Langenargen

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Geschrieben von robby 06/03/2009 @ 15:10

Tags : langenargen, baden-württemberg, deutschland

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Skulpturen und Objekte in Langenargen

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In der Gemeinde Langenargen sind zahlreiche Skulpturen und Objekte zu sehen.

Die Figur auf dem Fischerbrunnen am Rathaus wurde von Fidelis Bentele gestaltet und erinnert an die Fischertradition des Ortes. Das Brunnenbecken gestaltete der Architekt Eugen Hillebrand. Der Brunnen wurde 1978 aufgestellt.

Wieland Förster schuf die Porträtbüste Hans Purrmann, die an den Spätimpressionisten Purrmann erinnert und auf das Museum im ehemaligen Pfarrhof aufmerksam macht, in dem zahlreiche Werke Purrmanns zu sehen sind.

2008 gestaltete Mirko Siakkou-Flodin zusammen mit Schülern der Franz-Anton-Maulbertsch-Schule eine Stahlkugel, die Bilder aus der Geschichte des Ortes zeigt. Das Kunstwerk ist vor der Turn- und Festhalle zu sehen und trägt den Namen Langenargen gestern und heute.

Die Münzhof-Plastik von Waltraud Späth aus Granit, Stahl und Bronze steht auf dem Münzhof-Vorplatz und erinnert an die Zeit, in der hier noch Münzen geprägt wurden. Das Kunstwerk von 1992 nimmt das Bibelmotiv des Nadelörs auf und will damit die Schwierigkeit der Vereinigung von Gegensätzen wie Reich und Arm, Gut und Böse etc. verdeutlichen.

Patrick Steiner schuf 1999 einen Brunnen aus Natursteinen im Baugebiet Gräbenen V.

Auf einer Bank am Bodenseewanderweg befindet sich Annette Webers Baumsteigerfrosch Patty aus bunter Keramik. Dieser Frosch gehört zu einer Reihe von Trinkwasserskulpturen, die unter der Schirmherrschaft von Annette Schavan rings um den Bodensee aufgestellt wurden. Die Langenargener Skulptur war das erste Werk dieser Reihe.

In Hafennähe ist eine halb liegende, halb sitzende menschliche Gestalt zu finden, die auch als Sitzgelegenheit verwendet werden kann.

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Langenargen

Wappen der Gemeinde Langenargen

Langenargen ist eine Gemeinde am Nordufer des Bodensees, etwa acht Kilometer östlich von Friedrichshafen im Bodenseekreis in Baden-Württemberg, Deutschland.

Die Gemeinde liegt zwischen den Mündungen der Bodenseezuflüsse Argen und Schussen auf einer weit in den hier besonders breiten Bodensee hineinragenden Landzunge.

Im Gebiet der Gemeinde Langenargen sind durch das Regierungspräsidium Tübingen bzw. das Landratsamt Bodenseekreis als untere Naturschutzbehörde zur Zeit (Stand: 3. Februar 2009) fünf Landschaftsschutzgebiete und ein Naturschutzgebiet ausgewiesen.

In den 1990er Jahren wurden auf dem Gemeindegebiet römische Funde des ersten und zweiten nachchristlichen Jahrhunderts gemacht, was zu der These führte, dass der Ortsname „Ad Arguna“ auch ohne lückenlose Besiedlungskontinuität möglicherweise auf eine römische topographische Bezeichnung zurückgeht (wie beispielsweise von dem Archäologen Eric Breuer vertreten).

Langenargen wurde unter dem Namen „Arguna“ im Jahre 770 in einer Schenkungsurkunde an das Kloster St. Gallen zum ersten Mal urkundlich erwähnt. Seit 1290 im Besitz der Grafen von Montfort, entstand hier ab 1343 eine Burg.

1453 erhielt der bisherige Marktflecken von Kaiser Friedrich III. die Stadtrechte von Immenstadt verliehen. Seit 1577 ist in Langenargen eine Schule nachweisbar. Die Langenargener Ortsbürgerin Anna Lohr wurde im Jahr 1625 in der Folge eines Hexenprozesses wegen Schadenszaubers enthauptet und verbrannt.

1694 stiftete das Haus Montfort ein Kapuzinerkloster in Langenargen. Ab 1716 erfolgte der Neubau des Hospitals zum Heiligen Geist, ab 1718 der Neubau der katholischen Pfarrkirche St. Martin innerhalb des Stadtgrabens. Ein Vorgängerbau im Unterdorf wurde bis auf den Chor abgebrochen.

Die Stadt und die Burg der Montforter wurden im Dreißigjährigen Krieg stark zerstört, jedoch später wieder aufgebaut. Die Burg wurde in der Folgezeit zunächst zu einem Schloss ausgebaut (spätes 17. Jahrhundert), um 1800 als Gefängnis genutzt und 1810 zum Abbruch freigegeben. Das neue, bis heute erhaltene Schloss entstand von 1861 bis 1866 als privates Sommerschloss Villa Argena für König Wilhelm I. von Württemberg, der jedoch zwei Jahre vor der Fertigstellung verstarb. Das Schloss wurde nach Plänen des Ravensburger Oberamtsbaurates Gottlieb Pfeilsticker mit einem achteckigen Treppen- und Aussichtsturm in der Gebäudemitte errichtet. Als Reminiszenz an das annähernd 500 Jahre hier regierende Grafengeschlecht erhielt es sodann den Namen Schloss Montfort.

1780 traten die verschuldeten Grafen von Montfort ihre Güter an Österreich ab. Mit dem Frieden von Pressburg fielen sie an Bayern, das sie unter Napoléon Bonaparte 1810 an Württemberg weitergab. Im Rahmen der bürgerlichen Revolution von 1848 wurde der lebenslange Anspruch auf Gemeindeämter abgeschafft. Schultheiß und Gemeinderat wurden stattdessen zeitlich befristet gewählt.

1897 wurde mit der Brücke über die Argen nach Kressbronn am Bodensee die erste Kabelhängebrücke Deutschlands erbaut. Zwei Jahre später erhielt Langenargen mit der Bodenseegürtelbahn erstmals einen Eisenbahnanschluss.

Im Ersten Weltkrieg fielen insgesamt 41 Langenargener Männer auf den Schlachtfeldern Europas. Die Novemberrevolution im Spätherbst 1918, das mit ihr einhergehende Ende der Monarchie und die neuen demokratischen Staatsstrukturen führten auch in Langenargen zu tiefgreifenden gesellschaftlichen Umwälzungen. Erstmals waren alle Männer und auch die Frauen über 20 Jahren wahlberechtigt, im Jahr 1922 zog mit Anna Kling (MSPD) zum ersten Mal eine Frau in den Langenargener Gemeinderat ein.

Ab dem Frühjahr 1933 wurden die demokratischen Strukturen im Zuge der nationalsozialistischen Machtübernahme wieder aufgelöst, das gesamte öffentliche Leben wurde dem NS-System untergeordnet. 1937 erfolgte die Eingemeindung des östlichen Teils der bislang selbstständigen Gemeinde Oberdorf, um Langenargen mehr räumliche Entwicklungsmöglichkeiten verschaffen zu können. Dem Zweiten Weltkrieg fielen insgesamt 168 Bürger der Gemeinde zum Opfer. Weitere 34 blieben für immer vermisst.

Nach 1945 wurde das öffentliche Leben Langenargens für lange Jahre von der am Ort stark vertretenen französischen Besatzungsmacht geprägt. 1960 gelangte das Schloss Montfort endgültig in den Besitz der Gemeinde. Die Seegfrörne des Jahres 1963, bei welcher die gesamte Bodenseefläche überfror, entwickelte sich zu einem gigantischen Naturschauspiel und völkerverbindendem Element zwischen den Bodensee-Anrainerstaaten.

1970 gedachte die Gemeinde Langenargen mit glanzvollen Feierlichkeiten ihrer erstmaligen urkundlichen Erwähnung vor 1200 Jahren. 1976 wurde vom Verein zur Förderung und Pflege der Kunst ein Museum im ehemaligen barocken Pfarrhaus am Marktplatz eingerichtet, welches seither überregionale Bekanntheit genießt. Im Sommer 1993 erwiesen zwei prominente Gäste der Bodenseegemeinde ihre Reverenz: Bundeskanzler Helmut Kohl und der französische Staatspräsident Mitterrand besuchten Langenargen und trugen sich ins Goldene Buch ein.

1999 wurde die Bodenseeregion von einem Jahrhundert-Hochwasser heimgesucht, große Teile der seenahen Wohngebiete Langenargens blieben wochenlang überflutet.

Langenargen wurde mit Kressbronn am Bodensee und Eriskirch zu einem Gemeindeverwaltungsverband zusammengeschlossen. Sitz ist in Kressbronn.

Eine dreilappige rote Fahne mit goldenen Fahnenquasten und Ringen sowie einer goldschwarze Innenverzierung auf silbernem Grund. Die Gemeinde erhielt am 15. September 1899 die Erlaubnis, dieses Wappen zu führen. Es handelt sich dabei um den modifizierten Schild des ehemaligen Wappens der Grafen von Montfort.

Bis heute spielt die Landwirtschaft, vor allem der Obstbau, eine gewisse Rolle in Langenargen, hauptsächlich im ländlichen Teilort Oberdorf.

Ansonsten lebt die Gemeinde heute vor allem vom Tourismus, sowie von Handwerks- und kleineren sowie mittleren Gewerbebetrieben. Langfristig ist der Ausbau der Gewerbestruktur durch entsprechende Wirtschaftsfördermaßnahmen geplant.

Langenargen liegt drei Kilometer südlich der Bundesstraße B 31 zwischen Friedrichshafen und Lindau.

Die Gemeinde wird auch von der Deutschen Bahn AG auf der Bodenseegürtelbahn (Radolfzell - Lindau) angefahren und kann vom See her mit den Linien der Bodensee-Schiffsbetriebe erreicht werden. Sie gehört dem Bodensee-Oberschwaben Verkehrsverbund (bodo) an. Mit dem Bus kann man Langenargen über die Linien 224 und 224 (Strauss) aus Richtung Tettnang und der Linie 7587 (RAB) aus Friedrichshafen erreichen.

Als direkt am See liegende Gemeinde ist Langenargen auch Station des Bodensee-Radwegs und des Bodensee-Rundwanderwegs.

Ende des 19. Jahrhunderts kam es aufgrund der rein agrarisch ausgerichteten Wirtschaftsstruktur zu einem Bevölkerungsrückgang, der verstärkt den Ortsteil Oberdorf betraf. Ab 1890 konnte diese Rückwärtsentwicklung durch einen Aufschwung im Handel- und Gewerbesektor gestoppt werden. Dies führte zu einer stetig wachsenden Einwohnerzahl bis heute.

Im frühen 20. Jahrhundert wurde das Bevölkerungswachstum durch eine hohe Geburtenrate, aber auch durch eine starke Zuwanderung ermöglicht. Gründe für die hohe Zuwanderungsrate findet man in der verbesserten Verkehrsanbindung und der Industrialisierung der gesamten Bodenseeregion.Die Weltwirtschaftskrise von 1929 ließ das Bevölkerungswachstum auf durchschnittlich 1,1 Prozent in den Jahren 1925 bis 1933 schrumpfen. Als Folge der Ansiedlung von Rüstungsbetrieben in Friedrichshafen vergrößerte sich die Bevölkerung zwischen 1933 und 1939 um fast 25 Prozent. Der Zweite Weltkrieg hatte auch auf die Einwohnerzahl Langenargens Auswirkungen, was sich vor allem am Anteil der männlichen Bevölkerung widerspiegelt. In den 1950er Jahren stiegt die Bevölkerung auch durch den Zustrom von Heimatvertriebenen weiter an. In den Jahren der Wirtschaftswunders kam es dann auch zu einem Anstieg von Einwohnern anderen Nationen. Anfang der 1990er Jahre konnte die Einwohnerzahl Langenargens vom Fall des eisernen Vorhangs erheblich profitieren.

Heimatmuseum im alten Pfarrhaus: Hier wird Kunst aus Langenargen, der Grafschaft Montfort und der weiteren Region gezeigt. Die Sammlung umfasst Gemälde, Plastiken und Münzen von der Romanik bis zur Gegenwart. Zu den ausgestellten Künstlern gehören Franz Anton Maulbertsch, Andreas Brugger, Karl Caspar, Hilde Broer, André Ficus, Berthold Müller-Oerlinghausen, Jan Balet, Marcel Dornier und Julius Herburger.

Das Museum besitzt nach dem Purrmann-Haus in Speyer die zweitgrößte öffentliche Sammlung der Werke Hans Purrmanns in Deutschland. Purrmann (1880–1966) war ein deutscher Maler und Grafiker der Klassischen Moderne.

Langenargen liegt an der Südroute der Oberschwäbischen Barockstraße.

Der Yachthafen ist der zweitgrößte am Bodensee mit rund 750 Liegeplätzen.

Am Hafen von Langenargen stehen zwei historische Hafenkräne. Der Große Hafenkran wurde um 1900 gebaut und 2006 restauriert, der Kleine Hafenkran stammt aus dem Jahr 1909 und wurde im Jahr 2005 restauriert.

In Langenargen sind zahlreiche Skulpturen und Objekte zu sehen. Großenteils nehmen sie Bezug auf die Geschichte des Ortes bzw. seine Lage am See.

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Pfarrkirche St. Martin (Langenargen)

Langenargen Relief 8.jpg

Die katholische Pfarrkirche St. Martin in Langenargen ist eine barocke Kirche.

Die Tatsache, dass Martin von Tours als Patron für die Kirche gewählt wurde, lässt darauf schließen, dass mindestens schon im achten Jahrhundert eine Urpfarrei in Langenargen bestand, auf die auch der spätere Kirchenbau zurückgeht. Die erste Martinskirche in Langenargen stand auf dem Platz der heutigen Annakapelle und stammte aus der Merowingerzeit. Die Grundmauern ihres Chores sind erhalten geblieben. Der Rest wurde 1718 abgebrochen und für den Neubau der Kirche St. Martin verwendet.

Die Pfarrkirche St. Martin ist nicht an dieser Stelle errichtet worden, sondern ein Nachfolgebau der 1479 erbauten und im 18. Jahrhundert abgerissenen Fridolinskapelle. Unter Graf Anton III. wurde die neue Kirche in den Jahren 1720 bis 1722 errichtet. Baumeister war Leonhard Gmeiner. 1718 hatte der Konstanzer Weihbischof Conrad Ferdinand Geist von Wildegg den Grundstein gelegt, und 1722 weihte der Konstanzer Fürstbischof Johann Franz von Stauffenberg die Kirche. Zu diesem Zeitpunkt besaß sie noch keinen Turm. Eigentlich war ein Bau mit zwei gleichartigen, je 55 m hohen Türmen geplant worden, jedoch wurde aus finanziellen Gründen nur der Nordturm, der 1735 fertiggestellt war, gebaut.

Von wem die Pläne für die Kirche stammten, ist ungeklärt; im Gespräch ist der Vorarlberger Baumeister Christian Thumb.

Die Kirche St. Martin bildet auf der Straßenseite zusammen mit dem östlich angebauten Heilig-Geist-Spital eine optische Einheit. Sie hat auf dieser Seite je vier Flachbogenfenster und Pilaster. Seeseitig ist die Kirche optisch von dem Spital abgesetzt. Sie besitzt ein rechteckiges, sattelgedecktes Langhaus mit einer korbbogenartigen Chorapsis und zwei Sakristeien. Die Orgelempore ruht auf zwei Innenpfeilern, so dass sich ein dreischiffiges Joch ergibt. Die angebaute Marienkapelle besitzt einen rechteckigen Grundriss mit rundbogigem Apsisvorraum. Darüber befindet sich die Kirchenbibliothek. Die helle Hallenkirche mit Kreuzgratgewölbe steht durch die Korbbogendecke des Langhauses schon dem Rokoko nahe.

Die Stukkaturen aus der Zeit um 1733 bilden ein zartfarbiges Regencebandelwerk mit Profilrahmen, Kartuschen, Quadraten, Ellipsen, Akanthusschweifen, Rocaillesäumen, Gitterwerk, Rosetten und Muscheln. Die Deckenfresken stammen von Franz Anton Maulpertsch. Über der Orgel ist Michael als Teufelsbezwinger zu sehen. Es folgen Gemälde, die den zwölfjährigen Jesus, die Apostel vor dem leeren Mariengrab und dem Aufstieg Mariä in den Himmel zeigen, und ganz vorne ein Bild des Kirchenpatrons.

Die Gemälde auf der linken Seite zeigen die Evangelisten Johannes und Markus, Donatus von Arezzo und den Chinamissionar Francisco de Xavier. Auf der rechten Seite sieht man die Evangelisten Matthäus und Lukas sowie St. Florian von Lorch und Alexius von Edessa.

Links vom Chorbogen ist das Wappen des Stifters Ernst von Montfort, rechts das der Stifterin Antonia von Waldburg-Scheer zu sehen.

Neben 14 Kreuzwegstationen von Joseph Guldin gibt es am rechten Westpfeiler ein Schutzengelbild von Franz Joseph Spiegler. Der Eingang zur Marienkapelle ist mit den Unionsschilden Montfort-Thun geschmückt. Links davon ist eine Kapelle, rechts eine Burg zu sehen. Dieses Arrangement spielt auf die montfortische Gründungssage an.

Die ulmische Madonna mit dem Apfel stammt aus der Zeit der Spätgotik (um 1470). Jünger ist ein hochbarocker Geißelheiland, der auf etwa 1770 datiert wird, sowie das Taufbecken von 1722 mit seiner barocken Jordangruppe. Unter der Orgelempore hängt ein Gekreuzigter, der um 1735 geschaffen wurde, an der Westwand eine Anna selbdritt aus dem 17. Jahrhundert. Vier Heiligenstatuen an den Langhauswänden sind neugotisch.

Die Kanzel besteht aus marmoriertem Holz und trägt ein Flachrelief, das die Predigt des Täufers thematisiert. Die Rückwand ist mit Vorhangdraperien und zwei Putten geschmückt und zeigt ein Josephsbild aus der Zeit um 1660. Der Schalldeckel ist fünfseitig und besitzt Quastenbehang und Volutendekor. Er ist von einem posauneblasenden Putto gekrönt.

Das Altarblatt des Hochaltars wurde von Franz Anton Bronnenmeyer geschaffen und zeigt eine Kreuzabnahme. Der Hochaltar in seiner heutigen Gestalt dürfte auf Johann Wilhelm Hegenauer zurückgehen. Der Aufbau ist in zwei Geschosse gegliedert und rotbraun und graugelb marmoriert. Der Tabernakel zeigt ein Kruzifix, eine Pelikangruppe, Putten und Engel. Frühbarocke Skulpturen der Pestheiligen Rochus und Sebastian stehen zwischen den Säulen; sie werden auf etwa 1650 datiert.

Auf dem Altarblatt des rechten Seitenaltars ist der Namenspatron der Kirche zu sehen. Dieses Bild wurde von dem ortsansässigen Künstler Andreas Brugger um 1775/1800 geschaffen.

Das Altarblatt des linken Seitenaltars ist älter; es stammt aus dem Jahr 1723 und zeigt eine Ansicht der Kirche in der ursprünglich geplanten Form mit den zwei Türmen. Das Rosenkranzbild links mit den Heiligen Katharina von Siena, Maria und Dominik stammt von Johann Christoph Storer. Die Anbetungsengel an den Altarseiten sowie weiteren Zierrat gestaltete wahrscheinlich Johann Wilhelm Hegenauer; nur die beiden Katakombenheiligen Magnus und Gaudentius sind anderer Herkunft: Sie stammen aus der Friedrichshafener Prioratskirche.

Die beiden Wandaltäre gehören wohl zu den Ausstattungsstücken, die von Anfang an in der Kirche St. Martin waren. Auf den Gemälden Franz Anton Bronnenmeyers des nördlichen Wandaltars sind St. Sebastian als Schutzherr Langenargens und darüber Johannes von Montfort zu sehen, die Bilder auf der Südseite zeigen die Verkündigung des Martyriums von St. Johannes Nepomuk über der Volksheiligen Wilgefortis.

Die 15 Rosenkranzmedaillons in der Marienkapelle werden der Schule von Hans Zürn zugeordnet und stammen nicht alle vom selben Künstler. In der Marienkapelle steht auch die bereits erwähnte Ulmer Maria mit dem Apfel aus dem 15. Jahrhundert.

Die Kirche St. Martin besitzt fünf Glocken, die auf drei Turmstuben verteilt sind und die Tonfolge d’-f’-g’-b’-d’’ haben.

Die Evangelistenglocke, die auf b’ gestimmt ist, stammt aus dem 14. Jahrhundert. Sie trägt die Inschrift „+ S LVCAS + S MARCVS + S MATHEVS + S JOHANNES“.

1766 wurde die 1953 erneuerte Montfortglocke in d’ gegossen. Sie ist mit Rocaillekartuschen, Putten, einem Immaculatarelief, den Wappen der Stifter und dem Gießernamen Johann Leonhard Rosenlechner geschmückt.

Hinter einem neobarocken Prospekt von Reinhold Schäle befindet sich heutzutage eine 1936 von Karl und August Späth erbaute Orgel, die 1962 und 1969 renoviert, erneuert und erweitert wurde. Sie hat drei Manuale und 48 Register.

1726 bis 1728 wurde auf der Seeseite eine Marienkapelle mit Herrschaftsloge an die Kirche angebaut. Initiatorin dieses Anbaus war Maria Anna Leopoldine von Thun.

Die erste Renovierung bzw. Umgestaltung des Innenraums fand im Jahr 1748 statt. Bei den regelmäßig stattfindenden weiteren Renovierungen in den Jahren 1789, 1800, 1836, 1841, 1866, 1891, 1904 1934, 1962 und 1986 wurde die Kirche mehrfach dem jeweiligen Zeitgeschmack entsprechend umgestaltet. Eine einschneidende Veränderung stellte etwa 1891 der Tausch der alten Butzenscheiben gegen nazarenische Buntglasfenster dar. In den 1960er Jahren entschied man sich, auch die Portale modern zu gestalten. Die alten Sandsteinportale waren zerstört. Das Hauptportal von 1972 zeigt Reliefarbeiten von Hilde Broer. Auf dem linken Türflügel sieht man Martin den Mantel für den Bettler teilen, auf der rechten Seite weist Christus, in die Mantelhälfte eingehüllt, auf den Namenspatron der Kirche. Auch auf den anderen Portalen sind Taten und Gebote der Nächstenliebe ins Bild gesetzt.

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Kavalierhaus Langenargen

Landseite

Das Kavalierhaus in Langenargen ist ein historistisches Gebäude aus dem 19. Jahrhundert.

Das Gebäude wurde ab Februar 1866 am Rand des Schlossparks von Schloss Montfort nach Plänen des Architekten Gottlieb Pfeilsticker errichtet. Karl I. von Württemberg hatte den Auftrag erteilt, nachdem deutlich geworden war, dass im eigentlichen Schloss Montfort kein Platz für das gesamte Personal sowie für den Cavalier Ihrer Majestät der Königin Mutter und den Cavalier Seiner Königlichen Hoheit des Prinzen Friedrich war.

Pfeilsticker legte das Kavalierhaus äußerlich völlig symmetrisch an, wodurch das Kuriosum der Attrappe eines Toilettenfensters auf der Straßenseite entstand. Im Park um Schloss Montfort und das Kavalierhaus wachsen Mammutbäume, Bananen, Palmen und auch noch die letzte von zwölf Blutbuchen, die König Karl I. pflanzen ließ.

Das Kavalierhaus dient heute als Café und Kulturhaus. Seit 1997 wird das Stipendium Kavalierhaus vergeben, das es bildenden Künstlern ermöglicht, drei Monate lang im Kavalierhaus zu wohnen und anschließend dort eine Ausstellung zu präsentieren.

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Source : Wikipedia