Ludwigshafen am Rhein

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Geschrieben von bishop 30/04/2009 @ 18:11

Tags : ludwigshafen am rhein, rheinland-pfalz, deutschland

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Ludwigshafen am Rhein

Wappen der Stadt Ludwigshafen am Rhein

Ludwigshafen am Rhein ist nach Mainz die zweitgrößte Stadt in Rheinland-Pfalz und die zweitgrößte Stadt der Metropolregion Rhein-Neckar.

Am linken Rheinufer gegenüber der baden-württembergischen Schwesterstadt Mannheim gelegen, ging Ludwigshafen einst aus der ehemaligen Mannheimer Rheinschanze hervor. Heute ist die Stadt vor allem als Sitz der BASF bekannt.

Ludwigshafen ist eine kreisfreie Stadt und gleichzeitig Verwaltungssitz des die Stadt umgebenden Rhein-Pfalz-Kreises (bis 2003 Landkreis Ludwigshafen). Sie ist eines der fünf Oberzentren des Landes Rheinland-Pfalz. Weitere nähergelegene Großstädte sind Heidelberg (etwa 25 km südöstlich), Karlsruhe (etwa 50 km südlich) und Mainz (etwa 60 km nördlich).

Die Einwohnerzahl der Stadt überschritt um das Jahr 1925 die Grenze von 100.000, wodurch sie innerhalb eines Jahrhunderts seit ihrer Gründung im Jahr 1853 zur Großstadt wurde. Heute liegt sie auf Platz 46 unter den deutschen Großstädten (etwa in der gleichen Größe wie Saarbrücken, Herne, Mülheim an der Ruhr, Osnabrück, Solingen und Leverkusen).

Ludwigshafen liegt in den Auen am linken Rheinufer des Oberrheingrabens, gegenüber der Mündung des Neckars in den Rhein.

Ludwigshafen hat ein sehr mildes und trockenes Klima. Im Sommer wird es, durch die Nähe zum Rhein, oft überdurchschnittlich drückend schwül. Außerdem suchen in dieser Jahreszeit stärkere Unwetter die Stadt heim, die vom Süd-Westen bis Westen herankommen. Die bisherige Höchsttemperatur wurde im August während der Hitzewelle 2003 erreicht und betrug 40,1 Grad. Das höchste Monatsmittel wurde im Juli 2006 mit 25,18 Grad gemessen. Die Norm ist ca. 20 Grad. Am 11. August 2006 wurde im Landkreis Ludwigshafen (Rhein-Pfalz-Kreis) nähe Maxdorf ein Tornado bzw. Funnel beobachtet. Die Jahresdurchschnittstemperatur beträgt 11,2 Grad.

Mannheim (Stadtkreis in Baden-Württemberg), Altrip, Neuhofen, Limburgerhof, Mutterstadt sowie Fußgönheim und Maxdorf (Verbandsgemeinde Maxdorf) (alle zum Rhein-Pfalz-Kreis gehörig) und Frankenthal (Pfalz) (kreisfreie Stadt).

Das Stadtgebiet von Ludwigshafen ist gemäß § 2 der Hauptsatzung der Stadt Ludwigshafen in zehn Ortsbezirke gegliedert.

In jedem Ortsbezirk gibt es einen aus 7 bis 15 Mitgliedern bestehenden Ortsbeirat und einen Ortsvorsteher. Sie werden für fünf Jahre gewählt. Die nächste Wahl ist im Jahr 2009. Die Ortsbeiräte sind zu wichtigen, den Ortsbezirk betreffenden Angelegenheiten zu hören. Die endgültige Entscheidung über eine Maßnahme obliegt dann jedoch dem Gemeinderat der Gesamtstadt Ludwigshafen am Rhein.

Die Ortsbezirke sind zum Teil in weitere Stadtteile beziehungsweise statistische Bezirke untergliedert. Diese Einteilung dient lediglich statistischen Zwecken.

Der Raum Ludwigshafen ist bereits seit sehr früher Zeit besiedelt. Im Bereich des Ortsteils Rheingönheim existierte das Römerkastell Rufiniana. Durch die Gemarkung der Ortsteile Maudach und Oggersheim führte die wichtige Römerstraße von Speyer nach Worms.

1607 gründete Kurfürst Friedrich IV. von der Pfalz am Westufer des Rheins die Mannheimer Rheinschanze als Brückenkopf der Festung Mannheim. Sie wurde nach der Neugründung der Stadt Mannheim 1720 weiter ausgebaut. Die Festung wurde zwischen 1799 und 1804 von französischen Truppen geschleift.

1811 entstand an dieser Stelle ein privater Schiffslandeplatz am Rhein. Nach dem Wiener Kongress 1815 kam die links des Rheins gelegene Pfalz zu Bayern, die rechts des Rheins gelegene Pfalz mit der ehemaligen Hauptstadt Mannheim zu Baden. Das Gebiet der späteren Stadt Ludwigshafen gehörte somit zunächst zum Distrikt beziehungsweise Kanton Mutterstadt des Landkommissariats Speyer im Rheinkreis.

Ab 1820 entstand auf dem Gelände ein privates Handelshaus, das 1843 vom bayerischen Staat erworben wurde. Dieser benannte es zu Ehren von König Ludwig I. von Bayern in Ludwigshafen um und unterstützte die rasche Aufsiedelung als Gegenpol zur badischen Stadt Mannheim. Neun Jahre später wurde die aufstrebende Siedlung zu einer selbständigen Gemeinde innerhalb des Landkommissariats Speyer, heute einem Landkreis vergleichbar, erklärt, die mit Wirkung vom 14. April 1853 formell errichtet wurde. Ihre Gemarkungsfläche betrug 366 ha, die sie wie folgt erhielt: 240 ha von der Gemeinde Friesenheim und 126 ha von der Gemeinde Mundenheim. Beide Orte wurden später eingemeindet.

Am 8. November 1859 wurde die Gemeinde Ludwigshafen zur Stadt erhoben und bildete ab 1860 einen eigenen Distrikt innerhalb des Landkommissariats Speyer. Am 8. Mai 1865 wurde die Konzession zur Ansiedelung der Firma BASF erteilt. Diese Firma war kurz zuvor als Badische Anilin- und Sodafabrik errichtet worden, hatte aber vom Mannheimer Gemeinderat kein Gelände zugebilligt bekommen, weshalb die „badische“ Firma nach Ludwigshafen in die Pfalz übersiedelte. Aus ihr wurde später ein weltweit operierender Konzern, der das Gesicht der Stadt und deren Geschichte bis heute nachhaltig prägt; die Bezeichnung „Aniliner“ entstand.

1882 erhielt die Stadt zur Unterscheidung von gleichnamigen anderen Orten den Namenszusatz „am Rhein“, und 1886 wurde das bisherige Landkommissariat Speyer in ein Bezirksamt umgewandelt und gleichzeitig geteilt. Damit wurde Ludwigshafen Sitz eines eigenen Bezirksamtes, aus dem später der Landkreis Ludwigshafen (heute Rhein-Pfalz-Kreis) hervorging.

1891 wurde die nördlich der Stadt gelegene Gemeinde Friesenheim eingegliedert. Es folgten bis 1974 weitere Eingemeindungen.

1920 wurde Ludwigshafen kreisunmittelbar, das heißt es schied aus dem Landkreis Ludwigshafen aus, blieb aber zunächst noch unter der Finanzhoheit des Landkreises. Der Bürgermeister erhielt den Titel Oberbürgermeister. 1925 wurde Ludwigshafen Großstadt.

Im Zweiten Weltkrieg wurde Ludwigshafen zusammen mit Mannheim mit seinen kriegswichtigen Industrien einer der am meisten bombardierten Ballungsräume in Süddeutschland. Über 80 Prozent der Bebauung im Innenstadtbereich werden durch die 124 zum Teil verheerenden Luftangriffe völlig zerstört. Während des Zweiten Weltkriegs werden in Ludwigshafen etwa 50.000 ausländische Arbeitskräfte und Kriegsgefangene zur Zwangsarbeit herangezogen. Ohnehin schon harten Arbeits- und Lebensbedingungen ausgesetzt – dies gilt vor allem für die sogenannten Ostarbeiter – hatten die Zwangsarbeiter besonders zu leiden unter den Auswirkungen der Bombardements. Aufgrund der unterschiedlichen Politik der Besatzungsmächte im besetzten Deutschland dauerte es in Ludwigshafen im Vergleich zu anderen Städten relativ lange, bis der Wiederaufbau voll ins Rollen kam. Die Stadt wurde eilig im einfachen Stil wiederaufgebaut, mit dem Ziel, dem akuten Wohnraummangel auch in der Innenstadt zu begegnen. Daher fehlt es im Stadtbild fast überall an repräsentativer Bebauung sowie an großen Kaufhäusern.

Am Nachmittag des 23. Juli 1948 ereigneten sich mehrere Explosionen in der Sodafabrik Ludwigshafen, eines der größten Werke der früheren IG-Farben. Die Zahl der Todesopfer betrug etwa 200 bis 250, während die Zahl der Verletzten etwa 1.000 erreichte.

Verkehrstechnisch wurden in den 1960er Jahren Projekte in gewagterer Größenordnung umgesetzt. Neben der Bahnhofsverlegung und der Auflassung der Bahnanlagen zwischen den Stadtteilen Nord und Mitte verwirklichte das Projekt Visitenkarte den Bau von Hochstraßen nach amerikanischem Vorbild.

Im Zuge der rheinland-pfälzischen Gebietsreform wurde 1974 die Gemeinde Ruchheim eingegliedert. Damit erreichte das Stadtgebiet seine heutige Ausdehnung.

1997 stellte sich die Stadt mit AnschLUss 2000 nach dem Projekt Visitenkarte der zweiten großen städtebaulichen Herausforderung. Das Vorhaben umschloss unter anderem die Umgestaltung des Berliner Platzes und dessen Anbindung an den Rhein, den Bau einer zweiten Eisenbahnbrücke und des S-Bahn-Haltepunkts LU-Mitte am Berliner Platz sowie den Bau des Einkaufcenters Walzmühle im Süden der Innenstadt. Die einzelnen Vorhaben sind 2006 weitestgehend verwirklicht worden.

Am 3. Februar 2008 ereignete sich in Ludwigshafen ein schwerer Hausbrand, bei dem neun Aleviten türkischer Abstammung ums Leben kamen. In der Folge war das deutsch-türkische Verhältnis belastet, da es Gerüchte um eine mögliche Brandstiftung sowie um zu langsame Hilfe durch die Feuerwehr gab.

Bis Ende 2010 soll die Innenstadt durch den Bau eines neuen Stadtquartiers auf dem Gelände des ehemaligen Zollhofhafens (Einkaufszentrum Rhein-Galerie Ludwigshafen, Stadtplatz mit Verlängerung und Ausbau der bestehenden Rheinpromenade, Gastronomie, Veranstaltungshalle im ersten Bauabschnitt, in einem zweiten kommen ein Hotel sowie ein Wellnessangebot hinzu) wieder an den Rhein gebracht werden. Investor des 220-Millionen-Euro-Projektes ist das Hamburger ECE Projektmanagement, welche das fertige Einkaufszentrum auch betreiben wird. Baustart war, nachdem der entsprechende Bebauungsplan vom Stadtrat verabschiedet und der Bauantrag genehmigt wurde, am 17. Juni 2008.

Die Neugestaltung des Zollhofs ist Teil des Stadtumbauprogramms "Heute für Morgen".

Bei Gründung der Gemeinde Ludwigshafen 1853 umfasste das Gemeindegebiet lediglich 366 ha.

1888 hatte Ludwigshafen 25.000 Einwohner, bis 1899 verdoppelte sich diese Zahl auf mehr als 50.000. Im Jahre 1921 überschritt die Einwohnerzahl der Stadt die Grenze von 100.000, wodurch sie zur Großstadt wurde. 1965 erreichte die Bevölkerungszahl mit rund 180.000 ihren historischen Höchststand. Am 31. Dezember 2006 betrug die „Amtliche Einwohnerzahl“ für Ludwigshafen nach Fortschreibung des Statistischen Landesamtes Rheinland-Pfalz 163.560 (nur Hauptwohnsitze und nach Abgleich mit den anderen Landesämtern). Der Ausländeranteil lag bei 21,1 Prozent.

Das Gebiet der Stadt Ludwigshafen gehörte zur Pfalz und war damit überwiegend ein evangelisches Gebiet. Doch zogen schon kurz nach Gründung der Gemeinde auch römisch-katholische Bewohner zu, so dass beide Konfessionen relativ ausgewogen vertreten waren.

Die evangelischen Bewohner gehörten anfangs zu den Kirchengemeinden Oggersheim beziehungsweise Frankenthal (Pfalz), bevor sie 1862 ihre erste eigenständige Kirchengemeinde erhielten. 1913 wurde das evangelische Dekanat Ludwigshafen innerhalb der Evangelischen Kirche der Pfalz (Protestantische Landeskirche) gegründet, zu dem heute alle evangelischen Kirchengemeinden der Stadt gehören, es sei denn, sie sind Glieder einer Freikirche.

Die römisch-katholischen Bewohner gehörten anfangs zu den Pfarreien Friesenheim, Mundenheim und Oppau, bevor sie 1857 ihre erste eigenständige Pfarrei erhielten. Um 1913 entstand das katholische Stadtdekanat Ludwigshafen innerhalb der Diözese Speyer, zu der heute alle katholischen Pfarrgemeinden der Stadt gehören.

1891 gründete Joseph Queva, nach dem wegen seines Einsatzes in Gewerkschaft und Politik ein Platz in Oggersheim benannt wurde, in Ludwigshafen eine freireligiöse Gemeinde. 1926 erhielt die Gemeinde die Körperschaftsrechte. Vom nationalsozialistischen Regime wurde sie am 5. April 1933 verboten. 1946 konnte sie wiedergegründet werden. Seit 1952 hat sie einen Feierraum und ihre Geschäftsstelle im Johannes-Ronge-Haus. Dort hat auch die Freireligiöse Landesgemeinde Pfalz, K.d.ö.R., ihren Sitz.

Durch Einwanderer kamen in der Zeit seit dem Zweiten Weltkrieg auch andere Religionen – vor allem der Islam – hinzu.

An der Spitze der Gemeinde (beziehungsweise Stadt) Ludwigshafen stand seit Gründung der Kommune 1853 ein ehrenamtlicher, ab 1896 ein hauptamtlicher Bürgermeister, der ab 1920 den Titel Oberbürgermeister erhielt.

Der Stadtvorstand setzt sich aus dem Oberbürgermeister und den Dezernenten zusammen. Hier vollzieht sich die interne Willensbildung der Verwaltung. Die Dezernenten werden vom Stadtrat auf die Dauer von acht Jahren gewählt.

Die Fraktionen von CDU und SPD arbeiten seit 2001 im Rat zusammen, haben allerdings keine offizielle Koalition gebildet.

Das Wappen der Stadt Ludwigshafen zeigt in Rot einen gesenkten goldenen Anker. Die Stadtfarben sind Rot-Gelb-Rot.

Der Anker als Symbol der Schifffahrt soll die Stadt am Rheinhafen versinnbildlichen. Das heutige Wappen wurde am 14. September 1937 vom Reichsstatthalter in Bayern genehmigt. Der Anker war auch im ersten Wappen der Stadt aus dem Jahre 1853 abgebildet. Mit der Eingemeindung von Nachbarorten veränderte sich auch das Wappen, und zwar 1895 und dann erneut 1900. Die damaligen Wappen zeigten einen vierteiligen Wappenschild mit Anker, Rauten und Spaten beziehungsweise Anker, Rauten, Spaten und Schlüssel. 1937 reduzierte man das Wappenbild wieder auf den Anker allein. Die Stadtfarben, die sich üblicherweise von den Wappenfarben ableiten, wurden erst 1895 offiziell genehmigt.

Mit Gaziantep (Türkei) schloss Ludwigshafen 2009 einen Freundschaftsvertrag.

Die Arbeitslosenquote lag im Oktober 2007 bei 9,4 %.

In Ludwigshafen befindet sich der Stammsitz der BASF, die hier den größten zusammenhängenden Chemiestandort der Welt – gegliedert in mehr als 300 Einzelbetriebe – betreibt. Im Umfeld der BASF und durch Ausgründungen haben sich weitere Chemieunternehmen wie z. B. BK Giulini GmbH & Co. KG, die DyStar GmbH & Co. KG und die Raschig GmbH angesiedelt. Die Abbott GmbH entstand aus der Knoll AG, der früheren Pharmasparte der BASF.

Durch das nördliche Stadtgebiet führt die Bundesautobahn 6 Saarbrücken-Nürnberg. Im Westen der Stadt führt die Bundesautobahn 61 Speyer-Koblenz vorbei. Ferner beginnen hier die A 65 in Richtung Neustadt an der Weinstraße und die A 650 in Richtung Bad Dürkheim. Folgende Bundesstraßen führen durch das Stadtgebiet: von Süden nach Norden die B 9, in Richtung Westen die B 37 nach Bad Dürkheim und in Richtung Süden die B 44.

Dem Hauptbahnhof, 1969 als „modernster Bahnhof Europas“ eingeweiht, macht seit Dezember 2003 der Haltepunkt LU-Mitte Konkurrenz. Außerdem gibt es Stadtteilbahnhöfe in Oggersheim, Mundenheim und Rheingönheim sowie drei Werksbahnhöfe (BASF-Süd, BASF-Mitte, BASF-Nord) auf dem Gelände der BASF.

Seit 14. Dezember 2003 erschließt die S-Bahn RheinNeckar den gesamten Rhein-Neckar-Raum mit Linien, die bis in die Westpfalz, den Odenwald und nach Südhessen führen.

Den öffentlichen Personennahverkehr in Ludwigshafen versorgen mehrere Straßenbahn- und Buslinien der RNV. Alle öffentlichen Verkehrsmittel sind zu einheitlichen Preisen innerhalb des Verkehrsverbunds Rhein-Neckar (VRN) zu benutzen. Zusätzlich gibt es in Ludwigshafen ein wachsendes Carsharing-Angebot. Kooperationen des Verkehrsverbundes und der RNV mit Stadtmobil ermöglichen Besitzern von ÖPNV-Jahresabonnements die besonders günstige Nutzung von Carsharing.

In den 1970er Jahren plante man den Bau des U-Bahn-Netzes Mannheim-Ludwigshafen, das jedoch aus Kostengründen nie vollendet wurde. Die bis dahin gebauten U-Bahn-Stationen werden heute von normalen Straßenbahnen bedient. Die Bahnsteighöhe beträgt 35 cm, geplant waren 80–90 cm hohe Bahnsteige und 80 m lange U-Bahn-Stationen. Unterirdische und Hochbahn-Stationen in Ludwigshafen: Hauptbahnhof, Rathaus-Center B-Ebene, Rathaus-Center C-Ebene, Danziger Platz, Hemshofstraße, Ostausgang (Hauptbahnhof) und Gartenstraße.

Mit dem Rheinhafen hat die Stadt den größten und leistungsstärksten Hafen in Rheinland-Pfalz. Mit einem Güterumschlag von 7,1 Mio. Tonnen im Jahr 2005 ist er einer der bedeutendsten Binnenhäfen der Bundesrepublik.

Für Veranstaltungen der Stadt Ludwigshafen ist die Ludwigshafener Kongress- und Marketinggesellschaft mbH (Lukom) verantwortlich, häufig in Zusammenarbeit mit dem Marketing-Verein Ludwigshafen e. V.

Der Marketing-Verein wurde am 15. Juli 1998 als konsequente Weiterführung eines integrierten Stadtmarketing-Prozesses gegründet. Er ist ein Zusammenschluss von Vertretern zahlreicher Institutionen und von interessierten Bürgern der Stadt Ludwigshafen. Mittlerweile hat der Marketing-Verein 133 Mitglieder, davon 54 Einzelpersonen, 79 Firmen und Verbände. Die Zusammensetzung des Vorstandes und der Mitglieder zeigt die breite Akzeptanz und die Unterstützung durch die Institutionen. Vorsitzende des Vereins ist Oberbürgermeisterin Dr. Eva Lohse, Ulrich Gaißmayer ist Geschäftsführer.

Ludwigshafen ist Sitz von Radio RPR, dem ältesten privaten Rundfunksender Südwestdeutschlands, und der Landeszentrale für Medien und Kommunikation Rheinland (LMK) Pfalz. Zudem betrieb hier der Jugendsender BigFM sowie der Offene Kanal ein Studio.

Der Südwestfunk und später der Südwestrundfunk betrieb in der Stadt das Studio Ludwigshafen. Das SWR-Studio Ludwigshafen besteht auch heute noch, es befindet sich inzwischen jedoch auf der anderen Rheinseite in Mannheim, in einer Studiogemeinschaft mit dem SWR-Studio Mannheim.

Als Tageszeitung erscheint die Hauptausgabe der Rheinpfalz, einer Regionalzeitung mit zahlreichen Lokalausgaben in der ganzen Pfalz in einer Gesamtauflage von 250.000 Exemplaren. Außerdem erscheint immer mittwochs die Ausgabe des Ludwigshafener Wochenblatts.

In Ludwigshafen startete am 1. Januar 1984 mit dem Kabelpilotprojekt Ludwigshafen das Privatfernsehen und somit das duale Rundfunksystem in Deutschland. Aus einem Kellerstudio nahm der Sender PKS seinen Sendebetrieb auf, aus dem ein Jahr später Sat.1 wurde. Heute strahlt das Rhein-Neckar-Fernsehen aus Mannheim Regionalthemen aus.

Die nächstgelegene Universität ist die Universität Mannheim auf der gegenüberliegenden Rheinseite.

Die alljährliche „Lange Nacht der Museen“ (gemeinsam mit Mannheim und Heidelberg) gilt nach Berlin als zweitgrößte Veranstaltung dieser Art in Deutschland.

Der Spitzname, den die Stadt Ludwigshafen im 19. Jahrhundert von den Bewohnern der Umgebung, vor allem denen der Nachbarstadt Mannheim, erhalten hat ist Lumpenhafen, pfälzisch Lumbehafe. „Lump“ spielte auf die Arbeiterbevölkerung des jungen Industriestandorts an, die für proletarischer angesehen wurde als z. B. das Bürgertum Mannheims.

Ludwigshafen hat 27 Mal die Ehrenbürgerwürde verliehen, wovon sieben 1945 für ungültig erklärt wurde. Die Jahreszahlen geben den Zeitpunkt der Verleihung wieder.

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Einwohnerentwicklung in Ludwigshafen am Rhein

Bevölkerungsentwicklung von Ludwigshafen

Dieser Artikel gibt die Einwohnerentwicklung von Ludwigshafen am Rhein tabellarisch und graphisch wieder.

Die Einwohnerzahl im Gebiet von Ludwigshafen betrug im Mittelalter und der frühen Neuzeit unter hundert Personen. Sie wuchs nur langsam und ging durch die zahlreichen Kriege, Seuchen und Hungersnöte immer wieder zurück. Bis 1852 war die Bevölkerungszahl auf 1.520 gestiegen, was König Maximilian II. veranlasste, Ludwigshafen die Rechte einer Gemeinde zu verleihen. Am 8. November 1859 wurde die Gemeinde Ludwigshafen zur Stadt erhoben.

Am 8. Mai 1865 erhielt die Firma BASF die Konzession zur Ansiedelung, die das Gesicht der Stadt und deren Geschichte bis heute nachhaltig prägt. Mit dem Beginn der Industrialisierung wuchs die Bevölkerung der Stadt sehr schnell. Lebten 1867 erst knapp 5.000 Menschen in der Stadt, so waren es 1900 bereits 62.000. Im Jahre 1921 überschritt die Einwohnerzahl der Stadt die Grenze von 100.000, wodurch sie zur Großstadt wurde. Eingemeindungen am 1. April 1938 brachten einen Zuwachs von rund 27.000 Personen auf 135.503 Einwohner.

Im Zweiten Weltkrieg war Ludwigshafen mit seinen kriegswichtigen Industrien einer der am meisten bombardierten Ballungsräume in Süddeutschland. Über 80 Prozent der Bebauung im Innenstadtbereich wurden durch die 124 zum Teil verheerenden Luftangriffe der alliierten Streitkräfte völlig zerstört. Am 23. März 1945 nahmen US-amerikanische Truppen die Stadt ein. Am 10. Juli 1945 wurden diese von der französischen Besatzungsmacht abgelöst. Die Bevölkerungszahl sank im Verlauf des Krieges von 144.425 im Mai 1939 auf 55.480 im Mai 1945.

Im Jahre 1956 hatte die Stadt durch Kriegsheimkehrer und Flüchtlinge wieder so viele Einwohner wie vor dem Krieg. 1965 erreichte die Bevölkerungszahl mit 179.155 ihren historischen Höchststand. Am 31. Dezember 2007 betrug die „Amtliche Einwohnerzahl“ für Ludwigshafen nach Fortschreibung des Statistischen Landesamtes Rheinland-Pfalz 163.777 (nur Hauptwohnsitze und nach Abgleich mit den anderen Landesämtern).

Die folgende Übersicht zeigt die Einwohnerzahlen nach dem jeweiligen Gebietsstand. Dabei handelt es sich um Volkszählungsergebnisse (¹) oder amtliche Fortschreibungen der Stadtverwaltung (bis 1970) und des Statistischen Landesamtes (ab 1971). Die Angaben beziehen sich ab 1843 auf die „Zollabrechnungsbevölkerung“, ab 1871 auf die „Ortsanwesende Bevölkerung“, ab 1925 auf die Wohnbevölkerung und seit 1987 auf die „Bevölkerung am Ort der Hauptwohnung“.

In ihrem 2006 publizierten „Wegweiser Demographischer Wandel 2020“, in dem die Bertelsmann Stiftung Daten zur Entwicklung der Einwohnerzahl von 2.959 Kommunen in Deutschland liefert, wird für Ludwigshafen ein Rückgang der Bevölkerung zwischen 2003 und 2020 um 3,6 Prozent (5.825 Personen) vorausgesagt.

Die größten Gruppen der melderechtlich in Ludwigshafen registrierten Ausländer kamen am 31. Dezember 2006 aus der Türkei (10.312), Italien (5.960), Serbien (2.383), Griechenland (2.121), Polen (1.488), Irak (1.422) und Kroatien (1.302).

Die folgende Übersicht zeigt die Altersstruktur vom 31. Dezember 2006 (Hauptwohnsitze).

Die Einwohnerzahlen beziehen sich auf den 31. Dezember des jeweiligen Jahres (Haupt- und Nebenwohnsitze).

Die folgende Übersicht zeigt die Entwicklung von Geburten und Sterbefällen in Ludwigshafen in ausgewählten Jahren seit 1995.

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Wohnhausbrand in Ludwigshafen am Rhein

Zwei Tage nach dem Brand

Bei einem Wohnhausbrand in Ludwigshafen am Rhein am 3. Februar 2008 kamen neun Menschen ums Leben, 60 Personen wurden verletzt; das rund 100 Jahre alte Gebäude am Danziger Platz wurde weitgehend zerstört.

Der Brand gilt als schwerstwiegendes Hausbrandereignis in Ludwigshafen nach dem Zweiten Weltkrieg. Besonderes Aufsehen erregte der Brand auch, weil es sich bei den Toten, vier Frauen und fünf Kindern, ausschließlich um Türken und türkischstämmige Deutsche handelte. So kam es zu Spekulationen, es könne sich um einen Brandanschlag aus ausländerfeindlichen Motiven handeln. Die Ermittler schlossen diese Möglichkeit am Ende jedoch aus. Dem Brand wurden noch Monate nach dem Ereignis Reportagen in Funk und Fernsehen gewidmet, so die WDR-Reportage Das Feuer von Ludwigshafen – Vorm Flammentod gerettet (Ende 2008).

Der Brand wurde um 16:24 Uhr, unmittelbar nach dem Ende des gemeinsamen Ludwigshafener und Mannheimer Fastnachtsumzuges, bemerkt. Dieser Umzug fand 2008 in Ludwigshafen statt und zog in der Nähe des Gebäudes vorbei. Dadurch konnte rasch nach Ausbruch des Brandes Hilfe durch Polizei und Feuerwehr geleistet werden. Die ersten Einsatzfahrzeuge der Feuerwehr Ludwigshafen waren um 16:27 Uhr – nur zwei Minuten nachdem der erste Notruf eingegangen war – am Brandort. Die ersten Rettungsaktionen wurden von der Polizei durchgeführt, die den Fastnachtszug begleitet hatte.

Um 16:30 schlugen bereits Flammen aus dem Dach. Der Brand zerstörte sehr schnell das hölzerne Treppenhaus, sodass eine Flucht aus den oberen Stockwerken über die Treppe nicht möglich war. Im Hausflur abgestellte Gegenstände erschwerten die Rettungsarbeiten. Über Leitern und eine Drehleiter konnten 47 Menschen gerettet werden. Teilweise sprangen Bewohner aus Verzweiflung in die Tiefe. Die meisten Todesopfer hielten sich im dritten Obergeschoss auf. Von diesem Stockwerk gibt es ein Pressefoto, das um die Welt ging und zeigt, wie aus Verzweiflung ein Säugling aus dem Fenster geworfen wird. Der Säugling wurde von einem Polizisten aufgefangen und überlebte den Brand.

Nur drei bis vier Minuten lang konnte die Feuerwehr in das Gebäude eindringen, ehe es dort zu gefährlich wurde. Außerdem wurden die Löscharbeiten dadurch behindert, dass der Wasserdampf die im Haus verbliebenen Personen zusätzlich gefährdet hätte.

In der Türkei erhielt das Ereignis besondere mediale Aufmerksamkeit, weil das Haus fast ausschließlich von türkischen Aleviten bewohnt wurde und es später Aussagen gab, die auf einen Anschlag hindeuten. Nachdem es am Tag der Katastrophe noch keine Hinweise auf Brandstiftung gab, wurden in der deutschen und türkischen Presse verschiedene Möglichkeiten als Brandursache genannt. Diese umfassen einen technischen Defekt, Fahrlässigkeit oder die Brandstiftung durch deutsche Rechtsextremisten. Am Haus fanden Ermittler nach dem Brand SS-Runen (Hass), die jedoch, wie sich im Laufe der Ermittlungen herausstellte, älterer Herkunft waren. Auch wohnt ein stadtbekannter Neonazi-Führer in unmittelbarer Nachbarschaft des Unglücksortes. Genauso wenig konnte zu jenem Zeitpunkt ein Anschlag durch extremistische türkische Kreise oder ultraorthodoxe Sunniten gegen Aleviten ausgeschlossen werden. Im Erdgeschoss befand sich ein leer stehendes Lokal, auf das im August 2006 ein Anschlag mit Brandsätzen verübt worden war.

Zwei kleine Mädchen, die einen Mann beim Zündeln beobachtet haben wollen, wurden vernommen. Eines der geretteten Kinder will nach Angaben eines Notarztes zudem einen lauten Knall gehört haben. Aufgrund widersprüchlicher Aussagen der Kinder in der polizeilichen Befragung konnten deren Angaben nicht wie erhofft für die Erstellung eines Phantombildes genutzt werden. Alle Aussagen und Spuren wurden von der Polizei dokumentiert, um ggf. wieder auf sie zurückgreifen zu können.

Die Polizei in Ludwigshafen wird aufgrund des besonderen öffentlichen Interesses an der Aufklärung des Falles durch Ermittler des Bundeskriminalamtes (BKA), des Rheinland-pfälzischen Landeskriminalamtes (LKA) sowie durch türkische Brandermittler unterstützt.

Alle neun Opfer aus Ludwigshafen sind von Deutschland in die Türkei überführt und in der Stadt Gaziantep beigesetzt worden.

Ergebnisse der Sachverständigen deuten darauf hin, dass der Brandherd nicht im Erdgeschoss, sondern im Keller des Hauses zu vermuten ist.

Am 28. Februar informierten die Ermittlungsbehörden über den Zwischenstand ihrer Ermittlungen. Danach gilt ein Schwelbrand unter der Kellertreppe, dessen Ursache noch unklar ist, als Brandursache. Hinweise auf Brandbeschleuniger fanden sich während der Ermittlungen nicht. Ein technischer Defekt wird ausgeschlossen.

Am 4. März teilte die Staatsanwaltschaft in einer Pressekonferenz einen weiteren Zwischenstand mit. Demnach gelten technische Brandursachen als ausgeschlossen. Hinweise auf einen fremdenfeindlichen Anschlag gäbe es ebenfalls nicht, so dass als wahrscheinlichste Brandursache fahrlässiges Handeln angenommen wird. Die ursprünglichen Aussagen der beiden Mädchen, die zunächst als mögliche Augenzeugen einer Brandstiftung angesehen wurden, hätten sich im Zuge weiterer psychologischer und polizeilicher Befragungen als unrichtig herausgestellt.

Am 23. Juli 2008 gab die Staatsanwaltschaft die Einstellung der Ermittlungen bekannt. Die Ursache bleibt ungeklärt. Brandstiftung oder ein Brandanschlag könne mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ausgeschlossen werden. Die Staatsanwaltschaft geht von Fahrlässigkeit aus. Der Brand sei an der Holztreppe durch eine Wärmequelle ausgebrochen, die zu einem Schwelbrand geführt habe. Die Theorie, dass defekte Stromleitungen den Brand ausgelöst haben könnten, bestätigte sich nicht, da sich am Brandherd keine Elektrokabel oder -geräte befanden.

Zahlreiche deutsche und türkische Politiker wie der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Kurt Beck, die im Wahlkreis Ludwigshafen/Frankenthal in den Deutschen Bundestag gewählte Migrationsbeauftragte der Bundesregierung Maria Böhmer oder der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdoğan besuchten den Brandort und sprachen den Trauernden ihr Beileid aus.

Türkische Medien lancierten schnell den Verdacht, es könne sich um einen Brandanschlag handeln und gaben Berichte wieder, nach denen die deutsche Polizei und Feuerwehr nicht schnell genug gehandelt hätten. Türkische Medien behaupten fälschlich, dass die Rettungskräfte 20 Minuten gebraucht hätten, bis sie am Unfallort eintrafen. Dies sorgte für Unruhe in der türkischen Gemeinde Ludwigshafens und führte dazu, dass ein Feuerwehrmann an seinem Wohnort Limburgerhof von einem 37-jährigen Türken in einer Gaststätte geschlagen wurdeund Mitarbeiter des Technischen Hilfswerks (THW) beim Aufräumen bespuckt wurden. Der Ludwigshafener Polizeipräsident Wolfgang Fromm regte daraufhin an, womöglich Personenschutz für die Feuerwehrleute bereitstellen zu wollen und sagte: „Es geht nicht an, dass diese Menschen beleidigt, bedroht und bespuckt werden.“ Hier würden Retter zu Tätern gemacht.

Die Stimmung beruhigte sich erst ein wenig, als der türkische Ministerpräsident Erdoğan vor Ort zur Mäßigung aufrief und die türkische Presse öffentlich rügte. Der Deutsche Feuerwehrverband kündigte angesichts der Vorwürfe, die Rettungsarbeiten wären rascher angelaufen, wenn das Haus von Deutschen bewohnt gewesen wäre, an „die Integration von Migrantinnen und Migranten in die Feuerwehr voranzutreiben“, um die Kommunikation mit Betroffenen zu verbessern und die Brandschutzaufklärung zu stärken.

Der türkische Ministerpräsident Erdoğan besuchte am 7. Februar gemeinsam mit Kurt Beck den Brandort und stellte den deutschen Ermittlern ein Team von vier Experten bei, um die Ursache des Brandes aufzuklären und eine Situation wie z. B. nach dem Lübecker Brandanschlag 1996 zu vermeiden. Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble begrüßte dies.

In den ersten 17 Tagen nach dem Brand kam es in Deutschland zu weiteren Bränden in Wohnhäusern, die vornehmlich von Türken bewohnt waren, über die in der türkischen Presse im Zusammenhang mit dem Ludwigshafener Brand in großer Ausführlichkeit berichtet wurde und die in der türkischen Gemeinschaft weiter den starken Verdacht am Leben hielten, es könne sich in Ludwigshafen um einen fremdenfeindlichen Anschlag handeln. So fragte beispielsweise die Cumhuriyet: „Sind die Brände in den meistens von Türken bewohnten 6 Häusern in 17 Tagen ein Zufall?“ Dilek Zaptçıoğlu sprach angesichts eines Dutzends Brände innerhalb von drei Wochen (darunter eindeutige Brandstiftungen) von „systematischen Brandanschlägen gegen Türken“. Insbesondere in der Nacht vom 18. auf den 19. Februar 2007 ist in Dautphetal bei Marburg (Hessen) an einem von einer türkischen Familie bewohnten Wohnhaus ein Feuer gelegt worden. Hierbei wurde die Holzfassade der außen am Haus angebrachten Holztreppe beschädigt. Brandbeschleuniger wurden jedoch nach ersten Erkenntnissen der Polizei nicht verwendet. An der Fassade des betroffenen Hauses wurde zudem mit Wachsmalstiften der Schriftzug „Hass“ hinterlassen. Es wird angenommen, dass die Täter einen möglichen Tathergang des bisher noch nicht aufgeklärten Ludwigshafener Brandes nachgeahmt haben.

Die ARD verschob aus Respekt vor den Opfern von Ludwigshafen eine für den Sonntag nach der Katastrophe angesetzte Folge der Krimiserie Tatort. Der in der Folge behandelte fiktive Fall sollte in der türkischen Gemeinde Ludwigshafens spielen.

Aufgrund der tragischen Ereignisse in Ludwigshafen und auf Initiative von Asım Güzelbey, dem Bürgermeister Gazianteps, wird derzeit über eine Städtepartnerschaft zwischen beiden Städten nachgedacht. Die Ludwigshafener Oberbürgermeisterin Eva Lohse nahm den Vorschlag Güzelbeys positiv auf. Der Bürgermeister der türkischen Stadt kündigte zudem an, bald nach Ludwigshafen reisen zu wollen, um dort die am Rettungseinsatz beteiligten Polizeibeamten und Feuerwehrleute mit einer Verdienstmedaille zu ehren. Vorangegangen war eine entsprechende Entscheidung des Stadtrates von Gaziantep.

Der 29-jährige Camil Kaplan, der bei dem Wohnhausbrand seine Frau und zwei Kinder verloren hatte, bekam am 27. Mai 2008 den mit 10.000 Euro dotierten erstmals vergebenen Genç-Preis verliehen. Der Preis wird künftig alle zwei Jahre vergeben. Er trägt den Namen von Mevlüde Genç, einer vor 15 Jahren vom Mordanschlag in Solingen betroffenen türkischen Frau. Kaplan wurde, so die Zeitung Rheinpfalz, dafür ausgezeichnet, dass er trotz des großen Verlustes in der Öffentlichkeit vielbeachtete Worte des Ausgleichs, der Besonnenheit und der Verständigung gefunden habe. Kaplan hatte auch einen Neffen gerettet, indem er ihn aus dem Brandhaus in die Arme eines Polizisten warf.

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Source : Wikipedia