Koblenz

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Geschrieben von c3po 19/04/2009 @ 06:11

Tags : koblenz, rheinland-pfalz, deutschland

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Koblenz

Wappen der Stadt Koblenz

Koblenz ist eine kreisfreie Stadt im nördlichen Rheinland-Pfalz. Sie ist nach Mainz und Ludwigshafen die drittgrößte Großstadt dieses Bundeslandes und bildet eines seiner fünf Oberzentren. Koblenz ist Sitz des Campus Koblenz der Universität Koblenz-Landau, der Verwaltung des Landkreises Mayen-Koblenz, der Struktur- und Genehmigungsdirektion Nord (bis 1999 Bezirksregierung Koblenz), des Bundesarchivs, des BWB´s und des Verfassungsgerichtshofs.

Koblenz gehört zu den ältesten Städten Deutschlands; im Jahr 1992 feierte es sein 2000-jähriges Bestehen. Der ursprüngliche lateinische Name Confluentes (dt.: die Zusammenfließenden) leitete sich von der Lage der Stadt an der Mündung der Mosel in den Rhein am so genannten Deutschen Eck ab. Bis 1926 lautete die Schreibweise der Stadt Coblenz. Seit 1962 ist Koblenz eine Großstadt mit mehr als 100.000 Einwohnern.

Teile von Koblenz gehören seit 2002 zum Weltkulturerbe „Oberes Mittelrheintal“. Das Römerkastell in Koblenz-Niederberg gehört zum Obergermanisch-Rätischen Limes, der seit 2005 auf der UNESCO-Liste des Weltkulturerbes steht.

Koblenz liegt am „Deutschen Eck“, einer durch Mosel und Rhein gebildeten Mündungsspitze. Die nächstgelegenen Großstädte sind Bonn (etwa 60 km rheinabwärts) und Mainz (etwa 90 km rheinaufwärts). Koblenz wird begrenzt von den Ausläufern des Hunsrück im Süden und der leicht hügeligen Landschaft des Maifeldes (Ausläufer der Eifel) im Westen. Die rechts des Rheins gelegenen Stadtteile im Osten des Stadtgebietes liegen in den Ausläufern des Westerwaldes und reichen, mit zum Teil starkem Gefälle, bis dicht an den Fluss heran.

Die zwischen Mosel und Rhein im Süden gelegenen Stadtteile sind teilweise mit üppigem Mischbaumbestand bewaldet und bilden die „Grüne Lunge“ und das Naherholungsgebiet von Koblenz. Dieser Abschnitt des Rheins gehört zum Mittelrhein.

Koblenz liegt auf 64,7 m Höhe gemessen am Deutschen Eck. Die höchste Erhebung im Stadtgebiet mit 382 m ist der Kühkopf im Stadtwald.

Im nahen Umfeld der Stadt befinden sich außerdem im Norden der Landkreis Neuwied (Neuwied, Bad Hönningen, Rheinbrohl, Leutesdorf, Waldbreitbach, Rengsdorf, Dierdorf) sowie im Süden der Rhein-Hunsrück-Kreis (Simmern, Boppard, Emmelshausen, St. Goar, Oberwesel, Halsenbach, Dörth).

Das Stadtgebiet von Koblenz ist in 28 Stadtteile gegliedert. Hiervon bilden sieben Stadtteile insgesamt sechs Ortsbezirke, deren Anliegen gegenüber der Stadt durch einen Ortsbeirat und einen Ortsvorsteher vertreten werden. Die übrigen 21 Stadtteile haben keine Ortsbeiräte.

Die 28 Stadtteile von Koblenz sind Altstadt, Arenberg (Ortsbezirk zusammen mit Immendorf), Arzheim (Ortsbezirk), Asterstein, Bubenheim (Ortsbezirk), Ehrenbreitstein, Goldgrube, Güls mit Bisholder (Ortsbezirk), Horchheim, Horchheimer Höhe, Immendorf (Ortsbezirk zusammen mit Arenberg), Karthause, Kesselheim (Ortsbezirk), Lay (Ortsbezirk), Lützel, Metternich, Mitte, Moselweiß, Neuendorf, Niederberg (mit Neudorf), Oberwerth, Pfaffendorf, Pfaffendorfer Höhe, Rauental, Rübenach (Ortsbezirk), Stolzenfels (Ortsbezirk), Süd und Wallersheim.

Koblenz liegt in der sogenannten gemäßigten Zone mit gemäßigt kühlem Klima und vorherrschenden Westwinden. Im westdeutschen Tiefland und im Rheingraben bringen diese Winde vom Atlantik und der Nordsee her jährlich etwa 700 mm Niederschlag. Koblenz ist mit einer jährlichen Durchschnittstemperatur von 10,8 °C und einer jährlichen Niederschlagsmenge von 674 mm ganzjährig humid. Kältester Monat ist mit einer Temperatur von 2,7 °C der Januar, wärmster Monat der Juli mit einem Schnitt von 19,5 °C.

Die Geschichte der Stadt Koblenz ist sehr wechselhaft und gekennzeichnet von kriegerischen Auseinandersetzungen sowie einem großen baulichen Wandel. Bereits seit der Steinzeit ist das Gebiet von Koblenz besiedelt. Die Römer bauten hier erstmals eine befestigte städtische Siedlung. Es entstanden im heutigen Altstadtkern das Kastell Confluentes zur Sicherung der Rheinstraße Mainz-Köln-Xanten und in Niederberg das Kastell Niederberg zur Sicherung des Limes sowie erste Brücken über Rhein und Mosel. Koblenz gehört somit zu den ältesten Städten Deutschlands. Nach dem Rückzug der römischen Truppen im 5. Jahrhundert wurde Koblenz von den Franken erobert, die hier einen Königshof begründeten. In der 836 geweihten Kastorkirche fanden 842 Verhandlungen zwischen den drei Enkeln Karls des Großen statt, die schließlich zur Teilung des Fränkischen Reichs im Vertrag von Verdun 843 führten.

In der folgenden Herrschaft der Erzbischöfe und Kurfürsten von Trier blühte Koblenz weiter auf und es entstand eine Vielzahl von kulturellen Schätzen in Form von Kirchen, Schlössern und Festungsanlagen. Aus der auf dem Ehrenbreitstein um 1020 erbauten Burg entstand nach und nach die Festung Ehrenbreitstein. In unsicheren Zeiten wurden in dieser sichersten Burg des Kurstaats die größten Heiligtümer aufbewahrt. Im 12. Jahrhundert erbauten die Erzbischöfe von Trier die Florins- und die Liebfrauenkirche. Im 13. Jahrhundert entstanden die Burg Stolzenfels als kurtrierische Zollburg am Rhein sowie die Alten Burg als eine Zwingburg gegen die nach mehr Unabhängigkeit strebenden Bürger. Im folgenden Jahrhundert wurde mit Bau der Balduinbrücke erstmals wieder seit den Römern ein fester Moselübergang ermöglicht. Im Dreißigjährigen Krieg verlegte Kurfürst Philipp Christoph von Sötern seinen Amtssitz von Trier in das neu erbaute Schloss Philippsburg am Fuße des inzwischen zur Festung ausgebauten Ehrenbreitsteins. Im Jahre 1786 zog Kurfürst Clemens Wenzeslaus von Sachsen in das Kurfürstliche Schloss nach Koblenz um. Von hier regierte er den Kurstaat bis zu seinem Ende 1794 als das Land und Koblenz von der französischen Revolutionsarmee erobert wurden.

Die folgende französische Zeit prägte Koblenz weit über deren Ende hinaus. Es entstand der Begriff des Schängel, mit dem bis heute jeder bezeichnet wird, der in Koblenz geboren ist. Im Frieden von Lunéville fiel Koblenz 1801 auch formal an Frankreich und wurde Hauptstadt des französischen Département „Rhin-et-Moselle“. Das Ende kam 1814 mit Besetzung von Koblenz durch russische Truppen.

Durch den Wiener Kongress 1814/15 gingen die rheinischen Besitztümer des Trierer Kurstaates und damit auch Koblenz auf das Königreich Preußen über. Die Stadt, nun Hauptstadt der preußischen Rheinprovinz, wurde als eines der mächtigsten Festungssysteme in Europa (Festung Koblenz) ausgebaut. Im 19. Jahrhundert entstanden nicht nur mächtige Festungswerke in Koblenz, so wurde auch das Schloss Stolzenfels neu aufgebaut und den Rhein überquerte nun eine Schiffbrücke. Die erste Eisenbahn fuhr 1858 über die neu erbaute Moseleisenbahnbrücke in Koblenz ein. Mit dem folgenden Ausbau des Eisenbahnnetzes entstanden mit Bau der Pfaffendorfer Brücke, der Gülser Eisenbahnbrücke und der Horchheimer Eisenbahnbrücke weitere Überquerungen über Rhein und Mosel. Wegen der fortschreitenden Kriegstechnik verloren die Festungen ab 1890 an Bedeutung. Die Stadtbefestigung wurde vollständig abgerissen und das Siedlungsgebiet der Stadt konnte nun erstmals aus den engen Stadtgrenzen ausbrechen. Nach dem Tode Kaiser Wilhelms I., der mit seiner Gattin Augusta lange in Koblenz lebte, wurde an der Moselmündung 1897 zu seinen Ehren das Kaiser-Wilhelm-Denkmal am Deutschen Eck in Anwesenheit von Kaiser Wilhelm II. eingeweiht.

Das 20. Jahrhundert war von großen baulichen Veränderungen geprägt und der erheblichen Erweiterung des Siedlungsgebiets. So wurde an Stelle des ehemaligen Löhrtors 1903 die Herz-Jesu-Kirche eingeweiht. Bereits ein Jahr zuvor wurde in der neuen südlichen Vorstadt ein prächtiger Hauptbahnhof fertig gestellt. Nach Ende des Ersten Weltkrieges wurde Koblenz erst von amerikanischen und dann von französischen Truppen besetzt. Im Jahre 1932 wurde der völlige Umbau der Pfaffendorfer Brücke begonnen, welches sich zu einem kompletten Neubau zu einer Straßenbrücke entwickelte. Zwei Jahre später folgte die Einweihung einer neuen Moselüberquerung, da die Balduinbrücke dem wachsenden Verkehrsaufkommen nicht mehr genügte.

Einschneidend waren im Zweiten Weltkrieg die Luftangriffe auf Koblenz bei denen die Stadt zu 87 % zerstört wurde. 1944 legte ein Kampfverband von Lancaster-Bomber der englischen Royal Air Force das Zentrum von Koblenz in Schutt und Asche. Zum Ende des Krieges wurde Koblenz von amerikanischen Truppen eingenommen. Nur langsam erholte sich die Stadt von den Kriegsereignissen, das historische Stadtbild blieb aber für immer verloren. In der Nachkriegszeit war Koblenz erste Hauptstadt des neuen Bundeslandes Rheinland-Pfalz. Auf der Rittersturz-Konferenz 1948 in Koblenz wurde eine der grundsätzlichen Entscheidungen für den Zusammenschluss der drei westlichen Besatzungszonen zur Bundesrepublik Deutschland und damit für die einstweilige Trennung von der Sowjetzone getroffen. Koblenz überschritt 1962 die Marke von 100.000 Einwohnern und wurde damit Großstadt. Ein großes Brückenbauprojekt wurde mit Vollendung der Südbrücke 1975 abgeschlossen. Beim Bau der Rheinbrücke kam es zu zwei tragischen Unfällen, bei denen 19 Arbeiter den Tod fanden. Im Jahr 1992 konnte die Stadt Koblenz ihre 2000-jährige Stadtgründung feiern.

Durch die Zugehörigkeit zum Erzstift Trier wurde die Stadt über Jahrhunderte von katholischen Erzbischöfen regiert. Während der Reformationszeit gab es lediglich einige wenige protestantische Gemeindemitglieder in benachbarten Gemeinden. Durch das im Jahr 1784 durch den Trierer Kurfürst Clemens Wenzeslaus von Sachsen erlassene Toleranzedikt wurden reiche Protestanten offiziell geduldet und ihr Zuzug gestattet. 1802 erhielten diese das ehemalige St. Görgenkloster als Gottesdienstraum. Als Koblenz 1815 Hauptstadt der preußischen Rheinprovinz wurde, nahm die Zahl protestantischer Gemeindemitglieder stärker zu. Im Jahre 1902 erbauten sie sich schließlich die Christuskirche. Heute gehören die evangelischen Kirchengemeinden - sofern sie nicht einer Freikirche angehören - zum Kirchenkreis Koblenz der Evangelischen Kirche im Rheinland. In der St. Jakobuskapelle Am Alten Hospital feiert die alt-katholische Pfarrgemeinde ihre Gottesdienste. Die römisch-katholischen Pfarrgemeinden gehören zum Dekanat Koblenz innerhalb der Region Koblenz der Diözese Trier.

Im Ortsteil Arenberg steht das Kloster Arenberg, in dem die Arenberger Dominikanerinnen (Schwestern der heiligen Katharina von Siena) zu Hause sind. In einer Parklandschaft zwischen Arenberg und Immendorf wurde von 1845 bis 1860 durch Pfarrer Johann Baptist Kraus die Landschaftsbilderbibel Die heiligen Orte zu Arenberg, genannt Roter Hahn geschaffen, die seit 1987 unter Denkmalschutz steht. In Pfaffendorf steht das Kloster Bethlehem der Klarissen-Kapuzinerinnen von der Ewigen Anbetung. Gegründet 1904 durch Mutter M. Ignatia von Herling wurde es 1944 zu zwei Dritteln zerstört und wird erst seit 1953 von den Schwestern wieder bewohnt.

Die Koblenzer Synagoge befand sich seit 1851 im vom Koblenzer Baumeister von Lassaulx umgebauten Bürresheimer Hof, einem Adelshof aus dem Jahre 1660. In der Pogromnacht vom 9. November/10. November 1938 wurde die Einrichtung völlig verwüstet, genau so wie der jüdische Friedhof im Stadtteil Rauental. In der dortigen 1925 errichteten Trauerhalle wurden aber noch bis zur Deportation Gottesdienste gehalten. Nach dem Kriege wurde diese Halle von französischen Soldaten wieder hergerichtet und dient seither als Betsaal der kleinen Gemeinde. Der im Krieg zerstörte Bürresheimer Hof wurde in seiner barocken Form wieder aufgebaut und dient als Bücherei. Innerhalb der Bücherei wurde ein Gedenkraum für die Opfer des Nationalsozialismus eingerichtet. Am Gebäude befindet sich eine Gedenktafel zur Erinnerung an die Synagoge.

Im Mai 2004 wurde im Stadtteil Lützel die Tahir-Moschee (Moschee des Reinen) von der „Ahmadiyya Muslim Jamaat“ eröffnet. Dies ist der erste muslimische Sakralbau in Koblenz.

Durch zahlreiche Eingemeindungen verdoppelte sich die Bevölkerung der Stadt von 45.000 im Jahre 1900 auf 91.000 im Jahre 1939. Im Zweiten Weltkrieg verlor Koblenz aufgrund der fast vollständigen Zerstörung der Stadt rund 80 % seiner Einwohner. Im April 1945 wurden im gesamten Stadtgebiet 19.076 Kartenempfänger durch das Ernährungsamt ermittelt. 1958 erreichte die Bevölkerungszahl wieder den Vorkriegsstand. 1961 überschritt die Einwohnerzahl der Stadt die Grenze von 100.000, was sie zur Großstadt machte.

Am 7. November 1970 stieg die Bevölkerungszahl der Stadt durch die Eingemeindung mehrerer Ortschaften um knapp 20.000 Personen auf rund 120.000 Einwohner - historischer Höchststand. 2004 betrug der Anteil der nichtdeutschen Bewohner an der Gesamtbevölkerung nach Angaben der Stadtverwaltung 9,3 % (10.021 Personen). Den größten Anteil daran stellen Mitbürger aus der Türkei (1.963), der Ukraine (872), Serbien und Montenegro (785) sowie Russland (711). Ende Juni 2005 lebten in Koblenz nach Fortschreibung des Statistischen Landesamtes Rheinland-Pfalz 106.681 Menschen mit Hauptwohnsitz.

Die folgende Übersicht zeigt die Einwohnerzahlen nach dem jeweiligen Gebietsstand. Bis 1833 handelt es sich meist um Schätzungen, danach um Volkszählungsergebnisse (¹) oder amtliche Fortschreibungen der jeweiligen Statistischen Ämter beziehungsweise der Stadtverwaltung selbst. Die Angaben beziehen sich ab 1843 auf die „Ortsanwesende Bevölkerung“, ab 1925 auf die Wohnbevölkerung und seit 1987 auf die „Bevölkerung am Ort der Hauptwohnung“. Vor 1843 wurde die Einwohnerzahl nach uneinheitlichen Erhebungsverfahren ermittelt.

An der Spitze der Stadt Koblenz stand in kurfürstlicher Zeit der Schultheiß, der ab 1253 unmittelbarer landesherrlicher Beamter wurde. Daneben gab es einen Rat der Stadt, der im 16. Jahrhundert einem Amtmann unterstand. Ende des 18. Jahrhunderts, als die Stadt französisch besetzt wurde, erhielt sie die Mairieverfassung mit einem Maire an der Spitze. Koblenz war auch Sitz des Präfekten des Département de Rhin-et-Moselle. Nach dem Übergang an Preußen 1815 leitete ein Oberbürgermeister die Stadtverwaltung. Die Stadt wurde Sitz der Rheinprovinz, an deren Spitze der Oberpräsident stand. Ferner wurde sie Sitz des Landkreises Koblenz. 1856 wurde die preußische Städteordnung eingeführt. Bis zu diesem Zeitpunkt gehörten auch die Gemeinden Neuendorf, Moselweiß und Kapellen-Stolzenfels zur Bürgermeisterei Koblenz an. Zum 1. Oktober 1887 wurde Koblenz eine kreisfreie Stadt, was sie bis heute auch im Land Rheinland-Pfalz ist. Lange Jahre war der Königsstuhl von Rhens der Ort, an dem die Koblenzer Bürgermeister ihre Amtskette überreicht bekamen.

Der Stadtrat von Koblenz besteht aus 56 Mitgliedern und dem Oberbürgermeister. Die Ratsmitglieder werden alle fünf Jahre neu gewählt. Die nächsten Wahlen finden am 7. Juni 2009 statt.

In Klammern die Veränderungen zu den Ergebnissen von 1999.

Die Amtsbezeichnung für das Stadtoberhaupt von Koblenz lautet „Oberbürgermeister“, da die Stadt kreisfrei ist. Der Oberbürgermeister wird von den Bürgern in einer Direktwahl für acht Jahre gewählt. Bei der letzten Wahl am 26. Mai 2002 wurde Dr. Eberhard Schulte-Wissermann (SPD) mit 57,7 % erneut zum Oberbürgermeister gewählt.

Das Wappen der Stadt Koblenz zeigt in Silber ein durchgehendes rotes Kreuz, belegt mit einer goldenen Krone. Die Stadtfarben sind Rot-Weiß.

Das heutige Wappen taucht erstmals im 14. Jahrhundert auf. Das Kreuz auf silbernem Grund steht für das Wappen des Erzbistums Trier, dem Koblenz seit 1018 angehörte und dessen Residenzstadt Koblenz-Ehrenbreitstein etwa 1629 bis 1786 sowie Koblenz von 1786 bis 1794 war. Die auf den Kreuzungspunkt des Kreuzes gelegte goldene Krone ist das lokale Wappensymbol und steht für die Himmelskönigin Maria, die Schutzpatronin der Stadt, der die Stadtpfarrkirche „Unserer lieben Frau“ geweiht ist.

Im Jahr 1810 erhielt die Stadt ein neues Wappen, das jedoch offenbar nie zur Anwendung kam. Ab 1814 führte Koblenz definitiv wieder das vertraute Wappen.

In der Zeit, in der Koblenz eine königlich-preußische Residenzstadt war (1850 bis 1918), fand auch eine Variante des bis heute üblichen Wappens Verwendung; bei ihr war eine zweite, königliche Krone über das Wappen gesetzt.

Koblenz ist bekannt für eine sehr aktive alternative Musikszene, aus der unter anderem Bands und Projekte wie Blackmail, KEN, Scumbucket, Mill und (The Grimes) hervorgingen.

Das international bekannte Festival für klassische Gitarre "Koblenz International Guitar Festival & Academy" findet seit 1993 in Folge statt. Den Besucher erwarten Konzerte, Meisterkurse, Workshops, Vorträge sowie das Gitarrenwettbewerb "Koblenz International Guitar Competition 'Hubert Käppel'". Diesem Festival verdankt die Stadt Koblenz die Bezeichnung "Mekka der Gitarre".

Koblenz ist darüber hinaus Sitz eines der drei rheinland-pfälzischen Landesorchester, dem Staatsorchester Rheinische Philharmonie. Das Orchester, dessen Wurzeln bis ins Jahr 1654 zurückreichen, spielt in Koblenz u.a. acht große Sinfoniekonzerte in der Rhein-Mosel-Halle, die vom Musik-Institut Koblenz veranstaltet werden. Eigene Konzertveranstaltungen finden im Görreshaus in der Koblenzer Altstadt statt. Das Görreshaus ist Proben- und Konzertsaal des Orchesters und es zählt mit seinem historischen Görressaal zu den schönsten Profanbauten am Mittelrhein. Seit 1945 bestreitet die Rheinische Philharmonie alle Opernproduktionen des Theaters der Stadt Koblenz.

Seit 1964 gibt es in Koblenz ebenfalls den Fanfarenzug Koblenz-Karthause der 2007 die Landesmeisterschaft des Landesverbandes für Spielmannswesen nach Koblenz holt. Auch im Jahr 2009 wird diese Veranstaltung in Koblenz stattfinden.

In Koblenz sind einige der preußischen Festungsanlagen aus dem 19. Jahrhundert erhalten geblieben. Die Preußen bauten damals die Stadt als eines der umfangreichsten Festungssysteme Europas aus. Bis heute thront die Festung Ehrenbreitstein als Nachfolgebau der kurfürstlichen Befestigung über dem Rheintal und ist als einziges der damaligen Anlagen fast vollständig erhalten geblieben. Weitere Bauten der Festung Koblenz sind zum Teil erhalten geblieben, so auf der Karthause das Fort Großfürst Konstantin, auf dem Asterstein das Fort Asterstein und die Feste Kaiser Franz in Lützel.

Das älteste Kirchengebäude von Koblenz ist die von 817 bis 836 errichtet Basilika St. Kastor in der Koblenzer Altstadt. Diese Kirche, in der deutsche Geschichte gemacht wurde, ist wegen ihres umfassend erhaltenen romanischen Baubestandes und der zum großen Teil überlieferten Ausstattung sehenswert. Weitere bedeutende Kirchengebäude in der Altstadt sind die kath. Liebfrauenkirche und die ev. Florinskirche. Die beiden Kirchen gehen auf das 12. Jahrhundert zurück und beherrschen das Stadtbild von Koblenz. Die kath. Jesuitenkirche eines ehemaligen Jesuitenkollegs aus dem 17. Jahrhundert ist der vierte Kirchenbau im Altstadtbereich.

Mit Aufgabe der Stadtbefestigung und der folgenden Stadterweiterung nach Süden Ende des 19. Jahrhunderts entstanden die kath. Herz-Jesu-Kirche am ehemaligen Löhrtor, die kath. St.-Josef-Kirche in der neuen Südlichen Vorstadt und die Christuskirche, der erste evangelische Kirchenbau in Koblenz, am Friedrich-Ebert-Ring.

Seit dem Mittelalter gibt es eine jüdische Gemeinschaft in Koblenz. Eine Synagoge bestand bis zu ihrer Zerstörung in der Pogromnacht von 1938 im „Bürresheimer Hof“ im Herzen der Altstadt. Seit dem Zweiten Weltkrieg dient die ehemalige Friedhofshalle am jüdischen Friedhof im Rauental der jüdischen Kultusgemeinde als Gebetshaus.

Im Jahre 2004 wurde in Lützel die Tahir-Moschee (Moschee des Reinen), der erste muslimische Sakralbau, errichtet.

Der 1821 begründete zentrale Friedhof in der Goldgrube am Nordhang zur Karthause gelegen hat den Charakter eines Landschaftsparks. Er ist Ruhestätte einiger bedeutender Personen.

Die deutsche Kaiserin Augusta ließ ab 1856 in Koblenz die Rheinanlagen als Park gestalten. Sie war auch Gönnerin des katholischen Pfarrers Kraus und unterstützte seine Bestrebungen im Stadtteil Arenberg die heute nach ihm benannten Pfarrer-Kraus-Anlagen, eine Landschaftsbilderbibel, zu schaffen. Im Stadtteil Lützel befindet sich auf dem Gelände der ehemaligen Bubenheimer Flesche der Lützeler Volkspark.

Die Stadt Koblenz ist Austragungsort der Bundesgartenschau 2011. Die Rhein- und Moselanlagen um das Deutsche Eck, das Gelände um das Kurfürstliche Schloss und der Vorplatz zur Festung Ehrenbreitstein sind als Veranstaltungsgelände vorgesehen. Um das Gelände vom Deutschen Eck mit dem Vorplatz der Festung Ehrenbreitstein zu verbinden, ist eine Kabinenseilbahn über den Rhein geplant.

Es gibt rund 150 Koblenzer Sportvereine mit insgesamt 42.000 Mitgliedern; etwa 50 verschiedene Sportarten werden angeboten.

Bedeutendster Club ist die TuS Koblenz. Der Fußballverein stieg mit Trainerlegende Milan Sasic in den Jahren 2003 bis 2006 von der Oberliga Südwest über die Regionalliga Süd in die 2. Fußball-Bundesliga auf. Heimstätte des Clubs ist das Stadion Oberwerth, mit Platz für 15.000 Zuschauer, davon rund 7228 Sitzplätze, die größte Koblenzer Sportstätte. Die Sportschule Oberwerth steht als Ausbildungs- und Tagungszentrum in unmittelbarer Nähe des Stadions Oberwerth Vereinen und anderen Verbänden zur Verfügung.

Der Standort Koblenz ist Olympiastützpunkt für die Sportarten Fechten und Rudern. Die Stadt war mehrfach Etappenstation der Rheinland-Pfalz-Rundfahrt sowie 1992 Etappenziel der Tour de France. Koblenz ist außerdem Ziel des Mittelrhein-Marathon, der von Oberwesel bis ans Deutsche Eck führt. Der Koblenzer Stadtwald wird für sportliche Aktivitäten verschiedenster Art genutzt und entlang der rechten Rheinseite führt der Wanderweg Rheinsteig durch Koblenz.

Der in Koblenz gesprochene Dialekt, das so genannte Kowelenzer Platt, gehört zum Moselfränkischen. Er unterscheidet sich von anderen rheinischen Dialekten vor allem im Tonfall. Dem singenden, ja melodischen Sprechen der nördlichen Rheinländer steht eine ebene Tonlage mit einer besonderen Vorliebe für breite Laute und Verlängerung der Lautdauer im Koblenzer Dialekt gegenüber („dau“ = du). Die moselfränkischen Mundarten sind dann auch im Gegensatz zum Limburgischen und Ripuarischen keine Tonsprachen. In der Vergangenheit, vor allem aber in der Zeit der Zugehörigkeit zu Frankreich (1794-1814), flossen auch viele französische Dialektwörter mit ein, z.B. Blümo (Federbett), Filou (Lausbub), Monnie (Geld), Drottewaar (Bürgersteig), Fissemadente (Unfug). Interessant ist, dass die Lautverschiebungen von Stadtteil zu Stadtteil verschieden sind, was oft zu einem Mischdialekt führt.

Koblenz verfügt über die älteste Mundart-Wortsammlung im Rheinland. Schon 1787 publizierte der Koblenzer J.H. von Bleul eine Wortliste in mehreren Folgen im „Allgemeinen Churtrierischen Intelligenzblatt“. Hannelore Kraeber veröffentlichte mit dem „Neuen Wörterbuch der Koblenzer Mundart“ eine dokumentierte Koblenzer Sprachsammlung aus über 200 Jahren. Diese gilt als Rarität unter den Mundartaufzeichnungen.

Ein Beispiel für den Koblenzer Dialekt ist das Schängellied, die Hymne von Koblenz.

Seit dem 13. Jahrhundert, verbürgt durch den Zisterziensermönch Caesarius, findet das Karnevalstreiben am Eck statt; in den ersten Jahrhunderten unter den Blicken sittenstrenger Kirchenvertreter, bis der religiös motivierte Karneval mit dem Ausbruch des Dreißigjährigen Krieges zu Grabe getragen wird. Trotz Zerstörung, Brandschatzung und Tod gelang dem Koblenzer Karneval 1688 die Rückkehr in die Stadt, die nun aber neuzeitlich geprägt war. Prunk und kurfürstliche Pracht bestimmten bis zur Übergabe der Stadt an das napoleonische Frankreich seinen Charakter. Aus dem bisher aristokratischen Karneval wurde nun eine rein bürgerliche Veranstaltung.

Napoleons Niederlage und Preußens Aufstieg ab 1815 kennzeichnen einen weiteren, wahrscheinlich den wichtigsten Abschnitt der Koblenzer Karnevalsgeschichte: die von Köln ausgehende Karnevalsreform von 1823. Die Folge dieser Reform ist eine Institutionalisierung des Koblenzer Karnevals 1824 und damit zahlreiche Vereinsgründungen. Bürgerlicher Eigensinn und der Wille, sich selbst zu organisieren, standen damals schon im Widerspruch zur preußischen Staatsraison, was die weitere Entwicklung der fünften Jahreszeit zu Beginn des 19. Jahrhunderts lähmte. Zwar gelingt es den Koblenzern 1827 einen ersten Fastnachtsumzug zu veranstalten, doch schon bald stoßen die veranstalterischen Freiheiten an ihre bürokratischen Grenzen.

Erst nach 1860 zeichnete sich eine Entspannung zwischen den Narren und der Obrigkeit ab. Immer wieder wird der Koblenzer Karneval durch politische Krisen und das um die Jahrhundertwende aufkommende Desinteresse unterbrochen. Wegen der wirtschaftlichen und touristischen Bedeutung erhielt während der 1920er das närrische Treiben in Koblenz einen zusätzlichen Antrieb. Unterbrochen durch den Zweiten Weltkrieg wächst das Interesse bis in die Gegenwart.

Der Koblenzer Karneval wird heute im Wesentlichen durch die engagierte Gemeinschaftsarbeit der „Arbeitsgemeinschaft Koblenzer Karneval“ (AKK) am Leben gehalten. Einige der bekanntesten Vereine im Koblenzer Karneval sind die Große Koblenzer Karnevalsgesellschaft, die KKG Rot-Weiß-Grün „Kowelenzer Schängelcher“ 1922 e. V., die K.K. Funken „Rot-Weiß“ 1936 e. V., die Narrenzunft „Gelb-Rot“ und das AHC. Das AHC wurde in den 1930er Jahren gegründet und ist damit einer der ältesten Vereine. AHC bedeutet übersetzt Alt-Herren-Corps. Die beliebtesten Stationen des Karnevals sind neben einer Vielzahl von Saalveranstaltungen und Sitzungen, der Rosenmontagszug durch die gesamte Innenstadt, die Ernennung und Wahl des Prinzen und seiner „Dame Confluentia“, sowie die Erstürmung des Rathauses und der Falkenstein-Kaserne durch die Koblenzer Narren unter der Führung des Elferrates und der Totalitäten.

Bahnverkehr Der Bahnhof Koblenz Hbf mit ICE-Halt liegt an der Linken Rheinstrecke zwischen Bonn und Mainz, aber auch an der rechtsrheinischen Hauptstrecke Wiesbaden–Köln. In Koblenz zweigen die Moselstrecke nach Trier (und weiter nach Luxemburg sowie Saarbrücken) ab, ferner die Lahntalbahn nach Limburg und Gießen. Mit Inbetriebnahme der Schnellfahrstrecke Köln–Rhein/Main hat Koblenz als Eisenbahnknotenpunkt jedoch an Bedeutung verloren. Zudem gibt es noch die Haltestellen Koblenz-Lützel, Koblenz-Moselweiß, Koblenz-Güls und Koblenz-Ehrenbreitstein. Ein Haltepunkt Koblenz-Mitte ist für 2010 am Löhr-Center geplant. Bis 1988 war das Bahnbetriebswerk Koblenz-Mosel eine wichtige Drehscheibe in der Wartung von Lokomotiven im Raum Koblenz. Seit 2008 unterhält die trans regio Deutsche Regionalbahn GmbH an gleicher Stelle ein Betriebswerk.

Radwegnetz Es gibt entlang der Hauptstraßen ein ausgebautes Radwegenetz in Koblenz. Vor allem die Radwege entlang der beiden Flüsse Rhein und Mosel sind gut ausgebaut und erfreuen sich großer Beliebtheit. Von Koblenz aus führen die Radwege in die Eifel, den Hunsrück und in den Westerwald.

Luftverkehr Luftanbindung erfolgt durch die etwa eine Autostunde entfernten Großflughäfen Köln-Bonn ("Konrad Adenauer") und Frankfurt und durch den relativ nah gelegenen Flughafen Frankfurt-Hahn (Anbindung von Koblenz aus mit dem Shuttle-Bus). Der vor allem von Geschäftsreisenden genutzte Flugplatz Koblenz-Winningen bei Winningen ist moselaufwärts nur einige Autominuten entfernt. Koblenz selbst hatte bis Ende der 1960er Jahre einen eigenen Flugplatz im heutigen Stadtteil Karthause. Der Bezirk der Karthause heißt auch heute noch „Am Flugfeld“.

Schiffsverkehr Bedingt durch die Lage kann man Koblenz bequem per Schiff über die Bundeswasserstraßen Rhein und Mosel erreichen. Der nächstgelegene Güterhafen im Industriegebiet ist der Rheinhafen Koblenz, ein Drehpunkt des Schienen-, Straßen- und Wasserverkehrs. Die Rheinanlagen sind Anlegepunkt der KD (Köln-Düsseldorfer) Flotte und die KD-Schiffe starten von hier ins romantische Mittelrheintal.

ÖPNV Den öffentlichen Personennahverkehr versorgen mehrere Buslinien der Koblenzer Verkehrs-Service GmbH (KVS), Rhein-Mosel Verkehrsgesellschaft mbH (RMV) sowie rhein-hunsrück-bahn (rhb) und weiterer Privatunternehmen. Die Stadt gehört dem Verkehrsverbund Rhein-Mosel (VRM) an.

Von 1899 bis 1967 bestand in Koblenz ein ausgedehntes Netz elektrischer Straßenbahnen. Außerdem verkehrten von 1941 bis 1970 mehrere Obuslinien. Das damalige Unternehmen firmierte als Koblenzer Elektrizitätswerk und Verkehrs-AG.

Seilbahn Die Rheinseilbahn wird als Attraktion zur Bundesgartenschau 2011 gebaut. Die Luftseilbahn über den Rhein wird die Rheinanlagen in Höhe der Kastorkirche mit dem Plateau vor der Festung Ehrenbreitstein verbinden. Sie wird im August 2010 fertiggestellt sein und bis November 2013 betrieben werden.

In der Stadt Koblenz befinden sich fünf Krankenhäuser. Das größte Klinikum, das Bundeswehrzentralkrankenhaus, wird von der Bundeswehr betrieben. Die Stadt unterhält als weiteres Krankenhaus den Kemperhof. Durch kirchliche Trägerschaften werden die Häuser Katholisches Klinikum Koblenz (bestehend aus den Krankenhäusern Marienhof und Brüderhaus St. Josef) und das Gesundheitszentrum Evangelisches Stift St. Martin Koblenz unterhalten.

Am Standort des Bundeswehrzentralkrankenhauses ist der von Bundeswehr und ADAC gemeinsam betriebene Rettungshubschrauber Christoph 23 für die Luftrettung im nördlichen Rheinland-Pfalz beheimatet.

Für die Ehrenbürger der Stadt, siehe Liste der Ehrenbürger von Koblenz.

Für die Söhne und Töchter der Stadt, siehe Liste der Söhne und Töchter von Koblenz.

Zu den bedeutenden Militärs, die in Koblenz wirkten, siehe Festung Koblenz.

Bücher chronologisch nach Erscheinungsjahr geordnet, ältestes zuerst.

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Theater der Stadt Koblenz

Theater von Koblenz

Das Theater der Stadt Koblenz ist ein Dreispartentheater in Koblenz mit eigenen Ensembles für Schauspiel, Musiktheater und Ballett.

Das Stadttheater Koblenz ist der einzige erhaltene klassizistische Theaterbau am Mittelrhein und das früheste erhaltene Beispiel eines Rangtheaters in Deutschland (im Gegensatz zum früheren Logentheater). Das Äußere des Theaters ist durch eine klassizistische Fassade mit Pilastern geprägt. Der in blau, grau und weiß gehaltene Zuschauerraum auf ringförmigen Grundriss ist auf die ehemals kurfürstliche Loge ausgerichtet und mit Illusionsmalerei verziert. Der Obelisk auf dem Deinhardplatz vor dem Theater erinnert an seinen Erbauer Kurfürsten Clemens Wenzeslaus von Sachsen. Das Theater hat heute 500 Sitzplätze und befindet sich unweit des Kurfürstlichen Schlosses.

Spielorte sind neben dem Stadttheater am Deinhardplatz die Probe-Bühne 2 und die Kammerspiele am Florinsmarkt, außerdem wirkt das Theater bei den Koblenzer Festungsspielen im Sommer mit. Das Theater der Stadt Koblenz hat 180 festangestellte Mitarbeiter aus 15 Nationen. Intendantin ist Annegret Ritzel (Stand 2005). Die Auslastung des Koblenzer Theaters ist die höchste der rheinland-pfälzischen Stadttheater, der öffentliche Zuschuss pro verkaufter Karte der niedrigste.

Das Stadttheater wurde 1787 im Auftrag des Trierer Erzbischofs und Kurfürsten Clemens Wenzeslaus von Sachsen in siebenmonatiger Bauzeit durch den Architekten Peter Joseph Krahe in dem damals neuen Stadtteil Neustadt errichtet und am 23. November 1787 mit einer Aufführung von Mozart Die Entführung aus dem Serail als kurfürstliches Komödien- und Ballhaus eingeweiht. Die lateinische Inschrift an der Fassade "Musis Moribus Et Publicae Laetitiae" bedeutet auf deutsch: "Den Musen, den guten Sitten und dem öffentlichen Vergnügen".

1867 ging das Gebäude in das Eigentum der Stadt über, die es 1869 renovieren ließ, wobei das Innere im Stil des Historismus umgebaut wurde. Nach weiteren Umbauten 1937 und 1952, die das Aussehen des Gebäudes weiter modernisierten, wurde das Theater 1984 bis 1985 umfassend mit dem Ziel rekonstruiert, dem Originalzustand von 1787 möglichst nahe zu kommen.

Am 22. November 1946 fand im Koblenzer Theater die konstituierende Sitzung der "Beratenden Landesversammlung" statt, welche über die Verfassung des neu gegründeten Landes Rheinland-Pfalz beriet.

Im Jahr 2000 stiftete das Theater gemeinsam mit dem Institut für Germanistik der Universität Koblenz und dem Freundeskreis der Universität den Koblenzer Literaturpreis.

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Luftangriffe auf Koblenz

Zwei B-17 der US Air Force während eines Bombenangriffs auf Koblenz am 19. September 1944, bombardiert wurde der Güterbahnhof Koblenz-Mosel (Goldgrube, Moselweiß), unten links die Rheininsel Oberwerth

Die schweren Luftangriffe auf Koblenz von 1944 und 1945 der USAAF und der Royal Air Force zerstörten die Stadt zu 87 %. Das historische Stadtbild ist damit für immer verloren gegangen. Der Luftkrieg auf Koblenz hatte 1016 Tote und 2925 Verwundete gefordert. Zwei Millionen Kubikmeter Schutt und Trümmer prägten das Stadtbild. Vom Rhein hatte man ungehinderten Durchblick bis nach Moselweiß. Von den einst 23700 Wohnungen waren nur 1500 unbeschädigt geblieben.

Von den 94417 Einwohnern (1943) lebten zum Kriegsende noch rund 9000 im gesamten Stadtgebiet. Diese Personen, die sich aus kriegswichtigen Gründen in der Stadt aufhalten mussten, lebten wochenlang in den großen Betonbunkern der Innenstadt. Der Rest der Koblenzer Bevölkerung wurde schon bis Ende 1944 nach Thüringen evakuiert. Am 6. November 1944 näherte sich um 19:28 Uhr ein Kampfverband von Lancaster-Bombern der englischen Royal Air Force und legte das Zentrum von Koblenz in Schutt und Asche. Das Stadtzentrum, von 153392 Stabbrandbomben, 456 Flammstrahlbomben und 130 Luftminen getroffen, brannte nieder. Der Feuersturm machte alle Löschversuche aussichtslos. Die Stadt als geordnetes Gemeinwesen existierte von nun an nicht mehr. Die Luftangriffe auf Koblenz endeten Anfang 1945, als sich amerikanische Truppen von der Eifel her der Stadt näherten.

Dafür, dass Koblenz in solchem Maße bombardiert wurde, gab es keine strategische Begründung. Es gab keine kriegswichtige Industrie in der Stadt. Die Garnisonen der Wehrmacht sowie die Verkehrseinrichtungen wurden von den Alliierten nur als Ziele mit untergeordneter Priorität geführt. Bis 1944 blieb Koblenz auch größtenteils von Bombenangriffen verschont, während Städte wie Köln und Frankfurt bereits in Trümmerwüsten verwandelt waren.

Mit der Invasion der Alliierten in Frankreich (Operation Overlord) im Juni 1944 geriet aber auch Koblenz ins Visier der Bomberflotten. Mit Beginn der deutschen Ardennenoffensive im Dezember 1944 erhielt das Eisenbahnnetz der Stadt an Bedeutung und die Bombardierung erreichte ihren letzten Höhepunkt. Nach dem Vorstoß der alliierten Truppen in die Eifel endeten im Januar 1945 auch die Bombenangriffe. In und um Koblenz war die gesamte Infrastruktur zerstört. Am 19. März 1945 eroberten amerikanische Truppen die Stadt und hissten auf dem Rathaus das Sternenbanner.

Die Stadt Koblenz wurde zwar hauptsächlich aber nicht nur durch die Luftangriffe zerstört, sondern auch durch Artilleriebeschuss sowie den folgenden 19-tägigen Bodenkampf bei Einmarsch der amerikanischen Truppen. Alle Rhein- und Moselbrücken wurden am 7. März 1945 von den sich zurückziehenden Einheiten der Wehrmacht gesprengt. Ebenfalls vollständig zerstört waren die Versorgungsleitungen, Straßenverbindungen, Eisenbahnwege und Hafenanlagen. Von den 23700 Wohnungen vor dem Krieg waren nur 1500 unbeschädigt geblieben. Das Zentrum von Koblenz war verwüstet, viele historisch wertvolle Gebäude zerstört oder stark beschädigt. Die Innenstadt lag zu 98 % in Trümmern, die Vororte zu 60 %. Unter den wenigen nur leicht beschädigten und noch intakten Gebäuden in der Innenstadt befanden sich das Rathaus, die Alte Burg und das Theater. Da mit dem großen Rathaussaal und dem Theater unbeschädigte große Räumlichkeiten zur Verfügung standen, fanden die Versammlungen zur Gründung des Landes Rheinland-Pfalz 1946/1947 hier statt.

Bis Ende 1945 kehrten bereits 47000 Koblenzer in die zerstörte Stadt zurück. Erst nach elf Jahren hatte Koblenz wieder die Vorkriegszahl von 91000 Einwohnern erreicht. Den Wiederaufbau bestimmte ein Generalbebauungsplan von 1946, der aber vielfachen Anpassungen in den folgenden Jahren unterworfen war. Historische Gebäude wie die Karmeliterkirche am Rhein und das Dominikanerkloster in der Weißergasse wurden gar nicht mehr aufgebaut, andere Gebäude wie die Jesuitenkirche, das Kurfürstliche Schloss oder der Hauptbahnhof nur noch in vereinfachter Form. Das Kastorviertel wurde neu gestaltet und hochwassersicher gemacht. Das Areal um das heutige Löhr-Center zwischen Löhrrondell und Balduinbrücke wurde komplett neu gestaltet. Es entstanden neue Straßenzüge, die es so vorher nicht gegeben hatte.

In der Innenstadt entstand mit dem Zentralplatz ein Platz in einem Bereich, das vorher dicht mit Fachwerkhäusern bebaut war. Bei der Neugestaltung der Stadt wurden aus dem damaligen Zeitgeist heraus Fehlentscheidungen getroffen, die später bitter bereut wurden. So wurde beispielsweise auf dem Zentralplatz 1964 die Wasserturmsmauer abgebrochen, ein noch vorhandener Teil der mittelalterlichen Stadtmauer. Die prachtvolle Städtische Festhalle neben dem Schloss musste einer neuen Verkehrsplanung zwischen Friedrich-Ebert-Ring, Pfaffendorfer Brücke und Neustadt weichen, obwohl sie aufgrund ihrer nicht so starken Beschädigungen noch aufbauwürdig war. Sie wurde 1962 wenige Meter daneben durch die Rhein-Mosel-Halle ersetzt.

Die Schiffbrücke über den Rhein wurde aufgegeben, nachdem sie noch nach dem Krieg für kurze Zeit durch eine Pontonbrücke ersetzt wurde, und durch den leistungsfähigen Neubau der Pfaffendorfer Brücke überflüssig gemacht. Aufgegeben wurde der Moselhafen am Ufer vor dem Deutschen Eck und in Wallersheim entstand ein moderner Rheinhafen. Der historische Kern der Koblenzer Altstadt hingegen wurde bis in die 1980er restauriert und behielt größtenteils seine historische Gestaltung.

Auch lange Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs wurden und werden im Stadtgebiet von Koblenz immer noch Blindgänger gefunden. Diese Überreste der schweren Bombardierungen stellen für die Bevölkerung noch eine große Gefahr dar, denn die Munition befindet sich meist verdeckt im Erdreich. Häufig werden diese unabhängig von der gezielten Suche bei Baumaßnahmen entdeckt. Für die folgende Entschärfung und Sicherung der Fliegerbomben ist der Kampfmittelräumdienst zuständig. Dabei kommt es zu ausgedehnten Evakuierungen der Bevölkerung. Nicht selten müssen mehrere Stadtteile vollständig geräumt werden.

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Source : Wikipedia