London

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Geschrieben von robby 03/03/2009 @ 10:13

Tags : london, grossbritannien, europa, ausland

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London

Lage von London in Europa

London (englische Aussprache ) ist die Hauptstadt Englands und des Vereinigten Königreiches Großbritannien und Nordirland. Die Stadt liegt an der Themse in Südostengland auf der Insel Großbritannien. Das heutige Verwaltungsgebiet mit den Stadtbezirken entstand am 1. April 1965 mit der Gründung von Greater London (Groß-London). In dem Verwaltungsgebiet Greater London leben 7.512.400 Menschen (2006), davon 2.972.900 in den 13 Stadtbezirken von Inner London. London ist damit die bevölkerungsreichste Stadt der Europäischen Union. Die Agglomeration hat 8.278.251 Einwohner (2001). In der Metropolitan Area lebten im Jahre 2001 etwa vierzehn Millionen Menschen.

London ist eines der wichtigsten Kultur-, Finanz- und Handelszentren der Welt (Weltstadt). In der Stadt befinden sich zahlreiche Universitäten, Hochschulen, Theater und Museen. Das Stadtgebiet von Greater London, das in Inner- und Outer London unterteilt ist, gliedert sich in die City of London und weitere insgesamt 33 Stadtbezirke („London boroughs“), darunter auch die City of Westminster. London ist Sitz der Internationalen Seeschifffahrts-Organisation (IMO).

London erstreckt sich etwa 45 Kilometer entlang der schiffbaren Themse und liegt durchschnittlich 15 Meter über dem Meeresspiegel. London entstand aus einer Siedlung am Nordufer, der heutigen City of London. Die London Bridge war bis 1739 die einzige Brücke über den Fluss.

Aus diesem Grund befindet sich der größere Teil der Stadt nördlich des Flusses. Mit dem Bau weiterer Brücken im 18. Jahrhundert und dem Bau der Eisenbahnen im 19. Jahrhundert begann sich die Stadt in alle Richtungen auszudehnen. Die Landschaft ist flach bis leicht wellig, wodurch das ungehinderte Wachstum begünstigt wurde.

Die Themse war in früheren Zeiten wesentlich breiter und seichter als heute. Sie wird heute fast gänzlich durch Dämme begrenzt und die meisten Zuflüsse fließen unterirdisch. Die Gezeiten der Nordsee machen sich in London noch deutlich bemerkbar, die Stadt ist deshalb durch Überschwemmungen und Sturmfluten gefährdet. Bei Woolwich - östlich von Greenwich gelegen - wurde in den 1970er-Jahren der Thames Barrier gebaut, um diese Gefahr einzudämmen.

Die geografischen Koordinaten des Stadtzentrums in der Nähe des Trafalgar Square sind 51,30 Grad nördlicher Breite und 0,08 Grad westlicher Länge. Durch das königliche Observatorium, dem Royal Greenwich Observatory in Greenwich, wurde der bekannte Nullmeridian gelegt. Er ist Ausgangspunkt der Längengrade und damit auch der Zeitzonen.

Südostengland mit der Hauptstadt London, der am meisten begünstigte Teil der Hauptinsel, unterscheidet sich in vielerlei Hinsicht von den anderen Landesteilen. Die geologische Struktur wird durch die mesozonischen Sedimente bestimmt, die eine großzügig gegliederte Schichtstufenlandschaft entstehen ließen. Ihre Höhen ragen nirgends hoch auf, so dass der gesamte Raum die klimatischen Vorteile des Südostens genießt. Denn die Niederschläge sind geringer, und trotz größerer winterlicher Kälte ist der wärmere Sommer dem Ackerbau günstig, zumal da die meisten Gesteine und die darüberliegenden glazialen Ablagerungen wesentlich bessere Böden ergeben als in den Gebirgsländern.

Wenn trotzdem im Laufe der letzten Jahrhunderte der Ackerbau immer wieder Rückschläge zeigte, so sind diese in der ökonomischen Struktur Großbritanniens, keineswegs in der Natur des Landes begründet. In dem kontinentnahen Südosten hat von jeher das Schwergewicht des Inselreiches gelegen. Hier fassten die vom Festland kommenden Eroberer – Römer, Sachsen, Normannen – zuerst Fuß. Auch als mit der Entdeckung Amerikas und der Entwicklung der Überseeschifffahrt die Außenseiten der Insel infolge ihrer günstigeren Lage stärker belebt wurden, konnte sich das alte Kulturzentrum behaupten. London blieb das Tor der Inselwelt.

London gliedert sich in 32 Stadtbezirke (London Boroughs) und die City of London.

London befindet sich in der gemäßigten Klimazone. Die Sommer sind warm, aber selten heiß; die Winter sind zwar kühl, doch sinkt die Temperatur selten unter den Gefrierpunkt. Der wärmste Monat ist Juli mit 16,3 Grad Celsius im Durchschnitt, der kälteste Januar mit 3,9 Grad Celsius im Mittel. Die höchste jemals in London gemessene Temperatur war 37,9 Grad Celsius, gemessen während der Hitzewelle 2003. Die große überbaute Fläche hält die Wärme zurück und schafft dadurch ein Mikroklima. Manchmal ist es in der Stadt bis zu fünf Grad wärmer als in der umliegenden Landschaft.

Die durchschnittliche Jahrestemperatur beträgt 9,7 Grad Celsius und die mittlere jährliche Niederschlagsmenge 753 Millimeter. Im Dezember gibt es den meisten Niederschlag mit durchschnittlich 80 Millimeter und der wenigste im Juli mit 44 Millimeter im Durchschnitt. Schnee fällt eher selten, höchstens einige Zentimeter pro Jahr. Ereignisse wie die Schneekatastrophe von 1978 sind eine Seltenheit. Anfang Februar 2009 gab es das schlimmste Schneechaos seit 18 Jahren als über 15cm Neuschnee fielen. Keine Seltenheit sind dagegen Inversionswetterlagen. Eine davon führte 1952 zu einer großen Smog-Katastrophe.

Die Existenz einer vorrömischen Siedlung der Kelten im Bereich der City of London konnte nicht nachgewiesen werden. Wahrscheinlich im Jahr 47 n. Chr. gründeten die Römer die Stadt Londinium. Im Jahr 60 oder 61 n. Chr. zerstörten die Icener, angeführt von Königin Boudicca, die Siedlung. Londinium wurde wieder aufgebaut und löste zu Beginn des 2. Jahrhunderts Camulodunum (Colchester) als Hauptstadt Britanniens ab. Ab 197 war Londinium Hauptstadt der Provinz Britannia superior, ab etwa 300 der Provinz Maxima Caesariensis. Rund um die Stadt wurden Wallanlagen errichtet.

Im Jahr 410 zogen die Römer ihre Legionen zurück und die Bevölkerung war den Raubzügen germanischer Stämme zunehmend schutzlos ausgeliefert. Nach der Eroberung Englands durch die Angeln und Sachsen verfiel Londinium bis Ende des 5. Jahrhunderts zu einer unbewohnten Ansammlung von Ruinen.

Die Angelsachsen mieden zunächst die unmittelbare Umgebung der zerstörten Stadt. Im späteren 7. Jahrhundert gründeten sie westlich davon die Siedlung Lundenwic, die zunächst zum Königreich Mercia, später zum Königreich Essex gehörte. Unter der Führung von Alfred dem Großen, dem König von Wessex, eroberten die Angelsachsen im Jahr 878 die Gegend an der Themsemündung von den Dänen zurück. In den folgenden Jahren wurde das Gebiet innerhalb der römischen Stadtmauer wieder besiedelt. Die neu entstandene Stadt hieß Lundenburgh.

1066 eroberten die Normannen England und London löste Winchester als Hauptstadt ab. Der neue Herrscher Wilhelm I. bestätigte die besonderen Rechte Londons. Richard Löwenherz ernannte 1189 den ersten Lord Mayor (Bürgermeister), der dann ab 1215 von den immer mächtiger werdenden Kaufmannsgilden selbst gewählt wurde. 1209 wurde die erste aus Stein errichtete London Bridge fertiggestellt, die bis 1750 die einzige Brücke im heutigen Stadtzentrum war. Mehrere Male musste London Plünderungen durch aufständische Bauernheere erdulden, so z.B. 1381 während der Peasants’ Revolt und 1450 während der Jack-Cade-Rebellion.

Im Rosenkrieg, der 1485 mit der Krönung von Henry Tudor als Heinrich VII. zu Ende ging, hielt die Stadt zur Partei der Yorks. Die Reformation brach die Macht der Kirche, die bis dahin rund die Hälfte des Bodens besaß; die Neuverteilung kirchlicher Güter ab 1535 leitete eine Ära des wirtschaftlichen Wachstums ein und London stieg zu einer führenden Handelsstadt auf.

London musste in seiner wechselvollen Geschichte einige Rückschläge hinnehmen. Nachdem im 16. Jahrhundert die Gründung der ersten großen Handelskompanien und der Royal Exchange den wirtschaftlichen Aufstieg vorangetrieben hatten, wurde die Stadt 1664 und 1665 von der „Großen Pest“ heimgesucht, die über 70.000 Menschenleben forderte. Im September 1666 verwüstete der „Große Brand von London“ große Teile der Stadt. Etwa 13.000 Häuser und 89 Kirchen fielen den Flammen zum Opfer.

Die Stadt wurde nach dem verheerenden Brand neu aufgebaut. Pläne für eine grundlegende Neugestaltung scheiterten jedoch an den zu hohen Kosten, weshalb die neuen Häuser im Wesentlichen entlang der alten verwinkelten Straßen errichtet wurden. Verantwortlich für den Wiederaufbau war der Architekt Christopher Wren. Fast alle adeligen Bewohner zogen endgültig aus der alten Innenstadt weg und ließen sich im aufstrebenden West End neue repräsentative Wohnhäuser bauen. Ins East End abgedrängt wurden die ärmsten Bevölkerungsschichten, die im expandierenden Hafen ihr Auskommen finden mussten. Ende des 17. Jahrhunderts stieg London zum bedeutendsten Finanzzentrum der Welt auf.

Während des 18. Jahrhunderts wuchs London über die historischen Grenzen hinaus. Neue Brücken über die Themse ermöglichten die Ausbreitung der Stadt nach Süden. Im Juni 1780 war London Schauplatz der Gordon Riots, als sich fanatische Protestanten gegen die Gleichberechtigung der Katholiken zur Wehr setzten.

Im Laufe des 19. Jahrhunderts vervielfachte sich die Bevölkerungszahl, der Bau zahlreicher Vorortseisenbahnen und U-Bahnen ermöglichte eine rasche Ausbreitung des überbauten Gebiets. London errang während des viktorianischen Zeitalters große Bedeutung als Hauptstadt des Britischen Weltreichs. 1851 war London laut Volkszählung mit 2.651.939 Einwohnern die größte Stadt Europas und das Zentrum der industrialisierten Welt. Hier fand im gleichen Jahr mit der „Great Exhibition“ die erste Weltausstellung statt.

Der ausufernde Ballungsraum war in zahlreiche Kirchgemeinden und Gerichtsbezirke zersplittert. Als erster Zweckverband wurde 1829 die Metropolitan Police gegründet, die in der Folge in der ganzen Metropole die zuvor auf privater Basis betriebene Verbrechensbekämpfung übernahm. 1855 folgte mit dem Metropolitan Board of Works eine Vereinheitlichung im Bereich des Bauwesens. Das unter der Leitung von Joseph Bazalgette gebaute Londoner Abwassersystem gilt als größtes Bauprojekt des gesamten 19. Jahrhunderts. 1889 wurde mit der County of London erstmals überhaupt eine einheitliche Verwaltungsregion für den gesamten Ballungsraum geschaffen.

Die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts war geprägt von einer Ausdehnung des überbauten Gebiets in einem vorher nie gekannten Ausmaß. Die neuen Vororte lagen fast gänzlich außerhalb der County of London; in ganz Middlesex, im Westen von Essex, im Norden von Surrey, im Nordwesten von Kent und im Süden von Hertfordshire.

Während des Zweiten Weltkriegs, vor allem 1940/41, erlitt London insbesondere in den östlichen Industriegebieten durch Angriffe der deutschen Luftwaffe schwere Zerstörungen. Diese Bombardements gingen mit dem Namen „The Blitz“ in die Geschichte der Stadt ein. Eine zweite Angriffswelle folgte 1944/45 mit den V1- und V2-Raketen. Knapp 30.000 Einwohner starben, Hunderttausende wurden obdachlos.

Nach Kriegsende sank die Einwohnerzahl beträchtlich, da viele Londoner sich in neuen Satellitenstädten niederließen. 1965 wurde die Verwaltungsregion Greater London geschaffen, die auch die im 20. Jahrhundert entstandenen Vororte umfasst. Währenddessen büßte London seine Rolle als bedeutender Hafen ein, die Anlagen in den Docklands zerfielen. 1981 begann ein umfangreiches Stadtentwicklungsprogramm, Zehntausende von Arbeitsplätzen der Dienstleistungsbranchen wurden von der City of London auf die Isle of Dogs verlagert oder neu geschaffen. In der Canary Wharf entstand ein ausgedehnter Hochhauskomplex. Durch diese Aufwertung Londons steigt die Einwohnerzahl wieder an, seit dem Tiefpunkt in den 80er-Jahren um eine Million. Trotzdem hat London heute noch eine Million Einwohner weniger als am historischen Höchststand, der 1939 mit etwa 8,6 Millionen erreicht wurde.

Die Religionsverteilung ist laut Volkszählung 2001 wie folgt: Christen (58,2 Prozent), Muslime (8,5 Prozent), Hindus (4,1 Prozent), Juden (2,1 Prozent), Sikhs (1,5 Prozent) und Buddhisten (0,8 Prozent), andere (0,5 Prozent). 15,8 Prozent der Londoner gehören keiner Religion an. Keine Angaben machten 8,7 Prozent der Bevölkerung.

Die Mehrheit der Christen gehört der Anglikanischen Kirche an. Hauptkirche und Sitz des Bischofs ist die Saint Paul’s Cathedral. Die katholische Hauptkirche von Wales und England ist die Westminster Cathedral. Seit das englische Königshaus den protestantischen Glauben (Anglikanische Kirche) angenommen hatte, gab es viele Jahrhunderte keine katholischen Gotteshäuser in London. Erst im 19. Jahrhundert etablierten sich wieder katholische Gemeinden. Weitere christliche Religionsgemeinschaften sind die United Reformed Church, die Heilsarmee, die Quäker und die Orthodoxe Kirche.

Die Stadt ist das Zentrum des Islam in Großbritannien. Etwa 38 Prozent der 1,589 Millionen britischen Muslime lebten laut Volkszählung 2001 in London. Siedlungszentren sind überwiegend die Stadtbezirke Tower Hamlets und Newham. Die London Central Mosque ist die größte Moschee der Hauptstadt.

Von den 558.000 britischen Hindus lebten 2001 circa 52 Prozent in London. Siedlungszentren sind vor allem die Bezirke Brent und Harrow sowie der Stadtteil Southall im Bezirk Ealing im Westen Londons. Der Neasden Temple war bis zur Eröffnung des Shri Venkateswara (Balaji) Temple in Tividale (West Midlands) im August 2006 der größte Hindu-Tempel außerhalb Indiens.

Etwa 56 Prozent der 267.000 britischen Juden lebten 2001 in der Hauptstadt. Siedlungszentren sind Stamford Hill im Bezirk Hackney und Golders Green im Bezirk Barnet.

Schon 140 n. Chr. lebten in London 30.000 Menschen, 1300 waren es bereits 100.000 und 1801 überschritt die Einwohnerzahl der Stadt die Grenze von einer Million. London war von 1825 bis 1925 die bevölkerungsreichste Stadt der Welt, bis sie von New York überholt wurde. Bei der Volkszählung im Jahre 2001 wurden 7.172.091 Einwohner gezählt.

London ist traditionellerweise ein Anziehungspunkt für verschiedene Kulturen und Religionen. Während zu Beginn des 20. Jahrhunderts hauptsächlich Iren, Polen, Italiener und osteuropäische Juden nach London kamen, sind seit circa 1950 vor allem Menschen aus ehemaligen britischen Kolonien, beispielsweise Indien, Pakistan, Sri Lanka und Bangladesch, eingewandert.

Bei der Volkszählung 2001 stammten 6,1 Prozent der Bevölkerung vom indischen Subkontinent, 5,3 Prozent aus Schwarzafrika und 4,8 Prozent aus der Karibik, 1,1 Prozent waren chinesischer Abstammung. Insgesamt wurden 72,9 Prozent der Bevölkerung Londons in Großbritannien geboren, 5,3 Prozent in weiteren Ländern der Europäischen Union (EU) und 21,8 Prozent außerhalb der EU.

Die Agglomeration von London dehnt sich über das eigentliche Stadtgebiet von Greater London hinaus und zählt 8.278.251 Einwohner (2001). Dies sind mehr als in Schottland und Wales zusammen. London ist damit eine der größten Agglomerationen Europas.

Die folgende Übersicht zeigt die Einwohnerzahlen nach dem jeweiligen Gebietsstand. Bis 1750 handelt es sich um Schätzungen, von 1801 bis 2001 um Volkszählungsergebnisse und 2006 um eine Berechnung.

Die ethnische und soziale Segregation (Entmischung) der Bevölkerung ist in der britischen Hauptstadt weniger ausgeprägt als in New York. Rund 20 Prozent der Einwohner stammen aus Asien, Afrika und der Karibik. Wohngebiete der Bengalen befinden sich beispielsweise in Tower Hamlets (Inner London) und der Inder in Brent und Ealing (Outer London). In den östlichen Bezirken Londons sind Arbeitslosigkeit, Armut, Überbelegung der Wohnungen und Verfall der Bausubstanz erheblich höher als in den westlichen Bezirken.

Um diese weniger gut erhaltenen Wohn- und Gewerbegebiete aus dem 19. Jahrhundert mit relativ hoher Wohndichte und einem überproportionalen Anteil Einwanderer sowie Menschen mit niedrigem Einkommen gruppieren sich Wohn- und Gewerbegebiete geringerer Dichte. Überwiegend am östlichen und südlichen Rand dieser Gebiete leben wenig Einwanderer und deren Nachfahren. Gering verdichtete Wohnformen, vor allem von Eigentümern bewohnte Einzel- und Doppelhäuser sind hier das dominierende Siedlungsbild.

Der frühere Gegensatz in den Wohn- und Lebensbedingungen der Bevölkerung britischer Nationalität und der Einwanderer mit hohem und niederem Einkommen zwischen den Stadtteilen Westend und Eastend wird von entgegengesetzten Entwicklungstendenzen überlagert. Es kommt zu einer Zunahme ethnischer, sozialer und kultureller Differenzierung und Ghettobildung. Immer mehr Haushalte mit hohem Einkommen bleiben in London oder ziehen in die Stadt und verdrängen die ärmeren Haushalte und Mieter. Ursache ist die Anfang der 1980er-Jahre begonnene nationale und lokale Stadtentwicklungspolitik, deren wichtigstes Ziel es war, die Bedeutung der Hauptstadt als Handels- und Finanzzentrum zu stärken und für internationale Firmen attraktiv zu machen.

Im Jahre 1965 wurde die Verwaltungsregion Greater London, ein Zusammenschluss der alten County of London mit Middlesex sowie Teilen der Grafschaften Essex, Hertfordshire, Kent und Surrey, gegründet. Greater London ist unterteilt in 32 London Boroughs und die City of London. Die Boroughs sind für die lokale Selbstverwaltung und den Betrieb der meisten öffentlichen Einrichtungen auf ihrem Gebiet zuständig. Die City of London wird historisch bedingt von der Corporation of London verwaltet.

Die Greater London Authority (GLA) koordiniert die Zusammenarbeit zwischen den einzelnen Boroughs, ist für die strategische Planung zuständig und betreibt öffentliche Einrichtungen, die in der ganzen Stadt tätig sind; dazu gehören die Feuerwehr, die Polizei und der öffentliche Verkehr. Die GLA besteht aus dem Mayor of London (Oberbürgermeister) und der London Assembly (Stadtparlament mit 25 Sitzen), die beide ihren Sitz in der City Hall haben. Der aktuelle Mayor of London ist Boris Johnson (Conservative Party). Sein Vorgänger war Ken Livingstone. Dieser trat im Jahre 2000 gegen den offiziellen Labour-Kandidaten an, wurde nach einem Nominierungsdebakel aus der Partei ausgeschlossen, dann allerdings 2004 unter Kritik wieder aufgenommen und haushoch für eine zweite Amtszeit bestätigt, ehe er letztlich bei der Wahl 2008 Johnson unterlag. Der Lord Mayor of London, der Bürgermeister der City of London, übt lediglich zeremonielle Funktionen aus.

Frühere Verwaltungsbehörden waren die Metropolitan Board of Works (MBW) von 1855 bis 1889, der London County Council (LCC von 1889 bis 1965 und der Greater London Council (GLC) von 1965 bis 1986. Der GLC wurde von Premierministerin Margaret Thatcher nach politischen Auseinandersetzungen zwischen der Regierung und dem GLC-Vorsitzenden Ken Livingstone aufgelöst. 14 Jahre besaß London keine übergeordnete Verwaltung; die meisten Aufgaben wurden an die Boroughs übertragen, einzelne direkt an die Zentralregierung. Diese Maßnahme führte zu großen Koordinationsproblemen. Auch nach der Einsetzung der GLA im Jahr 2000 besitzen die Boroughs eine größere Autonomie als noch zu Zeiten der GLC.

Die Polizeibehörde der 32 London Boroughs ist der Metropolitan Police Service, besser bekannt unter dem Namen Metropolitan Police oder kurz als „the Met“. Die City of London besitzt eine eigene Polizeibehörde, die City of London Police.

London unterhält mit folgenden Städten Partnerschaften.

London bietet eine breite Palette an kulturellen Veranstaltungen. Im Londoner Westend sind mehr als ein Dutzend Theater zu Hause. Gespielt wird alles von der Klassik bis zur Moderne. Dort wurden unter anderem Andrew Lloyd Webbers weltberühmte Musicals Cats und Das Phantom der Oper uraufgeführt.

Das Royal National Theatre der National Theatre Company in South Bank und das Barbican Centre der Royal Shakespeare Company gehören zu den vielen Zentren des professionellen Theaterschauspiels. Das Royal Court Theatre, eine der traditionsreichsten Bühnen in London, ist im Februar 2000 nach vier Jahren Umbauzeit wieder eröffnet worden.

Das Royal Opera House in Covent Garden ist das bedeutendste britische Opernhaus. Es ist die Heimat der Royal Opera und des Royal Ballet. Das erste Theatergebäude an dieser Stelle, das damalige Theatre Royal (siehe Patent Theatre) wurde von Edward Shepherd entworfen. Es wurde am 7. Dezember 1732 mit einer Aufführung von William Congreves The way of the world eröffnet. Obwohl schon ab 1735 auch Opern, zum Beispiel von Händel, aufgeführt wurden, blieb das Haus doch hauptsächlich ein Schauspielhaus.

Das Theatre Royal Drury Lane ist ein Theater im Londoner West End. Seit Mitte der 1980er-Jahre war es die Heimat großer Musicalproduktionen wie 42nd Street, Miss Saigon und My Fair Lady. Das London Palladium ist das wohl berühmteste Londoner Theater. In den 1950er-Jahren wurde die in England populäre Varieté-Aufführung „Sunday Night at the London Palladium“ live im Fernsehen ausgestrahlt.

Das Theatre Royal Haymarket (Haymarket Theatre) ist ein Theater am Londoner Haymarket. Es wurde 1720 von John Potter als Little Theatre gegründet - in Anspielung auf das größere King’s Theatre (heute Her Majesty’s Theatre), das sich ebenfalls am Haymarket befand. Das Her Majesty’s Theatre wird hauptsächlich für Musicalaufführungen genutzt. Seit dem 9. Oktober 1986 wird täglich Das Phantom der Oper aufgeführt.

Das Globe Theatre am Südufer der Themse ist eine Rekonstruktion des Freiluftschauspielhauses, das 1599 entworfen wurde. Für dieses Theater schrieb Shakespeare viele seiner größten Stücke. Die Spielzeit läuft von Mai bis September mit Produktionen von Shakespeare, seinen Zeitgenossen und von modernen Autoren. Ein weiteres bekanntes Theater ist das Coliseum Theatre, in dem die English National Opera Company untergebracht ist.

London beheimatet fünf professionelle Symphonieorchester. Diese sind das London Symphony Orchestra, das London Philharmonic Orchestra, das Royal Philharmonic Orchestra, die Philharmonia und das BBC Symphony Orchestra. Der Höhepunkt eines jeden Jahres ist die von der BBC weltweit übertragene “Last Night of the Proms” aus der Royal Albert Hall.

Konzerthäuser sind die Barbican Hall, die Royal Festival Hall und die Saint John’s Church in Westminster. Der beliebteste Konzertsaal ist die Wigmore Hall hinter der Oxford Street. Im Juni 2002 sind nach umfangreichen Renovierungsarbeiten Teile des 1988 im heutigen Finanzviertel entdeckten römischen Amphitheaters der Öffentlichkeit zugänglich gemacht worden.

Am Trafalgar Square steht die Kirche St. Martin-in-the-Fields. Sie wurde in den Jahren 1721 bis 1726 nach den Plänen des Architekten James Gibbs gebaut. In der Kirche finden häufig Konzerte statt; zu den dort auftretenden Orchestern zählen unter anderem die Academy of St. Martin in the Fields und New Trinity Baroque aus den USA. In der Krypta wurde ein Café eingerichtet, in dem manchmal Jazz-Gruppen auftreten. Die Pfarrei beherbergt auch einen der berühmtesten Kirchenchöre der Welt.

In der City of Westminster befinden sich die Abbey Road Studios. Das Gebäude in der gleichnamigen Straße wurde 1929 von EMI gekauft, die Studios am 12. November 1931 eröffnet. In der Eröffnungszeremonie dirigierte Sir Edward Elgar das London Symphony Orchestra in Studio 1 und die historische Aufzeichnung von Land of Hope and Glory entstand. Die Beatles widmeten dem Musikaufnahmestudio das Album „Abbey Road“ (1969).

Pink Floyd, die in den 1970er-Jahren ihre Alben in den Studios einspielte, galt bald als „Hausband“ des Studios. Auch „Dark Side of the Moon“ entstand hier. Seit den 1980er-Jahren wird das Studio 1 auch als Aufnahmestudio für orchestrale Filmmusiken benutzt. Der erste Film, der hier seine musikalische Untermalung erhielt, war Jäger des verlorenen Schatzes mit der Musik von John Williams. Auch die Musik für Der Herr der Ringe und die Harry-Potter-Filme wurden hier eingespielt.

Zu den größten und bekanntesten Museen weltweit zählt das Britische Museum in Bloomsbury. In ihm befinden sich über sechs Millionen Ausstellungsstücke. Berühmt ist auch der Reading Room, ein kreisrunder Lesesaal, in dem schon Mahatma Gandhi und Karl Marx studierten. Rechtzeitig zum Millennium ist der Queen Elizabeth II Great Court (Architekt: Norman Foster) fertiggestellt worden. Es ist der größte überdachte Innenhof Europas.

Das Victoria and Albert Museum im Stadtteil South Kensington verfügt über eine Sammlung von Kunstschätzen aus aller Welt, darunter Skulpturen, Kleidung und Kostüme, kostbare Porzellan- und Glasgefäße, Möbelstücke und Musikinstrumente. Nahe befinden sich das Science Museum (Wissenschaftsmuseum) und das Natural History Museum (Naturhistorisches Museum).

Im Science Museum werden in den verschiedenen, auf insgesamt fünf Ebenen angeordneten Galerien Ausstellungen zu den Themen Astronomie, Meteorologie, Biochemie, Elektronik, Navigation, Luftfahrt und Fotografie gezeigt. Zu den Klassikern unter den Ausstellungsstücken zählen Teleskope von Galileo Galilei und ein Mikroskop von George Adams, die erste Dampflokomotive 'Puffing Billy', das erste Telefon von Alexander Graham Bell, ein funkelnder Rolls Royce aus dem Jahre 1909, ein Flugapparat von Otto Lilienthal sowie die Kommandokapsel des Raumschiffs Apollo 10.

Das Natural History Museum beinhaltet etwa 40 Millionen verschiedene Objekte, darunter zahlreiche Dinosaurierskelette, Fossilien (unter Ihnen ein Archaeopteryx), Ausstellungsstücke aus der Flora und Fauna, etwa das 30 Meter lange Skelett eines Blauwals oder das Modell des um 1690 ausgestorbenen Dodo-Vogels.

Die National Gallery am Trafalgar Square besitzt eine vielfältige Gemäldesammlung, die von den frühen Anfängen in Italien bis hin zu Werken von Cézanne und Seurat reicht. Nebenan ist die National Portrait Gallery, in der über 9.000 Porträts ausgestellt sind. Im Jahre 1897 ist die Tate Gallery auf der Uferstraße zwischen Chelsea und Westminster eröffnet worden. Sie umfasst die größte Sammlung britischer Gemälde vom 16. Jahrhundert bis in die Gegenwart. Gegenüber der Saint Paul’s Cathedral ist im Juni 2000 die Tate Modern, ein Ableger der Tate Gallery, eröffnet worden.

Das Imperial War Museum (Reichskriegsmuseum) ist eines der bedeutendsten Kriegsmuseen weltweit. Es zeigt in erster Linie Exponate aus den beiden Weltkriegen, wie Kanonen und Fahrzeuge. Eine von vier Etagen beschäftigt sich ausführlich mit dem Dritten Reich. Kleinere Abteilungen gelten einigen anderen Kriegen des 20. Jahrhunderts wie beispielsweise dem Vietnamkrieg und dem Falklandkrieg. Außerdem gibt es zusätzlich Wechselausstellungen.

Madame Tussauds Wachsfigurenkabinett ist eine der größten Attraktionen der Hauptstadt. Ausgestellt werden lebensnah nachempfundene Wachsfiguren von historischen Gestalten und Personen der aktuellen Zeitgeschichte, wie Sportler, Filmstars, Modeschöpfer und Modells. Einen Platz in der Ausstellung von Madame Tussaud zu erhalten, zählt heute zu den größten Ehren, die einem Menschen zuteil werden kann. Die Gründerin des 1835 eröffneten Museums war Marie Tussaud (1761–1850).

Direkt in der City liegt das Museum of London, dessen Ausstellungen die Entwicklung Londons von seinen Anfängen bis zum heutigen Tag zeigt. Weitere bekannte Museen und Ausstellungen sind die Cabinet War Rooms, das London Transport Museum, Somerset House und das Sherlock Holmes Museum in der Baker Street 221B.

Seit 2001 ist der Eintritt in sämtliche staatlichen Museen und Galerien kostenlos. Von der obigen Liste ist Madame Tussauds ausgenommen, da es sich um eine private Ausstellung handelt. Auch in den Cabinet War Rooms wird Eintritt verlangt. Den CWR ist das Churchill-Museum angeschlossen, für dessen Besuch kein separater Eintritt verlangt wird.

Der Trafalgar Square ist ein großer Platz im Zentrum der britischen Hauptstadt, als deren eigentliches Zentrum er vielen gilt. Er ist der größte Platz Londons und seit dem Mittelalter ein zentraler Treffpunkt. 2003 wurde er nach einem größeren Umbau wiedereröffnet. In der Mitte des Platzes steht ein Denkmal, das die Londoner als Dank für Admiral Nelsons Sieg der Engländer über die Franzosen in der Schlacht von Trafalgar setzten. Die 1842 erbaute Nelson Column (engl.: Säule) mit dem Admiral auf der Spitze ist mit 55 Metern so hoch wie Nelsons Flaggschiff HMS Victory vom Kiel bis zur Mastspitze.

Etwa zwei Drittel der Strecke von Trafalgar Square bis Parliament Square heißt Whitehall, das restliche Drittel heißt Parliament Street. Der Kenotaph, das wichtigste Kriegsdenkmal in Großbritannien, befindet sich in der Mitte der Straße und ist der Ort der jährlichen Gedenkfeiern am Remembrance Day. Der zentrale Teil der Straße wird von militärischen Gebäuden beherrscht, darunter das britische Verteidigungsministerium (engl. Ministry of Defence) und die früheren Hauptquartiere der British Army (heute Horse Guards) und der Marine (engl. Royal Navy oder Admiralty).

Die Downing Street ist die berühmte Straße im Stadtzentrums, auf der sich seit mehr als zweihundert Jahren die offiziellen Amts- und Wohnsitze von zwei der wichtigsten britischen Regierungsmitgliedern befinden – des Premierministers des Vereinigten Königreichs und des Schatzkanzlers. Die berühmteste Hausnummer in der Downing Street ist die Nr. 10. Hier befindet sich der offizielle Amts- und Wohnsitz des ersten Lords des Schatzamtes und somit auch des Premierministers, da beide Ämter von ein und derselben Person bekleidet werden. Die Downing Street ist eine Seitenstraße der Whitehall im Zentrum von London, nur wenige Schritte vom Parlamentsgebäude entfernt und läuft in Richtung des Buckingham Palace.

Die Straße Piccadilly befindet sich in der Innenstadt und gehört zu den bekanntesten Straßen der Stadt. Sie erstreckt sich vom Piccadilly Circus im Nordosten bis Hyde Park Corner im Südwesten. Sehenswert ist das vor allem auf Lebensmittel spezialisierte Geschäft Fortnum & Mason aus dem Jahre 1707, das Hotel Ritz mit seiner neoklassizistischen Architektur von 1906 und die Royal Academy of Arts aus dem Jahre 1868 im Burlington House. Der Piccadilly Circus ist vor allem durch seinen Eros-Brunnen und die riesige Leuchtreklamewand an einem gewundenen Eckhaus bekannt. Der Platz wurde 1819 erbaut um Regent Street mit der Einkaufsstrasse Piccadilly zu verbinden. Aufgrund seiner zentralen Lage im Herzen des West Ends, seiner Nähe zu großen Einkaufs- und Vergnügungsmöglichkeiten, und den großen Verkehrsadern die sich hier kreuzen ist er ein sehr stark besuchter Treffpunkt.

Am nördlichen Ufer der Themse befindet sich der Tower von London, ein im Mittelalter errichteter Komplex aus mehreren befestigten Gebäuden entlang des Flusses, der als Festung, Waffenkammer (stronghouse), königlicher Palast und Gefängnis, insbesondere für Gefangene der Oberklasse, diente. Außerdem waren dort die Münze, das Staatsarchiv, ein Waffenarsenal und ein Observatorium untergebracht.

Bis zu Jakob I. wohnten alle englischen Könige und Königinnen zeitweise dort. Es war üblich, dass der Monarch vor dem Tag seiner Krönung im Tower übernachtete und dann in feierlichem Zug durch die Stadt nach Westminster ritt. Heute werden im Tower die britischen Kronjuwelen aufbewahrt, ferner eine reichhaltige Waffensammlung.

1078 ordnete Wilhelm der Eroberer an, den White Tower hier zu bauen. Er sollte die Normannen vor den Menschen der City of London aber auch London überhaupt schützen. In den folgenden Jahrhunderten wurde die Festung ständig erweitert. Sie wird von einem breiten Wassergraben umgeben. Ein Außenwall schützt die inneren Gebäude. In der Mitte des Geländes steht der mächtige „Weiße Turm“. Von weitem wirkt er quadratisch, aber drei der Ecken bilden keine rechten Winkel und alle vier Seiten sind verschieden lang. Die UNESCO hat das Bauwerk 1988 zum Weltkulturerbe der Menschheit erklärt.

Die Tower Bridge ist eine Straßenbrücke über den Fluss Themse. Sie verbindet die City of London auf der Nordseite mit dem Stadtteil Southwark im Stadtbezirk London Borough of Southwark auf der Südseite. Es handelt sich hierbei um eine im neugotischen Stil errichtete Klappbrücke und um die am östlichsten gelegene Themsebrücke; darüber führt die Hauptstraße A100.

Am Nordufer befinden sich der Tower of London (nach dem die Brücke benannt ist) und die St Katharine Docks, am Südufer die City Hall. Die Brücke ist im Besitz von Bridge House Estates, einer Wohlfahrtsorganisation der Corporation of London, die auch für den Unterhalt zuständig ist. Gelegentlich wird die Tower Bridge fälschlicherweise London Bridge genannt, diese jedoch ist die nächste Brücke stromaufwärts.

Die Tower Bridge ist 244 Meter lang, die Höhe der beiden Brückentürme beträgt 65 Meter. Die Fahrbahn zwischen den 61 Meter voneinander entfernten Türmen liegt neun Meter über dem Fluss, die Fußgängerbrücke 43 Meter. Die beiden Baskülen können bis zu einem Winkel von 83 Grad hochgeklappt werden, um größeren Schiffen die Durchfahrt zu ermöglichen. Fertiggestellt wurde die Tower Bridge im Jahre 1894.

Bekanntester Turm in London ist der 98 Meter hohe Glockenturm, in dem sich Big Ben befindet, die mit 13 Tonnen schwerste der fünf Glocken, welche den bekannten Westminsterschlag spielen. Er ist ein Teil des Palace of Westminster, ein monumentales, im neugotischen Stil errichtetes Gebäude, in dem das aus dem House of Commons und dem House of Lords bestehende britische Parlament tagt. Der Palast befindet sich in der City of Westminster am Parliament Square, in unmittelbarer Nähe zu Whitehall. Er wurde von der UNESCO 1987 zum Weltkulturerbe erklärt.

Der älteste erhaltene Teil des Palastes ist die Westminster Hall aus dem Jahr 1097. Ursprünglich diente er als Residenz der englischen Könige, doch seit 1529 hat kein Monarch mehr hier gelebt. Vom ursprünglichen Gebäude ist nur wenig erhalten geblieben, da es im Jahr 1834 bei einem verheerenden Großbrand fast vollständig zerstört wurde. Der für den Wiederaufbau verantwortliche Architekt war Charles Barry.

Die wichtigsten Räume des Palastes sind die Ratssäle des House of Commons und des House of Lords. Daneben gibt es rund 1.100 weitere Räume, darunter Sitzungszimmer, Bibliotheken, Lobbys, Speisesäle, Bars und Sporthallen. Der Begriff Westminster ist im britischen Sprachgebrauch oft gleichbedeutend für den Parlamentsbetrieb, ist also ein Metonym für Parlament.

Der Buckingham Palace im Stadtbezirk City of Westminster ist die offizielle Residenz des britischen Monarchen in London. Neben seiner Funktion als Wohnung von Königin Elizabeth II. dient er auch als Austragungsort für offizielle Anlässe des Staates. So werden in ihm ausländische Staatsoberhäupter bei ihrem Besuch in Großbritannien empfangen. Daneben ist er ein wichtiger Anziehungspunkt für Touristen. Die ursprüngliche georgianische Inneneinrichtung beinhaltete auf Vorschlag von Sir Charles Long die großzügige Verwendung von Marmormalerei („Scagliola“) in leuchtenden Farben sowie blaue und rosafarbene Lapislazuli.

Unter König Eduard VII. fand eine großangelegte Neuausstattung im Stil der Belle Époque statt. Dabei wurde ein Farbschema aus einer Kombination von Cremetönen und Gold verwendet. Viele der kleineren Empfangsräume sind im chinesischen Regency-Architekturstil gehalten. Sie wurden mit Möbelstücken und Dekorationen ausgestattet, die nach dem Tod König Georgs IV. aus dem Royal Pavilion in Brighton sowie aus Carlton House herbeigeschafft wurden.

Der St. James’s Palace befindet sich in der City of Westminster. Das Gebäude war bis 1837 die offizielle Londoner Residenz des jeweiligen britischen Monarchen. Er ist heute noch der offizielle Verwaltungssitz des königlichen Hofes. Hier werden die Botschafter Großbritanniens akkreditiert. Auch die Proklamation eines neuen Monarchen findet hier statt. Das Gebäude wurde in der Zeit von 1532 bis 1540 durch Heinrich VIII. errichtet.

Heute wird der Palast vom Prince of Wales und anderen Verwandten der Queen bewohnt. Der frühere Sitz der britischen Königinmutter, Clarence House, liegt innerhalb der Palastmauern. Das Anwesen wird nur durch den St. James’s Park vom Buckingham Palace getrennt. Ein interessantes Schauspiel ist die Wachablösung am Palast. In den Sommermonaten April bis Juli findet diese täglich, ansonsten alle zwei Tage statt.

Hampton Court Palace ist ein Schloss im Stadtbezirk Richmond upon Thames, unmittelbar neben dem Bushy Park. Gebäude und Parkanlagen wurden unter den verschiedenen Bewohnern verändert und erweitert, sodass heute Architekturelemente des Tudorstils und des englischen Barock erhalten sind. Das Schloss war Wohnsitz zahlreicher britischer Könige und Königinnen.

Seit der Regierungszeit Georg III. bewohnen britische Monarchen andere Londoner Schlösser und Königin Viktoria öffnete 1838 den Palast für die Öffentlichkeit. Teilbereiche des Palastes wurden an verdiente Veteranen vermietet, und 1986 brach in solch einer Wohnung ein Feuer aus, das den Palast teilweise zerstörte. Die Wiederaufbaumaßnahmen dauerten bis 1995 an.

Der Kensington Palace liegt im Stadtbezirk Kensington and Chelsea. Das von Sir Christopher Wren umgestaltete Schloss war früher ein privater Landbesitz und wurde im Jahre 1689 von Mary II. und Wilhelm III. ausgebaut, um im Winter nicht die Feuchtigkeit der Whitehall ertragen zu müssen. In den nächsten 70 Jahren wurde der Palast immer wichtiger für das gesellschaftliche und politische Leben des Landes.

In der Lebenszeit von George I. und George II. wurde das Anwesen verschwenderisch mit Prunkgemächern ausgestattet und erhielt eine herausragende Möbel- und Gemäldesammlung. Besonders bekannt sind vor allem die aufwendigen Deckenverzierungen von William Kent. Nachdem George II. im Jahre 1760 plötzlich starb, verlor das Gebäude immer mehr an Bedeutung. Bis heute lebte nie wieder ein regierender Monarch hier. Allerdings werden Teile des Palastes von Mitgliedern der Königsfamilie bewohnt.

Östlich des Stadtzentrums findet man beidseits der Themse die Docklands, zu denen auch Canary Wharf mit dem One Canada Square gehört. Mit einer Höhe von 236 Metern und 50 Stockwerken ist es das höchste bewohnbare Gebäude in Großbritannien (der Emley-Moor-Fernsehturm, das höchste freistehende Bauwerk Großbritanniens, bei Huddersfield ist 330 Meter hoch).

Der im Jahr 1991 vollendete Wolkenkratzer wurde nach Kanada benannt, weil er von der kanadischen Firma Olympia and York gebaut worden war. Architekt war César Pelli. Es gibt keine Aussichtsplattform und die oberen Stockwerke des Gebäudes sind für Touristen allgemein nicht zugänglich, allerdings befindet sich im Untergeschoss ein Einkaufszentrum.

Das Gebäude wird flankiert von zwei weiteren Wolkenkratzern, die zehn Jahre später entstanden sind und beide 200 Meter hoch sind: HSBC Tower (8 Canada Square) und Citigroup Centre (25 Canada Square). Weitere Wolkenkratzer befinden sich im Zentrum Londons, darunter der Tower 42 und 30 St Mary Axe (siehe auch Liste der höchsten Bauwerke in London).

Seit der Jahrtausendwende erlebt London im Bereich der Wolkenkratzer einen Bauboom, der sich unter anderem in der 306 Meter hohen Shard London Bridge, dem 288 Meter hohen Bishopsgate Tower und rund dreißig weiteren Wolkenkratzern mit einer Höhe von mehr als 150 Metern zeigt. Der Shard London Bridge wird bei seiner Fertigstellung im Jahre 2010 nach dem 354 Meter hohen Moskauer Hochhaus Federation das zweithöchste Gebäude Europas sein.

Am Südufer der Themse, nahe der Westminster Bridge, steht das Riesenrad London Eye. Die Anlage, die mit einer Höhe von 135,36 Metern bis Anfang 2006 das höchste Riesenrad der Welt war, sollte bereits zum Jahreswechsel 2000 fertiggestellt werden. Aufgrund von Sicherheitsmängeln ist die Konstruktion aber erst einige Wochen später in Betrieb genommen worden.

Das London Eye besitzt 32 fast vollständig aus Glas geformte Kapseln, in denen jeweils bis zu 25 Personen Platz finden. Das Rad dreht sich mit einer Geschwindigkeit von 0,26 m/s und braucht für eine Umdrehung 30 Minuten. Sind die Sichtverhältnisse optimal, kann man vom Riesenrad aus bis zu 40 Kilometer weit sehen, unter anderem bis zum etwas außerhalb gelegenen Schloss Windsor. Drehachse und Stützen des Riesenrads wurden von der tschechischen Maschinenbaufirma Škoda geliefert.

Die Battersea Power Station ist ein Kohlekraftwerk im Stadtteil Wandsworth, das von 1933 bis 1983 in Betrieb war. Das markante und zugleich umstrittene Wahrzeichen Londons ist eines der größten Ziegelgebäude Europas, und befindet sich am Südufer der Themse, in der Nähe der Grosvenor Bridge.

Die Battersea Power Station ist auf Musikalben zahlreicher britischer Pop- und Rockbands abgebildet. Am bekanntesten ist die Abbildung auf dem Cover des 1977 erschienenen Albums Animals von Pink Floyd, das das Elektrizitätswerk mit einem großen Plastikschwein zwischen den Kaminen schwebend zeigt. Weitere Beispiele sind das Album Quadrophenia von The Who (1973), Adventures Beyond The Ultraworld von The Orb, Live Frogs: Set 2 von Les Claypool’s Frog Brigade (eine Coverversion von Animals) und Power Ballads von London Electricity.

Die Thames Barrier auf der Themse im Stadtteil Woolwich ist das größte bewegliche Flutschutzwehr der Welt. Die Planungen für das Bauwerk begannen nach einer schweren Sturmflut im Jahre 1953, bei der 307 Menschen ums Leben kamen. 1974 wurde mit dem Bau begonnen. Die Einweihung erfolgte am 8. Mai 1984 durch Königin Elizabeth II.

Das Sperrwerk besteht aus zehn schwenkbaren Toren. Um den Schiffsverkehr nicht zu behindern, sind sie im offenen Zustand auf den Boden der Themse abgesenkt. Schiffe mit bis zu 16 Metern Tiefgang können dann problemlos das Sperrwerk passieren. Die vier mittleren Tore, durch die der Schiffsverkehr läuft, sind je 60 Meter breit, 10,5 Meter hoch und wiegen je 1500 Tonnen. Das gesamte Bauwerk hat eine Länge von 523 Metern. Droht eine Sturmflut, können die Tore innerhalb von 15 Minuten geschlossen werden.

In der City of London, etwa 300 Meter nördlich der Themse, steht die Saint Paul’s Cathedral, die Hauptkirche der Anglikanischen Kirche in London. Die Schnitzarbeiten des Chorgestühls stammen von Grinling Gibbons, die Schmiedeeisernen Chorschranken von Jean Tijou. Erst 1890 wurden die Glasmosaiken an der Decke über dem Chor von William Richmond fertiggestellt. Der Hochaltar, nach Plänen Wrens gebaut, ist das Werk von Dykes Bower und Godfrey Allan, die ihn 1958 vollendeten.

Die Kathedrale hat eine kreuzförmige Grundfläche, die in Ost-West Richtung ausgerichtet ist. In der Mitte dieses Kreuzes befindet sich eine Kuppel, auf der sich eine 750 Tonnen schwere Laterne befindet, die in 111 Meter Höhe endet. Um diese gewaltige Last abzuleiten, befindet sich zwischen der äußeren und der inneren Kuppel ein konischer Steinaufbau, der auf den massigen Vierungspfeilern ruht.

An der Kuppelbasis in etwa 30 Meter Höhe befindet sich in der Kirche ein ringförmiger Umgang mit einem Durchmesser von 34 Meter, die sogenannte Whispering Gallery, die Flüstergalerie. Der Schall wird hier durch die gebogenen Wände immer wieder zurück in das Innere des Rings reflektiert, sodass ein geflüstertes Wort auf die andere Seite der Kuppel getragen werden kann. Sie ist 365 Fuß hoch, einen Fuß für jeden Tag im Jahr.

Steigt man bis zur Spitze hinauf, so gelangt man auf die Golden Gallery, mit der Möglichkeit einer Aussicht über London. Unter der Kirche befindet sich eine weitläufige Krypta, in der zahlreiche bedeutende Persönlichkeiten der britischen Geschichte beigesetzt sind.

Die St. Margaret’s Church ist eine anglikanische Kirche. Sie befindet sich im Stadtteil City of Westminster am Parliament Square, unmittelbar neben der Westminster Abbey und gegenüber dem Palace of Westminster. Es ist die Pfarreikirche des britischen Parlaments.

Sehenswert ist das östliche Fenster mit flämischer Glasmalerei aus dem Jahr 1509, angefertigt in Erinnerung an die Verlobung von Arthur Tudor, dem älteren Bruder von Heinrich VIII. mit Katharina von Aragón. Andere Glasfenster erinnern an William Caxton, den ersten englischen Buchdrucker, Sir Walter Raleigh, der hier 1618 begraben wurde, und an den Poeten John Milton, ein Mitglied der Kirchgemeinde.

Zu den Personen, die in der Kirche ihre letzte Ruhestätte fanden, gehört der böhmische Kupferstecher Wenzel Hollar. Zahlreiche Berühmtheiten wurden auch in St. Margaret’s getraut, darunter Samuel Pepys und seine Frau sowie Winston Churchill und Clementine Hozier. Die Kirche wurde 1987 von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt.

Westminster Abbey ist eine Kirche im Stadtteil City of Westminster. Traditionell werden hier die Könige von England gekrönt und beigesetzt. Die Stiftskirche des Kollegiatstifts St. Peter, Westminster gehört zur Kirche von England, ist aber aufgrund ihrer Funktion keiner Diözese zugehörig, sondern Eigenkirche (royal peculia) der britischen Monarchie.

Der Haupteingang befindet sich an der Westseite. Das Portal wird von Darstellungen der vier christlichen Tugenden Wahrheit, Gerechtigkeit, Barmherzigkeit, Friede sowie von Märtyrern des 20. Jahrhunderts gerahmt. Im Mittelschiff liegt das Grab des Unbekannten Soldaten. In Erde von den belgischen Schlachtfeldern ruht dort ein unbekannter Soldat des Ersten Weltkriegs „inmitten der Könige, weil er seinem Gott und Vaterland gut diente“, wie eine Inschrift auf schwarzem Marmor verkündet. Den Gefallenen beider Weltkriege wird auch in der St.-Georgs-Kapelle gedacht.

Im linken (nördlichen) Querschiff sind zahlreiche berühmte englische Staatsmänner bestattet, unter anderem der ältere Pitt, Palmerstone, Disraeli und Gladstone. Vom nördlichen Teil des Querschiffs betritt man die hinter dem Hochaltar gelegene „Kapelle Eduards des Bekenners“. In der Mitte ist der Sarg des 1066 gestorbenen Königs. Dahinter steht der Krönungsstuhl, in dem sich bis 1996 der Stone of Scone befand. Auf diesem Stein wurden jahrhunderte lang die schottischen Könige gekrönt, bis ihn Eduard I. im Jahr 1297 den Schotten abnahm.

An Weihnachten 1950 wurde der Stein gestohlen und erst nach langem Suchen wiedergefunden. 1996 wurde er offiziell an Schottland zurückgegeben und befindet sich seitdem im Schloss von Edinburgh. Der Stein gilt als ein Symbol für die Einheit der Königreiche England und Schottland. In dieser Kapelle befinden sich die Särge von Heinrich III., Eduard I., Eduard III., Richard II. und Heinrich V.. Die UNESCO erklärte die Kirche 1987 zum Weltkulturerbe.

Die Westminster Cathedral ist die katholische Hauptkirche von Wales und England. Sie befindet sich in der City of Westminster. Erzbischof Wiseman (1802–1865) begann mit den Spendensammlungen für die neue Kathedrale. Er war der erste römisch-katholische Kardinal und Erzbischof in England nach der Reformation. Doch erst im Jahre 1895 konnte mit dem Bau begonnen werden. Eröffnet wurde die Kathedrale im Jahre 1903.

Man entschied sich beim Bau für den byzantinischen Stil. Von außen besticht das Gebäude durch die aufwendig gestaltete Backsteinfassade, die hohe Kuppel und nicht zuletzt durch den für diese Breiten völlig untypischen freistehenden Glockenturm. Im Inneren überrascht sie durch die Raumwirkung und vor allem durch die Mosaiken an Decken und Wänden, die ständig vervollständigt werden. In der Holy Souls Chapel im Seitenschiff wurden mehr als 100 verschiedene Marmorsorten verarbeitet.

Der Neasden Temple (Shri Swaminarayan Mandir) im Stadtbezirk Brent ist nach dem Tempel in Tividale (West Midlands) der größte Hindu-Tempel außerhalb Indiens. Errichtet wurde er in den 1990er-Jahren von einer hinduistischen Sekte, der Swaminarayan-Mission aus Ahmedabad (Indien). Die Kuppeln und Türmchen bestehen aus Carrara-Marmor und bulgarischem Kalkstein; innen sind die Altäre mit Blumenschmuck hinduistischer Götter (Murtis) ausgestattet. Jeder der 26.300 bearbeiteten Steine besitzt ein anderes Motiv.

Innerhalb von drei Jahren wurde das Bauwerk zusammengefügt und am 20. August 1995 eröffnet. In der Konstruktion ist auf Eisenträger verzichtet worden, da Stahl nach hinduistischem Verständnis Magnetwellen abstrahle, die die Meditationsruhe stören. Der Tempel beherbergt die ständige Ausstellung „Understanding Hinduism“ (Verständnis des Hinduismus) und ein Kulturzentrum.

London besitzt eine große Anzahl von luxuriösen Grünanlagen. Über 200 Parkanlagen breiten sich auf rund 220 Quadratkilometern aus. Die Royal Parks waren einst den englischen beziehungsweise britischen Monarchen vorbehalten und wurden zu Beginn des 19. Jahrhunderts in öffentlich zugängliche Parkanlagen umgewandelt.

Greenwich Park ist einer der königlichen Parks in London. Er liegt im Stadtbezirk Greenwich im Südosten von London. 1997 wurden der Greenwich Park und die dazugehörigen Gebäude von der UNESCO zum Weltkulturerbe der Menschheit erklärt. Am Nordrand des 73 Hektar großen Parks befinden sich das National Maritime Museum und das Queen’s House, ein ehemaliger königlicher Palast. Auf einem Hügel in der Mitte des Parks befindet sich das Royal Greenwich Observatory. Der kleine Platz vor dem Observatorium wird durch eine Statue von General James Wolfe geschmückt.

Bekannte „Royal Parks“ sind der Hyde Park mit der Marble Arch und der Speakers’ Corner, der an die Kensington Gardens angrenzt, ist früher als die „Lunge Londons” bezeichnet worden. Von eleganten Wohngebäuden umgeben, die für den Prinzregenten entworfen wurden, ist der Regent’s Park im Norden des West End. Dieser Park umfasst gleichzeitig auch den zoologischen Garten (London Zoo). Mitten im Stadtzentrum befinden sich der Green Park und der St. James’s Park.

Die Royal Botanic Gardens (Kew Gardens) sind eine ausgedehnte Parkanlage mit bedeutenden Gewächshäusern; sie sind zwischen Richmond upon Thames und Kew im Südwesten Londons gelegen. Sie zählen zu den ältesten botanischen Gärten der Welt. Es sind dort Pflanzen und Gewächse zu sehen, die nirgends sonst in Europa oder gar auf der nördlichen Halbkugel zugänglich wären. Neben den weltbekannten viktorianischen Gewächshäusern finden sich in Kew Gardens auch großflächige Parkanlagen mit sehr alten Rhododendrongewächsen. Am 3. Juli 2003 wurden die Royal Botanic Gardens von der UNESCO in die Liste des Weltkulturerbes aufgenommen.

Richmond Park ist mit einer Fläche von zehn Quadratkilometern der größte der königlichen Parks. Er liegt in den Stadtbezirken Richmond upon Thames und Kingston upon Thames im Südwesten von London. Ursprünglich war Richmond Park das Hirschjagdgebiet von König Edward I., heute ist er der größte ummauerte Park Europas in einem städtischen Gebiet. Hauptattraktionen sind eine Herde mit 650 Wapitis und Damhirschen, die freien Auslauf haben, sowie die Isabella Plantation, ein Gebiet mit zahlreichen seltenen Pflanzenarten.

Im Januar 2001 ist der Thames Barrier Park fertiggestellt worden; die Anlage entstand bei den Stauwerken der Themse (Thames Barrier) auf alten Dockanlagen. In den äußeren Stadtbezirken von London befinden sich noch einige weitere ausgedehnte Grünflächen, wie Bushy Park und Hampstead Heath.

In London gibt es 13 professionelle Fußballclubs; die meisten sind nach dem Stadtteil benannt, in dem sie ihre Heimspiele austragen. In der Premier League sind folgende Mannschaften vertreten: Arsenal, Chelsea, Fulham, Tottenham Hotspur und West Ham United. In der Football League Championship, der zweithöchsten Spielklasse, spielen Charlton Athletic, Crystal Palace und Queens Park Rangers.

In Wembley, einem Teil des Stadtbezirks Brent, befand sich das legendäre Wembley-Stadion. Dort fanden die Endspiele der Fußball-Weltmeisterschaft 1966 und der Fußball-Europameisterschaft 1996 statt. Es wurde mit der offiziellen Eröffnung im Jahr 2007 durch einen Neubau ersetzt. Das Stadion ist jährlich Austragungsort des Finales im FA Cup, dem größten rundenbasierten Pokalwettbewerb im englischen Fußball. Die Rugby League veranstaltet seit 1929 ihr Challenge Cup Finale im Stadion. Außer für besondere Ereignisse war Wembley auch für regelmäßige Veranstaltungen Austragungsort, wie zum Beispiel Windhundrennen oder Motorradrennen. Auch die Wrestling-Liga WWF (heute WWE) veranstaltete 1992 den Summerslam-Event im Wembley-Stadion.

Eine Attraktion ist das Boat Race zwischen den beiden renommiertesten englischen Universitäten, Oxford und Cambridge. Das berühmte Ruderrennen ihrer beiden Achter findet jährlich im März oder April auf der Themse statt.

Sehr beliebt in London ist Cricket. Die Mannschaft des Middlesex County Cricket Club spielt in Lord’s, dem berühmtesten Cricketstadion der Welt, welches dem Marylebone Cricket Club gehört, die Mannschaft des Surrey County Cricket Club im Stadion The Oval.

In Wimbledon findet jeweils im Juni das wichtigste der Grand-Slam-Tennisturniere statt. Im Twickenham Stadium finden nationale und internationale Rugby-Spiele statt. Im April wird jeweils der London-Marathon durchgeführt, einer der beliebtesten Marathonläufe der Welt überhaupt.

Der Start der Tour de France 2007 fand im Juli in London statt.

Mit der Vergabe der Olympischen Sommerspiele 2012 an die britische Hauptstadt ist London die erste Stadt, welche zum dritten Mal – nach 1908 und 1948 – Austragungsort der Spiele sein wird.

Am 1. Januar findet die Neujahrsparade vom Parliament Square bis zum Berkeley Square statt. Das chinesische Neujahrsfest in Chinatown im Stadtteil Soho findet am zweiten Neumond nach der Wintersonnenwende, also zwischen dem 21. Januar und 21. Februar statt. Da der chinesische Kalender im Gegensatz zum gregorianischen Kalender astronomisch definiert ist, fällt das chinesische Neujahr jedes Jahr auf einen anderen Tag.

Mit einer Kranzniederlegung vor dem Banqueting House und einer Prozession ab St. James’s Palace wird Ende Januar an die Hinrichtung König Karls I. am 30. Januar 1649 erinnert (Commemoration of King Charles I.).

Die Wachablösung (Changing of the Guard) der Queen’s Guard am Buckingham Palace gehört zu den ältesten und bekanntesten Zeremonien und findet an fast allen Tagen des Jahres statt. Die Ablösung wird durch Militärkapellen begleitet, die traditionelle Märsche, Stücke beliebter Theatershows des West End und bekannter Popsongs spielen.

Bei der rund 700 Jahre alten Schlüsselzeremonie (Ceremony of the Keys) werden die Haupttore des Tower of London jeden Abend vom Hauptwärter des Towers (Chief Yeoman Warder), eskortiert von Gardisten, verschlossen.

Salutschüsse werden am 6. Februar (Tag der Thronbesteigung), am 21. April (Geburtstag der Königin), am 2. Juni (Tag der Krönung) und am 10. Juni (Geburtstag des Duke of Edinburgh) abgefeuert. Fallen die Termine auf einen Sonntag, werden die Salutschüsse am folgenden Tag abgefeuert. Um 12 Uhr werden 41 Schüsse von der King’s Troop der Royal Horse Artillery im Hyde Park abgegeben und um 13 Uhr feuert die Ehrenartilleriekompanie (Honourable Artillery Company) 62 Schüsse beim Tower of London ab. Salutschüsse werden auch bei der Fahnenparade und der Parlamentseröffnung abgegeben.

Die Shakespeare’s Birthday Celebrations finden anlässlich von Shakespeares Geburtstag am 23. April jedes Jahr an dem Sonnabend, der am nächsten am 23. April liegt, im Shakespeare’s Globe Theatre statt. Ein klassisches Musikfestival ist das Hampton Court Palace Music Festival Anfang bis Mitte Juni im Hampton Court Palace. Das City of London Festival wird mit Musik, Theater und Tanz von Ende Juni bis Mitte Juli an verschiedenen Orten veranstaltet. Promenadenkonzerte (The BBC Proms) gibt es von Juli bis September in der Royal Albert Hall.

Der Notting Hill Carnival, Europas größter Straßenkarneval mit karibischem Flair, findet Ende August in Notting Hill statt. Im September gibt es beim Thames Festival Kunst, Sport und zahlreiche Veranstaltungen auf dem Fluss zwischen der Waterloo- und der Blackfriars-Brücke. Jährlich am ersten Sonntag im Oktober findet in der Kirche St. Martin-in-the-Fields der Erntedankgottesdienst (Pearly Harvest Festival Service) der Londoner Markthändler (Cockney Pearly Kings and Queens) statt.

Die Trafalgar Day Parade anlässlich Admiral Horatio Nelsons Sieg in der Seeschlacht von Trafalgar kann man sich am 21. Oktober auf dem Trafalgar Square ansehen. Die Bonfire Night ist ein Feuerwerk zum Gedenken an die Aufdeckung der Schießpulververschwörung (Gunpowder Plot) gegen das englische Parlament und die Verhaftung ihres Anführers Guy Fawkes am 5. November 1605. Sie findet Sonnabendnacht um den 5. November in fast allen Teilen Londons statt.

In der britischen Hauptstadt gibt es mehr als 30.000 Geschäfte. Eine Besonderheit der Stadt ist, dass sich in einigen Vierteln bestimmte Branchen konzentrieren. So befinden sich in der Kings Road zahlreiche Modegeschäfte, in der Old und New Bond Street viele Designerläden und Galerien. Saville Row und Jermyn Street sind für seine Maßschneidereien bekannt, Oxford und Regent Street für seine Bekleidungsgeschäfte und großen Kaufhäuser wie beispielsweise Hamleys aber auch Selfridges.

In der Tottenham Court Road konzentrieren sich überwiegend Elektronik- und Computergeschäfte. Die Charing Cross Road ist bekannt für ihre Buchläden. Waterstones, einer der größten Buchläden der Welt, befindet sich am Piccadilly Circus. Zahlreiche Kleidungs- und Schuhgeschäfte sind in der Neal Street zu finden. Covent Garden beheimatet viele Spezialgeschäfte, Cafés und Stände, an denen Kunsthandwerk verkauft wird.

Große Einkaufspassagen sind der Leadenhall Market, die Burlington Arcade und die Piccadilly Arcade. Harrods ist eines der bekanntesten Kaufhäuser der Stadt. Das Gebäude befindet sich an der Brompton Road im Stadtbezirk Knightsbridge im Südwesten der Innenstadt. Berühmt ist die im Erdgeschoss liegende Lebensmittelabteilung, mit ihren sogenannten „Food Halls“ und deren unterschiedlichen Ausstattungen im Jugendstil. Sehenswert ist die Beleuchtung der Fassade, die aus rund 100.000 Glühlampen besteht. Im Oktober 2008 eröffnete Europas grösstes innerstädtisches Einkaufszentrum Westfield im Stadtteil Shepherd's Bush.

Beim Besuch der Märkte Londons kann man die örtliche Kultur kennenlernen. Erwähnenswert sind der Wochenendmarkt in der Chalk Farm Road bei Camden Lock und der Antiquitäten- und Flohmarkt in der Portobello Road. Die Sonntagsmärkte in der Petticoat Lane und Brick Lane im Stadtteil Eastend bieten fast alles vom Obst und Gemüse bis zu Antiquitäten und Schmuck. Ein Blumenmarkt ist in der Columbia Road zu finden, Märkte für Antiquitäten und Kunsthandwerk befinden sich in Spitalfields und in der Camden Passage in Islington. Der Brixton Market an der Electric Avenue bietet eine große Auswahl an karibischem Essen.

In London haben die produzierenden Industriezweige seit vielen Jahren an Bedeutung verloren. Gegenwärtig sind lediglich noch zehn Prozent der Arbeitnehmer in diesem Sektor beschäftigt. Die Druck- und Verlagsindustrie schreibt noch die besten Umsatzzahlen. Sie stellt ein Viertel der oben genannten Arbeitsplätze und hat einen Anteil von einem Drittel an der gesamten Produktion in London.

Die High-Tech-Industrie, die auf elektronische und pharmazeutische Erzeugnisse spezialisiert ist, arbeitet erfolgreich mit hohen Umsätzen. Viele der Industriebetriebe, die sich überwiegend in den äußeren Stadtbezirken befinden, tendieren dazu, sich völlig aus London zurückzuziehen. Im Sektor der Leichtindustrie sind Bekleidungswerke und Brauereien vertreten.

Über den Hafen von London werden im Gegensatz zu früher nur noch zehn Prozent des Binnen- und Außenhandels Großbritanniens abgewickelt. Seit 1971 ist die wirtschaftliche Wachstumsrate der Stadt mit 1,4 Prozent geringer als die des gesamten Landes in einer Höhe von 1,9 Prozent. Trotzdem weist London eine positive Handelsbilanz auf, was überwiegend auf den Dienstleistungssektor – insbesondere die Bereiche Finanzdienstleistungen und Tourismus – zurückzuführen ist. Jährlich besuchen etwa 27 Millionen Touristen die Stadt.

Die Hauptstadt besaß 2004 einen Anteil von 19 Prozent am nationalen Bruttoinlandsprodukt (BIP). Der Anteil der Metropolregion am britischen BIP lag 1999 bei 30 Prozent. Mehr als die Hälfte der 100 größten Konzerne des Landes und über 100 der 500 größten Unternehmen in Europa haben ihren Hauptsitz in London. Die Stadt ist zudem weiterhin der größte der drei globalen Finanzplätze.

Die Internationale Börse des Vereinigten Königreichs und der Republik Irland befindet sich in der City of London. Die Aufhebung der Regulierungen, bekannt unter dem Begriff Big Bang, ermöglichte 1986 den Einstieg in die moderne Welt des elektronischen Finanzwesens. Die Warenbörse London Metal Exchange ist die bedeutendste der Welt, die Wertpapierbörse London Stock Exchange belegt weltweit den dritten Platz hinter New York und Tokio. Einige der wichtigsten Banken des Landes, wie beispielsweise die Bank of England, Barclays, die Barings Bank und HSBC, haben ihren Sitz in der Hauptstadt. Mehrere hundert internationale Banken besitzen Filialen in London.

Ein anderer Dienstleistungsbereich sind die Versicherungen, denen die Stadt seit über 300 Jahren ihren Wohlstand verdankt. Lloyd’s of London ist die bekannteste Institution, nicht als Versicherungsgesellschaft im eigentlichen Sinn, sondern als eine Börse für Versicherungsverträge. Es ist eine Gemeinschaft von Versicherern, die fast jede Art von Versicherungen auf dem internationalen Markt übernimmt.

Eine Besonderheit der Londoner Stromversorgung stellte der Einsatz der HGÜ Kingsnorth, der bis heute einzigen innerstädtischen Anlage zur Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragung dar. Diese 1975 in Betrieb genommene Anlage muss sich offenbar nicht sehr bewährt haben und wurde inzwischen stillgelegt. Für die Wasserversorgung der Stadt ist das privatisierte Unternehmen Thames Water zuständig. London verfügt über ein rund 150 Jahre altes Wasserleitungsnetz, in welches von jeher nur spärlich investiert wurde. Rund 30 Prozent des Leitungswassers versickern täglich im Londoner Untergrund.

London ist Hauptsitz bedeutender Rundfunk- und Fernsehnetzwerke (BBC, ITV, Channel 4, Five und BSkyB). Im Bush House zwischen Aldwych und Strand sind der BBC World Service und die Abteilung Neue Medien des BBCi beheimatet.

Die BBC wurde am 18. Oktober 1922 in London als unabhängiger Radiosender gegründet. Die erste Ausstrahlung eines Programms fand am 14. November 1922 aus einem Londoner Studio statt. Die BBC betreibt mehrere Rundfunk- und Fernsehsender.

Alle wichtigen Tages- und Wochenzeitungen des Landes haben ihren Sitz in London.

Die Boulevardzeitungen The Sun, Daily Express, Daily Mail (konservativ) und The Daily Mirror (Labour nahestehend) und ihre sonntäglich erscheinenden Schwesterzeitungen sind überwiegend die größten Zeitungen der Stadt und erreichen teilweise Auflagen in Millionenhöhe.

Der Daily Telegraph ist eine 1855 gegründete konservative Tageszeitung. Die Auflage beträgt 905.000 Exemplare (Stand 2005). Die Zeitung fällt häufig durch eine äußerst EU-kritische Berichterstattung auf. Schwesterzeitung ist das Wochenblatt The Sunday Telegraph. Ein weiterer Titel der Gruppe ist das Magazin The Spectator.

The Times ist eine konservative Tageszeitung mit einer Auflage von 693.000 Exemplaren. Außerhalb Großbritanniens wird sie manchmal als The London Times oder The Times of London bezeichnet, um sie von vielen anderen Zeitungen mit dem Namen Times zu unterscheiden. The Times wurde im Jahre 1785 als The Daily Universal Register gegründet.

The Guardian ist eine 1821 gegründete Tageszeitung mit einer Auflage von 380.000 Exemplaren. Sie wird zusammen mit dem Daily Telegraph und The Times zu den seriösen und angesehenen Zeitungen in Großbritannien gezählt – den „Quality Papers“ –, in Abgrenzung zu den Boulevardblättern, den „Tabloids“. Ihre politische Gesamtausrichtung lässt sich als linksliberal beschreiben. Mit dem Observer erscheint im gleichen Verlagshaus auch eine bedeutende Sonntagszeitung, die die Ausrichtung ihrer Schwesterzeitung teilt.

The Independent ist eine der vier großen seriösen Tageszeitungen Großbritanniens. Die Sonntagsausgabe erscheint unter dem Namen The Independent on Sunday. Er ist ebenso wie The Guardian eher dem linken Meinungsspektrum zuzuordnen. The Independent wurde 1986 gegründet und hat eine Auflage von 260.000 Exemplaren.

Die Financial Times ist eine der wichtigsten Wirtschaftszeitungen der Welt, von der auch eine deutsche Ausgabe erscheint.

Mit Reuters hat eine der weltweit größten Nachrichtenagenturen ihren Sitz in der Hauptstadt. Das Unternehmen wurde von Paul Julius Reuter zunächst 1850 in Aachen gegründet, dort übermittelte er per Brieftauben Aktiendaten zwischen Aachen und Brüssel. Als zwischen den beiden Städten eine Telegrafenverbindung eingerichtet wurde, stellte Reuters den „Flug-Dienst“ ein. Nach seiner Emigration nach London gründete er erneut ein Unternehmen um über das Seekabel zwischen Dover und Calais Börsenkurse nach Paris zu übermitteln. Heute erwirtschaftet das Unternehmen 90 Prozent seines Umsatzes mit Börsen- und Wirtschaftsinformationen.

London ist Dreh- und Angelpunkt des Straßen-, Schienen- und Luftverkehrs im Vereinigten Königreich. Das Verkehrswesen fällt in die direkte Zuständigkeit des Mayor of London, des Oberbürgermeisters, der die betrieblichen Belange an die Verkehrsgesellschaft Transport for London (TfL) delegiert. TfL übt die Kontrolle über den größten Teil des öffentlichen Personennahverkehrs aus. Dazu gehören U-Bahn, Busse, Straßenbahnen und Stadtbahnen, nicht jedoch der Eisenbahnvorortsverkehr und der Flugverkehr. Darüber hinaus reglementiert TfL das Taxiwesen und ist für den Unterhalt der wichtigsten Hauptstraßen verantwortlich.

Herzstück des öffentlichen Personennahverkehrs ist die London Underground, die älteste und größte U-Bahn der Welt, deren erstes Teilstück im Jahr 1863 eröffnet wurde. Die U-Bahn wird jährlich von beinahe einer Milliarde Fahrgästen genutzt. Sie erschließt die Innenstadt und die meisten Vororte nördlich der Themse. Der Süden der Stadt wird hingegen hauptsächlich von einem engmaschigen Netz von Vorortseisenbahnlinien erschlossen.

Die fahrerlose Stadtbahn Docklands Light Railway erschließt das ehemalige Hafengelände der Docklands im Osten der Stadt und hat maßgeblich zur Regenerierung dieses Stadtteils beigetragen. Im südlichen Stadtteil Croydon fährt die Straßenbahn Tramlink.

Von wenigen Ausnahmen abgesehen durchqueren Vororts- und Intercity-Schnellzüge nicht das Stadtgebiet, sondern verkehren zu und ab 14 Hauptbahnhöfen, die rund um die Innenstadt verteilt sind. Die Eurostar-Züge verbinden London durch den Eurotunnel mit Paris und Brüssel.

Während im Stadtzentrum die meisten Reisen mit öffentlichen Verkehrsmitteln erfolgen, wird der Verkehr in den äußeren Stadtteilen vom Auto dominiert. Die innere Ringstraße um das Stadtzentrum, die A406 (North Circular Road) und die A205 (South Circular) in den Vororten sowie die Autobahn M25 um das gesamte Ballungsgebiet herum verbinden zahlreiche radiale und vielbefahrene Ausfallstraßen miteinander. Autobahnen führen hingegen nur in Ausnahmefällen bis in die inneren Stadtteile.

Im Jahr 2003 wurde eine City-Maut mit dem Namen London Congestion Charge eingeführt, um das Verkehrsaufkommen in der von engen und oft verstopften Straßen in der Innenstadt zu reduzieren. Von einigen Ausnahmen abgesehen, müssen pro Tag acht Pfund Maut entrichtet werden, um in einer ausgedehnten Zone fahren zu dürfen.

Das Netz der Londoner Busse erschließt sämtliche Stadtteile mit einem dichten Liniennetz. Täglich werden auf über 700 Linien rund sechs Millionen Fahrgäste befördert, etwa doppelt so viel wie auf der London Underground. Die roten Doppeldeckerbusse sind ebenso ein international bekanntes Symbol der Stadt wie die schwarzen Taxis.

London stellt mit Heathrow den meist frequentierten Flughafen Europas. Zusammen mit den weiteren vier Flughäfen Gatwick, Luton, Stansted und City Airport bildet die Metropole ein wichtiges Zentrum des internationalen Luftverkehrs. Im Jahr 2006 wurden insgesamt 137 Millionen Passagiere auf Londoner Flughäfen abgefertigt. Heathrow und City Airport befinden sich innerhalb der Grenzen von Greater London, die übrigen außerhalb. Gatwick, Heathrow und Stansted werden durch Airport-Express-Züge sowie Reisebusse verschiedener Anbieter mit der Innenstadt verbunden. Außerdem besitzt Heathrow als einziger der Londoner Flughäfen einen U-Bahn-Anschluss. Der City Airport ist auch über die Docklands Light Railway angebunden.

Daneben existieren in und um London mehrere Flugplätze für privaten und kommerziellen Luftverkehr. Dies sind Northolt Aerodrome, Biggin Hill Airport, Manston Airport, Southend Airport und Farnborough Airport.

Die Universitäten und Hochschulen in London können auf eine lange Geschichte zurückblicken. London ist auch die Stadt mit den meisten Studenten. Die Universitäten Londons können in zwei Gruppen eingeteilt werden.

Die föderal organisierte University of London ist mit über 100.000 Studenten eine der größten Universitäten Europas. Sie besteht aus über 50 Colleges und Instituten, die über einen hohen Grad an Autonomie verfügen. Die größten und prestigeträchtigsten Colleges sind University College London, King’s College, Queen Mary und die London School of Economics and Political Science. Kleinere Schulen und Institute sind auf bestimmte Wissensgebiete spezialisiert, wie die School of Oriental and African Studies, das Institute of Education und das Birkbeck College.

Daneben existieren weitere Universitäten, die nicht der University of London angeschlossen sind, wie das Imperial College und die City University, im historischen Stadtzentrum. Einige Universitäten waren früher Technische Hochschulen, bis sie 1992 durch eine Gesetzesänderung den Status einer Universität erhielten, so etwa die University of East London, während andere lange vor der der Gründung der University of London entstanden waren. Zu diesen zählen die Middlesex University im Norden Londons, die Brunel University im Westen London und die London South Bank University.

London ist das britische Zentrum der künstlerischen Ausbildung. Die vier Konservatorien sind das Royal College of Music, die Royal Academy of Music, das Trinity College of Music und die Guildhall School of Music and Drama. Auf die Schauspielerei spezialisiert sind die Royal Academy of Dramatic Arts (RADA), und die Central School of Speech and Drama.

Mit Kunst befassen sich das Central Saint Martins College of Art and Design, die Chelsea School of Art und die Camberwell School of Art (alle Bestandteil der University of the Arts), daneben auch das Goldsmiths College und die Slade School of Art (beide Bestandteil der University of London) sowie das Royal College of Art und die Wimbledon School of Art. Die ehemalige Hornsey School of Art ist heute ein Teil der Middlesex University.

Es gibt zahlreiche medizinische Fakultäten in London. Einige bestehen schon seit Jahrhunderten, darunter Queen Mary’s School of Medicine and Dentistry, Guy’s Hospital und St Thomas’ Hospital. Das Imperial College ist ein führendes Zentrum der wissenschaftlichen Forschung und ist von der Reputation her mit dem Massachusetts Institute of Technology zu vergleichen. Ebenfalls von Bedeutung ist die Royal Institution.

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London School of Economics and Political Science

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Die London School of Economics and Political Science, abgekürzt LSE, ist eine der weltweit führenden Universitäten in den Rechts-, Wirtschafts-, und Sozialwissenschaften mit Sitz in der britischen Hauptstadt London. Sie ist Mitglied der G-5-Gruppe der britischen Spitzenuniversitäten, des Golden Triangle, der Russell-Gruppe, der Association of Commonwealth Universities, der European University Association, der Community of European Management Schools, der Association of Professional Schools of International Affairs, sowie von Universities UK.

1895 von Beatrice und Sidney Webb gegründet, ist die LSE eines der 19 Colleges der föderalen Universität London. Das College besteht lediglich aus einer Fakultät, die in 13 Fachbereiche aufgegliedert ist und zählt zu den weltweit renommiertesten Institutionen.

Die LSE ist eines der weltweit einflussreichsten Zentren für die politischen Debatten unserer Zeit, 42 aktuelle oder ehemalige Staatsoberhäupter und Regierungschefs, wovon 8 sich im Moment im Amt befinden, haben an der LSE studiert. Die Zeitung The Guardian bescheinigt der LSE „mehr Einfluss auf die derzeitige politische Welt als jede andere Hochschule auf der Erde“. Das hohe wissenschaftliche Renommee zeigt sich in den bislang sechzehn an Absolventen oder Professoren der LSE verliehenen Nobelpreisen für Frieden, Literatur und Wirtschaftswissenschaften. Der Direktor der LSE ist Sir Howard Davies, Nachfolger des Soziologen Anthony Giddens.

In Universitäts-Rankings britischer Zeitungen zählt die LSE regelmäßig zu den vier besten akademischen Institutionen des Vereinigten Königreichs und in der Kategorie „Economics“ ist sie in der Regel auf Platz 1 gesetzt . Neben Economics gibt es zahlreiche weitere Departments an der LSE, die zu den besten Großbritanniens zählen. So findet sich beispielsweise das Department „Geography and Environment“ auf dem ersten Platz im Good University Guide . In einem aktuellen weltweiten Universitätsranking des THES belegte die LSE - trotz ihrer Konzentration auf ausgewählte Fächer - den weltweit 11. Platz, sowie den 2. Platz nach Harvard in den Sozialwissenschaften. In einigen Studien erreicht diese Schule sogar den 1. Platz weltweit in puncto Sozialwissenschaften. Im Fach Politikwissenschaft gilt sie, gemeinsam mit dem Europäischen Hochschulinstitut in Florenz und Sciences Po Paris, traditionell als die führende Institution in Europa . Im letzten Research Assessment Exercise (2001) haben die Departments der LSE für Law, Anthropology, Economics and Econometrics, Social Policy and Administration, Accounting and Finance, International History, und Philosophy ein Ergebnis von '5*' (Höchstpunktzahl) erhalten. Darüber hinaus sind fünf weitere Departments mit '5' bewertet worden und ein Department hat mit '4' abgeschnitten . Damit gehört die LSE zu den Universitäten in Großbritannien mit den besten Ergebnissen und hat in den Fächern, welche an der LSE gelehrt werden, sogar mehr herausragende Ergebnisse als Oxford und Cambridge .

Unzählige andere Rankings bestätigen den Ruf der LSE als weltweit führende geistes- und sozialwissenschaftliche Einrichtung. Sie hat eine extrem hohe Selektivität und nimmt damit weniger Bewerber auf als vergleichsweise die Universitäten der amerikanischen Ivy League. Seit einigen Jahren gelten die Aufnahmekriterien der LSE als die schwersten der Welt. Auf einen Studienplatz melden sich etwa 17 Bewerber, die sowohl überaus gute Zeugnisnoten als auch social skills, mehrere Sprachen, Praktika und bedeutende Fürsprecher haben müssen, um überhaupt in die nähere Auswahl zu gelangen. In einigen Studiengängen, wie Management und Law, kommen deutlich mehr als 20 Bewerber auf einen Studienplatz.

Darüber hinaus beheimatet die LSE eine der weltweit größten Fachbibliotheken für Wirtschafts- und Sozialwissenschaften. Im 2001 von Sir Norman Foster erweiterten Bibliotheksgebäude werden mehr als vier Millionen Bände angeboten.

Die LSE ist nicht zuletzt für die große Anzahl weltberühmter Absolventen bekannt. Internationale Größen wie John F. Kennedy, Romano Prodi, David Rockefeller, der Norwegische Kronprinz Haakon, die Finanzgröße George Soros oder auch Rockstar Mick Jagger haben hier studiert.

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London Stock Exchange

London Stock Exchange am Paternoster Square

Die London Stock Exchange (LSE) mit Sitz in der britischen Hauptstadt London ist eine der größten und ältesten Börsen in Europa. Die LSE ist eine Aktiengesellschaft und ist in drei Segmente unterteilt; den Hauptmarkt (Main Market), den Alternative Investment Market (AIM) und EDX London. Die unabhängige FTSE Group erstellt im Auftrag der LSE Aktienindizes, am bekanntesten ist der FTSE 100.

Die Geschichte der LSE reicht bis in das Jahr 1698 zurück, als die Aktienhändler wegen ihres rüpelhaften Benehmens aus der Royal Exchange ausgeschlossen wurden. Diese trafen sich danach in Jonathan's Coffee-House, wo John Castaing Listen mit Aktien- und Warenpreisen veröffentlichte. 1773 bezogen die Händler ein neues Gebäude in der Sweeting’s Alley und nannten es The Stock Exchange. 1801 erfolgte die formelle Gründung der Börse, die im darauf folgenden Jahre an den Capel Court umzog. 1923 erhielt die Börse ein eigenes Wappen, mit dem Motto „dictum meum pactum“ (mein Wort ist meine Verpflichtung). Der Stock Exchange Tower an der Ecke Broad Street/ Threadneedle Street wurde 1972 durch Königin Elizabeth II. eröffnet. Die weitläufigen Handelsräume wurden praktisch überflüssig, als der britische Finanzmarkt 1986 vollständig liberalisiert und wenige Jahre später der elektronische Handel eingeführt wurde. 1990 lag der Börsenumsatz von Aktien und festverzinslichen Wertpapieren umgerechnet bei 2,511 Milliarden Euro. 2004 zog die Börse erneut um, diesmal an den Paternoster Square unweit der Saint Paul's Cathedral.

Ende 2004 fanden Gespräche statt, die eine eventuelle Übernahme der LSE durch die Deutsche Börse betrafen. Die LSE lehnte das Angebot aber ab, da sie es als zu niedrig bewertete. Ein weiteres Angebot der australischen Macquarie Bank in der Höhe von 1,5 Milliarden Pfund wurde im Dezember 2005 ebenfalls abgelehnt. Im März 2006 bot die NASDAQ 2,4 Milliarden Pfund. Als die LSE dies ebenfalls ablehnte, drohte die NASDAQ, mit einer feindlichen Übernahme; die New York Stock Exchange wurde als möglicher Weißer Ritter bezeichnet. NASDAQ zog Ende März 2006 sein Angebot zurück, schloss jedoch nicht einmal zwei Wochen später einen Vertrag mit Ameriprise Financial, dem zum damaligen Zeitpunkt größten LSE-Aktionär. Sie übernahm deren Aktienpaket und kaufte weitere Aktien hinzu, womit ihr Anteil auf über 25 % anstieg. Im Dezember 2006 lancierte NASDAQ wiederum eine Übernahmeofferte, in der Hoffnung ihr Anteil auf 50 % plus eine Aktie erhöhen zu können, was ihr allerdings klar misslang. Daraufhin gab NASDAQ im August 2007 sämtliche Übernahmeversuche auf und verkaufte in der Folge ihr gesamtes Aktienpaket, den Großteil davon an die Borse Dubai Ltd.

Im Juni 2007 kündigten die Borsa Italiana S.p.A. und die London Stock Exchange ihren Zusammenschluss an, der am 1. Oktober 2007 zu einem Übernahmepreis von 1,878 Mrd. Euro vollzogen wurde. Die Transaktion fand mittels Aktientausch statt, womit die LSE die Kontrolle über die Borsa Italiana S.p.A. übernahm, und deren bisherige Aktionäre zwischenzeitlich zur größten Aktionärsgruppe der London Stock Exchange wurden. Die LSE verfügt aktuell über vier der zwölf Aufsichtsrats-Sitze der Borsa Italiana S.p.A., während im elfköpfigen Gremium der LSE fünf von der Borsa Italiana S.p.A. bestellten Aufsichtsräte mitwirken.

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London Heathrow Airport

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Der London Heathrow Airport (IATA-Code: LHR, ICAO-Code: EGLL), auch einfach Heathrow Airport ist ein internationaler Verkehrsflughafen im Westen von Großbritanniens Hauptstadt London. Er hat vor dem Pariser Flughafen Charles de Gaulle mit rund 67 Millionen Flugreisenden das größte Passagieraufkommen Europas und hinter Atlanta und Chicago das drittgrößte weltweit. Der Flughafen ist Sitz der Fluggesellschaften British Airways und Virgin Atlantic Airways.

Der Flughafen befindet sich im Stadtbezirk London Borough of Hillingdon innerhalb des M25-Autobahnrings.

Die Terminals 1, 2 und 3 und die zugehörigen Rollbahnen liegen zwischen den Start- und Landebahnen und sind über einen sechsspurigen Tunnel von Norden her über die Autobahn M4 zu erreichen. In der Mitte der drei Terminals liegt ein Parkhaus für kurz- und mittelfristiges Parken. Das Terminal 4 liegt im Süden des Flughafens und ist über die M25 erreichbar. Die Fahrt mit einem Taxi in die Londoner Innenstadt dauert, je nach Verkehrsaufkommen, zwischen 30 und 60 Minuten, und kostet ca. 50 britische Pfund.

Die Piccadilly Line der London Underground bedient die beiden Stationen Heathrow Terminals 1,2,3 und Heathrow Terminal 4. Beide können über Fußgängertunnel erreicht werden; die Fahrt in die Innenstadt dauert etwa 45 Minuten und kostet vier britische Pfund. Die engen und kleinen Züge der Piccadilly Line eignen sich nicht unbedingt zum Mitführen von großen Gepäckstücken, insbesondere nicht während der Hauptverkehrszeit, da die Züge während der Rush Hour sehr voll werden.

Seit der Eröffnung von Terminal 5 gibt es zwei Routen; die Züge fahren von London kommend entweder durch die bestehende eingleisige Schleife erst zu Terminal 4, dann zu den Terminals 1−3 und anschließend zurück nach London oder von London direkt zu den Terminals 1−3, weiter zum Terminal 5 und zurück zu den Terminals 1−3 und ohne Halt am Terminal 4 nach London. Eine direkte Zugverbindung zwischen Terminal 4 und Terminal 5 ist nicht geplant.

Am Terminal 5 soll im Herbst 2009 ein vollautomatisiertes Personentransportsystem, ein sogenanntes Personal Rapid Transit (PRT)-System als Pilotprojekt eröffnet werden. Die Bauarbeiten der Trassen wurden im Oktober 2008 abgeschlossen. In der ersten Versuchsphase sollen zunächst 18 Kabinen eingesetzt werden. In eine Kabine passen 4 Erwachsene mit ihrem Gepäck, sie transportieren die Passagiere von einem weiter entfernten Langzeit-Parkplatz direkt bis zu ihrem Terminal nachdem ihre Flugnummer eingegeben wurde. Die batteriebetriebenen Fahrzeuge sind für eine Strecke von 4 km ausgelegt. Wenn das Pilotprojekt erfolgreich verläuft, soll es auf den gesamten Flughafen und den umliegenden Hotels mit 400 Kabinen ausgedehnt werden.

Über das nationale Eisenbahnnetz verkehren zwei Linien zum Londoner Bahnhof Paddington: Der Heathrow Express verkehrt im Viertelstundentakt ohne Zwischenstopp, die Fahrt dauert 15 Minuten. Die Züge des Heathrow Connect halten auch an den Zwischenstationen Hayes, Southall, Hanwell, West Ealing und Ealing Broadway (Umsteigemöglichkeit zur Central Line und District Line); die Fahrt bis Paddington dauert 25 Minuten. Heathrow Connect bedient die Terminals 1−3 und fährt anschließend zum Terminal 4. Statt Terminal 4 steuern die Züge von Heathrow Express das neue Terminal 5 an. Wer beispielsweise mit dem Heathrow Express anreist und Terminal 4 erreichen möchte, der muss nun an der Station Heathrow Terminal 1-3 in einen Heathrow Connect-Zug umsteigen, um das gewünschte Terminal zu erreichen (und umgekehrt). Die Fahrt lediglich zwischen den Terminals ist sowohl mit dem Heathrow Express als auch Heathrow Connect grundsätzlich kostenlos.

Omnibusse von „National Express“ verkehren von Heathrow zu den Flughäfen Gatwick, Stansted und Luton, in verschiedene englische Städte und auch zur Victoria Coach Station in London. Stadtlinienbusse fahren außerdem in die umliegenden Vororte.

Die Anfänge Heathrows liegen in den 1930er Jahren, als Fairey Aviation einen Flugplatz namens Great Western Aerodrome betrieb und dort vor allem Testflüge durchführte. Der Hauptflughafen war damals Croydon Airport. Das Land hatte Fairey dem Gemeindepfarrer des nahegelegenen Dorfes Harmondsworth abgekauft.

1944 beschlagnahmte das Luftfahrtministerium das Gelände und ließ im darauffolgenden Jahr den kleinen Weiler Heath Row abreißen (dieser lag ungefähr dort, wo sich heute das Terminal 3 befindet). Harold Balfour, der damalige Unterstaatssekretär für Luftfahrt, schrieb 1973 in seiner Autobiographie Wings over Westminster (Flügel über Westminster), dass er absichtlich die zuständige Regierungskommission getäuscht habe. Er gab vor, die Landenteignung sei nötig, um Heathrow in eine Luftwaffenbasis für Langstreckenbomber, die Einsätze in Japan fliegen sollten, umzuwandeln. Tatsächlich hatte Balfour aber immer vor, das Gelände für einen Zivilflughafen zu nutzen. Er nutzte den Zweiten Weltkrieg als Vorwand, um das Land rasch enteignen zu können und dadurch ein langwieriges Bewilligungsverfahren mit öffentlichen Anhörungen zu umgehen. Die Royal Air Force nutzte das Gelände nie, und am 1. Januar 1946 übernahm das Ministerium für Zivilluftfahrt die Kontrolle über das Gelände. An diesem Tag flog das erste Passagierflugzeug; Ziel war Buenos Aires.

Am 31. Mai 1946 wurde der Flughafen vollständig für die Zivilluftfahrt freigegeben. 1947 gab es bereits drei Startbahnen, drei weitere waren in Bau. Diese älteren Startbahnen waren kurz und kreuzten einander, um Flüge bei allen möglichen Windverhältnissen zu ermöglichen. 1953 erfolgte durch Königin Elisabeth II. die Grundsteinlegung für die erste moderne asphaltierte Startbahn. 1955 eröffnete sie auch das erste Terminal, das „Europa Building“ (heute Terminal 2). Kurz darauf kam der „Oceanic Terminal“ (Terminal 3) hinzu. Das Terminal 1 vervollständigte 1968 die zentrale Gebäudegruppe.

Dass die älteren Terminals im Zentrum des Flughafengeländes entstanden waren, erwies sich als Hindernis für den weiteren Ausbau. Diese Fehlplanung beruhte auf der Annahme, dass sich nur wohlhabende Leute einen Flug leisten konnten. Aus diesem Grund seien auch keine ausgedehnten Parkhäuser nötig, da die Passagiere von Chauffeuren hierher gefahren würden. 1977 wurde die Piccadilly Line der London Underground nach Heathrow verlängert. 1986 wurde am südlichen Rand des Flughafengeländes das Terminal 4 eröffnet. 1987 privatisierte die britische Regierung den Flughafenbetreiber „British Airports Authority“ (heute BAA plc genannt).

Am 10. August 2006 stand der Flughafen im Mittelpunkt einer geplanten Terroraktion, die von dem britischen Geheimdienst MI5 und Scotland Yard aufgedeckt und vorzeitig vereitelt wurde. Bei dem Anschlag sollte als Shampoo, Kontaktlinsenflüssigkeit etc. getarnter Flüssigsprengstoff an Bord mehrerer Passagierflugzeuge gebracht werden.

2007 geriet der Flughafen wegen seiner Standards in die Kritik, die unter anderem von British Airways bemängelt wurden. Wesentliche Kritikpunkte waren hierbei die zu langsamen Sicherheitskontrollen, zu wenig Sitzplätze und die Beschränkung des Handgepäcks auf nur ein Stück pro Person.

Am 14. März 2008 wurde Terminal 5 in einer offiziellen Zeremonie von Elisabeth II. eröffnet . Die Baukosten von Terminal 5 beliefen sich auf insgesamt 4,3 Milliarden £. Terminal 5 kann die Kapazität von Heathrow nicht erweitern, da der Flughafen ursprünglich nur für 30 Millionen Passagiere pro Jahr ausgelegt war und die Landebahnen somit eine Beschränkung darstellen. Er wird aber ca. 30 Millionen Passagiere pro Jahr von anderen Terminals aufnehmen. Flugbetrieb findet seit dem 27. März statt. Am Eröffnungstag und in den Tagen danach kam es allerdings zu schwerwiegenden technischen Pannen, da das Gepäckabfertigungssystem nicht wie geplant funktionierte. Insgesamt mussten mehr als 245 British Airways-Flüge gestrichen werden. Nach Aussage des britischen Luftfahrtministers wurden etwa 28.000 Koffer nicht abgefertigt.

Im September 2008 brachte Bürgermeister Boris Johnson erneut den Bau eines neuen Großflughafens in der Themsemündung als Ersatz für Heathrow ins Gespräch.

Es existiert eine 3.900 Meter lange und eine zweite 3.660 Meter lange Start- und Landebahn in Ost-West-Richtung. Eine ehemals dritte in Nord-Süd-Richtung wird jetzt als Rollweg genutzt. Normalerweise wird eine der Ost-West-Bahnen für Starts und die andere für Landungen verwendet. Um die Anwohner zu schonen, wird normalerweise vormittags die nördliche Bahn für Starts und die südliche für Landungen genutzt. Nachmittags werden dann die Bahnen gewechselt. Nach Angaben der Betreibergesellschaft ist der Bau einer weiteren Startbahn notwendig, was jedoch bei den Anwohnern auf Protest stößt. Mit dem Bau der neuen Bahn wird daher nicht vor 2015 begonnen werden.

Die Terminals 1 und 2 dienen vor allem für innereuropäische und Inlandsflüge. Terminal 3 wird vorwiegend für Interkontinentalflüge genutzt. Terminal 4 wird exklusiv von British Airways und deren Partnerfluggesellschaften der Oneworld Alliance für Interkontinentalflüge genutzt. Andere Airlines nutzen Terminal 4 nur sporadisch. Bis Oktober 2003 wurde auch die Concorde an Terminal 4 abgefertigt.

In den inzwischen in die Jahre gekommenen Terminals 1, 2 und 3, die zusammen im Zentralgebäude untergebracht sind, finden derzeit umfangreiche Umbau- und Modernisierungsarbeiten statt, die teilweise zu erheblichen Beeinträchtigungen für die Passagiere führen. Oftmals wird jedoch auch dadurch einfach sichtbar, dass der Flughafen seit Jahren an seiner Kapazitätsgrenze betrieben wird.

Terminal 5 ist die jüngste Erweiterung des Flughafens. Architekt des Terminals ist Richard Rogers, der zuvor unter anderem das Centre Pompidou, die Zentrale von Lloyd's of London und den Millennium Dome entworfen hat. Es wurde am 14. März 2008 von Queen Elizabeth II feierlich eröffnet und der Flugbetrieb zwei Wochen später aufgenommen, wobei es in den ersten Tagen erhebliche Pannen vor allem beim Gepäckverteilsystem gab, welche in mehr als 50 abgesagten Flügen täglich sowie massiven Verspätungen resultierten. Das Terminal weist eine Kapazität von 30 Millionen Passagieren pro Jahr auf. T5 besteht aus einem 396 Meter langen und 176 Meter breiten Hauptgebäude sowie zwei je 442 Meter langen und 42 Meter breiten Nebengebäuden. Insgesamt können bis zu 60 Flugzeuge gleichzeitig abgefertigt werden. Das Terminal wird nahezu komplett von British Airways genutzt, so dass die beträchtlichen Kapazitäten des Terminal 4 für andere Airlines zur Verfügung stehen. Neben den Flugzeugen der British Airways sollen in Zukunft auch die Airbus A380 anderer Fluglinien an Terminal 5 abgefertigt werden. Da man bereits 2007 mit der Aufnahme des Liniendienstes nach Heathrow rechnete, wurde ein Pier des Terminal 3 erweitert, um die ersten A380 abzufertigen. Bis 2011 sollen insgesamt 14 Stellplätze dieser Größe zur Verfügung stehen. Langfristig wird bereits der Bau des Terminal 6 geplant, der 2020 den Betrieb aufnehmen soll. Hierdurch soll die Kapazität des Flughafens auf 115 Millionen Passagiere pro Jahr erweitert werden.

Im Masterplan des Flughafens wurden verschiedene Möglichkeiten zum Bau neuer Terminals und einer zusätzlichen Startbahn im Norden des bisherigen Geländes skizziert. Im November 2005 teilte der Flughafenbetreiber BAA mit, dass man darüber nachdenke, die bisherigen Terminals 1 und 2 sowie das sogenannte Queens Building nach Fertigstellung von Terminal 5 abzureißen und durch einen modernen Neubau zu ersetzen. Dies soll allerdings nicht zur Kapazitätssteigerung dienen, sondern als Renovierungsmaßnahme die Qualität der Abfertigungseinrichtungen verbessern. Terminal 5 würde in diesem Fall vorübergehend als Ausweichmöglichkeit dienen.

Im Süden des Flughafens befindet sich das Luftfrachtzentrum, das zweitgrößte Europas. Aufgrund von Kapazitätsproblemen verlagerten in den 1990er Jahren mehrere Fluggesellschaften ihre Frachtzentren von Heathrow nach Stansted und Luton im Norden Londons, wodurch der Flughafen Frankfurt am Main zum größten europäischen Frachtflughafen aufstieg. Im Jahr 2002 nahm British Airways in Heathrow dennoch den zurzeit modernsten Frachtterminal Europas in Betrieb.

Im Osten des Flughafens befinden sich mehrere Flugzeugwerften. Die größte betreibt British Airways, die hier etwa 75 Prozent ihrer Flotte stationiert hat. Außerdem haben unter anderem British Midland und Virgin Atlantic ihre Flugzeugwerften in Heathrow.

Am 13. Juni 2008 nahm auf dem Flughafen ein neuartiges Bodenradar (System Tarsier von Qinetiq) zur Startbahnüberwachung seinen Dienst auf. Es soll Fremdkörper auf den Pisten, die für die Maschinen und deren Triebwerke gefährlich werden könnten, aufspüren und zeigt diese dann auf Überwachungsmonitoren an.

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Source : Wikipedia