Lichtenstein

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Geschrieben von daneel 14/04/2009 @ 00:14

Tags : lichtenstein, baden-württemberg, deutschland

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Lichtenstein (Württemberg)

Wappen der Gemeinde Lichtenstein

Lichtenstein ist eine Gemeinde im südwestdeutschen Bundesland Baden-Württemberg mit annähernd 9.200 Einwohnern. Sie befindet sich am Albtrauf, dem nördlichen Rand der Schwäbischen Alb, etwa zehn Kilometer südlich der Kreisstadt Reutlingen. Sitz der Gemeindeverwaltung ist das Dorf Unterhausen. Lichtenstein ist mit einem kleinen Teil (7,3 %) seiner Gemarkung Teil des Biosphärengebiets Schwäbische Alb.

Der Name der Gemeinde ist abgeleitet von ihrem bekanntesten Wahrzeichen, dem auf einem Felsvorsprung am Albrand gelegenen Schloss Lichtenstein über der westlichen Flanke des oberen Echaztals.

Die Ortsteile Honau und Unterhausen liegen im Tal der Echaz, einem direkt unterhalb des Albtraufs in Honau entspringenden 23 km langen Nebenfluss des Neckars. Dagegen befindet sich der östliche Ortsteil Holzelfingen mit den etwas abgelegeneren Weilern Göllesberg und dem zu Honau gehörenden Traifelberg schon auf der etwa 200 bis 300 m höher gelegenen Hochfläche der Schwäbischen Alb. An den größten Ortsteil Unterhausen sind Holzelfingen und Traifelberg durch die Albaufstiege Holzelfinger Steige und Honauer Steige (Passage der Bundesstraße 312) angebunden. Auch die Honau und Unterhausen zugeordneten touristisch bedeutendsten Ausflugsziele der Gemeinde, das Schloss Lichtenstein und die Nebelhöhle, gelegen im westlichen Teil der Gemarkung Lichtensteins, liegen in von Mischwald geprägten, hügeligen Gebieten der so genannten Kuppenalb auf der Albhochfläche.

An Lichtenstein grenzen eine Stadt und drei Gemeinden, die alle ebenfalls zum Landkreis Reutlingen gehören, an. Im Norden Lichtensteins, größtenteils zum Albvorland gehörend, liegt die Stadt Pfullingen; die weiteren Nachbargemeinden befinden sich alle auf der Hochfläche der Schwäbischen Alb: Im Osten St. Johann, im Süden Engstingen, und im Westen Sonnenbühl.

Die drei früheren Gemeinden Holzelfingen, Honau und Unterhausen bilden die Ortsteile der Gemeinde Lichtenstein. Die beiden Ortsteile Honau und Holzelfingen bilden zugleich Ortschaften im Sinne der baden-württembergischen Gemeindeordnung mit jeweils eigenem Ortschaftsrat und Ortsvorsteher als dessen Vorsitzender.

Zum Ortsteil Holzelfingen gehört das Dorf Holzelfingen. Zum Ortsteil Honau gehören das Dorf Honau, Schloß Lichtenstein und die Häuser Traifelberg am Albtrauf gelegen. Zum Ortsteil Unterhausen gehören das Dorf Unterhausen und der Ort Göllesberg, der Ort Oberhausen ist in Unterhausen aufgegangen und wurde 1975 aufgehoben.

Im Ortsteil Holzelfingen liegen die abgegangene Burg Heideck und das abgegangene Gehöft Traifelberg. Im Ortsteil Honau liegt die Wüstung Feilenschmiede und im Ortsteil Unterhausen liegen die abgegangenen Burgen Burgstein, Greifenstein, Stahleck und nicht gesichert Hochbidegg.

Sowohl in Honau als auch in Holzelfingen wurden archäologisch Nachweise für alemannische Siedlungen erbracht. Des Weiteren weisen Funde von römischen Utensilien auf Honauer Gemarkung darauf hin, dass das Gebiet des heutigen Lichtenstein in der Antike an einer Römerstraße gelegen haben könnte.

Der Name Holzelfingen geht vermutlich auf den alten Vornamen Holzulf zurück. Die erste urkundliche Erwähnung als Holtelvingen war im Jahr 1220. Damals war die Burg Greifenstein (heute Ruine) von den Herren von Greifenstein bewohnt, die im Lauf der Zeit in den Ruf von Raubrittern kamen, von der bäuerlichen Bevölkerung zunehmend gefürchtet und gehasst. Nachdem 1311 das benachbarte Adelsgeschlecht, die Herren von Lichtenstein während des Reichskriegs durch die Truppen Graf Eberhards von Württemberg besiegt worden waren, verkaufte Ritter Schwigger, der letzte bekannte Angehörige der Herren von Greifenstein, 1355 sein Gut mitsamt Holzelfingen an Württemberg.

Während der Frankenherrschaft im frühen Mittelalter gehörten die Orte auf dem heutigen Gemeindegebiet zum Pfullichgau. Später dann zum Klosteroberamt Pfullingen, das 1810 ins Oberamt Reutlingen eingegliedert wurde.

Früher als die Nachbargemeinden fiel Honau an das Haus Württemberg, zuerst unter der Herrschaft der Grafen von Achalm, immer bedrängt durch die Adelshäuser der Umgebung, den Lichtensteinern und den Greifensteinern.

Während des Dreißigjährigen Krieges zwischen 1618 und 1648 wurden alle drei Ortschaften mehrmals von der Soldateska der durchziehenden Landsknechts-Truppen heimgesucht und geplündert.

Die heutige Gemeinde Lichtenstein wurde nach dem das obere Echaztal überragenden Schloss Lichtenstein benannt, das in den frühen 1840er Jahren gemäß den damaligen Vorstellungen einer mittelalterlichen Burg im Auftrag des Grafen Wilhelm von Württemberg (späterer Herzog von Urach) erbaut worden war. Die Anregung für diesen Romantik-Bau lieferte der historische Roman Lichtenstein von Wilhelm Hauff, der seinerseits die ehemalige Burg Lichtenstein zum Vorbild hatte, die zwischen 1150 und 1200 durch das im Spätmittelalter ausgestorbene Adelsgeschlecht der Lichtensteiner erbaut worden war; - eine Burg, die bereits Ende des 14. Jahrhunderts während des schwäbischen Städtekriegs durch die Truppen der freien Reichsstadt Reutlingen zerstört wurde und danach zerfiel. Reste der Ruine befinden sich heute nur wenige hundert Meter südöstlich vom Standort des gegenwärtigen Schlosses entfernt.

1930 wurde Oberhausen nach Unterhausen eingemeindet. Am 1. Januar 1975 wurden die Gemeinden Holzelfingen und Honau nach Unterhausen eingemeindet, die Gemeinde wurde in Lichtenstein umbenannt.

Die Ortschaftsräte der Ortschaften Holzelfingen und Honau bestehen aus jeweils neun Mitgliedern.

Der Bürgermeister wird für eine Amtszeit von acht Jahren gewählt. Die derzeitige Amtszeit von Helmut Knorr endet am 2. Januar 2011.

Wirtschaftlich ist die Gemeinde geprägt von mittelständischen Klein- und Handwerksbetrieben. Insbesondere auf der Albhochfläche ist auch noch eine relevante land- und forstwirtschaftliche Nutzung eines Teils des Gemeindegebiets von wirtschaftlich-struktureller Bedeutung. Auf dem an der nördlichen Ortsgrenze Lichtensteins gelegenen Gelände der 1993 stillgelegten Baumwollspinnerei Unterhausen (BSU), dem über 140 Jahre mit bis zu 380 Beschäftigten größten Industriebetrieb der Gemeinde, befindet sich heute ein Gewerbepark mit Niederlassungen unterschiedlicher Kleinfirmen. Ansonsten gehört Lichtenstein infrastrukturell vor allem zum Einzugsbereich des Großraums Stuttgart, insbesondere Reutlingens.

Im Ortsteil Honau, der wegen der Nähe des Schlosses Lichtenstein einen überregionalen touristischen Attraktionswert hat, befindet sich nur wenige hundert Meter von der Echazquelle entfernt eine regional relativ bekannte Forellenzucht, die mehrere Restaurants vor Ort bedient, wo die Forelle in verschiedenen Zubereitungsarten als kulinarische Spezialität gilt.

Durch die Gemeinde führt die B 312 entlang des Echaztales durch die Ortsteile Unterhausen und Honau auf die Albhochfläche (Honauer Steige). Die Landesstraße L 387 zweigt in Unterhausen von dieser ab und erschließt den Ortsteil Holzelfingen (Holzelfinger Steige). Die L230 verbindet die Gemeinden Lichtenstein und Sonnenbühl.

Der Öffentliche Nahverkehr wird durch den Verkehrsverbund Neckar-Alb-Donau (NALDO) gewährleistet. Die Gemeinde befindet sich in der Wabe 223.

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Lichtenstein (Radar)

Ju 88 mit FuG 202 "Lichtenstein" Radarantenne

Das „Lichtenstein"-Gerät, eine Entwicklung von Telefunken, war eines der ersten Bordradargeräte, welches der deutschen Luftwaffe im Zweiten Weltkrieg zur Verfügung stand.

Erste Erprobungen fanden Mitte 1941 statt. Im Jahre 1942 wurde die erste Version FuG 202 (Funk-Gerät) Lichtenstein B/C eingesetzt. Sie arbeitete auf einer Wellenlänge von 75 cm (490 MHz im unteren UHF-Band) und erforderte relativ große Antennen, die schnell den Spitznamen Matratze aufkommen ließen.

Im Jahre 1943 wurde eine verbesserte Version als FuG 212 Lichtenstein C-1 mit einem größeren und breiteren Erfassungsbereich ausgeliefert. Aber zu diesem Zeitpunkt waren die Briten schon zu Experten im Stören von Radargeräten geworden. Ein mit einem FuG 202 B/C ausgerüsteter Nachtjäger Junkers Ju 88 war im April 1943 in England gelandet und damit sahen die Engländer zum ersten Mal ein funktionierendes Exemplar des ersten deutschen Flugzeug-Bordradars. Die sich daraus ergebende Anpassung der Aluminiumstreifen zur Radarstörung, die in Deutschland als Düppel, in England als Window bekannt sind, hat das Radarsystem für einige entscheidende Wochen weitgehend nutzlos gemacht.

Spät im Jahre 1943 hat die Luftwaffe begonnen, das stark verbesserte Gerät FuG 220 Lichtenstein SN-2 zu verwenden, das auf der niedrigeren Frequenz von 90 MHz am unteren Ende des VHF-Rundfunkbands betrieben wurde. Das Gerät war weit unempfindlicher gegen elektronische Störmaßnahmen, aber die Antennenanlage musste wellenlängenbedingt drastisch vergrößert werden, was die Höchstgeschwindigkeit der Nachtjäger um mehr als 50 km/h reduzierte. Diese Antennenanlage wurde unter dem Spitznamen Hirschgeweih bekannt. Die ersten SN-2 Geräte hatten einen großen Minimalabstand von 500 m zum Ziel, der eine zusätzliche kleinere Antenne an der Flugzeugnase und ein zweites Lichtenstein B/C oder C-1 für den unteren Abstandsbereich erforderlich machte. Im Frühjahr 1944 konnte durch Verbesserungen am SN-2 auch der untere Abstandsbereich abgedeckt werden. Am 13. Juli 1944 fiel diese verbesserte Version den Alliierten in die Hände, als eine voll ausgerüstete Ju 88 G-1 in der falschen Richtung auf ein Landefeuer zuflog und irrtümlich auf der Woodbridge-Basis der RAF in England gelandet war. Die Besatzung hat den Fehler zuerst nicht bemerkt und dann war es für eine Zerstörung des Radargerätes oder des deutschen IFF-Gerätes zu spät. Ebenfalls an Bord dieser Ju 88 war das den Alliierten bisher unbekannte FuG 227 Flensburg zur Anpeilung von Emissionen des in britischen Bombern installierten Monica-Radarwarngerätes. Dieser Fehler der Besatzung führte zur umgehenden Abschaltung aller Monica-Radarwarnanlagen und der Blockierung einiger Frequenzbereiche des SN-2. Deutsche Nachtjäger erhielten darauf eine neue Version der Hirschgeweih-Antenne mit um 45 Grad geneigten Dipolen für besseren Empfang der nicht blockierten Frequenzen.

Gegen Ende des Jahres 1944 wurde die Morgenstern-Antenne entwickelt, die endlich klein genug war, um in der Flugzeugnase der Ju 88 unter einer Holzabdeckung untergebracht werden zu können. Das SN-2 wurde weiterentwickelt zum FuG 228 Lichtenstein SN-3, das aber nicht mehr in großem Umfang eingesetzt wurde. Die Entwicklung von Störmaßnahmen durch die Alliierten gegen das SN-2 dauerte länger, aber ab Ende 1944/Anfang 1945 waren sie erfolgreich durchführbar.

Ein System mit 9 cm Wellenlänge war das FuG 240 Berlin, das auf der Technologie eines erbeuteten alliierten Hohlraum-Magnetrons basierte. Dieses System wurde in einigen Ju 88 G-6 erprobt und kam vermutlich nicht mehr zum Einsatz.

Die de Havilland Mosquitos waren in der Verwendung als Nachtjäger oder Nachtbomber mit einem Gerät namens Serrate ausgerüstet, dass ihnen die Verfolgung der deutschen Nachtjäger auf Grund der Funkabstrahlung der Lichtenstein B/C, C-1 und SN-2 Geräte erlaubte. Ein System namens Perfectos zur Verfolgung der deutschen IFF-Abfragen war ebenfalls an Bord der Mosquitos.

Deutsche Quellen weichen teilweise von diesen Werten ab.

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Burg Lichtenstein (Bayern)

Burg Lichtenstein (Bayern)

Die Burg Lichtenstein (Gemeinde Pfarrweisach) ist eine hoch- bis nachmittelalterliche Burganlage etwa sechs Kilometer nördlich von Ebern im unterfränkischen Landkreis Haßberge in Bayern.

Von den ehemals vier Teilburgen der großen Ganerbenburg wird heute noch ein Ansitz (Südburg) bewohnt. Die Nordburg ist nur als Ruine erhalten. An Stelle des verschwunden dritten Ansitzes wurde in der Barockzeit die evangelische Kirche „Zum Ewigen Licht“ errichtet. Im Südwestteil der Gesamtanlage liegen die Ruinen eines vierten Ganerbensitzes.

Die Burg liegt am Rande des gleichnamigen Dorfes auf einem langgestreckten Höhenzug der Haßberge etwa 100 Meter über dem Tal der Weisach und dem ehemals leicht befestigten zugehörigen Turmhof Dürrnhof.

Etwa 500 Meter von der heutigen Burg entfernt liegt ein eindrucksvoller Felsburgstall, der Teufelsstein, im Wald. Möglicherweise ist hier der Stammsitz der Herren vom Stein zu lokalisieren. Dieses würzburgische Dienstmannengeschlecht war wohl ursprünglich edelfreier Herkunft und scheint sich um 1200 in zwei Linien aufgespalten zu haben, die Stein von Lichtenstein und die Stein von Altenstein (Burg Altenstein). Der Teufelsstein kann natürlich auch der Sitz eines der Untervasallen der von Stein gewesen sein, die Burgstelle wurde jedenfalls bereits im Hochmittelalter verlassen.

1232 wurde die Burg Lichtenstein zusammen mit der Nachbarburg Altenstein erstmals urkundlich erwähnt.

Obwohl die Nebenlinien der Lichtensteiner meist als Gefolgsleute und Amtmänner des Hochstiftes Würzburg erscheinen, musste sich Tayno von Lichtenstein 1257 mitsamt der Stammburg dem konkurrierenden Hochstift Bamberg unterwerfen. Bischof Adalbert zahlte dafür 100 Pfund Heller an den Burgherren und versprach ihm weitere 100 Pfund, wenn er ihm die Burg offenhalten würde. Das Bistum benötigte die Veste als Stützpunkt in der Auseinandersetzung um das Erbe Ottos von Andechs-Meranien und in einem schwelenden Konflikt mit Friedrich von Nürnberg und den Herren von Truhedingen. Zudem sollte Tayno seinen erbberechtigten Sohn mit der Tochter eines Dienstmannengeschlechtes des Stifts verheiraten. Die Nachkommen des Paares wurden so zwangsläufig zu Bamberger Dienstleuten. Das Hochstift Würzburg konnte die Burg jedoch rasch wieder zurückgewinnen.

Im 14. Jahrhundert konnten die Lichtensteiner ihren Besitz durch einige Lehen des Bistums Würzburg erweitern.

In den folgenden Jahrhunderten entwickelte sich der Lichtenstein zu einer typischen Ganerbenburg, d. h. verschiedene Familienzweige und auch andere Familien besaßen Anteile und Wohnstätten auf der großen Burg. Diese Entwicklung resultierte offenbar nicht nur aus Erbteilungen und Finanznöten der Herren von Lichtenstein. Das Hochstift wollte einen erneuten Besitzübergang der Burg an Bamberg verhindern, indem es zielgerichtet Mitglieder seiner Stiftsritterschaft mit Anteilen an der Herrschaft belehnte.

Der Bamberger Einfluß in diesem Gebiet wurde vom Bistum Würzburg oft auch mit Gewalt unterdrückt. So belagerte Bischof Wolfram Wolfkeel von Grumbach 1323 die etwa sechs Kilometer südlich am Hang des gleichen Höhenzuges gelegene bambergische Felsenburg Rotenhan unter dem Vorwand der Felonie und Falschmünzerei. Nach der Eroberung der Burg mussten sich die Herren von Rotenhan dem Hochstift Würzburg unterwerfen.

Auch die edelfreien Herren ber nördlichen Nachbarburg Altenstein mussten bereits im 13. Jahrhundert ihre Unabhängigkeit aufgeben. Der in der Burgsage überlieferte gewaltsame Übergang an das Hochstift lässt sich hier allerdings in den Schriftquellen nicht nachweisen.

Die Befestigungen wurden - ebenso wie die der anderen würzburgischen und bambergischen Burgen der Hassberge - in der Hussitenzeit (um 1420/30) ausgebaut und für den Einsatz von Feuerwaffen eingerichtet. Aus dieser Zeit stammt etwa der von der älteren Forschung ins Hochmittelalter datierte Hakenbüchsenturm der Nordburg.

Im Bauernkrieg 1525 wurde der nördliche Burgteil schwer beschädigt und verkam in der Folge zur Ruine. Die Südburg blieb weitgehend intakt und wurde in der Renaissance zum heutigen Umfang erweitert.

Im 16. Jahrhundert gelang es der Familie von Lichtenstein, die gesamte Burganlage in die Hand zu bekommen. 1699 erlosch mit Wilhelm Ulrich von Lichtenstein die Hauptlinie der Familie auf der Stammburg.

1845 starb der letzte Spross einer Nebenlinie dieses alten Geschlechtes, die Burg gelangte schließlich über die Grafen von Rottenhan an deren freiherrliche Verwandtschaft. Die Freiherren von Rotenhan besitzen und bewohnen die erhaltene Südburg bis zum heutigen Tag, die Ruine der Nordburg überließ man der Obhut des Landkreises Haßberge.

Die Burganlage präsentiert sich heute als Doppelburg, die gut erhaltene Südburg wird noch bewohnt, die Ruine der Nordburg kann gegen Eintritt besichtigt werden. An Stelle des ehemals vorhandenen dritten Ganerbensitzes erhebt sich seit der Barockzeit die Dorfkirche, ein vierter Ansitz liegt am Südwesteck der Ringmauer (Umfassungsmauern teilweise erhalten).

Die Südburg ist seit einem Besitzwechsel nur noch von außen zu besichtigen. Von der Kirche aus kann man den großen Wohnturm mit der vorgelagerten Ringmauer sehen, der interessante Torbau auf der Ostseite ist nur von der Vorburg aus einsehbar. Der Innenhof mit seinem interessanten originalen Wehrgang ist nur im Rahmen einer Gruppenführung öffentlich zugänglich. Der Wehrgang soll dem bekannten Burgenforscher Bodo Ebhardt als Vorbild für die Restaurierung der Hohkönigsburg im Elsass gedient haben.

Die ruinöse Nordburg ist an den Wochenenden oder nach Voranmeldung geöffnet. Hier sind vor allem der, auf einem Felsklotz erbaute, romanische Bergfried und der hussitenzeitliche, fälschlich „Pfeilschartenturm“ genannte Buckelquaderturm als frühes Beispiel einer Artilleriebefestigung (Hakenbüchsen) von Interesse.

Die früher frei zugängliche Nordburg wurde vor allem wegen des regen Esoteriktourismus eingezäunt, der bereits beträchtlichen Schaden an der Bausubstanz angerichtet hatte. Der Lichtenstein gilt – ebenso wie einige andere Burgruinen und Felsformationen in den Haßbergen – in diesen Kreisen als prähistorischer Weltkulturplatz, vergleichbar etwa den Externsteinen oder Stonehenge. Für eine vormittelalterliche Verwendung der Anlagen als Kult- oder Opferplätze konnten jedoch bislang keinerlei wissenschaftliche Beweise erbracht werden. Interessanterweise ist die einzige Anlage, bei der eine solche (regionale) kultische Funktion wahrscheinlich ist, der von der Esoterik am wenigsten beachtete Veitenstein.

Die Nordburg wurde in den letzten Jahren durch das Büro für Burgenforschung des Mittelalterarchäologen Joachim Zeune erforscht und behutsam saniert. Der Rundweg durch die Ruine ist mit mehreren informativen Schautafeln ausgestattet, die zahlreiche Informationen und Erläuterungen zu Baugeschichte und -details enthalten.

Die Burgruine ist – ebenso wie die Südburg und der Burgstall – eine Station des Burgenkundlichen Lehrpfades des Landkreises Haßberge.

Unterhalb der Burg liegt ein interessantes Felsenlabyrinth mit einigen Höhlen und Grotten. Das Areal wurde bereits im 19. Jahrhundert zum romantischen Landschaftspark umgestaltet.

Die Nordburg ist der älteste Teil der Gesamtanlage. Sie entstand ab 1200 auf einer bisher unbesiedelten Felsformation über dem Tal.

Die drei Burgfelsen wurden durch einen bis zu fünf Meter tiefen Halsgraben vom Hinterland abgeschnitten. Teilweise musste dieser Graben komplett aus dem Fels geschlagen werden. Das so entstandene, ungefähr 45 × 35 Meter umfassende Areal sicherte man durch eine hohe Ringmauer aus dem anstehenden Rhätsandsteinmaterial. Die Angriffsseite sicherte ein schlanker Bergfried auf dem Südfelsen. Auffallend ist das sehr sorgfältig ausgeführte Mauerwerk aus regelmäßigen Buckel- und Glattquadern ohne Zangenlöcher. Die Kantenlängen des quadratischen Bauwerkes betragen nur etwa 5,20 m. Der Turm ist also einer der kleinsten deutschen Bergfriede. Ursprünglich war er wesentlich höher. Um 1960 wurde die Ostwand aus Sicherheitsgründen um sieben Steinlagen reduziert. Der obligatorische Hocheingang scheint auf der Nordseite gelegen zu haben. Bei einer Mauerstärke von etwa 1,7 Metern verblieb im Inneren nur ein enger, schachtartiger Raum von ungefähr drei m2 Grundfläche.

Der Palas wurde über dem Nordwesteck angelegt. Im Südteil des Gebäudes war die Burgkapelle untergebracht, die so das Haupttor symbolisch schützen konnte. Der romanische Apsiserker der Kapelle ist erst um 1900 abgegangen.

Der ursprüngliche Zugang zur Hauptburg erfolgte von Süden, hier war ursprünglich eine Vorburg vorgelagert. Der enge, abgewinkelte Torgang war nur von kleinen Handkarren befahrbar. Im Osten lag ein Steinhaus, vielleicht eine Kemenate. Der winzige Burghof war nur grob gepflastert (Sandstein, Sand, Lehm) und durch Rampen zugänglich.

Ab etwa 1345 wurde der Lichtenstein zur großen Ganerbenburg umgebaut. An Stelle der Vorburg entstand die Südburg mit drei Kemenaten. Schwieriger war die Umgestaltung der alten Nordburg. Der Palas wurde durch kurze Schenkelmauern von der übrigen Burg abgetrennt und erhielt eine eigene Zisternenanlage. Ein weiterer Ganerbensitz lag im Osten, der dritte im Südwesteck. Eine sechsteilige Kleinfenstergruppe in der Mauer deutet hier auf eine hölzerne Wohnstube im Obergeschoss hin.

Zur zentralen Wasserversorgung legte man einen neuen Brunnen an. Der Brunnenschacht unter der ehemaligen Kapelle ist etwa 23 m tief und lieferte noch bis 1962 das Wasser für sieben Anwesen um die Burg.

Wohl aus Bequemlichkeitsgründen wurde 1417 ein neues Haupttor im Süden angelegt. Hierzu musste die Kemenate mit der Blockstube etwas verkürzt werden. Die Kleinfenster der Stube wurden vermauert, die Mauerrückwand verstärkt. Das neue Tor schützte ein niedriger Vorbau, der Halsgraben wurde jedoch um die Hälfte aufgeschüttet.

Auch die Nordseite erhielt ein eigenes Tor. Vorher war man gezwungen, die einsturzgefährdete Wand auf der Außenseite anzuschütten, so dass sie seitdem zu einem Drittel im Boden steckt.

Auch am Nordwesteck hatte man wegen der rutschenden Felsformationen mit statischen Problemen zu kämpfen. Der Palas war bereits teilweise eingestürzt. Die Erneuerung belief sich auf 600 Gulden. Man musste hierzu den Felsstock teilweise abtragen und terrassieren.

Die Einfälle der Hussiten veranlassten die Hochstifte Bamberg und Würzburg um 1430, die Wehranlagen ihrer Burgen und Stadtbefestigungen in den Haßbergen zu verstärken. Apel von Lichtenstein ließ deshalb am gefährdeten Südosteck der Burg einen modernen Hakenbüchsenturm aufführen. Der dreigeschossige Schalenturm wirkt durch seine Buckelquader sehr repräsentativ. Die ältere Forschung datierte ihn deshalb ins Hochmittelalter. Die drei Meter hohen Schlitzscharten wurden als Bogenscharten interpretiert. Die Aussparungen der Prellhölzer in den Schartenlaibungen verweisen jedoch eindeutig auf die Funktion als leichter Artillerieturm. Hölzerne Zwischendecken ermöglichten es zwei Schützen, gleichzeitig aus einer Scharte zu schießen. Der gegen die Hussiten, aber sicher auch gegen das Nachbarhochstift Bamberg gerichtete Schalenturm ist als frühes Beispiel einer Artilleriebefestigung von besonderem Interesse für die Burgenforschung. Die Baumeister verwerteten hier modernste, von den Hussiten in Böhmen entwickelte Innovationen des Befestigungswesens.

Während der Bauernkriege und im 2. Markgrafenkrieg kam es zu größeren Beschädigungen. Die Familie von Lichtenstein gab die stärker betroffene Nordburg teilweise auf und baute dafür die Südburg aus. Dennoch entstanden noch ein Wehrgang auf der Nordwand und ein Zwinger. Auch der Gewölbebau im Nordwesten datiert in diese Zeit. Auffällig ist die schlechte Ausführung des Mauerwerkes dieser Bauteile.

1691 kam die Gesamtanlage an die Linie der Lichtenstein zu Lahm. Nach 1710 entstand die evangelische Kirche zwischen den Burghälften.

Während des 18. und 19. Jahrhunderts brach man zahlreiche Burgteile ab. Anderes fiel den Felsrutschen zum Opfer. Die wildromantische Kulisse der Ruine zog im 19. Jahrhundert zahlreiche Künstler an. Zeichnungen und Gemälde entstanden und wurden teilweise in Stahl gestochen. Unterhalb der Burg wurde das romantische Felslabyrinth angelegt. Auch das Burginnere veränderte man im romantischen Sinne. Ein grotesker Maskaron aus dieser Zeit wird heute von zahlreichen Esoterikern als prähistorischer „Wächterkopf“ verehrt. Die Darstellung ist jedoch aus einer Fundamentbank herausgearbeitet, kann also erst nach dem Einsturz der darauf sitzenden Mauer entstanden sein. Auch die berühmte „Christenmarter“ ist nichts anderes als ein typischer fränkischer Lagerkeller, dessen gut erhaltene Hiebspuren auf seinen Ausbau im 19. Jahrhundert hinweisen.

Im Jahr 1920 bedingten statische Schäden die Neuaufmauerung der Westwand des Bergfrieds. Die ersetzen Mauerpartien sind deutlich vom Originalbestand unterscheidbar. Einige Risse mussten mit Eisenklammern gesichert werden.

Um 1960 trug man die obersten Steinlagen der Ostwand aus Sicherheitsgründen ab. Bis 1988 wurden einige Bauteile neu verfugt und teilweise fehlerhaft saniert (Südtorbau).

In den sechziger Jahren erregten die Felsburgen und bearbeiteten Sandsteinformationen der Haßberge die Aufmerksamkeit einiger esoterisch veranlagter Laienforscher. Man interpretierte diese Objekte zu vor- und frühgeschichtlichen Kult- und Heilplätzen von teilweise globaler Bedeutung um. Um 1980 setzte gar ein regelrechter Esoterik-Tourismus aus dem In- und Ausland ein. Einige - nachweislich erst nach dem Zweiten Weltkrieg eingeschlagene - Zeichen und „Runen“ sollen einen keltischen Kult und Heilplatz auf dem Lichtenstein belegen. Nach der Sanierung und intensiven burgenkundlichen Erforschung der Burgruine sind die esoterischen Aktivitäten zwar deutlich zurückgegangen, doch trifft man im Umfeld immer noch nahezu täglich auf einige „Gläubige“ und Hilfesuchende. 2005 ist nochmals eine entsprechende Publikation im Eigenverlag erschienen.

Die intensive „Nutzung“ durch diesen Personenkreis verursachte zahlreiche Schäden an der Bausubstanz. Auch die Flora und Fauna um die „Kultobjekte“ wurde stark beeinträchtigt. Der Landkreis begann deshalb ab 1994 mit der systematischen Erforschung, Sanierung und Erschließung der Nordburg. Die unter fachlicher Leitung des Mittelalterarchäologen Joachim Zeune durchgeführten Arbeiten erbrachten keine Nachweise einer vormittelalterlichen Besiedlung oder Nutzung des Burgplatzes. Die ältesten der zahlreichen Fundstücke datieren um 1200. Von besonderem Interesse ist ein „Turnierkrönlein“, dessen Nachbildung in einer Vitrine im Burghof ausgestellt ist. Offenbar wurden im Mittelalter vor der Burg Waffenübungen abgehalten.

Die Burgruine gilt in Fachkreisen heute als eine der am besten erforschten und didaktisch durch etwa 20 Informationstafeln erschlossenen mittelalterlichen Burganlagen Deutschlands. Die behutsame Sanierung wurde zum Vorbild zahlreicher ähnlicher Maßnahmen.

Die Südburg Lichtenstein ist die einzige noch bewohnte mittelalterliche Burganlage im Eberner Land. Am Rand der Haßberge bietet nur noch die Burg Brennhausen ein ähnlich gut erhaltenes Beispiel gotischer Profanarchitektur.

Kern der heutigen Anlage ist der mächtige Wohnturm, der wegen seiner Mauerstärke von ca. zwei Metern (Erdgeschoss) im Inventarband als „Bergfried“ bezeichnet wird. Die vier Geschosse werden durch ein späteres abgewalmtes Satteldach mit Fachwerkgiebeln abgeschlossen.

Das unregelmäßige Bruchsteinmauerwerk wird von mehreren Fensteröffnungen durchbrochen. Die Kanten werden durch große, regelmäßige Sandsteinquader akzentuiert. In der Westseite des dritten Obergeschosses sitzt ein gekuppeltes Fenster mit zwei schmalen Spitzbogen. Die wohl noch aus der Mitte des 14. Jahrhunderts stammende Fensteröffnung wurde später durch ein rechteckiges Gewände verkleinert.

Der ursprüngliche Eingang liegt im erstem Geschoss der Ostseite und wurde später durch Treppen vom Hof aus zugänglich gemacht. Im 16. Jahrhundert zog man im Erdgeschoss ein Tonnengewölbe ein. Die Obergeschosse werden durch Balkendecken auf Unterzügen mit Ständern getrennt.

An der Ostwand haben sich einige Aborterker erhalten. Der Wohnturm erhebt sich hier direkt über dem ehemaligen Graben, der heute allerdings weitgehend aufgeschüttet ist. Nach Osten und Westen schließt sich die Ringmauer an, deren weitgehend original erhaltener Wehrgang bereits das Interesse Bodo Ebhardts erregte.

Nach Südwesten schließen sich winkelförmig die Wohnbauten an. Der große Südwestbau mit seinem Rundturm entstand im 16. Jahrhundert. Der schmale östliche Verbindungsbau geht auf das 15. Jahrhundert zurück. Auch hier öffnet sich ein großer Aborterker auf vier Kragsteinen in den Graben, dem noch ein schmaler Zwinger vorgelegt ist. Der malerische Fachwerkaufsatz auf dem kleinen Osttürmchen wurde erst im 19. Jahrhundert aufgesetzt. Auch die Fachwerkfassaden zur Hofseite zeigen Formen aus dieser Zeit.

Von besonderem burgenkundlichen Interesse ist der ungewöhnliche, verwinkelte Torbau der Südseite. Der Ankommende musste vier Tore durchschreiten, um in die Burg zu gelangen. Die Anlage stammt aus dem 15. Jahrhundert und ist von der Vorburg aus einsehbar.

Die geräumige Vorburg selbst betritt man durch einen Torbau des frühen 18. Jahrhunderts. Über dem Rundbogenportal ist ein Wappenstein mit der Jahreszahl 1709 eingelassen.

Eine weitläufige Ringmauer verbindet die Südburg mit dem Inneren Tor der Ruine. Im Südwesteck liegen die Reste eines weiteren Ganerbensitzes. Diese Burgteile sind nur vom Rundweg durch das Felsenlabyrinth einsehbar.

Im Hof der Nordburg ragen zwei große Sandsteinfelsen auf, die durch einen schmalen Spalt getrennt werden. Der Überlieferung nach sollen die Herren von Lichtenstein ihr Stammwappen nach dem Vorbild dieser Felsformation gestaltet haben. Auf rotem Grund zeigt dieses Wappen zwei Dreiecke (Steine) mit gezackten Kanten, die sich nicht berühren. Auch der Burgnahme sei von diesem Zwischenraum abgeleitet, durch den das Licht durch die Steine fällt.

Die Legende berichtet weiter, das Geschlecht der Burgherren wäre erst vom Aussterben bedroht, nachdem die Felsen sich berühren würden. Tatsächlich ist der Spalt bis in die Gegenwart vorhanden, die Familie von Lichtenstein aber bereits 1845 erloschen.

Auf dem „Tränenfelsen“ unter dem Nordtor soll nach der Reformation ein evangelisches Fräulein von Lichtenstein gesessen haben, das heiße Tränen um einen katholischen Jüngling weinte, den es wegen des Konfessionsunterschiedes nicht heiraten durfte. Der Geliebte wohnte nur wenige Kilometer entfernt auf der würzburgischen Amtsburg Rauheneck bei Vorbach. Nachdem das Paar endlich doch noch zueinander gefunden hatte, verstarb der Bräutigam kurz nach der Hochzeit. Der Felsen „weint“ bis heute um den Rauhenecker Junker. Auch an heißen Tagen tritt hier Schichtenwasser aus und tropft zu Boden.

Im „Schneidersloch“ unter dem ehemaligen Palas der Nordburg hauste einst angeblich ein böser Schneider, der Reisende und Burgbewohner ausgeplündert und ermordet haben soll. Nach der Gefangennahme des Bösewichtes folterte man den Übeltäter mit glühenden Nadeln und Scheren zu Tode. Die kleine Höhle wurde allerdings erst im 19. Jahrhundert zum Lagerkeller erweitert. Bis zur Sanierung der Ruine war das „Schneidersloch“ eines der Hauptziele der esoterischen Aktivitäten um den Lichtenstein.

Diese Sagen sind bereits in Ludwig Bechsteins „Sagenschatz des Frankenlandes“ (1842) bzw. dem „Deutschen Sagenbuch“ aus dem Jahr 1853 dokumentiert. Zusätzlich berichtet der Autor dort auch von der Geschichte der Herren von Lichtenstein, der „Christenmarter“ und der Dorfkirche.

Eine ausführliche Version der Sage vom „Schneidersloch“ findet sich im 1849 in Nürnberg erschienenen Werk „Das Schneidersloch…- Fünfzehn Sagen aus dem Bayernlande.“ von George Winter.

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Leon Lichtenstein

Leon Lichtenstein (* 16. Mai 1878 in Warschau; † 21. August 1933 in Zakopane) war ein polnisch-deutscher Mathematiker, der sich mit Variationsrechnung, gewöhnlichen und partiellen Differentialgleichungen, konforme Abbildungen und Potentialtheorie beschäftigte.

Lichtenstein besuchte in Warschau die Realschule und kam 1894 nach Berlin, wo er an der Technischen Hochschule in Berlin-Charlottenburg Elektrotechnik und Maschinenbau (Diplom 1901) studierte und gleichzeitig an der Universität Berlin Mathematik-Vorlesungen bei Hermann Amandus Schwarz, Ferdinand Georg Frobenius, Edmund Landau, Friedrich Schottky hörte. Noch während er bei Siemens und Halske als Elektroingenieur arbeitete, holte er 1907 sein Abiturzeugnis nach. 1908 promovierte er zum Dr.Ing. in Elektrotechnik an der Technischen Hochschule in Charlottenburg („Zur Theorie der elektrischen Kabel“, Elektrotechnische Zeitschrift 1908). 1909 promovierte er außerdem bei Schwarz an der Universität Berlin in Mathematik über sukzessive Approximation von Differentialgleichungen („Zur Theorie der gewöhnlichen Differentialgleichungen zweiter Ordnung - die Lösungen als Funktionen der Randwerte und der Parameter“). 1910 habilitierte er sich. Während des Ersten Weltkriegs arbeitete als Prüfingenieur bei Siemens (Prüfung von Stromkabeln u.a.) und stellte statische und aerodynamische Berechnungen für die Fliegertruppe an.

1919 wurde er ordentlicher Honorarprofessor an der Technischen Hochschule in Berlin-Charlottenburg und 1920 ordentlicher Professor an der Westfälischen Wilhelms-Universität in Münster. Von 1922 bis 1933 war er Professor an der Universität Leipzig.

Schon herz- und nierenkrank starb er an den Folgen der Aufregung, die seine drohende Amtsenthebung durch die Nationalsozialisten (er war Jude) ihm 1933 verursachte. In den 1920er Jahren veröffentlichte er auch eine Reihe von Untersuchungen über Gleichgewichtsfiguren rotierender Flüssigkeiten mit Anwendungen auf astronomische Probleme und über Existenzprobleme der Differentialgleichungen der Hydrodynamik. In seiner Zeit bei Siemens veröffentlichte er auch eine Reihe elektrotechnischer Arbeiten.

Lichtenstein war 1918 einer der Gründer der „Mathematischen Zeitschrift“ und 1919 bis 1927 Leiter des „Jahrbuchs über die Fortschritte der Mathematik“.

Zu seinen Doktoranden zählen Ernst Hölder, Erich Kähler, Aurel Wintner, Hermann Boerner, Karl Maruhn (1904-1976).

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Source : Wikipedia