Lanxess

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Geschrieben von daneel 23/04/2009 @ 02:13

Tags : lanxess, chemie, wirtschaft

Neueste Nachrichten
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Köln - Lanxess-Arena gegen Jugendamt Zoff um “Free-Fight-Show ... - Express.de
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Lanxess erweitert Kautschukangebot - Kautschukindustrie
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LANXESS neues Kursziel - AktienCheck
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Lanxess sieht Umsatz und Ergebnis 2009 unter Vorjahr - FOCUS Online
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Lanxess: Höherer Fair Value - 4investors
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ANALYSE/JPM erhöht BASF und Lanxess auf Overweight (Neutral) - FOCUS Online
Die Analysten von JP Morgan (JPM) erkennen Bewertungspotenzial bei den Aktien von Lanxess, BASF und Rhodia. Nachdem die defensiven Chemiewerte in den vergangenen 12 Monaten die zyklischen Aktien deutlich hinter sich gelassen hätten, sei es nun an der...
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Lanxess

LANXESS AG

Die Lanxess AG (LANXESS AG) ist ein Spezialchemie-Konzern mit Sitz in Leverkusen und entstand 2004 aus einem Spin-Off der Chemie- und Teilen der Polymersparte der Bayer AG.

Die Wurzeln des Unternehmens reichen bis ins Jahr 1863 zurück. Im Rahmen der letzten großen Umstrukturierungsmaßnahme der Bayer AG wurde die Polymersparte in ein eigenständiges Unternehmen ausgegliedert.

Der Kunstname setzt sich aus dem französischen Wort „lancer“ (in Gang bringen, lanzieren) und dem englischen Wort „success“ (Erfolg) zusammen.

2006 startete Lanxess ein Restrukturierungsprogramm. Der Vorstand unter dem Vorsitz von Axel C. Heitmann beschloss eine Neuausrichtung der ertragsschwachen Geschäftsbereiche Styrenic Resins und Fine Chemicals. Die Geschäfte von Fine Chemicals wurden in das selbstständige Tochterunternehmen Saltigo GmbH überführt. Das Dorlastan-Geschäft wurde an das japanische Unternehmen Asahi Kasei Fibers verkauft. Die ISL-Chemie aus Kürten, die Farbpasten und Speziallacke herstellt, wurde für 20 Millionen Euro an die Schweizer Berlac AG aus Sissach veräußert. Der Geschäftsbereich Paper wurde für 88 Millionen Euro an den finnischen Papierkonzern Kemira Oyj, (Helsinki) abgegeben.

Im Juni 2007 brachte Lanxess seine Tochtergesellschaft Lustran in ein Gemeinschaftsunternehmen mit dem britischen Chemiekonzern Ineos Ltd. ein. Der Ausstieg von Lanxess wird in zwei Schritten abgewickelt: Zunächst gründet Lanxess ein Gemeinschaftsunternehmen mit Ineos, das 51 Prozent der Anteile von Lustran Polymers übernahm. Nach eigenen Angaben zahlte das Unternehmen Ineos im September 2007 etwa 35 Millionen Euro.

Im Dezember 2007 gab Lanxess bekannt, den brasilianischen Chemiekonzern Petroflex S.A. zu übernehmen. Damit stärkte das Leverkusener Unternehmen sein globales Kautschukgeschäft.

Seit dem 2. Juni 2008 trägt die Kölnarena in Köln den Namen Lanxess-Arena aufgrund einer auf zehn Jahre vertraglich geregelten Kooperation zwischen den Betreibern der Kölnarena und dem Konzern.

Im August 2008 kündigte die Lanxess AG an, die Firmenzentrale von Leverkusen nach Köln zu verlegen. Der Umzug soll bis zum Jahr 2011 vollständig abgeschlossen sein. Im Januar 2009 wurde bekannt, dass der Umzug verschoben wird.

Am Umsatz gemessen ist Lanxess der viertgrößte Chemiekonzern in Deutschland. Die Gesellschaft verfügt über ein umfangreiches Portfolio aus den Bereichen Spezial-, Basis- und Feinchemikalien sowie Kunststoffe und Kautschuke.

Das Segment Performance Polymers umfasst die Geschäftsbereiche Butyl Rubber (BTR), Performance Butadiene Rubber (PBR), Semi-Crystalline Products (SCP) und Technical Rubber Products (TRP).

Das Segment Advanced Intermediates umfasst die Geschäftsbereiche Basic Chemicals (BAC), und Saltigo (SGO).

Das Segment Performance Rubber umfasst die Geschäftsbereiche Functional Chemicals (FCC), Inorganic Pigments (IPG), Ion Exchange Resins (ION), Leather (LEA), Material Protection Products (MPP), Rhein Chemie (RCH) und Rubber Chemicals (RUC).

Die Business Unit Inorganic Pigments (BU IPG) des Konzern Lanxess ist weltweit einer der führenden Hersteller von Eisenoxid- und Chromoxidpigmenten und synthetisiert diese Pigmente in Deutschland (Krefeld-Uerdingen) und Brasilien (Porto Feliz). Daneben werden auch staubarme Granulate, Kompaktate und Slurries angeboten.

Diese Business Units werden wiederum von 15 Group Functions unterstützt. Eine Group Function hat beratende Funktion gegenüber den Business Units und ist ein Dienstleister im eigenen Unternehmen. Bei Lanxess sind dies Accounting (ACC), Corporate Communications (COM), Corporate Controlling (CON), Corporate Development (DEV), Human Resources (HR), Industrial & Environmental Affairs (IEA), Information Technology (IT), Internal Auditing (IA), Investor Relations (IR), Law & Intellectual Property (LIP), Mergers & Acquisitions (MA), Procurement (PRO), Tax und Treasury (TR).

Die hundertprozentige Tochterfirma Aliseca ist für die technische Instandhaltung zuständig.

Lanxess ist in 21 Ländern vertreten. Weltweit sind ca. 15.200 Mitarbeiter beschäftigt (Stand: 2. April 2008).

In Deutschland betreibt Lanxess 10 Standorte, darunter die Konzernzentrale in Leverkusen. Außerdem gibt es Niederlassungen in Bitterfeld, Brunsbüttel, Dormagen, Hamm-Uentrop, Köln, Krefeld-Uerdingen, Langenfeld, Mannheim und Marl.

In Europa und Afrika unterhält das Unternehmen Standorte in Antwerpen, Barcelona, Branston, Castres, Filago, Granges-Paccot, Isithebe, Johannesburg, La Wantzenau, Merebank, Milano, Newbury, Newcastle, Paris, Port Jérôme, Rustenburg, Tarragona, Vilassar de Mar und Zwijndrecht.

Lanxess möchte besonders im Raum Asien-Pazifik mehr Präsenz zeigen. Es existieren bereits vier regionale Konzernzentralen in Seoul, Shanghai, Singapur und Tokyo. Außerdem gibt es Niederlassungen in Hong Kong, Jinshan, Kandla, Katol, Madurai, Map Ta Phut, Moxi, Nandesari, Qingdao, Sydney, Thane, Tongling, Toyohashi, Weifang und Wuxi.

Standorte im Raum Nord-, Süd- und Mittelamerika sind Addyston, Baytown, Birmingham, Buenos Aires, Bushy Park, Chardon, Lerma, Mexiko-Stadt, Orange, Pittsburgh, Porto Feliz, Sao Paolo, Sarnia, Starpointe und Zarate.

Um den Aktienindex DAX korrekt berechnen zu können, notierte Lanxess am 31. Januar 2005 für einen einzigen Tag im DAX, der damit zum ersten Mal in seiner Geschichte 31 Werte umfasste. Am nächsten Tag wurde dann die Gewichtung des Bayer-Konzerns mit Hilfe des Schlusskurses von Lanxess neu berechnet.

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Lanxess Arena

Lanxess Arena

Die Lanxess Arena (bis 31. Mai 2008 Kölnarena) ist eine Multifunktionshalle.

Mit bis zu 20.000 Plätzen (variiert je nach Veranstaltung und ist abhängig vom Bühnenaufbau) und 83.700 Quadratmetern Nutzfläche, diversen gastronomischen Einrichtungen, moderner Bühnen-, Ton- und Lichttechnik eignet sie sich für viele Arten von Veranstaltungen wie beispielsweise Sport, Konzerte, Musicals, Kongresse oder Tagungen.

Die Halle besitzt wegen der regelmäßig hier stattfindenden Spiele des Kölner Eishockeyclubs Kölner Haie eine abdeckbare Eisfläche sowie in der Größe variable Sitz- und Stehplatztribünen. Erbaut wurde die Lanxess Arena in den Jahren 1996 bis 1998 nach dem Entwurf des Architekturbüros Böhm.

Die offizielle Eröffnung war am 17. Oktober 1998 im Rahmen eines Konzertes von Luciano Pavarotti. Bereits ab dem 11. September 1998 fanden Spiele der Kölner Haie in der Arena statt; auch Konzerte gab es bereits vor der offiziellen Eröffnung.

Die Lanxess Arena hat ein eigenes Maskottchen mit dem Namen „Areni“, das auf allen größeren Veranstaltungen auftritt.

2006 fanden in der Arena die European Club Championship im Handball statt sowie das Finalturnier der NBA Europe Live Tour. Bei der Handball-Weltmeisterschaft der Herren 2007 fanden acht Spiele in der Arena statt, darunter das Finale. Nach der Eishockey-Weltmeisterschaft 2001 findet bereits mit der Eishockey-Weltmeisterschaft 2010 zum zweiten Mal ein Eishockey-WM-Turnier in der Arena statt.

World Wrestling Entertainment war bislang viermal zu Gast in der Arena, am 1. Mai 2002 im Rahmen der „Insurrextion“-Tour mit dem RAW-Kader, am 10. Oktober 2003 als Teil der „Passport to Pain“-Tour mit dem SmackDown!-Kader sowie am 23. April 2006 im Rahmen der „WrestleMania Revenge“-Tour erneut mit dem SmackDown!-Kader. Die bis dato letzte Veranstaltung in der Arena fand am 13. Oktober 2007 im Rahmen der „Survivor Series“-Tour mit dem RAW-Kader statt. Bei diesen vier Veranstaltungen konnten die WWE-Superstars insgesamt ungefähr 41.000 Zuschauer in die Arena locken.

Die Fußball-Europameisterschaft 2008 wurde zudem im Rahmen einer Public-Viewing-Veranstaltung in die Arena übertragen. Hierbei wurden alle Spiele der deutschen Fußball-Nationalmannschaft sowie alle Paarungen ab dem Viertelfinale übertragen. Neben dem Innenbereich der Arena wurde auch im Außenbereich eine 50m² große Leinwand angebracht, wodurch 32.000 Besuchern der kostenfreien Eintritt zu der Veranstaltung ermöglicht werden konnte. Dennoch mussten beispielsweise beim Halbfinale Deutschland – Türkei die Tore bereits 2 Stunden vor Spielbeginn geschlossen werden, da beide Bereiche schon frühzeitig überfüllt waren.

Ein weiteres Event, das in der Lanxess Arena stattfinden wird, ist der von Moderator Stefan Raab initierte "Deutsche Eisfußball Pokal 2009", der von Pro Sieben übertragen wird.

Zahlreiche namhafte Künstler gaben bislang in der Lanxess Arena Konzerte. Das allererste Konzert in der Arena gab am 1. Oktober 1998 der Schweizer Popstar DJ BoBo. Es folgten am 5. und 6. Oktober 1998 zwei Konzerte der britischen Popgruppe Depeche Mode im Rahmen ihrer „Singles 1986–1998 Tour“. Auch Bruce Springsteen ist bereits dreimal in einer jeweiles ausverkauften Arena aufgetreten. Zuletzt 2007 mit der E Street Band.

Auch die international erfolgreiche Tournee der The Nokia Night of the Proms füllt regelmäßig an zwei Abenden im Dezember die Lanxess Arena. Im November 1998 fand dort auch die Deutschlandpremiere von Disney’s Mulan statt. Heimspiel haben zudem die großen, alteingesessenen kölschen Bands, wie beispielsweise die Bläck Fööss mit ihren Silvesterkonzerten oder die Höhner, die beide regelmäßig die Arena ausverkaufen.

Ein Publikumsmagnet im Kölner Karneval ist die Veranstaltung „Lachende Kölnarena“, der Nachfolger der „Lachenden Sporthalle“.

Darüber hinaus finden in der Lanxess Arena einige Hauptversammlungen von deutschen Aktiengesellschaften statt. Dazu zählen die in der Nähe beheimateten Unternehmen Lufthansa, Deutsche Post AG und Deutsche Telekom AG.

Stefan Raab führt immer wieder Sondersendungen außerhalb seiner eigentlichen Show TV total in der Lanxess Arena durch. Hier fand unter anderem der Boxrückkampf gegen Regina Halmich am 30. März 2007 statt. Im Jahr 2008 wurde zudem die erste Autoball-Europameisterschaft in der Arena ausgetragen – ebenfalls eine Idee von Stefan Raab.

Jahrzehntelang besaß die Stadt keine Halle dieser Größenordnung, obwohl man sich spätestens seit den 1980er Jahren in Politik und Wirtschaft weitgehend einig war, dass ein Gebäude dieser Art fehle. Die 1958 erbaute Kölner Sporthalle auf dem Messegelände mit 8.000 Sitzplätzen besaß weder die Größe noch die Funktionalität einer modernen Veranstaltungshalle.

Nachdem relativ schnell klar war, dass der Bau die öffentlichen Kassen nicht belasten dürfe, suchte man nach Investoren. Diese fand man 1989 unter Beteiligung der Bauholding Strabag SE, die den sogenannten EuroPalast bauen wollte. Doch diese zog ihre Beteiligung kurze Zeit später zurück.

Schließlich einigte man sich auf den Entwurf der Philipp Holzmann AG und die Finanzierung durch einen Immobilienfonds Köln-Deutz Arena. Als Bauplatz wurden der Fest- und Messeparkplatz in Köln-Deutz ausgewählt. Was das Projekt schließlich noch bis 1996 herauszögerte, waren Zweifel, ob sich der Bau einer Veranstaltungshalle alleine hinterher tragen würde; deshalb war schnell klar, dass die Halle eine Randbebauung erhalten sollte. Da Mieter hier im Vorfeld nicht in ausreichender Zahl zu finden waren, entschied der Stadtrat, dass ein Großteil der Stadtverwaltung in diese Gebäude ziehen sollte. Die Eröffnung der damaligen Kölnarena fand im Oktober 1998 statt. 2000 wurde zudem die „Kölnarena 2“ eröffnet, die ebenfalls zur Randbebauung gehört und in der seitdem die Kölner Haie ihr Trainings- und Verwaltungszentrum haben.

Geführt wird die Lanxess Arena von der Arena Management GmbH, einer ehemaligen Holzmann-Tochtergesellschaft, gegründet von den Geschäftsführern Ralf-B. Assenmacher und Götz Gessner. Heute werden die Geschäfte von Ralf-B. Assenmacher und Stefan Löcher geführt.

Seit dem 2. Juni 2008 trägt die Arena den Namen Lanxess Arena aufgrund einer auf zehn Jahre vertraglich geregelten Kooperation zwischen den Betreibern der Kölnarena und dem Leverkusener Spezialchemiekonzern Lanxess.

Der Bogen, der in Polen produziert wurde, ist im beleuchteten Innenraum für Wartungszwecke begehbar. In der Höhe oberhalb der Dachkante befindet sich auf beiden Seiten des Bogens ein Eingang, ebenso im Mittelpunkt des Bogens in 76 m Höhe. Eine eingeschweißte Treppe im Bogenverlauf ermöglicht den Durchgang.

Der Bogen hat die Außenmaße von 3 m x 3 m und eine Abwicklung von 250 m. Die kurze Fläche hat eine Breite von 0,5 m.

Der Bogen besteht aus insgesamt 10 Einzelteilen. Das größte Einzelteil hat ein Gewicht von ca. 90 t. Bei der Montage wurden je zwei Teile einer Seite getrennt angeliefert und vor Ort verschweißt. Während der Montage wurden die jeweiligen Enden auf der Nord- und Südseite der Arena auf entsprechenden hydraulischen Betonplattformen abgestützt.

Die Abhängungen vom Bogen zum Dach haben einen Außendurchmesser von 220 mm und eine Wandstärke von 18 bis 30 mm. Der erste Abhänger auf der Südseite der Lanxess Arena kann eine Last von bis zu 360 t aushalten. Aus Unwettergründen bestand ein hohes Risiko, dass sich die Abhänger aufwiegeln, ins Schlingern geraten und so erheblichen Schaden anrichten konnten. Aus diesem Grunde spannte man im unteren Drittel der Abhänger ein Edelstahl-Drahtseil mit einem Durchmesser von 6 mm.

Die Bodenlager des Bogens auf der Nord- und Südseite sind so gearbeitet, dass sich der Bogen in alle Himmelsrichtungen frei bewegen kann. Diese Lager können eine Maximallast von 2.500 t aufnehmen.

In die Außenhülle des Daches sind Rippen eingearbeitet, die den gleichmäßigen und langsamen Abfluss von Regenwasser in die Regenrinne gewährleisten. Somit wird verhindert, dass sich die Regenrinne ungleichmäßig füllt und/oder durch die Dachneigung überläuft.

Die eingearbeitete, von unten nicht ersichtliche Regenrinne befindet sich im Randbereich und wird von der Verkleidung komplett verdeckt. Die Regenrinne hat die Innenmaße von BxH 1,5 x 1,8 m und jedes der 24 Bauteile wiegt ca. 7 t. Aufgrund der Dachneigung von der Süd- zur Nordseite mit einem Höhenunterschied von 12 m wurden in die Rinne Stufen eingebaut, die das Wasser in seinem Fluss beruhigen sollen. Auf der Nordseite fällt das Wasser durch zwei Durchlässe in ein Auffangbecken, um es nochmals zu beruhigen, bevor es in das Kanalsystem abgeleitet wird.

Die Akustik in der Lanxess Arena ist aufgrund der baulichen Besonderheiten schwierig. Sie bereitete besonders in der Anfangszeit vielen Bands große Probleme, da es sich für nicht ausgebildete Tontechniker als nahezu unmöglich herausstellte, die leere Halle (ohne Zuschauer) im Soundcheck einzuschätzen. Durch entsprechend angepasste Tontechnik ist jedoch auch bei Konzerten ein zufriedenstellender Klang möglich.

Die in der Lanxess Arena installierte Musikanlage, die alleine über 1 Mio. DM kostete, wurde ebenfalls von vielen als nicht tauglich eingestuft und teilweise boykottiert. Obwohl sich viele klangliche Unzulänglichkeiten auf mangelnde Fähigkeiten der Abmischer zurückführen lassen, musste die tontechnische Anlage nachgebessert werden.

Zusätzlich zur Lanxess Arena wurde auf dem Gelände ein technisches Rathaus gebaut. Dieses ist laut Presseberichten zu überteuerten Mieten und mit falschen Angaben zur Grundfläche an die Stadt Köln vermietet. So finanzieren angeblich die Kölner Bürger über ihre Steuern die hohen Mieten im technischen Rathaus und wiederum die Profite der Arena-Betreiber. Der für diesen Vorgang verantwortliche ehemalige Oberstadtdirektor Lothar Ruschmeier (SPD) ist heute Geschäftsführer der Oppenheim-Esch-Holding, die den Immobilienfonds Köln-Deutz Arena aufgelegt hat.

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Bayer AG

Bayer Logo

Die Bayer AG ist die Holding des international in der chemischen und pharmazeutischen Industrie tätigen Bayer-Konzerns. Hauptsitz des 1863 im heutigen Wuppertaler Stadtteil Barmen gegründeten Unternehmens ist Leverkusen. Bayer besteht heute aus über 350 Gesellschaften mit 106.200 Mitarbeitern. Das Unternehmen ist an der Frankfurter Wertpapierbörse im DAX gelistet. Im Jahr 2007 erwirtschaftete Bayer bei einem Gesamterlös von 32,385 Mrd. Euro einen Gewinn nach Steuern von 4,711 Mrd. Euro.

Das operative Geschäft des Bayer-Konzerns ist in die drei Teilkonzerne Bayer HealthCare AG, Bayer CropScience AG und Bayer MaterialScience AG aufgegliedert. Daneben bestehen die Service-Gesellschaften Bayer Technology Services GmbH und Bayer Business Services GmbH. Zusammen mit Lanxess betreibt die Bayer AG das aus der früheren „Bayer Industry Services“ entstandene Joint Venture Currenta und hält dort 60 % der Anteile.

Das Unternehmen wurde am 1. August 1863 in Barmen von Friedrich Bayer und Johann Friedrich Weskott unter der Firma „Friedr. Bayer et comp.“ gegründet. Friedrich Bayer nahm entsprechend seiner Ausbildung innerhalb des noch kleinen Betriebs die kaufmännischen Aufgaben wahr. Friedrich Weskott hatte eine Färberlehre absolviert und dabei chemische Kenntnisse erworben, die er in die Produktion einbrachte.

1866 wurden der Hauptsitz und der Großteil Produktionsanlagen auf ein größeres Gelände in Elberfeld verlegt. Bis 1881 stieg die Mitarbeiterzahl auf über 300 Beschäftigte. In Elberfeld wurden die Wirkung der Azetylsalizylsäure und der Sulfonamide entdeckt, die unter den Markennamen Aspirin und Prontosil auf den Markt gebracht und für die spätere Bekanntheit des Unternehmens wichtig wurden. Mit dem Sulfonamid Prontosil führte Bayer das weltweit erste Chemotherapeutikum ein, das als Breitbandantibiotikum eingesetzt werden konnte. Gerhard Domagk erhielt dafür im Jahre 1939 den Nobelpreis für Medizin. Am 26. Juni 1896 erwarb der Konzern das Patent auf Heroin.

1881 wurde das Unternehmen in eine Aktiengesellschaft umgewandelt und konnte seine Geschäftstätigkeit stark ausbauen. 1883 kam Carl Duisberg als Chemiker zu Bayer und baute die chemische Forschung aus. In Wuppertal-Elberfeld entstand ein modernes wissenschaftliches Laboratorium. 1895 plante Duisberg einen neuen Unternehmenssitz, da eine Ausdehnung in Wuppertal aufgrund der von Abhängen und der Wupper eingeengten Lage des Betriebsgeländes unmöglich war.

Neuer Sitz von Bayer sollte das Gelände des Alizarinherstellers Leverkus und Söhne bei der kleinen Stadt Wiesdorf am Rhein werden. Am dortigen Rheinufer waren bereits grundlegende Anlagen einer chemischen Fabrik vorhanden. Zu der Fabrik gehörte in dem weitgehend unbesiedelten, formal zu Wiesdorf gehörenden Areal auch eine Arbeitersiedlung, die der Unternehmensgründer Carl Leverkus nach seinem Familienstammsitz bei Remscheid-Lennep, dem Hof Leverkus, auf den Namen „Leverkusen“ getauft hatte. Als 1930 für die neu gegründete Stadt Leverkusen ein Name gesucht wurde, griff man auf den Namen dieser Siedlung zurück.

In seinen Planungen kümmerte er sich auch um vermeintliche Kleinigkeiten, wie beispielsweise Beschaffungslisten. Nicht alle seine Planungen wurden genau umgesetzt, Veränderungen jedoch nur mit seiner ausdrücklichen Genehmigung zugelassen.

So plante Duisberg, dass um das Werk nach und nach aus der unansehnlichen Arbeitersiedlung eine Stadt entstehen solle. Er ließ Häuser, die so genannte „Bayer-Kolonie“, bauen. Im Laufe der Jahre entstand das Bayer-Kaufhaus und es entwickelten sich kulturelle Institutionen wie das Bayer-Erholungshaus, die Werk und Stadt eng miteinander verbanden. Seit April 2005 existiert in einem Bayer-Kolonie-Haus ein Museum zur Geschichte der Werkssiedlung.

Neben der Funktionalität der Gebäude wurde auf ein repräsentatives Äußeres, das der Zentrale eines Weltkonzerns angemessen erschien, Wert gelegt. Auf diese Weise entstanden die Unternehmervillen und beispielsweise das Kasino (Kantine für Akademiker und Führungskräfte) in einem prächtigen Stil. Alle Direktoren wohnten in der Nähe des Betriebs, was die Unternehmenskultur und die Stadt Leverkusen prägte.

Die später Bedeutung erlangende Interessengemeinschaft (I.G.) aus BASF, Agfa und der Bayer AG wurde nachdem Scheitern der duisbergschen Idee einer „Vereinigten Deutschen Farbenfabriken“ als Fusion von Bayer, BASF und Hoechst 1904 gegründet. Ursache der Aufgabe der Fusionspläne war u. a. der für die Hoechst AG aufgrund eigener wirtschaftlicher Stärke ungünstige Fusionszeitpunkt. So schlossen sich die BASF und die Bayer AG zu einer Interessengemeinschaft zusammen, der Agfa zum 1. Januar 1905 beitrat. Die I.G. konnte zusammen einige Projekte beginnen, die einem einzelnen Mitgliedsunternehmen allein nicht gelungen wären. Die Idee für die Fusion und der daraus folgenden Interessengemeinschaft brachte Carl Duisberg von seinen USA-Reisen mit.

1913 hatte das Unternehmen 10.600 Mitarbeiter, davon 7.900 in Wiesdorf und fast 1.000 im Ausland. Tochtergesellschaften wurden in Frankreich, Großbritannien, Belgien, Russland und den USA gegründet. Der Export erbrachte 1913 einen Anteil von 60–80 Prozent des Unternehmensumsatzes.

Der Erste Weltkrieg traf Bayer wie die übrige deutsche Industrie unvorbereitet. Im ersten Kriegsjahr unterstützte Bayer Kriegsopfer durch die Versorgung mit ärztlichen Mitteln und Grundbedürfnissen wie Lagerstätten zum Schlafen und warmem Essen. Im Hauptlaboratorium wurde ein Notlazarett eingerichtet, da ursprünglich davon ausgegangen wurde, dass der Krieg nicht lange anhalten würde und die Produktion in dieser Zeit ruhen könne.

Durch Arbeitskräftemangel infolge von Einberufungen musste die Produktion auf die Hälfte reduziert werden. Anfragen des Kriegsministeriums nach kriegswichtigen Stoffen wie Kautschuk oder Sprengstoff wurden von Duisberg in den ersten Kriegsmonaten aus Technik-, und Sicherheitsgründen abgelehnt. Aufgrund der wenigen Arbeiter konnte nicht sicher produziert und Sprengstoff im damals genutzten Werk nicht hergestellt werden. Die Anfragen wurden aber schon Ende des Jahres 1914 zum Ausgleich von Umsatzeinbußen und aufgrund von technischen Fortschritten, die für die Produktion notwendig waren, entgegengenommen. Zur Sprengstoffproduktion wurde ein gesondertes Werk in Köln-Flittard errichtet. Für den Einsatz im Gaskrieg stellte Bayer auch Chlorgas und weitere Kampfgase wie Phosgen und Senfgas (auch „Lost“ genannt) her. Zum Ausgleich von kriegsbedingten Umsatzeinbußen und einer besseren Koordination ihrer Produktionen mit BASF, AGFA, Cassella, Kalle & Co., Weiler-ter Meer, der Chemischen Fabrik Griesheim-Elektron und den Farbwerken Hoechst kam es 1916 zur Gründung einer Interessengemeinschaft, die den Gewinn untereinander paritätisch aufteilte, den einzelnen Unternehmen aber ihre Selbstständigkeit beließ.

1918 besetzten britische Truppen nach dem Waffenstillstand unter anderem einen rechtsrheinischen Brückenkopf um Köln wovon auch das Wiesdorfer Bayer-Werk betroffen war. Das Unternehmen verlor nach dem Krieg einen Großteil seiner Absatzmärkte. Der US-amerikanische Tochterkonzern wurde enteignet und die einzelnen Teile verkauft, der russische Unternehmensteil wurde im Zuge der Russischen Revolution enteignet.

Da das Werk Wiesdorf unversehrt blieb konnten Forschung und Produktion rasch wieder aufgenommen werden. 1923 brachte Bayer das von den Chemikern Oskar Dressel und Richard Kothe 1916 entdeckte Suramin (Germanin), ein Mittel gegen die Schlafkrankheit, auf den Markt.

Im Rahmen der seit 1904 bestehenden und 1916 ausgeweiteten Interessengemeinschaft wurde im November 1924 über eine zukünftige Ausweitung der Zusammenarbeit diskutiert – die deutsche Chemieindustrie stand nach dem Krieg deutlich schlechter da als zuvor, weil der gesamte Auslandsbesitz verloren war. Erneut fertigte Carl Duisberg eine Denkschrift an, in der er die Möglichkeiten des Fortbestandes diskutierte: eine Fusion, eine engere Bindung der Mitglieder aneinander oder eine Holdinggesellschaft. Duisberg persönlich präferierte die Holdinggesellschaft, während die meisten Vorstandsvorsitzenden der anderen Unternehmen möglichst rasch fusionieren wollten. Es bildeten sich in einem erbitterten Streitgespräch zwei Parteien – die eine, kleinere Partei, die wie Duisberg für eine Holding-Organisation plädierte und die größere Partei, angeführt von Carl Bosch von der BASF, die für eine Fusion stimmte. Schließlich stimmte der Gemeinschaftsrat der Interessengemeinschaft für eine Fusion.

Carl Duisberg legte daraufhin alle Ämter nieder, die er in den Farbenfabriken vorm. Friedr. Bayer et comp. (Farbenfabriken vormals Friedrich Bayer et Companion) und der Interessengemeinschaft hatte, was Carl Bosch tief traf, der Duisberg als Kollegen sehr geschätzt hatte. Nach einer versöhnlichen Geste Boschs wurde Duisberg schließlich doch noch Aufsichtsratsvorsitzender in der neuen I.G. Farbenindustrie AG. Die neue Gesellschaft entstand durch die Umfirmierung der BASF, welche die übrigen Fusionsteilnehmer aufnahm. BASF, Bayer und die Farbwerke Hoechst (mit Cassella und Kalle) brachten jeweils 27,4 % des Grundkapitals in das Gemeinschaftsunternehmen ein, AGFA 9 %, Griesheim-Elektron 6,9 % und Weiler ter-Meer 1,9 %.

Sitz der I.G. Farben war Frankfurt am Main. Die Werke Wiesdorf, Dormagen und Uerdingen (Weiler-ter Meer) gehörten zur Betriebsgruppe Niederrhein. Aus dem übergroßen Aufsichtsrat von 50 Mitgliedern, in dem alle Aufsichtsratsbeisitzer der ursprünglichen Unternehmen saßen, wurde von Carl Duisberg ein Verwaltungsrat gebildet; aus dem Vorstand, der 83 Personen umfasste, von Carl Bosch ein Arbeitsausschuss. Zu diesem Zeitpunkt existierte die Firma Bayer nicht mehr im Handelsregister. Dennoch wurden alle Arzneimittel der I.G. Farben ab 1934 unter der Marke Bayer verkauft, weil der Name ein gutes Ansehen im In- und Ausland gewonnen hatte. In Leverkusen sank die Zahl der Arbeiter auf 5.400, was mit Rationalisierung des Betriebes zusammenhing.

Ab 1926 wurde im Werk Kupferseide hergestellt, im Jahre 1927 wurde die Pflanzenschutzforschung in Leverkusen zentralisiert, so dass eine gezieltere Forschung möglich war.

Die Auswirkungen der Weltwirtschaftskrise machten sich ab 1929 in der I.G. bemerkbar. Über 45 Prozent der Arbeiter mussten entlassen werden, die Umsatzzahlen sanken rapide. In Leverkusen mussten von 12.450 Mitarbeitern im Jahre 1929 bis 1932 2.650 entlassen werden und die Arbeitszeit pro Woche und pro Tag wurde angehoben, damit mehr Arbeit von einem Arbeiter erledigt werden konnte.

1930 wurden die Gemeinden Wiesdorf, Schlebusch und Rheindorf mit dem Namen Leverkusen zur eigenen Stadt, woran das Bayer-Werk Leverkusen nicht unwesentlich beteiligt war. Die hohe Zahl von Arbeitsplätzen, die durch die Ansiedlung des Werks im Leverkusener Raum entstanden, ließ eine administrative Vereinigung der betroffenen Gemeinden schon aus steuerlichen Gründen sinnvoll erscheinen, da die Einnahmen so unter den Gemeinden aufgeteilt werden konnten. Außerdem hatte Wiesdorf mit dem großen Bayer-Gelände das Bedürfnis nach Ausdehnung, da immer mehr Arbeiter zuströmten und immer weniger Platz für diese vorhanden war, der zwangsläufig in den Nachbargemeinden gesucht wurde.

Im Jahre 1931 wurde von einem heute 100-prozentigen Tochterunternehmen der Bayer AG, der Miles Inc., Alka-Seltzer erfunden. Eine Grippewelle in den USA war der Anlass für viele Arbeitsausfälle. Ein Redakteur versorgte seine Mitarbeiter regelmäßig mit einem Gemisch aus Backpulver, Aspirin und Zitronensaft, woraus ein bei Miles arbeitender Chemiker das Produkt entwickelte. Lange Zeit stagnierten die anfangs stark gestiegenen Verkaufszahlen und gingen schließlich wieder zurück. Dies machte Werbung notwendig, da das Medikament rezeptfrei verkauft wurde. Durch Radiowerbung gelang schließlich der Durchbruch des Medikaments.

Das Bayer-Kreuz, die mit 72 Metern Durchmesser damals größte freischwebende Leuchtreklame der Welt, wurde 1933 von Carl Duisberg erstmals eingeschaltet. 2200 Glühlampen sorgten für die Beleuchtung und es hing zwischen zwei 126 Meter hohen Schornsteinen.

Die Arbeiterzahl stieg in der Zeit des Nationalsozialismus nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten zunächst an; ein Konjunkturaufschwung war wahrzunehmen. Die zwangsweise entlassenen jüdischen Arbeiter und Forscher fehlten jedoch im Bayer-Laboratorium. Als Hitler von Carl Bosch in einem persönlichen Gespräch darauf hingewiesen wurde, dass man dadurch „um hundert Jahre zurückgeworfen“ werde, antwortete er: „Dann werden wir eben 100 Jahre ohne Chemie und Physik arbeiten“. Nach dem Tod Duisbergs 1935 wurde Hans Kühne Werksleiter.

Die I.G. und das Leverkusener Werk gehörten für das nationalsozialistische Regime im Zweiten Weltkrieg zu den „kriegswichtigen“ Betrieben. Für die Kriegswirtschaft war zur Produktion von Kriegsmaterial chemisches Wissen elementar. So produzierte der Betrieb Stoffe wie Kautschuk, Öl- und Schmierstoffe, sowie verschiedene Gase.

Obwohl die Produktion der I.G. für das NS-Regime wichtig war und bei der Auswahl der Arbeiterzuordnung bevorzugt wurde, gleichzeitig die Wochenarbeitszeit schon deutlich über dem Normalzustand lag, entstand durch den Einzug von Mitarbeitern in den Kriegsdienst und die Verschleppung jüdischer Mitarbeiter ein Mangel an Arbeitskräften. Daher wurden in den Werken der Betriebsgemeinschaft Bayer Zwangs- und Fremdarbeiter eingesetzt. In den ersten Jahren begann die Betriebsführung damit, die Arbeitszeiten zu erhöhen. Weil nur diejenigen Arbeiter vom Kriegsdienst freigestellt wurden, die als sogenannte „Schlüsselkräfte“ freigestellt waren, reichte diese Maßnahme nicht aus um den Bedarf zu decken. Die Einstufung Bayers als „kriegswichtiger Betrieb“ hatte eine Bevorzugung bei der Zuteilung von Materialien und Rohstoffe zur Folge, so dass hier kaum Mangel entstand.

Als erste Begründung wurden eine „arbeitsmäßig verhältnismäßig bedrängte Lage“ und ungerechten Ausschluss des Werkes Leverkusen von polnischen Facharbeitern angegeben, weil die anderen Werke der I.G. Farben (bspw. die Hoechst AG) bereits Arbeitskräfte zugesagt bekommen hatten. Zeitgleich wurde ein „Antrag auf Genehmigung zur Beschäftigung von ausländischen, nicht wirtschaftlichen Arbeitskräften“ durch das Arbeitsamt Opladen bewilligt. Andererseits stellt Stefanski dar, dass der damalige Betriebsleiter Ulrich Haberland in Protokollen bestätigt habe, dass das Farbenwerk Leverkusen eine Vorreiterrolle bei der Beschaffung von Zwangsarbeitern gespielt habe. Nach der ersten Deportation polnischer Zwangsarbeiter folgten weitere Arbeitskräfte, vorwiegend aus den besetzten Belgien und Niederlanden. 1941 folgten auf Forderung im März 250 Italiener. Auf Anfrage im Januar 1941 nach „150 polnische Mädchen mit besonderer Fingerfertigkeit“ trafen zunächst weitere polnische Männer ein, ehe im Mai auch 21 Frauen und Mädchen „geliefert“ wurden, die sich der Einfuhr nach Deutschland zwar nicht offiziell verweigerten, deren Lebensumstände eine Bereitschaft, die Heimat zu verlassen, jedoch nicht erkennen ließ. In Interviews gaben die Befragten an, behördlich Versuche gegen den Abtransport unternommen zu haben, die jedoch erfolglos blieben. Daraufhin hätten sie sich gewaltlos gebeugt, weil das Verweigern zur Verschlechterung ihrer Situation oder zur Einziehung eines anderen Familienmitgliedes geführt hätte.

Der Ablauf der „Rekrutierung“ der Zwangsarbeiter ist unklar und wird in der Literatur sehr unterschiedlich dargestellt. Es wird einerseits auf die staatliche Zuweisung der Arbeitskräfte verwiesen, die „den Betrieben kaum Spielraum für eigene Dispositionen ließ“. Es sei, um die staatlichen Produktionsauflagen erfüllen zu können, nötig gewesen, Zwangsarbeiter bei den örtlichen Arbeitsämtern anzufordern, die wiederum die Arbeitskräfte zuwiesen. Das Zuweisen der Arbeitsstellen sei also ausschließlich von staatlicher Hand erfolgt, so dass kein Einfluss durch die Wirtschaft möglich gewesen sei. Andererseits stellt Eva Wolff dar, dass sich nach einer Werbeaktion durch das Leverkusener IG-Farbenwerk von selbst freiwillige Arbeiter aus Polen eingefunden hätten und erst im Anschluss, als das Freiwilligenpotenzial erschöpft gewesen war, Zwangsarbeiter rekrutiert worden seien. Anders als Wolff stellt Ulrich Herbert den Rückgriff auf freiwillige Arbeitskräfte als geringer dar und geht davon aus, dass bereits ein halbes Jahr nach Kriegsbeginn keine nennenswerte Zahl von Freiwilligen mehr zu verzeichnen gewesen wären.

Insgesamt sollen in den I.G.-Farben-Werken in Leverkusen rund 4.500 Zwangsarbeiter gearbeitet haben, wobei die offizielle Geschichtsschreibung der Bayer AG diese Zahl bei 4.300 als Höchststand nennt. Weinmann hingegen trägt eine Zahl von 4.460 Personen zusammen, wobei unklar bleibt, ob die später genannten 1.735 Zwangsarbeiter aus den Lagern in Köln dort einberechnet worden sind. Der überwiegende Teil der Arbeiter stammte aus Polen (56 Prozent), wobei dies in jeweils unterschiedlichen Abteilungen noch variierte. So waren beispielsweise in der Fotoabteilung 83 Prozent der Arbeitskräfte polnischer Herkunft.

Bis auf wenige Ausnahmen waren die Arbeiten (insbesondere die der Polinnen, wozu durch Befragungen detaillierte Berichte vorliegen) unangenehm, körperlich anstrengend und in vielen Fällen zudem gesundheitsschädlich. Um jugendliche Arbeiter beschäftigen zu können wurde der Jugendschutz durch Verordnung des Reichsarbeitsministers aufgehoben.

Bestrafung bei unentschuldigtem Fehlen oder Verstößen gegen Disziplin und Ordnung erfolgte unter anderem durch Entzug der Essensmarken, nach Aussagen von Zeitzeugen aber auch durch körperliche Gewalt oder kurzweilige Einsperrung auf sehr eng begrenzten Räumen. Die Strafen wurden willkürlich teilweise direkt von der Sozialabteilung, teilweise aber auch direkt von den Aufsehern. In einigen, sehr wenigen Fällen, wurde auch mit Polizeigewahrsam geahndet.

1943 wurde Ulrich Haberland Nachfolger von Hans Kühne als Werksleiter in Leverkusen. Am 26. Oktober 1944 wurde das Werk in Leverkusen, nachdem schon 1940 erste Bomben das Werk getroffen hatten, bei einem verheerenden Luftangriff stark beschädigt und anschließend komplett stillgelegt; es konnte keine gefahrlose Arbeit mehr stattfinden.

Am 14. April 1945 nahmen amerikanische Truppen das Werk Leverkusen ein. Die Werke am Niederrhein lagen in der Britischen Besatzungszone. 1947 übernahm die britische Militärverwaltung die Kontrolle über Leverkusen, und damit in den folgenden Jahren die vollständige Kontrolle über die Werke.

In den ersten Jahren der Nachkriegszeit war der Fortbestand der I.G. Farbenindustrie AG ungewiss. Alle Werke waren bei Kriegsende besetzt und unter alliierte Militärverwaltung gestellt worden. Am 5. Juli 1945 verfügte die Militärregierung in ihrer Anordnung Nr. 2 zum Gesetz Nr. 32 die Beschlagnahme des gesamten I.G. Farben-Vermögens. Für einen Teil der Werke wurde die Demontage geplant, die übrigen sollten soweit möglich in kleine Einheiten zerlegt werden, weil die Alliierten die I.G. als kriegswichtigen Rüstungsbetrieb ansahen und Deutschland nachhaltig kriegsunfähig machen wollten.

Der Aufbau des Werkes in Leverkusen war unorganisiert und verlief zu großen Teilen ohne Versicherung und Lohn und ohne Ausbildung, sodass sich beispielsweise Chemiker als Glaser oder Sekretäre als Schreiner betätigten. Da großer Nachholbedarf in der Produktion bestand, musste der Wiederaufbau rasch durchgeführt werden. Die Produktion wichtiger Fabrikate konnte trotz des „Schwebezustandes“ der I.G. wieder aufgenommen werden. Die Rückkehr der Arbeiter aus dem Krieg und aus der Kriegsgefangenschaft stellte die Stadt und das häufig für die Arbeiter sorgende Unternehmen zunächst vor Probleme, da die Unterbringung und Versorgung aufgrund der Hungersnot sehr schwierig war.

Kurz vor der Währungsreform 1948 und der damit verbundenen Inflation war es außerdem schwierig, einen angemessenen Lohn auszuzahlen. Stattdessen blühte in dieser Zeit der Schwarzmarkt und daher bot das Unternehmen eher inoffiziell auch Tauschwaren als Lohn an.

In Nürnberg mussten sich 23 Leitende Angestellte der I.G. Farben im I.G.-Farben-Prozess wegen Kriegsverbrechen, Verbrechen gegen die Menschlichkeit, Versklavung, Mitgliedschaft in einer verbrecherischen Organisation und ähnlichen Anklagen verantworten. 10 Angeklagte wurden freigesprochen, 13 zu Gefängnisstrafen zwischen 18 Monaten und 8 Jahren verurteilt.

1950 schuf die Alliierte Hohe Kommission mit dem Gesetz Nr. 35 die Voraussetzung für die Entflechtung der I.G. Farben in zwölf „wirtschaftlich gesunde und unabhängige“ Teile. Unter diesen zwölf Unternehmen befand sich die nach langen Verhandlungen neu gegründete Firma „Farbenfabriken Bayer Aktiengesellschaft“. Der Vorstandsvorsitzende Ulrich Haberland kämpfte darum, das Werk Dormagen mit in das Bayer-Unternehmen einzubeziehen, da es alleine kaum lebensfähig gewesen wäre. Zur neuen Bayer AG gehörte neben den bereits vor 1925 bestehenden Werken Dormagen, Elberfeld und Leverkusen das Werk Krefeld-Uerdingen, das vor der I.G. Farben das Unternehmen Weiler ter-Meer war.

Bereits vier Jahre nach Kriegsende wurden wieder erste Auslandsverbindungen geknüpft. Eine Vertretung in Frankreich, die zunächst Anteile an einem ähnlichen Chemie-Konzern hatte, erhöhte diese Anteile allmählich. Heute ist diese Vertretung ein hundertprozentiges Tochterunternehmen der Bayer AG. Dieses Vorgehen war für die Bayer AG typisch, da sie in vielen weiteren Fällen so oder ähnlich arbeitete.

1952 wurden neue Großproduktionen, wie Mittel zur Bekämpfung von Tuberkulose oder die Produktion von Penicillin, eingeführt. Im selben Jahr wurde die Bayer-Wohngesellschaft wieder gegründet, die erneut Werkswohnungen zur Verfügung stellte. Ein Jahr später trat die Bayer AG wieder auf den Aktienmarkt und die Bayer-Aktie wurde wieder eingeführt.

Der Konzern gründete 1954 mit den Werken in Buenos Aires zur allgemeinen Auslagerung von Produktion, New Martinsville in Ohio, in dem die Vorproduktion von Polyurethan-Kunststoffen stattfinden sollte, in Vero Beach in Florida, welches die Forschung an sub- und tropischen Pflanzenschutzmitteln erleichtern soll und in Chile für synthetische Gerbstoffe erstmals nach dem Krieg international Produktionsstätten. Außerdem wird die Brasilianische Tochter Chiica Bayer Ltda. zurückgewonnen.

1957 erschloss das Unternehmen Erdöl als profitables Geschäftsfeld. In einer Zusammenarbeit mit der BP Benzin und der Petroleum AG aus Hamburg wird die Erdölchemie GmbH gegründet. Die sogenannte Petrochemie war damit eine der wichtigsten Lieferanten für organische Rohstoffe.

Bayer konzentrierte sich nun wiederum auf Forschung und Entwicklung und konnte einen positiven Geschäftsverlauf im Rahmen des „Wirtschaftswunders“ verzeichnen. Nachfolger des 1961 verstorbenen Ulrich Haberland als Vorstandsvorsitzender war von 1961 bis 1974 Kurt Hansen. Mit ihm wurden die Großrechner „beim Bayer“ eingeführt und es gab durch den Neubau des Bayer-Hochhauses, der 1960 begann, einige Verschiebungen des Japanischen Gartens.

1962 hatte der Konzern in der Bundesrepublik Deutschland 61.000 Beschäftigte und erwirtschaftete einen Jahresumsatz von vier Milliarden DM. In diesem Jahr wurden weitere Außenwerke in Thailand, Japan auf den Philippinen und in Australien gegründet. Diese Neugründungen förderten neben der Produktion und die internationalen Kontakte, die sich nach dem Zweiten Weltkrieg zunächst mühsam entwickelt hatten.

Die Bayer-Tochter Agfa AG und die Gevaert AG schlossen sich 1964 zusammen. Dies geschah um die Produkte von Gevaert für professionelle Filme, beispielsweise große Filmrollen für Kinos oder Röntgenapparate und die Angebote der Agfa im Bereich der Fotografie für jedermann zu kombinieren. Wirtschaftlich gesehen war der Zusammenschluss günstig, weil beide Unternehmen alleine nicht international konkurrenzfähig gewesen wären.

In Italien wurden die erstmals 1899 begründeten und durch den Zweiten Weltkrieg abgerissenen Marktbeziehungen wieder aufgenommen. Bereits 1946 konnte Bayer seine Rechte zurückgewinnen, hatte jedoch noch keinen sicheren Halt gefunden. Erst 1967 wurde dieser durch die „Bayer Italia S.p.A.“ wiederhergestellt. Auch die geschäftlichen Beziehungen in die USA waren zerstört gewesen. Der Name konnte nicht mehr zurückgewonnen werden und die Unternehmensteile waren größtenteils zerstreut und in anderen Besitz übergegangen. 1967 wurde „Mobay“ eine hundertprozentige Bayer-Tochter. 1969 wurden alle Lehrwerke, -produktionen und -werkstätten in einem Komplex zusammengefasst, die auf dem Flittarder Feld lag.

1971 wurde eine neue Konzernstruktur entwickelt. Die funktionale Struktur, die jeder einzelnen Sparte − auch dem Rechnungs- oder Personalwesen einen Vorstand zuordnete, wurde abgeschafft, um dem Wachstum des Unternehmens und der wachsenden Unübersichtlichkeit Rechnung zu tragen. Jede Sparte, jeder Zentralbereich und den einzelnen Werksverwaltungen bekam einen eigenen kleinen „Vorstand“, aus dem schließlich zwei Spartenleiter gewählt wurden. Die Spartenleiter waren paritätisch ein Chemiker und ein Kaufmann.

1973 wurde das Bayer-Werk in Brunsbüttel errichtet. Es war ein Grund für die Errichtung in Brunsbüttel, dass es gut mit dem Schiff zu erreichen war, aber auch, weil es genügend Platz bot, um sich gegebenenfalls auszudehnen und den Entwicklungen anzupassen. Eingesetzt für dieses Werk und daher auch gefördert hatte es die Landesregierung Schleswig-Holstein, weil es einen recht guten Schritt in Richtung Industrialisierung des immer noch landwirtschaftlich geprägten Raumes ging.

Nachdem Kurt Hansen 1974 in den Aufsichtsrat gewechselt war, übernahm Herbert Grünewald den Vorsitz bis 1984. In der Zeit von 1978 bis 1981 übernahm die Bayer AG erneut einige Unternehmen. Dazu zählten die Miles Inc., die zu 97 Prozent in den Besitz von Bayer überging und auch die Agfa-Gaevert, die hundertprozentige Tochter der Bayer wurde. Durch die Übernahme von Miles Inc. erreichte Bayer eine recht bedeutende Stellung auf dem Aktienmarkt der USA. Die Pflanzenschutz-Forschung wurde ebenfalls weiter ausgebaut, 1979 begann man in Monheim mit dem Bau eines Pflanzenschutz-Zentrums.

1990 beschäftigte Bayer 171.000 Mitarbeiter und erzielte einen Jahresumsatz von 41,643 Milliarden DM. Das Unternehmen widmete sich vermehrt den neuen Absatzmärkten in Osteuropa. 1994 nahm ein neues Bayer-Werk in Bitterfeld die Produktion von Aspirin auf. Der Konzern kann seit 1995 in den USA wieder unter dem Namen ‚Bayer‘ auftreten, da das Unternehmen mit Kauf des Unternehmens Sterling Winthrop auch die Namensrechte für die USA zurückerwarb. Nach Hermann J. Strenger, der von 1984 bis 1992 Vorstandsvorsitzender war, folgte von 1992 bis 2002 Manfred Schneider.

Im Oktober 2001 übernahm Bayer die Pflanzenschutz-Sparte von Aventis. Mit einem Preis von 7,25 Mrd. Euro stellte dies den bis dato größten Aufkauf in der Geschichte von Bayer dar. Ein Jahr später kaufte Bayer auch die Saatgutabteilung von Aventis und wurde neben Monsanto, DuPont, Pioneer und Syngenta zu einem der größten Saatgut-Konzerne weltweit. Am 1. Oktober 2002, wurde Bayer CropScience AG rechtlich selbstständig. Mit 22.000 Mitarbeitern und einem Umsatz von 6,5 Mrd. Euro stellt sie die Nummer zwei auf dem Markt der Pflanzenschutz-Industrie dar.

Am 8. August 2001 zog Bayer den bis dahin am Markt erfolgreichen Cholesterinsenker Lipobay wegen starker Wechselwirkungen mit Todesfolgen vom Markt zurück. Der Wirkstoff Cerivastatin löste insbesondere in Kombination mit anderen Cholesterinsenkern mit dem Wirkstoff Gemfibrozil einen Muskelzerfall (Rhabdomyolyse) aus. Rhabdomyolyse ist eine bei allen Cholesterinsenkern bekannte Nebenwirkung, die jedoch in der Kombination von Cerivastatin mit Gemfibrozil vermehrt auftrat. Obwohl die Kombination laut Beipackzettel kontraindiziert war wurde sie vor allem in den USA unter dem Namen „Baycol“ weiter von Ärzten verschrieben und von Apothekern verkauft. Da das das Risiko für Bayer nicht mehr kontrollierbar war, nahm der Konzern Cerivastatin freiwillig vom Markt. In den USA wurden kurz nach dem Bekanntwerden die ersten Klagen gegen Bayer eingereicht. Laut des Geschäftsberichts 2004 wurde Bayer in ca. 14.660 Fällen verklagt (davon 14.550 in den USA). Mit Stand 18. Februar 2005 waren noch 6.191 Verfahren (6.111 davon in den USA) anhängig. Ohne Anerkennung einer Rechtspflicht kam es bis zum 18. Februar zu Vergleichen in Höhe von 1.114 Millionen US-Dollar. Neben den Vergleichen wurden zwei Prozesse mit Freisprüchen für Bayer beendet.

Am 13. September 2001 wurde Werner Wenning zum neuen Vorstandsvorsitzenden des Bayer-Konzerns gewählt. Der bisherige Vorstandsvorsitzende Manfred Schneider wurde Aufsichtsratsvorsitzender. Unter dem neuen Vorstandschef Wenning begann eine der größten Umbruchsphasen des Konzerns zwischen 2002 und 2005. Die Notwendigkeit der Neuausrichtung verstärkte die erheblichen wirtschaftlichen Schwierigkeiten aufgrund der Lipobay-Krise und dem stark eingebrochenen Aktienkurs. Zunächst wurden die bisherigen Geschäftsbereiche der Bayer AG (Pflanzenschutz, Pharma, Polymere und Chemie) in eigenständige Teilkonzerne (Bayer CropScience, Bayer HealthCare, Bayer Polymers und Bayer Chemicals) unter dem Dach einer Bayer Holding formiert. Weitere Teile der Bayer AG wurden in Servicegesellschaften wie Bayer Technology Services, Bayer Industry Services (seit 1. Januar 2008 Currenta) und Bayer Business Services ausgegliedert. Auch in anderen Ländern wurden substanzielle Geschäftsbereiche in eigenständige Gesellschaften getrennt.

Vom 24. Januar 2002 bis Ende September 2007 wurde die Bayer-Aktie in New York unter dem Symbol BAY gehandelt. Der Börsengang sollte zunächst am 26. September 2001 stattfinden, musste jedoch wegen des Lipobay-Skandals verschoben werden. Die Bekanntgabe des Rückzugs von der New Yorker Börse erfolgte am 5. September 2007. Damit verbunden strebt das Unternehmen die komplette Deregistrierung und somit das Beenden aller Berichtpflichten an die US-Börsenaufsicht Securities and Exchange Commission (SEC) an. Bayer folgt damit der BASF, welche kurz zuvor ebenfalls ein Delisting bekanntgab. Insgesamt werden mit diesem Schritt Kosteneinsparungen in Höhe von 15 Millionen Euro erwartet.

Ende 2003 wurde bekanntgegeben, dass der Teilkonzern Bayer Chemicals zusammen mit größeren Teilen des Kunststoffgeschäfts des Teilkonzerns Bayer Polymers als unabhängige Gesellschaft aus dem Konzern ausgegliedert werden sollte. Der Teilkonzern Bayer Polymers wurde zum 1. Januar 2004 in Bayer MaterialScience umbenannt. Die Abspaltung der Bereiche wurde zum 1. Februar 2005 komplett in Form eines Spin-offs und mit dem Börsengang von Lanxess vollzogen.

Im Sommer 2004 angekündigt, wurde mit Beginn des Jahres 2005 die OTC-Sparte (rezeptfreie Medikamente) der Schweizer Roche (inkl. des 50-prozentigen Anteils des gemeinsamen OTC-Joint-Ventures) übernommen. Mit dieser Übernahme wurde der Pharma-Bereich entsprechend neu ausgerichtet. Ziel sei es, das weltweit führende Unternehmen im Markt für rezeptfreie Medikamente zu werden.

Die Umstrukturierungen haben den Bayer-Konzern aus den zwischenzeitlichen roten Zahlen wieder hinausgeführt. Im Jahr 2005 betrug der Umsatz 27.383 Mio. Euro und lag damit 17,6 Prozent über dem Umsatz von 2004. Dabei verbesserte sich das Operative Ergebnis um 50 Prozent von 1.875 Mio. (2004) auf 2.812 Mio. Euro (2005). Die Dividende wurde von 0,55 €(2004) auf 0,95 € (2005),1 € (2006), 1,35 € (2007) erhöht.

Am 23. März 2006 gab der Bayer-Konzern ein Übernahmeangebot für den Berliner Pharmahersteller Schering AG ab und überbot damit ein Angebot der Merck KGaA. Bayer bot den Aktionären 86 Euro pro Aktie gegen 77 Euro von Merck. Das geplante Transaktionsvolumen sollte dabei ca. 16,5 Mrd. Euro betragen. Bis 30. Mai 2006 wollte Bayer mindestens 75 Prozent der Schering-Anteile besitzen. Allerdings musste diese Frist aufgrund der schlechten Nachfrage auf den 14. Juni 2006 verlängert werden. Kurz vor Fristende wurde bekannt, dass Merck KGaA den ursprünglichen Anteil an Schering durch Zukäufe auf bis zuletzt 21,8 Prozent erhöhte. Mit Erreichen der Sperrminorität von 25 Prozent hätte Merck die Übernahme zunächst verhindern können. Am 14. Juni einigten sich Bayer und Merck darauf, dass Bayer die Schering-Anteile von Merck für einen Preis von 89 Euro pro Aktie übernimmt, wodurch Merck einen Ertrag von 400 Millionen Euro erzielte. Dieser erhöhte Preis wurde den anderen Schering-Aktionären erfolgreich angeboten. Die Übernahme kostete Bayer somit fast 17 Mrd. Euro.

Zusammen mit der Bayer-HealthCare-Sparte Diagnostika und Pharma soll die neue Pharmasparte einen Gesamtumsatz von ca. 14,7 Mrd. Euro erzielen und wird zu den weltweit zwölf größten Unternehmen der Branche zählen. Das neue Unternehmen soll „Bayer-Schering-Pharma“ heißen und den bisherigen Schering-Hauptsitz in Berlin beibehalten. Am 13. September 2006 beschloss die letzte Hauptversammlung der Schering AG einen Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag. Die Firma wurde in „Bayer Schering Pharma AG“ geändert. Bayer hält nun mehr als 95 Prozent der Anteile und kann damit die restlichen Anteilseigner der Schering AG durch Ausschluss von Minderheitsaktionären („Squeeze-out“) aus dem Unternehmen drängen und schließlich das Unternehmen von der Börse nehmen.

Am 29. Juni 2006 wurde bekannt, dass Bayer die Division Diagnostics von Bayer HealthCare an Siemens verkaufte. Der Kaufpreis lag bei 4,2 Mrd. €. Dieser Rückzug von Bayer aus dem stark von Elektronik beeinflussten Diagnostic-Geschäft war schon länger vorbereitet und hing nicht mit der Übernahme von Schering zusammen. Dennoch erleichtere der Nettozufluss von 3,6 Mrd. € die Finanzierung dieser Transaktion. Nicht verkauft wurden die Bereiche Diabetes Care und Kontrastmittel.

Das erste Werk in Barmen war verkehrstechnisch ungünstig gelegen, weshalb der Betrieb vollständig ins größere und besser angebundene Elberfeld verlegt wurde. In Elberfeld hatte das Hauptwerk einige Jahre lang genügend Platz. Für den dauerhaften Firmensitz fehlte aber die notwendige Schifffahrtsanbindung und die relativ dichte Besiedlung des Gebietes begrenzte eine weitere Expansion. Als Nebenproduktionsstätte besteht das Werk jedoch bis heute; ein Schienenanschluss besteht zur Bahnstrecke Düsseldorf–Elberfeld, es liegt unmittelbar an der B 7 und in der Nähe der A 46.

Als Hauptwerk besser geeignet war das 1912 zusätzlich in Betrieb genommene Werk Leverkusen, das 2001 in Chemiepark Leverkusen und 2008 in „CHEMPARK“ umbenannt wurde. Es liegt zur einen Hälfte in Leverkusen-Wiesdorf und zur anderen im Kölner Stadtteil Flittard und direkt am Rhein, wo Umschlagsanlagen für Binnenschiffe vorhanden sind. Die Straßenanbindung erfolgt über die B 8 und die nahen Autobahnen mit dem Kreuz Leverkusen (A 1/ A 3 sowie A 59). Eine Zweigstrecke nach Köln-Mülheim sorgt für die Anbindung an das Eisenbahnnetz. Im Personenverkehr ist das Werk über den S-Bahn-Haltepunkt Bayerwerk erreichbar, die Luftverkehrsanbindung erfolgt über den nahegelegenen Flughafen Köln/Bonn und Flughafen Düsseldorf.

Das 1917 zur Produktion von Schwefelsäure gegründete Werk Dormagen ist durch den Rhein ebenfalls an die Schifffahrt angebunden. Es existiert ein direkter Bahnanschluss mit der Haltestelle Dormagen Bayerwerk und der Standort ist über die A 57 auch an das deutsche Autobahnnetz angebunden.

Mit der Übernahme der Chemiefabrik Weiler-ter Meer nach der Auflösung der I.G. Farben gehörte auch das 1877 am Rhein gegründete Werk Krefeld-Uerdingen zur Bayer AG. Dieses Werk ist ebenfalls über die A 57 erreichbar und hat über den Bahnhof Hohenbudberg/Bayerwerk eine Anbindung an das Schienennetz. Die Fluganbindung ist hier über den Flughafen Düsseldorf gegeben. Bis 1995 trug der KFC Uerdingen 05 den Namen der Bayer AG, dieses Sponsoring wurde jedoch 1995 beendet.

In Brunsbüttel wurde im Jahre 1973 ein weiteres Werk gegründet. Es liegt direkt an der B 5, am Nord-Ostsee-Kanal und der Elbe, wodurch eine recht gute Schiffsanbindung erreicht wird. In das Werk führen Eisenbahnschienen um einen guten Schienentransport zu gewährleisten. Weniger ausgebaut ist dafür die Straßenanbindung, weshalb beim Bau des Werkes speziell auf den Ausbau des Hafens geachtet wurde.

1979 wurde mit dem Bayer-Werk Monheim ein großflächiges Pflanzenschutzforschungszentrum in Betrieb genommen. Über das Autobahnkreuz Monheim/Langenfeld ist eine Autobahnanbindung über die A 59 und über die A 542 gegeben.

Bei Leipzig in Bitterfeld liegt das 1992 gegründete Werk, das nur schwer über Schifffahrt zu erreichen ist. Eine indirekte Autobahnanbindung besteht über die A 9, über den Flughafen Leipzig/Halle wird der Standort an den Flugverkehr angebunden. In der Nähe existiert der Bahn-Haltepunkt Bhf Wolfen. Die Schienen führen durch das Werk hindurch und versorgen es so mit Gütern.

Die Standorte Industriepark Höchst, Straßburg und Lyon kamen 2003 mit der Übernahme von Aventis Crop Science hinzu, die Werke Berlin und Bergkamen durch die der Schering AG 2006.

Anfang 2000 kam Bayer neben anderen Unternehmen in die Kritik, nachdem bekannt wurde, dass die US-Tochtergesellschaft Cutter in den 1980er Jahre weltweit mit HIV kontaminierte Blutprodukte verkauft hatte. Im Februar 1984 brachte Cutter ein weniger infektiöses Produkt auf den Markt. Dennoch wurde noch ein Jahr lang das alte Produkt nach Übersee verkauft, wodurch mehr als hundert Menschen allein in Hongkong und Taiwan mit HIV infiziert wurden (s. auch Infektionen durch HIV-kontaminierte Blutprodukte).

In den Jahren 2001 und 2003 wurde Bayer mehrmals von Alternet und Multinational Monitor zu den „The 10 Worst Corporations of 2000“ gewählt. Gründe waren neben Kriegsverbrechen auch zahlreiche Umweltvergehen, bei denen besonders in Asien immer wieder Menschen zu Tode kamen, sowie irreführende Werbung.

Im Oktober 1999 kam es in Peru zu einem Unfall, bei dem 50 Schulkinder durch das Insektizid Folidol (enthält Parathion) vergiftet wurden und 24 von ihnen verstarben. Eine Untersuchungskommission des peruanischen Kongresses warf der Bayer AG im Herbst 2002 eine unzureichende Kennzeichnung mit Warnhinweisen auf den Original-Kunststoffbehältern vor.

Die Bayer AG erhielt 2002 einen Big Brother Award in der Kategorie „Arbeitswelt“ verliehen. Die Jury begründete dies mit den Drogentests, welche von Auszubildenden erbracht werden müssen, um einen Ausbildungsplatz zu erhalten. Nach Informationen der Universität von Massachusetts von 2008 ist die Bayer AG der viertgrößte Umweltverschmutzer in den USA.

Am 11. Oktober 2007 kam es an den Standorten Leverkusen und Köln der Vertriebsgesellschaft Bayer Vital zu Durchsuchungen durch das Bundeskartellamt. Laut einem zuvor im Stern erschienenen Artikel soll Bayer, in sogenannten Zielvereinbarungen, illegale Preisabsprachen mit ca. 11.000 deutschen Apotheken vereinbart gehabt haben. Der Konzern hatte den Apothekern einen Zusatzrabatt von 3 Prozent versprochen wenn diese sich an die von Bayer vorgegebenen Grenzen für Preisnachlässe hielten. Dem Unternehmen drohe ein Wettbewerbsverfahren mit einem Maximal-Bußgeld von 2,9 Mrd. Euro. Ein im vergangenen Jahr von den Verbraucherzentralen durchgeführter Apothekencheck hatte ergeben, dass in 90 Prozent aller Apotheken ein Preis in Höhe der unverbindlichen Bayer-Preisempfehlung für Aspirin verlangt wurde.

2007 hat die Europäische Kommission gegen die Konzerne Bayer, Denka, DuPont, Dow Chemical, Eni und Tosoh eine Geldbuße von insgesamt 243,2 Mio. Euro verhängt. Der Grund war die Errichtung eines Chloropren-Kautschuk-Kartells. Die Unternehmen hatten sich laut Kommission zwischen 1993 und 2002 den Markt für Chloropren-Kautschuk untereinander aufgeteilt und Preisvereinbarungen getroffen. Mit 201 Mio. Euro wurde Bayer der größte Teil der Kartellbuße auferlegt. Dank der 2002 eingeführten Kronzeugenregelung wurde allerdings Bayer die gesamte Geldbuße erlassen, obwohl der Konzern bereits früher an ähnlichen Zuwiderhandlungen beteiligt war und somit ohne Kronzeugenregelung mit einer erhöhten Kartellstrafe hätte rechnen müssen. Nach Berücksichtigung der aufgrund der Kronzeugenregelung gewährten Ermäßigungen entfiel der größte Teil der Geldbuße mit 132,1 Mio. Euro auf Eni, welche neben Bayer bereits in früheren Kommissionsentscheidungen wegen Kartellaktivitäten mit Geldbußen belegt wurde.

Die Bayer AG beteiligt sich seit der Gründung der Bayerkultur-Abteilung 1907 an der kulturellen und sportlichen Förderung von Leverkusen. Carl Duisberg sah darin eine Möglichkeit den Konzern und die neu entstehende Stadt miteinander zu verbinden und die nicht fachbezogene Bildung seiner Mitarbeiter zu fördern. Im selben Jahr wurde das Erholungshaus errichtet, in dem kulturelle Veranstaltungen stattfinden konnten. Das Erholungshaus wurde seither mehrere Male modernisiert. Für die Stadt war die Bayer AG zudem aufgrund der Bayer-Kaufhäuser in den Stadtvierteln von Leverkusen und dem Hauptkaufhaus in Wiesdorf von Bedeutung. Das letzte Kaufhaus des Konzerns wurde im Dezember 2007 geschlossen und abgerissen. Dennoch blieb die Kulturabteilung der Bayer AG weiterhin bestehen und wurde für die Aktion Ein Jahrhundert Bayer.Kultur mit dem ersten Preis der Initiative Freiheit und Verantwortung der deutschen Industrie ausgezeichnet.

Einen weiteren Beitrag zum Stadtleben stellt der Sportverein TSV Bayer 04 Leverkusen dar. Er wurde 1904 unter dem Namen Turn- und Spielverein 1904 der Farbenfabrik vormals Friedrich Bayer Co. Leverkusen gegründet. Am bekanntesten sind die Fußball-Bundesligamannschaft Bayer 04 Leverkusen, die Basketball-Abteilung, die unter dem Namen Bayer Giants Leverkusen antritt, sowie die Leichtathletik-Abteilung; daneben bestehen weitere Angebote für Erwachsene und Kinder in verschiedenen Sportarten. Das Unternehmen verwaltet zudem die Stiftung zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses.

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Axel C. Heitmann

Axel Claus Heitmann (* 2. Oktober 1959 in Hamburg) ist ein deutscher Chemiker und Vorstandsvorsitzender der Lanxess AG.

Heitmann studierte Chemie in Hamburg und Southampton und promovierte 1988 zum Dr. rer. nat.. 1989 begann er sein Berufsleben bei der Bayer AG in Leverkusen. 1991 wurde er Leiter des Kautschuk-Standortes Bromsgrove der Bayer AG im Vereinigten Königreich. 1996 wechselte er zu Polymer Latex, einem Gemeinschaftsunternehmen der Bayer AG und der Degussa AG.

1999 bis Anfang 2002 führte er die Bayer-Tochtergesellschaft Wolff Walsrode AG und übernahm danach kurzfristig die Leitung des Geschäftsbereichs Kautschuk der Bayer AG, bevor er im Juli 2002 in das Executive Committee von Bayer MaterialScience berufen wurde. Im September 2004 wurde er zum Vorstandsvorsitzenden der Lanxess AG bestellt, die ca. 15200 Angestellte beschäftigt.

Heitmann ist verheiratet und hat zwei Kinder.

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Source : Wikipedia