Lothar Matthäus

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Geschrieben von goldorak 12/03/2009 @ 12:18

Tags : lothar matthäus, trainer, fussball, sport

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Lothar Matthäus

Lothar Matthaeus 2002.jpg

1 Angegeben sind nur Liga-Spiele.

Lothar Herbert Matthäus (* 21. März 1961 in Erlangen) ist ein deutscher Fußballtrainer und ehemaliger Fußballspieler. Der frühere Mittelfeldspieler und Libero ist Rekordnationalspieler der Nationalmannschaft, sein größter Erfolg war der Gewinn der Fußball-Weltmeisterschaft 1990. Darüber hinaus wurde er mehrfach deutscher Meister, Pokalsieger und italienischer Meister.

Matthäus startete seine Karriere beim FC Herzogenaurach, spielte für Borussia Mönchengladbach (1979–1984) in der Bundesliga, erlebte seine Karrierehöhepunkte beim FC Bayern München (1984–1988, 1992–2000) und von 1988 bis 1992 bei Inter Mailand in Italien. Seine aktive Karriere ließ er 2000 in den USA bei den New York New Jersey MetroStars ausklingen.

In der Saison 2004/05 gab Matthäus ein kurzzeitiges Comeback im Stadtpokal-Halbfinale für den 1. FC Lokomotive Leipzig; dieses Spiel blieb jedoch sein einziges für die Loksche.

Matthäus spielte zunächst als Mittelfeldspieler und später als Libero von 1980 bis 2000 150 Mal (23 Tore) für die Deutsche Fußballnationalmannschaft.

Er wurde 1980 Fußball-Europameister, 1982 und 1986 Vizeweltmeister und 1990 als Kapitän der Nationalmannschaft Fußball-Weltmeister.

Im April 1992 erlitt Matthäus einen Kreuzbandriss und konnte nicht an der Europameisterschaft teilnehmen.

Nach einem Riss der Achillessehne, den Matthäus am 25. Januar 1995 bei einem Testspiel gegen Arminia Bielefeld erlitt, war er länger verletzt und erst zur EM 1996 wieder fit, zu der er jedoch nicht nominiert wurde. Matthäus hatte sich mit Bundestrainer Berti Vogts überworfen, dessen engster Vertrauter in der Mannschaft Kapitän Jürgen Klinsmann war. Zwischen Matthäus und Klinsmann, die zu dieser Zeit bei Bayern München wie schon vorher bei Inter Mailand in einem Verein spielten, herrschte eine Feindschaft. Im Sommer 1996 veröffentlichte Matthäus in der Bild-Zeitung ein „geheimes Tagebuch“, in dem er Interna aus der Bayern-Mannschaft, insbesondere von Klinsmann, öffentlich machte. Dies führte zu seiner Absetzung als Kapitän des FC Bayern München. In den folgenden beiden Spielzeiten konnte Matthäus wieder an seine alten Leistungen anknüpfen und war einer der besten Spieler der Bundesliga. Nach der verletzungsbedingten Absage von Matthias Sammer für die WM 1998 und einer Pro-Matthäus-Kampagne der Bild-Zeitung holte Bundestrainer Berti Vogts ihn kurz vor dem Turnier in den Kader. Im Anschluss an die enttäuschende WM übernahm Erich Ribbeck den Posten des Bundestrainers und überredete Matthäus, seine Karriere in der Nationalmannschaft fortzusetzen.

Bereits vor der EM 2000 gab Matthäus bekannt, nach dem Turnier aus der Nationalmannschaft auszuscheiden. Nach dem schlechten Abschneiden der deutschen Elf wurde Matthäus in der Presse stark kritisiert. Das letzte Gruppenspiel gegen Portugal war sein letztes Länderspiel. Damit war er über 20 Jahre in der Nationalmannschaft aktiv, so lange wie kein anderer Nationalspieler.

Seit der Saison 2001/02 ist Matthäus als Trainer tätig. Seine erste Station war der SK Rapid Wien (6. September 2001–10. Mai 2002). Mit den Wienern erreichte er den achten Tabellenplatz – die schlechteste Platzierung seit der Einführung der österreichischen Meisterschaft 1911 für den Verein. Anschließend wurde er wegen öffentlich getätigten, vereinsschädigenden Aussagen entlassen, ohne dass sein restliches Gehalt ausgezahlt wurde. Ein Versuch von Matthäus, das Gehalt und zusätzliche Gelder vom Verein wegen Rufschädigung einzuklagen (insgesamt ca. 2 Mio. Euro), schlug fehl.

Seine nächste Trainerstation war der FK Partizan Belgrad (22. Dezember 2002–13. Dezember 2003). Die Belgrader führte er zur Meisterschaft in Serbien-Montenegro und schaffte anschließend mit der Mannschaft auch die Qualifikation zur Champions-League (u. a. über Newcastle United).

Vom 1. Januar 2004 bis zum 31. Dezember 2005 war Matthäus Nationaltrainer der ungarischen Fußballnationalmannschaft. In dieser Zeit konnte Matthäus einen Achtungserfolg erzielen, als Ungarn die DFB-Auswahl in einem Länderspiel anlässlich des 50-jährigen Jubiläums des WM-Endspiels von 1954 in Bern am 6. Juni 2004 in Kaiserslautern mit 2:0 bezwang. Die Qualifikation für die WM 2006 in Deutschland wurde jedoch – allerdings in einer starken Qualifikationsgruppe – deutlich verfehlt.

2005 war Matthäus für den TV-Sender RTL 2 als Trainer der Amateurmannschaft Borussia Banana tätig. Ab Februar 2006 trainierte er kurzzeitig den brasilianischen Fußballclub Clube Atlético Paranaense und verkündete nach nur etwas mehr als einem Monat dort aus familiären Gründen während eines Heimaturlaubs in Europa seinen Rücktritt. Kurz zuvor hatte Matthäus aufgrund einer Schiedsrichterbeleidigung eine 30-tägige Sperre hinnehmen müssen.

Im Mai 2006 unterschrieb er einen Vertrag beim FC Red Bull Salzburg und war als Co-Trainer an der Seite von Giovanni Trapattoni tätig, bis der Vorstand die Zusammenarbeit am 12. Juni 2007 wegen „unterschiedlicher Auffassungen“ beendete. Mitte April 2008 unterschrieb Matthäus einen Zweijahres-Vertrag beim israelischen Erstligisten Maccabi Netanya. Er trat seine neue Trainerstelle im Juli 2008 an.

Der gelernte Raumausstatter hat drei Kinder; zwei Töchter aus der Ehe mit seiner ersten Ehefrau Sylvia (1981-1992) und einen Sohn aus der zweiten Ehe mit Lolita Morena (1994-1999). Ab November 2003 war Loddar, wie Matthäus in den Boulevardmedien häufig genannt wird, in dritter Ehe mit der Serbin Marijana Kostić verheiratet. Ende November 2007 wurde die Trennung bekannt gegeben. Kurz darauf machte er seine Beziehung mit der 26 Jahre jüngeren gebürtigen Ukrainerin Liliana (Kristina Liliana Tchoudinova) öffentlich. Am 1. Januar 2009 heiratete er sie in Las Vegas. Es ist seine vierte Ehe.

Mit dem FC Bayern wurde er 1985, 1986, 1987, 1994, 1997, 1999 und 2000 Deutscher Meister. 1986 und 1998 gewann er mit dem Verein den DFB-Pokal und 1996 den UEFA-Pokal. Außerdem schaffte er es, den Ligapokal 1997, 1998 und 1999 mit dem FC Bayern zu gewinnen. UEFA-Pokal-Sieger wurde er außerdem 1991 mit Inter Mailand, mit denen er bereits 1989 Italienischer Meister geworden war. Die Champions League ist, neben dem Europapokal der Pokalsieger der einzige wichtige Pokal, den Matthäus in seiner Karriere nicht gewann: 1987 erreichte er das Finale des Europacups der Landesmeister und 1999 das Finale der UEFA Champions League, scheiterte allerdings mit dem FC Bayern zuerst gegen den FC Porto und 12 Jahre später gegen Manchester United.

Matthäus darf sich Europameister nennen, da er bei der Europameisterschaft 1980 im Kader der deutschen Mannschaft war, die das Turnier in Italien durch ein 2:1 gegen Belgien im Finale gewann. Matthäus kam jedoch nur zu einem Einsatz. Beim 3:2 gegen die Niederlande in der Vorrunde wurde er beim Stand von 3:0 eingewechselt (sein erster Länderspieleinsatz überhaupt) und verursachte durch ein Foul an Johnny Rep einen Elfmeter. Das Foul fand allerdings vor der Strafraumgrenze statt.

1990 wurde er als Kapitän der Nationalelf Weltmeister. Die DFB-Auswahl schlug die Argentinier im Finale in Rom mit 1:0. Zudem wurde er 1982 und 1986 Vizeweltmeister.

Matthäus ist Weltfußballer des Jahres 1990 und 1991, Europas Fußballer des Jahres 1990 und deutscher Fußballer des Jahres 1990 und 1999. Außerdem wurde er in die FIFA 100, eine 2004 von der FIFA herausgegebene Liste mit den 125 besten lebenden Fußballern, aufgenommen.

Lothar Matthäus wurde am 27. April 2001 nach Fritz Walter, Uwe Seeler und Franz Beckenbauer der vierte Ehrenspielführer der deutschen Nationalmannschaft.

Matthäus ist seit 2001 Träger des Bayerischen Verdienstordens.

Seit dem 17. November 1993 ist er Rekordnationalspieler des DFB, an diesem Tag übertraf er mit seinem 104. Länderspiel (Deutschland – Brasilien 2:1) die von Franz Beckenbauer am 23. Februar 1977 vorgelegte Marke. Am 23. Februar 2000 überbot er mit seinem 144. Spiel den europäischen Rekord von Thomas Ravelli und war bis zum 22. August 2007 mit 150 Spielen auch europäischer Rekordnationalspieler. Er wurde von Martin Reim (Estland) abgelöst.

Bis zum 18. Juni 2005 war er mit 8 Elfmetertoren bester Strafstoßschütze der Nationalmannschaft, wurde dann von Michael Ballack eingeholt und am 25. Juni 2005 von ihm übertroffen.

Matthäus nahm an fünf Weltmeisterschaften teil und hält mit der Teilnahme an 25 WM-Spielen den Rekord der meisten WM-Einsätze. Mit 2217 Minuten überbietet Paolo Maldini aber seine Spielzeit von 2052 Minuten.

Er ist der bisher älteste Spieler, der in der deutschen Nationalmannschaft gespielt hat. Bei seinem letzten Länderspiel war Matthäus 39 Jahre alt. Mit 38 Jahren und 128 Tagen ist er zudem der älteste Torschütze der Nationalmannschaft. Sein letztes Tor erzielte er am 28. Juli 1999 beim Confed-Cup in Mexiko gegen Neuseeland zum 2:0-Endstand.

Matthäus hatte bereits vor dem Finale im DFB-Pokal 1984 seinen Wechsel von Mönchengladbach zu den Bayern bekannt gegeben. Das Finale fand zwischen seinem alten und seinem neuen Verein statt. Im entscheidenden Elfmeterschießen verschoss Matthäus seinen Elfmeter und die Bayern gewannen den Pokal.

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Deutsche Fußballnationalmannschaft

Lothar Matthäus (1999) im Trikot der Nationalmannschaft

Die Deutsche Fußballnationalmannschaft ist eine vom Bundestrainer getroffene Auswahl deutscher Fußballspieler. Sie repräsentiert den Deutschen Fußball-Bund (DFB) auf internationaler Ebene, zum Beispiel in Freundschaftsspielen gegen die Auswahlmannschaften anderer nationaler Verbände, aber auch bei der Europameisterschaft des europäischen Kontinentalverbandes UEFA oder der Weltmeisterschaft der FIFA.

Die DFB-Auswahl zählt zu den erfolgreichsten Fußballnationalmannschaften der Welt. Bereits siebenmal stand sie im Endspiel einer Fußball-Weltmeisterschaft. Dreimal (1954, 1974 und 1990) konnte die deutsche Mannschaft den Weltmeistertitel gewinnen, viermal (1966, 1982, 1986, 2002) ging sie als Vize-Weltmeister vom Platz. Dazu kamen drei dritte Plätze 1934, 1970 und 2006 sowie ein vierter Platz 1958. Mit insgesamt elf Halbfinalteilnahmen übertrifft sie in dieser Kategorie sogar Brasilien. Mit Ausnahme der Turniere 1930 und 1950 hat die DFB-Auswahl an allen Weltmeisterschaften teilgenommen, wobei sie 1930 verzichtete und sich 1950 aufgrund des Zweiten Weltkriegs nicht qualifizieren durfte.

Deutschland stellte mit Gerd Müller und Miroslav Klose zweimal die besten Torschützen einer Weltmeisterschaft. Zudem ist der ehemalige deutsche Nationalspieler Lothar Matthäus der Spieler mit den meisten WM-Spielen, Uwe Seeler war der erste Fußballer überhaupt, der mehr als 20 WM-Spiele bestritt.

Auch bei Europameisterschaften war die DFB-Auswahl mit drei Titeln (1972, 1980, 1996) aus sechs Endspielteilnahmen äußerst erfolgreich. Die Mannschaft qualifizierte sich seit 1972 für jedes EM-Turnier. Neben Gerd Müller konnten auch Dieter Müller, Klaus Allofs und Karl-Heinz Riedle Torschützenkönig eines Turniers werden.

Die Nationalmannschaft wurde bisher achtmal zu Deutschlands Mannschaft des Jahres gewählt und ist damit in dieser Hinsicht führend.

Bereits 1899 und 1901 wurden fünf inoffizielle Länderspiele zwischen verschiedenen deutschen und englischen Auswahlmannschaften ausgetragen, die allesamt mit hohen Niederlagen für die deutschen Teams endeten. Sie werden vom DFB nicht als Länderspiele anerkannt und sind heute unter dem Namen Ur-Länderspiele bekannt. Diese Spiele waren alle von Walther Bensemann organisiert worden, den man als Gründer des Deutschen Fußballs bezeichnet.

Schon 1900 bei der Gründung des Deutschen Fußball-Bundes wurde die Bildung einer ständigen Bundesmannschaft zum Ziel erklärt. Vor allem aufgrund der Probleme bei der Finanzierung einer Nationalmannschaft, scheiterte immer wieder der Versuch, ein Länderspiel zu organisieren. Doch mit der Zeit wurde der Fußball auch bei der Führungselite beliebt und so setzte man sich, nachdem man 1908 keine Mannschaft zu den Olympischen Spielen schicken konnte, das Ziel, eine Mannschaft für das Olympische Fußballturnier 1912 aufzubauen.

Acht Jahre nach der Gründung des Deutschen Fußball-Bundes wurde am 5. April 1908 das erste offizielle Länderspiel in der Geschichte des deutschen Fußballs ausgetragen. Die Bezeichnung für das Länderspiel zwischen Deutschland und der Schweiz war „freundschaftlicher Länderkampf“. Damals gewannen im Landhof-Stadion zu Basel die Schweizer mit 5:3 gegen die Nationalauswahl des Deutschen Reiches. Für die Schweiz war es das dritte Länderspiel, die ersten beiden hatten sie gegen Frankreich verloren.

Das Telegramm des ersten offiziellen Spiels der deutschen Nationalmannschaft: Schweiz – Deutschland 5:3 (3:1).

Die Schweiz ist mittlerweile traditionell der „erste Gegner“ der deutschen Nationalmannschaft, der nach beiden Weltkriegen und nach der Auflösung des DFV der DDR infolge der Wiedervereinigung als erster gegen Deutschland spielte. Gegen die Schweiz gelang auch der erste Sieg der deutschen Elf: Am 4. April 1909 besiegte man die Eidgenossen in Karlsruhe vor 7000 Zuschauern mit 1:0. Auch das Jubiläumsspiel zum 100. Jahrestag des ersten Länderspiels des DFB am 26. März 2008, welches zugleich das 800. Länderspiel der deutschen Mannschaft war, wurde gegen die Schweiz bestritten und von Deutschland mit vier Toren ohne Gegentreffer gewonnen.

Bereits vor dem ersten Länderspiel gab es jedoch einen Streit zwischen dem DFB-Spielausschuss und dem DFB-Bundesvorstand um das Auswahlverfahren. Auf einem außerordentlichen DFB-Bundestag entschloss man sich schließlich nur Spieler aus jenen Teilen Deutschlands einzuladen, in denen bereits geordnet Fußball gespielt wird. Dabei durften die Landesverbände eine ihnen zugeschriebene Anzahl von Spielern nominieren, weshalb die Auswahl nicht zentral vorgenommen wurde. So wurde den Landesverbänden sogar mitgeteilt, auf welchen Positionen sie Spieler nominieren sollten, wodurch ein guter Torhüter zum Beispiel keine Chance hatte für die Nationalelf aufzulaufen, wenn sein Landesverband keinen Torhüter nominieren durfte. Diesem Auswahlverfahren kamen auch noch von vielen Spielern als chaotisch bezeichnete Umstände hinzu. So berichteten viele Spieler, dass sie von ihrer Nominierung nur aus der Zeitung erfuhren und dass sich die Anreise zu den Länderspielen oft als sehr abenteuerlich erwies. Da viele Spieler unter diesen Umständen lieber für ihre Vereine aufliefen, sagten immer mehr ihre Teilnahme an Länderspielen ab. So wurde den Spielern zuerst mit Strafen für Absagen gedroht, bis man sogar die Regelung einführte, dass Vereine, die ein Spiel verloren hatten, während ein Spieler abgestellt war, das Spiel wiederholen durften. Nachdem man mit dem festgelegten Auswahlverfahren wenig erfolgreich war, kam man auf die Idee, an einem Tag zwei Spiele durchzuführen, um 22 Spieler nominieren zu können und so den heftigen Diskussionen um die Nominierung aus dem Weg zu gehen. Zum ersten Mal wurden auf den 4. April 1909 zwei Länderspiele angesetzt. Genau an diesem Tag kam man mit einem 1:0 gegen die Schweiz in Karlsruhe zum ersten Länderspielsieg. Dieser Sieg ist unter anderem darauf zurückzuführen, dass man eine Mannschaft mit ausschließlich süddeutschen Spielern aufstellte, während in Budapest Spieler aus Nord- und Mitteldeutschland spielten, die immerhin gegen Ungarn ein 3:3-Unentschieden erreichten. Dadurch, dass sich die Spieler aus den jeweiligen Gebieten kannten, waren diese Nationalmannschaften nun deutlich besser eingespielt.

Doch die Organisation der Länderspiele wurde trotz des ersten Sieges weiter in Frage gestellt. So achtete der DFB bei der Ansetzung der Spiele nicht auf wichtige Ereignisse im Vereinsfußball. 1910 fand sogar nur einen Tag nach dem Finale um die Deutsche Meisterschaft ein Länderspiel gegen Belgien in Duisburg statt. Da die Spieler aus dem Meisterschaftsendspiel absagten, hatte man eine Stunde vor Anpfiff nur sieben Spieler zusammen bekommen, weshalb man sogar Fußballer aus dem Duisburger Publikum zu Nationalspielern machte und aufstellte.

Die ersten großen Fußballturniere fanden bei den Olympischen Spielen statt, zunächst 1900 und 1904 als Demonstrationssportart, 1908 dann als offizielle olympische Sportart. Deutsche Mannschaften nahmen aber in diesen Jahren noch nicht teil. Bei den Olympischen Spielen von 1912 in Stockholm trat Deutschland gegen Österreich, Russland und Ungarn an. Während gegen Russland mit 16:0 der höchste Sieg der Länderspielgeschichte gelang, Gottfried Fuchs schoss allein zehn Tore, gab es gegen die beiden K.-u.-k.-Länder Niederlagen. Mit 1:5 wurde das Spiel gegen den Nachbarn Österreich und mit 1:3 das Spiel gegen Ungarn verloren.

1914 waren bereits zahlreiche Länderspiele angesetzt worden, die jedoch durch den Ausbruch des Ersten Weltkriegs hinfällig waren. Man setzte sich damals große Ziele für die geplanten Olympischen Spiele in Berlin, die eigentlich für 1916 geplant waren. Während des Krieges konnten keine Länderspiele ausgetragen werden.

Vor dem Ersten Weltkrieg herrschte noch eine freundschaftliche Stimmung bei Länderspielen. So klatschten auch Niederländische Zuschauer Beifall, als die deutsche Mannschaft 1912 und 1914 in den Niederlanden gegen die Niederländische Fußballnationalmannschaft antrat. Doch durch die erheblichen Umwälzungen der politischen Beziehungen in Europa, welche der Krieg verursacht hatte und die politische Isolierung Deutschlands drückte der Fußball nun keine Freundschaft, sondern Konflikte zwischen den Nationen Europas aus. Bevor die Schweiz sich 1920 als erste Nationalmannschaft nach dem Krieg zu einem Länderspiel gegen Deutschland bereit erklärte, drohten Großbritannien, Frankreich und Belgien den Schweizern mit einem Fußballboykott. Nachdem die Schweiz sich dadurch nicht einschüchtern ließ, beantragte England bei der FIFA den Ausschluss Deutschlands. Weil der Antrag abgelehnt wurde, trat England selbst aus der FIFA aus. Da die Schweiz versuchte Politik und Fußball zu trennen, trat sie 1922 erneut gegen Deutschland an, worauf Belgien ein Spiel gegen die Schweiz absagte. Politik und Ideologie wurden immer mehr zum Teil des europäischen Fußballs. So schrieb die österreichische Zeitschrift Das illustrierte Sportblatt 1922, dass man in den deutschen Spielern die Vertreter des mit Österreich stammesgleichen deutschen Volkes sah. 1923 trat Italien als erster der vorigen Kriegsgegner gegen die Deutschen an, deren Beispiel erst 1929 mit Schottland die zweite Mannschaft folgte. Bis dahin spielte man nur gegen neutrale Staaten wie die Niederlande, Schweden und Norwegen. 1924 erklärte man, dass aus ethischen Gründen die österreichische Nationalmannschaft mit einem Länderspielboykott belegt würde, nachdem die Österreicher den Profifußball eingeführt hatten. Dieser Boykott wurde erst 1929 aufgehoben. 1926 wurde Otto Nerz der erste Reichstrainer der Nationalmannschaft, der schnell das englische WM-System einführte.

1916 fanden kriegsbedingt keine Olympischen Spiele statt. Nach dem Ersten Weltkrieg war Deutschland erst wieder 1928 bei Olympia zugelassen. In Amsterdam konnte zunächst der Nachbar aus der Schweiz mit 4:0 besiegt werden, ehe gegen den späteren Olympiasieger aus Uruguay mit einem 1:4 für die deutsche Mannschaft die Spiele beendet waren. Damals hatte es unschöne Szenen gegeben (zwei deutsche Spieler und ein Spieler aus Uruguay waren vom Platz gestellt worden), wonach es in der deutschen Presse eine negative Stimmung gegen Uruguay gab.

1930 trug man das erste Länderspiel gegen Frankreich aus, was erst möglich wurde, nachdem die Armee der Franzosen aus dem Rheinland abzog. Die Beziehungen zwischen den beiden Nationen waren immer noch durch den Ersten Weltkrieg belastet. So wurden die deutschen Spieler in der französischen Presse sogar mit Sturmsoldaten verglichen.

Wie einige andere europäische Nationen sagte der DFB die Teilnahme an der ersten Fußball-Weltmeisterschaft 1930 in Uruguay wegen des hohen Aufwandes – allein die Anreise der vier teilnehmenden europäischen Mannschaften auf dem Seeweg dauerte über zwei Wochen – und die damit verbundenen Kosten ab. Allerdings gab der DFB keine Begründung für die Absage bekannt.

In der Zeit von 1920 bis 1933 kam die Mannschaft zu 23 Siegen, 13 Unentschieden und 19 Niederlagen. Die eher mäßigen Leistungen lassen sich durch die Zersplitterung im Deutschen Fußball begründen. Man nominierte die Nationalspieler auch in dieser Zeit nicht nur nach Spielstärke. Die einflussreichen Vertreter der verschiedenen Landesverbände im Spielausschuss wollten immer noch Spieler aus den eigenen Reihen in der Nationalmannschaft sehen.

Nachdem der damalige Reichskanzler Adolf Hitler auf den 5. März 1933 Neuwahlen ansetzte, sollte am selben Tag das erste Heimspiel der Nationalmannschaft gegen Frankreich stattfinden. Die Franzosen fürchteten um die Sicherheit der eigenen Spieler und der mitgereisten Fans in einem von den Nationalsozialisten beherrschten Land. Doch dank der Fürsprache von Jules Rimet, dem damaligen Vorsitzender der FIFA und des französischen Verbandes, fand das Spiel dennoch statt und wurde auf den 19. März verschoben. Durch einen feierlichen Empfang gelang es den Nationalsozialisten, von den wahren Vorgängen im Land abzulenken. So lobte Jules Rimet laut einem Zitat aus dem Völkischen Beobachter nach dem Spiel die „vorbildliche Ruhe und Ordnung“, die seiner Meinung nach „für den hohen Kulturstand des deutschen Volkes den allerbesten Beweis“ lieferte. Auch im Inland wurde das Spiel für Propagandazwecke genutzt. So wurde im Völkischen Beobachter die Preissenkung der Stehplatzkarten und die Ausgabe von Erwerbslosenkarten hervorgehoben.

Eine Besonderheit der Zeit vor und während des Zweiten Weltkriegs ist, dass es an manchen Tagen zwei Länderspiele gab. So traten deutsche Nationalmannschaften am 4. April 1909 in Budapest und in Karlsruhe an. Am 15. September 1935 spielte eine Mannschaft in Breslau und eine in Stettin, am 27. September 1936 spielten Mannschaften in Prag und in Krefeld, am 21. März 1937 in Stuttgart und in Luxemburg, am 20. März 1938 in Nürnberg und in Wuppertal, am 26. März 1939 in Florenz und in Luxemburg und am 5. Oktober 1941 in Stockholm und Helsinki. Die Aufstellungen und die Gegner lassen aber die Vermutung zu, dass am zweiten Ort – mit Ausnahme des Spiels am 4. April 1909 – jeweils eine B-Mannschaft angetreten ist. Zweimal, 1923 und 1933, fanden sogar Spiele am 1. Januar statt, in beiden Fällen war Italien in Mailand beziehungsweise Bologna der Gegner.

1934 qualifizierte sich das Deutsche Reich erstmals für eine Weltmeisterschaft. Bei ihrem ersten Auftritt bei einer Weltmeisterschaft 1934 in Italien, als die Endrunde komplett im K.-o.-System durchgeführt wurde, erreichte die deutsche Mannschaft das Halbfinale. Beim 5:2 gegen Belgien gelang Edmund Conen der erste „lupenreine“ Hattrick der WM-Geschichte. Im Viertelfinale gewannen die Deutschen 2:1 gegen Schweden. Begünstigt durch mehrere Fehler des deutschen Torwarts Willibald Kreß, setzte sich die Tschechoslowakei im Halbfinale mit 3:1 gegen die deutsche Mannschaft durch, die mit einem 3:2 gegen Österreich WM-Dritter wurde.

1935 trug man siebzehn Freundschaftsspiele aus. Man wollte gute internationale Beziehungen vortäuschen. Man versuchte möglichst gegen schwächere Gegner anzutreten um mit einer guten Bilanz das nationale Selbstbewusstsein zu stärken. Zudem nahmen diese kollektiven Erfolgserlebnisse dem Volk den Schrecken vor dem neuen Regime.

Nachdem Fußball 1932 nicht im Programm der Olympischen Spiele stand, startete der WM-Dritte 1936 in Berlin mit einem 9:0 gegen Luxemburg in das Turnier, musste dann aber nach einem 0:2 gegen Norwegen die Hoffnungen auf den Olympiasieg begraben. Für das Ansehen des Fußballs bei den NS-Führern war diese Niederlage katastrophal, da die durch die Ausrichtung der Spiele erwünschte Propagandawirkung deutlich nachließ. Zudem war es das erste Länderspiel in Anwesenheit von Hitler. Es war das letzte Olympiaturnier der Deutschen A-Nationalmannschaft.

Nach den Olympischen Spielen suchte man einen Verantwortlichen für die Enttäuschung. Schließlich wurde der Reichstrainer Otto Nerz für die Niederlage gegen Norwegen verantwortlich gemacht, obwohl Felix Linnemann forderte, die Stammspieler in diesem Spiel zu schonen. So löste schließlich Sepp Herberger Nerz als Reichstrainer ab. Die Oberaufsicht wollte Nerz jedoch beibehalten. Der entstandene Machtkampf zwischen Herberger und Nerz wurde erst 1938 entschieden, als Nerz zurücktrat.

Herberger gelang mit drei Siegen gegen Estland, Finnland und Schweden die Qualifikation für die Weltmeisterschaft in Frankreich.

Nach dem „Anschluss“ Österreichs an Deutschland im April 1938 wurde ein „Verbrüderungsspiel“ zwischen den beiden Nationalmannschaften ausgetragen. Da Österreich das Spiel gewann, war man der Ansicht, dass in der neuen „großdeutschen“ Nationalmannschaft mindestens zur Hälfte Österreicher spielen sollten. Das Verhältnis zwischen den österreichischen Profispielern und den deutschen Amateurspielern war jedoch von gegenseitiger Abneigung und Misstrauen geprägt.

Bei der WM 1938 schied die Nationalelf kurze Zeit nach der Vereinigung zur „großdeutschen“ Nationalelf bereits im Achtelfinale gegen die Nachbarn aus der Schweiz aus. Reichte es im ersten Spiel noch zu einem 1:1 nach Verlängerung, musste sich die deutsche Mannschaft fünf Tage später im Wiederholungsspiel – Elfmeterschießen waren damals noch nicht erdacht – mit 2:4 geschlagen geben, was bis heute das schlechteste Abschneiden bei einer WM bedeutete. Bei diesem Turnier bekam die Mannschaft auch von den Fans der bisher neutralen Schweizer viele negative Gefühle zu spüren, welche dem NS-Regime galten.

Obwohl die Anspannung der politischen Lage immer mehr zunahm, trat man 1939 bei fünfzehn Länderspielen an, um der Bevölkerung weiterhin gute Verhältnisse zu den Nachbarn vorzutäuschen. Doch nachdem man sich noch auf die Olympischen Spiele 1940 in Helsinki vorbereitete, brach der Zweite Weltkrieg aus. Der Großteil der Spieler musste in die Wehrmacht einrücken. Die Nationalsozialisten sahen im Sport den Zweck das Volk kriegstüchtig zu machen, so wollte man auch mit den Spitzensportlern aus dem Fußball die Wehrmacht verstärken und die Bildung einer starken Nationalmannschaft erschien somit unwahrscheinlich. Das NS-Regime wollte mit der Einberufung von Nationalspielern auch dem Volk verdeutlichen, dass sich unabhängig von der gesellschaftlichen Position jeder in den Dienst der Nation stellen muss.

Allerdings wollte man die Nationalelf weiterhin zur Propaganda in neutralen Staaten nutzen; darum fanden dennoch zahlreiche Länderspiele statt. So sollte die Mannschaft des besetzten Dänemarks nicht gegen Deutschland antreten, nachdem der dänische König ein Sportverbot verhängte, da man ein Spiel der dänischen Nationalmannschaft gegen Deutschland als eine Geste der Unterwerfung betrachtete. Doch im November 1940 fand schließlich trotzdem ein solches Länderspiel statt. Durch eine Nominierung für die Nationalmannschaft konnte man nun dem Krieg entrinnen. Auch im Fußballsport sollte die in der nationalsozialistischen Ideologie verankerte Überlegenheit der „arischen Rasse“ demonstriert werden. Doch nachdem man am Geburtstag von Adolf Hitler 1940 in Bern gegen die Schweiz unterlag, schrieb Propagandaminister Joseph Goebbels in einem Brief an den Reichssportführer, es dürfe vor allem kein Sportaustausch gemacht werden, wenn das Ergebnis im geringsten zweifelhaft sei.

Im Juni 1941 wurde vom „Reichssportführer“ verfügt, alle Spiele abzusagen, nachdem man für den Überfall auf die Sowjetunion die Kräfte bündeln wollte. Beendet wurde die Sportsperre erst im Oktober durch einen direkten Befehl von Hitler, da er von einem schnellen Sieg der Wehrmacht im Osten ausging. 1942 legte Sepp Herberger dem NS-Regime eine Liste mit 20 Spielern vor, die bereits einberufen waren. Da Herberger angab, die meisten Spieler hätten bereits Orden wie das Eiserne Kreuz, oder das Sturmabzeichen erhalten, wurden diese Spieler schließlich für unabkömmlich erklärt und mussten nicht mehr fürchten, einberufen zu werden. Nach einer Niederlage gegen Schweden in Berlin verbot Goebbels Länderspiele in Berlin. Goebbels hielt es für unsinnig Länderspiele auszutragen, die das Volk nur vom Krieg ablenkten. So wollte er 1942 schließlich jeglichen internationalen Sportverkehr beenden und begründete dies mit dem „totalen Krieg“. Am 22. November 1942 fand das letzte Länderspiel Deutschlands für auf den Tag genau acht Jahre statt. Man gewann gegen die Slowakei mit 5:2.

Nachdem Deutschland seit 1942 von der FIFA ausgeschlossen war, versuchte die Schweiz den deutschen Antrag auf Wiederaufnahme 1948 zu unterstützen. Dieser Antrag wurde jedoch abgelehnt. So trug man drei Stadtspiele zwischen deutschen und Schweizer Vereinsmannschaften in Deutschland aus. Auf diese Spiele gab es jedoch im Ausland heftige Reaktionen, wobei die FIFA den Schweizern sogar mit einer Strafe drohte, der die Schweizer nur entgingen, weil der Schweizer Verband gegen die Organisatoren der Städtespiele Strafen verhängte. Erst im Mai 1949 wurden internationale Vereinsspiele erlaubt.

Nach der Gründung der Bundesrepublik Deutschland wurde dann schließlich auch der DFB im Januar 1950 wiedergegründet, zur selben Zeit entstand in der DDR der Deutsche Fußball-Verband (DFV). Bereits zwei Jahre hatte sich der Saarländische Fußballverband gebildet, der bereits im Frühjahr 1950 in die FIFA aufgenommen wurde. Der DFB folgte nach einer Tagung im September, der DFV wurde erst 1952 aufgenommen und nahm bis 1990 mit einer eigenen Auswahl an internationalen Wettkämpfen teil. Am 22. November 1950 fand dann schließlich nach genau acht Jahren gegen die Schweiz in Stuttgart das erste Länderspiel unter Bundestrainer Sepp Herberger statt. Man gewann mit 1:0. Vorerst trat man nun nur gegen neutrale Staaten oder ehemalige Verbündete an. Im Oktober 1952 fand zum ersten Mal ein Spiel gegen eine Nationalmannschaft der Alliierten aus dem Zweiten Weltkrieg statt. Gegen Frankreich verlor man mit 1:3 in Paris. Bundestrainer Herberger machte weiterhin seine Drohung wahr, Legionäre nicht zu nominieren. So kam zum Beispiel der berühmte Torhüter Bert Trautmann zu keinem einzigen Länderspiel.

1950 war die Nationalmannschaft der neuen Bundesrepublik Deutschland noch von der Fußballweltmeisterschaft in Brasilien ausgeschlossen. Erstmals nahm man an der Qualifikation zur Weltmeisterschaft 1954 teil. Dort konnte man sich gegen das Saarland und Norwegen durchsetzen. Im Turnier war man in der Gruppe mit den gesetzten Teams aus der Türkei, die sich in der Qualifikation durch einen Losentscheid gegen Spanien durchsetzte, und Ungarn nicht gesetzt und trat somit nur gegen die beiden gesetzten Teams und nicht gegen das ebenfalls nicht gesetzte Südkorea an. Nach einem Auftaktsieg gegen die Türkei stellte der Bundestrainer für das Spiel gegen Ungarn die Mannschaft auf vielen Positionen um und verlor 3:8. Nach dieser Niederlage, welche bis heute die höchste Pflichtspielniederlage der Nationalelf ist, wurde Herberger heftig kritisiert, während ihm später die Schonung einiger Stammspieler in diesem Spiel als Genialität zugeschrieben werden sollte. Im folgenden Entscheidungsspiel gegen die Türkei, die Südkorea bezwang, gewann man mit 7:2 und qualifizierte sich somit für das Viertelfinale, in dem man gegen Jugoslawien gewann.

Im Halbfinale konnte auch Österreich bezwungen werden und dann geschah das sogenannte Wunder von Bern, der Gewinn der Fußball-Weltmeisterschaft 1954 in der Schweiz durch einen 3:2-Sieg im Finale gegen die favorisierten Ungarn. Da man in der Vorrunde mit 3:8 verloren hatte, wurde von vielen ein Sieg für unmöglich gehalten. Nach acht Minuten lag die Mannschaft auch bereits mit 0:2 zurück und die Kritiker fühlten sich bestätigt. Doch Deutschland drehte das Spiel, glich bis zur Pause aus und in der 84. Minute konnte Helmut Rahn den entscheidenden Treffer erzielen. Ungarn galt damals als unschlagbar, da die goldene Mannschaft, die 1952 Olympiasieger wurde, in 32 Spielen seit Mai 1950 bis zum Endspiel in Bern nicht ein einziges mal verlor und dabei nur vier mal nicht gewann. In Deutschland wurden die Helden von Bern zu Legenden: Spieler wie Toni Turek (Tor), Fritz Walter oder Helmut Rahn sind heute noch in guter Erinnerung. Bei der WM 1954 in der Schweiz wurde die bundesdeutsche Mannschaft mit den Spielern Toni Turek, Jupp Posipal, Werner Kohlmeyer, Horst Eckel, Werner Liebrich, Karl Mai, Helmut Rahn, Max Morlock, Ottmar Walter, Fritz Walter, Hans Schäfer Fußball-Weltmeister. Weil die deutschen Fans die erste Strophe des Deutschlandliedes sangen, waren viele im In- und Ausland empört. Allerdings kannten zu dieser Zeit viele noch nicht den Text der dritten Strophe, die erst zwei Jahre zuvor als die zu singende festgelegt worden war. Für mehr Empörung sorgte damals eine Rede des DFB-Präsidenten Peco Bauwens, die von der Süddeutschen Zeitung als Sieg-Heil-Rede bezeichnet wurde. Der Sender München brach die Übertragung der Rede sogar ab. Die Mannschaft wurde bei ihrer Ankunft mit dem Sonder-Triebwagen Roter Blitz triumphal gefeiert. Die Nationalmannschaft bekam durch den ersten Weltmeistertitel auch gesellschaftlich einen hohen Stellenwert in der Bundesrepublik, welche zuvor noch immer unter den Folgen des Zweiten Weltkriegs litt. Viele Politologen und Soziologen betrachten den Sieg von Bern heute sogar als das eigentliche Gründungsdatum der Bundesrepublik Deutschland und einen Antrieb des Wirtschaftswunders. So erklärte zum Beispiel Hans-Joachim Winkler das Wunder von Bern sei ein Beitrag zur Entwicklung des BRD-Nationalgefühls. Als einige Spieler und auch Sepp Herberger nach der WM an Gelbsucht erkrankten, kamen Doping-Vorwürfe gegen die Weltmeistermannschaft auf, die nie vollständig aufgeklärt werden konnten. Weil der ungarische Nationalspieler Ferenc Puskás in einem Interview solche Vorwürfe von sich gab, verbot der DFB Länderspiele gegen Mannschaften, in denen Puskás spielte. Erst nachdem sich der Ungar 1960 schriftlich beim DFB entschuldigte, wurde das Verbot aufgehoben.

In den folgenden Jahren konnte die Nationalmannschaft zunächst nicht an die alten Erfolge anknüpfen, So verlor sich die Weltmeisterelf von 1954 schnell aus den Augen, und es kamen neue Spieler wie der einarmige Robert Schlienz zum Einsatz. 1955 gab es zwei politisch brisante Spiele gegen die UdSSR, gegen die man erstmals nach dem Krieg antrat. Vor dem Hinspiel in Moskau wurde der Nationalmannschaft sogar mangelndes Nationalbewusstsein vorgeworfen, weil man gegen eine Mannschaft eines Landes antrat, in dem es zu dieser Zeit noch einige deutsche Kriegsgefangene gab. Kurze Zeit später kam es aber zur Heimkehr der Zehntausend.

Bei der Fußball-WM 1958 in Schweden setzte sich die deutsche Mannschaft als automatisch qualifizierter Titelverteidiger in der Vorrunde gegen Nordirland, Argentinien und die Tschechoslowakei durch. Dabei gelang im Spiel gegen Argentinien der erste Sieg gegen eine außereuropäische Mannschaft. Im Viertelfinale bezwang man Jugoslawien. Im Halbfinale im „Hexenkessel“ von Göteborg (→ Schlacht von Göteborg) mit zuletzt nur noch neun Spielern (Juskowiak erhielt einen Platzverweis, Fritz Walter wurde verletzt) wurde man von den Schweden mit 3:1 geschlagen und verlor anschließend auch das Spiel um den dritten Platz gegen Frankreich mit 3:6. Nach der Niederlage gegen Schweden kam in Deutschland eine Anti-Schweden Stimmung auf. Da die schwedischen Fans ihre Mannschaft enthusiastisch mit Heja Sverige!-Rufen unterstützten, wurde ihnen Gehässigkeit gegenüber Deutschen vorgeworfen. DFB-Präsident Peco Bauwens sprach sogar von einer Hetze gegen die deutsche Mannschaft. Der kicker versuchte hingegen die Situation neutraler zu bewerten und stellte fest, dass das schwedische Publikum seine Mannschaft immer so enthusiastisch anfeuerte. Dennoch wurde Schweden von nun an in Deutschland das Leben schwer gemacht. Zur Verärgerung der FIFA traten die deutschen Spieler und Funktionäre bereits vor dem Endspiel und dem darauf folgenden Abschlussbankett die Heimreise an. Viele sahen später darin den Grund, dass England und nicht Deutschland den Zuschlag für die Austragung der WM 1966 bekam. Auch dem Schiedsrichter aus Ungarn wurden Fehlentscheidungen vorgeworfen, die mit der Endspielniederlage Ungarns 1954 in Verbindung gebracht wurden.

Am 28. Dezember 1958 trat die Nationalmannschaft in Kairo erstmals außerhalb Europas zu einem Länderspiel an, verlor aber gegen Ägypten mit 1:2.

Die Qualifikation zur Weltmeisterschaft 1962 in Chile gegen Nordirland und Griechenland gelang mit vier Siegen. Kurz vor der Weltmeisterschaft ersetzte Herberger Stammtorhüter Tilkowski durch den jungen Ulmer Wolfgang Fahrian. In Chile schied das Team bereits im Viertelfinale durch ein 0:1 gegen Jugoslawien aus. In der Vorrunde konnte noch der Gruppensieg errungen werden, unter anderem durch ein 2:0 gegen den bereits für das Viertelfinale qualifizierten Gastgeber und späteren Dritten Chile. Es war das letzte Turnier bei dem Sepp Herberger als Bundestrainer die Verantwortung trug. Nach der Weltmeisterschaft wurde Herberger für die defensive Taktik und das Festhalten am überholten WM-System kritisiert. Die meisten anderen Nationen spielten schon im 4-2-4- oder 4-3-3-System. Herberger hatte sogar versucht den 41-jährigen Fritz Walter zu reaktivieren. Das relativ schlechte Abschneiden forcierte aber die Bildung der von Herberger geforderten Fußball-Bundesliga, die von den Landesverbänden lange abgelehnt wurde. 1963 trat Herberger dann von seinem Amt als Bundestrainer zurück, sein Nachfolger wurde sein Assistent Helmut Schön. Herberger hätte aber lieber Fritz Walter als seinen Nachfolger gesehen.

Mit Helmut Schön begann aber eine neue sehr erfolgreiche Ära. Mit dem ersten Sieg nach dem Zweiten Weltkrieg in Schweden gelang ihm die Qualifikation für die Weltmeisterschaft in England. Bei der Fußball-WM 1966 in England startete die deutsche Mannschaft mit einem 5:0-Sieg gegen die Schweiz in das Turnier. Dabei brillierte vor allem das 20-jährige Mittelfeld-Talent Franz Beckenbauer, der sich ebenso wie Italien-Legionär Helmut Haller mit zwei Toren neben Held in die Torschützenliste eintragen konnte. Das zweite Gruppenspiel des DFB-Teams gegen Argentinien endete 0:0. Dieses Spiel war durch wenige Torchancen, dafür aber durch eine Vielzahl von Fouls gekennzeichnet. Beim 2:1-Sieg gegen Spanien im letzten Vorrundenspiel der deutschen Mannschaft gelang Lothar Emmerich ein schier unmögliches Tor. Der Linksaußen vollbrachte das Kunststück, nahezu von der Torauslinie den Ball am spanischen Torhüter Iribar vorbei unters Lattenkreuz ins lange Eck zu schießen. Durch einen 4:0-Viertelfinalsieg gegen Uruguay und ein 2:1 im Halbfinale gegen die Sowjetunion gelang der bundesdeutschen Mannschaft zum zweiten Mal nach 1954 der Einzug in ein Endspiel der Fußballweltmeisterschaft. Jedoch verlor sie das Finale gegen England durch das legendäre Wembley-Tor mit 4:2 nach Verlängerung.

Erstmals nahm Deutschland 1968 an der Qualifikation für eine Fußball-Europameisterschaft teil. Nach einem 6:0 gegen Albanien, einem 0:1 in Jugoslawien und einem 3:1 gegen die Jugoslawen musste am 17. Dezember 1967 in Tirana ein Sieg gegen die eher drittklassigen albanischen Spieler her, da Jugoslawien dort gewonnen hatte. Obwohl Bundestrainer Schön mit Peter Meyer den damals besten Stürmer der Bundesliga aufbot, reichte es nur zu einem 0:0, wodurch zum ersten und bisher einzigen Mal eine Qualifikation für ein großes Turnier verpasst wurde.

In der Qualifikation für die Weltmeisterschaft 1970 hatte sich Deutschland insbesondere mit den Schotten auseinander zu setzen, gegen die Deutschland bis dahin noch nie gewinnen konnte. Das Hinspiel in Glasgow endete 1:1 und im letzten Heimspiel am 22. Oktober 1969 in Hamburg gelang mit einem 3:2 der erste Sieg gegen die Briten.

In Mexiko tat sich die deutsche Mannschaft zunächst schwer. Im ersten Gruppenspiel lag man gegen den Außenseiter Marokko nach 21 Minuten mit 0:1 zurück. Das lag auch daran, dass Schöns Taktik mit zwei Mittelstürmern (Uwe Seeler und Gerd Müller) zunächst nicht aufging und auch Helmut Haller nicht an seine Leistungen von England anknüpfen konnte. So war dies sein letztes Länderspiel für Deutschland, zur Pause wurde er ausgewechselt. Seeler und Müller fanden in der Folge aber immer besser zusammen und sorgten durch ihre Tore in der 56. und 80. Minute noch für den 2:1-Erfolg. Seeler hatte die eigentliche Mittelstürmerposition Müller überlassen und sich ins Mittelfeld zurückfallen lassen. Auf den Außenpositionen sorgten abwechselnd Grabowski, Libuda und Löhr für Druck, und so wurden auch die beiden folgenden Spiele gegen Bulgarien und Peru gewonnen, womit Deutschland der bis dahin beste Start bei der WM gelang.

Das Viertelfinalspiel gegen England wurde zu einem ganz außergewöhnlichen Spiel. In der Neuauflage des Endspiels von 1966 führten die Engländer bis zur 69. Minute 2:0, ehe die Deutschen noch in der regulären Spielzeit den 2:2-Ausgleich erzielten. Seeler gelang dabei ein kurioses Tor mit dem Hinterkopf. In der Verlängerung erzielte dann Müller das entscheidende Tor zum 3:2.

Im Halbfinale gab es eine 3:4-Niederlage in einem an Dramatik kaum zu überbietenden Spiel gegen Italien, dem sogenannten Jahrhundertspiel. Die Italiener gingen bereits in der 8. Minute mit 1:0 in Führung, erst in der Schlussminute erzielte der beim AC Mailand spielende Karl-Heinz Schnellinger mit seinem einzigen Länderspieltor für Deutschland das 1:1. In der Verlängerung fielen dann noch fünf Tore. Nach dieser Niederlage erreichte die Mannschaft von Bundestrainer Helmut Schön durch einen 1:0-Sieg gegen Uruguay den dritten Platz. Torschützenkönig des Turniers wurde mit zehn Treffern Gerd Müller.

1972 wurde die nach der Meinung vieler bis heute beste deutsche Elf erstmals Europameister. Nachdem man sich in der Qualifikation gegen Polen, die Türkei und (wieder) Albanien durchgesetzt hatte, stand im Viertelfinale die Revanche von León gegen England an. Am 29. April 1972 kam es zu einem denkwürdigen Spiel im Londoner Wembley-Stadion. Durch Tore von Uli Hoeneß, Günter Netzer und Gerd Müller konnte man mit 3:1 erstmals in England gewinnen. Selbst die englische Boulevardpresse, die seinerzeit eher deutschlandkritisch eingestellt war, war von dem Spiel der deutschen Mannschaft begeistert. Im Rückspiel in Berlin reichte dann ein 0:0 zum Einzug in die Endrunde. Zur Endrunde reisten sie dann als Favorit, da sie am 26. Mai 1972 zur Einweihung des Olympiastadions in München die Sowjetunion schon mit 4:1 besiegt hatten. Bei der Endrunde in Belgien gelangen dann Siege gegen Belgien (2:1) und die Sowjetunion (3:0), wobei insbesondere im Finale Traumfußball zelebriert wurde. Unrühmlich hervorzuheben ist leider das Verhalten deutscher Hooligans – auch wenn diese Bezeichnung damals noch nicht üblich war – die randalierend durch Brüssel zogen.

Die Nationalmannschaft gewann 1974 in Deutschland zum zweiten Mal die Weltmeisterschaft. In der Vorrunde des Turniers gelang der DDR-Auswahl durch ein Tor von Jürgen Sparwasser, das in die deutsche Fußballgeschichte eingegangen ist, der 1:0-Sieg gegen den späteren Weltmeister Bundesrepublik Deutschland. Dieses Spiel am 22. Juni 1974 war das einzige Aufeinandertreffen der beiden deutschen Mannschaften. Nach dem 2:1-Sieg im Endspiel gegen die brillanten Niederländer, bedankten sich die Westdeutschen bei der DDR-Auswahl für die Niederlage, da diese der Auslöser für eine mannschaftsinterne Revolte gegen den unentschlossenen und zögerlichen Bundestrainer Helmut Schön war, bei der die Mannschaft unter Führung von Kapitän Franz Beckenbauer ihre taktischen Vorstellungen durchsetzen konnte. Bis heute wird von den Akteuren behauptet, dass der Titelgewinn ohne diese Niederlage wohl unmöglich gewesen wäre. Ein wichtiger Faktor war auch, dass die DFB-Mannschaft als Gruppenzweiter in die mit Polen, Schweden und Jugoslawien vermeintlich einfachere Zwischenrundengruppe einziehen konnte – die DDR als Gruppenerster hatte es hingegen mit den Niederlanden, Brasilien und Argentinien zu tun. Durch diesen Titelgewinn gelang es den Deutschen als bisher einziger Mannschaft, nach einem Europameisterschaftstitel auch die darauffolgende Weltmeisterschaft zu gewinnen (umgekehrt gelang es Frankreich bei 1998 und 2000).

Bundestrainer Helmut Schön setzte während des Turniers 18 Spieler ein: Sepp Maier im Tor, Franz Beckenbauer, Paul Breitner, Horst-Dieter Höttges, Georg Schwarzenbeck und Berti Vogts in der Abwehr; Rainer Bonhof, Bernhard Cullmann, Heinz Flohe, Ulrich Hoeneß, Günter Netzer, Wolfgang Overath sowie Herbert Wimmer im Mittelfeld und Jürgen Grabowski, Dieter Herzog, Jupp Heynckes, Bernd Hölzenbein und Gerd Müller im Sturm.

1976 wurde die Endrunde der Europameisterschaft letztmals mit vier Mannschaften ausgetragen, und wieder hatte sich die deutsche Mannschaft qualifiziert. Nach dem WM-Sieg 1974 war unter anderen der WM-Rekordtorschütze Gerd Müller zurückgetreten, und trotzdem „müllerte“ es auch in Jugoslawien. In Belgrad kam es zunächst zum Halbfinale gegen Jugoslawien, in dem man nach 32 Minuten mit 0:2 zurück lag. Durch die Einwechslungen von Heinz Flohe (46. Minute), der in der 65. Minute den Anschlusstreffer erzielte, und Dieter Müller (79. Minute), der in der 80. Minute mit seinem ersten Ballkontakt in seinem ersten Länderspiel zum 2:2 traf, wurde die Verlängerung erreicht. In dieser gelangen Dieter Müller zwei weitere Tore zum 4:2-Sieg, durch den die deutsche Mannschaft wie vier Jahre zuvor im Finale stand. Aber es erging ihr wie der UdSSR, die 1964 ebenfalls nach dem Gewinn des Titels 1960 wieder im Finale stand: Der Titel konnte nicht verteidigt werden, was in der Folge auch keinem anderen Europameister gelang. Gegen die Tschechoslowakei lag man wie im Halbfinale schnell mit 0:2 zurück, allerdings gelang Dieter Müller mit seinem vierten EM-Tor schnell der Anschluss, es dauerte aber bis zur 90. Minute, ehe Bernd Hölzenbein der 2:2-Ausgleich gelang, womit es erneut zur Verlängerung kam. Nachdem diese torlos verlief, musste erstmals in der Geschichte großer Turniere ein Elfmeterschießen die Entscheidung bringen (acht Jahre zuvor hatte es noch ein Wiederholungsspiel gegeben). Nachdem die ersten vier tschechoslowakischen und die ersten drei deutschen Spieler ihre Elfmeter verwandelt hatten, trat Uli Hoeneß an, der schon zwei Jahre zuvor im Spiel gegen Polen einen Elfmeter verschossen hatte, geriet aber in Rückenlage und jagte den Ball in den Belgrader Nachthimmel. Anschließend machte Antonín Panenka mit einem schlitzohrig verwandelten Elfmeter alles klar, so dass der fünfte deutsche Schütze nicht mehr antreten musste. Wie vier Jahre zuvor Gerd Müller wurde auch Dieter Müller mit vier Toren Torschützenkönig.

Ebenfalls zur Geschichte der Nationalmannschaft gehört die sogenannte Schmach von Córdoba. Sie bezeichnet ein Spiel der Fußball-Weltmeisterschaft 1978 in Argentinien gegen Österreich. Der amtierende Fußballweltmeister Deutschland unterlag in Córdoba völlig überraschend der österreichischen Nationalmannschaft mit 2:3 und schied in der Zwischenrunde aus.

Die bundesdeutsche Mannschaft stand nach zwei Unentschieden gegen Italien und die Niederlande vor dem Österreich-Spiel mit 2:2 Punkten auf Platz drei in der Vierergruppe. Der Gruppensieger würde in das WM-Finale einziehen, der Gruppenzweite um den dritten Platz der WM spielen. Italien und die Niederlande (je 3:1 Punkte) mussten unentschieden spielen, damit Bundesdeutschland mit einem (deutlichen) Sieg gegen Österreich überhaupt noch eine Chance auf den Gruppensieg gehabt hätte. Da die Niederländer aber Italien mit 2:1 schlugen, hatte die DFB-Elf keine Chance mehr auf das WM-Finale. Es wurde im Österreich-Spiel somit nicht der Weltmeistertitel, sondern die Chance auf Platz drei verspielt. Helmut Schön trat nach der WM wie lange zuvor angekündigt von seinem Posten als Bundestrainer zurück.

Nach der WM 1978 trat Jupp Derwall die Nachfolge Helmut Schöns an. Unter seiner Leitung hatte die deutsche Mannschaft bis zur EM 1980 kein Spiel verloren, auch wenn nicht alle Resultate, zum Beispiel ein 0:0 in Malta, schmeichelhaft waren. Sie ging daher als einer der Favoriten in das Turnier. Bei der erstmals mit acht Mannschaften und einer Gruppenphase ausgetragenen EM 1980 in Italien kam es im ersten Spiel zur Revanche von Belgrad. In einem wenig spektakulären Spiel konnte sich die deutsche Mannschaft gegen die CSSR mit 1:0 revanchieren, im zweiten Spiel gegen die Niederländer führte die deutsche Mannschaft nach 66 Minuten durch drei Tore von Klaus Allofs mit 3:0, ehe es Rep (80./Elfmeter) und Willy van de Kerkhof (86.) wieder einmal spannend machten. Die deutsche Mannschaft konnte das 3:2 aber über die Zeit bringen. Im abschließenden Gruppenspiel reichte ein 0:0 gegen Griechenland zum Gruppensieg, der direkt ins Finale führte. Gegen Belgien, das sich überraschend gegen England, Spanien und den Gastgeber Italien durchgesetzt hatte, gelang Horst Hrubesch bereits nach zehn Minuten das 1:0. Aber nachdem Vandereycken in der 72. Minute durch einen Elfmeter der Ausgleich gelungen war, wurde es wieder einmal spannend. Erst in der 89. Minute war es erneut Hrubesch, der mit einem Kopfball den Siegtreffer erzielte und so Deutschland den zweiten EM-Titel bescherte. Und wieder kam der Torschützenkönig aus Deutschland – diesmal reichten Klaus Allofs die drei Tore aus dem Spiel gegen die Niederlande.

Deutschland galt zu Beginn der Fußball-Weltmeisterschaft 1982 als einer der Favoriten, auch wenn der amtierende Europameister bei der zuvor ausgetragenen Mundialito nicht überzeugen konnte. Aber die Mannschaft hatte sich mit acht Siegen in acht Spielen problemlos qualifiziert. Dennoch verlor Deutschland bereits sein Auftaktspiel gegen Algerien sensationell mit 1:2 und konnte das Weiterkommen erst durch Siege gegen Chile und Österreich sichern. Dabei ging die Partie gegen Österreich als Nichtangriffspakt von Gijón in die Fußballgeschichte ein. Sie wurde zum Skandal, weil beiden Mannschaften nach dem Ende des Spiels zwischen Algerien und Chile ein knapper Sieg Deutschlands zur Qualifikation für die Zwischenrunde genügte. Dementsprechend lief das Spiel in Gijón dann auch ab. Nach dem 1:0 für Deutschland durch Horst Hrubesch in der 11. Minute begnügten sich beide Mannschaften damit, den Ball im Mittelfeld hin und her zu spielen, ohne dem Gegner dabei bedrohlich nahe zu kommen. Folge dieses Spiels ist es, dass seither bei allen Turnieren die Partien des letzten Gruppenspieltags zeitgleich ausgetragen werden.

In der Zwischenrunde reichten Deutschland ein torloses Remis gegen England und ein Sieg gegen Gastgeber Spanien, da sich die bereits ausgeschiedenen Spanier und England ebenfalls torlos trennten, für den Einzug ins Halbfinale, in dem mit Frankreich und seinem Glanzmittelfeld Giresse, Tigana und Platini ein schwerer Kontrahent wartete. Die deutsche Führung in der 18. Spielminute glichen die Franzosen bereits in der 26. Minute aus, so dass das Spiel mit 1:1 in die Verlängerung ging. Zuvor hatte der deutsche Nationaltorhüter Toni Schumacher den auf sein Tor zulaufenden Patrick Battiston aus vollem Lauf mit der Hüfte erwischt. Der Franzose wurde bewusstlos, verlor außerdem drei Zähne und brach sich den Halswirbel. Schumacher, der Jahre später zu Battistons Hochzeit eingeladen wurde, nährte damit das anwachsende Bild des „hässlichen“ Deutschen. In der Verlängerung führten die Franzosen schnell mit 3:1, Deutschland glich jedoch durch Rummennige und Fischer aus. Im Elfmeterschießen verschoss erst Stielike für Deutschland, ehe nach dem Scheitern von Six und Bossis ein Elfmeter von Hrubesch für die Entscheidung sorgte.

Im Finale in Madrid musste Deutschland sich gegen Italien bewähren, das zuvor den Favoriten Brasilien mit 3:2 und Polen im Halbfinale mit 2:0 bezwungen hatte (alle fünf Tore wurden vom späteren Torschützenkönig Paolo Rossi erzielt). Rossi war es auch, dem in der zweiten Halbzeit der erste Treffer der Partie gelang; zuvor hatte Italien bereits einen Elfmeter vergeben. Nach weiteren Treffern von Tardelli und Altobelli war Breitners Anschlusstreffer zum 3:1-Endstand nur noch Ergebniskosmetik, Deutschland hatte zum zweiten Mal nach 1966 ein Weltmeisterschaftsendspiel verloren.

Die Europameisterschaft in Frankreich bescherte der Deutschen Mannschaft erstmals das Aus in der Gruppenphase bei einem großen Turnier. Schon die Qualifikation verlief holprig. Nach einer 0:1-Heimniederlage im vorletzten Spiel gegen Nordirland brauchte Deutschland im letzten Spiel gegen „Fußballzwerg“ Albanien einen Sieg um sich durch das bessere Torverhältnis zu qualifizieren. Das 1:0 der Albaner in der 23. Minute konnte Rummenigge zwar postwendend in der 24. Minute ausgleichen, es dauerte aber bis zur 80. Minute ehe Gerhard Strack mit seinem einzigen Länderspieltor das erlösende 2:1 gelang. In den Gruppenspielen hätte nach einem torlosen Remis gegen Portugal und einem 2:1-Sieg gegen Rumänien der deutschen Mannschaft ein erneutes Remis gegen Spanien zum Einzug ins Halbfinale gereicht, und bis zur 90. Minute sah es auch danach aus, dann machte aber Maceda diesen Traum zunichte und sorgte so für den vorzeitigen Abschied von Bundestrainer Jupp Derwall.

Sein Nachfolger wurde Franz Beckenbauer und da dieser keine Trainerlizenz besaß wurde erstmals die Funktion des Teamchefs eingeführt. Die Qualifikation für die WM in Mexiko, stand bereits nach 6 Spielen, von denen die ersten fünf gewonnen wurden fest, so dass sich Deutschland im vorletzten Spiel gegen Portugal erstmals eine Niederlage in einem WM-Qualifikationsspiel erlauben konnte.

Bei der WM 1986 in Mexiko wurde die Mannschaft der Bundesrepublik unter der Führung von Teamchef Franz Beckenbauer erneut Vizeweltmeister und das argentinische Team durch einen 3:2-Sieg gegen die deutsche Elf zum zweiten Mal Weltmeister. Besonders unrühmlich bei dieser Weltmeisterschaft war, dass mit Uli Stein erstmals ein Spieler während des laufenden Turniers nach Hause geschickt wurde. Überzeugen konnte die Mannschaft bei der WM erst im Halbfinale, das wie vier Jahre zuvor gegen Frankreich gewonnen wurde. In der Gruppenphase belegte Deutschland nach einem Remis gegen Uruguay, einem Sieg gegen Schottland und einer Niederlage gegen Dänemark nur den zweiten Platz. Das Achtelfinale gegen die Marokkaner, die sich in ihrer Gruppe gegen die stärker eingeschätzten Portugiesen durchgesetzt hatten, wurde erst in der 88. Minute durch ein Freistoßtor von Matthäus entschieden und das Viertelfinale gegen Mexiko wurde erst im Elfmeterschießen gewonnen, bei dem Schumacher zwei Elfmeter halten konnte.

Die Europameisterschaft 1988 im eigenen Land sollte Teamchef Beckenbauer nach der Vize-Weltmeisterschaft zwei Jahre zuvor den ersten Titel bescheren, aber nach einem glücklichen 1:1 gegen Italien in der Vorrunde und zwei 2:0-Siegen gegen Dänemark und Spanien, war im Halbfinale gegen die Niederländer Endstation. Deutschland war zwar durch einen von Matthäus in der 55. Minute verwandelten Elfmeter in Führung gegangen, den Niederländern gelang aber ebenfalls durch einen Elfmeter in der 74. Minute der Ausgleich. Als sich beide Teams schon auf eine Verlängerung eingestellt hatten, nutzte Marco van Basten die einzige Unaufmerksamkeit von Jürgen Kohler zum 2:1-Siegtreffer. Im Finale in München zelebrierten die Niederländer dann Traumfußball und wurden verdient Europameister.

Die Qualifikation zur Weltmeisterschaft 1990 führte Deutschland und die Niederlande erneut zusammen. Beide Spiele endeten remis und da Deutschland in Wales nur ein 0:0 gelang war im letzten Spiel ein Sieg gegen die Waliser notwendig um sich noch als einer der beiden besten Gruppenzweiten qualifizieren zu können. Die Waliser gingen aber in der 11. Minute in Führung. Rudi Völler in der 25. und Thomas Häßler in der 48. Minute sorgten aber letztendlich für die glückliche Qualifikation.

Bei der Fußball-Weltmeisterschaft 1990 in Italien starte Deutschland furios. Mit einem 4:1 gegen Geheimtipp Jugoslawien gelang ein überzeugender Start. Auch das zweite Spiel gegen die Vereinigten Arabischen Emirate wurde mit 5:1 gewonnen. Im dritten Spiel gegen Kolumbien konnte erst in der 88. Minute das 1:0 erzielt werden, durch eine Unachtsamkeit in der Schlussminute wurde der Sieg aber noch verspielt. Im Achtelfinale kam es erneut zum Aufeinandertreffen mit den Niederländern. Die Partie begann hektisch, in der 22. Minute wurden Frank Rijkaard und Rudi Völler wegen einer Unsportlichkeit vom Platz gestellt. Letztlich schwächte diese Hinausstellung die Niederländer stärker, da damit die Achse „Rijkaard-Gullit-van Basten“ gesprengt war, während auf Deutscher Seite Jürgen Klinsmann die Hinausstellung von Völler durch eine seiner besten Leistungen in der Nationalmannschaft kompensierte und in der 51. Minute das 1:0 erzielte. Nach einem Tor von Brehme in der 85. Minute gelang trotz des 1:2-Anschlusstreffers in der 89. Minute der Viertelfinaleinzug gegen die Tschechoslowakei. Dieses wurde durch ein Elfmetertor von Matthäus entschieden, die Mannschaft zeigte hierbei aber die schwächste Turnierleistung. Das Halbfinale war erneut dramatisch, nach 120 Minuten stand es gegen England 1:1 und das Elfmeterschießen musste entscheiden. Für England war es das erste Elfmeterschießen und der Beginn eines lang anhaltenden Elfmetertraumas. Nach dem mit 4:3 gewonnenen Elfmeterschießen stand die deutsche Elf als erste Mannschaft zum dritten Mal hintereinander im WM-Finale. Erneut hieß der Endspielgegner Argentinien. Mit einem knappen, aber hochverdienten 1:0-Sieg (Andreas Brehme durch Foulelfmeter) war der dritte und vorerst letzte WM-Titel perfekt. Franz Beckenbauer ragt in der Geschichte des DFB und der Nationalmannschaft seitdem besonders heraus, weil es dem „Kaiser“ gelang, in Doppelfunktion Weltmeister zu werden: als Kapitän 1974 und als Trainer 1990.

Durch den dritten Titel stieg die deutsche Mannschaft zum erfolgreichsten Nationalteam bei Weltmeisterschaften auf, da sie zu diesem Zeitpunkt die meisten Spiele der WM-Geschichte hatte (67) und durch die drei Vizeweltmeisterschaften öfter im Finale stand als Brasilien und Italien (beide ebenfalls drei Titel, aber jeweils nur drei beziehungsweise vier Endspielteilnahmen). Aber schon bei der WM 1994 wurde die deutsche Elf wieder von Brasilien abgelöst.

Nach der Weltmeisterschaft trat Franz Beckenbauer als Teamchef zurück, sein Nachfolger wurde Berti Vogts, der zuvor Nachwuchs- bzw. Jugendtrainer beim DFB war und von 1986 bis 1990 zum Trainerstab von Beckenbauer gehörte. Seine erste Aufgabe war die Qualifikation für die Fußball-Europameisterschaft 1992 in Schweden, bei der er sich gegen Wales durchsetzen konnte.

Bei der Qualifikation trat erstmals eine gesamtdeutsche Mannschaft an. Kurioserweise war die DDR zuvor in die deutsche Qualifikationsgruppe gelost worden, das Qualifikationsspiel der DDR gegen Belgien war das letzte Spiel der DDR-Nationalmannschaft. Es wurde aber nach der Wiedervereinigung und dem Rückzug der DDR-Nationalmannschaft aus der Wertung genommen. Das ursprünglich als „Fest des deutschen Fußballs“ geplante „Vereinigungsspiel“ gegen die DFV-Auswahlmannschaft am Tag der Wiedervereinigung wurde nach Gewaltandrohungen von Hooligans und auf Grund des schlechten baulichen Zustandes des Leipziger Zentralstadions abgesagt. Am 19. Dezember 1990 trat dann bei einem Spiel gegen die Schweiz in Stuttgart erstmals eine gesamtdeutsche Mannschaft an.

Nach eher dürftigen Leistungen in der EM-Vorrunde, unter anderem einem 1:3 gegen die Niederlande, erreichte die deutsche Mannschaft nach ihrem besten Spiel gegen Gastgeber Schweden zum vierten Mal das Finale einer EM. Sie gingen somit als Favorit ins Finale, denn die Dänen, die nur durch den Ausschluss Jugoslawiens nachgerückt waren, schienen schon im Halbfinale, das sie durch Elfmeterschießen gegen die Niederlande gewannen, am Ende ihrer Kräfte zu sein. Die deutsche Mannschaft fand aber in keiner Phase zu ihrem Spiel und verlor verdient mit 0:2. Immerhin konnte sich Karlheinz Riedle mit drei anderen Spielern die Torjägerkrone teilen, alle vier hatten je drei Tore geschossen.

Bei der WM 1994 in den USA, für die Deutschland als Titelverteidiger qualifiziert war, gewann die deutsche Mannschaft erstmals als amtierender Weltmeister das Eröffnungsspiel, wobei zum Sieg gegen Bolivien ein 1:0 reichte. Nach einem 1:1-Unentschieden gegen Spanien wurde Südkorea knapp mit 3:2 bezwungen und die Mannschaft Gruppenerster. Unrühmlich war das Verhalten von Stefan Effenberg, der in diesem Spiel von deutschen Fans provoziert worden war und dies mit dem ausgestreckten Mittelfinger quittierte. Für diese Geste wurde er von Bundestrainer Vogts aus der Mannschaft ausgeschlossen. Im Achtelfinale kam es gegen Belgien zu einem weiteren 3:2. Anschließend musste Deutschland im Viertelfinale gegen Bulgarien, das zuvor noch bei keiner Weltmeisterschaft über das Achtelfinale hinausgekommen war, nach anfänglicher Führung eine 1:2-Niederlage einstecken. Die deutsche Mannschaft kam somit erstmals seit der WM 1978 nicht unter die besten Vier des Turniers.

Bei der Qualifikation zur Euro 1996 trafen Deutschland und Bulgarien erneut aufeinander. Das Hinspiel in Sofia konnten wieder die Bulgaren gewinnen, diesmal mit 3:2. Im für die Qualifikation bedeutungslosen Rückspiel (beide wären auch bei einer Niederlage als einer der besten Gruppenzweiter qualifiziert gewesen) gelang Deutschland mit 3:1 die Revanche und damit die Qualifikation als Gruppensieger.

In England gewann die Mannschaft unter Nationaltrainer Berti Vogts dank des ersten Golden Goals der EM-Geschichte durch Oliver Bierhoff zum dritten und bislang letzten Mal eine Europameisterschaft und erreichte als erste Mannschaft zum fünften Mal das Finale. Das Turnier in England wurde erstmals mit 16 Mannschaften ausgetragen. Die Vorrunde beendete Deutschland mit einem 2:0 gegen Tschechien, einem überzeugenden 3:0 gegen Russland und einem glücklichen 0:0 gegen Italien, bei dem Andreas Köpke einen Elfmeter hielt ohne Gegentor. In einem spannenden Viertelfinale konnte Kroatien mit 2:1 besiegt werden, ehe es im Halbfinale zum erneuten Elfmeter-Krimi gegen England kam. Wie sechs Jahre zuvor bei der WM 1990 in Italien hatten auch diesmal die deutschen Spieler die besseren Nerven, so dass es im Finale zum erneuten Aufeinandertreffen mit den Tschechen kam. Diese gingen in der 59. Minute durch einen Elfmeter in Führung, und es dauerte bis zur 73. Minute, ehe Bierhoff der Ausgleich gelang. Sein zweites Tor in der Verlängerung beendete dann das Spiel vorzeitig und bescherte Deutschland den dritten Titel.

Die direkte Qualifikation zur WM 1998 gelang erst am letzten Spieltag durch ein dramatisches 4:3 gegen Albanien, die durch ein Eigentor von Kohler in der 55. Minute in Führung gegangen waren und die zwischenzeitlichen Führungen durch Helmer, Bierhoff und Marschall immer wieder ausgleichen konnten. Erst in der 90. Minute gelang Oliver Bierhoff der 4:3-Siegtreffer.

Als amtierender Europameister trat Deutschland bei der WM 1998 in Frankreich an. In einer politisch brisanten Gruppe (Deutschland hatte früh die von Jugoslawien abgespaltenen Teilrepubliken anerkannt, die USA und der Iran befinden sich seit der Islamischen Revolution in permanenter Konfrontation) mit Jugoslawien, der USA und Iran wurde Deutschland Gruppenerster: Nach dem 2:0 gegen die USA folgten ein 2:2 nach 0:2-Rückstand gegen Jugoslawien und ein 2:0 gegen den Iran. Das zweite Spiel wurde von Ausschreitungen deutscher Hooligans in Lens überschattet, bei denen der französische Polizist Daniel Nivel lebensgefährlich verletzt wurde. Ein Ausschluss Deutschlands vom Turnier stand zur Debatte. Nach einem hart erkämpften 2:1 gegen Mexiko traf Deutschland im Viertelfinale wie bereits bei der vorhergegangenen Europameisterschaft auf Kroatien. Nach einem Platzverweis gegen Christian Wörns verloren die Deutschen 0:3 – die höchste Endrunden-Niederlage seit dem 3:6 gegen Frankreich bei der WM 1958. Kurz nach der Weltmeisterschaft trat Bundestrainer Berti Vogts von seinem Posten zurück, nachdem die Nationalmannschaft in zwei Testspielen wieder nicht überzeugen konnte. Sein Nachfolger Erich Ribbeck war der einzige Bundestrainer, der keine Mannschaft bei einer WM betreute.

Der Konföderationen-Pokal – der aus dem König-Fahd-Pokal hervortrat – war für den Deutschen Fußballbund zunächst wenig interessant, passte den meisten Bundesligavereinen doch die Terminierung bei einer zunehmenden Belastung durch internationale Wettbewerbe nicht ins Konzept. Daher verzichtete der DFB auf die Teilnahme am Konföderationen-Pokal des Jahres 1997, obwohl die Nationalmannschaft als amtierender Europameister qualifiziert war. Stattdessen nahm der Vizeeuropameister Tschechien teil.

Bei der Austragung für den Konföderationen-Pokal des Jahres 1999 sah man sich im Zuge der Bewerbung für die WM 2006 „gezwungen“, als Europameister des Jahres 1996 doch an dem in Mexiko stattfindenden Turnier teilzunehmen. Die von Erich Ribbeck betreute Mannschaft nahm aber ohne große Vorbereitung die Strapazen auf sich und musste gleich im ersten Spiel gegen Brasilien eine herbe 0:4-Niederlage einstecken. Das zweite Spiel gegen den Ozeanienmeister Neuseeland wurde zwar 2:0 gewonnen, das dritte Spiel gegen die USA jedoch mit 0:2 verloren, so dass Deutschland erstmals seit 1984 bei einem Turnier in der Vorrunde ausschied.

Die Qualifikation für die Euro 2000 begann mit einer 0:1-Niederlage in der Türkei, da aber die folgenden sechs Qualifikationsspiele gewonnen wurden, reichte zur direkten Qualifikation im letzten Spiel ein 0:0 gegen die Türkei, bei dem Deutschland erstmals auf heimischem Boden ein „Auswärtsspiel“ bestritt, denn im Münchner Olympiastadion waren mehr türkische als deutsche Zuschauer.

Nachdem eine Revolte der Spieler gegen Trainer Erich Ribbeck abgewehrt werden konnte, startete man schlecht in die Fußball-Europameisterschaft 2000. Gegen den Außenseiter der Gruppe, Rumänien, erreichte man mit Müh und Not ein 1:1-Unentschieden. Im Klassiker gegen England steigerte man sich zwar kämpferisch, verlor aber aufgrund eines Treffers von Alan Shearer mit 0:1. Damit sollte das Vorrundenaus besiegelt sein, schließlich rechneten wenige Beobachter mit einem Sieg gegen Portugal bei einem gleichzeitigen Unentschieden der Rumänen gegen England. Da Rumänien aber sogar gewann, war es umso bitterer, dass die DFB-Elf gegen die B-Mannschaft der bereits qualifizierten Portugiesen eine 0:3-Niederlage einstecken musste. Diese herbe Niederlage besiegelte schließlich das Ende der Ära Ribbeck, den einige als den Totengräber des deutschen Fußballs bezeichneten. Rudi Völler übernahm daraufhin das Amt des Bundestrainers. Dass das Niveau nach Aussage Ribbecks bei Europameisterschaften aufgrund der kleineren Anzahl von Fußball-Zwergen mittlerweile höher sei als bei Weltmeisterschaften, zeigte sich auch im folgenden EM-Turnier 2004.

Mit der Niederlage gegen Portugal endete auch die Ära Matthäus, der als einziger Nationalspieler mehr als 20 Jahre in der Nationalmannschaft gespielt hatte.

Rudi Völler gelang in seinem ersten Spiel mit 4:1 gegen eine noch in der Saisonvorbereitung steckende spanische Mannschaft und einem 1:0 gegen England im letzten Spiel im alten Wembley-Stadion auch ein verheißungsvoller Auftakt. Für die Qualifikation zur Weltmeisterschaft musste die Mannschaft aber in die Relegation gegen die Ukraine, da in der Gruppe nach einer 1:5-Heimniederlage gegen England und einem 0:0 im letzten Spiel gegen Finnland, auf Grund des schlechteren Torverhältnisses, nur der zweite Platz belegt wurde.

Bei der WM 2002 gelang aber der Einzug ins Endspiel, in dem erstmals die beiden Nationalmannschaften aufeinander trafen, die bis dahin die meisten WM-Spiele und die meisten Finalteilnahmen aufzuweisen hatten: Brasilien und Deutschland. Dabei konnten die Deutschen die Erwartungen, die das 8:0 im Auftaktspiel gegen Saudi-Arabien auslöste, lediglich durch die Ergebnisse erfüllen. Diesem höchsten Sieg einer deutschen Mannschaft bei einer Weltmeisterschaft folgten ein hart umkämpftes 1:1 gegen Irland und ein 2:0 gegen Kamerun. Deutschland zog mit drei 1:0-Siegen gegen Paraguay, die USA und Südkorea in der K.o.-Runde ins Finale ein. Dank des überragenden Oliver Kahn, der mit der Lev-Yashin-Trophäe für den besten Torhüter und dem Adidas Golden Ball für den besten Spieler des Turniers ausgezeichnet wurde, gelangen drei 1:0-Siege und damit der siebte Einzug in ein WM-Finale. Ohne den gelbgesperrten Michael Ballack, der im Viertel- und Halbfinale den Siegtreffer geschossen hatte, machte die deutsche Mannschaft im Finale ihr bestes Spiel in der K.o.-Runde. Erst in der 67. Minute nutzte Ronaldo einen Fehler von Oliver Kahn zum 1:0. Ein weiteres Ronaldo-Tor in der 79. Minute entschied das Spiel.

Für den Konföderationen-Pokal 2003 war man als Vizeweltmeister ebenfalls qualifiziert, verzichtete aber erneut auf die Teilnahme. Weil die WM-Ausrichtung schon in trockenen Tüchern war, konnte man sich einen Verzicht wiederum leisten.

Pikanterweise traf man in der Qualifikation für die EM 2004 auf die vom ehemaligen Bundestrainer Berti Vogts betreuten Schotten. Das erste Spiel in Glasgow endete 1:1, durch ein 2:1 am vorletzten Spieltag in Dortmund gegen Schottland gelang die Qualifikation, während die Schotten in der Relegation gegen die Niederländer ausschieden. Bei der Europameisterschaft in Portugal musste die Mannschaft wieder die frühe Heimreise antreten. Hatten die deutschen Anhänger nach dem Unentschieden gegen die Niederlande Hoffnung, besiegelten schwache Leistungen beim 0:0 gegen Lettland und der Niederlage gegen die B-Elf von Tschechien das vorzeitige Ausscheiden. Rudi Völler trat anschließend von seinem Amt zurück. Dieser überraschende Rückzug zwei Jahre vor der WM im eigenen Land stellte den DFB vor die schwierige Aufgabe, einen Nachfolger zu finden. Die zu diesem Zweck gebildete „Trainerfindungskommission“ handelte sich aber viele Absagen ein (unter anderen von Ottmar Hitzfeld, Morten Olsen und Arsène Wenger). Nach wochenlanger Suche übernahm den Posten schließlich Jürgen Klinsmann, der der DFB-Führung von Berti Vogts empfohlen worden war.

Da der Confed-Cup in den Jahren vor der Weltmeisterschaft zum Testturnier für die Weltmeisterschaft umgemünzt wurde, war Deutschland 2005 verpflichtet, dieses Turnier auszurichten. Um die Stimmung im Hinblick auf die WM zu verbessern, bot Bundestrainer Jürgen Klinsmann – im Gegensatz zu den späteren Finalisten Argentinien und Brasilien – die seinerzeit nach seiner Meinung besten deutschen Spieler auf. Allerdings hatte Klinsmann die knapp ein Jahr zuvor von Rudi Völler übernommene Mannschaft verjüngt und ihr ein neues, sehr offensives Konzept gegeben. Dies führte dann gegen Australien zu einem wahren Torefestival, an dessen Ende ein 4:3-Sieg für die deutsche Mannschaft stand. Gegen Tunesien gelang es dann sogar beim 3:0, „hinten dicht zu halten“. Gegen die spielstarken, aber nicht in Bestbesetzung angetretenen Argentinier reichte es – im Übrigen ohne Kapitän Michael Ballack – „nur“ zu einem 2:2, was trotzdem den Gruppensieg einbrachte.

Da Brasilien in der anderen Gruppe überraschend gegen Mexiko verloren hatte, kam es im Halbfinale zur Revanche für das WM-Finale von 2002. Die individuelle Klasse der Brasilianer, insbesondere des bei Inter Mailand tätigen Adriano, der zwei Treffer zum 3:2-Sieg der Brasilianer beisteuerte, verhinderte erneut einen Sieg gegen den Rekordweltmeister. So reichte es nur für das „kleine Finale“, in dem die Mexikaner, die ihr Halbfinale erst im Elfmeterschießen gegen Argentinien verloren hatten, der Gegner waren. Erneut kam es zu einem „Tag der offenen Tür“, bei dem die deutsche Mannschaft nach 120 Minuten mit 4:3 die Nase vorn hatte.

Vor Beginn der Heim-WM 2006 wurden die Erfolgsaussichten des DFB-Teams in der Öffentlichkeit eher pessimistisch beurteilt, nicht zuletzt aufgrund schwacher Testspiele (wie dem 1:4 gegen Italien oder einem hart erkämpften 2:2 gegen Japan). Bundestrainer Jürgen Klinsmann, mit neuen Trainingsmethoden und einem vierköpfigen Team (Joachim Löw, Oliver Bierhoff, Andreas Köpke), dagegen erklärte das Erringen des Weltmeistertitels im eigenen Land zum Ziel.

Beim offiziellen Eröffnungsspiel gegen Costa Rica zeigte die deutsche Mannschaft über weite Strecken den vom Bundestrainer anvisierten Angriffsfußball, offenbarte aber beim 4:2-Sieg auch die bekannten Schwächen in der Abwehr. Gegen die auf ein Unentschieden spekulierende polnische Mannschaft wollte lange Zeit über kein Tor fallen, bis kurz vor Schluss der zuvor eingewechselte Oliver Neuville nach einer Flanke des ebenfalls eingewechselten David Odonkor den erlösenden Siegtreffer erzielte. Dieser erste Erfolg über eine europäische Mannschaft in einem Turnier seit 1996 und die Umstände seines Entstehens lösten in Deutschland eine Begeisterungswelle aus. Nach dem klaren 3:0-Erfolg gegen Ecuador hatte das DFB-Team die erfolgreichste Vorrunde seit der WM 1970 absolviert.

Im Achtelfinale traf man auf Schweden, das durch zwei frühe Tore mit 2:0 besiegt wurde. Im Viertelfinale lautete der Gegner Argentinien, das mit ihrem Spielmacher Juan Riquelme und starken Leistungen imponiert hatte. Das DFB-Team setzte sich nach einem 1:1 nach Verlängerung letztendlich dank zweier Paraden von Jens Lehmann mit 4:2 nach Elfmeterschießen durch. Deutschland verpasste nach einem 0:2 nach Verlängerung gegen Italien den Einzug ins Finale der WM 2006. Durch einen 3:1-Sieg gegen Portugal wurde Deutschland Dritter. Mit Miroslav Klose wurde zum zweiten Male nach 1970 (Gerd Müller) ein deutscher Spieler Torschützenkönig einer Weltmeisterschafts-Endrunde. Eine weitere Auszeichnung erhielt Kloses Sturmpartner Lukas Podolski, welcher zum besten Nachwuchsspieler der WM gewählt wurde.

Insgesamt zeigte die Mannschaft eine überzeugende Leistung und wurde von der internationalen Presse dafür gewürdigt. Im eigenen Land wurde sie als „Weltmeister der Herzen“ bezeichnet, weil sie wegen ihrer Spielfreude in einem ansonsten von der Defensive geprägten Turnier die Zuschauer begeistern konnte.

Nach der erfolgreichen Weltmeisterschaft 2006 und dem Rücktritt von Jürgen Klinsmann als Teamchef konnte sich die deutsche Mannschaft unter dem neuen Bundestrainer Joachim Löw als erstes Team für die Fußball-Europameisterschaft 2008 qualifizieren. Bereits nach neun absolvierten Partien war Deutschland die Teilnahme an der Endrunde nicht mehr zu nehmen. Nach der erfolgreichen Qualifikation verlor die Mannschaft aber das darauf folgende Heimspiel gegen Tschechien und wurde am Ende der Qualifikation mit zwei Punkten Rückstand Zweiter der Qualifikationsgruppe D. In der Qualifikation erzielte die Mannschaft die meisten Tore aller Teilnehmer. Prestigeträchtig war ferner ein 2:1-Auswärtserfolg im Freundschaftsspiel gegen England.

Bei der Fußball-Europameisterschaft 2008 besiegte die deutsche Nationalmannschaft unter Joachim Löw in der Vorrunde zunächst Polen, unterlag dann Kroatien mit 1:2, und zog schließlich durch ein 1:0 gegen Österreich als Gruppenzweiter ins Viertelfinale ein, wo sie auf Portugal traf und mit einem 3:2 zum sechsten Mal das Halbfinale einer EM erreichte. Während des Spieles konnte Löw die Mannschaft nicht betreuen, da er wegen eines Tribünenverweises im Spiel gegen Österreich für das Viertelfinale gesperrt war. Seinen vorläufigen Kader für die EM hatte Löw am 16. Mai auf dem höchsten Berg Deutschlands, der Zugspitze, benannt um sein Motto „Bergtour“ zu unterstreichen.

Am 25. Juni siegten sie im Halbfinalspiel gegen die Türkei mit 3:2 und standen damit zum sechsten Mal im Finale einer Europameisterschaft, wo sie auf Spanien trafen.

Im Endspiel gegen Spanien am 29. Juni unterlag die deutsche Mannschaft mit 0:1 und wurde somit 2008 Vize-Europameister.

Die ersten großen Fußballturniere fanden bei den Olympischen Spielen statt, zunächst 1900 und 1904 als Demonstrationssportart mit Vereinsmannschaften, 1908 als offizielle olympische Sportart. Deutsche Mannschaften nahmen aber in diesen Jahren noch nicht teil. Insgesamt war man nur bei drei von sieben Turnieren für A-Nationalmannschaften dabei.

Die Deutsche Nationalmannschaft ist nach Brasilien (fünf Titel) und Italien (vier WM-Titel) die erfolgreichste Fußballnationalmannschaft der Welt. Bereits siebenmal stand sie im Endspiel einer Fußball-Weltmeisterschaft. Dreimal (1954, 1974 und 1990) konnte die deutsche Mannschaft den Weltmeistertitel gewinnen, viermal (1966, 1982, 1986, 2002) ging sie als Vize-Weltmeister vom Platz. Hinzu kommen drei dritte Plätze bei den WM-Endrunden 1934, 1970 und 2006. Mit Ausnahme der Turniere 1930 und 1950 hat das DFB-Team an allen Weltmeisterschaften teilgenommen, wobei sie 1930 verzichtete (Weltwirtschaftskrise, Aufwendungen für eine Teilnahme in Uruguay konnten nicht aufgebracht werden) und sich 1950 nicht qualifizieren durfte (der DFB gründete sich erst 1949 neu, aufgrund des Krieges wurde er 1945 aufgelöst). Zusammen mit Brasilien hat sie mit 92 Spielen die meisten WM-Spiele bestritten. Bei der WM 1974 nahm zudem die Auswahl des DDR-Verbandes DFV teil.

Die bundesdeutsche Fußballnationalmannschaft konnte sich seit 1972 für alle Europameisterschaftsendrunden qualifizieren und ist damit die Mannschaft mit den meisten Teilnahmen. Bei den ersten Turnieren 1960 und 1964 war man an einer Teilnahme allerdings noch nicht interessiert, da Bundestrainer Sepp Herberger sich durch die EM beim Aufbau für die WM gestört fühlte. Erst unter seinem Nachfolger Helmut Schön wollte sich die Mannschaft erstmals qualifizieren, scheiterte aber dabei. Bei der ersten gelungenen Qualifikation 1972 wurde dann aber sofort der erste Titel gewonnen und mit zwei weiteren Titeln ist Deutschland derzeit Rekordeuropameister. Seitdem nahm Deutschland an allen Endrunden teil und ist das einzige Land, das an allen 1980 bis 1992 mit acht Mannschaften ausgetragenen Turnieren teilnahm. Dreimal schied man aber auch in der Vorrunde aus, was jeweils zu Trainerwechseln führte. Im ersten Spiel der Endrunde der EM 2008 konnte Deutschland erstmals nach zwölf Jahren wieder ein Spiel bei einer Endrunde gewinnen, bei den Turnieren 2000 und 2004 war die Mannschaft sieglos geblieben.

Die Nationalmannschaft nahm bisher zweimal, 1999 als Europameister und 2005 als Gastgeber, am Konföderationen-Pokal teil, zweimal (1997 und 2003) verzichtete man als qualifizierter Europa- bzw. Vizeweltmeister auf die Teilnahme. Für den Konföderationen-Pokal 2009 ist Deutschland nicht qualifiziert.

Die deutsche Nationalmannschaft bestreitet ihre Heimspiele in weißen Trikots und schwarzen Hosen, den Farben Preußens. Weiß, oft auch mit rot, war oder ist zudem auch in anderen Sportarten bei deutschen Sportlern in Gebrauch, bei den Leichtathleten, im Skisport und sogar im Motorsport (abgesehen von den Silberpfeilen). Diese Tradition stammt noch aus den Anfangsjahren der Nationalmannschaft und überstand die verschiedenen politischen Neuordnungen Deutschlands. In diesen Farben gewann Deutschland die jeweils drei WM- und EM-Titel, verlor aber auch 1966 gegen die ausnahmsweise in rot spielenden Engländer, 1970 und 1982 gegen Italien sowie 2002 gegen Brasilien. Die Paarung einer Mannschaft in Gelb-Blau-Weiß gegen eine in Weiß-Schwarz-Weiß wäre noch in den 1970er Jahren mit Rücksicht auf Schwarz-Weiß-Fernseher undenkbar gewesen.

Die Farbe des Auswärtstrikots wechselte häufiger, die meisten Auswärtsspiele – in denen es nicht möglich war mit weißen Trikots zu spielen – bestritt sie mit grünen Trikots und weißen Hosen, den Farben des DFB beziehungsweise denen eines Spielfeldes. Wichtige Spiele in diesen Farben waren zum Beispiel 1954 der 6:1-Sieg im Halbfinale gegen Österreich, 1972 der 3:1-Sieg im Wembley-Stadion oder die 2:3-Niederlage gegen Argentinien 1986 in Mexiko. Kurioserweise führten die Argentinier ihre Niederlage im WM-Finale 1990 auch darauf zurück, dass sie nun diesmal in ihren blauen Reserve-Trikots spielen mussten und nicht in ihren hellblau-weiß-gestreiften Trikots und schwarzen Hosen antreten konnten wie vier Jahre zuvor. Abgesehen von grün kamen zwischenzeitlich auch ein graues und ein schwarzes Trikot zum Einsatz. Seit dem Amtsantritt von Jürgen Klinsmann wird rot als alternative Farbe bevorzugt und anfangs und zuletzt am 27. Mai 2008 gegen Weißrussland auch in einigen Heimspielen eingesetzt. Die rote Farbe wurde gewählt, da Mannschaften in Rot temperamentvoller wirken. Für Zuschauer sind die Spieler in roten Hemden besser sichtbar als in grünen. Aber bereits am 14. April 1911 spielte Deutschland in roten Jerseys und schwarzen Hosen gegen England.

Bei den Olympischen Spielen 1928 spielte die Nationalmannschaft in weißen Hemden mit rotem Brustring und weißen Hosen.

Im Spiel um Platz drei bei der WM 1970 und bei der „Wasserschlacht von Frankfurt“ gegen Polen spielte Deutschland ganz in Weiß, also auch mit weißen Hosen.

Bis zur WM 1986 waren die „Heimtrikots“ der deutschen Nationalelf ausschließlich in Weiß und Schwarz gehalten. Erst in Mexiko gab es einen allerersten Farbklecks auf dem geschneiderten Stoff zu entdecken: Teile des Kragens waren in den Nationalfarben Schwarz-Rot-Gold gehalten. Zudem wurde auch zeitweise das Markenzeichen des Ausrüsters, die „drei Streifen“, in Schwarz-Rot-Gold auf Weiß ausgeführt. Zwei Jahre später dann eine kleine Revolution: Ein schwarz-rot-goldgelber Streifen zog sich bei der Europameisterschaft 1988 im eigenen Land in Form einer Fieberkurve quer über das deutsche Trikot. Jenes Design brachte zwei Jahre später – bei der WM 1990 in Italien – noch mehr Glück. Deutschland wurde in diesem Dress Weltmeister, nach 1954 und 1974 zum dritten Mal.

1992 bei der EM in Schweden gab es weitere Neuerungen: erstmals prangte, in den US-Profiligen längst üblich, auf dem Rücken der Nachname des jeweiligen Spielers. Zudem wurde die Rückennummer zusätzlich in Kleinformat auf die Vorderseite der Trikots geflockt, bislang war nur die Hose mit der Nummer markiert. Die Schwarz-Rot-Gold-Streifen fanden sich diesmal in Höhe der Schultern wieder. Das WM-Trikot von 1994 mit dem sogenannten „Schwingen-Design“ sollte die Schwingen des deutschen Adlers symbolisieren – jene Trikots wurden allerdings kontrovers diskutiert. Zur EM 1996 besann man sich wieder alter Traditionen und trug ein rein weißes Trikot mit einem schwarzen Wappen auf der linken Brust auf dem in Weiß der Bundesadler aufgestickt war. Eine Neuerung waren die drei Sterne für die drei WM-Titel in Schwarz-Rot-Gold über dem Wappen.

1998 zur WM in Frankreich brachte der Ausrüster wieder etwas mehr Farbe auf das weiße Dress und zwar passend zum Ausrüster-Logo drei Streifen in den deutschen Nationalfarben, die quer über die Brust gingen. Unter beiden Ärmeln war ein breiter schwarzer Streifen angebracht. Für viele sehr einfallslos wirkte das Trikot zur EM 2000. Weiß und Grau waren die dominierenden Farben (weißes Hemd und graue Ärmel). Auch 2002 sparte man an Farben und lief in Asien bei der WM in strahlendem Weiß auf, einzig der Kragen und der Ärmel-Bund waren schwarz abgesetzt. Dieses Jersey sollte an die Trikots der beiden Fußball-Weltmeistertitel von 1954 und 1974 erinnern und ein gutes Omen sein. In Portugal zur EM 2004 wurden die Ärmel des Trikots zu Deutschlandfahnen, und zur WM 2006 im eigenen Land wurden geschwungene Linien in Schwarz-Rot-Gold auf dem Trikot angebracht.

Bei der WM 2006 bestritt Deutschland alle Spiele mit weißen Trikots und schwarzen Hosen. Dies wurde von der FIFA so festgelegt, obwohl bei einer WM auch der Gastgeber nicht automatisch in jedem Spiel „Heimrecht“ genießt.

Die Ausrüstung der Nationalmannschaft wird traditionell von der Firma Adidas gestellt. Ein Mitarbeiter der Firma – in früheren Jahren der Firmengründer Adolf Dassler – gehört bei großen Turnieren zum Betreuerstab der Mannschaft, bei der WM 2006 war das der frühere Bundesligaprofi Manfred Drexler. In der Vergangenheit kam es auch öfter zu Problemen mit einzelnen Spielern, wie beispielsweise Günter Netzer, wenn diese in ihren Vereinen oder durch Privatverträge Schuhe anderer Hersteller trugen. Der DFB konnte sich in diesen Fällen aber immer durchsetzen, so dass die Nationalmannschaft „einheitlich“ antrat. Seit dem EM-Qualifikationsspiel gegen Irland am 2. September 2006 ist es den Spielern freigestellt, Fußballschuhe und Torwarthandschuhe anderer Ausrüster zu tragen.

Mit dem Trikot zur Europameisterschaft 2008 lief die deutsche Mannschaft erstmals am 17. November 2007 gegen Zypern auf. Dabei erstreckt sich ein schwarz-rot-goldener Ring über die Brust. Der schwarze Streifen ist um vieles breiter, um den weiß gehaltenen Trikotnummern einen erkennbaren Hintergrund zu geben. Auch der Adler ist wie zur EM 1996 weiß auf schwarzem Grund. Das neue rote Auswärtstrikot mit einem breiten schwarzen Mittelstreifen soll an das erste Länderspieltrikot im Jahr 1908 erinnern. Die drei Sterne auf dem Trikot stehen für die drei gewonnenen Weltmeisterschaften 1954, 1974 und 1990. Im EM-Kader 2008 trugen elf Spieler der Nationalelf Schuhe von Adidas, sieben Spieler (u.a. Miroslav Klose) von Nike und vier Spieler (u.a. Mario Gómez) Schuhe von Puma. Die Schuhe von Adidas für die Spieler der Nationalelf werden in Scheinfeld in Deutschland hergestellt und sind entsprechend angefertigte individuelle Sondermodelle für die Spieler. So trägt der Schuh des Spielers Michael Ballack vom Typ Predator auch die Namen seiner drei Söhne. Rund sechs Schuhpaare für jeden Spieler wurden von Adidas für elf der Nationalspieler für die EM 2008 gefertigt. Die Handschuhe von Nationaltorhüter Robert Enke stammen vom Hersteller uhlsport.

Nach einer Regeländerung der FIFA dürfen zu den Qualifikationsspielen der Fußball-Weltmeisterschaft 2010 die Trikots nur noch mit Nummern von eins bis 18 versehen werden. Der DFB legte unmittelbar nach Aufkommen der Regel Protest bei der FIFA ein, da so laut Bierhoff erhebliche Vermarktungsprobleme auftreten werden (So kann z.B. Lukas Podolski seine gewohnte Nummer 20 nicht mehr tragen). Diesen Einspruch wies die FIFA allerdings zurück. Nun hofft der DFB, dass sich mehrere Verbände an einer Klage beteiligen.

Die deutsche Nationalmannschaft hat kein Nationalstadion wie z. B. die Englische Fußballnationalmannschaft mit dem Wembley-Stadion. So finden die Heimspiele seit jeher in wechselnden Stadien statt, wobei die Auswahl von der Bedeutung des Spieles und des Gegners abhängt. In einigen Fällen (WM 1974 und 2006, EM 1988) ergaben sich auch die Spielorte durch den Turnierverlauf, wenn auch im Vorhinein durch das Setzen bei der Auslosung bestimmte Orte bevorzugt wurden.

Bisher spielte die deutsche Mannschaft in 39 zum Zeitpunkt des Spieles deutschen Städten. Das erste Heimspiel und die meisten Spiele (42) fanden in Berlin statt, gefolgt von Hamburg (inkl. Altona) mit 32, Stuttgart mit 29 und Hannover mit 24 Spielen. Auch wenn der FC Schalke 04 während der 1930er Jahre einen Großteil der Nationalmannschaft stellte, fanden zu der Zeit keine Spiele in Gelsenkirchen statt, da die damalige Glückauf-Kampfbahn für Länderspiele zu klein war. Erst 1973 fand nach dem Bau des Parkstadions für die WM 1974 das erste Spiel in Gelsenkirchen statt. Ähnlich erging es Kaiserslautern, dessen 1. FC Kaiserslautern in den 1950ern einen Großteil der Nationalspieler stellte und Mönchengladbach, wo in den 1970ern viele Nationalspieler spielten. Dort fanden erstmals 1987 bzw. 2005 Länderspiele statt. Nach dem Zweiten Weltkrieg fanden die Spiele zunächst nur in den Städten der Bundesrepublik sowie in West-Berlin statt, nach der Wiedervereinigung wurden auch wieder Spiele in den neuen Bundesländern durchgeführt, erstmals am 14. Oktober 1992 in Dresden.

Zurzeit hat das Berliner Olympiastadion mit 74.228 Sitzplätzen die größte Zuschauerkapazität in Deutschland. Nach Um- und Ausbauten kann der Signal-Iduna-Park in Dortmund für internationale Spiele 65.718 Zuschauer aufnehmen. Bis zur Niederlage im Halbfinale der Weltmeisterschaft 2006 gegen Italien war Deutschland dort ungeschlagen, so dass die deutsche Nationalmannschaft regelmäßig wichtige Qualifikationsspiele dort abhielt. Unter anderem fanden das wichtige Play-off-Rückspiel gegen die Ukraine zur Weltmeisterschaft 2002, das Heimspiel gegen Schottland in der Qualifikation zur EM 2004 und das Spiel gegen Russland der WM-Qualifikation 2010 in Dortmund statt.

Die deutschen Stadien gehören weltweit zu den modernsten, wurden sie doch für die Olympischen Spiele 1972, die Weltmeisterschaften 1974 und 2006 sowie die Europameisterschaft 1988 immer wieder modernisiert bzw. neu gebaut. Fünf Stadien werden von der UEFA als Fünfsternestadion eingestuft. Bis in die 1990er Jahre waren die meisten Stadien Mehrzweckbauten, in denen auch Leichtathletikwettbewerbe stattfinden konnten. Danach wurden viele Stadien in reine Fußballstadien umgebaut bzw. direkt als solche errichtet. Stadien mit 400-Meter-Bahnen sind nun die Ausnahme.

Die meisten Spiele außerhalb des heutigen Deutschlands fanden in Wien (19) statt, wobei Heimspiele der reichsdeutschen Auswahl zwischen 1938 und 1942 miteinbezogen sind. Es folgen Stockholm (17, davon drei gegen nichtschwedische Nationalmannschaften während internationaler Turniere), Budapest und Basel (je 15). Außerhalb Europas spielte Deutschland am häufigsten (8) in Mexiko-Stadt, davon nur vier gegen Mexiko. Das erste Spiel außerhalb Europas fand am 28. Dezember 1958 in Kairo gegen Ägypten statt und wurde mit 1:2 verloren. Außer in Australien/Ozeanien und der Antarktis spielte die Nationalmannschaft bisher auf jedem Kontinent.

Die größten Triumphe erlebte die Deutsche Mannschaft in Bern (Weltmeister 1954), Brüssel (Europameister 1972), München (Weltmeister 1974), Rom (Europameister 1980, Weltmeister 1990) und London (Europameister 1996).

Die meisten Zuschauer bei einem Heimspiel gab es am 22. November 1950 beim ersten Spiel nach dem Krieg: 115.000 Zuschauer wollten in Stuttgart das Spiel gegen die Schweiz sehen, das offizielle Fassungsvermögen betrug 80.000. 170.000 waren es beim Auswärtsspiel Brasilien gegen Deutschland (1:0) am 21. März 1982 in Rio de Janeiro. Die wenigsten Zuschauer (je 2.000) gab es bei den drei Spielen der Olympischen Spiele 1912 in Stockholm, von denen eins mit 16:0 gegen Russland den höchsten Sieg einer deutschen Nationalmannschaft brachte.

Der nördlichste Spielort war bisher Reykjavík auf Island, der südlichste die argentinische Hauptstadt Buenos Aires. Spielort mit der größten Zeitdifferenz (- 9 Stunden) war San Francisco (18. Dezember 1993).

In den ersten Jahren hatte die Nationalelf noch keinen Trainer. Die Aufstellung der Mannschaften war das Ergebnis des Proporzdenkens der Landesverbände. Zu den Länderspielen wurde weniger nach Leistung, sondern gemäß einem Quotensystem eingeladen. Dabei standen den einzelnen Landesverbänden bestimmte Positionen zu. Die Aufstellung legte der Spielausschuss fest und der Mannschaftskapitän bestimmte am Spielort die Taktik. Allerdings gab es zu dieser Zeit auch kaum ausgebildete Trainer. Von ihren ersten 58 Länderspielen konnte die Nationalelf lediglich 16 gewinnen, 12 endeten remis und 30 gingen verloren, darunter mit 0:9 die höchste Niederlage. Allerdings gelang in dieser Zeit auch der höchste Sieg. Nachdem Felix Linnemann 1925 DFB-Präsident geworden war, sorgte er dafür, dass mit Otto Nerz der erste Trainer angestellt wurde.

In den ersten Jahren ohne Trainer hatte der Spielführer die Aufgabe die Taktik vorzugeben in der das vom Spielausschuss aufgestellte Team spielen sollte. Erster Spielführer war Arthur Hiller, der es auf vier Länderspiele brachte, davon zwei als Kapitän. Der erste Spieler der es 1924 auf zehn Einsätze als Kapitän brachte war Adolf Jäger, damit endete aber seine Karriere in der Nationalmannschaft. Nachdem mit Otto Nerz ein Reichstrainer angestellt wurde, wurde der Kapitän zum verlängerten Arm des Trainers. Unter ihm überbot Ludwig Leinberger 1933 mit seinem letzten Spiel Jägers Rekord. Zwei Jahre später wurde dieser Rekord von Fritz Szepan überboten, der ihn bis 1939 auf 30 Spiele ausbaute. Beim letzten Spiel der reichsdeutschen Auswahl konnte Paul Janes dann den Rekord auf 31 Spiele ausbauen. Dieser hielt 28 Jahre, ehe er am 9. Mai 1970 von Uwe Seeler überboten wurde. Im selben Jahr steigerte Seeler bis zu seinem Abschiedsspiel den Rekord auf 40 Spiele. Am 19. November 1975 gelang es Franz Beckenbauer den Rekord zu überbieten und bis zu seinem letzten Spiel auf 50 Spiele, davon 47 ohne Unterbrechung auszubauen. Karl-Heinz Rummenigge gelang es 1986 im WM-Finale gegen Argentinien in seinem letzten Spiel Beckenbauers Rekord zu überbieten. Dieser hielt sieben Jahre bis ihn Lothar Matthäus überbieten und bis zum 14. November 1999 auf die derzeitige Rekordmarke ausbauen konnte. Matthäus war aber seit 1995 nicht mehr Stammkapitän und fungierte nur als Kapitän wenn Oliver Bierhoff, der damalige Stammkapitän nicht mitspielte oder ausgewechselt wurde. Nachfolger Bierhoffs wurde Oliver Kahn, der die Mannschaft zur WM 2002 und EM 2004 führte. Jürgen Klinsmann ernannte bei seiner Amtsübernahme 2004 Michael Ballack zum Kapitän. Während der Qualifikation für die EM 2008 kam er auf Grund einer langwierigen Verletzung längere Zeit nicht zum Einsatz und wurde dann überwiegend von Bernd Schneider vertreten.

Um besonders verdienstvolle Spielführer zu ehren, die lange Jahre das Amt des Spielführers ausgeübt hatten, wurde 1954 die Ehrenspielführerschaft eingeführt.

Bisher spielten 865 Spieler mindestens einmal in der Nationalelf. Mehr als ein Viertel davon kam nur einmal zum Einsatz. Geprägt wurde die Nationalelf aber durch einige herausragende Spieler. Vier Spieler spielten sogar mehr als 15 Jahre für die Deutsche Nationalmannschaft. Der erste, dem dies gelang, war Adolf Jäger. Er stand bereits im dritten Länderspiel am 3. Juni 1908 in der Mannschaft und absolvierte sein letztes Länderspiel am 14. Dezember 1924. Damit war er 16 Jahre und 190 Tage lang Nationalspieler, kam aber durch die Länderspielpause während und nach dem Ersten Weltkrieg nur auf 18 Spiele. Auch Fritz Walter, der vom 14. Juli 1940 bis zum 24. Juni 1958 für Deutschland spielte, wäre auf mehr Länderspiele gekommen, hätte der Zweite Weltkrieg nicht zu einer achtjährigen Spielpause geführt. Selbst im Alter von 41 Jahren wollte ihn Sepp Herberger noch für die Weltmeisterschaft in Chile (1962) nominieren, obwohl er seit dem 20. Juni 1959 nicht mehr aktiv war. Sein Rekord von 17 Jahren und 345 Tagen hielt bis zum 27. Mai 1998, dann wurde er von Lothar Matthäus überboten, der ihn anschließend auf 20 Jahre und 6 Tage ausdehnte und dabei mit 150 Länderspielen auch die meisten Spiele erreichte. Dabei sah es nach einem Achillessehnenriss im Januar 1995 schon so aus, als sei seine Karriere beendet. 1998 gelang ihm aber ein Comeback in der Nationalmannschaft. Ebenfalls auf mehr als 15 Jahre als Nationalspieler kam Uwe Seeler, der zwischen 16. Oktober 1954 und 9. September 1970 15 Jahre und 328 Tage aktiv war. Bei seinem Debüt war er der drittjüngste Spieler, danach gab es keinen Spieler mehr, der früher in der Nationalmannschaft begann. Auch er stand nach einem Achillessehnenriss 1965 vor einem möglichen Karriereende, war dann aber schon zum entscheidenden WM-Qualifikationsspiel gegen Schweden wieder einsatzbereit. Selbst als mit Gerd Müller ein Nachfolger auf der Mittelstürmerposition vorhanden war, baute Bundestrainer Helmut Schön noch auf Seelers Erfahrung, und so führte er die Nationalmannschaft als leicht zurückhängende Spitze zur WM 1970. In seinem letzten Spiel gelang es ihm noch, den Rekord von Paul Janes von 71 Länderspielen zu übertreffen. Zählt man die Zeit in der DDR-Nationalmannschaft hinzu, übertrifft zudem Ulf Kirsten die Zeitspanne von 15 Jahren als Nationalspieler, wenn auch nur um 43 Tage. In dieser Zeit bestritt er 49 Spiele für den DFV und 51 für den DFB.

Bisher gelang es fünf Spielern mehr als 100 Spiele für die Nationalelf zu absolvieren, der erste war Franz Beckenbauer, dem dies weltweit erst als fünftem Spieler in einer Zeit gelang, als die Anzahl der jährlich ausgetragenen Spiele deutlich geringer war als heute.

In den Anfangsjahren wechselten sich mehrere Spieler in der Höchstzahl der Länderspiele ab oder hatten gleich viele Spiele. Nimmt man die ersten drei Spiele raus, bei denen es mehrere Spieler mit gleich vielen Spielen gab, so hatte die deutsche Nationalmannschaft in ihrer Geschichte elf Rekordnationalspieler.

Die längste Länderspielserie eines Torwarts ohne Gegentor stammt von Jens Lehmann. In Diensten des FC Arsenal überbot er zunächst beim 3:0 gegen Österreich im Februar 2008 seinen eigenen Rekord aus den Jahren 2002 bis 2005 und dehnte diesen auf 681 Minuten aus, ehe er beim 2:2 gegen Weißrussland im Mai 2008 erstmals wieder hinter sich greifen musste. Sein letzter Gegentreffer zuvor datierte vom Spiel in England im August 2007, seitdem endeten die beiden Spiele gegen Wales sowie die Partien in Irland, gegen Zypern, in Österreich und gegen die Schweiz zu Null.

Der vorherige Rekord war 68 Jahre alt, er stammte noch aus dem Jahr 1937. Hans Jakob von Jahn Regensburg spielte gegen Frankreich, Belgien, die Schweiz, Dänemark und Finnland zu Null. Insgesamt erhielt er während 482 Spielminuten kein Gegentor.

Auf 433 Minuten kommt Hans Tilkowski, der 1966 gegen Rumänien, Jugoslawien, die Schweiz und Argentinien zu Null spielte. Oliver Kahn blieb während der Weltmeisterschaft 2002 insgesamt 427 Minuten ohne Gegentor.

Sepp Maier übertraf zwei Mal die 400-Minuten-Marke. 1966/67 blieb der Bayern-Torwart bei den ersten vier Länderspielen seiner Karriere (gegen Irland, die Türkei, Norwegen und Belgien) ohne Gegentor, insgesamt 423 Minuten lang. Zwölf Jahre später verpasste er seine Bestleistung um 16 Minuten.

Der angegebene Kader umfasst die Nationalspieler, die im Aufgebot für das Freundschaftsspiel gegen Norwegen am 11. Februar 2009 stehen.

Bei großen Turnieren sind mittlerweile eine Vielzahl von Personen zur Betreuung der Nationalmannschaft beschäftigt. Dazu gehörten anfangs insbesondere Physiotherapeuten und Ärzte. Einer der ersten war Erich Deuser, der 1951 von Sepp Herberger für die Nationalmannschaft gewonnen wurde und bis 1982 tätig war. Von 1963 bis 2008 gehörte sein Kollege Adolf Katzenmeier zum Team. Seit 1996 betreut Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt als Orthopäde die Nationalspieler. Mit Beginn der Amtszeit von Jürgen Klinsmann wurde das Amt des Nationalmannschafts-Managers eingeführt und Oliver Bierhoff übernahm als erster diesen Posten. Ebenfalls auf die Initiative von Jürgen Klinsmann geht die Verpflichtung von Fitnesstrainern zurück. Die Aufgabe von Urs Siegenthaler besteht darin, gegnerische Mannschaften zu beobachten und zu analysieren um den Trainern die taktische Einstellung der Mannschaft zu erleichtern.

Seit 1988 wird der Bundestrainer in seiner Arbeit von einem Torwarttrainer unterstützt. Diese Aufgabe übernahm zuerst Sepp Maier, der in der Saison 1986/87 schon beim FC Bayern München als Torwarttrainer gearbeitet hatte und dieses Amt dann ab 1994 auch parallel zur Nationalmannschaft wieder bei Bayern München ausübte. Im Oktober 2004 wurde er nach Differenzen mit Bundestrainer Jürgen Klinsmann entlassen, da sich Maier für Oliver Kahn und gegen Jens Lehmann als Nummer 1 ausgesprochen hatte. Seitdem ist Andreas Köpke Torwarttrainer bei der Nationalmannschaft.

Bereits 1954 gehörte Adolf Dassler als Zeugwart zum Team und seitdem sind der DFB und adidas Partner. Daher gehört bei Turnieren auch immer ein Mitarbeiter der Firma adidas zum Betreuerstab. Lange Zeit war dies weiterhin Adolf Dassler, derzeit ist dies Manfred Drexler, ein ehemaliger Bundesligaprofi.

Mit dem Amtsantritt von Jürgen Klinsmann im Sommer 2004 wurde auch das Amt des Nationalmannschaftsmanagers geschaffen und mit dem früheren Nationalspieler Oliver Bierhoff besetzt. Als Manager ist er Bindeglied zwischen Mannschaft, Trainerstab und Verband und ist vorwiegend für die Außenwirkung des Teams sowie die Kontakte zu Sponsoren verantwortlich.

Um Spieler an die A-Nationalmannschaft heranzuführen, gab es verschiedene andere Mannschaften, in denen junge Spieler ihre ersten internationalen Erfahrungen machen konnten. Von 1951 bis 1986 war dies die B-Nationalmannschaft, in der unter anderem Franz Beckenbauer (2 Spiele 1965) und Lothar Matthäus (4 Spiele 1979 bis 1981) begannen. Von 1999 bis 2001 nannte sie sich A2-B-Nationalmannschaft, in ihr spielten z.B. Torsten Frings (5 Spiele 1999 bis 2000) und Bernd Schneider (4 Spiele 1999 bis 2001). 2002 wurde die Mannschaft im Hinblick auf die WM 2006 in Team 2006 umbenannt. Seit 2006 gibt es keine B-Nationalmannschaft des DFB mehr.

Auch die U-21-Mannschaft (ab 1979) und die Olympia-Mannschaft (1982 bis 1998) diente vielen jungen Talenten als Sprungbrett in die A-Nationalmannschaft, z.B. dem späteren Welt- und Europameister Jürgen Klinsmann.

Während die B-Mannschaften nur zu Freundschaftsspielen antraten, nahmen die U-21- und Olympia-Mannschaften auch an internationalen Wettkämpfen teil, so dass den jungen Spielern auch Wettkampfpraxis vermittelt wurde.

Bei Einführung der FIFA-Weltrangliste im August 1993 belegte Deutschland den 1. Platz, fiel aber im Folgemonat auf Rang 5, um im darauf folgenden Monat wieder Platz 1 zu belegen. Nach Platz 3 im November 1993 belegte Deutschland von Dezember bis Juni 1994 ununterbrochen Platz 1, musste sich diese Platzierung aber teilweise mit anderen Ländern teilen, da in der Anfangszeit der Rangliste diese wenig differenziert war. Nach dem Aus im Viertelfinale der WM 1994 fiel Deutschland auf Rang 3 zurück und pendelte in der Folgezeit zwischen Platz 5 und 2. Im Februar 1997 konnte noch einmal und bis heute zum letzten Mal Platz 1 (gemeinsam mit Brasilien) belegt werden. Nach dem Aus in der Vorrunde bei der EM 2000 belegte Deutschland mit Platz 11 erstmals keinen Platz unter den ersten Zehn. Den schlechtesten Platz belegte Deutschland im März 2006: Nach der 1:4-Niederlage in Italien rutschte Deutschland auf Platz 22 ab. Dafür verantwortlich war aber auch, dass Deutschland vor der WM im eigenen Land keine Qualifikationsspiele bestreiten musste und Freundschaftsspiele schwächer gewichtet wurden. Nach der WM wurde die Ranglistenberechnung modifiziert und Deutschland erreichte Platz 9. Seitdem ging es langsam aufwärts, und im August 2008 wurde wieder Platz 2 erreicht.

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FC Red Bull Salzburg

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Der FC Red Bull Salzburg ist ein österreichischer Fußballverein aus Wals-Siezenheim im Land Salzburg. Der Klub spielt in der Fußball-Bundesliga, der höchsten österreichischen Spielklasse und trägt seine Heimspiele in der Red Bull Arena in Siezenheim aus.

Der Verein wurde 1933 als SV Austria Salzburg gegründet und ist 1950 wieder gegründet worden. Am 6. April 2005 übernahm die Red Bull GmbH die seit dem 25. Jänner 2000 bestehende Vereins-Betreibergesellschaft Salzburg Sport AG des SV Austria Salzburg. Da aber den Spielbetrieb der Profimannschaft noch der Verein selbst führte (und gemäß den Bundesligastatuten noch immer selbst führt), wurde die Übernahme durch das Festschreiben eines Sonderrechtes zugunsten der Red Bull GmbH in den Vereinsstatuten ergänzt: Gemäß Punkt 13 Absatz 2 hat Red Bull das alleinige Bestellungs- und Abberufungsrecht des Vorstandes (auch ohne Zustimmung der Mitgliederversammlung oder des Vorstandes), solange der Konzern ordentliches Vereinsmitglied ist.

Unter großen Protesten vieler Fans wurde der Verein am 3. Juni 2005 in einer konstituierenden Generalversammlung als FC Red Bull Salzburg neu konstituiert. Dieser Schritt wurde von den Worten „Keine Kompromisse. Das ist ein neuer Klub. Es gibt keine Tradition, es gibt keine Geschichte, es gibt kein Archiv" begleitet, eine Haltung die bei vielen österreichischen und Salzburger Fußballfans auf Unverständnis stieß und schließlich in der Neugründung des SV Austria Salzburg als Sportverein Austria Salzburg mündete. Rudolf Quehenberger wurde von Rudolf Theierl - Finanzchef der Red Bull GmbH und auch Vorstandsvorsitzender des EC Red Bull Salzburg - als Präsident abgelöst und die Bezeichnung dieser Funktion in Vorstandsvorsitzender abgeändert.

In ihrer ersten Saison 2005/06 wurden die Red Bulls unter Trainer Kurt Jara österreichischer Vizemeister. Vor der Saison wurden dabei bekannte Spieler aus der deutschen Bundesliga wie Vratislav Lokvenc und Aleksander Knavs nach Wals-Siezenheim gelotst. Gute Kontakte von Red Bull zu Franz Beckenbauer (er stand Red-Bull-Miteigentümer Dietrich Mateschitz bei der Ausarbeitung der Red-Bull-Fußball-Strategie beratend zur Seite) ermöglichten es, Alexander Zickler und Thomas Linke vom FC Bayern München zu verpflichten. Nach einem schwachen Saisonstart konnte der FC Red Bull Salzburg zwischenzeitlich an die Tabellenspitze klettern, wurde zuletzt aber mit vier Punkten Rückstand auf die Wiener Austria Zweiter. Nach Saisonende wurde Kurt Jara von seinen Pflichten entbunden. Der Grund für Jaras Entlassung war nicht sportlicher Natur; ihm werden Ungereimtheiten bei Transfers vorgeworfen - ein Vorwurf, der von Jara bekämpft und damit sogar gerichtsanhängig wurde. Am 31. Dezember 2005 wurde außerdem die Salzburg Sport AG in die nunmehrige Salzburg Sport GmbH umgewandelt.

Für die Saison 2006/07 wurden Lothar Matthäus und Giovanni Trapattoni als Nachfolger von Jara bestellt. Der FC Red Bull Salzburg verpasste den Einzug in die Champions League gegen den späteren Viertelfinalisten FC Valencia in der 3. Qualifikationsrunde (0:3 auswärts nach einem 1:0-Heimsieg), nachdem man in der 2. Qualifikationsrunde den FC Zürich ausschaltete. In der 1.Runde des UEFA-Cups schied die „Trappathäus-Elf“ nach einem 2:2 zu Hause und einer 0:2-Niederlage auswärts gegen die Blackburn Rovers aus. Der restliche Saisonverlauf verlief für den neuen Klub jedoch günstig, am 28. April 2007 krönte sich der FC Red Bull Salzburg in der 31. Runde vorzeitig zum Meister und ließ seinem zu diesem Zeitpunkt schärfsten Verfolger SV Mattersburg mit einem 2:2-Unentschieden gegen den Vorjahresmeister FK Austria Wien auch rechnerisch keine Chancen mehr auf den Titel.

Zu Beginn der Saison 2007/08 gab der FC Red Bull Salzburg am 12. Juni 2007 bekannt, dass man sich wegen unterschiedlicher Auffassungen mit sofortiger Wirkung von Lothar Matthäus trenne. Als österreichischer Meister 2007 starteten die Red Bulls in der Champions-League-Qualifikation. Über den lettischen Meister FK Ventspils kam man bis in die dritte Qualifikationsrunde, wo sich der ukrainische Vizemeister Schachtar Donezk als zu stark für den Klub erwies und sich letztlich mit einem Gesamtscore von 3:2 durchsetzte. Daher musste der Verein im UEFA-Cup antreten, wo er allerdings bereits in der 1. Runde am griechischen Vize-Meister AEK Athen mit 0:3 und 1:0 scheiterte. In der Bundesliga konnte sich der FC Red Bull Salzburg nach einer schwachen Hinrunde auf den 5. Rang letztlich noch als österreichischer Vizemeister die UEFA-Cup-Qualifikationsrunde sichern. Die Chance auf mehr vergab der Klub mit einer 0:7-Heimniederlage gegen den späteren Sieger Rapid fünf Runden vor Saisonende.

Am 1. Juli 2008 übernahm Jacobson Adriaanse das Traineramt von Giovanni Trapattoni. Nach dem Vizemeistertitel in der Vorsaison, mussten die Salzburger, die sich mit vielen neuen Spielern im Sommer verstärkt haben, in der 1. Runde der UEFA-Cup-Qualifikation antreten. Dort traf man auf den armenischen Club Bananz Eriwan. Mit einem 7:0 im Heimspiel konnte die Adriaanse-Elf den bislang höchsten internationalen Sieg in der Vereinsgeschichte einfahren. Nach einem 3:0-Sieg im Rückspiel und dem Ausschalten des litauischen Vizemeisters Sūduva Marijampolė durch ein 4:1 im Baltikum und einem enttäuschenden 0:1 zu Hause, steht Red Bull Salzburg wie auch schon in den beiden Jahren zuvor in der 1. Hauptrunde des UEFA-Cups. Dort verlor man gegen den FC Sevilla (Hin- und Rückspiel jeweils 0:2) und schied somit aus dem UEFA-Cup erneut aus.

Im Herbst 2008 stellte Marc Janko einen neuen Vereinsrekord mit 30 Toren auf.

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Zvonimir Vukić

Zvonimir Vukić (* 19. Juli 1979 in Zrenjanin, Serbien) ist ein Fußballspieler aus Serbien.

Seine Karriere begann Vukić 1997 bei Proleter Zrenjanin, bevor er als 19-jähriger zu Atletico Madrid wechselte. Dort spielte er als Nachwuchshoffnung in allererster Linie in Atleticos B-Auswahl. Im Jahr 2000 wechselte er zurück in seine Heimat zu Partizan Belgrad, wo er in 59 Erstligaspielen 36 Tore schoss und 2002 die serbische Meisterschaft gewann. Unter Trainer Lothar Matthäus spielte er mit Partizan im darauf folgenden Jahr in der Champions League, wo der ukrainische Spitzenklub Schachtar Donezk auf ihn aufmerksam wurde. Als torgefährlicher Mittelfeldregisseur von Donetsk machte er sich einen Namen mit seinen Freistößen und seiner Spielübersicht. Seit September 2005 spielt er beim FC Portsmouth in England.

Bei der Fußballweltmeisterschaft 2006 war er im Kader der Nationalmannschaft von Serbien und Montenegro.

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SK Rapid Wien

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Der Sportklub Rapid, kurz SCR (1899–1978 Sportclub „Rapid“), ist ein österreichischer Fußballklub, der in der Bundesliga spielt. Rapid ist im Gerhard-Hanappi-Stadion im Wiener Stadtteil Hütteldorf beheimatet und hat als Vereinsfarben grün und weiß.

Der Sportklub Rapid wurde im Jahre 1898 als „1. Wiener Arbeiter Fußballklub“ ins Leben gerufen. Den Namen „Rapid“ übernahm der Klub bereits am 8. Jänner 1899, die ursprünglich blau-roten Farben wurden sechs Jahre später durch die heutigen ersetzt. Der Verein errang 32 österreichische Meistertitel und ist damit Rekordmeister. Außerdem konnte er international mit dem Sieg im Mitropapokal 1930 und 1951 sowie mit dem zweimaligen Erreichen des Finales des Europapokals der Pokalsieger 1985 und 1996 bedeutende Erfolge feiern. Ebenso gelang es dem Verein 1941 als einzigem österreichischen Klub deutscher Fußballmeister zu werden. Damit ist Rapid vor dem großen Rivalen FK Austria Wien (siehe Wiener Derby) der erfolgreichste österreichische Fußballklub. Aber nicht nur die Fußballer, auch die heute nicht mehr bestehende Handballsektion konnte sich mit vier österreichischen Meisterschaften einen Namen machen.

Gespielt wurde auf einem Teil des vormaligen Exerzierfeldes der k.u.k.-Armee auf der Schmelz neben der Radetzky-Kaserne. Die Gründungsmannschaften bestanden vor allem aus jungen Armee-Rekruten, erster Kapitän des Arbeiter-FC war J. Kailich. Die Vereinsfarben wurden mit blau-rot festgelegt.

Das erste (bekannte) Freundschaftsspiel des Arbeiter-FC endete 1:1 gegen den Meidlinger FC Vorwärts. Die ersten Spiele des Arbeiter-FC endeten dennoch meist mit einem deutlichen Sieg für den Gegner. So belegte man bei der Teilnahme des Kaiser-Franz-Joseph-Jubiläumstunieres von 1898 den letzten Platz. Gegen den Wiener AC verlor man zwei Wochen später sogar mit 0:20 Toren. Der einzige urkundlich belegte Sieg bei 19 Spielen mit einem Torverhältnis von 13:107 gelang dem Arbeiter-FC mit 4:1 gegen Vindobona Wien, einem frühen Vorgängerklub des SK Admira Wien. So kam es bereits 8 Monate nach der Gründung des Vereins zu einer Krisensitzung am 8. Jänner 1899. An diesem Tag entschloss sich die Vereinsführung den Namen des Vereins zu ändern. Nach dem Vorbild von Rapide 93 aus Berlin-Niederschönhausen erfolgte die Umbenennung in „Sportklub Rapid“. Der 8. Jänner 1899 wurde dadurch zum offiziellen Gründungsdatum. Dennoch verließen die Spieler des neuen SK Rapid Wien auch weiterhin das Spielfeld meist als Verlierer.

Im Jahre 1900 wurde die Fußball-Union gegründet, die die ersten österreichischen Meisterschaften abhielt; Rapid spielte vorerst in der zweiten Klasse. Im Jahre 1901 bestritt Rapid ihr erstes Spiel außerhalb der heutigen Grenzen Österreichs. Gegen den Prager FK Austria erreichte man in Böhmen ein 1:1-Unentschieden. Die Mannschaft erhielt hierfür 108 österreichische Kronen, wofür sie sogar eine drittklassige Zugfahrt in Kauf nahm. Erst im Nachhinein stellte sich heraus, dass Rapid nur deshalb als Gegner gewählt wurde, weil kein anderer Wiener Verein für so eine niedrige Entschädigung antreten wollte. Im Jahr 1903 siedelte Rapid Wien um. Am 15. März 1903 wurde der neue Rapid-Platz in Rudolfsheim mit einer Niederlage gegen Graphia eröffnet. Der Platz war schief und wies einen Höhenunterschied von über zwei Metern von einem zum anderen Tor auf. Rapid verstand es jedoch bald, diese Tatsache für sich zu nützen und feierte zunehmend Siege. Noch 1903 gelang mit einem Sieg über den Deutschen Sportverein im Entscheidungsspiel der Aufstieg in die erste Klasse, aus der Rapid bislang nicht mehr abgestiegen ist. Zwei Jahre später, 1905, entschloss man sich, zudem die Vereinsfarben auf grün-weiß zu ändern. Diese Farben blieben dem Verein bis heute erhalten, jedoch waren die ersten Trikots noch längsgestreift. Nachdem die erfolgreiche Mannschaft auch immer mehr Fans gewann, eröffnete man im Jahre 1907 das erste Klubhaus und eine Tribüne. Herausragender Rapidspieler dieser Zeit war Josef Schediwy, der das technische Spiel der Grün-Weißen damals entscheidend prägte.

Mit einer großzügigen Feier zum 10-jährigen Bestandsjubiläum und dem zuvor erwähnten Umbau verschuldete sich der Verein, was dazu führte, dass im Jahre 1910 die Stadt Wien den Pachtvertrag mit dem Verein kündigte und den schiefen Rapid-Platz planierte. Die Mannschaft verlor ihre Heimstätte und stürzte in eine Krise. Der Vorstand und mehrere Spieler verließen den Klub. Der Schriftsetzer Dionys Schönecker (1888–1938) übernahm die Mannschaft und führte sie fortan von Sieg zu Sieg. In Hütteldorf begann man mit dem Bau einer neuen Heimstätte – der Pfarrwiese. Die Fertigstellung erfolgte im Jahre 1911. Das Stadion hatte zunächst ein Fassungsvermögen von 4.000 Zuschauern und sollte die nächsten 70 Jahre die Heimstätte der Grün-Weißen bleiben. Im selben Jahr, in dem das Stadion eröffnet wurde, wurde auch die erste österreichische Meisterschaft ausgetragen. Mit 15 Siegen in 20 Spielen wurde man überraschend der erste österreichische Fußballmeister. Von diesem Zeitpunkt an war die Mannschaft stets alleiniger österreichischer Rekordmeister im Fußball. Im Folgejahr holte man den Titel sogar ohne eine einzige Niederlage, was in der Saison 1934/35 noch einmal gelang.

Die Elf von Dionys Schönecker blieb weiterhin die stärkste österreichische Fußballmannschaft. In den ersten zwölf Meisterschaftsjahren wurden die Hütteldorfer insgesamt acht Mal österreichischer Meister. Das Team um ihren Kapitän Richard Kuthan konnte auch die ersten beiden österreichischen Cupwettbewerbe 1919 und 1920 gewinnen. Die stetig wachsende Fangemeinde des erfolgreichen Vereins führte in dieser Zeit die berühmte Rapidviertelstunde ein.

Durch die immer größer werdende Anzahl der Fans entschloss man sich anfangs der 1920er Jahre zu einem Ausbau des Stadions. Durch den Zubau einer Tribüne vergrößerte man das Fassungsvermögen auf 20.000 Zuschauer. Die Eröffnung des neuen Stadions fand am 2. Oktober 1921 mit einem Meisterschaftsspiel gegen den Floridsdorfer AC statt. Das ausverkaufte Spiel konnte Rapid mit 6:4 gewinnen. Internationale Freundschaftsspiele wurden allerdings zumeist auf die Hohe Warte verlegt, zu denen damals rund 40.000 Zuseher kamen. Nach dem achten Meistertitel 1923 stürzte der Verein allerdings in eine kleine Krise. Rapids Kampfmannschaft überalterte, fast alle Spieler beendeten gleichzeitig ihre Karriere. Nachwuchsspieler waren, als eine Spätfolge des Ersten Weltkrieges, nur spärlich vorhanden. Der Verein brauchte einige Jahre, um sich von diesem Generationenwechsel zu erholen.

Im Jahre 1927 wurde der Mitropapokal, der Vorläufer des Europapokals, eingeführt. Teilnahmeberechtigt waren der österreichische Meister sowie der österreichische Cupsieger. Die Rapid scheiterte mit ihrem neuen Trainer Edi Bauer jedoch erneut in der Meisterschaft. Ende der Saison hatte man zwar die meisten Treffer erzielt, stand jedoch nur auf Platz 3 in der Tabelle. Die Qualifikation musste daher über den Cup erfolgen. Im Finale stand man schließlich der Wiener Austria auf der Hohen Warte gegenüber. Vor 17.000 Zuschauern gelang der wichtige Sieg mit 3:0. Rapid Wien schaffte darauf hin mit Siegen über Hajduk Split und Slavia Prag sogar den Einzug in das Mitropacupfinale. Hier mussten die Hütteldorfer allerdings gegen Sparta Prag eine schmerzhafte 2:6-Niederlage in Prag einstecken. Der 2:1-Sieg im Rückspiel in Wien reichte nicht mehr zum ersten internationalen Titel.

Als Finalist war man jedoch fest für den nächsten Mitropapokal 1928 qualifiziert. Rapid Wien erreichte wiederum das Finale, auch wenn sich der Weg dorthin deutlich schwieriger, als ein Jahr zuvor, gestaltete. Diesmal trafen die Grün-Weißen auf den ungarischen Verein Ferencvárosi Torna Club, gegen den man wiederum eine hohe 7:1-Auswärtsniederlage im Hinspiel einstecken musste. Erneut konnte das Rückspiel in Wien gewonnen werden, diesmal mit 5:3, der Titel ging jedoch nach Ungarn. Im dritten Anlauf 1929 schied man bereits im Halbfinale gegen den späteren Sieger Újpest Budapest aus. Der Meisterschaftsgewinn in dieser Saison war nur ein schwacher Trost.

Die Spielzeit 1929/30 war eine der erfolgreichsten in der Vereinsgeschichte des Rapid. Die Hütteldorfer konnten zum 10. Mal Österreichischer Meister werden. Im Cup feierte man zudem mit 17:0 gegen den SK Neubau den höchsten Sieg in der Vereinsgeschichte, allerdings schied man später aus. Als Meister konnte man sich nun zum vierten Mal im Mitropapokal versuchen. Der Aufstieg ins Finale gelang dieses Mal leicht. Zwei Kantersiege (6:1 und 5:1) in Wien gegen Genoa CFC und Ferencvárosi Torna Club ebneten den Weg. Im Finale sah man sich wiederum Sparta Prag gegenüber, an die man noch schmerzhafte Erinnerungen vom ersten Mitropacupfinale hatte. In Prag konnte man überraschend einen 2:0-Auswärtssieg erreichen. In Wien verlor man zwar mit 2:3 – Rapid war allerdings dank des besseren Torverhältnisses Mitropacupsieger 1930. Über 40.000 Zuschauer verfolgten das Spiel in Döbling. Der ehemals kleine Arbeiterverein konnte als erste österreichische Fußballmannschaft einen großen internationalen Titel gewinnen. Den Ruf als europäisches Spitzenteam konnte zudem durch zahlreiche Siege in Freundschaftsspielen untermauert werden. So konnte Rapid beispielsweise am 22. Juni 1930 Ajax Amsterdam – in der selben Saison niederländischer Meister – mit 16:2 deklassieren.

Zu Beginn der 1930er Jahre dominierten zunächst andere Wiener Clubs den österreichischen und europäischen Vereinsfußball. Die Vienna wurde 1931 Meister und sogar Mitropacupsieger. Rapid musste sich mit dem dritten Platz zufrieden geben: man machte sich auf die Suche nach einem neuen Stürmer. Von St. Pölten holte man schließlich mit Franz Binder einen neuen jungen Stürmer, der für den Verein über 1.000 Tore erzielen sollte. Die Erfolge in der Meisterschaft ließen jedoch noch auf sich warten. Man wurde zweimal Vizemeister, kam ins Cup-Endspiel, ein Titel blieb jedoch aus. Auch im Mitropacup schied man meist in der ersten oder zweiten Runde aus.

Nach der Dominanz der Vienna kam die Zeit der Admira. In der Meisterschaft und im Cup – darunter zwei Finalniederlagen mit 1:4 und 0:8 – war man chancenlos. Aber auch andere Wiener Klubs – wie beispielsweise die Wiener Austria um Matthias Sindelar, die 1933 und 1936 im Mitropacup triumphierte – waren harte Konkurrenten. In dieser Zeit wurden höchst unterschiedliche Leistungen erbracht. Im Jahre 1935 konnte man seit der Erfolgssaison 1930 erstmals wieder Meister werden. Dies gelang, ohne ein einziges Mal zu verlieren und mit neuem Torrekord. Zwei Jahre später musste man jedoch in der Meisterschaft erstmals in der Vereinsgeschichte mehr Niederlagen als Siege hinnehmen. Der Abschluss dieser wechselvollen Jahre konnte jedoch – mit dem vorerst letzten – österreichischen Meistertitel 1938 gewonnen werden.

Mit dem Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich im März 1938 kam es zur Einrichtung der Gauliga Ostmark. Der Sieger dieser Liga war an der Teilnahme der nun ersten „Großdeutschen“ Meisterschaft berechtigt, und die nun ostmärkischen Vereine um den deutschen Pokal, den Tschammer-Pokal, mit. In der Gauliga musste sich Rapid Admira Wien geschlagen geben, die später das Finale um die deutsche Meisterschaft erreichte. Im ersten Pokalwettbewerb konnte Rapid sich für das Finale qualifizieren, wo sie am 8. Jänner 1939 im Berliner Olympiastadion auf FSV Frankfurt traf. Die Frankfurter konnten schon früh mit 1:0 in Führung gehen und hielten diese bis zur 80. Minute. In der Rapidviertelstunde sicherte sich Rapid mit Treffern von Schors, Hofstätter und Binder mit einem 3:1 den Pokalsieg.

In der Spielzeit 1939/40 gewann Rapid erstmals die Gauliga und durfte an der deutschen Meisterschaft teilnehmen. Hier unterlagen sie dem Dresdner SC im Halbfinale mit 1:2 nach Verlängerung, gewannen dann aber das „kleine Finale“ und wurden Dritter. Im Cup scheiterte man ebenfalls im Halbfinale. In der folgenden Saison konnten die Hütteldorfer erneut die Gauliga gewinnen. In der deutschen Meisterschaft gewannen die Grün-Weißen erneut ihre Gruppe und schafften damit die Qualifikation für das Halbfinale. In Beuthen traf man wiederum auf Dresden. Diesmal konnten sich die Wiener mit 2:1 durchsetzten – beide Tore schoss Binder. Im Finale der deutschen Meisterschaft traf man am 22. Juni 1941 vor 100.000 Zuschauern im Berliner Olympiastadion auf den FC Schalke 04. Der Serienmeister der damaligen Zeit war Rapid lange Zeit überlegen – nach 60 Minuten stand es 3:0. Binnen zehn Minuten konnten die Grün-Weißen das Spiel mit einem Treffer von Schors und einem Hattrick von Binder drehen und gewannen 4:3. Dieser Sieg ist einer der bekanntesten und bemerkenswerten Erfolge von Rapid Wien. Rapid ist damit der einzige deutsche Meister, der nicht auf dem Gebiet der heutigen Bundesrepublik Deutschland beheimatet ist.

Die Folgejahre waren von den Kriegsereignissen bestimmt. Viele Spieler wurden zur Wehrmacht eingezogen, die Spiele wurden immer wieder durch Flugalarm unterbrochen. Der Spielbetrieb wurde allerdings erst wenige Tage vor Kriegsende eingestellt.

Schon wenige Monate nach Ende des Zweiten Weltkrieges wurde die österreichische Fußballliga wiederbelebt. Kapitän Franz Binder konnte seine Mannschaft zum 15. Österreichischen Meistertitel sowie zum 4. Cupsieg und somit zum 3. Double führen. Im Cupfinale gegen die Vienna erzielt er beide Treffer beim 2:1-Sieg. Das Interesse am Fußball war in der damaligen Zeit extrem groß – insgesamt über 800.000 Zuschauer wollten in dieser Saison Rapid sehen. Zu keiner anderen Zeit in der Geschichte des österreichischen Fußball wurden bei gewöhnlichen Meisterschaftsspielen so hohe Besucherzahlen verzeichnet. In der Saison 1949/50 erreichte der Zuschauerschnitt bei Heimspielen 26.077, ein noch heute gültiger Ligarekord. In der ersten Meisterschaft nach dem Krieg war die Austria Wien, die nur einen Punkt weniger als die Hütteldorfer holte, der größte Konkurrent der Grün-Weißen.

Im Jahre 1947 musste man sich mit dem Vizemeistertitel knapp hinter SC Wacker zufrieden geben und konnte auch im Pokal keine Erfolge feiern. In der Folgesaison kam es wieder zum Duell Wacker gegen Rapid. Im letzten Spiel der Saison hätten die Grün-Weißen mit einem Unentschieden gegen die Austria den 16. Meistertitel sichern können. Die „Veilchen“ führten jedoch bis kurz vor Abpfiff mit 2:1. Erst ein verwandelter Elfmeter, kurz vor Schluss, entschied die Meisterschaft zugunsten von Rapid.

1949 feierten die Rapidler ihren 50. Geburtstag. Der einst erfolglose Arbeiter-Fußball-Klub hatte bereits 16 Meistertitel und war zu einer internationalen Größe herangewachsen. Zum Jubiläum wurden mehrere Auslandsreisen mit Freundschaftsspielen nach Sizilien, Ägypten und Brasilien unternommen, wo man unter anderem Clube Atlético Paranaense, die zuvor über ein Jahr lang ungeschlagen waren, mit 7:2 deklassierte. Nach insgesamt zehn Spielen gegen brasilianische Spitzenmannschaften reiste man wieder zurück nach Hütteldorf, wo man versuchte, einige brasilianische Spielarten zu übernehmen. In der Meisterschaft musste man sich jedoch vorerst mit dem zweiten Platz, zwei Punkte hinter der Austria, zufrieden geben. Exakt dasselbe Tabellenbild fand man auch ein Jahr später wieder.

Die Spielsaison 1950/51 bildet einen weiteren Höhepunkt in der grün-weißen Vereinsgeschichte. Die Rapid-Mannschaft, verstärkt um den Zugang von Gerhard Hanappi, konnte klar die Meisterschaft dominieren. Man feierte unter anderem ein 11:2 gegen den Linzer ASK, schlug SK Sturm Graz mit 12:1 und besiegte die Vienna mit 9:0. Im Wiener Derby konnte man sich vor insgesamt 53.000 Zusehern im Praterstadion in einem sehr trefferreichen Spiel mit 7:5 gegen den damals amtierenden Meister Austria durchsetzten. Schließlich wurde die Mannschaft souverän zum 17. Mal Meister. Insgesamt erzielten die Hütteldorfer 133 Tore in nur 24 Meisterschaftsspielen, das entspricht einem Schnitt von 5,54 Toren pro Spiel.

1951 kam es außerdem zur Wiederbelebung des Mitropacups, der 1951 unter dem Namen Zentropacup abgehalten wurde, da er sich in seiner ersten Wiederauflage auf Zentraleuropa konzentrierte. Die Rapidler konnten sich mit einem 5:0-Sieg gegen Lazio Rom für das Finale qualifizieren, wo man mit Wacker auf den österreichischen Vizemeister traf. Die Meidlinger kontrollierten das Spiel, Rapid musste zwei mal zum 1:1 und 2:2 ausgleichen. Das entscheidende Siegestor zum 3:2 für Rapid erzielte in der 90. Spielminute Ernst Happel, der in den 1950er zu einer zentralen Figur der Mannschaft wurde. Mit dem Sieg im Zentropacup feierte Rapid seinen bislang letzten großen internationalen Titelgewinn.

Nachdem die Grün-Weißen bereits 1951 österreichischer Meister wurden, triumphierte man auch 1952, knapp vor der Wiener Austria. Ein Jahr später wurde zwar nur der dritte Platz in der Meisterschaft erreicht, mit einem 6:1 in einem Freundschaftsspiel gegen Arsenal London in Brügge, damals englischer Meister, am 24. Mai 1953 konnte man dennoch seinen Status als europäische Spitzenmannschaft untermauern. 1954 feierte man den nun bereits 19. österreichischen Meistertitel und verwies die Austria auf Platz zwei. Rapid verfügte damals zwar über den besten Angriff der Liga und erzielte auch 1955 die meisten Treffer, musste sich jedoch auf Grund von Patzern in der Abwehr mit dem dritten Platz begnügen.

Im Jahre 1955 wurde erstmals der Europapokal der Landesmeister ausgetragen, in dem die europäischen Spitzenclubs gegeneinander antraten. Rapid wurde eingeladen, obwohl die Mannschaft nur Dritter in der Meisterschaft war, startete erfolgreich in den neuen internationalen Bewerb und landete sogar einen 6:1-Kantersieg am 21. September gegen PSV Eindhoven. Im Viertelfinale mussten sich die Hütteldorfer nach einem Unentschieden im Hinspiel letztendlich klar dem AC Milan geschlagen geben. Auch auf nationaler Ebene spielte Rapid wieder „meisterlich“ und holte bereits den 20. Titel vor Wacker. Gleich in der ersten Runde des Europapokals 1956/57 traf Rapid auf die damals beste Mannschaft Europas – Real Madrid. 1956 bis 1960 gewannen die Spanier alle fünf Europapokalwettbewerbe, doch 1956 erwiesen sich die Hütteldorfer fast als Stolperstein. Nachdem die Wiener das Hinspiel in Spanien mit 2:4 überstanden hatten, führten die Rapidler beim Rückspiel in Wien dank eines Hattricks des Liberos Ernst Happel bereits 3:0. Die Spanier konnten jedoch noch das 1:3 erzielen, sodass ein drittes Entscheidungsspiel ausgetragen werden musste. Damals gab es noch keine Auswärtstorregel, ansonsten wäre Rapid aufgestiegen. Das Entscheidungsspiel fand vor 90.000 spanischen Fans in Madrid statt. Eigentlich hätte es in Wien stattfinden sollen, doch Rapid hatte das Spiel verkauft. Rapid verlor chancenlos 0:2. In der Meisterschaft konnten die Hütteldorfer erfolgreich den Meistertitel verteidigen, man errang bereits den 21. Titel mit einem Punkt Vorsprung auf die Vienna.

In der Europacupsaison 1958 traf man auf den AC Milan. Nach einem 1:4 in Mailand drohte ein Debakel. Doch in Wien konnte Rapid schon nach wenigen Minuten 1:0 in Führung gehen. Die Italiener konnten zwar früh wieder ausgleichen, doch nach 78 Minuten war das Hinspielresultat egalisiert. Dem AC Milan gelang erneut ein Treffer zum 2:4. Kurz vor Spielende erzielte Gerhard Hanappi jedoch das 5:2, so dass es, wie bereits im Vorjahr, zu einem dritten Entscheidungsspiel kam. Dieses Mal fand das Spiel auf neutralem Boden in Zürich statt. Rapid hatte Pech und musste ab der 13. Minute mit zehn Mann weiter spielen, da sich Lenzinger verletzte – Auswechslungen waren damals noch nicht erlaubt. Die Mannschaft kämpfte, musste sich letztendlich aber 2:4 geschlagen geben, nachdem Happel sogar der zwischenzeitliche Ausgleich in Unterzahl gelang. Die Meisterschaft verspielte Rapid in den letzten Runden, im letzten Spiel der Saison erreichten die Hütteldorfer gegen den Wiener Sport-Club nur ein 2:2-Unentschieden, der dadurch österreichischer Meister wurde. Der Sportclub erwies sich jedoch als würdiger Vertreter der Hütteldorfer im Europapokal, sie warfen unter anderem Juventus Turin mit 7:0 aus dem Wettbewerb.

In der Folgesaison (1959) erreichte Rapid erneut nur den zweiten Platz in der Meisterschaft hinter dem Sportclub und unterlag auch im Finale des wiedereingeführten österreichischen Cups dem Wiener AC. 1960 konnte man den Wiener Sportclub wieder deutlich auf Platz 2 verweisen, holte den 22. Titel und kehrte dadurch wieder zum Europapokal der Landesmeister zurück. Rapid konnte sich über Beşiktaş Istanbul (4:1), Wismut Karl Marx-Stadt (4:3) und IFK Malmö (4:0) bis ins Halbfinale spielen. Dort traf man auf den portugiesischen Meister Benfica Lissabon. Das Auswärtsspiel wurde 0:3 verloren, doch die Rapidler versuchten das Duell in Wien zu drehen. Die Mannschaft und die Zuschauer fühlten sich vom Schiedsrichter betrogen. Nach mehreren Fouls und einem unbestraften Handspiel im Strafraum der Portugiesen kam es beim Spielstand von 1:1 zu einer Schlägerei zwischen den Spielern. Das Spiel wurde abgebrochen, das Feld wurde von den Zuschauern gestürmt. Benfica Lissabon stieg ins Finale auf, die erfolgreichen Zeiten Rapids im Europapokal nahmen vorerst ein Ende. In der Meisterschaft enttäuschte die Mannschaft mit einem sechsten Platz, einziger Erfolg 1961, neben der Halbfinalteilnahme im Europapokal, war der 3:1-Cupsieg im Finale gegen die Vienna.

Nach dem Cupsieg 1961 mussten die Rapidfans bis 1964 auf den nächsten Titelgewinn warten. In der ersten Runde der Saison 1962/63 kamen zum Spiel Wiener Sport-Club gegen Rapid 74.000 Zuschauer ins neutrale Praterstadion, ein noch heute gültiger Rekord für österreichische Meisterschaftsspiele. In der Meisterschaft konnte man sich klar von der Austria absetzen. Im Meistercup scheiterte man im Achtelfinale an den Glasgow Rangers. In den folgenden beiden Jahren scheiterten die Hütteldorfer stets knapp als Vizemeister, 1966 auch im Finale des Cups am Double-Gewinner Admira. Die Grün-Weißen konnten dennoch am Cup der Cupsieger teilnehmen, wo sie sich erst im Viertelfinale in der Verlängerung dem FC Bayern München geschlagen geben mussten. Den Höhepunkt dieses Jahrzehnts der Rapidgeschichte bilden jedoch die letzten drei Jahre. 1967 und 1968 holte man wieder den Meistertitel nach Wien, 1968 und 1969 den Cup. Hierdurch kam die Mannschaft wieder zu vielen internationalen Auftritten. Im Meistercup 1969 warf man, nachdem man sich gegen Rosenborg Trondheim durchgesetzt hatte, sogar den damaligen sechsfachen Rekordsieger Real Madrid aus dem Bewerb. Das Hinspiel in Wien endete 1:0. Der junge Günter Kaltenbrunner erzielte das einzige Tor, nachdem er erst eine Minute zuvor eingewechselt wurde. Das Rückspiel in Madrid endete 1:2, den entscheidenden Auswärtstreffer für die Hütteldorfer erzielte Jørn Bjerregaard.

An diese 3 erfolgreichen Jahre konnte Rapid lange Zeit nicht mehr anschließen – 14 Jahre wollte der Gewinn der Meisterschaft nicht mehr glücken. Einziger Titellieferant blieb der Cupwettbewerb. Nachdem die Grün-Weißen 1962 die Austria im Halbfinale 6:2 aus dem Bewerb schossen, konnten sie sich auch im Finale gegen den Wiener Sport-Club behaupten. 1973 und 1974 reichte es nur zum Vizemeister, wie auch 1977 und 1978. Dafür konnte 1976 erneut der Cup gewonnen werden. Neuen Schwung ins Offensivspiel der Grün-Weißen brachte in dieser Zeit Hans Krankl. 1978 erzielte er für die Wiener 41 Meisterschaftstore und wurde dafür mit dem Goldenen Schuh als bester Torschütze Europas ausgezeichnet. Nach der Weltmeisterschaft verlor man den Stürmer zunächst an FC Barcelona, ehe der nunmehrige spanische Torschützenkönig und Europapokalsieger 1981 wieder nach Wien zurückkehrte.

Im Frühjahr 1981 wurde das alte Rapidstadion, die Pfarrwiese, abgerissen. Rapid zog ins vom ehemaligen Rapidler und späteren Architekten Gerhard Hanappi geplante „Weststadion“. In der neuen Heimstätte sollte es nun nach 14 Jahren wieder mit dem Ziel Meisterschaftsgewinn glücken. 1982 war schließlich der Teller zum 26. Mal in Hütteldorf. Rapid sicherte sich in der letzten Runde im Fernduell mit der Austria vor der bis heute gültigen Rekordkulisse von 25.000 Zuschauern mit einem klaren 5:0 über Wacker Innsbruck den Titel. Man spricht bei Rapid noch heute von der „tollsten Meisterfeier, die es jemals gab“.

1982 kam Otto Barić als Trainer nach Hütteldorf und gewann prompt das Double. Ein Jahr später triumphierten die Grün-Weißen im Cup und belegten in der Meisterschaft den zweiten Platz. Dadurch nahm man am Europapokal der Pokalsieger teil, in dem man in der ersten Runde auf Beşiktaş Istanbul traf. Die Hütteldorfer setzten sich klar durch, allein beim 4:1-Sieg in Wien traf Antonin Panenka dreimal. Als nächster Gegner wartete Celtic Glasgow, der mit einer 3:1-Niederlage wieder heimreisen musste. Das Rückspiel musste auf neutralem Boden wiederholt werden, nachdem es im ersten Spiel in Glasgow zu Zuschauer-Ausschreitungen kam (unter anderem wurde Rudolf Weinhofer von einer Flasche am Kopf getroffen). Durch ein Tor von Peter Pacult konnten die Hütteldorfer 1:0 gegen Glasgow im Old-Trafford-Stadion von Manchester gewinnen. Im Viertelfinale kam es zu einem bemerkenswerten Duell mit Dynamo Dresden. In Dresden verlor Rapid 0:3, doch in Wien konnte die Mannschaft den Rückstand wettmachen. Bereits nach vier Minuten erzielte Peter Pacult das 1:0. Nachdem es nach einer Viertelstunde bereits 2:0 stand, strömten zunehmend mehr Fans ins anfangs fast leere Stadion, und erlebten einen 5:0-Kantersieg. Auch das Halbfinale gegen Dynamo Moskau konnten die Grün-Weißen mit einem Gesamtscore von 4:2 für sich entscheiden und standen damit erstmals in einem Europapokalfinale. Das Ergebnis war jedoch ernüchternd – FC Everton schlug in Rotterdam Rapid mit 3:1, wobei Hans Krankl das bis jetzt einzige Tor für einen österreichischen Klub im Europapokalfinale erzielte.

Auch wenn Rapid der große internationale Titel verwehrt blieb, gewannen die Hütteldorfer danach unter Otto Barić zahlreiche heimische Titel. 1985 konnte bereits zum 3. Mal der Cup gewonnen werden. 1987 gelang das 6. Double der Vereinsgeschichte. Den Abschluss dieser erfolgreichen Periode bildete der 29. Meistertitel 1988.

Zu Beginn der 1990er-Jahre stürzte Rapid sportlich und finanziell in eine Krise. 1991 kam es zur Gründung der Rapid-AG. Die Rapid-Aktie stellte sich jedoch als Desaster heraus und wurde bald wieder abgeschafft. Ausgerechnet unter Trainer Hans Krankl kam Rapid in der Meisterschaft nicht aus dem Mittelfeld heraus. Im Cup erreichte Grün-Weiß zwar 1990, 1991 und 1993 das Finale, die Titelträger dieser Jahre hießen jedoch Austria Wien (1990 – 1:3 n. V.), SV Stockerau (1991 – 1:2) und Wacker Innsbruck (1993 – 1:3). Mehrmals blieb die Qualifikation für den Europacup verwehrt. Das Erreichen der 3. UEFA-Cup-Runde 1989/90 sowie ein 2:1-Heimsieg über den späteren UEFA-Cup-Sieger Inter Mailand ein Jahr später sind seltene Lebenszeichen des Rapid-Geists in dieser Zeit. Einer der negativen „Höhepunkte“ dieser Phase ist die historische 0:5 Meisterschafts-Niederlage gegen VSE St.Pölten. Bemerkenswert war die Entwicklung der Publikumslieblinge Jan Åge Fjørtoft und Andreas Herzog, die in dieser Periode gemeinsam auf dem Platz für viel Aufsehen sorgten. Das Potential dieser Spieler blieb nicht unendeckt, und so setzten beide ihren Werdegang im Ausland fort.

Den Höhepunkt der finanziellen Krise erreichte Rapid in den Jahren 1993 und 1994, als man knapp vor dem Konkurs stand. Die Schulden des Vereins und der Rapid AG beliefen sich auf zirka 103 Millionen Schilling, doch dank des Einstieges der Bank Austria 1993 als neuem Sponsor wurde die Sanierung von Rapid durch einen Ausgleich im Wege eines Insolvenzverfahrens möglich gemacht. Der Ausgleich wurde am 5. April 1994 angemeldet, Rapid musste 40 Prozent seiner Schulden innerhalb von zwei Jahren bezahlen. Erfolgreich beendet wurde schlussendlich die Sanierung Rapids am 30. Juni 1996, da Rapids Hauptsponsor Bank Austria den Ausgleich mit einer Bankgarantie in Höhe von 17 Millionen Schilling finanzierte. Die Bank Austria hatte ursprünglich vor, den Verein als Halbprofiverein weiterzuführen oder, was für die Fans noch schlimmer gewesen wäre, mit der Austria zu fusionieren. Doch nach massiven Protesten und einigen von den Rapid-Fans gekündigten Konten entschied sich die Bank Austria, doch den Ausgleich zu finanzieren und den Verein danach mit für ein normales Budget ausreichenden Sponsorgeldern zu versorgen.

In der Saison 1994/95 kam mit dem neuen Trainer Ernst Dokupil der sportliche Erfolg. Trotz der finanziellen Probleme und dem medialen Rummel wurde der Verein konkurrenzfähig und spielte wieder im Titelkampf eine entscheidende Rolle. Dokupil verstand es, in dieser Phase sowohl junge Talente als auch routinierte Spieler in die Mannschaft zu integrieren. Trotz der meisten Siege und der meisten erzielten Tore reichte es aber hinter Austria Salzburg und Sturm Graz nur zum dritten Platz in der Meisterschaft. Durch einen 1:0-Finalsieg gegen DSV Leoben konnte der nationale Cup-Bewerb gewonnen werden, der die Teilnahme am Europapokal der Cupsieger sicherte.

In der Saison 1995/96 konnte der Verein durch eine geschickte Transferpolitik den Kader entscheidend verstärken. Zwar wurde Torschützenkönig Marcus Pürk an Real Sociedad abgegeben. Mit dem Kapital konnten jedoch Peter Stöger, Carsten Jancker, Christian Stumpf und Trifon Iwanow erworben werden. Rapid spielte sowohl national als auch international eine starke Saison. International konnten die Hütteldorfer sich in der ersten Runde gegen Petrolul Ploieşti durchsetzten. Im Achtelfinale stand Rapid Sporting Lissabon gegenüber. Das Hinspiel in Portugal verlor Rapid mit 0:2. Das Rückspiel fand im Ernst-Happel-Stadion statt. Nach 25 Minuten brachte Dietmar Kühbauer die Grün-Weißen 1:0 in Führung. Erst in der Nachspielzeit erzielte Christian Stumpf das 2:0 und erzwang eine Verlängerung, in der Carsten Jancker und abermals Stumpf auf 4:0 stellten. Damit schied Sporting in Wien nahezu auf gleiche Weise aus wie zwei Jahre zuvor in Salzburg. Im Viertelfinale wurde Dynamo Moskau mit 1:0 in Moskau und 3:0 in Wien besiegt. Im Halbfinale wurde Feyenoord Rotterdam eliminiert. Die Niederländer kamen zu Hause nicht über ein 1:1 hinaus und mussten sich in Wien durch Tore von Stumpf und Jancker mit 3:0 geschlagen geben. Durch den Erfolg stand Rapid erneut in einem Europapokalfinale, welches in Brüssel gegen Paris St. Germain durch einen von Peter Schöttel abgefälschten Freistoß von Bruno N’Gotty 0:1 verloren ging.

In der letzten Meisterschaftsrunde erlebten 48.000 Zuschauer im ausverkauften Ernst-Happel-Stadion den entscheidenden 2:0-Sieg gegen den direkten Konkurrenten Sturm Graz. Nach neun meisterlosen Jahren gewann Rapid den 30. Meistertitel. Obwohl die historische Chance vergeben worden war, international einen Titel zu holen, wurde das Erreichen des Finales und der Gewinn der Meisterschaft gefeiert. Nach diesen Erfolgen waren die meisten Spieler auf dem Transfermarkt begehrt. Leistungsträger wie Michael Konsel, Dietmar Kühbauer, Michael Hatz, Stephan Marasek und Carsten Jancker konnten nicht im Verein gehalten werden und verließen ihn zwischen 1996 und 1997.

In der Saison 1996/97 wurde man auf dem Transfermarkt aktiv, doch lediglich Krzysztof Ratajczyk und Rene Wagner überzeugten von den Neueinkäufen und wurden langfristig zu Leistungsträgern. Anfangs konnte man an die Erfolge anknüpfen. Durch ein 2:0 in Wien und 4:2 in Kiew wurde Dynamo Kiew in der UEFA Champions League Qualifikation besiegt. Als zweiter österreichischer Klub nach Salzburg zogen die Hütteldorfer in die Hauptrunde der UEFA Champions League ein. Manchester United, Juventus Turin und Fenerbahçe Istanbul erwiesen sich jedoch für die Wiener zu stark. Dennoch konnte zu Hause mit einem 1:1 über Juventus Turin ein Achtungserfolg verbucht werden. Lange Zeit spielte der Verein um den Meistertitel mit, doch am Ende belegte Rapid den zweiten Platz hinter Salzburg.

Nach den Erfolgen sah es so aus, als wäre Rapid auf Jahre der Gejagte in der Liga, doch das Blatt wendete sich. War der dritte Titel der Salzburger in der Saison 1996/97 noch eine Überraschung, so dominierten Sturm Graz und FC Tirol die kommenden Jahre klar. Die Bundesländer hatten Wien für einige Zeit den Rang abgelaufen. Während Stadtrivale Austria Magna zu der Zeit chancenlos war, erreichte Rapid zwischen 1997 und 2001 immerhin in 5 Bewerben vier mal den Vizetitel. Dokupil wirkte nach der Vizemeisterschaft 1997 als Sportdirektor, sein Nachfolger als Trainer wurde Heribert Weber. In der UEFA-Cup Saison 1997/98 wurde nach Siegen über Boby Brünn, Hapoel Petah Tikva und TSV 1860 München das Achtelfinale erreicht, welches gegen Lazio Rom verloren ging. In den darauf folgenden zwei Meisterschaftsjahren konnte Sturm Graz zwei Meistertitel en suite feiern. Rapid reihte sich in der Phase unter den Top drei der Meisterschaft ein. Diese Platzierungen reichten zwar aus um international vertreten zu sein, doch man konnte für längere Zeit keine nennenswerten Erfolge verbuchen. In der Saison 1998/1999 schied man in der ersten Runde des UEFA-Cups gegen Girondins Bordeaux aus. Ein Jahr später gab es eine empfindliche Niederlage gegen Galatasaray Istanbul im Rahmen der Qualifikation zur UEFA Champions League. Auch die Möglichkeit im UEFA-Cup weiter zu kommen wurde nicht genutzt. Ehrenkapitän Heribert Weber wurde wegen Erfolglosigkeit als Trainer abgelöst. Dokupil trainierte die Grün-Weißen erneut, aber auch unter seiner Führung erreichte die Mannschaft 2001 nur den Vizemeistertitel. Bemerkenswert war die Verpflichtung von Dejan Savićević, der zwischen 1999 und 2001 unter Vertrag genommen worden war. Durch viele Verletzungen konnte er nur kurzfristig sein Potential auf dem Spielfeld zeigen. Zwischen 2000 und 2002 wurde auch Gaston Taument unter Vertrag genommen, doch er konnte die hohen Erwartungen nicht erfüllen.

Während der Saison 2001/02 wurde überraschend Lothar Matthäus als Trainer verpflichtet. Das war seine erste Trainerstation und er bildete mit vielen jungen Spielern wie Andreas Ivanschitz eine Mannschaft. Der Versuch schlug fehl, der Traditionsverein erreichte mit dem 8. Tabellenplatz die schlechteste Platzierung seit der Einführung der österreichischen Meisterschaft, unter anderem setzte es ein 1:6 Debakel in Salzburg. Nur mit dem 5:1 über Partizan Belgrad gab es einen großen Auftritt im UEFA-Cup, doch in der zweiten Runde schied man gegen Paris Saint-Germain klanglos aus. Auch die Rückkehr von Andreas Herzog konnte die Talfahrt des Vereins vorerst nicht aufhalten.

Josef Hickersberger löste Matthäus in der Saison 2002/2003 als Cheftrainer ab. 2003 wurde Nachwuchsleiter Peter Schöttel Sportdirektor. Im Mai 2005 fixierte der SK Rapid drei Runden vor Meisterschaftsende den 31. Meistertitel der Vereinsgeschichte. Das ist insofern bemerkenswert, da sich der Stamm der Mannschaft seit dem Amtsantritt von Trainer Josef Hickersberger im Jahr 2002 (achter Platz) nicht wesentlich verändert hatte. Lediglich Steffen Hofmann erwies sich als starke Neuerwerbung. Der Kader wurde nachträglich mit routinierten Spielern wie Peter Hlinka, Axel Lawaree und Marek Kincl ergänzt. Viele Spieler wie Andreas Ivanschitz und Helge Payer waren auch im Kader unter Lothar Matthäus im Einsatz. Das Finale des ÖFB-Cups 2005 verlor Rapid allerdings gegen Austria Wien mit 1:3. Am 23. August 2005 gewann Rapid das entscheidende Spiel zur Champions-League-Qualifikation gegen Lok Moskau auswärts mit 1:0 und schaffte, nach dem 1:1 im Hinspiel in Wien, seit 1996 wieder den Einzug in die Gruppenphase der Champions League. Dort blieb man allerdings gegen FC Bayern München, Juventus Turin und FC Brügge ohne Punktgewinn. Einzig bemerkenswert war das Faninteresse. Nachdem sich die Klubmitglieder und Jahreskartenbesitzer mit Abonnements eindecken durften wurden die verbliebenen Karten (etwa 12.000) für den Rest der Fans freigegeben. Nur wenige Stunden später waren alle 44.000 Abos verkauft und die Klubführung meinte sogar, dass das Maracanã-Stadion (Besucherkapazität nach Fertigstellung: 200.000) zu klein gewesen wäre. In dem Zusammenhang ist weiters erwähnenswert, dass in der ersten Begegnung gegen den FC Bayern München über weite Strecken ein Lärmpegel von über 130 Dezibel gemessen wurde.

Die Mannschaft spielte in der Saison 2005/06 eine gute Hinrunde und galt als Meisterfavorit, zeigte aber bereits kontinuierlich schwächere Leistungen.

Als Hickersberger die Mannschaft am 1. Jänner 2006 in Richtung Nationalteam verließ, wurde Georg Zellhofer aufgrund seiner Aufbauarbeit in Pasching zum neuen Chef-Trainer ernannt. Unter seiner Führung konnte die Mannschaft in der Rückrunde keine nennenswerten Erfolge feiern, zeitweise gelang Rapid in sechs aufeinander folgenden Spieltagen kein Sieg. Großen Anteil am Misserfolg hatte der Verkauf der beiden Spielmacher Steffen Hofmann und Andreas Ivanschitz, welche den Verein in der Winterpause verließen. Am Ende der Saison verpasste die Mannschaft als Tabellenfünfter auch die Teilnahme am UEFA Intertoto Cup 2007 (UI-Cup) und somit die letzte Chance auf eine Teilnahme an internationalen Bewerben.

In der Saison 2006/07 setzte sich der Abwärtstrend zunächst fort. Steffen Hofmann wurde zwar im Sommer 2006 wieder zurückgeholt, verletzte sich jedoch bereits in seinem ersten Spiel und fiel mehrere Monate aus. Am 27. August 2006 wurde schließlich der glücklose Georg Zellhofer beurlaubt und Peter Pacult am 5. September zum Nachfolger bestimmt. Dennoch geriet Rapid erstmals seit 1944 wieder ernsthaft in den Abstiegskampf und beendete die Hinrunde der Meisterschaft als Tabellenletzter. Sportdirektor Peter Schöttel zog die Konsequenzen und entschloss sich freiwillig sein Engagement zu beenden. Dessen Posten wurde von Alfred Hörtnagl übernommen. In der Rückrunde spielte der SK Rapid groß auf, gewann insgesamt 11 von 18 Spielen, fand im Frühjahr schnell den Anschluss ans obere Mittelfeld und kämpfte bis zum letzten Spieltag um einen direkten internationalen Startplatz. Mit einem vierten Platz in der Meisterschaft qualifizierte sich der Verein für die zweite Runde des UI-Cups.

In der Saison 2007/08 kam es zu einem Neuaufbau der Mannschaft und somit zu vielen Veränderungen im Kader. Die einstigen Stützen Hlinka, Valachovic und Kincl verließen den Verein. Pacult entschied sich in erster Linie auf die Jugend zu setzen. Mit Mario Tokic und Jürgen Patocka wurden routinierte Spieler für die Defensive verpflichtet, die sich später als Stützen erwiesen. Im UI-Cup setzte man sich in zwei Spielen gegen den ŠK Slovan Bratislava durch (3:1/0:1), wodurch sich Rapid als unter den Top-Acht gesetzter Verein direkt für die dritte Runde qualifizierte. Hierbei stieß man auf den russischen Verein Rubin Kazan. Im Hinspiel erhielt Kazan beim Spielstand von 1:1 zwei rote Karten. Rapid schlug daraus Kapital und drehte das Spiel von 0:1 auf 3:1. Ein 0:0 im Rückspiel in Kazan reichte dem österreichischen Rekordmeister um vom UI-Cup in die zweite Qualifikationsrunde des UEFA-Cups aufzusteigen. Hierbei traf Rapid auf Dinamo Tiflis, den georgischen Rekordmeister. Das Hinspiel konnte auswärts souverän mit 3:0 gewonnen werden, im Rückspiel konnte man mit einem 5:0 Kantersieg den Aufstieg in die erste Runde besiegeln. Die weitere Auslosung brachte den amtierenden belgischen Meister RSC Anderlecht, der in der Champions League Qualifikation gescheitert war, als Gegner. Das Hinspiel in Brüssel endete mit einem 1:1. Nach einer 0:1-Heimniederlage schied Rapid jedoch aus dem Bewerb aus. In der Meisterschaft konnte sich die Mannschaft nach einer mäßigen Hinrunde im Herbst durch eine starke Frühjahrsmeisterschaft nach und nach an die Tabellenfront spielen, und schließlich ab der 31. Runde mit einem 7:0-Auswärtssieg gegen Red Bull Salzburg die Tabellenführung übernehmen. Eine Runde vor Meisterschaftsende konnte durch einen 3:0-Heimsieg gegen Altach der 32. Meisterschaftstitel fixiert werden. Rapid beendete die Saison als bestes Auswärts- und zweitbestes Heimteam mit sechs Punkten Vorsprung auf Vizemeister Red Bull Salzburg.

In der Saison 2008/09 verließen mit Ümit Korkmaz und Mario Bazina zwei Stammspieler aus der Angriffsreihe den Verein. Der Kader wurde mit einigen Spielern ergänzt bzw. wurden verliehene Spieler wieder zurückgeholt. Mit Georg Koch verzeichnete Rapid die wohl prominenteste Neuverpflichtung, dieser soll den verletzten Stammtorhüter Helge Payer als Nummer eins vertreten. Am 30. Juli 2008 unterlag Rapid im Rahmen der UEFA-Champions-League-Qualifikation gegen den zypriotischen Meister Anorthosis Famagusta auswärts mit 0:3. Trotz eines 3:1-Heimsieges im Rückspiel schied Rapid am 6. August 2008 aus dem Wettbewerb aus. Am 24. August 2008 erlitt Georg Koch beim 286. Wiener Derby durch einen Böller aus dem Gästesektor ein Gehörtrauma und einen Kreislaufzusammenbruch, bleibende Schäden sind nicht auszuschließen. Das Spiel endete mit 3:0 für Rapid. Rapid beendete die Herbstmeisterschaft auf dem dritten Platz mit vier Punkten Abstand zum Tabellenführer Red Bull Salzburg. Am 30. November 2008 besiegte Rapid Altach mit 8:1.

Die Amateurmannschaft von Rapid Wien spielt aktuell in der Regionalliga Ost. In der Saison 2005/06 gelang durch den Meistertitel in der Wiener Stadtliga der Aufstieg in die aktuelle dritte Spielklasse. Trainer ist Andreas Reisinger, Co-Trainer Thomas Mattersdorfer. Spielstätte der Amateure ist der Rasenplatz West 1 (Kapazität: 800 Zuschauer) neben dem Gerhard-Hanappi-Stadion, einige Spiele werden auch im Gerhard-Hanappi-Stadion selbst ausgetragen.

Die zweite Mannschaft dient der Kampfmannschaft als Verstärkung durch mögliche Ersatzspieler und als Möglichkeit, jungen Talenten, die zuvor meist von anderen Vereinen abgeworben wurden, Spielpraxis zu geben. Auf diesem Weg haben einige junge Spieler den Sprung von den Amateuren in die erste Mannschaft geschafft. Einige sind Helge Payer, György Garics, Veli Kavlak und zuletzt Ümit Korkmaz. Ebenso können Kampfmannschaftsspieler mit wenig Spielpraxis oder nach Verletzungen bei den Amateuren eingesetzt werden.

In der Saison 2008/09 waren die Amateure vor allem im Cup sehr erfolgreich. So besiegte man unter anderem die Bundesligisten Altach (2:1) und Mattersburg (5:1). Damit stehen die Amateure schon im Viertelfinale des Bewerbs, wo sie auf die Amateuere des Lokalrivalen Austria stoßen, und sind damit auch weiter gekommen als die Kampfmannschaft, die bereits im Achtelfinale in Ried ausschied.

Die ersten Heimspiele spielte der Verein auf der Schmelz (Exerzierfeld). Im Jahre 1903 trug der Verein seine Heimspiele auf dem Rudolfsheim-Platz aus. Der Platz war jedoch bis zu zwei Meter abschüssig. Dies war ein großer Vorteil für Rapid, bis die Gemeinde Wien den Pachtvertrag im Jahre 1910 nicht mehr verlängerte.

Die Pfarrwiese war das erste richtige Stadion für den Verein. Sie wurde im Jahre 1911 mit einem Fassungsvermögen von 4000 Zuschauern errichtet. Die Spielstätte befand sich nicht mehr in Rudolfsheim-Fünfhaus, sondern in Hütteldorf im 14. Wiener Gemeinde-Bezirk, worauf auch der Mannschafts-Spitzname Hütteldorfer zurückgeht. Durch die Errichtung einer neuen Tribüne wurde das Stadion für bis zu 20.000 Zuschauer erweitert. Der Verein trug 66 Jahre lang seine Heimspiele auf der Pfarrwiese aus, ehe der Sportplatz im Jahre 1981 für ein moderneres Stadion abgerissen wurde.

Das Gerhard-Hanappi-Stadion ist seit 1977 das Heimstadion der Grün-Weißen. Anfangs bekam das Stadion den Namen „Weststadion“, weil es im äußersten Westen Wiens gelegen ist. Als der legendäre Fußballer von Rapid und Architekt des Stadions Gerhard Hanappi im Jahre 1980 starb, wurde die Spielstätte nach ihm benannt. Das Hanappi-Stadion wurde für ein Fassungsvermögen von 20.000 Zuschauern konzipiert, de facto lag das Limit jedoch knapp darunter. Seit weiteren Umbau- und Renovierungsarbeiten im Lauf der 2000er Jahre liegt die Kapazität heute bei 19.000 Zuschauern, wobei aus Sicherheitsgründen nicht mehr als 17.500 Zuseher ins Stadion gelassen werden dürfen. Wie auf der Pfarrwiese, so blieb Rapid auch im neuen Stadion heimstark. In der Saison 2004/05 verlor der Verein kein einziges Spiel in diesem Stadion (14 Siege und 3 Remis aus 17 Spielen) und gewann dadurch den 31. Meistertitel.

Spiele, bei denen das Zuschauerinteresse die Kapazitäten des Hanappi-Stadions übersteigt, wie etwa Champions-League-Matches, werden meistens im Ernst-Happel-Stadion im Wiener Prater ausgetragen, das jetzt 50.825 Zuschauern Platz bietet. Auch Spiele, die im Hanappi-Stadion auf Grund der fehlenden Rasenheizung nicht ausgetragen werden konnten, wurden früher in den Prater verlegt. Seit Sommer 2006 besitzt jedoch auch das Hanappi-Stadion eine Rasenheizung.

Das Gerhard-Hanappi-Stadion gilt als das stimmungsvollste Fußballstadion in Österreich, da die Zuschauerränge nach britischer Bauweise bis nahe ans Spielfeld heran reichen. Ivica Osim bezeichnete das Gerhard-Hanappi-Stadion einmal als eine „Kathedrale des Fußballs“.

Der SK Rapid ist ein Mitgliederverein. Das Präsidium und wichtige Funktionäre werden von den stimmberechtigten Mitgliedern gewählt. Stimmberechtigt ist jeder, der seit mindestens drei Jahren ununterbrochen Vereinsmitglied ist. Die Mitgliedschaft kostet 100 Euro pro Jahr. Derzeit hat der Verein 7000 Mitglieder.

Das Präsidium bei Rapid besteht aus mindestens fünf und höchstens acht Mitgliedern. Dazu zählt der Präsident, der Vizepräsident, der Finanzreferent, der Stellvertreter des Finanzreferenten sowie ein Präsidiumsmitglied für Schriftverkehr und weiteren Mitgliedern bis zur Auffüllung der festgesetzten Anzahl. Die Mitglieder werden in der Hauptversammlung gewählt. Sie findet alle drei Jahre statt, eine Wiederwahl ist möglich. Das Präsidium ist für die sportliche und wirtschaftliche Leitung des Klubs verantwortlich. Der Präsident leitet die Sitzungen des Präsidiums. Zurzeit ist dies der ehemalige österreichische Finanzminister Rudolf Edlinger, der wegen seiner traditionstreuen Vereinsführung bei den Anhängern ein hohes Ansehen genießt. Sein Stellvertreter, der Vizepräsident, ist Siegfried Menz. Finanzreferent ist Johann Smolka, sein Stellvertreter Helmut Nahlik.

Hauptsponsor der Rapid ist derzeit Wien Energie. Ausgerüstet wird die Mannschaft von adidas. Im Gegensatz zur im österreichischen Fußball nicht unüblichen Vorgehensweise, den Sponsor auch im Vereins- oder Stadionnamen aufscheinen zu lassen, ist das Logo des Sponsors nur auf den Dressen der Mannschaft zu finden, was der traditionsbewussten Klubpolitik der Rapid entspricht. Allerdings hat auch der SK Rapid kurzzeitig aufgrund finanzieller Probleme in der Saison 1976/77 unter dem Namen „SK Rapid Wienerberger“ gespielt.

Am 17. Jänner 2008 wurde die OMV AG als neuer Partner des SK Rapid Wiens vorgestellt. Rapid wird mit jeweils 1,8 Millionen Euro, drei Jahre lang, unterstützt. Gesponsert wird neben Banden und Trikots (vor allem Steffen Hofmann), besonders die Jugend. Im September 2008 wurde ein Sponsorendeal mit dem Handynetzbetreiber orange (früher als one bekannt) abgeschlossen. Seitdem ziert das orange-Logo das Trikot von Steffen Hofmann, das der OMV wurde auf die Hose versetzt. Der Vertragsabschluß war erst 2008 möglich, weil der Sponsorvertrag zwischen der Bundesliga und T-Mobile im Sommer 2008 abgeändert worden war und dadurch die Exklusivität weggefallen ist.

Der vorangegangene Trainer, Josef Hickersberger, verließ zum Jahresende 2005 den Klub um neuer Trainer der österreichischen Fußballnationalmannschaft zu werden. An seine Stelle trat der vorherige Pasching-Trainer Georg Zellhofer, welcher aber am 27. August 2006 entlassen wurde. Interimsmäßig wurde Co-Trainer Roman Pivarník zum Chef-Trainer bestellt. Am 4. September 2006 löste Peter Pacult seinen Vertrag bei Dynamo Dresden auf und unterzeichnete bei Rapid Wien einen Vertrag bis Sommer 2008. Februar 2008 wurde die Verlängerung seines Vertrags bis Sommer 2009 bekanntgegeben.

Zum hundertjährigen Vereinsjubiläum im Jahre 1999 haben die Rapid-Fans das „Team des Jahrhunderts“ gewählt. Im Tor konnte sich Michael Konsel knapp vor Walter Zeman durchsetzen. In seinen zwölf Jahren bei Rapid spielte Michael Konsel als einziger Spieler sowohl im Europapokalfinale 1985 als auch 1996. 1997 wechselte der zweimalige WM-Teilnehmer nach Italien, wo er beim AS Roma 1998 als bester Tormann der Serie A ausgezeichnet wurde. Walter Zeman spielte in den 1950er Jahren für Rapid. Der „Tiger“ war insbesondere für seine Sprungkraft berühmt, wurde mit dem Verein acht Mal Meister, schaffte es bis in die Weltauswahl und belegte mit der Nationalmannschaft den 3. Platz bei der WM 1954 in der Schweiz.

Als beste Abwehrspieler wurden von den Rapid-Fans Ernst Happel, Heribert Weber und Peter Schöttel gewählt. Ernst Happel stammte aus dem Rapid-Nachwuchs und spielte ebenfalls in den 1950ern für Rapid. Der WM-Dritte von 1954 wurde später insbesondere als Trainer berühmt, er gewann den Weltpokal, saß in fünf Europapokalfinalen auf der Trainerbank und wurde mit den Niederlanden Vizeweltmeister. Heute trägt Österreichs größtes Stadion seinen Namen. Heribert Weber war in den 1980er Jahren für Rapid aktiv, spielte im Europapokalfinale 1985 und war lange Zeit Kapitän der Nationalmannschaft. Peter Schöttel ist mit 436 Meisterschaftsspielen der bis heute treueste Rapidler, seine Rückennummer wurde zehn Jahre lang gesperrt. Er spielte in den 1990ern für den Verein, unter anderem im Europapokalfinale 1996. Er war bis 2007, sowohl als Spieler als auch als Trainer und Funktionär, nur beim SK Rapid Wien tätig.

Das Mittelfeld der Rapid-Elf des Jahrhunderts bilden Antonín Panenka, Andreas Herzog, Gerhard Hanappi und Dietmar Kühbauer. Antonín Panenka war Legionär aus der Tschechoslowakei. Mit seiner Nationalmannschaft wurde er 1976 Europameister, wobei er den entscheidenden Elfmeter im Finale gegen Deutschland verwandelte. Bei Rapid spielte der Freistoßspezialist in den 1980er Jahren und erreichte mit dem Klub das Europapokalfinale 1985. Andreas Herzog war Spielmacher Rapids Ende der 1980er und Beginn der 1990er Jahre, mit 103 Länderspielen ist er bis heute Rekordnationalspieler Österreichs und feierte später vor allem als Legionär in Deutschland Erfolge. Gerhard Hanappi ist der dritte Spieler der 1950er-Mannschaft, die den dritten Platz bei der WM 1954 belegte. Für Rapid Wien hat er zudem eine besondere Bedeutung, da er als Architekt das Weststadion baute, welches heute seinen Namen trägt. Dietmar Kühbauer wurde als vierter Spieler ins Jahrhundert-Mittelfeld gewählt, er war Mitte der 1990er Jahre für Rapid aktiv und spielte im Europacupfinale 1996.

In den Sturm der Rapid-Elf des Jahrhunderts wurden Josef Uridil, Hans Krankl, der insgesamt die meisten Stimmen aller Spieler erhielt, und Franz Binder gewählt. Josef Uridil spielte in den Jahren nach dem Ersten Weltkrieg für die Grün-Weißen und gilt heute als einer der ersten Stars des österreichischen Fußballs. Ihm zu Ehren wurde das Lied „Heute spielt der Uridil“ komponiert. Der sechsfache Torschützenkönig Franz Binder schoss in den 1930er und 1940er Jahren über 1000 Tore für Rapid und machte den Verein mit seinem Hattrick im Finale 1941 um die deutsche Meisterschaft gegen Schalke 04 zum Titelgewinner. Hans Krankl wurde fünf Mal Torschützenkönig und 1978 mit 41 Toren sogar bester Torschütze Europas. Mit der Nationalmannschaft warf er bei der WM 1978 den amtierenden Weltmeister Deutschland aus dem Bewerb und erzielte beim 3:2-Sieg in Cordoba zwei Treffer.

Der beliebteste Spieler der aktuellen Mannschaft ist eindeutig der deutsche Steffen Hofmann. Im Juli 2006 kehrte er unter großer Anteilnahme der Rapidfans vom TSV 1860 München nach Hütteldorf zurück. Der Spielmacher gilt als besonders einsatzfreudig und ist für seine gefährlichen Freistöße und präzisen Torvorlagen bekannt. Hofmann war schon von 2003 bis 2005 Mannschaftskapitän und ist es seit 2008 wieder.

Der SK Rapid Wien hatte seit Gründung der österreichischen Meisterschaft bislang 35 verschiedene Trainer.

Der SK Rapid zählt über 7.000 Vereinsmitglieder und 126 offizielle Fanclubs. In den vergangenen Jahrzehnten konnte der Verein stetig seine Zuschauerzahlen steigern und begrüßt derzeit durchschnittlich mehr als 16.000 Besucher pro Spiel. Bei Auswärtsspielen wird Rapid regelmäßig von vielen Fans begleitet.

Bemerkenswert an der jüngeren Geschichte ist der seit der Saison 2003/2004 anhaltende Zuschauerboom bei Rapid. Noch in den Neunzigerjahren kamen zu Spitzenspielen oft nur knapp über 10.000 Zuschauer ins Hanappi-Stadion, zu Spielen gegen schwächere Gegner oft nur wenige Tausend. Aktuell beträgt der Zuschauerschnitt rund 16.800 pro Spiel. Rapid hat für die Saison 2008/2009 10.641 Jahreskarten verkauft und erstmals beschlossen, ab Ende August 2008 keine Jahreskarten mehr für die laufende Saison zu verkaufen.

Große Beliebtheit gewinnt der Club durch seine Erfolge und die traditionstreue Vereinsführung. Die meisten Fangruppierungen haben sich mittlerweile auf der Westribüne, welche von den Fans auch „Block West“ genannt wird und seit 2003 vor jeder Saison mit Jahreskarten ausverkauft ist, eingefunden. Daher hat sich gegenüber, auf der Osttribüne des Gerhard-Hanappi-Stadions eine zweite Fantribüne unter der Führung der Lords Rapid gebildet was für österreichische Verhältnisse einzigartig ist. Während den Spielen gibt es auch immer wieder Wechselgesänge zwischen den beiden Rapid-Fankurven. Von Fans wird der Klub auch als „Religion“ bezeichnet, so wird beispielsweise das Stadion „Sankt Hanappi“ genannt.

Unterstützt wird der Verein unter anderem von den Ultras Rapid 1988, der größten und ältesten Ultrà-Gruppierung Österreichs. Sie sind eine der wenigen Ultrà-Gruppierungen in Europa, die jedes Spiel eine Choreographie zeigen und wurden 2005 von der Torcida International Fans Organisation (T.I.F.O.) zur Gruppierung mit den besten Choreographien in Europa gewählt. Die Ultras Rapid 1988 pflegen außerdem Fan-Freundschaften zu den Ultrà-Gruppierungen des SSC Venedig (Venezia Mestre), des 1. FC Nürnberg (Ultras Nürnberg) und jene von Panathinaikos Athen (Gate 13). Weitere wichtige Fanklubs sind die Tornados Rapid, die Green Lions, Green White Spirit und die Lords Rapid. Letztere unterstützen die Mannschaft von der Osttribüne aus.

Von den Medien werden die Ultras Rapid auch gelegentlich mit Gewalt in Verbindung gebracht, sie selbst zeigen sich hiervon nicht abgeneigt und verlautbaren beispielsweise: Die Schlachten gegen die Kommerzialisierung scheinen unschlagbar…leider ist Gewalt da oftmals das einzige Mittel. Tatsächlich kam es in der Vergangenheit mehrmals zu gewalttätigen Ausschreitungen bei oder nach Rapid-Spielen bei Derbys oder gegen Sturm Graz wie auch am 22. Oktober 2005 zum Beschießen von Joey Didulica mit Feuerwerkskörpern, wobei die Ultras Rapid nicht die Hauptverantwortlichen sind. Zum bislang schlimmsten Vorfall seit der Jahrhundertwende kam es im Sommer 2002, als bei einem Freundschaftsspiel gegen Arsenal die Tribüne im Eisenstädter Lindenstadion in Brand gesetzt und eingreifende Polizisten mit Flaschen und ausgerissenen Sitzbänken angegriffen wurden. Sanktionen gegen Rapid seitens der UEFA und Stadionverbote gegen die von der Polizei ausfindig gemachten Hooligans – mehrheitlich Mitglieder der Rapid Ultras – waren die Folge, letztere wurden vom Verein nach sechs Monaten wieder zurückgezogen. Die Ultras bestritten allerdings, dass Mitglieder von ihnen an den Ausschreitungen in Eisenstadt beteiligt waren. Auch die betroffenen Ultras-Mitglieder dementierten ihre Beteiligung. Für Diskussionen sorgte auch das Verhalten von ca. 400 Rapid-Ultras beim freundschaftlichen Länderspiel gegen Schottland, welches am 30. Mai 2007 im Gerhard-Hanappi-Stadion stattfand. Teamkapitän Andreas Ivanschitz wurde bei jeder Ballberührung beschimpft und ausgepfiffen, da man ihm den Wechsel von Rapid zu Red Bull Salzburg nicht verziehen hatte.

Die Rapidviertelstunde zählt zu den Besonderheiten der Fankultur des Vereines. Damit sind die letzten 15 Minuten eines Spiels gemeint, in denen Rapid zahlreiche Spiele komplett umdrehen konnte, was daran liegen mag, dass die typischen Stärken Rapids immer in den Bereichen Ausdauer und Kampfkraft lagen. Diese letzte Viertelstunde wird seit 1919 traditionellerweise nach genau 75 Spielminuten vom Publikum etwa ein bis zwei Minuten lang rhythmisch und lautstark eingeklatscht. Zu einer festen Tradition wurde das Einklatschen der Rapidviertelstunde mit dem Meisterschaftsspiel gegen den Wiener AC im Jahre 1921. Rapid lag zur Pause 1:5 zurück, vor Beginn der Rapidviertelstunde noch 3:5. Schließlich gewann man noch mit 7:5. Alle sieben Rapidtore schoss dabei Josef Uridil, der zu einem der ersten großen Stürmerstars des Vereins, wie auch des österreichischen Fußballs wurde. Für weitere Erfolge sorgte die Rapidviertelstunde beispielsweise im Jahre 1939, als man im deutschen Pokalfinale gegen FSV Frankfurt einen 0:1-Rückstand noch auf einen 3:1-Sieg drehen und somit auch als österreichischer Verein den deutschen Pokaltitel holen konnte. Seit einigen Jahren folgt auf das rhythmische Einklatschen der Rapidviertelstunde regelmäßig die lautstarke Aufforderung der Fans an die Mannschaft mit den Worten: „Hopp auf Hütteldorf!“ (oder „Auf auf Hütteldorf!“).

Der SK Rapid hat insgesamt 32 mal den österreichischen Meistertitel gewonnen. Erachtet man die Meisterschaft als wichtigsten Bewerb auf nationaler Ebene so ist Rapid der erfolgreichste Verein des Landes.

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Source : Wikipedia