Mainz

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Geschrieben von tron 14/03/2009 @ 22:12

Tags : mainz, rheinland-pfalz, deutschland, fsv mainz 05, 2. bundesliga, fussball, sport

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Mainz

Lage von Mainz in Rheinland-Pfalz

Mainz, gegenüber der Mündung des Mains am Rhein gelegen, ist Landeshauptstadt und zugleich die größte Stadt des deutschen Landes Rheinland-Pfalz. Mainz ist Sitz einer Universität, eines römisch-katholischen Bistums sowie mehrerer Fernseh- und Rundfunkanstalten, wie des Zweiten Deutschen Fernsehens, und versteht sich als eine Hochburg der rheinischen Fastnacht. Die größte Nachbarstadt ist Wiesbaden. Im etwas größeren Umkreis liegen die Großstädte und -räume Ludwigshafen, Mannheim, Darmstadt und Frankfurt am Main.

Mainz ist eines der fünf Oberzentren des Landes Rheinland-Pfalz und bildet mit Wiesbaden ein länderübergreifendes Doppelzentrum. Die Einwohnerzahl der Stadt Mainz überschritt im ersten Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts die Grenze von 100.000, wodurch die Stadt zur Großstadt wurde.

Im Laufe der Geschichte veränderte sich der Name der Stadt mehrmals, von einer verbindlichen Schreibweise kann erst seit dem 18. Jahrhundert gesprochen werden. Der römische Name „Mogontiacum“ lässt sich von der keltischen Gottheit Mogon ableiten (Mogont-i-acum: „Land des Mogon“) und hatte in dieser erstmals von Tacitus in seinen Historien erwähnten Form mehrere Jahrhunderte Bestand. Auch Abkürzungen und abweichende Schreibweisen waren zu Zeiten der römischen Herrschaft bereits geläufig: „Moguntiacum“ oder verkürzt als „Moguntiaco“ in der Tabula Peutingeriana. Nach Einsetzen der Hinwendung zum Mittellateinischen, das sich jenseits der Alpen rasch entwickelte, wurde das Wort ab dem 6. Jahrhundert verkürzt und fortan „Moguntia“ bzw „Magantia“ geschrieben und ausgesprochen. Im 7. Jahrhundert firmiert der Stadtname als „Mogancia“, „Magancia urbis“ bzw. „Maguntia“, im 8. Jahrhundert als „Magontia“. Im 11. Jahrhundert war der Name wieder bei „Moguntiacum“ bzw „Moguntie“ angekommen. Überhaupt war der Stadtname häufig nicht von wirklicher Sprachentwicklung (wie etwa der Lautverschiebung bei Borbetomagus – Worms), sondern von der jeweils herrschenden „Mode“ der Aussprache beeinflusst. Das 12. Jahrhundert bezeichnete die Stadt als „Magonta“, „Maguntia“, „Magontie“, und „Maguntiam“. Eine arabische Weltkarte aus gleicher Zeit nennt sie „maiansa“. Von 13./14. bis zum 15. Jahrhundert wandelte sich der Name von „Meginze“ zu „Menze“, wobei dies die Namensentwicklung in lateinischen Quellen ist. Deutschsprachige Quellen sprechen 1315 von „Meynce“, 1320 von „Meintz“, 1322 von „Maentze“, 1342 von „Meintze“ und 1357 wieder von „Meintz“.

Im 15. Jahrhundert taucht zum ersten Mal „Maintz“ auf, häufiger sind aber weiterhin die Bezeichnungen „Menz“, „Mentze“, „Maynz“, „Meintz“ oder „Meyntz“ im Gebrauch. Die Namensformen mit ai finden sich erstmals im 16. Jahrhundert und setzten sich in der Barockzeit endgültig durch. Seit dem 18. Jahrhundert gibt es dann auch kaum noch Änderungen des Stadtnamens. Eine Ausnahme bildet die französische „Umtaufung“ in Mayence während der französischen Besetzung 1792/93 und 1798-1814.

Das Wappen der Stadt Mainz zeigt zwei durch ein silbernes Kreuz verbundene, schräg gestellte, sechsspeichige, silberne Räder auf rotem Untergrund. Die Stadtfarben sind Rot-Weiß.

Mainz liegt am westlichen (linken) Ufer des Rheins, der die östliche Stadtgrenze bildet. Im Süden und Westen wird die Stadt im Mainzer Becken vom Rande der rheinhessischen Hochfläche begrenzt und im Norden dehnt sich ein vom Rhein zurückgewichenes Ufervorland aus. Durch Mainz hindurch läuft der 50. Breitengrad nördlicher Breite.

Das Stadtgebiet von Mainz ist entsprechend der Hauptsatzung der Stadt Mainz in 15 Ortsbezirke aufgeteilt, die den unten aufgeführten Mainzer Stadtteilen entsprechen. Jeder Ortsbezirk hat einen aus jeweils 13 direkt gewählten Mitgliedern bestehenden Ortsbeirat und einen ebenfalls direkt gewählten Ortsvorsteher, der Vorsitzender des Ortsbeirats ist. Der Ortsbeirat ist zu allen wichtigen Fragen, die den Ortsbezirk berühren, zu hören. Die endgültige Entscheidung über eine Maßnahme obliegt dann jedoch dem Gemeinderat der Gesamtstadt Mainz. Daneben gibt es sieben Planungsbereiche, 65 Stadtbezirke sowie 183 Statistische Bezirke, die gleichzeitig den Stimmbezirken entsprechen.

Ehemals selbständige Gemeinden und Gemarkungen, die in die Stadt Mainz eingegliedert wurden. Die einzelnen Eingemeindungen sind in der Tabelle unter diesem Abschnitt nachvollziehbar. Die Abtretung der rechtsrheinischen Vororte nach dem Zweiten Weltkrieg wurde durch weitere Eingemeindungen von 1969 wieder ausgeglichen. Ab 1962 entstand mit dem Lerchenberg sogar ein völlig neuer Stadtteil.

Das Stadtgebiet des heutigen Mainz war schon zur letzten Eiszeit vor 20.000 bis 25.000 Jahren eine Raststätte für Jäger, wovon bei Ausgrabungen im Jahr 1921 entdeckte Relikte zeugen.

Erste dauerhafte Ansiedelungen im Mainzer Stadtgebiet sind jedoch keltischen Ursprungs. Die Kelten waren in der zweiten Hälfte des ersten Jahrtausends v. Chr. die dominierende Kraft am Rhein. Aus diesen keltischen Siedlungen und der mit ihnen im Zusammenhang stehenden keltischen Gottheit Mogon (in etwa vergleichbar dem griechisch-römischen Apollon) leiteten die nach dem gallischen Krieg (52 v. Chr.) am Rhein eintreffenden Römer die Bezeichnung „Mogontiacum“ für ihr neues Legionslager ab. Lange Zeit wurde angenommen, dass dieses Lager um 38 v. Chr. gegründet wurde. Neuere Forschungen haben jedoch ergeben, dass die Gründung des Lagers und damit letztlich der Stadt Mainz erst später, nämlich 13/12 v. Chr. durch Drusus erfolgte.

Nachdem das Legionslager Mogontiacum gegründet worden war, wurde das Lager, das im Bereich des heutigen Kästrichs liegt, sehr schnell von einzelnen Ansiedelungen (lat. cannabae) umgeben. Die Legionen brauchten Handwerker und Gewerbetreibende zur Aufrechterhaltung ihrer Einsatzfähigkeit. Diese Ansiedlungen sind der Ausgangspunkt der urbanen Entwicklung von Mainz. Die Stadt gehörte anschließend über 500 Jahre lang zum römischen Reich und war ab 89 n. Chr. Hauptstadt der Provinz Germania Superior und, ab dem 4. Jahrhundert, Germania Prima.

Spätestens ab der Mitte des 4. Jahrhunderts bestand in der Stadt eine organisierte christliche Gemeinde unter Leitung eines Bischofs. Um 408 wurde Mainz von den Vandalen, Alanen und Sueben erobert und geplündert. Nach den überwundenen Wirren der Völkerwanderung begann allmählich der Aufstieg der Stadt. Nach dem Ende der römischen Herrschaft prosperierte die Stadt vor allem unter dem Einfluss des Christentums. Doch auch die Funktion als Umschlagplatz für Handelsgüter aller Art (später vor allem Messewaren, die für Frankfurt bestimmt waren) beschleunigte die Stadtentwicklung. Besiedelt wurde vor allem der Raum zwischen dem alten Römerlager und dem Rhein.

Am Ende dieser Entwicklung stand eine herausragende Bedeutung auf kultureller, religiöser und politischer Ebene. Ab Mitte des 8. Jahrhunderts wurde von Mainz aus durch Erzbischof Bonifatius aktiv die Christianisierung des Ostens, vor allem der Sachsen, betrieben. 782 wurde Mainz zum Erzbistum erhoben. Die Kirchenprovinz entwickelte sich in der Folge zur größten diesseits der Alpen. Im neunten und zehnten Jahrhundert erwarb sich Mainz den Titel Aurea Moguntia. Der Einfluss der Mainzer Erzbischöfe ließ diese zu Reichserzkanzlern, Landesherren des kurmainzischen Territoriums und Königswählern (Kurfürsten) aufsteigen. Erzbischof Willigis (975–1011) ließ den Mainzer Dom als Zeichen seiner Macht errichten und war zeitweise als Reichsverweser der bestimmende Mann im Reich. Im Zuge dieses Aufstieges der geistlichen Macht in weltlichen Angelegenheiten war die Stadt Mainz selber unter die Kontrolle ihres Erzbischofs gefallen.

Das Hochmittelalter brachte für die Bürger erstmals besondere Privilegien, die ihnen von Erzbischof Adalbert I. von Saarbrücken (1110–1137) verliehen wurden. Sie beinhalteten vor allem Steuerfreiheiten und das Recht, sich nur innerhalb der Stadt vor Gericht verantworten zu müssen. Nach der Ermordung des Erzbischofs Arnold von Selenhofen im Jahr 1160 wurden diese Privilegien jedoch wieder rückgängig gemacht. Zudem wurden die Stadtmauern auf Befehl Kaiser Friedrich Barbarossas geschleift. Obgleich derart gezeichnet, war Mainz schon bald wieder Zentrum der Reichspolitik. Friedrich Barbarossa lud schon 1184 die Elite des Reiches zu einem Hoftag anlässlich der Schwertleite seiner Söhne nach Mainz, der einigen Chronisten als größtes Fest des Mittelalters gilt. Schon 1188 kam er erneut nach Mainz, um dort auf dem „Hoftag Jesu Christi“ zum Dritten Kreuzzug aufzubrechen. Nebem Speyer und Worms galt Mainz als einer der SCHUM-Städte und als Geburtsstätte der aschkenasischem Kultur.

1212 krönte Siegfried II. von Eppstein den Stauferkaiser Friedrich II. im Mainzer Dom zum König. Friedrich II. kehrte 1235 nach Mainz zurück, um dort einen Reichstag abzuhalten. Auf diesem wurde am 15. August der „Mainzer Landfriede“ erlassen.

In den Auseinandersetzungen, die zwischen den Staufern und ihren Gegnern in den 1240er-Jahren immer heftiger wurden, ließen sich die Mainzer Bürger von beiden Seiten umwerben. Die Folge dieser Politik war, dass die Bürger als Preis für ihre Unterstützung 1244 von Erzbischof Siegfried III. von Eppstein ein umfassendes Stadtprivileg erhielten. Der Erzbischof war danach nur noch formal Oberhaupt der Stadt, die Selbstverwaltung, Gerichtsbarkeit und die Entscheidungsgewalt über neue Steuern ging auf die Bürgerschaft bzw. den 24-köpfigen Stadtrat über. Außerdem entband das Privileg die Bürger von ihrem Gefolgszwang in allen kriegerischen Auseinandersetzungen, die nicht die Stadtverteidigung betrafen. Von diesem Zeitpunkt an war Mainz eine „Freie Stadt“.

Die Zeit als Freie Stadt (bis 1462) gilt als Höhepunkt der Stadtgeschichte. Der politische Einfluss der Bürgerschaft erreichte während dieser Zeit die höchste kommunale und überregionale Bedeutung, wovon die Gründung des Rheinischen Städtebundes 1254 ein deutliches Zeugnis ablegt. Handel und Gewerbe konnten in dieser Zeit nicht zuletzt unter dem Schutz des Städtebunds und der Garantie des Mainzer Landfriedens von 1235 florieren. Mainz stieg zu einem wichtigen Wirtschaftsstandort auf.

Ab 1328 begann durch Konflikte mit dem Erzbischof der Niedergang des freien Bürgertums und seiner Privilegien. In der Mainzer Stiftsfehde schlugen sich die Bürger auf die Seite des Erzbischofs Diether von Isenburg, der sich sowohl Kaiser als auch Papst zum Gegner gemacht hatte. Die Stadt wurde 1462 durch Adolf II., den Konkurrenten Diethers um das Erzbischofsamt, eingenommen. Adolf II. ließ sich von den Mainzer Bürgern daraufhin alle Privilegien aushändigen und beendete die Zeit der Freien Stadt. Mainz wurde kurfürstliche Residenzstadt und entwickelte sich in der Folge zur Adelsmetropole ohne eigene politische Bedeutung.

Als seinen Nachfolger empfahl Adolf II. dem immer mächtiger werdenden Mainzer Domkapitel ausgerechnet wieder Diether von Isenburg. Dieser gründete 1477 die schon von Adolf II. geplante Universität.

Die 1517 begonnene Reformation hatte zunächst gute Aussichten in Mainz. Der dort um 1450 von Johannes Gutenberg erfundene Buchdruck mit beweglichen Lettern ermöglichte eine rasche Ausbreitung der reformatorischen Schriften und der Mainzer Erzbischof und Kardinal Albrecht von Brandenburg stand ihren Ideen zunächst aufgeschlossen gegenüber. Letztendlich konnte sie sich aber in Mainz nicht durchsetzen. Zweimal wählte das Domkapitel mit knapper Mehrheit katholische Erzbischöfe. Mit Ausnahme von Garnisonsgemeinden durfte sich bis 1802 keine evangelische Gemeinde in der Stadt bilden.

Die mittelalterliche Stadtbefestigung war ab der Mitte des 16. Jahrhunderts einer moderneren Festungsanlage gewichen, die schließlich die ganze Stadt umfasste. Außerhalb dieser Festung durften keine Steinbauten entstehen, um anrückenden Truppen keinen Schutz bieten zu können. So konnte sich die Stadt nur in den innerhalb der Mauern verbliebenen Freiflächen entwickeln, was das Wachstum der Stadt bis in das 20. Jahrhundert hinein stark begrenzte.

Trotz dieser Festung wurde Mainz im Dreißigjährigen Krieg von der schwedischen Armee kampflos eingenommen. Maßgeblich zur Beendigung des Krieges trug Johann Philipp von Schönborn bei, der 1647 Erzbischof von Mainz wurde und unter dessen Pontifikat die Stadt sich schnell wieder von den Verheerungen des Krieges erholen konnte.

In der nun aufkommenden Barockzeit entstanden glanzvolle Bauten in der Stadt, die auch heute noch zum Stadtbild gehören. Mit der Amtszeit des Kurfürsten Emmerich Joseph von Breidbach zu Bürresheim (1763–1774) erhielt die Aufklärung auch auf politischer Ebene Einzug in die „Stadt des Adels“.

Die Ideen der Aufklärung führten in Frankreich schließlich zur Revolution. Der Mainzer Kurfürst und Erzbischof Friedrich Karl Joseph von Erthal unterstützte den harten Kurs des Reiches gegenüber den Revolutionären. Doch nachdem Frankreich in den Koalitionskriegen 1792 die linksrheinischen Gebiete des Reiches einschließlich Mainz erobert hatte, musste er aus der Stadt fliehen. In Mainz fanden auf Veranlassung der Besatzungsmacht 1793 die ersten freien Wahlen statt. Diese „Mainzer Republik“ gilt als erste Demokratie auf deutschem Boden. Doch schon im Juli zogen die Franzosen nach preußischer Belagerung und Beschießung der Stadt wieder ab. Die Mainzer Republik war damit schon nach kurzer Zeit Geschichte.

Die Koalitionskriege aber gingen weiter und führten 1797 zur nächsten Besetzung der Stadt. Der Adel verschwand aus Mainz und ließ die Stadt bürgerlich werden. Als Entschädigung für die von Frankreich links des Rheins enteigneten Fürsten beschloss die außerordentliche Reichsdeputation in Regensburg 1803 in ihrem Hauptschluss die Aufhebung der geistlichen Kurfürstentümer. Mainz wurde als Mayence Hauptstadt des französischen Départements du Mont-Tonnerre (Donnersberg) unter Verwaltung des französischen Präfekten Jeanbon St. André. Die kurfürstlich-erzbischöfliche Zeit war damit vorbei.

Durch den Verlust ihrer Residenzfunktion provinzialisierte die seit 1816 zum Großherzogtum Hessen gehörende Stadt im 19. Jahrhundert sehr stark. Bedeutende Ereignisse sind in der Stadtgeschichte zu dieser Zeit daher kaum zu finden. Allerdings war Mainz zu dieser Zeit Sitz der Mainzer Zentraluntersuchungskommission im Rahmen der sogenannten Demagogenverfolgung infolge der Karlsbader Beschlüsse. Von nachwirkender Bedeutung ist die sich ab 1837 entwickelnde Mainzer Fastnacht.

Die Festungsfunktion (nun Bundesfestung des Deutschen Bundes) behinderte außerdem die Ausdehnung der Stadt und die Entwicklung der Einwohnerzahlen. Bis zum Ende der Festung hatte die Stadt fast nie mehr als 30.000 Einwohner. Lediglich als ab den 1850er-Jahren die letzten freien Räume innerhalb der Festung, wie z. B. der Kästrich, bebaut und das Rheinufer in den 1880er-Jahren erweitert wurde, konnte die Einwohnerzahl innerhalb der Altstadt nennenswert ansteigen. Jedoch konnte die Stadt aufgrund der Festungsfunktion lange nicht so wachsen wie beispielsweise Wiesbaden.

Die bedeutendste Entwicklung der Stadt geschah jedoch durch die Einverleibung des „Gartenfelds“ bzw. der Neustadt. Diese neu errichtete Stadtmauererweiterung löste ab 1872 einen Bauboom und Bevölkerungszuwachs in der Gründerzeit aus, der allerdings durch den Börsenkrach 1873 vorerst ausgebremst wurde. Möglich gemacht wurde diese Erweiterung nicht zuletzt durch den Bedeutungsverlust der Festung (von da an diente die Festung Metz als Bollwerk des Deutschen Reiches gegenüber Frankreich) nach dem deutsch-französischen Krieg von 1870/71.Ab 1886 setzte sich dann zunehmend die Bautätigkeit in der Neustadt (und mit Verlegung des Hauptbahnhofs weg vom Rheinufer auch in dieser Zeit im Lauterenviertel) fort.

Erst kurz vor dem ersten Weltkrieg wurde die Festung endgültig abgerissen, sodass die Stadt nun auch außerhalb der alten Mauern expandieren konnte. Die dadurch und durch die umfangreichen Eingemeindungen ausgelöste Expansion der Stadt führte zu weiterem Bevölkerungswachstum, sodass die Stadt mit einer Einwohnerzahl von über 100.000 im Jahr 1908 den Status einer Großstadt erreichte.

Der Erste Weltkrieg beendete den durch die Schleifung der Stadtmauern ausgelösten kurzen Aufschwung. Nach dem Krieg gingen die Goldenen Zwanziger am erneut von den Franzosen besetzten Mainz fast vollständig vorbei. Nach dem Ende der Besatzungszeit 1930 kam es erneut zu umfangreichen Eingemeindungen (siehe Tabelle unten), die das Stadtgebiet verdoppelten. Am 1. November 1938 wurde Mainz wie auch Offenbach am Main, Gießen, Darmstadt und Worms kreisfreie Stadt.

Der Nationalsozialismus konnte in Mainz zunächst nicht Fuß fassen. Noch zur Machtergreifung am 30. Januar 1933 demonstrierten mehr Menschen gegen das neue System als dafür. Nach der Machtergreifung änderte sich dies jedoch. Die 3000 Menschen große jüdische Gemeinde von Mainz wurde fast vollständig deportiert. Der Zweite Weltkrieg verschonte die Stadt zunächst. Erst 1942 fanden die ersten schwereren Bombenangriffe statt. Der schlimmste Angriff ereignete sich am 27. Februar 1945, als Mainz durch britische Bomber fast völlig zerstört wurde und ca. 1200 Menschen getötet wurden. Durch Brandbomben war ein Feuersturm entfacht worden. Am Ende des Krieges war die Stadt zu 80 % zerstört.

Nach dem Krieg wurde Mainz erneut von den Franzosen besetzt. Die Grenze der französischen und amerikanischen Besatzungszone bildete auf der Höhe von Mainz der Rhein, weswegen die rechtsrheinischen Stadtteile nördlich der Mainmündung, Amöneburg, Kastel und Kostheim, der Stadt Wiesbaden zugeordnet wurden, was ein Grund für die heutige Rivalität zwischen beiden Städten ist. Die rechtsrheinischen Stadtteile südlich des Mains, Bischofsheim, Ginsheim und Gustavsburg, wurden wieder selbständige Gemeinden im Landkreis Groß-Gerau. Die Neugründung der Länder Hessen und Rheinland-Pfalz machte diese Teilung endgültig. Schon 1946 wurde die 1798 aufgehobene Universität wieder errichtet. Mainz wurde 1950 anstelle des bisherigen Regierungssitzes Koblenz Hauptstadt des neu gegründeten Landes Rheinland-Pfalz und konnte so den fast 150-jährigen Prozess der Provinzialisierung beenden. Nach dem Zweiten Weltkrieg war die Einwohnerzahl wieder auf etwa 76.000 gefallen. Erst Mitte der 1960er-Jahre erreichte sie wieder den Vorkriegswert.

1962 beging die Stadt ihre 2000-Jahr-Feier, die auf der damaligen (falschen) Auffassung beruhte, dass die Römer unter Agrippa bereits 38 v. Chr. ein Militärlager am Zusammenfluss von Rhein und Main gründeten. Die Entstehung von Mainz-Lerchenberg als neuer Stadtteil nach 1962 sowie großflächige Eingemeindungen rund um Mainz 1969 beendeten die durch den Zweiten Weltkrieg entstandene Stagnation in der Stadtentwicklung und boten umfassende Ausbau- und Entwicklungsmöglichkeiten für die Stadt. Mit der Ansiedlung des ZDF auf dem Lerchenberg begann ab 1976 der Ausbau zur Medienstadt Mainz. Eine Tendenz, die noch durch das mit zahlreichen Aktivitäten gefeierte Gutenbergjahr im Jahr 2000 verstärkt wurde. Neben anderen städtebaulichen Programmen wie beispielsweise der Altstadtsanierung ist man seit dem Jahr 2000 am Bund-Länder-Programm „Soziale Stadt“ in Mainz beteiligt. Gegenwärtig hat die Stadt über 196.000 Einwohner mit Hauptwohnsitz in Mainz.

Mainz gehört dem Verein Historische Städte Deutschlands an.

Die Stadt Mainz ist eine kreisfreie Stadt gemäß der Kommunalordnung des Landes Rheinland-Pfalz. Der Oberbürgermeister wird direkt gewählt. Seit 2002 wird Mainz zusammen mit dem Großteil des benachbarten Landkreises Mainz-Bingen im Bundestag durch Michael Hartmann (SPD) vertreten, der die Wahl 2005 als direkt gewählter Abgeordneter ebenso für sich entscheiden konnte. Zusätzlich wird der Wahlkreis Mainz durch Ute Granold (CDU) und Rainer Brüderle (FDP), beide jeweils über die Landeslisten gewählt, vertreten.

Zur historischen Entwicklung von der Erzbischöflichen Metropole (1011 bis 1244) über die Freie Stadt (1244 bis 1462), die Zeit als Residenzstadt unter der Verwaltung des Kurfürsten (bis 1798) und die Zeit von 1798 bis 1814 unter einer französischen Munizipalverfassung bis zum heutigen Status als kreisfreie Stadt siehe die Erläuterungen in den Artikeln über die Geschichte der Stadt Mainz.

Jahrhundertelang war die Stadt als Sitz eines der höchsten (katholischen) Reichsfürsten immer katholisch geprägt. Mainz verfügt über den einzigen „Heiligen Stuhl“ (sancta sedes Moguntia) außerhalb von Rom. Eine frühchristliche Gemeinde bestand vielleicht schon seit der Spätantike. Um 368 kann von der Existenz eines Bistums ausgegangen werden. 780/782 wurde Mainz zum Erzbistum erhoben. Erster Erzbischof von Mainz wurde Lullus, der bereits im Jahr 754 Nachfolger von Bonifatius (der als Missionsbischof nur den persönlichen Titel Erzbischof führte) geworden war. Mainz wurde in der Folge Hauptort des größten Metropolitanverbandes jenseits der Alpen (siehe Bistum Mainz). In dem sich im 13. Jahrhundert endgültig konstituierenden Kollegium der sieben Kurfürsten (Königswähler) nahm der Erzbischof von Mainz die führende Stellung ein (siehe auch: Geschichte des Bistums Mainz).

Die Ursprünge der Jüdischen Gemeinde sind nicht restlos geklärt. Für die These, die Juden seien mit den Römern nach Mainz gekommen, spricht sehr viel, ein Beweis ist jedoch bisher nicht gelungen. Die erste sichere Aufzeichnung stammt aus der zweiten Hälfte des 10. Jahrhunderts und ist eine hebräische Überlieferung rabbinischer Rechtsgutachten, die sich mit einer bereits blühenden jüdischen Gemeinde befassen. Indikator für die Entwicklung war wohl der Status der Stadt als wichtiger Handelsort der damaligen Zeit. Die bedeutende Familie Kalomynos lebte hier. Bedeutend war auch das Wirken Gerschom ben Jehudas, welcher einer der wichtigsten Gelehrten jener Zeit überhaupt war. Auf dem jüdischen Friedhof vom Mainz finden sich Grabsteine aus dem 11. Jahrhundert. Die Gemeinde wurde mehrmals (siehe oben) durch Pogrome während der Zeit der Kreuzzüge und der Pestepidemien dezimiert. Am jüdischen Neujahrsfest wird in jeder Synagoge das Netane Tokkef gesprochen, das an die erschlagenen Mainzer Juden von 1096 erinnert. 1435 wurden die Juden für Jahrhunderte aus Mainz vertrieben.

Vor 1933 hatte die Gemeinde bis zu 3000 Mitglieder, 1946 gerade noch 59. 1997 gab es 203 Mitglieder, was etwa 0,1 % der Gesamtbevölkerung ausmacht.

Die alte Mainzer Synagoge in der Neustadt wurde während der Nazi-Zeit vollständig abgebrannt und zerstört. An der ursprünglichen Stelle wurden einige Säulen als Mahnmal wieder errichtet. 1999 wurde ein Wettbewerb für den Neubau einer Synagoge und eines Jüdischen Gemeindezentrums an dem Ort der alten Mainzer Synagoge durchgeführt, der von dem Architekten Manuel Herz gewonnen wurde. Dieser Entwurf ist noch nicht realisiert worden. Die Synagoge in Weisenau überstand den Krieg unbeschadet. Sie wurde Ende der 1990er-Jahre restauriert und der jüdischen Gemeinde wieder als Gotteshaus übergeben.

Obwohl einiges dafür sprach, wurde Mainz kein Zentrum der Reformation. Zwar war der damalige Erzbischof Albrecht von Brandenburg den Ideen des Protestantismus nicht abgeneigt, zugleich war er aber vom Ablasshandel abhängig, den Luther gerade in heftiger Weise kritisierte. Zu ersten Berührungen mit dem Protestantismus kam es so erst mit dem Schmalkaldischen Krieg und dessen Auswirkungen auf die Stadt 1552 und im 30-jährigen Krieg mit der Besetzung durch schwedische Truppen. Durchsetzen konnte sich die neue Konfession damals aber nicht. Nach dem Zusammenbruch der schwedischen Herrschaft noch während des Dreißigjährigen Krieges gewann wieder der Katholizismus die Oberhand. Einwohnern mit evangelischem Bekenntnis wurden die Bürgerrechte verweigert.

Seit 1715 gab es in Mainz eine kleine lutherische Garnisonsgemeinde. In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts wurden vermehrt die inzwischen in die Stadt zugezogenen Protestanten nicht nur geduldet. Der vom Geist der Aufklärung erfasste Kurfürst Emmerich Joseph von Breidbach zu Bürresheim sowie der Großhofmeister Anton Heinrich Friedrich von Stadion beschäftigten sogar protestantische Offiziere und Kammerherren am Hof. Unter Kurfürst Friedrich Karl Joseph von Erthal erhielten sie auch Einfluss auf das Bildungswesen. Eigene Kirchen erhielten sie jedoch zunächst nicht. Erst 1802 nach dem faktischen Zusammenbruch des Kurstaates wurde die erste evangelische Kirchengemeinde als „unierte“ gegründet, das heißt sie hatte sowohl lutherische als auch reformierte Gemeindemitglieder. Sie galt als Vorbild für die 1822 durchgeführte Union beider Konfessionen in Rheinhessen. Als fördernd erwies sich auch, dass Mainz als Bundesfestung eine teilweise preußische (und damit protestantische) Besatzung hatte. Durch den einsetzenden Boom und das Wachstum der Stadt durch Zuzug von Außen wuchs die Mainzer Gemeinde rasch. Gab es 1849 27.633 Katholiken und 5.037 Protestanten, waren es 1901 49.408 Katholiken, aber schon 31.151 Protestanten. 1930 gab es in der Stadt 78.500 Katholiken und 48.500 Protestanten. Im Jahr 1997 lebten in Mainz 87.367 Katholiken, 53.254 Protestanten und 203 Juden.

Das katholische Bistum, 1803 aufgelöst und unter Napoleon neu umschrieben, wurde 1821 in seinen heutigen Grenzen festgeschrieben und umfasst im wesentlichen die Grenzen des Großherzogtums Hessen, zu dem Mainz damals gehörte.

1832 wurde Rheinhessen auch kirchlich Bestandteil der evangelischen Kirche im Großherzogtum Hessen, wo Rheinhessen eine eigene Superintendentur bildete. Nach vorübergehender Verlegung des Sitzes der Superintendentur nach Darmstadt 1882 wurde Mainz 1925 erneut Sitz derselben. 1934 wurde aus der Superintendentur die Propstei Rheinhessen, in der nunmehr mit Nassau vereinigten Kirche. Die Kirchengemeinden der Stadt gehören seither – sofern sie nicht einer Freikirche angehören – zum Dekanat Mainz (Propstei Rheinhessen) der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau.

Seit 1847 besteht die Freireligiöse Gemeinde Mainz. Sie hat ihr Gemeindezentrum in der Gartenfeldstraße in der Mainzer Neustadt. Das alte Gemeindezentrum in der Großen Bleiche 53 wurde beim Bombenangriff am 27. Februar 1945 total zerstört.

Auch andere christliche Religionsgemeinschaften sind in Mainz vertreten (in zeitlicher Reihenfolge, soweit ein Datum bekannt ist): Die Baptisten (im Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden, seit 1862), die Altkatholische Kirche (seit 1876), die Neuapostolische Kirche (seit etwa 1895), die Evangelisch-methodistische Kirche (seit 1906), die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten (seit 1907), Die Christengemeinschaft (seit Ende der 1920er), die Bibelgemeinde Mainz (seit 1978), das pfingstlich-charismatische „Christliche Zentrum DER FELS“ (im Bund Freikirchlicher Pfingstgemeinden) (seit 1981), die Freie evangelische Gemeinde (seit 1982), die Orthodoxe Kirche (seit 1992), die EnChristo Mainz (im Freikirchlichen Evangelischen Gemeindewerk (FEGW)) (seit 1995), das Christliche Familienzentrum Freikirchliche Gemeinde (seit 1998), die Pfingstgemeinde „Die BASIS – Gemeinde für diese Generation“, Freie Baptisten-Gemeinde Mombach sowie die Zeugen Jehovas.

Gemeindemitglieder aus verschiedenen christlichen Konfessionen haben sich zu einer örtlichen Evangelischen Allianz zusammengeschlossen. – Der Großteil der christlichen Kirchen und Gemeinden arbeitet seit 1997 in der örtlichen Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen zusammen.

Vor allem durch Einwanderung und Einbürgerung hinzugekommen sind muslimische Gemeinschaften. Im Jahr 2002 wurde die Zahl der Moslems auf ca. 15.000 beziffert, gleichzeitig gab es 15 Moscheevereine.

Die Stadt Mainz ist in ihrem weiteren Innenstadtbereich sowie in einzelnen Vororten (vor allem Mombach und Weisenau) zunehmend großstädtisch geprägt. Bei anderen Vororten (z. B. Drais oder Finthen) blieb der dörfliche Charakter weitgehend bestehen. In der Innenstadt selbst sind jedoch auch viele andere Elemente des Städtebaus erhalten geblieben. Noch klar an das mittelalterliche und frühneuzeitliche Stadtbild erinnert die heutige „Altstadt“ mit ihren verwinkelten Straßen und Gassen um die Augustinerstraße. Dort finden sich auch bis heute noch Fachwerkhäuser. Große Teile der historischen Altstadt, vor allem nördlich der Ludwigsstraße, wurden durch die britischen Luftangriffe auf Mainz im Zweiten Weltkrieg beschädigt, später abgerissen und modern überbaut.

Die von Stadtbaumeister Eduard Kreyßig entworfene Neustadt war eines der größten Stadterweiterungsprojekte seiner Zeit, in dem die Stadtfläche sich fast verdoppelte. Die Neustadt entstand in der Gründerzeit um 1900, in der sich Mainz von der provinziell geprägten Festungsstadt zur Großstadt entwickelte.

Das Panorama der Stadt von der Rheinseite wird heute vor allem von Bauten zweier unterschiedlicher Bauepochen geprägt: Dem Rathauskomplex (von Arne Jacobsen und Otto Weitling) mit Hilton-Hotel und Rheingoldhalle aus der Moderne und dem Barock- bzw. Renaissance-Ensemble bestehend aus dem Neuen Zeughaus (heute Staatskanzlei), dem Deutschhaus (heute Landtag) und dem Kurfürstlichen Schloss.

Nachdem die Umsetzung einer ambitionierten Neuplanung der im Zweiten Weltkrieg weitgehend zerstörten Innenstadt durch Marcel Lods scheiterte, wurden nur die wichtigsten Gebäude wiedererrichtet. Dazu gehören die vielen barocken Adelspaläste, die sich vor allem am Schillerplatz befinden. Ansonsten wurden in Mainz zunächst überwiegend neue Wohnhäuser, beispielsweise die Siedlung Am Fort Elisabeth, gebaut. Bedingt durch den erst späten Aufschwung zu Beginn der 60er-Jahre sind diese Gebäude vor allem in dem Stil jener Dekade gehalten, was damals wie heute von Städtebauern kritisiert wurde. Auch viele Wohnsiedlungen im Umkreis der Stadt sind im Stil der 60er entstanden.

Zu den bedeutendsten heute noch bestehenden Bauten des 19. Jahrhunderts in Mainz zählen die evangelische Christuskirche, der Hauptbahnhof, die Rheinbrücke, Teile des von Georg Moller errichteten Staatstheaters und die Festungsanlagen bzw. deren Reste. Die noch heute häufig im Stadtbild deutlich sichtbaren sonstigen Bau-Zeugnisse jener Zeit sind fast ausschließlich Wohnhäuser mit oder ohne Geschäftszeile. Von den bedeutenderen Bau-Epochen in Mainz, Romanik, Gotik, Renaissance (in Ansätzen) und vor allem Barock sind jedoch noch mannigfaltigere Beispiele erhalten geblieben.

Auch heute sind in der Stadt Mainz viele Zeugnisse historischer Baukultur der Romanik und Gotik erhalten, die das Stadtbild prägen. Bedeutendstes Bauwerk der Romanik in Mainz ist der Mainzer Dom, den Erzbischof Willigis zwischen 975 und 1009 errichten ließ. Da er bereits am Tag seiner Weihe weitgehend abbrannte, wurde er in den Folgejahren immer größer aufgebaut, denn auch 1081 und 1137 brannte der Dom. Er wurde von Erzbischof Bardo, Kaiser Heinrich IV., Erzbischof Konrad I. von Wittelsbach und Erzbischof Siegfried III. von Eppstein durch alle Bauepochen der Romanik weitergeführt. Zu Beginn der Epoche der Gotik wurden auch am Dom gotische Elemente verwirklicht. Unter anderem wirkte der als Naumburger Meister bekannt gewordene Künstler am Dom.

Westlich des Doms liegt die St.-Johannis-Kirche, die vermutlich über dem ersten Dom errichtet wurde und wohl selbst auch einmal Domkirche des Bistums war. Sie wurde 910 von Erzbischof Hatto geweiht und in spätkarolingischen Formen errichtet. Durch Umbauten und nach Zerstörungen vor allem im Zweiten Weltkrieg ist sie jedoch mehrfach überformt worden. Zusammen mit dem Dom und der 1793 zerstörten, dem Dom östlich vorgelagerten Liebfrauenkirche bildete die Johanniskirche einst eine zusammenhängende Einheit und mit den umliegenden Plätzen („Höfchen“) die erzbischöfliche Pfalz.

Nicht erhalten ist das historische Stift St. Alban vor Mainz, das in seiner Größe im 8. und 9. Jahrhundert wichtigste Kirche und geistiges Zentrum des Bistums war. Die Kirche verfiel schon im Hochmittelalter. Die Reste wurden im Markgräflerkrieg zerstört.

Ebenfalls von Willigis gegründet ist die Stiftskirche St. Stephan, die jedoch bald durch einen gotischen Bau ersetzt wurde. Sie ist heute die größte gotische Kirche in Mainz. Aus der Stilepoche der Gotik stammen auch die Pfarrkirchen St. Emmeran und St. Quintin (gleichzeitig Pfarrkirche der ältesten Pfarrei von Mainz/Vorgängerbau schon im 8. Jahrhundert). Die im Zweiten Weltkrieg zerstörte gotische Kirche St. Christoph ist heute das Kriegsmahnmal der Stadt.

Bedeutendstes Bauwerk der Renaissance in Mainz ist das Kurfürstliche Schloss. Stilistisch gehört es zur sogenannten „Deutschen Renaissance“, deren spätestes Zeugnis dieser Bau ist. Ebenfalls aus der Stilepoche der Renaissance stammt das Haus Zum Römischen Kaiser, das heute das Gutenberg-Museum beherbergt. Der von Erzbischof Albrecht gestiftete Marktbrunnen gehört zu den prächtigsten Renaissancebrunnen Deutschlands. Als weiteres Zeugnis, freilich schon am Übergang zum Barock stehend, kann die ab 1615 in der Nähe des heutigen Gutenbergplatzes errichtete Domus Universitatis angesehen werden, welche für Jahrhunderte höchster Profanbau der Stadt war.

Die Barockzeit ließ die Stadt vor allem während des Episkopats Lothar Franz’ von Schönborn einen beispiellosen Bauboom erleben, dessen Ergebnisse noch heute im Stadtbild zu sehen sind und dieses zum Teil sogar prägen. Am Schillerplatz, an der Großen Bleiche, in der Klarastraße sowie am Rhein finden sich heute etliche Höfe des ehemaligen Mainzer Adels, beginnend mit der Errichtung des Schönborner Hofes (ab 1668) am Schillerplatz. Auch einige Kirchen finden sich noch, obwohl viele aus dieser Zeit in den Wirren der Geschichte wieder zerstört wurden. Bedeutende Kirchen sind die Augustinerkirche in der gleichnamigen Altstadtstraße und die in den Formen des Rokoko errichtete Peterskirche an der Großen Bleiche. Die ebenfalls zu jener Zeit errichtete Ignazkirche (ab 1763) wie auch der Erthaler Hof (ab 1743) sind jedoch schon frühe Beispiele des Klassizismus.

Aus der Festungszeit der Stadt sind etliche Relikte vorhanden, die aus verschiedenen Epochen stammen. Exponiertes Beispiel des Barocks ist dabei das Palais des Festungskommandanten, welches mit der Zitadelle über der Stadt thront. Doch auch frühere Teile der alten römischen und mittelalterlichen Stadtbefestigung sind noch vorhanden und zumindest in ihrem Mauerwerk noch original. Am Rhein erheben sich der Holzturm und der Eisenturm, die ihre Torfunktion jedoch durch die Aufschüttung des Rheinufers im 19. Jahrhundert und die dadurch bedingte Straßenniveauhebung verloren haben. Der Holzturm war der Kerker des Räuberhauptmanns Schinderhannes. Spätere Zeugen des Festungsbaus sind das Fort Malakoff im Süden der Stadt sowie das große, im Krieg nicht zerstörte, Proviant-Magazin in der Schillerstraße gegenüber dem Erthaler Hof.

Abschließend lässt sich sagen, dass die Stadt letztlich von einer Mixtur dieser Stile geprägt ist. Die Zerstörungen des Zweiten Weltkrieges wurden von den Kommunalpolitikern der 1960er-Jahre auch als Chance begriffen, alte Fehler bei Bauten und der Generalanlage (Straßennetz, übrige Infrastruktur) der Stadt zu beheben.

Wirtschaft und Infrastruktur sind in Mainz von der Zugehörigkeit zum Ballungsraum Frankfurt-Rhein-Main geprägt. Bei Rankings, die sich an der Wirtschaftsleistung der Städte orientieren, belegte die Stadt in den letzten Jahren vordere Plätze. So erreichte Mainz in einer Studie der WirtschaftsWoche im Jahr 2005 im Vergleich von 50 deutschen Städten den vierten Rang, bei der Wiederholung im Jahr 2006 den fünften Rang. Geprüft wurden innerhalb der Studie ökonomische und strukturelle Indikatoren wie Produktivität, Bruttoeinkommen und Investitionen. Mit einer Kaufkraft von 19.676 €/ Einwohner (2005) liegt die Stadt um 15 % über dem Bundesdurchschnitt. Das Arbeitseinkommen je Einwohner betrug in Mainz 2005 15.254 Euro und lag damit deutlich über dem Durchschnitt aller untersuchten Städte von 11.678 Euro. Mainz erreicht damit Platz 3. Auch bei den Gewerbeanmeldungen im Verhältnis zu den Gewerbeabmeldungen belegte Mainz in der Studie, die am 30. Juni 2006 veröffentlicht wurde, einen sehr guten 3. Platz. 2002 erwirtschafteten 147.500 Erwerbstätige ein Bruttoinlandsprodukt von je 55.890 €. Nähere Informationen zur wirtschaftlichen Situation, Gewerbegrundstücken usw. finden sich auf der Homepage der Mainzer Wirtschaftsförderung.

Durch das Stadtgebiet führt in West-Ost-Richtung die Bundesautobahn 60 vom Dreieck Nahetal zum Rüsselsheimer Dreieck sowie von dieser abzweigend in Richtung Norden die A 643. Richtung Süden führt die A 63 über Alzey nach Kaiserslautern. Ferner führen die Bundesstraßen 9 und 40 durch das Stadtgebiet.

Eine Besonderheit des Mainzer Stadtbilds sind seit 1853 die Straßenschilder: „Rote“ Straßen verlaufen vorwiegend quer zum Rhein (in den südlichen Stadtteilen und in der Innenstadt ist das eher in Ost-West-Richtung, in Mombach aufgrund des nach Westen biegenden Flussverlaufs dann schon eher Nord-Süd), während Straßen parallel zum Rhein mit blauen Straßenschildern versehen werden. Die Anregung dazu gab bereits 1849 Josef Anschel durch einen Antrag auf Umänderung der Häusernummern, bei der er ebenfalls den einheitlichen Verlauf der Hausnummern vorschlug. Kleinere Straßen, insbesondere in den vom Rhein weiter entfernt liegenden Ortsteilen, sind mit weißen Schildern versehen.

Am Mainzer Hauptbahnhof halten täglich 104 Fernverkehrszüge. Dabei wird er täglich von 55.000 Personen genutzt. Mainz ist an das InterCity- und EuroCity-Netz sowie das ICE-Netz der Deutschen Bahn angebunden. ICEs erreichen die Stadt dabei aus Richtung Norden vornehmlich über die „alte“ linksrheinische Strecke aus Richtung Koblenz und vereinzelt über den Wiesbadener Abzweig der Hochgeschwindigkeits-Neubaustrecke Köln-Frankfurt. Nach Süden fahren die ICE-Züge über Mannheim bis Basel und Interlaken und über Frankfurt Flughafen nach Frankfurt Hauptbahnhof. Seit Dezember 2005 existiert eine zweistündliche Anbindung nach Dresden über Frankfurt Flughafen, Fulda, Erfurt und Leipzig.

Rückgrat des Öffentlichen Personennahverkehrs sind drei Straßenbahn- und 25 Buslinien der Mainzer Verkehrsgesellschaft mbH (MVG), Verkehrsbetriebe der Stadtwerke Mainz AG, sowie anderer Verkehrsunternehmen. Die MVG bildet dabei mit ihrem Wiesbadener Kooperationspartner, der ESWE, ein gemeinsames Netz mit fortlaufenden Liniennummern. Wiesbadener Buslinien beschränken sich auf den Bereich bis einschließlich 49, Mainzer Bus- und Straßenbahnlinien werden mit Zahlen ab 50 nummeriert. Mit den Bussen und Bahnen der MVG werden täglich etwa 150.000 Fahrgäste befördert.

Alle öffentlichen Verkehrsmittel können zu einheitlichen Preisen innerhalb des Rhein-Main-Verkehrsverbunds (RMV) benutzt werden. Für Verbindungen aus dem und in das Gebiet des Rhein-Nahe Nahverkehrsverbunds (RNN) kann auch dieser Tarif bis Mainz/Wiesbaden angewendet werden. Der RMV- und RNN-Verbundtarif gelten jeweils in allen Bussen und Straßenbahnen der MVG, in allen Bussen der ESWE Verkehr und der ORN und in allen Nahverkehrszügen (RE, RB, S-Bahn) von DB Regio im Tarifgebiet Mainz/Wiesbaden.

Der Mainzer Hauptbahnhof wird täglich von 440 Nahverkehrszügen angefahren. Regionale Züge fahren nach Alzey, Frankfurt, Wiesbaden, Koblenz über Bingen, Saarbrücken (entlang der Nahe), Mannheim über Worms, Aschaffenburg (über Groß-Gerau und Darmstadt). Ferner ist die Stadt an das Netz der S-Bahn Rhein-Main angeschlossen, die neben dem Hauptbahnhof auch noch die Bahnhöfe Mainz-Nord und Mainz Römisches Theater bedient. Weitere Bahnhöfe im Mainzer Stadtgebiet sind Mainz-Mombach, Mainz-Waggonfabrik, Mainz-Gonsenheim, Mainz-Marienborn und Mainz-Laubenheim. Das Mainzer Rheinufer in der Innenstadt ist über die Theodor-Heuss-Brücke vom Bahnhof Mainz-Kastel aus am schnellsten erreichbar.

Der Mainzer Zoll- und Binnenhafen hat eine Fläche von 30 ha, einen Güterumschlag von 1,3 Mio t und wird jährlich von 2.200 Schiffen angefahren (2003). Außerdem verfügt Mainz im Stadtteil Finthen über einen ganzjährig geöffneten Verkehrslandeplatz mit 1000 m Asphaltbahn (ICAO-Code EDFZ), das ehemalige US Airfield Finthen.

Im Mainzer Raum überqueren fünf Brücken den Rhein: zwei Autobahnbrücken (Weisenauer Brücke A 60 und Schiersteiner Brücke A 643), zwei Eisenbahnbrücken (die Südbrücke Richtung Frankfurt Flughafen und die Kaiserbrücke Richtung Wiesbaden) sowie als Straßenbrücke die Theodor-Heuss-Brücke (zwischen der Mainzer Innenstadt und Mainz-Kastel), in deren unmittelbaren Nähe auch die alte Römerbrücke gestanden hatte. Die nächste Rheinbrücke im Unterlauf ist die Koblenzer Südbrücke und im Oberlauf die Nibelungenbrücke Worms. An die den Rhein überspannende Schiersteiner Brücke schließt sich die 950 m lange Hochstraße Lenneberg an, ein Brückenbauwerk aus Spannbeton mit 31 Feldern, das das Mombacher Oberfeld seit 1964 überspannt und die Rheinbrücke mit der Hochterrasse am Lenneberg verbindet.

In Mainz gab es 2003 74 Betriebe des verarbeitenden Gewerbes, in denen je Betrieb mindestens 20 Angestellte arbeiten. Insgesamt arbeiten in den Betrieben über 11.000 Beschäftigte, die einen Gesamtumsatz von über 2,2 Mrd € erwirtschaften. Dazu gab es in der Stadt 2002 79 kleinere Betriebe mit je weniger als 20 Angestellten. Industrielle Ansiedelungen finden sich vor allem zwischen der Innenstadt und dem Stadtteil Mombach. Größere dort angesiedelte Unternehmen sind das Mainzer Traditionsunternehmen Werner & Mertz („Erdal“), die SCHOTT AG und Cargill. Die Wepa Papierfabrik hat 2006 das hier gelegene einstige Hakle Werk von dem amerikanischen Hersteller Kimberly-Clark Corporation übernommen und fertigt am Standort Mainz Hygienepapiere.

Die Schott AG (früher: Schott Glaswerke) hat ihren Hauptsitz in Mainz seit der Umsiedlung von Jena nach dem Zweiten Weltkrieg. In der Mainzer Neustadt steht seit den 1950er-Jahren das Hauptwerk. 1988 wurde in Mainz-Marienborn das Schott Forschungszentrum in Betrieb genommen. 2002 wurde in der Nähe des Hauptwerks in Mainz-Mombach ein weiterer Zweigbetrieb mit Schwerpunkt Ceran fertig gestellt. Derzeit arbeiten 2.400 der 17.000 Schott-Angestellten weltweit am Standort Mainz.

Im Jahr 1965 begann IBM in Mainz-Hechtsheim ein Werk für Speichersysteme zu errichten. Später wurden hier vor allem Festplatten hergestellt. 2002 wurde mit dem Verkauf des Festplattengeschäfts an Hitachi das Mainzer Werk geschlossen. An dem IBM-Standort arbeiten aber weiterhin etwa 1700 Mitarbeiter im Bereich der Unternehmensberatung und Softwareentwicklung.

Als weiteres Unternehmen im Bereich der Hochtechnologie ist das Pharmaunternehmen Novo Nordisk seit 1958 in der Stadt ansässig. Anfang 2008 arbeiteten dort ca. 450 Menschen. Auf ältere Wurzeln kann die Niederlassung von Siemens zurückblicken. Sie entstand schon nach der Übernahme des ersten in Mainz errichteten Elektrizitätswerks (erbaut 1898) im Jahr 1903. Ebenfalls im Jahr 1903 wurde die Gewürzmühle Moguntia gegründet.

In Weisenau befindet sich neben der Autobahnbrücke über den Rhein ein mittlerweile stillgelegtes Werk der HeidelbergCement. Daneben befindet sich eine Anlage der ADM Mainz GmbH (früher: ADM Soya Mainz) mit Biodiesel-Herstellung.

Im Jahr 1919 wurde in Mainz die Brezelbäckerei Ditsch gegründet, die heute trotz ihrer Wurzeln als traditionelles Mainzer Familienunternehmen weltweit tätig ist.

Seit Mai 2008 sind Mainz und Rheinhessen Mitglied im Great Wine Capitals Global Network (GWC) - einem Zusammenschluss der bekanntesten Weinbaustädte weltweit. Neben Mainz befinden sich in diesem Verbund Städte und Regionen wie Bilbao: Rioja, Bordeaux: Bordeaux (Weinbaugebiet), Florenz: Toskana, Kapstadt: Cape-Winelands, Mendoza: Mendoza, Melbourne/Region Melbourne, Porto: Dourotal sowie San Francisco: Napa Valley.

Mainz bezieht seinen Strom vor allem von den Kraftwerken Mainz-Wiesbaden (KMW), die ein GuD-Kraftwerk auf der Ingelheimer Aue betreiben. Das Unternehmen plant dort mit der Firma Siemens als Generalunternehmer den Bau eines neuen Kohleheizkraftwerks (KHKW) mit einer elektrischen Bruttoleistung von 820 Megawatt (MW). Die geschätzten Kosten für die Gesamtanlage liegen zwischen 940 Mio. und 1,2 Mrd. Euro. Der Bau des Kraftwerks wurde zuerst von den Mainzer und Wiesbadener Stadtparlamenten mehrheitlich befürwortet. Inzwischen hat sich aber in beiden Stadtparlamenten eine politische Mehrheit gegen das Projekt gefunden. Hauptgrund dafür ist eine öffentlich auf breiter Basis geführte Diskussion über die Auswirkungen der Emissionen des Kohlekraftwerks auf Umwelt und Bevölkerung und dessen wirtschaftlichen Nutzen für die Mainzer Bevölkerung.

Bei den erneuerbaren Energien ist Mainz mit verschiedenen Technologien vertreten. Neben einigen Windenergieanlagen bei Ebersheim, Hechtsheim und Marienborn werden immer mehr Photovoltaikanlagen errichtet. Beispiele sind das Staatstheater, das Abgeordnetenhaus, das Stadion am Bruchweg oder Aussiedlerhöfe bei Bretzenheim. Zukünftig will sich die Stadt, die bereits auf Platz 10 unter den Großstädten in der Solarbundesliga liegt, noch stärker als bisher als Solarstadt profilieren.

Die Stadt Mainz ist Sitz des Zweiten Deutschen Fernsehens (ZDF), des Landesfunkhauses Rheinland-Pfalz des Südwestrundfunks (SWR) sowie des Studios Rhein-Main der privaten Rheinland-Pfälzischen Rundfunk GmbH & Co KG RPR und des Regionalstudios der privaten Radio Rockland Pfalz GmbH & Co. KG. An regionalen Fernsehangeboten gibt es neben einem Offenen Kanal auch den regionalen Kultursender K3 Kulturkanal, der seinen Sitz in Mainz hat.

Weitere Medienunternehmen sind die BFE Studio und Medien Systeme GmbH, die komplette Studioeinrichtungen und Einrichtungen für Übertragungswagen produziert, und die Verlagsgruppe Rhein-Main, die mit 21 täglich erscheinenden Druckerzeugnissen jeden Tag eine halbe Million Leser in Rheinland-Pfalz und Hessen erreicht.

Als Tageszeitungen erscheinen die „Allgemeine Zeitung Mainz“ sowie als Ableger der Koblenzer „Rhein-Zeitung“ die „Mainzer Rhein-Zeitung“. Weitere Printmedien sind die „Mainzer Vierteljahreshefte“ für Kultur, Politik, Wirtschaft und Geschichte (mittlerweile im 24. Jahrgang) sowie verschiedene Citymagazine wie z. B. die „STUZ“ oder „Der Mainzer“.

Mainz ist auch Sitz des traditionsreichen Verlages Philipp von Zabern. 1802 in Mainz gegründet ist der Zabern-Verlag international auf den Gebieten der Archäologie, Geschichte und Kunstgeschichte führend.

Mainz ist ferner Sitz des Musikverlags Schott Music.

Seit 2001 findet in Mainz mit dem FILMZ - Festival des deutschen Kinos das erste Langfilmfestival des Landes Rheinland-Pfalz statt.

Die Medienunternehmen gehören zu den größten Arbeitgebern der Stadt. Allein das ZDF beschäftigte 2004 rund 3.600 Menschen, die Verlagsgruppe Rhein-Main immerhin 1.200 (2005).

Neben Hotels wie dem Hilton, dem Hyatt, dem Atrium Hotel Mainz und dem Favorite Parkhotel ist unter den Dienstleistungsanbietern in Mainz auch das Unternehmen G.L. Kayser Spedition zu nennen, das mit einem Gründungsjahr von 1787 das zweitälteste noch bestehende Familienunternehmen in Deutschland bildet.

Mainz verfügt als Weinstadt über bedeutende Selbsthilfeeinrichtungen der Weinwirtschaft und auch sonst spielt Wein als Wirtschaftsfaktor und Tourismusattraktion eine große Rolle in der Stadt.

Die Mainzer Volksbank ist die größte rheinland-pfälzische Volksbank.

Die Berufsgenossenschaft Metall Nord Süd hat ihre Hauptverwaltung in Mainz-Weisenau. Die Lederindustrie-Berufsgenossenschaft hat ihre Hauptverwaltung ebenfalls in Mainz.

In Mainz-Hechtsheim befindet sich zudem die Niederlassung Mainz von Kühne + Nagel.

Mainz ist Sitz des THW Länderverbandes Hessen, Rheinland-Pfalz und Saarland der Bundesanstalt Technisches Hilfswerk. Die Bundesnetzagentur für Elektrizität, Gas, Telekommunikation, Post und Eisenbahnen hat einen Dienstsitz in Mainz. Mainz verfügt über eine Berufsfeuerwehr.

Mainz war schon in früher Zeit eine Stadt der Bildung. Erstes Zentrum war das Stift St. Alban vor Mainz, dessen Ruhm als Klosterschule auf den Alkuin-Schüler und Mainzer Erzbischof Rabanus Maurus († 856) zurückgeht. 1477 wurde Mainz Universitätsstadt. Nach Aufhebung Ende des 18. Jahrhunderts nahm die neue Johannes Gutenberg-Universität Mainz am 15. Mai 1946 wieder ihren Lehrbetrieb auf. Für die Studienrichtung Medizin ist die Medizinische Fakultät der Johannes Gutenberg-Universität die einzige Studienmöglichkeit in Rheinland-Pfalz. Ihr steht das Universitätsklinikum Mainz zur Verfügung, das ebenfalls die einzige Einrichtung dieser Art in Rheinland Pfalz ist. Einmalig in der bundesdeutschen Hochschullandschaft ist die Integration der Hochschule für Musik, der Akademie der Bildenden Künste und des Sports in die Universität. Die Johannes Gutenberg-Universität und das Klinikum gehören mit 7600 Beschäftigten zu den größten Arbeitgebern der Stadt.

In Kooperation mit der Universität stehen das Max-Planck-Institut für Chemie (Otto-Hahn Institut) und das Max-Planck-Institut für Polymerforschung.

1971 wurde die Fachhochschule Mainz als Teil der Fachhochschule Rheinland Pfalz gegründet, die sich über mehrere Standorte verteilt. Vorgängereinrichtungen der Fachhochschule Mainz waren unter anderem Bildungseinrichtungen für Bauingenieure, Kunsthandwerker und Künstler. 1996 wurde sie als eigenständige Fachhochschule mit drei Fachbereichen neu gegründet (Architektur, Bauingenieurwesen, Geoinformatik und Vermessung; Gestaltung; Wirtschaftswissenschaften).

Ein Jahr später wurde die Katholische Fachhochschule (KFH) für Sozialarbeit, Sozialpädagogik und Praktische Theologie gegründet. Sie wird von den Bistümern Mainz, Limburg, Fulda, Speyer, Trier und Köln getragen.

Das Peter-Cornelius-Konservatorium bietet Musikstudium (Orchesterfach, Künstlerische Reife, Diplom, auch in Kooperation mit der Hochschule für Musik der Universität) sowie eine umfangreiche Musikschulabteilung. Daneben gibt es in Mainz noch die Akademie der Wissenschaften und der Literatur, die hier 1949 gegründet wurde, das vom Land Rheinland-Pfalz getragene Institut für Europäische Geschichte (Mitglied der AHF) und die Volkshochschule Mainz, die auch eine Sternwarte betreibt.

Als Stadt in der Großregion nahm Mainz am Programm des Europäischen Kulturhauptstadtjahres 2007 teil.

Mit dem FILMZ - Festival des deutschen Kinos wurde im Jahr 2001 das erste Langfilmfestival in Rheinland-Pfalz gegründet. Das Festival gibt einen Überblick über die aktuellen deutschsprachigen Produktionen und die Bandbreite der jungen Filmentwicklung. Anfang Dezember jeden Jahres verleiht FILMZ Preise für Lang- und Kurzfilme. Die Regisseure, Schauspieler und weitere Teammitglieder der Filme sind als Gäste anwesend. Neben dem Max-Ophüls-Preis in Saarbrücken, den Hofer Filmtagen und dem Festival des deutschen Films in Ludwigshafen ist das Mainzer FILMZ eines der wichtigsten Festivals, das die aktuelle Entwicklung des jungen deutschen Films verfolgt.

In Mainz gibt es mehrere Bühnen, auf denen Theateraufführungen und Konzerte stattfinden. Das größte und das Stadtbild am meisten prägende Theater ist das Staatstheater am Gutenbergplatz. Das Staatstheater ist unterteilt in das Große Haus (siehe Bild), das Kleine Haus und das TIC (Theater im City), dessen Namen sich aus dem dort ehemals ansässigen City-Kino herleitet.

Der nicht nur als Theater fungierende „Frankfurter Hof“ existiert bereits seit 1800 und kann auf eine bewegte Geschichte zurückblicken. Ursprünglich handelte es sich um ein Gasthaus mit Festsaal. Ab 1842 fanden hier die ersten Fastnachtssitzungen der gerade entstehenden Fastnacht statt. Während der Revolution von 1848 trafen sich hier die Demokraten der Stadt und bereiteten die Wahlen zur Nationalversammlung vor. Danach wurde der Hof mehrmals Schauplatz kirchlicher Veranstaltungen wie z. B. der Katholikentage von 1851 und 1871. 1944 wurde in den Sälen ein Kino eingerichtet. 1972 kaufte die Stadt das mittlerweile weitgehend ungenutzte und verfallene Gebäude. Nach einer Initiative zur Rettung des Hofes wurde er 1991 als „Kulturelles Zentrum“ renoviert und seiner heutigen Bestimmung zugeführt.

Neben diesen größeren Häusern gibt es mehrere kleinere Häuser wie die „Mainzer Kammerspiele", das Mainzer Forumtheater „unterhaus“ (mit dem „unterhaus im unterhaus“) oder das "Theater im Loft" des Tournéetheaters "Teatro d`Arte Scarello" sowie die 2005 gegründete Showbühne Mainz. In ihnen findet auch Kabarett, Comedy und Boulevardtheater statt. Auch wird hier jungen und unbekannten Künstlern eine Bühne geboten.

Die Mainzer Museenlandschaft ist von historischen Museen geprägt. Das bereits 1852 gegründete Römisch-Germanische Zentralmuseum ist im Kurfürstlichen Schloss untergebracht. Neben Sammlungen zur Vor- und Frühgeschichte, zur römischen Geschichte und zum frühen Mittelalter besitzt das Museum umfangreiche Restaurationswerkstätten. Diese gehören zu den weltweit größten Einrichtungen dieser Art und genießen internationalen Ruf. Sie werden oft mit der Konservierung und Restaurierung weltweit bedeutender archäologischer Funde wie z. B. des Gletschermanns aus dem Südtirol oder des Goldschatzes von Sipán (Grabbeigaben eines vorinkazeitlichen Fürsten aus Peru) beauftragt.

Eine breiter angelegte Sammlung von der Steinzeit bis in die Moderne bietet das Landesmuseum Mainz. Das Landesmuseum Mainz wurde 1803 gegründet und ist somit eines der ältesten Museen in Deutschland. Es ist im Zentrum von Mainz in der Großen Bleiche im ehemaligen kurfürstlichen Marstall, der „Golden-Ross-Kaserne“, beheimatet und beherbergt die bedeutendste Kunstsammlung des Landes Rheinland-Pfalz. Aus der Zeit des römischen Mogontiacum wird eine Vielzahl von Exponaten ausgestellt. Beeindruckend sind vor allem die z.T. monumentalen Steindenkmäler in der sogenannten Steinhalle, unter anderem auch die Originalfunde der Große Mainzer Jupitersäule und des Dativius-Victor-Bogens. Ebenfalls bedeutend sind der „Mainzer Römerkopf“, das qualitativ hochwertige Porträt eines Angehörigen des Julisch-Claudischen Kaiserhauses und der Bronzekopf einer Frau, möglicherweise der Kopf der keltischen Göttin Rosmerta. Die umfangreiche Gemäldesammlung des Museums geht auf eine Schenkung von 36 Bildern durch Napoleon zurück, die auch Anlass der Gründung des Museums war.

Einen weiteren tiefen Einblick in die Geschichte des römischen Mainz ermöglicht das Museum für antike Schifffahrt, in dem die Römerschiffe ausgestellt sind, die 1980/81 bei den Bauarbeiten für einen Hotelkomplex am Rheinufer gefunden wurden, sowie das Heiligtum der Isis und Mater Magna, das ebenfalls bei Bauarbeiten entdeckt wurde und im Untergeschoss der heutigen Römerpassage zu besichtigen ist. Die im Heiligen Bereich gemachten Funde werden dort zusammen mit den baulichen Überresten seit 2003 in einer nach modernsten museumspädagogischen Aspekten multimedial inszenierten Ausstellung gezeigt.

Im weltweit einmaligen Museum für Druckkunst, dem Gutenberg-Museum, erhält man einen Einblick in die von Johannes Gutenberg in Mainz erfundene Drucktechnik. Das Museum verfügt zudem über eine der 48 erhaltenen Gutenbergbibeln. Umfangreiche Exponate zur Geschichte der Drucktechnik, der Typographie und des mechanischen Drucks ergänzen die Sammlungen des Museums.

Das Dom- und Diözesanmuseum im Kreuzgang des Mainzer Doms informiert über die Geschichte der romanischen Bischofskirche und des Bistums Mainz. Der närrischen Historie der Stadt ist das Mainzer Fastnachtsmuseum gewidmet. Daneben gibt es für einen allgemeinen Überblick auch noch das Stadthistorische Museum auf dem Gelände der Zitadelle Mainz. Das Naturhistorische Museum ist das größte seiner Art in Rheinland-Pfalz. Schwerpunkte der Museumsarbeit liegen in den Bio- und Geowissenschaften. Das Mainzer Garnisonsmuseum ist stilgerecht auf der Zitadelle in drei Kasematten zwischen dem Kommandantenbau und der Bastion Germanicus untergebracht und zeigt die über 2000-jährige Geschichte der Festungsstadt Mainz.

Mainz kann als Geburtsstadt der Druckkunst auf eine lange Tradition von Bibliotheken und Büchersammlungen zurückblicken. Den Anfang machte die Bibliotheca Universitatis Moguntinae der 1477 gegründeten Kurfürstlichen Universität. Diese bildete 1805 den Grundstock für die auf direkte Anordnung des französischen Innenministers Champagny gegründete Mainzer Stadtbibliothek. Weitere bis heute erhaltene Altbestände an Büchern der nunmehr städtische Bibliothek resultieren aus den Büchersammlungen der Ende des 18. Jahrhunderts aufgelösten Klöster wie z. B. Kartause, Reichklara und Altmünster sowie der 1773 aufgelösten Niederlassung der Jesuiten in Mainz.

Zu Beginn des 20. Jahrhundert fand die Mainzer Stadtbibliothek ihre dauerhafte Bleibe in einem neu errichteten Jugendstilgebäude an der Mainzer Rheinallee in direkter Nachbarschaft zum Kurfürstlichen Schloss. Die Mainzer Stadtbibliothek gliedert sich heute in die Wissenschaftliche Stadtbibliothek und in die für breitere Bevölkerungsschichten zugängliche Öffentliche Bücherei. Diese fand Anfang der 80er-Jahre des 20. Jahrhunderts als „Öffentliche Bücherei Anna Seghers“ ihren dauerhaften Platz in einem der beiden Hochhaustürme am Bonifaziusplatz in der Nähe des Mainzer Hauptbahnhofs. Teile der Öffentlichen Bücherei sind in Form von fünf Stadtteilbüchereien ausgelagert.

Die Martinus-Bibliothek im Arnsburger Hof in der Mainzer Altstadt ist die wissenschaftliche Diözesanbibliothek des Bistums Mainz. Sie ist mit etwa 300.000 Bänden und 200 dauernd gehaltenen Zeitschriften ausgestattet. Dazu kommen 900 Inkunabeln und 120 Handschriften, die bis ins 9. Jahrhundert zurückreichen. Sie ist eine der größten öffentlichen Spezialbibliotheken für Philosophie und Theologie.

Durch die besondere Verbindung der Stadt Mainz mit dem Wirken Gutenbergs widmet sich die Stadt im kulturellen Bereich intensiv der Literatur und der dazu gehörenden Druckkunst. Die nach dem Zweiten Weltkrieg ins Leben gerufene Mainzer Johannisnacht (drittes Wochenende im Juni) widmet sich im kulturellen Programmbereich mit zahlreichen Aktivitäten der Literatur und dem Andenken Gutenbergs.

Der Mainzer Stadtschreiber ist ein 1984 gestifteter Literaturpreis der Fernsehsender ZDF und 3sat sowie der Stadt Mainz. Namhafte Autorinnen bzw. Autoren werden für ein Jahr zur Mainzer Stadtschreiberin bzw. zum Mainzer Stadtschreiber mit Wohnsitz im Stadtschreiberdomizil des Gutenberg-Museums in Mainz ernannt. Unter den Mainzer Stadtschreiberinnen und Stadtschreiber finden sich bekannte Autoren wie z. B. Sarah Kirsch (1988), Horst Bienek (1989), Peter Härtling (1995) oder Urs Widmer (2003).

Zusätzlich vergibt die Stadt Mainz den Literaturförderpreis der Stadt Mainz. Dieser Preis wird alle zwei Jahre vergeben. Preisträger sind junge Mainzer Autorinnen und Autoren. Die Organisation obliegt dem LiteraturBüro Mainz.

Die Mainzer Minipressen-Messe (MMPM) ist die größte Buchmesse der Kleinverlage und künstlerischen Handpressen in Europa. Sie findet seit 1970 alle zwei Jahre am Mainzer Rheinufer statt. Im Rahmen dieser Messe vergibt die Stadt Mainz seit 1979 zu Ehren von Victor Otto Stomps den V.O. Stomps-Preis für „herausragende kleinverlegerische Leistungen“.

Im November findet das Literaturjahr in Mainz mit der Mainzer Büchermesse im Rathaus seinen Ausklang. Diese Buchmesse wird seit 2001 in der heutigen Form von der Arbeitsgemeinschaft Mainzer Verlage organisiert, die dort ihre Werke vorstellen. Die Buchmesse steht jedes Jahr unter einem anderen Thema, welches in Form von Vorträgen, Lesungen, Workshops usw. dem interessierten Publikum dargeboten wird.

Für Interessierte ist nicht nur am Wochenende was los: Jeden Mittwoch ist in Mainz „Club- und Diskotag“. Mittwochs ist der Eintritt in den Clubs vielerorts frei oder ziemlich günstig. Viele Besucher locken Clubs wie das Zero, der "Starclub", das 50°, das Red Cat, das KUZ (Kulturzentrum Mainz), der Kumiklub oder auch das Caveau an.

Mainz ist sowohl aufgrund der Historie wie auch der geografischen Lage eng mit dem Weinanbau verbunden. Im Stadtgebiet von Mainz gibt es verschiedene Weinlagen, aus denen hochprämierter Mainzer Wein gewonnen wird. Der Wein wird dabei meist in der Mainzer Stange als „Schoppen“ serviert. Aus der Weinkultur stammen auch einige der traditionellen Gerichte, die im Mainzer Raum seit langem nachzuweisen sind: Spundekäse, Handkäs mit Musik und der Mainzer Käse sind Gerichte, die in Weinstuben zum Wein gereicht werden. Auch die Kombination von Pellkartoffeln (im Dialekt Quellmänner), Butter, Leberwurst und Salz hat als früheres Mainzer Gericht für arme Bevölkerungsschichten noch überlebt. Auch Nierenspiesse oder Nierenragout sind in der Mainzer Küche zu finden. Ebenfalls als typisches Mainzer Gericht gilt in dieser Kombination auch Weck, Worscht un Woi. Die Nähe zu Rheinhessen sorgt dafür, dass auch die kulinarischen Spezialitäten des Umlandes gerne genossen werden und eine echte Abgrenzung nicht existiert. Durch die lange Tradition der Mainzer jüdischen Gemeinde haben sich auch Spezialitäten aschkenasischer Juden (miminhagei jehudei ashkenas) erhalten, die erstmals von Jakob ben Moses haLevi Molin beschrieben wurden. Hierzu zählt beispielsweise die Grüne Sauce.

Zu den bekanntesten Sektkellereien gehört die Kupferberg-Sektkellerei. Aber auch Bier wurde früher in Mainz gebraut. Bis zu Anfang des 20. Jahrhunderts gab es in Mainz zahlreiche Gasthaus- und Großbrauereien. Zu den bekanntesten Brauereien zählte die nicht mehr existierende Mainzer Aktien Bierbrauerei. Heute wird Bier in Mainz nur noch im kleinen Stil in Gasthausbrauereien gebraut.

Das „Dom-Café“ wurde 1792 als erstes Kaffeehaus in Mainz und eines der ältesten überhaupt im heutigen Deutschland eröffnet. Franz-Anton Aliski erhielt vom Mainzer Domkapitel im Frühjahr 1792 die Konzession, in einem der gerade von Franz Neumann geschaffenen Domhäuser am Marktportal des Domes ein Kaffeehaus mit handwerklich produzierten Torten, Kuchen, Pralinés, Petit Fours, Speiseeis und Pâtisserie nach Wiener Art einzurichten. Mainz war zu diesem Zeitpunkt ein Zentrum der Konterrevolutionäre und beherbergte viele heimatlose Adelige. Die spätere österreichische Garnison nahm dieses heimatliche Angebot gerne an. Seither besteht in Mainz eine florierende Kaffeehausszene. Aus dieser Tradition heraus stammt auch noch die Beliebtheit von Brezeln und Salz-/Kümmelstangen.

Der Mainzer Schinken war eine Spezialität der Mainzer Metzger. Bis zum Ersten Weltkrieg exportierte Mainz die Delikatesse in die Markthallen von Paris. Von François Rabelais wird diese Spezialität in seinem mehrbändigen humoristischen Romanzyklus um die beiden Riesen Gargantua und Pantagruel mit dem Bayonner Schinken qualitativ gleichgestellt. In Frankreich wird der Jambon des Mayence nach wie vor besungen und wird im heutigen Mainz gerade wiederentdeckt.

Der Mainzer Turnverein von 1817 ist der zweitälteste noch existierende Sportverein Deutschlands. Der MTV besteht aus den Sparten Turnen-Gymnastik, Badminton, Basketball, Fechten, Fußball, Handball, Kegeln, Modern Sports Karate, Ski, Tennis und Volleyball.

Seit 2000 findet in Mainz alljährlich der Gutenberg-Marathon statt.

Zu den Chess Classic Mainz trifft sich jährlich die Weltelite des Schachs in der Rheingoldhalle.

Außerdem ist in Mainz der MGC Mainz ansässig, ein erfolgreicher Minigolfverein, der zurzeit in der ersten Bundesliga spielt und mit vielen Nationalspielern besetzt ist.

Mainz weist im sportlichen Bereich vor allem in den Stadtteilen und Vororten eine Vielfalt von Vereinen auf, so auch im Fußball. Der erfolgreichste Fußballverein der Stadt Mainz ist der 1. FSV Mainz 05. Die erste Mannschaft spielte seit ihrer Gründung nie tiefer als in der dritthöchsten Liga. Von 2004 bis 2007 gehörte sie der ersten Bundesliga an. 2005 konnte sie sich zwar sportlich nicht für einen europäischen Wettbewerb qualifizieren, nahm aber über die Fairplay-Wertung und ein Losverfahren am UEFA-Cup teil. Die zweite Mannschaft spielt derzeit in der Regionalliga West. In der Saison 2004/05 spielten alle Mannschaften der 05er in der höchstmöglichen Spielklasse.

Die erste Damenmannschaft des Basketballvereins ASC Theresianum Mainz spielte schon ein Jahr nach ihrer Gründung in der ersten Bundesliga, nun wieder in der zweiten Bundesliga, während die erste Herrenmannschaft in der neu formierten ersten Regionalliga spielt. Die unteren Mannschaften spielen unter anderem in der Regionalliga, Oberliga (Damen) und Landes- und Bezirksliga (Herren). Auch im Jugendbereich ist der ASC einer der erfolgreichsten Vereine in Rheinland-Pfalz.

Die Mainz Athletics zählen zu den süddeutschen Spitzenmannschaften des Baseballs. Seit 1994 sind sie jedes Jahr in der Playoff-Runde um die Deutsche Meisterschaft vertreten. 2007 wurden sie Deutscher Meister.

Die American Footballer vom TSV Schott Mainz Golden Eagles errangen 2007 den Gewinn der Oberliga, und spielen seither in der Regionalliga Mitte. Auch die Jugendmannschaften der Golden Eagles zeigten einige Erfolge, unter anderem die Qualifikation für die Deutschen Meisterschaften im Hallen-Flag-Football.

Der Rugby-Club Mainz ist seit 2007 in der Zweiten Rugby Bundesliga-Süd vertreten.

Das SPORT-Netz Mainz e.V., Abteilung Lacrosse (Mainz Musketeers), ist seit 2007 in der Westdeutschen Lacrosse-Liga WDLL, jetzt 1. Bundesliga West, vertreten.

Der USC Mainz stellte bereits mehrere Teilnehmer an Olympischen Spielen, darunter Ingrid Mickler-Becker, Olympiasiegerin mit der 4×100-m-Staffel 1972, Lars Riedel, Diskus-Olympiasieger 1996, Marion Wagner und Florence Ekpo-Umoh.

Die 1. Herrenmannschaft der Schachabteilung des TSV Schott Mainz spielt in der 2. Bundesliga, Gruppe West. Der 1. Damenmannschaft gelang in der Saison 2006/2007 der Aufstieg in die 1. Bundesliga, die 2. Damenmannschaft stieg in die 2. Bundesliga auf.

Der ASV Mainz 1888 errang in den Jahren 1973 und 1977 den Titel „Deutscher Mannschaftsmeister“, 1975 war er Vizemeister und 1969 Pokalsieger. Durch das Erreichen der Meisterschaft in der 2. Ringer-Bundesliga West 2006/07 tritt der Verein in der Saison 2007 wieder in der 1. Ringer-Bundesliga an.

Der Mainzer Ruder-Verein (MRV) von 1878 ist seit 1912 im internationalen Spitzensport vertreten und ist einer der erfolgreichsten deutschen Rudervereine. Nach der Anzahl der Mitglieder (ca. 600) gehört er seit Jahren zu den größten deutschen Rudervereinen. Seit 2003 ist das Bootshaus des MRV am Winterhafen Sitz eines Landesleistungszentrums des Landesruderverbandes Rheinland-Pfalz.

Die SG EWR Rheinhessen-Mainz ist ein Zusammenschluss aus insgesamt sechs Schwimmvereinen. Die 1. Herrenmannschaft schwimmt seit der Saison 2006/07 in der 1. Bundesliga, die Damenauswahl in der 2. Bundesliga Süd. Darüber hinaus starten regelmäßig Sportler der Startgemeinschaft bei Europa- und Weltmeisterschaften sowie Olympischen Spielen. Bekannte Sportler der Trainingsgruppe von Nikolai Evseev sind Christian Hein, Angela Maurer und Johanna Manz.

Der Tanz-Club Rot-Weiss Casino Mainz wurde im Jahr 1949 gegründet. Er gehört zu den zehn größten Tanzsportclubs in Deutschland und ist der zweitgrößte Tanzsportverein in Rheinland-Pfalz nach dem Tanzclub Rot-Weiss Kaiserslautern. Aushängeschilder des Clubs sind das Ehepaar Kiefer, amtierender Weltmeister der Senioren II Standard Klasse, und die Standardformationen, von denen das A-Team seit sechs Jahren in der ersten Bundesliga tanzt. Als einziger Verein in Deutschland hatte der Club in der Saison 2006/2007 drei Standardmannschaften am Start.

Die 1. Mannschaft des RSV Mainspitze spielt seit nunmehr 20 Jahren im Rollhockey in der Regionalliga-Süd eine gute Rolle. Es gelang ihnen in den 90 Jahren sogar, sich während drei Jahren in der 2. Liga-Süd zu beweisen. Die größten Erfolge sind Meister der Oberliga-Süd 1989 und die erfolgreichen Ausführungen des internationalen Rollhockeyturniers. Gespielt wird rechtsrheinisch auf der Rollschuhbahn in Gustavsburg auf dem Sportgelände.

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1. FSV Mainz 05

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Der 1. Fußball- und Sportverein Mainz 05 e.V. (kurz 1. FSV Mainz 05) ist ein 1905 gegründeter Sportverein aus Mainz. Neben der Fußballabteilung besitzt der 1. FSV Mainz 05 noch eine Handball- und Tischtennisabteilung, die nur eine untergeordnete Rolle spielen.

Der früheste Vorgängerklub des heutigen 1. FSV Mainz 05 entstand im März 1905 im Mainzer Café Neuf. Das genaue Gründungsdatum ist umstritten; während Nachkriegsquellen den 16. März nennen, ist in den Festschriften zum 20. und 25. Vereinsjubiläum vom 27. März die Rede. Im Sommer 1905 - der exakte Termin ist nicht überliefert - trat der noch namenlose Verein zu seinem ersten Spiel an. Gegen den im gleichen Jahr gegründeten FC Germania Gustavsburg gab es ein 5:3 (100 Jahre später war ein erneutes Aufeinandertreffen der beiden Vereine Teil der Jubiläumsfeierlichkeiten, die 05er, mittlerweile Bundesligist, gewannen 14:0). Wenig später bekam das „wilde Gebilde“, wie die Gründer ihren Verein anfangs nannten, einen Namen: 1. Mainzer Fußballclub „Hassia“ 05. Unter diesem Namen bestritt der Verein seine ersten datierten Spiele: Am 13. August verloren die Mainzer gegen eine Mannschaft aus Biebrich, wahrscheinlich mangels exakter Regelkenntnisse 1:2 durch eine frühe Form des Golden Goal , 14 Tage später 0:1 gegen den Mainzer Fußball-Club 1904. Die 04er waren der älteste Verein der Stadt und hinter dem heute noch bestehenden Mainzer Vorortklub FVgg. Mombach 03 der zweitälteste Verein Rheinhessens, lösten sich aber schon nach wenigen Jahren wieder auf.

Zum Ersten Vorsitzenden wurde im Oktober 1905 auf einer „außerordentlichen Generalversammlung“ der 15-jährige Eugen Salomon gewählt, der zum 24. Juni 1906 den Eintritt in den Süddeutschen Fußballverband erwirkte. Zuvor konnten die Fußballer nur unregelmäßig gegen andere unorganisierte Vereine antreten. Am 7. Oktober 1906 bestritten die 05er ihr erstes Pflichtspiel. In der Klasse B blieben Hassia in der Hinrunde ohne Punktverlust, fiel aber zur Fastnachtszeit ins Mittelfeld zurück – ein Phänomen, das sich in den folgenden Jahren oft wiederholte.

Fußball spielten die aktiven Sportler derweil in den ersten Jahren nur im Frühjahr und Herbst. Der Sommer war der Leichtathletik vorbehalten.

Ein Meilenstein für den Verein war das Gastspiel des fünfmaligen Westkreismeisters FC Pfalz 03 Ludwigshafen am zweiten Weihnachtstag 1909, mittlerweile nicht mehr auf dem provisorischen Platz am Gautor, sondern auf der Mainzer Radrennbahn am heutigen Fichteplatz. Zum ersten Mal trat eine Spitzenmannschaft in Mainz an. Trotz früher Führung verloren die Mainzer 2:5. Der Mainzer Anzeiger druckte anlässlich dieser Partie im Verlauf mehrerer Wochen nicht nur das Fußball-Regelwerk, sondern auch eine Beschreibung der verschiedenen Mannschaftspositionen und erstmals die Namen der Spieler ab.

Erstmals eine vierstellige Zuschauerzahl hatte der FC Hassia am Ostersonntag 1910, als rund 1.200 Zuschauer den 6:2-Sieg gegen die im Militärfußball sehr erfolgreiche Besatzung des Kreuzers SMS Gneisenau sahen. Finanziell hatte der Verein nichts davon – die Einnahmen wurden vom Kassierer veruntreut.

Später im gleichen Jahr bekamen die 05er auf einem von der Reichsbahn gepachteten Grundstück an der Hardenbergstraße ihren ersten eigenen Platz mit Tribüne und Umkleidekabinen. Die Anlage wurde mit einer 1:5-Niederlage gegen die Stuttgarter Kickers eingeweiht.

Seit 1907 hatten die 05er einen lokalen Konkurrenten, den Mainzer Fußballclub „Hermania“ 1907, zuvor die Fußballabteilung des heute noch existierenden Mainzer TV 1817. Bei einer gemeinsamen Generalversammlung, ebenfalls im Café Neuf, fusionierten „Hassia“ und „Hermania“ am 16. August 1912 zum 1. FC Hassia-Hermania 05, der kurz später zum 1. Fußballverein Mainz 05 umbenannt wurde.

Das letzte Spiel vor dem Ersten Weltkrieg war ein 3:1 am Ostersonntag 1914 gegen die Auswahl des Kreuzers SMS Mainz, der knapp einen Monat nach Kriegsbeginn sank. Etwa ein Sechstel der Vereinsmitglieder kam nicht aus dem Krieg zurück, schon am zweiten Kriegstag fiel mit Jean Haußt der erste 05er. Gegen Kriegsende bildete der FV eine Kriegsspielgemeinschaft mit dem Sportverein 08 Mainz, die nach Kriegsende nicht mehr gelöst wurde – der 1. Mainzer Fußball- und Sportverein 05 entstand.

Erster Höhepunkt im Vereinsleben des jungen Fußball- und Sportvereins waren die beiden Freundschaftsspiele gegen die große Mannschaft von Vasas Budapest im Juni 1920. Die 05er gewannen das von einer beispiellosen Werbekampagne begleitete erste Duell 1:0 (die einzige Niederlage der Ungarn bei ihrer Deutschland-Tournee) und schafften drei Tage später in der Revanchebegegnung ein 0:0.

Diese Spiele markieren den Beginn der ersten großen Ära von Mainz 05, die durch die Gründung eines einheitlichen Ligasystems nach dem Ersten Weltkrieg ermöglicht wurde. Nachdem sie sich im ersten Jahr nur knapp in der neuen Bezirksliga halten konnten, bildeten die unter anderem mit den Gebrüdern Freitag und dem Ex-Nationalverteidiger Kurt Diemer aus Berlin sowie dem Rückkehrer Hugo Ries verstärkten Mainzer in dieser Phase bald eine regionale Spitzenmannschaft, die überregional allerdings stets chancenlos war. 1920, 1931 und 1932 gewannen die Mainzer die Hessenmeisterschaft, 1926 (aufgrund einer vorübergehenden Staffel-Neuordnung) den Titel im Bezirk Rheinhessen-Saar, was jeweils zur Teilnahme an der Süddeutschen Meisterrunde berechtigte.

In diese Phase fällt auch der Bau des Sportplatzes am Fort Bingen (rund 500 Meter südlich des Stadions am Bruchweg auf dem heutigen Universitätsgelände). Der Platz wurde 1920 als erste vereinseigene Kampfbahn eröffnet, aber nur 17 Jahre später enteignet und abgerissen.

Aufgrund der Erfolge in den frühen 1930ern waren die Mainzer für die erste Saison in der 1933 gegründeten Gauliga Südwest qualifiziert. Wie bereits in den Meisterrunden der Vorjahre war die Mannschaft auch in dieser sportlich anspruchsvollen Liga überfordert und stieg bereits im ersten Jahr als Tabellenvorletzter ab. Dabei beendeten sie die Saison mehrere Wochen vor dem Rest der Liga und mussten die direkten Konkurrenten, die in ihren verbleibenden Spielen punkteten, ohne Gegenwehr vorbeiziehen lassen. Ein zusätzliches Handicap bedeuteten die Ausfälle der Torhüter Lautner und Ewald Hahndorf zu Saisonbeginn, durch die die 05er die ersten fünf Spiele mit Feldspieler Schildge im Tor bestreiten mussten. 1935 verpassten die lange auf dem ersten Tabellenplatz stehenden 05er den Wiederaufstieg erst im direkten Duell beim späteren Aufsteiger SC Opel Rüsselsheim am vorletzten Spieltag, bei dem der Torjäger Heinrich Decker verletzt fehlte. Der Ex-Waldhöfer hatte zuvor in 20 Spielen 28 Mal getroffen.

1935/36 verloren die Mainzer durch zu viele Unentschieden und den langen Ausfall Deckers den Anschluss an die Spitzengruppe. Nach der besonders in den Auswärtsspielen enttäuschenden Saison 1936/37 wurde eine Aufbruchstimmung im Verein massiv herbeigeredet, die aber durch den Verlust des Stadions, das 1937 einer Flak-Kaserne weichen musste, verpuffte. Im ersten Jahr ohne eigenen Sportplatz stiegen die so enteigneten 05er als Vorletzter sportlich aus der Bezirksklasse ab, durften aber durch die Aufstockung der Liga von 10 auf 13 Vereine weiter zweitklassig bleiben.

Im Dritten Reich war Mainz 05 seitens der Machthaber nicht wohlgelitten. Die 05er galten als „Judenverein“, da etliche Vereinsmitglieder, darunter der Gründer Eugen Salomon und das Vorstandsmitglied Carl Lahnstein jüdischen Glaubens waren. Salomon hatte bereits 1933 Deutschland verlassen. Am 10. August 1933 wurde der Verein in einer außerordentlichen Generalversammlung „gleichgeschaltet“. Aufgrund der schlechten Quellenlage – überliefert sind nur unzuverlässige Berichte aus der damaligen Presse – lässt sich der Verlauf dieser Gleichschaltung nicht klären.

Im Zuge einer vom nationalsozialistischen Fachamt Fußball verordneten reichsweiten Fusionswelle, die den Zweck hatte, in den Städten zentrale Großvereine zu schaffen, wurde der FSV 1938 mit einem kleinen Nachbarverein zusammengeschlossen – der Reichsbahn SV Mainz 05 entstand. Vorausgegangen war ein gescheiterter Fusionsversuch, nach dem den 05ern die Spielerlaubnis vorübergehend entzogen wurde.

Während des Zweiten Weltkriegs, der ständige Neuorganisierungen des Ligasystems mit sich brachte, wurde das Kunstprodukt 1943 Meister der zweitklassigen Kreisklasse Mainz. Im Herbst 1944 wurde der Spielbetrieb eingestellt, nach Kriegsende der Verein aufgelöst.

Bereits kurz nach Kriegsende wurde in der Vereinsgaststätte Martinsburg die Wiederbelebung des 1. FSV Mainz 05 beschlossen. Am 11. November 1945 genehmigte schließlich das französische Militärgouvernement die im Oktober noch abgelehnte Wiederaufnahme des organisierten Sports in Mainz. Wenig später wurde der Verein im Wirtshaus Roter Kopf unter der Leitung von Konrad Weil, dem Vorsitzenden des Sportausschusses der letzten Vorkriegsjahre, neu gegründet. Bereits an Allerheiligen hatte es das erste Nachkriegsspiel gegeben: 1:1 beim MTV 1817. Im zweiten Spiel siegte die Spitzenmannschaft TuS Neuendorf 6:1 an der Zahlbacher Straße, wo die 05er bis Februar 1946 spielten.

Noch im Winter 1945/46 nahm die Oberliga Saarpfalz, der früheste Vorgänger der Oberliga Südwest, den Spielbetrieb auf. Die 05er waren Gründungsmitglied, was angesichts einer 0:15-Niederlage beim 1. FC Kaiserslautern kurz vor Saisonbeginn nicht unumstritten war. „Unter solchen Umständen verdient Mainz 05 als der Verein, der in der Vergangenheit am meisten für den Mainzer Fußballsport getan hat, den Vorrang. Wir erwarten jetzt nur, dass die 05er alles aufbieten, was zu einer anständigen Haltung in der Oberliga notwendig ist“, forderte der Mainzer Anzeiger wenige Tage nach dem Spiel.

Im ersten Ligaspiel nach dem Krieg verloren die Mainzer am 6. Januar 1946 2:4 gegen den späteren Südwestmeister 1. FC Saarbrücken. Mit nur zwei Siegen beendeten sie die Saison auf dem letzten Tabellenplatz.

Bereits 1946 wurde der südwestdeutsche Fußball reformiert. Die Saarpfalz-Liga wurde wieder eingestellt und durch die 1. Liga Südwestdeutschland, Gruppe Nord ersetzt. In einer einmonatigen Pokalrunde wurden jeweils zwei Teilnehmer aus den Bezirken Rheinland, Rheinhessen, Pfalz und Saargebiet ermittelt. Die 05er qualifizierten sich mit einem knappen Sieg nach Verlängerung gegen den SV Gonsenheim. Am Ende belegten sie den dritten Platz, auch dank eines 3:1-Siegs über den FCK an Fastnacht.

Die Mainzer etablierten sich in der Oberliga, wo sie jedoch nie eine Hauptrolle spielten. Der Verein verpasste zwar keine einzige Oberligasaison, stand aber auch nur vier Mal (1953, 1954, 1958 und 1961) in der oberen Tabellenhälfte und musste mehrfach lange gegen den Abstieg spielen.

Entscheidend für die weitere Entwicklung des Vereins war die Saison 1951/52. Unter der Führung von Walter Strutz, der als Nachfolger des tödlich verunglückten Charly Armbruster den Vereinsvorsitz übernommen hatte, konnte sich der Verein finanziell konsolidieren. Gleichzeitig wurde der im Krieg beschädigte Sportplatz am Bruchweg modernisiert und auf ein Fassungsvermögen von 20.000 Zuschauern ausgebaut – eine Zuschauerzahl, die gegen den 1. FC Kaiserslautern fünf Mal erreicht wurde, unter anderem beim größten sportlichen Erfolg in der Oberliga, als die 05er am 15. November 1953 vor ausverkauftem Haus den FCK 5:2 schlugen. Werner Sommer, Walter Sonnenberger und dreimal Karl-Heinz Wettig trafen gegen den Pfälzer Serienmeister, der mit vier der fünf späteren Weltmeister angetreten war.

Dennoch wären die 05er im Jubiläumsjahr 1955 beinahe abgestiegen: Am Saisonende mussten sie beim Vorjahresdritten TuS Neuendorf und gegen den späteren Südwest-Vizemeister Wormatia Worms punkten. Trotz des frühen 0:2-Rückstands holten die Mainzer die entscheidenden Punkte durch ein 3:2 in Neuendorf.

Kurz nach Saisonende trat der englische Pokalfinalist Manchester City mit dem deutschen Torhüter Bert Trautmann am Bruchweg zum Jubiläumsspiel an. Vor 10.000 Zuschauern gewannen die Mainzer 2:1. Sogar rund 30.000 Zuschauer sahen am 6. November 1955 den 2:1-Sieg beim SV Saar 05 Saarbrücken. Dieser Rekordbesuch hatte allerdings wenig mit dem Spiel der 05er zu tun – es war nur das Vorspiel zum Spitzenspiel zwischen dem 1. FC Saarbrücken und dem FCK.

Die folgenden Jahre verliefen für die 05er meist unspektakulär. Lediglich 1962 qualifizierten sie sich erstmals für den DFB-Pokal, wo sie in der ersten Runde dem 1. FC Köln 0:5 unterlagen.

Otto Schedler – Josef Amadori, Alfred Höfer – Hermann Ronde, Erich Reith, Norbert Liebeck – Bernhard Christ, Lothar Buchmann, Horst Lebefromm, Josef Meinhardt, Karl-Heinz Wettig. Trainer: Heinz Baas.

Als 1963 die Bundesliga eingeführt wurde, war der 1. FSV Mainz 05 nicht qualifiziert. In der neu gegründeten Regionalliga Südwest gehörte der Verein zunächst meist zur Spitzengruppe: In den ersten fünf Jahren wurden die Mainzer ein Mal Dritter und drei Mal Vierter. 1966 fehlten nur drei Punkte zur Südwestmeisterschaft. Ein Jahr später mussten die 05er das am schlechtesten besuchte Ligaspiel der Nachkriegszeit hinnehmen. Beim unter der Woche ausgetragenen und für den Ausgang der Meisterschaft bedeutungslosen Nachholspiel gegen den FC 08 Homburg, das sich mit der Live-Übertragung des Länderspiels zwischen Deutschland und Jugoslawien konkurrierte, wurden am Bruchweg nur 79 Zuschauer gezählt.

Überregionalen Eindruck hinterließ der Verein in der DFB-Pokalsaison 1964/65, als er den späteren Deutschen Meister Werder Bremen (1:0 in Mainz) und den Titelverteidiger TSV 1860 München (2:2 n.V. in Mainz, 2:1 in München) aus dem Wettbewerb warf. Erst im Viertelfinale schieden die Mainzer gegen den 1. FC Nürnberg (0:3) aus.

In den späten 60ern verloren die 05er den Anschluss an die Spitzengruppe. Nachdem sie bereits in der Schlussphase der Saison 1968/69 den Abstiegsplätzen gefährlich nahe gekommen waren, musste die überalterte Mannschaft im folgenden Jahr als Drittletzter überwintern. Der Verein dachte über eine Fusion mit dem noch schlechter stehenden Nachbarn SpVgg. Weisenau Mainz nach, die von den SVW-Mitgliedern jedoch mit so deutlicher Mehrheit abgelehnt wurde, dass das Votum der 05-Mitglieder gar nicht mehr stattfand. Der FSV schaffte am Saisonende den Klassenverbleib, die Weisenauer stiegen ab.

1970 begann der Umbruch, der drei Jahre später zur Südwestmeisterschaft führte. Mit dem langjährigen Stammtorwart Kurt Planitzer, Verteidiger Heinz Wassermann, der zuvor in sechs Jahren nur vier Spiele verpasst hatte, den Läufern Carlo Storck und Richard Klauss, und den Angreifern Gerhard Bopp (der fünfeinhalb Jahre später zurückkam), Georg Tripp und Horst Klinkhammer waren in jener Sommerpause sieben Stammspieler unter den 15 Abgängen des damaligen Tabellenzwölften. Die deutlich verjüngte Mannschaft wurde 1970/71 nach starkem Start (am zweiten Spieltag ein 6:0-Sieg gegen den amtierenden Südwestmeister SV Alsenborn) Tabellensiebter und weckte das Interesse der Mainzer Fußballfreunde wieder: Nach dem 4:0-Heimsieg gegen Eintracht Trier wurden laut der lokalen Presse „in der Stadt erstmals seit den Pokalspielen von 1965 wieder Jugendliche mit Fahnen in den Vereinsfarben gesehen“ .

Schon 1971 musste sich die Mannschaft von ihrem Trainer verabschieden. Der vielversprechende Erich Gebauer, mit dem mittelfristig der Aufstieg in die Bundesliga angegangen werden sollte, stand aber als Beamter bei der Frankfurter Bundesbahndirektion nicht als hauptamtlicher Trainer zur Verfügung. Mit Gebauers Nachfolger Bernd Hoss setzten die 05er den Umbruch fort. Vorstopper Helmut Müllges, der letzte verbliebene Spieler aus Oberligazeiten, beendete seine Karriere, und unterstützt durch den Mainzer Konzern Werner und Mertz, der mit seiner Marke Blendax erster Großsponsor der Vereinsgeschichte wurde, waren die Mainzer in der Lage, etliche prominente Neuzugänge zu verpflichten, darunter den bundesligaerfahrenen Torjäger Gerd Klier vom Hamburger SV, der insgesamt vier Mal Torschützenkönig der Regionalliga Süd bzw. Südwest wurde, und 1972 den dänischen Nationalspieler Torben Nielsen von B 03 Kopenhagen. Das Konzept ging auf: Am 6. Mai 1973 wurde der Verein durch ein 1:1 gegen den direkten Konkurrenten Röchling Völklingen vor 18.000 Zuschauern zum einzigen Mal Meister der Regionalliga Südwest. In der folgenden Aufstiegsrunde zur Bundesliga belegten die 05er hinter dem späteren Aufsteiger SC Fortuna Köln, mit dem sie sich lange ein Kopf-an-Kopf-Rennen geliefert hatten, und dem FC St. Pauli, der erst am für den Aufstieg bedeutungslosen letzten Spieltag vorbei zog, den dritten Platz.

Durch die Erfolge in der Regionalliga waren die Mainzer 1974 für die neu gegründete zweigleisige Zweite Bundesliga qualifiziert. Zwei Jahre lang hielt der 1. FSV Mainz 05 sehr ordentlich mit und belegte die Plätze 11 und 12 (von 20). Nach dem zweiten Jahr, das die Mainzer mit den meisten Toren und den zweitmeisten Gegentoren der Liga abgeschlossen hatten, sorgten sie für ein Novum im deutschen Profifußball, indem sie als erster Verein aus finanziellen Gründen freiwillig auf die Zweitligalizenz verzichteten und sich in die Amateurliga Südwest zurückzogen. Diesem Beispiel folgten in den anschließenden Jahren mehrere Zweitligisten. Der sportlich abgestiegene SSV Jahn Regensburg blieb an der Stelle der Mainzer in der Zweiten Bundesliga.

Kurt Planitzer – Carlo Storck – Herbert Scheller, Helmut Müllges, Heinz Wassermann – Horst Schuch, Jürgen Richter, Kurt Sauer – Herbert Renner, Gerd Klier, Charly Tripp. Trainer: Bernd Hoss.

In der Drittklassigkeit zählten die Mainzer meist zu den Spitzenmannschaften, erlebten aber auch eine der schwersten Krisen der Vereinsgeschichte, als im August 1982 die Staatsanwaltschaft wegen finanzieller Ungereimtheiten gegen den Verein ermittelte und gleichzeitig der Vereinspräsident Jürgen Jughard bei einem Autounfall nahe Koblenz verstarb. Später stellte sich heraus, dass Jughard in großem Stil Gelder der Deutschen Anlagen Leasing, deren Generalbevollmächtigter er war, in den Verein gesteckt hatte. Die 05er wurden so in den bis dato größten bundesdeutschen Wirtschaftsskandal verwickelt. Die genauen Umstände von Jughards Tod – Unfall oder Suizid – konnten nicht vollständig geklärt werden.

Nachdem die völlig neu zusammengestellte Mannschaft die erste Saison nach dem Rückzug nur auf dem sechsten Platz der sportlich schwachen Amateurliga Südwest (mit der heutigen Verbandsliga vergleichbar) beendete, gelang 1978 die erste Südwestmeisterschaft. Die Mainzer eroberten kurz vor der Winterpause die Tabellenführung und gaben sie bis zum Saisonende nicht mehr her. In der kurz nach dem letzten Spieltag beginnenden Aufstiegsrunde gegen die Meister der Amateurligen Saarland (Borussia Neunkirchen) und Rheinland (TuS Neuendorf), die eine längere Regenerationszeit hatten, waren die Mainzer chancenlos.

In der 1978 eingeführten Amateur-Oberliga, die die drei Südwest-Amateurligen vereinte, brauchten die 05er drei Jahre, um erstmals Meister zu werden. Trotzdem stiegen sie erneut nicht auf, weil ausgerechnet in jener Saison die Zweite Bundesliga auf eine Staffel reduziert wurde und der Aufstieg in die Zweitklassigkeit deshalb ausgesetzt war.

1982 scheiterten die Mainzer knapp am FC 08 Homburg. Gleichzeitig mussten sie die Jughard-Affäre überstehen. In den beiden folgenden Jahren wurden die Mainzer nur Achter, ihre schlechteste Platzierung in der Oberliga.

Nach der dritten Meisterschaft gelang 1988 die Rückkehr in die Zweitklassigkeit.

In die Amateur-Ära fallen die meisten Titel des 1. FSV Mainz 05, nämlich vier Südwestpokal-Siege, drei Südwest-Meisterschaften und die Amateur-Meisterschaft 1982 (3:0 im Endspiel gegen die Amateure von Werder Bremen), sowie die höchsten dokumentierten Ligaspiel-Siege der Vereinsgeschichte: 10:0 gegen den SV Speicher (31. März 1979) und gegen die SG Ellingen-Bonefeld (18. Mai 1980).

Manfred Petz – Herward Koppenhöfer – Michael Wocker, Werner Orf, Hans Keller – André Häuser, Gerhard Bopp, Michael Schuhmacher, Bernd Münch – Charly Mähn, Armin Maier. Trainer: Horst-Dieter Strich.

Eine einschneidende Bedeutung für die weitere Entwicklung des Vereins hatte die Jahreshauptversammlung am 19. September 1988, bei der eine Oppositionsgruppe gegen den Vorsitzenden Bodo Hertlein putschte. Zum neuen Vereinspräsidenten wurde der damals 37-jährige Anwalt Harald Strutz gewählt, dessen Vater Walter bereits von 1951 bis 1956 dieses Amt inne gehabt hatte. Der damals so entstandene Vereinsvorstand rund um Strutz ist heute noch fast unverändert im Amt.

In der Zweiten Bundesliga scheiterten die Mainzer zunächst: Als 18. der Tabelle stiegen der Verein direkt wieder ab. Aber bereits im folgenden Jahr kamen sie mit einem „Husarenritt“ (so Trainer Robert Jung) zurück in den Profifußball. Die Mannschaft blieb mit aggressivem Offensivfußball 33 Spiele lang ungeschlagen, erst am letzten Spieltag mussten sie ihre einzige Saison-Niederlage gegen den Vizemeister FSV Salmrohr hinnehmen. Die Meisterschaft war zu diesem Zeitpunkt bereits entschieden. Mit vier Siegen in den ersten vier Spielen stand der 1. FSV Mainz 05 schnell als Sieger der Aufstiegsrunde fest. Die beiden Niederlagen in den verbleibenden Spielen konnten den Aufstieg nicht mehr gefährden.

Im ersten Jahr nach dem Wiederaufstieg wurden die Mainzer als Tabellenachter bester Aufsteiger der Saison 1990/91. Eine gewisse Naivität hätte sie dennoch beinahe zurück ins Amateurlager gebracht: Da nicht alle Sponsorenvereinbarungen schriftlich fixiert waren, verweigerte der DFB den 05ern zunächst die Zweitligalizenz für die Saison 91/92, wogegen die Mainzer erfolgreich protestierten. In den folgenden Jahren spielte die Mannschaft in der Zweiten Bundesliga meist gegen den Abstieg.

Besonders der Abstiegskampf 1996 ist hervorzuheben: Nachdem das 2:2 gegen Hannover 96 am ersten Spieltag für die Niedersachsen gewertet wurde, weil der Verein versäumt hatte, Thomas Ziemer, den zuvor nur ausgeliehenen Torschützen zum 1:0, fristgerecht als Neuzugang zu melden, starteten die Mainzer mit einem Punkt und 0:14 Toren aus acht Spielen in die Saison. Erst am neunten Spieltag gab es die ersten Tore und den ersten Sieg für die 05er – der Wattenscheider Sven Backhaus traf erst ins eigene Netz und verschuldete später den Foulelfmeter zum 2:0-Endstand. Der kurz zuvor vorgenommene Trainerwechsel (Wolfgang Frank für Horst Franz) brachte den erhofften Erfolg. Unter Frank spielten die 05er als einer der ersten Profiklubs in Deutschland mit Viererkette und Raumdeckung, zwei Neuerungen, die sich im deutschen Profifußball erst deutlich später allgemein durchsetzten.

In der Rückrunde holte kein Verein mehr Punkte als der 1. FSV Mainz 05. Am vorletzten Spieltag standen die Mainzer erstmals auf einem Nichtabstiegsplatz, am Ende waren sie Elfter. Die entscheidenden Punkte brachte ein 1:0 gegen den VfL Bochum, bei dem zum ersten Mal seit 23 Jahren mehr als 10.000 Mainzer am Bruchweg waren. Kurios war wenige Wochen zuvor das Auswärtsspiel beim 1. FC Nürnberg. Nach zwei Platzverweisen beim Stand von 1:1 spielten die Mainzer ab der 81. Minute nur noch zu neunt und mit einem Feldspieler im Tor. Dennoch gelang dem 05-Torjäger Sven Demandt gegen die ebenfalls durch einen Platzverweis dezimierten Nürnberger der Siegtreffer.

In der folgenden Saison hatten die Mainzer erstmals seit 1973 die Chance, in die Erstklassigkeit zurückzufinden. Erst am letzten Spieltag der Saison 96/97 mussten sie ihre Aufstiegshoffnungen begraben: Beim direkten Konkurrenten VfL Wolfsburg unterlagen sie in einem dramatischen Endspiel mit 4:5. Mit einem Sieg wären sie aufgestiegen.

Es folgten mehrere Jahre als Abstiegskandidat, deren Höhepunkt der 15. Mai 2000 war, als der Interimstrainer Dirk Karkuth mit einer konsequenten Defensivtaktik am viertletzten Spieltag drei Punkte beim Tabellenzweiten VfL Bochum eroberte. Schlüsselfigur war Torsten Lieberknecht, der als Manndecker gegen den Bochumer Spielmacher Yıldıray Baştürk wohl sein bestes Spiel für Mainz 05 machte.

Stephan Kuhnert – Jürgen Klopp, Michael Müller, Peter Neustädter, Steffen Herzberger – Guido Schäfer, Jürgen Kramny, Fabrizio Hayer, Christian Hock – Abderrahim Ouakili, Sven Demandt. Trainer: Wolfgang Frank.

An Fastnacht 2001 wurde die wohl wichtigste Entscheidung der jüngeren Vereinsgeschichte getroffen. Wieder war der Verein in akuter Abstiegsgefahr und entließ ausgerechnet am Rosenmontag den Trainer Eckhard Krautzun. Nachfolger wurde der gerade verletzte Spieler Jürgen Klopp, der aus den ersten sieben Spielen 19 Punkte holte und den Verein zum Klassenerhalt führte.

Die Saison 2001/02 ist gemessen an den erreichten Punkten die erfolgreichste Saison des FSV im Profifußball. Die Mainzer stellten mehrere neue Startrekorde der Zweiten Bundesliga auf, wurden Herbstmeister und hatten noch vor dem letzten Spieltag zwei Punkte Vorsprung auf den vierten Rang. Dennoch scheiterten sie. Mit 64 Punkten sind sie bis heute punktbester Zweitliga-Nichtaufsteiger aller Zeiten.

2002/03 verpasste der 1. FSV Mainz 05 den Aufstieg unter noch dramatischeren Umständen. Zwar hatte die Mannschaft die Liga nicht mehr so dominiert wie im Vorjahr, dennoch stand sie Sekunden vor Saisonende auf einem Aufstiegsplatz. Erst in der Nachspielzeit des letzten Spiels mussten die Mainzer den Nachbarn Eintracht Frankfurt aufgrund des um ein einziges Tor besseren Torverhältnisses vorbeiziehen lassen. Mit 20 Treffern wurde Andrey Voronin erster Zweitliga-Torschützenkönig von Mainz 05.

In der Saison 2003/04 standen die Mainzer fast nie in der Spitzengruppe der Liga. Durch einen kaum noch für möglich gehaltenen Endspurt in den letzten fünf Saisonspielen blieben die 05er jedoch bis zum letzten Spieltag in Reichweite des dritten Platzes. Durch das 3:0 gegen Eintracht Trier am letzten Spieltag und die gleichzeitige 0:1-Niederlage von Alemannia Aachen beim Karlsruher SC reichte es tatsächlich noch zum Aufstieg. Zwei der Tore gegen Trier schoss Michael Thurk, der zuvor einen Vertrag beim direkten Konkurrenten Energie Cottbus unterschrieben hatte und sich so selbst aus der Bundesliga schoss.

Der 1. FSV Mainz 05 ist seit Bestehen der 2. Bundesliga der Verein, der mit den wenigsten Punkten den Aufstieg in die Bundesliga schaffte – 54 Punkte hatten zuvor nie gereicht. Mit dem Aufstieg von Mainz 05 spielte zudem in der nachfolgenden Bundesliga-Saison erstmals ein Team aus dem Rhein-Main-Gebiet höherklassig als Eintracht Frankfurt, die am Vortag des Mainzer Aufstiegs ihren dritten Abstieg in die Zweitklassigkeit hinnehmen mussten.

Nach dem Aufstieg galten die unerfahrenen Mainzer als sicherer Abstiegskandidat. Diese Voraussage trat nicht ein. Zwar unterlagen sie gleich im ersten Spiel dem hoch überlegenen VfB Stuttgart mit 2:4, passten sich aber sehr schnell dem Bundesliga-Niveau an. Bereits am zweiten Spieltag gewannen die 05er gegen den Hamburger SV nach 0:1-Rückstand 2:1 und blieben sieben Spiele lang ungeschlagen. Unter anderem gewannen die Mainzer gegen den Deutschen Meister Werder Bremen mit 2:1, gegen den Champions-League-Teilnehmer Bayer 04 Leverkusen mit 2:0 und wenige Tage nach dem 100. Geburtstag des Vereins gegen den Tabellenführer FC Schalke 04 mit 2:1. Beim Auswärtsspiel beim VfL Wolfsburg am 11. Spieltag standen die Mainzer sogar kurzzeitig an der Tabellenspitze. Bereits am 32. Spieltag schafften die Mainzer als bester der drei Aufsteiger den Klassenverbleib und beendeten die Saison auf dem 11. Tabellenplatz.

Als Gewinner der deutschen Fair-Play-Wertung wurde Mainz 05 im Sommer 2005 der dem DFB zugeloste Startplatz in der UEFA-Pokal-Qualifikation zugesprochen. Damit nahmen die Mainzer erstmals in der Vereinsgeschichte an einem internationalen Wettbewerb teil. Nach Siegen über die Pokalsieger Armeniens (FK MIKA Aschtarak; 4:0, 0:0) und Islands (ÍB Keflavík; 2:0, 2:0) erreichten die Mainzer die erste Hauptrunde des UEFA-Cups, wo sie auf den späteren Sieger Sevilla FC trafen. Nach einem beachtlichen 0:0 in Sevilla entschieden die Spanier das Rückspiel, das ebenso wie die beiden Heimspiele in den Qualifikationsrunden in der Frankfurter Commerzbank-Arena ausgetragen wurde, mit 2:0. Damit schieden die Mainzer aus dem Wettbewerb aus. In der Liga schafften die 05er in der Saison 2005/06 trotz schwachem Start mit fünf Niederlagen zu Saisonbeginn bereits am vorletzten Spieltag den Klassenverbleib und wurden am Ende erneut Elfter.

Mit Innenverteidiger Manuel Friedrich spielte kurz nach der Weltmeisterschaft 2006 erstmals ein Mainzer Spieler in der deutschen Nationalmannschaft.

Die Vorbereitung zur dritten Bundesligasaison, vor der die Mainzer etliche Leistungsträger verloren, wurde empfindlich gestört, als der Torjäger Michael Thurk die 05er im Streit zu Eintracht Frankfurt verließ. Dennoch schlugen die 05er in einem Vorbereitungsspiel den mit etlichen seiner Spitzenspieler angetretenen FC Liverpool mit 5:0. Die Saison, die für sie erstmals mit einem Heimspiel begann, eröffneten die 05er im Gegensatz zu den vorherigen Bundesligajahren mit einem Sieg. Trotz der beiden Erfolge wurden in den ersten Saisonspielen deutlich, dass die Abgänge der Offensivspieler Thurk, Benjamin Auer, Mohamed Zidan und Antonio da Silva sowie der in letzter Sekunde geplatzte Rück-Transfer von Voronin nicht adäquat kompensiert werden konnten. Das Team wurde in den folgenden Wochen ans Tabellenende durchgereicht.

In der darauffolgenden Transferperiode wurde die Mannschaft unter anderem durch die Bremer Leon Andreasen und Zidan verstärkt, die sich schnell ins Team integrieren konnten. Schon nach einigen Spielen in der Rückrunde schafften die 05er bereits den Anschluss ans untere Tabellenmittelfeld. Nachdem das Team die Siegesserie nicht fortsetzen konnte, rutschte der Verein nach 29 Spieltagen jedoch wieder in die Abstiegszone ab. Bereits nach dem vorletzten Spieltag war der Abstieg in die zweite Bundesliga de facto sicher. Als Tabellensechzehnter mussten die Mainzer die erste Liga nach drei Jahren verlassen.

Nach der Saison 2007/08 und dem mit dem vierten Tabellenplatz verpassten Wiederaufstieg in die Bundesliga verließ Jürgen Klopp den Verein und nahm ein Angebot von Borussia Dortmund an. Zu seinem Abschied auf dem Gutenbergplatz kamen circa 15.000 Fans. Die Trainerstelle beim 1. FSV Mainz 05 übernahm Jörn Andersen.

Das in seiner Gesamtchoreografie wohl großartigste Spiel der Mainzer Vereinsgeschichte ist der 2:1-Sieg über den FC Schalke 04 am 20. März 2005. Vier Tage nach den offiziellen Feierlichkeiten zum 100. Jubiläum trat der Tabellenführer der Bundesliga unter außergewöhnlichen Umständen am Bruchweg an: Schalke-Manager Rudi Assauer hatte am Vorabend im ZDF-Sportstudio den Ablösestreit um Mimoun Azaouagh, der drei Monate zuvor von Mainz zu Schalke gewechselt war, eskalieren lassen. Noch inmitten der Jubiläums-Choreografie der 05-Fans, an der sämtliche Tribünen beteiligt waren, erzielte Fabian Gerber nach 20 Sekunden die Mainzer Führung. Lincoln glich in der 70. Minute per Foulelfmeter aus, ehe Michael Thurk in der 79. Minute der Siegtreffer gelang. Schalke verlor durch diese Niederlage die erst eine Woche zuvor erreichte Tabellenführung.

Eine ähnlich dramatische Vorgeschichte hat der 6:2-Sieg beim VfL Bochum im viertletzten Spiel der Saison 2004/05. Der Bochumer Trainer Peter Neururer hatte diese Partie bereits Wochen vorher zum entscheidenden Spiel im Abstiegskampf erklärt und in den Tagen vor dem Spiel in etlichen Interviews die Chancenlosigkeit der Mainzer betont. Angeführt vom überragenden Antonio da Silva, der zum 4:1 traf, das 2:1 und 3:1 direkt vorbereitete und an den anderen drei Mainzer Toren beteiligt war, holten die 05er im Ruhrstadion die entscheidenden Punkte zum Klassenverbleib. Bochum stieg ab. Pikant: Im Stadionheft zu diesem Spiel veröffentlichten die Bochumer einen Comic, der tatsächlich ein 6:2 vorhersagte – allerdings für die Bochumer.

Wenig spektakulär, aber umso bedeutsamer, war der 2:0-Sieg der Mainzer beim langjährigen Rivalen 1. FC Kaiserslautern am 21. September 2005. In der Mainzer Vereinsgeschichte war es nach drei Unentschieden und 20 Niederlagen der erste Pflichtspielsieg auf dem Betzenberg.

Dimo Wache – Robert Nikolic, Manuel Friedrich, Nikolce Noveski, Marco Rose – Fabian Gerber, Christof Babatz, Antonio da Silva – Michael Thurk, Benjamin Auer, Andrey Voronin. Trainer: Jürgen Klopp.

Große Erfolge im DFB-Pokal blieben den 05ern bislang verwehrt. 1964/65, 1999/00 und 2005/06 erreichten sie jeweils das Viertelfinale. 1999 und 2006 schieden die 05er jeweils auswärts beim hochfavorisierten FC Bayern München aus, den sie beim zweiten Mal immerhin in die Verlängerung zwangen. In der Saison 2008/09 gelang durch einen 1:0-Sieg gegen den FC Schalke 04 erstmals der Einzug in das Halbfinale des Wettbewerbs.

Bei der zweiten Teilnahme unterlagen die Mainzer 1965 zuhause dem 1. FC Nürnberg 0:3, stellten aber immerhin einen bis heute gültigen Zuschauerrekord im Stadion am Bruchweg auf: 24.000 Zuschauer sahen teilweise auf kurzfristig errichteten Zusatztribünen das Spiel gegen die Franken. In den vorherigen Runden hatten sich die 05er gegen den späteren Deutschen Meister Werder Bremen (1:0 in Mainz) und den Titelverteidiger TSV 1860 München (2:2 n.V. in Mainz, 2:1 in München) durchgesetzt. Auf die nächste Teilnahme mussten die Mainzer acht Jahre warten. 1973 unterlagen sie ebenfalls den Nürnbergern 1:4.

Von 1973 an bis zum Aufstieg in die 2. Bundesliga, der für die Mainzer ab 1991 die Teilnahme am DFB-Pokal garantierte, spielten die 05er regelmäßig im Pokal mit, überstanden aber nie die zweite Runde. Die besten Ergebnisse des damaligen Drittligisten waren 1983 ein knappes 0:1 gegen den späteren Deutschen Meister VfB Stuttgart, im Jahr zuvor ein 3:6 n.V. gegen den Bundesligisten FC Schalke 04, gegen den die 05er einen 0:2-Rückstand ausgeglichen und bis in die 106. Minute noch 3:2 geführt hatten, und schließlich die Revanche gegen Schalke, ein 1:0 in der Saison 1986/87.

Seit dem Aufstieg in die 2. Bundesliga scheiden die 05er regelmäßig gegen Amateurvereine aus. Die erste einigermaßen erfolgreiche Pokalsaison seit 1965 begann 1994 mit einem knappen Sieg bei den Amateuren von Werder Bremen. Anschließend setzten sich die 05er beim Bundesligisten MSV Duisburg 2:0 durch und lieferten im Achtelfinale nach 1:0-Führung und 2:5-Rückstand Borussia Mönchengladbach einen heißen Kampf: Christian Hock und „Schorsch“ Müller brachten den Zweitligisten innerhalb von 120 Sekunden auf 4:5 heran. Nach mehreren vergebenen Ausgleichschancen gelang Stefan Effenberg gegen die mit elf Mann stürmenden 05er erst in der Nachspielzeit das 6:4 für den späteren Pokalsieger.

Ähnlich spektakulär wie ihre Vorgänger in den 60ern traten die 05er in der Saison 1999/00 auf. Nach einem Freilos in der ersten Runde und einem 2:1 gegen den VfL Halle 96 in der zweiten Runde schalteten die Mainzer erst den Bundesliga-Dritten Hamburger SV (2:0) und dann in Unterzahl den Champions-League-Teilnehmer Hertha BSC (2:1 n.V.) aus: Kurz nach der Berliner Führung wurde Jürgen Klopp mit Gelb-Rot des Feldes verwiesen, in der 99. Minute direkt nach seinem Tor zum 2:1 auch der brasilianische Stürmer Marcio Rodrigues. Dennoch brachten neun Mainzer die Führung gegen elf Berliner über die Zeit. Im Viertelfinale hatten die 05er bei Bayern München keine Chance. Immerhin waren die 8000 Mainzer unter den 11.200 Zuschauern, die im Olympiastadion zwei Tage vor Heiligabend bei -15° das Spiel sahen, deutlich in der Überzahl.

Zwei Jahre später gelang den 05ern in der zweiten Runde der bis heute letzte Sieg gegen den Angstgegner SpVgg Greuther Fürth (3:2), ehe sie dem 1. FC Kaiserslautern im Achtelfinale 2:3 unterlagen, dabei in Unterzahl mehrere Möglichkeiten hatten, ein 0:3 auszugleichen.

2005 schafften die 05er es zum dritten Mal ins Viertelfinale. Dabei setzten sie sich jeweils im Elfmeterschießen – jahrelang die große Schwäche der 05er – beim VfL Osnabrück und beim 1. FC Kaiserslautern durch. Dem Sieg in Kaiserslautern folgte ein wochenlanger Streit. Der FCK versuchte, in zwei Instanzen beim DFB die Spielwertung anzufechten, da der Schuss des FCK-Spielers Ferydoon Zandi im Elfmeterschießen, der von der Querlatte hinter die Torlinie gesprungen war, als Tor hätte gewertet werden müssen. Umstritten blieb, ob der Ball dies mit vollem Umfang getan hatte. Der Einspruch wurde zweimal abgewiesen, da es sich laut Urteilsbegründung um eine Tatsachenentscheidung des Schiedsrichters handelte. Im Viertelfinale reisten die 05er erneut zu den Bayern. Diesmal gingen sie früh in Führung und mussten erst in der Schlussphase den Ausgleich hinnehmen. In der Verlängerung glichen die Mainzer die Bayern-Führung aus, verloren aber dennoch 2:3.

2009 kamen die 05er nach einem 3:1-Auswärtssieg im Achtelfinale beim Ligakonkurrenten SC Freiburg zum vierten Mal ins Viertelfinale. Zuvor hatten sie den SV Babelsberg 03 und den 1. FC Köln ausgeschaltet. Am 3. März 2009 gewann Mainz zu Hause im Viertelfinale gegen Schalke 04 mit 1:0 und erreichte so erstmals in der Vereinsgeschichte ein Halbfinale. Im Halbfinale erwartet sie ein Auswärtsspiel in Düsseldorf gegen Bayer Leverkusen.

Die ersten großen Rivalen der 05er waren die lokalen Konkurrenten. In der Vorkriegszeit gilt das vor allem für den SV Weisenau, aber auch den großen Nachbarn SV Wiesbaden, der in Mainz von 1925 bis 1934 jedes Jahr verlor, zuhause aber auch nur vier Punkte abgab.

Die Rivalität mit Wormatia Worms entwickelte sich aus dem Kopf-an-Kopf-Rennen um die rheinhessische Bezirksligameisterschaft in der Saison 1926/27, das von einem Stellvertreterkampf in den Zeitungen (auf Wormser Seite: Richard Kirn, später hochrangiger Journalist im kicker-Vorgänger „Sportmagazin“) begleitet wurde. Die 05er gewannen den Titel 1926, die Wormser anschließend viermal hintereinander. Eine Anekdote aus dem Frühjahr 1932 verdeutlicht die Schärfe dieser Rivalität: Nachdem die Hessenmeisterschaft 1931/32 wieder nach Mainz gegangen war, die 05er aber im Gegensatz zu den Wormsern in der Süddeutschen Endrunde chancenlos waren, veröffentlichte der Mainzer Anzeiger den Leserbrief zweier Wormatia-Spieler, die herausarbeiten wollten, dass die Mainzer Meisterschaft Zufall sei und die Wormatia wahrer Hessenmeister. Wochen später verpasste die Wormatia die gesamtdeutsche Meisterschaftsendrunde durch eine Niederlage bei den 05ern, die so in den vier Saisonspielen gegen Worms ungeschlagen blieben. „Hessenmeister zu Recht!“ triumphierte darauf der Mainzer Anzeiger. Die Rivalität zur Wormatia setzt sich in den Oberligaspielen der Wormser gegen die zweite Mannschaft der Mainzer fort. Eine eher freundschaftliche Rivalität entwickelte sich in den 80ern zwischen dem Südwestverein Mainz 05 und der hessischen FVgg. Kastel 06. Die jährlichen Vergleichsspiele zwischen dem links- und dem rechtsrheinischen Mainzer Oberligisten, die im Ligaspielbetrieb nicht aufeinandertreffen konnten, zogen regelmäßig viele Zuschauer an.

Zu Zweitligazeiten etablierten sich Rivalitäten mit dem SV Darmstadt 98, SV Waldhof Mannheim und dem 1. FC Saarbrücken, die aber mangels Berührungspunkten ebenfalls kaum noch wahrgenommen werden. Die aktuellen Rivalitäten zu Eintracht Frankfurt und dem 1. FC Kaiserslautern sind vergleichsweise jüngeren Datums.

Seit dem 4:6 im DFB-Pokalspiel bei Borussia Mönchengladbach am 25. Oktober 1994 entwickelte sich eine Fanfreundschaft zwischen 05ern und Borussen, die aber schon nach wenigen Jahren brüchig wurde und heute nur noch von wenigen Fans gepflegt wird. Nie besonders verbreitet, dafür umso dauerhafter ist die Freundschaft zur TuS Koblenz, die noch aus gemeinsamen Oberligazeiten stammt.

Vereinspräsident ist seit 1988 Harald Strutz. Seine Vizepräsidenten sind Peter Arens, Jürgen Doetz und Karl-Heinz Elsäßer, die weiteren Vorstandsmitglieder Schatzmeister Friedhelm Andres, Jugendleiter Hubert Friedrich, Bernhard Geitel, Manfred Thöne und Manager Christian Heidel.

Der einzige Spieler, der für den FSV in der deutschen A-Nationalmannschaft auflief, ist Manuel Friedrich, der am 16. August 2006 debütierte. Deutsche Ex-Nationalspieler im 05-Trikot waren Kurt Diemer, Karl Scherm, Helmut Schneider, Erich Bäumler und Hanno Balitsch. Franco Foda, der zwei Mal für das DFB-Team spielte, wurde bei den Mainzer Junioren ausgebildet. Aktuelle ausländische Nationalspieler im Kader der Mainzer sind derzeit Félix Borja (Ecuador), Elkin Soto (Kolumbien), Chadli Amri (Algerien), Milorad Peković (Montenegro), Nikolce Noveski (Mazedonien), Jahmir Hyka (Albanien), Aristide Bancé (Burkina Faso) und Peter Van der Heyden (Belgien). Vorher spielten bereits die Nationalspieler Spasoje Bulajič (Slowenien), Igoris Morinas (Litauen), Blaise Nkufo (Schweiz), Tamás Bódog (Ungarn), Conor Casey (USA), Andrey Voronin (Ukraine), Cha Du-Ri (Südkorea), Otto Addo (Ghana), Imre Szabics (Ungarn), Mohamed Zidan (Ägypten) und Leon Andreasen (Dänemark) für die 05er. In deutschen Juniorennationalmannschaften spielten zuletzt Mario Vrančić (U20), Roman Neustädter (U20) und Jan Kirchhoff (U19).

In der Geschichte des 1. FSV Mainz 05 gab es zwei Zweite Mannschaften.

Die erste dieser beiden Abteilungen stieg 1956 aus der rheinhessischen A-Klasse, Gruppe Nord, in die II. Amateurliga (damals die dritthöchste Spielklasse) auf. Ein Jahr darauf gelang der erneute Aufstieg in die I. Amateurliga. Der Höhenflug hielt nicht lange an – zwei Jahre nach dem zweiten Aufstieg spielte das Team wieder in der A-Klasse, ab 1964 sogar in der B-Klasse, der fünfthöchsten Liga. Einige Jahre später wurde die Mannschaft aufgelöst.

Wieder ins Leben gerufen wurde der 1. FSV Mainz 05 (A) vom späteren Manager Christian Heidel. Die Mannschaft startete 1992 in der untersten Liga. Nach vier Meisterschaften in Folge (die erste ohne Punktverlust) erreichten die Amateure 1997 die Verbandsliga Südwest. Nach dem dritten Platz 1998 stiegen sie 1999 sogar in die Oberliga Südwest auf.

Auch hier gehörten die Mainzer zu den Spitzenmannschaften. Nach dem vierten, siebten und zweiten Platz stiegen sie im vierten Jahr (2003) in die Regionalliga auf, in der sie im ersten Jahr den Ligaverbleib schafften. Durch den Aufstieg der Profimannschaft hatte der 1. FSV Mainz 05 in der Jubiläumssaison 2004/05 erstmals alle Mannschaften von den Profis bis in die unteren Jugendmannschaften in der höchsten möglichen Liga, musste aber am Saisonende den Abstieg der Amateure und der A-Junioren hinnehmen.

Der derzeit von Ex-Profi Peter Neustädter trainierte und in der Saison 2007/08 in die Regionalliga West aufgestiegene 1. FSV Mainz 05 II wurde zudem von 2001 bis 2005 fünf Mal in Folge SWFV-Pokalsieger. In den daraus resultierenden DFB-Pokalspielen erreichte die zweite Mannschaft zwei Mal das Elfmeterschießen (2001 2:4 gegen Borussia Mönchengladbach, 2003 3:4 gegen den Karlsruher SC), kam aber nie in die zweite Runde.

Die Juniorenabteilung der 05er zählt im Südwesten zu den „großen Drei“ mit dem meist dominierenden 1. FC Kaiserslautern und dem 1. FC Saarbrücken. Die B-Junioren wurden unter den Trainern Willi Löhr und ab März 2005 Stefan Hofmann 2004 und 2005 Südwestmeister vor dem FCK. Im Viertelfinale der Deutschen Jugendmeisterschaft schieden sie 2004 gegen den späteren Meister VfB Stuttgart (u.a. mit Sami Khedira) durch zwei Niederlagen aus. 2005 erreichten sie gegen Borussia Dortmund (u.a. mit Nuri Şahin) trotz einer 0:3-Hinspielniederlage im Rückspiel das Elfmeterschießen, unterlagen aber mit 7:8.

Die A-Junioren wurden 1997/98 zum einzigen Mal Südwestmeister. 2003 waren sie Gründungsmitglied der U19-Bundesliga, aus der sie nach zwei Jahren abstiegen. 2006 wurden sie Südwestmeister und stiegen im Playoff gegen den Hessenmeister Kickers Offenbach (5:0, 2:1) wieder in die Bundesliga auf, wo sie 2006/07 der Spitzengruppe angehörten und erst am letzten Spieltag die Qualifikation zur Deutschen U19-Meisterschaft verpassten. Trainer der A-Junioren ist Thomas Tuchel, der den zum Co-Trainer der Profimannschaft berufenen Jürgen Kramny ablöste.

Die B-Junioren qualifizierten sich zur Spietzeit 2007/08 für die neu gegründete U17-Bundesliga.

Die Bundesligaspieler Mimoun Azaouagh, Axel Brummer, Christian Demirtas, Franco Foda, Manuel Friedrich, Fabrizio Hayer und Markus Kreuz, Damir Vrančić und Mario Vrančić wurden bei den 05-Junioren ausgebildet.

Ihre größten Erfolge feierte die Jugendabteilung von Mainz 05 in der Zeit von 1976 bis 1978. Nicht nur wurden die A-, B- und C-Jugend-Mannschaften regelmäßig Südwestmeister, A-Jugend und B-Jugend standen auch im Halbfinale um die deutsche Meisterschaft. Dabei schied die A-Jugend 1977 gegen den MSV Duisburg nach einem 4:1-Sieg im Hinspiel und einem 0:4 im Wedaustadion vor 22.000 Zuschauern 0:4 aus, die B-Jugend wurde 1977 und 1978 jeweils Dritter der Deutschen B-Jugendmeisterschaft, musste sich in den Halbfinalspielen aber jeweils Schalke 04 mit 2:5 bzw. 1:2 geschlagen geben. In den Spielen um den dritten Platz konnte man sich gegen Hertha BSC und Eintracht Frankfurt durchsetzen.

Trainer der A-Jugend war damals Heinz Hinkel, der 1979 als Jugendkordinator zum 1. FC Kaiserslautern wechselte und viele gute Spieler mit nach Kaiserslautern nahm. Trainer der B-Junged war Udo Hertlein. Spiele in der Südwestliga fanden in der Regel vor 1.000 und mehr Zuschauern auf dem Hartplatz hinter dem Stadion statt.

Seit Juni 2006 führt der 1. FSV Mainz 05 das bundesweit einzigartige soziale Projekt „05er-KidsClub – Lernen und Erleben wie die Profis“ durch. Es handelt sich um eine Plattform für Kinder und Jugendliche unabhängig von sozialer Herkunft oder sportlichen Talenten, bei der soziale Werte altersgerecht und erlebnispädagogisch vermittelt werden. Die Schirmherrschaft hat die Kinderbuchautorin Ulla Klopp übernommen.

Seit Oktober 1938 trägt der FSV seine Heimspiele im Stadion am Bruchweg aus. Das reine Fußballstadion am Dr.-Martin-Luther-King-Weg (früher Bretzenheimer Bruchweg) nahe der Mainzer Universität hat derzeit nach mehreren Umbauten 20.300 größtenteils überdachte Plätze, darunter ca. 10.400 Sitzplätze. Zum Stadiongelände gehören ein neu angelegter Kunstrasenplatz, ein weiterer Rasenplatz, der seit Jahren in ziemlich schlechtem Zustand ist, ein Rasen-Kleinfeld und ein Hartplatz.

Da der Verein aus wirtschaftlichen Gründen auf ein größeres Stadion angewiesen ist und ein Ausbau des jetzigen Stadions nicht möglich ist, wird derzeit ein Stadionneubau konzipiert, der südlich des Europakreisels rund zwei Kilometer westlich des jetzigen Standorts entstehen wird. Das neue Stadion soll rund 35.000 Zuschauer fassen und ab der Saison 2009/10 die Spielstätte der 05er sein. Auch die Finanzierung der etwa 45 Millionen Euro teuren Arena ist mittlerweile geregelt. Das neue Fußballstadion, soll nach einer Vereinbarung mit Coface Deutschland den Namen „Coface Arena“ tragen.

Vor dem Umzug spielten die 05er 500 Meter südlich des heutigen Stadions auf dem in Eigenarbeit angelegten Sportplatz am Fort Bingen, der 1920 mit einem Freundschaftsspiel gegen Vasas Budapest vor 5.000 Zuschauern eingeweiht wurde. Nach der Erweiterung zur Saison 1926/27 bot die moderne Kampfbahn mit Tribüne und ausgebauten Stehtraversen Platz für mehr als 10.000 Zuschauer. 1937 musste dieses erste vereinseigene Stadion einer Flak-Kaserne weichen, die heute den Haupteingang der Universität bildet. Als Entschädigung für den Verlust der Anlage mit drei Spielfeldern, Tribünen und Umkleidekabinen, in die mehrere hunderttausend Mark investiert worden waren, erhielt der Verein lediglich 3.000 Mark. Die 05er spielten zunächst an der Pariser Straße auf dem Platz des MTV 1817, ab 1938 in der Herbert-Norkus-Kampfbahn, wie das städtische Stadion am Bruchweg im Dritten Reich hieß.

Vor der Errichtung des Sportplatzes am Fort Bingen musste der Verein unterschiedliche Sportplätze nutzen. Zu Hassia-Zeiten spielte man auf freien Flächen der Befestigung am Gautor, große Spiele wurden auf der 1897 errichteten Radrennbahn am nahegelegenen Fichteplatz ausgetragen. 1910 zog der Verein auf den Platz des Mainzer SV 08 an der Hattenbergstraße um. Nach dem Krieg und der Fusion mit den 08ern musste der Klub zunächst auf den ungeeigneten Schützenfestplatz oberhalb des Stadtparks ausweichen, bis die Kampfbahn am Fort Bingen fertiggestellt war.

Bei den Heimspielen des 1. FSV Mainz 05 wird jedes Tor der eigenen Mannschaft mit den ersten Takten des Narrhallamarsch als Tusch gefeiert.

Die Handballabteilung der 05er entstand erst 1926, als unter anderem die Juniorenabteilung des Wartburgverein Mainz geschlossen zum FSV wechselte und sich zwei Herren-, ein Damen- und ein Junioren-Feldhandballteam formierten. Bereits 1927 wurde die Mainzer Herrenmannschaft Bezirks- und Rhein-Saar-Meister. Bis 1930 folgten zwei weitere Bezirksmeisterschaften. Überregional scheiterten die Mainzer regelmäßig am SV Darmstadt 98. Wie die Fußballabteilung brachen auch die Handballer nach dem Verlust des Vereinsgeländes ab 1938 zusammen.

Nach dem Krieg konnten die neuformierten Handballer nicht an die alten Erfolge anknüpfen. Erst 1972 gelang mit der Rheinhessenmeisterschaft der Junioren und dem anschließenden zweiten Platz bei der Südwestmeisterschaft wieder ein Titel.

Die Herrenmannschaft erreichte 1977 die Oberliga, aus der sie 1983 wieder abstieg. Bis 1985 und von 1988 bis 1993 spielte das Team in der Verbandsliga.

Eine Damenmannschaft gibt es erst seit 1978 wieder. Von 1992 bis 1996 traten die 05-Spielerinnen in der Regionalliga an. Die Erweiterung der Regionalliga Südwest um Hessen und Thüringen schmälerte die Wiederaufstiegschancen. Trotz mehrerer Meisterschaften in der Oberliga scheiterte das Team regelmäßig im Aufstiegs-Play-off.

Die bis Oktober 2006 vom „Magier“ Vlado Stenzel trainierten Damen stiegen 2008 in die Regionalliga Südwest auf, die Herren spielen nur noch in der B-Klasse, zuletzt in einer Spielgemeinschaft mit dem Mombacher Turnverein.

Die Tischtennisabteilung des 1. FSV Mainz 05 entstand 1949, als acht Jugendliche des Mainzer Rudervereins, für die nach der Währungsreform die Mitgliedsbeiträge zu hoch wurden, zu den 05ern wechselten. Bereits im ersten Jahr nahmen drei Spieler an den Deutschen Einzelmeisterschaften teil.

Der erste Star des 05-Tischtennis war der mehrfache indische Meister Cudhir Kakhar, der sich in den frühen 50ern dem FSV anschloss und den Topspin in Deutschland einführte.

1954 waren die Mainzer Gründungsmitglied der Oberliga Südwest, der sie bis 1972 und erneut von 1976 bis 1978 angehörten. 1956 spielten sie um die Deutsche Meisterschaft mit. 1968 verpasste Mainz 05 als Oberligazweiter hinter der TGS Rödelheim nur knapp die Teilnahme an der Aufstiegsrunde zur Tischtennis-Bundesliga.

Mit Dieter Köhler stellten die 05er 1956 den deutschen Jugendmeister im Einzel und Doppel sowie den internationalen Jugendmeister. Bei der Weltmeisterschaft 1959 bezwang Köhler den chinesischen Asienmeister Wang Chuan-Yao. Bis heute ist Köhler der erfolgreichste Tischtennisspieler des 1. FSV Mainz 05. Bis 1965 stellten die 05er jedes Jahr den Verbandsmeister Rheinhessens.

Nach dem Wiederaufstieg 1980 waren die 05er auch Gründungsmitglied der 2. Bundesliga, aus der sie im Zuge der Staffelreduzierung 1988 wieder abstiegen. 1991 spielten die Mainzer nur noch viertklassig. Wayne Estwick, Nationalspieler von Trinidad und Tobago, sollte ein Schlüsselspieler beim Wiederaufstieg werden, kam aber noch vor seinem ersten Einsatz bei einem Raubüberfall auf den Mainzer Tischtennis-Abteilungsleiter ums Leben.

Der bekannteste Mainzer Tischtennisspieler der letzten Jahre ist der Chinese Li Bing, der von 1994 bis 2004 acht Mal bester Einzelspieler der Liga wurde und den Verein wieder in die Regionalliga brachte. Seit seinem Wechsel nach Mainz verpasste er kein einziges Meisterschaftsspiel (Stand: 2005). 2001 brachten die 05er einen weiteren Spitzenspieler heraus. Der damals 15-jährige Patrick Baum wurde in seiner Altersklasse Deutscher und Europameister. Nach der Regionalligameisterschaft 2002 scheiterten die Mainzer in der Aufstiegsrunde zur 2. Bundesliga.

Die Saison 2005/06 schlossen die Mainzer als Zweitplatzierter der drittklassigen Regionalliga Südwest ab.

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Geschichte der Stadt Mainz

Darstellung des Kurfürsten von Mainz

Die Stadt Mainz ist römischen Ursprungs und kann auf eine über 2.000-jährige Geschichte zurückblicken. Als römisches Legionslager Mogontiacum gegründet, war die Stadt später Hauptstadt der Provinz Germania Superior und von 780/82 bis 1803 Erzbischofssitz. Ihre Blüte erlebte die Stadt in der Zeit von 1244–1462 als sie Freie Stadt war. Danach wurde die Geschichte bis zum Ende des 18. Jahrhunderts durch die Kurfürsten und Erzbischöfe von Mainz bestimmt, die in der Stadt residierten. Nach dem Ende dieser Ära verlor Mainz in der Zeit als Bundesfestung weitgehend seine Bedeutung. 1950 wurde Mainz Landeshauptstadt des Landes Rheinland-Pfalz.

Schon für die Zeit vor 20.000 bis 25.000 Jahren ist menschliches Leben in der Gegend des heutigen Mainz bezeugt. 1921 wurde auf dem Mainzer Linsenberg eine Raststelle für Jäger freigelegt, die aus der letzten Eiszeit stammt und als bedeutendes Relikt Eingang in die Fachliteratur gefunden hat. Sie ist die älteste Spur menschlichen Lebens auf dem direkten Mainzer Stadtgebiet.

Bedingt durch den Rhein, der von Anfang an die Lebensader der Stadt war, fand vor allem nach Ende der Steinzeit gegen 1800 v. Chr. ein reiches Kultur- und Völkerleben im heutigen Mainzer Raum statt, das sich über die Bronzezeit durch alle Epochen zieht.

In der zweiten Hälfte des 1. Jahrtausends v. Chr. waren die Kelten die bestimmende Macht am Oberrhein. Sie besiedelten auch den Mainzer Raum und benannten diese Siedlung, die mit dem Stadtbegriff jedoch nicht vergleichbar ist, nach einem ihrer Götter namens Mogon. Aus dieser Bezeichnung leiteten die später eintreffenden Römer den Stadtnamen Mogontiacum (Tacitus: Moguntiacum) ab.

75 v. Chr. kamen schließlich die Germanen unter der Führung von Ariovist in die Nähe von Mainz, wo sie den Rhein in Richtung Gallien überschritten. Die bis dahin im mittelrheinischen lebenden Kelten wurden zurückgedrängt, wobei in der Mainzer Gegend, die zum äußersten Einflussbereich des Stammes der keltischen Treverer gehörte, der Anteil der keltischen Bevölkerung bis zur Ankunft der Römer nachweislich relativ intakt blieb.

Nach dem gallischen Krieg, der mit der Schlacht um Alesia 52 v. Chr. endete, orientierte sich das Imperium Romanum unter Julius Caesar und später Augustus Richtung Rhein und Germanien. Die Römer eroberten zunächst die linksrheinischen Gebiete, um von dort aus das rechtsrheinische Germanien (Germania Magna) zu unterwerfen. Eines der Lager, das im Zuge dieses Planes am Rhein errichtet wurde, war das 13/12 v. Chr. von Nero Claudius Drusus angelegte spätere Mogontiacum. Die Stadt gehört somit zu den ältesten Städten in Deutschland.

Mogontiacum gehörte fast 500 Jahre zum Römischen Reich. Ein früher angegebenes Gründungsdatum des Legionslagers 38 v. Chr. ist archäologisch nicht nachweisbar und mittlerweile nicht mehr haltbar. Dennoch gilt es aufgrund der früheren Annahmen offiziell als Gründungsdatum der Stadt. Der sicher datierte Beginn der römischen Geschichte von Mainz wird auf das Jahr 13/12 v. Chr. gelegt. Im Zuge der Expansionspolitik des römischen Reiches Richtung Germanien kam es (spätestens) zu diesem Zeitpunkt zur Gründung eines Legionslagers an der Mainmündung bei Mainz sowie einer ständigen Etablierung der römischen Herrschaft bis zum Rhein. Dafür verantwortlich war – bis zu seinem Tode im Jahre 9 v. Chr. – Nero Claudius Drusus.

Im Lager waren bis zum Jahr 90 n. Chr. ständig erst zwei (beginnend mit der 14. Legion Gemina und der 16. Legion Gallica), später eine Legion (22. Legion Primigenia Pia Fidelis, die Mainzer „Hauslegion“ bis zur Mitte des 4. Jahrhunderts n. Chr.) stationiert. In Vorbereitungen zu diversen Feldzügen nach Germanien waren zeitweilig sogar bis zu vier Legionen sowie Auxiliartruppen in Mainz stationiert. Ein Teil dieser zusätzlichen Truppen wurde in einem zweiten großen Militärlager, das bis zum Ende des 1. Jahrhunderts n. Chr. bestand, untergebracht. Es lag bei Weisenau auf dem Gelände des heutigen Steinbruchs und ist archäologisch nicht mehr nachweisbar. Dadurch zog der Militärstützpunkt Mogontiacum auch Händler, Handwerker und Wirtsleute an. Die um das Lager lebenden Menschen hatten jedoch keine Bürgerrechte und waren vom Standortkommandanten abhängig. Das Hauptlager, an das noch der heutige Stadtteilname Kästrich (Castrum) erinnert, war wie die übrigen Römerlager aufgebaut: Zwei sich kreuzende Straßen (Via praetoria, Via principalis, Via decumana) mit vier Toren (Porta praetoria, Porta decumana, Porta principalis dextra, Porta principalis sinistra).

Nach dem Desaster in der Varusschlacht 9 n. Chr. wurde der Rhein zwischenzeitlich zum Grenzfluss zwischen Germanien und dem Imperium. 89 n. Chr., nach der Niederschlagung des Saturninus-Aufstands, wurde die Stadt zusätzlich zu ihrer militärischen Funktion als wichtigstes Heerlager an der Rheingrenze auch zum zivilen Verwaltungszentrum und zur Hauptstadt der neugebildeten Provinz Germania Superior (Obergermanien). Die Provinz reichte vom Oberrhein bis nach Koblenz, das damals Confluentes hieß. Nördlich davon lag die Provinz Germania Inferior mit Colonia Claudia Ara Agrippinensium (Köln) als Provinzhauptstadt. Ein umfassendes Bauprogramm speziell des flavischen Kaiserhauses (Ausbau des Legionslagers in Stein, Aquäduktbau, dauerhafte Pfahlrostbrücke mit massiven Steinpfeilern) sowie die Eroberung der Wetterau und der Beginn des Limesbaues dort kennzeichneten die Entwicklung von Moguntiacum im 1. Jahrhundert n. Chr.

In der Folgezeit blühte Mainz auf, erreichte aber als Zivilsiedlung nie den Status von Köln oder Trier. Händlerstraßen, zum Beispiel nach Divodurum (Metz) machten die Stadt wohlhabend. Stadt und Umland wurden jedoch ab dem Ende des 2. Jahrhundert n. Chr. immer häufiger von einfallenden Stämmen wie den Chatten, Alamannen und den Vandalen bedroht, vor allem nach dem Fall des Limes 258 n. Chr. Dies führte 259/260 n. Chr. zum Verlust des rechtsrheinischen Limesgebietes, Mogontiacum wurde wieder Grenzstadt. Im dritten und spätestens im vierten Jahrhundert hielt auch das Christentum in der Stadt Einzug. Spätestens 368 ist von der Präsenz eines Bischofs in der Stadt auszugehen (siehe auch: Geschichte des Bistums Mainz).

Im gleichen Jahrhundert trat jedoch der Verfall des Imperium Romanum immer deutlicher zutage. Vor allem die Alamannen bedrohten Mainz und besetzten 352/355 die Stadt. Weitere Einfälle sind aus den Jahren 357, 368 und 370 belegt. Julian Apostata eroberte die Stadt 357 n. Chr. nochmals von den Alamannen zurück und verstärkte die Rheinflotte in Mainz (Römerschiffe). Auch die bereits im 3. Jahrhundert n. Chr. erbaute Stadtmauer wurde nochmals in der zweiten Hälfte des 4. Jahrhunderts umgebaut und erneuert. In der Neujahrsnacht 407 eroberten die Vandalen die Stadt und zerstörten sie (siehe → Rheinübergang von 406). 451 fielen schließlich die Hunnen ein, richteten aber nach neuester Forschung keine großen Schäden in Mainz an. Die Zeit des römischen Mainz war aber danach vorbei. Die Franken übernahmen die Herrschaft und gliederten Mainz zum Ende des 5. Jahrhunderts in ihr Reich ein.

Zwischen den Franken und den Alamannen, dem zweiten großen Volksstamm dieser Gegend, entbrannte gegen Ende des 5. Jh. ein Kampf um die Vorherrschaft über die ehemals römischen Gebiete. 496/97 ließ sich der Frankenkönig Chlodwig aus dem Hause der Merowinger nach einem Gelübde taufen. Chlodwig vertrieb in der Folge die Alamannen aus dem Gebiet. Er wurde König Westfrankens und Galliens, später auch des Kölner Frankenreiches, zu dem vermutlich auch Mainz gehörte. Mainz wurde so Teil eines fränkischen Großreiches und von der Grenz- zur Binnenstadt. Ab dieser Zeit, vor allem aber zur Zeit des Bischofs Sidonius (6. Jh.) blühte das Christentum in der Stadt auf und es kam erstmals wieder zu Bautätigkeiten. Im 7. und 8. Jh. begann die Zeit der Mission durch Benediktinermönche aus dem angelsächsischen Gebiet. Der bedeutendste dieser Missionare war der aus Wessex stammende Missionserzbischof Bonifatius. Dieser betrieb 744 die Absetzung des wegen der Ausübung von Blutrache für unwürdig befundenen Gewilib und wurde selbst Bischof von Mainz. Bonifatius leitete als Erzbischof von Mainz aus die Christianisierung von Hessen und dem Friesland. Unter seinem Nachfolger Lullus (Lul) wurde das Bistum um 780/782 zum Erzbistum erhoben. Die Kirche von Mainz entwickelte sich zur größten Kirchenprovinz nördlich der Alpen (siehe: Bistum Mainz), was auch die Bedeutung der Stadt an sich hervorhob.

Mit Karl dem Großen begann die große Zeit der Karolinger. Karl gründete nah bei Mainz in Ingelheim eine seiner Kaiserpfalzen. Der Fund eines karolingischen Thronfragments aus der zweiten Hälfte des 8. Jh. legt nahe, dass auch in Mainz eine Kaiserpfalz gestanden hat. Karl hielt in Mainz mehrere Versammlungen ab, eine Tradition, die noch Jahrhunderte weitergeführt wurde und 1184 unter Kaiser Friedrich I. Barbarossa ihren Höhepunkt fand. Mainz bot sich als Tagungsort an, da es mit dem Stift St. Alban vor Mainz schon früh über einen großen Kirchenbau (75 m Länge) verfügte, in dem die Versammlungen stattfinden konnten und der sich dadurch in den folgenden 200 Jahren zum geistlichen Zentrum der Diözese entwickelte. Da von Mainz seit der Zeit des Bonifatius aktiv die Christianisierung der Slawen und anderer Ostvölker betrieben wurde, entwickelte sich Mainz weiter zu einem wichtigen Knotenpunkt des Reiches. Dies galt nicht nur für politische und religiöse, sondern auch für wirtschaftliche Belange. Vor allem Kaufleute machten Mainz wohlhabend. Der Akzent blieb in der Stadtentwicklung jedoch stets auf der religiösen Bedeutung, die sich vor allem von den jeweiligen Erzbischöfen ableitete. Unter den frühen Nachfolgern des Lullus ist dabei vor allem noch der aus Mainz stammende Rabanus Maurus zu nennen, der 847 Erzbischof wurde. Sein Pontifikat war der erste Höhepunkt dieser Entwicklung zu einem bedeutenden geistlichen Zentrum.

Nach den überwundenen Einfällen der Normannen im 9. Jh. begann im 10. Jh. die Epoche, der Mainz seinen Ehrennamen Aurea Moguntia („Goldenes Mainz“) verdankt. Der Erzbischof trug von da an den Titel „Erzbischof des Heiligen Stuhles von Mainz“, ein besonderer Ehrentitel, den heute neben Mainz nur noch der Stuhl von Rom innehat. Mainz wurde Sitz des Stellvertreters des Papstes jenseits der Alpen.

975 wurde mit Willigis der bedeutendste Kirchenmann dieser Zeit Erzbischof. Er wurde Reichserzkanzler des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation und verband diese Würde auf Dauer mit dem Erzstuhl von Mainz. Er war eine Schlüsselfigur in der Zeit der Ottonen, deren Reichskirchensystem die Kirchenprovinzen und ihre Oberhirten förderte. Von 991 bis 994 war Willigis als Vormund des minderjährigen Otto III. Reichsverweser und vereinte höchste weltliche und geistliche Macht in Mainz; die daraus folgenden Tributzahlungen machten Mainz zu einem der reichsten Bistümer seiner Zeit. Willigis ließ überdies den großen romanischen Dom errichten, der als Manifestation seines Selbstverständnisses Staatsdom des Reiches werden sollte. Bis heute prägt er Stadtbild und Stadtplanung. Mainz wird in historischen Schriften dieser Zeit als Diadema regni („Krone des Reiches“) und Aureum caput regni („Goldenes Haupt des Reiches“) bezeichnet.

Mit Erzbischof Willigis fand eine schon im frühen 9. Jh. begonnene Entwicklung ihren Abschluss, die den Mainzer Erzbischof zum Oberhaupt der Stadt machte. Er setzte einen Stadtgrafen (später Burggrafen) ein, der für ihn die Stadt verwaltete. Mainz wurde erzbischöfliche Metropole und blieb es mit Unterbrechung von 1244–1462 bis zum Ende des Heiligen Römischen Reiches.

Die Erzkanzlerwürde des jeweiligen Erzbischofs und dessen Recht zur Königswahl machten Mainz zu einem der Hauptorte des Heiligen Römischen Reiches und zu einem Brennpunkt der Reichspolitik. Dies setzte sich insbesondere im hohen Mittelalter fort. Erzbischof Adalbert I. von Saarbrücken besaß genug Macht, um 1125 das Königswahlrecht zu reformieren. Von diesem Zeitpunkt an sollten nicht mehr alle Fürsten an der Wahl teilnehmen, sondern nur noch 10 aus den vier Provinzen Franken, Sachsen, Schwaben und Bayern. 1257 wurde diese Zahl auf 7 reduziert, eine Regelung, die mit einer kleinen Änderung (Übertragung der Kur der Pfalzgrafen auf den Herzog von Bayern, später Schaffung eine achten Kur für den Pfalzgrafen) bis zum Ende des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation Bestand haben sollte. Einer von ihnen war der Erzbischof von Mainz, der sich daher auch Kurfürst nennen durfte. Dies darf als eigentlicher Beginn der kurmainzischen Geschichte angesehen werden.

Adalbert verlieh den innerhalb der Mauern lebenden Mainzern zudem erstmals spezielle Bürgerrechte, insbesondere die Unabhängigkeit von auswärtigen Gerichtsbarkeiten und das Privileg, keine Abgaben an auswärtige Vögte bezahlen zu müssen. Diese Rechtserklärung wurde später jedermann zugänglich in die Bronzetore des Doms eingemeißelt. Die Privilegien gingen jedoch 1160 wieder verloren, als Mainzer Bürger wegen einer Steuerstreitigkeit Erzbischof Arnold von Selenhofen erschlugen. Kaiser Friedrich I. Barbarossa ließ deswegen zusätzlich die Stadtmauern schleifen. Doch schon 1184, zur Schwertleite seiner Söhne und 1188 kehrte Friedrich I. nach Mainz zurück, um auf dem so genannten Hoftag Jesu Christi zu einem neuen Kreuzzug aufzubrechen. Besonders unter den Erzbischöfen von Eppstein (ab 1208) entwickelte sich Mainz schon bald wieder zu einem wichtigen Zentrum des Reiches. 1212 krönte Siegfried II. von Eppstein den bedeutendsten Staufer Friedrich II. im Mainzer Dom zum König. Mit der Zeit der Erzbischöfe von Eppstein fiel auch eine besonders geförderte Bauleistung an der Stadtbefestigung zusammen.

Schon 1235 fand die Tradition der Hof- und Reichstage in Mainz ihre Fortsetzung und ihren letzten Höhepunkt: Friedrich II. eröffnete in der Stadt am 15. August den Reichstag, auf dem der Reichslandfriede (Mainzer Landfriede) erlassen wurde.

Die Judenverfolgung und ihre Pogrome fielen in Mainz wie auch anderswo im Reich meist mit den Kreuzzügen zusammen. Besonders furchtbar war dabei das Pogrom von 1096. Nachdem der Kreuzzug beschlossen war, kam es schon in Frankreich zu schweren Unruhen. Es bildeten sich irreguläre Heerhaufen, die bevor sie in das heilige Land reisten, zunächst ihre eigene Heimat von den Juden „befreien“ wollten. Nachdem die Mainzer Bürger die Gefahr zunächst heruntergespielt hatten, zwang sie das Auftauchen der Heerhaufen vor Worms und später vor ihrer eigenen Stadt zum Handeln. Als der radikale Judenhasser Emicho Graf von Leiningen mit seiner Armee vor der Stadt auftauchte, wollte Erzbischof Ruthard die Stadt verlassen, da er sich außerstande sah, dem Grafen zu trotzen. Jüdische Bürger versuchten den Erzbischof mit Geldgeschenken hiervon abzubringen. Nach dem ungeklärten Tod eines Mainzer Bürgers gelang es Emicho, Teile der Bürgerschaft für sich zu gewinnen. Diese öffneten nachts die Stadttore. Die Juden der Stadt flüchteten in die erzbischöfliche Residenz, wo Ruthard für ihren Schutz garantieren wollte, einer Verantwortung, der er sich jedoch bald durch Flucht entzog, so dass die jüdische Bürgerschaft ihren Häschern ausgeliefert war. Um nicht in ihre Hände zu fallen, begingen sie rituellen Selbstmord. Nur etwa 53 Juden konnten später von 300 Mann der erzbischöflichen Garde nach Rüdesheim gerettet werden, wo sie abermals von den Kreuzfahrern gestellt wurden. Erzbischof Ruthard war wiederum nicht Herr der Lage. Am Ende waren 1014 Juden tot, was damals 90 % der Gemeinde ausmachte.

Kaiser Heinrich IV. verfügte im darauf folgenden Jahr die Wiederherstellung der Gemeinde. Da der Verbleib der jüdischen Vermögen unbekannt war, wurden Einkünfte des Erzbischofs beschlagnahmt. Die jüdische Gemeinde erholte sich jedoch erst im späten Mittelalter wieder vollständig von diesem Pogrom.

Zu den großartigsten Hoftagen des ganzen Mittelalters gehörte das von Friedrich I. Barbarossa 1184 abgehaltene Pfingstfest in Mainz. Anlass war die Schwertleite seiner Söhne Heinrich und Friedrich. Weit über 40.000 Ritter zogen nach Mainz, das diese Menschenmassen unmöglich fassen konnte, weswegen die Ritter auch die Rheinauen rund um Mainz besetzten. An dem Fest nahmen praktisch alle Fürsten und geistlichen Eliten des Reiches teil, unter anderem die Herzöge von Böhmen, Österreich, Sachsen, der Pfalzgraf bei Rhein und der Landgraf von Thüringen sowie die Erzbischöfe von Trier, Bremen und Besançon und die Bischöfe von Regensburg, Cambrai, Lüttich, Metz, Toul, Verdun, Utrecht, Worms, Speyer, Straßburg, Basel, Konstanz, Chur, Würzburg, Bamberg, Münster, Hildesheim und Lübeck. Über das Fest schrieb ein Chronist: Dat was de groteste hochtit en, de ie em Dudischeme lande ward (Das war das größte Fest, das jemals in Deutschland gefeiert wurde).

1236 gewährte der Kaiser den Mainzer Bürgern erstmals wieder Rechte, die denen des Adalbert ähnelten. Begünstigt durch den Konflikt Friedrichs II. mit dem Papst ließen sich die Bürger von den beiden verfeindeten Parteien umwerben. So erhielten sie 1242 von König Konrad IV. ein Zollprivileg. Dennoch wechselten sie kurz darauf die Seiten und erhielten am 13. November 1244 unter nicht restlos geklärten Umständen ein weitgehendes Stadtprivileg von Erzbischof Siegfried III. von Eppstein. Dieses enthielt nicht nur die Bestätigung früherer Privilegien, sondern auch die Erlaubnis zur Bildung eines 24-köpfigen gewählten Stadtrats. Ferner wurde der Gefolgszwang aufgehoben. Dies bedeutete, dass Mainzer Bürger dem Erzbischof außer zur Stadtverteidigung keinen Kriegsdienst mehr leisten und ihm auch keinen Krieg mehr finanzieren mussten. Da das mächtige Mainzer Domkapitel den Bestand der Privilegien auch nach zukünftigen Bischofswahlen garantierte, wurde Mainz, obwohl der Erzbischof immer noch Oberhaupt der Stadt war, faktisch zur „Freien Stadt“. Dem Stadtrat konnten freilich nur Leute aus Patrizierhäusern angehören.

Nach der Gewährung der Stadtfreiheit brach die Glanzzeit der Stadt im Hochmittelalter an. Der sich ab 1254 entwickelnde Rheinische Städtebund und den Ruf, den sich Mainz dadurch erwarb, ließen die Bedeutung der Stadt im Reich erkennbar werden. Mainz wurde zu einem Brennpunkt des politischen und des kirchlichen Geschehens, wovon viele Klostergründungen in Mainz zeugen (zu Hochzeiten waren in Mainz 26 Klöster niedergelassen). Nach dem Ende des Interregnums 1273 konnte die Stadt weiter aufblühen. Durch die entstehende Sicherheit der Handelswege nach der Wiederherstellung einer – wenn auch geschwächten – Zentralgewalt konnte vor allem der Handel profitieren.

Auf politischer Ebene machte sich insbesondere Erzbischof Peter von Aspelt (1306–1320) im Reich einen Namen. Neben der Krönung Johanns (1311) zum König von Böhmen (das bis 1348 ebenfalls zur Kirchenprovinz Mainz gehörte) unterstützte er die Wahl Ludwigs des Bayern zum deutschen König, was der Stadt und auch der Bürgerschaft, die 1317 das Kaufhausprivileg erhielt, ebenfalls zugute kam. Zur selben Zeit verordnete der König den rheinischen Landfrieden, der die nach Hungersnöten lebenswichtigen Getreideimporte schützen sollte.

Nach dem Tod Friedrichs II. begann die Zeit des Interregnums, also der kaiserlosen Zeit. Infolge des Fehlens einer mächtigen Zentralgewalt kam es daraufhin im Reichsgebiet überall zu Machtkämpfen und kleineren Bürgerkriegen. Da auch marodierende und wegelagernde Banden durchs Land zogen, beschlossen die Mainzer und Wormser Bürger 1253, einen Schlussstrich unter ihre Uneinigkeiten zu ziehen. Im Februar 1254 schlossen sie ein Schutzbündnis, dem sich kurz darauf auch Oppenheim und Bingen anschlossen. Diesem ursprünglich regionalen Bund traten in der Folgezeit viele Städte und Regionen des Mittel- und Oberrheins bei. Nach zwei Jahren umfasste der Rheinische Bund bereits große Teile Deutschlands. Das politische Gewicht lag vor allem bei den Städten Mainz und Worms. Der Bund war ein politischer, wirtschaftlicher und militärischer Zusammenschluss, der vor allem den unsicher gewordenen Warenverkehr durch militärischen Schutz wiederherstellte. 1255 erhielt er von König Wilhelm von Holland (ein von Erzbischof Siegfried III. zum Gegenkönig erhobener Fürst) den Status einer Reichsinstitution. Maßgeblich für die Entwicklung des Bundes war der Mainzer Bürger Arnold Walpod (Walpode ist eine Abkürzung von „Gewaltbote“, was soviel bedeutet, dass Arnold Polizeigewalt besaß).

Der Erfolg des Rheinischen Städtebundes legte es nahe, die Reichsverfassung auf seiner Grundlage zu reformieren. Doch schon 1256 fiel König Wilhelm in Friesland. Zwar setzte sich der Aufbau des Bundes zunächst weiter fort, die Kurfürsten konnten sich jedoch nicht auf einen Kandidaten für die Königswahl einigen und wählten gleich zwei Fürsten. Durch diese Uneinigkeit brach der Bund wieder auseinander. Die Idee der Städtebünde blieb jedoch lebendig. Schon bald entstanden überall neue Städtebünde, wie z.B. der Hansebund, der vorher nur als Zusammenschluss von Kaufleuten existiert hatte. Auch der Städtebund von Mainz, Worms und Oppenheim entstand in der Folge neu. Mit dem Ende des Hochmittelalters brachen jedoch auch wieder schlechtere Zeiten an.

Schon zu Lebzeiten des Erzbischofs Matthias von Bucheck gab es immer wieder Konflikte zwischen dem Erzbischof, der Stadt und dem Domkapitel. Grund hierfür war meist, dass das adelige Kapitel die Privilegien der Bürgerschaft nicht anerkannte und den Erzbischof häufig zu deren Einschränkung erpresste. Nach dem Tod des Erzbischofs 1328 brachen diese Konflikte offen aus. Das Domkapitel wählte den Trierer Erzbischof Balduin von Luxemburg zum neuen Erzbischof, während der Papst, welcher der Mainzer Bürgerschaft wohlgesinnt war, Heinrich von Virneburg (den Neffen des gleichnamigen Kölner Erzbischofs) zum Nachfolger bestimmte. Das folgende Schisma wuchs sich zu einer offenen Konfrontation – dem so genannten Mainzer Bistumsstreit – aus, in dessen Folge die Stadt zunächst dem Interdikt verfiel. Später verhängte Ludwig der Bayer die Reichsacht über die Stadt. Von dieser Strafe konnten sich die Mainzer nur durch hohe Schadensersatzleistungen freikaufen, was die Stadt teilweise verarmen ließ. Zu dieser Entwicklung kam noch die Pestepidemie von 1348, die den Niedergang weiter forcierte. Der Niedergang der Stadt hatte Streitigkeiten um die Besetzung des Stadtrates zur Folge, in den nun auch andere Gruppen wie z.B. die Zünfte drängten. Diese Auseinandersetzungen zogen sich bis weit in das 15. Jh. hinein und lähmten die Stadtentwicklung.

Zu den Auseinandersetzungen um die Organisation des Stadtrates kam dann noch die so genannte Mainzer Stiftsfehde, die letztendlich 1462 das Ende der Mainzer Stadtfreiheit einleitete. 1459 war Diether von Isenburg zum neuen Erzbischof gewählt worden. Dieser machte sich jedoch bald sowohl den Papst (durch Verweigerung der Kreuzzugsteilnahme) als auch den Kaiser (durch Unterstützung der Böhmen) zum Feind. Der Papst erklärte ihn 1461 für abgesetzt und hob Adolf II. von Nassau auf den Mainzer Stuhl. Die Stadt Mainz und ihre Bürger stellten sich auf die Seite Diethers. Daraufhin ließ Adolf II. die Stadt erobern und sich die Privilegien der Bürgerschaft aushändigen. Mainz wurde erzbischöflich-kurfürstliche Residenzstadt mit einem vom Erzbischof eingesetzten Verwalter („Vicedom“). Die politische Bedeutung der Stadt war damit verloren.

Nach dem Tod Adolfs II. 1475 wählte das Domkapitel abermals Diether von Isenburg zum Erzbischof. Die Stadtfreiheit erhielten die Mainzer von dem von ihnen einst unterstützten Erzbischof aber nicht zurück. Als Gegenleistung für seine Wahl hatte Diether die Herrschaft über die Stadt nämlich an das Domkapitel abtreten müssen, eine Regelung, die durch einen deswegen ausgelösten Aufstand der Bürgerschaft (1476) jedoch nur ein Jahr Bestand hatte. Erzbischof Diether zwang die Stadt wieder unter seine Herrschaft und errichtete in der Stadt die Martinsburg, den Vorgängerbau des kurfürstlichen Schlosses als Residenz. 1486 lieferte König Maximilian die Stadt in einer Urkunde „für alle Zeiten“ dem Erzbischof aus.

Diether von Isenburg errichtete 1477 die erste Mainzer Universität, die bis 1823 Bestand hatte. Schon sein Vorgänger Adolf II. hatte eine solche Einrichtung geplant. Der Papst, der damals solche Einrichtungen genehmigen musste, stattete die Universität mit den gleichen Privilegien wie Köln, Paris und Bologna aus. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Universität 1946 als Johannes Gutenberg-Universität (dort auch Historie) wieder begründet.

In die Zeit vor der Reformation fiel die Erfindung (zumindest was den abendländischen Raum angeht) des Buchdrucks mit beweglichen Lettern um 1450 durch den Mainzer Bürger Johannes Gutenberg. Die Erfindung löste die erste Medienrevolution aus und begünstigte die Reformation, da Schriften nun schneller und in bislang unvorstellbarer Auflage gedruckt und verbreitet werden konnten.

Der Verlust der Stadtfreiheit und die immer umfangreicheren Privilegien für Geistliche zerrütteten das Verhältnis zwischen den Bürgern und der Kirche. Verstärkt wurde dies noch dadurch, dass die Geistlichen ihrer seelsorgerischen Pflicht offenbar nur unzureichend nachkamen. Als Kurfürst und Reichserzkanzler war der Erzbischof meist nur mit der Reichspolitik statt mit seinen Aufgaben als Priester beschäftigt. So hielt sich beispielsweise Erzbischof Christian I. von Buch (1165–1183) ganze zwei Mal kurz in seinem Erzbistum auf. Auch viele andere Geistliche hatten oft etliche eigene Pfründe, um die sie sich kümmern mussten. Ihre Pflichten ließen sie meist von Vikaren erledigen. Ein enger Kontakt zwischen Geistlichkeit und Laien konnte sich auf diese Weise in Mainz nie entfalten.

Dazu kam noch die beginnende Reformation, deren Ursprung Schriften gegen den Ablasshandel der Kirche gewesen waren. Solche Ablässe wurden im Erzbistum Mainz besonders intensiv verkauft. Grund hierfür war die Ernennung Albrechts von Brandenburg zum Erzbischof. Albrecht, unter dem die Renaissance in Bau und Kultur in die Stadt Einzug erhielt, war zuvor schon Erzbischof von Magdeburg und Administrator von Halberstadt gewesen und behielt diese Ämter auch als Erzbischof von Mainz. Für eine solche Ämterhäufung mussten das Domkapitel und Albrecht dem Heiligen Stuhl in Rom eine riesige Summe überweisen. Eingetrieben wurde sie vor allem durch den Ablassprediger Johann Tetzel. Gegen diesen Ablasshandel erhob der aus Eisleben stammende Martin Luther seine Stimme. Seine Thesen fanden in Mainz schnell Gehör, der dort gerade erfundene Buchdruck sorgte für rasche Verbreitung. Als der päpstliche Nuntius Aleander 1520 nach Mainz kam um dort die Schriften Luthers verbrennen zu lassen, wurde er von der aufgebrachten Menge beinahe gelyncht.

Erzbischof Albrecht stand den reformatorischen Ideen zunächst unentschlossen gegenüber. Sein humanistisches Weltbild ließen ihn eher für die Reformation votieren. So berief er auch die Prediger Wolfgang Fabricius Capito und Kaspar Hedio an den Dom, die humanistische und reformatorische Predigten hielten und Anklang bei der Bevölkerung fanden.

Doch am Ende entschied sich Albrecht gegen die Reformation, deren Ideen seine Amtsführung unmöglich gemacht hätten. 1523 musste Hedio, wie vorher auch schon Capito, Mainz verlassen. Obwohl die Ideen an sich in Mainz weiterhin präsent waren, blieben Stadt und Erzbistum katholisch. So wählte das Mainzer Domkapitel mit Sebastian von Heusenstamm einen Anhänger der katholischen Lehre zum neuen Erzbischof.

Schon zur Zeit Albrechts hatten Rivalitäten unter den Fürsten, die entweder zum Katholizismus oder zum Protestantismus neigten, ständige Kriegsgefahr heraufbeschworen. Im „Schmalkaldischen Krieg“ von 1546 verbündeten sich Herzog Moritz von Sachsen, der zusammen mit Heinrich II. von Frankreich gegen Kaiser Karl V. intrigierte, mit dem Markgrafen Albrecht Alkibiades von Brandenburg-Kulmbach. Nachdem Heinrich II. für Moritz unannehmbare Forderungen für seine Unterstützung gestellt hatte, kämpfte Albrecht Alkibiades auf eigene Faust mit Unterstützung Frankreichs weiter. Dazu trieb er sich zusammen mit seinem Heer marodierend im Reich herum. Oppenheim, Worms und Speyer und die Hochstifte Würzburg und Bamberg wurden geplündert. Als bekannt wurde, dass Albrecht Alkibiades auf Mainz zog, verließen der Erzbischof und das Domkapitel die Stadt. Auch die kurfürstlich-erzbischöfliche Residenz Aschaffenburg wurde geplündert; die erzbischöfliche Burg abgebrannt. Der schutzlosen Stadt Mainz blieb nichts anderes übrig, als vor Albrecht Alkibiades zu kapitulieren. Der mit dem bezeichnenden Titel „Geissel Deutschlands“ geschmückte Markgraf zerstörte Teile der Stadt und presste ihr außerdem 15.000 Gulden ab. Davon sollte sich die Stadt nicht so bald erholen. Da der Kaiser offenbar nicht in der Lage gewesen war, die Stadt vor diesen Verheerungen zu beschützen, befürwortete Erzbischof Sebastian von Heusenstamm nun den Abschluss eines Religionsfriedens. Dieser wurde am 25. September 1555 in Augsburg geschlossen.

Nach dem Tode Sebastians von Heusenstamm 1555 kam es zur zweiten „Schicksalswahl“, die endgültig über die konfessionelle Ausrichtung des Erzbistums entscheiden musste. Mit einer Stimme Mehrheit entschied sich das Domkapitel für den katholischen Daniel Brendel von Homburg. Dieser leitete die Rekatholisierung in Mainz ein und holte dafür die Jesuiten nach Mainz, die von da an bis zur Aufklärung maßgebend auf Universität und geistliches Leben einwirkten. Der Protestantismus blieb so weiterhin geächtet. Erst ab 1802 gab es die erste richtige (vorher ab und zu Garnisonsgemeinden) evangelische Gemeinde in Mainz.

Der seit 1618 tobende Dreißigjährige Krieg verschonte Mainz zunächst, so dass in der Stadt die rege Bautätigkeit weitergehen konnte, die schon zum Ende des letzten Jahrhunderts eingesetzt hatte und der Stadt eine neue Glanzzeit versprach. Zu dieser Zeit entstanden vor allem die großen Adelspaläste der Domkapitulare und Kurfürsten. Aber auch erste Befestigungsmaßnahmen wurden vorgenommen – insbesondere auf dem Jakobsberg. Kurfürst Erzbischof Georg Friedrich von Greiffenklau (1626–1629) begann außerdem mit dem neuen Kurfürstlichen Schloss, an dem auch während des 30-jährigen Kriegs gebaut wurde.

Hatten die Bürger zunächst noch gehofft, der Krieg werde die Stadt verschonen, so mussten sie sich eines besseren belehren lassen, als die Schweden unter König Gustav Adolf 1630 im Reich landeten. Anfang Oktober 1631 kam der schwedische König der Stadt immer näher, so dass Erzbischof und Domkapitel Anfang Dezember nach Köln ins Exil gingen. Die Residenz des Erzbischofs, Aschaffenburg, war da bereits von schwedischen Truppen eingenommen worden. Am 23. Dezember 1631 marschierten schwedische Truppen nach „ehrenvoller Übergabe“ der Stadt durch den Mainzer Stadtkommandanten in Mainz ein. Die Zahlungen, mit denen sich die Mainzer Bürger nun von Plünderung und Brandschatzung freikaufen mussten, ruinierten die Stadtfinanzen. Zudem ließ Gustav Adolf in großem Maße Kulturschätze aus Mainzer Bibliotheken nach Schweden schaffen.

Da die Schweden nicht genügend Verwaltungspersonal besaßen, ließen sie die kommunalen Organe und damit auch den seit dem Verlust der Stadtfreiheit faktisch bedeutungslosen Mainzer Stadtrat bestehen. Dieser unternahm nun Bemühungen, sich mit Hilfe der schwedischen Besatzung von der Herrschaft der erzbischöflichen Stadtverwalter, der Vizedome, zu befreien. Möglicherweise gab es bis zur Rückkehr des erzbischöflichen Hofstaates und seiner Verwaltung 1636 sogar wieder einen Bürgermeister (Schultheiß).

Die schwedische Besatzung förderte zwar die Entstehung lutherischer Gemeinden in Mainz, Gustav Adolf garantierte den Mainzern jedoch die Religionsfreiheit, so dass die Stadt weitgehend katholisch blieb. Nach dem Tod Gustav Adolfs 1632 wurde Mainz dann aber unter dem schwedischen Oberbefehlshaber für Deutschland, Kanzler Axel Oxenstierna zunehmend ausgebeutet. Zudem kam es zu Pestepidemien.

1634 wurde in der Schlacht bei Nördlingen das Ende der schwedischen Herrschaft in Deutschland eingeleitet. Die besiegten Truppen wichen zurück und kamen dabei in die zur Festung ausgebaute Stadt Mainz, die von Gustav Adolf außerdem ein sternförmiges Fort auf der rechten Rheinseite als Vorposten erhalten hatte. Daraus leitet sich der Name des ehemaligen Stadtteils (bis 1945) Gustavsburg ab. Die dezimierten Truppen und die von Pest und Hunger zermürbte Besatzung der Festung konnten dem kaiserlichen Heer nicht lange standhalten. Am 17. Dezember 1635 übergaben die Schweden die Stadt. Am 9. Januar 1636 verließ der letzte schwedische Soldat Mainz. Zurück blieb eine durch die Kriegswirren und Epidemien weitgehend entvölkerte, verarmte und stark beschädigte Stadt. Um durch den kalten Winter zu kommen, hatten Bürger Häuser abreißen müssen, um an Brennmaterial zu kommen.

Die Pest bedrohte die Stadt mehrmals in ihrer Geschichte. Epidemien gab es 1348, 1482, 1553, 1564 und 1592, wobei allerdings nur die Epidemie von 1348 wirklich große Auswirkungen hatte. Als schlimmster Einfall der Pest gilt jedoch die Epidemie von 1666, die in eine Zeit fiel, als sich die Stadt langsam von den Verheerungen des 30-jährigen Krieges erholte. Einfallstor waren die Handelsstraßen aus Holland über Köln nach Frankfurt und Mainz. Im Juni 1666 machte sich die Seuche in der Stadt bemerkbar. Die genaue Anzahl der Opfer ist nicht bekannt, jedoch geht aus Dokumenten des damaligen Dompredigers Volusius hervor, dass „ungefähr 2200“ Mainzer an der Pest gestorben seien. In der noch durch den Krieg dezimierten Bevölkerung der Stadt machte dies über 20% aus.

Noch während des 30-jährigen Krieges, am 19. November 1647, wurde der Fürstbischof von Würzburg, der später als „Deutscher Salomo“ gepriesene Johann Philipp von Schönborn, vom Domkapitel zum neuen Erzbischof gewählt. Die Familie Schönborn gehörte im 17. und 18. Jh. zu den bedeutendsten Adelsfamilien Deutschlands. Die während der Regierungszeit Johann Philipps als Erzbischof und Kurfürst gesetzten Akzente in Stadtbild, Selbstverständnis und Politik blieben im Wesentlichen bis zur Französischen Revolution erhalten. Der bis 1673 regierende Fürst war maßgeblich dafür verantwortlich, dass sich die Stadt aus den Wirren von Krieg und Pest schnell befreien konnte. Er leitete eine neue Blütezeit der Stadt ein, die freilich nicht an die Zeiten der Mainzer Stadtfreiheit heranreichte. Um die wirtschaftlichen Probleme des Wiederaufbaus zu beheben, wurde das Stapelrecht revitalisiert, dass schon von je her eine der wichtigsten Einnahmequellen der Bürgerschaft gewesen war. Das Stapelrecht forderte Abgaben von Händlern, die ihre Waren auf dem Weg in die Messestadt Frankfurt zwischenlagerten. Mainz gelang so ein wirtschaftlicher Aufschwung, der auch Menschen aus entfernten, durch Kriegswirren und Seuchen verarmten Gebieten (z.B. auch aus Italien) anzog. Trotz der Pestepidemie von 1666 konnte die Bevölkerungszahl der Stadt so gegen Ende des 17. Jh. wieder deutlich zunehmen.

Zwar blieb die Stadt auch weiterhin unter der Oberhoheit des Erzbischofs, die Rechte der Bürgerschaft wurden aber wieder gestärkt. Verschiedenen Räten oblagen Regelungen auf Gebieten, die heutzutage unter das Zivilrecht bzw. Verwaltungsrecht (hier vor allem Bauwesen) fallen. Polizeigewalt und wichtigere Verfahren waren jedoch Angelegenheiten des Stadtherrn, wie auch die Besteuerung („Schatzung“), die zwar von Bürgern beeinflusst wurde aber faktisch von der Finanzverwaltung der Hofkammer abhängig war.

Auch der Ausbau der Stadt zur Festung fiel in die Zeit Johann Philipps von Schönborn. Nachdem Mainz mit der Zitadelle und vorgelagerten Forts (Kastel) schon immer einen festungsartigen Charakter hatte, ließ Kurfürst Johann Philipp die Stadt zu einer zusammenhängenden Festung ausbauen. Außerdem wurde eine Bürgermiliz gegründet, die dem Festungskommandanten der Stadt unterstand. Die Arbeiten an der Festung zogen sich bis weit ins 18. Jh. und kosteten die Stadt ein Vermögen. Zusätzlich zum Bau der Festung entstanden auch viele Barock-Bauten in Mainz (Residenz des Festungskommandanten, Adelspaläste).

Nach dem Tod Johann Philipps am 12. Februar 1673 regierten bis 1679 drei Erzbischöfe in nur sechs Jahren. Sie konnten der Stadt keinen Stempel aufdrücken. 1679–1695 regierte Kurfürst Erzbischof Anselm Franz von Ingelheim. In seine Ägide fiel die Zeit des nun immer mehr aufblühenden Barock. Barocke Kunst und Lebensart hielten Einzug in die Stadt. In seine Zeit fiel aber auch der pfälzische Erbfolgekrieg von 1689.

1685 war der Kurfürst der Pfalz, Karl von Pfalz-Simmern gestorben. Der französische König Ludwig XIV. erhob daraufhin Anspruch auf Teile der Pfalz, weil sein Bruder, Herzog Philipp von Orléans mit einer Schwester des kinderlosen Kurfürsten verheiratet war. Um seine Interessen durchzusetzen, ließ Ludwig 1688 das linke Rheinufer vom Elsass bis nach Köln besetzen und erteilte seinem General Mélac den berühmt-berüchtigten Befehl „Brulez le Palatinat“ (Brennen Sie die Pfalz nieder). Diesen Befehl führte der General fast wortwörtlich aus, so dass Städte wie Heidelberg, Worms und Speyer in Trümmer fielen. Auch vor Mainz tauchten die Truppen im Oktober 1688 unter Führung von Louis-François de Boufflers‎ auf. Trotz der neuen Befestigungsanlagen kapitulierte Kurfürst Anselm, da ihm nur eine Besatzung von 800 Mann gegenüber 20.000 Gegnern zur Verfügung stand. Mainz wurde zum ersten Mal französisch besetzt. Festungskommandant wurde der Marquis d'Uxelles Nicolas Chalon du Blé, welcher die Festung verstärken ließ und das Fort Mars auf der Petersaue errichten ließ.

Erst am 16. Juni 1689 erschien das kaiserliche Befreiungsheer unter dem Befehl Herzog Karls von Lothringen vor der Stadt. Nach der Belagerung und Beschießung der Stadt wurde sie am 8. September 1689 wieder befreit. Von weiteren Wirren des Krieges wurde die Stadt verschont.

Nachfolger Anselm Franz' von Ingelheim wurde der Neffe des Kurfürsten Johann Philipp, Lothar Franz von Schönborn. Er regierte über 30 Jahre bis 1729. Er war der bedeutendste barocke Bauherr in Mainz und erreichte eine große städtebauliche Neuordnung, die neben der Schaffung repräsentativer Barockbauten auch die Wohnungsnot der stark expandierenden Stadt behob. Wegen seines Festungscharakters konnte Mainz nicht außerhalb der Mauern expandieren. Die Wohnungen mussten daher innerhalb der Mauern geschaffen werden, was die Städteplaner vor große Probleme stellte.

1721 entstand das Rochusspital, das sich um Arme und Kranke kümmern sollte. Derartige Fürsorgeeinrichtungen waren Folge des zur Barockzeit blühenden absolutistischen Wohlfahrtsstaates, der sich um alle Belange seiner Untertanen (durch eine „Policey“) kümmerte („Vater Staat“-Begriff).

Bedeutende Barockbauten jener Zeit sind: Die „Favorité“ (errichtet 1720/ 1793 zerstört), der „Jüngere Dalberger Hof“ (1715), „Kommandantenbau der Zitadelle“ (1696), Umbau des „Königsteiner Hofs“ (1710) und „Eltzer Hof“ (1732).

Unter den Nachfolgern Lothar Franz' entstanden die so genannte „Deutschordens-Kommende“ (1730, heute Landtagsgebäude), der „Stadioner Hof“ (1728), der „Erthaler Hof“ (1735) des Philipp Christoph von Erthal, das „Neue Zeughaus“ (1738, heute Staatskanzlei), der „Bentzelsche Hof“ (1741), der „Osteiner Hof“ (1749) und der „Bassenheimer Hof“ (1756, heute Innenministerium). Zudem wurde unter den letzten Kurfürsten des Kurstaates das bereits im 30-jährigen Krieg begonnene Kurfürstliche Schloss in seiner heutigen Form vollendet. Von diesen Gebäuden ist heute wegen der Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs meist nur noch die Außenfassade erhalten.

Rege Bautätigkeit gab es überdies auf dem Gebiet des Kirchenbaus, forciert vor allem durch die Ankunft der Jesuiten in Mainz. So entstanden 1729 das Jesuiten-Noviziat, das Kloster der Armen Klarissen (1725), das Augustinerkloster (1737), die Johanniter-Kommende (1741), die Jesuitenkirche nach Plänen Balthasar Neumanns (1745, 1793 zerstört), die Peterskirche (1750) sowie die Ignazkirche (1763).

Hervorragendster Baumeister dieser Zeit in Mainz war der Oberbaudirektor und Festungsspezialist Maximilian von Welsch.

Auch die Musik und das Theater spielten im barocken Mainz eine große Rolle. Die reichen Adelshäuser setzten sich für die Schaffung von Theaterhäusern und Orchestern ein, an Künstlern hatte das an adeligen Häusern reiche Mainz großen Bedarf. Der musikalisch schon zur Klassik zählende Wolfgang Amadeus Mozart besuchte die Stadt bis 1790 drei Mal. Wichtig für die kulturelle Entwicklung war auch die Gründung des heute noch existierenden Musikverlags B. Schott’s Söhne (heute: Schott Music) im Jahr 1770 und die Niederlassung des Musikinstrumentenbauers Franz Ambros Alexander, dessen Geschäft („Musik Alexander“) heute in der sechsten Generation in Mainz ansässig ist.

Die Aufklärung nach den Jahrhunderten des Gottesgnadentums und der Adelsprivilegien kam im vom Adel geprägten Mainz erst unter Kurfürst Johann Friedrich Karl von Ostein. Dessen Geheimer Konferenzminister, Graf Anton Heinrich Friedrich von Stadion wurde zum bedeutendsten Aufklärer des 18. Jh. in Mainz. Er modernisierte die alten und verkrusteten wirtschaftlichen und verwaltungspolitischen Strukturen und bekämpfte den nach dem 30-jährigen Krieg herrschenden Aberglauben des Volkes. Der Handel wurde durch Verbesserung der Infrastruktur gestärkt und das Messewesen wiederbelebt.

Endgültigen Einzug erhielt die Aufklärung mit ihren Ideen unter Kurfürst Erzbischof Emmerich Joseph von Breidbach-Bürresheim (1763–1774). Dieser versuchte, innerhalb des herrschenden Systems den „Ausbruch des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit“ herbeizuführen, weil er aufgeklärte Bürger brauchte, um an die moderne Zeit Anschluss zu halten. Dies beinhaltete vor allem die Öffnung des Schulwesens als Quelle einer aufgeklärten Gesellschaft. Außerdem schaffte der Kurfürst am 23. Dezember 1769 im Zuge des neuen Gedankens der Arbeitsproduktivität per Dekret 18 Festtage ab oder verlegte sie auf Sonntage. Durch einen Feiertagskalender, der 50 Wochentage und die dazugehörigen Oktavfeste sowie die Hochfeste umfasste, hatte es bis dahin über 150(!) arbeitsfreie Tage im Jahr gegeben.

Nach der Wahl Friedrich Karl Josephs von Erthal 1774 war zunächst befürchtet worden, die Fortschritte der Aufklärung würden nun zurückgenommen. Doch stattdessen brachte der neue Kurfürst den Einfluss französischer Philosophen der Aufklärung ein, sowie einen Kampf um Toleranz und konfessionelle Parität. So wurde durch die so genannte „Judengesetzgebung“ das mittelalterliche Ghetto-System abgeschafft. Zudem wurden Hygiene-Vorschriften erlassen und die Armenfürsorge ausgebaut.

Die Reformen konnten jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass das „Ancien Régime“, das alte Fürstensystem in den neuen Stürmen des Zeitgeistes dem Untergang geweiht war. Im Grunde war jede Reform des Systems im Geiste der Aufklärung von vorneherein zum Scheitern verurteilt, da ihm die Ideen der Aufklärung im Kern entgegenliefen.

1789 kam es dann in Frankreich schließlich zur Revolution. Die Folgen dieses tiefgreifendsten Einschnittes in die abendländische Geschichte seit dem Untergang des West-Römischen Imperiums 476 sollten in den Folgejahren auch die Stadt Mainz erreichen.

Kurfürst Erthal wollte sich als Gegenrevolutionär profilieren und zog so viele aus Frankreich geflohene Adelige an. Diese machten sich jedoch bei den Bürgern der Stadt schnell unbeliebt, so dass die Revolution in Mainz Anhänger fand. Doch zunächst einmal wurde Mainz Ausgangspunkt der Gegenrevolution. Nachdem Kaiser Franz II. von Habsburg von Frankreich am 20. April 1792 der Krieg erklärt worden war, kamen die Fürsten im Juli 1792 in der Mainzer Favorite zum Fürstenkongress zusammen, wo sie die Niederschlagung der Französischen Revolution beschlossen und den Franzosen, sollten sie es wagen die Königsfamilie anzurühren, ein exemplarisches Strafgericht androhten. Doch der französische König Ludwig XVI. verlor die Nerven und versuchte aus Frankreich zu den wohlgesinnten Fürsten nach Deutschland zu fliehen. Als dies scheiterte wurde Ludwig abgesetzt. Sechs Tage zuvor, am 4. August 1792, trat Erthal zum Missfallen der Mainzer Bürger dem preußisch-österreichischen Bündnis bei. Die Invasion der monarchischen Gegenrevolutionären scheiterte jedoch am 20. September in der Kanonade von Valmy, worauf die Revolutionstruppen zur Gegenoffensive antraten. Ihr Ziel war auch die Stadt Mainz.

Am 29./30. September 1792 rückte eine französische Revolutionsarmee unter dem Kommando des Generals Adam Philippe Custine auf Speyer vor. Die Stellungen dort konnten den Franzosen nicht lange Stand halten, so dass diese schon vier Tage später Worms erreichten. In Mainz brach daraufhin Panik aus, Kurfürst, Domkapitel und Adelsfamilien mit ihren Bediensteten verließen die Stadt. Schätzungen gehen davon aus, dass von den ca. 25.000 Einwohnern ein Viertel oder sogar ein Drittel aus der Stadt flohen. Die Verbliebenen erklärten sich bereit, auf den mittlerweile ramponierten Wällen der Stadt Dienst zu tun. So fanden sich etwa 5.000 Verteidiger, was aber nur ein Drittel der Mindeststärke war, die zur Verteidigung der riesigen Festung nötig gewesen wäre.

Am 18. Oktober 1792 begannen die französischen Truppen mit der Einschließung und der Belagerung der Stadt. In der Stadt kursierten Gerüchte, nach denen etwa 13.000 Belagerer die Stadt umzingelten. Dies versetzte den Kriegsrat unter Graf Gymnich in Panik. Er beschloss am 20. Oktober, die Stadt kampflos zu übergeben. Am 21. Oktober rückten die Franzosen ohne jede Kampfhandlung in die Residenzstadt des ranghöchsten Reichsfürsten und eine der größten Festungen des Reiches ein. Für die kommenden Beziehungen zwischen dem Reich und Frankreich sollte dieser Tag prägend sein. 20.000 Soldaten besetzten die Stadt, mehr als sie noch an Einwohnern zählte. Die Besatzer begannen sofort mit dem Versuch, die Bürger für die Ideale der Revolution zu gewinnen. Doch nicht die Revolutionsideen, sondern das Problem, die riesige Armee in der Stadt versorgen zu müssen, bestimmte den Alltag der Bürger. Gleichwohl sahen viel Bürger die Franzosen als Befreier, nicht als Besatzer an. Überdies stellte General Custine Einrichtungen wie die Universität und das erzbischöfliche Generalvikariat unter seinen Schutz.

Custine bezog auch die erzbischöfliche Residenz, das Kurfürstliche Schloss, wo am 23. Oktober 1792 die „Gesellschaft der Freunde der Freiheit und Gleichheit“ – der erste Jakobinerklub in Deutschland – gegründet wurde. Dieser Klub war die erste demokratische Bewegung Deutschlands. Zwanzig Mainzer schlossen sich mit dem Schwur „Frei leben oder sterben!“ zusammen. Der Klub forderte in seinen Statuten die Ausweitung der Menschenrechte durch gewaltlose Revolution auf das ganze Reich. In der Folge traten dem Klub 492 Mitglieder bei, von denen 450 in Mainz lebten. Dies waren erstaunlich viele, gemessen daran, dass nur 7.000 der ca. 20.000–25.000 Einwohner Mitglied werden konnte: nur Männer über 18, später über 24 Jahre.

Da Custines Besatzungsregiment sich zunächst strikt an die Grundsätze der Französischen Revolution hielt, insbesondere an den Grundsatz des Selbstbestimmungsrechts, stellte er es der Bevölkerung auch frei, die „Fesseln“ des Ancien Régime zurückhaben zu wollen. Es kam daher in der Zeit der Mainzer Republik zu einem großen Austausch zwischen Befürwortern und Gegnern des alten kurmainzischen Staates. Eine strikte Trennung zwischen beiden Lagern gab es nicht. Auch pro-fürstlich eingestellte Bürger konnten sich durchaus mit „konstitutionellen“ Gedanken anfreunden. Gegner des neuen Systems fanden sich unter den Bürgern vor allem bei den Zünften. Mit zunehmender Dauer der Besatzung entstand dann wohl eine abwartende bis ablehnende Haltung der Mainzer gegenüber der Revolution. Dies lag auch daran, dass die Truppen des Kaisers im Dezember 1792 immer näher auf Mainz zurückten. Die Bürger rechneten mit einem baldigen Regimewechsel und wollten sich durch eine abwartend-hinhaltende Verhaltensweise alle Optionen offen halten.

Gegen Ende des Jahres 1792 verkündete Custine eine neue Besatzungspolitik, die auch Wahlen vorsah, welche 1793 stattfinden sollten. Wahlberechtigt sollte jedoch nur sein, wer vorher auf Volkssouveränität, Freiheit und Gleichheit geschworen hatte. Dieser Eidzwang missfiel der Bevölkerung, der aufkommende Unmut der Bürger musste durch Drohung mit den Kanonen der Zitadelle unterdrückt werden. Was eigentlich eine Sternstunde der Demokratie hätte sein sollen, nämlich die erste Wahl am 24. Februar 1793 wurde so zu einer Erpressung der Bürger, so dass sich schließlich auch nur 8 % an der Wahl beteiligten. Erster Bürgermeister wurde Franz Konrad Macké. Außerdem bestimmte die Wahl einen Deputierten zum Rheinisch-Deutschen Nationalkonvent. Letzterer sollte das Parlament der von Frankreich besetzten rechtsrheinischen Gebiete sein. Die Bürgerschaft war nach der Wahl gespalten. Um die vor allem von Jakobinern getragene Stadtregierung zu unterstützen, schaltete die Besatzungsmacht die Opposition durch Deportation der Rädelsführer ins Rechtsrheinische aus. Aufgrund derartiger Maßnahmen war die Akzeptanz der Mainzer Republik entsprechend gering. Die neuen Gremien, für die Stadt die Munizipalität und für die Region der Rheinisch-Deutsche Nationalkonvent, das erste moderne Parlament in Deutschland, traten ihre Arbeit in einer Atmosphäre der Repression an. Am 17. März 1793 konstituierte sich der Nationalkonvent der freien Teutschen. Dieser verabschiedete am 18. März ein Dekret, in dem eine Rheinisch-Deutsche Republik ausgerufen wurde. Die neue Republik beantragte, da sie alleine nicht lebensfähig war, die Vereinigung mit Frankreich. Dieser Antrag wurde in Paris zwar angenommen, die Nachricht davon erreichte die Stadt jedoch nicht mehr, da sie bereits wieder von deutschen Truppen eingeschlossen war. Schon die Belagerung hatte der kurzen Existenz der Mainzer Republik ein Ende gesetzt, da im belagerten Mainz das Militär und nicht mehr die gewählte Stadtvertretung die Macht ausübte. Trotz aller legitimistischen und formalen Probleme gilt diese kurzlebige Mainzer Republik jedoch als erste Demokratie auf deutschem Boden.

Die Stadt wurde am 14. April 1793 von 32.000 deutschen (vor allem preußischen) Soldaten eingeschlossen. Ihnen standen nur 23.000 Franzosen gegenüber, was angesichts der Festung jedoch genug war, selbst als später noch 11.000 Österreicher das deutsche Heer verstärkten. Zunächst versuchten die Deutschen, allen voran die Preußen, die Festung durch Verhandlungen zu übernehmen, um sie zu erhalten. Als dies scheiterte, begann in der Nacht zum 17. Juni 1793 die Beschießung der Stadt. Diesen Moment hielt der Beobachter Johann Wolfgang von Goethe in seinem Werk „Die Belagerung von Mainz“ literarisch fest.

Innerhalb der Mauern führte die Belagerung und Beschießung zu großen Spannungen zwischen Bürgern, Munizipalität und dem seit dem 2. April praktisch regierenden französischen Kriegsrat. Die Stadtverwaltung wurde daher am 13. Juli abgesetzt, was die verbliebene Bevölkerung noch widerspenstiger machte. Da auch noch die Entsatzarmee ausblieb, sah sich der Kriegsrat am 17. Juli gezwungen, Verhandlungen mit den Belagerern aufzunehmen. Am 23. Juli kapitulierte die Besatzung, die übrigen 18.000 Soldaten erhielten freien Abzug. Mainz bekam einen preußischen Stadtkommandanten.

Die Beschießung hatte im Stadtbild verheerende Spuren hinterlassen: Etliche Bürgerhäuser und Adelspaläste, das kurfürstliche Lustschloss Favorite, die Dompropstei, die Liebfrauen- und die Jesuitenkirche waren für immer verloren.

Prägender war noch, dass mit der Besetzung und Belagerung die alten kurmainzischen Strukturen endgültig ihrem Ende entgegengingen. So markieren die Ereignisse des Jahres 1793 auch den Beginn des Unterganges des Alten Mainz. Die Stadt verlor ihren Status als Residenz und damit ihren gewichtigsten Faktor.

Mit der Befreiung der Stadt 1793 waren die Revolutionskriege für Mainz keineswegs beendet. Die französischen Republikaner wollten die strategisch wichtige Stadt in jedem Fall wieder unter ihre Kontrolle bringen. Diese wurde nun von einer 19.000 Mann starken preußischen Garnison ebenfalls „besetzt“, denn Bürger und Garnison standen zunehmend im Gegensatz zueinander. Die Bürger wollten daher die Zeiten des Wohlstandes vor 1792 zurück. Ihre Hoffnung, Mainz werde wieder Residenzstadt, erfüllte sich aber nicht. Kurfürst Erthal kehrte nur noch einige Male nach Mainz zurück und regierte lieber von Aschaffenburg aus.

In den folgenden Jahren bis 1796 wechselte das Kriegsglück zwischen den revolutionären und gegenrevolutionären Armeen derart oft, dass für die Bürger oft nicht mehr klar zu bestimmen war, wer nun die eigentliche Gewalt für das linksrheinische Gebiet innehatte. Mehrmals zogen die Franzosen auf Mainz und schlossen die Stadt sogar ein, doch der Gegenseite gelang jeweils die Entsetzung. Doch spätestens 1797 wurde klar, dass die deutschen Truppen den Franzosen nicht mehr viel entgegenzusetzen hatten. Zu sehr hatten ihnen die Revolutionstruppen unter dem Befehl des korsischen Generals Napoléone Bonaparte zugesetzt. Die Reichstruppen (die Preußen hatten Mainz schon 1794 verlassen) beschlossen schließlich die Aufgabe des linksrheinischen Gebiets. Den Mainzern wurde jedoch vorgegaukelt, ihre Stadt sei nicht betroffen, was die Bürgerschaft und der Kurfürst zunächst auch glaubten. Am 17. Oktober 1797 wurde in Campo Formio Frieden zwischen Österreich und der Republik geschlossen. Die Wiener Garantie für Mainz war nichts wert: Die österreichischen Truppen verließen im Dezember die Stadt und am 30. Dezember 1797 wurde „Mayence“ zum vierten Mal französisch. Das war das Ende des alten Mainzer Kurfürstentums nach über 1000 Jahren. Die linksrheinischen Gebiete wurden an Frankreich angeschlossen, Mainz wurde Hauptstadt des neuen Départements du Mont Tonnerre (Donnersberg) mit dem französischen Präfekten Jeanbon St. André an der Spitze. Die Franzosen wollten „Mayence“ nun für immer an sich binden und führten in der Stadt daher ihre Kultur und Sprache ein. Deren Reste finden sich bis heute im Mainzer Dialekt. Außerdem führten sie ihre Justiz und Verwaltung (mit den Elementen von 1793) wieder ein. Eines der neugeschaffenen Gerichte urteilte 1803 den Räuber Johann Bückler, genannt „Schinderhannes“ ab.

Der endgültige Verlust der Residenzfunktion ließ praktisch den gesamten Adel die Stadt verlassen, die nun durch und durch bürgerlich wurde. Der konsumfreudige Adel hatte in der Stadt einen wichtigen Wirtschaftsfaktor dargestellt, der nun verloren ging. Arbeitslosigkeit und Armut waren die Folge. Doch das neue System brachte auch die Abschaffung des mittelalterlichen Zunftsystems mit sich. Fortan bestand Wirtschaftsfreiheit, wovon die Bürger auch Gebrauch machten. Steuerlasten und eingeschränkte Exportmöglichkeiten stellten aber weiter ein großes Problem dar, so dass sich die Stadt trotz der Freiheiten lange nicht aus ihrer wirtschaftlichen Krise befreien konnte. Dazu trug auch bei, dass die Stadt durch ihre Festungsfunktion weiterhin nicht expandieren konnte. Folglich machten sich die Mainzer, denen die Republik nie recht geheuer war, weiter Hoffnung auf die Rückkehr zum Ancien Régime.

Überaus gespannt war auch das Verhältnis zwischen der Kirche und der Republik: Die Leitung der linksrheinischen Teile seines Bistums war dem Erzbischof Erthal nicht mehr möglich, auch höhere Vertreter duldeten die Franzosen nicht auf ihrem Territorium. Zudem erachteten die französischen Revolutionäre den alten Kult des Christentums als überholt. Nur mit Mühe konnte so z.B. der Abbruch des Mainzer Doms verhindert werden. Eine Besserung trat erst ein, als sich Napoleon am 9. November 1799 zum Ersten Konsul geputscht hatte. Napoleon suchte aus politischem Kalkül den Ausgleich mit dem Papst und schloss mit diesem am 15. Juli 1801 ein Konkordat. Dies ermöglichte Napoleon die Neu-Umschreibung der Bistümer – auch auf linksrheinischem Gebiet. Er teilte die katholische Kirche in Frankreich in 10 Erzbistümer und 50 Bistümer ein. Das Erzbistum Mainz ging unter und wurde als einfaches Bistum aus den aufgehobenen Diözesen von Worms, Speyer und Metz neugebildet. Das Bistum unterstand nun dem Metropolitansitz von Mecheln/ Belgien.

Kurfürst Erthal versuchte daraufhin, wenigstens die Reste seines Kurstaates zu retten, indem er einer Änderung der rheinischen Bistumsgrenzen zustimmte. Dies sollte ihm jedoch keinen Nutzen bringen. 1801/02 setzte im deutschen Reich und in den linksrheinisch besetzten Gebieten das ein, was auch in Frankreich nach der Revolution eingesetzt hatte: Das Kirchenvermögen wurde säkularisiert, Kirchen profaniert. In Regensburg tagte seit 1802 eine von Kaiser und Reichstag eingesetzte außerordentliche Deputation, die sich mit der Entschädigung der durch die Abtretung der linksrheinischen Gebiete enteigneten Fürsten befasste. Erthals Nachfolger, Karl Theodor von Dalberg, erlebte am 25. Februar 1803 den „Hauptschluss der außerordentlichen Reichsdeputation“, der endgültig das Ende des Mainzer Kurstaates und des Erzbistums, das seit 782 bestanden hatte, mit all seinen Besitzungen und Titeln brachte. Unter dem Druck Napoleons brach kurz danach auch das alte Heilige Römische Reich 1806 auseinander.

Napoleon wurde nach seinem Putsch 1799 zum bestimmenden Mann in der jungen Republik, zu der auch Mainz gehörte, und bald auch in Europa. Er forcierte den Festungsausbau (v.a. auch in Kastel auf der rechten Rheinseite), aber auch den Dammbau entlang des Rheines. Mehrmals inspizierte er die Stadt. Er veränderte jedoch auch das Stadtbild gewaltig. So ließ er die noch immer wie ein Fremdkörper im Kurfürstlichen Schloss steckende Martinsburg Diethers von Isenburg abreißen. Auch ließ er Straßen zu Prunkboulevards umbauen, so zum Beispiel die Große Bleiche (eine der drei „Bleichen“, die schon im Mittelalter zu Behebung der Wohnungsnot in der neuen Festungsstadt errichtet worden waren). Napoleon ließ die Straße bis zum Rhein durchbrechen, was das Ende für die Schlosskirche St. Gangolph (Chorgestühl heute im Mainzer Dom) bedeutete. Auch eine Grand Rue Napoléon, die heutige Ludwigsstraße, wurde errichtet.

Napoleon wollte die Stadt jedoch nicht nur zur Festung, sondern auch zu einer Art „Schaufenster“ des „Empire“ umbauen, denn er trug seit 1804 auch die Kaiserkrone. Dazu sollte der ganze, 1793 bei der Beschießung der Stadt schwer getroffene Stadtkern durch seinen Départementbaudirektor J. F. Eustache de St. Far neu gestaltet werden, wozu es aber nicht im vollen Maße kam. Kulturell hatte die Stadt generell nicht mehr soviel zu bieten wie zuvor die alte kurfürstliche Residenz. Der Bedeutungsverlust führte zu einer Provinzialisierung, die das ganze 19. Jh. über andauerte. Nie konnte so der Verlust der Universität ausgeglichen werden, auch Presselandschaft und Musikleben lagen am Boden.

Die Besatzung an sich brachte vor allem eine starke Militarisierung der Stadt mit sich. 10.000–12.000 Soldaten waren ständig in der Stadt und mussten bei den 20.000 Einwohnern einquartiert werden. Den Bedürfnissen des Militärs wurden alle anderen Aspekte stark untergeordnet.

Erst die so genannte Völkerschlacht im Oktober 1813 bei Leipzig leitete den Anfang vom Ende der napoleonischen Herrschaft in Deutschland ein. Die geschlagenen französischen Truppen strömten nach der Schlacht nach Mainz über den Rhein, wo sie vor der Verfolgung einigermaßen sicher sein konnten. Für die Bevölkerung geriet dies allerdings zur Katastrophe, weil die Soldaten das Fleckfieber in die Stadt einschleppten. Etwa 17.000 Soldaten und 2.400 Einwohner (mehr als ein Zehntel der gesamten Einwohnerschaft) fielen der Seuche bis zum Frühjahr 1814 zum Opfer, darunter auch der französische Präfekt Jeanbon St. André. Mainz wurde wiederum von deutschen Truppen eingeschlossen und belagert. Obwohl die Nahrung knapp wurde, hielten sich die Franzosen noch fast ein halbes Jahr in der Stadt. Doch am 4. Mai 1814 zogen sie plötzlich aufgrund des Ersten Pariser Friedens ab. 16 Jahre französischer Herrschaft in Mainz waren damit zu Ende. Die Spuren auf (Helden-) Friedhöfen, in der Sprache und Kultur sind noch heute zu sehen. Vor allem aber war aus der alten Adelsmetropole eine bürgerliche Stadt geworden. Der Verlust der kurfürstlichen Residenzfunktion konnte durch die Bedeutung der Stadt unter den Franzosen aber nicht ausgeglichen werden. Die Stadt wurde sehr stark provinzialisiert, eine Entwicklung, die erst nach dem Zweiten Weltkrieg gestoppt wurde, und zwar von den Franzosen, zu deren Besatzungszone Mainz gehörte.

Mit dem Ende der napoleonischen bzw. französischen Herrschaft auch in Deutschland war aber noch nicht der Beginn des deutschen Nationalstaates gekommen. Zunächst entstand mit dem Deutschen Bund nur ein loser Staatenbund. Mainz wurde erneut besetzt – diesmal von deutschen Truppen. Die Besatzung war nicht weniger schlimm als die vorhergehenden, vor allem weil die Bürger der Stadt der Kollaboration verdächtigt wurden. Von 1814–1816 blieb Mainz unter provisorischer Verwaltung des aus den ehemaligen Départements Donnersberg, Saar und Rhein gebildeten Generalgouvernements Mittelrhein. Da sich die Mächte Preußen und Österreich nicht über die Gebietszugehörigkeit der linksrheinischen Gebiete einigen konnten, teilten sie das Land unter sich auf und übernahmen gemeinsam die Verwaltung der Festungsstadt Mainz. Die genaue Staatszugehörigkeit blieb dadurch zunächst ungeklärt.

Am 30. Juni 1816 schlossen Preußen, Österreich und das Großherzogtum Hessen-Darmstadt einen Staatsvertrag, der das Gebiet des Großherzogtums bestimmen sollte. Diesem Gebiet wurde auch Mainz mit seinen rechtsrheinischen Stadtteilen Kastel und Kostheim zugeschlagen. Schon vorher hatte in Anbahnung dieser Ereignisse eine hessische Generalkommission in Mainz ihre Arbeit aufgenommen, die sich ab 1818 „Provinzialregierung“ nannte. Erster Präsident dieser Regierung war Ludwig Freiherr von Lichtenberg, der ein Neffe des Aphoristikers Georg Christoph Lichtenberg war.

Für ein weiteres Jahrhundert bestimmte die Festung das Leben in der Stadt. Zivilbehörden waren in „Festungsangelegenheiten“ dem Festungsgouvernement untergeordnet, was dazu führte, dass weite Teile der Polizei durch die Festungsbesatzung kontrolliert wurden. Die wiederum wurde auch weiterhin von Preußen und Österreichern gestellt. Jedoch pflegten sie ihre Rivalitäten derart, dass durch die Stadt eine Demarkationslinie verlief, die die beiden Lager trennte.

1820 kehrte schließlich auch das parlamentarische Leben nach Mainz zurück: Der Großherzog erließ eine Verfassung, die ein Parlament mit zwei Kammern und ein Zensuswahlrecht vorsah. Diese Kammern verabschiedeten noch 1820 eine Verfassung, die (mit zahlreichen Änderungen) bis 1918 Bestand hatte.

Zur hessischen Zeit nahm das Stadtbild abermals eine andere Form an, alte missliebig gewordene oder beschädigte Gebäude verschwanden, anstelle des Kreuzgangs der 1793 zerstörten Liebfrauenkirche entstand die preußische Hauptwache und der Regierungsbaumeister Georg Moller errichtete für den Dom die charakteristische Eisenkuppel (später entfernt) und im Auftrag der Stadt das Neue Stadttheater am Gutenbergplatz. Ab 1840 entstanden mit der aufkommenden Rheinromantik, begünstigt durch die aufkommende Dampfschifffahrt, die Pracht-Hotels an der Rheinstraße, was die Silhouette der Stadt beträchtlich veränderte. Um freie Sicht vom Rhein auf den Dom zu erhalten wurde 1847 das alte gotische Fischtor abgerissen.

In die Entwicklung der Stadt mischte sich ab den 30er Jahren des 19. Jh. allmählich die Soziale Frage, die die Menschen zunehmend beeinflusste. Dadurch und durch einige Missernten und Hungersnöten entstanden Spannungen zwischen Obrigkeit und Bevölkerung, die aber nie zu einem offenen Konflikt ausbrachen (immerhin befanden sich 8000 Soldaten in der Stadt).

Die Revolution von 1848 betraf auch die Stadt Mainz. Im Geiste der Demokratie forderten die Bürger von ihrem hessischen Landesherrn entsprechende Verordnungen wie eine freie Presse, Vereidigung des Heeres auf die Verfassung, Religionsfreiheit sowie ein deutsches Parlament. Außerdem verlangten die Bürger die Rücknahme kurz zuvor beschlossener Polizeigesetze. Der zum Staatsminister ernannte Heinrich von Gagern genehmigte solche Begehren der Mainzer, die die hessische Regierung betrafen, am 6. März 1848.

Die Niederschlagung der Revolution durch preußische Truppen verstärkte die antipreußischen Ressentiments der Mainzer in zunehmendem Maße. Außerdem hatte die Revolution die Soziale Frage weiter in den Mittelpunkt gerückt. Nach dem Ende der Revolution folgten eine „politische Windstille“ und eine wirtschaftliche Depression. Diese besserte sich erst 1853 als ein neuer Aufschwung durch Ansiedlung von Industrie und Anschluss an das Eisenbahnnetz folgte. 1860 gab es in der Stadt bereits 164 Fabriken. Mit der Wirtschaft lebte auch das Vereins- und Parteienwesen in der Stadt wieder auf. Ein Rückschlag bei der Stadtentwicklung war dagegen die verheerende Pulverturmexplosion 1857.

1866 kam schließlich das Ende der Bundesfestung Mainz. Der preußisch-österreichische Dualismus führte nach Jahren der Spannungen schließlich zum Krieg. Bayern forderte, durch beide Mächte besetzte Gebiete zu neutralen Plätzen zu erklären, was auch Mainz betraf. Die bisherige Besatzung wurde abgezogen, stattdessen kamen Kurhessen und Württemberger. Nun war die Stadt aber auch für die Preußen ein lohnendes Ziel geworden. Am 20. Juli 1866 wurde der Belagerungszustand über die Festung verhängt. Österreich musste im Krieg gegen Preußen jedoch bald kapitulieren: Am 26. Juli 1866 wurde ein Waffenstillstand geschlossen, am 23. August 1866 folgte der Friedensvertrag. Dieser regelte auch den künftigen Status der Festung und wurde nur mit Österreich abgeschlossen. Immer noch bestehende französische Ansprüche auf die Festung wurden damit von Preußen ignoriert. Als Gouverneur der Festung beriefen die Preußen den Prinzen Heinrich Karl Woldemar Prinz zu Schleswig-Holstein-Sonderburg-Augustenburg, der am 4. August 1866 von seinem Eid gegenüber dem Deutschen Bund entbunden wurde. Die Bundesfestungszeit war damit Geschichte.

Ab 1837 kamen in Mainz die ersten Formen der heutigen Mainzer Fastnacht auf. 1838 wurde der erste Fastnachtsverein, der Mainzer-Carneval-Verein (MCV) gegründet, der bis zum heutigen Tage der größte und wichtigste unter den zahlreichen Mainzer Fastnachtsvereinen ist. Insbesondere ist er Veranstalter des Mainzer Rosenmontagszugs. Näheres zur Geschichte der Fastnacht in Mainz findet man im Hauptartikel Mainzer Fastnacht.

Die Eigenschaft als Festungsstadt hatte die flächenmäßige Ausdehnung der Stadt und damit eine adäquate Zunahme der Einwohnerzahl im Vergleich zu Nachbarstädten wie z.B. Frankfurt oder Wiesbaden immer verhindert. Die Festung konnte nur einen gewissen Raum umschließen, der nach Jahrhunderten der Festungszeit nach und nach vollgebaut worden war wie z.B. das Gebiet der „Bleichen“. Außerhalb der Mauern durfte keine feste Behausung stehen, um angreifenden Armeen keinen Schutz bieten zu können. So konnte sich die Stadt nur auf engstem Raum entwickeln. Dies geschah aber nur Stück um Stück, was die Stadtanlage zu einer Art Flickteppich mit verwinkelten Gassen, neuen und alten, zum Teil verfallenen Häuserblocks werden ließ. Um 1886 setzte in der Gründerzeit endlich ein Bauboom ein, der diese Missstände beseitigen sollte. Gleichwohl war die Stadt immer noch Festungsstadt, wonach sich die Stadtplanung weiterhin zu richten hatte. Bedeutend für die damalige Stadtentwicklung war vor allem der Stadtbaumeister Eduard Kreyßig. Es entstanden ein neues Gaswerk, eine neue Rheinbrücke, der Zollhafen, das erste Elektrizitätswerk, die große Stadthalle, damals Deutschlands größter Hallenbau (in der Aufnahme ganz oben zu sehen) und die evangelische klassizistische Christuskirche, die Kreyßig als eine Art „Gegendom“ (die Kuppel ist einen Meter höher als der Dom) konzipierte. Außerdem wurde der Bestand von Wohnhäusern drastisch erhöht wie z. B. im nun immer mehr bebaubaren „Gartenfeld“. Dazu wurde unter anderem das Rheinufer erweitert und der Rheingauwall errichtet. Trotzdem wuchs die Stadt bis ins 20. Jh. langsamer als die anderen Städte des Großherzogtums. Wiesbaden beispielsweise wuchs von 1816–1864 um 1208 %, Mainz dagegen nur um 67 %. Die Festungsfunktion verhinderte auch, dass Mainz zur Schwerindustriestadt wurde, da für große Fabriken der Platz fehlte. Der Arbeitsmarkt in Mainz bestand daher vor allem aus Leder- und Textilbetrieben, Holzverarbeitung, Lebensmittel- und Baubranche sowie Eisenverarbeitung. Große Bedeutung hatte dabei der Rheinhafen.

Der deutsch-französische Krieg von 1870/71 brachte die Annexion Elsaß-Lothringens und damit die Stadt Metz, die neues Festungsbollwerk gegen Frankreich wurde. Die Festung Mainz wurde daher zum Jahrhundertende immer weiter abgerüstet bzw. in ihrer Funktion vernachlässigt.

Das 20. Jahrhundert brachte neben dem Status einer Großstadt weiteren Aufschwung in der Stadt. Das Jahr 1900 wurde als Gutenberg-Jubiläum begangen, anlässlich dessen (auf das Jahr 1400 willkürlich festgelegten) 500. Geburtstags. Die im vorhergehenden Jahrhundert angelegte Kanalisation wurde weiter ausgebaut. Ab 1900 wurde auf Anordnung des Kaisers Wilhelm II. mit dem allmählichen Rückbau der Festungsanlagen begonnen. Durch Eingemeindungen von Mombach, Kastel und Kostheim stieg die Einwohnerzahl stark an. Die Eingemeindung von Kastel 1908 machte Mainz zur Großstadt.

Der Ausbruch des Ersten Weltkriegs beendete auch in Mainz die seit 1871 anhaltende Blütezeit. Teuerung und Versorgungsprobleme verstärkten sich, je länger der Krieg dauerte. 1918 kam es zu ausgedehnten Hungerdemonstrationen. Am 9. März 1918 fielen gegen Mittag zum ersten Mal Bomben auf Mainz. Unter den Opfern des von britischen Flugzeugen ausgeführten Luftangriffes war auch die junge Meta Cahn, welcher von Anna Seghers später ein schriftstellerisches Denkmal gesetzt wurde. Unbestätigt ist allerdings ein französischer Luftangriff auf die Stadt am 16. September 1918.

Als am 10. November 1918 der Waffenstillstand bekannt gegeben wurde, kam es in Mainz zu Ausschreitungen, Plünderungen und Gefangenenbefreiungen sowie zur Bildung von Arbeiter- und Soldatenräten. Diese wählten jedoch gemäßigte Führer an ihre Spitze, welche die kommenden Änderungen behutsam angingen. Noch am Abend des 10. November wurde vor der Stadthalle die Republik ausgerufen. In Darmstadt war der hessische Großherzog bereits einen Tag zuvor für abgesetzt erklärt worden.

Die Bedingungen des Waffenstillstandes sahen vor, dass die Deutsche Armee das linksrheinische Gebiet zu entmilitarisieren und rechts des Rheins eine 10 km breite neutrale Zone einzurichten hatte. Am Morgen des 8. Dezember 1918 verließ der letzte deutsche Soldat die Stadt. Am Mittag rückten zum fünften Mal in der Geschichte der Stadt die Franzosen unter Victor Goybet in Mainz ein. Die alten Gesetze und Rechtsverordnungen blieben nach einem Erlass des französischen Marschalls Ferdinand Foch in Kraft. Neue Gesetze mussten allerdings der Militärverwaltung zur Genehmigung vorgelegt werden.

12.000 Mann stationierten die Franzosen allein in Mainz, über 5.400 in den umliegenden Kasernen von Amöneburg, Kastel, Kostheim, Gonsenheim und Weisenau. Dies führte zu einer Wohnungsnot, da die Besatzungstruppe praktisch alle größeren Gebäude requirierte. Es gab schließlich kaum ein Haus, das nicht einen oder mehrere Soldaten beherbergte. Wie schon bei der Besatzung von 1799 führten die Franzosen auch diesmal ihre Kultur und ihre Presse in Mainz ein, um die Gesellschaften einander anzunähern. Außerdem wurde an den Schulen der Französisch-Unterricht eingeführt, um die Sprachbarriere abzubauen.

Die erneute Besetzung des Rheinlandes führte zu dem Gedanken, aus den linksrheinischen Gebieten einen eigenständigen Staat innerhalb des Deutschen Reiches zu bilden. Da sich die Reichsregierung ablehnend äußerte, wurde schließlich die Gründung eines „Rheinstaates“ erwogen. Entsprechende Pläne wurden auch in Gesprächen mit den französischen Besatzungstruppen sondiert. Am 1. Juni 1919 wurde über Plakate in Mainz eine „selbstständige Rheinische Republik“ im Verband des Deutschen Reiches ausgerufen. Ein sofort folgender Generalstreik beendete diese kurze Episode rheinischer und Mainzer Geschichte. Doch die Idee war keineswegs verschwunden: Noch 1923 kam es zu einer ähnlichen Proklamation in Aachen, die auch wieder auf Mainz übergriff. Dort bildeten die Separatisten eine zunächst von den Franzosen geförderte Provinzialregierung, die aber weder beim Reich noch bei den Bewohnern noch bei den Alliierten Anerkennung fand, was die Idee von einer „Rheinischen Republik“ endgültig zum Scheitern verurteilte.

Der Vertrag von Versailles bestimmte, dass die besetzten Gebiete unter eine Zivilverwaltung gestellt würden, welche als „Interalliierter Hoher Ausschuss für die Rheinlande“ in Koblenz saß. Die Bestimmungen sahen auch die endgültige Abtragung der Festungsanlagen vor, was während der ganzen Besatzungszeit betrieben wurde. Reste der Festungsanlagen wie die Zitadelle finden sich freilich immer noch in der Stadt. Die freiwerdenden Gelände wurden schnell wiederverwendet, überhaupt setzten in der Stadt ab der Mitte der 20er Jahre umfangreiche Verschönerungsarbeiten ein. Am 11. Januar 1923 besetzten französische und belgische Truppen das Ruhrgebiet, um dort Reparationen einzutreiben (→Ruhrbesetzung). Dem Aufruf der Reichsregierung zum passiven Widerstand kam auch der Industrielle Fritz Thyssen nach, welcher sich deswegen vor einem Militärgericht in Mainz verantworten musste, was zu einem kleinen Aufstand in der Stadt führte.

Inflation und wirtschaftliche Not waren insgesamt gesehen die meistprägenden Faktoren der Mainzer Nachkriegsgeschichte. Erst mit der Einführung der Rentenmark Ende des Jahres 1923 und der Einsicht der Alliierten in der Reparationsfrage besserte sich die allgemeine Notlage.

Die „Goldenen Zwanziger“ gingen am besetzten Mainz fast vollständig vorbei. In kultureller Hinsicht erlebte allein die Stadtbibliothek unter Aloys Ruppel eine Blütezeit. Sogar eine der in der ganzen Welt verstreuten Gutenbergbibeln konnte für das Stadtarchiv erworben werden. Heute besitzt die Stadt zwei der kostbaren Originalausgaben, von denen es nur noch 48 Exemplare gibt. Das Stadttheater war zwar auch wieder in Betrieb, die modernen Stücke des Expressionismus standen jedoch nicht auf dem Spielplan. Außerdem erhielten die Lichtspieltheater in Mainz Einzug. 1928 war die große Domrenovierung, die bereits vor dem Krieg begonnen worden war, beendet. Nötig gemacht hatte sie der abgesunkene Grundwasserspiegel.

Das Jahr 1930 brachte schließlich das Ende der Besatzungszeit, zuvor jedoch auch einige weitere umfangreiche Eingemeindungen: Zum 1. Januar 1930 wurden rechtsrheinisch Ginsheim-Gustavsburg und Bischofsheim, linksrheinisch Bretzenheim und Weisenau eingemeindet. Die Orte boten vor allem günstige Handelsbedingungen wie den Mainhafen von Gustavsburg, viel Industrie und vor allem Siedlungsraum für die stetig wachsende Stadt. Das Stadtgebiet verdoppelte sich durch die Eingemeindungen.

Am 30. Juni 1930 endete die Rheinland-Besatzung, was auch ein Verdienst des Reichsaußenministers Gustav Stresemann war, dem dafür in der Stadt ein Denkmal gesetzt wurde.

Die aufkommende Weltwirtschaftskrise beendete rasch die seit 1923 bestehende kurze Phase der wirtschaftlichen Erholung und ließ die NSDAP auch im Rheinland reüssieren. 1932 betrug die Arbeitslosenquote in Mainz 12,8%, die notwendigen Fürsorgeleistungen und Kriegsaltlasten trieben den Haushalt in kurzer Zeit in den Ruin. Diese Not schürte den Radikalismus, der die Schuld am Elend den „Bonzen“ und dem „internationalen Finanzjudentum“ zuwies. Der Aufstieg dieser Tendenzen war schon in den Notjahren bis 1923 zu beobachten gewesen, als es in Mainz einen rechtsradikalen Verein gab, der allerdings bald verboten wurde. Eine Ortsgruppe der NSDAP wurde 1925 gegründet, die nach einigen Quellen 1926 50 Mitglieder hatte. Zwischen 1927 und 1928 wurde sie aus unbekannten Gründen aufgelöst. Die erste Veranstaltung wurde ebenfalls 1928 abgehalten, jedoch war die Gruppe in Mainz so unbedeutend, dass die NSDAP zur Stadtratswahl 1929 nicht einmal mit einer eigenen Liste antrat. Bis zur Machtergreifung war die Partei trotz zweier Hitler-Besuche nicht im Stadtrat vertreten. Doch bei Landtags- und Reichstagswahlen erhielt die NSDAP sehr wohl Stimmen, bei der Landtagswahl von 1932 waren es 26186. Im selben Jahr war der Jurist Dr. Werner Best, eine der bedeutendsten Personen in der Geschichte der SS, Kreisleiter der NSDAP in Mainz geworden. Dieser sorgte dafür, dass die widerspenstigen Rheinländer die NS-Ideologie annahmen.

Der 30. Januar 1933, Tag der Machtergreifung der Nationalsozialisten, sah zwei Menschenzüge durch die Stadt ziehen: 3.000 Menschen, organisiert von der Kommunistischen Partei demonstrierten gegen die Machtergreifung, wenig später zogen 700 Fackelträger durch die Stadt, die selbige feierten. Nach der Reichstagswahl 1933 begann die Phase der Gleichschaltung, die auch in Mainz voll durchgriff. Im April begann das Kesseltreiben gegen die jüdische Bevölkerung der Stadt, die damals ca. 3000 Menschen stark war. Die jüdische Gemeinde hatte in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts eine neue Blütezeit erlebt. Es entstanden zwei große Synagogen, von denen die eine als Ausdruck neuen Selbstbewusstseins nicht im Judenviertel im Emmeransbezirk, sondern mitten im neuen Stadtkern an der Hindenburgstraße lag. Diese Synagogen wurden in der Reichspogromnacht in Brand gesetzt, die Reste wurden bald auf Kosten der jüdischen Bevölkerung gesprengt. Gerettet werden konnte zunächst aber die Bibliothek. Eine Torarolle wurde im Mainzer Priesterseminar versteckt, wo sie erst 2003 wiederentdeckt und der jüdischen Gemeinde in Weisenau zurückgegeben wurde.

Nach dem Verbot der politischen Parteien, der Gewerkschaften und der freien Presse war die Gleichschaltung in Mainz abgeschlossen. Die Vereinnahmung der beiden großen Kirchen jedoch gelang den Nationalsozialisten in Mainz nicht: Zwar besetzten Anhänger der nationalsozialistischen Glaubensgemeinschaft Deutsche Christen mehrere Pfarreien in Mainz, die evangelischen Pfarrer der Christuskirche gehörten jedoch zu den Gründungsmitgliedern des Pfarrernotbundes. Die katholischen Bischöfe, die während des Nationalsozialismus in Mainz amtierten, Ludwig Maria Hugo und Albert Stohr, lehnten jede Zusammenarbeit mit dem Regime ab.

Am 1. November 1938 wurde Mainz wie auch Offenbach am Main, Gießen, Darmstadt und Worms kreisfreie Stadt. Gonsenheim wurde eingemeindet.

Der am 1. September 1939 ausgebrochene Zweite Weltkrieg veränderte das Leben in der Stadt zunächst nur marginal. Lediglich durch Rationierung und Verdunklungsgebot bekam die Bevölkerung den Kriegszustand zu spüren. Theaterbetrieb und Konzerte gingen jedoch wie gewohnt weiter, auch um die Bevölkerung abzulenken. 1940 fielen zum ersten Mal im Zweiten Weltkrieg Bomben auf Mainz, 1941 folgten weitere Bombardements, die vor allem die Stadtteile, aber auch den Hauptbahnhof trafen.

Den ersten schwereren Angriff gab es am 12. August 1942, als britische Bomber 134 t Brandbomben und 203 t Sprengbomben auf die Innenstadt warfen. Dabei wurde das Quintinsviertel weitgehend zerstört, außerdem brannte die alte Stiftskirche St. Stephan ab. 781 Wohnhäuser, 5 Kirchen, 4 Schulen, 1 Krankenhaus und 23 öffentliche Gebäude wurden bei diesem und dem am Tag danach folgenden Angriff zerstört, 161 Menschen kamen ums Leben.

Der Terror des nationalsozialistischen Gewaltapparates gegen die Bewohner ging während des Krieges weiter. Hausdurchsuchungen, Verhöre und Abhöraktionen sollten die Bürger einschüchtern. Allerdings förderte der Terror wie anderswo auch das Entstehen kleinerer Widerstandsgruppen, deren Mitglieder nach dem Hitler-Attentat vom 20. Juli 1944 fast alle verhaftet und hingerichtet wurden. Während des Krieges wurde praktisch die gesamte verbliebene jüdische Bevölkerung deportiert. 1945 wurde außerdem die „Evakuierung“ der Geistlichkeit vorbereitet.

Anfang 1945 begann die Bevölkerung zu ahnen, dass der Krieg wohl bald vorbei sein würde. Um die Stadt herum wurden bereits Panzergräben gezogen, im Januar und Anfang Februar gab es schwere Bombenangriffe.

Doch diese Angriffe sollten nicht die schlimmsten gewesen sein. Der schwerste erfolgte am 27. Februar 1945, als die britische Luftwaffe in drei Wellen insgesamt 514.000 Stabbrandbomben, 42 Leuchtbomben, 235 Sprengbomben und 484 Luftminen über der Stadt abwarf. Der gesamte Angriff dauerte eine Viertelstunde – von 16:30 bis 16:45 – und verwandelte die ganze Stadt in ein Flammenmeer. Ungefähr 1200 Menschen starben, darunter der gesamte Konvent des Kapuzinerinnenklosters. Der 27. Februar ist der zentrale Gedenktag der Stadt für die Opfer des Bombenkrieges. Im März 1945 näherten sich die amerikanischen Truppen der Stadt. Von einer zuerst vorgesehenen Evakuierung des Rheinlandes wurde abgesehen, mit den politischen Gegnern wollte die Gestapo jedoch noch abrechnen. So plante sie die Verhaftung des Bischofs Albert Stohr und seiner näheren Umgebung, was durch eine Warnung jedoch vereitelt wurde.

Am 21. März kamen die Amerikaner in Hechtsheim an, am 22. März war der Krieg für Mainz vorbei. Von 154.000 Einwohnern 1939 waren 76.000 geblieben. 61% der Bausubstanz war vernichtet, in der Innenstadt sogar 80%. Insgesamt 2800 Menschen waren Bombenangriffen zum Opfer gefallen. Der weitaus größte Teil fiel auf dem Schlachtfeld oder kehrte erst Jahre später in die Stadt zurück. Die blühende jüdische Gemeinde war ausgelöscht: Von den 3000 Mitgliedern vor der Zeit des Nationalsozialismus lebten 1945 noch gerade 59 in der Stadt.

Die Zukunft des Nachkriegs-Mainz wurde unter anderem in Jalta beschlossen. Dort verkündeten die Alliierten Stalin, Churchill und Roosevelt am 10. Februar 1945, dass auch Frankreich eine Besatzungszone in Deutschland erhalten sollte. Genau umschrieben wurde diese Zone damals nicht, jedoch war von Anfang an klar, dass auch Mainz zu dieser gehören würde. Dies war von höchster Bedeutung, weil Mainz dadurch innerhalb einer Besatzungszone zu einem der bedeutendsten Zentren wurde, was bei einer Zugehörigkeit etwa zur amerikanischen Zone keinesfalls eingetreten wäre. Der Beschluss von Jalta wirkte sich so ungemein positiv auf die spätere Stadtentwicklung aus.

Doch zunächst, nach der Einnahme durch die III. Amerikanische Armee, galt alle Anstrengung der Versorgung der in der Stadt verbliebenen Bevölkerung. Die Stadt war so stark zerstört, dass viele Menschen an einer Zukunft zweifelten. Das „Goldene Mainz“ war endgültig untergegangen.

Am 9. Juli kam die französische Besatzungsmacht in die Stadt – zum sechsten Mal seit 1644. Über das Kaisertor schrieben sie: „Ici Mayence“. Im selben Monat, am 25. Juli, wurde höchst umstritten der Rhein (nur bis Kaub) als Grenze zwischen der amerikanischen und der französischen Besatzungszone festgelegt. Dadurch wurden die rechtsrheinischen Stadtteile von Mainz abgetrennt und die Stadtteile nördlich der Mündung des Mains der Stadt Wiesbaden zugewiesen. Die Stadtteile südlich des Mains erlangten ihre Selbständigkeit zurück, die sie vor 1930 schon hatten. Mainz verlor so mehr als die Hälfte seiner Gemarkung. Alle Initiativen zur Rückgewinnung der Vororte scheiterten und spätestens nach der abschließenden Konstituierung der Bundesländer Rheinland-Pfalz und Hessen war die Teilung endgültig.

Im Laufe des Jahres 1945 begannen die Bürger mit der Befreiung der Stadt von den 1,5 Mio. Kubikmetern Schutt, wofür zunächst viel zu wenige Arbeiter zur Verfügung standen. Die wirtschaftliche Not und der Hunger waren das größte Problem dieser Zeit. Hinzu kamen schwierige Verhandlungen mit der Besatzungsmacht, um Demontagen und Repressionen zu mindern.

Trotzdem kündigte Oberbürgermeister Emil Kraus (1893–1972) an Silvester 1945 die Gründung einer Universität an. Ihren Ausgangspunkt hatte diese Ankündigung in Überlegungen der Franzosen vom August 1945, in ihrer Zone eine eigene Hochschule zu gründen. „Mayence“, bei den Franzosen beliebt und mit erheblichen Standortvorteilen ausgestattet, erhielt schließlich den Zuschlag vor Speyer und Trier. Als Gebäude diente die im Krieg kaum beschädigte, 1938 errichtete Kaserne in der Nähe des Hauptfriedhofs. Am 27. Februar 1946, genau ein Jahr nach dem Tiefpunkt der Stadtgeschichte, wurde die Universität Mainz auf Betreiben von Raymond Schmittlein „ermächtigt, ihre Arbeit wieder aufzunehmen“. Die Ermächtigung wurde von jener Besatzungsmacht erteilt, die die der alten Universität Diether von Isenburgs 1798 aufgehoben hatte. Benannt wurde die neue Universität nach Johannes Gutenberg.

Die Gründung der Universität wurde bisweilen kritisch betrachtet, weil sie erhebliche Finanzmittel verschlang, während in der Stadt immer noch Hunger grassierte und die Wirtschaft am Boden lag. Diese Nöte blieben trotz allerlei Versuchen der Abhilfe noch bis Ende der 1940er Jahre bestehen. Doch ab 1947 begann sich das Leben ganz langsam, aber stetig zu normalisieren. 1948 fand der Jubiläums-Katholikentag in Mainz statt, zu dem 180.000 Menschen erschienen.

Im August 1948 wurden die Grenzkontrollen zwischen den Zonen der Westalliierten aufgehoben, der bundesdeutsche Staat begann sich zu formieren.

Im neuen Staat sollte Mainz wieder eine besondere Rolle zukommen, was eindeutig auf die Initiative der Franzosen zurückging. Sie erklärten die Stadt am 30. August 1946 zur Hauptstadt des neuen „rhein-pfälzischen“ Landes. Von den Bürgern wurde dies kaum beachtet und schon gar nicht bejubelt. Die Zuerkennung der Hauptstadtrolle war schließlich damit verbunden, weitere Häuserkapazitäten freizumachen, die im völlig zerstörten Mainz gar nicht vorhanden waren.

Die Landesregierung des neuen Staates amtierte daher auch zunächst in Koblenz, der früheren Hauptstadt der preußischen Rheinprovinz. Überhaupt nahm das politische Leben im neuen Land nur langsam Fahrt auf. Die Kommunalpolitik kam erst anderthalb Jahre nach dem Kriegsende wieder wirklich in Gang. Auf Landesebene dauerte die politische Reorganisierung noch viel länger, weil der Bestand des „Retortenlandes“ von vielen lange angezweifelt wurde.

Doch letztendlich wurde Mainz 1950 durch die Einsetzung als Hauptstadt wieder zu dem mittelrheinischen Zentrum, das es vor dem Wiener Kongress gewesen war. Allerdings: Koblenz, nunmehr seiner Hauptstadtfunktion beraubt, behielt alle höheren Landesbehörden wie das Oberlandesgericht und die Oberfinanzdirektion, die in Mainz lediglich Außenstellen unterhalten.

Erst nach der Konstitution der westlichen Besatzungszonen zur Bundesrepublik Deutschland konnte man in Mainz von einem vorsichtigen Aufschwung reden. Die Ansiedelung von Industriebetrieben wie der aus Jena „geflüchteten“ Schott-Glasfabrik sorgten für Arbeitsplätze und Geld in der Stadtkasse. Bis Ende der 1950er Jahre kamen 70 Betriebe nach Mainz, die insgesamt 12.000 Arbeitsplätze schufen. Es kann aber nicht behauptet werden, dass Mainz nun vom Sog des Wirtschaftswunders nach oben gezogen wurde. Ewige Provisorien und die Debatte um die Neugliederung der Länder 1955 und den Fortbestand der Universität lähmten die Stadt. Auch der Wiederaufbau der Innenstadt ging lange nicht voran.

Diese und andere Streitigkeiten vor allem in der Frage des Wiederaufbaues und der künftigen Stadtgestaltung führten dazu, dass Mainz noch Ende der 1950er, zum Teil bis in die 1960er sichtbare Kriegsschäden aufwies. Erst 1959/60 begannen sich Initiativen ernsthaft und zielstrebig mit dem geordneten Wiederaufbau zu beschäftigen. Grund hierfür war die Nähe zum Jahr 1962, dem Jubiläumsjahr des nach dem damals angenommenen Gründungsdatums nunmehr zweitausendjährigen Mainz. Schon damals entbrannte über den Termin und die zugrunde liegende Datierung eine Kontroverse, weil die Erwähnung der Stadt aus dem Jahr 38 v. Chr. historisch nicht gesichert war. Dennoch wurde das Jahr 1962 als 2000-jähriges Jubiläum mit großen Festen und erneuerter Stadtkulisse begangen.

Die Jubiläumsfeier hatte noch einen weiteren bemerkenswerten Nebenaspekt: Das Land „schenkte“ der Stadt am 21. Juni 1962 62 ha Land am Rande des Ober-Olmer Waldes. Daraus entstand der Stadtteil Lerchenberg, wohin bald das Zweite Deutsche Fernsehen (ZDF) zog. Bis dahin hatte das ZDF trotz der Standort-Zusage von 1961 noch in Wiesbadener und Frankfurter Provisorien residiert. Durch die Ausdehnung auf den Lerchenberg entstanden bizarre Stadtgrenzen: Der nun zur Stadt gehörende Lerchenberg lag weiter von der Stadt entfernt als das noch eigenständige Marienborn. Auch die direkten Nachbargemeinden Finthen und Drais waren damals noch eigenständig. Unter anderem diese Tatsache förderte den Ruf nach weiteren Eingemeindungen, die 1969 erfolgten, als die beschriebenen Stadtteile sowie Hechtsheim, Ebersheim und Laubenheim eingemeindet wurden. 1962 wurde so zu dem Jahr, ab dem Mainz gegenüber den anderen westdeutschen Städten in puncto Wirtschaftswachstum deutlich aufholen konnte. Am 1. April 1963 ging das ZDF auf Sendung, bereits ein Jahr danach kaufte die Stadt 100  ha direkt in der Nachbarschaft und schuf so die Voraussetzungen für die heutige „Fernsehstadt“.

Der am 8. April 1965 zum Oberbürgermeister gewählte Jockel Fuchs führte den Aufbau-Kurs seines Vorgängers Franz Stein weiter: Er schuf die Voraussetzungen für die Ansiedelung des Hilton Hotels am Rhein und holte 1965/66 den Computer-Konzern IBM nach Mainz. Allein dies brachte der Stadt 3.000 Arbeitsplätze. Zudem nahmen Zuwanderung und Gewerbesteueraufkommen sprunghaft zu. Die rasche Zuwanderung führte automatisch zur Ausweitung der Stadt über ihre bisherigen Grenzen. Noch heute sind in den Außenbezirken die Bauten der Ansiedlungen aus den 60er Jahren zu sehen, allerdings auch in der Innenstadt, was damals wie heute von Städtebauern heftig kritisiert wurde. Am 8. Juni 1969 erfolgte dann die schon erwähnte Eingemeindung mit Hilfe der von der CDU-Landesregierung unter Helmut Kohl beschlossenen Gebietsreform. Nicht zuletzt sahen die Kommunalpolitiker der Stadt darin einen legitimen Ersatz für die verlorenen rechtsrheinischen Gebiete, während die Verantwortlichen und die Bürger der eingemeindeten Gebiete nicht sonderlich begeistert waren. Die Eingemeindungen verdoppelten das Stadtgebiet auf nun 9564 Hektar und eröffneten so Perspektiven, aus denen die Stadt heute noch schöpft.

Das neue Selbstbewusstsein der Stadt seit 1962 drückte sich auch in neuen Gebäuden für die Verwaltung aus. Schon zwei Jahre vor den Eingemeindungen beschloss die Mehrheit des Stadtrats den Bau eines neuen Rathauses am Rheinufer. Um das Rathaus und seinen Standort hatte es bereits eine jahrelange Kontroverse gegeben, die zum Teil bis in das 19. Jahrhundert zurückreichte. Ein eigentliches Rathaus hatte es in dem seit 1462 von den Vertretern des Erzbischofs und Kurfürsten regierten Mainz nämlich nie gegeben. Der Stadtrat residierte über die Jahrhunderte in verschiedenen Gebäuden, die meistens als „Stadthaus“ firmierten. Nachdem die Debatte Ende der 1950er wieder aufgeflammt war, wurden unter anderem der erweiterte Pulverturm, das Kurfürstliche Schloss oder das Gelände „Am Brand“ vorgeschlagen, in dessen unmittelbarer Nähe das Rathaus nach dem Entwurf des dänischen Architekten Arne Jacobsen schließlich auch gebaut wurde. Es wurde in ein Gesamtkonzept aus dem Einkaufszentrum „Am Brand“ und der neuen Rheingoldhalle, dem Nachfolgebau der zerstörten Stadthalle aus der Gründerzeit, eingebunden. Aber auch als der Bau und der Standort beschlossen waren, gingen die Diskussionen weiter, diesmal entzündeten sie sich an den Kosten und der Architektur des als modernen Kontrapunkt zum Stadtkern konzipierten Baus. Trotzdem wurde das neue Rathaus am 31. Dezember 1973 eingeweiht.

Die Durchsetzung des Baus wie auch die anderen Aufbauleistungen, die zu einem raschen Aufschwung der Stadt führten, waren nicht zuletzt dadurch entstanden, dass die Parteien des Stadtrates bis in die 80er Jahre hinein bezüglich der Stadtentwicklung das so genannte „Mainzer Modell“ praktizierten, was im Kern bedeutete, dass es in diesen Themengebieten keine wirkliche Opposition gab, sondern dass sich die Kommunalpolitiker gemeinsam für gleiche Ziele einsetzten. Naturgemäß führten solche Verbandlungen („Klüngel“) nach längerer Zeit zu den unvermeidlichen Auswüchsen, die sowohl schon von der 68er Bewegung als auch von den Grünen kritisiert wurden. Mit ihrem Einzug in die Parlamente sorgten diese auch hier für neue Transparenz.

Die Stadt wurde ab dem Ende der 1970er Jahre auch häufiger von Staatsoberhäuptern aus aller Welt besucht. 1978 kam Queen Elizabeth II., 1980 Papst Johannes Paul II., 30. Mai 1989 US-Präsident George H. W. Bush, 2000 der französische Präsident Jacques Chirac und 2001 Großherzog Henri von Luxemburg. Zuletzt besuchte am 23. Februar 2005 US-Präsident George W. Bush die Stadt.

Das Jahr 2000 beging die Stadt als Gutenberg-Jahr. Der größte Sohn der Stadt war vom TIME-Magazin zum „Man of the Millennium“ gekürt worden.

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Johannes Gutenberg-Universität Mainz

Das Forum der Johannes Gutenberg-Universität Mainz im Januar 2006

Die Johannes Gutenberg-Universität Mainz ist eine deutsche Hochschule in Mainz, Rheinland-Pfalz. Mit 34.289 Studenten (WS 2007/2008, Stand 17. Oktober 2007) an etwa 150 Instituten und Kliniken gehört sie zu den zehn größten Hochschulen in Deutschland. Seit einer Strukturreform zum 1. Januar 2005 ist die Universität in elf Fachbereichen organisiert.

Die erste Mainzer Universität geht auf den Mainzer Erzbischof, Kurfürst und Reichserzkanzler Adolf II. von Nassau zurück. Die Gründung einer Universität musste damals vom Papst approbiert werden und Adolf II. hatte einen entsprechenden Genehmigungsprozess während seiner Amtszeit in die Wege geleitet. Papst Sixtus IV. genehmigte am 23. November 1476 die Errichtung der Hochschule. Eröffnet wurde die Universität aber erst 1477 von Adolfs Nachfolger auf dem Bischofsthron Diether von Isenburg. In den Wirren nach der Gründung der Mainzer Republik 1792 und deren Niederschlagung durch die Preußen kam es zu einem allmählichen Erliegen des Lehrbetriebs. 1798 wurde die Universität unter französischer Herrschaft offiziell aufgehoben, bis 1823 fanden in der medizinischen Fakultät noch Vorlesungen statt.

Die heute existierende Johannes Gutenberg-Universität Mainz wurde 1946 von der französischen Besatzungsmacht gegründet. Raymond Schmittlein, Leiter der Kultur- und Erziehungsabteilung der französischen Militärregierung, war einer der maßgeblichen Betreiber dieser Wiederbegründung. Durch das Dekret der französischen Militärregierung am 1. März wurde die Kontinuität der Mainzer Universität impliziert: Die Universität wurde „ermächtigt, ihre Tätigkeit wieder aufzunehmen“. Als erste Universitätsgebäude dienten die auch heute noch in Gebrauch befindlichen Reste einer Luftwaffenkaserne, die 1938 nach der Remilitarisierung des Rheinlandes während der Zeit des Nationalsozialismus errichtet worden war.

Die Kontinuität zwischen Alter Universität und Johannes Gutenberg-Universität Mainz trotz Unterbrechung des Lehrbetriebes von über 100 Jahren ist strittig. Sie wird vor allem durch das rechtliche Weiterbestehen der Universität, das sich besonders am Universitätsfond zeigt, begründet. Lediglich das Priesterseminar und eine Hebammenlehranstalt bestanden in der Zeit bis zur Wiedereröffnung fort.

1972 schlug sich die Wirkung der 68er Studentenproteste auch in der Struktur der Universität Mainz nieder. Die Fakultäten wurden aufgehoben und die Universität in Fachbereiche gegliedert. 1974 wurde schließlich Prof. Dr. Peter Schneider zum ersten Präsidenten der nun als „verfasste Gruppenuniversität“ organisierten Hochschule gewählt. 1990 wurde Prof. Dr. Jürgen Zöllner Präsident, er blieb jedoch nur ein Jahr im Amt und wurde dann Minister für Wissenschaft und Weiterbildung des Landes Rheinland-Pfalz. Als Koordinator der SPD für Hochschulpolitik spielte der beurlaubte Professor des Institutes für Physiologische Chemie eine entscheidende Rolle in der Hochschulpolitik der SPD und bei der Entwicklung der Studienkonten. Seit einer Strukturreform zum 1. Januar 2005 ist die Universität in elf Fachbereichen organisiert.

Heute hat die Johannes Gutenberg-Universität Mainz ca. 35.000 Studierende (Stand WS 2006/2007) und besteht aus mehr als 150 Instituten und Kliniken.

Beim ERASMUS-Studentenaustausch stand die Universität 2007 an erster Stelle , und hat mit 15% nach eigenen Angaben den höchsten Anteil ausländischer Studierender.

Das Fächerspektrum ist fast vollständig, es fehlen lediglich die technischen Fächer, die Tiermedizin und Ernährungswissenschaften. Stattdessen kann man Buchwissenschaften, Sportwissenschaft, Anthropologie, Musik, Bildende Kunst sowie Theater- und Filmwissenschaft studieren.

Für Seniorstudenten, Gasthörer und Studierende von Aufbaustudiengängen fallen bereits jetzt Studiengebühren an. Vom Ministerium für Wissenschaft und Weiterbildung wurden die von Prof. Zöllner mitentwickelten Studienkonten bereits im Wintersemester 2004/2005 eingeführt. Bei Überziehen des Studienkontos fallen in der Übergangszeit pauschal Studiengebühren von 650 Euro pro überzogenem Semester an. Die Studienkonten erlauben ein kostenfreies Erststudium innerhalb des 1,75-Fachen der Regelstudienzeit. In einem zweiten Schritt sollen die Konten zukünftig nach tatsächlich „verbrauchten“ Studienzeiten abgebucht werden. Ob der enorme Verwaltungsaufwand zur tatsächlichen Verbesserung der Studienbedingungen führt, ist nach wie vor umstritten. Messbarer Erfolg ist ähnlich wie bei der Einführung von Langzeitstudiengebühren in anderen Bundesländern der Rückgang der nominell eingeschriebenen Studierenden. Ob durch die Maßnahme tatsächlich weniger Lehrleistung an der Universität abgefragt wird, oder letztlich nur Karteileichen aus den Akten des Studierendensekretariates entfernt werden, ist durch die dezentrale Organisation der universitären Lehre nicht nachweisbar.

Die Johannes Gutenberg-Universität Mainz ist eine der wenigen Campusuniversitäten in Deutschland. Beinahe alle Institute und Einrichtungen sind auf einem ehemaligen Kasernengelände im Südwesten der Stadt untergebracht. Außerhalb des Campusgeländes befinden sich die Universitätsklinik sowie der 1949 eingegliederte Fachbereich Angewandte Sprach- und Kulturwissenschaften mit Sitz in Germersheim. Verschiedene kleinere Institute und Einrichtungen sind aus unterschiedlichen Gründen außerhalb des Campus untergebracht. So hat das Journalistische Seminar seinen Sitz in der „alten Universität“ neben dem Mainzer Theater. Das Institut für Vor- und Frühgeschichte ist samt Bibliothek in einem historischen Gebäude am Schillerplatz untergebracht. Auch die Studiengänge Filmwissenschaft und Mediendramaturgie, sowie die medienpraktischen Veranstaltungen der Publizistik, aber auch das Fernsehprojekt CampusTV sind nicht auf dem Campus untergebracht, sondern mit Videothek und Bibliothek im Medienhaus in der Wallstraße. Auf dem Universitätsgelände befinden sich außerdem der Elektronenbeschleuniger MAMI und der Forschungsreaktor TRIGA, der botanische Garten sowie ein Sportstadion samt Hallenbad. Einmalig in der bundesdeutschen Hochschullandschaft ist die Integration der Hochschule für Musik, der Akademie für Bildende Künste und des Sports in eine Universität ebenso wie die Integration von Katholischer Theologie und Evangelischer Theologie in einem Fachbereich.

Neben der Universität sind auf dem Campus auch das Max-Planck-Institut für Chemie und das Max-Planck-Institut für Polymerforschung untergebracht. In direkter Nachbarschaft zum Universitätscampus wird derzeit ein Campus für die Fachhochschule Mainz eingerichtet.

Die Johannes Gutenberg-Universität Mainz kann seit 2007 eine weitere Besonderheit in der deutschen Unilandschaft aufbieten: Sie ist die erste Universität, die ein Internet-TV-Programm produziert, das ausschließlich Service bieten will. Dieses ist auf Studierende zugeschnitten, die neu an der Universität studieren, und nennt sich ersti.tv. Das Projekt wird von einer studentischen Initiative betrieben.

Die Schreibweise der Universität weicht auch im Hochschulgesetz des Landes Rheinland-Pfalz von der eigentlich zu erwartenden Schreibweise Johannes-Gutenberg-Universität Mainz ab, da auf eine Ausnahmemöglichkeit in den Rechtschreibregeln Bezug genommen wird.

Die Johannes Gutenberg-Universität Mainz ist seit dem 1. April 2005 in elf Fachbereiche gegliedert.

Eine Übersicht über frühere Fakultäts- bzw. Fachbereichsgliederungen findet sich hier.

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Source : Wikipedia