Krakau

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Geschrieben von c3po 25/03/2009 @ 12:17

Tags : krakau, polen, europa, ausland

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Krakau

Krakau (Polen)

Krakau (polnisch Kraków ?/Info/IPA) ist die Hauptstadt der Woiwodschaft Kleinpolen und liegt an der oberen Weichsel im südlichen Polen, rund 250 km südlich der Landeshauptstadt Warschau. Krakau ist Sitz der zweitältesten Universität Mitteleuropas und entwickelte sich zu einem Industrie-, Wissenschafts- und Kulturzentrum. Eine Vielzahl an Bauwerken der Gotik, der Renaissance, des Barock und späterer Epochen prägt das Bild der alten Stadt, die bis 1596 Hauptstadt von Polen war. Noch heute wird die zweitgrößte Stadt des Landes als heimliche Hauptstadt Polens bezeichnet.

Krakau liegt an der Schwelle vom atlantischen See- zum Kontinentalklima. Je nach vorherrschender Windrichtung wird das Wetter beeinflusst. Westwinde (~40 %) bringen vor allem im Sommer feuchtes Wetter mit Regen, während Ostwinde (~22 %) besonders im Winter trockene und sehr kalte Witterung hervorrufen. Der Wind weht durchschnittlich mit 11 km/h.

Die mittlere Temperatur im Januar beträgt etwa −2 °C, wobei Tiefsttemperaturen von mehr als −20 °C keine Seltenheit sind. Die mittlere Temperatur im Juli beträgt etwa +19 °C, das Thermometer kann aber auch +35 °C und mehr erreichen. Allgemein ist das Wetter sehr ruhig mit geringen täglichen Schwankungen.

An sehr heißen Sommertagen kann es zu kräftigen Gewittern kommen. In den letzten Jahren haben in der Region die Extremwettererscheinungen zugenommen. Dazu gehören Sturzregen mit 50 l/m² oder auch kleine Tornados. Im Rekordsommer 2003 wurden Staubteufel beobachtet.

Der Wawelhügel, auf dem heute das Schloss und die Kathedrale stehen, wurde bereits seit 20.000 Jahren dauerhaft besiedelt. In der Nähe von Krakau wurde bereits in prähistorischen Zeiten Salz abgebaut. Im 5. Jahrhundert siedelte sich der westslawische Stamm der Wislanen in der Gegend um Krakau an. Die Geschichte Krakaus beginnt vor der Gründung des polnischen Staates als Hauptstadt des vistulischen Stammes.

Nach dem Gründungsmythos der Stadt errichtete Stammesfürst Krak die Stadt auf dem Wawelhügel über einer Drachenhöhle, nachdem er den dort hausenden Drachen getötet hat. Aus dieser Zeit stammen zwei Grabhügel, in denen nach der Überlieferung Krak und seine Tochter Wanda ihre letzte Ruhestätte gefunden haben sollen. Die Hügel könnten aber auch astronomische Funktionen gehabt haben, da zur Sommersonnenwende die Sonne genau über dem einen auf- und dem anderen untergeht.

Die ersten Überlieferungen beziehen sich auf Slawen, die sich am Weichselufer ansiedelten. Im 9. Jahrhundert gehörte Krakau wahrscheinlich zeitweise zum Großmährischen Reich. In großmährischen Chroniken wird erwähnt, dass Kyrill und Method dem Herrscher der Wiślanen die christliche Taufe angeraten haben. Es ist nicht bekannt, ob dieser das Angebot annahm. Doch soll bereits zu dieser Zeit die erste Kirche in Krakau an der Stelle eines heidnischen Kultortes (heute Andreaskirche) errichtet worden sein. Im Jahre 965 wurde Krakau von dem arabisch-jüdischen Kaufmann Ibrahim ibn Jakub zum ersten Mal urkundlich erwähnt. Um das Jahr 990 wurde Krakau von Mieszko I. erobert und kam damit unter die Herrschaft der polnischen Piasten.

Ende des 10. Jahrhunderts war Krakau bereits ein bedeutender Handelsplatz und wurde im Jahre 1000 von Boleslaw I. dem Tapferen (Bolesław I Chrobry) zum Bischofssitz gemacht. Die ersten steinernen Gebäude wurden errichtet (eine Burg auf dem Wawelhügel und diverse romanische Sakralbauten).

Unter Kasimir I. dem Erneuerer wurde Krakau 1038 Hauptstadt Polens. Kazimierz verließ das von dem tschechischen Herrscher Břetislav zerstörte Gnesen, das bisher die Hauptstadt Polens war, und wählte das günstiger gelegene Krakau als Königssitz. Gleichwohl blieb Gnesen bis heute Sitz des wichtigsten polnischen Erzbistums und damit des polnischen Primas. Durch die Übernahme der Rolle als polnische Hauptstadt entwickelte sich Krakau sehr schnell im 11. Jahrhundert. Es entstanden zahlreiche Bauten im romanischen Stil, u. a. die Wawelrotunde, die Kirchen St. Adalbert und St. Andreas, das Kloster Tyniec und Norbertanki sowie der Stadtteil Okół nördlich vom Wawel um den heutigen Maria-Magdalena-Platz. Im 11. Jahrhundert kam es aber auch zum Konflikt der weltlichen mit der kirchlichen Macht in Polen, der darin mündete, dass König Boleslaw II. der Kühne (Bolesław II. Śmiały), der Sohn Kazimierz´ I., den Erzbischof Stanislaus in der Michaeliskirche 1079 erschlug. Stanislaus wurde zu einem der ersten Schutzpatrone Polens. Boleslaus II. musste aus Polen fliehen und wurde später in Ungarn vergiftet. Sein Bruder Herman, der 1079 ihm auf den Thron folgte, verlegte für kurze Zeit die Hauptstadt weiter nach Plotzk. In der Plotzker Kathedrale sind Herman und sein Sohn Boleslaw III. Schiefmund beigesetzt.

Doch bereits Anfang des 12. Jahrhunderts sicherte sich Krakau wieder die Stellung der polnischen Hauptstadt. Nach dem Tod Boleslaws III. war Krakau von 1138 bis 1320 Hauptstadt des Seniorats Polen. Die Krakauer Fürsten waren im Rahmen der Senioratsverfassung den übrigen polnischen Teilfürsten übergeordnet und versuchten das Königreich Polen wiederzuvereinen. In dieser Zeit wanderten viele Juden und Deutsche nach Krakau ein und erwarben das Stadtrecht. Gleichzeitig wurde Krakau im 13. Jahrhundert mehrmals von den Tataren belagert. Besonders verheerend war der erste Ansturm der Tataren im Jahr 1241, den nur die Wawelburg und der Stadtteil Okół überstanden. Die Bürger konnten in der Andreaskirche und auf der Burg Schutz finden. Nach dieser Zerstörung wurde Krakau im Stil der Gotik planmäßig auf einem Schachbrettmuster wieder aufgebaut.

1257 wurde Krakau nach Magdeburger Stadtrecht von Bolesław dem Schüchternen neugegründet und in der heute noch in der Altstadt zu sehenden Weise wieder aufgebaut. In dieser Zeit wurden die Marktplätze und das schachbrettartige Straßennetz der Altstadt geformt, in das ältere Fragmente, wie die Marienkirche oder die Grodzka-Straße, eingebettet wurden. Bolesław der Schüchterne und seine Frau, die Heilige Kinga, förderten den Salzabbau in Bochnia und Wieliczka untertage. Damit legten sie einen Grundpfeiler für den Reichtum der Stadt im Spätmittelalter. 1281 erfolgte der letzte große tatarische Angriff auf Krakau, den die vom Turmbläser gewarnten Bürger jedoch abwehren konnten. Das Hejnał-Signal erinnert gemäß einer modernen Legende daran, ebenso wie die Figur des Lajkonik (ein Krieger mit Steckenpferd).

Im Jahre 1311 erhob sich die deutsche Bürgerschaft unter Führung des Vogtes Albert gegen den polnischen Seniorherzog Władysław Ellenlang. Nachdem er den Aufstand niedergeschlagen hatte, ließ Władysław die meisten Deutschen aus der Stadt verbannen, einige hinrichten. Die Nationalität der Bürger wurde durch einen einfachen polnischen Sprachtest überprüft: Als Deutscher galt, wer soczewica, koło, miele, młyn nicht fehlerfrei nachsprechen konnte. Laut dem britischen Historiker Norman Davies zeigten sich bei der Auseinandersetzung erste Züge eines polnischen Chauvinismus. Um 1480 waren wieder 36 % der Einwohner mit Stadtrecht deutschsprachig und in der prächtigsten Pfarrkirche, der Marienkirche, wurde deutsch gepredigt – bis auf königlichen Erlass hin die deutschen Predigten in die Barbarakirche verlegt wurden.

Weitere Repressionen gegen die Stadt waren der Entzug der Ratswahl und die Gründung von benachbarten Konkurrenzstädten wie Kazimierz. Die politischen Aspirationen der Städte, insbesondere von Krakau, wurden dadurch dauerhaft gebrochen. 1320 wurde in der Wawelkathedrale zum ersten Mal seit der Teilung im Jahre 1138 wieder ein polnischer König gekrönt, Władysław Ellenlang. Krakau blieb Krönungs- und Begräbnisstätte der polnischen Könige bis 1734, im 16. Jahrhundert allerdings wurde Warschau Hauptstadt.

Seit 1150 existierte eine Lateinschule unter der Direktion des Krakauer Erzbistums, und Kasimir III. der Große (Kazimierz III Wielki) - der Sohn Władysław Ellenlangs - gründete 1364 die Krakauer Universität (die spätere Jagiellonen-Universität), die nach der Universität Prag die zweitälteste in Mitteleuropa ist. Kazimierz der Große gründete die Vorstädte Kazimierz (1335) und Kleparz (1366) und ließ die Wawelkathedrale und viele andere Kirchen im gotischen Stil umbauen bzw. neu errichten. Zu seiner Zeit kamen nach den Pestpogromen von 1348 bis 1349 besonders viele Juden nach Polen und Krakau, denen Kasimir III. weitgehende Privilegien und in der Ausweitung des Kalischer Toleranzedikts von 1265 die Religionsfreiheit sicherte. Entgegen einem weitverbreiteten Irrtum siedelten die Juden zunächst nicht in Kazimierz, sondern im heutigen Universitätsviertel um die St.-Anna-Straße.

Die Stadtregierung Krakaus unterstand jahrhundertelang dem Krakauer Erzbischof als Fürstbistum. Während der Herrschaft von Władysław II. Jagiełło Ende des 14. Jahrhunderts wurde Krakau ein Mitglied der Hanse, verließ diese aber 1478 wieder.

Nach dem Tod Kasimirs III. des Großen 1370 kam sein Neffe Ludwig von Anjou an die Macht, der gleichzeitig auch König von Ungarn war. Nach dessen Tod bestieg die 12-jährige Hedwig 1384 den polnischen Thron als König (nicht Königin). Sie heiratete den litauischen Großfürsten Władysław II. Jagiełło (Władysław II Jagiełło) und legte damit den Grundstein für die Union zwischen beiden Staaten. Sie verstarb sehr jung 1399 und vererbte ihr ganzes Vermögen der Krakauer Universität. Ihr Ehemann Władysław II. Jagiełło besiegte 1410 den Deutschen Orden bei Tannenberg militärisch und 1416 auf dem Konzil zu Konstanz juristisch. Nach der polnisch-litauischen Union 1385 entwickelte sich Krakau als Hauptstadt einer der größten europäischen Kontinentalmächte ökonomisch, kulturell, wissenschaftlich und urban. Władysław II. Jagiełło gilt als Stammvater der Dynastie der Jagiellonen, die in Polen-Litauen, dem Königreich Böhmen und Ungarn regierten und starke familiäre Beziehungen mit Habsburg, Wittelsbach, Vasa unterhielten. Unter ihrer Herrschaft wuchs Krakau weiter. Es wurde ein Mitglied der Hanse. Der Fürstbischof regierte sehr geschickt ab 1434 für die minderjährigen Söhne Władysław II. Jagiełłos Władysław III. von Warna und Kazimierz IV. Jagiellonicus (Kazimierz IV Jagiellończyk). Unter letzterem blühte Krakau in der Spätgotik auf. Er hatte 12 Kinder, die in fast alle bedeutenden Dynastien Europas hineinheirateten (alle gegenwärtigen europäischen Monarchen sind mit Kasimir IV. verwandt). Ausbilden ließ er seine Kinder von dem italienischen Humanisten Kallimachus, der aus politisch-religiösen Gründen aus Rom nach Krakau geflohen war. 1475 warb der bayerische Herzog Georg der Reiche, der Erbe des Herzogtums Bayern-Landshut, um die Hand von Hedwig Jagiellonica (Jadwiga Jagiellonka), der Tochter des Königs Kasimir IV. Jagiellonicus. Nach einer zweimonatigen Reise fand in Landshut die Landshuter Fürstenhochzeit statt. 1488 gründete der Humanist Conrad Celtis die Sodalitas Litterarum Vistulana, eine Gelehrtengesellschaft nach Vorbild der Römischen Akademie. 1489 beendete Veit Stoß (poln. Wit Stwosz) aus Nürnberg die Arbeit am Hochaltar der Krakauer Marienkirche. Vor 1500 richtete Johann Haller die erste Druckerpresse in Krakau ein und Veit Stoß fertigt den Marmorsarkophag für Kasimir IV. Jagiellonicus, Kallimachus und den Krakauer sowie den Posener Bischof. Auch zahlreiche andere Künstler aus Italien, Holland und Süddeutschland kamen in der Zeit Kasimirs IV. nach Krakau und arbeiteten im Stil der Spätgotik und Renaissance. Drei seiner Söhne waren nacheinander polnische Könige, der älteste aber König von Böhmen und Ungarn. Die Könige Alexander und Jan I. Olbracht ließen die Stadtbefestigung gegen einen befürchteten Türkenansturm ausbauen und um die Barbakane 1499 ergänzen und legten in Kazimierz den Grundstein für das neue jüdische Viertel, in dem in der Renaissance die Alte Synagoge (die älteste erhaltene in Mitteleuropa) errichtet wurde. Ihr jüngerer Bruder Sigismund I. der Alte (Zygmunt I Stary) und dessen Sohn Sigismund II. August (Zygmunt II August) bauten Krakau zum Machtzentrum der jagiellonischen Länder in Polen-Litauen und Tschechien-Ungarn aus. Zu dieser Zeit zählte Krakau ca. 30.000 Einwohner. Aus dieser kulturellen Blütezeit der Stadt ist noch heute eine Vielzahl von Baudenkmälern und Kunstschätzen der Gotik und Renaissance erhalten. Insbesondere der Schlosskomplex auf dem Wawelhügel und die befestigte Altstadt – Barbakane, Tuchhallen, Bürgerhäuser etc. Auch die Universität erlebte in dieser Zeit ihre Blüte. Hier studierte am Ende des 15. Jahrhunderts Nikolaus Kopernikus.

Sigismund I. der Alte ließ das 1499 niedergebrannte gotische Königsschloss, das Kazimierz der Große errichtet hatte, von den florentinischen Meistern Francesco Fiorentino und Bartolomeo Berrecci, einem der größten italienischen Renaissancebaumeister und -bildhauer, im Stil der Renaissance wiederaufbauen. Die Sigismundkapelle auf dem Wawel von Berrecci gilt als schönstes Bauwerk der italienischen Renaissance außerhalb Italiens. Der Genius Berreccis war so überragend, dass einer seiner Landsleute, der ebenfalls als Künstler an den Krakauer Hof gekommen war, diesen 1534 aus Neid auf dem Krakauer Marktplatz niederstach. Berrecci wurde mit großen Ehren in der Fronleichnamskirche in Kazimierz beigesetzt. Sigismund I. heiratete Bona Sforza aus Mailand, die viele italienische Künstler an den Krakauer Hof brachte. Aber auch Deutsche, Niederländer und Polen waren unter Sigismund I. in Krakau künstlerisch aktiv. 1505 sind im Balthasar-Behem-Kodex die Statuten der deutschsprachigen Bürger-Gilden beschrieben. 1520 veranlasst Johann Beheim die Herstellung der heute noch größten polnischen Kirchenglocke, der Sigismund-Glocke. Peter Vischer aus Nürnberg eröffnete eine Bronzegießerei in Krakau. Stanislaus Samostrzelnik schuf viele Renaissancefresken in den Krakauer Kirchen. Im gleichen Zeitraum ist Hans Dürer, der jüngere Bruder Albrecht Dürers, Hofmaler bei Sigismund I. dem Alten. Hans von Kulmbach fertigt den Altar der Johanniskirche. 1525 huldigte der Großmeister des Deutschen Ordens dem polnischen König auf dem Krakauer Marktplatz. Dieser löste auf Anraten Martin Luthers und mit Billigung des polnischen Königs den Ordensstaat auf und schuf das polnische Lehen Preußen, das als erstes Gebiet mit Sigismunds Zustimmung den lutherischen Glauben annahm.

Sigismund II. August wurde 1530 zu Lebzeiten seines Vaters König von Polen und regierte bis 1548 mit diesem gemeinsam. Auf Anraten seiner italienischen Mutter Bona Sforza holte auch er viele italienische Künstler nach Krakau, unter denen die Brüder Santi und Monti Gucci die bedeutendsten waren. Ersterer baute die Tuchhallen im Renaissancestil um und schuf viele Marmorplastiken in der Wawelkathedrale, letzterer baute die alte Synagoge in Kazimierz um. Mitte des 16. Jahrhunderts wurde begonnen, die deutschsprachige Stadtregierung durch eine polnische zu ersetzen. 1572 starb der letzte Jagiellonenkönig, Sigismund II. August. Sein Nachfolger aus Frankreich Heinrich von Valois regierte nur ein Jahr auf dem Wawel. Ihm folgte der Ungar Stephan Báthory, unter dem Krakau sich weiter im Stil des Manierismus entwickelte. Doch verlegte 1596 der polnische und zeitweise schwedische König sowie zeitweilige Zar von Russland Sigismund III. Vasa (Zygmunt III Waza) die Residenz nach Warschau, das bis 1526 (dem Jahr des Erlöschens des masowischen Piastenhauses) Hauptstadt des Herzogtums Masowien war und danach an die polnische Krone zurückfiel. Sigismund bevorzugte die Nähe Warschaus zu seinem schwedischen Erbkönigreich und zu seinen russischen Ambitionen. Gleichwohl entstanden in der formellen Hauptstadt Krakau noch ehrgeizige barocke Projekte, wie die Peter-und-Paul-Kirche, die St.-Anna-Kirche, die Benediktinerkirche, die Kamedulenser-Abtei etc. Die Bedeutung Krakaus nahm aber ab, beschleunigt durch die Plünderung während der schwedischen Invasionen 1655 und 1702 und durch die Pest, die 20.000 Opfer forderte. Ende des 17. Jahrhunderts und im 18. Jahrhundert lag Krakau abseits der polnischen Politik, die nun in Warschau ihren Mittelpunkt hatte.

Im Zuge der Dritten Teilung Polens wurde Krakau 1795 den Habsburgern zugeschlagen. 1809 kam es bis 1815 an das Herzogtum Warschau und wurde nach dem Wiener Kongress als Republik Krakau zunächst unabhängig, jedoch faktisch unter weitgehendem österreichischen Einfluss. Nach dem Krakauer Aufstand 1846 annektierte Österreich Krakau.

Krakau wird Galizien zugeschlagen, dem habsburgischen Anteil aus der Ersten Teilung Polens 1772. Es folgt eine zunächst von Germanisierungstendenzen der Wiener Führung geprägte Zeit, die jedoch nach der Niederlage Österreichs im Krieg gegen das sich formierende Italien und einer Schwächung der Zentralmacht in Wien von einer weitreichenden Autonomie für Galizien abgelöst wurde. Unter der ab 1867 relativ liberalen Herrschaft der neu entstandenen K.u.k. Monarchie entwickelte sich Krakau erneut zum Zentrum polnischer Kunst und Kultur. In diese Zeit fiel das Wirken von Jan Matejko, Stanisław Wyspiański, Jan Kasprowicz, Stanisław Przybyszewski, Juliusz Kossak, Józef Mehoffer und Wojciech Kossak, Stanisław Ignacy Witkiewicz und Leon Chwistek. Krakau wurde das Zentrum der neoromantischen Bewegung Junges Polen, des Jugendstils sowie des "polnischen Modernismus". So war Krakau neben Warschau eines der bedeutendesten Zentren der polnischen Unabhängigkeitsbewegung.

Nach dem Ersten Weltkrieg wurde Krakau ebenso wie andere Territorien der K.u.k.-Monarchie durch den Vertrag von Saint-Germain dem neuen polnischen Staat zugeschlagen. Es entwickelte sich sehr schnell in der Zwischenkriegszeit und war neben Warschau und Lemberg eines der wichtigsten kulturellen Zentren Polens.

Im September 1939 wurde Krakau von der deutschen Wehrmacht besetzt. Westgalizien wurde Bestandteil des Generalgouvernements für die besetzten polnischen Gebiete mit Sitz in Krakau. Unter Gouverneur Hans Frank wurden die Konzentrationslager Plaszów und Auschwitz in unmittelbarer Nähe errichtet.

1941 wurde von den deutschen Besatzern im Stadtteil Podgórze am rechten Ufer der Weichsel ein jüdisches Ghetto eingerichtet, in dem zeitweise 20.000 Menschen als Arbeitssklaven gefangen gehalten wurden. Im Herbst 1941 wurden 2000 Menschen aus dem Sammellager selektiert, weggebracht oder vor Ort ermordet. Das Ghettogelände wurde anfänglich mit Mauern abgesperrt. Nach weiteren Deportationen (1.–8. Juni und 27.–28. Oktober 1942) wurde das ganze Gelände im Dezember in Wohnbezirk A und Wohnbezirk B unterteilt. Das war die Vorbereitung für die endgültige Liquidation, die am 13. März 1943 begann.

Die Okkupanten vernichteten einen großen Teil der Kunstschätze des Wawels, insbesondere der polnischen Künstler. Die Bausubstanz Krakaus blieb jedoch anders als in allen anderen polnischen Großstädten zum großen Teil erhalten (In Toruń war lange der deutsche Bevölkerungsteil bestimmend gewesen. Die alte litauische Hauptstadt Vilnius und Lemberg wurden 1939 sowjetisch.), und Krakau blieb von Bombardements und größeren Zerstörungen weitgehend verschont. Es verlor aber fast die Hälfte seiner Bevölkerung, so gut wie die ganze jüdische Gemeinde und die universitäre Elite.

Nach dem Zweiten Weltkrieg besetzte die Sowjetunion Polen. Die UdSSR und die polnische Regierung unterdrückten die bürgerlichen und aristokratischen Strömungen der Krakauer. Am 11. August 1945 kam es in Krakau zu Massakern an der jüdischen Bevölkerung (siehe hierzu auch: Pogrom von Kielce). Die Behörden weigerten sich einzuschreiten, um die vom Tod bedrohten Menschen zu retten.

Aus ideologischen Überlegungen heraus wurden in unmittelbarer Nachbarschaft das damals weltgrößte Stahlwerk und die sozialistische Trabantenstadt Nowa Huta (deutsch: Neue Hütte) errichtet. Die Regierung erhoffte sich durch einen größeren Anteil an „sozialistischen Arbeitern“ den Einfluss der „kapitalistischen Intellektuellen“ zu beseitigen. Nowa Huta wurde während der Solidarność-Bewegung zu einem Brennpunkt des sozialen und politischen Geschehens. Bis in die 1990er Jahre hinein schädigten die Emissionen des Stahlwerks die historische Substanz der alten Stadt.

1978 wurden die Altstadt von Krakau und der Wawel UNESCO-Weltkulturerbe und eines der zwölf schützenswertesten Kulturerben der Menschheit. Das Salzbergwerk Wieliczka vor den Stadttoren Krakaus wurde 1978 ebenfalls UNESCO-Weltkulturerbe. Im selben Jahr wurde der Erzbischof von Krakau, Karol Wojtyła zum Papst Johannes Paul II. gewählt. Er besuchte Krakau mehrere Male während seines Pontifikates. Diese Wahl hatte bedeutende Auswirkung auf die polnische Oppositionsbewegung. 1980 gründete Lech Wałęsa die Solidarność in Danzig.

Nach den Gesprächen am Runden Tisch 1988/89 und den ersten freien Wahlen 1989 entwickelt sich Krakau wieder. Die Versäumnisse der Restaurierungsarbeiten konnten in den 1990er Jahren nachgeholt werden. Es wurden Autobahnanbindungen nach Kattowitz und Breslau errichtet und der Flughafen in Balice ausgebaut. Nunmehr wird die A4 in Richtung Tarnów ausgebaut, und die Zakopianka in die Tatra wird modernisiert.

Da nach den Angriffen der Tataren im 13. Jahrhundert keine wesentlichen Zerstörungen mehr erfolgten und sich die Industrialisierung eher außerhalb abspielte, ist Krakau reich an Beispielen aller Epochen ab dem Hochmittelalter (Romanik und Gotik), vor allem Renaissance, aber auch Barock, Jugendstil und Neogotik sind zu finden (Collegium Novum). Bausünden wurden erfreulich wenige begangen, allerdings existiert eine bemerkenswerte Investitionsruine, das unvollendete Hochhaus Wiezowiec Not. Seit dem Jahr 2002 werden viele Baulücken im Stadtgebiet durch angepasste Neubauten geschlossen.

Die Opera Krakowska ist bis zur Vollendung des Baus des Opernhauses am Słowacki-Theater untergebracht.

Bekannte Regisseure und Schauspieler Krakaus sind Andrzej Wajda und Jerzy Stuhr.

Krakau ist bekannt für seine alte Tradition des literarischen Kabaretts, die bis heute gepflegt wird. Bekannteste Kabarett-Theater sind Piwnica pod Baranami und Jama Michalika. Ein neues, junges Kabarett ist Loch Camelot. Im Piwnica pod baranami hatte die legendäre Chansonsängerin Polens Ewa Demarczyk ihre ersten Auftritte. Sie ist dem Kabarettkeller bis heute eng verbunden. Tradition hat der jährliche Kabarettwettbewerb PAKA, der u.a. dem bekanntesten deutschen "Nicht-Politiker" in Polen, Steffen Möller zum Durchbruch verhalf.

Direkt in der Altstadt gelegen sind das Ars und das Pod Baranami, zwei Programmkinos, die mit origineller Einrichtung und unterschiedlichen Aktionen und Veranstaltungen besonders unter Studenten beliebt sind. Mainstream-Filme werden aber genauso gezeigt. Dagegen sind die gemeinsam betriebenen Kinos Kijów und Mikro reine Programmkinos, die sich (v.a. da Mikro) auf alternative Independent-Filme spezialisiert haben. Zu den reinen Blockbuster-Kinos wiederum gehören die drei Kinos der Kette Cinema City und das Multikino, das für seine Filmmarathons bekannt ist. Das Orange IMAX zeigt dreidimensionale Filme.

In Krakau gibt es ca. 40 Parks, die insgesamt 318,5 ha (Stand von 2002) umfassen. Es stellt beinahe ein Prozent der Gesamtfläche der Stadt dar.

Auf dem Stadtgebiet gibt es viele wertvolle Tier- und Pflanzenarten. In Krakau gib es 5 Naturschutzgebiete mit der Gesamtfläche von 48,6 ha (0,14% des Stadtgebiet). Auf dem Gebiet kann man auch kleine grüne Flächen finden, die zum Komplex der Landschaftsschutzgebiete Jurajskie Parki Krajobrazowe gehören. Es dient zum Schutz der folgenden Gebiete: Jura Krakowsko-Czestochowska u.a. Fragmente der Parks Bielansko-Tyniecki, Tenczynski und Dolinki Krakowskie mit Ihrer Umhüllung. Die Flora des Gebietes Jura Krakowsko-Czestochowska gehört zum Programm Corine biotopes im Bezug auf seine Tier- und Pflanzenwelt, Geomorphologie und Landschaft.

Der westliche Teil von Krakau ist das so genannten Gebiet Obszar Krakowski und ist dem polnischen ökologischen Netz unterstellt. Ein Teil der Stadt liegt im Bereich der Biotopvernetzung der Weichsel. Flüsse, ihre Täler sowie Gewässer sind die interessantesten Plätze in Krakau im Bezug auf die Naturschätze.

Krakau ist seit Jahrhunderten eines der wichtigsten Bildungszentren Polens. In der Stadt sind elf Hochschulen mit etwa 10.000 Angestellten und 51.000 Studenten sowie eine Reihe weiterer höherer Bildungseinrichtungen angesiedelt. Insgesamt gibt es in der Stadt 160.000 Studenten.

Krakau gehört zu den wirtschaftlich erfolgreichsten Städten in Polen. Das lässt sich sowohl auf die zentrale geographische Lage mit 8 Mio. Menschen im Umkreis von 100 km als auch auf die junge und gut ausgebildete Bevölkerung zurückführen. 60 % der Einwohner der Stadt sind jünger als 45 Jahre verglichen mit 46 % im restlichen Polen. 2005 betrug die Arbeitslosenrate 6,9 %, mehr als 10 Prozentpunkte niedriger als der nationale Durchschnitt.

In Krakau haben einige ausländische Unternehmen investiert wie zum Beispiel HVB, Deutsche Bank, Allianz SE, Volvo, Phillip Morris, Tishman Speyer oder Motorola. Ebenso haben sich ausländische Handelsketten wie Metro, Tesco, Carrefour oder Ikea in der Stadt niedergelassen. Das deutsche Unternehmen ECE Projektmanagement errichtete Ende 2006 eine Einkaufsgalerie inklusive Hotel mit fast 250 Geschäften auf 60.000 m² auf dem Bahnhofsvorplatz. Der Busbahnhof wurde dafür hinter den Hauptbahnhof verlegt.

Die Stadt fördert die Ansiedlung von Hochtechnologieunternehmen mit einem Technologiepark, der auf vier Gebiete in Krakau und Tarnow verteilt ist. Der Park bietet moderne Infrastruktur wie auch steuerliche Anreize. Seit 1998 haben dort IT/Elektronikfirmen wie Motorola (USA), RR Donnelly (USA) und Comarch (PL) investiert, ebenso einige Forschungseinrichtungen der Krakauer Universitäten.

Auch der Tourismus ist ein wichtiges Standbein der Krakauer Wirtschaft. Mehr als 5 Mio. Besucher zählt die Stadt jedes Jahr und mit den Billigflugverbindungen nach Westeuropa steigt die Zahl der Gäste insbesondere aus Großbritannien und Irland stark an.

Da Krakau im Mittelalter die Hauptstadt Polens war und seine Bausubstanz in der Neuzeit weitgehend von Kriegszerstörungen verschont blieb, hat es ein historisch geprägtes Stadtbild (mit anheimelnder Atmosphäre) und zahlreiche original erhaltene Baudenkmäler.

Der Königsweg ist ein touristischer Rundgang durch die Altstadt. Er beginnt nördlich der Altstadt am Denkmal der Schlacht von Tannenberg, welches an den Sieg der Polen über den Deutschen Orden erinnert. Man überquert die innere Ringstraße um die Altstadt und steht vor der Barbakane, die als größter gotischer Wehrturm Europas gilt. Weiter kommt man zu den Resten der Stadtmauer mit dem Krakauer Florianstor. Durch dieses letzte erhaltene Stadttor betritt man die Altstadt. Im Verlauf der ul. Florianska kommt man u.a. am Pharmazeutischen Museum vorbei und erreicht den Rynek Główny, den größten europäischen Marktplatz des Mittelalters.

Hier begegnet der Weg einem zweiten Rundgang, der Universitätsroute durch die historische Studentenstadt, die der Geschichte der Jagiellonen-Universität gewidmet ist. Folgt man aber dem Königsweg, kommt man entlang der ul. Grodzka an weiteren Kirchen vorbei - der Dominikanerkirche, der Peter-und-Paul-Kirche, der romanischen Andreaskirche und der evangelischen Martinskirche. Am Ende des Weges sieht man das überwältigende Königsschloss auf dem Wawelhügel am Ufer der Weichsel mit dem feuerspeienden Denkmal des legendären Wawel-Drachen.

Der Stadtteil Kazimierz (benannt nach König Kasimir dem Großen) war einst eine selbstständige Stadt. In Kazimierz gab es früher einen hohen jüdischen Bevölkerungsanteil. Das bei Einheimischen und Touristen beliebte Ausgeh-Viertel wird erst noch saniert und besticht durch seinen alternativen Charme und seine Künstlerszene sowie durch die jüdische Tradition. Jedoch wird es kaum mehr von Juden bewohnt. Nur noch etwa 150 praktizierende, vor allem ältere Juden sind derzeit noch ansässig. Das jüdische Zentrum nimmt deshalb an, dass es ihrer bald keine mehr geben wird. Reste des ehemaligen Ghettos Krakau, wie Teile der Mauer und die Ghetto-Apotheke, befinden sich im südlich der Weichsel gelegenem, angrenzendem Stadtteil Podgórze. Dort ist auch die ehemalige Fabrik Oskar Schindlers. Seit Kriegsende wurden dort Radio- und Fernsehgeräte hergestellt, derzeit wird der Ort in ein Museum umgebaut. Die Ghettoaufnahmen im Kinofilm Schindlers Liste wurden aufgrund der dort vorhandenen, historischen Bausubstanz zum größten Teil in Kazimierz gedreht.

Westlich des historischen Zentrums befinden sich die berühmten 48 ha großen Błonia-Wiesen, die eine der größten Grünanlagen im Zentrum einer europäischen Großstadt darstellen. Seit 2000 sind sie offiziell als Denkmal geschützt. Ihre Geschichte geht auf das Jahr 1162 zurück, als der wohlhabende Adelige Jaksa z Miechowa, der später den Orden der Gottesgrabhüter stiftete, die Wiesen zwischen Zwiezyniec und Lobzow vor seiner Pilgerfahrt ins Heilige Land den Norbertanerinnen vermachte. 1254 hat Bischof Jan Prandota hier bei der Feier der Heiligsprechung des Stanisław ze Szczepanowa die Abgeordneten aus Assisi empfangen. Die Norbertanerinnen tauschten die Błonia 1366 beim Stadtrat gegen ein Gebäude in der Altstadt an der ulica Floriańska ein. König Kazimierz der Große sicherte den Bürgern zu, dass die Wiesen nicht bebaut, sondern den Krakauern stets zur Vieh- und Pferdehaltung dienen werden. Dieses Privileg wurde Ende des 14. Jahrhunderts von der Heiligen Königin Jadwiga bestätigt. 1809 wurde hier zu Ehren von Napoléon Bonaparte eine Militärparade abgehalten, die Fürst Józef Antoni Poniatowski und General Jan Henryk Dąbrowski organisierten. 1834 bestätigte der Senat der Republik Krakau das Privileg von Kazimierz dem Großen. 1849 hielt Zar Nikolaus I. hier vor dem Einmarsch in Ungarn eine Militärparade ab. 1906 wurden um die Błonia die drei Krakauer Sportvereine Wisła Kraków, Cracovia und Juvenia Kraków gegründet. 1910 fand hier die 500-Jahrfeier der Schlacht bei Tannenberg (1410) (Grunwald) und 1933 die 250-Jahrfeier der Schlacht am Kahlenberg (Wien) statt. Nach der deutschen Besetzung 1939 sollten die Błonia zugebaut und der nahegelegene Tadeusz-Kosciuszko-Hügel abgetragen werden. 1965 wurde an den Błonia das Hotel Cracovia errichtet. Seit 1979 fanden hier vor einer Gemeinde von einer bis drei Millionen Menschen mehrere von den Päpsten Johannes Paul II. und Benedikt XVI. abgehaltene katholische Messen statt, hier verabschiedeten die Krakauer auch am 2./3. April 2005 in einer Trauerfeier den verstorbenen Papst Johannes Paul II. Entgegen oft wiederholter Meinungen handelte es sich allerdings dabei weder um die größten in Polen, noch um die größten von Johannes Paul II. jemals abgehaltenen Messen. (Die größte Messe in Polen hielt Johannes Paul II. 1979 auf dem Flughafen von Kattowitz vor über drei Millionen Menschen und seine größten Messen überhaupt auf den Philippinen und in Lateinamerika vor ca. fünf Millionen Gläubigen). Die Błonia wird wegen dieser Besuche des Heiligen Vaters auch "Papstwiese" genannt.

In der Nachbargemeinde Wieliczka befindet sich des Weiteren eine berühmte Salzmine, die für ihre spektakulär ausgestalteten Innenräume berühmt ist.

Die lokale Küche ist teilweise noch von der K.u.K.-Vergangenheit geprägt, aber mittlerweile abgesehen davon so breit und international wie in jeder vergleichbaren Stadt. Besonders hervorzuheben ist der neueste Trend zu altpolnischer bäuerlicher und adeliger Küche. Die Portionen sind sehr großzügig bemessen. Die Mehlspeisen sind deutlich österreichisch geprägt. Eine wichtige Spezialität sind gefüllte Maultaschen (pierogi), die in den unterschiedlichsten Variationen (v. a. div. Füllungen: Fleisch, Kraut, Kartoffel/Käse, Blaubeeren) in fast jedem Restaurant bestellt werden können.

Die Stadt ist über die Autobahn A4 mit dem oberschlesischen Industriegebiet und Westeuropa angeschlossen. Bis 2013 soll die Autobahn bis zur ukrainischen Grenze fertiggestellt werden. Richtung Süden führt eine teilweise 4-spurig ausgebaute Schnellstraße zum Wintersportort Zakopane.

Von Krakau Hauptbahnhof (Kraków Głowny) gibt es direkte Bahnverbindungen nach Danzig über Warschau, nach Posen über Breslau, in die Ukraine über Przemyśl sowie nach Prag, Budapest, Wien und Bratislava. Ganzjährig gibt es mit dem EC 241 „Wawel“ auch eine Direktverbindung über Breslau, Berlin und Uelzen bis Hamburg.

Der Flughafen Johannes Paul II. Krakau-Balice in Balice ist der zweitgrößte Flughafen Polens mit Linienverbindungen u. a. nach Chicago, Frankfurt am Main, Wien und Berlin sowie Köln-Bonn, München, Hamburg und Stuttgart.

Das Straßenbahn- und Autobusnetz ist dicht. Besonders die Außenbezirke verbindet die Straßenbahn mit dem Zentrum. Im Dezember 2008 wurde die erste Schnellstraßenbahn in Krakau in Betrieb genommen. Die gesamte Strecke der Krakauer Stadtbahn hat eine Länge von 14km und verläuft teilweise in einem unterirdischen Tunnel. Daneben gibt es einen Linienbusverkehr ins Umland, aber auch internationale Verbindungen.

Das Straßenbahnsystem war ursprünglich in der seltenen Spurweite von 900mm aufgebaut, ab etwa 1910 wurden Strecken abschnittsweise in Normalspur in Betrieb genommen.

Die Weichsel wird für Ausflugsdampfer und in kleinem Maßstab für den Transport von Kies genutzt.

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Ghetto Krakau

Deportation, März 1943

Das Ghetto Krakau war ein deutsches Sammellager für jüdische Einwohner der polnischen Stadt Kraków (dt. Krakau) in der Zeit des Nationalsozialismus und befand sich südlich der Weichsel im Stadtteil Podgórze. Das ursprüngliche jüdische Viertel befindet sich dagegen im Stadtteil Kazimierz. Die deutsche Bezeichnung Ghetto, jüdische Wohnsiedlung oder Wohnbezirk verschleierte den Zweck dieses Typs eines Konzentrationslagers, weil es an einen längeren Aufenthalt glauben machte/machen sollte.

Krakau wurde im 6. September 1939 von deutschen Truppen erobert. Schnell setzten sie zunächst unter der Leitung von Marek Biberstein einen Judenrat ein. SS-Oberscharführer Paul Siebert bestimmte seine Mitglieder. Vom November 1939 an mussten alle jüdischen Einwohner ab dem Alter von 12 Jahren Armbinden tragen, 53.828 davon wurden vom Judenrat verkauft.

Am 3.März 1941 befahl der Chef des Verwaltungsdistrikts Krakau, SS-Gruppenführer Dr. Otto Wächter, die Einrichtung einer jüdischen Wohnsiedlung (Ghetto). Zum 20. März 1941 mussten alle jüdischen Bewohner Krakaus in dieses Ghetto umgezogen sein. Der jüdische Rechtsanwalt Dr. Artur Rosenzweig wurde gezwungen, den Vorsitz des Judenrats zu übernehmen. 15.000 Menschen waren in einem Stadtteil zusammengepfercht, in dem vorher 3.000 Einwohner lebten.

Die meisten Transporte führten später in das KZ Belzec. Verantwortlicher dafür war der SS-Hauptsturmführer Wilhelm Kunde.

Nach weiteren Deportationen (1.–8. Juni und 27.–28. Oktober 1942) wurde das ganze Gelände im Dezember in Ghetto A und Ghetto B nach vermuteter Arbeitsfähigkeit unterteilt. Das war die Vorbereitung für die endgültige Liquidation, die am 13. März 1943 begann.

Die letzten Bewohner des Ghettos A wurden am 13. und die des Ghettos B am 14. März 1943 umgebracht – ca. 2000 alte und geschwächte Erwachsene und Kinder bzw. zur Zwangsarbeit oder zur Ermordung in Konzentrationslager deportiert: ca. 4000 Arbeitsfähige wurden ins Konzentrationslager Plaszow gebracht. 2000 Personen wurden nach Auschwitz-Birkenau deportiert.

Zuvor kam es noch zu einem Widerstandsakt, einem Attentat auf das in der Stadt nur für Deutsche vorbehaltene Café "Cyganeria". Dabei wurden die Führer der Jüdischen Kampforganisation gefangen genommen und getötet (Żydowska Organizacja Bojowa).

Danach kam es noch zu Aufräumarbeiten, bei denen der restliche Besitz der Getöteten und Deportierten durch kleine jüdische Arbeitskolonnen verwertet wurde. Schließlich wurden einige Wochen später die letzten jüdischen Hilfspolizisten, Dawid Gutter und die Mitglieder des nicht mehr benötigten Judenrats nach Plaszow gebracht und dort sofort ermordet.

Heute sind vom Ghetto nur noch Teile der Mauer an der ul. Lwowska sowie die Ghetto-Apotheke erhalten. Der Film Schindlers Liste wurde nicht auf dem GeIände des Ghettos gedreht, sondern im unmittelbar nördlich angrenzenden Stadtteil Kazimierz gedreht.

Das Ghetto war von dem übrigen Stadtgebiet hermetisch abgeriegelt und mit einer Mauer umgeben. Die Straßen, die in das Ghetto hineinführten, wurden von der SS streng bewacht. Jedem Krakauer Bürger war es strengstens untersagt, das Ghetto zu betreten. Teile des Ghettos waren mit einer Holzbrücke verbunden. Da dieses Ghetto zentral in der Stadt einige Wohnbezirke voneinander trennte, konnten die Bewohner Krakaus eine Straßenbahn benutzen, um auf die andere Seite des Ghettos zu gelangen. Die Wagen der Straßenbahn wurden während der Fahrt durch das Ghetto versiegelt und deren Fensterscheiben wurden zugeklebt, dass man nicht durchschauen konnte.

Vergleiche: Verfilmungen Hitlerjunge Salomon und Hitler - Eine Karriere.

Das Konzentrationslager Plaszow entstand aus der Verlegung der "arbeitsfähigen" Häftlinge der jüdischen Wohnsiedlung Krakau (des Ghettos) aus Podgórze im Westen nach Płaszów im Südosten von Kraków. Der Bau eines Arbeitslagers begann dort im Sommer 1940 auf einem Gelände, das Kalksteinbrüche und zwei alte jüdische Friedhöfe umfasste: den Neuen Friedhof an der Abraham-Straße und den Alten Friedhof an der Jerozolimska-Straße. Nichtjüdische Polen waren dort die ersten Zwangsarbeiter. Wiederholt wurde das Lagergelände erweitert. 1941 wurden nach einer ersten Erweiterung auch die ersten jüdischen Gefangenen eingeliefert. Vor der Räumung des Krakauer Ghettos waren ca. 2.000 Menschen in Plaszow eingesperrt, danach über 10.000. Ab Januar 1944 war es als Konzentrationslager ein verwaltungsmäßig eigenständiges Stammlager. 1944 erreichte es mit 81 ha seine maximale Größe.

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Stanislaus von Krakau

Stanislaus von Krakau, auch Stanislaus von Szczepanów, polnisch Stanisław ze Szczepanowa (* um 1030 in Szczepanów bei Krakau; † 11. April 1079 in Krakau) war Bischof von Krakau in Polen und gilt als einer der polnischen Nationalheiligen.

Er entstammte einer polnischen Adelsfamilie und besuchte die Domschule in Gnesen, Krakau und Paris oder Lüttich. Im Jahr 1062 kam er nach Krakau, wo er 1063 Kanonikus wurde. Im Jahre 1072 wurde er zum Bischof von Krakau ernannt.

Als er den polnischen König Bolesław II. wegen dessen Untreue gegenüber seiner Ehefrau ermahnte, ignorierte dieser die Aufforderung und beschlagnahmte kirchliche Besitzgüter, so dass Stanislaus ihn exkommunizierte.

Der Streit eskalierte, als Bolesław II. darauf das Todesurteil über den Bischof verhängte. Weil seine Ritter die Vollstreckung verweigerten, nahm sie der König persönlich vor. Am 11. April 1079 erschien Bolesław II. während der Messe in der Krakauer Michaeliskirche und erschlug den Bischof am Altar und zerstückelte ihn mit dem Schwert. Die Leichenteile ließ er auf freiem Feld verstreuen. Wegen dieser Gräueltat kam es zu einem Volksaufstand und Bolesław floh nach Ungarn, später nach Ossiach, wo er an der Stiftskirche sein Grab hat.

Stanislaus wurde 1253 von Papst Innozenz IV. heiliggesprochen. Im Jahr 1979 hat Papst Johannes Paul II. mit seinem Apostolischen Schreiben "Rutilans Agmen" den Gedenktag des Hl. Stanislaus (11. April) zu einem gebotenen erhoben.

Während der Schlacht bei Tannenberg im Jahre 1410 soll sich der Heilige Stanislaus über dem polnisch-litauischen Heer schwebend gezeigt haben und hätte so die Krieger zum Sieg über den Deutschen Orden geführt.

Lambert II.

Lambert III.

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Erzbistum Krakau

Die Wawelkathedrale in Krakau

Das Erzbistum Krakau (lat.: Archidioecesis Cracoviensis, poln.: Archidiecezja krakowska) ist ein polnisches Erzbistum im Westen der Woiwodschaft Kleinpolen. Es bildet gleichzeitig eine Kirchenprovinz, der seit 1992 die Suffraganbistümer von Bielsko, Żywiec und Tarnów angehören. Das Bistum ist eines der wichtigsten und ältesten in Polen und bis heute ist die Wawelkathedrale in Krakau die wichtigste Kirche der Diözese.

Das Bistum Krakau wurde wahrscheinlich wie das Erzbistum Gnesen im Jahre 1000 durch den Akt von Gnesen gegründet. Es wird aber verstärkt angenommen, dass die Gründung des Bistums bereits in die 970er Jahre fiel. Dies deckt sich auch mit den Aufzeichnungen des Historikers Thietmar von Merseburg. Auf jeden Fall wurde dieses neue Bistum dem Erzbistum Gnesen als Suffragan unterstellt. Im Jahre 1049 wurde Bischof Aaron zum ersten Krakauer Erzbischof, wobei das Bistum selber nicht in den Rang eines Erzbistums erhoben wurde. Mit der Verlegung der polnischen Hauptstadt von Gnesen nach Krakau im Jahre 1038 wurde auch die Bedeutung des Bistums gestärkt. Dies zeigte sich insbesondere unter Kardinal Zbigniew Oleśnicki der seinen politischen Einfluss im Lande ausnützte, um 1443 das Fürstentum Siewierz dem Bistum einzuverleiben, das bis 1789 in den Händen der Krakauer Bischöfe blieb. Das Bistum wurde somit zu den größten Europas und umfasste 1772 eine Fläche von 56.000 km², sowie 12 Städte und 283 kleinere Ortschaften. In der Folgezeit schwand der Glanz des Bistums, der vor allem auf die Teilungen Polens zurückzuführen ist. Denn 1807 wurde das Bistum dem Erzbistum Lemberg unterstellt, um dann 1818 Suffragan des Erzbistums Warschau zu werden. Trotz Machtverlust nannten sich die Krakauer Bischöfe seit 1889 Fürstbischöfe. Erst 1925 wurde das Bistum Krakau in den Rang eines Erzbistums erhoben und die Kirchenprovinz gebildet. Dies wurde auch der historischen und politischen Bedeutung des Bistums gerecht. Der wohl berühmteste Krakauer Erzbischof war Karol Wojtyła, der spätere Papst Johannes Paul II. Seit dem 3. Juni 2005 ist Stanisław Dziwisz Krakauer Erzbischof.

Die Kirchenprovinz Krakau erstreckt sich über die polnischen Woiwodschaften Kleinpolen, Heiligkreuz, sowie den südöstlichsten Teil der Woiwodschaft Schlesien. Das Erzbistum dagegen nimmt nur den Westteil der Woiwodschaft Kleinpolen ein.

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Source : Wikipedia