Mailand

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Geschrieben von goldorak 03/05/2009 @ 14:07

Tags : mailand, italien, europa, ausland

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Mailand

Mailand (Italien)

Mailand (italienisch Milano, lombardisch Milan ), ist die zweitgrößte Stadt Italiens, Hauptstadt der Provinz Mailand und der Region Lombardei in Norditalien. Innerhalb der amtlichen Stadtgrenzen hat Mailand rund 1,3 Millionen Einwohner, in der Provinz sind es ca. 4,8 und in der Metropolregion Grande Milano ca. 7,5 Millionen (Stand jeweils 2006).

Mailand ist das Zentrum Italiens, was Wirtschaft, Mode, Design und Massenmedien betrifft, und gilt als „moralische Hauptstadt“. Bekannt ist die Stadt u. a. für ihren gotischen Dom, ihr Opernhaus Mailänder Scala, verschiedene Kunstschätze, ihre Fußballvereine AC Mailand und Inter Mailand sowie für die bedeutendste italienische Messe.

Mailand liegt in der Poebene. Das Stadtgebiet ist von den Flüssen Olona im Westen und Lambro im Osten umgeben. Kanäle (die unter Mitwirkung von Leonardo da Vinci entworfenen Navigli) verbinden die Stadt mit den oberitalienischen Seen und den lombardischen Flüssen und waren bis in die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts von maßgeblicher Bedeutung für die Mailänder Wirtschaft.

Mailand gehört zur subozeanischen Klimaprovinz Mitteleuropas. Das Klima ist subkontinental. Die Sommer sind warm, die Winter mäßig kalt und nebelreich. Mailand verzeichnet über 60 Frost- und knapp 100 Sommertage. Regen fällt zu allen Jahreszeiten, vor allem aber im Frühjahr und Herbst.

Um 400 v. Chr. wurde die Gegend um Mailand durch die keltischen Insubrer besiedelt. 222 v. Chr. eroberten die Römer diese Siedlung mit dem keltischen Namen Mediolanum.

Nach mehreren Jahrhunderten römischer Herrschaft wurde Mailand 293 von Kaiser Diokletian zur Hauptstadt des Weströmischen Reiches erklärt. 313 wurde hier das sog. Mailänder Toleranzedikt(Mailänder Konvention) verkündet, in dem die Kaiser Konstantin und Licinius den Christen die Glaubensfreiheit zusicherten. 402 wurde die Stadt von den Westgoten belagert (worauf die Kaiserresidenz nach Ravenna verlegt wurde), 50 Jahre später (452) nahmen die Hunnen die Stadt ein. 539 eroberten und zerstörten die Ostgoten Mailand im Verlauf des sog. Gotenkrieges gegen Kaiser Justinian. Schon 569 fiel Mailand dann an die Langobarden, bis es 774 Teil des Frankenreiches wurde.

Während des Eroberungskrieges des Kaisers Friedrich I. Barbarossa gegen die lombardischen Städte wurde Mailand 1162 größtenteils zerstört. Nach der Gründung des Lombardischen Städtebundes 1167 übernahm Mailand die führende Rolle in diesem Bündnis. Mit der Unabhängigkeit, die den lombardischen Städten im Konstanzer Frieden 1183 zugesprochen wurde, wurde Mailand zum Herzogtum.

1395 wurde Gian Galeazzo Visconti Herzog von Mailand. 1450 fiel Mailand an das Adelsgeschlecht der Sforza, die Mailand zu einer der führenden Städte der italienischen Renaissance ausbauten.

1492 erhob der französische König Ludwig XII. erstmals Ansprüche auf das Herzogtum. Nach seinem Sieg über die Schweizer 1515 in der Schlacht bei Marignano wurde das Herzogtum Frankreichs König Franz I. zugesprochen.

Nach dem Sieg Karls V. über Franz I. 1525 fiel mit Norditalien auch Mailand an das Haus Habsburg. 1556 dankte Karl V. zugunsten seines Sohnes Philipp II. und seines Bruders Ferdinand von Habsburg ab, so dass die italienischen Besitzungen an die hierdurch von Philipp II. begründete spanische Linie der Habsburger übergingen. 1700 starb diese spanische Linie des Hauses Habsburg jedoch mit dem Tode Karls II. aus. Danach begann 1701 der Spanische Erbfolgekrieg mit der Besetzung aller spanischen Besitzungen durch französische Truppen unter dem französischen Thronprätendenten. 1704 wurden die Franzosen in Ramillies und Turin geschlagen und mussten Norditalien zugunsten der österreichischen Habsburger räumen. 1714 wurden im Frieden von Rastatt die Lombardei mit ihrer Hauptstadt Mailand sowie das Herzogtum Mantua dann auch formell den österreichischen Habsburgern zugesprochen.

Napoleon eroberte 1796 die Lombardei. Mailand wurde zur Hauptstadt der Cisalpinischen Republik gemacht. Nach dem Ende der Besatzung durch Napoleon wurden im Wiener Kongress 1815 Mailand und die Lombardei sowie Venetien wiederum Österreich zugesprochen.

Im Jahr 1848 kam es zum Fünf-Tage-Aufstand der Bevölkerung gegen die österreichische Besatzung, in dessen Zuge Feldmarschall Radetzky mit seinen Truppen aus der Stadt vertrieben wurde, sie dann aber drei Monate später wieder einnahm. Nach der Niederlage Österreichs gegen die mit Frankreich verbündeten Truppen Sardinien-Piemonts und Frankreichs bei der außerordentlich blutigen Schlacht von Solferino fiel die ganze Lombardei 1859 an das Haus Sardinien-Piemont unter Viktor Emanuel II., der Keimzelle des damals entstehenden italienischen Königreichs (Risorgimento).

Nach dem Ersten Weltkrieg gründete sich 1919 der faschistische Fascio di Combattimento (Squadristi) in Mailand. 1922 begann Benito Mussolini von Mailand aus seinen Marsch auf Rom, womit die faschistische Diktatur über Italien ihren Anfang nahm.

Im Zweiten Weltkrieg erlitt die Stadt 1944 starke Zerstörungen. Im 20. Jahrhundert ist Mailand infolge der Industrialisierung sehr schnell gewachsen. Vor allem in den 50er und 60er Jahren zogen viele Millionen Italiener, insbesondere aus Süditalien, nach Mailand und Hinterland. Der Mathematiker Gino Cassinis war Bürgermeister von 1961 bis 1964. Von 1971 bis 2001 ist die Einwohnerzahl Mailands vom bisherigen Höchstwert von ca. 1.732.000 Einwohnern bis auf 1.256.000 drastisch gesunken. Dieser Rückgang erklärt sich mit dem Umzug der Einwohner ins direkte Umland, hauptsächlich aufgrund der hohen Wohnungspreise in der Stadt, aber auch mit den praktisch unverändert gebliebenen Stadtgrenzen trotz eines fast überall fließenden Übergangs in die (etwa 50) wuchernden Vorstädte. Seit 2001 verzeichnet auch Mailand selbst wieder ein leichtes Wachstum.

Mailand ist die Industriemetropole Italiens schlechthin und zählt zu den bedeutendsten Industriestandorten Europas. Von den 200 größten Unternehmen des Landes hat rund die Hälfte ihren Sitz in Mailand. Hier finden sich die meisten Verlage, Werbeagenturen, Marktforschungsinstitute und Handelsgesellschaften des Landes. Mailand ist in den Punkten Mode (neben Paris) und Design weltweit tonangebend. 1910 wurde in Mailand der Automobilhersteller Alfa Romeo gegründet (heute Teil des Fiat-Konzerns). Ein weiteres weltbekanntes Unternehmen ist der Reifenhersteller Pirelli und der Kabelhersteller Prysmian, der im Juli 2005 die Kabelaktivitäten von Pirelli weltweit übernommen hat.

Mailand ist Italiens größter Verkehrsknotenpunkt. Hier kreuzen sich die Autobahnen A1 (nach Rom und Neapel), A4 (Turin–Triest), A7 (nach Genua) sowie die A8/A9 (Verbindung zur Schweiz). Sie münden allesamt in die Mailänder Ringautobahn, die sich aus den Autobahnen A50 (Westtangente), A51 (Osttangente) und A52 (Nordosttangente) zusammensetzt.

Der Eisenbahnknotenpunkt umfasst unter anderem den 1931 eröffneten monumentalen Kopfbahnhof Milano Centrale und im Osten an der Strecke nach Venedig einen großen Rangierbahnhof (Milano Smistamento). Der öffentliche Personennahverkehr wird unter anderem durch die städtische Nahverkehrsgesellschaft ATM Milano durchgeführt.

Mailand besitzt eines der größten Straßenbahnnetze Europas, siehe dazu den Beitrag Straßenbahn Mailand. Eine Kuriosität ist, dass sich in Mailand noch immer eine große Zahl von Vorkriegs-Straßenbahnwagen nach US-Bauart im Einsatz befinden.

Der Schienenschnellverkehr wird mit M-S-R gekennzeichnet – diese Buchstaben stehen für die U-Bahn, die mit einem S-Bahn-Netz vergleichbaren Linee S bzw. Passante Ferroviario und den Regionalverkehr.

Mailand wird durch die beiden internationalen Flughäfen Malpensa und Linate (sowie auch Orio al Serio bei Bergamo) bedient. Malpensa stellt dabei ein internationales Drehkreuz dar, während der nah an der Stadt gelegene Flughafen Linate vorwiegend für den inländischen Flugverkehr genutzt wird. Der Flughafen Bergamo-Orio al Serio in nur 45 km Entfernung von Mailand wird vor allem von Billigairlines wie Ryanair angeflogen und von diesen oft mit Mailand-Orio al Serio bezeichnet.

Die Stadt ist Heimat zweier international erfolgreicher Fußball-Clubs, dem AC Mailand und Inter Mailand, die ihre Heimspiele im Giuseppe-Meazza-Stadion im Stadtviertel San Siro austragen.

Der Radsportklassiker Mailand-San Remo ist eines der bekanntesten Eintagesrennen der Welt. Die Rad-Rundfahrt Giro d’Italia endet traditionell in Mailand.

In der Nähe der Stadt liegt die Formel-1-Rennstrecke von Monza.

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AC Mailand

Logo des AC Mailand

Der AC Mailand (offiziell Associazione Calcio Milan) ist ein italienischer Fußballklub aus dem im Norden Italiens gelegenen Mailand (Lombardei).

Mit 17 nationalen Meistertiteln, fünf Pokalsiegen, dem siebenmaligen Gewinn des Europapokals der Landesmeister bzw. der UEFA Champions League und dem viermaligen Gewinn des Weltpokals gehört der Klub zu den erfolgreichsten und traditionsreichsten Vereinsmannschaften der Welt. Seine Heimstätte, das von den Fans meist nach dem gleichnamigen Mailänder Stadtteil San Siro genannte Giuseppe-Meazza-Stadion (siehe dazu weiter unten), teilt sich der AC Mailand mit dem Lokalrivalen Inter Mailand. Im Jahr 2008 erwirtschaftete der Verein einen Umsatz von 209,5 Millionen Euro und ist damit der Umsatzstärkste Verein Italiens, Weltweit belegt der Verein Platz acht.

Der AC Mailand, auch kurz Milan genannt, wurde am 16. Dezember 1899 als Mailänder Fußball- und Cricketklub (Milan Football and Cricket Club) von einer Gruppe ausgewanderter englischer Geschäftsleute unter der Leitung von Alfred Edwards gegründet. In diesen Jahren entwickelte sich in Italien auch gerade ein erster geordneter Spielbetrieb auf Landesebene, in dem sich der AC Mailand schnell profilierte. Bereits 17 Monate nach der Vereinsgründung, am 5. Mai 1901, setzte sich die Mannschaft aus der Lombardei mit einem 1:0 im Meisterschaftsendspiel gegen den CFC Genua durch und errang den ersten Titelgewinn. 1908, Mailand hatte zwischenzeitlich zwei weitere Meistertitel errungen, spaltete sich dann der Klub. Die italienischen und Schweizer Mitglieder verließen den Verein, um den heutigen Lokalrivalen Inter Mailand zu gründen.

In den folgenden Jahren konnte der AC Mailand mit der neuen Mannschaft nicht mehr an die Erfolge der ersten neun Jahre anknüpfen. Erst 1915 erreichte die Mannschaft wieder die Endrunde, die wegen des Kriegsbeginns aber nicht mehr zu Ende gespielt wurde und ohnehin nicht mehr zu gewinnen war. Während der Kriegsjahre wurde in einigen Regionen noch Fußball gespielt, und der AC Mailand trat im näheren Umland gegen andere Mailänder Vereine an. Ab 1929 etablierte sich der AC Mailand schließlich in der neu gegründeten italienischen 1. Liga im Mittelfeld.

Nach dem Zweiten Weltkrieg verstärkten sich die Rossoneri (Rot-Schwarzen) mit den schwedischen Spielern Gunnar Gren, Gunnar Nordahl und Nils Liedholm und fanden zu alter Spielstärke zurück. Als die Südamerikaner Juan Schiaffino und José Altafini zum Verein stießen, wurde die Überlegenheit in der italienischen Liga immer deutlicher. In den ersten 20 Jahren nach Kriegsende erreichte der AC Mailand in der Serie A bis auf eine Ausnahme jedes Mal einen der ersten drei Tabellenplätze, wobei es allein fünf Meistertitel zu bejubeln gab.

Aber auch auf internationaler Ebene konnte man Erfolge feiern. Nachdem die Italiener 1956 und 1958 im Halbfinale bzw. im Finale des Europapokals der Landesmeister jeweils am spanischen Vertreter Real Madrid scheiterten, errangen sie schließlich am 22. Mai 1963 mit einem 2:1-Endspielsieg gegen Benfica Lissabon erstmals den bedeutendsten europäischen Titel.

Den Gewinn des Weltpokals verpasste man allerdings, nachdem man gegen den Gewinner der südamerikanischen Klubmeisterschaft FC Santos (Brasilien) im entscheidenden Spiel mit 0:1 unterlag. Zuvor konnten beide Mannschaften zuhause ihren Gegner jeweils mit 4:2 bezwingen.

1965 schied der AC Mailand als Titelverteidiger bereits im Viertelfinale gegen den späteren Finalisten Real Madrid (Spanien) aus.

Nachdem 1964 und 1965 jeweils der Stadtrivale Inter sowohl den Europapokal der Landesmeister als auch den Weltpokal hatte gewinnen können und somit in der Anzahl der Erfolge an Milan vorbeigezogen war, folgte 1968 schließlich der zweite große internationale Triumph für die Rossoneri als sie gegen den deutschen Vertreter Hamburger SV den Cup der Pokalsieger gewinnen konnten. Ein Jahr später gewann der AC Mailand zum zweiten Mal den Europapokal der Landesmeister. Dabei schlugen sie die Mannschaft von Ajax Amsterdam deutlich mit 4:1. Diesmal blieben die Mailänder auch im Duell gegen den Vertreter aus Südamerika Sieger und gewannen somit erstmals den Weltpokal. Dabei setzten sie sich gegen den Vorjahressieger Estudiantes de La Plata aus Argentinien durch, als sie nach einem deutlichen 3:0-Heimerfolg im Rückspiel knapp mit 1:2 unterlagen.

Der europäische Vereinstitel konnte aber wiederum nicht verteidigt werden, da man in der darauf folgenden Saison schon im Achtelfinale gegen den späteren Turniersieger Feyenoord Rotterdam (Niederlande) ausschied.

1973 gewann der AC Mailand zum zweiten Mal den Pokalsiegerwettbewerb. Dabei wurde im Finale die Mannschaft von Leeds United (England) bezwungen. Ein Jahr später stand man erneut im Finale, verlor jedoch überraschend mit 0:2 gegen den Pokalsieger aus der DDR, den 1. FC Magdeburg.

1980 endete die Erfolgsserie des AC Mailand abrupt, als der Klub zusammen mit Lazio Rom wegen illegaler Wettgeschäfte vom italienischen Fußballverband zum Zwangsabstieg in die Serie B verurteilt wurde. Auch wenn den Mailändern umgehend der Wiederaufstieg gelang, erholte sich der Verein nur langsam und musste im Jahr darauf erneut den Weg in die zweite Liga antreten.

Nach dem neuerlichen Abstieg in die Serie B gelang wiederholt der sofortige Wiederaufstieg in die oberste Spielklasse. Als Mitte der achtziger Jahre der Medien-Mogul Silvio Berlusconi den Vorsitz übernommen hatte, fand der AC Mailand schließlich wieder in die Erfolgsspur zurück. Unter Berlusconi erfuhr die Mannschaft einen erheblichen Neuaufbau, dabei wurde u. a. mit Arrigo Sacchi ein Trainer verpflichtet, welcher einen offensiven Fußball bevorzugte. Zur Umsetzung dessen wurden für hohe Ablösesummen neben Roberto Donadoni die niederländischen Fußballstars Ruud Gullit, Marco van Basten und Frank Rijkaard eingekauft. Neben diesen offensiven Spielern und den beiden Abwehrstrategen Franco Baresi und Paolo Maldini entwickelte sich mit der Zeit eine schlagkräftige Mannschaft, welche ab Ende der achtziger Jahre den europäischen Vereinsfußball zu dominieren begann. Dabei gewann der AC Mailand 1989 nach dem elften Gewinn der Meisterschaft im Jahr zuvor den Europapokal der Landesmeister, den europäischen Supercup und den Fußball-Weltpokal. In der nationalen Meisterschaft hingegen musste man sich am Saisonende mit dem dritten Rang hinter dem Stadtrivalen Inter und dem SSC Neapel begnügen.

1990 gelang dem AC Mailand die erfolgreiche Titelverteidigung im Europacup der Landesmeister. Trotzdem mussten sich auch in diesem Jahr die Rot-Schwarzen mit dem SSC Neapel der Konkurrenz aus dem Süden Italiens beugen und belegten in der Endabrechnung Platz zwei. 1991 wurde mit Fabio Capello ein neuer Trainer verpflichtet, welcher im Gegensatz zu seinem Vorgänger eher defensiv spielen ließ. Außerdem kamen mit Zvonimir Boban und Dejan Savićević sowie Jean-Pierre Papin weitere Weltklassespieler zum AC Mailand. Doch wie schon im Jahr zuvor reichte es in der nationalen Meisterschaft wieder nur für den zweiten Platz. Diesmal musste man der Mannschaft von Sampdoria Genua den Vortritt lassen. Auch im Europacup scheiterten die Italiener bereits im Viertelfinale gegen den französischen Meister Olympique Marseille, dem späteren Finalisten. Nachdem der Titelverteidiger als Gastgeber im ersten Spiel nicht über ein Unentschieden hinauskam, musste das Rückspiel in Marseille unbedingt gewonnen werden. Als beim Stand von 1:0 für die Franzosen kurz vor Schluss im Stadion die Flutlichtanlage ausfiel, nahmen das die Italiener zum Anlass das Spiel abzubrechen. Daraufhin wurde der Verein für sein eigenmächtiges Handeln für ein Jahr von allen europäischen Klubwettbewerben ausgeschlossen.

In der Saison 1991/92 konnte der AC Mailand nach vier Jahren wieder den Scudetto gewinnen. Dabei blieb man die gesamte Saison über in der Serie A ungeschlagen. Auch in den folgenden beiden Jahren blieb man die Nummer eins im eigenen Land.

Ab der Saison 1992/93 durfte der AC Mailand wieder am höchsten europäischen Klubwettbewerb teilnehmen, welcher erstmals unter der Bezeichnung UEFA Champions League durchgeführt wurde. Dabei gelang auf Anhieb wieder der Einzug ins Finale, wo man auf den letzten europäischen Bezwinger aus Marseille traf. Obwohl der AC Mailand als klarer Favorit in das Spiel ging, misslang die Revanche für die Viertelfinalniederlage zwei Jahre zuvor. Olympique Marseille hingegen feierte durch einen knappen 1:0 Sieg den ersten Gewinn der europäischen Königsklasse.

Im darauf folgenden Jahr zogen die Mailänder wiederum in das Finale ein. Dabei vermochte die Mannschaft in der Vorrunde mit ihrem schon markanten Defensivfußball nur wenig überzeugen und konnte von 6 Spielen gerade einmal zwei gewinnen, bei 4 Unentschieden. Aus diesem Grund galt der AC Mailand seit langer Zeit wieder als Außenseiter, da ihm mit dem FC Barcelona eine Mannschaft gegenüberstand, welche nach Ansicht vieler Beobachter den offensivsten und torreichsten Fußball dieser Zeit praktizierten. Doch zum allgemeinen Erstaunen blieb die erwartete Wachablösung im europäischen Vereinsfußball aus. Der AC Mailand übernahm im Athener Olympiastadion vor 76.000 Zuschauer von Beginn an die Initiative und besiegte seinen spanischen Kontrahenten deutlich mit 4:0.

Auch 1995 kam der AC Mailand zum nunmehr dritten Mal in Folge ins Finale der Champions League. Die mittlerweile in die Jahre gekommenen Stars unterlagen dabei den "jungen Wilden" von Ajax Amsterdam mit 0:1. Dabei erzielte der zu diesem Zeitpunkt gerade einmal 18-jährige Patrick Kluivert das "goldene Tor".

Mit dieser Niederlage ging in der europäischen Königsklasse eine 7-jährige Ära zu Ende, in welcher der AC Mailand eine prägende Rolle innehatte, welche in seiner Dominanz nur mit der von Real Madrid in den späten 1950er-Jahren zu vergleichen war. Die Italiener erreichten in dieser Zeit fünfmal das Finale, wobei sie letztlich dreimal Europas Fußballkrone erringen konnten.

Danach endete vorerst die Überlegenheit des AC Mailand, da die Mannschaft im Umbruch stand. Trainer Fabio Capello verließ den Verein und wurde durch Oscar Tabárez aus Uruguay ersetzt. Ruud Gullit hatte schon 1993 sein Engagement beim Verein beendet, Marco van Basten musste wegen anhaltenden Verletzungsproblemen seine Karriere beenden und andere Stars früherer Jahre konnten wie Franco Baresi nicht mehr an ihre alte Leistungsfähigkeit anknüpfen. Neue spektakuläre Verpflichtungen wie die von Roberto Baggio oder George Weah konnten die dabei entstehenden Lücken nicht schließen, wodurch der Verein in Europa eine Reihe überraschender Niederlagen einstecken musste. In den Jahren 1997 und 1998 war der Klub aus Norditalien weit von den Erfolgen vergangener Tage entfernt, da er in dieser Zeit selbst auf nationaler Ebene nur ein Platz in der unteren Tabellenhälfte erreichen konnte. Nach kurzen erneuten Amtsperioden von Sacchi und Capello wurde schließlich Alberto Zaccheroni als Trainer verpflichtet, der die Durststrecke beendete und den Verein 1999 zur erneuten Meisterschaft führte. Trotzdem drehte sich das Trainerkarussell weiter bis mit Carlo Ancelotti auch der internationale Erfolg zurückkehrte. Nachdem u. a. der torgefährliche ukrainische Stürmer Andriy Shevchenko geholt wurde, galt der AC Mailand wieder als eine der spielstärksten Mannschaften Europas und erreichte schließlich im Jahre 2003 wieder das Finale der Champions League. Hierbei gewann man im Elfmeterschießen gegen den Ligakonkurrenten Juventus Turin und konnte sich so den wertvollsten Titel Europas zum mittlerweile sechsten Mal sichern.

In der Saison 2004/05 stand der AC Mailand erneut im Finale der Champions League, wo der Gegner diesmal FC Liverpool hieß. Dieses Spiel sollte als eines der denkwürdigsten in die Geschichte des europäischen Meistercups eingehen. Nachdem der große Favorit aus Italien anfangs seinen Gegner nach Belieben beherrschte und zur Halbzeit bereits mit drei Toren führte, kämpften sich die aufopferungsvoll kämpfenden Engländer wieder ins Spiel zurück und erreichten die Verlängerung. Nachdem diese keine Entscheidung brachte, wurde der Sieger im Elfmeterschießen ermittelt, in welchem schließlich die Mannschaft des AC Mailand das schon sicher geglaubte Spiel doch noch verlor.

Ein Jahr später konnte der AC Mailand das Halbfinale der Champions League erreichen, musste sich dort jedoch dem späteren Sieger FC Barcelona geschlagen geben.

Im Mai 2006 wurde die italienische Liga von einem Skandal erschüttert, in welchem neben Juventus Turin auch der AC Mailand verwickelt war. Als Konsequenz wurde dem Mailänder Verein für die gerade abgeschlossene Saison 2005/06 44 Punkte abgezogen. Dadurch verlor Milan den 2. Platz und damit die verbundene direkte Qualifikation für die Champions League 2006/07. Ein Berufungsgericht milderte allerdings den Richterspruch ab und reduzierte die Strafe auf 30 Punkte Abzug, wodurch der Verein in der Endabrechnung noch den dritten Tabellenplatz belegte und zumindest noch die Champions League über die Qualifikationsrunde erreichen konnte.

Trotz dieses mühevollen Umweges erreichte Milan in der Saison 2006/07 wiederum das Finale der Champions League, wo mit dem FC Liverpool der Endspielgegner von Istanbul wartete. Doch anders als im legendären Finale von 2005 behielten die Rossoneri hier das bessere Ende für sich und gewann verdient mit 2:1. Im August des gleichen Jahres konnte der AC Mailand dem Triumph in der Königsklasse noch den Gewinn des Supercups hinzufügen, als in Monaco der amtierende UEFA-Cup Sieger FC Sevilla mit 3:1 bezwungen wurde. Dieses Spiel stand jedoch im Schatten des drei Tage zuvor verstorbenen FC-Spielers Antonio Puerta. Im Andenken an den Verteidiger trugen alle Spieler unterhalb der Trikotnummer den Namen Puerta.

Am 16. Dezember 2007 gelang dem AC Mailand zum vierten Mal der Sieg im Weltpokal, wobei in Yokohama der Sieger aus der Südamerika-Gruppe, die Boca Juniors, mit 4:2 geschlagen wurden. Die Saison 2007/08 wurde in der Serie A auf einem enttäuschenden fünften Tabellenplatz abgeschlossen, wodurch man in der Saison 2008/09 im UEFA-Cup spielen wird.

Der offizielle Name des Fußballstadions von Milan und Inter lautet Giuseppe-Meazza-Stadion. Der Name wurde nach einem Umbau zu Ehren des Fußballspielers Giuseppe Meazza im März 1980 vergeben. Meazza spielte hauptsächlich bei Inter (348 Spiele), aber auch bei Milan (37 Spiele). Trotzdem wird das Stadion weiterhin mit seinem ursprünglichen Namen San Siro genannt. San Siro ist der Name des Stadtteils in welchem das Stadion steht. Der Name kommt wiederum von einer kleinen Kirche, welche nicht mehr vorhanden ist. Das Stadion hat insgesamt 82.955 Sitzplätze, welche in drei Ringe aufgeteilt sind.

Die Rossoneri konnten auf internationaler Ebene bisher 18 Titel in folgenden Wettbewerben verbuchen: Champions League bzw. Europapokal der Landesmeister (7x), Weltpokal (4x), Europäischer Supercup (5x) und Europapokal der Pokalsieger (2x). Damit ist Milan in Bezug auf die Summe der Titelgewinne in diesen Bereichen der erfolgreichste Fußballverein der Welt. Allein im bedeutendsten europäischen Klubwettbewerb stand Milan bisher 11mal im Finale und blieb dabei sieben Mal siegreich. Einzig Real Madrid hat hier mit 9 Titeln eine bessere Bilanz aufzuweisen.

Die Fan-Gruppen des AC Mailand sind traditionell in der Curva Sud des Stadions zu finden. Sie sind, wie viele Italiener, sehr sangesfreudig. Eines ihrer Lieder ist die Mailänder Hymne O mia bela Madunina mit dem Refrain „… ma Milan è un gran Milan“ (… aber Mailand ist ein großes Mailand).

Die Fossa dei Leoni (ital., Löwengrube) war eine Ultrà-Gruppierung. Sie wurde 1968 gegründet und hatte bis zu 10.000 Mitglieder. Bekannt war die Gruppierung für die leichte Aufnahme von Mitgliedern. Ganz im Gegensatz zu der Brigate Rossonere war sie aufgrund ihrer Größe unpolitisch. Zwischen der Fossa dei Leoni und der Brigate Rossonere gab es ein Abkommen, dass Politik im Stadion nichts zu suchen hat. Dieses Abkommen besteht nach der Auflösung der Fossa dei Leoni weiter. Im November 2005 lösten sich die FdL nach dem Verlust ihres Auswärtsbanners (an die Gruppe Viking Juve) auf. Die Auflösung ist jedoch nicht endgültig.

Die Commandos Tigre, gegründet 1967, sind im Unterrang der Curva Sud zu finden.

Die Brigate Rossonere wurden 1975 gegründet und sind derzeit die größte Fangruppe des AC Milan. Auch sie haben ihren Platz in der Curva Sud.

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Straßenbahn Mailand

Mailänder Straßenbahn (Bauart Peter Witt)

Die Mailänder Straßenbahn ist eine der traditionsreichsten Nahverkehrsmittel Italiens mit einem einst sehr ausgedehntem Streckennetz.

Die Straßenbahn in Mailand geht auf die am 8. Juli 1876 eröffnete Pferdebahn zurück. Die erste elektrische Bahn wurde am 1. November 1893 durch die Edison General Electric eröffnet. Diese erhielt eine bis 1917 laufende Konzession, die sie zum Bau weiterer 18 Linien verpflichtete. Nach Ende dieser Konzession gingen die Linien in den Besitz der Stadt über. Zu diesem Zweck wurde die ATMI, die Vorläuferin der heutigen ATM Milano, gegründet. Die Bahnen, die im Linksverkehr betrieben wurden, stellte man 1926 auf Rechtsverkehr um. Das grosse Strassenbahnnetz war übrigens der Grund, warum Mailand als letzte Stadt Italiens auf Rechtsverkehr umgestellt hatte, während in der Provinz Mailand bereits früher rechts gefahren wurde. Es waren umfangreiche Umbauten und Anpassungen notwendig. Die Umstellung erfolgte am 3. August 1926. Am Abend fuhren alle Strassenbahnwagen ins Depot, um nach Mitternacht wieder auszufahren, diesmal rechts. Die ganze Nacht wurde geprüft, ob alles richtig funktioniert. Im Corriere della Sera finden sich ganze 5 Artikel zu diesem Grossereignis.

Neben dem innerstädtischen Straßenbahnnetz wuchs auch das Überlandnetz um Mailand herum. Die erste Überlandstraßenbahn wurde am 6. Juni 1878 zwischen Mailand und Vaprio d'Adda durch die Tranvie Interprovinciali Padane in Betrieb genommen. Sie baute das Netz bis auf eine Länge von 160 Kilometern aus. Die Elektrifizierung des Netzes wurde durch die STEL übernommen. Das bis in die 1930er stetig wachsende Überlandnetz wurde am 1. Juli 1939 durch die ATMI übernommen.

Im Zweiten Weltkrieg erlitt das Netz schwere Schäden, konnte aber bis Ende 1945 wieder vollständig in Betrieb genommen werden. Die in den Nachkriegsjahren etwas vernachlässigte Bahn bekam ab dem 1. November 1964 die Konkurrenz der neugebauten U-Bahn zu spüren. Mittlerweile sind von den 40 Linien nach Ende des Krieges noch 18 übrig geblieben. Diese haben eine Streckenlänge von 196 Kilometern.

Das einst große Überlandstraßenbahn-Netz wurde auch ab den 1960er Jahren stetig verkleinert. Mit Ausnahme von zwei Strecken nach Desio und Limbiate wurde der Betrieb auf sämtlichen Überlandlinien mittlerweile eingestellt. Die Strecken nach Osten und Norden wurden von der U-Bahn Linie 2 übernommen. Komplett eingestellt wurden auch die Linien nach Monza.

Mitte der 90er-Jahre waren mit dem Bau neuer Schnelllinien ("Metrotramvie"), große Erweiterungen des Netzes vorgesehen. Seit 7. Dezember 2002 verkehrt die erste neue Linie, Piazzale Lagosta-Largo Mattei (Bicocca-Linie). Seit 8. Dezember 2003 sind die Nord- und Südmetrotramlinie, nach Niguarda bzw. Rozzano in Betrieb. Seit 18. Januar 2009 ist auch die Metrotramlinie nach Cinisello fertiggestellt.

Eine größere Zahl nicht mehr benötigter Fahrzeuge der Peter Witt-Bauart wurde etwa im Jahr 2005 vom US-Unternehmen Gomaco Trolley Company angekauft. Dieses restauriert die Fahrzeuge und verkauft sie als historische Strassenbahnwagen an US-Strassenbahnunternehmen weiter.

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Erzbistum Mailand

Mailänder Dom

Das Erzbistum Mailand (lat.: Archidiocesis Mediolanensis, ital.: Arcidiocesi di Milano) ist eine Metropolitan-Diözese der römisch-katholischen Kirche in Italien. Als Kathedrale dient der Mailänder Dom. Das Bistum wurde im 1. Jahrhundert gegründet und im 4. Jahrhundert zum Erzbistum erhoben. Patron des Bistums ist der heilige Ambrosius von Mailand. Neben dem Römischen Ritus wird im größten Teil des Erzbistums Mailand auch der Ambrosianische Ritus verwendet.

Der Legende nach gründete der Apostel Barnabas im Jahr 52 n. Chr. das Bistum Mailand. Die Erhebung zum Erzbistum erfolgte im 4. Jahrhundert. Der bedeutendste Bischof der Spätantike war der heutige Bistumspatron Ambrosius von Mailand. Er gilt als einer der vier westlichen Kirchenlehrer. Der von ihm begründete Ambrosianische Ritus wird bis heute in Mailand angewendet. Die Erhebung Mailands zum Erzbistum entsprach sowohl der damaligen politischen Stellung Mailands als kaiserliche Residenzstadt wie auch der innerkirchlichen Bedeutung Mailands.

Das Territorium des Erzbistums unterlag seit seiner Gründung großen Schwankungen. Ursprünglich umfasste es praktisch die gesamte Lombardei und Churrätien. Zwischen 603 und 606 trennte sich das Bistum Como wegen Streitigkeiten um den Ritus von Mailand. Nach der Teilung des Frankenreiches kam das Bistum Chur 843 an das Erzbistum Mainz. Die Bistümer Pavia und Turin erlangten um 700 bzw. 1471 die Exemption. Bis 1870 unterstanden dem Erzbistum Mailand im heutigen Kanton Tessin die sogenannten Ambrosianischen Täler Leventina, Blenio und Riviera sowie die Gemeinden Moleno, Preonzo und Gnosca. Die komplizierte Grenzziehung der kirchlichen Zuständigkeitsbereiche im Tessin zwischen Mailand und dem Bistum Como war das Resultat einer frühmittelalterlichen Schenkung.

Bedeutende Erzbischöfe von Mailand im Mittelalter und der Neuzeit waren: Umberto Crivelli, der 1185 als Urban III. zum Papst gewählt wurde; Ottone Visconti (1207–1295), Begründer der Machtstellung der späteren Herzogsfamilie der Visconti; Pietro Philargi, 1409 als Gegenpapst Alexander V.; Karl Borromäus, Führer der Gegenreformation in Norditalien und der Schweiz; Achille Ratti, seit 1922 als Papst Pius XI.; Giovanni Battista Montini seit 1963 als Papst Paul VI. 42 Bischöfe von Mailand wurden bisher heiliggesprochen, zuletzt 1610 Karl Borromäus.

Im 19. Jahrhundert wurde die Struktur und der Umfang der Diözese stark verändert.

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Source : Wikipedia