Linnich

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Geschrieben von bishop 22/03/2009 @ 17:07

Tags : linnich, nordrhein-westfalen, deutschland

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Linnich

Wappen der Stadt Linnich

Linnich ist die nördlichste und drittgrößte Stadt im Kreis Düren in Nordrhein-Westfalen. Sie liegt genau in der Mitte zwischen den Städten Mönchengladbach im Nordosten und Aachen im Südwesten, an der Rur.

Linnich und sein Umland sind im Norden der Jülicher Börde gelegen, am Übergang von der Kölner Bucht zum niederrheinischen Tiefland. Der Stadtkern von Linnich liegt im Rurtal links der Rur. Die zugehörigen Ortsteile gruppieren sich herum, wobei Körrenzig und Tetz ebenfalls im Rurtal liegen.

Die heutige Stadt Linnich entstand 1969 im Rahmen der kommunalen Neugliederung aus den ehemals selbständigen Gemeinden: Linnich (Stadt), Boslar, Ederen, Gereonsweiler, Gevenich, Glimbach, Kofferen, Hottorf, Körrenzig, Rurdorf, Tetz und Welz; 1972 kam noch Floßdorf hinzu.

Die erste urkundliche Erwähnung des Ortes datiert auf das Jahr 888 und bezeugt die Schenkung des Königsgutes „Linnica“ von König Lothar II. an das Marienstift Aachen im Jahr 851. Der Name Linnich geht auf seinen vermutlichen Gründer, einen Kelten namens Linus, zurück.

Der Fronhofverband in „linneghe“ gehörte zum Besitz Abtei Prüm. Diese ließ ihre Rechte durch die Vögte von Randerath wahren. Diese erwarben nach und nach mehr Rechte und schließlich 1368 den Fronhof, der zu einem größeren Siedlungsverband herangewachsen war. Im 14. Jahrhundert erhoben sie die Siedlung zur Stadt. 1392 wird die „Stad van Linneyke“ erstmals in einer Kaufurkunde erwähnt. Herzog Wilhelm III. von Jülich hatte das Erbe der letzten Nachfahrin des Randerather Herrschergeschlechts erworben. 1397 wurde die befestigte Stadt vom Herzog von Brabant eingenommen und zerstört.

Das 1776 erneuerte Hubertuskreuz bei Linnich erinnert an die historische Hubertusschlacht von 1444 zwischen den Herzogtümern Geldern und dem Herzogtum Jülich, das sich Dank des Sieges geldrische Territorien einverleiben konnte. 1944 sollte die Stätte Schauplatz einer der blutigsten Panzerschlachten an der Rurfront werden.

Das 16. Jahrhundert brachte der Stadtentwicklung eine wirtschaftliche Blüte. Herzog Wilhelm der Reiche duldete zudem die neue reformierte Lehre in seinem Territorium. Am Ende des Dreißigjährigen Krieges hatte die Stadt unter den durchziehenden Truppen der verschiedenenen Seiten zu leiden. 1679 eroberten die Truppen des französischen Königs Ludwig XIV. Linnich.

Nach der Zerstörung vom 2. Oktober 1794 während der Schlacht im ersten Koalitionskrieg zwischen den französischen Revolutionstruppen und den preußisch/österreichischen Truppen gehörte Linnich zu Frankreich und war von 1798 bis 1814 Hauptort eines Kantons (der die links der Rur liegenden Orte des Jülicher-Landes umfasste) im Département de la Roer.

Nach dieser „Blütezeit“ verlor Linnich unter preußischer Herrschaft zunächst den Status einer Stadt. 1820 begann man die Stadtbefestigung abzureißen. 1846 erhielt der Ort erneut die Stadtrechte und am 15. Dezember 1911 einen Bahnanschluss. In den 1920er Jahren wurde Linnich sogar für einige Jahre zum Bad.

Der Zweite Weltkrieg brachte das Ende für die alte Stadt Linnich, ebenso wie die südlich angrenzenden Herzogstadt Jülich, wurde auch Linnich im Laufe der Kampfhandlungen Ende 1944 - Anfang 1945 zu über 90 Prozent zerstört. Dies war nach den Zerstörungen in den Jahren 1393, 1397 und 1794 die vierte und schrecklichste.

Am 3. Dezember 1944 wurde Linnich nach einer mehrtägigen, blutigen Schlacht von amerikanischen Truppen eingenommen, erst am 23. Februar 1945 erfolgte südlich von Linnich der Übergang über die Rur. Durch die Kriegshandlungen wurde auch die rechts der Rur gelegene ehemalige Burg Breitenbend stark beschädig, so dass sie in den Jahren 1950 und 1973 schrittweise völlig eingeebnet wurde.

In den Jahren 1992 und 2002 wurde Linnich von den Erdbeben in der rheinischen Tiefebene erschüttert. Davon war am meisten die kath. Pfarrkirche St. Martinus betroffen. Der Hang, an dem sie steht, könnte bei einem weiteren Beben abrutschen.

Siehe dazu auch: Erdbebengebiet Kölner Bucht.

Am Beginn des 20. Jahrhunderts wuchs die Bevölkerung des stetig. Die Tabelle zeigt Einwohnerzahlen der Kernstadt vor der kommunalen Neugliederung 1970.

Neben der katholischen und evangelischen Gemeinde existierte in Linnich bis 1938 eine jüdische Gemeinde. Nachdem im Mittelalter Juden in Linnich ansässig gewesen waren, ließen sich in der Neuzeit wiederum Juden in der Stadt nieder. 1861 lebten hier 123 Personen. Es existierte ein jüdischer Friedhof, eine jüdische Schule und eine Synagoge, die 1913 erbaut wurde. Im Novemberpogrom 1938 wurde die Synagoge an der Nordpromenade geschändet und angezündet. Heute erinnert ein Denkmal an die Geschichte des Standorts.

Das Stadtwappen geht auf ein Schöffensiegel von 1392 zurück. Es zeigt im oberen Teil einen ungekrönten Löwen der Herzöge von Jülich und im unteren Teil ein Geschacht aus Rot und Gold in drei Reihen, dies erinnert an die ältere Herrschaft des Hauses Randerath.

Anmerkungen: Die Stadtverordneten der FDP-Fraktion traten 1992 aus der FDP aus und gründeten die Freie Fraktion Linnich (FFL). Sie blieben der Listenverbindung mit der SPD treu. 1999 bis 2004 bildeten Grüne und FDP eine Fraktionsgemeinschaft.

Linnich pflegt seit 1974 eine Partnerschaft mit der nordfranzösischen Stadt Lesquin nahe Lille.

Die Stadt Linnich gehört zur Europaregion Euregio Maas-Rhein.

Linnich verfügte seit 1911 mit dem rechtsrurisch gelegenem Bahnhof Linnich über einen Zugang zur Bahnstrecke Jülich–Dalheim. Auf jener Strecke wurde im Abschnitt Jülich–Baal der Personenverkehr in den 1960er Jahren stark ausgedünnt, erschwerend hinzu kam der anwachsende Individualverkehr. Die in Folge dessen nachlassenden Fahrgastzahlen veranlassten die Bundesbahn dazu, den Personenverkehr zwischen Jülich und Baal zum 29. September 1968 einzustellen. Die DKB/Rurtalbahn entschloss sich 2002, den Streckenabschnitt zwischen Linnich und Jülich (nun als Weiterführung der Bahnstrecke Jülich–Düren–Heimbach) zu reaktivieren. Linnich hatte so seit 34 Jahren erstmals wieder Zugang zum Bahnverkehr (in Richtung Jülich/Düren und Linnich) über den neu errichteten Haltepunkt Linnich SIG Combibloc.

Linnich ist über die nachfolgend aufgeführten Anschlussstellen an das Autobahnnetz angebunden. Alle Anschlussstellen liegen in max. 10 km Fahrtstrecke vom Stadtkern. Durch das Stadtgebiet Linnichs selber führt keine Autobahn, aber die Bundesstraße 57.

Gut ein Viertel der Kernstadt besteht aus dem Areal des Landesamtes für Ausbildung, Fortbildung und Personalangelegenheiten der Polizei NRW - Bildungszentrum Linnich (LAFP - BZ Linnich). Diese Bezeichnung trägt die im Volksmund genannte „Polizeischule“ seit dem 1. Juli 2007. Die vorherige Bezeichnung lautete zwischen 2004 und 2007 „Institut für Aus- und Fortbildung der Polizei NRW - Bildungszentrum Linnich“. Dieses Gelände diente seit dem Einzug der ersten Polizisten am 29. Februar 1952 zuerst der Bereitschaftspolizei Abt. IV Linnich mit ihren Lehrgruppen und Hundertschaften als Unterkunft. Im Jahre 1996 wurden die Hundertschaften der Bereitschaftspolizei den Großbehörden bzw. den Bezirksregierungen angegliedert. Der neue Name der Polizeieinrichtung war dann Polizeiausbildungsinstitut Linnich. Hier wurden junge Männer und Frauen zu Polizeibeamten und Polizeibeamtinnen ausgebildet. Neben der Ausbildung zum mittleren Polizeidienst, deren Ausbildung 2 1/2 Jahre dauerte, wurden in Linnich auch Teile der Ausbildung für den gehobenen Dienst (Polizeikommissaranwärter/innen) durchgeführt.

Nach einem Beschluss des NRW-Innenministers Dr. Ingo Wolf vom 10. Mai 2007 soll die „Polizeischule“ ab dem 1. Januar 2008 in der Planung der zentralen Aus- und Fortbildung der Polizei NRW keine Rolle mehr spielen.

Seit dem 17. September 2007 befindet sich in der ehemaligen Polizeischule die zentrale Fahrzeugzulassungsstelle für die Polizeifahrzeuge des Landes NRW. Dort werden ebenfalls alle Polizeidienstausweise des Landes ausgestellt. Neben Selm und Brühl werden in Linnich die Leasing-Fahrzeuge der Polizei gewechselt.

Heute werden in den Trainingsstätten und Hörsälen diverse Fortbildungen der Polizei NRW durchgeführt. Am 26. Juni 2008 unterzeichneten die Polizeipräsidenten von Aachen und Mönchengladbach und die Landräte aus Düren, Heinsberg und Neuss in Linnich einen Kooperationsvertrag zum Aufbau eines Regionalen Trainingszentrum der Polizei NRW in Linnich.

In der Zeit vom 30. August 2004 bis zum 30. Juni 2006 wurden einige Gebäude von der Fachhochschule für Finanzen NRW genutzt. Zur Zeit dient das Gebäude des ehemaligen Lehrerseminars an der Rurdorfer Straße als Wohnheim für ausländische Studenten der Fachhochschule Aachen, Abteilung Jülich.

Am Ende des 19. Jahrhunderts besaß Linnich ein königliches Lehrerseminar, das ab 1952 von den Hundertschaften der Bereitschaftspolizei genutzt wurde.

Das ehemalige Warnamt im Ortsteil Welz ist heute Sitz der Bundespolizeiinspektion Aachen.

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Gevenich (Linnich)

Postkartenansicht um 1910

Gevenich ist ein Ortsteil der Stadt Linnich im Kreis Düren.

Das Dorf liegt zwischen Glimbach und Kofferen im Norden, Hottorf im Osten und Boslar im Süden.

Gevenich wird 888 erstmals urkundlich erwähnt und war im Mittelalter ein karolingisches und ottonisches Königsgut.

Die Gründung der Gevenicher Barbarabruderschaft geht auf die Pestepidemie im Jahr 1356 zurück, unter der das Dorf auch im 16. Jahrhundert wiederderholt zu leiden hatte.

Gevenich gehörte zur Pfarre Boslar und wurde 1801 zur eigenen Pfarrei erhoben. Die Dorfbewohner hatten Nutzungsrechte am Buchholzbusch, einem Waldstück, das sich bis in das 19. Jahrhundert noch zwischen Kofferen und Lövenich erstreckte. Ab 1822 wurde Gevenich dem Amt Körrenzig zugeordnet.

Am Ende des Zweiten Weltkrieges wurde die Dorfbevölkerung angesichts der Fliegerangriffe und heranrückenden Front im November 1944 evakuiert. Das Dorf erlitt an der Rurfront starke Zerstörungen. Im Februar 1945 rückten amerikanische Truppen ein.

1950 und 1951 wurden Volksschule und Kirche neu aufgebaut.

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Welz (Linnich)

Karte

Welz ist der fünftkleinste Ortsteil der Stadt Linnich im Kreis Düren, zu der er seit der kommunalen Neugliederung im Jahre 1969 gehört.

Die Ortschaft liegt in einem Tal zwischen Linnich und den beiden Ortsteilen Ederen und Rurdorf. Welz wird vom Merzbach, der an zwei Brücken mit Kraftwagen überquert werden kann, durchflossen. Der bewaldete kleine Hang in Richtung Rurdorf wird im Volksmund scherzhaft „Welzer Alpen“ genannt, der Hohlweg über diesen Hang „Grad“.

Bis zur Realisierung des Schengener Abkommens und des Europäischen Binnenmarkts gehörte der Ort zum Zollgrenzbezirk.

Der Ort wurde um 1300 zum ersten Mal in einem Kirchenverzeichnis erwähnt.

Bis 1794 lag Welz mit seinem Nachbarort Rurdorf im Herzogtum Limburg und bildeten somit eine Enklaven im Herzogtum Jülich.

Die Kommende des Deutschen Orden in Siersdorf bei Baesweiler besaß einen Bauernhof in Welz.

Durch die wechselvolle Geschichte Limburgs gehörte Welz im Verlauf seiner Geschichte zum Haus Burgund, den spanischen Niederlanden, den niederländischen Generalstaaten und den österreichischen Niederlanden.

Bedingt durch seine ehemalige Zugehörigkeit zum Herzogtum Limburg lag die Mairie Welz während der französischen Besatzung von 1795 bis 1814 im Kanton Rolduc (Herzogenrath), Arrondissement Maastricht, Département Niedermaas (Meuse-Inférieure). Somit war Welz eine Enklave im Rur-Département.

1815 wurde Welz preußische Bürgermeisterei im Kreis Jülich.

Die Gemeinde Welz wurde 1936 in das neue Amt Linnich-Land eingegliedert, 1946 wurde dann das Amt Linnich gebildet.

1969 wurde Welz im Rahmen der kommunalen Neugliederung in die Stadt Linnich eingemeindet.

Die katholische Kirche ist Sankt Lambertus geweiht. Der Patronatsherr war bis 1794 (?) die Deutschordensballei Alden Biesen. Bis 1818 lag die Pfarrei Welz in der Diözese Lüttich.

Welz ist regional bekannt für die von der Familie Rainer geführte 1828 gegründete Privatbrauerei und Brennerei, welche nach der Schließung der Brauereien in Aachen und Waldfeucht-Haaren als die westlichste Brauerei Deutschlands gilt.

Seit dem 1. Juli 1997 gibt es den „Bürgerbus Linnich e.V.“, der die zum Stadtgebiet gehörenden Ortschaften mit dem Stadtzentrum verbindet. Außerdem fährt die Linie 278 und teilweise die Linie 279 der BVR durch den Ort.

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Heimatmuseum Linnich

Linnicher Wappenstein am Heimatmuseum

Das Heimatmuseum Linnich ist ein vom Verein zur Erhaltung und Pflege heimatlichen Kulturgutes Linnich 1978 (Museumsverein) e.V. gegründetes Museum, das sich mit der Geschichte der Stadt Linnich und ihrer Umgebung beschäftigt. Nach langer Vorbereitungszeit und Exponat-Sammlung wurde es im Oktober 1991 eröffnet. Es befindet sich im Wirtschaftstrakt des Dohms-Hauses, einem früheren Gutshof am Altermarkt. Im Hauptgebäude sind heute auch Teile der Stadtverwaltung, darunter das Bürgerbüro, untergebracht.

Die Sammlung umfasst frühgeschichtliche Funde, sakrale Kunst, zahlreiche Exponate aus den Bereichen Landwirtschaft, Handwerk und auch Zeugnisse der industriellen Entwicklung, wie zum Beispiel Herde des örtlichen Fabrikanten Coenen. Als besonderes Fundstück aus der Zeit der römischen Besiedlung stellt die "die Venus von Linnich" dar. Diese Sandsteinstatuette aus dem 2. Jahrhundert n.Chr. ist im Original zu sehen.

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Source : Wikipedia