Luxemburg

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Geschrieben von daneel 11/03/2009 @ 07:09

Tags : luxemburg, europa, ausland

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Luxemburg

Der Bockfelsen in Luxemburg Stadt, den Graf Siegfried 963 erwarb

Das Großherzogtum Luxemburg ist eine Monarchie in Westeuropa. Es grenzt an Frankreich (Grenzlänge 73 km) und an Belgien (Grenzlänge 148 km) sowie an die deutschen Länder Rheinland-Pfalz und Saarland (Grenzlänge 138 km). Luxemburg ist mit einer Fläche von 2586 km² der zweitkleinste Staat der Europäischen Union.

Das Großherzogtum ist Gründungsmitglied der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft, dem Vorläufer der heutigen Europäischen Union, und bildet zusammen mit Belgien und den Niederlanden die Beneluxstaaten. Seit März 1970 ist Luxemburg Mitglied der „Organisation internationale de la Francophonie" (Internationale Organisation der Frankophonie).

Der Name leitet sich von Lucilinburhuc ab, später Lützelburg, einer kleinen Burg, um die sich die (Haupt-)Stadt Luxemburg gründete. Luxemburg ist als Grafschaft im damaligen Heiligen Römischen Reich entstanden und heute das letzte Großherzogtum der Welt.

Der Norden des Landes ist ein Teil der Ardennen und wird Ösling genannt. Dieser Teil liegt auf durchschnittlich 400 bis 500 Metern über dem Meeresspiegel. Die Landschaft im Ösling ist geprägt von bewaldeten Bergen, Hügeln und tiefen Flusstälern, wie zum Beispiel das Tal der Sauer. Mit 560 Metern stellt der Hügel „Kneiff“ in Huldange (deutsch: Huldingen) die höchste Erhebung des Landes dar.

Im Süden liegt das fruchtbare Gutland, das zum Lothringer Stufenland gehört. Dieses Gebiet weist eine höhere Bevölkerungs- und Industriedichte als das Ösling auf. Entwässert wird das Land durch die westöstlich verlaufende Sauer, mit Clerve und Our im Norden und Alzette im Süden. Der niedrigste Punkt des Landes, Spatz genannt (129 Meter ü. M.), befindet sich am Zusammenfluss von Sauer und Mosel in Wasserbillig.

Im Norden Luxemburgs werden 358 Quadratkilometer des Landes durch den Deutsch-Luxemburgischen Naturpark geschützt.

Wichtige Flüsse Luxemburgs sind die Mosel, die im Südosten den Grenzfluss zu Deutschland bildet, die Sauer, die Our und die Alzette.

Luxemburg hat gemäßigtes westeuropäisches Klima, das durch atlantische Meereswinde beeinflusst wird und sich durch milde Winter und gemäßigte und deshalb angenehme Sommer auszeichnet. Die Luft ist meist mild und feucht; die jährliche Niederschlagsmenge beträgt 782,2 mm; Temperaturen im Jahresmittel 9 °C, im Januar 0,8 °C, im Juli 17,5 °C. So liegen die im Januar, dem kältesten Monat, gemessenen Durchschnittstemperaturen bei etwa -2 °C. Die höchsten Temperaturen werden üblicherweise während der Sommermonate Juli und August gemessen. Zu dieser Zeit beträgt die Durchschnittstemperatur etwa 15-25 °C, wobei das Thermometer nicht selten auf Temperaturen von 30 °C steigt. Im Norden des Landes, dem Ösling, ist es meist etwas kühler und es kommt auch häufiger zu Niederschlägen.

Das Ösling im Norden des Landes, ein Teil der Ardennen, ist durch bewaldete Mittelgebirgszüge und tiefe Flusstäler geprägt. Die am stärksten verbreiteten Baumarten sind Rotbuchen, Eichen, Ahorn und Fichten. Dabei nehmen Eichen-Niederwälder, die so genannten Lohhecken, immer noch einen großen Teil der Waldfläche ein. Für unbewaldete Flächen sind unter anderem die Glockenheide und Stechpalme charakteristisch. Die Lippenblütler Echter- und Trauben-Gamander sind mediterrane Pflanzen, die im Südosten Luxemburgs vorkommen.

Die Vegetation des tiefer gelegenen südlichen Teil des Landes (ca. 300 m), dem so genannten Gutland, ist durch die landwirtschaftliche Nutzung und den Weinanbau an der Mosel geprägt.

Die Tierwelt entspricht der für mitteleuropäische Länder üblichen Fauna. Allerdings beeindruckt das Ösling durch große Bestände an Rot- und Schwarzwild sowie Greifvögeln, aber auch durch seltene Vogelarten wie den Schwarzstorch oder das Haselhuhn. Luxemburg ist bekannt für seinen Fischreichtum, es gibt Forellen, Hechte, Zander, Aale, Karpfen und viele andere Fischarten. Im milden Moseltal hat sich die Mauereidechse angesiedelt, ein sonst eher in mediterranen Ländern vorkommendes Tier.

Das Land wird untergliedert in drei Distrikte (Grevenmacher, Luxemburg, Diekirch) mit zwölf Kantonen und 116 Gemeinden. 12 dieser Gemeinden haben den Status einer Stadt. Die Gemeinden sind Selbstverwaltungskörperschaften, die allerdings der Rechtsaufsicht der vom Großherzog ernannten Distriktskommissare unterliegen.

Die Stadt Luxemburg ist Hauptstadt des Großherzogtums und Sitz der Regierung. Sie hat sich zu einem der führenden Finanzplätze in Europa entwickelt, der vor allem für die 48 deutschen von den 161 hier ansässigen Banken von besonderer Bedeutung ist.

Der Urbanisierungsgrad ist in Luxemburg sehr hoch; etwa 92 Prozent der Einwohner leben in Städten (2003), die jedoch überwiegend Land- und Kleinstädte sind. Größte Stadt ist die Hauptstadt Luxemburg (lux.: Lëtzebuerg) mit etwa 86.329 Einwohnern (Großraum 110.000). Da sich ein Ort nur per Gesetz als „Stadt“ bezeichnen darf, hat Luxemburg lediglich zwölf Städte, denen die Stadtrechte oft bereits im Mittelalter verliehen wurden. Die größeren Städte liegen im Südwesten in der Minette-Region, in der sich die Eisen- und Stahlindustrie des Großherzogtums konzentriert. Dies sind unter anderem Esch-sur-Alzette (28.200), Differdingen (19.000), und Düdelingen (17.800). Im Norden Luxemburgs gibt es hingegen mehrere kleine Städte, die meist Hauptorte eines Kantons sind. Um die beiden Städte Diekirch (6500) und Ettelbrück (7500) bildet sich die Nordstad, der größte Ballungsraum im Norden Luxemburgs, der neben der Hauptstadt und Esch-sur-Alzette als dritter Entwicklungspol des Großherzogtums gilt.

Luxemburg hat etwa 484.000 Einwohner. Der Ausländeranteil beträgt 44,5 Prozent (STATEC 2008). 16,5 Prozent der Einwohner sind portugiesische, 5,8 Prozent französische, 4,1 Prozent italienische, 3,5 Prozent belgische, 2,5 Prozent deutsche und 1,6 Prozent serbische Staatsbürger. In der Hauptstadt sind fast zwei Drittel (61,66 Prozent) der Einwohner ausländische Staatsbürger. Die Gemeinde Fiels gilt mit über 60 Prozent Ausländern (vorwiegend Portugiesen) als die Gemeinde mit dem höchsten Ausländeranteil in Europa.

Vor 10 Jahren betrug der Ausländeranteil noch 37,6 Prozent. Mit knapp 60.000 lag beispielsweise der Anteil der Portugiesen an der Gesamtbevölkerung bei erst 13,4 Prozent. Im Jahr 2015 werden die Ausländer mit aller Voraussicht die Mehrheit der Bevölkerung stellen.

In Luxemburg leben ca. 2.500 Jenische als Minderheitenvolk ohne eigenen Status und mit verschiedenen Staatszugehörigkeiten. Bekanntester „jenischer Ort“ Luxemburgs ist Weimerskirch, wo seit Generationen jenische Familien ihren Hauptwohnsitz haben.

In Luxemburg arbeiten knapp über 138.000 (2008) Grenzgänger aus den umliegenden Nachbarregionen. Sie machen etwa 40 Prozent der in Luxemburg Beschäftigten aus. 52 Prozent der Grenzpendler kommen aus dem benachbarten Lothringen, 27 Prozent aus den benachbarten belgischen Provinzen und 21 Prozent aus den angrenzenden deutschen Bundesländern, Rheinland-Pfalz und dem Saarland (2005). 7.500 Nicht-Luxemburger arbeiten bei den in Luxemburg angesiedelten europäischen Institutionen.

Die Sprachensituation in Luxemburg ist komplex. Die Muttersprache der Luxemburger ist Luxemburgisch („Lëtzebuergesch“), eine mitteldeutsche-moselfränkische Mundart mit etwas mehr französischen Lehnwörtern als im Hochdeutschen. Sie wurde allerdings erst mit dem Sprachengesetz von 1984 zur Nationalsprache und mündlichen Amtssprache des Landes erhoben und wird laut Umfrage der Europäischen Union von nur ca. 70 Prozent der Bevölkerung als Muttersprache angegeben. Die hochdeutsche Standardsprache und Französisch sind gemäß dem Sprachengesetz von 1984 ebenfalls offizielle Amtssprachen; somit hat Luxemburg also drei offizielle Sprachen. Dabei wird insbesondere Deutsch von den Druckmedien genutzt. So erscheinen ca. 85 Prozent aller Zeitungsartikel auf Deutsch, nur etwa 12 Prozent auf Französisch und lediglich 3 Prozent auf Luxemburgisch. Zahlreiche Radiosender, offizielle Internetseiten und Werbungen sind oft aus Luxemburgisch, Deutsch und Französisch gemischt zusammengesetzt. Obwohl Bücher aus Luxemburg am Anfang der ISBN eine 2 für Französisch stehen haben, sind die meisten Bücher auf Luxemburgisch oder Deutsch. Die luxemburgische Mundart als kulturelles Gut dient der Identitätswahrung der Luxemburger.

Auf Grund ihrer Bedeutung lernt man in der Grundschule die Pflichtfächer Deutsch und Französisch und später noch Englisch (je nach Ausbildungsgrad können noch andere Sprachen hinzukommen). Auch wechselt die Unterrichtssprache der naturwissenschaftlichen Fächer im Laufe der Jahre von Deutsch nach Französisch. Seit 1944 wird allerdings in den Verwaltungen und Ministerien, sowie in höheren Schulen (nicht an den grundsätzlich deutschsprachigen Grund- und Berufsschulen) Französisch schriftlich verwendet, Luxemburgisch aber nach wie vor bevorzugt gesprochen. Wendet sich allerdings ein Bürger auf Luxemburgisch oder in der hochdeutschen Standardsprache an eine amtliche Stelle, muss er seine Antwort gleichwohl vorschriftgemäß in der von ihm benutzten Sprache erhalten. Auch vor Gericht wird – der allgemeinen Verständlichkeit wegen – Luxemburgisch gesprochen, das Sitzungsprotokoll wird auf Hochdeutsch erstellt und die Gesetzestexte auf Französisch zitiert. In Banken, Geschäften oder in der Gastronomie wird oft französisch gesprochen, da viele Angestellte im Dienstleistungsbereich als Pendler aus Frankreich und aus der belgischen Region Wallonien kommen. Die moselfränkische Muttersprache und das Hochdeutsche besitzen demgegenüber als Presse- und Literatursprache sowie im religiösen Bereich nach wie vor einen besonderen Stellenwert.

Seit der Befreiung von der Nazi-Herrschaft 1944 wurde der internationale Landesname „Luxemburg“ in „Luxembourg“ geändert und alle Gesetze werden seit diesem Zeitpunkt nur noch auf Französisch veröffentlicht.

Seit einigen Jahren kann jeder Bürger der Europäischen Union, der der luxemburgischen Sprache mächtig ist, ohne seine Nationalität wechseln zu müssen, in die Luxemburger Armee eintreten, allerdings muss der Antragssteller mindestens 36 Monate ohne Unterbrechung in Luxemburg wohnen.

Als zur Betreuung der Deutsche Rechtschreibreform von 1996 die Zwischenstaatliche Kommission für deutsche Rechtschreibung ins Leben gerufen wurde, lehnte die luxemburgische Regierung eine Beteiligung ab, da Luxemburg kein deutschsprachiges Land sei. Die reformierte deutsche Rechtschreibung wurde durch Dekret der Regierung im Schulunterricht eingeführt.

Weitere Sprachen in Luxemburg sind die jenische Sprache, welche von einigen Sprachgelehrten als eigenständiges Idiom gepflegt und vor allem in Luxemburg-Pfaffenthal und Luxemburg-Weimerskirch gesprochen wird. Des Weiteren sind fast 20 Prozent der Bevölkerung Luxemburgs portugiesische Einwanderer bzw. deren Nachkommen, die oft auch ihre Muttersprache sprechen.

1988 wurde das Bistum Luxemburg von Papst Johannes Paul II. zum Erzbistum erhoben. Nach älteren Schätzungen sind etwa 98 Prozent der Bevölkerung römisch-katholisch getauft, nach neueren noch gut 90 Prozent. Der Rest verteilt sich überwiegend auf Atheisten, Protestanten, Juden und Muslime.

Da Angaben zur Religion oder Konfession jedoch einem strengen Datenschutz unterliegen, sind genaue neuere Angaben nicht erhältlich. Überdies praktiziert ähnlich wie in den Nachbarländern etwa die Hälfte der katholisch Getauften ihren Glauben nicht mehr. Die katholische Kirche Luxemburgs geht auf ihrer Homepage selbst davon aus, dass die Bevölkerung „mehrheitlich“ katholisch ist (vgl. www.cathol.lu zum Stichwort „Ökumene“).

Die ersten Siedlungsspuren auf dem Gebiet des heutigen Luxemburgs gehen auf die Kelten zurück und stammen aus dem 2. Jahrhundert v. Chr. Ungefähr einhundert Jahre später drangen Römer in das Land ein, als Caesar um 58–51 v. Chr. Gallien und einen Teil von Germanien bis zur Rheingrenze eroberte. Das Gebiet des heutigen „Luxemburg“ wurde Teil des Imperium Romanum.

Im 5. Jahrhundert n. Chr. - zur Zeit der Völkerwanderung - drängten die germanischen Franken die Römer zurück. Wandermönche missionierten die Menschen zum Christentum und bauten Klöster. Das Kloster Echternach wurde vom angelsächsischen Missionar Willibrord im Jahre 698 gegründet.

Im Jahre 963, das Land gehörte zum ostfränkischen Reich, erwarb Graf Siegfried durch einen Tauschhandel mit dem St.-Maximin-Kloster in Trier den kleinen Bockfelsen im Alzettetal mit der Burg Lucilinburhuc. Damit legte er den Grundstein für das deutsche Adelsgeschlecht der Luxemburger und für die Grafschaft Luxemburg.

1308 wurde Graf Heinrich von Luxemburg zum römisch-deutschen König gewählt. Er und sein Sohn Johann, der 1310 König von Böhmen wurde, begründen die Machtstellung der Luxemburger im mittelalterlichen Deutschen Reich (Heiliges Römisches Reich). 1354 wird die Grafschaft Luxemburg von Kaiser Karl IV. zum Herzogtum erhoben. Erster Herzog wird Wenzel I.. Mit dem Tod Kaiser Sigismunds 1437 stirbt die Hauptlinie des Hauses Luxemburg aus, womit die Vorherrschaft im Reich endet. Im Jahr 1441 verkaufte die letzte Herzogin aus dem Haus Luxemburg das Land an das französische Haus Burgund. Es blieb aber staatsrechtlich ein Lehen des Reiches. Nach dem Tod des letzten Burgunderherzogs Karls des Kühnen im Jahr 1477 kam Luxemburg mit dem gesamten burgundischen Erbe an Karls Tochter Maria und ihren Ehemann, den späteren Kaiser Maximilian von Habsburg.

1482 gelangt Luxemburg unter die Herrschaft der Habsburger; 1555 unter deren spanische Linie.

1659 kommt es als Konsequenz des Pyrenäenfriedens zur 1. Teilung Luxemburgs: Die Abtrennung des Südens des Landes von Diedenhofen bis Montmédy an Frankreich. Von 1684 bis 1697 ist das Land infolge der Reunionen Ludwigs XIV. sogar gänzlich unter der Fremdherrschaft Frankreichs.

Im Spanischen Erbfolgekrieg 1713 fällt Luxemburg an die österreichischen Niederlande und wird somit wiederholt ein Habsburger Land. Von 1795/1801 bis 1814 fällt das Land nach dem Einzug Napoleons bzw. der Französischen Revolutionstruppen abermals unter französische Fremdherrschaft.

Nach der Auflösung des Heiligen Römischen Reichs Deutscher Nation 1806, zu dessen Territorium das Herzogtum gehörte, kommt Luxemburg zu Frankreich bis zum Untergang des ersten napoleonischen Kaiserreichs. Der Wiener Kongress legt 1815 schließlich fest, dass das nun zum Großherzogtum erhobene Land ein Mitgliedstaat des neu gegründeten Deutschen Bundes wird. Gleichzeitig führen die Kongressbeschlüsse zu einer Personalunion mit dem Königreich der Vereinigten Niederlande, die die 2. Teilung des Landes bewirkt, eigentlich jedoch nur eine nicht vollständige Wiederherstellung des status quo ante: einige nördliche Gebiete des alten Luxemburg fallen von Frankreich unmittelbar an die Niederlande, östliche an Rheinpreußen. 1830 schließt sich Luxemburg der belgischen Revolution an. 1839 kommt es zur 3. und letzten Teilung, in der das Französische Quartier, nämlich die französischsprachige Westhälfte, komplett an Belgien fällt, und seither im Großherzogtum Luxemburg nur noch das Deutsche Quartier, die rein deutschsprachige Osthälfte, verbleibt. Nach der Auflösung des Deutschen Bundes 1866 bleibt Luxemburg bis 1919 weiterhin Mitglied im Deutschen Zollverein (1843–1919). König Wilhelm III. der Niederlande, dessen Privateigentum das Großherzogtum Luxemburg ist, versucht vergeblich, sein Großherzogtum als Bundesstaat in den neu gegründeten Norddeutschen Bund aufnehmen zu lassen.

1867 kommt es zur Luxemburgkrise: Napoléon III. versucht Luxemburg von König Wilhelm III. der Niederlande zu kaufen. Die deutsche Öffentlichkeit im Großherzogtum und in den anderen Gebieten des Deutschen Bundes empört sich gegen den beabsichtigten Verkauf des Landes an Frankreich: Luxemburg, das Heimatland der Dynastie der Luxemburger, welche vier römisch-deutsche Kaiser gestellt hatte, soll nicht an Frankreich, den damaligen „Erbfeind”, fallen. Eine starke Protestbewegung plädiert mit ihrer Petition an den König-Großherzog Wilhelm III. für den Status Quo. Der Wahlspruch „Mir wëlle bleiwe wat mir sinn“ wird unter den Luxemburgern populär. Die Krise mündet im zweiten Londoner Vertrag von 1867, in dem das Land gegen den Willen der Luxemburger als Kompromiss für immer neutral erklärt wird. Die deutsche Bundesfestung in Luxemburg wird geschleift.

Wegen des Aussterbens des niederländischen Königshauses (Oranien-Nassau) im Mannesstamme 1890 gelangen aufgrund des privatrechtlichen Erbvertrags zwischen den Prinzen des Hauses Nassau, des Nassauischen Erbvereins, die nächsten männlichen Verwandten, die Herzöge von Nassau-Weilburg, an die Regierung. Damit erhält Luxemburg seine eigene erbliche Dynastie, das Haus Nassau-Weilburg.

Im Ersten Weltkrieg (1914–1918) wird die vertragliche Neutralität Luxemburgs von den reichsdeutschen kaiserlichen Truppen verletzt, da Luxemburg als Durchmarsch im Krieg gegen Frankreich gebraucht und deshalb besetzt wird. Es kommt zur Staatskrise von 1918 bis 1919: Wegen ihrer proreichsdeutschen Haltung während des Ersten Weltkrieges gerät Großherzogin Marie Adelhaïde unter starken innenpolitischen Druck und dankt schließlich zugunsten ihrer Schwester Charlotte ab.

1919 erfolgt die Einführung des Frauenwahlrechts, die Gründung der Union Économique Belgo-Luxembourgeoise erfolgt 1922. In diesem Vertragswerk wird u. a. die Parität zwischen belgischer und luxemburgischer Währung (Franken) beschlossen.

Die deutsche Wehrmacht marschiert im Zweiten Weltkrieg (1939–1945) durch Luxemburg, um Frankreich anzugreifen. Luxemburg wird im Mai 1940 von deutschen Truppen besetzt. Die Regierung und die Großherzogin fliehen ins Exil nach London. Nach einer Militärverwaltung wird eine Zivilverwaltung unter Gustav Simon, NSDAP-Gauleiter des angrenzenden Gaus Moselland, eingesetzt. Luxemburger wurden zur deutschen Wehrmacht zwangseingezogen und jüdische Bürger in deutsche Konzentrationslager deportiert. Im August 1942 annektiert Deutschland das besetzte Land. Der Zweite Weltkrieg wird zur harten Probe für die junge Nation und führt dazu, dass Nationalsymbole wie die Monarchie und die luxemburgische Sprache noch fester im Nationalbewusstsein verankert werden. Am 10. September 1944 wurde Luxemburg von den Amerikanern erstmals befreit. Es folgte die deutsche Ardennenoffensive.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wird die Zoll- und Wirtschaftsunion schrittweise auf die Niederlande ausgedehnt (Benelux-Staaten). Luxemburg wird 1945 Mitglied der Vereinten Nationen. 1948 wird die seit 1867 bestehende „immerwährende Neutralität“ formell aufgehoben. Luxemburg wird 1952 Sitz der Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl (EGKS), auch Montanunion genannt. 1957 ist Luxemburg Gründungsmitglied der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft (EWG). Luxemburg beschließt 1985 mit vier weiteren EU-Staaten das nach dem luxemburgischen Moselort benannte Schengener Abkommen. 1986 kommt es zur Verleihung des Karlspreis an das gesamte luxemburgische Volk wegen besonderer Verdienste zur Europäischen Einheit. 1995 tritt das Schengener Abkommens in Kraft. 2002 folgt die Einführung des Euro als offizielles Zahlungsmittel im Bargeldverkehr.

Luxemburg ist eine konstitutionelle Monarchie in Form einer parlamentarischen Demokratie. Laut der Verfassung von 1868 bekleidet der Großherzog das Amt des Staatsoberhaupts. Die Gesetzgebung ist Aufgabe der Abgeordnetenkammer, welche alle fünf Jahre gewählt wird (gleichzeitig mit den Wahlen des Europaparlamentes).

Die luxemburgische Innenpolitik ist auf Bewahrung der politischen Stabilität und des sozialen Friedens sowie der Aufrechterhaltung der inneren Sicherheit gerichtet. Themen der innenpolitischen Diskussion sind unter anderen die Zukunft Luxemburgs im sich vergrößernden Europa, die Erhaltung der Systeme der sozialen Sicherheit, die Reform des Schulsystems, die Einwanderungspolitik, die innere Sicherheit vor dem Hintergrund einer wachsenden Jugend- und Eigentumskriminalität sowie in zunehmendem Maße Umweltfragen.

Eine Besonderheit Luxemburgs ist, dass neben der eigentlichen Staatsflagge, der rot-weiß-blauen Trikolore, auch die Wappenflagge, der „Roude Léiw“ (auf deutsch: „Roter Löwe“) als nationales Symbol verwendet wird. Vor allem bei Sportveranstaltungen wie bei der Tour de France oder dem Fußball wurde die eigentliche Staatsflagge fast vollständig verdrängt. Als Grund hierfür wird oft die starke Ähnlichkeit zur niederländischen Flagge angegeben. Ein weiterer Grund ist die Verwendung des Roten Löwen als kämpferisches, tapferes und patriotisches Symbol, das zudem über einen hohen Wiedererkennungswert verfügt.

Nachdem der Abgeordnete der CSV, Michel Wolter, 2006 einen Gesetzesvorschlag einbrachte, der vorsieht die Trikolore durch den Roten Löwen als Staatsflagge zu ersetzen, brach in der Politik, der Presse und der Bevölkerung eine Diskussion über die Flaggenfrage aus. Obwohl Umfragen zufolge der Großteil der Bevölkerung für einen Flaggenwechsel eintritt, gab Premierminister Jean-Claude Juncker im Juni 2007 bekannt, dass es unter ihm und seiner Regierung keine Änderung der Flagge geben werde. Im Gegenzug kündigte er an, dass man dem Roten Löwen eine legale Basis geben werde und ihn im Inland der Trikolore gleichstelle, da er die Bedeutung des Roten Löwen in der Bevölkerung anerkenne.

Staatsoberhaupt ist seit Oktober 2000 Großherzog Henri. Er ist verheiratet mit Großherzogin Maria Teresa. Der Großherzog verfügt formal über weit reichende exekutive und legislative Befugnisse; er ernennt und entlässt die Regierung, vollzieht alle Gesetze, nimmt aber faktisch nahezu ausschließlich repräsentative Aufgaben wahr. Der Großherzog ist überparteilich. Von seinem Recht, die Abgeordnetenkammer (das Parlament) aufzulösen, hat er noch keinen Gebrauch gemacht.

2008 verweigerte Henri die Ausführung eines neueren liberalen Sterbehilfegesetzes; deshalb plant die Regierung Luxemburgs eine Verfassungsänderung, bei der der Großherzog auch de jure auf rein repräsentative Aufgaben beschränkt wird.

Die exekutive Gewalt wird vom Großherzog und der Regierung ausgeübt. Die Regierung setzt sich zusammen aus dem Premierminister, der auch den traditionellen Titel Staatsminister führt, zwölf Ministern, einem delegierten Minister und einer Staatssekretärin. Ein beratendes Organ ist der Staatsrat, der aus 21 Mitgliedern besteht und zu je einem Drittel vom Parlament, vom Großherzog und vom Staatsrat selbst ernannt wird. Er wirkt mit bei der Gesetzgebung. Sein Veto bei Gesetzentwürfen hat eine auf drei Monate begrenzte aufschiebende Wirkung.

Die Regierung von Premierminister Jean-Claude Juncker wurde in der Wahl am 13. Juni 2004 bestätigt und stützt sich seit dem 31. Juli 2004 auf eine große Koalition aus Christlich-Sozialer Volkspartei (CSV) und der Luxemburgischen Sozialistischen Arbeiterpartei (LSAP). Jean Asselborn (LSAP) ist Außen- und Luc Frieden (CSV) ist Budget (Haushalt)-minister.

Die Abgeordnetenkammer, auch Chambre des Députés genannt, ist das luxemburgische Parlament und hat 60 Sitze. Ihr Präsident ist seit dem 3. August 2004 Lucien Weiler (CSV). Die Mitglieder (Deputierten) werden in den Nationalwahlen für fünf Jahre gewählt.

Seit 2004 ist die Aufteilung der Sitze folgende: CSV 23, LSAP 14, DP 10, Die Gréng 7, ADR 4, unabhängig 1.

Die Wahlen zum Abgeordnetenhaus finden alle 5 Jahre nach dem Verhältniswahlrecht statt. Das Land ist in vier Wahlbezirke mit unterschiedlicher Abgeordnetenzahl eingeteilt, um so der Bevölkerungsverteilung im Land gerecht zu werden (Süden (23), Zentrum (21), Norden (9), Osten (7)). Die Wähler haben entsprechende Stimmenzahlen und können ihre Stimmen entweder kumulieren (alle Stimmen an 1 Partei) oder panaschieren (Personenwahl, maximal 2 Stimmen pro Kandidat). Seit 1919 besteht Wahlpflicht für alle Bürger über 18 Jahre. Dies gilt auch für jeden, der in das luxemburgische Wählerverzeichnis eingetragen ist und in Luxemburg wohnt.

Die Gewerkschaften sind mitgliedsstark und haben großen Einfluss. In der so genannten Tripartite wirken sie mit Regierung und Arbeitgebern an der Gestaltung der Wirtschafts- und Beschäftigungspolitik mit.

Herzstück des luxemburgischen Wirtschaftsgefüges ist der Finanzsektor. Die Entstehung des Finanzplatzes Luxemburg wurde in erster Linie durch vorteilhafte gesetzliche Rahmenbedingungen und attraktive Steuersätze begünstigt. Bereits 1970 war das Gewicht des Finanzsektors in der luxemburgischen Wirtschaft leicht höher als anderswo, doch nahm die Entwicklung in Luxemburg unerreichte Ausmaße an: der Finanzsektor wurde zum wichtigsten Motor der luxemburgischen Wirtschaft. Die Wirtschaftssektoren Finanzdienstleistungen und unternehmensbezogene Dienstleistungen generieren heute 45,1 Prozent der Bruttowertschöpfung. Der Finanzsektor allein, verbucht an der gesamten Beschäftigung einen Anteil von nahezu 12 Prozent und beschert dem Staat mehr als 40 Prozent der Steuereinnahmen.

Luxemburg ist mit seiner offenen Wirtschaft verstärkt von der globalen Konjunkturentwicklung abhängig.

Das Budget 2007 trägt der schwieriger gewordenen wirtschaftlichen Gesamtlage Rechnung, verzichtet aber auf Einschnitte in das soziale Netz.

Der Tanktourismus, der aufgrund niedrigerer Steuerbelastung des Treibstoffs im Großherzogtum entstanden ist, bringt Luxemburg jährlich rund 600 Mio. EUR ein. Aus dem Tabakverkauf, der ebenfalls von niedrigen Steuersätzen profitiert, erhält der luxemburgische Staat Steuereinnahmen in Höhe von 400 Mio. EUR im Jahr. Zusätzliche Einnahmen durch die mit 15 Prozent niedrigste Mehrwertsteuer der EU erhält der luxemburgische Staat auch dank der Präsenz internationaler Internetfirmen im Großherzogtum (z. B. eBay, Microsoft, Amazon, Apple, Paypal).

Auf der Ausgabenseite machen die Gehälter und Pensionen des Staats 20 Prozent der Gesamtaufwendungen aus, womit Luxemburg, das nur über eine kleine Armee verfügt, besser dasteht als seine Nachbarn. Sozialer Sprengstoff entwickelt sich aber aus der Tatsache, dass die durchschnittlichen Gehälter und Ruhestandsbezüge im öffentlichen Dienst bei weitem (Faktor 1,5 bis 2) die in Handel und Industrie übersteigen (Ausnahme: Banken und Versicherungen) (Quelle: Statec, 2005).

Das luxemburgische Privatrechtssystem wurzelt in dem unter Napoléon Bonaparte entstandenen französischen Code Civil und gehört zusammen mit dem französischen und belgischen Recht zu den am engsten an das napoleonische Zivilrecht angelehnten heutigen Rechten des romanischen Rechtskreises. Auch das Strafrecht ist stark vom französischen Vorbild beeinflusst, während das Verwaltungsrecht eher dem deutschen Vorbild entspricht. Die Rechtssprache ist Französisch, Gerichtssprache hingegen luxemburgisch, deutsch und/oder französisch, je nach Fall.

Im Großherzogtum gibt es drei Friedensgerichte (in Esch-sur-Alzette, Luxemburg und Diekirch), zwei Bezirksgerichte (in Luxemburg und Diekirch) und einen Obersten Gerichtshof (Luxemburg), der den Berufungsgerichtshof und den Kassationshof umfasst. In Straf- und Zivilsachen ist der Kassationshof die höchste Rechtsprechungsinstanz im Land. Des Weiteren gibt es ein Verwaltungsgericht (in Luxemburg) und einen Verwaltungsgerichtshof (ebenfalls Luxemburg) sowie einen Verfassungsgerichtshof (Luxemburg).

Nach dem Londoner Vertrag 1867 sollte Luxemburg nicht nur neutral, sondern auch unbewaffnet sein. Aufgrund der negativen Erfahrungen im Ersten und Zweiten Weltkrieg – Luxemburg wurde trotz seines Status der immerwährenden Neutralität beide Male von deutschen Truppen besetzt – gab es 1948 diese Neutralität auf. Eine großherzogliche Verordnung hatte bereits am 30. November 1944 die Neutralität als beendet erklärt und die allgemeine Wehrpflicht eingeführt; dies wurde 1948 durch das Parlament bestätigt. Die Wehrpflicht wurde erst 1967 wieder abgeschafft.

Die luxemburgischen Streitkräfte sind in die NATO integriert und im Rahmen ihres verfassungsmäßigen Auftrages gut organisiert und ausgebildet. Personalbestand: ca. 1.000 Offiziere, Unteroffiziere und Soldaten. Der Wehrdienst ist freiwillig; seine Ableistung erleichtert allerdings den Zugang zu einer Laufbahn im Staatsdienst (z.B. Polizei, Post, Zoll, Strafvollzug). Luxemburg beteiligt sich an internationalen Friedensmissionen (bspw. NATO-Einsatz KFOR im Kosovo, EU-Einsatz in Mazedonien und Beteiligung an der UNIFIL-Mission im Libanon).

Luxemburg besitzt eine bis zu 1000 Mann starke Freiwilligenarmee. Der Wehrdienst ist freiwillig; seine Ableistung erleichtert allerdings den Zugang zu einer Laufbahn im unteren Staatsdienst. Jeder EU-Bürger, welcher seit mindestens 3 Jahren in Luxemburg lebt und Luxemburgisch versteht, kann in Luxemburg zur Armee gehen, ohne seine Nationalität wechseln zu müssen.

Die Armee ist in ein Infanteriebataillon und zwei Aufklärungskompanien gegliedert. Eigene Marine und Luftwaffe besitzt Luxemburg nicht, die AWACS-Aufklärungsflotte der NATO ist jedoch in Luxemburg registriert.

Trotz geringer Kapazitäten beteiligt sich Luxemburg an internationalen Friedensmissionen, etwa auf dem Balkan (NATO-Einsatz KFOR im Kosovo, EUFOR in Bosnien-Herzegowina oder an der ISAF-Mission in Afghanistan (weitere Friedensmissionen sind im Libanon, Kongo und auch im Tschad).

Der Service de Renseignement de l’Etat (SRE) ist der Nachrichtendienst Luxemburgs. Er soll Informationen sammeln und auswerten, um einer Bedrohung des luxemburgischen Territoriums, seiner Verbündeten oder internationaler Einrichtungen, die ihren Sitz in Luxemburg haben, vorzubeugen. Dazu gehört auch die Gefährdung kritischer Infrastruktur, insbesondere der Energie- und Wasserversorgung, des Straßenverkehrs und der Informationstechnik.

Die deutsch-luxemburgischen Beziehungen entsprechen der engen Partnerschaft in der Europäischen Union und im westlichen Verteidigungsbündnis. Die Pflege guter Nachbarschaft mit Deutschland, Frankreich und Belgien hat für Luxemburg Priorität und kommt auch in der regionalen Zusammenarbeit Saar-Lor-Lux-Trier/Westpfalz und Saarland zum Ausdruck, die inzwischen um die belgische Wallonie erweitert worden ist. Luxemburg versteht sich dabei als Gravitationszentrum. Die wichtigsten Bereiche der grenzüberschreitenden Kooperation sind: Raumordnung, Arbeitnehmermigration, Zivilschutz, Kultur, Tourismus und Verkehr.

Die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Luxemburg und Deutschland sind besonders eng. Deutschland ist für Luxemburg der größte Abnehmer luxemburgischer Exportwaren und zugleich der zweitwichtigste Lieferant des Großherzogtums für Importgüter: ca. 27 Prozent der luxemburgischen Einfuhren kommen aus Deutschland (Belgien: 35 Prozent, Frankreich: 12 Prozent). Deutschland ist mit 26 Prozent größter Abnehmer luxemburgischer Ausfuhrgüter vor Frankreich (17,4 Prozent) und Belgien (11,4 Prozent). Von den 156 Luxemburger Banken sind 43 Töchter oder Niederlassungen deutscher Kreditinstitute.

Die kulturellen Beziehungen zu Luxemburg sind eng und vielfältig. Auf den Gebieten Kunst, Theater, Literatur, Musik, Hochschulen usw. gibt es regen Austausch – wenn auch vorwiegend in Richtung von Deutschland nach Luxemburg, was in Anbetracht der Größenverhältnisse verständlich ist. Die luxemburgischen Medien berichten regelmäßig über kulturelle Veranstaltungen in Deutschland. Dank des problemlosen sprachlichen Zugangs finden das deutsche Fernsehen und die deutschen Printmedien in Luxemburg eine große Verbreitung.

Ein Kulturabkommen zwischen Luxemburg und Deutschland wurde am 28. Oktober 1980 unterzeichnet und ist am 1. März 1982 in Kraft getreten. Es sichert unter anderem luxemburgischen Studenten den Zugang zu deutschen Universitäten. Etwa 1.450 Luxemburger studieren an deutschen Hochschulen, zumeist Germanistik, Ingenieur- und Naturwissenschaften. In Luxemburg gibt es seit Oktober 2003 das gemeinsame deutsch-französisch-luxemburgische Kulturinstitut „Pierre Werner“, das sich um eine Kulturarbeit in europäischem Geist bemüht.

Im Jahr 2007 war Luxemburg in Zusammenarbeit mit der Großregion Saar-Lor-Lux-Wallonien Kulturhauptstadt Europas. Auf dieses Ereignis hatte sich das Großherzogtum in den vergangenen Jahren mit bedeutenden Investitionen in die kulturelle Infrastruktur vorbereitet.

Luxemburg ist Sitz wichtiger europäischer Institutionen wie des Europäischen Gerichtshofs, des Europäischen Rechnungshofs, der Europäischen Investitionsbank und des Sekretariat des Europäischen Parlaments und gehört ebenfalls zu den Gründerländern der EU.

Luxemburg ist aktiver Mitgestalter der Politik der Europäischen Union. Es legt auch EU-intern großen Wert auf eine angemessene Beteiligung der kleineren EU-Mitgliedstaaten, sowie an Reformen als auch an der Weiterentwicklung der EU-Institutionen. Das Land ist leidenschaftlicher Befürworter der europäischen Zusammenarbeit und ratifizierte als erster Staat den Vertrag von Maastricht.

Im Jahr 1986 wurde das „Volk Luxemburgs” mit dem Karlspreis der Stadt Aachen ausgezeichnet. Damit wurde anerkannt, dass Luxemburger zu überzeugten Europäern der ersten Stunde zählen und luxemburgische Politiker wichtige Beiträge zur europäischen Einigung geleistet haben. Der Text auf der Medaille, die Großherzog Jean stellvertretend für seine Staatsbürger überreicht wurde, lautet: Karlspreis der Stadt Aachen 1986. Das Volk Luxemburgs, Vorbild der Beharrlichkeit auf dem Weg zur Einheit Europas.

CCD, EU, Europarat, FAO, IAEA, ICAO, IAO, ITU, IWF, OSZE, NATO, OECD, UNESCO, UNO, UPU, Weltbank, BENELUX, WHO, WMO, WTO, IMO.

In Luxemburg besteht eine Schulpflicht von 11 Jahren: zwei Jahre Kindergarten, sechs Jahre Primärstufe und drei Jahre im Sekundärbereich. Luxemburg hat damit ein dreistufiges Schulsystem (Kindergarten, Grundschule, Oberschule). Der Alphabetisierungsgrad beträgt 100 Prozent. Das luxemburgische Schulwesen kennt mehrere Probleme, wie beispielsweise der große Aufwand für den Sprachunterricht in Deutsch, Französisch und Englisch, sowie einen hohen Anteil ausländischer Schülerinnen und Schülern, besonders aus romanischen Ländern, die am Deutschunterricht scheitern.

Es ist relativ schwer von einer Schulform in die nächst höhere zu wechseln, sei es von Modulaire auf General im Lycee Technique, oder von Technique auf Classique.

Das Bildungswesen erhält nach dem so genannten Sozialbudget mit 11,5 Prozent den zweitgrößten Anteil des Staatshaushaltes. Dennoch hat Luxemburg in der PISA-Untersuchung schlechter abgeschnitten als z.B. Deutschland. Im Jahre 2004/2005 waren ungefähr 33,3 Prozent aller Schüler in der sechsten Klasse der Grundschule Ausländer.

Überweisung ins Lycee Classique (Gymnasium) - Ausländer 19,7 Prozent, Luxemburger 80,3 Prozent von 1945 Schülern. Überweisung ins Lycee Technique (Realschule/Hauptschule) - Ausländer 41,5 Prozent , Luxemburger 58,5 Prozent von 2349 Schülern. Überweisung ins Modulaire (Hauptschule/Sonderschule) - Ausländer 56,3 Prozent, Luxemburger 43,7 Prozent von 295 Schülern. Wiederholen - Ausländer 44,1 Prozent, Luxemburger 55,9 Prozent von 34 Schülern. Die Tatsache dass nur wenige Ausländer es in die höheren Schullaufbahnen schaffen, und dass es offensichtliche Integrationsprobleme in der Schule hat, wurde ab den 70er Jahren erkannt, aber erfolgreiche Gegenmaßnahmen gab es bis jetzt nicht. In den meisten Schulen besteht eine große Kluft zwischen den luxemburgischen Schülern (und Deutschen, Niederländern, Engländern) mit Hauptsprache: Deutsch und den ausländischen Schülern (Portugiesen, Franzosen, Italienern, Cap-Verdianern) mit Hauptsprache: Französisch.

Seit 2003 gibt es in Luxemburg eine eigenständige Universität, welche sich seit 2001 im Aufbau befindet. In den Bereichen Medizin, Naturwissenschaften, Technik, Recht, Wirtschaft sowie Sozial- und Erziehungswissenschaften werden inzwischen in insgesamt 5 Fakultäten Studenten ausgebildet. Allerdings sind die Studiengänge nicht vollständig in Luxemburg zu belegen, so dass weiterhin mehrsemestrige Studienaufenthalte im Ausland notwendig sind. Dabei spielen besonders belgische, französische und deutsche Universitäten eine wichtige Gastgeberrolle. An den benachbarten rheinland-pfälzischen Universitäten in Trier und Kaiserslautern ist dementsprechend ein relativ hoher Anteil luxemburgischer Studenten vertreten. Die Universität Innsbruck und die Universität Wien tragen bereits seit der Zeit Maria Theresias, welche damals auch Luxemburgische Großherzogin war, den Titel einer „Landesuniversität für Luxemburg“. Luxemburger Studenten erwerben ihre akademischen Abschlüsse zur Zeit noch größtenteils im Ausland, wo über 6.000 Luxemburger studieren. Etwa 19,6 Prozent der Studenten sind an deutschen Hochschulen (insbesondere technische Fachrichtungen und Naturwissenschaften) eingeschrieben, jeweils 22,6 Prozent sind in Belgien und Frankreich immatrikuliert.

Durch den Aufbau der Universität Luxemburg soll der Forschungsstandort Luxemburg gestärkt und der Wirtschaftsstandort Luxemburg gefestigt werden. Außerdem sollen vermehrt ausländische Studenten nach Luxemburg gelockt werden. Gleichwohl tut sich Luxemburg mit der Anerkennung einiger ausländischer Abschlüsse schwer und hat insbesondere mit Absolventen deutscher Fachhochschulen und Berufsakademien Probleme, die zum Beispiel die in der EG-Architekturrichtlinie geforderte vierjährige Berufspraxis in Deutschland nicht nachweisen können. Luxemburg hat mit dem Institut Supérieur de Technologie eine eigene Fachhochschule, die seit 2003 der neu gegründeten Universität angegliedert ist.

Für diese muss neben der 13ième noch eine 14ième absolviert werden.

Die Wirtschaftsstruktur Luxemburgs ist somit vor allem durch den Tertiären Sektor geprägt. Dies geht insbesondere auf die Bedeutung Luxemburgs als internationalem Finanzplatz und als Sitz verschiedener EU-Institutionen zurück. Der Bankensektor trug 2001 über 40 Prozent zur nationalen Wertschöpfung bei. Lediglich ein Prozent der Erwerbstätigen sind in der Landwirtschaft und 13 Prozent in der Industrie beschäftigt wohingegen 86 Prozent im Dienstleistungssektor arbeiten (2005).

Die Inflationsrate lag in den letzten Jahren konstant bei 2 bis 3 Prozent und erreichte im Schnitt der Jahre 1990–2003 einen Wert von 2,82 Prozent.

Die Arbeitslosenquote betrug im Juni 2007 4,9 Prozent. Die Jugendarbeitslosigkeit liegt jedoch bei 15,5 Prozent. Fast die Hälfte der über 50-jährigen Arbeitslosen ist länger als 12 Monate arbeitslos. Die Arbeitslosenquote schwankt zwischen 3,5 und 5 Prozent. Trotz dieser, im europäischen Vergleich, noch immer sehr geringen Arbeitslosigkeit beunruhigt die Entwicklung die Luxemburger zunehmend.

2006 wies Luxemburg erstmals ein Haushaltsdefizit auf. Die Staatsverschuldung beträgt allerdings lediglich 6,2 Prozent des BIP (2005, Quelle: Statec).

In wohl keinem anderen Land der Europäischen Union hat die Krise der Industrie den Marsch in die Dienstleistungsgesellschaft derart beschleunigt wie in Luxemburg. Marktbestimmte und nicht marktbestimmte Dienstleistungen tragen 83,3 Prozent zur Bruttowertschöpfung im Großherzogtum bei: Die größte Gruppe in diesem Bereich ist das Finanzwesen, das mit 23,4 Prozent noch vor dem Sektor Handel, Gastgewerbe und Transport liegt, der auf 20,8 Prozent kommt.

Dienstleistungen dominieren in der luxemburgischen Wirtschaft: die größte Gruppe in diesem Bereich sind das Kreditwesen und das Versicherungsgewerbe (30,8 Prozent) vor dem Handel, dem Gastgewerbe und dem Transportgewerbe (20,4 Prozent).

Der Finanzsektor steuert 28,5 Prozent zum luxemburgischen Bruttoinlandsprodukt bei. Er beschäftigt etwa 33.100 Mitarbeiter, was 11,6 Prozent der aktiven Bevölkerung entspricht. 2002 waren in der Hauptstadt 177 Banken registriert, überwiegend Tochtergesellschaften oder Niederlassungen großer ausländischer Banken. Weitere Charakteristika des Finanzplatzes sind zahlreiche Anlagefonds, Holding-, Versicherungs- und Rückversicherungsgesellschaften.

Die noch bis in die 1970er Jahre dominierende Schwerindustrie, die seit Mitte des 19. Jahrhunderts vor allem auch mit deutschem Kapital gegründet worden war, war der Grundstein zu Luxemburgs Wohlstand und stützte sich auf die reichen Erzvorkommen im Südwesten des Landes. Seit der großen Strukturkrise in den 1970er Jahren macht sie nur noch etwa 30 Prozent der Industrieproduktion aus und hat kontinuierlich an Bedeutung verloren. Eisen- und Stahlindustrie erarbeiten nur mehr 2,7 Prozent der Bruttowertschöpfung. Hauptarbeitgeber war der Stahlkonzern Arbed, der die Stahlkrise um den Preis der Verkleinerung der Belegschaft (von 27.000 in den frühen 1970er Jahren auf ca. 6.700) und rigoroser Modernisierung überstehen konnte. Arbed hatte im Januar 2002 mit Usinor (frz.) und Aceralia (span.) eine Fusion zum seinerzeit zweitgrößten Stahlkonzern der Welt Arcelor vollzogen, welcher 2006 mit Mittal Steel zu dem weltweit größten Stahlhersteller ArcelorMittal fusionierte. Hinzugekommen sind dank der Bemühungen verschiedener luxemburgischer Regierungen seit Mitte der 70er Jahre weitere Industrien wie Chemie, insbesondere Autoreifen (Goodyear) und andere Kautschukerzeugnisse sowie Kunststoffe und Kunstfasern, Maschinen- und Fahrzeugbau, keramische Industrie, Glas, Textilerzeugung und Lebensmittelproduktion. Ihr Anteil an der Bruttowertschöpfung beläuft sich auf 6,6 Prozent. Im Rahmen einer noch stärkeren Diversifizierung der wirtschaftlichen Grundlagen richten sich die aktuellen Bemühungen der Regierung vor allem auf den High-Tech-Bereich. Hauptstandort der verarbeitenden Industrie ist immer noch das frühere Schwerindustrierevier im Südwesten des Landes mit dem Zentrum bei Esch/Alzette („Minette“).

Mit 5,9 Prozent Anteil an der Bruttowertschöpfung ist das Baugewerbe nur viertwichtigster Wirtschaftszweig. Es profitiert von der Ansiedlung neuer Industrien, Banken und Versicherungen und der damit einhergehenden Nachfrage nach Büro- und Wohnraum. Ein weiterer Faktor sind die Ausbaupläne für das Straßen- und Autobahnnetz sowie andere staatliche Bauvorhaben zur Verbesserung der Infrastruktur.

Die Bedeutung der Landwirtschaft (Anteil an der Bruttowertschöpfung: 0,5 Prozent) ist rückläufig, die Zahl der auf dem Lande lebenden Bevölkerung nimmt wie die Zahl der landwirtschaftlichen Betriebe kontinuierlich ab (1980: 5.173; 1990: 3.803; 2003 2.450). Dafür steigt die durchschnittliche Betriebsgröße (1980: 29,63; 1990: 38,37; 2002: 57,18 ha). Von der gesamten landwirtschaftlichen Nutzfläche von 128.157 ha (2003) werden 43,8 Prozent für Acker- und Gartenbau, 50,7 Prozent als Weideland benutzt. Das landwirtschaftliche Einkommen wird überwiegend aus Milcherzeugung und Rinderzucht erzielt. Für den Weinbau werden gerade 1,0 Prozent der landwirtschaftlichen Fläche genutzt.

Im Rahmen der seit Mitte der 70er Jahre betriebenen Diversifizierungspolitik hat sich Luxemburg auch erfolgreich um die Ansiedlung von High-Tech-Unternehmen bemüht, wie die SES Global (ASTRA-Satelliten) in Betzdorf. Forschungsintensive Unternehmen werden staatlich gefördert.

Im Süden des Großherzogtums insbesondere in Esch-sur-Alzette gibt es jedoch weiterhin erhebliche Probleme mit der Schadstoffbelastung des Bodens und der Luft, insbesondere mit Blei und mit Dioxinen. Der Verzehr von Gemüse aus den betroffenen Gebieten wurde wiederholt behördlich untersagt.

Der weitaus größte Teil des Energiebedarfs wird durch Importe gedeckt. In den letzten Jahren wurde sowohl von gewerblicher Seite als auch von Privathaushalten viel in alternative Energien investiert, so ist Luxemburg z.B. der europäische Rekordhalter in installierter Photovoltaikleistung pro Kopf der Bevölkerung, Wind und Biogasanlagen sind auf dem Vormarsch.

Laut Statec waren die installierten Leistungen zum 31. Dezember 2005 folgende: BHKWs: 100 MW (el.); Öl und Gaskraftwerke: 357 MW; Wasserkraft: 1.134 MW (hier ist das Pumpspeicherwerk Vianden allerdings mit 1.100 MW inbegriffen, keine Produktion im eigentlichen Sinne); Windkraft 34 MW; Biogas 4,6 MW; Photovoltaik 23,5 MW.

Die wichtigsten Ausfuhrgüter sind Metalle und Metallerzeugnisse, Maschinen und Geräte, Kunststoff- und Gummierzeugnisse, Transportmaterial, Erzeugnisse aus Stein, Glas, Keramik, chemische Erzeugnisse.

Wichtigste Einfuhrgüter sind Maschinen und Apparate, Erzeugnisse der Eisen- und Stahlindustrie, Transportmaterial, Mineralstoffe einschl. Mineralölprodukten, chemische Erzeugnisse, Textilerzeugnisse und Bekleidung, Kunststoff- und Gummierzeugnisse.

Die wichtigsten Handelspartner Luxemburgs sind Belgien, Deutschland und Frankreich. In diese Länder gehen rund 60 Prozente der Exporte und fast 80 Prozent, der Importe stammen von dort. Die Handelsbilanz ist positiv.

Luxemburg verfügt über ein dichtes Netz von Nationalstraßen von 2873 km Länge (2003), davon 125 km Autobahn. Straßenverbindungen mit Deutschland werden weiter ausgebaut. Der Autobahnanschluss zur A 8 nach Saarbrücken wurde 2003 fertig gestellt. Diese heißt dann innerhalb Luxemburgs A 13.

Weiter nördlich führt die deutsche A 64 von Trier nach Luxemburg und wird als A 1 fortgeführt.

Bekannt ist das Großherzogtum für seine niedrigen Benzinpreise (Mai 2008 1,24 und 1,26 € für 95- bzw. 98-oktanigen Ottokraftstoff). Es gibt einen lebhaften Tanktourismus. Auch die Edelsorten V-Power bzw. Ultimate mit jeweils 100 Oktan und einer Begrenzung des Ethanolanteils auf 5 Prozent werden angeboten. Der Eisenbahnverkehr in Luxemburg wird abgesehen von Werksbahnen von der Société Nationale des Chemins de Fer Luxembourgeois (CFL) betrieben . In Summe beträgt die Streckenlänge aller Eisenbahnstrecken in Luxemburg 274 km. 2002 wurde mit Frankreich ein Abkommen zur Anbindung an das TGV-Netz unterzeichnet. Demnach wird sich Luxemburg mit 117,4 Mio Euro am Ausbau der Eisenbahnstrecke beteiligen. Von Juni 2006 bis Juni 2007 fuhren vier TGV-Züge täglich vom Pariser Gare de l'Est nach Luxemburg-Stadt, jedoch noch auf der alten Strecke. Seit 10. Juni 2007 fahren täglich fünf TGV-Züge über die neue TGV-Trasse („LGV Est européenne“). Somit verkürzte sich die Fahrzeit zwischen der luxemburgischen und der französischen Hauptstadt von etwa dreieinhalb Stunden auf nur noch etwa zwei Stunden. Bis 2010 ist mit der sogenannten Eurocaprail eine Hochgeschwindigkeitsverbindung zwischen den Hauptstädten der EU, Brüssel, Luxemburg und Straßburg geplant. Langfristig ist auch an eine Anbindung an das Hochgeschwindigkeitsnetz Deutschlands gedacht. An das deutsche Fernverkehrsnetz ist Luxemburg bereits angeschlossen: Zurzeit (März 2008) fahren täglich jeweils fünf ICs von bzw. nach Luxemburg. Die Züge aus Luxemburg fahren über Koblenz und Köln Richtung Ruhrgebiet - Münster - Norddeich-Mole.

Zur Attraktivitätssteigerung des öffentlichen Personennahverkehrs in der Hauptstadt Luxemburg ist ein modernes Straßenbahnsystem in Planung, das den Hauptbahnhof mit der Innenstadt und dem Kirchberg verbinden soll. Mögliches Eröffnungsjahr ist 2012.

Seit Abschluss der Moselkanalisierung und der Eröffnung des Moselhafens Mertert im Jahr 1964 spielt auch die Binnenschifffahrt eine Rolle (2003: geladene Güter 312.000 Tonnen, entladene Güter 1,075 Mio. Tonnen). Nach Verabschiedung eines Gesetzes über die Errichtung eines luxemburgischen Schiffsregisters im November 1990, das als belgisches Zweitregister zählt, fahren ca. 70 Seeschiffe (50 Ex-Belgien) und einige Moseldampfer unter der Flagge des Großherzogtums.

Der internationale Flughafen Luxemburg in Findel verzeichnete in den letzten Jahren einen beachtlichen Verkehrszuwachs. Findel wird von 16 Linien- und auch deutschen Chartergesellschaften angeflogen. Die luxemburgische Fluggesellschaft im Personenverkehr heißt Luxair. Ihr Pendant im Frachtbereich ist die Cargolux, deren Standort direkten Anschluss an die Autobahn besitzt und in den Flughafen Findel integriert ist.

In Bau ist derweilen ebenfalls eine Nordstraße (d'Nordstrooss), die das Gutland (Minette und Umkreis Luxemburg-Stadt) und das Ösling (Éisléck) verbinden soll. Jedoch erweist sich die Umsetzung dieses Projektes als schwierig. Deshalb wurden die Eröffnungspläne um ein weiteres Jahr verschoben. Die Strecke soll nun 2012 komplett fertiggestellt sein.

Luxemburg hat eine ausgesprochen vielfältige Presselandschaft. Es gibt vier mehrsprachige Tageszeitungen mit einer Gesamtauflage von 135.000 Exemplaren: das 1848 gegründete, der römisch-katholischen Kirche und der CSV nahe stehende und in einem bistumsnahen Verlag erscheinende Organ Luxemburger Wort mit einer Auflage von 82.000 Exemplaren; dann, mit der zweitstärksten Auflage, das der Gewerkschaft OGBL nahe stehende Tageblatt; gefolgt von dem liberalen Lëtzebuerger Journal sowie der kommunistischen Zeitung vum Lëtzebuerger Vollek. Außerdem gibt es noch die unabhängige linke Wochenzeitung woxx sowie die den Patronatskreisen sehr nahe stehende Wochenzeitung d'Lëtzebuerger Land.

Daneben verfügt das Land über eine wöchentliche satirische Zeitung Den neie Feierkrop, ein wöchentliches Boulevardblatt Lëtzebuerg Privat und zwei Wochenmagazine, Télécran und Revue. Letztere bieten ein ausführliches, auf die besonderen Sprachverhältnisse Luxemburgs zugeschnittenes Fernsehprogramm und widmen sich aber auch in Hintergrundberichten dem aktuellen Geschehen in Luxemburg.

Die meisten luxemburgischen Zeitungen und Zeitschriften sind mehrsprachig; dabei überwiegen Artikel in Standarddeutsch, doch werden auch viele französisch- und luxemburgischsprachige Beiträge aufgenommen. Seit einigen Jahren erscheinen auch (wieder) rein französischsprachige Tages- und Wochenzeitungen (Le Jeudi, La Voix du Luxembourg, Le Quotidien indépendant).

Die Liberalisierung der Radiofrequenzen begann in Luxemburg im Jahre 1992. Zum Hörfunksender RTL Radio Lëtzebuerg kamen neue Sender hinzu, von denen der zweit-meistgehörte Radio- und einzige Musiksender Eldoradio, das zur Saint-Paul-Gruppe gehörende DNR, das portugiesischsprachige Radio Latina sowie das freie und alternative Radio ARA und Radio Aktiv am erfolgreichsten sind. Außerdem gibt es seit 1993 mit radio 100,7 erstmals einen öffentlich-rechtlichen Radiosender mit kulturellem Programmauftrag.

Im Jahr 2002 gab es in Luxemburg zwei nationale, vier regionale und etwa 20 lokale Radiosender.

Besondere Bekanntheit über die Grenzen Luxemburgs hinaus hat der deutschsprachige Radiosender RTL Radio, der terrestrisch in der gesamten Großregion Saar-Lor-Lux empfangen werden kann. In der übrigen Bundesrepublik wird das Programm in zahlreiche Kabelnetze eingespeist.

Seit 2005 werden von Junglinster und Marnach aus DRM-Versuchssendungen über Kurz- und Mittelwelle ausgestrahlt.

Der Privatsender und Marktführer RTL Télé Lëtzebuerg hatte bis 2000 keine Konkurrenz. Seit 2001 starteten mit dem Parlamentsfernsehen Chamber TV, den oppene Kanal, den 2. RTL und Luxe TV fünf weitere Fernsehsender, wobei T.TV den Betrieb im März 2007 einstellen musste. In den Hörfunk- und Fernsehprogrammen, die für den luxemburgischen Eigenbedarf ausgestrahlt werden, überwiegt die luxemburgische Sprache. Wortäußerungen deutsch- oder französischsprachiger Personen werden allerdings im Originalton wiedergegeben. Sie werden nicht ins Luxemburgische übersetzt, da Kenntnisse der deutschen und französischen Sprache beim Publikum vorausgesetzt werden.

Die meisten Luxemburger sehen zudem vor allem die deutschen TV-Sender (u.a. der RTL Group), während die portugiesischen und französischen, ausländischen Mitbürger eher Sender in ihrer Sprache sehen.

Seit dem 4. April 2006 werden Fernsehsender in Luxemburg auch über DVB-T ausgestrahlt.

1994 hat die UNESCO die gesamte luxemburger Altstadt zum Kulturerbe der Menschheit erklärt. Luxemburg war 1995 und 2007 Kulturhauptstadt Europas. Im Jahr 2007 war Luxemburg gemeinsam mit der Großregion europäische Kulturhauptstadt. Mit einbezogen war auch die rumänische Stadt Hermannstadt (Sibiu). Im Oktober 2003 wurde in Luxemburg das trinationale deutsch-französisch-luxemburgische Kulturinstitut „Pierre Werner“ (benannt nach dem ehemaligen luxemburgischen Premierminister) eröffnet. Seither hat sich das Institut mit großen internationalen Kulturforen erfolgreich in das Luxemburger Kulturleben integriert.

Luxemburgs Filmszene ist klein. Filme auf luxemburgisch werden nur alle paar Jahre gedreht. Dafür kommen diese natürlich beim Publikum recht gut an, wie zum Beispiel der Spielfilm Perl oder Pica (2006) von Pol Cruchten. Bekannter sind die ausländischen Filmproduktionen, die Luxemburg wegen seiner landschaftlichen Vielfalt und den günstigen Herstellungsbedingungen zu schätzen wissen. Zu diesen Produktionen zählt u.a. der Film Das Mädchen mit dem Perlenohrring (2003) mit Scarlett Johansson, der für drei Oscars nominiert wurde und der Film Shadow of a Vampire. In den letzten Jahren haben sich einige luxemburgische Filmproduktionsgesellschaften wie Samsa Film, Delux Film, Minotaurus Film, lucil film oder Iris Production einen Namen gemacht.

International bekannte luxemburgische Schauspieler sind u. a. Thierry van Werveke (als Henk in Knockin’ on Heaven’s Door) oder André Jung der vom Magazin Theater Heute zweimal (1981 und 2002) zum besten Schauspieler gewählt wurde.

Andy Bausch, der wohl die populärsten Luxemburg-Filme (unter anderem mit Désirée Nosbusch oder Camillo Felgen, meist in den in Luxemburg gängigen drei Sprachen) drehte, war auch in Deutschland bei verschiedenen Serien und in Fernsehfilmen als Regisseur aktiv.

Die junge luxemburgische Filmszene zeigt sich kreativ und innovativ; als Beispiel dafür seien u.a. die Initiativen von Filmreakter und Pyramid Pictures erwähnt.

Die Musikszene in Luxemburg gewinnt seit den 1990er-Jahren immer mehr an Bedeutung. Zwar sind die wenigsten Musikbands über die Landesgrenzen hinaus bekannt, doch entstehen jedes Jahr viele Schüler- wie Studentenbands. Insbesondere die Luxemburgische Metal-/Rock-/Hardcore-Szene gewinnt immer mehr Zuwachs (z.B. Eternal Tango).

Außerdem hat fast jede Gemeinde ihre eigene Dorfkapelle, die auf vielen Festen auftreten. Gut besuchte und in der Regel hochkarätig besetzte Konzerte gibt es im Sommer im Rahmen der Aktion „Summer in the City“. Einer der Höhepunkte ist die „Blues’n’Jazz Rallye“ in der Altstadt und ein Konzertreigen auf dem Marktplatz, ebenso das "New Orleans Jazz Festival", das in Zusammenarbeit mit der Luxemburger Partnerstadt New Orleans jährlich an Ostern veranstaltet wird.

Die klassische Musik hat ebenfalls einen hohen Stellenwert im luxemburgischen Kulturleben. Das Orchestre Philharmonique du Luxembourg (ehem. Symphonieorchester von RTL) sowie das Orchester der Streitkräfte haben hier Bedeutung. Außerdem hat Luxemburg eine Reihe hervorragender Solisten hervorgebracht, die etwa mit den Solistes Européens unter der Leitung von Jack Martin Händler auftreten.

Das Theater hat in Luxemburg eine lange Tradition. In vielen Gemeinden gibt es Amateur-Theatergruppen, und die Auftritte sind gut besucht. Die bedeutendsten Theater sind das Stadt- und das Kapuzinertheater in der Hauptstadt.

Die Bibliothèque nationale de Luxembourg ist die größte wissenschaftliche Bibliothek Luxemburgs. Alle Wissenschaftsbereiche sind hier vertreten. Der Allgemeinbestand umfasst rund 750.000 Bände und 3.500 internationale Zeitschriftentitel aller Disziplinen. In den Lese- und Nachschlageräumen sind rund 30.000 Bände frei zugänglich. Pro Jahr wird der Allgemeinbestand um rund 10.000 Bände erweitert.

Die luxemburgische Sprachsituation erfordert eine kostenintensive Anschaffung von Literatur. Die zweitbedeutendste Bibliothek ist die nur im Rahmen der Schlossbesichtigung öffentliche Hofbibliothek mit immerhin 30.000 Bänden und bedeutenden Sammlungen. Sie ist erst zu etwa 10 Prozent erschlossen und noch weitgehend unbekannt.

Wichtige wissenschaftliche Bibliotheken sind neben der Nationalbibliothek, die Universität Luxemburg, einige spezialisierte Bibliotheken (Centre national de la littérature, Bibliothèque du Grand Seminaire, Statec usw.), die Bibliotheken der ausländischen Kulturinstitute und die Bibliotheken europäischer Institutionen: die Europäische Kommission, das Europaparlament, der Europäische Gerichtshof und die Europäische Investitionsbank etc.

Beliebte landestypische Gerichte sind Judd mat Gaardebounen, geräuchertes Schweinefleisch mit dicken Bohnen sowie Bouneschlupp, eine Bohnensuppe mit Kartoffeln, und die sogenannten Kniddelen, große Knödeln bestehend aus Mehl, Wasser, Eier und Salz. Köstliche Desserts sind zum Beispiel Quetschentaart und Omelette soufflée au kirsch. Regionale Spezialitäten sind Ardennenschinken, Schwein in Aspik, Riesling-Pasteten, Krebse und Hechte sowie gebackene Fische aus Mosel und Untersauer.

Die Weißweine der luxemburgischen Mosel ( → Weinbau in Luxemburg) sind der frische, dezent fruchtige Riesling, der erfrischende, leichte und trockene Elbling, der fruchtige Auxerrois, der sanfte fruchtige Rivaner, der Pinot Gris und der elegante Pinot Blanc. Der sehr würzige Weißwein Gewürztraminer und der vollmundige Rotwein Pinot Noir vervollständigen das Sortiment der Luxemburger Weine, welche das Qualitätssiegel „Marque Nationale – Appellation Contrôlée“ tragen.

Auch die luxemburgische Landwirtschaft trägt ihren Teil zum guten Essen bei. So wurde 1994 das Qualitätsprogramm „Produit du terroir“ aufgelegt, welches garantiert, dass die landwirtschaftlichen Produkte aus der Region kommen.

Eine weitere berühmte Spezialität ist der sog. Kachkéis, gekochter Käse der oft mit Gewürzen verfeinert wird.

In Luxemburg sind Traditionen in vielen weltlichen und religiösen Festen lebendig. Die Ende August bis Anfang September stattfindende Schueberfouer ist das bedeutendste Schaustellerfest auf dem Glacis-Platz, dessen Ursprünge ins 14. Jahrhundert zurückreichen. Bei der Éimaischen, dem traditionellen Emmaus-Fest am Ostermontag, ziehen viele Luxemburger auf den Platz beim Fischmarkt, um dort eine der nur an diesem Tag erhältlichen Keramikpfeifen in Vogelform, den Péckvillchen, zu bekommen. Am Fastensonntag wird in vielen Ortschaften das Burgbrennen gefeiert.

Das wichtigste religiöse Fest in Luxemburg ist die Oktave, die vom dritten bis fünften Sonntag nach Ostern gefeiert wird und währenddessen zu Unserer Lieben Frau, der Schutzheiligen von Luxemburg, gepilgert wird. Begleitet wird das Fest von einem Jahrmarkt, dem Oktavmäertchen auf dem Wilhelmsplatz. Die Echternacher Springprozession ist eine religiöse Prozession, die jedes Jahr am Dienstag nach Pfingsten in Echternach stattfindet. Die Teilnehmer „springen“ zu Polkamelodien in Reihen durch die Straßen der Stadt bis zur Echternacher Basilika mit dem Grab des Heiligen Willibrord.

Bis zu zwei öffentliche Feiertage pro Jahr, die auf einen Sonntag fallen, können auf den darauf folgenden Montag gelegt werden. Die Hauptferienzeit geht vom 15. Juli bis zum 15. September, aber auch an Weihnachten, Ostern und Pfingsten sind viele Luxemburger im Urlaub.

Da Luxemburg sehr klein ist, sind im ganzen Land zur gleichen Zeit Ferien und nicht wie z.B. in Deutschland in verschiedene Regionen gegliedert. Jedoch kann die Ferienzeit dank verschiedener Feiertage (z.B. der "Niklosdaag", an dem die Schüler ab der Mittelstufe trotzdem zur Schule gehen) bis zu einer Woche variieren.

Die am meisten verbreitete Sportart in Luxemburg ist Fußball, welcher nur auf Amateurniveau gespielt wird. Die einzigen Fußballprofis in der luxemburgischen Fußballnationalmannschaft sind Jeff Strasser , Mario Mutsch und Gilles Bettmer.(Stand: August 2008). International ist die Nationalmannschaft vollkommen unbedeutend (Platz 127 in der FIFA-Weltrangliste, Stand: 12 November 2008), während die Jugendnationalmannschaften immer wieder gute Ergebnisse erzielen. Höchste Spielklasse ist die Fortis Ligue, die bis zur Saison 2007/2008 noch Nationaldivison hieß. Spiele der Nationalmannschaft finden im Josy-Barthel-Stadion statt. Der nationale Fußballverband von Luxemburg heißt Fédération Luxembourgeoise de Football (FLF).

Auch heute (Stand Februar 2008) bringt der luxemburgische Radsport namhafte Radsportler hervor, die auch international regelmäßig erfolgreich sind. U.a.: Jempy Drucker, Ben Gastauer, Benoit Joachim, Kim Kirchen, Andy Schleck und Fränk Schleck. Mit dem Team Continental Cycling Team Differdange gibt es in Luxemburg ein Continental-Tour Team (Stand: Februar 2008).

Luxemburg brachte zwei Olympiasieger der Leichtathletik hervor. Michel Théato (* 22. März 1878 in Luxemburg; † 1919 in Paris) holte bei den Olympischen Spielen 1900 in Paris im Marathonlauf Gold. Sein Sieg wird jedoch bis heute dem Medaillenspiegel Frankreichs zugerechnet. Der zweite luxemburgische Olympiasieger war der Leichtathlet Josy Barthel. Er gewann bei den XV. Olympischen Sommerspielen 1952 in Helsinki über 1500 m olympisches Gold.

Der gebürtige österreichische Skirennfahrer Marc Girardelli, der die luxemburgische Staatsangehörigkeit annahm, startete zeitweise für seine Wahlheimat und gewann in dieser Zeit bei den Olympischen Winterspielen 1992 in Albertville sowohl im Super G als auch im Riesenslalom olympisches Silber.

Der Tennisspieler Gilles Müller sowie die Spielerinnen Anne Kremer und Claudine Schaul befinden sich derzeit (Stand Februar 2008) im Top200 Bereich der jeweiligen internationalen Rankings.

Im Schachsport hat Luxemburg mit Alberto David einen Großmeister, der bei der Mannschaftseuropameisterschaft in Plowdiw 2003 eine individuelle Goldmedaille am ersten Brett gewann. Fred Berend trägt den Titel eines Internationalen Meisters; seine Ehefrau Elvira ist Großmeisterin bei den Damen.

Die Weltmeisterschaft der Div. III wurde 2008 in Luxemburg ausgetragen. Luxemburg belegte den 3. Platz und kam so zu Bronze.

Im Land gibt es ca. 355.400 Telefonanschlüsse (2002). Die internationale Vorwahl für Luxemburg ist +352. Ortsvorwahlen gibt es keine.

Die Nutzung des Mobilfunks ist in Luxemburg weit verbreitet. Es gibt ca. 473.000 Mobiltelefone (2002) in drei eigenständigen GSM- und UMTS-Netzen. Nach einer Umfrage im Jahr 2006 (Statec) besitzen 93,8 Prozent der Luxemburger mindestens ein Mobiltelefon.

Derzeit gibt es Roamingverträge mit allen großen GSM- und UMTS-Anbietern.

Regulierungsbehörde ist das „Institut Luxembourgeois de Régulation“.

Im Land gibt es ca. 330.000 Internetnutzer mit Internetzugang (2006) und 77.1 Prozent der Luxemburger Haushalte besitzen mindestens einen Computer (Quelle: Statec).

Um den Zugang existierender und zukünftiger Internetfirmen zu decken und die Kunden zu befriedigen, hat P&TLuxembourg Anfang 2007 die Arbeiten an seiner neuen eigenen internationalen Breitbandverbindung TERALINK abgeschlossen. TERALINK verbindet mit mehr als 4.000 Kilometer Länge die Backbones in Amsterdam, Brüssel, London, Paris, Frankfurt, Strasburg und Luxemburg und erlaubt eine Geschwindigkeit von 88 x 40Gbit/s (3,5 Terabit/s). TERALINK basiert auf DWDM (Dense Wave Division Multiplexing). Wegen dieser Erweiterung wurden die Down- und Uploadraten für die Privatnutzer im Mai 2007 kostenfrei angehoben.

1 Liegt größtenteils in Asien.  2 Hat zusätzliche Gebiete außerhalb Europas.

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Rosa Luxemburg

Rosa Luxemburg

Rosa Luxemburg (* 5. März 1871 als Rozalia Luksenburg in Zamość, Polen; † 15. Januar 1919 in Berlin) war eine bedeutende Vertreterin der europäischen Arbeiterbewegung und des proletarischen Internationalismus.

Sie wirkte vor allem in der polnischen und deutschen Sozialdemokratie als marxistische Theoretikerin und Antimilitaristin. Gegen die Kriegsunterstützung der SPD gründete sie zu Beginn des Ersten Weltkriegs 1914 die „Gruppe Internationale“ und leitete mit Karl Liebknecht den daraus hervorgehenden Spartakusbund.

Als politische Autorin verfasste sie zahlreiche zeitkritische Aufsätze und ökonomische Analysen: vor 1914 u. a. in der Leipziger Volkszeitung, bis 1918 auch in der Haft und während der Novemberrevolution als Herausgeberin der Zeitung Die Rote Fahne. Am Jahreswechsel 1918/19 gehörte sie zu den Gründungsmitgliedern der KPD, deren Programm sie hauptsächlich verfasste. Nach der Niederschlagung des Spartakusaufstands wurde sie unter teils ungeklärten Umständen zusammen mit Karl Liebknecht von rechtsradikalen Freikorps-Soldaten ermordet.

Ihre theoretische und praktische Arbeit für den Sozialismus, die internationale Solidarität der Arbeiterklasse, gegen Militarismus und Krieg wirkte weit über ihre Zeit und die Grenzen Deutschlands hinaus.

Über Rosa Luxemburgs Geburtsdatum besteht keine letzte Sicherheit, da ihr Geburtsschein später auf den 25. Dezember 1870 „korrigiert“ wurde, sie aber nach ihren eigenen Angaben jünger war. Seit der Biografie von Peter Nettl wird meist der 5. März 1871 als tatsächlicher Geburtstag angenommen.

Sie war das fünfte Kind einer wohlhabenden jüdischen Familie, die im damaligen zu Russland gehörenden Kongresspolen lebte. Ihre Eltern waren der Holzhändler Eliasz Luxenburg und dessen Frau Line (geb. Löwenstein). Der Familienname wurde noch zu Lebzeiten ihres Vaters durch einen behördlichen Schreibfehler zu Luxemburg, den sie dann beibehielt. Sie war körperlich klein und lebenslang gehbehindert.

Nach dem Umzug der Familie nach Warschau besuchte sie dort seit 1880 das Zweite Mädchengymnasium. Noch in der Schulzeit engagierte sie sich ab 1886 in der polnischen Arbeiterpartei „Proletariat“. Diese war 1882 gegründet worden und hatte schon im Jahr darauf als erste der europäischen Arbeiterparteien einen Massenstreik organisiert. Daraufhin wurden vier ihrer Anführer hingerichtet und die Partei aufgelöst. Nur im Untergrund konnten einige Teilgruppen weiterarbeiten. Einer davon schloss sich Rosa Luxemburg an.

1888 bestand sie das Abitur mit Auszeichnung. Im folgenden Jahr drohte ihr die Verhaftung, weil ihre Mitgliedschaft im verbotenen „Proletariat“ bekannt geworden war. Auf Anraten ihrer Parteigenossen floh sie nach Zürich in die Schweiz, dem damaligen Exil vieler russischer und polnischer Intellektueller. Dort beteiligte sie sich sofort an örtlichen Arbeiter- und Emigrantengruppen und gewann rasch einen Ruf als führende Theoretikerin der polnischen Arbeiterbewegung. Sie studierte an der Universität Zürich Philosophie, Geschichtswissenschaft, Politik, Ökonomie und Mathematik. Ihre Schwerpunkte waren Staatswissenschaften (heute: Volkswirtschaftslehre und Politikwissenschaft), Mittelalter, Wirtschafts- und Börsenkrisen.

1893 gründete sie gemeinsam mit Leo Jogiches und Julian Balthasar Marchlewski die Sozialdemokratie des Königreiches Polen (SDKP, ab 1900 Sozialdemokratie des Königreiches Polen und Litauen - SDKPiL) als revolutionäre Alternative zur bestehenden Polnischen Sozialistischen Partei (PPS). Diese strebte Polens Unabhängigkeit und seine Umwandlung in eine bürgerliche Demokratie an. Rosa Luxemburg griff diesen Nationalismus in der Pariser Exilzeitung Sprawa Robotnicza („Arbeitersache“) scharf an und vertrat dagegen die Auffassung, dass Polen nur durch eine Revolution im Deutschen Reich, in Österreich-Ungarn und Russland unabhängig werden könne. Vorrang müsse der Kampf gegen Monarchie und Kapitalismus in ganz Europa haben; erst wenn diese überwunden seien, könne das Selbstbestimmungsrecht der Völker sich verwirklichen. Diese Überzeugung war Teil ihres späteren Streits mit Lenin, der die polnische und andere nationale Befreiungsbewegungen als Vorstufe zum Sozialismus ansah und fördern wollte.

1897 promovierte Rosa Luxemburg in Zürich magna cum laude zum Thema Polens industrielle Entwicklung.

Im Jahr darauf heiratete Rosa Luxemburg den 24-jährigen Schlosser Gustav Lübeck, um die deutsche Staatsbürgerschaft zu erhalten. Sie zog nach Berlin und trat sofort in die SPD ein. Diese galt damals innerhalb der Arbeiterbewegung als fortgeschrittenste sozialistische Partei Europas. 1890 waren im Kaiserreich nach 12 Jahren die Bismarckschen Sozialistengesetze aufgehoben worden. Dadurch konnte die SPD bei Wahlen weitere Reichstagssitze gewinnen. Das neue Erfurter Programm von 1891 spiegelte dies, indem es die revolutionäre Umgestaltung der Gesellschaft nur noch als Fernziel festschrieb und den Alltagskampf für Reformen davon trennte. Daraufhin setzte sich die Mehrheit der SPD-Abgeordneten immer weniger für andere Produktionsverhältnisse, sondern immer mehr nur für die allmähliche Erweiterung parlamentarischer Rechte und materiellen Wohlstands ein.

Rosa Luxemburg vertrat dagegen eine konsequent klassenkämpferische und revolutionäre Haltung. Sie wurde wegen ihrer scharfen Reden und analytischen Fähigkeiten rasch zur Wortführerin des linken Parteiflügels. In dieser Rolle griff sie 1899 mit einer Artikelserie in der angesehenen Leipziger Volkszeitung in die sogenannte Revisionismusdebatte ein. Eduard Bernstein vertrat damals die These, dass Interessenausgleich und soziale Reformen die Auswüchse des Kapitalismus mildern und den Sozialismus herbeiführen würden, so dass die SPD sich auf parlamentarische Mittel beschränken könne. Dagegen bestand Rosa Luxemburg darauf, dass kommende Wirtschaftskrisen den Gegensatz von Kapital und Arbeit zuspitzen würden, so dass Sozialismus nur durch eine Machtübernahme des Proletariats und eine Umwälzung der Produktionsverhältnisse zu erreichen sei. Wegen deren Abkehr vom Parteiziel forderte sie den Ausschluss der „Revisionisten“ aus der SPD. Dieser unterblieb, aber die Parteiführung unter August Bebel und Karl Kautsky behielt den Marxismus in ihrem Programm. In der Praxis verfolgten sie jedoch einen reformerischen Kurs und versuchten vor allem, ihre Reichstagsfraktion zu vergrößern.

Seit dieser innerparteilichen Auseinandersetzung war Rosa Luxemburg als scharfzüngige und intelligente Gegnerin der so genannten Revisionisten bekannt, geachtet und zum Teil auch gefürchtet. Als erste Frau übernahm sie die Chefredaktion der Leipziger Volkszeitung. Doch nachdem sie einen Redakteur des SPD-Parteiblatts Vorwärts angegriffen hatte und von Intrigen gegen sich erfuhr, trat sie von diesem Amt zurück. Sie wollte sich den autoritären, von Männern dominierten Machtstrukturen in der SPD nicht beugen. Fortan nahm sie in zahlreichen Artikeln und Parteigremien zu aktuellen ökonomischen und sozialpolitischen Problemen in Europa Stellung. Sie warnte frühzeitig vor einem kommenden Krieg der europäischen Großmächte, griff immer stärker den deutschen Militarismus und Imperialismus an und versuchte, ihre Partei zu einem energischen Gegenkurs zu verpflichten.

Im Reichstagswahlkampf 1903 sagte sie öffentlich über Kaiser Wilhelm II.: Der Mann, der von der guten und gesicherten Existenz der deutschen Arbeiter spricht, hat keine Ahnung von den Tatsachen. Darum wurde sie 1904 wegen „Majestätsbeleidigung“ zu drei Monaten Gefängnis verurteilt, von denen sie sechs Wochen verbüßen musste. 1905 reiste sie unter falschem Namen nach Polen, um die SDKPiL zur Teilnahme an der Russischen Revolution zu bewegen. Sie wurde verhaftet und ausgewiesen. Im folgenden Jahr wurde sie wegen Anreizung zum Klassenhass erneut zu zwei Monaten Haft verurteilt.

Um die „internationale Solidarität der Arbeiterklasse“ gegen den Krieg einzuüben, forderte sie nun von der SPD die Vorbereitung des Generalstreiks nach polnisch-russischem Vorbild (Massenstreik, Partei und Gewerkschaften 1906). Zugleich setzte sie ihr internationales Engagement fort und nahm 1907 mit Leo Jogiches, ihrem damaligen Lebenspartner, am 5. Parteitag der russischen Sozialdemokraten in London teil. Dort lernte sie Lenin kennen. Beim folgenden Kongress der Zweiten Internationale in Stuttgart brachte sie erfolgreich eine Resolution ein, die gemeinsames Handeln aller europäischen Arbeiterparteien gegen den Krieg vorsah.

Anschließend lehrte sie als Dozentin für Marxismus und Ökonomie an der SPD-Parteischule in Berlin. Einer ihrer Schüler war der spätere SPD-Vorsitzende und erste Präsident der Weimarer Republik, Friedrich Ebert. Als die SPD sich beim Aufstand der Herero und Nama in Deutsch-Südwestafrika, dem heutigen Namibia, klar gegen den Kolonialismus und Imperialismus des Kaiserreichs aussprach, verlor sie bei der Reichstagswahl 1907 - den sogenannten Hottentotten-Wahlen - rund ein Drittel ihrer Reichstagssitze. Doch den Generalstreik als politisches Kampfmittel lehnten SPD- und Gewerkschaftsführung weiterhin strikt ab. Darüber zerbrach 1910 Rosa Luxemburgs Freundschaft mit Karl Kautsky.

1912 reiste sie als Vertreterin der SPD zu europäischen Sozialistenkongressen, u. a. in Paris. Mit dem französischen Sozialisten Jean Jaurès sorgte sie dafür, dass die europäischen Arbeiterparteien sich feierlich verpflichteten, beim Kriegsausbruch zum Generalstreik aufzurufen. Als der Balkankrieg 1913 fast schon den Weltkrieg auslöste, organisierte sie Demonstrationen gegen den Krieg. In Frechenheim bei Frankfurt am Main rief sie am 25. September 1913 eine Menge von Hunderttausenden zu Kriegsdienst- und Befehlsverweigerung auf: Wenn uns zugemutet wird, die Mordwaffen gegen unsere französischen oder anderen ausländischen Brüder zu erheben, so erklären wir: ‚Nein, das tun wir nicht!‘. Daher wurde sie der Aufforderung zum Ungehorsam gegen Gesetze und Anordnungen der Obrigkeit angeklagt und 1914 zu einem Jahr Gefängnis verurteilt. Ihre Rede vor der Frankfurter Strafkammer wurde später unter dem Titel Militarismus, Krieg und Arbeiterklasse veröffentlicht. Vor dem Haftantritt konnte sie Ende Juli noch an einer Sitzung des Internationalen Sozialistischen Büros teilnehmen. Dort erkannte sie ernüchtert: Auch in den europäischen, vor allem den deutschen und französischen Arbeiterparteien, war der Nationalismus stärker als das internationale Klassenbewusstsein.

Am 4. August 1914 reagierte die Reichstagsfraktion der SPD auf die Kriegserklärung des Deutschen Reichs vom Vortag und beschloss (in Abwesenheit von Karl Liebknecht) einstimmig die Kriegskredite. Zwei Tage zuvor hatten sich die Freien Gewerkschaften bereits auf einen Streik- und Lohnverzicht während des Krieges festgelegt. Mit diesem „Burgfrieden“ wollte man einem erneuten Parteiverbot als „Vaterlandsverräter“ vorbeugen, den mühsam erkämpften Einfluss im Reichstag bewahren und den Fortbestand der Organisationen der Arbeiterbewegung sichern. Rosa Luxemburg erlebte diesen offenen Bruch der Vorkriegsbeschlüsse als persönliche Niederlage und dachte kurze Zeit sogar an Selbstmord. Aus ihrer Sicht hatte der Opportunismus, den sie immer bekämpft hatte, gesiegt und das Ja zum Krieg nach sich gezogen.

Am 5. August gründete Rosa Luxemburg mit sechs anderen Parteilinken, darunter Franz Mehring und Clara Zetkin, die „Gruppe Internationale“, der sich wenig später auch Karl Liebknecht anschloss. Daraus ging 1916 die reichsweite „Spartakusgruppe“ hervor, deren Spartakusbriefe Rosa Luxemburg mit Liebknecht zusammen herausgab. Der Name bezog sich bewusst auf den Sklavenanführer Spartacus im antiken römischen Reich. Darin sammelten sich die entschiedensten Kriegsgegner der SPD, die deren Stillhaltepolitik vehement ablehnten. Sie versuchten, die Partei zur Rückkehr zu ihren Vorkriegsbeschlüssen zu bewegen und mit dem Generalstreik für Frieden auch dem Ziel der internationalen proletarischen Revolution näherzukommen.

Im Dezember 1914 lehnte Karl Liebknecht als zunächst einziger SPD-Reichstagsabgeordneter gegen die Fraktionsdisziplin weitere Kriegskredite ab. Er wurde bald darauf zum Kriegsdienst eingezogen. Rosa Luxemburg musste am 18. Februar 1915 die Haftstrafe im Berliner Weibergefängnis antreten, die sie für die in Frankfurt a.M. gehaltene Rede erhalten hatte. Als sie ein Jahr später entlassen wurde, wurde sie schon drei Monate später wieder verurteilt, diesmal zu zweieinhalb Jahren Zuchthaus. Im Juli 1916 begann ihre „Sicherheitsverwahrung“. Sie wurde zweimal verlegt, zuerst nach Wronke in Posen, dann nach Breslau. Auch Liebknecht wurde wegen Hochverrats inhaftiert, nachdem er am 1. Mai 1916 auf einer Antikriegsdemonstration eine Rede gehalten hatte.

Drei Jahre und vier Monate verbrachte Rosa Luxemburg während des Krieges im Gefängnis. Auch im Gefängnis verfasste Rosa Luxemburg einige Aufsätze, die ihre Freunde herausschmuggelten und illegal veröffentlichten: darunter Die Krise der Sozialdemokratie unter dem Pseudonym Junius, erschienen im Juni 1916. Darin rechnete sie mit der „bürgerlichen Gesellschaftsordnung“ und der Rolle der SPD darin ab, deren reaktionäres Wesen der Krieg offenbart habe. Lenin kannte diese Schrift und antwortete positiv darauf, ohne zu ahnen, wer sie verfasst hatte. - Berühmt wurden auch ihre sehr persönlichen Briefe aus dem Gefängnis an ihre Freundinnen Mathilde Jacob und Sonja Liebknecht. Ab 1907 hatte sie eine mehrjährige Liebesbeziehung mit Kostja Zetkin. Aus dieser Beziehung sind ca. 600 Briefe erhalten.

Im Frühjahr 1917 weckte der Sturz des Zaren in Russland Hoffnungen auf ein baldiges Kriegsende. Doch die „Menschewiki“ setzten den Krieg gegen Deutschland fort. Dort kam es im März in vielen Städten zu monatelangen Protesten und Massenstreiks: zuerst gegen Mangelwirtschaft, dann gegen Lohnverzicht und schließlich gegen Krieg und Monarchie. Im April 1917 griffen die USA in den Krieg ein. Nun gründeten die Kriegsgegner, die die SPD ausgeschlossen hatte, die Unabhängige Sozialdemokratische Partei Deutschlands, die rasch Zulauf gewann. Obwohl der Spartakusbund die Parteispaltung bis dahin abgelehnt hatte, trat er nun der neuen Linkspartei bei. Er behielt seinen Gruppenstatus, um weiterhin konsequent für eine internationale sozialistische Revolution werben zu können. Diesem Ziel folgten nur wenige USPD-Gründer.

Während die SPD-Führung erfolglos versuchte, die Oberste Heeresleitung (OHL) zu Friedensverhandlungen mit US-Präsident Woodrow Wilson zu gewinnen, ermöglichte diese Lenin die Durchreise aus seinem Schweizer Exil nach Sankt Petersburg. Dort gewann er die Führung der Bolschewiki und bot den Russen einen sofortigen Separatfrieden mit Deutschland an. Damit gewannen die Bolschewiki eine Mehrheit im Volkskongress, doch nicht in der Duma, dem russischen Nationalparlament. Sie besetzten es, lösten es auf und setzten die Arbeiterräte (Sowjets) als Regierungsorgane ein.

Rosa Luxemburg ließ sich fortlaufend über diese Ereignisse informieren und schrieb dazu den Aufsatz Zur russischen Revolution. Darin begrüßte sie Lenins Oktoberrevolution, kritisierte aber zugleich scharf seine Strategie und warnte vor einer Diktatur der Bolschewiki. In diesem Zusammenhang formulierte sie den berühmten Satz: Freiheit ist immer Freiheit des Andersdenkenden. Doch erst 1922 nach ihrem Tod veröffentlichte ihr Freund Paul Levi diesen Aufsatz. - Trotz ihrer Vorbehalte rief sie nun unermüdlich zu einer deutschen Revolution nach russischem Vorbild auf und forderte eine „Diktatur des Proletariats“, grenzte diesen Begriff aber gegen Lenins Parteikonzept ab. Sie verstand darunter die demokratische Eigenaktivität der Arbeiter im Revolutionsprozess, Betriebsbesetzungen, Selbstverwaltung und politische Streiks bis zur Verwirklichung sozialistischer Produktionsverhältnisse.

Nach den Märzstreiks des Vorjahres kam es im Januar 1918 in vielen deutschen Rüstungsbetrieben zum wochenlangen Januarstreik, der erst mit Friedrich Eberts Eintritt in die Berliner Streikleitung beendet wurde. Doch eine Revolution nach russischem Vorbild war näher gerückt, da sich in den Betrieben nun eigenständige Arbeitervertreter, die Revolutionären Obleute, gebildet hatten.

Während sich immer mehr Deutsche nach Frieden sehnten und den Krieg nicht mehr mitzutragen bereit waren, setzte General Erich Ludendorff nochmals auf einen „Siegfrieden“. Doch seine Frühjahrsoffensive endete am 8. August mit dem Durchbruch der Entente an der Westfront. Daraufhin beteiligte die kaiserliche Regierung auf Verlangen der OHL am 5. Oktober erstmals den Reichstag an ihren Entscheidungen. Max von Baden wurde Reichskanzler, mehrere Sozialdemokraten übernahmen in der neuen Regierung Verantwortung. Das neue Kabinett bat die Entente um Waffenstillstandsverhandlungen. Doch die Spartakisten sahen diese Verfassungsänderung als Täuschungsmanöver zur Abwehr der kommenden Revolution und stellten nun reichsweit ihre Forderungen nach einem grundlegenden Umbau der Gesellschafts- und Staatsordnung.

Nachdem der Kieler Matrosenaufstand die Novemberrevolution ausgelöst, diese am 9. November Berlin erreicht und Kaiser Wilhelm II. zur Abdankung gezwungen wurde, wählte der neu einberufene Berliner Rätekongress am 10. November den sechsköpfigen „Rat der Volksbeauftragten“ mit je drei Vertretern von SPD und USPD als Übergangsregierung. Zu deren Kontrolle wurde ein ebenfalls paritätisch besetzter Vollzugsrat aus 46 Räten gebildet. Außerdem wurde ein Reichsrätekongress geplant, der eine neue Verfassung und Wahlen vorbereiten sollte. Die Umwandlung des Reiches in eine sozialistische Demokratie wurde als Vorlage für dieses Revolutionsparlament beschlossen.

Am selben Tag traf Rosa Luxemburg, die zwei Tage zuvor aus der Breslauer Haft entlassen worden war, in Berlin ein. Der ebenfalls befreite Karl Liebknecht hatte bereits den Spartakusbund reorganisiert. Beide gaben nun gemeinsam die Zeitung Die Rote Fahne heraus, um täglich auf die Entwicklung Einfluss zu nehmen. In einem ihrer ersten Artikel forderte Rosa Luxemburg über die Amnestie für alle politischen Gefangenen hinaus die Abschaffung der Todesstrafe.

Um den geplanten Reichsrätekongress zu verhindern, beorderte Ebert zusätzliches Militär nach Berlin. Bereits am Abend des 10. November hatte er sich heimlich mit Ludendorffs Nachfolger General Wilhelm Groener auf eine Zusammenarbeit gegen die Revolutionäre verständigt. Am 6. Dezember kam es zu Schießereien. Vier Tage später zog die Garde-Kavallerie-Schützen-Division in Berlin ein. Da Rosa Luxemburg Eberts Bestreben vermutete, Reichswehreinheiten gegen Berliner Arbeiter einzusetzen, forderte sie nun alle Macht für die Räte, die möglichst gewaltlose Entwaffnung und die Umerziehung der heimgekehrten Soldaten.

Doch der Reichsrätekongress vom 16. bis zum 20. Dezember fand ohne die Spartakisten statt. Ein Antrag, Luxemburg und Liebknecht als Gästen Rederecht zu gewähren, wurde mehrheitlich abgelehnt. Die Versammlung stimmte dort für parlamentarische Wahlen und die Selbstauflösung der Arbeiterräte. Eine Kontrollkommission für das Militär und eine Sozialisierungskommission sollten das Regierungsprogramm noch vor den Wahlen umsetzen und die vielfach geforderte Enteignung kriegswichtiger Großindustrie beginnen.

Bei Eberts Versuch, den Berliner Vollzugsrat zu entmachten und die arbeiterfreundliche Volksmarinedivision aufzulösen, kam es am 24. Dezember erneut zu Schießereien. Daraufhin verließ die USPD fünf Tage später die Übergangsregierung. Nun beauftragte Ebert Gustav Noske mit der Aufstellung von weiteren Freikorps. Dieser zog immer mehr Militär um Berlin zusammen.

Am 1. Januar 1919 gründeten die Spartakisten und andere linkssozialistische Gruppen aus dem ganzen Reich die KPD. Rosa Luxemburg verfasste deren Programm und trug es auf der Abschlussversammlung der Delegierten vor. Darin betonte sie, dass Kommunisten die Macht niemals ohne erklärten mehrheitlichen Volkswillen ergreifen könnten und würden. Ihre Empfehlung, an den kommenden Parlamentswahlen teilzunehmen, lehnte die Parteitagsmehrheit jedoch ab.

Am 5. Januar begann der einwöchige Spartakusaufstand, der den Linken die entscheidende Niederlage im Revolutionsverlauf beibrachte. Anlass dazu war, dass die SPD-Regierung den Berliner Polizeipräsidenten Emil Eichhorn, ein USPD-Mitglied, abgesetzt hatte. Daraufhin besetzten Arbeiter auf eigene Initiative das Berliner Zeitungsviertel, um zum Generalstreik und zu Eberts Sturz aufzurufen. Waffen wurden ausgegeben und Straßen verbarrikadiert. Karl Liebknecht trat in den „Revolutionsausschuss“ ein. Zwei Tage lang wurde das Vorgehen beraten; die KPD-Vertreter versuchten vergeblich, die Unterstützung einiger Berliner Regimenter zu gewinnen. Die USPD-Vertreter verhandelten mit Ebert, bis bekannt wurde, dass der Vorwärts zur „Stunde der Abrechnung“ aufrief. Dann brach man die Gespräche ab. Daraufhin setzte Ebert die Reichswehr gegen die Aufständischen ein. Hunderte von ihnen wurden erschossen: darunter auch viele Unbewaffnete, die sich schon ergeben hatten.

Rosa Luxemburg hatte vor diesen Folgen gewarnt und Liebknecht wegen dieses verfrühten und dilettantischen Aufstandsversuchs scharf kritisiert. Die Spartakusführer mussten nun untertauchen. Flugblätter hatten schon seit Dezember 1918 zum Mord an ihnen aufgerufen. Eduard Stadtler hatte damals eine „Antibolschewistische Liga“ gegründet, für die mehrere Industrieverbandsführer, darunter Hugo Stinnes, am 10. Januar 1919 je fünf Millionen Reichsmark spendeten. Damit wurden u. a. die Anwerbung und Ausrüstung der Freikorps sowie Belohnungen zur Festsetzung und Ermordung von Spartakisten bezahlt.

In ihren letzten Lebenstagen ging es Rosa Luxemburg gesundheitlich sehr schlecht. Trotz starker Schmerzen setzte sie sich weiter täglich für einen Erfolg der Revolution ein. In ihrer letzten Veröffentlichung in der Roten Fahne bekräftigte sie nochmals ihr unbedingtes Vertrauen auf die Arbeiterklasse, die aus ihren Niederlagen lernen könne und die künftige Revolution zum Sieg führen werde.

Am 15. Januar 1919 wurde sie mit Karl Liebknecht in Wilmersdorf entdeckt, festgenommen und der Garde-Kavallerie-Schützen-Division übergeben. Sie wurden im Hotel Eden verhört und schwer misshandelt. Dann ließ der Kommandant Waldemar Pabst sie ermorden.

Der am Seitenausgang bereitstehende Jäger Otto Wilhelm Runge schlug Rosa Luxemburg mit einem Gewehrkolben nieder. Der Freikorps-Leutnant Hermann Souchon sprang bei ihrem Abtransport kurz auf den Wagen auf und erschoss die schwerverletzte Frau mit einem aufgesetzten Schläfenschuss. Beides sollte als spontanes Attentat aus der vor dem Hotel versammelten Menge heraus wirken. Ihre Leiche wurde in den Berliner Landwehrkanal geworfen und dort erst in der Nacht zum 1. Juni 1919 aufgefunden. Am 13. Juni wurde sie neben dem Grab des mit ihr ermordeten Karl Liebknecht auf dem Zentralfriedhof Friedrichsfelde beigesetzt.

Dass es sich um Auftragsmorde gehandelt habe, erklärte Eduard Stadtler in seinen 1935 veröffentlichen Erinnerungen: Er habe Pabst am 12. Januar aufgesucht und ihn um die Morde gebeten. Später habe Pabst ihm die Ausführenden genannt. Auch zu Noske habe er Kontakt gehabt.

Die Berliner Presse stellte die Morde im Sinne der Täter dar: Liebknecht sei auf der Flucht erschossen, Luxemburg von einer aufgebrachten Menge gelyncht worden. In diesem Klima wurden zwar einige der Täter des 15. Januar 1919 vor ein Kriegsgericht gestellt, aber ihre Prozesse wurden erst verschleppt, im Mai 1919 eingestellt. Runge und Souchon erhielten nur geringe Haft- bzw. Geldstrafen, beteiligte Offiziere wurden freigesprochen. Ihr Anführer Pabst war nicht einmal angeklagt, mögliche Auftraggeber waren nicht gesucht worden. Gustav Noske verfügte die Einstellung des Verfahrens und unterzeichnete selbst das Urteil.

Dies stieß in der Öffentlichkeit auch im Bürgertum auf Kritik und vertiefte den Graben zwischen den Anhängern von USPD und KPD und denen der SPD. Nach den Morden war es im ganzen Reich zu bürgerkriegsähnlichen Unruhen gekommen, die trotz der Wahlen zur Nationalversammlung am 19. Januar bis Ende Mai anhielten. Gegen die Räterepubliken in einigen deutschen Großstädten setzte Noske die Freikorps weiter ein; diese schlugen einen Umsturzversuch nach dem anderen nieder. Dabei kam es zu tausenden Toten, darunter vielen profilierten linken Arbeiterführern. Die am 7. November gegründete Münchner Räterepublik hielt sich insgesamt sechs Monate.

Der Kapp-Lüttwitz-Putsch 1920 sollte eine rechtsgerichtete Militärdiktatur errichten; dies vereitelte ein Generalstreik, zu dem SPD, USPD und KPD gemeinsam aufgerufen hatten. Danach gewann die reaktionäre Rechte immer mehr die Oberhand. Politische Morde gegen als links oder liberal geltende Politiker waren an der Tagesordnung. Im Dolchstoßprozess 1925 deckte Groener seinen Geheimpakt mit Ebert auf; ob dieser auch der Ermordung der Spartakisten zugestimmt hatte, blieb ungeklärt.

Ob dies eine Schutzbehauptung war, ist umstritten. Da der im Hotel anwesende Wilhelm Pieck und weitere Zeugen in den Prozessen gegen Runge und Souchon Telefonate bemerkt haben wollten, halten Biografen eine Rücksprache Pabsts mit Noske bzw. der Heeresführung für wahrscheinlich. Auch Souchons späterer Anwalt Otto Kranzbühler gab an, Pabst habe ihm gegenüber das Telefonat mit Noske bestätigt.

Diese Gesetzmäßigkeiten begründeten für sie die grundlegende Klassensolidarität der Kapitaleigner gegenüber den Produzenten, so dass strukturelle Ausbeutung nur durch die Aufhebung von Lohnarbeit und Klassenherrschaft überwindbar sei.

Als Parteidozentin schrieb sie seit 1907, dann 1916 in Haft auch eine allgemeinverständliche Einführung in die Nationalökonomie, die posthum 1925 erschien.

In ihrem Hauptwerk Die Akkumulation des Kapitals von 1913 entwickelte Rosa Luxemburg ihre Imperialismustheorie. Sie zeigte ähnlich wie John Atkinson Hobsons Unterkonsumtionstheorie, dass der Imperialismus „eine historische Notwendigkeit, die abschließende Etappe der kapitalistischen Entwicklung sei“.

Indem sie diese Auswirkungen des Kapitalismus auf die Kolonien untersuchte, erweiterte sie die Marxsche Krisentheorie.

Diese Sätze, die einige der kommenden Entwicklungen voraussahen, wurden damals von vielen Partei- und Gewerkschaftsfunktionären abgelehnt, die sich Anerkennung durch Anpassung im Kaiserreich und Stimmengewinne durch Verzicht auf Revolution erhofften. Rosa Luxemburg stellte die Umwälzung der Produktionsverhältnisse damit nicht gegen den Alltagskampf für bessere Lebensbedingungen, sondern vertrat ein Ineinandergreifen von Reform und Revolution im proletarischen Selbstbefreiungskampf. Reformen sollten auch das politische Bewusstsein der Arbeiter bilden und eine Vereinnahmung der SPD zum Erhalt der Klasse des Bürgertums verhindern.

Nach dem Sturz des Zaren im März 1917 schrieb Rosa Luxemburg den Artikel Die Revolution in Russland. Darin hob sie die treibende Kraft des russischen Proletariats bei den Ereignissen hervor. Seine Machtentfaltung habe zunächst die liberale Bourgeoisie an die Spitze der revolutionären Bewegung gestoßen. Seine Aufgabe sei nun, den imperialistischen Krieg zu beenden. Dazu müsse es die eigene Bourgeoisie bekämpfen, die den Krieg unbedingt brauche und fortsetzen wolle. Dieser habe Russland reif für die sozialistische Revolution gemacht. Damit sah sie voraus, dass nur eine weitere Revolution im Russischen Reich den Krieg beenden würde.

Denn die Menschewiki wollten wie deutsche und französische Sozialdemokraten weiter Vorteile für ihr Land erobern. Aber weil das städtische Industrieproletariat in Russland viel weniger ausgeprägt war als das rückständige ländliche Kleinbauertum, hielt Rosa Luxemburg wie Lenin eine analoge deutsche Revolution für unabdingbar, um mit dem Kriegsende zugleich die Voraussetzungen für den Sozialismus in beiden Ländern zu schaffen. Dazu wollte sie die gesamteuropäische Arbeiterbewegung nach Kräften praktisch zusammenführen.

Nunmehr werde es zur „geschichtlichen Verantwortung“ der deutschen Arbeiter, ebenfalls aufzustehen, um den Krieg zu beenden. Darum begrüßte sie die deutschen Januarstreiks für Frieden enthusiastisch und versuchte den Deutschen das aus ihrer Sicht latente historisches Ziel, den internationalen Sozialismus, aus dem Gefängnis heraus bewusst zu machen.

Nach der Entmachtung des „Vollzugsrats“ durch Ebert forderte sie die Arbeiter- und Soldatenräte am 10. Dezember 1918 zur Machtübernahme auf. Die Räterepublik sei das natürliche Programm der Revolution. Doch vom Soldaten – dem „Gendarmen der Reaktion“ – zum revolutionären Proletarier sei noch ein weiter Weg. Das Militär, das bisher dem „Vaterland“ diente, müsse erst noch lernen, seine Macht dem Gemeinwohl unterzuordnen, und dazu der politischen Kontrolle der Arbeiterräte unterstellt werden.

Die Partei soll das Proletariat also nicht „vertreten“ oder „führen“, sondern nur seine „Vorhut“ sein. Sie war für Rosa Luxemburg unmöglich von dessen teils spontaner, teils organisierter Eigenbewegung zu trennen, sondern ging aus ihr hervor und drückte sie bewusst aus. Sie habe den Arbeitern nur die Einsicht in die Notwendigkeit des Sozialismus voraus, aber nicht die Mittel, diesen ohne sie zu realisieren. Sie könne die Revolution nicht planen und erzwingen, wenn die Arbeiter nicht selbst dazu bereit, fähig und reif seien. Ihre Aufgabe sei es also, das Bewusstsein der Arbeiter über ihre historische Mission zu schulen, bis sie selbstständig fähig seien, die Produktionsverhältnisse umzuwälzen.

Die SED warf Rosa Luxemburg stets „Spontaneismus“ vor, der angeblich zum Scheitern der Novemberrevolution beitrug. Doch die Selbstorganisation der Räte sollte die Arbeiterparteien stärken, damit sie das Gesamtinteresse des Proletariats immer wirksamer durchsetzen können. Verlören sie den Kontakt zu ihrer Basis, müssten sie nach Luxemburgs Ansicht zwangsläufig scheitern.

Doch sie glaubte daran, dass die inneren Widersprüche des Kapitalismus, der Gegensatz von Kapital und Arbeit, immer wieder die proletarische Revolution auf die politische Tagesordnung setzen würden. Diese selbst, nicht die Partei, werde die Massen zu Revolutionären schulen: Nur im Vertrauen darauf könnten die Arbeiterparteien ihre kurz- und langfristigen Ziele bestimmen und erreichen.

Eine Partei, die die Arbeiter in Parlamenten oder einem „Politbüro“ „vertritt“ und bevormundet, werde zwangsläufig nicht mehr für, sondern gegen sie handeln. Sie werde dann selbst Werkzeug derer, die die Revolution verhindern und ihre Erfolge zurückdrehen wollten. Dann müssten die Arbeiter auch eine so genannte „Arbeiterpartei“ bekämpfen.

Darum müssten die Arbeiter den direkten Klassenkampf in der bürgerlichen Demokratie unbedingt fortsetzen: je nach den Umständen in Parlamenten, aber auch gegen sie oder beides zugleich. Tatsächlich verhinderte 1920 nur ein Generalstreik noch einmal eine rechte Militärdiktatur: Doch dann war die Arbeiterbewegung in zwei verfeindete Lager gespalten, die sich gegenseitig mehr als den gemeinsamen Gegner bekämpften. So konnten Paul von Hindenburg und die Rechte unter Adolf Hitler zuletzt die Demokratie abschaffen.

Der letzte Satz zitiert den 1848er Revolutionär Ferdinand Freiligrath, der die Revolution mit diesem ursprünglich biblischen Ausdruck als wiederkehrenden „roten Faden" der Geschichte würdigte. Ihre damit verbundene Kritik an der Führung betraf nicht nur Ebert, sondern auch Hugo Haase (USPD) und Liebknecht (KPD), deren Besetzungsaktion im Januar 1919 miserabel geplant war. Eine riesige Menge wartender Demonstranten war damals bereit, die anrückenden Soldaten zu blockieren und zu entwaffnen, wurde aber von den Besetzern nicht einbezogen.

Rosa Luxemburg glaubte anders als Kautsky und der SPD-Parteivorstand nicht an einen Determinismus der internationalen Revolution im Gefolge der Verelendung und des Zusammenbruchs der Kapitalherrschaft durch den Krieg. Scheitere der Sozialismus, dann drohe der Menschheit ein Rückfall in unvorstellbare Barbarei. Das Bewusstsein dieses Entweder-Oder war die entscheidende Triebfeder ihres Handelns. Dabei hielt sie Rückschläge und Niederlagen des arbeitenden Volkes für dessen Lernprozess für besonders wichtig: Gerade sie könnten das historische Bewusstsein für die unvermeidbare Notwendigkeit der Revolution schärfen. Nicht erst der „Endsieg“, sondern schon der immer neue Versuch, ihn herbeizuführen, sei daher der „Stolz“ der Arbeiterbewegung.

Rosa Luxemburg vertraute also der ständigen Lernfähigkeit arbeitender Menschen, ihrer unzerstörbaren Fähigkeit, ihre Geschichte selbst zu bestimmen und zu einem Ziel zu führen, das alle, nicht nur eine Minderheit, vom Joch der Klassenherrschaft befreie. Dieses Vertrauen schöpfte sie aus den realen historischen Anläufen und sozialen Bewegungen zur Erreichung einer gerechten Weltgesellschaft.

Rosa Luxemburg gewann ihre proletarische Überzeugung in der Zeit der ersten Massenstreiks in Polen und fand sie bestärkt durch ähnliche Massenstreiks in Russland, Belgien und Nordeuropa um 1905. Sie versuchte, der SPD rechtzeitig den länderübergreifenden Generalstreik als politisches Kampfmittel nahezubringen: Dieser sollte den Raubkrieg im Rahmen der Zweiten Internationale praktisch verhindern. Als dies ausblieb, war sie mit Lenin einig, dass die durch den Krieg zugespitzte Krise zur Revolution führen und genutzt werden müsse. Die neuen Massenstreiks im Kriegsverlauf bestätigten ihr Vertrauen auf die Spontaneität der Arbeiterklasse, die aus ihren Niederlagen lerne: Aus den Enttäuschungen mit der SPD-Führung entstanden neue Formen der Selbstorganisation besonders bei den Arbeitern der deutschen Rüstungsindustrie.

Die Spartakisten versuchten USPD und Rätebewegung unter dem Druck der Illegalität rechtzeitig auf gemeinsames revolutionäres Handeln hin zu orientieren. Doch in der deutschen Novemberrevolution wirkten Spontaneität und Parteiorganisationen nicht aufeinander abgestimmt, so dass im Ergebnis nur die Monarchie gestürzt und eine bürgerliche Republik begründet wurde, die damals mögliche Vergesellschaftung der Produktionsmittel aber ausblieb.

Die Morde an den beiden Spartakusführern gehören zu den wohl folgenreichsten politischen Morden des 20. Jahrhunderts. Denn sie besiegelten die unversöhnliche Feindschaft zwischen SPD und KPD in der Weimarer Zeit, die den Aufstieg der NSDAP begünstigte.

Ihre Briefe aus dem Gefängnis fanden in der Weimarer Republik über sozialistische Kreise hinaus eine breite Leserschaft.

Anfangs verehrte die junge Sowjetunion Rosa Luxemburg als eins ihrer besten Vorbilder und Verbündeten. Doch 1922 veröffentlichte Paul Levi ihren Gefängnisaufsatz zur Oktoberrevolution mit der scharfen Kritik an Lenins Partei- und Fraktionsverbot. Zugleich wurde bekannter, dass sie auch Lenins Imperialismustheorie nicht teilte. Dies wurde von deutschen Reformisten nun als antikommunistische Munition benutzt. Stalin schrieb ihr daraufhin 1931 die Erfindung von Trotzkis Theorie der „permanenten Revolution“ zu und unterstellte ihr damit nachträglich eine verschwörerische Feindseligkeit gegen Lenins Revolutionsversuch. Trotzki nahm sie dagegen 1932 in Schutz. Fortan wurden ihre Positionen im Staatskommunismus meist ablehnend als „Luxemburgismus“ bezeichnet.

Rosa Luxemburg hatte immer die Einheit und Selbsttätigkeit der Arbeiterklasse und die Abhängigkeit der Arbeiterorganisationen von dieser Basis betont, um deren Verselbstständigung zu verhindern. Doch seit 1927 verteufelten Sozialdemokraten und Kommunisten einander zunehmend mit Totalitarismus- bzw. Sozialfaschismus-Thesen. Wegen der engen Bindung der KPD an die Kommunistische Internationale unter Führung Stalins wies die SPD ihre späten Angebote an eine gemeinsame „Volksfront“ gegen die Harzburger Front der erstarkenden Rechtsparteien 1931 zurück.

Zugleich veränderte Stalin den Marxismus zu einer totalitären Herrschaftsideologie und Absicherung der Ein-Parteien-Diktatur mit bürokratisch-feudalistischen Zügen, Geheimpolizei-Terror, gewaltsam erzwungener Industrialisierung, Personenkult, Arbeitslagern und Deportationen. Mit Hitlers Machtergreifung 1933, der Niederlage der Gegner Francos im Spanischen Bürgerkrieg 1936 und Stalins „Säuberungen“ 1936 bis 1938 waren sämtliche Chancen für einen Demokratischen Sozialismus in Europa, wie ihn Rosa Luxemburg gewollt hatte, nachhaltig zerstört. Die von ihr befürchtete „Barbarei“ eines neuen Weltkriegs trat ein.

Rosa Luxemburgs Gesamtwerk wurde in der Deutschen Demokratischen Republik erst ab 1970 veröffentlicht. Schriften, die ihre Kritik an Lenin, ihre radikaldemokratische und tendenziell pazifistische Haltung zeigten, wurden dabei stets als „Irrtümer“ zensiert.

In einigen blockfreien Staaten wie dem früheren Jugoslawien unter Josip Broz Tito war der Todestag Rosa Luxemburgs ein gesetzlicher Feiertag. In den Demokratisierungsbewegungen und Reformanläufen im Ostblock spielte sie oft eine Rolle als Vorbild, auf das man sich gegen die eigenen Chefideologen berufen konnte. Je mehr die Opposition aber einen Systemwechsel anstrebte, desto mehr wurden der Marxismus insgesamt und damit auch Rosa Luxemburgs politische Ideen und Ziele abgelehnt.

Andererseits fand ihr Denken besonders in der „Neuen Linken“ der 1960er Jahre viele begeisterte Anhänger. Rudi Dutschke berief sich auf sie für sein Verständnis von Sozialismus als lebendiger, antiautoritärer, radikaler, von allen arbeitenden Menschen getragenen Demokratie, ebenso viele linke Intellektuelle in Frankreich. Aber auch Revolutionäre in Ländern der sogenannten „Dritten Welt“ bezogen sich auf ihren Marxismus, der nicht dem Kreml hörig sein und ihren Völkern eine Perspektive jenseits von Kapitalismus und sowjetischem Stalinismus eröffnen sollte. Auch die maoistische Volksrepublik China hat Rosa Luxemburg neuerdings rezipiert: Im November 2004 fand in Guangzhou ein Kongress zu ihrem Andenken statt.

Die nichtmarxistische Philosophin Hannah Arendt stützte sich in ihrer Untersuchung der Ursprünge und Elemente totaler Herrschaft auf die Imperialismustheorie Rosa Luxemburgs. Sie interpretierte den völkischen Nationalismus als Ausformung des kontinentalen Imperialismus, der den Antisemitismus rassistisch und den Rassismus antisemitisch werden ließ und in der Vernichtung der Juden und Slawen endete. Rosa Luxemburg war für Hannah Arendt auch ein positives Beispiel für die Weltzugewandtheit des Politischen: Für Rosa Luxemburg war die Welt von sehr großer Wichtigkeit, und sie interessierte sich überhaupt nicht für sich selbst. ... sie konnte sich mit der Ungerechtigkeit in der Welt nicht abfinden.

Die SPD hat ihr Verhältnis zu Rosa Luxemburg und zu Eberts Verhalten während der Novemberrevolution bis heute nicht geklärt. Mit dem Godesberger Programm schloss sie 1959 viele Hauptziele des Marxismus, die nach 1945 erneut plausibel erschienen waren, aus ihren Parteizielen aus. Willy Brandt und Erhard Eppler vertraten zwar auch einen „demokratischen Sozialismus“, verstanden darunter aber keine „Sozialisierung von Produktionsmitteln“ und internationale Überwindung von Klassenspaltung mehr. Nur die Jungsozialisten haben bis in die 1980er Jahre hinein marxistische Theoreme vertreten und sich dabei auch auf Rosa Luxemburg berufen. Parteilinke wie Peter von Oertzen haben die Rätebewegung der Novemberrevolution gründlich erforscht und kamen zu dem Ergebnis, dass diese Demokratisierung der Großbetriebe eine ungelenkte, aus der krisenhaften Zuspitzung der Verhältnisse geborene spontane Entwicklung war, die Rosa Luxemburgs Thesen von der „Spontaneität“ der Arbeiterklasse eindrucksvoll belegt habe.

Rosa Luxemburgs Leninkritik und ihr Satz von der Freiheit des Andersdenkenden wurde sowohl von SED-Dissidenten als auch von Bürgerrechtlern in der DDR in Anspruch genommen, um die Alleinherrschaft und Reformunfähigkeit der SED zu kritisieren. Er stand am 17. Januar 1988 auf einem Plakat von Demonstranten bei den jährlichen offiziellen Feierlichkeiten zu ihrem Todestag, was eine Verhaftungs- und Ausweisungswelle auslöste. Der Vorfall gilt als Vorbote der Friedlichen Revolution von 1989. Die 1990 gegründete Rosa-Luxemburg-Stiftung hat sich nach ihr benannt. Diese wurde 1992 von der Partei PDS als parteinahe Stiftung anerkannt und steht nach deren Zusammenschluss mit der WASG der Partei Die Linke nahe. Die Stiftung sieht Rosa Luxemburg als herausragende Vertreterin demokratisch-sozialistischen Denkens und Handelns in Europa.

Heute ist ihr Todesdatum Anlass der jährlich wiederkehrenden Liebknecht-Luxemburg-Demonstration in Berlin, an der ein breites Spektrum linksgerichteter Gruppen, Parteien und Einzelpersonen teilnimmt. Auch die Frauen-, die antimilitaristische Friedensbewegung, die Sozialistische Jugend und die Globalisierungskritiker finden in Rosa Luxemburg ein bedeutendes Vorbild. Dabei werden oft Einzelideen aus dem Gesamtkontext ihres Denkens und Handelns herausgelöst. Ihre Vision eines klassenbewussten Internationalismus, der der Selbstvernichtung der Völker im Zwang der Kapitalverwertung wirksam widersteht, gilt ihren Anhängern als unverändert aktuell und unerfüllt.

1969 produzierten Dieter Ertel und Gustav Strübel für den Süddeutschen Rundfunk das zweiteilige Dokumentarspiel „Der Fall Liebknecht-Luxemburg“, das die Hintergründe des Doppelmords an Karl Liebknecht und an Rosa Luxemburg behandelt. Für die Dokumentation interviewte Dieter Ertel Überlebende von 1919 und konnte den auch früheren Generalstabsoffizier Waldemar Pabst, der den Geheimbefehl zur Erschießung gegeben hatte, zu einem Interview bewegen.

1986 drehte Margarethe von Trotta den Film Rosa Luxemburg und gewann dafür den Bundesfilmpreis. Zudem erhielt Barbara Sukowa für die Titelrolle den Darstellerpreis auf dem Filmfestival in Cannes.

2008 wurde im GRIPS Theater Berlin ein Stück Rosa über Rosa Luxemburg uraufgeführt.

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Kanton Luxemburg

Lagekarte Kanton Luxemburg

Der Kanton Luxemburg besteht aus dem Kanton Luxemburg-Land und der Stadt Luxemburg. Er liegt im Süden des Großherzogtums Luxemburg und ist neben dem Kanton Mersch der einzige Kanton ohne nationale Außengrenze. Er grenzt im Norden an die Kantone Mersch und Grevenmacher, im Osten an den Kanton Remich, im Süden an den Kanton Esch-sur-Alzette und im Westen an den Kanton Capellen.

Der Kanton Luxemburg-Land umfasst zehn Gemeinden (Einwohnerzahlen vom 1. Januar 2008). Dazu kommt noch die Stadt Luxemburg.

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Flughafen Luxemburg

Luxembourg findel airport.jpg

Der internationale Flughafen Luxemburg, allgemein – jedoch nicht offiziell – nach einer benachbarten Ortschaft meist kurz Findel genannt, entwickelte sich ab 1945, wobei seine Anfänge bis in die 30er Jahre zurückreichen.

Er verfügt über eine 4000 m lange Landebahn in Richtung 06-24 und ist mit einem Instrument Landing System (ILS), einem VOR und einem Doppler-VOR-System (DVOR) ausgestattet. Ein weiterer DVOR steht in etwa 35 km Entfernung zum Flughafen unweit der Stadt Diekirch.

Nächstgelegene Oberzentren sind die Stadt Luxemburg, fünf Pkw-Minuten entfernt, und Trier, 25 Pkw-Minuten entfernt. Der Flughafen, den die Trierer gerne auch als „unseren“ Flughafen bezeichnen, war über Jahrzehnte der größte und einzige im Großraum.

Der Referenzcode des Flughafens, bestehend aus 2 Code-Elementen, der Code-Ziffer und des Code-Buchstaben, lautet 4 bzw. E.

Das bedeutet, dass die Referenzdistanz des Flugzeugs (die Länge der Piste, die es für Start und Landung braucht) 1800 m oder mehr, die Spannweite zwischen 52 m und 65 m und die Fahrwerkbreite zwischen 9 m und 14m betragen kann. Im Hinblick auf den neuen Airbus A380 müsste demnach eine Erweiterung des Code-Buchstaben auf F in Erwägung gezogen werden (65 m bis 80 m, respektiv 14 m bis 16 m).

Die Landerichtung 24 (240°) ist für die Betriebsbedingungen der 3. Kategorie ausgelegt und erlaubt Starts und Landungen auch bei geringsten Sichtweiten und Entscheidungshöhen. Auf dieser Seite der Landebahn existiert auch eine in die Landebahn eingelassene sogenannte "Touch Down"-Beleuchtung.

Beide Landerichtungen sind mit einem PAPI-System ausgestattet. Dabei handelt es sich um eine visuelle Landehilfe, die für einen 3-Grad-Anflugwinkel ausgelegt ist und die das Glide-Slope bzw. Glide-Path-System des ILS ergänzt.

Die 1992 errichtete Radaranlage wurde nach Beschluss des Ministerrates von September 2004 ersetzt, da einerseits die im Bau befindliche Wartungshalle der Firma Cargolux das alte Radar behindern würde und weil das alte System schon zu einem guten Teil veraltet war. Der Neubau der Radaranlage wurde im Juni 2007 fertiggestellt und soll während einer gewissen Zeit parallel zur alten Anlage betrieben werden.

Der Flughafen ist mit folgenden Rollwegen (Taxiway; Twy) bestückt: A, B1, B2, B3, B4, C, E, D1, D2, F, G, H, I. Die Bezeichnung des Rollweges I (India) ist allerdings umstritten, weil die Internationale Zivile Luftfahrtorganisation (ICAO) hier eine Verwechselungsgefahr mit der Zahl "1" sieht.

Im Zusammenhang mit dem Bau der Cargolux Maintenance Facility sollen ebenfalls die Rollwege H und I grundüberholt werden. Dabei soll insbesondere der Rollweg I schmaler gestaltet werden. Der Rollweg H (Hôtel) soll hingegen auf eine Breite von 25 m erweitert werden, was den Bedingungen für den Code-Buchstaben F entsprechen würde.

Der Flughafen Luxemburg wird von der Luftfahrtbehörde ANA (Administration de la navigation aérienne), die am 1.Januar 2008 aus der ehemaligen Flughafenverwaltung (Administration de l'Aéroport) hervorging, und der privaten Gesellschaft Société de l'Aéroport (Luxairport) verwaltet.

Erstere kümmert sich um Betrieb und Wartung der für die Luftfahrt benötigten technischen Installationen am Boden, als auch um die Kontrolle des Flugbetriebs und des Luftraums. Zudem betreibt sie die Flughafenfeuerwehr und eine Wetterbeobachtungs- und -vorhersagestation.

Letztere ist für Bau, Instandhaltung und Betrieb der restlichen, sprich nicht für Flugsicherung und Flugbetrieb genutzten Infrastruktur zuständig.

Die Luftfahrtbehörde ANA (Administration de la navigation aérienne) unterhält 8 Abteilungen. Diese sind: ADMIN (Verwaltung), OPS (Operations), ATC (Air Traffic Control), CNS (Communication, Navigation, Surveillance) , ELE (Elektrotechnik), SIS (Feuerwehr), ENT (Instandhaltung) und MET (Wetterdienst).

Die Straßenbauverwaltung (Ponts et Chaussées) hat ebenfalls eine von der Luftfahrtbehörde ANA unabhängige Brigade fest am Flughafen implantiert. Selbige untersteht jedoch nicht der Luftfahrtbehörde ANA. Außerdem unterhalten sowohl die Polizei als auch der Zoll eigenständige Abteilungen im Bereich des Flughafens.

Die Luftfahrtbehörde ANA betreibt auf dem Gelände des Flughafens ein eigenes Mittelspannungsnetz mit einer Nennspannung von 3000V. Ausgehend von einem zentralen Einspeisepunkt wird die von der luxemburgischen Stromgesellschaft CEGEDEL gelieferte 20kV-Spannung über 630kVA-Transformatoren auf 3kV heruntergespannt und im Ringnetz verteilt. Dabei werden insgesamt 8 Mittelspannungsstationen beliefert.

Lux-Airport wird daneben - nach Fertigstellung des sich augenblicklich im Bau befindenden Terminals, das den aus dem Jahre 1974 stammenden Terminal ersetzen wird - eine eigene Kraft-Wärme-Kopplungsanlage in Betrieb nehmen.

Die Bauarbeiten am neuen Terminal A, das für knapp drei Millionen Passagiere und damit doppelt so viele wie derzeit ausgelegt ist, laufen seit 2005. Die Kosten dafür belaufen sich auf insgesamt 322 Millionen Euro (Terminal A, BHKW, Tiefgarage und Eisenbahntunnel). Die Inbetriebnahme des neuen Terminal A war am 21. Mai 2008. Laut Meinung der Kritiker benötigt Luxemburg einen Flughafen dieser Dimension nicht. Paul Helminger, Bürgermeister der Stadt Luxemburg, warnte bereits davor, zu glauben, "nur weil wir eine vier Kilometer lange Landebahn haben, die noch nicht ausgelastet ist, müssten wir sie auslasten". Insbesondere vor dem Hintergrund, dass die nationale Fluglinie Luxair umstrukturiert und dabei möglicherweise auch verkleinert werden wird, scheint der Neubau als überdimensioniert und zu teuer.

Einen weiteren Image-Schaden hat der Flughafen durch die erneute Kontrolle von luxemburgischen Transit-Passagieren am Flughafen Saarbrücken erlitten.

Weitere luxemburgische Flugplätze sind Graspisten in Noertrange bei Wiltz im Norden und Useldange im Westen .

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Source : Wikipedia