Krefeld

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Geschrieben von goldorak 26/02/2009 @ 15:18

Tags : krefeld, nordrhein-westfalen, deutschland

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Krefeld

Lage der kreisfreien Stadt Krefeld in Deutschland

Die Stadt Krefeld (bis 1929 auch Crefeld), ist eine kreisfreie Stadt am linken Niederrhein, nordwestlich von Düsseldorf, südwestlich von Duisburg in Nordrhein-Westfalen. Aufgrund der Seidenstoffproduktion des 18. und 19. Jahrhunderts wird sie auch als „Samt- und Seidenstadt“ bezeichnet. Krefeld ist mit 236.516 Einwohnern (Stand: Dezember 2007) eine Großstadt mittlerer Größe. Innerhalb des Regierungsbezirks Düsseldorf nimmt sie gegenwärtig der Einwohnerzahl nach den sechsten Platz ein.

Die Stadt besteht in ihren heutigen Grenzen im Wesentlichen seit 1929, als der damalige Stadtkreis Krefeld (Crefeld) mit der Stadt Uerdingen und anderen Gemeinden zur Stadt Krefeld-Uerdingen vereinigt wurde. 1940 wurde diese in Krefeld umbenannt und 1975 nochmals geringfügig vergrößert. In der Landesplanung ist Krefeld als Oberzentrum eingestuft.

Krefeld liegt am westlichen Ufer des Rheins, an der „Krefeld-Kempener Platte“ zur mittleren Niederrheinebene. Das Stadtzentrum liegt etwa sieben Kilometer vom Rheinufer entfernt, doch reicht das Stadtgebiet seit der Eingemeindung Linns bis an den Fluss heran. Die Uferlänge auf Krefelder Gebiet beträgt 6,2 Kilometer. Die Breite des Flusses variiert zwischen 320 und 400 Meter. Die größte Ausdehnung des Stadtgebiets beträgt in Nord-Süd-Richtung 12 Kilometer und in West-Ost-Richtung 13,1 Kilometer. Die Höhenlage der Stadtmitte beträgt 39 m ü. NN. Die höchste natürliche Erhebung im gesamten Stadtgebiet ist mit 63 m ü. NN der Hülser Berg, die höchste Erhebung überhaupt ist der Inrather Berg, eine alte Schuttdeponie aus den Trümmern des Zweiten Weltkriegs mit 87 m ü. NN. Eine weitere Erhebung, die seit 2004 auch von der Allgemeinheit begangen werden kann, ist der Kapuzinerberg (77 m), eine ehemalige Hausmülldeponie.

In Krefeld fallen über das Jahr gesehen durchschnittlich 762 mm Niederschlag. Damit liegt Krefeld über dem Deutschlandmittel von 700 mm. Die Temperatur liegt im Durchschnitt bei 10,3 °C. Im Januar beträgt das Mittel 2,5 °C.

Die Stadt Krefeld liegt im Niederrheinischen Tiefland. Die oberflächennahen Schichten bestehen überwiegend aus Kies- und Sandablagerungen des Eiszeitalters. Die bis zu 30 m mächtigen Schichten setzte der Rhein hier ab. Vor 240.000 Jahren wurden diese Schichten teilweise von den Rändern der Eisschildmassen zu Stauchmoränen aufgepresst. Der Hülser Berg ist ein Beispiel hierfür. Unter den Kies und Sandschichten befinden sich Meeressande die sich dort im Tertiär (2,4 bis 65 Mio. Jahre vor heute) ablagerten. Sie reichen bis in eine Tiefe von 250 m hinab. Darunter sind Meeresablagerungen (überwiegend aus Sandstein, Tonstein und Kalkstein bestehend) älterer Erdgeschichtlicher Phasen zu finden. Am nördlichen Stadtrand sind in größerer Tiefe auch kohleführende Schichten aus dem Karbon zu finden, die Verbindung zu den Kohlegebieten in Belgien und an der Ruhr haben.

Auf den höhergelegenen Flächen des Krefelder Stadtgebiets findet man überwiegend Parabraunerden und Braunerden. Diese stellen gute Ackerstandorte. Die im westlichen Stadtgebiet gelegene durch Bruchtektonik etwas herausgehobene Kempener Platte hat eine ca. 1 m dicke Deckschicht aus Löss. Diese ist während der letzten Eiszeit hier abgelagert worden. Die daraus entstandenen fruchtbaren Lehmböden werden als Getreide- und Rübenfelder geschätzt. In den Altarmrinnen des Rheins entstand Niedermoortorf, der auch an den Niepkuhlen abgebaut wurde, heute aber keine wirtschaftliche Bedeutung mehr hat.

Zum Ende der letzten Eiszeit hat der Rhein, östlich der Terrassenkante Dießem – Inrath – Hüls sandige bis lehmige Sedimente abgelagert. Durch Grundwassereinfluss entstanden in den tiefergelegenen Bereichen Gleyeböden. Diese Flächen werden wie z. B. der Hülser und Latumer Bruch als Grünland und Wald genutzt. In der überflutungsgefährdeten Rheinaue entstanden aus angeschwemmtem Bodenmaterial fruchtbare Böden.

Das Stadtgebiet Krefelds gliedert sich in die 9 Stadtbezirke: Mitte, West, Nord, Hüls, Süd, Fischeln, Oppum-Linn, Ost und Uerdingen. Jeder Stadtbezirk hat eine eigene Bezirksvertretung und einen Bezirksvorsteher. Die Bezirksvertretung wird von der Bevölkerung des Stadtbezirks bei jeder Kommunalwahl gewählt. Des Weiteren existieren 19 Stadtteile, diese sind in mehrere statistische Bezirke unterteilt. Siehe hierzu Liste der Stadtteile von Krefeld.

Die Stadt Krefeld grenzt im Norden an die Städte Neukirchen-Vluyn und Moers im Kreis Wesel, im Osten und Nordosten an die kreisfreie Stadt Duisburg, im Süden an die Stadt Meerbusch im Rhein-Kreis Neuss sowie die Städte Willich, Tönisvorst und Kempen im Kreis Viersen.

In Krefeld lebten im Juni 2006 237.301 Menschen. Davon waren 114.975 männlich und 122.326 weiblich.

Die Bevölkerungsdichte beträgt 17,4 Einwohner je ha. Die Arbeitslosenquote liegt bei 10,9 % (Dezember 2007). Der Ausländeranteil beläuft sich auf 13,6 %. Von den ca. 84 000 Sozialversicherungspflichtig beschäftigten Arbeitnehmern sind etwa 30 % im verarbeitenden Gewerbe angestellt, nur 0,5 % in der Landwirtschaft. 17,5 % der Krefelder sind unter 18 Jahren, 62,5 % sind zwischen 18 und 65 Jahre alt und 20 % sind über 65 Jahre alt.

1861 hatte Krefeld mehr als 50.000 Einwohner. 1890 überschritt die Einwohnerzahl der Stadt die Grenze von 100.000, wodurch sie zur Großstadt wurde. Bis 1957 verdoppelte sich diese Zahl auf 200.000. Im Jahre 1994 erreichte die Bevölkerungszahl mit rund 250.000 ihren historischen Höchststand. Am 31. Dezember 2006 lebten in Krefeld nach Fortschreibung des Landesamtes für Datenverarbeitung und Statistik Nordrhein-Westfalen 237.104 Menschen (nur Hauptwohnsitze und nach Abgleich mit den anderen Landesämtern).

Im 1. Jahrhundert n. Chr. erbauten die Römer am Rhein auf dem Gebiet des heutigen Krefelder Stadtteils Gellep das Kastell Gelduba. An verschiedenen anderen Plätzen im Krefelder Stadtgebiet fanden sich die Überreste römischer Landhäuser sowie einer Tempelanlage.

Im Mittelalter wuchs eine Bauernsiedlung an einem Ort namens „Krinvelde“.

Ob ein „Krähenfeld“ der Namensgeber ist, ist bislang nicht eindeutig geklärt. Die Trutzburg Krakau lag östlich der Stadtmauern inmitten des heutigen Stadtgebietes. „Krah-Kau“ in der Krefelder Mundart bedeutet Krähenkäfig, so dass Krefeld ebenso ein Krähenfeld sein kann. Die „Hohe Straße“ zwischen Köln und Geldern war eine bedeutende Straße, die ihren Namen „Hochstraße“ bis heute behalten hat. Sie wurde so genannt, weil sie nicht unmittelbar am Rheinufer entlang führte, sondern oberhalb einer Geländekante verlief, wodurch sie vor Überschwemmungen sicher war.

Erstmals wird Krefeld 1105 im Urbar des Kloster Werden erwähnt. Ebenfalls im 12. Jahrhundert begann Otto von Linn nach seiner Rückkehr vom Dritten Kreuzzug die Burg Linn zu einer Festung auszubauen. Um 1200 errichteten die Herren von Rode Haus Rath wahrscheinlich als befestigte Zollstation an der Hohen Straße im heutigen Stadtteil Elfrath. Haus Rath wird erstmals 1246 in einer Urkunde des Grafen von Geldern als Lehen erwähnt.

1361 erhielt das Dorf Krefeld das Recht, einen Jahr- und Wochenmarkt abzuhalten.

Am 1. Oktober 1373 verlieh Kaiser Karl IV. „Crefeld“ die Stadtrechte. Dadurch war der Ort, der zur Grafschaft Moers gehörte, besser vor Übergriffen durch Räuberbanden geschützt. Insbesondere die Herren auf der nahegelegenen Burg Linn betrieben Raubrittertum. Die Burg gehörte damals zur Grafschaft Kleve. Heinrich von Strünkede war Amtmann der Mechthild von Kleve auf der Linner Burg und wurde zu Raubzügen gegen Krefeld ausgeschickt.

Um 1400 wurde zur besseren Verteidigung Krefelds die Burg Krakau etwa 800 Meter östlich der Stadt errichtet. Sie existierte bis ins 17. Jahrhundert, heute sind nur noch ein paar Mauerreste der Wehranlagen an der Bogenstraße übrig. Die älteste Krefelder Kirche, die Dionysiuskirche (heute Alte Kirche), wurde auf einem aus dem 12. Jahrhundert stammenden Bau errichtet und erhielt 1472 einen neuen Turm.

Schon wenige Generationen später breiteten sich die Ideen der Reformation in Europa aus, und 1560 wurde die Grafschaft Moers nach dem Grundsatz cuius regio, eius religio protestantisch. Allerdings gab es in den Wirren der folgenden Jahre weiterhin Katholiken in Krefeld, die katholische Pfarrei wurde erst durch die Neutralitätsvereinbarung von 1607 aufgehoben, und auch danach wurden Katholiken geduldet.

1584 wurde Krefeld im Truchsessischen Krieg völlig zerstört und blieb für zwei Jahrzehnte nahezu unbewohnt. 1594 verschenkte Gräfin Walburga, die Witwe des Grafen Adolf von Neuenahr-Moers, die Herrlichkeit Krefeld an Prinz Moritz von Oranien. Die Grafschaft Moers, und damit auch Krefeld, wurden daraufhin am 4. Juli 1598 von den Generalstaaten und Erzherzog Albrecht VII. von Österreich für neutral erklärt. Die Bedeutung dieser Neutralität für die politische und wirtschaftliche Entwicklung Krefelds kann nicht hoch genug eingeschätzt werden. Sie wurde in mehreren Folgeverträgen erneuert und bezog sich auf den Unabhängigkeitskampf der Niederlande, auf den Dreißigjährigen Krieg und auf die Folgezeit.

Das neutrale Krefeld wurde nun zum Zufluchtsort für Mennoniten, die in den benachbarten katholischen Regionen wegen ihres Glaubens verfolgt wurden. Es kamen mehr Andersgläubige, als die alteingesessenen Krefelder ertragen wollten. Nicht zuletzt waren diese frommen Menschen oft tüchtige Handwerker und Geschäftsleute und daher waren viele von ihnen schon bald recht wohlhabend. Dies schürte natürlich den Neid und verbreitete damit Unmut unter der sonst eher ärmlichen Krefelder Bevölkerung. 1646 beklagten sich die reformierten Pfarrer Krefelds öffentlich beim Grafen von Moers darüber, dass die Mennoniten in Krefeld Versammlungen abhielten. Aufgrund dieser für Nicht-Mennoniten undurchsichtigen Treffen wurden die Mennoniten der Aufrührerschaft und Verschwörung bezichtigt.

Von größter Bedeutung für Krefeld war die Niederlassung des 1656 aus Radevormwald ausgewiesenen Mennoniten Adolf von der Leyen. Seine Söhne begründeten die Seidenweberei in Krefeld. Von der Leyen war der Stammvater einer ganzen Dynastie von Seidenfabrikanten, unter ihnen die sogenannten Seidenbarone, die Krefeld zu großem Wohlstand verhalfen.

Der Strom von Glaubensflüchtlingen aller Konfessionen hielt stetig an – es waren mehr, als die Stadt fassen konnte. Die Stadt wurde erst bei der 1. Stadterweiterung von 1693 gezielt vergrößert. Schon bald kam es zu Ausschreitungen und Übergriffen auf die Andersgläubigen. 1683 wanderten daher die ersten 13 Familien auf einem Schiff mit dem Namen „Concord“ nach Amerika aus und gründeten in Pennsylvania die Ortschaft Germantown (eigentlich Deitscheschteddel). Sie waren hauptsächlich Quäker und Mennoniten, welche die in Pennsylvanien vom Gouverneur William Penn zugesicherte absolute Meinungs- und Religionsfreiheit lockte. Heute ist Germantown ein Stadtteil von Philadelphia. Diese 13 Familien waren die ersten Deutschen, die als geschlossene Gruppe nach Amerika auswanderten. Die Deutsche Bundespost nahm 1983 die 300 Jahrfeier „Deutsche in Amerika“, die in Philadelphia und in Krefeld als „Philadelphiade“ gefeiert wurde zum Anlass, eine Sonderbriefmarke herauszugeben.

Die Stadt wurde im 18. Jahrhundert wieder durch mehrere Kriege in Mitleidenschaft gezogen (s. Spanischer Erbfolgekrieg, Polnischer Thronfolgekrieg). Der nächste preußische König Friedrich II. erlaubte den Katholiken in Krefeld eine eigene Kirche, die Dionysiuskirche, zu bauen: Sie wurde 1754 fertiggestellt.

Durch Monopole förderte Friedrich II. in Krefeld die Seidenweberei. Somit entwickelte sich in Krefeld eine stark ausgeprägte Textilindustrie. Diese Situation machte die Stadt Krefeld sehr wohlhabend und sie bekam ihren noch heute gültigen Beinamen „Samt- und Seidenstadt“. Hundert Jahre später war die Hälfte der Krefelder Bevölkerung in der Seidenindustrie beschäftigt. An die vielen Weber der Stadt erinnert heute am Südwall Ecke Ostwall das Seidenweberdenkmal, die Statue eines Seidenwebers mit geschulterter Tuchrolle, von den Krefeldern Meister Ponzelar genannt. Auf dem Bild unter der Statue, im Sockel eingelassen, ist ein für damals typisches Weberhaus dargestellt. Gewebt wurde seinerzeit in Heimarbeit in einer eigens dafür mit einer Webmaschine eingerichteten Webstube eines Weberhauses. Einige dieser typischen Häuser haben die Bombardierungen im Zweiten Weltkrieg und mehrere Stadtmodernisierungen unversehrt überstanden und stehen heute unter Denkmalschutz.

Dies bedeutete, dass in Krefeld von nun an keine Rekruten von der Armee angeworben werden durften. Die übliche Methode der Werber bestand darin, abends vor den Kneipen angetrunkenen jungen Männern aufzulauern und ihnen sofort einen Betrag als Vorschuss auf den Sold auszuzahlen. Wer dieses „Handgeld“ annahm, verpflichtete sich quasi umgehend zum Wehrdienst. Während anderenorts ganze Stammbelegschaften in den Krieg zogen, konnte in Krefeld auch in Kriegszeiten mit nahezu gleicher Quantität die gewohnt hohen Qualitäten gefertigt werden. Zudem verfügte man in Krefeld durch diese Protektion über die höchste Dichte an Webermeistern, welche ebensolche meisterlichen Arbeiten ablieferten.

1794 betrug das Betriebsvermögen der Von der Leyens enorme 1.280.000 Taler. Ein Webergeselle verdiente zu der Zeit im Monat etwa 10 Taler, ein Seidenweber das doppelte, Bandweber sogar bis zu 30 Taler. Eine einfache Wohnung kostete 1 Taler Miete pro Monat. Für einen Webstuhl musste man schon 80 Taler bezahlen, ein Roggenbrot von 500 g kostete 4 Deut und der Liter Bier 1 Stüber und 3 Deut. Ein Taler kam 60 Stüber gleich und ein Stüber hatte 8 Deut. Ein Taler von 1770 entspricht heute etwa 25,- Euro.

Der Wohlstand lockte auch Ganoven und Banditen an. Oft wurden die frommen und gutgläubigen Mennoniten zu ihren Opfern. Räuberbanden zogen um Krefeld umher und verbreiteten Angst und Schrecken. Die „Krefelder Bande“ war nur eine von vielen. Der Grefrather Matthias Weber, ob seiner Art des Kampfes vielen besser bekannt als „Der Fetzer“, war seinerzeit wohl das prominenteste und gefürchtetste Mitglied dieser Gruppe.

In den auf die Französische Revolution folgenden Koalitionskriegen wurde Krefeld erstmals am 16. November 1792 durch Revolutionstruppen unter General La Marliére besetzt. Von den Franzosen wurde ein Kriegskontribution in Höhe von 300.000 holländischen Gulden verlangt, die die Stadt Krefeld nicht aufbringen konnte. Zur Sicherung dieser Forderung wurden die Vertreter der wohlhabensten Krefelder Familien als Geiseln genommen. Erst Ende Januar konnte die Forderung beglichen werden. Im Zuge des Herbstfeldzuges von 1794 wurde auch Krefeld, wie das übrige linksrheinische Territorium, von den französischen Revolutionstruppen besetzt. Die Stadt wurde wie das gesamte linksrheinische Gebiet von Frankreich annektiert und 1798 zum Verwaltungssitz eines Arrondissements des Département de la Roer bestimmt. 1801 wird das Département de la Roer französisches Staatsgebiet und Joannes Jakobus Bouget aus Odenkirchen wird Unterpräfekt des Arrondissement Krefeld. Im Jahr 1802 wird die Gewerbefreiheit nach französischem Recht eingeführt. In dieser Zeit wurde auch gezielt Jagd auf die umherstreunenden Banditen und Räuber gemacht. Mit den meisten wurde kurzer Prozess gemacht. So endete 1803 auch das Leben von Matthias Weber auf einer Guillotine in Köln.

Die Gedanken der Revolution fanden durchaus Zustimmung bei vielen Bürgern, die auch Napoléon Bonaparte 1804 bei seinem Besuch in der Stadt zujubelten. Aus den Aufzeichnungen der Familie von Beckerath geht zum Besuch Napoleons in Krefeld folgendes hervor: „Bonaparte wurde auf dem Felde bei Königshof empfangen. Der Kaiser hatte einen gelblichen Teint, graue Augen, dunkles Haar und seine Züge waren nicht unangenehm. Nachdem der Maire von der Leyen seine Rede abgelesen hatte, nickte er freundlich mit dem Kopf, sah auf seine Uhr und befahl fortzufahren. Er war kaum in der Stadt, so sahen wir ihn mit dem Maire Arm in Arm gehen. Nachdem Bonaparte die Fabriken besehen, ließ er den Gemeinderat zusammenkommen und fragte unter anderem, wie viele Millionäre denn in Crefeld seien.“.

Die Franzosenzeit endete am 14. Januar 1814 – von nun an war Krefeld wieder preußisch.

1816 wurde Krefeld Sitz des Kreises Krefeld, der 1929 im Kreis Kempen-Krefeld aufging. 1828 rebellierten Seidenweber des Unternehmens von der Leyen gegen Lohnkürzungen. Preußische Husaren schlugen die Aufständischen nieder.

Um 1840 wurden die das heutige Stadtbild prägenden Boulevards (Nord-, West-, Süd-, Ostwall) angelegt. Dies wird fälschlicherweise dem Baumeister und Architekten Adolph von Vagedes zugeschrieben. Der wahre Baumeister bleibt jedoch unbekannt. Vagedes indes machte bereits 1819 Pläne für die Erweiterung der Stadt.

1843 wurde Krefeld nach Plänen von Umpfenbach bis zu den heutigen Ringstraßen erweitert. Die Märzrevolution von 1848 war auch in Krefeld spürbar – im Januar 1849 gab es bei Straßenkämpfen sogar ein Todesopfer. Das technische Zeitalter begann in Krefeld 1849 mit Eröffnung der Eisenbahn von Aachen nach Oberhausen (Bergisch-Märkische Eisenbahn-Gesellschaft).

1863 kam es zu einem Eklat beim Besuch von König Wilhelm I.. Außer den Mitgliedern des Preußenvereins verweigerten die meisten Krefelder dem König die üblichen Ehrenbezeugungen und blieben einfach zu Hause. Als ihm 1870 ein Denkmal gesetzt werden sollte, verlangte Wilhelm, der die Beleidigung nicht vergessen hatte, es müsse der Stadt den Rücken zukehren. Der Sockel dieses Denkmals ist noch heute im Krefelder Stadtgarten zu sehen. Die Statue selber wurde im Zweiten Weltkrieg für die Rüstung eingeschmolzen.

1872 schied Krefeld aus dem Kreis Krefeld aus und wurde kreisfreie Stadt. Am 17. Juni 1894 starb der Luftfahrtpionier Hermann Lattemann in Krefeld bei einem fatalen Experiment, als er seinen Ballon zum Fallschirm umwandeln wollte.

Am 9. Juni 1902 wurde die 3. Sinfonie Gustav Mahlers in Krefeld unter der Leitung des Komponisten uraufgeführt. Elf Tage später jubelten die Krefelder Kaiser Wilhelm II. zu – die Zurückhaltung, die sie seinem Großvater entgegengebracht hatten, war vergessen.

1914 zogen auch Krefelder in den Ersten Weltkrieg – die pazifistischen Privilegien waren schon seit 1794 Geschichte. Nach Kriegsende wurde Krefeld 1919 von belgischen Truppen besetzt. Am 22. Oktober 1923 stürmten rheinische Separatisten das Krefelder Rathaus, es gab Tote und Verletzte, aber ansonsten blieb die Aktion ohne politische Folgen.

1929 wurde Krefeld mit Uerdingen, Fischeln, Gellep-Stratum, und anderen Gemeinden zum Stadtkreis Krefeld-Uerdingen vereinigt und der Restkreis in Landkreis Kempen-Krefeld umbenannt. Bereits 1907 hatte es eine große Erweiterung des Stadtgebietes gegeben, damals wurden Bockum, Oppum und Verberg eingemeindet.

Am 9. November 1938 wurden auch in Krefeld die Synagogen niedergebrannt und Geschäfte jüdischer Kaufleute zerstört. Im Zweiten Weltkrieg wurden am 21. Juni 1943 bei einem britischen Luftangriff im Rahmen der moral-bombing-Strategie große Teile des Ostens der Stadt getroffen, die Innenstadt wurde durch einen von Brandbomben verursachten Feuersturm erheblich zerstört. Wundersamerweise blieb der große Hauptbahnhof bis auf wenige Beschädigungen unversehrt.

Am 3. März 1945 marschierten US-amerikanische Truppen in Krefeld ein und befreiten die Stadt damit von der nationalsozialistischen Herrschaft. Nach Kriegsende sollten die Krefelder Stahlwerke ursprünglich demontiert werden, aber man konnte dies noch abwenden.

In den 1950er Jahren erlebten sie ebenso wie die Textilindustrie einen neuen Aufschwung. 1975 wurde Krefeld durch die Eingemeindung von Hüls erneut vergrößert.

Noch einmal war der Name Krefeld Synonym für eine pazifistische Bewegung: Am 16. Oktober 1980 wurde in der Stadt auf einer Konferenz der Friedensbewegung (unter anderem mit Petra Kelly und Gert Bastian) der „Krefelder Appell“ gegen den NATO-Doppelbeschluss formuliert. Bei einem Staatsbesuch des US-Vizepräsidenten George H. W. Bush anlässlich der Philadelphiade in Krefeld am 25. Juni 1983 demonstrierten über 20.000 Menschen, dabei kam es zu schweren Auseinandersetzungen zwischen militanten Demonstranten und der Polizei.

Krefeld und Uerdingen gehörten anfangs zum Erzbistum Köln und waren dem Archidiakonat des Domdekans, beziehungsweise dem Dekanat Neuss unterstellt. 1560 führten die Grafen von Moers in Krefeld die Reformation ein. Durch die Verpfändung Krefelds an die Oranier galt in Krefeld eine begrenzte Religionsfreiheit, die sich auf das private religiöse Leben beschränkte. Das Kloster Johannes Baptista wurde von den Katholiken weiter genutzt. Taufen, Hochzeiten und Beerdigungen waren jedoch dem reformierten Pfarrer vorbehalten. Diese, wenn auch eingeschränkte, Religionsfreiheit führte viele aus religiösen Gründen verfolgte Menschen aller Konfessionen in die Stadt. Eine besonders starke Gruppe bildeten die Mennoniten, die schon im Jahre 1693 eine eigene Kirche bauen konnten. Erst unter den Preußen durften ab 1744 die Katholiken wieder selber Taufen, Hochzeiten und Begräbnisse vornehmen. 1748 bauten die Lutheraner ihre eigene Kirche; 1754 wurde die katholische Dionysiuskirche fertiggestellt.

Obwohl die Bevölkerung mehrheitlich immer katholisch war, dominierten die Reformierten die Stadt. Alle öffentlichen Ämter bis hinab zum Nachtwächter wurden von Reformierten bekleidet. Die soziale Struktur der Konfessionen ließ sich auf einen einfachen Nenner bringen: Die Mennoniten hatten das Geld, die Reformierten das Sagen und die Katholiken die Arbeit.

Anders war es in Uerdingen. Durch die Zugehörigkeit der Stadt zum Erzbistum Köln blieb die Stadt auch nach der Reformation katholisch. Alle katholischen Pfarrgemeinden im heutigen Stadtgebiet gehörten bis 1802 zum Erzbistum Köln. Nach dessen Auflösung kamen die Gemeinden zum Bistum Aachen, das jedoch 1821/1825 bereits wieder aufgehoben wurde, so dass das Gebiet ab 1821 erneut zum wieder errichteten Erzbistum Köln kam, Hüls und Benrad kamen jedoch zum Bistum Münster. Krefeld wurde Sitz eines Dekanats. 1930 wurden alle Pfarrgemeinden des gesamten Gebiets dem neu errichteten Bistum Aachen zugeordnet. Das Dekanat Krefeld wurde in die drei Dekanate Mitte, Süd und Ost aufgeteilt. Heute gehören alle Pfarrgemeinden der Stadt Krefeld zu den Dekanaten Mitte, Ost, Bockum/Oppum, West, Süd und Nordwest innerhalb der „Region Krefeld“, zu der weitere Gebiete außerhalb Krefelds gehören. Hauptkirche der Stadt Krefeld ist die Pfarrkirche St. Dionysius. Weitere Kirchen sind St. Andreas, St. Anna, St. Antonius, St. Bonifatius, Christus König, St. Clemens, St. Cyriakus, St. Elisabeth, St. Elisabeth von Thüringen, St. Franziskus, St. Gertrudis, Heilige Schutzengel, St. Heinrich, Herz-Jesu Königshof, Herz-Jesu Bockum, St. Hubertus, St. Johann Baptist, St. Josef Krefeld-Mitte, St. Josef Krefeld-Nordwest, Liebfrauenkirche, St. Karl Borromäus, St. Margareta, St. Mariä Himmelfahrt, Maria Waldrast, St. Martin, St. Michael, St. Norbertus, St. Paul, Pax-Christi, St. Peter, St. Pius X., St. Stephan und St. Thomas Morus.

Alte Kirche, Erlöserkirche und Johanneskirche (alle Kirchengemeinde Alt Krefeld), Friedenskirche (Friedenskirchengemeinde, 1874), Pauluskirche (Pauluskirchengemeinde, 1900/1901), Lutherkirche (1904) und Markuskirche (beide Kirchengemeinde Krefeld Süd), Christuskirche (Kirchengemeinde Krefeld Ost), Kreuzkirche und Auferstehungskirche (beide Kirchengemeinde Oppum), Lukaskirche, Thomaskirche und das Gemeinsame Haus (ökumenisch) in Elfrath (alle Kirchengemeinde Nord), Kreuzkirche (Kirchengemeinde Hüls), Michaelskirche und Johanneskirche (beide Kirchengemeinde Uerdingen).

Neben der bereits erwähnten Mennonitengemeinde gibt es in Krefeld weitere Freikirchen, darunter eine Gemeinde der Siebenten-Tags-Adventisten, eine Gemeinde der Apostolischen Gemeinschaft, eine Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde (Baptisten), eine Freie evangelische Gemeinde und die Heilsarmee. Sie sind – zusammen mit der römisch-katholischen Kirche und den evangelischen Kirchen – Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK), wie ebenso die Alt-Katholische Pfarrgemeinde und die griechisch-orthodoxe Kirchengemeinde.

Daneben sind auch die Christengemeinschaft und die Neuapostolische Kirche in Krefeld ansässig.

Nach der Ordnung der jüdischen Gemeinden aus der napoleonischen Zeit war in Krefeld die bedeutendste jüdische Gemeinde im Rur-Departement. Folglich war hier das Konsistorium, die Verwaltung aller Gemeinden aus dem Département, ansässig. Der Krefelder Rabbiner war als Oberrabbiner zuständig für ein weites Gebiet von Kleve im Norden bis Köln im Süden. Die jüdische Gemeinde hatte in Krefeld zusätzlich eine besondere Stellung, weil sie nicht die einzige Minderheit in der Stadt repräsentierte. Zu Beginn der dreißiger Jahre des letzten Jahrhunderts lebten in Krefeld, einschließlich des erst später eingemeindeten Ortsteils Hüls, etwa 1.600 Juden, etwa ein Prozent der Bevölkerung. Die Tendenz war eher abnehmend, da die jüngeren Leute in die größeren Städte, besonders nach Berlin, abwanderten. In Krefeld existierten mehrere Synagogen bzw. Bethäuser und zwar in Krefeld-Mitte, Fischeln, Hüls, Linn und Uerdingen. Es gab und gibt weiterhin einen jüdischen Friedhof. Erfolgreiche Kaufleute und Akademiker jüdischer Herkunft waren gesellschaftlich weitgehend akzeptiert, besonders wenn die Familien seit mehreren Generationen in Krefeld lebten. Trotzdem kam es auch in Krefeld seit Mitte der 1920er Jahre zu antisemitischen Übergriffen, die im Novemberpogrom 1938 gipfelten. Bis 1939 war die Hälfte der Krefelder Juden aus Deutschland ausgewandert. Mindestens 737 Krefelder Juden wurden in der Zeit des Nationalsozialismus ermordet.

Die Jüdische Gemeinde Krefeld erstreckt sich heute von Krefeld bis Kleve. Umfasste sie 1980 nur rund 130 Mitglieder, sind es zurzeit 1.200. Die meisten davon sind Osteuropäer, die nach dem Fall des Eisernen Vorhangs nach Deutschland eingewandert sind. Im Juli 2005 wurde der Grundstein für den Neubau einer Synagoge an der Wiedstraße in der östlichen Innenstadt gelegt. Am 14. September 2008 wurde sie eröffnet. Seit dem 1. Mai 2007 hat die Gemeinde mit Yitzhak Mendel Wagner erstmalig seit dem Nationalsozialismus wieder einen Rabbiner.

In Krefeld leben ca. 14.000 Muslime, dies sind rund 5,6 Prozent der Krefelder Bevölkerung. Die meisten von ihnen kamen ab den 1960er Jahren hauptsächlich als Gastarbeiter aus der Türkei in die Samt- und Seidenstadt und fanden hier eine neue Heimat. Die Krefelder Muslime schlossen sich unter dem Dachverband „Union der türkischen und islamischen Vereine in Krefeld und Umgebung e. V.“ zusammen, um bürokratische Angelegenheiten mit der Stadt Krefeld einfacher und schneller zu handhaben. Derzeit existieren in Krefeld sechs muslimische Gotteshäuser. Die älteste Moschee wurde 1973 an der Gerberstraße vom Verein Islamische Gemeinschaft Krefeld e. V., nahe der Innenstadt, eröffnet. Sie befindet sich seit 1987 in der Viersener Straße. Am 3. Oktober jeden Jahres findet in NRW und auch in Krefeld der „Tag der offenen Moschee“ statt. Das Zauberwort „Dialog“ wird in Krefeld nicht nur als leere Phrase aufgefasst, sondern aktiv betrieben. Einmal im Monat findet das Christlich-muslimische Frauenfrühstück, im „Haus der Familie“ statt. Die Arbeitsgruppe „Kinder im Licht“ mit dem St. Josefs Hospital Uerdingen wird aktiv zum Austausch genutzt. Es finden „Tarik“ Treffen zwischen Schülern der Marienschule und Muslimen zum religiösen Dialog (Bibel-Koran) statt. Ein weiteres Indiz dafür, dass aus den Gastarbeitern muslimische Mitbürger geworden sind, ist der muslimische Friedhof am Elfrather See.

Die sechs Moscheen in Krefeld heißen: Ayasofya Camii, Fatih Camii, Haci Bayram Veli Camii, Merkez Camii, Yunus Emre Camii, Yavuz Sultan Selim Camii.

Des Weiteren gibt es ein buddhistisches Zentrum in der Stadtmitte.

An der Spitze des alten Dorfes Krefeld stand zunächst ein Amtmann, der im Namen der Grafen handelte. Nach der Stadterhebung leiteten die Schöffen die Stadtverwaltung. Ihnen traten später Bürgermeister und Ratsmänner zur Seite. Im 15. Jahrhundert nahmen auch Gemeinsleute als Vertreter der Bürgerschaft an der Stadtverwaltung teil. Schöffen, Bürgermeister und Gemeinsleute bildeten später den Magistrat. Ab 1738 wurde der Magistrat ständig. Ihm gehörten 4 Bürgermeister, ein Schöffe, ein Secretarius und 3 Gemeinsleute an. Nach 1740 handelte es sich beim Magistrat um eine königliche Behörde des Staates Preußen, zu dem Krefeld seinerzeit bereits gehörte. In französischer Zeit wurde 1800 die Munizipalverfassung eingeführt. Krefeld wurde Hauptort eines Kantons mit einem Maire an der Spitze. Ferner gab es einen Munizipalrat. 1845 wurde die Rheinische Landgemeindeordnung und 1856 die Rheinische Städteordnung eingeführt. Danach leitete ein Oberbürgermeister die Stadtverwaltung, auch gab es weiterhin einen Rat.

Auch in Uerdingen gab es nach der Stadterhebung einen Rat und mehrere Bürgermeister. Ab 1648 gab es nur noch einen Bürgermeister. Auch Uerdingen wurde in französischer Zeit Sitz einen Kantons mit einem Maire an der Spitze. In preußischer Zeit leitete ein Bürgermeister die Stadt. Nach der Vereinigung beider Städte gab es einen Oberbürgermeister für die neue kreisfreie Stadt Krefeld-Uerdingen.

Während der Zeit der Nationalsozialisten wurde der Oberbürgermeister von der NSDAP eingesetzt. Nach dem Zweiten Weltkrieg setzte die Militärregierung der Britischen Besatzungszone einen neuen Oberbürgermeister ein, und 1946 führte sie die Kommunalverfassung nach britischem Vorbild ein. Danach gab es einen von den Bürgern gewählten „Rat der Stadt“, dessen Mitglieder man als „Stadtverordnete“ bezeichnet. Der Rat wählte anfangs aus seiner Mitte den Oberbürgermeister als Vorsitzenden und Repräsentanten der Stadt, welcher ehrenamtlich tätig war. Des Weiteren wählte der Rat ab 1946 ebenfalls einen hauptamtlichen Oberstadtdirektor als Leiter der Stadtverwaltung. 1999 wurde die Doppelspitze in der Stadtverwaltung aufgegeben. Seither gibt es nur noch den hauptamtlichen Oberbürgermeister. Dieser ist Vorsitzender des Rates, Leiter der Stadtverwaltung und Repräsentant der Stadt. Er wurde 1999 erstmals direkt vom Volk gewählt. Oberbürgermeister ist Gregor Kathstede (CDU).

Seit der Kommunalwahl sind einige Mitglieder aus der Ratskoalition von CDU und FDP ausgetreten. Oberbürgermeister Kathstede verfügt somit nicht mehr über die Mehrheit der Sitze im Stadtrat.

Für den Wahlkreis 111 Krefeld I - Neuss II sitzen im 16. Deutschen Bundestag der per Direktmandat gewählte Willy Wimmer (CDU). Otto Fricke (FDP) und Bernd Scheelen (SPD) sind über die jeweilige Landesliste eingezogen. Den Wahlkreis 115 Krefeld II - Wesel II vertritt Siegmund Ehrmann (SPD) sowie Sevim Dağdelen (DIE LINKE), die über die Landesliste in den Bundestag eingezogen ist.

Direkt gewählte Abgeordnete im Landtag Nordrhein-Westfalen sind in der 14. Wahlperiode (Landtagswahl am 22. Mai 2006) Peter Kaiser (CDU) und Winfried Schittges (CDU).

Das mit Ministerialerlass vom 3. Juli 1950 genehmigte Stadtwappen wurde von dem Heraldiker Wolfgang Pagenstecher entworfen. Der gespaltene Schild zeigt vorn in Silber den Heiligen Dionysius von Paris mit Heiligenschein und rotem Ornat, den Bischofsstab in der Rechten, das abgeschlagene Haupt in der Linken, zu seinen Füßen ein goldenes Schildchen mit schwarzem Balken, hinten in blau über rot geteiltem Felde zwei abgewendete goldene Schlüssel, begleitet von silbernen Schilden mit schwarzen Balkenkreuzen.

Der abgeschlagene Kopf des hl. Dionysius, der im dritten Jahrhundert erster Bischof von Paris und später fränkischer Nationalheiliger wurde, deutet seinen Märtyrertod an. Das Moerser Landeswappen zu seinen Füßen erinnert an die frühere Zugehörigkeit von Stadt und Herrlichkeit Krefeld zur Grafschaft Moers. Die kurkölnischen Schilde im Uerdinger Wappen weisen auf die Landesherrschaft des Kurfürsten von Köln über die Stadt Uerdingen hin und versinnbildlichen zugleich die Zugehörigkeit einiger Teile des alten Amtes Linn-Uerdingen zum heutigen Stadtgebiet.

Die Farben der Stadt Krefeld sind schwarz und gold.

Die niederländische Grenzstadt Venlo war die erste offizielle Städtepartnerschaft Krefelds. Die Partnerschaft wurde 1964 offiziell begründet, auch wenn Kontakte zwischen den Krefeldern und den Nachbarn aus Venlo bereits vor dem Zweiten Weltkrieg gepflegt wurden. Die bekannteste Errungenschaft der Partnerschaft ist der alljährliche Besuch des „Sinter Klaas“, der mit seinen Swarten Pieten immer am ersten Advent am Rhein-Steiger in Uerdingen festmacht und von einem begeisterten Publikum empfangen wird.

Am 14. Mai 1969 wurde die englische Stadt Leicester Partnerstadt. Zwischen den beiden Städten gibt es seit Jahren zahlreiche Kontakte. In den Bereichen Kultur, Politik und Sport werden regelmäßig Besuche organisiert. Auszubildende der Krefelder Stadtverwaltung und Lehrlinge des Handwerks nutzen die Chance eines Auslandspraktikums in der Partnerstadt.

Das französische Dünkirchen ist seit dem 15. Juni 1974 Partnerstadt. Die Städtepartnerschaft wird unter anderem von Sportlern, Schulen und Sprachinteressierten gepflegt.

Kurz darauf wurde Leiden am 3. Oktober 1974 Krefelds Partnerstadt. Ebenso wie Krefeld ist das südholländische Leiden eine traditionelle Textilstadt.

Charlotte im amerikanischen Bundesstaat North Carolina ist seit dem 23. Mai 1986 Krefelds Partnerstadt. Einen Schwerpunkt der partnerschaftlichen Beziehungen bildet der Jugendaustausch: Über die Concord-Gesellschaft besuchen regelmäßig Krefelder Jugendliche Charlotte sowie junge Charlotteans die Seidenstadt.

Seit dem 22. September 1990 ist der Landkreis Oder-Spree (damals Kreis Beeskow) Partner der Stadt Krefeld. Mit der Einrichtung eines „Krefeld-Büros“ leistete die Stadt Krefeld dem Kreis tatkräftige Unterstützung beim Aufbau der kommunalen Selbstverwaltung. Kontakte zum Oder-Spree-Kreis werden heute unter anderem von Schulen, Chören und Parteien gepflegt.

Die bisher letzte Städtepartnerschaft wurde am 19. Mai 1993 mit dem russische Uljanowsk geschlossen. Die partnerschaftlichen Kontakte in die Geburtsstadt Lenins werden unter anderem durch die deutsch-russische Gesellschaft, die Städtischen Werke, das Klinikum Krefeld sowie kirchliche und soziale Verbände gepflegt.

Des Weiteren unterhält die Stadt Krefeld eine freundschaftliche Beziehung zur japanischen Stadt Hamamatsu.

Im Mai 2008 ging Krefeld mit der türkischen Stadt Kayseri eine Partnerschaft ein.

Als Oberzentrum ist Krefeld Standort einiger überregionaler Institutionen. So ist Krefeld Sitz der Deutschen Industrie- und Handelskammer (IHK) Mittlerer Niederrhein – Körperschaft des öffentlichen Rechts, deren Kammerbezirk die kreisfreien Städte Krefeld und Mönchengladbach sowie den Rhein-Kreis Neuss und den Kreis Viersen umfasst. Weitere Hauptgeschäftsstellen befinden sich in Mönchengladbach und Neuss. Seit 2004 befindet sich das Deutsche Modeinstitut in Krefeld. Des Weiteren ist der Geologische Dienst NRW sowie ein Staatliches Veterinäruntersuchungsamt hier ansässig. Ein Amtsgericht, ein Landgericht und ein Arbeitsgericht haben ihren Sitz in Krefeld.

Krefeld verfügt über 37 Grundschulen, acht Hauptschulen, sechs Realschulen, zehn Gymnasien und fünf Gesamtschulen. Des Weiteren existieren vier Berufskollegs sowie neun Förderschulen.

Krefeld ist außerdem der Hauptsitz der Hochschule Niederrhein. Sie wurde 1971 durch Zusammenschluss von 13 Fach- und Ingenieurschulen gegründet. In Krefeld befinden sich die Fachbereiche Chemie, Design, Elektrotechnik und Informatik, Maschinenbau und Verfahrenstechnik, Wirtschaftsingenieurwesen und Gesundheitswesen sowie ein Ausländer-Studienkolleg. Weitere Fachbereiche dieser Fachhochschule sind in Mönchengladbach angesiedelt.

In Krefeld wird Krefelder Mundart gesprochen. Der Krefelder nennt diese Sprache Krieewelsch oder Krieewelsch-Platt, ein niederfränkischer Dialekt.

Das Stadttheater Krefeld kooperiert seit 1950 mit den städtischen Bühnen Mönchengladbach und bietet moderne und klassische Aufführungen aus Oper, Operette, Ballett und Schauspiel. Über die Grenzen Krefelds hinaus haben sich die Sinfoniekonzerte der Niederrheinischen Sinfoniker einen Namen gemacht. Das heutige Theatergebäude von Gerhard Graubner mit seinem markanten Kupferdach wurde 1963 eröffnet und bietet 832 Besuchern platz. Siehe dazu Vereinigte Städtische Bühnen Krefeld und Mönchengladbach.

Seit 1989 wird die alte Tapeten-Fabrik Heeder auf der Virchowstraße, gegenüber der Rückfront des Hauptbahnhofs, unter Leitung des Kulturbüros der Stadt Krefeld als städtisches Kulturzentrum genutzt. Das Kulturbüro bietet ein vielfältiges kulturelles Programm an. Unter anderem bringt das KRESCH – Kinder- und Jugendtheaterzentrum der Stadt Krefeld hier Eigenproduktionen und Gastspiele.

Das Krefelder Wohnzimmertheater PODIO ist ein fester Bestandteil der Krefelder Kulturszene und bietet ausgesuchte Produktionen aus den Bereichen Theater, Kabarett, Kleinkunst, Comedy, Literatur und Musik. Mit rund 60 Plätzen stellt das Wohnzimmertheater Krefelds kleinste Bühne dar.

Das seit 1979 bestehende Marionettentheater Krieewelsche pappköpp bietet Kleinkunst in Krefelder Mundart (Krieewelsch). Seit 2008 ist das Theater "Krieewelsche Pappköpp" auch Schauplatz des "Krefelder Glühwein Cabaretts", einer jährlich stattfindenden Comedy-Mixedshowserie über 5 Tage, die vom Krefelder Wohnzimmertheater PODIO präsentiert und veranstaltet wird.

Das Theater am Marienplatz (TAM) genießt im Bereich der modernen und experimentellen Musik einen ausgezeichneten Ruf. Es hat sich während seiner fast dreißigjährigen kontinuierlichen Arbeit auf wenig bekannte sowie zeitgenössische Werke spezialisiert.

Der KulturPunkt-Friedenskirche Krefeld, bietet das ganze Jahr ein internationales Kulturprogramm mit bekannten Künstlern. Im Gemeindehaus und in der Kirche sowie im Turm finden Ausstellungen, Konzerte, Lesungen, Kabarett und vieles mehr statt.

Der Werkhaus Krefeld e.V ist mit seinem Programm (Weiterbildung, Kultur) seit über 20 Jahren traditioneller Förderer von Kultur und Kommunikation in Krefeld und wurde kürzlich mit dem Preis für „Engagement und Courage“ für sein konstantes Engagement ausgezeichnet. Die ihm angeschlossene Werkbühne bietet ein kurzweiliges, breit gefächertes, modernes Programm in Sachen Kleinkunst, Kabarett, Theater und Musik.

Krefeld besitzt ein reges Nachtleben. Hierzu gehören eine Vielzahl an Szenekneipen sowie Diskotheken. Hierbei sind drei Clubs besonders hervorzuheben.

In der Kulturfabrik, kurz KuFa genannt, finden das ganze Jahr über Live-Auftritte von Bands und Solokünstlern, Kabarettisten, Comediens aber auch Theatergruppen und Kleinkünstlern statt, die Gäste reichen von den Ärzten über Dieter Nuhr und Herbert Grönemeyer bis zu Helge Schneider und Harald Schmidt. National und International bekannt ist die Kulturfabrik durch regelmäßige Festivals, vor allem im Elektro- und Rhythm-’n’-Noise-Bereich (Maschinenfest, Pluswelt-Festivals). Des Weiteren finden regelmäßig Themenpartys (80er, 90er usw.) statt. Die Kulturfabrik besitzt zwei Säle, einen kleinen für 350 Besucher und einen größeren für etwa 1100. Untergebracht ist sie in einem Teil des alten städtischen Schlachthofes.

Die wohl bekannteste Diskothek Krefelds ist die Königsburg. Sie wurde Ende 2005 nach etwa 4-jähriger Ruhepause wiedereröffnet. Vor der zwischenzeitlichen Schließung 2001 erfreute sie sich auch überregional großer Beliebtheit.

Ebenfalls weit über die Grenzen Krefelds bekannt ist der bereits seit 1958 bestehende Jazzkeller Krefeld auf der Lohstraße. Hier traten schon einige Jazz Größen sowie diverse Bands, die zumeist dem Blues, Jazz oder Rock zugeordnet werden können, auf. Regelmäßig findet die Veranstaltung JazzAttack, eine organisierte Jamsession mit bekannten Musikern der deutschen Jazz-Szene sowie vereinzelt internationalen Gästen, statt.

Ein modernes Multiplex-Kino der Kette Cinemaxx befindet sich mit seinen zehn Vorführsälen direkt neben dem Hauptbahnhof. Nach dem Bau des Cinemaxx wurden das Passage-Filmtheater mit den Kinos Royal, Studio 55, Chrystal und Passage und die Miniatur-Hollywood-Kinos geschlossen. Bereits in den 1970ern wurde das Atrium zum heutigen Blue Movie. Vor einigen Jahren musste dann der Seidenfaden mit dem Intimes dem Neubau der Dresdner Bank weichen. Als einziges weiteres Kino hält das Cinema/Casablanca (ehemals Primus und Lux) mit zwei Sälen der Konkurrenz mit einem alternativen Programm stand.

Der Bau des Kaiser-Wilhelm-Museums geht auf den Schulrat Hermann Keussen zurück. Dieser griff nach dem Tod des Kaisers 1888 eine Anregung des Architekten Hugo Koch wieder auf, ein Kaiser Wilhelm Museum zur Pflege von Werken des Friedens, der Kunst, Bildung und Gesittung zu errichten. Ein Streit um den Standort des Museums wurde 1890 zugunsten des Karlplatzes am Westwall entschieden. 1894–97 wurde das Museum nach Plänen von Hugo Koch erbaut und am 5. September 1899 eingeweiht.

1910–12 wird das Museum erweitert. Lag der Schwerpunkt zunächst auf neuzeitlichem Kunstgewerbe und Kleinkunst, wurde dieser seit 1922 mehr auf die bildende Kunst verlagert. 1942 wurde das Museum kriegsbedingt geschlossen, überstand den Krieg aber ohne Schäden. Gegenwartskunst bekam nach dem Krieg einen immer größeren Stellenwert. 1960 schloss das Museum wegen Umbauarbeiten, die im Dezember 1968 abgeschlossen wurden. Am 30. April 1969 wurde das Museum schließlich wieder eröffnet.

Bis 2008 liegt der Schwerpunkt der Sammlung in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Durch den Abzug der Sammlung Lauffs im Jahre 2008 verliert das Museum jedoch die meisten seiner Kunstwerke und muss die Lücken aus dem eigenen Bestand eingelagerter Werke füllen. Über den Verbleib der Werke des in Krefeld geborenen Joseph Beuys, der mit einem von ihm selbst eingerichteten Ensemble noch präsent ist, wird derzeit verhandelt.

Museum Haus Lange an der Wilhelmshofallee wurde zwischen 1928 und 1930 von Ludwig Mies van der Rohe, als Wohnhaus für die Familie von Hermann Lange (Direktor der Vereinigten Seidenwebereien, Krefeld), im Bauhaus-Stil erbaut. 1955 stellte die Familie das Haus der Stadt für Ausstellungen aktueller Kunst zur Verfügung. 1968 schenkte der Sohn des Bauherrn und Kunstsammlers das Haus der Stadt mit der Auflage, hier 99 Jahre lang Ausstellungen zeitgenössischer Kunst zu zeigen. 1976 konnte die Stadt Krefeld das benachbarte Haus Esters erwerben. Es wurde ebenfalls zwischen 1928 und 1930 von Ludwig Mies van der Rohe erbaut. 1981 wurde Museum Haus Esters als weiteres Ausstellungsinstitut für Wechselausstellungen zeitgenössischer Kunst eröffnet. Zwischen 1998 und 2000 sind beide Häuser umfassend saniert worden. Im Zuge der Euroga 2002+ konnten zwei Jahre später auch die Gärten dem ursprünglichen Zustand wieder angenähert werden. Die beiden Häuser sind selbst als Museum für Baugeschichte anzusehen.

Unter dem Oberbegriff Museumszentrum Burg Linn werden die Burg Linn, Das Jagdschloss und das Niederrheinische Landschaftsmuseum zusammengefasst.

Auf der, bis zum 12. Jahrhundert zurückgehenden Burg Linn, eine polygonale Rundburg, einer von vielen Burgentypen Kurkölns, werden Ausstellungen zur Entstehung der Burg und das damalige Leben auf dieser gezeigt.

Das Jagdschloss aus dem Barock ist in der Vorburg der Burg Linn gelegen. Erbaut wurde es im 18. Jahrhundert für Kurfürst Clemens August. Zu sehen gibt es hier zeitgenössisches Inventar aus zwei Jahrhunderten und eine Sammlung mechanischer Musikinstrumente, welche sonntags vorgeführt werden. Besonders hervorzuheben ist ein mechanisches Glockenspiel mit Glocken aus Meißener Porzellan an der Vorderseite des Schlosses, das stündlich eine Melodie spielt.

Das Niederrheinische Landschaftsmuseum zeigt Fundstücke aus dem römischen und fränkischen Gräberfeld in Gellep und dem dortigen ehemaligen Castell Gelduba. Unter anderem ist das berühmte Fürstengrab des fränkischen Fürsten Arpvar mit seinem Spangenhelm aus Gold zu besichtigen. Außerdem gibt es weitere Ausstellungsstücke zur Geschichte der Umgebung sowie einen bereits 1972 bei Baggerarbeiten am Rheinhafen geborgenen Rheinkahn aus dem 13. Jahrhundert, welcher nach einem über 30 Jahre dauernden Bad in einer speziellen Holzschutzlösung nun in einer eigens errichteten Halle ausgestellt ist.

Das Deutsche Textilmuseum in Linn gehört heute zu den international wichtigsten Sammlungen mit historisch kostbaren Textilien und Bekleidungsstücken aus verschiedensten Zeitepochen. Die Sammlung umfasst über 25.000 Objekte aus allen Teilen der Welt. Die Vielfalt der Exponate reicht von der Antike bis zur Gegenwart. Allerdings sind nicht alle Textilien der Öffentlichkeit zugänglich.

Das Haus der Seidenkultur befindet sich in der ehemaligen Paramentenweberei Hubert Gotzes. Im Jahr 2000 wurde es als Museum eingerichtet. In dem Industriedenkmal sind neben Stickereiausstellungen 100 Jahre alten Joseph-Marie Jacquard-Handwebstühlen zu bewundern.

Das Literaturleben der Stadt erfuhr von den 1970er Jahren an durch den Buchdrucker und ehemaligen Galeristen Klaus Ulrich Düsselberg einen starken Aufschwung. Er war Gründer der Literaturwerkstatt, des Sassafras-Verlags und der Zeitschrift „Literatur in Krefeld“, später in „Literatur am Niederrhein“ umbenannt. Auch organisierte er in den Reihen Literatur bei Herbst Pitt und Literatur im Kaiser-Wilhelm-Museum zahlreiche Lesungen mit regional und überregional bekannten Schriftstellerinnen und Schriftstellern. Seit 1992 verleiht die Stadt Krefeld jährlich den mit 5.000€ dotierten Niederrheinischen Literaturpreis an regionale Autoren oder Autoren deren Werke bezug auf den Niederrhein nehmen. Die Tochter des Krefelder Schriftstellers Otto Brües, die Kunsthistorikerin und ehemalige Direktorin des Museums Schloss Rheydt, Eva Brües, vereinbarte 1998 eine spätere Schenkung an die Stadt, um das Niederrheinische Literaturhaus der Stadt Krefeld – Brües-Haus zu gründen. Dort finden heute zuweilen Lesungen und Vorträge vor allem des Otto-Brües-Freundeskreises statt.

Zu den auch überregional bekannten Schriftstellern und Schriftstellerinnen, die in Krefeld geboren wurden oder aufwuchsen, zählen Herbert Genzmer, Bernhard Hennen, Thomas Hoeps, Andreas Mand, Ulrich Peltzer, Matthias Schamp, Elke Schmitter und Eckard Sinzig.

Das Musikleben der Stadt Krefeld hat eine bis in das 18. Jahrhundert zurückzuverfolgende Tradition, die im wohlhabenden, musikinteressierten Bürgertum ihre Wurzeln hat. Eine besondere Blüte erlebte das Musikleben bis in die Zeit des Nationalsozialismus (eigenes Konservatorium, aktiver Tonkünstlerverein, eigenes Musiktheater und Städtisches Orchester). Nach dem Zweiten Weltkrieg erfolgte eine Umorientierung. An die Stelle des Konservatoriums trat eine Musikschule; Musiktheater und Orchester wurden schon zu Beginn der 1950er Jahre mit demjenigen des benachbarten Mönchengladbach fusioniert. Das Orchester erhielt zunächst den umständlichen Namen „Orchester der vereinigten Bühnen Krefeld/Mönchengladbach“, bis es in den 1990er Jahren zu „Niederrheinische Sinfoniker“ umbenannt wurde. Einige später berühmt gewordene Dirigenten (z.B. Lothar Zagrosek, Yakov Kreizberg) starteten in Krefeld/Mönchengladbach ihre internationale Karriere.

Einen besonderen Stellenwert hat die Chormusik in Krefeld. Über 100 Männer-, gemischte und Kirchenchöre zählt Christoph Dohr in seiner Krefelder Musikgeschichte des 20. Jahrhunderts auf. Die Aktivitäten mehrerer Kirchenmusiker, z.B. Andreas Cavelius, Reinhold Birk, Dieter Schulte-Bunert, Hans Heinrichs, Ulrich Stuers, bereicher(te)n das Städtische Musikleben durch eigene Konzertreihen. Dazu traten privat organisierte Konzerte und Konzertreihen.

In der Musikschule der Stadt Krefeld, gegründet 1934 als Volksmusikschule durch Helmut Mönkemeyer, werden z. Zt. über 2.000 Musikschüler von 54 Musikschullehrern unterrichtet. Die Musikschule ist in drei Gebäuden, die sich im und am Sollbrügenpark befinden, beheimatet. Sie ist Mitglied im Verband deutscher Musikschulen e. V..

Krefeld wurde, wie viele rheinische Städte, im Krieg erheblich zerstört. Am 21. Juni 1943 wurden bei einem britischen Luftangriff große Teile des Ostens der Stadt getroffen, die Innenstadt wurde durch einen von Brandbomben verursachten Feuersturm erheblich zerstört. Bei dem teilweise raschen Aufbau der Nachkriegszeit wurde der historisch gewachsene Bestand nicht immer berücksichtigt. Trotzdem sind in der Süd- und Weststadt ganze Straßenzüge mit ihren prächtigen Fassaden aus der Jahrhundertwende vom 19. zum 20. Jahrhundert erhalten geblieben.

In der Abrisswut der 1960er und -70er Jahre wurde das Krefelder Stadtbild nochmals teilweise stark in Mitleidenschaft gezogen. Als größte Verluste sind der Wasserturm an der Gladbacher Straße und das Hotel Krefelder Hof am Ostwall zu nennen.

Ebenfalls auf das 12. Jahrhundert geht Haus Rath im Stadtteil Elfrath zurück. Die Burganlage gilt als ältestes in seinem Ursprung erhaltene profane Bauwerk Krefelds. Haus Rath befindet sich in Privatbesitz.

Im Stadtteil Hüls findet man die Burg Hüls, die in den letzten Jahren restauriert wurde und heute für Veranstaltungen und Trauungen benutzt wird.

Die Geismühle, heute an der gleichnamigen Autobahnraststätte der A57 gelegen, wurde wahrscheinlich als Wachtturm der Linner Burg im 14. Jahrhundert errichtet. Als Mühle tritt der Turm 1575 erstmalig in Erscheinung. Seit dem Jahr 2007 ist die Mühle wieder vollkommen restauriert und bis auf den Mühlstein einsatzfähig. Bei schönem Wetter kann man die Segelbespannten Flügel im Wind bestaunen.

Die Mennonitenkirche an der Königstraße wurde 1696 eröffnet. Historisch wertvoll ist das original erhaltene Portal auf der Rückseite. Es stellt das älteste Kulturdenkmal innerhalb der vier Wälle dar.

Die Katholische Hauptpfarrkirche St. Dionysius wurde von 1754 bis 1756 errichtet. Aufgrund der Verschiebung des Bauplatzes durch zwei Adelsfamilien ist sie nicht geostet. 1768 erhielt sie einen Turm. Von 1840 bis 1844 wurde sie wegen der steigenden Einwohnerzahl um ein dreischiffiges Querhaus nach Plänen des Kölner Dombaumeisters Ernst Friedrich Zwirner erweitert und erhielt 1894 einen neuen Glockenturm. Im Krieg schwer beschädigt, wurde sie bis 1954 instand gesetzt. 1987 wurde sie renoviert. Im Turm hängt an gekröpften Stahljochen ein fünfstimmiges Geläute aus dem Jahre 1946. Die Glocken wurden beim Bochumer Verein für Gussstahlfabrikation gegossen und haben die Schlagtöne c`, es`, f`, g` und b`. Im Inneren ist der Fensterzyklus des Krefelder Glasmalers Hubert Spierling besonders sehenswert. 2007 erhielt die Kirche eine neue Orgel der Bonner Orgelmanufaktur Klais.

Ein Teil der Musikschule ist im Haus Sollbrüggen untergebracht. Dieses alte Ausflugsschlösschen eines Seidenfabrikanten befindet sich mitten im Sollbrüggenpark. Des Weiteren ist das Ausflugsschlösschen Haus Greiffenhorst im Greiffenhorstpark zu nennen. Es wird heute als Ausstellungsraum genutzt.

Das Stadtbad auf der Neusser Straße galt um die Jahrhundertwende des vorletzten Jahrhunderts als die schönste und prächtigste Badeanstalt Deutschlands. Im Jahr 2000 wurde der Betrieb vorerst eingestellt und das Bad geschlossen. Die weitere Nutzung ist strittig.

Nach der Restaurierung erstrahlt das ehemalige Straßenverkehrs- und Kreiswehrersatzamt an der Westparkstraße seit dem Jahr 2008 wieder im alten Sandsteinglanz. Das denkmalgeschützte Ensemble aus dem Jahr 1906 wurde als Teil einer Husarenkaserne unter Kaiser Wilhelm II. erbaut. Heute befindet sich dort ein Gesundheitszentrum, gleich gegenüber der Rheinlandhalle.

Das Stadtwaldhaus Krefeld mit dem größten Biergarten Nordrhein-Westfalens ist direkt im Stadtwald gelegen und wurde in der jetzigen Form 1911 fertig gestellt und konnte 1959 Abrisspläne, die einen Neubau vorsahen, überstehen.

Die Krefelder Galopprennbahn wurde 1912 nach den Plänen des Architekten August Biebricher mitten im Stadtwald gebaut. Die Galopprennbahn mit ihren Jugendstiltribünen erfreut sich bei Renntagen großer Beliebtheit.

Die Villa Merländer ist das Wohnhaus des im Vernichtungslager Treblinka wegen seines jüdischen Glaubens von den Nazis ermordeten Kaufmannes Richard Merländer. Es enthält Wandgemälde von Heinrich Campendonk und ist heute Gedenkstätte für NS-Opfer.

Die Bauhaus-Häuser: Haus Esters und Haus Lange auf der Wilhelmshofallee wurden zwischen 1928 und 1930 von Ludwig Mies van der Rohe für zwei Textilindustrielle der VerSeidAG errichtet. Heute sind die beiden Häuser Ausstellungsräume (siehe: Museen und Galerien). Des Weiteren wurden auch die Fabrikgebäude der VerSeidAG zwischen 1931 und 1939 größtenteils von Ludwig Mies van der Rohe erbaut.

Die Häuser des Krefelder Architekten Karl Buschhüter – die so genannten Buschhüter-Häuser fallen durch ihre Bauart sofort auf. Besonders sind die Häuser im Kliedbruch, an der Lindenstraße, dem Westwall und der Ritterstraße zu nennen.

Das Seidenweberhaus auf dem Theaterplatz bietet den verschiedensten Veranstaltungen Platz und ist wegen der hohen Funktionalität des Gebäudes fast immer ausgebucht. Trotzdem möchten viele Krefelder den „1970er Jahre Betonklotz“ am liebsten abreißen.

Das Behnisch-Haus zwischen Lohstraße und Petersstraße beherbergt Praxen, Einzelhandelsflächen und Gastronomie. Um das Behnisch-Haus herum entstand der Krefelder Stadtmarkt. Rund 40 feste Stände bieten täglich ihre Waren an.

Der KönigPALAST ist eine Multifunktionshalle und Eishockey-Arena der Krefeld Pinguine mit 8.000 Plätzen. Er wurde 2004 fertiggestellt und ersetzte die benachbarte traditionsreiche Rheinlandhalle.

Das Kaiser-Wilhelm-Standbild stand ursprünglich im Treppenhaus des Kaiser-Wilhelm-Museums, dass seinerzeit als Gedenkhalle für Kaiser Wilhelm I. konzipiert und eingerichtet worden war. Auf einem Absatz der großen Freitreppe stand in einer Nische das überlebensgroße Standbild aus carrarischem Marmor, das der Berliner Bildhauer Gustav Eberlein geschaffen hatte. Zum Umbau des Museums 1966–69 wurde das Kaiserdenkmal vom Sockel gehoben und in die ehemalige Husarenkaserne gebracht. 1979 wurde das Standbild zurück geholt und an der Nordseite des Museums im Freien provisorisch und ohne Sockel aufgestellt. Dort verweilt es bis zum heutigen Tag.

Das Synagogendenkmal befindet sich auf der Marktstraße Ecke Petersstraße – dort wo die Synagoge bis zu ihrer Zerstörung durch die Nationalsozialisten stand.

Der Stadtrat Krefeld unter Führung der CDU lehnte 2005 gemeinsam mit der jüdischen Gemeinde die Verlegung vom Stolpersteinen zur Ehrung von NS-Opfern, so auch für den Krefelder Landtagsabgeordneten Fritz Lewerentz, mit der Begründung ab, dass auf diese Weise die Namen der Opfer ständig mit Füßen getreten würden. Nach einem erfolgreichen Bürgerbegehren mit rund 15.500 Unterschriften wurde ein Kompromiss gefunden: Wenn die jeweiligen Hauseigentümer und die Angehörigen der Opfer zustimmen, können die Stolpersteine verlegt werden.

Der Puppen-Brunnen befindet sich auf dem Mittelstreifen des Südwalls, dort wo die Hochstraße ihn quert.

Krefeld bietet eine Vielzahl von Erholungsmöglichkeiten. Diese erstrecken sich vom einfachen Cafés über Naherholungsgebiete wie den Stadtwald bis hin zum Zoo. Der Elfrater See lädt im Sommer zum Schwimmen oder Beachvolleyball ein. Die Stadt Krefeld verfügt zudem über drei Hallenbäder sowie mehrere Freibäder.

Krefeld ist reich an Grün und nach eigenen Angaben sogar die zweitgrünste Stadt Deutschlands. Dies beweist die große Zahl an Alleen und öffentlichen Grünflächen, mehrere Parks und allem voran der Krefelder Stadtwald, ein im weiteren Umkreis der Stadt beliebtes Erholungs- und Waldgebiet nahe dem Zentrum von Krefeld.

Krefeld nahm an dem Projekt Euroga 2002 plus, der dezentralen Landesgartenschau, teil und sanierte dafür eine Vielzahl seiner historischen Parkanlagen. Diese wurden hierfür wieder in ihre ursprüngliche Form zurückversetzt. Von den Krefelder Parkanlagen wurden alleine neun, nämlich Haus Esters und Haus Lange, Burgpark Linn, Greiffenhorstpark, Landschaftspark und Arboretum Heilmannshof, Schönwasserpark, Sollbrüggenpark, der Krefelder Stadtwald und der Schönhausenpark 2004/2005 in die Straße der Gartenkunst zwischen Rhein und Maas aufgenommen.

Bei den meisten der historischen Parkanlagen handelt es sich um Schenkungen von reichen Textilfabrikanten. Einer der großzügigsten Stifter war der Seidenbaron Friedrich Heinrich von Friedrich Freiherr von der Leyen. Die Wohltäter ließen diese Parks nicht ganz uneigennützig entstehen, besuchten sie doch selbst gerne diese Anlagen für Ausflüge und Picknicks. Deshalb findet sich auch in beinahe jeder historischen Parkanlage ein Ausflugs- oder Jagdschlösschen oder ein Pavillon, der an den Stifter erinnern soll. Beste Beispiele sind das Haus Sollbrüggen, das heute als Musikschule dient oder Haus Greifenhorst, das als Ausstellungsraum genutzt wird. Auch der Krefelder Zoo ist aus solch einem Ausflugspark entstanden, das Haus Grotenburg dient heute als Zoorestaurant und Ausflugslokal. Viel in Sachen Grünflächen hat Krefeld auch dem Bürgermeister Johann Johansen zu verdanken, der während seiner Amtszeit zwischen 1911 und 1930 die Bildung eines Krefelder Grüngürtels vorantrieb.

Einen großen Beitrag zum öffentlichen Grün tragen auch die beiden Hauptfriedhöfe bei.

Der Botanische Garten in Krefeld bietet dem Besucher viele exotische und heimischen Arten in einer gepflegten Anlage zum betrachten. Er liegt am Rand des Schönwasserparks im Stadtbezirk Oppum-Linn (Stadtteil Bockum). Bereits 1928 entwickelte sich der Botanische Garten aus einem kleinen Schulgarten heraus. Auf einer Fläche von 3,6 ha wachsen hier heute rund 5000 Pflanzenarten in wissenschaftlichen Abteilungen und Themengärten. Der Eintritt ist kostenlos, ausgenommen bei Sonderveranstaltungen.

Der Krefelder Zoo wurde 1938 gegründet. Er beherbergt auf einer Fläche von 13 ha derzeit einen Tierbestand von ca. 1300 Tieren aus 225 verschiedenen Arten. Zu den besonderen Attraktionen gehören das Affentropenhaus in welchem drei Menschenaffenarten ohne Trenngitter oder Trennscheiben leben, die tiergeografisch gegliederte Vogeltropenhalle, das 1998 eröffnete Regenwaldhaus, die Elefantendressur von Wolfgang Nehring, eine Vogelfreifluganlage und vor allem viele seltene Tierarten. Die neueste Attraktion ist das Wildkatzengehege. Jährlich besuchen rund 380.000 Besucher den Zoo.

Beim Hülser Berg handelt es sich um einen in der letzten Eiszeit entstandenen Geröllberg (Endmoräne), der heute vollständig bewaldet ist und als Ausflugsziel dient. Auf dem Hülser Berg befindet sich die Hülser Bergschenke. Weiterhin befindet sich dort ebenfalls ein Aussichtsturm, der damit auch den höchsten Punkt Krefelds darstellt. Der Fachbereich Jugend veranstaltet auf dem Hülser Berg jedes Jahr im Sommer ein Seifenkistenrennen.

Das Naherholungsgebiet Elfrather See bietet viele Möglichkeiten für Wassersport und einen Badesee. Der See entstand zwischen den 1970er und 2000er Jahren aus einer Kiesgrube. Auf der 3 km langen Regattastrecke werden Wettkämpfe im Segeln, Rudern und Windsurfen ausgetragen. Aber auch Taucher, Angler, Jogger, Bootsmodellbauer und Spaziergänger kommen auf ihre Kosten.

Der Sport hat in Krefeld einen sehr hohen Stellenwert. In über 250 ansässigen Sportvereinen kann man über 200 Sportarten nachgehen. In zahlreichen Sportarten ist Krefeld in den ersten Ligen vertreten.

In Krefeld gibt es in jedem Stadtteil mindestens eine städtische Sportanlage mit einem Asche- oder Rasenfußballplatz und einer Laufbahn. Des Weiteren existieren drei Eisstadien, wobei der KönigPALAST nur von den Krefeld Pinguinen genutzt wird. Krefeld verfügt über drei öffentliche Badeanstalten sowie mehrere Freibäder. Einen großen Stellenwert im Krefelder Sport hat der Bayerkonzern. Er unterhält mehrere Sportvereine verschiedenster Sportrichtungen, die zusammengenommen eine Mitgliederzahl von fast 18.000 Mitgliedern erreichen, sowie mehrere Sportstätten verschiedenster Art.

Den größten fußballerischen Erfolg konnte der 1905 gegründete KFC Uerdingen im Jahre 1985 (damals unter dem Namen Bayer 05 Uerdingen) als DFB-Pokalsieger feiern. Momentan spielt er in der Verbandsliga.

Derzeit erfolgreicher präsentiert sich der Crefelder Hockey und Tennis Club. Er spielt sowohl auf dem Feld als auch in der Halle in der Hockey-Bundesliga und wurde in der Saison 2005/2006 Deutscher Feldhockey-Meister und in der Saison 2006/2007 Deutscher Hallenhockey-Meister.

Im Rollhockey spielen sowohl die Damen- als auch die Herrenmannschaft des Hülser Sportverein jeweils in der 1.Bundesliga.

Gleich drei Krefelder Vereine spielen beim Wasserball in der ersten Bundesliga. Der SSF Aegir Uerdingen, der SV Bayer Uerdingen 08 sowie die Schwimm-Vereinigung Krefeld 1972.

Der Inline-Skaterhockey-Verein, „Skating Bears“, mehrfacher Deutscher Meister und Europameister, ist der größte Skater-Hockeyverein in Deutschland.

In der Tennisbundesliga ist Krefeld durch den HTC Blau-Weiß Krefeld vertreten.

Im Handball spielt der SC Bayer 05 Uerdingen in der Regionalliga West. Der TV Oppum wurde 1931 (Deutscher Turngau) sowie 1966 und 1968 deutscher Feldhandballmeister.

Für Nordrhein-Westfälische Verhältnisse ist Krefeld mit seinen vier Stockschieß-Vereinen eine Hochburg. Die Vereine EC Krefeld, SK Bayer Uerdingen, Seidenstädter ES und Krefelder ES 90 stellen bei Damen, Herren und im Mixed Spitzenmannschaften Nordrhein-Westfalens.

In Deutschland ist der 1. MSC Strandkaiser.de Krefeld bislang der einzige eingetragene Verein, der die Fußballvarianten Futsal, Footvolley und Beachsoccer praktiziert.

Des Weiteren stammen viele Reiter von Weltrang aus Krefeld. So die Brüder Peter Schiergen (Rennreiten) und Heiner Schiergen (Dressur). Krefeld beherbergt das Trainingslager der spanischen Equipe (Kornaue, Trainer Jean Bemelmanns) und war Standort für die Ausbildung der deutschen Olympiamannschaft in der Vielseitigkeit (Stall Kühnen, Reiter Ralf Ehrenbrink). Auch dient die Pferderennbahn im Krefelder Stadtwald renommierten Rennställen als Quartier (Mäder/Hofer).

Der SSV Krefeld-Gartenstadt richtet jedes Jahr im Juni Deutschlands größtes DHB Masters-Turnier im Beachhandball aus. 16 Mannschaften (8 Frauen und 8 Männerteams) kämpfen auf der Sandanlage am Elfrather See um Masterpunkte und um den Einzug ins Finale der Deutschen Meisterschaft in Cuxhaven. Weiter finden an den Tagen Donnerstag bis Sonntag die offenen Stadtmeisterschaften im Beachhandball statt, an der 42 Männer- und Frauenteams teilnehmen.

Kurz nach Tour de France und Deutschland Tour finden jedes zweite Jahr die SWK Classics statt. Bei diesem Radrennen über etwa 40 Runden und insgesamt 90 km treten neben lokalen Radrennfahrern auch Radrennprofis an.

Der SC Bayer 05 Uerdingen richtet seit 1988 jährlich den Krefeld Triathlon am Elfrather See aus.

Im Tischtennis richtet der SC Bayer 05 Uerdingen jährlich eine Woche nach Ostern in der Uerdinger Halle das Bayer-Frühjahrsturnier aus, welches weit über die Grenzen Deutschlands bekannt ist.

In Krefeld findet eine Vielzahl von regelmäßigen Veranstaltungen statt. Im Februar fängt es, wie im Rheinland üblich, mit dem Rosenmontagszug an. Um die 180.000 Menschen säumen jedes Jahr den Zugweg.

Am zweiten Maiwochenende steht der Niederrheinische Pottbäckermarkt an. Von Rathausplatz über die Karl-Wilhelm Straße bis zum Theaterplatz erstrecken sich die Stände von rund 120 Keramikern aus mehreren Ländern. Rund 50.000 Besucher werden jedes Jahr gezählt. Kurz darauf findet wie auch im Herbst die Sprödentalkirmes auf dem Sprödentalplatz mit über 100 Schaustellern statt.

Im späten Frühjahr wird dann im Botanischen Garten Art of Eden veranstaltet. Im Rahmen des zum Leben erwachten, blühenden Gartens präsentieren sich Künstler mit ihren Skulpturen.

Jedes Jahr am Pfingstwochenende findet um die Burg Linn und in der angrenzenden Linner Altstadt der überregional bekannte Flachsmarkt statt. Der mittelalterliche Handwerkermarkt ist der größte Handwerkermarkt Deutschlands. Hier bieten mittlerweile über 300 Händler ihre Waren an.

Im Rahmen des Krefelder Kultursommers werden eine Vielzahl an Veranstaltungen angeboten, so das Jazzfestival Jazz an einem Sommerabend auf der Burg Linn. Auf dem vom Jazzklub veranstalteten Festival treten neben regionalen Jazzmusikern auch namhafte Jazzgrößen auf. Ebenfalls eine Veranstaltung des Krefelder Kultursommers ist das am letzten Ferienwochenende der Sommerferien stattfindende Folklorefest (Folk- und Weltmusikfestival) „umsonst & draußen“ am Platz an der Alten Kirche. Im Spätsommer findet dann im Stadtteil Hüls der Bottermaat, ein mittelalterlicher Handwerkermarkt statt.

Seit 1992 richtet Krefeld jährlich im Frühherbst die größte Straßenmodenschau der Welt aus. Einzelhändler, Designer und Hersteller verwandeln das Zentrum der Samt- und Seidenstadt für ein Wochenende in einen großen Laufsteg. Auf Großbühnen präsentieren Models den meist mehr als 500.000 Zuschauern die jüngsten Trends in Mode und Design. Musik, Moderation und viele Sonderaktionen ergänzen den Schaulauf. Im Rahmen der Veranstaltung verleiht die Stadt jedes Jahr den anerkannten Modemarketingpreis „Die Goldene Seidenschleife“ und das Deutsche Krawatteninstitut kürt den „Krawattenmann des Jahres“.

Weiter gehts am 1. und 2. Advent. Da findet in Krefeld der Suedgang statt, ein Tag der offenen Ateliers. Und mit dem ebenfalls im Advent öffnenden Weihnachtsmarkt klingt das Jahr dann aus. Die Stände erstrecken sich vom Dionysiusplatz über die Rheinstraße bis zur Hochstraße.

Des Weiteren veranstaltet der Einzelhandel übers Jahr verteilt in nicht festgelegten Abständen die so genannten Krefelder Samstage. In der Innenstadt finden dann in vielen Geschäften, aber auch in der Fußgängerzone themenbezogene Ausstellungen, Beratungen und Aktionen statt.

An den Jüdische Kulturtage im Rheinland nimmt die Stadt regelmäßig teil. Das letzte mal im März 2007.

Krefeld erhielt 1361 das Marktrecht zugesprochen. Der älteste Handelsplatz in Krefeld ist der „Schwanenmarkt“, ein Platz unweit Krefelds ältester Kirche, der „Alten Kirche“. Der Name stammt von einem Brunnen mit einem Schwan, der sich auf dem Platz befand. Hier werden heutzutage keine Märkte mehr veranstaltet, doch wurde 1971 das „Schwanenmarkt-City-Center“, ein modernes Einkaufszentrum mitten in der Innenstadt eröffnet. Der Haupteingang befindet sich am Schwanenmarkt.

1900 wurde die Krefelder Markthalle an der Friedrichstraße eröffnet. 120 Stände waren in der prunkvollen Halle untergebracht. Die Halle wurde im Krieg schwer getroffen, der Marktbetrieb aber nach notdürftigen Reparaturen wieder aufgenommen. 65 Jahre später – 1965 war die Markthalle Geschichte. Sie wich dem Neubau eines Kaufhauses. Ebenfalls auf der Friedrichstraße, nahe der Gartenstraße, eröffnete im selben Jahr eine neue Markthalle, allerdings bot sie nur noch Platz für 25 Händler. 1986 schließlich schloss auch diese nachdem nur noch ein Häufchen Händler übrig geblieben war, und der Grundstückseigentümer dort einen Neubau plante.

In der Politik wurde seitdem das Wiederbeleben der Markthallentradition immer wieder ohne Ergebnis diskutiert. 2006 erledigte sich dieses Thema von selbst. Aus privater Initiative wurde der „Krefelder Stadtmarkt“ aus der Taufe gehoben. Rund um das Behnisch-Haus führen täglich 20 feste Marktbeschicker sowie zusätzlich wechselnde Stände die Markthallentradition, wenn auch ohne Halle, fort.

Des weiteren existieren heutzutage 17 Wochenmärkte auf dem Krefelder Stadtgebiet. Der mit Abstand größte Markt findet jeden Dienstag und Freitag auf dem Westwall statt.

Altbier hat in Krefeld Tradition. Es gab hier einst eine beträchtliche Zahl von Brauhäusern mit noch heute klangvollen Namen wie Tivoli, Wienges oder Rhenania. Von der Vielzahl an Brauereien hat jedoch nur das Traditionshaus Gleumes überlebt, das auch heute noch sehr erfolgreich nicht nur für den Hausausschank selber in Krefeld braut. Gleumes braut auch das Bier für das wiedereröffnete und ebenso traditionsreiche Krefelder Brauhaus „Herbst Pitt“ nach Originalrezept.

Letztes Opfer des großen Brauereisterbens war die Brauerei Rhenania in Krefeld-Königshof. Rhenania-Alt wird nun von der Krombacher Brauerei in Kreuztal-Krombach gebraut. Seit dem wird es von vielen Krefelder Bürgern verschmäht, auch wenn die Krombacher Brauerei mittlerweile sogar das zum Brauen benötigte Wasser aus Krefeld in Tankwagen liefern lässt, um den ursprünglichen Geschmack annähernd zu erzielen. Am Standort der alten Brauerei Rhenania wird nun von einem ehemaligen Mitarbeiter in der neuen „Brauerei Königshof“ wieder Bier gebraut und zwar unter der Marke „Landfürst“ – dies mittlerweile so erfolgreich, dass die Brauerei Ende 2004 ihre Kapazitäten durch neue Tanklager und Braukessel erweiterte. Dort wird auch für andere Altbiermarken Bier gebraut.

Als das bekannte „Krefelder“ bezeichnet man heute meistens ein Mischgetränk aus Altbier und Cola. Ursprünglich war damit jedoch die Mischung von Alt mit Dunkelbier (Malzbier) gemeint. Im Raum Krefeld heißt dieses Bier „Alt-Schuss“.

Eine am ganzen Niederrhein bekannte Spezialität ist die Grillagetorte, die 1908 vom Krefelder Konditor Wilms aus der Taufe gehoben wurde.

Bereits 1863 produzierte der niederländische Bäckermeister Johann Wilhelm Gruyters auf der Petersstraße Kekse und anderes Gebäck. Bis heute erwuchs aus dieser kleinen Bäckerei das Unternehmen W. Gruyters, nach eigenen Angaben führender deutscher Gebäck-Anbieter auf dem Markt für Gemeinschaftsverpflegung, vor allem für Krankenhäuser und Kantinen. Produziert wird auch heute noch mitten in Krefeld, seit 1940 jedoch auf der Tannenstraße.

Die rautenförmigen Nougatstückchen mit Schokoladenüberzug der Marke „Nappo“ wurden von 1925 bis zur Werksschließung Ende 2006 bei Dr. Helle in Krefeld produziert.

Das Produkt des Unternehmens Dextro Energy wird in seiner bekannten Form bei Cargill (früher Cerestar) in Krefeld-Linn hergestellt.

Krefeld verfügt über einen eigenen Flugplatz, den Flugplatz Krefeld-Egelsberg im Stadtteil Traar.

Auf dem ehemaligen Verkehrsflugplatz Krefeld wurde nach dem Zweiten Weltkrieg die Siedlung Gartenstadt als komplett neuer Stadtteil Krefelds errichtet.

Der Flughafen Düsseldorf International ist ungefähr 20 km entfernt und über die A 57 und A 44 erreichbar.

Krefeld verfügt in Linn über einen kleinen Binnenhafen mit Anschluss an den Rhein, mit Hafenanlagen direkt am Fluss und einem Wendebecken am hinteren Ende. Über die Einfahrt zum Hafen führt eine historische Drehbrücke. Die Reederei Köln-Düsseldorfer hat in Uerdingen eine Anlegestelle.

Der Bahnhof Krefeld Hauptbahnhof liegt an der zweigleisigen elektrifizierten DB-Kursbuchstrecke 425 Mönchengladbach – Duisburg – Essen – Gelsenkirchen – Münster, auf der im Schienenpersonennahverkehr in der Regel im Stundentakt der „Rhein-Haardt-Express“ (RE 2) und halbstündlich die „Rhein-Niers-Bahn“ (RB 33) verkehren.

Außer dem Hauptbahnhof gibt es an dieser Strecke die Bahnhöfe bzw. Haltepunkte Forsthaus, Hohenbudberg Bayerwerk, Krefeld-Linn, Krefeld-Oppum und Krefeld-Uerdingen.

In Krefeld kreuzt die Bahnstrecke von Kleve nach Düsseldorf (KBS 495). Auf dieser Strecke fährt halbstündlich der „Niers-Express“ (RE 10) und von Krefeld nach Köln im Stundentakt der „Rhein-Münsterland-Express“ (RE 7).

Die nächstgelegenen ICE-Bahnhöfe sind Duisburg und Düsseldorf. Die frühere Bedeutung Krefelds als Eisenbahnknotenpunkt ist jedoch nach Stilllegung des großen Rangierbahnhofs Hohenbudberg (an der Strecke nach Duisburg; früher auf Krefelder Stadtgebiet, heute unmittelbar hinter der Stadtgrenze gelegen) und des östlich vom Hauptbahnhof gelegenen Güterbahnhofs sowie nach Aufgabe des Personenfernverkehrs zurückgegangen. Als wichtige Betriebseinrichtung besteht noch das Ausbesserungswerk KKROX Krefeld-Oppum, in das der ICE zur Wartung kommt.

Den Straßenpersonennahverkehr bedienen die U76, eine normalspurige Stadtbahn der Rheinbahn, und vier meterspurige Straßenbahnlinien sowie zahlreiche lokale und regionale Buslinien der Krefelder SWK MOBIL. Die U76, früher K-Bahn, der Rheinbahn Düsseldorf bietet als einzige Straßenbahn Deutschlands in manchen Zügen einen Bistro-Speisewagen.

Für den gesamten öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) gilt der Tarif des Verkehrsverbundes Rhein-Ruhr (VRR) und tarifraumüberschreitend der NRW-Tarif.

Der Krefelder Hauptbahnhof wird der Bahnhofskategorie 4 zugeordnet. Die als „hoch frequentierter Nahverkehrssystemhalt/Nahverkehrsknoten“ bezeichneten Stationen richten sich mit ihrer hohen Dichte an Regionalbahnen und Regional-Express-Zügen an Pendler und lassen sich mit Busbahnhöfen vergleichen. Damit ist Krefeld eine der größten deutschen Städte, an denen nur Regionalzüge verkehren. Ab Oktober 2007 stellt die DB Station&Service deswegen auch den Dienst am stationären ServicePoint ein, da ein dauerhafter Betrieb eigenwirtschaftlich nicht darstellbar ist.

Durch das Stadtgebiet Krefelds führt in nordsüdlicher Richtung die A 57 (Köln – Nimwegen), die sich südlich von Krefeld am Autobahnkreuz Meerbusch mit der A 44 (Aachen – Kassel) und nördlich am Autobahnkreuz Moers mit der A 40 Venlo – Dortmund kreuzt.

Das innerstädtische Straßennetz hat eine Gesamtlänge von 760 km, davon sind 370 km als Tempo-30-Zonen (136 Zonen) gekennzeichnet. Krefeld ist eine der wenigen Städte in NRW, in der eine flächenhafte Tempo-30-Zonen-Regelung realisiert worden ist: Zwischen 1988 und 1998 kennzeichnete die Stadt all ihre Wohngebiete als „30er-Zonen“.

Erstmals wurden in Krefeld auch die nach ihr benannten Krefelder Kissen zur Verkehrsberuhigung eingesetzt.

Krefeld hat ein hohe Dichte an Radfahrern und Fahrradläden, die Fahrradfreundlichkeit wird sehr groß geschrieben. Davon zeugen mehr als 250 km ausgewiesener Radwege sowie etliche für Radfahrer in beide Richtungen befahrbare Einbahnstraßen und der Vorsitz der Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundlicher Städte NRW. Durch Krefeld verläuft die NiederRheinroute. Des Weiteren ist Krefeld ein Start-/Zielort des Niederrheinischen Radwandertags.

Der ADFC-Ortsverband unterhält einen Infoladen am südlichen Rand der Innenstadt. Am westlichen Ende des Hauptbahnhofs gibt es eine Fahrradstation mit bewachter Unterstellmöglichkeit und Reparaturdienst. Der ADAC vergab Krefeld in seinem Test: „Radfahren in Städten“ 2004 die Note „Gut“.

In Krefeld fährt eine der ältesten Privatbahnen Deutschlands, die bereits 1868 gegründet wurde. Im Volksmund wird diese Bahn als Schluff bezeichnet. Gemeint ist damit das niederrheinische Wort für „Pantoffel“, die „Schluffe“, an die das zischende Geräusch der Dampflokomotive erinnert. Der Schluff wurde in die Denkmalliste der Stadt Krefeld aufgenommen.

Vom ursprünglichen Streckennetz ist nur noch eine Verbindung zwischen St.Tönis und dem Hülser Berg übrig geblieben. Auf dieser Strecke fährt seit dem 1. Mai 1980 eine Museumseisenbahn an jedem Sonn- und Feiertag zwischen Mai und Oktober mit Zwischenstation am historischen Krefelder Nordbahnhof. In einem Gepäckwagen können Fahrräder mitgeführt werden.

Nach dem Niedergang der Textilindustrie liegen die Schwerpunkte bei den in Krefeld ansässigen Unternehmen in den Bereichen chemische Industrie, Metallindustrie, Maschinenbau und Fahrzeugbau. Trotz allem hat die Textilindustrie noch immer einen hohen Stellenwert.

Die chemische Industrie ist traditionell in Krefeld zuhause, unterhält doch der Chemie-Konzern Bayer AG sein zweitgrößtes und chronologisch gesehen zweites Werk überhaupt im Krefelder Stadtteil Uerdingen am Rhein. Hier werden hauptsächlich Kunststoffe wie zum Beispiel Makrolon, der Rohstoff für viele CDs und DVDs, aber auch Farbpigmente und Polyurethan produziert. Es wurden einige Betriebe aus Bayer ausgegliedert und als eigenständige Unternehmen weitergeführt.

Der Evonik Industries-Standort Krefeld mit der Evonik Stockhausen GmbH liegt im Stadtteil Fischeln-Königshof. Hier werden Flockungshilfsmittel (von der Ashland Deutschland GmbH), Superabsorber sowie Hautpflegemittel hergestellt. Ferner sitzt in Krefeld Europas einziger Produzent von Rizinusöl- und Leinölderivaten: Alberdingk Boley GmbH.

In Rheinnähe finden sich noch viele andere kleinere Unternehmen. Des Weiteren unterhält Henkel in Linn am Hafen ein Fragrance Center. Hier werden z. B. neue Duftstoffe für Waschmittel entwickelt.

Die Dreiring-Werk GmbH & Co.KG bzw. ihre Vorgänger stellt im Rheinhafen seit 1905 Feinseifenstücke und ähnliche Produkte her und ist zusammen mit ihrer Muttergesellschaft, der M. Kappus Seifenfabrik GmbH & Co., der größte Seifenproduzent Westeuropas.

Die Panzerungen der Castorbehälter werden beim Unternehmen Siempelkamp in Krefeld hergestellt.

Von August Thyssen und anderen Industriellen wurden 1900 in Krefeld ein Stahlwerk mit dem Schwerpunkt Werkzeugstähle errichtet. Heute befindet sich hier der Unternehmenssitz der ThyssenKrupp Nirosta GmbH und das zugehörige Werk Krefeld sowie das Werk Krefeld der Deutschen Edelstahlwerke GmbH (DEW).

Bedingt durch die vielen Unternehmen des Textilgewerbes in der Stadt siedelte sich auch eine ansehnliche Zahl von Maschinenbauunternehmen an, vornehmlich für Textilmaschinen. Der Niedergang der Textilindustrie in Krefeld, auch aufgrund der wachsenden Konkurrenz aus Fernost, zog auch viele Maschinenbauunternehmen mit sich, darunter so bekannte Namen wie zum Beispiel Zangs. Am Markt behaupten konnte sich bisher das Unternehmen „Küsters“ im Textilmaschinenbau.

WUMAG in Linn fertigt Edelstahlzylinder, Textiltrockner, Walzen und Maschinen für die Textil-, Papier- und Kunststoffindustrie.

Im Stadtteil Oppum wurde bereits 1891 die erste Reparaturwerkstatt der Bahn errichtet. Heute ist das ICE-Instandhaltungswerk Krefeld eines der modernsten Werke für die schwere Fahrzeuginstandhaltung der Bahn. Knapp 700 Mitarbeiter sind hier beschäftigt. ICE und elektrische Triebzüge des Nahverkehrs werden generalüberholt, das heißt, alle Bauteile der Fahrzeuge werden geprüft, erneuert oder aufgearbeitet. Dazu gehören Drehgestelle, Radsätze, aber auch kleine Teile wie Stoßdämpfer.

Teile des ICE werden bei Siemens TS im ehemaligen Werk der DUEWAG in Krefeld gefertigt, aber auch S-Bahnen, Untergrund- und Straßenbahnen.

Dulevo produziert Kehrsaugmaschinen, Naßschrubbautomaten und Straßenreinigungsmaschinen.

WUMAG in Linn fertigt LKW-Hubarbeitsbühnen von 11 bis 103 m Arbeitshöhe.

Die bis dahin oft aus Samt, Seide und Seidenbrokat angefertigten prunkvollen und kostbaren Messgewänder durften zwar weiter verwendet, doch es sollten keine neue Gewänder dieser art mehr hergestellt werden.

Vor allem die Krawatten-Produktion ist auch heute noch jedem als typisches Krefelder Produkt ein Begriff. Krefeld ist hier führend in Europa. Noch immer stammen über zwei Drittel aller in Deutschland gefertigten Halsgebinde aus Krefeld. Das Herstellen von exklusiven Krawattenstoffen und Tüchern sowie deren Webmuster ist eine Spezialität einer Vielzahl Krefelder Unternehmen.

Die einstmals ruhmreiche Seidenindustrie ist in Krefeld nur noch mit wenigen Betrieben vertreten, aber dennoch gibt es dort die höchste Dichte an Seidenwebereien weltweit.

Manche Textilhersteller haben sich heute vor allem auf Industrietextilien sowie deren Veredelung und Ausrüstung spezialisiert. Die Produktpalette reicht bei den größten Unternehmen, zu denen die TAG (Textil Ausrüstungs-Gesellschaft), VBL (Voss-Biermann & Lawaczeck) und VerSeidAG (Vereinigte Seidenwebereien AG) gehören, von Stoffen in Tarnfarben für die United States Army bis zu Hochtechnologie-Material für Segel von Sportsegelbooten oder Großseglern wie zum Beispiel der Alexander von Humboldt.

In Krefeld befindet sich der Sitz der Veranstaltergemeinschaft Lokalfunk Krefeld/Viersen e. V. – Betriebsgesellschaft für Lokalfunk Krefeld/Viersen GmbH & Co. KG. Diese veranstalten das private Hörfunkprogramm „Welle Niederrhein“.

In Krefeld befindet sich ferner ein Pressehaus der „Westdeutschen Zeitung“. Diese Tageszeitung wird in Düsseldorf mit einer Lokalausgabe als „Krefelder Zeitung“ herausgegeben. Über das regionale Geschehen Krefelds berichtet auch die „Rheinische Post“, die ebenfalls in Düsseldorf erscheint und mehrere Lokalausgaben hat. – Ursprünglich (bis 1970) handelte es sich bei der "Westdeutschen Zeitung" um eine eigenständige Krefelder Zeitung, die im Hause C. Busch-du Fallois Söhne erschien.

Im Stadtteil Uerdingen wird seit dem frühen 19. Jahrhundert der bekannte Branntwein Dujardin Imperial hergestellt, weiterhin der klare Wacholderschnaps Uerdinger. Früher existierte noch die niederländische C.J. Van Houten & Zoon (siehe Conrad J. van Houten) in Krefeld.

Bedeutende Persönlichkeiten Krefelds sind in der Liste der Söhne und Töchter der Stadt Krefeld zu finden.

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Landgericht Krefeld

Landgericht Krefeld am Nordwall

Das Landgericht Krefeld gehört zur ordentlichen Gerichtsbarkeit des deutschen Bundeslandes Nordrhein-Westfalen und ist eines von sechs Landgerichten im Oberlandesgerichtsbezirk Düsseldorf.

Das Landgericht (LG) hat seinen Sitz in Krefeld. Der Gerichtsbezirk umfasst die Städte Krefeld, Kempen, Willich, Tönisvorst und Nettetal sowie die Gemeinden Brüggen und Grefrath.

Für den Bezirk des Landgerichts ist das Oberlandesgericht Düsseldorf zuständig. Im Landgerichtsbezirk liegen die Amtsgerichte Krefeld, Kempen und Nettetal.

Bereits zur Franzosenzeit (1794–1815) war Krefeld Sitz eines Obergerichts, welches für damalige Verhältnisse die Funktion eines Landgerichtes hatte. Mit der Neuordnung der Justizbehörden in der Rheinprovinz verlor Krefeld mit Wirkung vom 20. Juli 1820 das Landgericht und wurde dem Düsseldorfer Landgerichtsbezirk zugeschlagen. Mit der steigenden Bedeutung der Stadt im 19. Jahrhundert wuchs auch der Wunsch nach Rückerhalt des Landgerichts. Diesem Wunsch wurde erst im Jahr 1906 entsprochen, auch wenn es spätestens seit 1893 wieder eine Strafkammer und eine Staatsanwaltschaft in Krefeld gab. Zur gleichen Zeit wurde das Oberlandesgericht Düsseldorf aus Teilen der Gerichtsbezirke Köln und Hamm gebildet. Krefeld hatte bis dahin zum Kölner Oberlandesgericht gehört. Zunächst residierte das Landgericht in den Räumen des Amtsgerichts an der Steinstraße. Erst mit der Fertigstellung des Gerichtsneubaus konnte das Landgericht ab dem 18. Dezember 1919 seine eigenen Räume am Nordwall beziehen. Das zum Neubau notwendige Grundstück hat die Stadt seinen Eigentümern abgekauft und kostenlos zur Verfügung gestellt.

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Hüls (Krefeld)

Das Hülser Wappen

Hüls ist ein nördlicher Stadtteil der Stadt Krefeld. Hüls war bis 1970 eine eigenständige Gemeinde im Kreis Kempen-Krefeld. Ab 1970 Stadtteil der westlich gelegenen Stadt Kempen. 1975 erfolgte schließlich die Eingemeindung nach Krefeld. Der Name „Hüls“ ist eine Ableitung vom niederdeutschen Wort „hulis“, die Stechpalme bzw. Stecheiche.

Vereinzelte Lesefunde von Feuersteinartefakten der Jungsteinzeit (5500 - ca. 2000 v. Chr.) belegen erste menschliche Aktivitäten im Bereich des heutigen Hüls. Aus der Eisenzeit (750 - ca. 15 v. Chr.) liegen in Hüls wenige Funde vor. In der Nähe des Botzwegs wurden Brandgräber gefunden. Auf dem Hülser Berg findet sich eine Wallanlage dieser Epoche. Aus der Römerzeit ist durch Scherben- und Ziegelfunde am Friedhof (ca. 2.-3. Jahrhundert) eine Villa rustica mit Gräberfeld belegt.

Die erste urkundliche Erwähnung der Herren von Hüls („Retherus de Holese“) ist im Jahre 1112 n. Chr. zu verzeichnen. In dieser Zeit wurde die erste Burg in der Nähe des heutigen Hülser Freibades erbaut. Im 14. und 15. Jahrhundert bauten die Herren von Hüls ihren Besitz zur „Herrlichkeit Hüls“ aus, die zum kurkölnischen Amt Kempen gehörte. Die „Herrlichkeit Hüls“ hatte ein Schöffengericht und war ein Marktort. Zu dieser Zeit erlangte die katholische Kirchengemeinde St. Cyriakus ihre Selbständigkeit von Kempen.

Um die Wende vom 14. zum 15. Jahrhundert entstanden die beiden Frauenklöster „Von der Verkündigung Mariens“ (1398, genannt „Klausur“) und „St. Cäcilia“ (1468, genannt „Konvent“). Im Jahre 1363 wurde durch Erbteilung an Mathias von Hüls ein Drittel von Hüls abgespalten. Dieses ging später an die Grafschaft Moers - jener Ortsteil wurde dann als „Hülsisch Moersische Straße“ bezeichnet (der Teil nördlich des Bottermaats).

Friedrich von Hüls erbaute die zweite Burg schließlich im Jahre 1455. Deren Ruinen sind noch erhalten und wurden mittlerweile saniert und wiederaufgebaut.

1565 starb mit Katharina von Hüls das Rittergeschlecht aus. Nach Erbstreitigkeiten fiel die „Herrlichkeit Hüls“ an eine entfernt wohnende Adelsfamilie. Hüls wurde bis zur französischen Zeit von Amtsmännern dieser Familie verwaltet.

Im Rahmen des Truchsessischen Krieges kam es im Jahre 1583 zur Schlacht bei Hüls. Im gleichen Jahrhundert entwickelte sich der Bereich „Hülsisch Moersische Straße“ zu einem Wohnplatz von Juden, Reformierten und Täufern, deren Aktivitäten zu einem für beide Ortsteile profitablen wirtschaftlichen Aufschwung führten.

1661 bestehen in Hüls 111 Höfe und Häuser mit ca. 800 Einwohnern. Neben der Schnapsbrennerei gehörten zu dieser Zeit die Weberei, Ziegel- und „Pottbäckerei“ (Töpferhandwerk) sowie die Landwirtschaft zu den Haupteinnahmequellen der Bevölkerung. Im Jahre 1636 stürzte der Hülser Kirchturm ein. 1642 kam es während des Dreißigjährigen Krieges in der Schlacht bei Hüls zur kriegerischen Auseinandersetzung zwischen kurkölnischen und hessisch-weimarischen Truppen.

1798 vereinigten die Franzosen die früher getrennten Hülser Ortsteile mit der Honschaft Benrad zur „Mairie de Huls“, die dem Kanton Kempen zugeteilt wurde. Die beiden Klöster „Klausur“ und „Konvent“ wurden 1802 aufgelöst. Durch den Wiener Kongress wird das Rheinland im Jahre 1815 Preußen zugesprochen, und Hüls wird zu einer Gemeinde des Landkreises Kempen. Zu diesem Zeitpunkt hatte Hüls 1500 Einwohner.

Von 1823 bis 1853 wurden die Bürgermeistereien Hüls (Hüls und Benrad), St. Hubert (Broich und Orbroich) und Tönisberg von einem Bürgermeister verwaltet.

In den folgenden Jahren wurde viel an der Infrastruktur gearbeitet. So wurde 1847 ein Krankenhaus im ehemaligen „Konvent“ eingerichtet und von 1865 bis 1868 die Pfarrkirche St. Cyriakus neu gebaut. Bei diesem Vorhaben mussten Teile der „Klausur“ aus Platzgründen abgerissen werden.

Die erste Eisenbahnlinie verband Hüls mit Krefeld im Jahre 1870. Zwei Jahre später ist dokumentiert, dass Hülser Häuser Hausnummern bekamen. Zu dieser Zeit (1880) hatte Hüls bereits 6.088 Einwohner. Die Straßenbahnlinie Hüls-Krefeld wurde 1883 erbaut. Versorgt wurde Hüls zu dieser Zeit von einem eigenen Gaswerk (ab 1897) und einem Wasserwerk (ab 1908). Der Wasserturm in der Cäcilienstraße ist heute ein Wahrzeichen von Hüls.

Das Gemeindegebiet von Hüls wurde unter der nationalsozialistischen Herrschaft 1936 um Teile der aufgelösten Gemeinde Orbroich erweitert. Nationalsozialisten waren es, die am 10. November 1938 die Synagoge abbrannten. Während des Zweiten Weltkrieges wurden auch Hülser Häuser und Teile der Konventskirche durch Luftangriffe zerstört.

Am 3. März 1945 marschierten schließlich amerikanische Truppen in Hüls ein. Durch den Krieg sind ca. 480 Hülser ums Leben gekommen. 1951 hatte Hüls eine Einwohnerzahl von 11.800 Personen, davon waren 5.200 berufstätig, von denen wiederum 2.100 in Krefeld arbeiteten. Außerdem waren 1.600 Vertriebene registriert.

1964 wurde die evangelische Kreuzkirche fertiggestellt. Vorher hatten die evangelischen Gottesdienste in Hüls in einer Notkirche stattfinden müssen. Die Selbständigkeit als Gemeinde verlor Hüls im Jahre 1970. Damals hatte Hüls 13.400 Einwohner und wurde im Zuge der Neugründung des Kreises Kempen-Krefeld nach Kempen eingemeindet. 1975 wurde im Zuge der Gebietsreform jedoch die Herauslösung aus dem Kempener Stadtgebiet beschlossen und Hüls zu einem Stadtteil von Krefeld.

1976 wurde der „Johannesturm“ - ein Aussichtsturm auf dem Hülser Berg - errichtet. In der Folgezeit wurden neue Schulen in Hüls gebaut und an den Hülser Ortsgrenzen Bauprojekte geplant und realisiert. (Die Siedlungen am westlichen Ortsrand werden volkstümlich als „Legoland“ bezeichnet.) 1984 wurde die „Klausur“ saniert, und es entstand ein Wohnpark, eine Grundschule, eine ökumenische Begegnungsstätte sowie eine Sporthalle.

Jährlich findet auf der Burg ein Fest des HSV statt.

In Hüls entwickelten sich spezielle Formen des Brauchtums der Region Niederrhein.

In Hüls werden seit "Alter Zeit" eine Frühjahrs- und eine Herbstkirmes durchgeführt. Der Termin für die Frühjahrskirmes ist heute Christi Himmelfahrt und das darauf folgende Wochenende. Die Herbstkirmes fällt auf das Wochenende um den 1. September. Die Kirmeswochenenden werden seit Jahren mit der historischen Kirmes zu einem Volksfest verbunden. Trödelmarkt, Seniorenhobbythek, Oldtimerausfahrt, Kutschenkorso und anderes ziehen viele Besucher an. Die örtlichen Schützenvereine ermitteln an den Kirmeswochenenden oftmals ihren neuen König. Am Sonntag der Frühjahrskirmes wird von der katholischen Pfarrgemeinde die traditionelle Kirmesprozession zum Kirchweihfest durchgeführt. An diesem Tag wird im Rahmen der Prozession eine Reliquie des Pfarrpatrons St. Cyriakus durch den Ort getragen. Die Prozession ist ursprünglich als Erinnerung an den Tag der ersten, mit einer Urkunde belegten, Weihe eines Gotteshauses in Hüls am 4. April 1434 zu sehen. Hiervon leitet sich das Wort Kirmes = Kirchweih ab.

Am Abend des 5. Dezember pünktlich um 16 Uhr erscheint der „Heilige Mann“ mit Gefolge ganz oben auf der Kirche St. Cyriakus und winkt den zahlreichen Schaulustigen zu. Danach steigt er traditionsgemäß zusammen mit Nikodemus und Zarras vom Hülser Kirchturm herab und beginnt von hier aus seine irdische Reise.

Der „Bottermaat“ ist ein traditionell jährlich am dritten Sonntag im September stattfindender altertümlicher Handwerkermarkt mit regionaler Bedeutung. Dort finden sich zahlreiche Handwerker, aber auch Schausteller ein, um ihre Handwerkskunst öffentlich vorzuführen und Produkte anzubieten.

Jährliches Fest des Hülser Sportvereins rund um die Hülser Burg.

Hülser Pottbäcker Unter dem Begriff Hülser Pottbäcker werden Töpfer von Irdenware zusammengefasst. Seit der Mitte des 17. Jahrhunderts sind diese in Hüls belegt. 1657 wird als erster ein Jacob Venten in dem Rechnungsbuch des Klosters von der Verkündigung Mariens - heute als Klausur bezeichnet - erwähnt. Produziert wurde neben schlichtem, einfarbigem Gebrauchsgeschirr auch aufwendiger mit Ritzungen und Bemalung verzierte Ware von regionaler Bedeutung.

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KTSV Preussen 1855 Krefeld

Datei:KTSV Preußen Krefeld.gif

Der KTSV Preussen 1855 Krefeld ist ein Krefelder Traditionsverein mit 1260 Mitgliedern (Stand 1. Januar 2008). Er besteht aus den Abteilungen Badminton, Fechten, Fußball, Handball, Kanu, Leichtathletik, Schwimmen, Tischtennis und Turnen/Gymnastik.

Die Fußballabteilung stellt mit über 440 Mitgliedern den größten Teil des Vereins. Neben SC Bayer 05 Uerdingen und dem KFC Uerdingen ist Preussen Krefeld das Aushängeschild im Jugendfußball der Stadt.

1928 erreichte der Verein das Achtelfinale um die deutsche Fußballmeisterschaft, das mit 1:3 gegen TB Berlin verloren wurde.

In den 1990er Jahren erlebte die Fußballabteilung eine Renaissance. Zwischen 1992 und 1996 spielte man in der Oberliga Nordrhein und damit in der dritthöchsten bzw. nach Gründung der Regionalliga 1995 vierthöchsten deutschen Spielklasse. An dem damaligen Erfolg waren Bundesliga-Spieler wie Peter Loontiens, Branko Rodosek und Wolfram Klein beteiligt. Unter Trainer Michael Hackfurt gelang 2007 der Aufstieg in die Landesliga. Zur Zeit führt ein Trainer-Quartett um Stefan G. Rex (Trainer), Lars Buck (Co-Trainer), dem Ex-Bundesligatorwart Werner Vollack (Torwarttrainer) und Sven Locke (Fitness-Trainer) die erste Mannschaft in der Bezirksliga.

Bekanntheit erlangte die Leichtathletikabteilung durch den Staffelweltrekordler und Olympiazweiten Hubert Houben, nach dem die Hubert Houben Kampfbahn in Krefeld benannt ist, sowie Kriemhild Hausmann, die 1985 im Diskuswerfen eine Bronzemedaille holte.

Die Stadt Krefeld hatte in den Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg zwei Eishockeyvereine. Das Eishockey in dieser Zeit wurde von den süddeutschen, vor allem bayrischen Clubs dominiert, so war es außergewöhnlich, dass eine mittelgroße, westdeutsche Stadt (knapp 250.000 Einwohner), zwei erstklassige Vereine hatte.

Preußen Krefeld galt in den späten 1940er und frühen 1950er Jahren als die technisch beste deutsche Mannschaft. Sie wurde einmal, in der Saison 1950/1951, Deutscher Meister. Am 2. März 1951 konnten die Preußen nach einem 0:2 Rückstand den EV Füssen mit 3:2 bezwingen. In den Jahren zuvor und kurz danach scheiterten sie immer an der robusten Härte der bayrischen Teams, vornehmlich an Rießersee.

Ein Problem des Krefelder Eishockeys war, dass bis 1964 nur die Rheinlandhalle mit einer Eisfläche zur Verfügung stand und damit für zwei Clubs zu wenig Trainingszeit. In den späten 1950er Jahren kämpften die Krefelder Eishockeyvereine meist nur noch um den Verbleib in der Bundesliga, die Preußen mussten dabei zweimal in der zweiten Liga spielen. Meist konnte sich der Krefelder EV (KEV, heute Krefeld Pinguine) vor den Preußen platzieren. Die finanziell stark angeschlagenen Preußen mussten im Juli 1971 ihren Spielbetrieb einstellen. Die Spieler der Preußen wurden in den damaligen KEV eingegliedert. Eiskunstlauf war noch bis in die 1990er Jahre eine Abteilung des KTSV.

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Source : Wikipedia