel später rückwirkend, in diesen Geschichten hätten jeweils andere Personen das Kostüm getragen. Steve Rogers kehrte offiziell in Heft 4 der Comicserie The Avengers (dt. Name Die Rächer) aus dem Jahr 1964 zurück. Es stellt sich heraus, dass Steve seit einem Kampf kurz vor Kriegsende im Eis der Arktis eingeschlossen war. Das Serum in seinem Blut hat ihn dabei in Kälteschlaf versetzt, weshalb es den Rächern möglich ist, Steve wieder zum Leben zu erwecken. Daraufhin tritt Steve den Rächern bei und übernimmt viele Jahrzehnte lang die Rolle des Anführers des Teams. Zugleich muss er sich jedoch daran gewöhnen, aufgrund seiner längeren Abwesenheit nunmehr in einer ihm fremden Zeit zu leben. Im Laufe der Jahre hat Marvel die älteren Geschichten aus dem „Silver Age“ jedoch immer wieder zeitlich verlegt, so dass Steves Fund durch die Rächer immer etwa ein Jahrzehnt vor der jeweils aktuellen „Gegenwart“ einzuordnen ist.

In Heft 25 der nunmehr fünften Comicserie mit dem Titel Captain America, veröffentlicht im Jahr 2007, wird Steve Rogers augenscheinlich von einem Attentäter erschossen, woraufhin sein ehemaliger Partner Bucky zum neuen Captain America wird. Dies ist weder das erste Mal, dass eine andere Figur das Kostüm trägt, noch das erste Mal, dass der „Tod“ von Steve Rogers im Mittelpunkt der Handlung steht.

In Captain America and the Falcon #180 (1974) gab Steve Rogers, enttäuscht von der US-Regierung, vorübergehend seine Identität als Captain America auf, legte sich ein neues Kostüm zu und nannte sich fortan Nomad. Bereits in Heft 184 (1975) wurde er jedoch wieder zu Captain America, während die Identität des Nomad später von einem Mann namens Jack Monroe übernommen wurde.

In den 1980-er Jahren gab Steve infolge eines Konflikts mit der US-Regierung, die zunehmend Kontrolle über seine Handlungen ausüben wollte, abermals seine Identität auf, legte sich wieder ein neues Kostüm zu und nannte sich fortan The Captain, während ein Mann namens John Walker (vormals bekannt als Super-Patriot) zum neuen Captain America wurde. In Captain America #350 (1989) trat Walker Kostüm und Namen jedoch wieder an Steve Rogers ab.

In Captain America and the Falcon #153-156 (1972) legte Autor Steve Englehart, einem Vorschlag des damaligen Marvel-Chefredakteurs Roy Thomas folgend, rückwirkend fest, dass es sich bei dem Captain America, der in den Geschichten aus den Jahren 1953 und 1954 aufgetreten war, um einen Hochstapler gehandelt habe. Der wahre Name des Mannes wurde nie enthüllt, da er seinen Namen laut der Geschichte in „Steve Rogers“ hatte ändern lassen. In Captain America #232 (erste Serie, 1979) kehrte er unter dem neuen Namen Grand Director noch einmal als Gegner für den wahren Steve Rogers zurück. Mit dieser Enthüllung erklärte Englehart nicht nur den Widerspruch zwischen den Auftritten Captain Americas in den 1950-er Jahren und der Enthüllung aus The Avengers #4 (erste Serie, 1964), Steve Rogers habe sich seit 1945 im Kälteschlaf befunden, sondern auch die Unterschiede in der Charakterisierung des als Kommunistenjäger („Commie Smasher“) dargestellten Captain America der 1950-er Jahre und des politisch liberaler charakterisierten Steve Rogers späterer Jahre.

Eine Geschichte aus What If? #4 (erste Serie, 1977) enthüllte ferner, dass es sich bei dem Captain America, der in Geschichten aus den Jahren 1945 bis 1950 aufgetreten war, um zwei Männer namens William Naslund (eingesetzt vom damaligen US-Präsidenten Harry S. Truman) und Jeff Mace (der den im Kampf gefallenen Naslund ablöste) handelte. Zwar spielte die Geschichte eigentlich in einer alternativen Realität, doch wurden sowohl Naslund als auch Mace später auch für das „reguläre“ Marvel-Universum bestätigt, Naslund im Captain America Annual #6 (1982) und Mace in Captain America #285 (erste Serie, 1983). Naslund war bereits zuvor in The Invaders #14 (erste Serie, 1977) in der Identität des Spirit of '76 aufgetreten, Mace in Marvel Mystery Comics #21 (1941) in der Identität des Patriot.

Während der Zeit, in der sich Steve Rogers Nomad nannte, übernahm ein Mann namens Roscoe, der seinen ersten Auftritt in Captain America and the Falcon #177 (1974) hatte, in Heft 181 (1975) die Identität von Captain America, wurde jedoch schon zwei Hefte später getötet.

In den 1980-er Jahren gab Steve Rogers infolge einer Meinungsverschiedenheit mit der US-Regierung die Identität von Captain America erneut auf. Daraufhin ernannte die Regierung in Captain America #333 (erste Serie, 1987) einen Mann namens John Walker, der seinen ersten Auftritt in Captain America #323 (erste Serie, 1986) in der Identität des Super-Patriot hatte, zum neuen Captain America. Im Gegensatz zu Steve Rogers ging Walker jedoch weitaus brutaler gegen seine Gegner vor. In Captain America #350 (1989) trat Walker die Identität des Captain America schließlich wieder an Steve Rogers ab. Seit Captain America #354 trägt Walker (zwischenzeitlich auch unter dem Pseudonym Jack Daniels) die neue Identität des U.S. Agent.

Zwischenzeitlich trugen außerdem auch die mit Steve Rogers befreundeten Superhelden Hawkeye (Clint Barton) und Falcon (Sam Wilson) das Kostüm von Captain America, wenn Steve gerade verhindert war.

Aktueller Träger des Kostüms von Captain America ist James Buchanan „Bucky“ Barnes, der ehemalige Partner von Steve Rogers. Genau wie letzterer hatte Bucky seinen ersten Auftritt in Captain America Comics #1 (1941). In The Avengers #4 (erste Serie, 1964) wurde enthüllt, dass Bucky kurz vor Ende des Zweiten Weltkriegs bei einer Explosion ums Leben gekommen war. Jedoch enthüllte Captain America #11 (fünfte Serie, 2005), dass es sich bei dem Attentäter namens Winter Soldier, der seinen ersten Auftritt in Heft 1 derselben Serie (2005) hatte, tatsächlich um Bucky handelte. Dieser war laut Autor Ed Brubaker von Agentern der Sowjetunion als Cyborg wieder zum Leben erweckt und einer Gehirnwäsche unterzogen worden. Nachdem es Steve Rogers gelungen war, die Erinnerungen seines ehemaligen Partners wieder herzustellen, übernahm dieser nach Steves Tod in Captain America #34 (fünfte Serie, 2008) dessen Identität als Captain America in einem leicht veränderten Kostüm. Im Gegensatz zu Steve Rogers trägt er zu seinem Kostüm auch eine Schusswaffe.

Im Laufe der Jahre erschienen bei Marvel auch zahlreiche Geschichten, die nicht im „regulären“ Marvel-Universum spielen. In vielen davon trat und tritt auch Captain America auf.

So war etwa in der 13-teiligen zweiten Serie mit dem Titel Captain America (1996-1997), die im Rahmen der sogenannten Heroes Reborn-Reihen erschien, eine alternative Version von Steve Rogers zu sehen. Dieser war nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs nicht infolge eines Kampfes in der Arktis unfreiwillig in Kälteschlaf versetzt worden, sondern aufgrund seiner kritischen Haltung zum Atombombenabwurf auf Hiroshima auf Anweisung von US-Präsident Harry S. Truman in Kälteschlaf versetzt, einer Gehirnwäsche unterzogen und bei Bedarf aufgeweckt und auf Einsätze geschickt worden. In der Gegenwartshandlung erhielt Steve jedoch seine Erinnerung zurück und wurde wieder zu Captain America und zum Anführer der Rächer. Später stellte sich jedoch heraus, dass es sich bei diesem Steve Rogers tatsächlich um den Steve Rogers des „regulären“ Marvel-Universums handelte, den es im Zuge des Marvel-Crossovers Onslaught gemeinsam mit einigen anderen Marvel-Superhelden auf eine Parallelerde verschlagen hatte, wo sie mit veränderten Erinnerungen erneut zu Superhelden wurden. Im Zuge der Miniserie Heroes Reborn: The Return (1997) kehrten Steve und die übrigen Marvel-Helden schließlich mit wiederhergestellten Erinnerungen in ihre eigene Welt zurück.

Eine weitere Alternativversion von Steve Rogers tritt seit 2002 im Rahmen des Marvel-Imprints Ultimate Marvel in der Serie The Ultimates (dt. Titel Die Ultimativen) auf. Die Hintergrundgeschichte dieses Captain America ist in ihren Grundzügen identisch mit der seines Gegenstücks aus dem „regulären“ Marvel-Universum, jedoch wird Steve in dieser Version vom fiktiven Geheimdienst SHIELD in der Arktis gefunden und daraufhin zum Anführer des Teams Die Ultimativen. Auch sein Kostüm unterscheidet sich etwas vom gewohnten „klassischen“ Kostüm Captain Americas, zudem wird Steve Rogers hier weitaus konservativer und regierungstreuer charakterisiert als sein „klassisches“ Gegenstück.

Der erste Partner Captain Americas war James Buchanan Barnes, besser bekannt als Captain Americas Juniorpartner Bucky, der seinen ersten Auftritt in Captain America Comics #1 (1941) hatte. Nach Kriegsende wurde er viele Jahre lang für tot gehalten, jedoch kehrte er kürzlich als Cyborg-Attentäter mit Namen Winter Soldier zurück und trägt infolge des Todes von Steve Rogers nunmehr selbst das Kostüm von Captain America.

Auftritte Buckys in Geschichten aus den späten 1940-er und früheren 1950-er Jahren wurden später rückwirkend dahingehend umgedeutet, dass zwischenzeitlich andere Leute das Kostüm getragen hatten, darunter ein gewisser Fred Davis sowie Jack Munroe. Letzterer nahm später die kostümierte Identität des Nomad an, die zuvor Steve Rogers verwendet hatte. Darüber hinaus war auch der zuvor als Freund des Hulk eingeführte Rick Jones kurzzeitig an der Seite Captain Americas zu sehen und trug zwischenzeitlich sogar das Kostüm Buckys. In der Folgezeit war Rick neben Auftritten in den Hulk-Serien auch Partner verschiedener Marvel-Helden mit Namen Captain Marvel.

Nick Fury hatte einst als Soldat im Zweiten Weltkrieg gekämpft, gelegentlich auch an der Seite Captain Americas. Später wurde er zum Leiter der fiktiven Geheimdienstorganisation SHIELD und arbeitete im Laufe der Jahre häufig mit Captain America zusammen, mit dem er befreundet ist.

Seit The Avengers #4 (erste Serie, 1964) ist Captain America, von wenigen kurzen Unterbrechungen abgesehen, Mitglied und zumeist auch Anführer des gleichnamigen Superheldenteams (dt. Die Rächer). Innerhalb des Teams verbindet ihn insbesondere mit dem Bogenschützen Hawkeye (Clint Barton) eine enge Freundschaft, während es mit Iron Man (Tony Stark) aufgrund von unterschiedlichen politischen Einstellungen häufig zu Meinungsverschiedenheiten kommt. Ein weiterer mit Captain America befreundeter Superheld ist der Falcon, ein ehemaliger ein Krimineller und Sozialarbeiter namens Sam Wilson, der sich sogar zwischenzeitlich mit Captain America den Titel von dessen Serie teilte. In den 1980-er Jahren freundete sich Captain America zudem mit dem ehemaligen Wrestler Demolition Man alias D-Man an, der jedoch im Laufe der Jahre geistig immer instabiler wurde.

Der Super-Patriot, mit bürgerlichem Namen John Walker, wurde in den 1980-er Jahren ursprünglich als Wrestler und Gegner Captain Americas eingeführt. Später trug er auf Wunsch der US-Regierung eine Zeit lang anstelle von Steve Rogers das Kostüm Captain Americas, nennt sich jedoch mittlerweile US Agent und war als solcher auch mal Anführer der West Coast Avengers (dt. Westküstenrächer). Im Gegensatz zu Rogers vertritt Walker eine weitaus konservativere und weniger regierungskritische Einstellung, weshalb es zwischen den beiden oft zu Meinungsverschiedenheiten kommt. Walkers bester Freund ist Lemar Hoskins, der kurzzeitig als Bucky zu seinem Partner wurde. Mittlerweile nennt sich Hoskins Battlestar und arbeitet zumeist mit dem US Agent zusammen, seltener dagegen mit Steve Rogers.

Zu Beginn der 1990-er Jahre führte Autor Mark Gruenwald außerdem einen deutschen Superhelden mit Namen Hauptmann Deutschland als deutsches Gegenstück zu Captain America ein, der letzterem im Kampf gegen den Red Skull zur Seite stand. Auf Anraten des damaligen deutschen Marvel-Lizenznehmers Condor änderte Gruenwald den Namen der Figur jedoch bei einem späteren Auftritt in Vormund um.

Captain Americas erste Freundinnen aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs waren eine Soldatin und spätere FBI-Agentin namens Betsy Ross, die später als Golden Girl kurzzeitig zu seiner Partnerin wurde, sowie die Résistance-Kämpferin Peggy Cartner, die später dem fiktiven Geheimdienst SHIELD beitrat. Später wurde außerdem Peggys jüngere Schwester (von späteren Geschichten zur „Nichte“ umerklärt) Sharon Carter eingeführt, die unter dem Decknamen Agent-13 ebenfalls im Dienste von SHIELD stand. Zwischenzeitlich hatte auch sie eine Beziehung mit Steve Rogers, jedoch wurde sie in jüngerer Vergangenheit einer Gehirnwäsche unterzogen und war am Attentat auf Steve Rogers beteiligt, das schließlich zu dessen Tod führte.

Weitere Freundinnen Captain Americas aus den 1980-er Jahren waren eine Jurastudentin und spätere Anwältin namens Bernie Rosenthal, die jedoch mittlerweile seit über zehn Jahren in keiner Marvel-Geschichte mehr aufgetreten ist, sowie die ehemalige Schurkin Diamondback, mit bürgerlichem Namen Rachel Leighton, die ursprünglich Mitglied der Verbrecherorganisation mit Namen Serpent Society (dt. „Schlangenimperium“) war und später aus Liebe zu Captain America die Seiten wechselte.

Erzfeind von Captain America ist der Red Skull, der seinen ersten Auftritt in Captain America Comics #1 hatte. Ursprünglich handelte es sich bei ihm um einen Amerikaner namens George Maxon, der mit dem Dritten Reich kollaborierte und eine Maske in Form eines roten Totenschädels trug. Jedoch ignorierten spätere Geschichten die Identität als „George Maxon“ und machten aus dem Red Skull einen Agenten der Nationalsozialisten. Eine Geschichte aus Tales of Suspense #65 (1965) erklärte schließlich, Maxon sei tatsächlich ein Handlanger des „wahren“ Red Skull gewesen. Die Hintergrundgeschichte des deutschen Red Skull, der von Adolf Hitler persönlich ausgewählt worden war, wurde erstmals in Tales of Suspense #66 (1965) enthüllt, während sein wahrer Name erst in Captain America #300 (erste Serie, 1984) mit Johann Schmidt angegeben wurde. Im selben Heft kam der Red Skull augenscheinlich ums Leben, kehrte jedoch in einer späteren Geschichte wieder zurück. Es stellte sich schließlich heraus, dass das Bewusstsein Johann Schmidts in einen neuen Körper übertragen worden war, bei dem es sich um einen Klon von Steve Rogers handelte, womit der Red Skull nunmehr auch über dieselben körperlichen Fähigkeiten wie dieser verfügt. Seit einem Kampf mit John Walker, der zwischenzeitlich das Kostüm von Captain America trug, ist das Gesicht des Klonkörpers des Red Skull dauerhaft zu einem roten Totenschädel entstellt, weshalb dieser nunmehr keine Maske mehr trägt.

In den Geschichten aus den 1950-er Jahren, in denen Captain America statt gegen Nazis nunmehr gegen Kommunisten kämpfte, wurde auch der Red Skull als Kommunist dargestellt. Jedoch legte Autor Steve Englehart in Captain America and the Falcon #155 (1972) fest, dass es sich bei diesem Red Skull lediglich um einen Agenten der Sowjetunion gehandelt habe, der den Namen des ursprünglichen Red Skull angenommen hatte. Das Captain America Annual #13 (1994) gab dessen Namen schließlich mit Albert Malik an.

Ein weiterer wiederkehrender Gegner Captain Americas ist Baron Zemo, ein ehemaliger Nazi-Wissenschaftler. Der ursprüngliche Schurke dieses Namens, Heinrich Zemo, hatte seinen ersten Auftritt in einer Rückblende in The Avengers #4 (erste Serie, 1964) und kam in The Avengers #15 (1965) im Kampf gegen Captain America ums Leben. Beerbt wurde er von seinem Sohn Helmut Zemo, der seinen ersten Auftritt in Captain America and the Falcon #168 (1973) hatte. Im Gegensatz zu seinem Vater ist Helmut kein überzeugter Nationalsozialist, sondern beansprucht vielmehr die Weltherrschaft, weil er glaubt, mit diktatorischer Gewalt eine bessere Welt erschaffen zu können. Sowohl Heinrich als auch Helmut Zemo waren Anführer verschiedener Teams mit Namen Masters of Evil (dt. Herren des Bösen), die zumeist gegen die Avengers (Rächer) kämpften. Helmut war darüber hinaus in der Identität des Citizen V zwischenzeitlich auch Anführer des Superheldenteams namens Thunderbolts, das ursprünglich eine Tarnung für die Herren des Bösen darstellte.

Weitere „klassische“ Gegner Captain Americas sind ein weiterer ehemaliger Nazi-Wissenschaftler namens Arnim Zola (erster Auftritt in Captain America and the Falcon #208, 1977), der Söldner Batroc the Leaper (erster Auftritt in Tales of Suspense #75, 1966), der kriminelle Psychiater Dr. Faustus (erster Auftritt in Captain America #107, erste Serie, 1968) sowie die Terroristenorganisationen Hydra (erster Auftritt in Strange Tales #135, 1965, als Gegner von Nick Fury) und Advanced Idea Mechanics, kurz A.I.M. (erster Auftritt in Strange Tales #146, 1966, ebenfalls als Gegner von Nick Fury). Auch die ehemalige Anführerin von Hydra, Viper (vormals Madame Hydra, erster Auftritt in Captain America 110, erste Serie, 1969) gehört zu den wiederkehrenden Gegnern Captain Americas, tritt jedoch auch wiederholt als Gegenspielerin in den Comicserien der X-Men und von deren Mitglied Wolverine auf.

Zur Zeit des Kalten Krieges gab es außerdem ein sowjetisches Gegenstück zu Captain America, den Red Guardian, dessen Kostüm der Flagge der Sowjetunion nachempfunden war und der erstmals in The Avengers #43 (erste Serie, 1967) auftrat. Genau wie im Falle Captain Americas wurde auch das Kostüm des Red Guardian von mehreren Personen getragen, darunter sogar eine Frau. Die meisten von ihnen waren Anführer des sowjetischen Gegenstücks der Avengers (Rächer), der Soviet Super-Soldiers, bzw. von deren Nachfolgeteam, der Supreme Soviets, später auch bekannt als People's Protectorate. Im Zuge der Entspannungspolitik zwischen den USA und der Sowjetunion kämpften Captain America und der Red Guadian sowie ihre jeweiligen Teams in späteren Jahren statt gegeneinander auch häufiger auf derselben Seite. Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion änderte der damalige Red Guardian seinen Namen in Steel Guardian um, während sein Team den neuen Namen Winter Guard annahm. Dennoch traten in späteren Jahren auch neue Charaktere im Kostüm des Red Guardian auf.

In den 1980-er Jahren führte Autor Mark Gruenwald dann die Superschurkenorganisation Serpent Society (dt. Schlangenimperium, erster Auftritt in Captain America #310, erste Serie, 1985, angeführt vom früheren Thor-Gegner Cobra) und die anarchistische Organisation Ultimatum (in Captain America #321, erste Serie, 1986) und ihren Anführer, den Flag-Smasher (in Captain America #312, erste Serie, 1985), ein. Zudem stellte er dem Red Skull mit der Skeleton Crew ein eigenes Superschurkenteam zur Seite. Zu den Mitgliedern zählten unter anderem Crossbones (erster Auftritt in Captain America #360, erste Serie, 1989) und Mother Night (erster Auftritt als Suprema in Captain America #123 (erste Serie, 1970). John Walker, der während der 1980-er Jahre zwischenzeitlich das Kostüm Captain Americas trug, bekam es darüber hinaus wiederholt mit einer rechtsradikalen Gruppierung namens Watchdogs zu tun, die ihren ersten Auftritt in Captain America #335 (erste Serie, 1987) hatte.

Die ursprüngliche Comicserie mit dem Titel Captain America Comics erschien von 1941 bis 1950 im Verlag Timely Comics und umfasste 75 Hefte, zudem hatte Captain America auch Auftritte in zahlreichen anderen Serien des Verlags. 1953 brachte der Timely-Nachfolger Atlas Comics Captain America zurück und ließ ihn in einigen Ausgaben der Serien Young Men und Men's Adventures auftreten. Zudem wurde die Serie Captain America Comics unter Beibehaltung der Nummerierung weitergeführt, jedoch 1954 schon nach drei Ausgaben mit Heft 78 wieder eingestellt.

1964 kehrte Captain America in Heft 4 der Comicserie The Avengers des Atlas-Nachfolgers Marvel Comics zurück und wurde fortan zu einer der Hauptfiguren der Serie. Seit Ende 1964 erschienen zudem in der Comicserie Tales of Suspense, die auch schon Geschichten mit Iron Man enthielt, beginnend mit Heft 59 weitere neue Geschichten mit Captain America. Anfang 1964 wurde die Serie dann mit Heft 100 in Captain America umbenannt, während Iron Man seine eigene Serie erhielt. Von Heft 132 (1970) bis 222 (1978) trug die Serie den Titel Captain America and the Falcon, wobei Captain America gemeinsame Abenteuer mit einem Superhelden namens Falcon erlebte. Im Sommer 1996 wurde die Serie - wieder unter dem Titel Captain America - schließlich mit Heft 454 eingestellt und durch eine neue, gleichnamige Serie im Rahmen der Heroes Reborn-Reihen ersetzt, die bis Ende 1997 lief und 13 Ausgaben umfasste. Anfang 1998 folgte wiederum eine neue Serie, in der bis Anfang 2002 50 Hefte erschienen, eine weitere Serie erschien von Mitte 2002 bis Ende 2004 und umfasste 32 Ausgaben, und die aktuelle Serie schließlich erscheint seit der Jahreswende 2004/2005.

Marvel veröffentlichte ferner auch zwei weitere Serien mit Captain America in der Titelrolle, Captain America: Sentinel of Liberty (12 Hefte, 1998-1999) und Captain America & the Falcon (14 Hefte, 2004-2005). Zudem trat Captain America in vielen Ausgaben der verschiedenen Avengers-Comicserien (dt. Die Rächer) als Anführer des Teams auf und hatte auch sonst zahlreiche weitere Gastauftritte in den Serien anderer Marvel-Superhelden und -teams.

Die erste in Deutschland veröffentlichte Geschichte mit Captain America (damals noch unter dem eingedeutschten Namen Captain Amerika) erschien 1967 in Heft 14 der Reihe Hit Comics aus dem Bildschriftenverlag (BSV), das einen Nachdruck der ersten vier Seiten der Geschichte aus dem US-Heft Tales of Suspense #78 (erste Serie) enthielt. Der Rest der Geschichte wurde in Hit Comics #16 und #18 veröffentlicht. Zwar sollte dies die einzige Geschichte mit Captain America als Hauptfigur bleiben, die BSV veröffentlichte, dafür hatte er jedoch weitere Auftritte in Geschichten aus der US-Serie The Avengers, die ebenfalls im Rahmen der Hit Comics-Reihe veröffentlicht wurden.

Nach der Umbenennung des Verlags in Williams Verlag im Jahr 1972 wurden zwar, nunmehr in jeweils eigenständigen Heftserien, zahlreiche weitere Marvel-Comics auf Deutsch veröffentlicht. Zwar erschienen so Geschichten aus der Serie The Avengers (unter dem deutschen Titel Die Rächer), in denen Captain America als Anführer des Teams auftrat, jedoch wurde auf Geschichten mit Captain America in der Titelrolle verzichtet. Die einzige Ausnahme stellt hier eine Geschichte aus Tales of Suspense #85 (erste Serie, 1967) dar, die im Die tödlichen Hände des Kung Fu-Taschenbuch Nr. 3 (1976) erschien.

Der Condor-Verlag, der ab 1979 Marvel-Comics auf Deutsch veröffentlichte, beschränkte sich zunächst ebenfalls auf Geschichten, in denen Captain America entweder als Mitglied der Rächer mitwirkte oder Gastauftritte hatte, etwa dem ab 1979 erscheinenden Die Rächer Comic-Taschenbuch. Nur in Ausnahmefällen wurden Geschichten mit Captain America in der Titelrolle im Rahmen anderer Reihen veröffentlicht, so etwa im Die Spinne Comic-Taschenbuch, dem Der unglaubliche Hulk und die Verteidiger Comic-Taschenbuch oder dem Die Spinne Comic-Magazin. Oft waren diese Geschichten Teil einer mehrteiligen Geschichte, die sich durch Ausgaben mehrerer Serien zog, und daher für das Verständnis notwendig. Auch erfolgte die Veröffentlichungen der Geschichten nicht immer in chronologischer Reihenfolge. Die erste Veröffentlichung Condors, die Captain America als Titelfigur führte, war das Marvel Comic Sonderheft Nr. 13 (1983), das Geschichten aus den US-Ausgaben Captain America #265-266 (erste Serie, 1982) enthielt, gefolgt von Heft Nr. 20 (1984). Erst 1998 gab Condor Captain America mit dem viermonatlich erscheinenden Captain America Comic-Taschenbuch eine eigene Serie, die mehr oder weniger lückenlos und in chronologischer Reihenfolge Geschichten aus der US-Serie, angefangen mit US-Heft #305 aus dem Jahr 1988, veröffentlichte. Vom Captain America Comic-Taschenbuch erschienen bis 1996 insgesamt 26 Ausgaben.

Der zwischenzeitlich zum US-Marvel-Konzern gehörende Panini Verlag, der ab 1996 die Lizenz für deutsche Veröffentlichungen der Marvel-Comics besitzt, brachte 1998 unter dem Imprint Marvel Deutschland in den Heften 1 und 3 der Reihe Marvel Special die letzten Ausgaben der ersten US-Serie, die Nummern 445 bis 454 (1995-96), auf Deutsch heraus, wobei Heft 449 aus inhaltlichen Gründen ausgelassen wurde. Im Anschluss erschien 1999 die 13-teilige Serie Captain America, die alle 13 Hefte der zweiten, unter dem Obertitel Heroes Reborn (dt. Die Wiedergeburt der Helden) erschienenen US-Serie enthielten. Die dritte US-Serie wurde ab 2000 als Zweitgeschichte in der Serie Die Fantastischen Vier (zweite Panini-Serie) veröffentlicht, die jedoch nach nur zehn Ausgaben wieder eingestellt und durch eine dritte Serie ersetzt wurde. Captain America erhielt daraufhin ab 2001 wieder eine eigene Serie, die nunmehr Geschichten aus jeweils vier oder fünf US-Hefte enthielt. Bis zur Einstellung der Serie mit Heft 11 im Herbst 2002 wurden so sämtliche 50 Ausgaben der dritten US-Serie nachgedruckt, mit Ausnahme von zwei Heften, die - zum Teil aus inhaltlichen Gründen - an anderer Stelle auf Deutsch erschienen. Eine dritte Serie erschien bei Panini ab 2003 und enthielt Geschichten aus der vierten US-Serie, hielt sich jedoch diesmal nur bis Heft 6. Weitere Geschichten aus der vierten und fünften US-Serie erschienen ab 2005 im Rahmen der Reihe 100% Marvel. Seit Anfang 2008 erscheint bei Panini nunmehr die vierte Captain America-Serie, die Geschichten aus der fünften US-Serie enthält. Ferner veröffentlichte Panini zahlreiche Sonderausgaben mit Captain America in der Titelrolle, die Material aus verschiedenen US-Miniserien und -Sonderausgaben enthielten, ferner erschienen und erscheinen auch bei Panini regelmäßig Geschichten aus den verschiedenen US-Avengers-Serien im Rahmen diverser Veröffentlichungen unter dem Titel Die Rächer, in denen Captain America als Mitglied bzw. Anführer des Teams auftritt.

Zwar gab es mit den Figuren Mister America und The Shield aus den Verlagen Detective Comics, Inc. (heute DC Comics) und MLJ (heute Archie Comics) bereits seit 1938 bzw. 1940 Superhelden in Kostümen, die auf der Flagge der Vereinigten Staaten basieren, doch gilt Captain America heute weithin als „Prototyp“ des patriotischen amerikanischen Helden. Seine Posen weisen häufig Ähnlichkeiten mit Uncle Sam auf.

Von seinen Erfindern, Joe Simon und Jack Kirby, die beide jüdischen Glaubens waren, wurde das Aussehen des Kostümträgers Steve Rogers als kräftiger, gutaussehender blonder Amerikaner bewusst als Gegenentwurf zum „arischen“ Idealbild der Nationalsozialisten eingesetzt.

Entsprechend dem zur Zeit des Zweiten Weltkriegs vorherrschenden Zeitgeist wurden die Kriegsgegner genau wie in den übrigen Comics des Timely-Verlags häufig mit abwertenden Merkmalen dargestellt. Die Japaner verkamen zu rassistischen Karikaturen, während Soldaten der deutschen Wehrmacht durch übertriebene Akzente und tollpatschiges Verhalten lächerlich gemacht wurden. Die Gesichtszüge Adolf Hitlers wurden ähnlich entstellt dargestellt wie die eines Kriminellen. Captain Americas am häufigsten wiederkehrender Gegner war bereits zu jener Zeit ein Agent der Nazis mit Namen Red Skull. Dessen Gesicht, das einem roten Totenschädel glich, sollte zunächst dessen wahres Gesicht darstellen; erst in einer Geschichte aus dem Jahr 1965 wurde der charakteristische rote Totenschädel zu einer Maske umerklärt.

Genau wie im Falle der übrigen Superhelden des Verlags zeichneten sich auch die Abenteuer Captain Americas zu jener Zeit durch ein überaus brutales Vorgehen gegen die damaligen Kriegsgegner aus, was ebenfalls dem Zeitgeist entsprach. Andererseits wurde sehr davon abgesehen, das deutsche Volk in seiner Gesamtheit zu verurteilen.

Mit Ende des Zweiten Weltkriegs waren die Timely-Superhelden ihrer bisherigen Hauptgegner beraubt. Versuche Timelys, durch eine inhaltliche Umorientierung der Serien sinkenden Verkaufszahlen entgegenzuwirken, waren nicht von Erfolg gekrönt. Captain America Comics war eine der drei letzten Serien, die 1949 eingestellt wurden.

1953 versuchte sich der Verlag, der sich mittlerweile Atlas Comics nannte, an einer Neuauflage der Figur des Captain America, zunächst im Rahmen der Serien Young Men und Men's Adventures und ab 1954 auch wieder in seiner eigenen Serie Captain America Comics. Statt gegen Nazis kämpften Captain America und sein Partner Bucky nunmehr gegen Kommunisten, folgerichtig war auch sein Erzfeind, der Red Skull, plötzlich zum Kommunisten geworden. Nach wie vor ging der nunmehr als „Commie Smasher“ beworbene Captain America mit rücksichtsloser Brutalität gegen seine Gegner vor und schreckte auch nicht davor zurück, kommunistische Spione dem Tode zu überlassen.

Anders als noch während des Zweiten Weltkriegs kamen diese politisch gefärbten Geschichten angesichts des Ausgangs des Koreakriegs und der McCarthy-Ära jedoch so schlecht bei den Lesern an, dass Atlas die Serie Captain America Comics bereits nach nur drei Ausgaben wieder einstellte.

Als der nunmehr unter dem Namen Marvel Comics geführte Verlag Captain America 1964 im Rahmen der Avengers-Serie (dt. Die Rächer) zurückbrachte, waren allzu gewalttätige Darstellungen sowohl der Helden als auch ihrer Gegner aufgrund der Bestimmungen des Comics Code nicht länger möglich. Zwar bekam Captain America es im Rahmen der Avengers-Serie durchaus mit Kommunisten zu tun, so befreite das Team etwa in Heft 18 (erste Serie, 1965) das fiktive asiatische Land Sin-Cong von der Unterdrückung durch chinesische Besatzer; doch in seinen eigenen Abenteuern, die er ab Heft 59 der Serie Tales of Suspense (1964) erlebte, kamen Kommunisten zunächst kaum vor. Ein Ausflug nach Vietnam, wo Captain America in Heft 61 (1965) einen Freund aus nordvietnamesischer Gefangenschaft befreite, blieb die Ausnahme. Statt dessen spielten seine Abenteuer ab Heft 64 (1965) wieder zur Zeit des Zweiten Weltkriegs und ließen ihn erneut gegen Nazis antreten. Unter Berufung auf Leserwünsche spielten Captain Americas Abenteuer jedoch schon ab Heft 75 (1966) wieder in der damaligen Gegenwart des Jahres 1966, doch kämpfte er auch hier zunächst weiter gegen fiktive Untergrundorganisationen sowie gegen seinen Erzfeind, den Red Skull, der nunmehr wieder als Nazi dargestellt wurde. Noch Jahre später kamen anstelle von Kommunisten weiterhin Nazis als Gegner in den Geschichten Captain Americas zum Einsatz.

Im Zuge einer allgemein veränderten Sicht des Vietnamkriegs in den Marvel-Comics wurde dieser ab den frühen 1970-er Jahren auch in den Abenteuern Captain Americas wiederholt kritisch hinterfragt. Captain Americas einziger Ausflug an den Kriegsschauplatz erfolgte in Captain America #125 (erste Serie, 1970), und seine einzige Aufgabe besteht hier darin, einen Arzt zu retten, der als Friedensstifter bekannt ist. Auf eine Einmischung ins Kriegsgeschehen verzichtete Captain America dagegen. In Captain America and the Falcon #144 (1971) kritisierte Captain Americas Freund, der Geheimdienstleiter und ehemalige Soldat Nick Fury, zudem explizit die Entscheidung des damaligen US-Präsidenten Richard Nixon, den Krieg fortzusetzen. Während Captain America selbst noch zuversichtlicher war, bestätigte in einer daran anschließenden Szene ein Berater Nixons Furys pessimistische Sicht. In Captain America and the Falcon #163 (1973) wiederum begegnete Captain America einem Veteranen des Vietnamkriegs, dessen Schicksal als Invalide Captain America dazu veranlasste, über die Rolle Amerikas in jenem Krieg zu sinnieren. Bereits einige Jahre zuvor war Captain Americas Ursprung im Zweiten Weltkrieg in einer Neufassung von dessen Entstehungsgeschichte, die in Captain America #109 (erste Serie, 1969) erschien, dahingehend umgedeutet worden, dass Steve Rogers bereits hier statt als bedingungsloser Patriot vielmehr als kriegskritischer Pragmatiker dargestellt wurde.

Dass die Captain-America-Comics in Deutschland nie besonderen Erfolg verzeichnen konnten, liegt vermutlich darin begründet, dass der amerikanische Patriotismus in Deutschland eher auf Unverständnis stößt.

Zudem war es vielen Comicverlagen zu heikel, einen Helden zu vermarkten, der gegen die Nationalsozialisten kämpft. In der auch hierzulande bei RTL ausgestrahlten Fernsehserie über Captain America ist sein Gegner im Zweiten Weltkrieg Red Skull, jedoch sind niemals NS-Symbole (wie das Hakenkreuz) zu sehen, und als Captain America in einer Episode als Gefangener vor den „Führer“ gebracht wird, hat diese Figur keinerlei Ähnlichkeit mit Adolf Hitler.

In der Zeichentrickserie New Spider-Man waren Red Skull und Captain America vorübergehend in einer Art Zeitblase gefangen. Diese wurde in einer Reihe von Ereignissen und mit Zutun von S.H.I.E.L.D., Spider-Man, dem Kingpin und dessen Schergen (Shocker, Scorpion etc.) zerstört.

In dieser Serie kämpfte Captain America später an der Seite von Spider-Man auf einem fernen Planeten, der als eine Art Schachbrett zwischen Gut und Böse dient. Sie kämpften dort zusammen mit Iron Man, Storm, den Fantastischen Vier und der Schwarzen Katze (im englischen Original: „Black Cat“), die ebenfalls übermenschliche Kräfte durch ein später rekonstruiertes Supersoldatenserum erhielt, gegen Doktor Octopus, Red Skull, Doctor Doom und die Echse.

Der Chopper, den die von Peter Fonda dargestellte Figur Wyatt im Film Easy Rider (1969) fährt, ist nach Captain America benannt.

Im Film Running Man mit Arnold Schwarzenegger, der Verfilmung des Romans Menschenjagd von Stephen King, wird ebenfalls auf den Namen Captain America Bezug genommen.

Zum Seitenanfang



Malibu Comics

Malibu Comics war ein US-amerikanischer Comicverlag. Gegründet wurde Malibu 1986 von Scott Mitchell Rosenberg, 1994 kaufte Marvel Comics den Verlag auf. Marvel veröffentlichte bis 1996 Malibu Titel, stellte die Produktion neuen Malibu Materials dann aber ein.

Malibu begann 1986 Comics zu veröffentlichen, die erste Malibu Serie war Ex-Mutants von David Lawrence und Ron Lim, die unter dem Label Eternity Comics erschien. Weitere frühe Eternity-Titel waren unter anderem Dave Cockrums Futurians, Brian Pulidos Evil Ernie, Dinosaurs for Hire, The Trouble with Girls, Adaptionen von Dracula, Robotech, Plan 9 from Outer Space, War of the Worlds und der amerikanischen Sitcom I Love Lucy. Auch die Vorlage des erfolgreichen Hollywoodfilms Men in Black erschien bei Malibu.

1992 waren einige berühmte Comiczeichner unzufrieden mit den beiden Großverlagen Marvel und DC. Rob Liefeld war der erste, der bei Dave Olbricht von Malibu anfragte, ob der Verlag eine Comicserie von Liefeld veröffentlichen würde. Olbricht akzeptierte auch Titel von Eric Larsen und Jim Valentino. Als diese drei und einige weitere Zeichner sich schließlich zu Image Comics zusammenschlossen, half Malibu im ersten Jahr des Bestehens des neuen Verlages bei Ankündigung, Druck und Versand der neuen Serien. Durch den großen Erfolg den Image in den Anfangstagen hatte, verdiente auch Malibu sehr gut und hatte bald genügend Kapital um ein eigenes Superheldenuniversum ins Leben zu rufen.

Malibu veröffentlichte auch Comicadaptionen einiger erfolgreicher TV-, Roman- und Computerspielserien. Unter anderem erschienen Star Trek, Tarzan und Mortal Kombat Comics bei Malibu. Bravura war ein Malibu-Label, unter dem Serien erschienen, deren Rechte bei den Autoren und Zeichnern verblieben. Bei Bravura erschienen unter anderem Jim Starlins Breed, Howard Chaykins Power and Glory und Marv Wolfmans The Man Called A-X.

Malibu holte eine Gruppe erfahrener Comicautoren, um beim Start des Universums zu helfen. Anstatt die Geschichte dieses Universums im Laufe der Zeit zu entwickeln, planten die Gründer des Ultraverse grundsätzliche Eigenschaften des Universums im Voraus. Mike W. Barr, Steve Englehart, Steve Gerber, James D. Hudnall, Gerard Jones, James Robinson und Len Strazewski schufen ihre Helden und Schurken vor einem Hintergrund, der von Science-Fiction Autor Larry Niven entworfen wurde. Der Namen des Universums sollte ursprünglich Megaverse sein, doch ein Rechteproblem mit Palladium Books zwang die Autoren zur Umbenennung in Ultraverse.

Vor dem Erscheinen der ersten Hefte des Ultraverse im Juni 1993 startete Malibu eine massive Werbekampagne. Neben klassischen Anzeigen in Comic-Magazinen und Comics wurden Plakate gedruckt und sogar Fernsehwerbung gemacht, etwas das der Comicmarkt bisher noch nicht gesehen hatte. Als die ersten drei Ultraverse Titel - Prime, Hardcase und The Strangers - erschienen, zahlte sich die Kampagne aus und die Serien verkauften sich ausgezeichnet.

Bald veröffentlichte Malibu rund 15 Ultraverse-Titel, darunter Exiles, Firearm, Freex, Night Man, Prototype, Sludge, Solitaire, The Solution, Warstrike und Wrath. Malibus Marketing blieb innovativ, so erschien James Robinsons Firearm #0 mit einem fünfunddreißigminütigen Video, das als Einleitung zum Comic diente. Auch ein Videospiel für den Sega Genesis zu Prime erschien. Malibu konnte Fanliebling Barry Windsor-Smith an Bord holen, um Rune zu schaffen, eine Serie um einen bösartigen Vampir.

1994 brach der amerikanische Comicmarkt ein, als Sammler erkannten, dass Comics doch keine Wertanlage waren, und nicht jede #1 automatisch im Wert steigen musste. Auch Malibu war vom Rückgang der Verkäufe betroffen und der Verlag versuchte mit dem Break-Thru Crossover, das sich durch die meisten Ultraverse Titel zog, gegenzusteuern. Dennoch waren die Absatzzahlen weiter rückläufig, und Malibu stellte Serien wie Hardcase und The Solution ein.

Im November 1994 kaufte Marvel Comics Malibu auf und machte den Verlag zu einem Teil seiner "Marvel West" Abteilung. Am Wichtigsten für Marvel war Malibus Computer-Kolorierungs Abteilung, deren Ergebnisse um Klassen besser aussahen, als Marvels klassisch kolorierte Serien. Im Godwheel Crossover kam erstmals ein Marvel Charakter ins Ultraverse, der Donnergot Thor wurde vom Ultraverse-Schurken Lord Argus beschworen, dafür landete Rune im Marvel Universum. Das startete einen Trend, der sich in immer neuen Gastauftritten von Marvel Charakteren in Ultraverse Serien manifestierte. Diese Entscheidung erwies sich als Fehler, und als Marvel auch noch begann, die ursprünglichen Ultraverse-Schöpfer gegen hauseigene Autoren auszutauschen, wurde der Niedergang Malibus noch beschleunigt. Daran konnten auch eine Night Man TV-Serie und eine Ultraforce Zeichentrickserie nichts ändern.

Marvel fuhr fort, das Ultraverse nach eigenem Belieben umzubauen, und den ursprünglichen Schöpfern sinnlose Änderungen aufzuzwingen. Fans reagierten nicht positiv auf die Änderungen und die Serien verloren immer mehr Leser. Als Marvel 1996 bankrott ging, wurden extreme Kosteneinsparungsmaßnahmen gesetzt, neben der Einstellung aller lizenzierten Serien wurde auch die gesamten Ultraverse Serien eingestellt und die Malibu Belegschaft, abgesehen von der Kolorierungsabteilung, gefeuert. Prime, Night Man und All New Exiles waren die letzten Malibu Serien, neben einigen One-Shots und Miniserien. Im Januar 1997 wurde noch Ultraverse: Future Shock veröffentlicht, der Abschluss des Ultraverse.

Malibu Gründer Rosenberg ist CEO von Platinum Studios, ein Unternehmen, das sich auf Filmadaptionen von Comics spezialisiert hat, und in Zusammenarbeit mit Marvel versucht, auch Malibu-Charaktere in Hollywood unterzubringen. Nach Men in Black und Men in Black 2 ist derzeit eine Prime Filmadaption im Gespräch.

2001 war kurzfristig ein Ultraverse-Revival im Gespräch, doch nach vielversprechenden Meldungen von Marvel und Steve Englehart verlief das Projekt im Sand. Die Rechte zu Malibus Titeln liegen nach wie vor bei Marvel, doch eine Wiederbelebung des Ultraverse ist derzeit nicht in Sicht.

Zum Seitenanfang



Source : Wikipedia