Lippstadt

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Geschrieben von daneel 27/04/2009 @ 06:11

Tags : lippstadt, nordrhein-westfalen, deutschland

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Lippstadt

Wappen der Stadt Lippstadt

Lippstadt ist eine Mittelstadt in Nordrhein-Westfalen, die seit 1975 dem Kreis Soest angehört. Sie wurde 1185 als Planstadt gegründet und ist damit die älteste Gründungsstadt Westfalens. Lippstadt liegt etwa 70 Kilometer östlich von Dortmund und 30 Kilometer westlich von Paderborn.

Lippstadt ist die größte Stadt im Kreis Soest. Sie liegt am Fluss Lippe im nordöstlichen Teil des Kreises zwischen dem südlich gelegenen Haarstrang sowie dem Münsterland und dem Paderborner Land und grenzt an die Nachbarkreise Paderborn, Warendorf und Gütersloh.

Innerhalb des Kreises Soest liegt östlich die Stadt Geseke, südlich die Stadt Erwitte, südwestlich die Gemeinde Bad Sassendorf und im Westen die Gemeinde Lippetal. Weiter im Uhrzeigersinn stellen die zum Kreis Warendorf gehörende Gemeinde Wadersloh, die zum Kreis Gütersloh gehörende Gemeinde Langenberg und die Stadt Rietberg sowie die zum Kreis Paderborn gehörenden Städte Delbrück und Salzkotten die Nachbarn dar.

Lippstadt wurde im Jahr 1184 oder 1185 (das genaue Gründungsjahr ist nicht sicher bekannt) von Graf Bernhard II. von Lippe unter dem Namen Lippe als erste echte Planstadt Westfalens gegründet. Die Erlaubnis zum Bau der Stadt erhielt Bernhard von Kaiser Friedrich I., genannt Barbarossa.

Bereits vor dieser Gründung gab es allerdings erste Ansiedlungen im heutigen Stadtgebiet; vor allem das heutige Nicolaiviertel und der Vorgängerbau der heutigen Nicolaikirche waren als Ansiedlung von Kaufleuten und als Marktviertel bedeutend. Diese Bedeutung rührte von der Lage her, welche die Stadt an der Lippefurt für den Handel in Deutschland hatte: Sie lag am Kreuzungspunkt der Handelsstrecke zwischen Frankfurt am Main und Lübeck und der Straße zwischen Paderborn und Münster. Des Weiteren gibt es Annahmen, nach denen im nordwestlichen Bereich der Stadt bereits seit 1120 eine Wasserburg der Herren zu Lippe gestanden haben soll, einen archäologischen Nachweis dafür gibt es nicht. Bereits 1139 wurde das Prämonstratenserinnenkloster im heutigen Stadtteil Cappel von Bernhard I. und seinem Bruder Hermann I. gegründet.

Im Laufe des Sächsischen Krieges (1177 bis 1181) wurden die bereits bestehenden Teile der Siedlung, vor allem das Nikolaiviertel und die dort vorhandene Kirche von der Truppen des Kölner Erzbischofs Philipp I. von Heinsberg 1179 zerstört, der sich damit für die Unterstützung der Truppen von Heinrich dem Löwen durch Bernhard II. rächen wollte. Nach der Verbannung des Sachsenherzogs und der Rückkehr Bernhards II. gelang es diesem im Jahr 1184, von Kaiser Friedrich I. die Erlaubnis für den Bau einer Stadt zu bekommen. 1185 gründete Bernhard II. daraufhin die Stadt Lippe, die heute als Lippstadt bekannt ist.

Bernhard II. plante seine Gründungsstadt nach den Vorbildern Braunschweig und Heidelberg, die er während des Sächsischen Krieges studieren konnte. Das im Wiederaufbau begriffene Nicolaiviertel war in diesem Plan erst nicht enthalten und wurde gemeinsam mit der seit 1182 im Neubau befindlichen Nicolaikirche erst später aufgenommen. Ab 1185 wurde das freie Land zwischen der Lippe und den heutigen Straßen Markstraße, Rathausstraße und Poststraße in Parzellen unterteilt und aufgebaut, fast gleichzeitig begann der Bau der Stiftskirche St. Marien (die heutige Stiftsruine) sowie der Marktkirche St. Marien (die heutige Große Marienkirche).

Die neu entstehende Stadt taucht in historischen Quellen dann erstmals 1194 als „nova civitas“ auf, zu diesem Zeitpunkt besaß sie bereits eine Befestigung in Form von Wällen, Gräben und Palisaden aus Holz und Erde. Auf dem ehemaligen Burggelände der Herren zur Lippe, dem Hermelinghof, entstand ein Augustinerinnenstift, welches ab 1207 ebenfalls im Inneren der Stadt lag. Die schnell wachsende Bevölkerung der Stadt Lippe siedelte dabei vor allem in der Marienstadt um die Marktkirche St. Marien sowie um St. Nicolai und die Stiftskirche St. Marien, welche bei einer Erweiterung der Stadtfläche im Jahr 1229 ebenfalls in den befestigten Bereich einbezogen wurden.

Bernhard II. hatte die Regierung des Besitzes zu dem Zeitpunkt bereits an seinen Sohn Hermann II. übergeben, während er selbst als Abt von Dünamünde in Livland lebte. Zwischen 1220 und 1222 verlieh er den Lippstädtern ihr erstes Stadtrecht und weihte die Marktkirche St. Marien. Spätestens ab 1231 führte der Lippstädter Rat ein eigenes Stadtsiegel, und in den 1260er Jahren begann der Bau der Stadtmauer, welcher 1292 abgeschlossen war. Diese Mauer ersetzte die alten Wallanlagen und legte zugleich die Grenze zwischen der Bürgerstadt „Lippe“ und dem Agrarland des Umkreises bis in das 19. Jahrhundert fest.

Aufgrund der Erbstreitigkeiten nach dem Tod Bernhards V. und einer nachfolgenden Fehde zwischen dessen Neffen Simon III. und dem Grafen Otto von Tecklenburg als Gemahl der Tochter Bernhards V. ging die Herrschaft über Lippstadt im Jahr 1376 an den Vermittler Graf Engelbert III. von der Mark über und gelangte nachfolgend als Pfandherrschaft an weitere Häuser. Diese Zeit der Samtherrschaft, bei der die Herrschaft der Stadt nicht in der Hand der Landesherren lag, zog sich über die Soester Fehde im Jahr 1444 bis zum Jahr 1666, als die Herren von Lippe und die von Brandenburg gemeinsam Herren über Lippstadt wurden.

Bereits vor der Gründung der Stadt war Lippstadt aufgrund der Lage an der Lippefurt ein bedeutender Handelsknotenpunkt. Durch die Bestimmungen zum Stadtrecht von 1220 und die Verleihung der Stadtprivilegien 1244 wurden die Aussichten für Handel und Gewerbe in der Stadt weiter verbessert. So existierte spätestens seit 1244 ein Jahrmarkt in der Stadt, auf dem vor allem Fernhändler Waren anbieten konnten. Die Stadt profitierte vom Angebot der Händler sowie vom Standgeld derselben. Im 16. Jahrhundert fanden nachweislich vier Jahrmärkte im Jahr statt, im Jahr 1691 bereits sechs und bis zum Ende des 18. Jahrhunderts waren es acht dieser Märkte, die über das Jahr verteilt waren. Als Marktplatz diente der alte Marktplatz zwischen der Marktkirche St. Marien und dem Rathaus der Stadt, der heutige Rathausplatz.

Ein weiterer wichtiger Faktor für die Handelsentwicklung einer mittelalterlichen Stadt war das Vorhandensein eigener Münzprägungen. Nachweislich gab es bereits 1231 zwei Münzmeister in der Stadt, die zuerst englische Münzen nachprägten. Um die Mitte des 13. Jahrhunderts tauchten dann erstmals eigene Münzen mit der Lipperose als Prägung auf. Besonders der Lippstädter Pfennig aus der Zeit von 1290 bis 1310 tauchte in vielen Münzfunden in Dänemark, England, Polen und Mecklenburg auf.

Am 17. Juli 1253 gehörte Lippstadt neben Münster, Soest und Dortmund zu den Gründungsmitgliedern des zweiten westfälischen Städtebundes, welcher 1268 mit Osnabrück bestätigt wurde. Dieses Bündnis sollte vor allem den Landesherren die wirtschaftliche Macht der Städte signalisieren.

Im 12. und 13. Jahrhundert war Lippstadt auch Hansestadt, wobei Lippstädter Kaufleute schon in der Hanse tätig waren, als die Organisation selbst erst im Entstehen begriffen war. Wie fast alle Städte Westfalens war es Mitglied dieser großen Gemeinschaft von Städten, die zeitweise die Wirtschaftspolitik im gesamten norddeutschen Raum bestimmte. Für Lippstadt waren besonders die Dittelstage in Köln sowie die Regionaltage von Bedeutung, obwohl die Stadt auch zu den „Großen“ Hansetagen in Lübeck Vertreter schickte. 1494 wurde Lippstadt die Handelsmatrikel nachgetragen und 1540 wurde die Stadt zur Prinzipalstadt erhoben. Am letzten Hansetag in Lübeck am 18. April 1669 nahm Lippstadt jedoch nicht mehr teil, obwohl es bis zum letzten Tag zu den Mitgliedern des Handelsbundes gezählt wurde.

Die Lehren Martin Luthers und mit diesen die Reformation wurden von den beiden Mönchen des Lippstädter Augustinereremiten-Klosters Johannes Westermann und Herrmann Koiten nach Lippstadt gebracht. Diese studierten zwischen 1520 und 1524 an der Universität Wittenberg, die von den neuen Ideen Luthers geprägt war. Am 3. Februar 1523 promovierte Westermann gemeinsam mit dem Herforder Augustinereremiten Gottschalk Kropp.

Johannes Westermann kehrte im gleichen Jahr zurück nach Lippstadt und predigte dort die neue Lehre, im Jahr 1524 wurden die von ihm in der Brüderkirche gehaltenen Fastenpredigten in Lippstadt gedruckt. Dieses Buch ist die erste Dokumentation der Reformationsbewegung in Westfalen, im gleichen Jahr erschien auch ein Katechismus Westermanns, ebenfalls in Mittelniederdeutsch geschrieben. Die Veränderungen in der Bürgerschaft Lippstadts durch die neue Lehre blieben jedoch auch dem Kölner Erzbischof nicht verborgen, der daraufhin den Dominikaner Johannes Host von Romberg nach Lippstadt schickte. Dieser predigte am 16. März 1526 in der großen Marienkirche gegen die Predigten der Lippstädter.

In der Folgezeit kam es zu tiefgreifenden Veränderungen im religiösen und kirchlichen Leben Lippstadts. Vor allem die Begehren der Lippstädter Zünfte, mehr Mitspracherecht im Stadtregiment zu bekommen, führten zu maßgeblichen Veränderungen. Im Februar 1531 begannen die Zünfte gemeinsam mit den Anhängern der lutherischen Kirche einen Aufstand, bei dem sie die Magistraten der Stadt vertrieben und einen neuen Rat bildeten. Ein Jahr später verhängten die Stadtherren des lippschen Grafenhauses und die Herzöge von Kleve ein Verkehrsrecht über die Stadt, unterstützt vom Kölner Erzbischof und den Bischöfen von Münster, Osnabrück und Paderborn.

Die Vermittlungsversuche scheiterten bis 1535, als die Bürger der Stadt aufgrund der schlechter werdenden Versorgung am 13. Juli 1535 aufgaben und ihre Priester absetzten. Daraufhin wurde ein Vertrag zwischen Graf Simon V. zur Lippe, Herzog Johann III. von Jülich-Kleve-Berg und der damals noch Lippe genannten Stadt geschlossen. Die kirchlichen Neuerungen der Stadt wurden weitgehend zurückgenommen, die Messe durfte jedoch auch weiterhin auf Deutsch gehalten werden. Die Prediger wurden der Stadt verwiesen und wurden später anderswo tätig, Johannes Westermann etwa in Hofgeismar, wo er 1542 starb. Die Beteiligung der Zünfte an der Regierung wurde jedoch festgeschrieben und angeordnet. Da sich in den Folgejahren jedoch auch beide Landesherren der Reformation zuwandten, blieben die Lippstädter Bürger auch nach dem Augsburger Religionsfrieden lutherisch, die kleine katholische Gemeinde im Kloster St. Annen-Rosengarten wuchs jedoch in den Folgejahren vor allem durch den Zuzug aus dem Umland zu einer neuen katholischen Gemeinde.

Während des Dreißigjährigen Krieges (1618 bis 1648) blieb auch Lippstadt nicht von den Kriegswirren verschont. Im Winter 1620/1621 wurde Lippstadt von Christian von Braunschweig-Wolfenbüttel und seinen Truppen als Quartierstadt besetzt. Von hier führte der Ritter regelmäßige Raubzüge in die umliegenden katholischen Nachbarterritorien Paderborn und Münster durch. Nachdem er wieder abgezogen war, versuchten Truppen des Kaisers Ferdinand II. die Stadt zu erobern, was ihnen am 24. Oktober 1623 auch gelang. Die Truppen unter Johann Graf von Rietberg wurden in die Stadt einquartiert und blieben bis 1633, von dem eigentlichen Krieg blieb die Stadt jedoch verschont.

1633 hatte sich die Bündnissituation im Krieg massiv gewandelt, und diesmal war es der Landgraf von Hessen-Kassel, Wilhelm V., der die Stadt nach der Zerstörung Salzkottens einnehmen wollte. Bereits nach einem Tag ließ die Stadtbevölkerung die Truppen einmarschieren, die bis zum Kriegsende 1648 hier blieben. Die Besatzer nutzten die günstige Lage der Stadt sowie die Festungswerke, die weiter verstärkt wurden. Die Hessen verließen die Stadt erst 1650, danach traten die Kurfürsten von Brandenburg als Samtlandesherren verstärkt in Lippstadt auf.

Im Jahr 1565 fanden in Liesborn Hexenprozesse gegen die drei Frauen Aleke, Anna und Katharina auf der Burg Stromberg statt. Sie wurden der Zauberei angeklagt, gefangen, gefoltert und verbrannt. Um 1573 gab es etliche weitere Hexenverfolgungen in Lippstadt in der Zeit Graf Simons VI., dabei sind „etliche Burgers Weiber hinaus geführt und verbrannt worden“.

Hierzu berichtete Pfarrer Anton Praetorius 1613, dass bei diesen Hexenprozessen „der Nagel-Schmidt Ebert Balve und seine Schwester, eine Beckerin, die Freytägische genannt, nach langen Foltern nach dem Widerruf ihres Geständnisses trotz Protesten aus der Bevölkerung freigelassen wurden.“ Dieser Hexenprozess beeindruckte Anton Praetorius stark und trug zu seinem Denken entscheidend bei, als er sich 1597 unter Lebensgefahr dafür einsetzte, dass eine Frau aus der Folterkammer entlassen wurde, und er diesen Kampf gegen Hexenverfolgung und Folter literarisch fortsetzte.

Weitere Hexenprozesse fanden zwischen 1630 und 1677 statt.

Nach dem Vertrag zwischen Hessen und Brandenburg wurden in Lippstadt fünf kriegsstarke Kompanien der Brandenburger einquartiert, ohne die lippschen Ortsherren zu involvieren. Diese wurden erst 1669 hellhörig, nachdem der Kurfürst Brandenburgs weitere militärische Verstärkung einsetzte und die Festungen der Stadt weiter verstärkte. Dabei wurden allein an der Südmauer bis zu 700 Arbeiter eingesetzt, um das Bollwerk zu verstärken. Lippstadt wurde Teil der brandenburgischen Expansion und lieferte auch die Truppen im Krieg gegen den französischen König Ludwig XIV. zwischen Soest und Lippstadt.

Innerhalb der Festung gab es zu dieser Zeit eine Reihe Katastrophen. So wird von zwei Großbränden in den Jahren 1656 und 1676 sowie einer Fleckfieberepidemie 1673 berichtet, die 2000 Tote forderte. Am 4. März 1679 übernahmen die Franzosen die Stadt, nachdem sich die Brandenburger nach Bielefeld und Minden zurückgezogen hatten. Über die verschiedenen Besetzungen und Katastrophen hinweg verschlechterte sich die finanzielle Situation in Lippstadt bis zum Ende des 17. Jahrhunderts drastisch und die Abgaben an die Landesherren in Lippe und in Brandenburg konnten nicht bezahlt werden. Das Interesse Brandenburg-Preußens an Lippstadt stieg jedoch, und es versuchte mehrfach, Lippstadt ganz für sich zu gewinnen. 1730 musterte der Soldatenkönig Friedrich Wilhelm I. die Stadt, zehn Jahre später König Friedrich II..

1757 zogen die französischen Truppen im Siebenjährigen Krieg gegen Hannover, welches mit England verbündet war; Lippstadt lag inmitten des Durchmarschgebietes. Am 26. April des Jahres zogen die Franzosen mit 1300 Mann in Lippstadt ein, die Preußen hatten die Stadt bereits vorher verlassen. Im Anschluss an den Abzug der Franzosen 1758 kamen preußische Husaren in die Stadt, die im darauffolgenden Jahr wiederum von Franzosen eingekesselt wurden. 1761 fand dann bei Vellinghausen die bedeutendste Schlacht der Region statt, bei der die Franzosen zurückgeschlagen werden konnten. Nach dem Frieden von Hubertusburg 1763 wurden die Festungswerke Lippstadts vollständig abgerissen.

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts gelangte Lippstadt ein weiteres Mal unter die Herrschaft der Franzosen, da Preußen nach dem Friedensschluss von 1807 in Tilsit alle westlichen Besitzungen an Frankreich abtreten musste. So gelangte dann Lippstadt unter französisch-lippische Herrschaft. Am 8. August 1808 wurde der Rat der Stadt auf Napoleon vereidigt. Die französische Regierung sprach der seit 250 Jahren ohne Kirche existierenden katholischen Gemeinde 1807 die Nicolaikirche als Gotteshaus zu und setzte den Pfarrer Jodocus Denker als Seelsorger ein. Die französische Besetzung endete aber bereits 1808 wieder.

Die Barrikadenkämpfe der Revolution 1848 führten am 12. März auch in Lippstadt zu Unruhen, die jedoch aufgrund der ruhigen und besonnenen Reaktion des Stadtmagistrats nicht eskalierten. Im gleichen Jahr erschien die erste eigene Lippstädter Tageszeitung „Der Patriot“. Am 17. Mai 1850 kam es zu einem Vertrag zwischen dem Fürstentum Lippe und dem Königreich Preußen, die die Stadt seit 1666 als Kondominium gemeinsam regiert hatten. Lippe verzichtete gegen eine Entschädigung auf die Herrschaft in Lippstadt. (Die heutigen Ortsteile Lipperode und Cappel blieben jedoch beim Fürstentum Lippe.) Auf diese Weise wurde Preußen die einzige politische Macht in Lippstadt, die Samtherrschaft war beendet.

Ab etwa 1820 wuchs im Zuge der Industrialisierung die Einwohnerzahl der Stadt rapide an, die ansonsten seit dem Höhepunkt im 13. Jahrhundert relativ konstant bei 3000 Einwohnern geblieben war. 1850 lebten bereits 5000 Bürger in der Stadt Lippstadt, 1865 waren es 7000 und im Jahr 1902 bereits 13.000. Durch diesen Zuwachs war die Grundlage für die Ansiedlung von Industrie und den Ausbau der Verkehrswege gelegt. So wurde ab 1819 die Lippe-Schifffahrt bis nach Lippstadt ausgedehnt und eine Hafenanlage sowie 1830 auch ein Schifffahrtskanal angelegt. Aufgrund der Konkurrenz mit der Bahn wurde die Schifffahrt jedoch bald wieder aufgegeben, 1868 kamen nur noch vier Lastschiffe nach Lippstadt und 1870 wurde die Schifffahrt oberhalb Hamms gänzlich eingestellt.

Die Eisenbahnanbindung bekam Lippstadt 1850 durch die Königlich-Westfälische Eisenbahn-Gesellschaft, die heutige Bahnstrecke Hamm–Warburg; weitere Anbindungen erfolgten 1883 nach Warstein, 1887 nach Rheda und Münster sowie 1898 nach Beckum. Lippstadt wurde so zu einem Eisenbahnstern und baute neben dem Hauptbahnhof 1898 den Nordbahnhof. Die erste wichtige Straße stellte 1823 die Strecke Erwitte–Lippstadt–Wiedenbrück dar, die als Teilstück der Strecke Koblenz–Minden entstand, die heutige Bundesstraße 55. 1878 wurde die Cappeler Chaussee (heute Beckumer Straße) ausgebaut. Diese beiden Straßen stellten bis in die 1880er Jahre die einzigen befestigten Straßen dar, die Lippstadt mit dem Umland verbanden.

Um 1860 siedelte sich in Lippstadt das erste größere eisenverarbeitende Werk an, welches später in die „Westfälische Union“ überging. Bis 1900 entwickelte es sich so gut, dass es bereits 800 Arbeiter beschäftigte und Drahtwaren bis Japan exportierte. Bedingt durch dieses Werk entstand im Süden der Stadt ein großes Wohnviertel gemeinsam mit der Josefskirche. 1902 wurde der Grundstein für einen weiteren Großbetrieb, die „Königlich Preußische Artilleriewerkstatt“ an der Beckumer Straße gelegt, die 1905 mit 400 Arbeitern die Produktion aufnahm. 1912 entwickelte sich aus einer mittelgroßen Laternenfabrik Sally Windmüllers die Westfälische Metallindustrie, die an die Lüningstraße umzog.

Nach der anlaufenden Industrialisierung in Lippstadt in der auslaufenden Phase des 19. Jahrhunderts und zur Zeit der Jahrhundertwende wurde in Lippstadt eine Reihe kleiner und mittelgroßer Gewerbebetriebe gegründet, nicht wenige entwickelten sich zu regional relevanten Großbetrieben, darunter die Lippstädter Brauereien Weißenburg, Nies und Tannenberg. Der aufkommende Reichtum der Bürgerschaft zeigte sich auch im Bau neuer Villen der Gründerzeit, wie sie heute noch vor allem in der Langen Straße und der Cappelstraße sowie in verschiedenen vorgelagerten Vierteln zu finden sind.

Nach dem verlorenen Ersten Weltkrieg und der am 9. November 1918 erfolgten Ausrufung der Republik wurde wie vielerorts auch in Lippstadt ein Arbeiter- und Soldatenrat gegründet, für die Entwicklung und das Leben der Stadt änderte sich jedoch nicht viel. Versorgungsengpässe der 1920er Jahre führten zu sozialen Ungerechtigkeiten und durch die Wirtschaftskrise und die Inflation 1923 verschärften sich die sozialen Probleme wie in ganz Deutschland.

Im Winter 1923/24 wurde die erste größere Notküche in der Wilhelmsschule eingerichtet, die Wohnungsnot sowie die Arbeitslosigkeit verschärften die Situation jedoch weiter. 1929 gründete sich in Lippstadt eine Ortsgruppe der NSDAP. Am 30. Januar 1933 wurde Adolf Hitler als Führer der NSDAP zum Reichskanzler ernannt; im – damals noch zum Freistaat Lippe gehörenden – Lipperode erlangte Hitler bei den vorangegangenen Wahlen auch die Mehrheit; die Bevölkerung Lippstadts wählte jedoch vorwiegend die etablierte Zentrumspartei.

Bedingt durch die Nähe zum psychiatrischen Krankenhaus in Eickelborn und zum Provinzialarbeitshaus Benninghausen, das bereits 1933 für kurze Zeit als Konzentrationslager diente und in dem später zeitweise lungenkranke Jugendliche aus dem KZ Moringen untergebracht waren, wurde Lippstadt in den folgenden Jahren zum Ort medizinischer Verbrechen. Im evangelischen Krankenhaus der Stadt fanden in der Zeit des Nationalsozialismus zahlreiche Zwangssterilisationen statt; die Zustände in den Anstalten gipfelten in körperlichen Misshandlungen sowie in umfangreichen Euthanasieprogrammen.

Am 9. November 1938 kam es in Lippstadt wie in allen Teilen Deutschlands zu organisierten Ausschreitungen gegen die jüdischen Bürger und ihren Besitz (siehe: Novemberpogrome 1938). Dabei wurde u. a. die Synagoge bis auf die Außenmauern vernichtet. 1942 wurden alle verbliebenen Mitglieder der jüdischen Gemeinde deportiert. Ein Großteil von ihnen wurde von den Nationalsozialisten in der Shoa ermordet.

Mit dem Beginn des Zweiten Weltkriegs änderte sich auch die industrielle Ausrichtung Lippstadts. Im Vordergrund der Produktion stand die Rüstungsproduktion, bei der auch Zwangsarbeiter – u. a. in zwei örtlichen Außenlagern des Konzentrationslagers Buchenwald („Lippstädter Eisen- und Metallwerke“ & „WMI“) – eingesetzt wurden.

Wie überall in Deutschland wurde in Lippstadt ein Großteil der einheimischen Männer in den Militärdienst eingezogen. Vom Bombenkrieg der letzten Kriegsjahre blieb die Stadt weitestgehend verschont. Am 1. April 1945 marschierten US-amerikanische Truppen in Lippstadt ein und schlossen damit den Ruhrkessel. Die Stadt wurde nahezu ohne Widerstand und unversehrt übergeben. Am selben Tag kam es in Kaunitz zur Befreiung von über 700 jüdischen Zwangsarbeiterinnen, die wenige Tage zuvor aus Lippstadt auf einen Todesmarsch ins KZ Bergen-Belsen geschickt worden waren.

Die Administration Lippstadts erfolgte in den Folgejahren erst durch die amerikanischen, später durch britische Besatzungstruppen. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs gehörte die Stadt zur Britischen Besatzungszone. Die Militärverwaltung richtete ein DP-Lager ein zur Unterbringung so genannter Displaced Persons (DP). Die meisten stammten aus der Sowjetunion, Polen und Ungarn.

Eine Mitsprache entstand für die Bürger ab dem 15. September 1946 bei einer „Urwahl“ mit politisch unbelasteten Bürgern. Die zu diesem Zeitpunkt etwa 3.000 Vertriebenen, die in Lippstadt lebten, waren bei dieser Wahl jedoch ausgeschlossen. 1948 wurde der Polsterermeister und SPD-Politiker Jakob Koenen der erste Nachkriegsbürgermeister der Stadt und blieb es bis zu seinem Tod 1974. Nach ihm benannt ist beispielsweise das Hallenbad Lippstadts, das Jakob-Koenen-Bad.

Am 1. Januar 1975 wurde die Fläche Lippstadts durch Eingemeindung der umliegenden Ortschaften von ehemals 29,82 km² auf 113,3 km² erweitert. Zugleich wurde der alte Kreis Lippstadt dem neu gebildeten Kreis Soest zugeschlagen, dessen größte Stadt Lippstadt heute ist. Die Wahl der Kreisstadt war von großen Differenzen begleitet und fiel schließlich auf Soest, da dieses zentraler im neuen Kreisgebiet lag.

Im August 1965 wurde Lippstadt von einem katastrophalen Hochwasser heimgesucht, das weite Teile der Kernstadt und einige Vororte überflutete. Besonders schwer getroffen wurden einige ebenerdige Wohnhäuser im Bereich der Soeststraße, deren Wohnräume meterhoch überflutet wurden. Nach diesem Hochwasser wurden zahlreiche Rückstauflächen erstellt und umfangreiche Baumaßnahmen am Lauf und den Brücken der Lippe unternommen, durch die die Wassermenge fast vervierfacht wurde, die durch die Stadt fließen kann. Der Erfolg der Maßnahmen zeigte sich im August 2007, als eine größere Wassermenge als 42 Jahre zuvor durch die Stadt strömte, dort aber keinen Schaden anrichtete.

Im Mittelalter und der frühen Neuzeit stieg die Bevölkerungszahl Lippstadts nicht über 3.000. Sie ging durch die zahlreichen Kriege, Seuchen und Hungersnöte immer wieder zurück. Durch den Beginn der Industrialisierung im 19. Jahrhundert beschleunigte sich das Bevölkerungswachstum. Lebten 1819 erst 3.115 Menschen in der Stadt, so waren es 1900 bereits 12.533. Auch danach stieg die Bevölkerungszahl weiter. 1950 hatte die Stadt 31.462 Einwohner.

Die Eingemeindung zahlreicher Orte in der Umgebung am 1. Januar 1975 brachte einen Zuwachs von 22.288 Personen auf 63.983 Einwohner. Im Jahre 2004 erreichte die Bevölkerungszahl mit 67.486 ihren historischen Höchststand. Davon waren 7.104 Personen ausländischer Herkunft (10,5 Prozent). Am 30. Juni 2005 betrug die „Amtliche Einwohnerzahl“ für Lippstadt nach Fortschreibung des Landesamtes für Datenverarbeitung und Statistik Nordrhein-Westfalen 67.347 (nur Hauptwohnsitze und nach Abgleich mit den anderen Landesämtern).

Die folgende Übersicht zeigt die Einwohnerzahlen nach dem jeweiligen Gebietsstand. Dabei handelt es sich um Volkszählungsergebnisse (¹) oder amtliche Fortschreibungen des Statistischen Landesamtes. Die Angaben beziehen sich ab 1871 auf die „Ortsanwesende Bevölkerung“, ab 1925 auf die Wohnbevölkerung und seit 1987 auf die „Bevölkerung am Ort der Hauptwohnung“. Vor 1871 wurde die Einwohnerzahl nach uneinheitlichen Erhebungsverfahren ermittelt.

Die CDU stellt 21 Ratsmitglieder des gewählten Gremiums, die restlichen Sitze verteilen sich auf die SPD (16 Sitze), die FDP (6 Sitze) und Bündnis 90/Die Grünen (3 Sitze) sowie die Bürgergemeinschaft Lippstadt (4 Sitze).

Der derzeitige (2007) Bürgermeister Lippstadts ist Christof Sommer (CDU). Er ist der Nachfolger des CDU-Politikers Wolfgang Schwade, der im Oktober 2005 sein Amt niedergelegt hat. Die einzelnen Stadtteile Lippstadts haben eigene Ortsvorsteher, die als Ansprechpartner in den Ortschaften dienen.

Der Stadt Lippstadt ist am 10. Juni 1938 das Recht zur Führung des dargestellten Stadtwappens verliehen worden.

Dieses Wappen wird seit der oben genannten Verleihung von der Stadt Lippstadt geführt. Die Rose ist als Lippische Rose bekannt und entstammt dem Familienwappen der „Herren zur Lippe“.

Seit dem 22. Oktober 1971 ist die niederländische Stadt Uden die Partnerstadt von Lippstadt. Sie liegt in der Region Nord-Brabant zwischen den größeren Städten Eindhoven, Nimwegen und 's-Hertogenbosch.

Lippstadt hat auch eine polnische Partnerstadt: Bielsko-Biała.

Die wichtigste kulturelle Einrichtung in Lippstadt ist das Lippstädter Stadttheater. Dies wurde 1973 ursprünglich als Aula für das benachbarte Ostendorf-Gymnasium geplant, entwickelte sich jedoch danach recht schnell zu einer überregional bedeutsamen Bühne. Eine weitere Bühne befindet sich im Kurzentrum Bad Waldliesborn.

In der Lippstädter Innenstadt gibt es zwei Kinokomplexe: das „Cinema“ an der Rathauspassage und das „Cineplex Lippstadt“ am Südertor. Der einst als Kultkino bekannte „Nordstern“ sowie Lippstadts einziges Sexkino „Südtheater“ wurden gegen Ende der 1980er Jahre wegen Besuchermangels geschlossen. Das „New Apollo“ mit den Kinos „Camera“, „Apollo“ und „Gloria“ wurde Anfang 2005 geschlossen und danach zu einer Diskothek „Apollo Eventhaus“ umgebaut.

Eine Vielzahl musikalisch und künstlerisch tätiger Organisationen, darunter der städtische Musikverein, gestalten das kulturelle Leben.

Die Lippstädter Musikszene war in den 1990er Jahren sehr ausgeprägt. Nahezu jede Musikrichtung war mit einer Musikband vertreten. Einige Gruppen und Künstler konnten sich überregional und teilweise deutschlandweit einen Namen machen.

Der durch seine Kooperation mit dem Sänger Sasha berühmt gewordene Cosmo Klein machte seine ersten Schritte bei der Band „Unbelievable Scenes“. Die Band machte durch Alternative Rock auf sich aufmerksam und spielte 2001 als Vorband von Such a Surge. Die eher klassische Rockrichtung wurde durch die Band „The Roots“ vertreten, deren Background-Sängerin Katrin Wulff heute neben verschiedenen eigenen Projekten auch in TV-Rollen zu sehen war. Katrin Wulff gehört zu den Künstlern, die dem „Lippstadt-Lied“ ihre Stimme verleihen. Komponist des Lippstadt-Liedes ist Reinhard Horn, der als Gründer der „Gruppe KONTAKTE“ bekannt wurde. Die „Gruppe KONTAKTE“ war und ist mit ihren religiösen Liedern auf Kirchen- und Katholikentagen vertreten. Der durch seine Schauspieler-Rolle bei „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“ (GZSZ) bekannt gewordene Dominic Boer hat ebenfalls in Lippstadt Bühnenluft geatmet. Er hat seine Karriere in Lippstadt mit einer Elvis-Presley-Coverband und einem selbst geschriebenem Elvis-Musical begonnen.

Wurde es zu Beginn des neuen Jahrtausends um die Lippstädter Musikszene wieder ruhiger, haben sich in den letzten Jahren viele neue Bands in Lippstadt gegründet, mit dem Ziel, die Lippstädter Musikszene wieder zu dem zu machen, was sie ist: Ein wichtiger Bestandteil der Kultur – mit vielen Veranstaltungen und Auftritten in lokalen Clubs.

Wichtige Grünanlagen sind der „Grüne Winkel“ an den Seitenarmen der Lippe im Osten und der Stadtwald im Norden. Ebenfalls im Norden der Stadt liegen die Sportanlage „Jahnplatz“ und das Freibad. Das Hallenbad Jakob Koenen Bad befindet sich dem Stadttheater gegenüber. Schwimmen und Baden kann man außerdem im kostenfrei nutzbaren Strandbad Alberssee im Ortsteil Lipperode.

Als wichtigstes Fest findet jährlich im Herbst die „Herbstwoche“ statt. Der Jahrmarkt nimmt mit seinen Fahrgeschäften und Buden die gesamte Innenstadt ein und hat jährlich über eine Million Besucher. Das Altstadtfest im Frühjahr bietet Kulinarisches sowie Live Musik auf dem Rathausplatz, einen großen Kindertrödelmarkt, den traditionellen Lippstädter Altstadtlauf und die Oldtimerausfahrt. Zu Weihnachten gibt es einen Weihnachtsmarkt, zu Ostern findet eine Osterkirmes statt. Kostenlose Live Musik bekommt man auch auf dem Rathausplatz beim „Rathausplatz Festival“ im Sommer zu hören.

Mit dem alle zwei Jahre stattfindenden Wortfestival mit dem Synchronsprecherpreis würdigt die Stadt das gesprochene und geschriebene Wort.

Cafes und Restaurants findet man im gesamten Innenstadtbereich, vor allem in der Fußgängerzone und in angrenzenden Bereichen. Kneipen mit jugendlichem Publikum findet man vor allem in den Seitenstraßen der „Langen Straße“ (Poststraße, Fleischhauerstraße, Blumenstraße, Spielplatzstraße), an der Cappelstraße, sowie am ehemaligen Güterbahnhof und im Bereich Erwitter Straße / Südmeile.

Die wichtigste Einkaufszone in Lippstadt ist die Fußgängerzone Lange Straße, die sich vom Rathausplatz bis zum Bernhardbrunnen erstreckt, sowie ihre Seitenstraßen. Die Lange Straße wurde bereits in den 1960er Jahren für den Autoverkehr gesperrt und ist somit eine der ältesten Fußgängerzonen. Was damals von vielen Geschäftsleuten bekämpft wurde, entwickelte sich zu einem Einkaufsgebiet, dass noch heute durch viele Einzelhändler geprägt wird. Während in der Langen Straße insbesondere die klassischen Einzelhändler - Textilien, Schuhe, Juweliere, Lederwaren und Telekommunikation zu finden sind, haben sich in den Seitenstraßen viele Geschäfte mit sehr speziellen Angeboten angesiedelt. An der Langen Straße liegen auch die Einkaufspassagen City Center und Lippe-Galerie. Jeden Mittwoch und Samstag bietet der Lippstädter Wochenmarkt, auch grüner Markt genannt, Lebensmittel. Auf dem monatlichen Krammarkt wird mit Non-Food-Waren aller Qualitätsstufen gehandelt.

Der höchstklassigste Sportverein in Lippstadt ist der SV Lippstadt 08, welcher mit seiner 1. Herren-Mannschaft aktuell in der Verbandsliga Westfalen spielt. Als Spielstätte dient das Stadion Am Waldschlösschen. Als bekanntester Spieler ging aus diesem Verein Karl-Heinz Rummenigge hervor und auch sein Bruder Michael Rummenigge spielte ebenfalls hier. Weitere Bundesligaspieler waren Dieter Hecking, Dirk Langerbein und Michael Henke.

Bekannt ist der Wasser- und Wintersportclub WSC Lippstadt e. V., der u. a. die ehemalige Kanuslalom-Weltmeisterin Ulrike Deppe hervorgebracht hat.

Weiterhin gibt es den Aero Club Lippstadt e. V., der auf dem Segelfluggelände Büren seit 1976 Segelflug und auch Motorseglerflug betreibt. Der Verein wurde bereits im August 1950 gegründet und flog lange Zeit in Oerlinghausen.

Die seit 2001 bestehende Eisstockschützengilde Lippe hat auf Gut Mentzelsfelde eine Asphaltbahn, auf der ganzjährig gespielt wird.

Der Schachverein LSV/Turm Lippstadt (1996 durch Fusion des Lippstädter SV und des SK Turm Lippstadt entstanden) spielt mit seiner 1. Mannschaft in der dritthöchsten Liga, der NRW-Oberliga.

Ab den 1950er Jahren kam es in Lippstadt zu einem steilen Wirtschaftswachstum, vor allem durch die Entwicklung der Automobilindustrie. Die Westfälische Metallunion war bereits zur Jahrhundertwende 1900 eines der bedeutsamsten Wirtschaftsunternehmen Lippstadts und dominierte später als Zulieferbetrieb für Fahrzeugbeleuchtung und -elektrik die Lippstädter Industrie. Die Beschäftigungszahlen des heute als Hella KGaA Hueck & Co. bekannten Unternehmens stiegen von den etwa 1.000 Beschäftigten zur Zeit der Währungsreform von 1948 auf 11.087 (Stand 31. Mai 1994) in Lippstadt, weltweit auf über 23.000. Heute ist die Firma eines der international führenden Unternehmen im Bereich Fahrzeugelektronik und -beleuchtung sowie beim Autotuning.

Daneben etablierten sich viele mittelständische Betriebe unterschiedlicher Branchen; das Wachstum der Industriegebiete hält bis heute an. Eine herausragende Rolle spielen dabei der metallverarbeitende Betrieb „Rothe Erde“, der sich auf die Herstellung von Großkugellagern für LKW und technische Großanlagen spezialisiert hat sowie die „Feinstrumpfwerke Falke“ mit internationalem Ruf.

Die Industrie- und Gewerbebetriebe Lippstadts konzentrieren sich dabei vor allem auf den Stadtrand und sind in mehreren Industriegebieten angesiedelt. Darunter spielen vor allem die Gebiete „Am Wasserturm“, „Am Mondschein“, „Roßfeld“ und „Lippstadt-Nord“ eine große Rolle.

Die wichtigste Verkehrsanbindung erhält Lippstadt durch die Bundesstraße 55, die die Stadt von Norden nach Süden durchzieht. Im Lippstädter Stadtgebiet ist die Straße vierspurig und teilweise kreuzungsfrei ausgebaut. Neben der regionalen Bedeutung als innerstädtische Umgehungstrasse und als Verbindung zu den Nachbarorten dient diese auch als Autobahnzubringer zur Autobahn 2 im Norden (Dortmund – Berlin) sowie zur Autobahn 44 im Süden (Dortmund – Kassel).

Größere Landesstraßen, u. a. L 822, durchziehen die Stadt außerdem in West-Ost-Richtung. Südlich Lippstadts verläuft durch die Stadt Erwitte die Bundesstraße 1 als Hauptverbindungsstrecke in die Städte Soest und Paderborn.

Bis zum Fahrplanwechsel im Dezember 2007 gab es auch noch einzelne ICE-Verbindungen von Köln oder Düsseldorf nach Leipzig oder Dresden.

Auf den in Nord-Südrichtung verlaufenden Strecken der Westfälischen Landeseisenbahn Warstein–Belecke–Anröchte–Erwitte–Lippstadt und Lippstadt–Wadersloh–Beckum–Neubeckum wurde der Personenverkehr 1975 eingestellt. Sie werden heute als reine Güterverkehrsstrecken genutzt.

Der Nordbahnhof an der Strecke nach Beckum/Neubeckum wurde 1987 komplett (Empfangsgebäude, Güterschuppen, Laderampe, Gleisanlagen) abgerissen; lediglich das 1910 gebaute und jetzt funktionslose Stellwerk und das Streckengleis selbst blieben erhalten. In der Nähe des ehemaligen Nordbahnhofes befindet sich auch die Zentrale der Westfälischen Landeseisenbahn, mit dem dortigen Güterbahnhof und der Zentralwerkstatt.

Die Strecke Rheda–Wiedenbrück–Lippstadt, die sogenannte Rhedaer Bahn, wurde 1979 im Personenverkehr stillgelegt und ist mittlerweile größtenteils abgebaut.

Die Stadt verfügt über ein Stadtbusnetz mit fünf Linien (C1–C5), die vom Bustreff neben dem Bahnhof im 30-Minuten-Takt verkehren. Einige Stadtteile sind allerdings nicht an das Stadtbusnetz angeschlossen und werden über Regiobusse angebunden. Abends und am Wochenende fahren Nachtbusse und Anrufsammeltaxis. Regiobusse verbinden die umliegenden Orte mit Lippstadt. Parallel zur Bahnstrecke von Lippstadt nach Warstein verkehrt stündlich ein Schnellbus, der im wesentlichen dieselben Orte wie die ehemalige Bahnverbindung bedient. Lippstadt gehört der Verkehrsgemeinschaft Ruhr-Lippe an.

Bei Büren-Ahden befindet sich der Flughafen Paderborn/Lippstadt. Es existiert keine direkte Verbindung im öffentlichen Nahverkehr.

In Lippstadt erscheint die regionale Tageszeitung Der Patriot. Weiterhin erscheinen noch zwei kostenlose Wochenzeitungen „Lippstadt am Sonntag“ und „Wochentip“. Die beiden monatlich aufgelegten Magazine „59...Lippstädter Stadtmagazin“ und „Leitplanke“ informieren über Veranstaltungen in der Region Lippstadt.

In kommunaler Trägerschaft befinden sich das Lippe-Berufskolleg, die Thomas-Valentin-Bücherei, die Volkshochschule und die Conrad-Hansen-Musikschule.

Lippstadt hat vier Gymnasien: Das Evangelische Gymnasium, das Gymnasium Schloß Overhagen, das Ostendorf-Gymnasium sowie die Marienschule.

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Flughafen Paderborn/Lippstadt

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Der Flughafen Paderborn/Lippstadt ist ein 1971 vom Kreis Büren zwischen den Städten Paderborn und Lippstadt unweit der Stadt Büren eröffneter Verkehrsflughafen in Nordrhein-Westfalen (Deutschland).

Der Flughafen Paderborn/Lippstadt liegt auf dem Gebiet von Büren (im Bereich der Gemarkung Ahden) rund 15 km südwestlich von Paderborn und etwa 20 km ost-südöstlich von Lippstadt. Unweit südlich des Flughafens verläuft die Bundesautobahn 44 mit der Anschlussstelle Büren, über die der Flughafen zu erreichen ist.

Der Flughafen Paderborn/Lippstadt wurde 1971 vom Kreis Büren in Betrieb genommen. Im Jahr 2006 wurden ca. 1,27 Mio. Fluggäste befördert, etwa 75 % waren Urlauber auf dem Weg zu Flugzielen rund um das Mittelmeer und zu den Kanarischen Inseln.

Der Flughafen Paderborn/Lippstadt hat eine Start- und Landebahn von 2.180 m Länge und 45 m Breite und ist damit für alle Mittelstreckenverkehrsflugzeuge bis zur Boeing 767 und Airbus A310 geeignet. Es landete auch schon einmal eine Boeing 747 und bei großen internationalen Fußballspielen im Ruhrgebiet, Veranstaltungen, in den Schulferien oder bei Ausfällen von benachbarten Flughäfen werden auch schon mal mehrere Boeing 737 bzw. Airbus A320 gleichzeitig abgefertigt. Drei Flugzeuge dieser Größenklasse finden Platz am mit Fluggastfingern ausgerüsteten Terminal, weitere können auf dem Vorfeld und erforderlichenfalls auf für diesen Zweck dann gesperrten Rollwegen abgefertigt werden. Spitzentag in dieser Richtung war bisher der 26. Mai 2004, an dem zwanzig Flugzeuge der Größenklasse Boeing 737 und größer gleichzeitig im Rahmen des in Gelsenkirchen stattfindenden Champions League Finale abgefertigt wurden.

Derzeit können unter bestimmten Wetterumständen viele Verkehrsflugzeuge zu den Kanarischen Inseln sowie nach Ägypten nicht genug Treibstoff mitnehmen, um ihre Ziele non-stop zu erreichen.

Kritiker fürchten durch eine Verlängerung der Startbahn und einer damit einhergehenden Attraktivitätserhöhung für Fluggesellschaften eine deutliche Zunahme von Flugbewegungen und somit eine erhöhte Lärm- und Schadstoffbelastung für die Bevölkerung der umliegenden Dörfer.

Befürworter führen eine erhöhte Wirtschaftlichkeit des Flughafens durch zusätzliche Passagiere ins Feld.

Am 10. Oktober 2006 wurde das neue Flughafen-Hotel eröffnet.

Air Berlin unterhält am Flughafen Paderborn/Lippstadt eine Werft für 2 Flugzeuge der Größenordnung B737-800 oder A320 oder eine B757.

Ebenfalls existieren am Flughafen Paderborn/Lippstadt zwei Flugschulen: Eine davon ist Teil eines Luftsportvereines und bietet hauptsächlich Schulungen zum Privatpiloten an. Die andere Flugschule befindet sich in kommerzieller Trägerschaft und bietet Ausbildungen zum Verkehrsflugzeugführer und im Instrumentenflug auch in Kooperation mit einer Airline an.

Der Flughafen Paderborn/Lippstadt bindet die Region Ostwestfalen-Lippe an den internationalen Luftverkehr an. Als regionaler Schwerpunkt für die allgemeine Luftfahrt ist er Station für den regionalen Linienluftverkehr, den gewerblichen Luftverkehr, insbesondere für den Flugtouristikverkehr und den Werksflugverkehr mit Geschäftsreiseflugzeugen.

Auf Grund der kostenlosen Parkplätze für Langzeitparker ist er auch außerhalb seines direkten Einzugsbereichs beliebt.

Von Teilen der Bevölkerung der umliegenden Dörfer wird die Lärmbelästigung kritisiert. Momentan gibt es kein Nachtflugverbot für den Flughafen Paderborn-Lippstadt. Von Seiten der Flughafengesellschaft gibt es eine freiwillige Selbstbeschränkung, in der Zeit von 0 bis 5 Uhr auf Starts- und Landungen zu verzichten. In Ausnahmefällen kann hiervon jedoch abgewichen werden. Insbesondere die nächtlichen Starts- und Landungen stehen daher im Mittelpunkt der Kritik.

Die Betreibergesellschaft Flughafen Paderborn/Lippstadt GmbH ist ein Beteiligungsunternehmen der Kreise Paderborn (56,38 %), Soest (12,26 %), Höxter (3,29 %), Gütersloh (7,84 %), Lippe (7,84 %) und Hochsauerlandkreis (3,92 %), der Stadt Bielefeld (5,88 %), sowie der Industrie- und Handelskammern Ostwestfalen zu Bielefeld (1,57 %) und Lippe zu Detmold (0,39 %).

Im Gegensatz zu den umliegenden Flughäfen, erwirtschaftet der Flughafen Paderborn/Lippstadt wie der Flughafen Münster/Osnabrück seit Jahren Gewinne. Diese wurden bisher immer für zukünftige Investitionen zurückgelegt.

In der Kontrollzone des Flughafens Paderborn/Lippstadt liegen der Sonderlandeplatz Paderborn-Haxterberg und das Segelfluggelände Büren, über die eine der Einflugschneisen hinwegführt.

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Hörste (Lippstadt)

Hörste ist ein Dorf, das zur Stadt Lippstadt im Kreis Soest in Nordrhein-Westfalen gehört.

Urkundlich erwähnt wurde der Ort erstmals 881, als König Ludwig III. die Bewohner der freien Mark Hörste der Gerichtsbarkeit des Bischofs zu Paderborn unterstellte. Die Kirche St. Martinus wird 1216 in einer Urkunde erstmals erwähnt. Um die Kirche zu unterhalten, wurden Ländereien innerhalb der Pfarrgemeinde der Kirche vermacht. Auf diesen Ländereien sollte hauptsächlich für das Beleuchtungsgut der Kirchen gesorgt werden. Dazu wurde ein sogenannter "Wachszins" erhoben. Mehrmals kam es darüber zu Streitereien, die den Dompropst Gottschalk von Paderborn veranlassten, eine Urkunde zu erstellen, die dafür sorgen sollte, dass die Ländereien dauerhaft der Kirche überschrieben werden. Bereits einige Jahre später gab es erneut Probleme, so dass Domprost Lambert jedem mit dem Kirchenbann drohte, der es weiter wagen würde, gegen die kirchliche Gesetzgebung zu verstoßen.

Im Zuge der kommunalen Neuordnung 1974 wurde der Ort der Stadt Lippstadt zugeschlagen und verlor so nach mehr als tausend Jahren seine Eigenständigkeit.

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Source : Wikipedia