Leonardo DiCaprio

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Geschrieben von tron 25/04/2009 @ 22:10

Tags : leonardo dicaprio, schauspieler, kultur

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Leonardo DiCaprio

Leonardo DiCaprio (links), Martin Scorsese und Cameron Diaz

Leonardo Wilhelm DiCaprio (* 11. November 1974 in Los Angeles, Kalifornien) ist ein US-amerikanischer Filmschauspieler.

Er wurde als Sohn eines US-amerikanischen Comicautors mit italienischen Wurzeln und einer deutschen Mutter geboren. Über seinen Vornamen soll entschieden worden sein, als seine schwangere Mutter Irmelin in Italien vor einem Gemälde Leonardo da Vincis stand und der noch ungeborene Sohn gegen die Bauchdecke trat. Seine Eltern trennten sich, als er 1 Jahr alt war. 8 Jahre später ließen sie sich scheiden. DiCaprio wuchs im Stadtteil Echo Park von Los Angeles auf und besuchte die John Marshall High School. Seine Großmutter Helene Indenbirken wohnte bis zu ihrem Tod im westfälischen Oer-Erkenschwick, wo er sie ab und zu besuchte. Daher besitzt DiCaprio auch deutsche Sprachkenntnisse.

Mit fünf Jahren stand er für die Fernsehserie Romper Room erstmals vor der Kamera. Es folgten weitere Auftritte in diversen TV-Serien und -Filmen. Der Durchbruch gelang 1990, als er die Rolle des Garry Buckman in der Fernsehversion des Films Parenthood übernahm. Im gleichen Jahr spielte er in der Seifenoper Santa Barbara die Rolle des jungen Mason Capwell. Von 1991 bis 1992 spielte er in der Sitcom Unser lautes Heim den Straßenjungen Luke Brower.

Neben zahlreichen Filmen für ein Massenpublikum fiel er auch in Werken auf wie Woody Allens Celebrity oder den die Affäre Arthur Rimbauds mit Paul Verlaine schildernden Film Total Eclipse – Die Affäre von Rimbaud und Verlaine von Agnieszka Holland. Die Rolle des behinderten Jungen Arnie Grape in Gilbert Grape – Irgendwo in Iowa brachte ihm eine Nominierung als Bester Nebendarsteller für den Oscar ein. Für seine Darstellung des Hollywood-Millionärs Howard Hughes in dem Martin-Scorsese-Film Aviator wurde DiCaprio 2005 in der Kategorie Bester Hauptdarsteller mit dem Golden Globe ausgezeichnet und ebenfalls für den Oscar nominiert.

Heute zählt Leonardo DiCaprio zu den bestbezahlten und erfolgreichsten Schauspielern Hollywoods. Für die Rolle in dem Film Catch Me If You Can erhielt er eine Gage in Höhe von 20 Millionen Dollar. Für den Film Titanic hatte er dagegen nur 2,5 Millionen Dollar erhalten.

Zur Verleihung des Golden Globe 2007 ist es ihm als erstem Schauspieler in der Geschichte dieses Filmpreises gelungen, für zwei Rollen (Departed – Unter Feinden und Blood Diamond) in einer Kategorie (Bester Hauptdarsteller in einem Drama) nominiert zu werden. Blood Diamond thematisiert den Konflikt um sogenannte Blutdiamanten in Afrika vor dem Hintergrund des Bürgerkriegs in Sierra Leone 1999, für den er 2007 seine dritte Oscar-Nominierung in der Kategorie Bester Hauptdarsteller erhielt.

DiCaprio arbeitet regelmäßig mit den renommiertesten Regisseuren in Hollywood zusammen. Erst kürzlich stellte er die Arbeiten zum Drama Zeiten des Aufruhrs unter der Regie von Sam Mendes und zum CIA-Thriller Der Mann, der niemals lebte, unter der Regie von Ridley Scott, fertig. Derzeit dreht DiCaprio den Film Ashecliffe (auch: Shutter Island). Damit arbeitet er bereits zum vierten Mal unter der Regie von Martin Scorsese, den DiCaprio selbst als größten noch lebenden Regisseur bezeichnet.

DiCaprio setzt sich für den Umweltschutz und gegen die globale Erwärmung ein. Ausdruck seines Engagements ist der von ihm erzählte und mitgeschriebene Dokumentarfilm The 11th Hour über die vielfältigen Umweltkrisen, denen sich die Erde derzeit gegenübersieht (seit August 2007 in den Kinos). Bei den US-Präsidentschaftswahlen 2004 und 2008 unterstützte er jeweils den Kandidaten der demokratischen Partei (2004 John Kerry, 2008 Barack Obama).

Seit 2007 zählt DiCaprio laut dem amerikanischen Forbes Magazine zu den am besten verdienenden Schauspielern in Hollywood. Zwischen Juni 2007 und Juni 2008 erhielt er Gagen in Höhe von 45 Mio. US-Dollar und rangiert hinter Will Smith (80 Mio. US-Dollar), Johnny Depp (72 Mio. US-Dollar), Eddie Murphy und Mike Myers (je 55 Mio. US-Dollar) auf Platz fünf.

Zurzeit ist er mit dem israelischen Fotomodell Bar Refaeli liiert.

Seit Titanic leiht Gerrit Schmidt-Foß Leonardo DiCaprio in allen deutschen Synchronfassungen die Stimme. Er hatte ihn zuvor bereits in This Boy’s Life und William Shakespeares Romeo + Julia synchronisiert.

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Zeiten des Aufruhrs

Zeiten des Aufruhrs ist ein amerikanisches Filmdrama von Sam Mendes aus dem Jahr 2008. Das Drehbuch von Justin Haythe basiert auf dem gleichnamigen Roman von Richard Yates.

Der Film spielt 1955 und thematisiert die Hoffnungen und Sehnsüchte des selbstbewussten Ehepaares Frank und April Wheeler. Die beiden geben ihr Leben in der Stadt auf, um die Kinder in einer Vorstadt in Connecticut großzuziehen. Dazu kaufen sie ein Haus an der Revolutionary Road, die den englischen Titel des Films wie der Romanvorlage prägte. Die Wheelers erkennen allerdings selbst, dass sie anders sind als die Nachbarn in ihrem Wohngebiet, dem sogenannten Revolutionary Hill Estate.

April hat eine Schauspielschule besucht, ist nach der Geburt ihres ersten Kindes jedoch Hausfrau geworden. Sie greift eine alte Idee ihres Mannes Frank auf, als sie vorschlägt, nach Paris zu ziehen, wo sie den Lebensunterhalt verdienen und ihr Mann nach seiner eigentlichen Berufung suchen könnte. Frank, der seine Arbeit in Manhattan hasst, steht der Vorstellung seiner Frau anfangs ambivalent gegenüber und lässt sich von ihr überzeugen, das Vorstadtleben hinter sich zu lassen, um sich in Paris „wirklich lebendig“ zu fühlen. Doch eine Beförderung macht ihm seine Anstellung erträglich, und den Traum seiner Frau für ihn irrelevant. An seinem 30. Geburtstag beginnt er eine Affäre mit seiner Kollegin Maureen Grube; April hat kurz darauf ebenfalls Sex mit ihrem Nachbarn Shep Campbell.

Der Versuch der Wheelers, sich aus ihrem stumpfen Dasein zu befreien, scheitert an einer erneuten, ungewollten Schwangerschaft Aprils, die Franks Widerstand gegen die Paris-Pläne verstärkt. Über den Konflikt um einen Schwangerschaftsabbruch löst sich ihre Ehe langsam in endlose, bittere Streits und eifersüchtige Schuldzuweisungen auf. Dennoch versuchen beide, die Fassade ihres häuslichen Glückes aufrecht zu erhalten. Nur John Givings, der psychisch kranke Sohn der örtlichen Maklerin Helen und ihres Mannes Howard, nimmt wahr und spricht aus, was hinter der bürgerlichen Kulisse vorgeht.

Schließlich stirbt April an den Komplikationen des selbst heimlich durchgeführten Schwangerschaftsabbruchs, Frank zieht aus der Revolutionary Road fort.

Der Regisseur John Frankenheimer erwog schon früh nach Erscheinen des Romans von Richard Yates eine Verfilmung, ohne sie aber zu verwirklichen. 1967 kaufte der Produzent Albert S. Ruddy die Rechte an der Verfilmung für 15.000 US-Dollar. Fünf Jahre später bot Yates an, ein Drehbuch für die Verfilmung zu schreiben, doch Ruddy lehnte dies zugunsten anderer Projekte ab und verkaufte die Rechte schließlich an den Schauspieler Patrick O’Neal. Yates las O’Neals Drehbuch und fand es „ätzend“ (“godawfull”), O’Neal lehnte jedoch ab, die Rechte wieder an Yates zu verkaufen. Yates starb 1992, O’Neal zwei Jahre darauf, und das Projekt befand sich in der Schwebe bis David Thompson schließlich die Rechte für BBC Films erwarb. Im März 2007 gründete BBC Films eine Partnerschaft mit DreamWorks, und die Rechte am weltweiten Verkauf des Films wurden Paramount, dem Besitzer von DreamWorks, überschrieben. Am 14. Februar 2008 berichtete The Hollywood Reporter, dass Paramount angekündigt habe, Paramount Vantage übernehme den Vertrieb von Zeiten des Aufruhrs.

Beim Drehen des Films arbeitete Regisseur Sam Mendes erstmals mit seiner Ehefrau Kate Winslet zusammen. Winslet hatte bereits 1997 für Titanic mit Leonardo DiCaprio und Kathy Bates vor der Kamera gestanden. Die Drehorte lagen in Connecticut und im Bundesstaat New York. Nach der Premiere am 15. Dezember 2008 in Los Angeles wurde Revolutionary Road ab dem 26. Dezember 2008 in den USA gezeigt, ab 15. Januar 2009 in Deutschland.

Zeiten des Aufruhrs wurde von der Motion Picture Association of America mit einer Bewertung R (Restricted) versehen, so dass in den Vereinigten Staaten Jugendliche unter 17 Jahren den Film nur in Begleitung eines Erwachsenen ansehen dürfen. Als Grund für diese Einordnung werden Sprache, sexuelle Inhalte und Nacktheit angegeben.

Die Kritik sieht das Darstellerpaar aus Titanic (1997), Kate Winslet und Leonardo DiCaprio, als Inbegriff des romantischen Paares an, als „Filmliebespaar des ausgehenden Jahrhunderts“, das nun endgültig ins Unglück stürzt. Dieses Unglück sei die Normalität, und Zeiten des Aufruhrs eine kluge Antithese zu Titanic, wo die Liebe den Tod überwand, während sie hier der alltäglichen Banalität unterliege. Man kann es als Erkundung verstehen, wie das Paar wohl gelebt hätte, wenn der Dampfer nicht abgesoffen wäre, als ein „Augenreiben nach der exzessiven Titanic-Untergangsnacht“. Die taz findet das Drama über zwei, denen die Luft ausgeht, alarmierender als die Sirenen der Titanic. Seit ihrem damaligen Auftritt seien die Darsteller „enorm gereift“.

Während die Handlung in Titanic das Selbstbewusstsein der Winslet’schen Figur bestärkte, werden hier die Träume entzaubert. Die Liebe zerschellt am Eis der kalten 1950er Jahre, dargestellt als Periode gepflegter Oberflächlichkeit, hinter der depressive Leere steckt. Darin übertreffe der Film auch Dem Himmel so fern (2002). Auch Vergleiche mit Wer hat Angst vor Virginia Woolf? werden gezogen. Die Qualität des Films sei besonders der Romanvorlage zu verdanken. Er zeige „die ganze Enge einer auf Sicherheit ausgerichteten Gesellschaft“, in der die Menschen durch „Konformitätsdruck in eine erdrückend banale Existenz“ gezwungen werden. Zeiten des Aufruhrs führe eine Ehe, die an Banalität zerbricht, und das keimfreie Dasein brutal vor. Die Produktion sei ein Zeichen für das Bedürfnis vieler Amerikaner nach Wahrhaftigkeit. Sie konfrontiere Zuschauer, die sich in einer ähnlicher Lebenslage befinden, mit entsetzlichen Wahrheiten und zwinge sie, sich den Fragen über das eigene Leben zu stellen.

Die Cinema empfindet DiCaprios und Winslets Darstellung als „fast schon brutal intensiv“. Die beiden Hauptdarsteller setzen für die Frankfurter Rundschau innere Zustände hervorragend in Mimik und Gesten um. Winslet sei zu Recht mit dem Golden Globe ausgezeichnet. Der Standard jedoch meint, sie spielten posenhaft. Für den Tagesspiegel ist Winslet ein Ereignis, sie zeigt Aprils Zusammenfallen mit verstörender Intensität. Gemäß Neue Zürcher Zeitung spielt sie eindrücklich, ihre April scheine stets kurz vor dem Ausbruch latenter Gefühle zu stehen, während die Süddeutsche bei ihr Gesten von unglaublicher Eleganz sieht. Die Welt findet, dass sie sich tief in die Rolle steigere und ihr Publikum mitreiße, die Zeit, dass sie nicht spiele, sondern ihre Rolle durchlebe. DiCaprio gelinge es, differenzierte Gemütsregungen zu zeigen, findet der Tagesspiegel, doch die Neue Zürcher Zeitung hat bemerkt, dass er in einigen Szenen seinen Text aufsage. Er bemühe sich, bleibe jedoch harmlos, so dass ihn Winslet an die Wand spiele, urteilen die taz und die Welt.

Es sei kein Wohlfühlfilm, vielmehr „recht elegisch“, ein großartiges Melodrama, geduldig und leise erzählt, tragisch und deprimierend. In unaufdringlichen Bildern der Melancholie erzeuge Regisseur Mendes eine schöne leise Traurigkeit. Der Ton sei traurig-komisch, es gebe grimmigen Humor, Satire aber nur bei Nebenfiguren. Mendes versetze das Publikum mit faszinierender Leichtigkeit in die muffige Welt der 1950er. Das geradlinige, klar sprechende Drehbuch enthalte messerscharfe Dialoge, sagt die Neue Zürcher Zeitung, der Frankfurter Rundschau ist der Film aber zu dialoglastig. Die Form des ausweglosen Melodramas schnüre die beiden mindest so fest ein wie die gesellschaftlichen Konventionen (Die Welt), in den durchkomponierten Tableaus gebe es kein Entkommen (Der Standard). Der Tagesspiegel schätzt Mendes’ Inszenierung als präzise und kalt ein, dem Standard zufolge bleibe sein Blick zu unbeteiligt, Die Presse findet seine Herangehensweise handwerklich gekonnt, aber gefühlskalt.

Die Welt hält fest, der Film enthalte neben der Anklage jener Ära auch eine gewisse Verklärung, da Franks Bürowelt verglichen mit heute geruhsam erscheine. Zeit und Tagesspiegel finden, die regelmäßig wie Fremdkörper in die Szenerie gelangenden Kinder des Paares blieben schemenhaft. Die Frankfurter Rundschau stört sich an der überdeutlichen Filmsprache, die mit ihrer Perfektion die Intensität der Darsteller unterläuft. Kein gutes Haar lassen Presse und Standard an der Regie, welche die Figuren herablassend behandle; die Konflikte der Figuren wirkten aufgesetzt und künstlich, es sei ein stocksteifer Film, dessen „Neurosencocktail“ die Gesellschaft als Ganzes bezeichnen solle, aber nichts über die Welt aussage, und visuell zu gediegen und schön daherkomme.

Die Washington Post sieht in Zeiten des Aufruhrs ein Prequel des Sam-Mendes-Films American Beauty und lobt neben der hervorragenden Leistung von Michael Shannon besonders Kate Winslets Darstellung. Auch The Hollywood Reporter sieht, stärker noch als andere, Parallelen zu American Beauty, die bis auf die Ebene der Bildkomposition oder der musikalischen Untermalung reichen. Doch für den Rezensenten ist Zeiten des Aufruhrs eine belehrende und emotional schwülstige Kritik der seelenlosen Vorstädte.

Die New Yorker Daily News findet Winslet sensationell, auch DiCaprios Darstellung sei erfolgreich, doch der Film im Ganzen komme – indem er einige von Yates’ wichtigen Gedanken aufgreife – zwar der Romanvorlage nahe, bleibe jedoch letztlich dahinter zurück. In diese Richtung geht auch die Kritik der New York Times, die bemerkt, dass wenig passiert in der Geschichte zweier normaler Leben, die sich an den Rändern berühren. Solche Romane verpfusche Hollywood leicht, weil viel in den Köpfen der Charaktere stattfinde, die Hauptfiguren nicht sonderlich sympathisch seien und Pessimismus ohne offensichtliche Erlösung sich schlecht verkaufe. Die Regie, so das abschließende Urteil, gehe zu distanziert, zu professionell und diagnostisch mit dem Stoff um, der seinen Reiz in der persönlichen Betroffenheit habe, die die Romanvorlage offenbare. Mendes inszeniere die Tragödie prachtvoll und symbolisch, vergesse dabei jedoch dass es sich eben nicht nur um Theater handle, sondern auch um etwas wie das Leben.

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Golden Globe 2007

Bester Regisseur: Martin Scorsese für Departed – Unter Feinden.

Die 64. Verleihung der Golden Globes 2007, die die Hollywood Foreign Press Association (HFPA) jedes Jahr in den Bereichen Film (14 Kategorien) und Fernsehen (11 Kategorien) vergibt, fand am 15. Januar statt. In Deutschland wurde die Gala am Dienstagmorgen, 16. Januar, live von 2 bis 5.10 Uhr vom Privatsender ProSieben übertragen.

Als erfolgreichster Film setzte sich mit drei Auszeichnungen Bill Condons Musical-Verfilmung Dreamgirls durch. Fünfmal für den Golden Globe nominiert, gewann der Film mit Jamie Foxx und Beyoncé Knowles in den Kategorien bester Film (Komödie oder Musical) und den beiden Nebendarsteller-Kategorien (Jennifer Hudson und Eddie Murphy). Dicht dahinter mit zwei Auszeichnungen folgt Stephen Frears Drama Die Queen. Hauptdarstellerin Helen Mirren setzte sich erwartungsgemäß als beste Schauspielerin in einem Drama durch, während Drehbuchautor Peter Morgan für sein Filmskript geehrt wurde. Die ebenfalls als Favoriten gehandelten Filmproduktionen Babel (7 Nominierungen) und Departed – Unter Feinden (6 Nominierungen) konnten sich jeweils in einer Kategorie durchsetzen. Alejandro González Iñárritus moderne Parabel auf den biblischen Turmbau wurde als bestes Filmdrama ausgezeichnet, während Martin Scorsese den Regie-Preis für seinen Thriller mit Leonardo DiCaprio und Jack Nicholson in Empfang nehmen konnte. Dabei setzte sich Scorsese u. a. gegen den zweifach nominierten Clint Eastwood (Flags of Our Fathers und Letters from Iwo Jima) durch, gegen den er bei der Oscarverleihung 2005 mit seinem Drama Aviator unterlegen war. Mit dem erstmals im Jahr 2007 vergebenen Preis für den besten Animationsfilm wurde die Pixar-Produktion Cars von Regisseur John Lasseter bedacht.

Unprämiert blieben aus deutscher Sicht die Filmmusik von Komponist Hans Zimmer (The Da Vinci Code – Sakrileg) und Florian Henckel von Donnersmarcks Film Das Leben der Anderen. Während Zimmer dem Franzosen Alexandre Desplat (Der bunte Schleier) unterlag, verlor das mit dem Europäischen Filmpreis prämierte Stasi-Drama in der Kategorie beste fremdsprachige Produktion gegen Clint Eastwoods Kriegsfilm Letters from Iwo Jima. Über ihre zwei Nominierungen nicht hinaus kamen die US-amerikanischen Schauspieler Annette Bening (Krass; Mrs. Harris) und Leonardo DiCaprio (Departed – Unter Feinden; Blood Diamond), der Brite Chiwetel Ejiofor (Kinky Boots – Man(n) trägt Stiefel; Tsunami – Die Killerwelle), sowie die Australierin Toni Collette (Little Miss Sunshine; Tsunami – Die Killerwelle). Schon im Vorfeld keinen Eindruck bei den Golden-Globe-Juroren hinterlassen konnte dagegen Paul Greengrass' Drama Flug 93. Der Film, der sich gemeinsam mit Oliver Stones World Trade Center des US-amerikanischen Traumas des 11. September 2001 annimmt, war wenige Tage vor der Bekanntgabe der Nominierungen mit dem Preis des New York Film Critics Circles ausgezeichnet worden. Ebenfalls nicht berücksichtigt wurde Ryan Flecks Independentfilm Half Nelson, in dem Ryan Gosling mit der Rolle eines drogensüchtigen Junior-High-School-Lehrers die US-amerikanischen Kritiker überzeugen konnte und die britische Theaterverfilmung The History Boys von Nicholas Hytner. Seine Nominierung in einen Sieg umsetzen konnte dagegen der US-Amerikaner Forest Whitaker, der sich für sein vielfach gepriesenes Porträt des ugandischen Diktators Idi Amin (1928–2003) in Kevin Macdonalds Politfilm Der letzte König von Schottland als bester Dramadarsteller durchsetzte. Als bester Komödiendarsteller wurde der Brite Sacha Baron Cohen für seinen fiktionalen Dokumentarfilm Borat ausgezeichnet. Die Mockumentary über die Erlebnisse eines kasachischen TV-Reporters in den USA konnte allein in den Vereinigten Staaten mehr als 126 Millionen US-Dollar (ca. 97,5 Millionen Euro) einspielen. Für sein Lebenswerk wurde der 69-jährige Warren Beatty mit dem Cecil B. DeMille Award geehrt. Der US-Amerikaner, der 1962 von der Hollywood Foreign Press Association als bester Nachwuchsdarsteller geehrt worden war, hatte sowohl als Schauspieler wie auch als Regisseur, Drehbuchautor und Filmproduzent Erfolge gefeiert und wurde 1982 für das Historiendrama Reds mit dem Golden Globe und dem Oscar als bester Regisseur ausgezeichnet.

In den Fernsehkategorien galten mit je vier Nominierungen die Serien Weeds und Grey’s Anatomy – Die jungen Ärzte als Golden-Globe-Aspiranten, aber nur die in Deutschland auf ProSieben ausgestrahlte Ärzteserie konnte ihrem Favoritenstatus gerecht werden und gewann den Preis für die beste Drama-Serie. Mit drei Golden Globes prämiert wurde Tom Hoopers Historienfilm Elizabeth I, der als beste Mini-Serie bzw. Fernsehfilm und in zwei Darstellerkategorien (Helen Mirren und Jeremy Irons) triumphieren konnte. Zwei Auszeichnungen erhielt das auf dem Fernsehsender ABC ausgestrahlte Format Alles Betty!, das US-amerikanische Pendant zu Verliebt in Berlin, mit der 22-jährigen Kalifornierin America Ferrera als Titelheldin, sowie Stephen Poliakoffs Drama Gideon's Daughter mit Bill Nighy und Emily Blunt in den Hauptrollen.

Die Filme wurden u. a. von Naomi Watts, Charlie Sheen, Cameron Diaz und Jeremy Irons präsentiert. Den Golden Globe präsentierte Arnold Schwarzenegger.

Die Filme wurden u. a. von Steve Carell, Jamie Foxx, Dustin Hoffman und Sarah Jessica Parker präsentiert. Den Golden Globe präsentierte Jennifer Lopez.

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Kate Winslet

Kate Winslet (2007)

Kate Elizabeth Winslet (* 5. Oktober 1975 in Reading, Berkshire) ist eine britische Schauspielerin, die u. a. mit den Filmpreisen Oscar und Golden Globe ausgezeichnet wurde. Weltweite Bekanntheit erlangte sie durch ihre Rolle als Rose DeWitt Bukater in James Camerons Filmdrama Titanic, das zum erfolgreichsten Film aller Zeiten avancierte.

Kate Winslet stammt aus einer Familie mit Schauspieltradition: Ihre Großeltern mütterlicherseits leiteten das Theater in Reading, ihre Eltern Sally Ann Bridges und Roger John Winslet, waren früher beide Schauspieler und ihr Onkel Robert Bridges war unter anderem im Musical Oliver! im Londoner West End ein gefeierter Star. Ihre jüngere und ältere Schwester, Beth und Anna Winslet, sind ebenfalls als Schauspielerinnen tätig.

Winslet begann ihre Karriere 1986 im Alter von elf Jahren, als sie Schauspielunterricht an der Redroofs Theatre School in Maidenhead nahm und ihre erste darstellende Rolle in einem Werbespot für Frühstücksflocken ergatterte. Sie spielte aber auch – vorwiegend in der Schule – Theater. So war sie unter anderem als Pandora in dem Musical Adrian Mole, als Wendy in Peter Pan, als Sarah in A Game of Soldier und als Geraldine in What the Butler Saw zu sehen. Sie hatte ihr Fernsehdebüt in dem britischen Fernsehdrama Shrinks (1990), gefolgt von Auftritten in den Fernsehserien Casualty (1990), Dark Season (1991), Get Back (1992) und dem Fernsehfilm Anglo-Saxon Attitudes (1992).

Bei den Dreharbeiten zu Dark Season lernte Winslet den britischen Schauspieler Stephen Tredre kennen, der in der Serie zwei Gastauftritte hatte. Die beiden verliebten sich, und gemeinsam mieteten sich die damals fünfzehnjährige Winslet und der bereits 28-jährige Tredre eine Wohnung in London. Trotz der Trennung nach fünf Jahren Beziehung bestand eine tiefe Freundschaft zwischen den beiden bis zu Tredres frühem Krebstod am 8. Dezember 1997.

Ihr Filmdebüt hatte Kate Winslet 1994 in Peter Jacksons Film Heavenly Creatures, in dem sie eine minderjährige Mörderin spielte. 1995 hatte sie als Marianne Dashwood in Ang Lees Verfilmung von Jane Austens Sinn und Sinnlichkeit ihren Durchbruch und spielte darin neben einer ganzen Reihe von erfolgreichen britischen Schauspielern wie Emma Thompson, Hugh Grant, Alan Rickman und Greg Wise. Für ihre Darstellung wurde sie zudem erstmals für einen Oscar als beste Nebendarstellerin nominiert.

1996 spielte sie die rebellische Sue Bridehead in Michael Winterbottoms Drama Herzen in Aufruhr. Nachdem sie im selben Jahr auch erfolgreich die Ophelia in Kenneth Branaghs Shakespeare-Verfilmung Hamlet gespielt hatte, wurde Hollywood auf sie aufmerksam.

Kate Winslet wurde für die Rolle der jungen Rose DeWitt Bukater ausgewählt, die sie in James Camerons Verfilmung vom Untergang der Titanic spielen sollte. Für ihren Auftritt wurde sie für den Oscar als beste Hauptdarstellerin nominiert und erhielt als bislang jüngste Schauspielerin zwei Oscar-Nominierungen. Der Film selbst erhielt elf Preise, unter anderem als bester Film und für die beste Regie, Winslet ging jedoch leer aus.

Am 22. November 1998 heiratete sie Jim Threapleton, Assistenz-Regisseur ihres 1999 veröffentlichten Filmes Marrakesch, und bekam am 12. Oktober 2000 ihr erstes Kind, eine Tochter. Zwei Jahre später ließ sich Winslet wieder von Threapleton scheiden.

Nach ihrem Auftritt in Jane Campions Holy Smoke (1999) spielte Winslet weitere anspruchsvolle Rollen und Charaktere in den Independent-Filmen Quills – Macht der Besessenheit (2000) und Enigma – Das Geheimnis (2001).

Nachdem sie 2001 der Figur Belle in der Animations-Verfilmung des Weihnachtsklassikers Christmas Carol: The Movie die Stimme lieh, nahm sie auch das Lied What If auf und veröffentlichte es, um die Verkaufserlöse wohltätigen Einrichtungen zu spenden. Die Single erreichte in der britischen Hitparade den sechsten Rang und platzierte sich in mehreren Ländern auf Platz 1. Eine weitere Karriere im Musikgeschäft lehnte Winslet ab.

Für den Film Iris, in dem sie die Schriftstellerin Iris Murdoch in deren jungen Jahren darstellte, wurde Winslet erneut für den Oscar als beste Nebendarstellerin vorgeschlagen. Auch ihre Filmkollegen Judi Dench und Jim Broadbent erhielten Nominierungen für ihre Leistungen in der Lebensverfilmung. Bei der Verleihung erhielt jedoch nur Jim Broadbent den Oscar als bester Nebendarsteller.

Seit dem 24. Mai 2003 ist Kate Winslet mit Regisseur Sam Mendes verheiratet. Am 22. Dezember 2003 brachte sie ihren ersten gemeinsamen Sohn in New York zur Welt.

Nach ihrem Auftritt in dem Thriller Das Leben des David Gale an der Seite von Kevin Spacey und Laura Linney war sie im Jahr 2004 gleich in zwei von Publikum und Kritikern gleichermaßen gelobten Kinofilmen zu sehen. Zum einen neben Johnny Depp und Dustin Hoffman im Drama Wenn Träume fliegen lernen und zum zweiten neben Jim Carrey und Kirsten Dunst in Vergiss mein nicht!.

Vergiss mein nicht! bescherte Winslet ihre nächste eigene Oscar-Nominierung als beste Hauptdarstellerin. Den Preis erhielt sie wieder nicht, dennoch gelang Kate Winslet etwas, was vor ihr noch keine andere Schauspielerin geschafft hatte: vier Oscar-Nominierungen noch vor dem 30. Geburtstag.

In den Jahren 2005 und 2006 stand Winslet gleich mit mehreren anderen Schauspielgrößen vor der Kamera. In Romance & Cigarettes spielte sie mit James Gandolfini, Susan Sarandon und Christopher Walken und in Das Spiel der Macht mit Sean Penn, Jude Law und – erneut – James Gandolfini. Außerdem lieh sie der Ratte Rita in dem Animationsfilm Flutsch und weg ihre Stimme.

Ende 2006 spielte Winslet in dem für sie erfolgreichsten Film seit Titanic. In der Komödie Liebe braucht keine Ferien von Regisseurin Nancy Meyers spielen Kate Winslet und Cameron Diaz zwei Frauen, die aus Liebeskummer einen Tapetenwechsel brauchen und einfach ihre Häuser und ihre Lebensverhältnisse tauschen.

Ihre fünfte Nominierung für einen Oscar erhielt Winslet Anfang 2007 in der Kategorie Beste Hauptdarstellerin für ihren Film Little Children (2006), in dem sie eine junge Mutter spielt, die zusehen muss, wie ihre Familie zu zerbrechen droht und sich deshalb in die Arme ihres Nachbarn flüchtet. Allerdings musste Winslet sich ihrer britischen Kollegin Helen Mirren geschlagen geben, die mit ihrer Darstellung der britischen Königin Elisabeth II in Die Queen ohnehin als haushohe Favoritin für den Oscar galt. Trotzdem geht Winslet im Alter von 32 Jahren als jüngste Schauspielerin mit fünf Nominierungen nun endgültig in die Geschichte der Oscars ein und brach den bislang von Olivia de Havilland (fünfte Nominierung im Alter von 33 Jahren) gehaltenden Rekord.

Zehn Jahre nach Titanic standen Kate Winslet und Leonardo DiCaprio ab April 2007 wieder gemeinsam vor der Kamera. Unter der Regie von Winslets Ehemann Sam Mendes spielen die beiden in dem Film Zeiten des Aufruhrs, der auf dem gleichnamigen Roman von Richard Yates aus dem Jahre 1961 basiert, das Ehepaar Wheeler, das sich in den 1950er-Jahren nach Außen glücklich und harmonisch zeigt, dessen Liebe jedoch im Inneren zu verwelken droht. Im selben Jahr war Winslet unter der Regie von Stephen Daldry in der Verfilmung des Bestseller-Romans Der Vorleser von Bernhard Schlink zu sehen, nachdem Nicole Kidman wegen ihrer Schwangerschaft absagte. Stephen Daldry führt Regie und David Hare (The Hours) schrieb das Drehbuch. 2009 erhielt sie für die Rollen der April Wheeler und der Hanna Schmitz den Golden Globe Award als beste Hauptdarstellerin in einem Drama und als beste Nebendarstellerin.

Am 22. Februar 2009 erhielt sie bei der Oscar-Verleihung den Oscar für die beste weibliche Hauptdarstellerin in dem Film Der Vorleser.

In deutschen Fassungen wird Winslet meistens von Ulrike Stürzbecher synchronisiert.

Im Jahr 2001 wurde der Titel What If aus dem Animationsfilm „Eine Weihnachtsgeschichte“ veröffentlicht, der von Kate Winslet gesungen wurde.

Im Jahr 2000 bekam sie den Grammy Award in der Kategorie „Best Spoken Word Album for Children" für Listen To The Storyteller.

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Martin Scorsese

Martin Scorsese mit Leonardo DiCaprio und Cameron Diaz bei den Filmfestspielen in Cannes, 2002

Martin Marcantonio Luciano Scorsese (* 17. November 1942 in Queens, New York) ist ein US-amerikanischer Regisseur, Drehbuchautor und Filmproduzent italienischer Herkunft. Er gilt als einer der einflussreichsten Regisseure des späten zwanzigsten Jahrhunderts.

Der jüngste Sohn zweier Textilarbeiter war als Asthmatiker ans Krankenbett gefesselt, worin er erste Drehbücher und Storyboards verfasste. 1950 zog die Familie nach Little Italy, wo Scorsese erstmals mit der Kirche in Berührung kam und beschloss, Priester zu werden. Nach dem Rauswurf aus der Jesuitenschule strebte er eine Ausbildung als Lehrer an, entschied sich an der New York University 1960 aber für die Filmkunst. Mit finanzieller Unterstützung seines Dozenten drehte Scorsese erste preisgekrönte Kurzfilme und schloss sein Bachelor-Studium 1965 ab. Während er seinen M.A. machte, arbeitete er vier Jahre an seinem Spielfilm-Debüt Who's that knocking at my door? (1967), dessen Budget von 75.000 Dollar ihn finanziell ruinierte. Scorsese unterrichtete an der Universität spätere Star-Regisseure wie Oliver Stone und Jonathan Kaplan, bevor er nach Kalifornien zog und dort lebenslange Freundschaften mit Francis Ford Coppola, Steven Spielberg und George Lucas schloss. Im Herbst 1971 drehte er für Filmlegende Roger Corman seinen ersten Hollywood-Film Die Faust der Rebellen, der trotz durchwachsener Kritiken sein Publikum fand.

Nachdem er in die Gewerkschaft der Regisseure aufgenommen wurde, drehte Scorsese 1973 mit Hexenkessel seinen ersten kommerziell erfolgreichen Autorenfilm, der ihn schlagartig bekannt machte und seinem Darsteller Robert De Niro erste Anerkennung brachte. Der große Durchbruch gelang Scorsese aber ein Jahr später mit Alice lebt hier nicht mehr (1974), der Titelheldin Ellen Burstyn den Oscar einbrachte, und dem Welterfolg Taxi Driver (1976), dem Gewinner der Goldenen Palme des Filmfestivals von Cannes. Als wichtigster Filmemacher seiner Generation gefeiert, begannen mit dem Erfolg auch die Drogensucht, stürmische Affären und künstlerische Höhenflüge: Seine Idee, das große Hollywood-Musical mit Liza Minnelli und Robert De Niro wiederzubeleben, scheiterte mit dem 1977 veröffentlichten New York, New York, das nach zweijähriger Produktion bei Kritik und Publikum durchfiel. Minnelli wurde von Scorsese im selben Jahr in seinem Broadway-Debüt als Theaterregisseur mit dem Musical The Act eingesetzt, das es von Oktober 1977 bis Juli 1978 auf über zweihundert Aufführungen brachte und seiner Hauptdarstellerin den Tony Award bescherte. Obwohl der 1980 entstandene Boxerfilm Wie ein wilder Stier als Meisterwerk gehandelt wurde, blieb Scorseses Ruf als Kassengift bestehen und ließ auch die boshafte Komödie King of Comedy (1983) an der Kinokasse floppen. Einzig die von ihm initiierte Kampagne zur Restaurierung alter Hollywoodfilme brachte ihm positive Presse. Wegen massiver Proteste religiöser Gruppierungen wurden 1983 die Dreharbeiten zur langvorbereiteten Jesus-Verfilmung Die letzte Versuchung Christi abgesagt.

Auf dem Filmfestival von Cannes wurde Scorsese 1986 als bester Regisseur für Die Zeit nach Mitternacht ausgezeichnet und zurück ins Rampenlicht katapultiert: Sein Billard-Drama Die Farbe des Geldes spielte weltweit 130 Mio. Dollar an der Kinokasse ein, Die letzte Versuchung Christi (1988) wurde trotz Boykotts christlicher Gruppen ein Achtungserfolg, und Good Fellas – Drei Jahrzehnte in der Mafia (1990) galt seit seinem Erscheinen als bester Film des Jahrzehnts. Mit dem Thriller-Remake Kap der Angst (1991) und dem Kostümfilm Zeit der Unschuld (1993) betrat Scorsese künstlerisches Neuland und 1995 schloss mit Casino seine Mafia-Trilogie ab, die er mit Hexenkessel und Good Fellas begonnen hatte. Auch die Verfilmung der Jugendjahre des Dalai Lama (Kundun, 1997) und das New-York-Drama Bringing Out the Dead (1999) wurden von der Filmkritik gelobt, aber den kommerziellen Höhepunkt seiner Karriere erreichte Scorsese mit Gangs of New York (2002), Aviator (2004) und Departed – Unter Feinden (2006), jeweils mit Leonardo DiCaprio in der Hauptrolle.

Obwohl Martin Scorsese als einer der wichtigsten zeitgenössischen US-Filmemacher gilt, blieb ihm der Regie-Oscar lange Zeit verwehrt. Erst 26 Jahre nach seiner ersten Nominierung für Wie ein wilder Stier gewann er 2007 den Academy Award für Departed – Unter Feinden, ein US-amerikanisches Remake des Hongkonger Films Infernal Affairs. Insgesamt konnte das Gangsterepos mit Leonardo DiCaprio, Matt Damon, Jack Nicholson und Mark Wahlberg vier Oscars gewinnen und brachte ihm außerdem den Golden Globe und den Preis der Directors Guild of America ein, für den er 2007 nach unter anderem Taxi Driver und Good Fellas zum siebten Mal nominiert gewesen war, den er jedoch nie bekommen hatte.

Neben der Arbeit als Filmregisseur, Drehbuchautor und Produzent, zeigte sich Scorsese auch für zahlreiche Dokumentationen verantwortlich. Autobiographische Werke wie Italianamerican (1974) stehen dabei Künstlerporträts über Elvis Presley (Elvis on Tour, 1972), die kanadisch-amerikanische Rockband The Band (The Band, 1978), Giorgio Armani (Made in Milan, 1990) oder Bob Dylan (No Direction Home – Bob Dylan, 2005) gegenüber. Als Schauspieler absolvierte Scorsese kleinere Auftritte in seinen Filmen Gangs of New York, Taxi Driver und Aviator, sowie in Robert Redfords preisgekröntem Drama Quiz Show (1994). Als Cutter wirkte er am Anfang seiner Karriere an dem Kurzfilm The Big Shave und den beiden Dokumentationen Woodstock (1970) und Elvis on Tour (1972) mit, während der 1,63 m große Filmemacher 2004 in dem Animationsfilm Große Haie – Kleine Fische einer nach ihm gezeichnetete Figur seine Stimme lieh.

Martin Scorsese ist seit 1999 mit der Filmproduzentin Helen Morris verheiratet. Dies ist die fünfte Ehe für den US-Amerikaner, der unter anderem zuvor der Gatte der bekannten italienischen Filmschauspielerin Isabella Rossellini (1979–1983) und der Filmproduzentin Barbara De Fina (1985–1991) war und Vater dreier Kinder ist. Seine 1976 und 1999 geborenen Töchter Domenica Cameron-Scorsese (aus der Ehe mit der Drehbuchautorin und Regisseurin Julia Cameron) und Francesca Scorsese (aus der Ehe mit Morris) betraute er mit kleinen Schauspielrollen in einigen seiner Filme. 2003 wurde Scorsese mit einem Stern auf dem Hollywood Walk of Fame geehrt (6801 Hollywood Boulevard).

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Source : Wikipedia