Katholische Kirche

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Geschrieben von c3po 28/03/2009 @ 04:09

Tags : katholische kirche, christentum, religion, gesellschaft

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Neue katholische Kirche (Spreitenbach)

Neue katholische Kirche von 1904, Sicht von Osten

Die neue katholische Kirche von Spreitenbach wurde 1903/04 erbaut. Sie ist den heiligen Sankt Cosmoa und Damian geweiht.

In einer Besitzbestätigung des Klosters Engelberg, welche von Lucius III. im Jahr 1184 ausgestellt wurde, wird Spreitenbach mit „cum ecclesia“ erwähnt (Mit Kirche). Es handelt sich um ein sehr kleines Gotteshaus, das vermutlich die Kapelle eines von der Pfarrei Dietikon abhängigen Vikars war. Im Jahr 1275 wurde es mit einer Pfründe ausgestattet . Als im Jahre 1310 der Graf Rudolf von Habsburg-Laufenburg die Mutterkirche Dietikon an das Kloster Wettingen vermachte, beinhaltete die Schenkung auch die Kapellen von Spreitenbach und Urdorf. Als sich die Pfarrei Dietikon 1529 für die Reformation aussprach, erfasste diese auch Spreitenbach. Die Mehrheit der Bevölkerung war nach dem Landfrieden von 1531 reformiertem Glauben. Ab diesem Zeitpunkt wurde die Filialkirche von Dietikon, simultan von den katholischen und reformierten Gläubigen benutzt. Im Jahr 1798 wurde durch den Abt Sebastian Steinegger, das katholische Spreitenbach mit bischöflicher Genehmigung von Dietikon abgetrennt und eine Vikarie, welche den Wettinger Mönche geleitet wurde. Daraus entwickelte sich 1861 eine eigenständige katholische Kirchgemeinde, welche sich 1903 eine eigene Kirche baute. Die reformierten Gläubigen blieben bis 1940 bei Dietikon, und sind seither in der Kirchgemeinde Spreitenbach-Killwangen-Bergdietiokon organisiert. Die alte, paritäische Kirche verblieb 1903 im Besitz der reformierten Kirchgemeinde.

Im Jahr 1887 wurden die ersten Vorstösse zu einem eigenem Gotteshaus gemacht. Allerdings wurde 1890 zuerst versucht die bestehende Kirche umzubauen. Die Pläne dafür stammten vom Architekten Wilhelm Hanauer. Allerdings scheiterten die Pläne an der Weigerung der reformierten Kirchgemeinde die Kosten mitzutragen. So beschloss im Jahr 1900 die katholische Kirchgemeinde, auf Initiative des Pfarrers Emil Leonard Guidi, einen Neubau. Als Architekt konnte Wilhelm Hector aus St.Johann Saarbrücken gewonnen werden.

Der Grundstein wurde am 6. Juli 1903 gelegt. Die Kirche konnte am 27. September 1904 geweiht werden.

Der Architekt Arthur Betschon aus Baden führte die Bauaufsicht, der Baumeister war Joseph Zini aus Zürich.

Die neugotische Kirche besitzt einen kreuzförmigen Grundriss, mit einem dreijochigen Langhaus und schmalen Querhaus. Die Hauptachse der Kirche ist nach Südosten gerichtet. Der Chor mit einem schmalen Vorjoch endet über fünf Ecken in einem halben Achteck. Auf der Südwestseite des Chors ist die Sakristei angebaut, auf der Nordseite steht der leicht aus der Flucht des Querhauses hervortretende viereckige Turm. Am Nordwestende des Langhauses befinden sich beidseitig zwei Türmchen, welche die Treppen zur Empore beherbergen. Im ersten Drittel der Traufhöhe umzieht den ganzen Bau eine Gurte. Diese führt auch über die Strebenpfeiler. Die Fenstersimse der Lang- und Querhausfenster, gehen nahtlos in diesen Gurt über. Auf der Stirnseite wird dieser Gurt durch das Hauptportal unterbrochen, wo die Endstücke des Gurtes als Kämpfer fungieren. Aus der aufwendigen Befensterung der Stirnwand kann man den inneren Geschossaufbau erkennen.

Das Dach wahrt über allen Gebäudeteilen ein einheitliches Traufen und Firstniveau. Während es auf der Frontseite in einem Giebel endet, ist es über den Querstirnhäusern und dem Chorpolygon gewalmt.

Der Turmschaft trägt einen steilen achtkantigen Spitzhelm, welcher rund 50 Meter hoch aufragt. Auf dem Kopf trägt er einen Wetterhahn. In den Ecken des Urgeschosses, unmittelbar unter dem Turmdach, befinden sich fingierte Ecktürmchen mit blinden Spitzbogenfenster.

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Katholische Kirche Birmenstorf

Katholische Kirche Birmenstorf

Die katholische Kirche Birmenstorf ist eine der beiden das Ortsbild von Birmenstorf prägende Kirchen. Kirchenpatron ist der heilige Leodegar.

Bereits im 12. Jahrhundert stand in Birmenstorf vermutlich eine Kirche. Urkundlich belegt ist die Übernachtung Bernhards von Clairvaux mit seinem Gefolge in der Nacht vom 16. auf den 17. Dezember 1146. Wie damals üblich hat der Durchreisende mit seinem Gefolge vermutlich in der Dorfkirche übernachtet. Diese Kirche wurde, nach diversen Erweiterungen, zu Beginn des 20. Jahrhunderts zu klein für die katholische Kirchgemeinde am Ort. Deshalb entstanden bereits 1914 erste Pläne für eine neue Kirche. Die heutige katholische Dorfkirche wurde schliesslich zwischen Februar 1934 und April 1935 neben der bestehenden paritätischen Kirche errichtet.

Die nach einem Entwurf des Architekten Anton Higi erbaute Kirche ist von West nach Ost ausgerichtet. Das Hauptschiff besteht aus einem Rechteck mit Satteldach, einer angebauten Sakristei auf der Südseite und einem ungefähr 30 Meter hohem Turm. Später würde an der Ostseite eine Aufbahrungshalle angebaut. Im Gegensatz zur weissen Aussenfarbe ist das Innere der Kirche mit viel Holz eher dunkel gehalten. Der Chor ist, wie in vorkonziliaren Kirchen üblich, erhöht. Das Altarbild an der östlichen Innenwand des Chores zeigt Christus als König, unter anderem begleitet von Maria, Joseph, dem Kirchenpatron Leodegar. Die Fenster im Kirchenschiff, vom Zürcher Kunstmaler Giuseppe Scartezzini in leuchtenden Farben gestaltet, stellen die Feste des Kirchenjahrs da. Die verschiedenen Sakramente werden in den Chorfenster, gestaltet von der kirchlichen Kunstwerkstätte von Gottlieb Engeler in Andwil, dargestellt.

Für die katholische Kirche wurde das 1878 durch die Firma Rüetschi in Aarau für die paritätische Kirche gegossene Geläut verwendet. Eine der vier Glocken wurde im Jahre 1905 wegen eines Risses umgegossen und 1962 kamen zwei weitere Glocken dazu, so dass heute sechs Glocken im Turm der Kirche hängen.

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Römisch-katholische Kirche

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Die römisch-katholische Kirche (v. griech. καθολικός, katholikos: allgemein, über alles bzw. alle herabkommend, allgemeingültig) ist die größte religiöse Gruppierung der Welt, sowie die zahlenmäßig größte Kirche innerhalb des Christentums. Sie umfasst 23 Teilkirchen mit eigenem Ritus, darunter die nach Mitgliederzahl größte lateinische Kirche und die unierten Ostkirchen. Mit den anglikanischen, den altkatholischen und den orthodoxen Kirchen teilt die katholische Kirche alle sieben Sakramente einschließlich des Weiheamtes, aufgegliedert in Bischof, Priester und Diakon (Klerus). Unterscheidendes Merkmal ist die Anerkennung des Primats des römischen Bischofs über die Gesamtkirche. Der römisch-katholischen Kirche gehören weltweit etwa 1,13 Milliarden Mitglieder an.

In der Regel aber bezeichnet sich die römisch-katholische Kirche selbst nur mit „katholische Kirche“ oder theologisch gelegentlich ausführlich als „die eine, heilige, katholische und apostolische Kirche“. Die Bezeichnung „lateinische Kirche“ bezieht sich auf die katholische Kirche des Abendlandes („Westkirche“) im Gegensatz zu den unierten Ostkirchen. Daneben wird die Bezeichnung „römisch-katholische Kirche“ sowohl in der Literatur als auch in Publikationen kirchlicher Stellen häufig als synonymer Ausdruck für „lateinische Kirche“ in der Gegenüberstellung zu den unierten katholischen Ostkirchen – entsprechend „griechisch-katholische Kirchen“, „syrisch-katholische Kirche“ usw. – verwandt; in diesem Sprachgebrauch bezieht sich „römisch“ auf den Ritus und gemeint ist nur die lateinische (westliche) Teilkirche.

Im allgemeinen und amtlichen Sprachgebrauch, vor allem in westlichen Ländern, werden die Bezeichnungen „katholische Kirche“ und „römisch-katholische Kirche“ in der Regel synonym verwendet. In Deutschland ist die Bezeichnung „katholisch“ namensrechtlich geschützt und darf ohne unterscheidenden Zusatz als Bezeichnung nur für Einrichtungen und Veranstaltungen der römisch-katholischen Kirche benutzt werden.

Die katholische Kirche versteht sich auch theologisch als die katholische Kirche: Nach ihrer Auffassung kann es nur eine katholische, d. h. universelle Kirche Jesu Christi geben, und in ihr selbst ist diese eine Kirche auf so einzigartige Weise verwirklicht, dass es keine andere katholische Kirche geben kann.

Dies widerspricht dem Selbstverständnis einer ganzen Reihe von anderen Kirchen, die sich selbst als „katholisch“ verstehen, sei es, dass sie sich mit einem der katholischen Kirche ähnlichen Ausschließlichkeitsanspruch als die eine, wahre katholische Kirche sehen, sei es, dass sie sich als Teil einer weiter verstandenen katholischen Kirche sehen, die auch weitere konfessionell verfasste Kirchen umfasst. Solche Kirchen verwenden in offiziellen Texten für die katholische Kirche in der Regel auch die Bezeichnung „römisch-katholische Kirche“.

Im altkirchlichen Sprachgebrauch war die Selbstbezeichnung katholikos immer exklusiv gemeint und schloss konstitutiv die volle Sakramentsgemeinschaft ein.

Die römisch-katholische Kirche beruft sich traditionell auf die Gründung durch Jesus Christus selbst, insbesondere auf das so genannte „Felsenwort“ an den Apostel Petrus (Mt 16,18 EU). Ob man historisch tatsächlich von einem eigentlichen Kirchengründungsakt Jesu Christi ausgehen kann, ist allerdings auch unter römisch-katholischen Theologen umstritten. Meist wird in heutiger Ekklesiologie ein Zusammenwirken von vorösterlichen Wurzeln (Jesu endzeitliche Sammlung des Gottesvolkes), einem österlichen Impuls (Kirche als Gemeinschaft derer, die dem auferstandenen Jesus Christus nachfolgen) und pfingstlicher Geistgabe (Kirche als Gemeinschaft, in der der Heilige Geist gegenwärtig ist) als Ursprung der Kirche angesehen.

Um die Jahre 30 bis 33 geht man daher von der Entstehung der ersten Gemeinden, also der Urkirche, aus. Die römisch-katholische Kirche betrachtet sich mit dieser Urkirche in ununterbrochener Kontinuität stehend und nimmt auch die direkte Gründung durch Jesus Christus in Anspruch. Sie sieht diesen Zusammenhang auch institutionell, insofern die christliche Gemeinde von Rom traditionell als Gründung des Apostels Petrus angesehen wird, und der Papst als Bischof von Rom direkter Nachfolger Petri ist.

Das Selbstverständnis als mit der Urkirche in ununterbrochener Tradition stehend ist keine römisch-katholische Besonderheit, auch andere christliche Konfessionen berufen sich auf diese Tradition. Inwiefern dieses Selbstverständnis berechtigt ist oder nicht, war lange Zeit Gegenstand polemischer Kontroversen unter den Konfessionen und ist heute ein wesentlicher Punkt des ökumenischen Dialogs.

Ein Bischof (v. griech. ἐπίσκοπος „Hüter, Aufseher“) ist seit circa 100 n. Chr. Vorsteher der katholischen Gemeinde in einer Stadt und den umliegenden Dörfern. Der Bereich eines Bischofs heißt Bistum oder Diözese (v. griech. διοίκησις „Verwaltung“), die Stadt ist der Bischofssitz. Als Deutschland christianisiert wurde, gab es keine Städte, daher wurden die Diözesen große ländliche Bezirke. Noch heute sind die Diözesen hier viel größer als beispielsweise in Italien, wo es schon in der Antike größere Städte gab.

In den ersten 3 Jahrhunderten bildeten sich die Kirchenprovinzen heraus. Eine Kirchenprovinz umfasst mehrere Diözesen, der Vorsteher heißt Metropolit. Im Deutschen nennt man ihn normalerweise Erzbischof und diejenige Diözese, deren Bischof der Erzbischof ist, heißt auch Erzbistum. Der Sitz eines Erzbischofs ist die Metropole (v. griech. Μητρόπολις „Mutterstadt“). In der römisch-katholischen Kirche haben die Metropoliten an Bedeutung verloren. Es ist heute mehr ein formaler Vorrang.

Bis 451 n. Chr. wurden die fünf „wichtigsten“ Metropoliten Rom, Konstantinopel, Alexandria, Antiochia und Jerusalem zu Patriarchen. Der Streit zwischen Rom und Konstantinopel führte dazu, dass sich die westliche Kirche schließlich von der östlichen (orthodoxen) trennte.

Heute gibt es über 10 Patriarchate, wichtig ist vor allem Konstantinopel. Im Westen gab es nur den römischen Patriarchen, der sehr viele Rechte auf Rom konzentrierte, während die Patriarchate im Osten wesentlich selbständiger blieben. Einige östliche Bistümer haben sich im Laufe der Geschichte mit Rom versöhnt (uniert), meist unter dem Einfluss weltlicher Herrscher wie etwa in Siebenbürgen, in der Ukraine u. a. Bis auf die syro-maronitische und die italo-albanische Kirche lassen sich alle unierten Kirchen einer orthodoxen oder orientalischen Herkunftskirche zuordnen, von der sie sich mit der Unterordnung unter den Papst abgespalten haben. Bedingt durch diese historischen Entwicklungen gibt es heute an manchen Orten mehrere Bischöfe, etwa einen orthodoxen Bischof, einen Bischof der mit Rom unierten Kirche und einen lateinischen Bischof. Die unierten Kirchen haben den Ritus ihrer Herkunftskirchen in der Regel behalten und werden entsprechend bezeichnet. So heißen beispielsweise Kirchen, deren byzantinischer Ritus auf die griechische Kultur des antiken oströmischen Reiches zurückgeht, „griechisch-katholisch“.

Die katholische Kirche besteht aus 23 Teilkirchen, deren weitaus größte die Lateinische ist. Die übrigen 22 Teilkirchen erstrecken sich auf die anderen Ritenfamilien; es sind andere Kirchen oder deren Teile, die sich im Laufe der letzten 1000 Jahre mit Rom versöhnt haben, ihren historisch gewachsenen Ritus aber beibehalten haben. Die Maroniten besitzen einen eigenständigen Ritus und sind als Ganze mit Rom uniert.

Äußeres Merkmal der Zugehörigkeit zur katholischen Kirche ist neben der gemeinsamen Glaubenslehre die Anerkennung des päpstlichen Primats, d. h. der spirituellen und juristischen Leitungsfunktion des Papstes. Dieser übt jedoch nur über die Lateinische Kirche patriarchale Gewalt aus; die übrigen Teilkirchen haben meist eigene Patriarchen oder Großerzbischöfe mit abweichender Jurisdiktion.

Als unverzichtbares Strukturelement wird das Petrusamt mit seinem Primatsanspruch angesehen, das gemäß katholischer Lehre von Petrus (Mt 16,18 EU) auf alle seine Nachfolger im römischen Bischofsamt übergeht. Die katholische Kirche ist hierarchisch strukturiert; unter „Hierarchie“ versteht man dabei die feste Struktur, gemäß der die Kirche durch geweihte Amtsträger (nach can. 1024 Männer) geführt wird. Der Ortsbischof, der als örtlich verantwortlicher Teil der Hierarchie in den Ostkirchen denn auch „Hierarch“ heißt, hat dabei für seinen Bereich die Leitungs-, Lehr- und Heiligungsgewalt. An allen drei Gewalten sind Kleriker sowie in eingeschränktem Maße besonders beauftragte Laien beteiligt.

Der Katholizismus unterscheidet sich objektiv feststellbar dadurch von allen anderen christlichen Konfessionen, dass gemäß dem „petrinischen Prinzip“ an einer Überordnung der Kirche über Politik, Staats- und Gesellschaftsordnung festgehalten wird. Die Religion ist nicht Privatsache, sondern dem Christentum kommt ein öffentlicher Autoritätsanspruch zu, der sich im Papsttum manifestiert. Unmittelbare Privilegien in Staat und Gesellschaft beansprucht die katholische Kirche jedoch seit dem Zweiten Vatikanischen Konzil von 1962 bis 1965 ausdrücklich nicht mehr. Sie hat in ihrer Erklärung zur Religionsfreiheit das Vorrecht jeder einzelnen menschlichen Person vor dem Durchsetzungsanspruch einer institutionell objektivierten Religiosität anerkannt, ohne jedoch ihr Selbstverständnis, dass die wahre Kirche Christi in der sichtbaren Gestalt der katholischen Kirche subsistiert, aufzugeben.

Der Papst ist Haupt des Bischofskollegiums und übt höchste, volle, unmittelbare und universale Jurisdiktion über die ganze Kirche aus. In seiner Rechtsausübung ist er nicht beschränkt (can. 331 CIC). Diese Gewalt wird auch als Primatialgewalt bezeichnet. Der Papst wird in seinen Aufgaben von der Bischofssynode und dem Kardinalskollegium beraten. Daneben existiert die Kurie als maßgebliches Organ für die Regierung der Kirche.

Das Kollegium aller Bischöfe ist Rechtssubjekt. Nach neuerem Kirchenrecht ist es immer, also nicht nur während eines Ökumenischen Konzils Träger von Leitungsgewalt. Das Zweite Vatikanische Konzil und der CIC von 1983 schreiben dem Bischofskollegium höchste und volle Gewalt im Hinblick auf die ganze Kirche zu, die es gemeinsam mit dem Papst als dem Haupt des Bischofskollegiums ausübt. Eine Ausübung der Gewalt gegen den Papst ist dagegen nicht möglich.

Das Ökumenische Konzil ist eine Versammlung, auf der das Bischofskollegium seine Gewalt über die ganze Kirche in feierlicher Weise ausübt (can. 337 CIC). Ökumenische Konzilien müssen vom Papst einberufen werden, der auch das Präsidialrecht ausübt. Zudem brauchen die Beschlüsse die Zustimmung des Papstes, um gültig zu sein. Teilnahmeberechtigt sind in ordentlicher Weise alle, die die Bischofsweihe empfangen haben. Daneben sind in außerordentlicher Weise teilnahmeberechtigt jene, die von der höchsten Autorität zum Konzil berufen werden. Die Berechtigung verpflichtet gleichzeitig auch zur Teilnahme.

Die höchste und volle Gewalt des Bischofskollegiums kommt nach can. 337 § 2 CIC auch durch kollegiale Beschlussfassung der an ihrem Ort verbliebenen Bischöfe zum Ausdruck. Auch hier sind die Beschlüsse nur wirksam, wenn sie anschließend vom Papst promulgiert wurden. Im Gegensatz zum Ökumenischen Konzil ist jedoch keine Initiative des Papstes notwendig.

Teilkirchenverbände sind im Verfassungsrecht der Kirche vorgesehene Zusammenschlüsse von Teilkirchen (v.a. Diözesen). Sie dienen als Ausdruck der Communio Ecclesiarum dem Verhältnis von Gesamtkirche und Teilkirche.

Das Kirchenrecht behandelt unter den Kanones 432 bis 434 nur die Kirchenprovinz und die Kirchenregion, da nur diese Einrichtungen Rechtspersönlichkeit besitzen. Darüber steht jedoch die Bischofskonferenz, deren Gebiet jedoch nicht über Rechtspersönlichkeit verfügt.

Die Bischofskonferenz ist eine ständige Einrichtung der Bischöfe einer Nation, in der diese besondere Aufgaben gemeinsamen beraten und beschließen. Für diese Ebene der Kirchenverfassung ist zudem die Einberufung eines Plenarkonzils möglich. Die Orientalischen Teilkirchen verfügen nicht über eine solche Einrichtung.

Die Kirchenregion ist eine mögliche Zwischengliederung zwischen dem Gebiet einer Bischofskonferenz und einer Kirchenprovinz (can. 433 § 1 CIC). Auch diese Form ist im Recht der orientalischen Teilkirchen nicht vorgesehen.

Die Kirchenprovinz ist ein mehrere Teilkirchen umfassender Verband, dem ein Metropolit vorsteht. Auf der Ebene einer Kirchenprovinz kann ein Provinzialkonzil einberufen werden. Bis auf wenige Ausnahmen sind alle Teilkirchen auch in Kirchenprovinzen zusammengefasst. Befugnisse über die Teilkirchen besitzt der Metropolit jedoch nur in sehr eingeschränkter Weise.

Teilkirchen sind vor allem die Diözesen, aber auch deren Ersatzformen wie die Gebietsprälatur, die Territorialabtei, das Apostolische Vikariat, die Apostolische Präfektur und die Apostolische Administratur. Daneben kann es personal umschriebene Teilkirchen geben, etwa solche für die Mitglieder eines bestimmten Ritus.

Jeder Diözese steht ein Bischof vor, der als solcher Nachfolger der Apostel ist. Ihm kommt über seine Teilkirche die ganze Gewalt zu mit Ausnahme dessen, was von der höchsten kirchlichen Autorität einer übergeordneten Instanz zugewiesen wurde. Die Amtsgewalt der Bischöfe leitet sich nach can. 381 § 1 nicht vom Papst ab, die Bischöfe sind also nicht bloß örtliche Vertreter des Papstes sondern eigenberichtigte Leiter ihrer Teilkirche.

Die bischöflichen Leiter einer Diözese werden auch präzisierend als Diözesanbischöfe bezeichnet, im Unterschied zu all jenen, die nur die Bischofsweihe empfangen haben, nicht aber eine Diözese leiten. Diese werden als Titularbischöfe bezeichnet.

Den Diözesanbischöfen rechtlich gleichgestellt ist jeder andere ordentliche Vorsteher einer Teilkirche, also alle Territorialäbte, Apostolische Vikare, Apostolische Präfekten und Apostolische Administratoren.

Jede Teilkirche muss in Pfarreien untergliedert sein (can. 374 § 1 CIC). Ihr ist ein Pfarrer als Leiter zuzuordnen. Neben territorial abgegrenzten Pfarreien gibt es in begrenzter Form auch Personalpfarreien, so etwa die Gemeinden für Katholiken anderer Muttersprache. Hinzu kommt die Kategorialseelsorge, also die Tätigkeit in Krankenhäusern, Schulen, Militärseelsorge, Jugendarbeit, Gefängnissen, Kurseelsorge.

Ein Verband von Pfarreien kann zu einem Dekanat zusammengefasst sein, dessen Vorsteher Dechant (auch: Dekan, Erzpriester) heißt. Der Dechant ist meistens ein Pfarrer des Dekanats, kirchenrechtlich muss er nur Priester sein. Er wird in der Regel durch den Ortsbischof und auf Zeit ernannt.

Alle Stände und Gemeinschaften der Kirche bilden gemeinsam das Gottesvolk. In diese Gemeinschaft wird man durch die Taufe aufgenommen, die nach Lehre der Kirche dem Täufling ein unauslöschliches Siegel einprägt. Jeder Katholik hat durch Taufe und Firmung Anteil an der Sendung der Kirche in die Welt (Laienapostolat, vgl. Zweites Vatikanisches Konzil).

Wie die Kirche selbst hat auch die Heilige Messe eine bestimmte Struktur, so dass es dem Katholiken möglich ist, an jeder Heiligen Messe des gleichen Ritus' auch im Ausland teilzunehmen. Auch die Hochfeste, Feste und Gedenktage des Kirchenjahres kehren immer wieder.

Ebenfalls vertreten sind die verschiedenen kirchenrechtlich anerkannten Formen des geweihten Lebens, von Ordensgemeinschaften und Säkularinstituten bis zu den sogenannten anderen Formen des geweihten Lebens, nämlich Eremiten und Anachoreten (CIC, Can. 603) und Jungfrauen (Can. 604). Abgesehen von Priester-Mönchen gehören die Mitglieder der verschiedenen Formen des geweihten Lebens nicht der Hierarchie an und werden trotz häufiger gegensätzlicher Behauptung in keiner Weise von der Kirche finanziell unterhalten.

Innerhalb der römisch-katholischen Kirche gibt es zahlreiche Laiengemeinschaften, die vom Päpstlichen Rat für die Laien betreut werden. Hierzu zählen vor allem die zahlreichen Geistliche Gemeinschaften, wie beispielsweise die Fokolar-Bewegung und die Schönstatt-Bewegung, sowie der Neokatechumenale Weg. Ebenso finden sich zahlreiche Jugendverbände wie die Katholische Hochschulgemeinde; in Deutschland sind die meisten davon im Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) organisiert.

Für alle drei Weihestufen des Klerus – Bischof, Priester und Diakon – ist in der lateinischen Kirche der Zölibat regelmäßig vorgeschrieben. Eine Ausnahme bildet der Ständige Diakonat, der nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil wiedereingeführt wurde. Eine Heirat ist jedoch nur vor der Weihe zum Ständigen Diakon möglich.

In den unierten Kirchen gelten zum Teil andere Regelungen. Für das Bischofsamt wird auch dort der Zölibat verlangt, so dass Bischöfe zumeist dem Mönchsstand entstammen.

Die Morallehre der katholischen Kirche ist seit den Anfängen dadurch geprägt, an den Idealen der Bergpredigt festzuhalten und zugleich den Bedingungen der irdischen Realität Rechnung zu tragen. In früheren Jahrhunderten war regelmäßig der Vorwurf zu großer Laxheit Grund für Kritik und manchmal sogar Begründung für Abspaltungen der Montanisten, Novatianisten, Donatisten, Katharer und Waldenser. Heute entzündet sich die Kirchenkritik meist an zu hohen und schwierigen Idealen, gepaart mit dem Vorwurf der Heuchelei und Doppelmoral, so zum Beispiel in Bezug auf Sexualität, aber auch auf eklektische und inkonsistente Auslegung der Bibel in Bezug auf Moral sowie inkohärente Anwendung dessen, was als Morallehre der katholischen Kirche bezeichnet wird.

Der Bergpredigt folgend sind die zentralen katholischen Wertsetzungen Liebe, Wahrheit, Gewaltlosigkeit, Besitzverzicht, Treue, Keuschheit. Die Umsetzung in kirchliches und, wo möglich, staatliches Recht geschieht in immer neuen Anläufen und unter innerkirchlichen und gesellschaftlichen Konflikten.

Lange waren Themen wie Eid, Wehrpflicht oder Kapitalismus umstritten. Hier ist die katholische Morallehre traditionell eher kompromissbereit.

Seit etwa 1968 steht mit der Enzyklika Humanae Vitae zeitgleich mit den soziokulturellen Umwälzungen fast ausschließlich die Ehe- und Sexualmoral im Mittelpunkt der Beachtung und Auseinandersetzung. Das kirchliche Lehramt hat sich immer wieder eindeutig im Sinn der Zusammengehörigkeit von Sexualität, lebenslanger Treue und Fortpflanzung und damit gegen Ehescheidung, künstliche Empfängnisverhütung und die Gleichwertigkeit der Homosexualität ausgesprochen.

Noch größere Bedeutung kommt dem Lebensschutz zu, weshalb Abtreibung, Sterbehilfe, Klonen, Todesstrafe, Eugenik und Angriffskrieg abgelehnt werden.

Einige Dogmen und Doktrinen der Kirche sind aber auch innerkirchlich seit dem Zweiten Vatikanischen Konzil umstritten. Die katholische Moraltheologie vertritt die Ansicht, dass die Werte des Evangeliums dem Naturrecht nicht widersprächen, sondern dessen letzter und höchster Ausdruck seien. Diesen naturrechtlichen Ansatz und die kirchliche Lesart der im Neuen Testament grundgelegten Moral zu vermitteln, gelingt der Kirche jedoch mit steigender Schwierigkeit in einer immer pluraler werdenden Welt.

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts stand die römisch-katholische Kirche der entstehenden ökumenischen Bewegung ablehnend gegenüber, so etwa in der Enzyklika Mortalium animos von Papst Pius XI. aus dem Jahr 1928. Kirchliche Einheit wurde im Sinne einer Rückkehr-Ökumene als Konversion der anderskonfessionellen Menschen zur römisch-katholischen Mutterkirche verstanden. Vor dem Zweiten Vatikanischen Konzil gab es sowohl Bestrebungen, diese Haltung weiter zu stärken - so etwa die Enzyklika Mystici corporis von Papst Pius XII. aus dem Jahr 1943 -, als auch Tendenzen zur ökumenischen Öffnung. Mit der Errichtung des Sekretariates zur Förderung der Einheit der Christen und der Berufung von Augustin Bea zu dessen Präsidenten erreichte Papst Johannes XXIII., dass das ökumenische Anliegen auf dem Vatikanum II zu einem wichtigen Thema wurde. Das Ökumenismusdekret Unitatis redintegratio des Konzils bildet eine Abkehr von der Rückkehr-Ökumene und schafft die Grundlage für eine Beteiligung der römisch-katholischen Kirche an der ökumenischen Bewegung.

Heute wird die Verständigung und der Austausch mit anderen christlichen Glaubensgemeinschaften gesucht und gepflegt, insbesondere mit den östlich-orthodoxen Kirchen, den anglikanischen und alt-katholischen Kirchen sowie den evangelischen Kirchen und Gemeinschaften. Die römisch-katholische Kirche ist zwar nicht Mitglied im Ökumenischen Rat der Kirchen (ÖRK), seit 1965 gibt es aber eine gemeinsame Arbeitsgruppe. Außerdem arbeitet sie in der Kommission für Glauben und Kirchenverfassung als Vollmitglied mit und steht der Kommission für Weltmission und Evangelisation beratend zur Seite. Auf regionaler, nationaler und lokaler Ebene ist die römisch-katholische Kirche Mitglied in zahlreichen ökumenischen Organisationen.

Man setzt auch auf den Dialog mit anderen Religionen, wie weltweite religiöse Treffen zeigen, die auf Initiativen des Vatikan zurückgehen.

Aufgrund ihres Kirchen-, Amts- und insbesondere Eucharistieverständnisses ist die römisch-katholische Kirche gegen Interzelebration und Interkommunion (siehe auch: Lima-Erklärung des ÖRK). Nach dem ökumenischen Kirchentag 2003 gab es Sanktionen gegen Pfarrer Bernhard Kroll, der am 31. Mai 2003 in der Berliner Gethsemanekirche am evangelischen Abendmahl teilgenommen hatte. Gotthold Hasenhüttl wurde vom Dienst suspendiert, nachdem er am 29. Mai 2003 in der gleichen Kirche evangelischen Christen die heilige Kommunion gespendet hatte. Nach katholischer Lehre ist im gewandelten Brot und Wein Jesus Christus mit seinem Leib und Blut wahrhaft gegenwärtig. Diese Auffassung vertreten in unterschiedlicher Ausprägung auch Orthodoxe, Anglikaner, Altkatholiken, Lutheraner und Methodisten. Die Reformierten lehnen die Realpräsenz ab und sehen im Abendmahl ausschließlich einen symbolischen Erinnerungsakt. Während sich einige dieser Kirchen trotz dieser unterschiedlichen Auffassungen gegenseitig zum Abendmahl einladen bzw. die Eucharistie an alle Getauften, die an seine Gegenwart in den konsekrierten Gaben glauben, austeilen, verpflichtet die römisch-katholische Kirche ihre Mitglieder dazu, die Eucharistie nur innerhalb der eigenen Kirche zu empfangen und erlaubt den Kommunionsempfang von Angehörigen getrennter Konfessionen nur unter besonderen Umständen. Bei bestehender Lebensgefahr darf ein katholischer Priester die Sterbesakramente auch Mitgliedern anderer Denominationen spenden. 2004 hob Papst Johannes Paul II. in der Enzyklika Ecclesia de Eucharistia noch einmal die Bedeutung der Eucharistie als zentrales Glaubensgeheimnis der römisch-katholischen Kirche und für die mit ihr in Glaubens-, Gebets- und Sakramentengemeinschaft stehenden katholischen Kirchen hervor und rief dazu auf, jedem Missbrauch vorzubeugen.

Weltweit gibt es 1,13 Milliarden römisch-katholische Christen, der jährliche Zuwachs 2006 entsprach dem allgemeinen Zuwachs der Weltbevölkerung. Der Anteil der Katholiken an der Weltbevölkerung beträgt 17,2 Prozent. 2006 gab es 4.898 Bischöfe und 407.262 Ordens- und Diözesanpriester. Die Katholische Kirche ist zudem mit etwa 1,2 Millionen Angestellten weltweit einer der größten Arbeitgeber.

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Geschichte der römisch-katholischen Kirche

Der Petersdom in Rom

Die römisch-katholische Kirche versteht sich gemeinsam mit der Orthodoxen Kirche als die Kirche Jesu Christi in ungebrochener geschichtlicher Kontinuität seit dem Pfingsttag.

Ihr Bischofsamt führt sie, ebenso wie die orthodoxe, anglikanische und altkatholische Kirche über eine nie unterbrochene „Reihe der Handauflegungen“ – Apostolische Sukzession – auf die Apostel zurück.

Die frühesten bekannten Kirchen waren die Gemeinden in Jerusalem (Jerusalemer Urgemeinde) und Antiochia sowie diejenigen, an die die echten Briefe des Apostels Paulus gerichtet waren (z. B. Rom, Korinth, Thessaloniki). In diesen Gemeinden, die jedenfalls teilweise untereinander in brieflicher Verbindung standen, bildeten sich etwa ab dem Ende des 1. Jahrhunderts und der ersten Hälfte des 2. Jahrhunderts Ämter heraus, aus denen sich schließlich im Verlauf des zweiten Jahrhunderts eine Dreigliederung ergab: Bischof (Episkopos = Aufseher), Priester (Presbyter = Älterer) und Diakon (Diakonos = Diener oder Bote). Erklärlich ist diese Herausbildung von Anfängen einer Hierarchie vor allem durch Spaltungen und Streit innerhalb der frühen Gemeinden, bei denen es sowohl um persönliche Auseinandersetzungen als auch um unterschiedliche Lehrmeinungen gehen konnte. Schon der 1. Korintherbrief des Apostels Paulus wusste von vier unterschiedlichen Parteien in der Gemeinde von Korinth.

Die Auseinandersetzung mit unterschiedlichen Lehrmeinungen führte zu dem Zwang, Autoritäten heranzuziehen, mit deren Hilfe die wahre christliche Lehre definiert werden konnte. Dies konnte einerseits eine ungebrochene Nachfolgelinie bis hin zu den Aposteln (und damit letztlich zu Christus) sein, andererseits die Berufung auf autoritative Schriften. Allmählich (noch im 2. Jahrhundert wurden Episkopos und Presbyter synonym verwendet) bildete sich eine ausdifferenzierte Hierarchie heraus, das Bedürfnis nach autoritativen Schriften führte zu einem Kanon biblischer Bücher, dessen Grundbestand gegen Ende des 2. Jahrhunderts feststand. Vor allem in der Auseinandersetzung mit der religiös-philosophischen Gnosis ("Erkenntnis") entstanden gleichzeitig erste Ansätze zu einem Glaubensbekenntnis.

Waren die ersten Anhänger Jesu Christi noch Juden („Judenchristen“), so bildete sich mit der Mission vor allem des Apostels Paulus unter den Heiden einerseits und der Zerstörung Jerusalems und des jüdischen Tempels (70 n. Chr.) andererseits das „Heidenchristentum“ als dominierende Richtung heraus. Ab dem Ende des Bar-Kochba-Aufstands (132/133 n. Chr.) verschwand das Judenchristentum nach und nach bzw. ging es in heterodoxen jüdischen Gemeinden auf.

Das in den ersten drei Jahrhunderten unserer Zeitrechnung den Mittelmeerraum dominierende Römische Reich war grundsätzlich religiös tolerant. Die bereits ab dem ersten Kaiser Augustus auftauchenden Tendenzen zu einer Vergöttlichung des Kaisers mussten jedoch früher oder später zu einem Konflikt zwischen der staatlichen verordneten Göttlichkeit des Herrschers einerseits und dem strengen, aus dem Judentum übernommenen Monotheismus des Christentums führen. Die erste staatliche Christenverfolgung fand in Rom unter Kaiser Nero nach dem Stadtbrand des Jahres 64 statt. Bei dieser Verfolgung stand noch nicht der religiöse Aspekt im Vordergrund. Den Christen wurde vielmehr Brandstiftung vorgeworfen. Im Verlauf der neronianischen Verfolgung wurden zahlreiche Christen, vielleicht auch die Apostel Petrus und Paulus, hingerichtet. Zur unerlaubten Religion (religio illicita) wurde das Christentum erst unter Domitian (81–96).

Dies führte jedoch keineswegs zu flächendeckenden Christenverfolgungen im Römischen Reich. Das Christentum war zunächst eine Unterschichtreligion von Sklaven und kleinen Leuten. Gelegentliche Nachrichten von Christen aus der Oberschicht waren in den ersten 150 Jahren die Ausnahme, und die religiösen Anschauungen der Unterschicht rückten erst in das Blickfeld der Behörden, wenn sie die öffentliche Ordnung (oder die in der Person des Kaisers verkörperte Reichseinheit) zu bedrohen schienen. Dennoch kam es immer wieder zu zunehmend systematischen staatlichen Verfolgungen (z. B. unter Kaiser Decius um die Mitte des 3. Jahrhunderts und unter Kaiser Diokletian zu Beginn des 4. Jahrhunderts), die aber immer wieder durch längere Perioden relativen Friedens unterbrochen wurden.

Die Verfolgungen hatten gravierende Auswirkungen auf die Gemeinden: Zwar gab es einerseits Märtyrer, die freudig in der Erwartung des Paradieses in den Tod gingen, andererseits schworen Gläubige – auch Diakone, Priester und Bischöfe – ihrem Christentum ab, lieferten heilige Bücher oder Gerätschaften aus oder besorgten sich auch nur durch Bestechung eine Bescheinigung, dass sie ihrer Opferpflicht vor dem Altar des Kaisers genügt hätten. Nach dem Abklingen der Verfolgung stellte sich jeweils die Frage, wie mit diesen „Gefallenen“ (lapsi) zu verfahren sei. Mehrheitlich setzte sich schließlich die pragmatische Linie durch, dass die lapsi nach gehöriger und langjähriger Buße wieder in die Kirchengemeinschaft aufzunehmen seien. Allerdings führte dies zu jahrzehntelanger Spaltung in der Kirche. Die nach einem ihrer Exponenten, dem Schriftsteller und zweiten Gegenpapst (der erste war zu Anfang des 3. Jahrhunderts Hippolyt gewesen) Novatian, „Novatianer“ genannte härtere Gruppe verweigerte den Gefallenen die volle Wiederaufnahme in die Kirche und ließ sie nur zu lebenslanger Buße zu. Aus dieser Richtung entwickelte sich im Osten des Reiches die Gruppe der Katharoi („die Reinen“), von deren Selbstbezeichnung der Begriff des Ketzers abgeleitet ist. Selbst im Westen verschwand die rigoristische Gruppe erst etwa im 5. Jahrhundert, im Osten hielt sie sich weit länger.

Nach dem Abklingen der Verfolgungen vor allem unter den Kaisern Decius (249–251) und Valerian (253–260) kehrte eine Periode der Duldung des Christentums ein, die erst durch die diokletianische Verfolgung (ab 303) endete. In dieser Zeit bildeten sich Strukturen heraus, die für die weitere Kirchengeschichte grundlegend wurden. So wissen wir von Konzilien, an denen in Afrika bis zu 70 Bischöfe teilnahmen. Liturgie und Taufritus begannen sich zu vereinheitlichen. Auch die ersten Auseinandersetzungen um die Bedeutung des Ehrenvorrangs des Bischofs von Rom fanden sich im späten 2. und im 3. Jahrhundert (Auseinandersetzungen um den Ostertermin zur Zeit Viktors I. (189–199); Unstimmigkeiten zwischen den Päpsten Kalixt I. (217–222) bzw. Stephan I. (254–257) und den afrikanischen Bischöfen, im sogenannten Ketzertaufstreit vertreten vor allem durch Cyprian von Karthago). Ab dem Ende des 2. Jahrhunderts drang das Christentum auch zunehmend in die römische Oberschicht ein: Wir wissen von Konsuln und Beamten des Kaiserhofs, die der Kirche angehörten.

David Sloan Wilson sieht die über Jahrhunderte stabilen hohen Wachstumsraten der ersten Gemeinden begründet in – jeweils im Vergleich zum Rest des Römischen Reiches – der besseren Stellung der Frau im frühen Christentum, der besseren Kooperation (z. B. bei der Pflege Kranker) innerhalb der Gemeinden, einer weniger reproduktionsfeindlichen Lebenseinstellung sowie der geschickt umgesetzten Strategie, sich als Gruppe von Außenseitern abzugrenzen, taufwillige Heiden jedoch (beispielsweise im Gegensatz zum Judentum) relativ einfach aufzunehmen.

Als Beginn des Mittelalters wird in der Kirchengeschichte oft das Jahr 529 angesehen (vgl. Josef Pieper, Scholastik). In diesem Jahr schloss Kaiser Justinian I. die Platonische Akademie, und selbiges Jahr gilt als Gründungsjahr des ersten westlichen Klosters Monte Cassino durch Benedikt von Nursia. Doch auch andere Daten können als Ausdruck der Wendung zum Mittelalter angesehen werden, vom Toleranzedikt Kaiser Konstantins des Großen 313 bis zum Tod des Kaisers Justinian I., dessen Reich kurz darauf zerfiel.

Drei Wendepunkte sind an dieser Stelle genannt, die letzten Endes entschieden, wie sich die kommende Zeit entwickeln würde. Das Toleranzedikt ebnete den Weg des Christentums weg von einer Entscheidungsreligion zu einer die gesamte Bevölkerung umfassenden Volksreligion. Die Schließung der Akademie bei gleichzeitiger Gründung von Monte Cassino markierte die Verlagerung der Intellektualität und Bildung auf die Klöster, und der Zerfall des römischen Reiches nach Justinian führte zu einer fast völligen Auflösung bisheriger Gesellschaftsstrukturen und staatlicher Ordnung.

Und so ist auch die Zeit vom 6. bis zum 10. Jahrhundert die am schlechtesten dokumentierte Zeit der Kirchengeschichte. Die Alphabetisierung nahm in dieser Zeit rapide ab, damit einher ging das theologische Wissen zurück.

In der Folge wurde das Reich der germanischen Franken politische Stütze der katholischen Kirche nach deren Abwendung vom Arianismus unter Chlodwig. Pippin II. und Fabianus der Große begründeten und sicherten den Kirchenstaat, wodurch der Papst zugleich weltlicher Herrscher wurde.

Die zunehmende theologische, politische und kulturelle Entfremdung zwischen der römischen und den östlichen Kirchen führte zu Schismen im 9. und 11. Jahrhundert, woraus dann infolge der Plünderung von Konstantinopel definitiv das morgenländische Schisma wurde.

Das Mittelalter war gekennzeichnet vom Streben nach einer religiös-politischen Einheitskultur. Die nach dem Zusammenbruch des Römerreichs neu entstandenen germanischen Staatenbildungen verstanden sich als christliche Reiche. Kreuzzüge gegen den vorgedrungenen Islam und Inquisition gegen abweichende Glaubensrichtungen, von Königen teilweise leidenschaftlicher betrieben als von Bischöfen, galten der Sicherung dieser gesuchten Einheit. Auch die katholischen Herrscher Spaniens waren religiös motiviert, als sie in der Reconquista die Eroberung der iberischen Halbinsel durch die Mauren rückgängig machten.

Entscheidend für die Entwicklung des Westens war die Bipolarität von Papst und Kaiser, die das Entstehen von Staatskirchen verhinderte. Beim Investiturstreit des 12. Jahrhunderts zwischen Kaiser und Papst ging es vordergründig um die Vollmacht zur Ernennung von Bischöfen (Investitur), letztlich um den Vorrang und die Grenzen von geistlicher und weltlicher Macht.

Die Scholastik holte den verlorenen Geisteshorizont der Antike – teils vermittelt durch islamische Tradenten – unter christlicher Perspektive wieder ein. Die anfangs nur formale und oberflächliche Christianisierung der Bevölkerung wurde vertieft und fand ihren Ausdruck in Architektur, Kunst, Dichtung und Musik, in religiösen Bewegungen und Ordensgründungen, in zahlreichen karitativen Einrichtungen und Initiativen sowie im Fest- und Alltagsleben der Menschen.

Durch die Reformation verlor die Katholische Kirche weite Gebiete Nord- und Mitteleuropas. Parallel dazu vollzog sich die politisch motivierte Abspaltung der Anglikanischen Kirche, die sich in der Folge in moderater Weise der Reformation anschloss.

Die frühe Neuzeit ist geprägt durch den Konformismus. Der teilweise religiös motivierte Dreißigjährige Krieg verheerte Deutschland und schwächte seinen politische Zusammenhalt im Kaisertum. Der Absolutismus in den katholischen Ländern Europas führte zum Staatskirchentum, das eine weitere Schwächung des Papsttums zur Folge hatte.

Nach der Entdeckung Amerikas folgten den spanischen und portugiesischen Eroberern katholische Missionare. In Lateinamerika – wie auch in Teilen Afrikas – entstanden starke katholische Ortskirchen, die jedoch bis heute ihre Verflechtung in koloniale Strukturen nicht restlos ablegen konnten. Rom konnte damit seinen Machtverlust in Europa durch geographische Expansion weitgehend kompensieren. Die Ostasien-Mission blieb allerdings weitgehend erfolglos.

Die Aufklärung und die Französische Revolution veränderten die geistige Situation und die kirchliche Ordnung Europas grundlegend. Die Zeit der geistlichen Fürstentümer in Deutschland endete.

Im 19. Jahrhundert stand die Katholische Kirche auf der Seite der politischen und gesellschaftlichen Restauration sowie des Antimodernismus und Antiliberalismus. Sie kämpfte – vergeblich – um von alters her angestammte Domänen wie Einflussnahme im Bildungswesen. Diese Positionierung gipfelte einerseits im Ersten Vatikanischen Konzil mit der Dogmatisierung der Unfehlbarkeit des Papstes in Glaubensfragen, deren Ablehnung u.a. zur Abspaltung der Altkatholischen Kirche führte. Andererseits führte gerade der Antimodernismus die Katholische Kirche zur Kritik an der menschenverachtenden Ausbeutung der Arbeiterschaft in der beginnenden Industrialisierung und zur Formulierung der katholischen Soziallehre durch Papst Leo XIII.

Das 20. Jahrhundert ist gekennzeichnet durch die Auseinandersetzung der Kirche mit den totalitären Herrschaftssystemen des Nationalsozialismus und des Stalinismus sowie mit der „Moderne“ in ihren weltanschaulichen, moralischen, sozialen und politischen Dimensionen. Diese Auseinandersetzung wurde teils mit Kompromissen, teils in strikter Abgrenzung bis zum Martyrium geführt. Das Zweite Vatikanische Konzil markiert eine Periode der Öffnung und Modernisierung. Das lange Pontifikat Johannes Pauls II. (1978–2005) ist durch das von ihm mitbewirkte Zusammenbrechen des Kommunismus und ein starkes politisches Engagement für Entwicklung und Frieden (z. B. im Irak-Krieg 2003), aber auch durch innerkirchliche Restaurationstendenzen geprägt. 1990 weiht er im Rahmen einer apostolischen Afrika-Reise in Yamoussoukro der Heiligen Gottesmutter Maria das größte Kirchengebäude der Christenheit.

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Römisch-katholische Kirche in Deutschland

St. Gereon in Köln - älteste römisch-katholische Kirche Deutschlands aus dem 4. Jahrhundert - Thebäische Legion

Die römisch-katholische Kirche in Deutschland umfasst 25.461.118 Katholiken (31,0% der Gesamtbevölkerung). Die Anzahl der Kirchenaustritte hat in den letzten Jahren abgenommen und lag 2007 bei 93.000. Die Zahl der Teilnehmer an der sonntäglichen Messfeier nimmt von Jahr zu Jahr noch immer ab und betrug nach Angaben der Deutschen Bischofskonferenz 2007 13,7% der Kirchenmitglieder.

Wenn auch die Katholische Kirche ihrem Wesen nach weltumspannend (katholikos: „allgemein“) ist, so können doch die einzelnen Länder unterschieden werden, und zum Beispiel die Kirche Deutschlands tritt auch als solche gelegentlich in der Weltkirche in Erscheinung.

Unter „Kirche Deutschlands“ ist hier die katholische Kirche in der Bundesrepublik Deutschland zu verstehen. Der „deutsche“ liturgische Kalender dagegen bezieht sich auch auf Österreich, die Schweiz, Liechtenstein, Luxemburg und Südtirol, für die alle zusammen auch der Salzburger Erzbischof nach wie vor den Titel des „Primas Germaniae“ innehat. Mit diesem Titel sind allerdings keine Rechtsfolgen mehr verbunden.

Bedeutend unter den Bistümern sind die traditionell von einem Kardinal regierten Erzbistümer Köln und München-Freising, welche als Metropoliten (nicht nur) des größten Teils des Rheinlandes bzw. als geborener Vorsitzender der Freisinger Bischofskonferenz eine Vorrangstellung in traditionell katholischen Regionen genießen. Seit dem 12. Jahrhundert führt Köln sogar die Bezeichnung „Sancta“ im Stadtnamen: „Sancta Colonia Dei Gratia Romanae Ecclesiae Fidelis Filia“ — Heiliges Köln von Gottes Gnaden, der römischen Kirche getreue Tochter. Bedeutend ist auch das Hauptstadtbistum, welches in jüngerer Zeit gleichfalls zu einem traditionellen Kardinalssitz geworden ist. Mainz hat das alte Vorrecht, sich „Heiliger Stuhl“ zu nennen, was keinem anderen Bistum der Welt außer Rom zukommt.

Die Bistümer sind im allgemeinen weiter unterteilt in Dekanate, Pfarrverbände und Pfarreien; auf der Ebene letzterer gibt es auch weitere Seelsorgsstellen wie zum Beispiel in Krankenhäusern. Die Zahl der Pfarreien und sonstiger Seelsorgsstellen beträgt 12.521 (Stand: 2006).

Es gibt (Stand 2005) 102 Bischöfe (davon 34 emeritiert; ohne Kurienbischöfe), 13.924 Welt- und 2.266 Ordenspriester (davon zusammen 4.956 beurlaubt oder im Ruhestand) und 2.742 Ständige Diakone, von denen 1.676 noch einen weiteren Beruf ausüben. Von den Priestern sind 8.751 unmittelbar in der Pfarrseelsorge tätig. Somit betreut ein Pfarrer in Deutschland im Durchschnitt zwischen zwei- und dreitausend Gläubige, dennoch sind viele Pfarrgemeinden (insbesondere Dorfgemeinden) wegen des Priestermangels unbesetzt.

Zusammengeschlossen sind die Bistümer im Verband der Diözesen Deutschlands, welcher auch Rechtsträger der Deutschen Bischofskonferenz ist. Derzeitiger Vorsitzender ist der Hildesheimer Bischof Norbert Trelle. Des weiteren existiert für die Bistümer Bayerns und der ehemals bayrischen Pfalz die Freisinger Bischofskonferenz unter dem Vorsitz des München-Freisinger Erzbischofs. Der Heilige Stuhl ist in Deutschland durch den Apostolischen Nuntius Erzbischof Jean-Claude Périsset vertreten.

Eine Besonderheit der deutschen Kirche ist die weitverzweigte Organisation der Laien in eigenen Gremien. Die Pfarrgemeinderäte werden von den Katholiken der einzelnen Pfarreien gewählt (in der Regel aktives Wahlrecht ab 16 und passives ab 18 Jahren); der Pfarrer beruft noch Mitglieder hinzu. Entsprechend werden von den PGRs Dekanatsräte gewählt, und dann wiederum die Diözesanräte und das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (Präsident 2006: Hans-Joachim Meyer). Im ZdK sind viele Politiker vertreten, wie z. B. Meyer selbst oder Bundesministerin Annette Schavan.

Als „Land der Reformation“ ist Deutschland konfessionell eher gespalten, wobei die Spaltung nach der Integration der Ostflüchtlinge nach dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr in früheren Ausmaßen auftritt. Dennoch kann man den Süden und Westen als tendenziell katholisch bezeichnen (Bistum Passau mit 88,9% Katholikenanteil), während die ehemaligen preußischen Gebiete im Norden und Osten eher protestantisch geprägt sind (Erzbistum Hamburg mit 6,8% Katholiken, aber 46,5% Protestanten bei der Nordelbischen Evangelisch-Lutherischen Landeskirche) und die Einwohner der Neuen Bundesländer zum Großteil keiner Religion angehören (z.B. Bistum Dresden-Meißen mit 3,4% Katholiken und 21,6% Protestanten der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens).

In Deutschland existiert ein Kirchensteuersystem, welches den deutschen Bistümern im Vergleich mit den Bistümern anderer Länder zu einer gewissen Finanzkraft verhilft.

Auf ein Ordensleben haben sich 30.160 Menschen verpflichtet, davon 4.961 Männer (3.388 Priester) und 25.199 Frauen. Säkularinstituten gehören 2.161 Leute an (200 Männer, 1.961 Frauen), dem Opus Dei circa 600.

Die Zahl der Besucher der sonntäglichen Messfeier nimmt von Jahr zu Jahr ab und betrug nach Angaben der Deutschen Bischofskonferenz 2005 nur noch 3,6 Millionen Menschen, (14,0% der Kirchenmitglieder) gegenüber 6,19 Millionen Teilnehmern im Jahre 1990 (21,9% der Kirchenmitglieder in 1990).

Auch in den anderen Bereichen der Grundstrukturen des kirchlichen Lebens gibt es rückläufige Zahlen. Die Anzahl der Taufen ist 2006 mit 188.077 Personen auf einem neuen Tiefstand angelangt, in 1990 wurden noch 300.000 Personen getauft. Die Zahl der Trauungen verringerte sich auch und betrug 49.613 (1990: 116.000). Bei den katholischen Bestattungen lag die Anzahl im Jahr 2006 bei 253.259 Personen (1990: 298.000).

Seit Jahrzehnten ist in Deutschland die Zahl der Kirchenaustritte aus der römisch-katholischen Kirche weit höher, als die der Neu- und Wiedereintritte.

Die Kirche beschäftigte in Deutschland 2005 3.003 Pastoralreferenten (1.904 Männer, 1.099 Frauen) und 4.311 Gemeindereferenten (961 Männer, 3.350 Frauen), dazu kommen weitere Beschäftigte in der Kirche angeschlossenen Organisationen (z.B. Caritas). Insgesamt stehen etwa 100.000 Menschen in ihren Diensten.

Die Geschichte der katholischen Kirche in Deutschland beginnt bereits in römischer Zeit. Das erste bekannte Bistum im 3. Jahrhundert war Trier. Kurz danach wurden weitere Bistümer wie Köln, um 300, oder im 4. Jahrhundert Mainz, begründet. Mit dem Ende des Römischen Reiches kam es jedoch zu einem Stillstand der Mission, die auch nicht durch einige iro-schottische Missionsversuche wieder belebt wurden. Erst mit Bonifatius kam es wieder zu Bewegungen in der Kirche Deutschlands. Neben einer Straffung der Moral und einer Ordnung der bereits vorhandenen Kirche kam es nun zu neuen Missionen mit Bistumsgründungen. Als erste Kirchenprovinzen wurden Mainz, Köln und Trier errichtet. Doch auch in den folgenden Jahrhunderten wurde die Macht der Bischöfe durch zahlreiche mächtige Klöster durchlöchert. Mit dem ausgehenden 10. Jahrhundert begann die Osterweiterung des Reiches. Auch sie führte zu neuen Missionen und Bistumsgründungen, so dass man die Grundstruktur der Katholischen Kirche in Deutschland mit dem frühen 12. Jahrhundert als abgeschlossen betrachten kann. Eine Besonderheit bilden hierbei die zumeist großflächigen Diözesen, welche in ihrer Größe nicht mit italienischen oder französischen Bistümern zu vergleichen sind. Primas Germaniae - schon damals in Deutschland ein reiner Ehrentitel - wurde der Erzbischof von Magdeburg.

Zu weiteren Veränderungen innerhalb der deutschen Kirche kam es erst mit der Reformation. Hierbei gab es unter den Gläubigen, wie auch der Kirchenleitung, oftmals Verwirrung. War doch gar nicht klar, welcher Konfession man nun angehörte. So heißt es von einem Pfarrer, dass er verheiratet sei und den Laienkelch reiche, aber gut katholisch sei. Die katholische Gegenreformation führte zu einem neuen Bemühen um die Seelsorge und damit verbunden ein Heben der Bildung des einfachen Klerus. Neue Orden widmeten sich nun dem Schulwesen und der Krankenpflege und eine neue Volksfrömmigkeit erwuchs. Gleichzeitig gingen zahlreiche Bistümer unter, deren Gebiete erst reformiert und dann säkularisiert wurden. Andere wiederum schieden durch den „Besitzwechsel“ aus und fielen an Frankreich oder Polen. Es entstanden aber auch neue, so wie in den heutigen Niederlanden und Belgien. Für das untergegangene Erzbistum Magdeburg wurde nun der Erzbischof von Salzburg zum Primas Germaniae.

Aus protestantischer Sicht ist die Reformation ein Prozess der Teilung der katholischen (d.h. „allgemeinen“) Kirche gewesen, in dessen Folge die eine Kirche in mehreren Teilen weiterbesteht. In den Teilen Deutschlands, die sich der Reformation anschlossen, entstanden so Landeskirchen unter der Leitung des jeweiligen Landesherren, statt des Papstes. Da sich - zumindest in Deutschland - die Bischöfe nicht der Reformation anschlossen, kann man aus katholischer Sicht und auch in organisatorischer Hinsicht durchaus von einer Abspaltung sprechen. Die meisten Kirchen der Reformation verstehen sich theologisch aber auch weiterhin als Teil der katholischen (also: „allgemeinen“) Kirche.

Bistumsmäßig gingen die ganze Kirchenprovinz Bremen-Hamburg sowie die Mainzer Suffragane Halberstadt und Verden verloren. Der vormalige Kölner Suffragan Utrecht wurde zum Erzbistum erhoben und war mit seinen Suffraganen nun ziemlich eindeutig dem belgischen Gebiete zugehörig; dort wurde auch das neue Erzbistum Mecheln errichtet, dem man unter anderem der vormalige Kölner Suffragan Lüttich unterstellte. Wien und Wiener Neustadt wurden exemt.

Im 18. Jahrhundert zeigten die Bemühungen der Gegenreformation ihre Früchte. Die Lage der Kirche in Deutschland hatte sich stabilisiert und es blühte eine reiche Volksfrömmigkeit. In der 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts aber kam es erneut zu Bewegungen, wenn auch zuerst nur klein und unscheinbar. So brachte die Aufklärung ein Erstarken des Nationalkirchengedankens, was zu einem Versuch der Einschränkung der Macht des Papstes über die deutsche Kirche führte.

Von der hierarchischen Struktur her war mittlerweile das Patriarchat von Venedig (vormals Aquileia) aufgehoben worden und das Erzbistum Görz für den österreichischen Teil an seine Stelle getreten. Wien war mit den neugeschaffenen Suffraganen Linz und St. Pölten zum Erzbistum erhoben worden, Breslau, Fulda, Laibach, Passau, und Sitten waren exemt. Sachsen, die Lausitz und Norddeutschland mussten als apostolische Präfektur bzw. Vikariate verwaltet werden.

In den folgenden Jahren kam es zu einem Erstarken der Volksfrömmigkeit und des Vereinswesens. Dies hatte auch politische Folgen: So wurde etwa die Zentrumspartei gegründet. Besonders im Bereich des Sozialen, also etwa in der Krankenpflege und der Kindererziehung, kam es zu zahlreichen Neugründungen von Ordensgemeinschaften. Auch der Konflikt mit dem preußischen Staat im Kulturkampf konnte das erstarken des Katholizismus nicht aufhalten. Die Abspaltung der alt-katholischen Kirche führte nur zu einem geringen Verlust von Gläubigen. Seit dem ausgehenden 19. Jahrhundert versöhnten sich Staat und Kirche zunehmend. Dies führte auch zu einer zunehmenden "staatstragenden Einstellung" der kirchlichen Obrigkeit; so galt der Kölner Erzbischof Felix von Hartmann als ein Anhänger Kaiser Wilhelms II. Erst die Weimarer Republik führte die Katholische Kirche aus ihrem Schattendasein zu einer eigentlichen Emanzipation.

1921 wurde das alte Bistum Meißen wiedererrichtet und 1930 das damals neugegründete Bistum Berlin (aus den brandenburgischen und pommerschen Teilen des vormaligen Bistums Breslau) mit dem ostpreußischen Bistum Ermland dem nun zum Erzbistum erhobenen Breslau unterstellt. Auch Paderborn (vormals zu Köln) wird Erzbistum, mit den Suffraganen Fulda (vormals zu Freiburg) und Hildesheim (vormals zu Köln). Die Apostolischen Vikariate und die Präfektur werden aufgehoben und den Bistümern zugeteilt.

Ein Konkordat mit dem ganzen Deutschen Reich, um das sich Nuntius Eugenio Pacelli (der spätere Pius XII.) bemüht, kam erst im Jahre 1933 unter der nationalsozialistischen Reichsregierung zustande; die Aussicht darauf spielte wohl auch eine Rolle bei der katholischen Zentrumspartei, dem Ermächtigungsgesetz zuzustimmen. Dieses Reichskonkordat gilt als „vorkonstitutionelles Recht“ weiter fort und bestimmt somit bis heute das Verhältnis der katholischen Kirche zum Staat.

Im Dritten Reich daraufhin gelang es der katholischen Kirche zunächst, sich der Gleichschaltung zu entziehen und auch einige Male Aufsehen zu erregen (z. B. durch die vom deutschen Erzbischof Michael Kardinal Faulhaber maßgeblich mitvorbereitete päpstliche Enzyklika „Mit brennender Sorge“ oder die Predigten des späteren Kardinals Bischof Graf Galen). Später aber zeigte sich, dass Hitler auf das Konkordat nicht viel gab. Die Eingliederung katholischer Jugendverbände in die Hitlerjugend und die Verfolgung missliebiger Geistlicher mit Hilfe des sogenannten Heimtückegesetzes (vor allem nach dem Erscheinen und Verlesen der Enzyklika Mit brennender Sorge) machten dies deutlich. Nicht wenige katholische Christen wurden vom NS-Regime verfolgt.

Doch wurde der Kirche nach dem Krieg auch eine unkritische Haltung zum Nationalsozialismus vorgeworfen. Insbesondere nach der Veröffentlichung des literarischen Werkes „Der Stellvertreter“ von Rolf Hochhuth wurden und werden, zunächst dem Papst, aber auch dem deutschen Episkopat, Schweigen und (nach Meinung der Kritiker) verfehlte diplomatische Zurückhaltung vorgeworfen. Allerdings wird immer wieder auch darauf verwiesen, dass die Kirche hinter der diplomatischen Fassade durchaus gegen den Nationalsozialismus arbeitete.

Die Teilung Deutschlands stellte auch die katholische Kirche vor Schwierigkeiten, besonders da die Kirche, bzw ihre Gläubigen in der DDR unter Repressalien litt. Organisatorisch wurden vor allem Provisorien angewandt, man hütete sich, die Bistumsgrenzen an den neuen Staatsgrenzen auszurichten; daran zeigt sich auch, dass die katholische Kirche in Deutschland - bisweilen in Opposition zum Heiligen Stuhl - die Wiedervereinigung favorisierte. Das Erzbistum Paderborn hatte einen „bischöflichen Kommissarius“ in seinem Ostteil in Magdeburg, die Bistümer Fulda und Würzburg einen gemeinsamen Generalvikar in Erfurt (der formelle Verwaltungssitz für die Würzburger war Meiningen). 1972/73 schließlich wurden die Gebiete mit dem Status eines (Erz-)Bischöflichen Amtes versehen und die Prälaten zu Apostolischen Administratoren ernannt, es unterblieb jedoch – außer beim bisherigen Erzbischöflichen Amt Görlitz, bei dem es um die deutsch-polnische, nicht die innerdeutsche Grenze ging – selbst die Erhebung zur Apostolischen Administratur, welche ja immer noch Vorläufigkeit ausdrücken würde.

In einem Gebiet, das von keinen rechtlichen Querelen um die Staatsgrenzen geplagt war, gründete man derweil 1957 ein neues Bistum, das „Ruhrbistum“ Essen als Suffragan von Köln.

Nach der Wiedervereinigung wurden 1994 die Provisorien aufgehoben, die territoriale Gliederung der deutschen Kirche kann als abgeschlossen betrachtet werden: Im einzelnen wurden die bischöflichen Ämter Erfurt-Meiningen (nun Erfurt) und Magdeburg zu Bistümern erhoben und Paderborn unterstellt, Berlin – dessen Bischöfe schon seit längerem kraft persönlicher Verleihung den Erzbischofstitel getragen hatten – wurde Erzbistum mit dem vormaligen exemten Bistum Meißen (seit 1980 Dresden-Meißen) und der Apostolischen Administratur (nunmehr Bistum) Görlitz als Suffraganen; und schließlich errichtete man aus vorwiegend osnabrückischen Gebieten das Erzbistum Hamburg und unterstellte ihm die Bistümer Osnabrück (vormals zu Köln) und Hildesheim (vormals zu Paderborn).

Im Jahre 1995 erreichte im Rahmen des sogenannten Kirchenvolksbegehrens die kirchenkritische Gruppierung „Wir sind Kirche“ in Deutschland nicht ganz eineinhalb Millionen Unterschriften. Seitdem finden sich gelegentlich bei kirchenpolitischen Entscheidungen in den Medien deren Stellungnahmen.

Eine weitere Konfliktsituation waren die Kontroversen mit dem Papst um die kirchliche Schwangerschaftskonfliktberatung. Hierbei wurde, nach absolvierter Beratung, ein Schein ausgestellt, welchen der deutsche Staat als Voraussetzung für eine straffreie Abtreibung akzeptierte. Ohne Beratungsschein kann die jeweilige Abtreibung gar nicht ausgeführt werden. Betonten die deutschen Bischöfe die durch die Beratung geretteten Menschenleben, so verwies der Papst darauf, dass durch den Schein eine formale Beteiligung der deutschen Kirche an der Abtreibung stattfand. Abtreibung hat nach Ansicht des Papstes und der deutschen Bischöfe, den moralischen Rang des Mordes. Nach einem schließlichen ausdrücklichen Verbot stellten die Bischöfe die Beratung, oder genauer das Ausstellen des Scheines, mit vorübergehender Ausnahme des Limburger Bischofs Franz Kamphaus, ein. Katholische Laien reagierten mit der Gründung des Vereines Donum Vitae, welcher laut dem damaligen Nuntius Erzbischof Lajolo in offenem Widerspruch zu den Anweisungen des Heiligen Vaters handle und das Zeugnis der Katholischen Kirche verdunkle. Ranghohe Mitglieder des Vereins sind zugleich Mitglieder des ZdK.

Aufsehen erregte der Regensburger Bischof Gerhard Ludwig Müller mit seiner Neuordnung der Laienräte, die er mit den Anforderungen des gültigen Kirchenrechts begründet und die unter anderem vom ZdK schärfstens verurteilt wurde: Sie sei „Rechtsbruch“; das ZdK plante vorübergehend, den neugebildeten Räten die Mitarbeit zu verweigern, Bischof Müller stellte die Zahlungen an das ZdK ein.

Papst Benedikt XVI. besuchte 2006 den Freistaat Bayern. Dieser Besuch wurde zu einem großen katholischen Fest und fand ein großes Medienecho. Eine seiner Aussagen kann als treffende Zustandsbeschreibung der Kirche Deutschlands gewertet werden; er sagte sinngemäß: Die deutschen Katholiken seien eifrige Spender, um soziale Projekte der Kirche in Ländern der Dritten Welt zu unterstützen; schwer aber sei es, von ihnen Geld für die eigentlich primäre kirchliche Aufgabe der Evangelisierung zu bekommen. Auch 2007 steigt die Zahl der Eintritte und Rückkehrer. So sind die Zahlen der Austritte aus der römisch-katholischen Kirche seit dem Jahr 2003 (129.598) rückläufig.

Es ist eine deutsche Eigenheit, dass der Staat von den Mitgliedern vieler Kirchen, die in Deutschland repräsentiert sind, zusammen mit der Einkommensteuer eine Kirchensteuer erhebt, mit der die Kirchen u. a. ihre sozialen Einrichtungen erhalten, was also auch im Fall der Katholischen Kirche zutrifft. Lediglich eine Kirchenaustrittserklärung je nach Bundesland vor einem Standesamt oder Amtsgericht beendet die Kirchensteuerpflicht der betreffenden Person.

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Source : Wikipedia