Marktleuthen

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Geschrieben von tron 31/03/2009 @ 04:16

Tags : marktleuthen, bayern, deutschland

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Marktleuthen

Wappen der Stadt Marktleuthen

Marktleuthen ist eine Stadt im Landkreis Wunsiedel im Fichtelgebirge (Regierungsbezirk Oberfranken) und liegt westlich von Selb.

Die Stadt liegt an der Eger im Fichtelgebirge am Fuße des Großen Kornberges.

Erstmals urkundlich erwähnt wurde Marktleuthen als Leuken im Jahr 1314. Damals wurden Güter im Ort durch Heinrich dem Älteren, Vogt von Plauen, dem Kloster Waldsassen übereignet. Ihre Entstehung verdankt die ursprünglich zum Herrschaftsbereich der Burg Epprechtstein bei Kirchenlamitz gehörende Siedlung ihrer Lage an einer von mehreren Altstraßenzügen genutzten Egerfurt. 1354 kaufte der Reichsforstmeister Albrecht XI. Notthafft von Thierstein das Dorf vom Kloster Waldsassen und erweiterte es um 24 Höfe und Herbergen und eine Mühle. 1368 war erstmals von einer Kirche im Ort die Rede. Um 1398 gelangte Leuten zusammen mit der Herrschaft Thierstein an den Markgrafen Wilhelm I. von Meißen, der den Ort um 1400 mit den Thiersheimer Marktrechten begnadete. 1415 fiel der junge Markt zusammen mit Thierstein an den Burggrafen Johann III. von Nürnberg und dessen Bruder Markgraf Friedrich I. von Brandenburg. Bald danach wurde der Markt Leuthen durch die Einverleibung des in der Nähe befindlichen Dorfes Rohrsbach ein zweites Mal um 21 Anwesen vergrößert. Es war im Jahr 1429, als Markgraf Friedrich I. von Brandenburg befahl, die zehn Höfe und die Sölde in Rohrsbach abzubrechen und innerhalb des Marktes wieder aufzubauen. Als Reaktion auf die drohenden Hussiteneinfälle erhielt der Markt damals eine aus Erdwällen mit Palisaden bestehende Befestigung und drei Tore. Mit dem Markgraftum Brandenburg-Kulmbach wurde der Markt Leuthen 1792 für kurze Zeit preußisch. Nach vierjähriger französischer Besetzung gelangte der Ort 1810 zum Königreich Bayern. Vier große Brände in den Jahren 1577, 1641, 1691 und 1843 verwüsteten den Ort. Der Wiederaufbau nach dem letzten Brand prägt die Gestalt des historischen Ortskerns bis heute. Die in den 1920er-Jahren begonnene Siedlungstätigkeit im östlichen Gemeindegebiet verstärkte sich nach dem Zweiten Weltkrieg durch den Zuzug von Flüchtlingen. Die Einwohnerzahl von 2384 im Jahr 1939 war bis 1950 auf 3119 gestiegen. 1954 wurde Marktleuthen vom bayerischen Innenminister Dr.Wilhelm Hoegner zur Stadt erhoben. Durch die Gemeindegebietsreform im Jahr 1978 wurde der Umfang der Gemeinde noch einmal erheblich vergrößert. Das Gemeindegebiet umfasste bisher eine Fläche von 8,6 Quadratkilometern, nun waren es 35,49 Quadratkilometer geworden. Die Einwohnerzahl stieg von 3.268 auf 4.286 Personen. Heute hat Marktleuthen rund 3600 Einwohner.

Aufgrund der klimatischen Bedingungen und des kargen Bodens waren die Marktleuthener neben der Landwirtschaft schon immer auf andere Erwerbszweige angewiesen. Lohn und Brot gaben vor allem die Arbeit im Wald, der Bergbau und die Erzverarbeitung, die Weberei und verschiedene andere Handwerke. Nach der Fertigstellung der Eisenbahnlinie Hof-Weiden-Regensburg-München im Jahr 1876 wurden in Marktleuthen, das schon auf eine Jahrhunderte alte Kommunbrau-Tradition zurück blicken konnte, vier große Brauereien gegründet. Es folgten eine Porzellanfabrik, mehrere steinverarbeitende Betriebe und eine Glasfabrik. Im Jahr der Stadterhebung 1954, gab es in Marktleuthen die Porzellanfabrik Winterling mit 750 Beschäftigten, die Bayerische Hohlglasfabrik mit 300 Beschäftigten, vier Granitwerke mit zusammen rund 200 Mitarbeitern, die Maschinenfabrik L. W. Muhr mit 80 Arbeitnehmern, ein Erdfarbenwerk mit 20 Beschäftigten, ein Sägewerk mit 20 Beschäftigten, drei Bierbrauereien und einen Fabrikationsbetrieb für Zelte und Planen. Daneben waren im Ort noch mehr als 200 kleinere und größere Gewerbebetriebe (Handwerks-, sowie Groß- und Einzelhandelsbetriebe) ansässig. Heute gibt es in Marktleuthen neben der Porzellanfabrik Winterling mit rund 200 Beschäftigten noch zwei steinbearbeitende Betriebe, zwei Sägewerke, einen kunststoffverarbeitenden Betrieb sowie etwa 25 weitere Handwerks- und Gewerbebetriebe.

Die erste Erwähnung einer Kirche in Marktleuthen fiel in das Jahr 1368, ein in die Nordwand des Kirchenschiffes eingemauerter Kreuzstein verweist jedoch stilistisch auf die Zeit vor 1200. Im Jahr 1486 folgte der erste Nachweis des Patroziniums des Heiligen Nikolaus. Dem Großbrand des Jahres 1577 fiel auch die Kirche zum Opfer. 1641 verursachte einquartiertes Kriegsvolk einen zweiten Großbrand; die Kirche brannte abermals aus. Der Wiederaufbau der Kirche zog sich bis 1645 hin. 1698 erfolgte der Anbau eines Vorhäusleins mit Treppen zur Empore an der Westseite des Kirchenschiffes. 1791 wurde der bisherige gewölbte und im 5/8-Schluss geschlossene Chorraum abgebrochen und die Kirche zum Einbau einer neuen Orgel um etwa 2,50 Meter nach Osten erweitert. 1895 erfuhr die Kirche eine durchgreifende Renovierung; der Innenraum wurde völlig neu gestaltet. Die doppelstöckigen Barockemporen wurden aus dem Kirchenraum entfernt, der Altarraum durch einen Chorbogen abgetrennt und ein neuer Altar aufgestellt. Bei der 1935 durchgeführten Kirchenrenovierung wurden die 1895 durchgeführten Änderungen teilweise wieder rückgängig gemacht. Der alte manieristische Altar bekam wieder seinen angestammten Platz, die Kirche erhielt im Wesentlichen ihr heutiges Aussehen. Bei der letzten Gesamtsanierung der St.-Nikolaus-Kirche in den Jahren 1987/88 wurden mehrere historische Ausstattungsstücke aus der Kirche entfernt und im Pfarrhaus eingelagert.

Das kunsthistorisch wertvolle Innere des Kirchenraumes wird durch folgende Ausstattungsstücke bestimmt: Der Altar, eine schlichte Säulenädikula im Stil des Manierismus, stammt laut Inschrift am unteren Rand des Altarbildes aus dem Jahr 1643. Das Altarbild zeigt das letzte Abendmahl Jesu; im Auszug darüber ist die Heilige Dreifaltigkeit dargestellt. Das reiche Akanthus-Schnitzwerk zu beiden Seiten des Altars entstand 1667. Die Kanzel ist ein Werk der Kunsttischler Peter und Adam Eck aus Eger. Am Brüstungsgesims des Kanzelkorbes ist die Jahreszahl 1617 intarsiert, der Altar kam jedoch erst nach dem Brand von 1641 in die Marktleuthener Kirche. Für eine Kanzel recht ungewöhnlich sind die vier Reliefdarstellungen der griechischen Musen Polymnia, Melpomene, Erato und Terpsichore am Kanzelaufgang. Der Taufengel war früher mit einem Seil an der Decke befestigt und schwebte nur beim Sakrament der Taufe auf die Erde hernieder. Er stammt aus dem Jahr 1780 und wurde vom Bayreuther Bildhauer Franz Schuh gefertigt. Das Orgelgehäuse stammt aus dem Jahr 1791 und ist ein Werk des Bayreuther Hoforgelmachers Georg Ernst Wiegleb. Das Innenleben des Instruments wurde bei der letzten Kirchenrenovierung 1987/88 erneuert. Die Flachdecke des Kirchenschiffes ist mit 24 Szenen aus dem Neuen Testament verziert. Die Bildtafeln wurden 1718 vom Marktleuthener Bürgermeister und Metzger Matthes Gebhard und dem Maler und Bürgermeister Johann Jacob Radius in Kirchenlamitz gemalt.

Der Stadtrat hat 17 Mitglieder einschließlich des Bürgermeisters.

Herend in Ungarn ist die Partnerstadt von Marktleuthen.

Etwa einen halben Kilometer südöstlich des Marktplatzes erhebt sich eine licht bewaldete als Parkanlage gestaltete Anhöhe. Auf ihrem höchsten Punkt befinden sich zwei bizarr übereinander gelagerte Granitfelsen, die der Volksmund unter dem Namen Teufelsstein kennt. Die Sage berichtet, dass hier ehemals Heiden getauft wurden. Es ist durchaus möglich, dass es sich bei dieser Felsformation einst um eine heidnische Kultstätte handelte, zumal unweit davon im Mittelalter eine dem Heiligen Wolfgang geweihte Kapelle errichtet wurde. Diese wurde in der Reformationszeit aufgelassen, jedoch besuchten Kranke, noch bis in das 18. Jahrhundert hinein, den nahen Augenbrunnen, eine als heilkräftig geltende Quelle. Heute sind Kapelle und Brunnen verschwunden, lediglich der Name Teufelsstein überdauerte.

Beim Ortsteil Leuthenforst liegt der Rondell-Wald. Hierbei handelt es sich um einen einst zum Jagdschloss Kaiserhammer gehörenden Jagdgarten. Markgraf Friedrich von Brandenburg-Kulmbach ließ in den Wald spinnennetzartige Schneisen schlagen. In deren Mittelpunkt errichtete er 1761 einen Jagdpavillon mit acht Fenstern. Heute steht an dessen Stelle eine große Linde.

Auf dem Ortsfriedhof erinnert ein Sammelgrab mit Denkmal an 17 KZ-Opfer, die bei einem Todesmarsch des KZ Buchenwald nach dem KZ Flossenbürg im April 1945 ihr Leben verloren.

Der ASV Marktleuthen setzt sich aus dem Turnverein Marktleuthen und dem Handballclub Marktleuthen 1946 zusammen. Als Vorzeigeobjekte des Vereins gelten die Herrenhandballmannschaft und die große Auswahl an Freizeitangeboten.

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Bahnstrecke Regensburg–Hof

Die Bahnstrecke Regensburg–Hof ist eine ca. 180 km lange Hauptbahn, welche die oberpfälzische Bezirkshauptstadt Regensburg über Schwandorf, Weiden in der Oberpfalz, mit Marktredwitz und Hof in Oberfranken verbindet. Wegen ihres auf dem Abschnitt Regensburg–Wiesau parallelen Verlaufs zur Naab wird sie auch als Naabtalbahn bezeichnet. Des Weiteren ist der Abschnitt Marktredwitz–Hof Teil der „Franken-Sachsen-Magistrale“.

Am 12. April 1856 erteilte König Maximilian II von Bayern der AG der Bayerischen Ostbahnen die Erlaubnis zum Bau des Südteils der Strecke von Regensburg bis nach Wiesau und weiter nach Waldsassen. Als erstes Teilstück wurde am 12. Dezember 1859 der Abschnitt Regensburg–Schwandorf (weiter nach Hersbruck (links Pegnitz)), vier Jahre später, am 1. Oktober 1863 die Verlängerung bis Weiden eröffnet. Ein weiteres Jahr später konnte das Teilstück von Weiden über Wiesau nach Waldsassen am 15. August 1864 dem Verkehr übergeben werden. Nachdem die Verlängerung von Waldsassen nach Eger im Böhmen am 15. Oktober 1865 und die Verbindung von Hof nach Eger am 1. November 1865 in Betrieb gegangen waren konnte man von Regensburg über Eger nach Hof reisen. Die Reise führte jedoch über das benachbarte Ausland. Eger lag damals im österreichischen Kaiserreich und gehört heute zu Tschechien.

13 Jahre später wurde – nun allerdings von der Bayerischen Staatsbahn – die Bahnstrecke Nürnberg–Cheb errichtet. Auch diese Linie führte weiter zum Bahnknoten Eger. Am 15. August 1877 wurde von Marktredwitz aus ein Anschluss nach Hof in Betrieb genommen. Nach weiteren fünf Jahren wurde am 1. Juni 1882 schließlich die Lücke zwischen Wiesau und Marktredwitz geschlossen. Erst jetzt konnte man von Regensburg nach Hof auf bayerischem Boden fahren – ohne Umweg über Eger in Böhmen.

Die Strecke beginnt im Regensburger Hauptbahnhof und führt von dort zunächst zusammen mit der Bahnstrecke nach Passau gen Osten. In Höhe des Safferlinger Stegs trennen sich die Strecken: die Strecke nach Passau schwenkt nach Süden ab, die Strecke nach Hof schwenkt gen Norden durch das Regensburger Hafengebiet und überquert zuerst den Westhafen und dann die Donau mittels einer Brücke. Weiter führt die Trasse östlich an den Regensburger Stadtteilen Konradsiedlung, Wutzlhofen und Haslbach vorbei, schwenkt nach Nordwesten und folgt dann dem Regen bis Regenstauf. Nach Regenstauf überquert die Strecke den Regen, führt weiter gen Nordwesten, überquert die A 93 und durchfährt den Ponholzer Forst in einer Schleife. Am Ort Ponholz vorbei verläuft die Strecke weiter Richtung Norden nach Maxhütte-Haidhof, wo die Bahnstrecke nach Burglengenfeld abzweigt, und dann zwischen Naab und Autobahn A 93 entlang nach Schwandorf.

Der Schwandorfer Bahnhof war und ist heute noch ein wichtiger Eisenbahnknoten in der Oberpfalz. An ihm trifft die Nord-Süd-Verbindung von Dresden über Hof nach Regensburg und München auf die West-Ost-Verbindung von Frankfurt über Nürnberg nach Furth im Wald und Prag. Die Strecke von Furth im Wald trifft südlich des Bahnhofs auf die Naabtalbahn, die Strecke nach Nürnberg zweigt im vier Kilometer entfernten Bahnhof Irrenlohe von ihr ab.

Nachdem die Strecke die Naab überquert und den Trennungsbahnhof Irrenlohe hinter sich gelassen hat, führt sie an Schwarzenfeld vorbei und trifft bei Stulln auf die Überreste der Bahnstrecke von Schönsee mit der sie gemeinsam nach Nabburg verläuft, an der die Nebenbahn bis 1994 ihren Ausgangspunkt hatte. Weiter verläuft die Strecke am rechten Ufer der Naab entlang an Pfreimd, Wernberg-Köblitz und Luhe-Wildenau vorbei nach Weiden in der Oberpfalz. Der Bahnhof ist wie Schwandorf ein Knotenpunkt, da hier die Strecken von Nürnberg (über Neukirchen bei Sulzbach-Rosenberg) und nach Bayreuth abzweigen. Neben einem Betriebswerk, welches bis in die 1990er Jahre bestand, befindet sich in Weiden ein Ausbesserungswerk für Reisezugwagen (PFA Weiden), das mittlerweile zur Stadler Rail gehört.

Im weitern Verlauf führt die Strecke an Wald- und Fichelnaab entlang über Neustadt an der Waldnaab, Windischeschenbach, Reuth bei Erbendorf nach Wiesau, umfährt dann den Steinwald auf seiner Ostseite und mündet zusammen mit der Bahnstrecke von Nürnberg von Westen her im Bahnhof von Marktredwitz. Zwischen Weiden und Marktredwitz zweigten von der Strecke vier Nebenbahnen ab: im Keilbahnhof von Neustadt die Strecke nach Eslarn, in Reuth die Strecke nach Erbendorf, und in Wiesau die Strecken von Bärnau und nach Waldsassen. Von Marktredwitz aus zweigt die Strecke von der Linie nach Schirnding und Eger gen Norden ab über die Orte Holenbrunn, Röslau sowie Marktleuthen und quert auf dem weiteren Weg gen Hof den östlichen Ausläufer des Fichtelgebirges. Ab Fattigau läuft die Strecke parallel zur Saale und zur Bahnstrecke von Bamberg, mit der sie sich in Oberkotzau vereinigt. Zusammen mit der Nebenbahn von Selb, die im Keilbahnhof Oberkotzau auf die Strecke trifft, erreicht die Bahnstrecke Regensburg–Hof nach der Überquerung der Saale bei Moschendorf den Hofer Hauptbahnhof.

Die Strecke ist auf voller Länge zweigleisig ausgebaut und nicht elektrifiziert. Die streckenbezogene Höchstgeschwindigkeit beträgt 160 km/h, nachdem die Strecke bis Dezember 2005 für bogenschnellen Betrieb ausgebaut worden war.

Der Abschnitt Regensburg–Schwandorf ist in den Regensburger Verkehrsverbund (RVV) integriert.

Die Regionalbahn-Leistungen auf der Gesamtstrecke werden von der Vogtlandbahn mit Dieseltriebwagen vom Typ Desiro erbracht. Daneben gibt es eine Regional-Express-Verbindung Regensburg–Hof die von der Regentalbahn mit dem „ALEX“ und der Deutschen Bahn (DB) mit der Baureihe 612 („Regioswinger“) bedient wird.

Auf dem Abschnitt Marktredwitz–Hof verkehren die von Nürnberg kommenden Regional-Express-Züge mit Dieseltriebwagen der Baureihen 610 („Pendolino“) und 612. Von Nürnberg kommend führt mit dem „Bayern-Böhmen-Express“ eine Regional-Express-Line nach Schwandorf und von dort aus zusammen mit dem „ALEX“ alle 4 Stunden nach Furth im Wald und Praha (Prag). Diese Zugleistungen werden von Regensburg aus von der Regentalbahn und von Nürnberg aus von der DB erbracht.

Der 41,5 Kilometer lange Abschnitt Marktredwitz–Hof soll als Teil der Franken-Sachsen-Magistrale, die im Bundesverkehrswegeplan als Projekt Nr. 16 (ABS Nürnberg – Marktredwitz – Reichenbach / Grenze D/CZ (– Prag)) aufgeführt ist, elektrifiziert werden. Die Kosten für das Gesamtvorhaben werden vom Bund mit 467 Millionen Euro angegeben.

Von Seiten insbesondere auch der neuen Bayerischen Staatsregierung und der DB Bayern wird darüber hinausgehend die Elektrifizierung der 137,7 km langen Reststrecke Marktredwitz–Regensburg insbesondere für den Güterverkehr gefordert.

Die bisher von der Vogtlandbahn erbrachten Regionalbahn-Leistungen sollen auf dem Streckenabschnitt Marktredwitz–Hof als Teil des von der Bayerischen Eisenbahngesellschaft am 8. Februar 2008 ausgeschriebenen „Dieselnetz Oberfranken“ neu vergeben werden. Ab Dezember 2012 soll es neue Fahrzeugen und ein verbessertes Betriebsangebot, u. a. eine durchgehende RB-Linie Hof – Marktredwitz (– Bayreuth) geben.

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Sechsämterland

Eine „Sonderstellung“ nahm die heutige Große Kreisstadt Marktredwitz ein. Diese war früher eine Enklave im Sechsämterland und gehörte zur freien Reichsstadt Eger (heute Cheb). Erst 1816 kam das „Amt Redwitz“ im Austausch mit der tirolischen Stadt Vils zu Bayern und damit zum gleichen Landesherren wie das Sechsämterland.

Im östlichen Sechsämterland herrscht die nordbayerische Mundart vor­, das westliche Gebiet wird vom fränkischen Dia­lekt geprägt.

Das Sechsämterland entwickelte sich im Verlauf von 130 Jahren durch die zielstrebige Erwerbspolitik der Hohenzollern, die ursprünglich zum Egerland gehörende Adelsherrschaften erwarben und in burggräfliche Amtsbezirke umwandelten. Durch die Meranische Erbschaft war Burggraf Friedrich III. von Nürnberg in den Besitz des Bayreuther Raumes gelangt und nun be­strebt, das zollerische Territorium weiter nach Osten aus­zudehnen. 1285 tätigte er mit Wunsiedel die erste Erwerbung im Raum des späteren Sechsämterlandes. Bald darauf folgten Hohenberg an der Eger, Arzberg und Höchstädt im Fichtelgebirge. Diese ältesten Erwerbungen wurden zum Amt Hohenberg/Wunsiedel zusammengeschlossen. 1344 kam nach einer längeren Fehde Schönbrunn bei Wunsiedel von den Herren von Hertenberg an die Nürnberger Burggrafen, das ebenfalls dem ältesten Amt Wunsiedel/Hohenberg eingegliedert wurde. Die einst das Gebiet um Weißenstadt beherr­schende Burg Rudolfstein (Fichtelgebirge) war ehedem im Besitz der Herren von Hirschberg. Diese erscheinen in engem Kontakt mit den Vögten von Plauen und Weida, die von den Herzögen von Andechs-Meranien als Untervögte im Regnitzland eingesetzt waren. Dieses Gebiet um Hof war nach dem Aussterben der Grafen von Giengen-Voh­burg um 1209 als Reichslehen an die Andechs-Meranier gelangt. Und auch "Eberhardus de Eckebretsteine", der erste nachweisbare Besitzer des Epprechtsteins, dessen Herrschaftsgebiet sich über Kirchenlamitz und Marktleuthen weiter nach Osten bis nach Oberweißenbach bei Selb erstreckte, findet sich 1248 gemeinsam mit "Henricus de Sparneck" im Gefolge des Herzogs Otto II. von Mera­nien. Um 1333 kam das Weißenstädter Gebiet an das Kloster Waldsassen, das es zusammen mit dem Rudolfstein 1348 an die Burggrafen Johann II. und Albrecht den Schönen von Nürnberg veräußerte. Der Epprechtstein wurde 1352 von den Burggrafen Johann und Albrecht als Raubschloss er­stürmt und kam dadurch in ihren Besitz. Die Forster von Selb waren mit dem Böhmenkönig Wenzel und der Stadt Eger (Tschechien) in Fehde geraten und verkauften 1412/1413 ihren Besitz um Selb an den Burggrafen Johann III. von Nürnberg. Im Herzen der Fich­telgebirgshochfläche lag schließlich noch die Burg Thierstein (Fichtelgebirge), die als Reichslehen den Herren von Notthafft zuständig war. Diese verkauften sie um 1398 an den Markgrafen Wilhelm d. Ä. von Meißen, von dessen Erben die Herrschaft Thierstein schließlich 1415 an die Burggrafen Johann III. und Friedrich VI. von Nürnberg kam. Damit befand sich der gesamte Innenraum des Fichtelgebirges in der Hand der Hohenzollern.

1437 unterzog Markgraf Friedrich I. von Brandenburg das Fürstentum Brandenburg-Kulmbach einer Verwaltungsreform. Sein Herrschaftsgebiet im Fichtelgebirge erhielt die Bezeichnung "Hauptmannschaft vor dem Wald" und wurde in die fünf Verwaltungsämter Wunsiedel-Hohenberg, Thierstein, Selb, Kirchenlamitz und Weißenstadt eingeteilt. 1492 wird die "Hauptmannschaft vor dem Wald" erstmals als die "fünf Ämter" bezeichnet. Anfangs waren die Ämter Wunsiedel und Hohenberg miteinander vereinigt; der gemeinsame Amtmann saß auf der Burg Hohenberg. 1504 folgte die Trennung der beiden Ämter und seitdem ist vom "Sechsämterland" die Rede. Nach dem Bundesständischen Krieg waren die Ämter Selb und Kirchenlamitz kurzzeitig dem Hofer Bezirk zugeteilt. Markgraf Georg Friedrich stellte 1557 die alte Ordnung wieder her. 1613 wurden die einzelnen Ämter eingezogen und einem einzigen Amtmann unterstellt, der seinen Sitz in Wunsiedel hatte. Das Gebiet wurde in die neun Richterämter Wunsiedel, Hohenberg, Arzberg, Weißenstadt, Thierstein, Selb, Kirchenlamitz und Marktleuthen eingeteilt und unter der Bezeichnung "Stadt und Sechsämter Wunsiedel" zusammengefasst.

Nachdem der letzte Markgraf Karl Alexander abgedankt hatte, stand die Region von 1791 bis 1806 unter preußischer Verwaltung. Nach vier Jahren französischer Militärverwaltung wurde sie im Jahr 1810 in das Königreich Bayern eingegliedert.

Der Name des Sechsämterlandes lebt fort in den Sechsämtertropfen, einem aus der Gegend stammenden Kräuterlikör.

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Liste der Wappen im Landkreis Wunsiedel im Fichtelgebirge

Schönwald (Bayern) Wappen.png

Die Liste der Wappen im Landkreis Wunsiedel i.Fichtelgebirge zeigt die Wappen der Gemeinden im bayerischen Landkreis Wunsiedel i.Fichtelgebirge.

Landkreis Wunsiedel i.Fichtelgebirge Unter von Silber und Schwarz geviertem Schildhaupt gespalten von Gold und Rot. Vorne am Spalt ein rotbewehrter schwarzer Adler, hinten ein silbernes Hirschgeweih.

Stadt Arzberg In Silber mit von Silber und Rot gestücktem Bord ein golden gekrönter, rot bewehrter schwarzer Löwe, der in den Pranken eine schwarze Keilhaue mit goldenem Griff empor hält; am rechten Schildrand aufsteigend ein schwarzer Erzberg.

Gemeinde Bad Alexandersbad In Schwarz über einem gesenkten silbernen Wellenbalken ein silberner Tempel (Monopteros) mit goldenem Dach.

Gemeinde Höchstädt i.Fichtelgebirge Unter einem von Silber und Schwarz gevierten Schildhaupt geviert von Rot und Schwarz, belegt mit einem silbernen Balken.

Stadt Hohenberg a.d.Eger Gespalten; vorne geviert von Silber und Schwarzen, hinten in Rot auf grünem Bergkegel ein blau bedachter silberner Burgturm.

Stadt Kirchenlamitz Gespalten; vorne geviert von Silber und Schwarz; hinten in Blau auf einem mit einem silbernen Wellenbalken belegten grünen Hügel eine eintürmige silberne Kirche in Seitenansicht mit roten Dächern und goldenen Kreuzen.

Stadt Marktleuthen In Blau nebeneinander zwei miteinander verschlungene, aufrechte, golden gekrönte rote Schlangen und ein rot bewehrter goldener Löwe.

Große Kreisstadt Marktredwitz Geteilt von Gold und Rot; oben ein wachsender, rot gezungter schwarzer Adler, unten an der Teilung ein unterhalbes silbernes Rad.

Gemeinde Nagel Gespalten von Schwarz und Blau durch einen goldenen Nagel, der auf der mittleren Kuppe eines dreiteiligen goldenen Berges steht; vorne eine silberne Fichte, hinten schwebend ein silberner Rohrkolben mit zwei abhängenden Blättern.

Gemeinde Röslau In Blau auf goldenem Dreiberg ein steigendes silbernes Einhorn.

Markt Schirnding In Gold drei waagrecht übereinander liegende gestümmelte schwarze Baumäste.

Stadt Schönwald Unter von Silber und Schwarz geviertem Schildhaupt in Silber auf grünem Dreiberg nebeneinander stehend drei grüne Nadelbäume.

Große Kreisstadt Selb Gespalten; vorne geviert von Blau und Silber; hinten geteilt von Blau und Rot, darin je ein silbernes Hirschgeweih.

Markt Thiersheim In Gold ein von drei blau bedachten Türmen überhöhter stilisierter roter Torbau, in dessen Bogen ein rot bewehrter schwarzer Löwe steht.

Markt Thierstein In Blau ein linksgewendetes goldenes Tier, das über einen aus Steinblöcken gefügten und mit einem von Silber und Schwarz gevierten Schildchen belegten silbernen Berg springt.

Gemeinde Tröstau Durch die Umrisslinie eines Doppelberges (Kösseine) erhöht geteilt von Schwarz und Silber, unten nebeneinander zwei abgekehrte, rot bewehrte schwarze Bärentatzen, die ein rotes Winkeleisen und einen roten Hammer halten.

Stadt Weißenstadt Geviert von Schwarz und Silber.

Stadt Wunsiedel Geviert; 1 und 4: in Silber der schwarze Großbuchstabe W; 2 und 3: wieder geviert von Silber und Schwarz.

Gemeinde Bernstein Gespalten; vorne wieder gespalten und zweimal geteilt von Schwarz und Silber, Rot und Schwarz, Silber und Rot; hinten dreimal sparrenförmig geteilt von Silber und Rot.

Gemeinde Birkenbühl Unter von Silber und Schwarz geviertem Schildhaupt gespalten von Gold und Silber; vorne ein blauer Balken, hinten auf grünem Bühl eine grüne Birke.

Gemeinde Brand b.Marktredwitz Gespalten von Silber und Schwarz; vorne ein aufrechter schwarzer Ast, daran übereinander drei rot brennende Zweigstummel; hinten eine aufrechte silberne Schafschere.

Gemeinde Fischern In Silber ein gestürztes blaues Deichselkreuz mit gewelltem Balken; rechts ein schwebendes schwarzes Tatzenkreuz, links ein sechsstrahliger roter Stern.

Gemeinde Grafenreuth Über goldenem Schildfuß, darin ein waagrechter gestümmelter schwarzer Ast, in Blau ein wachsendes, rot bezungtes silbernes Einhorn.

Gemeinde Hildenbach Gespalten von Silber und Schwarz; vorne ein blauer Schrägwellenbalken, hinten der Großbuchstabe H.

Gemeinde Holenbrunn Unter goldenem Schildhaupt, darin ein oberhalbes schwarzes Zahnrad, gespalten von Silber und Schwarz; vorne ein wachsender blauer Pumpbrunnen, hinten schräg gekreuzt zwei goldene Ähren.

Gemeinde Korbersdorf Gespalten; vorne dreimal sparrenförmig geteilt von Silber und Rot; hinten in Blau ein aus drei nach links ansteigenden silbernen Felszacken wachsendes silbernes Einhorn.

Gemeinde Kothigenbibersbach Im Wellenschnitt gespalten von Silber und Schwarz; vorne ein nach links steigender, rot bewehrter schwarzer Biber mit blauem Schuppenschwanz, hinten ein aufrechter silberner Ziegelhammer.

Gemeinde Leutendorf In Rot auf grünem Berg, der mit einem silbernen Schildchen, darin ein blauer Balken, belegt ist, ein silberner Turm mit drei schwarzen Spitzdächern.

Gemeinde Lorenzreuth Über einem von Rot, Silber und Schwarz zweimal geteilten Schildfuß geteilt von Blau und Gold; oben eine durchgehende silberne Bogenbrücke, unten ein waagrechter, gestümmelter schwarzer Ast.

Gemeinde Neudes In Silber ein roter Hirschrumpf, darunter nebeneinander zwei SChilde; rechts in Blau ein goldener Balken, links in Schwarz der silberne Großbuchstabe W.

Gemeinde Niederlamitz Gespalten von Silber und Schwarz; in verwechselten Farben vorne ein aufrechter Hammer, hinten ein auf der Spitze stehendes Sensenblatt.

Gemeinde Oberröslau In Blau auf goldenem Dreiberg ein steigendes silbernes Einhorn.

Gemeinde Röthenbach In Gold ein schräglinker roter Wellenbalken; darüber ein aufrechter schwarzer Bergmannshammer, darunter ein aufrechter, gestümmelter schwarzer Baumast.

Gemeinde Schlottenhof In silber ein bärtiger Bauer in der Tracht des Sechsämterlandes mit hohem schwarzen Spitzhut, schwarzer Hose, schwarzen Hosenträgern, schwarzen Pantoffeln, rotem Wams, silbernem Hemd und silbernen Strümpfen, in der Linken eine schwarze Mistgabel haltend.

Gemeinde Schönbrunn Gespalten; vorne geviert von Silber und Schwarz; hinten in Rot ein silberner Ziehbrunnen mit Eimer.

Gemeinde Seussen Geteilt von Rot und Silber; oben ein stehendes silbernes Leistengitter, unten ein schwarzes Drehkreuz.

Gemeinde Vordorf Geteilt von Gold und Schwarz; oben schräg gekreuzt zwei rot bewehrte Bärentatzen; unten schräg gekreuzt zwei silberne Bergmannshämmer.

Gemeinde Wölsau In Silber ein sechsstrahliger roter Stern über einem gesenkten blauen Balken.

Gemeinde Wölsauerhammer Gespalten von Silber und Rot; vorne ein blauer Balken, hinten ein halber silberner Flug.

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Liste der Staatsstraßen in Bayern

Stationszeichen einer Staatsstraße in Bayern

Diese Auflistung zeigt sämtliche Staatsstraßen in Bayern (kurz St) sowie deren Verlauf und deren Lage in den Regierungsbezirken Bayerns. Insgesamt beträgt die Länge der Staatsstraßen in Bayern 13.543 km.

Der Begriff Staatsstraße wird nur in den deutschen Bundesländern Bayern und Sachsen verwendet. In den anderen Bundesländern heißen entsprechende Straßen Landesstraße.

Die Tabelle listet die Nummer der jeweiligen Staatsstraße, nennt ihren Verlauf und gibt die Regierungsbezirke an, die die Straße tangiert.

Die bayerischen Staatsstraßen beginnen mit der Nummer 2001.

Diese Staatsstraßen tragen die Nummer einer baden-württembergischen Landesstraße, liegen jedoch in Bayern.

Die folgenden Straßen werden in Bayern und Hessen mit der gleichen Nummer bezeichnet.

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Leben des Quintus Fixlein

Jean Paul um 1797*1763  †1825

Leben des Quintus Fixlein ist eine Idylle von Jean Paul, die - 1794/95 entstanden - 1796 in Bayreuth erschien.

Anno 1791 im Dorf Hukelum nahe bei der Stadt Flachsenfingen: Der vornehme Schulmann Quintus Zebedäus Egidius Fixlein aus Leipzig besucht seine Mutter Clara. Die Witwe, eine Kunstgärtnerin, bewohnt ein Gartenhäuschen in einem Schlossgarten.

Das hausarme, insolvente, 25-jährige Fräulein Thienette, Hauptmännin auf Schloss Hukelum, hat zu Ehren des Besuchs extra einen großen Kuchen gebacken. Die Waise Thienette hat eine weiche Seele, ist bescheiden, höflich und furchtsam. Fixlein war fast mit ihr auferzogen worden.

Der Leipziger akademische Lehrer Fixlein ist bereits schriftstellerisch hervorgetreten - z.B. als Autor einer Sammlung von Errata in deutschen Schriften. Außerdem verwahrt er die eigene Lebensbeschreibung in zeitlich geordneten Zettelkästen. Fixlein meint, er sei ungefähr 32 Jahre alt. Genau weiß er es nicht, denn durch einen Brand wurden das betr. Kirchenbuch vernichtet. Fixleins Vater, der darüber hätte genaue Auskunft geben können, war in seinem 32. Lebensjahr am Sonntag Kantate gestorben. Fixlein selber lebt, wie die Hukelumer, in der abergläubischen Vorstellung, alle Männer in seiner Familie legten sich im Alter von 32 Jahren zu Kantate hin und stürben.

Nachdem die Schlossherrin gestorben ist, steht Thienette unversorgt da. Fixlein aber wollte die Verblichene zu Lebzeiten zum Flachsenfinger Konrektorat verhelfen. Der Rat macht Fixlein tatsächlich zum Konrektor, doch nur, weil die Ratsherren an den alsbaldigen Tod des frisch Ernannten glauben. Fixlein wird vom Glück verfolgt; erbt von der Schlossherrin u.a. ein hochherrschaftliches Bett und einen Batzen Geld. Somit wird er schuldenfrei - eine Ausnahmeerscheinung unter Schulmännern - und verspricht Thienette die Ehe. Fixlein will hoch hinaus. Damit er Thienette heiraten kann, möchte er in Hukelum Pfarrer werden. In seiner diesbezüglichen Bittschrift an den Schlossherren nennt er gute Gründe und wird tatsächlich Pfarrer - dank einer Namensverwechslung. Eigentlich sollte Subrektor Füchslein ernannt werden. Doch da sich der Schreiber in der Berufungsurkunde verschrieben hatte - "Fixlein" stand darin - hatte es der Schlossherr dabei belassen.

Fixlein predigt. Am 9. Mai 1793 wird geheiratet und im Mai 1794 wird Thienette Mutter.

Doch gleich darauf geschieht es. Fixlein rückt in den giftigen Erdschatten des Todes. Die gute abergläubische Mutter hatte gelogen, hatte das Alter des lieben Sohnes "verdeckt". Fixlein findet - wie es der Zufall will - sein Geburtsjahr, vom seligen Vater zu Lebzeiten getreulich aufgezeichnet - in einer Bleibüchse. Dieser Schlag wirft den Finder um. Auf dem Krankenbett will Fixlein sterben.

Die Vorreden sind tw. mit Fixleins Geschichte verknüpft. So wird z.B. das Motiv der giftigen Riesenschlange als Symbol für den bevorstehenden Tod aus der Episode "Die Mondfinsternis"(Vorrede zur 2. Aufl.) am Anfang des 14. Zettelkastens indirekt wieder aufgenommen.

Die eigentliche Erzählung heißt "Des Quintus Fixlein Leben bis auf unsere Zeiten; in funfzehn Zettelkästen". Der Erzähler, der sich am Ende - wie gesagt - als Jean Paul zu erkennen gibt, schöpft aus besagten fünfzehn Zettelkästen des Helden Fixlein.

Unter Punkt 4, der Reise des Rektors Fälbel, wird so etwas wie Handlung geboten. Der Schulmann reist mit seinen Primanern und seiner Tochter Kordula über Töpen, Zedwitz, Hof, Schwarzenbach, Kirchenlamitz, Marktleuthen nach Thiersheim. Dort eröffnet ihm ein anderer Gelehrter - der Konrektor Johann Theodor Benjamin Helfrecht aus Hof - dass er die Gegend, die Fälbel beschreiben wollte, bereits dokumentiert hat. Also kehrt Fälbel kurz vor dem Ziel um.

Verweise auf eine Literaturstelle sind gelegentlich als (Seite, Zeile von oben) notiert.

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Source : Wikipedia