Lüneburg

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Geschrieben von tron 20/03/2009 @ 20:11

Tags : lüneburg, niedersachsen, deutschland

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Lüneburg

Wappen der Stadt Lüneburg

Die Hanse- und Universitätsstadt Lüneburg (plattdeutsch Lümborg) ist mit etwa 72.000 Einwohnern (Agglomeration ca. 103.000 Einwohner) die drittgrößte Mittelstadt im Land Niedersachsen, etwa 50 km südöstlich von Hamburg und gehört zur Metropolregion Hamburg. Sie liegt am Rande der nach ihr benannten Lüneburger Heide am Flüsschen Ilmenau. Sie hat den Status einer Großen selbständigen Stadt, ist Kreisstadt des gleichnamigen Landkreises und nordostniedersächsisches Oberzentrum. In der Statistik der größten Städte Deutschlands ist Lüneburg momentan auf dem 120. Platz (Stand 31. Dezember 2007).

Lüneburg liegt am Unterlauf der Ilmenau, etwa 30 km vor ihrem Zusammenfluss mit der Elbe. Südlich erstreckt sich die Lüneburger Heide, eine etwa 7.400 km² große Fläche, die durch den Einschlag großer Mengen von Holz, Waldbrände und Beweidungen entstand. Die vielfach zitierte Aussage, die Heide sei durch Holzeinschlag für den Betrieb der Saline Lüneburg entstanden, ist historisch nicht gesichert. Wahrscheinlicher ist der Beginn menschlicher Einflussnahme in der Bronzezeit. Die Lüneburger Altstadt liegt zudem über einem Salzstock, der den Reichtum der Stadt begründete und dessen Kappe aus Gips, der Kalkberg, zugleich einen hervorragenden Bauplatz für die Fluchtburg darstellte, welche Lüneburg ihren Namen gab.

Die Formel "Mons, Pons, Fons" (Berg, Brücke, Quelle) charakterisiert die Entwicklung der Stadt seit dem 8. Jahrhundert durch das Zusammenwachsen von zunächst drei, später vier, Siedlungsplätzen. Dies waren die Fluchtburg auf dem – damals noch wesentlich höheren – Kalkberg mitsamt der angrenzenden Niederlassung ("Marktviertel"), das Dorf Modestorpe zwischen der Brücke über die Ilmenau und dem großen Platz "Am Sande" ("Sandviertel") sowie die Saline mit der abgeschlossenen Siedlung der dort beschäftigten Arbeitskräfte ("Sülzviertel"). Erst im 13. Jahrhundert bildete sich zwischen Marktplatz und Ilmenau die Hafensiedlung ("Wasserviertel"). Die daraus entstandene Form der Stadt blieb bis zur Ausweitung der Stadtfläche im späten 19. Jahrhundert bestehen und ist noch heute deutlich. Lüneburgs sechs historische Stadttore waren das Altenbrücker Tor, das Bardowicker Tor, das Rote Tor, das Sülztor, das Lüner Tor und das Neue Tor.

Stadtteile: Altstadt, Bockelsberg, Ebensberg, Goseburg-Zeltberg, Häcklingen, Kaltenmoor (größter Stadtteil mit 9000 Einw.), Kreideberg, Lüne-Moorfeld, Mittelfeld, Neu Hagen, Ochtmissen, Oedeme, Rettmer, Rotes Feld, Schützenplatz, Weststadt und Wilschenbruch. Jüttkenmoor, Klosterkamp, Bülows Kamp, In den Kämpen, Krähornsberg, Schäferfeld, Volgershall und Zeltberg sind Bezeichnungen für einzelne Baugebiete innerhalb eines Stadtteils.

Eine Besonderheit stellt das historische Viertel zwischen der Lüneburger Saline (heute Deutsches Salzmuseum) und dem Kalkberg dar. Die Häuser jenes Bereiches stehen über dem Salzstock, der durch die Saline abgebaut wurde und der bis knapp unter die Erdoberfläche reicht. Durch den vermehrten Salzabtrag durch verbesserte technische Geräte, etwa ab 1830, begann sich die Oberfläche um mehrere Meter abzusenken. Es entstand das so genannte Senkungsgebiet. Die dortigen Häuser und eine Kirche (die Lambertikirche) verloren dadurch ihre Stabilität und mussten abgerissen werden. Die Senkung und die Unrentabilität des Salzabbaus waren Gründe für die Schließung der Saline 1980. Heute werden nur noch geringe Mengen Sole für den Kurbetrieb in der Salztherme Lüneburg ("SaLü") gefördert. Die Saline beherbergt heute einen Supermarkt und das Deutsche Salzmuseum.

An etwa 240 Messpunkten werden die Senkungen seit 1946 in einem zweijährigen Turnus überwacht. Die Senkungen sind noch nicht komplett zum Stillstand gekommen, das Gelände wurde neu bebaut und einige historische Gebäude, die gerettet werden konnten, sind inzwischen restauriert. Die Absenkungen sind bis auf den heutigen Tag gut zu erkennen. Besucher, die vom Sande bis zum Ende der Grapengießerstraße gehen, können dort die Ausmaße der Absenkungen deutlich erahnen. Die vor ihnen liegende Mulde bildete früher eine Ebene mit der Grapengießerstraße. Diese Mulde zieht sich bis zum Lambertiplatz hin.

In der "Frommestraße" sind weitere Zeugnisse der abbaubedingten Erdbewegungen sichtbar: Das "Tor zur Unterwelt". Zwei gußeiserne Torflügel, die sich übereinander geschoben haben.

An der Michaeliskirche sind ebenfalls Folgen der Senkung zu erkennen, und zwar an den schiefen Säulen und dem Westflügel im Kirchenschiff. Auch sind aktuelle Absenkbewegungen in der Straße "Ochtmisser Kirchsteig" zu beobachten.

Die ersten Zeugnisse menschlicher Anwesenheit im Raum Lüneburg datieren in die Zeit der Neandertaler. Es handelt sich um 56 Faustkeile, gefunden zu Beginn der 1990er Jahre beim Bau der Autobahn zwischen Ochtmissen und Bardowick. Sie sind etwa 150.000 Jahre alt.

Bei dem Ochtmisser Fundplatz handelt sich vermutlich um ein neandertalzeitliches Jagdlager, wo die frühen Menschen ihre Jagdbeute zerteilten. Von einer durchgehenden Besiedlung des späteren Stadtgebietes jedoch konnte damals noch keine Rede sein; jahrtausendelange Kaltzeiten verhinderten dies.

Das erste archäologische Zeugnis einer sesshaften Bauernkultur wurde nicht weit von dem eingangs genannten Fundplatz entfernt in der Ilmenau zwischen Lüne und Bardowick entdeckt. Es handelt sich um eine Axt, die aufgrund ihrer Form als „Schuhleistenkeil“ bezeichnet wird. Sie datiert in das 6. Jahrtausend v. Chr. Geburt und gelangte bereits im 19. Jahrhundert in die Lüneburger Museumssammlung.

Seit der Bronzezeit trägt der Lüneburger Zeltberg eine ganze Reihe der vor- und frühgeschichtlichen Bestattungsplätze, welche die im Gebiet der heutigen Stadt Lüneburg ansässigen Menschen anlegten. Einer der ältesten Funde von dort ist ein sogenanntes „Aunjetitzer Randleistenbeil“. Es stammt aus der Zeit um 1900 v. Chr. Geburt.

Auch aus dem Stadtgebiet selbst stammen eine Reihe eisenzeitlicher Urnenfunde, die bereits im 18. Jahrhundert erwähnt werden. Diese Funde jedoch sind – ebenso wie jene vom Lüneburger Kalkberg – in die Privatsammlungen einiger Gelehrter des 18. Jahrhunderts gelangt und – bis auf wenige Ausnahmen – mit ihnen untergegangen.

Unbedingt erwähnenswert in diesem Zusammenhang sind die langobardischen Urnengräberfelder vom Lüneburger Zeltberg und Oedeme aus den ersten Jahrhunderten nach Christi Geburt. Auch im frühen Mittelalter existieren eine Reihe von Fundplätzen auf dem Gebiet der späteren Stadt, so beispielsweise auf dem Gebiet der alten Ortschaft Modestorpe unweit der Johanniskirche, dem Lambertiplatz nahe der Saline und im ehemaligen Wasserviertel.

Der vom griechischem Geografen Claudius Ptolemäus ca. 150 n. Chr. aufgeführte Ort “Leufana” könnte mit Lüneburg identisch sein.

Die erste urkundliche Erwähnung Lüneburgs im Mittelalter findet sich in einer Urkunde vom 13. August 956, in der König Otto I. "den Zoll zu Lüneburg an das zu Ehren des heiligen Michaels errichtete Kloster" schenkt (teloneum ad Luniburc ad monasterium sancti Michahelis sub honore constructum). Eine ältere Erwähnung des Ortes in den fränkischen Reichsannalen (zum Jahre 795: ...ad fluvium Albim pervenit ad locum, qui dicitur Hliuni) wird auf einen der drei Kerne Lüneburgs bezogen; vermutlich auf die spätere, ab 951 als Sitz der Billunger belegte Burg auf dem Kalkberg. Der elbgermanische Name "Hliuni" entspricht dabei dem langobardischen Wort für "Zufluchtsort".

Durch archäologische Funde ist sicher, dass die Umgebung Lüneburgs zu dieser Zeit bereits besiedelt war (im Museum für das Fürstentum Lüneburg kann man zum Beispiel eine ganze Reihe qualitätvoller Exponate bewundern, die hier gefunden wurden) und die Saline zu diesem Zeitpunkt bereits ihren Betrieb aufgenommen hatte.

Der Sage nach wurde das Salz von einem Jäger entdeckt, der eine Wildsau geschossen hatte. Im Fell des toten Tieres entdeckte er Salzkristalle. So entstand dort später über die Jahrhunderte die Saline.

Trotz der Saline war Lüneburg ursprünglich dem nur wenige Kilometer nördlich gelegenen Bardowick untergeordnet. Bardowick war älter und ein bedeutender Handelsplatz der Slawen. Bardowicks Reichtum – es hatte sieben Kirchen – rührte natürlich daher, dass keine weiteren Handelszentren geduldet wurden. Erst nachdem Bardowick sich nicht Heinrich dem Löwen unterordnen wollte, wurde es deswegen 1189 von ihm zerstört. Daraufhin bekam Lüneburg das Stadtrecht und entwickelte sich nun an Bardowicks Stelle zum zentralen Handelsplatz der Gegend.

Der polabische Name für Lüneburg ist Glain (geschrieben als Chlein oder Glein in älteren deutschen Quellen), wahrscheinlich hergeleitet von ‘glaino’ (< slawisch *glina) ‘Lehm’.

In lateinischen Texten taucht Lüneburg nicht nur als latinisiertes Lunaburgum, sondern auch als Selenopolis auf.

Durch seine lange Monopolstellung als Salzlieferant im norddeutschen Raum, die erst spät durch Salzimporte aus Frankreich geschwächt wurde, war Lüneburg sehr früh Mitglied der Hanse geworden, die sich 1158 in Lübeck zunächst als Bund einzelner Kaufleute, 1356 (auf dem ersten allgemeinen Hansetag) als Bund von Handelsstädten zusammenfand. Das Lüneburger Salz war notwendig, um die in der Ostsee und vor Norwegen gefangenen Heringe einzupökeln und so konserviert als Fastenspeise im Binnenland anzubieten.

Eine große Rolle spielte der Heringsmarkt der Schonischen Messe. So wurde Lüneburg zusammen mit Bergen (Norwegen) und Visby (den Fischlieferanten) sowie Lübeck (dem zentralen Handelspunkt zwischen Ostsee und Binnenland) rasch zu einer der wichtigsten und reichsten Städte der Hanse. Das Salz wurde im Mittelalter zunächst auf dem Landwege über die Alte Salzstraße nach Lübeck befördert. Mit Eröffnung des Stecknitz-Kanals im Jahr 1398 setzte sich der Transport auf dem Wasserweg in die Lübecker Salzspeicher durch.

Um 1235 entstand das Herzogtum Braunschweig-Lüneburg, das wiederholt in verschiedene Linien geteilt und wieder zusammengeführt wurde. Die so immer wieder entstehenden Teilstaaten, die staatsrechtlich im Rang von Fürstentümern standen, erhielten ihre Namen in der Regel nach ihrer jeweiligen Residenz. So entstand zwischen 1267 und 1269 erstmals ein Fürstentum Lüneburg mit Lüneburg als Residenzstadt. Im Zuge des Lüneburger Erbfolgekriegs warfen 1371 aufständische Bürger die Fürsten aus der Stadt und zerstörten die landesherrliche Burg auf dem Kalkberg sowie das nahegelegene Kloster. Die dadurch und mit dem Landfrieden von 1392 erkämpften Rechte einer freien Reichsstadt konnten bis 1637 verteidigt werden. Das Geld blieb nun in der Stadt, die reichen Häuser und Kirchen entstanden.

Im Jahr 1392 wurde Lüneburg das Stapelrecht verliehen. Es zwang reisende Kaufleute, mit ihren Fuhrwerken Lüneburg aufzusuchen und ihre Waren dort zu "stapeln", d.h. zum Verkauf anzubieten. Damit die Kaufleute Lüneburg nicht umfahren konnten, wurde um 1397 westlich der Stadt eine unpassierbare Landwehr angelegt, die Errichtung einer östlich gelegenen Landwehr erfolgte um 1479.

Eine Krise bedeutete der Lüneburger Prälatenkrieg von 1446 bis 1462, der erst aufgrund der Intervention des dänischen Königs Christian I., des Bischöfs von Schwerin sowie des Lübecker Bischofs Arnold Westphal beigelegt werden konnte.

1454 wurde im Forderungskatalog der Sechziger mehr Einfluss der Bürger im öffentlichen Leben eingefordert.

Seit Ende 2007 trägt Lüneburg wieder offiziell den Titel Hansestadt.

Mit dem Niedergang der Hanse – und dem Ausbleiben der Heringe um 1560 vor Falsterbo in Schonen – brachen die großen Kunden für das Salz der Stadt weg; die Stadt verarmte rasch. Dadurch konnten kaum noch neue Häuser gebaut werden, wodurch das historische Stadtbild fast unverändert bis in die heutige Zeit erhalten blieb.

In den Jahrhunderten nach dem Niedergang der Hanse verfiel Lüneburg in einen Dornröschenschlaf. Heinrich Heine, dessen Eltern von 1822 bis 1826 in Lüneburg lebten, nannte es seine „Residenz der Langeweile“. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts entwickelte sich Lüneburg zur Garnisonsstadt, was es bis in die 1990er Jahre blieb.

1945 tauchte Lüneburg wieder in den Geschichtsbüchern auf, als südlich der Stadt auf dem Timeloberg (bei dem Dorf Wendisch Evern) eine Kapitulationserklärung unterschrieben wurde, die den Zweiten Weltkrieg in Nordwestdeutschland beendete. Die Stelle liegt heute unzugänglich für die Öffentlichkeit in einem militärischen Sperrgebiet; nur ein kleiner Gedenkstein an einem nahen Feldweg weist auf diesen Vorgang hin. Am 23. Mai 1945 nahm sich Reichsführer-SS Heinrich Himmler in Lüneburg in britischer Gefangenschaft das Leben, indem er eine Zyankali-Kapsel zerbiss.

Am 17. September 1945 beginnt in Lüneburg der erste Kriegsverbrecher-Prozess, der sogenannte Bergen-Belsen-Prozess, bei dem 45 Menschen angeklagt werden.

Der Verfall der Bausubstanz nach Ende des Zweiten Weltkriegs führte zu verschiedenen Überlegungen, wie die Wohnqualität zu verbessern sei. Ein – ernsthaft diskutierter – Vorschlag war, die gesamte Altstadt abzureißen und durch moderne Bauten zu ersetzen. Durch den folgenden Bürgerprotest wurde Lüneburg einer der Kristallisationspunkte für einen neuen Gedanken: den Denkmalschutz. Seit den frühen 1970er Jahren wurde die Stadt systematisch restauriert. Besondere Verdienste erwarb sich dabei bereits Ende der 1960er Jahre Curt Pomp: Gegen zahlreiche Widerstände aus Politik und Verwaltung setzte er sich in dem von ihm gegründeten "Arbeitskreis Lüneburger Altstadt" für die Erhaltung historischer Bausubstanz ein. Sein Engagement wurde belohnt mit dem Deutschen Preis für Denkmalschutz und dem Bundesverdienstkreuz. Heute ist Lüneburg aufgrund dieser Restaurierungen eine Touristenattraktion; wichtige Teile der Wirtschaft sind auf Tourismus ausgerichtet.

Im Rahmen der Wehrreform wurden seit 1990 drei der vier Kasernen der Stadt geschlossen und die verbleibende verkleinert. Stattdessen siedelte auf das Gelände der ehemaligen Scharnhorstkaserne die Universität Lüneburg um, die sich 1989 aus der Pädagogischen Hochschule (PH) entwickelt hatte und mit ihren in den 1980er Jahren neu angelegten wirtschafts- und kulturwissenschaftlichen Fachbereichen immer mehr Studenten anzog. Der Ausbau der Universität ist ein wichtiger Beitrag zur Umstrukturierung der Stadt zu einem Dienstleistungszentrum. Auf dem Gelände der ehemaligen Bundesgrenzschutzkaserne entsteht heute der Lünepark mit neuen Gewerbeflächen für Existenzgründer. Die Wirtschaftsförderung und viele Firmen aus dem IT-Bereich haben sich dort bereits angesiedelt. In der Nähe wurde im Mai 2006 die Johannes-Westphal-Brücke für den Verkehr geöffnet. Diese verbindet den neu geschaffenen Lünepark mit dem jenseits der Ilmenau liegenden Stadtteil Goseburg. Seit dem 5. Oktober 2007 darf sich Lüneburg als einzige niedersächsische Stadt Hansestadt nennen.

Lüneburg hatte bereits im Spätmittelalter und zu Beginn der Neuzeit etwa 14.000 Einwohner und gehörte damit zu den damaligen Großstädten. Die Einwohnerzahl sank mit dem wirtschaftlichen Niedergang bis 1757 auf 9.400, stieg dann bis 1813 auf 10.400. Mit dem Beginn der Industrialisierung im 19. Jahrhundert beschleunigte sich das Bevölkerungswachstum. Lebten 1855 erst 13.000 Menschen in der Stadt, so waren es 1939 bereits 35.000. Kurz nach dem Zweiten Weltkrieg brachten die vielen Flüchtlinge und Vertriebenen aus den deutschen Ostgebieten der Stadt innerhalb weniger Monate einen Zuwachs um 18.000 Personen auf 53.000 Einwohner im Dezember 1945. Im Jahre 2003 überschritt die Bevölkerungszahl der Stadt die Grenze von 70.000. Die Stadt Lüneburg sowie ihr Landkreis und der benachbarte Landkreis Harburg gehören zu den wenigen Gebieten in Deutschland, die sich durch ein starkes Bevölkerungswachstum auszeichnen. Gründe dafür sind unter anderem das Wachstum an und Bevölkerungsverschiebungen zu den Randgebieten der Hamburger Stadtregion. Das Niedersächsische Landesamt für Statistik hat der Stadt Lüneburg bis zum Jahre 2021 eine Einwohnerzahl von 89.484 vorausgesagt. Realistischer sind aber wohl Schätzungen, nach denen Lüneburg bis zu diesem Zeitpunkt auf ca. 75.000 bis 79.000 Einwohner anwachsen wird.

Am 30. Juni 2008 betrug die „Amtliche Einwohnerzahl“ für Lüneburg nach Fortschreibung des Niedersächsischen Landesamtes für Statistik 72.359 (nur Hauptwohnsitze und nach Abgleich mit den anderen Landesämtern) - historischer Höchststand. Weiterhin hat Lüneburg besonders enge Beziehungen zu den unmittelbar benachbarten und mit der Kernstadt im Zusammenwachsen begriffenen Gemeinden, mit denen es eine Agglomeration bildet. Die Stadt hat mit den Orten Adendorf, Bardowick, Deutsch Evern und Reppenstedt sowie Vögelsen und Wendisch Evern eine Einwohnerzahl von ca. 103.000 und wäre damit auf dem Weg wieder eine Großstadt, jetzt im modernen Sinne, zu werden. Momentan ist Lüneburg die elftgrößte Stadt in Niedersachsen.

Die folgende Übersicht zeigt die Einwohnerzahlen nach dem jeweiligen Gebietsstand. Bis 1813 handelt es sich meist um Schätzungen, danach um Volkszählungsergebnisse (¹) oder amtliche Fortschreibungen des Statistischen Landesamtes. Die Angaben beziehen sich ab 1871 auf die „Ortsanwesende Bevölkerung“, ab 1925 auf die Wohnbevölkerung und seit 1987 auf die „Bevölkerung am Ort der Hauptwohnung“. Vor 1871 wurde die Einwohnerzahl nach uneinheitlichen Erhebungsverfahren ermittelt.

Vor dem Zweiten Weltkrieg war der Oberbürgermeister der hauptamtliche Chef der Stadtverwaltung. Mit Einführung der Norddeutschen Ratsverfassung durch die britische Besatzungsmacht trat eine Trennung der Stadtspitze ein: Der ehrenamtliche Oberbürgermeister und zugleich Vorsitzende der Stadtvertretung war der politische Repräsentant der Stadt, der wie alle Mitglieder der Stadtvertretung von der Bevölkerung gewählt wurde, während die Verwaltung vom hauptamtlichen Oberstadtdirektor, der von der Stadtvertretung gewählt wurde, geleitet wurde. Durch die Reform der Kommunalverfassung sind seit 1996 beide Aufgaben (wieder) im Amt des hauptamtlichen Oberbürgermeisters, der nun von der Bevölkerung direkt gewählt wird, vereint. Neben dem Oberbürgermeister gibt es zwei weitere (vom Stadtrat gewählte) Bürgermeister, die den Oberbürgermeister in seinen protokollarischen Aufgaben unterstützen und vertreten.

Derzeitige Bürgermeister sind: Eduard Kolle (SPD) und Dr. Gerhard Scharf (CDU).

Lüneburg pflegt trotz seiner mittleren Größe zahlreiche Partnerschaften mit anderen Städten. Im Juni 2000 trafen sich Delegierte aller Partnerstädte in Lüneburg und Umgebung und feierten das größte Partnerschaftstreffen der Nachkriegszeit in dieser Region.

Zusätzlich bestehen noch diverse innerdeutsche Partnerschaften, so zum Beispiel mit Kulmbach und Köthen.

Darüber hinaus gibt es in vielen umliegenden Gemeinden Amateurtheater wie das Puschentheater in Melbeck, den Plattsnack Widsbold in Marxen am Berge und das Kleine Salzhäuser Theater (KleiST) in Salzhausen.

Die historische Stadt ist zwar schon per se eine Art Freilichtmuseum ("Rothenburg des Nordens"), doch sie wird zusätzlich durch viele Museen und Kirchen (St. Michaelis, St. Johannis, St. Nikolai) belebt. Die wichtigsten Museen sind das Deutsche Salzmuseum in den Gebäuden der ehemaligen Saline, in dem die Bedeutung von Salz im Mittelalter und die Salzgewinnung anschaulich vor Augen geführt wird, und das Museum für das Fürstentum Lüneburg, in dem die Stadtgeschichte und die Geschichte der Umgebung dargestellt werden. Ebenfalls erwähnenswert sind das Ostpreußische Landesmuseum, das in direkter Nachbarschaft befindliche Norddeutsche Brauereimuseum mit wertvoller Trinkgefäßegalerie (aus 1200 Jahren) und das Kronen-Brauhaus zu Lüneburg von 1485, sowie das Naturmuseum am Rande des Senkungsgebietes.

Lüneburg gehört zu den wenigen Städten Norddeutschlands, die ihren historischen Kern unzerstört durch den Zweiten Weltkrieg retten konnten. Allerdings haben die Vernachlässigungen der Bausubstanz bis in die 60er Jahre hinein und die Schäden im Senkungsgebiet zu Lücken im historischen Stadtbild geführt. Zusätzlich sorgten in den 50er und 60er Jahren der Abriss maroder Gebäude und der Bau von Kaufhäusern mit (damals) moderner Prägung für Brüche in der Optik so mancher Straßenzüge. Seit Anfang der 70er Jahre wird Lüneburg aber sorgsam und liebevoll restauriert. Dadurch kam es inzwischen zu Entdeckungen von zuvor verborgenen Deckengemälden, mittelalterlichen Töpferstuben und vieler historischer Sickergruben, durch die ein wesentlich besseres Bild vom Leben im Mittelalter entstanden ist.

Im Lüneburger Stadtteil Kaltenmoor steht das älteste ökumenische Gemeindezentrum (evangelische und katholische Kirche unter einem Dach): St. Stephanus. Besonders hervorzuhebende Gebäude sind die drei verbliebenen Stadtkirchen St. Johannis am Sande (vollendet 1370), die Kirche St. Michaelis, in der Johann Sebastian Bach von 1700 bis 1702 Chorknabe war, und die fast modern wirkende Stadtkirche St. Nikolai, die ab 1407 erbaut wurde. Die Lambertikirche musste bereits um 1850 wegen Baufälligkeit abgerissen werden: sie stand im Senkungsgebiet. Die Kirchturmspitze als einzig übrig gebliebenes Teil ist heute auf dem Dach der benachbarten Heiligengeistschule zu sehen.

Ebenso interessant sind das Glockenhaus (altes Zeughaus) am Glockenhof, die Rathsapotheke von 1598 in der Großen Bäckerstraße und das historische Rathaus mit seiner berühmten Gerichtslaube. Den vor dem Rathaus stehende Lunabrunnen ziert eine bronzene Statue der Mondgöttin mit Pfeil und Bogen; das Original von 1532 wurde 1970 gestohlen und eingeschmolzen; die heutige Büste ist eine Nachbildung von 1972. Im Bereich des alten Hafens steht noch die Barockfassade des alten Kaufhauses, das in seinen übrigen Teilen aber abgebrannt ist und durch einen Neubau (sinnigerweise für die Feuerwehr) ersetzt werden musste, und der alte Kran, einer bis heute funktionsfähigen mittelalterlichen Holzkonstruktion, in deren Inneren zwei große Laufräder das Heben und Senken des Kranseils ermöglichen. Die Feuerwehr wurde im Herbst 2007 in neue Gebäude am Rand der Innenstadt verlegt, das "Alte Kaufhaus" soll im Rahmen einer Neuordnung des Wasserviertels einer neuen Nutzung zugeführt werden.

Vor den Toren der alten Stadt findet sich zudem das Kloster Lüne, ein ehemaliges Benediktinerinnen-Kloster. Es wurde ab 1172 erbaut und ist gut restauriert.

Etwa 2 Kilometer westlich von Lüneburg, in den Ortschaften Reppenstedt und Vögelsen gelegen, befindet sich ein gut erhaltener Abschnitt des Bodendenkmals Lüneburger Landwehr, der auch bewandert werden kann.

Lüneburg hatte einst über 80 Brauereien. Die größte und bekannteste davon war die Lüneburger Kronen-Brauerei von 1485 in der Heiligengeiststraße, in der in Norddeutschland sehr bekannte Biere wie das Lüneburger Kronen-Pilsener und das Moravia Pilsener gebraut wurden. Diese Biere werden heute von der Holsten-Brauerei AG in Hamburg gebraut; allerdings sind die Original-Hefestämme bei der Übernahme der Kronen-Brauerei vernichtet worden. Lediglich das ursprüngliche Lüneburger Pilsener gibt es nach wie vor, wobei auch dieses inzwischen von der Holsten-Brauerei AG in Hamburg hergestellt und nur noch im Fass verkauft wird.

Heute gibt es nur noch zwei kleinere Gasthausbrauereien in Lüneburg. In dem Gasthaus Nolte etwas außerhalb des Zentrums in der Dahlenburger Landstraße und im Brau- und Tafelhaus Mälzer in der Heiligengeiststraße lebt die Tradition Lüneburger Brauereien weiter.

Lüneburg ist für weitere besondere Leckereien bekannt: zum einen den Heidschnuckenbraten, zum anderen für den Stint, einen kleinen Fisch, der im Frühjahr Saison hat. Eine weitere kulinarische Rarität ist eine regional abweichende, dänisch beeinflusste Variante des Labskaus (Skipperlabskovs, umgangssprachlich auch Gammel danske kaus). Traditionell wird am Heiligabend Grünkohl mit Bregenwurst gegessen.

Lüneburg hat sich in den vergangene Jahren mehr und mehr zu einem Anlaufpunkt für Touristen aus aller Welt hin entwickelt. Dennoch spielen das mittelständische produzierende Gewerbe und Kleinbetriebe immer noch eine starke Rolle im Lüneburger Wirtschaftsgeschehen. Veränderungen und Impulse ergeben sich auch aus der Universität Lüneburg, welche mit Ihren Studierenden zur Vitalisierung der Region beiträgt.

Viele kleine und mittelständische Unternehmen sind in Lüneburg angesiedelt. Erwähnenswert sind unter anderen: Im Textilbereich der Modehersteller Roy Robson (der Strickwarenhersteller Lucia, einst größter Arbeitgeber der Stadt, meldete 2008 Insolvenz an), im Lebensmittelbereich die Firmen DeVauGe Gesundkostwerk als einer der größten deutschen Hersteller von vegetarischen Lebensmitteln und die Molkerei, welche heute Teil der Hochwald Nahrungsmittel-Werke ist und Produkte (u.a. Joghurt) der Marke Lünebest herstellt. Im Industriebereich sind die größten ansässigen Firmen der PKW-Innenausstatter Johnson Controls, H.B. Fuller, die Impreglon AG und der Anbieter von Industrie-Elektronik die Sieb & Meyer AG. Ebenfalls in Lüneburg beheimatet ist mit der 1614 gegründeten von Stern'schen Druckerei die älteste noch in Familienbesitz befindliche Druckerei der Welt.

Für den Bereich Tourismus ist besonders der von der Stadtgärtnerei gestalteten Kurpark mit einem Gradierwerk, Teichen, vielen Blumenrabatten und Kräutergarten zu nennen, welcher direkt neben dem Kurzentrum gelegen ist. Das Kurzentrum umfasst Meerwasserwellenbad, Salztherme, Wellness- und Saunawelt usw. (SaLü), zudem gibt es einen Soletherapiebereich mit Anwendungen für Haut- und Atemwegsbeschwerden. Lüneburg ist kein Kurort wie z. B. das benachbarte Bad Bevensen, verfügt aber über besondere Heilmittel, wie zum Beispiel die Lüneburger Sole (ca. 26 % Salzgehalt), mit der besonders Psoriasiserkrankte Linderung erfahren. Darüber hinaus ist hier seit 1978 die Hauptverwaltung der Tagungshotelgruppe Seminaris angesiedelt. Im Bereich Technologien und Dienstleistungen ist das Innovations- und Gründungszentrum e-novum zu nennen, welche sich mit der Förderunge von jungen Unternehmen befasst. Die Werum Software & Systems AG ist das größte Unternehmen Lüneburgs aus dem Bereich der Informations- und Kommunikationstechnologie.

Am 18. Juli 2007 wandelte der Norddeutsche Rundfunk NDR sein langjähriges Korrespondenten-Büro "Auf dem Meere" hinter dem Rathaus in ein Studio um. Mehrmals täglich werden aus dem Lüneburger Studio regionale Informationen für Heide und Wendland, den Süden Hamburgs und die Niederelbe im Programm von NDR1 Niedersachsen gesendet. Außerdem beliefert die Redaktion weitere NDR-Sender und die gesamte ARD, z.B. bei Groß-Ereignissen wie Elbe-Hochwasser oder Castor-Transporten.

Im Jahr 2006 richtete die Filmproduktionsgesellschaft Studio Hamburg Traumfabrik Niedersachsen GmbH in der ehemaligen Europazentrale von Konica Minolta im Industriegebiet Hafen ihren Firmensitz und zwei Produktionsstudios ein. Seit dem 28. August 2006 wird hier die Telenovela "Rote Rosen" für Das Erste produziert. Lüneburg ist außerdem Sitz der Gesellschaft für visuelle Kommunikation (G.V.K.), der größten Kommunikationsagentur in Niedersachsen. Arbeitsschwerpunkt des Unternehmens ist das Handels- und Vertriebsmarketing. Die Landeszeitung ist die einzige lokale Tageszeitung im Landkreis Lüneburg. Mit Radio ZuSa gibt es auch einen lokalen Radiosender, dessen Sendungen in Lüneburg und in Uelzen produziert und gesendet werden. Die Lüneburger Kultband Top for Tea hat mit dem Lüneburg-Lied „Die schönste Stadt der Welt…“ ein Liebeslied an diese Stadt geschrieben.

Stadt und Landkreis Lüneburg sind seit Dezember 2004 Teil des Hamburger Verkehrsverbundes. Durch seine Nähe zu Hamburg und seine verkehrsgünstige Lage ist Lüneburg leicht erreichbar. Der Lüneburger Bahnhof liegt an der Hauptstrecke Hamburg-Hannover und wird sowohl von Zügen Deutschen Bahn AG als auch der der Metronom Eisenbahngesellschaft angefahren. Die Fahrtzeit zum Hamburger Hauptbahnhof beträgt etwa 30 Minuten. Neben Regionalzügen halten in Lüneburg auch Intercity-Züge und einzelne ICE auf der Fahrt von Hamburg in Richtung Süden. Nach Nordosten zweigt die Verbindung über Lauenburg/Elbe nach Lübeck ab. Über eine Stichbahn wird der Dannenberger Raum versorgt; diese Linie, die Wendlandbahn, ist durch die auf ihr stattfindenden Atommüll-Transporte nach Gorleben bekannt geworden. Von Lüneburg aus betreibt die OHE mehrere Bahnstrecken im Güter- und Ausflugsverkehr.

Die längste Straße Lüneburgs (Dahlenburger Landstraße) führt am Bahnhof von Lüneburg vorbei. Zudem verfügt Lüneburg über einen Autobahnanschluss der A 250. Diese Autobahn soll in den nächsten Jahren in Richtung Süden bis Wolfsburg bzw. Braunschweig, als A 39, verlängert werden. Lüneburg ist über die B 4, die B 209 und die B 216 an das Bundesstraßennetz angebunden.

Der Stadtverkehr wird von Bussen der KVG Lüneburg bedient. Auf den meisten Linien besteht ein 20- oder 30-Minuten-Takt. Am dichtesten ist der Verkehr zwischen Innenstadt und Kaltenmoor. Es gibt 6 Durchmesser- und 6 Radiallinien, die sämtlich über "Am Sande" und "Bahnhof / ZOB" führen. Die letzten Busse verkehren gegen 20 Uhr; anschließend stehen Anruf-Sammel-Taxis bereit. Sonntags wird nur nachmittags gefahren. Der Stadtteil Wilschenbruch und der alte Kern des Stadtteils Hagen sind nicht an das Verkehrsnetz angebunden; ansonsten ist die Raumerschließung hoch. Einzelne Linien führen über die Stadtgrenze hinaus (Mechtersen, Bardowick, Adendorf, Reppenstedt). Die Linien tragen die HVV-Nummern 5001 bis 5015.

Nachdem sich Pläne zum Bau einer Straßenbahn zerschlagen hatten, beauftragten die neuen Machthaber 1933 eine Privatfirma mit der Einrichtung eines Stadtbusverkehrs. Die erste Linie führte von Hagen zum Kurpark. Unter der Ägide der Firma Röhlsberger entwickelte sich daraus nach dem Krieg ein verzweigtes Busnetz, das 1982 von der KVG übernommen wurde.

Im Überlandverkehr ist Lüneburg Ausgangspunkt zahlreicher Linien, die teilweise im 1-Stunden-Takt fahren; nach Bleckede (5100) fährt Werktags Nachmittags gar alle 30 Minuten ein Gelenkbus. Die längste Regionallinie (5304) führt nach Lüchow. Mehrmals wöchentlich verkehrt ein Fernbus nach Berlin.

Am östlichen Stadtrand befindet sich der Flugplatz Lüneburg.

Lüneburg ist Sitz des Niedersächsischen Oberverwaltungsgerichts, eines Landgerichts, sowie des erstinstanzlichen Amtsgerichts, der Regierungsvertretung Lüneburg als Nachfolgerin der zum 1. Januar 2005 aufgelösten Bezirksregierung, der Industrie- und Handelskammer Lüneburg-Wolfsburg, der Handwerkskammer Lüneburg sowie der Polizeidirektion Lüneburg und der Polizeiinspektion Lüneburg/Lüchow-Dannenberg/Uelzen. Die alte Garnisonstadt (berühmt bis 1914 war das Dragoner-Regiment Nr. 16 in der Lüner Kaserne, heute ein lebendiger Gewerbepark) ist bis heute auch ein wichtiger Standort der Bundeswehr, auch wenn die Zahl der hier stationierten Soldaten seit den 1990er Jahren von etwa 5.000 auf heute ca. 1.900 Soldaten abgenommen hat. In die einstige Scharnhorst-Kaserne ist die Universität Lüneburg gezogen, was als besonders gelungenes und fast einzigartiges Konversionsprojekt gilt. In einem Teil der Schlieffen-Kaserne sitzen heute Behörden wie das Verwaltungsgericht, das Arbeitsgericht, der Zoll, die Steuerfahndung, das Katasteramt u. a. Die Theodor-Körner-Kaserne wird weiterhin von der Bundeswehr genutzt und beherbergt das Aufklärungslehrbataillon 3 (bis Juni 2007: Panzeraufklärungslehrbataillon 3) sowie Teile des Logistikbataillon 3 sowie Kleindienststellen.

In Lüneburg besteht das Städtische Klinikum Lüneburg. Dieses Krankenhaus nimmt am Elbe-Heide-Krankenhausverbund teil, der mehrere Kliniken im südlichen Hamburger Umland umfasst.

Die erste Schule in Lüneburg war die im 14. Jahrhundert gegründete Michaelisschule.

Heute befinden sich in Lüneburg vier Gymnasien. Neben der Herderschule, der Wilhelm-Raabe-Schule und dem Gymnasium Oedeme befindet sich darunter mit dem 1406 gegründeten Johanneum Lüneburg auch eine der traditionsreichsten Schulen Deutschlands. Außer den Grund-, Haupt- und Realschulen sind besonders wichtig geworden die drei Berufsbildenden Schulen am Schwalbenberg. Einen wichtigen Platz im Bildungsangebot nimmt auch die Volkshochschule (Haagestraße 4) ein. Außerdem gibt es eine Rudolf-Steiner-Schule und eine Montessori-Grundschule.

Die 1989 gegründete Universität Lüneburg (vormals Pädagogische Hochschule), die ihren Sitz in den Gebäuden einer der aufgelösten Kasernen hat, sowie das Zentrum der Fachhochschule Nordostniedersachsen (mit Studienstandorten in Lüneburg, Suderburg und ehemals Buxtehude) sind Hilfen bei der Umstrukturierung der Stadt von einer Garnisonsstadt zu einem Dienstleistungszentrum.

Seit dem 1. Januar 2003 ist die Universität eine Stiftung des Öffentlichen Rechts. Am 1. Januar 2005 wurden Universität und Fachhochschule unter dem Dach der Stiftung "Universität Lüneburg" fusioniert. Mit der Neuorientierung der "Universität Lüneburg" wurde diese am 21. März 2007 in Leuphana Universität Lüneburg umbenannt.

Hinweis: die Archive der Stadt verzeichnen erst ab 1800 die Aufnahme von Ehrenbürgern.

Das Lüneburger Ratssilber ist der größte erhaltene Silberschatz einer deutschen Stadt. Alle seine Stücke entstammen der Zeit zwischen 1443 und 1620. Die Originale des Ratssilbers sind nicht in Lüneburg zu sehen, sondern im Kunstgewerbemuseum Berlin (im Kulturforum am Potsdamer Platz) verwahrt; im Lüneburger Rathaus aber sind originalgetreue Galvanoplastiken zu bewundern.

Mit einer Gaststättenkonzession (Restaurants, Cafés, Kneipen, Bistros, Dönerbuden usw.) pro ca. 200 Einwohner reklamiert Lüneburg (wie einige andere Städte in Deutschland) für sich die größte Kneipendichte Deutschlands und nach Madrid die zweitgrößte Europas. Viele der etwa 350 Gaststättenbetriebe liegen in der Altstadt um den Stintmarkt, den Markt, die Heiligengeiststraße, die Schröderstraße und den Platz Am Sande herum und sind meist in die historischen Gebäude eingefügt.

Das Aufklärungslehrbataillon 3 erhielt am 30. September 2008 als Ehrung der Stadt den Beinamen Lüneburg. Dies ist eine besondere Auszeichnung für das Bataillon, da Beinamen normalerweise erst ab der Brigadeebene verliehen werden.

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Leuphana Universität Lüneburg

Altes Logo der Universität Lüneburg

Die Leuphana Universität Lüneburg in Lüneburg, Deutschland, wurde ursprünglich als Pädagogische Hochschule (PH) im Jahre 1946 gegründet und ist seit 2005 Modelluniversität für die Umsetzung des Bologna-Prozesses.

Seit dem 20. März 2007 firmiert die Universität unter dem Titel Leuphana Universität Lüneburg, kurz auch Leuphana genannt. Mit der Umbenennung geht eine Umstrukturierung der gesamten Studienmodells und des Lehrbetriebs einher. Der Begriff Leuphana soll sich von einer Siedlung nahe der Elbe herleiten, die in einer Karte des antiken Geografen Ptolemäus erwähnt wird.

Im Jahr 2006 wurde eine grundsätzliche Neuausrichtung beschlossen und eingeleitet: Seit dem Jahr 2007 wird in Lüneburg ein neues Studien- und Universitätsmodell verwirklicht. Es beginnt mit der Einrichtung eines Colleges für das Bachelor-Studium. Im Jahr 2008 hat ein Graduierten-Kolleg seine Arbeit aufgenommen, das Master- und Doktorandenprogramme integriert. Außerdem entstehen fachübergreifende Forschungszentren und eine Professional School für weiterbildende Studiengänge wie Unternehmenskooperationen.

Für ihre Strategie wurde die Leuphana vom Stifterverband für die deutsche Wissenschaft im Rahmen des Wettbewerbs „Exzellenzstrategien für kleine und mittlere Hochschulen“ ausgezeichnet. Bundeskanzlerin Angela Merkel besuchte die Universität auf ihrer Bildungsreise im Herbst 2008 und lobte die „Bereicherung der bundesdeutschen Universitätslandschaft“ durch die kreative Umsetzung des Bologna-Prozesses.

Im März 2009 gab die Niedersächsische Landesregierung zudem bekannt, die gesamte Künstlerförderung des Landes an der Leuphana zu konzentrieren. Mit der Einrichtung von 10 Künstlerstipendien wird die Universität und insbesondere die dortige Kulturwissenschaft zu einem überregional bedeutenden Zentrum für Kunst und Kultur.

Im Mai 1946 als eine von insgesamt acht pädagogischen Hochschulen des Landes Niedersachsen gegründet, wurde die PH 1978 in eine selbständige wissenschaftliche Hochschule mit Promotions- und Habilitationsrecht umgewandelt. 1980 erfolgte die Einrichtung der Studiengänge Sozialpädagogik sowie Wirtschafts- und Sozialwissenschaften; 1985 konnten sich dann die ersten Studierenden im Studiengang Betriebswirtschaftslehre immatrikulieren. Mit der Einrichtung des Fachs Angewandte Kulturwissenschaften im Jahre 1986 wurde ein Studiengang geschaffen, der bundesweit attraktiv ist. Seit 1996 werden noch der Diplom-Studiengang Umweltwissenschaften und die Studiengänge Lehramt an berufsbildenden Schulen mit den Fachrichtungen Wirtschaftswissenschaften und Sozialpädagogik angeboten.

Im Mai 1989 wurde die Hochschule - nach einer Übergangsphase als Pädagogische Hochschule Niedersachsen (PHN), Abteilung Lüneburg - in Universität Lüneburg umbenannt.

Durch die räumliche Enge, die durch den starken Anstieg der Studierendenzahl in den 1980er Jahren und fehlende Expansionsmöglichkeiten am alten Standort entstanden war, wurde zu Beginn der 1990er Jahre mit dem Umzug auf den heutigen Campus auf dem Gelände der ehemaligen Scharnhorst-Kaserne begonnen. Seit dem Wintersemester 1997/1998 ist das damals bundesweit einmalige Konversionsprojekt vollendet.

Am 1. Januar 2003 wurde die Universität in eine Stiftung des öffentlichen Rechts umgewandelt. Gemäß dem Beschluss der niedersächsischen Landesregierung vom darauffolgenden Jahr fusionierte sie zum 1. Januar 2005 mit der Fachhochschule Nordostniedersachsen; der gemeinsame Name lautet Universität Lüneburg. Die neue Institution dient als Modelluniversität zur Umsetzung des Bologna-Prozesses.

Die Universität verfügt heute in Lüneburg über drei Standorte: Der zentrale Campus an der Scharnhorststraße wird bestimmt durch das Spannungsverhältnis von traditioneller Backsteinarchitektur, die ihre formgebende Geschlossenheit in rund 20 großen Gebäuden entfaltet, modernen Hörsaal- und Bibliotheksbauten und verschieden gestalteten Gartenzonen wie einem Biotop. Im Zentrum des Standortes Rotes Feld steht ein Backsteinbau aus der Kaiserzeit, der schon zu Beginn des vergangenen Jahrhunderts für Bildungszwecke genutzt wurde. Eine moderne Architektur kennzeichnet den Standort Volgershall: Über eine Länge von 200 Metern erstreckt sich dort eine Halle, die u. a. für Versuchsaufbauten der Automatisierungstechnik genutzt wird. Der vierte Universitätsstandort etwa 40 Kilometer südlich in Suderburg wurde in den 1990er Jahren zeitgemäß ausgebaut. Insgesamt stehen mehrere hundert Studierendenwohnungen auf dem Campus zur Verfügung.

Es existieren drei gleichberechtigte Fakultäten. Diese werden ihrerseits universitätsweit in Departments unterteilt.

Mit Neuausrichtung der Leuphana ist das Studium vom Wintersemester 2007/ 2008 an vollständig neu geordnet. Als zentrales Einstiegsstudium bietet das College Studienmöglichkeiten mit dem Abschluss Leuphana Bachelor an. Darauf aufbauend wird künftig die Graduate School zum Master-Abschluss führen und die Professional School verschiedene, teilweise berufsbegleitende Studienangebote machen.

Das College gliedert das Bachelor-Studium in zwölf thematische Schwerpunkte, die als Major gewählt werden können. Je nach persönlicher Interessenslage und individueller Karriereplanung können dazu Minor als Zweitfächer ergänzt werden. In zwei Lehramts-Studiengängen werden entsprechend den rechtlichen Anforderungen zwei Major ausgewählt.

Im neuen Studienmodell der Leuphana Universität Lüneburg wurde mit dem Wintersemester 2007/ 2008 ein gemeinsames erstes Studiensemester eingeführt. Unabhängig von der Major-Wahl bietet es fachübergreifende Veranstaltungen, Grundlagenwissen und die Schulung persönlicher Fähigkeiten an. Lehrveranstaltungen kommen u.a. aus den Bereichen Geschichte, Philosophie, Mathematik, Statistik, Forschungsmethoden und Verantwortung in der Gesellschaft. Ab dem zweiten Semester tritt neben das Fachstudium das Komplementärstudium. In ihm können unter anderem soziale Fähigkeiten, Sprachqualifikation, künstlerische Kompetenzen oder philosophische Aspekte vertieft werden. Das Komplementärstudium soll disziplinenübergreifendes Denken vermitteln und Kompetenzen schulen, die über das reine Fachwissen hinausgehen.

Das Leuphana College wendet ein in Deutschland bisher neuartiges Zulassungsverfahren an, das sich stark an ausländischen Spitzenhochschulen orientiert. Studienbewerber absolvieren neben der regulären Bewerbung einen Studierfähigkeitstest oder eine Runde von Zulassungsgesprächen. Dies gilt jedoch nicht für alle Fächer. Weiterhin werden im Leuphana-Zulassungsverfahren soziales und politisches Engagement, Auslandserfahrung, Arbeitserfahrung und Fremdsprachenkenntnisse in die Entscheidung über eine Zulassung einbezogen.

Jede einzelne Major kann mit einem Ergänzungsfach, dem sogenannten Minor, kombiniert werden. Eine Bewerbung erfolgt auf den Major, der Minor ist in der Regel frei wählbar.

Um die akademische Perspektive zu erweitern, wählen Leuphana-Studierende im Rahmen des Komplementärstudiums Kurse, die sie in für sie fremde, unbekannte Wissensgebiete einführen.

Als weitere Besonderheit wird für alle neuen Studierenden vor Beginn des Semesters eine umfangreiche Startwoche organisiert, in der die Studierenden nicht nur den Campus kennenlernen, sondern auch in Gruppen eine komplexe Fallstudie lösen. 2008 war das Thema der Fallstudie der Arbeitsmarkt in der fiktiven Stadt "Leinwig". Die Studierenden konnten Vorschläge entwickeln, wie sie das Problem Arbeitslosigkeit angehen und lösen. Als Gastdozent hat Frank-Jürgen Weise, Vorstandsvorsitzender der Bundesagentur für Arbeit, die Studierenden bei der Projektarbeit begleitet. Der niedersächsische Ministerpräsident Christian Wulf hat als Rollenspieler an der Fallstudie teilgenommen.

Zusammen mit weiteren Institutionen wie z. B. dem Gründungslabor der Universität Lüneburg oder dem Forschungsinstitut Freie Berufe bildet der Lehrstuhl für Gründungsmanagement (GMLG) unter der Leitung von Prof. Dr. Reinhard Schulte das Angebot zum Thema Unternehmens- und Existenzgründung an der Leuphana Universität Lüneburg. Nachdem ein Ranking des Handelsblattes das gründungsbezogene Angebot der Universität Lüneburg im Jahr 2005 zum besten Deutschlands kürte, gelang es 2007 erneut, eine Platzierung unter den Top 10 Universitäten Deutschlands zu erzielen.

Der niedersächsische Landtag hat mit der Verabschiedung des Studienbeitraggesetzes beschlossen, dass alle Studierenden seit dem Sommersemester 2007 500 € Studiengebühren zu den 198,59 € (seit der Erhöhung zum Wintersemester 2007/2008) Rückmeldegebühren (dieser setzt sich aus Studentenschafts-, Studentenwerks-, und den Verwaltungskostenbeitrag zusammen) zahlen müssen. Mit diesen Geldern soll der Bereich Lehre und Studium besser ausgestattet werden.

In Zusammenarbeit mit Daniel Libeskind, Professor fuer Architekturentwurf an der Leuphana, soll auf dem Hauptcampus der Universität eine Baugruppe mit neuem Audimax entstehen. Am 19. Dezember 2007 stellten die Hochschulleitung und der niedersächsische Wissenschaftsminister das Projekt vor und gaben den Startschuss für die weiteren Planungsarbeiten. Die Planung umfasst neben dem Audimax Räumlichkeiten für ein Forschungszentrum, studentische Arbeitsplätze und Seminarräume sowie eine Cafeteria.

Neben den universitären Einrichtungen finden sich auf dem Backsteincampus an der Lüneburger Scharnhorststraße zwei Wohnheime des Vereins Campus e.V., der im Rahmen des Umzuges der Universität aus dem Wilschenbrucher Weg zum jetzigen Standort von Studierenden gegründet wurde. Außerdem gibt es ein Wohnheim des Studentenwerkes, sowie ein Kindertagesstätte des Studentenwerkes. Vom Verein Campus e.V. wurde eine GmbH gegründet, die auf dem Uni-Campus drei Cafés, sowie die Vamos-Kulturhalle betreibt. Der lokale Radiosender ZuSa hat ebenfalls ein Studio in den Räumen der Universität. Ein Sportstudio und eine Fußball- und Liegewiese dienen dem leiblichen Wohl.

Lüneburg bietet für Studierende eine sehr gute Infrastruktur, von einer hohen Kneipen- und Restaurantdichte über sehr vielseitige Sportmöglichkeiten (u.a. Wassersport), Theater, Oper, Ballett und Museen und bezahlbare Wohnungen.

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Regierungsbezirk Lüneburg

Regierungsbezirk Lüneburg in Niedersachsen

Der Regierungsbezirk Lüneburg war einer von vier Regierungsbezirken des Landes Niedersachsen.

Die Geschichte des Regierungsbezirks Lüneburg geht bis auf das Jahr 1885 zurück, als das 1866 preußisch gewordene ehemalige Königreich Hannover als nunmehr preußische Provinz Hannover in Regierungsbezirke eingeteilt wurde. Vorbild waren die bereits in anderen preußischen Provinzen 1815/16 errichteten Regierungsbezirke. Damals entstand auch der Regierungsbezirk Lüneburg.

Am 1. März 1974 wurde der Regierungsbezirk Lüneburg um das Gebiet des ehemaligen Landkreises Burgdorf verkleinert, dieser wurde aufgelöst und ging im neu gebildeten Landkreis Hannover an die Bezirksregierung Hannover. Am 1. Februar 1978 wurde der Regierungsbezirk Lüneburg um das Gebiet des aufgelösten Regierungsbezirks Stade vergrößert, die Gebiete Landkreis Gifhorn und die Stadt Wolfsburg wurden dem Regierungsbezirk Braunschweig eingegliedert.

Die Regierungsbezirke des Landes Niedersachsen bestanden bis zum 31. Dezember 2004. Seit dem 1. Januar 2005 sind alle Regierungsbezirke in Niedersachsen aufgehoben und deren Behörden, die Bezirksregierungen, aufgelöst. In Lüneburg wurde das frühere Gebäude der Bezirksregierung in „Behördenzentrum Auf der Hude“ umbenannt, in dem seit dem 1. Januar 2005 gegenwärtig 16 Behörden untergebracht sind , darunter u.a. Landesschulbehörde, Polizeidirektion Lüneburg, Landesamt für Bezüge und Versorgung, Regierungsvertretung und Landesamt für Soziales.

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Source : Wikipedia