Lettland

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Geschrieben von goldorak 26/02/2009 @ 17:00

Tags : lettland, europa, ausland

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Lettland

Flagge Lettlands

Lettland (lettisch Latvija) ist ein Staat in Nordeuropa, im Zentrum des Baltikums gelegen. Es grenzt im Süden an Litauen, im Südosten an Weißrussland, im Osten an Russland, im Norden an Estland und im Westen an die Ostsee.

Seit dem Inkrafttreten der EU-Erweiterung am 1. Mai 2004 ist Lettland Mitglied der Europäischen Union.

Die lettische Flagge soll das weiße, blutgetränkte Leinentuch, in das ein lettgallischer Stammesfürst zur letzten Ruhe gebettet worden war, darstellen. Die blutroten Streifen der Flagge symbolisieren dabei seine im Todeskampf ausgestreckten Arme, der weiße Strich in der Mitte die Stelle, auf welcher der Leib des Stammesfürsten lag. Bereits im 13. Jahrhundert wird in der „Livländischen Reimchronik“ von dieser Flagge als Kriegsstandarte der lett- und semgallischen Stämme berichtet.

Lettland besteht im Wesentlichen aus den vier historischen Regionen Kurland (lettisch: Kurzeme) im Westen, Livland (lettisch: Vidzeme) im Nordosten, Semgallen (lettisch: Zemgale) als schmaler Streifen zwischen Düna (lettisch: Daugava) und der litauischen Grenze sowie Lettgallen (lettisch: Latgale) im Südosten. Es ist zum größten Teil ein bewaldetes Moränen-Hügelland mit zahlreichen Seen und einer langen, wenig gegliederten Küstenebene. Die längsten Flüsse Lettlands sind die Düna und die Gauja (deutsch: Livländische Aa). Der größte See Lettlands ist der Lubāns mit 80,7 km². Die Hauptstadt Riga ist auch in geographischer Hinsicht das Zentrum des dünn besiedelten Landes.

Die Republik Lettland hat eine Fläche von 64.589 km² und ist damit etwas kleiner als Bayern. Sie grenzt im Nordosten auf einer Länge von 343 km an Estland, im Osten auf einer Länge von 276 km an Russland, im Südosten auf einer Länge von 161 km an Weißrussland und im Süden auf einer Länge von 588 km an Litauen. Die Küstenlinie entlang der Rigaer Bucht im Norden und der Ostsee im Westen hat eine Länge von 498 km. Die durchschnittliche Höhe Lettlands beträgt 87 m ü. NN. Der höchste Berg ist der 120 km östlich von Riga gelegene Gaiziņkalns (Gaising) mit 311 Meter ü. NN.

Insgesamt 2.543 km² Fläche werden von Gewässern (Flüsse, Seen, Stauseen) belegt. Vom verbleibenden Land werden etwa 40%, nämlich 24.710 km² agrarwirtschaftlich und etwa 46%, nämlich 28.855 km² forstwirtschaftlich genutzt.

In Lettland herrscht wie in allen baltischen Staaten ein kühl-gemäßigtes Klima mit kalten Wintern unter 0 °C und mäßig warmen Sommern zwischen 16 und 17 °C. In Riga liegt die Jahresdurchschnittstemperatur bei knapp 6 °C, es fallen 600 mm Niederschlag. Am feuchtesten ist es im Spätsommer und am trockensten im Frühjahr. 1800 bis 1900 Stunden jährlich scheint die Sonne (10 % mehr als in Deutschland).

Die Küsten der Ostsee bleiben im Winter meistens eisfrei, im August erreicht die Wassertemperatur bis zu 17 °C.

Neben Hirschen, Rehen, Hasen und Füchsen kommen auch Elche, Wölfe, Luchse und Biber vor. In Latgale und im Hochland von Madona leben auch wieder vereinzelt Bären.

Die Besiedlung Lettlands begann bereits um 11.000 vor Christus. Während der großen Völkerwanderung besiedelten baltische Stämme das Gebiet Lettlands. Das Siedlungsgebiet der Balten war in zahlreiche kleine Fürstentümer zersplittert.

Nach 1237 wurden die lettischen Fürstentümer durch den Deutschen Ordensstaat erobert, welches zur Einwanderung von Deutschen führte.

Im Zuge der Reformation wurde Lettland lutherisch. Im 16. Jahrhundert geriet das Gebiet zunehmend unter den Einfluss von Schweden, im 17. Jahrhundert auch unter den Einfluss Polens. Im 18. Jahrhundert wurden einige Gebietsteile an Russland angegliedert.

Im 19. Jahrhundert und insbesondere Anfang des 20. Jahrhunderts begannen Unabhängigkeitsbestrebungen unter den Letten. Nach der Russischen Revolution wurde Lettland am 18. November 1918 von Russland unabhängig. Die Minderheitsgesetzgebung war zur damaligen Zeit relativ tolerant. Vom lettischen Parlament wurde die Flagge sowie das Wappen Lettlands geschaffen. Ab 1920 hatte Lettland neben Sowjetrussland mit immer mehr Ländern diplomatische Beziehungen, darunter auch mit Deutschland, China und mit der USA.

Nach einem Staatsstreich durch Kārlis Ulmanis endete die parlamentarische Demokratie, und der Staat wurde von ihm autoritär regiert.

Während des Zweiten Weltkrieges wurde Lettland zuerst von der Sowjetunion, später von Deutschland besetzt. Fast die gesamte jüdische Bevölkerung wurde während der Deutschen Besatzungszeit ermordet. Daran waren auch Letten beteiligt.

Gegen Ende des Zweiten Weltkrieges wurde Lettland wieder von der Sowjetunion besetzt und als Lettische SSR der Sowjetunion angegliedert. Unter der Sowjetherrschaft wurden zahlreiche Letten nach Zentralasien deportiert, während Russen in die Lettische SSR angesiedelt wurden.

1990 erreichte Lettland die Unabhängigkeit von der Sowjetunion. 2004 trat es der Europäischen Union bei.

Lettland ist eine parlamentarische Demokratie. Die Führung der Staatsgeschäfte, vor allem jedoch die internationale Repräsentation, sind die wichtigsten Aufgaben des Präsidentenamtes, das die gewählte Regierung ernennt und entlässt. Die amtierende Präsidentin bzw. der amtierende Präsident fungiert zugleich als Oberbefehlshaber der Streitkräfte. Es besteht auch ein Gesetzesinitiativrecht, das sporadisch in Anspruch genommen wird. Die Regierungsaufgaben und die Führung des Kabinetts übernimmt jedoch der Premierminister, den die jeweils stärkste Fraktion im Parlament (Saeima) stellt und der von den 100 Abgeordneten gewählt wird.

Dieses Parlament wird im Verhältniswahlrecht in freien, gleichen und geheimen Wahlen gewählt. Neben den Direktkandidaten der 26 Wahlkreise in fünf Provinzen fallen an die stärksten Fraktionen noch weitere Mandate, die dann aus der Parteiliste besetzt werden.

Das Kabinett besteht aus 17 Ministerien, den Vorsitz führt der Premierminister, außerdem gehören dem Kabinett die jeweiligen Staatssekretäre sowie die Fraktionsvorsitzenden der regierenden Parteien an, die jedoch über kein Stimmrecht verfügen.

Die Präsidentin bzw. der Präsident nimmt regelmäßig an Sitzungen des Kabinetts und auch der Saeima teil. Die amtierende Regierungskoalition trat als dritte Regierung im Dezember 2007 ihr Amt an. Das von Ministerpräsident Ivars Godmanis geführte Kabinett setzt sich aus den Fraktionen der Volkspartei (Tautas partija), Lettlands Erster Partei (LPP) und der Grüne-/Bauern-Union (ZZS) zusammen. Vom politischen Spektrum ist diese Koalition als Mitte-Rechts einzuordnen.

Die Außenpolitik Lettlands ist westlich orientiert; die Beziehungen zu Russland sind eher angespannt.

Lettland ist nach der Entscheidung auf dem EU-Gipfeltreffen am 13. Dezember 2002 in Kopenhagen zum 1. Mai 2004 mit neun weiteren Staaten in die Europäische Union aufgenommen worden. In einem Referendum am 20. September 2003 stimmte die wahlberechtigte lettische Bevölkerung diesem Vorhaben mit knapp 67 % zu. Im Zuge der NATO-Osterweiterung wurde Lettland im April 2004 Mitglied der NATO.

49% der Bevölkerung Lettlands leben in den sieben größten Städten, die mit einem Gesamtterritorium von 673 km² gerade mal 1% der Fläche des Landes einnehmen. Die restliche Bevölkerung lebt auf dem Land in den Landkreisen.

In Lettland erscheinen 5 national verbreitete Tageszeitungen; der Anteil der Tageszeitungsleser beträgt 135 Leser pro 1000 Einwohner. 55% der Bevölkerung verfügte 2008 über einen Internetanschluss; die Breitbandverbreitungsquote lag bei 6,4%.

Das Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) Lettlands lag seit der Überwindung der Russlandkrise (ab 2000) stets über 6 %, 2005 waren es 10,2 %. Das war in diesem Jahr die höchste Wachstumsrate aller EU-Staaten. Die aktuelle Finanzkrise machte sich in Lettland bereits am Jahresende 2007 bemerkar, seitdem liegen die Quartalswerte (Vierteljahr) unter denen des Vorjahres.

Die nationale Währung Lettlands ist der Lats (int. Kürzel LVL), der ab März 1993 eingeführt wurde und den Lettischen Rubel ablöste, der als Übergangswährung ein Jahr lang im Umlauf gewesen war. Ein Lats sind 100 Santims. Die Münzen gibt es in 1,2,5,10,20 und 50 Santims und 1 und 2 Lati.

Die Preisentwicklung in Lettland ist seit der wirtschaftlichen Depression (Russlandkrise 1998/99) moderat, schritt aber mit Inflationsraten zwischen 2,5 und 3 % stets schneller voran als in den Nachbarstaaten Estland und Litauen. Mit dem EU-Beitritt und durch das starke Wirtschaftswachstum hat sie sich deutlich erhöht und lag für 2004 bei 6,2 %, für 2007 sogar über 15 %.

Mit Wirkung vom 1. Januar 2005 wurde der Lats fest an den Euro zu einem Wechselkurs von 1 EUR = 0,702804 LVL gekoppelt. Die lettische Zentralbank hält den Lats-Wechselkurs in einer Bandbreite von +/- 1 % gegenüber dem Euro bis zur Euroeinführung (geplant: 2008/2009). Jedoch gibt es für die Euroeinführung wegen der hohen Inflation noch keinen festen Termin.

Im Rahmen der internationalen Finanzkrise ab 2007 gab es in Lettland im Oktober 2008 Verhaftungen von lettischen Staatsbürgern mit dem Vorwurf durch Meinung oder Wirtschaftsprognosen die Landeswährung zu schwächen.

Das Staatsbudget lag 2004 bei 3,9 Mrd. Euro, das Defizit bei 162 Mio. Euro, das sind 1,5 % des BIP. Den wechselnden Regierungen ist es somit gelungen (unterstützt vom starken Wirtschaftswachstum) die Neuverschuldung, die 1999 auf dem Höhepunkt der Russlandkrise noch bei 8,3 % des BIP gelegen hatte, kontinuierlich zu verringern. Das Land besitzt mit einem Standard & Poor's Rating von BBB+ für langfristige Verbindlichkeiten und A-2 für kurzfristige Verbindlichkeiten eine gute Kreditwürdigkeit.

Die Exporte beliefen sich 2004 auf gut 3,15 Mrd. Euro, die Importe auf gut 5,7 Mrd. Euro. Das Defizit in der Handelsbilanz beträgt damit beachtliche 2,55 Mrd. Euro, das sind gut 80 % des Exportwertes oder bald ein Viertel des BIP. Durch positive Bilanzen bei Dienstleistungen sowie bei Direktinvestitionen und sonstigen Transferleistungen reduziert sich dieses Defizit in der Zahlungsbilanz zwar, bleibt aber bei knapp 1,35 Mrd. Euro weiterhin hoch bzw. hat sich in den letzten Jahren noch verstärkt. Insgesamt hat sich der Außenhandel in gut vier Jahren verdoppelt. 2004 hat sich insbesondere der Warenaustausch mit den unmittelbaren Nachbarstaaten (Estland, Litauen, Russland, Belarus), so wie mit Polen intensiviert. Hauptexportländer sind (2004) Großbritannien (13 %), Deutschland (12 %) und Schweden (10 %), Hauptexportprodukte Holz und Holzprodukte (über 30 % der Exporte), Metalle und Metallprodukte (14 %) sowie Textilien (11 %). Hauptimportländer sind Deutschland (14,5 %), Litauen (12,5 %) und Russland (9 %), Hauptimportgüter Maschinen und Elektrogeräte (20 %), Mineralprodukte (v. a. Erdöl, 13 %) und Fahrzeuge (11 %).

Lettland erzeugt Elektrizität zu gut zwei Dritteln aus Wasserkraft, die aus drei Wasserkraftwerken an der Daugava stammt. Die restliche selbst erzeugte Elektrizität stammt aus zwei großen Verbrennungskraftwerken bei Riga (TEC-1 und TEC-2), die ein Gemisch aus Schweröl, Erdgas und Torf verbrennen. Torf ist (neben Holz) der einzige primäre Brennstoff, den Lettland selbst produziert, und trägt ein gutes Fünftel zur Energie aus fossilen Brennstoffen bei. Erdöl, Erdgas und Kohle müssen vollständig (meist aus Russland) importiert werden. 40 % des Energiebedarfs wird durch importierten Strom aus Estland (Strom aus Ölschieferkraftwerken bei Narva) und Litauen (Atomstrom aus Kernkraftwerk Ignalina) gedeckt. Die deutsche Firma Preußen Elektra hat zwar bereits 1995 einen Pilot-Windpark an der Grenze zu Estland bei Ainaži errichtet, dem ein größeres Projekt bei Liepāja (deutsch: Libau) gefolgt ist, doch ist die Einspeisung von Windenergie noch vernachlässigbar gering.

Neben dem eigenen Energieverbrauch ist Lettland auch ein bedeutendes Transitland für Energie. Von Polazk in Weißrussland verlaufen zwei Erdöl-Pipelines nach Ventspils an der Ostsee sowie eine über lettisches Territorium nach Mažeikiai in Litauen. Betreiber ist das lettisch-russische Joint-Venture LatRosTrans. Die Endstation der Pipeline, Ventspils, ist (noch) der größte Verladehafen für Erdöl und Erdölprodukte in der Ostsee. Allerdings hat Russlands staatliches Öltransportunternehmen Transneft, das auch an LatRosTrans beteiligt ist (siehe Direktinvestitionen), aus wirtschaftspolitischen Gründen seit 2003 die Pipeline trocken gelegt (Transneft erklärt jedoch, dass die Pipeline Lecks enthält), um eigene Ölhäfen in Russland (Primorsk bei St. Petersburg, Kaliningrad) zu bevorzugen. Der Ersatztransport über die Schiene konnte diesen Verlust naturgemäß nicht auffangen.

Die staatliche Eisenbahngesellschaft Latvijas Dzelzceļš (LDZ) ist bislang das alleinige Schienenverkehrsunternehmen. Es operiert nach marktwirtschaftlichen Grundsätzen und konzentriert sich auf den Transport von Gütern (aus Russland) zu den lettischen Häfen Ventspils und Liepāja. Der Personenverkehr auf der Schiene verliert dabei seit Jahren an Bedeutung. Latvijas Dzelzceļš betreibt ein sternförmig auf Riga ausgerichtetes Streckennetz in 1.524 mm Spurweite. Im Personenverkehr wird der S-Bahn-ähnliche Vorortzugverkehr im Großraum Riga und die Verbindungen über Daugavpils nach Russland, Weißrussland und Litauen bedient. Auch die westlettische Hafenstadt Liepāja ist seit 2007 wieder mit einem Personenzugpaar pro Tag an die Hauptstadt Riga angeschlossen.

Für Fahrten von Deutschland nach Lettland auf dem Landweg bietet sich in Ermangelung einer fahrplanmäßig abgestimmten Verbindung die kombinierte Nutzung der Bahn mit dem Schlafwagenzug von Berlin nach Warschau an. Dort besteht Anschluss an die Tagzugverbindung nach Vilnius mit Umstieg in Šeštokai. Von Vilnius fahren Fernbusse von Eurolines nach Riga. (Gesamtfahrzeit Berlin - Riga 24h).

Das Busverkehrsnetz ist deutlich engmaschiger ausgebaut als das lettische Schienennetz. Es wird bedient von einer Vielzahl nationaler Buslinien sowie zahlreichen Fernbuslinien in die Nachbarländer und viele Länder der EU. Die wichtigsten internationalen Buslinienbetreiber sind Eurolines und Ecolines.

Wichtigste Fluggesellschaft ist AirBaltic, die vor allem Ziele in Nord-, Mittel- und Westeuropa sowie in Russland und den ehemaligen GUS-Staaten anfliegt.

Sie hat ihren Sitz am Flughafen Riga, dem größten der drei Flughäfen des Landes.

Zusätzlich gibt es private Straßen sowie Feld- und Waldwege und Straßen innerhalb von Städten. Für die Unterhaltung der öffentlichen Straßen ist die staatliche Aktiengesellschaft Lettlands Staatsstraßen zuständig.

Die Staatlichen Hauptstraßen sind autobahnartig ausgebaut. Sie sind etwa mit Deutschlands Bundesstraßen vergleichbar. Ein großer Teil des Personenverkehrs wird mit dem Omnibus, auf einem dichten und gut frequentierten Netz abgewickelt. Der Individualverkehr nimmt an Bedeutung stetig zu.

Lettland hat eine der geringsten Straßenverkehrsdichten in Europa. Der Anteil von staatlichen Straßen beträgt 312 m/km². Der Anteil von allen Straßen beträgt 1.081 m/km². Lettland hält aber den Spitzenplatz bei den Verkehrstoten.

Wichtigste Seehäfen sind Riga, Liepāja und Ventspils. Von hier aus wird unter anderem russisches Erdöl verschifft. Daneben bestehen Fährverbindungen nach Schweden, Dänemark und Deutschland.

Neben der lettischen Mehrheitsbevölkerung (59,1 %) gibt es eine starke russische Minderheit (28,0 %) und kleine, meist russischsprachige Gruppen wie Weißrussen (3,7 %) und Ukrainer (2,5 %) sowie Polen (2,3 %) und Litauer (1,4 %) (Lettisches Amt für Staatsbürgerschafts- und Migrationsangelegenheiten, Januar 2008). Dazu kommt die Minderheit der ca. 170 Liven, vor allem in Riga und einigen kurländischen Küstendörfern, sowie Minderheiten von Esten, Deutschen, Roma und Tataren.

Die russische Minderheit in Lettland besteht hauptsächlich aus während 1940-1990 eingewanderten Personen bzw. deren Nachkommen. Zwischen 1940 und 1990 veränderte sich die Zusammensetzung der Bevölkerung nach Nationalitäten wesentlich zu Ungunsten der Letten, welche fast zur Minderheit wurden (Letten: 1935 77 %, 1989 nur noch 52 %, Russen: 1935: 8,8 %, 1989 bereits 34 %). In dieser Zeit erhielt die russische Sprache in Lettland eine dominierende Stellung. Nach Wiederherstellung der Souveranität wurde die russische Sprache ihrer offiziellen Stellung enthoben und Lettisch alleinige Staatssprache, was für die zugewanderten und im Land gebliebenen Russen insofern ein Problem darstellte, als sie größtenteils mangels Bedarfs nie Lettisch gelernt hatten.

Aus der geschichtlichen Entwicklung zwischen 1940 und 1990 ist auch die Regelung der Staatsbürgerschaft seit der Unabhängigkeit Lettlands zu erklären, nach welcher nur diejenigen die lettische Staatsbürgerschaft erhielten, die entweder vor 1940 auf lettischem Boden geboren worden waren oder direkte Nachkommen solcher Personen sind. Das für alle Übrigen seit 1. Februar 1995 gültige Einbürgerungsverfahren ("Naturalisierung") besteht aus einem Sprachtest sowie einem Examen in lettischer Geschichte und Verfassungskunde. Somit müssen diejenigen, die die Einbürgerung beantragen, ihre Loyalität nachweisen und sich unter Anderem zu der umstrittenen Okkupation äußern. Dieses Verfahren findet auch für Personen Anwendung, die schon seit Jahrzehnten in Lettland leben oder dort geboren wurden.

Teils wegen der als anspruchsvoll empfundenen Sprach- und anderen Tests, teils aus Desinteresse, teils aus prinzipiellem Protest haben sich viele Russischsprachige (Russen, Weißrussen, Ukrainer, Juden) bis heute nicht einbürgern lassen (über die Hälfte). Sie erhalten als so genannte "Nicht-Staatsbürger" eigene Pässe, die ihnen zwar ein uneingeschränktes Aufenthalts- und Arbeitsrecht in Lettland sowie den Schutz durch den lettischen Staat sichern, andererseits bleiben sie von Wahlen (bislang auch Kommunalwahlen) ausgeschlossen. Bis 2007 benötigten die Staatenlosen für Reisen in die übrige EU ebenso wie nach Russland ein Visum, erst dann wurden sie für Einreisen in die anderen EU-Länder den Letten gleichgestellt. Auch sie können sich nunmehr 90 Tage ohne Visum in anderen EU-Staaten aufhalten. Eine Arbeitserlaubnis besteht ebenso wie für die Letten nicht.

Großen Aufruhr unter der russischsprachigen Bevölkerung verursachte die Einführung lettischsprachigen Unterrichts auch an den russischen Schulen: beginnend mit den 10. Klassen müssen seit dem Schuljahr 2004/5 in der Oberstufe mindestens 60 % des Unterrichts auf Lettisch abgehalten werden. Mittlerweile sind dies 100%. Zahlreiche Mahnungen seitens des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte haben in den letzten Jahren zu verstärkten Bemühungen seitens des Staats geführt, die Einbürgerungsraten zu erhöhen. Durch den EU-Beitritt ist die Attraktivität des lettischen Passes (Reisefreiheit) für die im Land lebenden Russen ebenfalls gestiegen. Dennoch stehen den bisher knapp 100.000 Einbürgerungen seit 1995 knapp 400.000 "Nicht-Staatsbürger" gegenüber – 17 Prozent der lettischen Bevölkerung.

Ein weiterer Streitpunkt ist die, vor allem bei älteren Letten vorzufindende, Einstellung zur deutschen Besetzung Lettlands im Zweiten Weltkrieg, die in Paraden von lettischen Legionären mündet, sowie die Einstellung vieler Russen, die in der Roten Armee die Befreier Lettlands vom Faschismus sehen. Diese werden als Provokation aufgefasst.

Die Staatssprache Lettlands ist Lettisch. Lettisch wird von ca. 58% der Bevölkerung gesprochen. Russisch wird von ca. 37% der Bevölkerung gesprochen. In der Landeshauptstadt Riga wird laut der lettischen Statistikbehörde im täglichen Gebrauch Lettisch und Russisch praktisch gleichberechtigt gesprochen.

Eine weitere wichtige Sprachgruppe ist Lettgallisch.

Die staatliche Sprachpolitik hat seit der der Unabhängigkeit Lettlands vielfach zu sozialen Spannungen geführt. Das Bestreben des lettischen Staates, die lettische Staatsprache auch im täglichen Umgang als vorherrschende Sprache durchzusetzen, steht im Widerspruch zu dem Bestreben der russischen Minderheit, ihre kulturelle Identität zu bewahren.

Seit der Reformation ist die wichtigste Konfession im westlichen und im zentralen Teil Lettlands die evangelisch-lutherische. Zur Evangelisch-Lutherischen Kirche Lettlands gehören 250.000 Mitglieder, sie wird von Erzbischof Janis Vanags geleitet. Die lutherische Kirche Lettlands lehnt, wie auch die römisch-katholische Kirche, sowohl Homosexualität als auch Frauenordination ab. Die lettischen Exilkirchen (zum Beispiel in Schweden, Deutschland oder USA) vertreten in diesen Fragen eine andere Position als die Mutterkirche.

Das im Osten Lettlands gelegene Lettgallen ist mehrheitlich römisch-katholisch, da es historisch mit Litauen und Polen verbunden ist. Eine katholische Minderheit im Westen des Landes sind die Suiti. Beide Kirchen spielten eine wichtige Rolle in der "Singenden Revolution", erhielten in dieser Zeit viele neue Mitglieder.

Außerdem gibt es noch bis zu 6.000 Anhänger des Islam in Lettland, von denen sich jedoch nur ein kleiner Teil tatsächlich als religiös bekennt. Die meisten von ihnen sind Tataren (3.000) und Aserbaidschaner (1.700), hinzu kommen rund 1.000 weitere ethnische Muslime aus ehemaligen Teilrepubliken der UdSSR sowie einige libanesische Immigranten.

Lettland wird kulturell vor allem nordeuropäisch beeinflusst. Die Altstädte weisen die typischen im Raum der Hanse verbreiteten Elemente auf. Auch die aktuelle lettische Kultur besitzt vielfältige Beziehungen zu Schweden und Finnland, vor allem aber zum norddeutschen Kulturraum.

Lettland ist besonders bekannt für seine Folklore und Volksmusik-Kultur, in der vorchristliche Vorstellungen der altlettischen Religion eine zentrale Rolle spielen. Von den typischen Dainas – meist vierzeiligen, nicht gereimten Lieder zu allen nur erdenklichen Themen von der Mythologie bis zu den Niederungen des Alltags – sind inzwischen über eine Million gesammelt worden, was im Verhältnis zur Bevölkerungszahl Weltspitze sein dürfte. Die Niederschrift dieser bis dahin mündlichen Überlieferung wurde Ende des 19. Jahrhunderts von Krišjānis Barons begonnen; sein eigens dafür gefertigter Daina-Schrank gilt heute als eine Art Nationalheiligtum. Viele alte, jedoch bis heute lebendige Bräuche und Dainas ranken sich um das Mittsommerfest Jāņi am 23. und 24. Juni, was in Lettland staatliche Feiertage sind.

In Rīga (während der Sowjetzeit an verschiedenen Orten im Ausland) findet alle fünf Jahre ein großes Sängerfest statt, an dem mehrere tausend lettische, exil-lettische und internationale Chöre teilnehmen.

Wie bei den meisten kleineren Völkern findet sich auch bei den Letten ein sehr ausgeprägtes Nationalgefühl.

Ähnlich wie in Estland war die Stadtkultur und der Großgrundbesitz bis zur Umsiedlung der deutschen Minderheit 1940 nach Deutschland und den annektierten polnischen Gebiete deutschsprachig – und damit für Jahrhunderte auch die Intelligenz des Landes. Die vormals kulturell bedeutende jüdisch-jiddische Minderheit spielt heute im öffentlichen Leben ebenfalls keine Rolle mehr.

Als lettischer Nationalsport gilt Eishockey. Als ein erstes nationales sportliches Großereignis fand die Eishockey-Weltmeisterschaft 2006 in Riga statt. Neben Eishockey ist Basketball beliebt, während Fußball, insbesondere das Nationalteam, erst seit der erstmaligen EM-Qualifikation 2004 eine größere Beachtung findet.

In Riga in Lettland stand nach Ansicht einiger Forscher und Legenden im Jahre 1510 der erste Weihnachtsbaum der Welt. Andere legen diese Erfindung jedoch ins elsässische Straßburg.

1 Liegt größtenteils in Asien.  2 Hat zusätzliche Gebiete außerhalb Europas.

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Liste der größten Unternehmen in Lettland

Die Liste der größten Unternehmen in Lettland enthält die in der Liste der „Top 500 companies in Central and Eastern Europe“ veröffentlichten umsatzstärksten Unternehmen in Lettland im Geschäftsjahr 2006 und weitere Unternehmen in Lettland. Banken und Versicherungen haben keinen Rang, da sie in der originalen Top 500 nicht vorhanden sind.

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Miss Lettland

Ina Avlasēviča, Miss Lettland 2006, vertrat ihr Land bei der Miss World 2008.

Miss Lettland ist ein nationaler Schönheitswettbewerb für unverheiratete Frauen in Lettland. Im Inland heißt er Mis Latvija, aber auch die englische Bezeichnung Miss Latvia ist gebräuchlich. Er wird seit 1988 von Inta Fogele und ihrer Agentur Mis Latvija veranstaltet. An der Endausscheidung nehmen die Gewinnerinnen der Vorwahlen aus etwa 20 Städten des Landes teil. Diese Vorwahlen finden in enger Kooperation mit Regierungs- und Gemeindeeinrichtungen statt.

Auf der gleichen Veranstaltung wird auch der Mister Lettland gewählt. Die Regierung des Landes unterstützt den Wettbewerb, indem sie die Lizenzen für die Teilnahme an den Wettbewerben um Miss World und Mister World finanziert, um das internationale Image des Landes zu fördern.

Ein anderes Unternehmen, SIA Bravo Productions (gegründet 2002), ermittelt seit 2005 die lettischen Vertreterinnen für die Miss Universe, nämlich Miss Universe® Latvia.

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Liste der olympischen Medaillengewinner aus Lettland

Das Latvijas Olimpiskās komitejas ziņas wurde 1922 gegründet und 1991 nach der Unabhängigkeit wieder vom Internationalen Olympischen Komitee aufgenommen.

Bislang konnten 14 Sportler aus Lettland 18 olympische Medaillen erringen (2 Gold, 11 Silber, 5 Bronze).

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Olympische Winterspiele 1924/Teilnehmer (Lettland)

Lettland nahm an den Olympischen Winterspielen 1924 in Chamonix mit einer Delegation von 2 Athleten in 2 Sportarten teil. Das lettische NOK hatte 2 Sportler zu den Spielen gemeldet, beide nahmen an den Wettkämpfen teil.

Bilanz: Für die beiden lettischen Sportler galt nur der Olympische Gedanke: „Dabei sein ist alles.“ Der 32-jährige Eisschnellläufer Alberts Roumba überzeugte die Fachwelt mit Plätzen zwischen 10 und 16. Den Mehrkampf beendete er sogar als Siebenter. Besser war bis heute noch kein lettischer Eisschnellläufer bei internationalen Wettkämpfen. Roumba nahm auch 1928 in St. Moritz teil. Der zweite Mann im Team, Roberts „Reinis“ Plume (27), startete im Skilanglauf, beendete aber beide Wettkämpfe nicht. Es blieben seine einzigen Winterspiele als Sportler. Doch sollte man einige Jahre später wieder von ihm hören, als er zwischen 1933 und 1934 Präsident des NOK Lettlands war.

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Olympische Sommerspiele 1936/Teilnehmer (Lettland)

Lettland nahm an den Olympischen Sommerspielen 1936 in Berlin mit einer Delegation von 24 Athleten teil.

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Fußballer des Jahres in Lettland

Seit 1995 wird der Fußballer des Jahres in Lettland von Sportjournalisten gewählt. Erster Titelträger war Vitālijs Astafjevs von Skonto Riga. Rekordtitelträger mit drei Titeln sind Marian Pahars und Vitālijs Astafjevs.

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Fußball-Europameisterschaft 2004/Lettland

Dieser Artikel behandelt die lettische Nationalmannschaft bei der Fußball-Europameisterschaft 2004.

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Karosta

Drehbare Eisenbahnbrücke

Karosta ist ein Stadtteil im Norden der kurländischen Hauptstadt Libau (Liepāja) in Lettland. Er umfasst etwa ein Drittel der Stadtfläche. Ursprünglich war Karosta ein Stützpunkt der Russischen Ostseeflotte, der nicht zuletzt aufgrund seiner Nähe zur deutschen Grenze bei Nimmersatt und seiner ganzjährigen Eisfreiheit gewählt wurde. Er entstand ab 1890 auf Geheiß von Zar Alexander III. und dessen Sohn Nikolai II. Dieser nannte ihn „Hafen Alexanders des III.“ Der Name Alexander ist in Karosta unter der zu etwa 70 Prozent russischsprachigen Bevölkerung bis heute weit verbreitet.

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts bildete Kara-Osta (lettisch für Kriegshafen) einen eigenen russischen Militärstadtteil. Zwischen Karosta und Libau gab es lange Zeit keinen Austausch. Eine eigene Post, die größte orthodoxe Kirche in Lettland, eigene Energieversorgung und eine umfassende Infrastruktur veranschaulichen die Sonderrolle Karostas. Beispielsweise kostete eine Postkarte von Kara-Osta nach Liepaja mit drei Kopeken ebenso viel wie nach Wladiwostok kurz vor der koreanischen Grenze. Davon abgesehen war auch die gesamte Versorgungslage für die Angehörigen der Sowjetischen Streitkräfte deutlich besser als für die lettische Bevölkerung Liepajas. Aus Gründen der militärischen Sicherheit war die Gesamtstadt Liepaja in sowjetischem Kartenmaterial teilweise nicht verzeichnet.

Nach dem Abzug der etwa 20.000 bis 26.000 sowjetischen Soldaten aus der Hauptbasis der Russischen Ostseeflotte (heute Kaliningrad) mit ihren etwa 30 Atom U-booten und 140 Kriegsschiffe ist Karosta ein verwahrloster und nur zu etwa einem Drittel bewohnter Stadtteil Liepājas.

Die von 1893 bis 1906 errichteten Forts (im Norden) wurden vor 1914 zerstört und werden seitdem von den Wellen abgetragen. Diese Forts und der Kanal waren die ersten Bauten Karostas. Ähnliche Forts entstanden im gesamten Russischem Reich und vor allem in Port_Arthur_(China) (heute Dalian und Chinas zweitgrößter Hafen).

Ein Seitenarm des Kanals ist für Schiffe und U-Boote vorgesehen. Daneben existieren Docks und Werften. Die 1906 erbaute Kalpaka-Brücke ist die einzige Brücke dieser Art in Lettland und mit kurzen Unterbrechungen noch immer in Betrieb. Seit einer Schiffskollission Mitte 2006 ist sie allerdings vorübergehend nicht befahrbar.

Das Nord-Pier entstand mit dem Kanal und ist etwa zwei Kilometer lang. Etwa zwei Jahre wurde daran gebaut. Von dort hat man einen guten Ausblick auf den Hafen. Der Ort ist bei den Einwohnern und Gästen Liepājas beliebt.

Der Dom ist eines der Wahrzeichen von Karosta. Architekten waren Sergei Gelensowski und Wassili Kosjakow aus Petersburg.

Das Gefängnis von Karosta in der Invalīdu Straße 4 wurde Anfang des 20. Jahrhunderts errichtet. Anfangs war es als Kriegsspital geplant, wurde jedoch nie derart verwendet. Schon 1905 saßen im Gefängnis die Seeleute der Garnison, die an den revolutionären Ereignissen teilgenommen hatten. Später diente der Bau als Gefängnis der Hauptwache sowohl für die Sowjetarmee als auch für Marinetruppen der lettischen Armee. Die von Sträflingen hinterlassenen letzten Spuren an den Zellenwänden stammen noch von 1997. Heute lässt sich die Hauptwache besichtigen und es werden Aufführungen „Hinter Gittern“ angeboten. Für Besucher besteht die Möglichkeit, in einer Zelle zu übernachten und in einer Kantine sowjetischer Art zu speisen.

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Source : Wikipedia