Kassel Huskies

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Geschrieben von goldorak 10/03/2009 @ 14:11

Tags : kassel huskies, 2. bundesliga, eishockey, sport

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Kassel Huskies

Kassel Huskies

Die Kassel Huskies sind ein Kasseler Eishockeyclub, der zurzeit in der Deutschen Eishockey Liga spielt. Er war zur Vereinsgründung 1977 noch als ESG Kassel und nach der ersten Umbenennung 1987 als EC Kassel bekannt. Seit 1994 ist die Profimannschaft des Vereins als Kassel Huskies in eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung ausgelagert und gehört zu den Gründungsmitgliedern der DEL. Die bisher größten Erfolge feierte der Club im Jahre 1997 als deutscher Vizemeister und 2004 als deutscher Vizepokalsieger.

Die Vereinsfarben der Kassel Huskies sind blau-weiß, die Spielstätte ist die Eissporthalle Kassel. Der Stammverein der „Huskies“ ist die Eishockey Jugend Kassel e.V. und betreut sowohl die Nachwuchsspieler als auch die Damenmannschaft.

Bereits vor der Gründung eines Kasseler Eishockeyvereins hatte im Jahre 1966 schon Helmut Spohr – ein ehemaliger Fußballspieler des KSV Hessen Kassel – den Gedanken, den Eishockeysport in Kassel einzuführen. Die Idee entstand auf dem gefrorenen Teich in der Kasseler Karlsaue, als er beim Schlittschuhlaufen über diesen Sport ins Gespräch kam.

Spohr stellte daraufhin zusammen mit Viktor Klement das Tennisgelände des ESV Jahn Kassel im Aschrottpark zur Verfügung, auf dem anschließend mit Wasserschläuchen im Winter für die entsprechende Eisfläche gesorgt wurde. Durch die unregelmäßigen Wetterbedingungen wurde dieses Vorhaben jedoch erschwert und nur an Wintertagen ermöglicht.

Die in der Freizeit ausgetragenen Eishockeyspiele erlangten großes Interesse, sodass ebenso die Geschichte des ersten Eishockeyvereins aus Kassel nicht lange zurückreicht. Die damals noch als ESG Kassel bekannte Eissportgemeinschaft wurde am 19. Februar 1977 gegründet, als im selben Jahr die Kasseler Eissporthalle von Edith und Simon Kimm, den damaligen Geschäftsführern, in Betrieb genommen wurde. Mit der Eröffnung der Eissporthalle wurde somit eine überdachte Spielstätte für den Eishockeysport geschaffen.

Eine Sportart auf dem Eis in einer überdachten Halle war im Jahre 1977 etwas ganz Neues in Kassel. Noch im Jahr der Eröffnung startete die ESG Kassel in der Saison 1977/78 ihre erste Spielzeit in der Regionalliga, der damals vierthöchsten Spielklasse, und trug am 30. Oktober 1977 das erste offizielle Heimspiel aus. Vor respektablen 900 Zuschauern verlor die Eissportgemeinschaft aus Kassel dieses Spiel jedoch mit 2:5 gegen den SV Brackwede. Da das Interesse an dieser in Nordhessen neuen Sportart offensichtlich groß war, kamen trotz anfänglicher Niederlagen teilweise bis zu 3.000 Zuschauer und Kassel konnte sich obgleich der ersten Vereinssaison im Mittelfeld der Liga etablieren.

Um überhaupt eine Eishockeymannschaft aufstellen zu können, liefen für das Team anfangs ebenso Spieler auf, die zuvor in anderen Sportarten tätig gewesen waren. Dessen ungeachtet trat der Verein in seiner Anfangsphase überwiegend nur mit zwölf oder 13 Spielern an. Ein Beispiel stellt der damalige Stürmer Willy Kurrat dar, der mit seinen 52 Jahren zuvor die Fußballmannschaft des KSV Hessen Kassel trainiert hatte. Mit ihm belegte der Verein in seinen ersten beiden Spielzeiten den fünften Platz in der Vorrunde.

Für den ersten sportlichen Erfolg sorgte die ESG Kassel zusammen mit Gerry Hoag und Eric Wolf, die beide in der Regionalliga-Saison 1979/80 die erste kanadische Sturmreihe in der Geschichte des Vereins bildeten. Vor dem VERC Lauterbach und dem EC Nordhorn wurde die Eissportgemeinschaft im Jahre 1980 Meister der Regionalliga Süd-West und stieg bereits drei Jahre nach Vereinsgründung in die Oberliga auf, als sie die Aufstiegsrunde mit dem 3. Platz erfolgreich absolvierten.

Auch in der dritthöchsten Spielklasse konnte sich der Aufsteiger schnell etablieren. Mit Herbert Heinrich und Shane Tarves – den bis heute einzigen Spielern, deren Trikotnummern in Kassel gesperrt wurden – verzeichneten sie ebenso in der Oberliga erste Erfolge. Bereits in den ersten beiden Jahren spielte der Verein als eine der besten drei Mannschaften der Vorrunde um den Aufstieg in die 2. Bundesliga.

Der Aufstieg wurde dennoch in der Endrunde 1980/81 knapp verpasst. In der darauf folgenden Spielzeit war Kassel zwar aus sportlicher Sicht aufgestiegen, jedoch konnte aufgrund der fehlenden finanziellen Mittel der Einzug in die 2. Bundesliga nicht erfolgen. Mit finanzieller Unterstützung der Stadt Kassel konnte dessen ungeachtet in der Saison 1982/83 unter Jorma Siitarinen, dem damaligen Trainer, nach nur drei Jahren Drittligazugehörigkeit letztendlich der Oberliga-Meistertitel erlangt und der Aufstieg in die zweithöchste deutsche Eishockeyliga erreicht werden.

Erfolgreich konnte Kassel in den ersten beiden Jahren den Klassenerhalt mit dem ersten Platz nach dem Absolvieren der Endrunde verzeichnen und schaffte es, sich anschließend zudem in der zweiten Liga zu etablieren. Bereits zwei Jahre nach dem Aufstieg konnte die „ESG“ Mitte der 1980er Jahre um die Qualifikation zur ersten Bundesliga spielen.

Der schnelle Aufstieg der Mannschaft konnte jedoch in den ersten Jahren der Zweitklassigkeit finanziell nicht bewältigt werden, denn trotz des sportlichen Erfolges des Kasseler Eishockeyvereins mangelte es am finanziellen Hintergrund. Zwar investierte der Verein in viele Neuzugänge wie Dave O’Brien und Miroslav Dvořák – dem Zugang von den Philadelphia Flyers aus der NHL – jedoch fehlten in der Relegationsrunde 1985/86 zwei Punkte für den Aufstieg in die erste Liga. Ein ausschlaggebendes Aneinandertreffen dieser Saison war das Spiel gegen Eintracht Frankfurt – den heutigen Frankfurt Lions, den Erzrivalen der „Huskies“ – in dem aus einer 3:0-Führung noch eine 3:4-Niederlage wurde und zwei Punkte verloren gingen.

Auch im darauf folgenden Jahr schaffte der Verein mit den kostenintensiven Spielern den Aufstieg in die höchste Spielklasse nicht, womit die verpasste Qualifikation zur Erstklassigkeit in der Saison 1986/87 eine finanzielle Krise bedeutete. Durch die große Investition in die Mannschaft musste der Verein noch im selben Jahr Konkurs anmelden.

Am 16. Mai 1987 erfolgte der wirtschaftliche Neubeginn des Eishockeyvereins. Die „ESG“ benannte sich in EC Kassel um und durch die hohen Kosten in der 2. Bundesliga entschloss sich der Club zum Ende des Spieljahrs 1987/88 aus der zweiten Liga zurückzuziehen und freiwillig in die Oberliga abzusteigen. Zusätzlich mussten viele Neuzugänge aus den letzten Jahren den Verein wieder verlassen. Richard Piechutta, der neue Trainer des „ECK“, versuchte demzufolge zur neuen Spielzeit mit Shane Tarves und zwölf Spielern aus der Jugendabteilung eine neue Mannschaft aufzustellen. Dieses Vorhaben gelang dem Trainer unerwartet und bereits in der Saison 1988/89 schaffte es der Verein, erneut um die Qualifikation zur 2. Bundesliga mitzuspielen.

Mit der Hilfe von Martin Lepper, dem beauftragten Konkursverwalter, schaffte es der Eishockeyclub Kassel ebenfalls wieder „schwarze Zahlen“ zu schreiben und konnte sich infolgedessen ohne Geldsorgen weiterhin auf den sportlichen Erfolg konzentrieren. Mit einem neunten Platz in der Qualifikation verpassten sie gleichwohl im Jahre 1989 den direkten Wiederaufstieg in die zweithöchste Spielklasse, im Anschluss daran gelang dennoch im Spieljahr 1989/90 die Rückkehr in die zweite Liga. Der Verein spielte somit wieder in der Liga, in der er drei Jahre zuvor noch um die Qualifikation zur höchsten deutschen Eishockeyliga mitwirkte.

Während der erneuten Zweitklassigkeit musste der Verein im ersten Jahr zwar noch um den Klassenerhalt spielen, schloss die Qualifikation zur 2. Bundesliga ungeachtet dessen mit einem ersten Platz ab und sicherte sich dadurch den Verbleib in dieser Liga. Die folgenden drei Spielzeiten konnte die Mannschaft in der oberen Tabellenhälfte mitwirken, wodurch Anfang der 1990er Jahre die erneute Möglichkeit bestand, an der Qualifikationsrunde zur 1. Bundesliga teilzunehmen. In der Endrunde 1992/93 scheiterte die Mannschaft gleichwohl schon im Viertelfinale der neu eingeführten Play-offs gegen den ES Weißwasser knapp mit 2:3-Spielen und musste sich im letzten Spiel der Best-of-Five-Serie nach Verlängerung mit 6:7 geschlagen geben.

Nachdem sich die Kasseler daraufhin in der Saison 1993/94 erneut für die Play-offs qualifizierten, erreichten sie mit Siegen gegen den ES Weißwasser und den EHC 80 Nürnberg die Finalrunde und spielten um die Meisterschaft der 2. Bundesliga. Im Finale der Play-offs mussten sich die Nordhessen zwar gegen den Augsburger EV mit 1:2-Spielen geschlagen geben, erlangten trotz der Niederlage mit dem damaligen Trainer Ross Yates letztendlich den Zweitliga-Vizemeistertitel. Mit diesem bis dahin größten Erfolg für den Verein, schaffte es die Mannschaft zur Spielzeit 1994/95 eines der Gründungsmitglieder der neuen Deutschen Eishockey Liga zu werden.

Ausschlaggebend für die Gründung der neuen Eishockeyliga waren die vielen Insolvenzen der zweiten Bundesliga, wodurch aus insgesamt 18 Mannschaften der ersten und zweiten Liga die eigenständige Deutsche Eishockey Liga entstand. Die meisten Vereine benannten sich daraufhin aus Vermarktungsgründung um und benutzten Pseudonyme aus der Tierwelt. Die National Hockey League aus Nordamerika diente hierbei zum Teil als Leitbild.

Zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte erreichte der Club aus Kassel die höchste deutsche Spielklasse im Eishockey und benannte sich daraufhin zum Start eines neuen Geschichtsabschnitts in Kassel Huskies um. Als Vorbild der Namensgebung diente der sibirische Husky, wodurch die „Huskies“ des Öfteren auch „Die Schlittenhunde“ genannt werden.

Mit der Einführung der DEL wurde die Profimannschaft in die EC Kassel Huskies Sportmanagement GmbH ausgelagert. Der Stammverein der GmbH, die Eishockey Jugend Kassel e.V., fungiert heute als Kooperationspartner und ist für den Eishockeynachwuchs sowie die Damenmannschaft zuständig.

Die ersten Jahre in der Deutschen Eishockey Liga waren für die „Huskies“ aus Kassel überraschend erfolgreich. Obgleich sich das Team in der Vorrunde der Saison 1994/95, abgeschlagen von den favorisierten Mannschaften, nur im Mittelfeld der Liga befand, schloss es die Saison dennoch als beste Mannschaft ab, die aus der zweiten Liga mit in die DEL einzog. Zusätzlich schafften sie in den ersten beiden Jahren den Sprung in die Play-offs, in denen sie zwei Spielzeiten in Folge das Achtelfinale gegen die Frankfurt Lions bestritten. Der Erzrivale aus Südhessen konnte sowohl 1994/95 mit 4:1-Spielen als auch 1995/96 mit 3:0-Spielen deutlich besiegt und somit das Viertelfinale erreicht werden. Diese Spielzeiten waren für die bis heute andauernde Rivalität beider Vereine von großer Bedeutung.

Auf der Ebene der Geschäftsleitung übernahmen Gerhard Swoboda und Uli Egen im Jahre 1995 die Ämter des Vereinspräsidenten und Managers. Martin Lepper, der bis dahin tätige Konkursverwalter, der 1990 den Kassel Huskies aus der finanziellen Krise verhalf, beendete aufgrund der erneuten stabilen wirtschaftlichen Lage der „Huskies“ seine Amtszeit in Kassel.

Im gleichen Jahr wurde das „Bosman-Urteil” rechtskräftig, welches unter anderem regelt, dass Profi-Spieler in der Europäischen Union nach Ende des Vertrages ablösefrei zu einem anderen Verein wechseln dürfen. Dieser Beschluss öffnete den europäischen Markt, wodurch Gerhard Brunner, der damalige Trainer des Kasseler Eishockeyclubs, so viele ausländische Profis nach Kassel holte, wie es vor ihm noch kein Trainer getan hatte. So kam unter anderem der amtierende Olympiasieger Roger Hansson nach Kassel, der bei den Olympischen Winterspielen 1994 mit der schwedischen Nationalmannschaft die Gold-Medaille gewann.

Den bisher größten Erfolg der Vereinsgeschichte errangen die „Schlittenhunde“ in der Saison 1996/97 als deutscher Vizemeister. Nachdem die Mannschaft die Vorrunde auf Platz drei abgeschlossen hatte, qualifizierte sie sich direkt für die Teilnahme an den Play-offs. Dort besiegten sie zunächst nach 3:0-Spielen die Star Bulls Rosenheim sowie anschließend die Eisbären Berlin nach 3:1-Spielen. Zum ersten Mal schaffte es der Verein am Finale der höchsten deutschen Eishockeyliga teilzunehmen und trat somit gegen die Adler Mannheim an, die zu den zwei besten Mannschaften der Vorrunde gehörten. In den letzten Duellen der Endrunde galten die Nordhessen zwar als „Underdog“ im Play-off-Finale, ungeachtet dessen versuchte das Team jedoch bis zur letzten Minute, den Mannheimer Adlern ebenbürtig zu sein und als Außenseiter die Meisterschaft zu gewinnen.

Das Interesse in Kassel für den Eishockeysport wurde durch diesen Erfolg so groß, dass für das einzige Final-Heimspiel geschätzte 20.000 Karten verkauft werden könnten. Auch in den Messehallen Kassel kamen 3.500 Zuschauer zur Live-Übertragung. Die Enttäuschung der Fans saß tief, als das Play-off-Finale mit 0:3-Spielen verloren ging, trotzdem feierten am 16. April 1997 über 10.000 Menschen auf dem Rathausplatz in Kassel diesen Erfolg ihres Vereins. Während die „Huskies“ noch drei Jahre zuvor in der 2. Bundesliga gespielt hatten, konnten sie in diesem Jahr mit dem damaligen Oberbürgermeister Georg Lewandowski den Triumph der zweitbesten deutschen Eishockeymannschaft genießen.

Mit dem deutschen Vizemeistertitel qualifizierte sich Kassel zusätzlich für die European Hockey League und konnte im Spieljahr 1997/98 zum ersten Mal international antreten. Bis auf ein 5:0 im Hin- und ein 4:3 im Rückspiel gegen den HC Vítkovice mussten sich die Kassel Huskies jedoch gegen Färjestads BK sowie Jokerit Helsinki geschlagen geben und schieden bereits in der Vorrunde aus. Erfolgreichster Spieler im Kader der „Huskies“ war der ehemalige Stanley Cup-Sieger Paul DiPietro, der für diese Saison verpflichtet wurde.

An diese erfolgreiche Saison konnten die Kassel Huskies anschließend nicht mehr anknüpfen. Sowohl im nächsten Jahr, in dem die Kasseler in der Play-off-Qualifikation scheiterten als auch in der darauf folgenden Saison, in der für die Endrunde ein einziger Punkt fehlte, musste die Mannschaft die Saison nach der Vorrunde beenden. Zwar konnten die Kassel Huskies somit in diesen beiden Spielzeiten die Play-offs nicht mehr erreichen, dennoch stieg der Verein danach mit dem wiederkehrenden Trainer Hans Zach zu einem national bedeutenden Eishockeyclub auf.

Zum Spieljahr 1998/99 wechselte Hans Zach als Trainer wieder zu den „Huskies“, die er bereits in der Saison 1995/96 betreut hatte. Er hatte großen Anteil an den Erfolgen des Kasseler Eishockeyclubs. Mit ihm zog die Mannschaft ab der Spielzeit 1999/2000 drei Mal in Serie stets als eine der besten fünf Mannschaften der Vorrunde in das Halbfinale der Play-offs ein und wurde dadurch überregional bekannt.

In den ersten zwei Jahren dieser Serie verloren die Kassel Huskies das Play-off Halbfinale beide Male gegen die München Barons. Der Club musste sich zum einen im Jahre 2000 mit 0:3 und zum anderen im Jahr darauf mit 1:3-Spielen gegen die Münchener geschlagen geben, nachdem das Team im Viertelfinale alle drei Siege zum weiterkommen erst nach der Verlängerung oder im Penaltyschießen gewann. Ebenso gab es besondere Duelle gegen den Finalgegner von 1997, die Adler Mannheim. Während die Baden-Württemberger im Viertelfinale der Saison 1999/2000 noch nach fünf Spielen besiegt wurden, verlor das Team aus Kassel im Halbfinale der Saison 2001/02 gegen die „Adler“ klar nach 0:3-Spielen.

Zach formte das Kasseler Eishockey zum erfolgreichsten Sport der Stadt, führte eine defensive Taktik ein und holte viele deutsche Spieler nach Kassel, von denen einige – wie Daniel Kreutzer – zu Leistungsträgern der Nationalmannschaft wurden. Mit ihm schaffte es die Mannschaft am 25. September 2002 nach einem 3:0-Sieg gegen die Nürnberg Ice Tigers auf den ersten Tabellenplatz der höchsten deutschen Spielklasse im Eishockey. Es war bisher das erste und einzige Mal, dass den Kasselern der Sprung an die Tabellenspitze gelang.

Spätestens in der Zeit mit Hans Zach wurden die „Huskies“ zu einem Aushängeschild der Region Nordhessen. Neben den Kasseler Spielern trainierte er ebenfalls die deutsche Eishockeynationalmannschaft, mit der er die B-Weltmeisterschaft 2000 gewann und dadurch den deutschen Eishockeysport in die oberste Liga zurückführte. Nicht nur durch den Erfolg in Kassel, sondern zudem als Nationaltrainer machte Hans Zach national auf sich aufmerksam und wurde letztendlich von den Kölner Haien abgeworben. Zach begründete seinen Wechsel damit, dass die guten Spieler, welche von ihm ausgebildet werden, zu häufig anschließend zu renommierteren Vereinen wechseln.

Auch der Gesellschafter der Kasseler, Simon Kimm, war von den sportlichen Leistungen der letzten Jahre überzeugt und unterstützte den Eishockeyclub mit weiteren 15 Mio. D-Mark (etwa 7,5 Mio. Euro). Er sicherte somit den Eishockeysport in Nordhessen und plante die weitere Investition in die Kasseler Eissporthalle, um den Ausbau in einen Multifunktionskomplex vorzunehmen.

Nachdem Zach zur Saison 2002/03 zu den Kölner Haien gewechselt war, stellte sich dagegen der sportliche Misserfolg der „Huskies“ ein. Zwar gelang im Jahre 2003 noch der direkte Sprung in die Play-offs, jedoch trafen die Kasseler im Viertelfinale direkt auf den neuen Club ihres bisherigen Trainers, Hans Zach. Im letzten Spiel der Best-of-Seven mussten sich die Nordhessen den „Haien“ mit 3:4-Spielen geschlagen geben.

Dies war zugleich die letzte Play-off-Teilnahme in der Deutschen Eishockey Liga für Kassel. Die hohen Maßstäbe, die Zach gesetzt hatte, konnten von seinen Nachfolgern bis auf wenige Ausnahmen nicht mehr erreicht werden. Das spiegelte sich unter anderem in den vielen Trainerentlassungen wider, da sich weder Mike McParland mit offensivem Eishockey noch Milan Mokroš mit defensiver Spieleinstellung lange als Trainer behaupten konnten.

Das Erreichen des Finales des Deutschen Eishockey-Pokals in der Saison 2003/04 war der vorerst letzte Erfolg der „Schlittenhunde“, mit dem sie sich auf erstklassiger Ebene auszeichnen konnten. Erneut traten die Nordhessen gegen das Team ihres ehemaligen Trainers an, der einst mit ihnen drei Mal in Folge das Play-off-Halbfinale erreicht hatte. Die „Haie“ unter Hans Zach bezwangen die Kasseler mit 3:1 in der Kölnarena und gewannen den Pokal. Den Kasselern als Vize-Pokalsieger blieb erneut lediglich der Titel eines Zweitplatzierten.

Die Krise des Kasseler Eishockeys begann jedoch erst zur Spielzeit 2004/05 nach insgesamt elf Jahren Erstligazugehörigkeit. Die sportlichen Leistungen der Mannschaft versetzten sie mit 35 Niederlagen aus 52 Spielen auf den letzten Platz und somit zum ersten Mal in der Geschichte der Kasseler DEL-Zeit in die Play-downs.

Im Abstiegskampf unterlagen die „Huskies“ anschließend zwar den Grizzly Adams Wolfsburg knapp mit 3:4-Spielen und stiegen sportlich in die 2. Bundesliga ab, verlieben dennoch weiterhin in der DEL. Der Grund dafür war, dass die „Grizzlies“ keine Lizenz für die nächste Saison erhielten, wodurch Kassel weiterhin durch den Klassenerhalt am Grünen Tisch in der obersten Spielklasse des deutschen Eishockeys antreten durfte.

Kurz nach dieser Entscheidung kam es zu einer weiteren Krise, als der Gesellschafter Simon Kimm seinen Rücktritt bekannt gab und dem Kasseler Eissportclub erneut die Insolvenz drohte. Durch den unmittelbaren Einstieg von Rainer Lippe als Geschäftsführer und Gesellschafter wurde mitunter ein neuer Hauptverantwortlicher gefunden, der den Erhalt der Lizenz und damit den Verbleib des Kasseler Eishockeys in der DEL sicherte.

Sportlich verbesserten sich die Leistungen der Kasseler in der darauf folgenden Spielzeit jedoch nicht, denn am 39. Spieltag der Saison 2005/06 stand die Mannschaft weiterhin auf einem Abstiegsplatz. Daraufhin gab der Verein die Neuverpflichtung des ehemaligen Mannheimer Spielers und Trainers Stéphane Richer bekannt, der obgleich den erneuten Einzug in die Play-downs nicht verhindern konnte. Gegner waren die tabellenletzten Füchse Duisburg, die die Abstiegsspiele mit 4:1-Siegen gewannen und nach einigen Verhandlungen die DEL-Lizenz für die darauf folgende Spielzeit erteilt bekamen. Die „Huskies“ mussten somit nach zwölf Jahren Erstklassigkeit in die 2. Bundesliga absteigen.

Der größte sportliche Tiefpunkt der „Schlittenhunde“ erreichte auf der Ebene des Marketings einen weiteren Rückschlag. Grund dafür war das bis dahin verwendete Logo der Kassel Huskies, welches nicht als Marke eingetragen und rechtlich somit nicht geschützt war. Dadurch, dass ein schottischer Hersteller dieses Logo nun ebenfalls verwendet und für sich beansprucht hat, musste das traditionelle Erkennungsmerkmal der „Schlittenhunde“ neu gestaltet werden. Da sich die Fangemeinde der „Huskies“ mit dem im Jahre 2005 entworfenen Erkennungsmerkmal jedoch nicht anfreunden konnte, reagierte die Marketingagentur auf die negative Kritik und entwarf bereits nach einem Jahr ein weiteres Logo. Bis auf einige geringfügige Veränderungen blieb den Kassel Huskies das neue Logo bis heute erhalten.

In der zweiten Liga verdeutlichten die Kassel Huskies ihr angekündigtes Ziel der Play-off-Teilnahme und des unmittelbaren Wiederaufstiegs. Nachdem sie die Vorrunde der Saison 2006/07 in der 2. Bundesliga als Erstplatzierter mit 41 Siegen aus 52 Spielen beendet hatten, zogen sie mit 13 Punkten Vorsprung und den wenigsten Gegentoren in die Play-offs ein. In der Endrunde gewann Kassel sowohl das Viertel- als auch das Halbfinale mit einem Sweep, also ohne ein einziges verlorenes Spiel in der Best-of-Serie, bis sie im Finale auf den ehemaligen Play-down-Gegner der DEL-Saison 2004/05 und zugleich Zweitplatzierten der Vorrunde, die Grizzly Adams Wolfsburg antraten.

Beide Teams spielten um die erneute Wiederkehr in die Deutsche Eishockey Liga. Trotz der beachtlichen Vorrunde und der bis dahin ungeschlagenen Play-off-Spiele musste sich die Mannschaft aus Hessen dennoch gegen die „Grizzly Adams“ geschlagen geben. Die Kasseler konnten in der Finalserie keinen einzigen Sieg verzeichnen und unterlagen letztendlich nach 0:3-Spielen. Im Gegensatz zur Saison 2004/05 erhielten die Niedersachsen in diesem Jahr die Lizenz für die DEL und stiegen erneut in die erste Liga auf. Das Kasseler Team hingegen erreichte das Ziel des Wiederaufstiegs nicht und verblieb in der zweiten Bundesliga.

Es folgte somit ein weiteres Jahr der Zweitklassigkeit, in der die Kasseler die Liga dominierten. Als erneuter Erstplatzierter mit diesmal 122 Punkten in der Vorrunde und zugleich einem Rekordvorsprung von 27 Punkten, wurden die „Huskies“ ebenso in der Saison 2007/08 ihrer Favoritenrolle gerecht. Unbesiegte Play-off-Serien wie im letzten Jahr schafften sie diesmal zwar nicht, jedoch konnten sie ungeachtet dessen erfolgreich ins Finale gegen die Landshut Cannibals einziehen und hatten somit erneut die Möglichkeit in die DEL aufzusteigen.

Für bestimmte Auswärtsspiele der Kassel Huskies wird seit einiger Zeit ein Sonderzug – der sogenannte „Happy Train“ – bereitgestellt. Um im Finale auf jede Unterstützung der Fans hoffen zu können, stand der Zug ebenso für die Spiele in Landshut zur Verfügung. Schlussendlich schafften die „Huskies“ mit 3:2-Siegen in der Finalserie den entscheidenden Sieg in der Verlängerung des letzten Best-of-Five-Spiels. Drew Bannister schoss in der 72. Minute den Siegtreffer und entschied damit das Finale zugunsten der Kasseler, die dadurch nach zwei Jahren wieder erstklassig wurden und die Rückkehr in die DEL schafften.

Mit dem Meistertitel der 2. Bundesliga erreichte Kassel die sportliche Qualifikation für die DEL. Nachdem alle Voraussetzung für die Lizenz der Liga ohne Auflagen erfüllt wurden, nahm die DEL-Gesellschafterversammlung am 4. Juli die „Huskies“ wieder in die DEL auf; Kassel kehrte damit zur Saison 2008/09 nach zwei Jahren wieder in die höchste deutsche Spielklasse zurück. Zu den Voraussetzungen gehörten mitunter die Erfüllung der 9.000 Punkte-Regelung für das Stadion, wobei unter anderem ein Punkt für einen Stehplatz, zwei für einen Sitzplatz und vier für einen Logenplatz vergeben wurden. Außerdem mussten 800.000 Euro Lizenzgebühr an die DEL bereitgestellt werden. Finanziell wurden die „Schlittenhunde“ mit 2,1 Mio. Euro vom Bundesland Hessen unterstützt, womit die wirtschaftliche Stabilität des Vereins gefestigt wurde.

Sportlich begannen die „Huskies“ auch in der neuen Saison erfolgreich. Sie beendeten die Vorrunde des Deutschen Eishockey-Pokals im Spieljahr 2008/09 auf dem ersten Platz und schafften es ins Halbfinale, bis sie dort gegen die Hannover Scorpions mit 1:2 nach Verlängerung ausschieden. In der Deutschen Eishockey Liga starteten die Kasseler nun als eine von 16 Mannschaften und konnten von den ersten vier Spielen insgesamt drei gewinnen, darunter auch mit 5:1 gegen den Vizemeister der vergangenen Saison, die Kölner Haie. Dominic Auger war für die „Schlittenhunde“ nach zwei Jahren der erste DEL-Torschütze. Der sportliche Erfolg hielt jedoch nicht lange an, sodass Kassel gegen Ende der Vorrunde um die Plätze des unteren Tabellendrittels spielte. Trotz des abschließenden 14. Tabellenplatzes gelten die Huskies – gleichauf mit dem ERC Ingolstadt in der Saison 2002/03 – mit 65 Punkten als bester Aufsteiger in der Gesichte der Deutschen Eishockey Liga.

Die Kassel Huskies verzeichneten zu Beginn der Saison 2008/09 acht Abgänge sowie neun Neuzugänge. Damit starteten sie mit 24 Spielern wieder in der Deutschen Eishockey Liga. Während der Saison fanden ungeachtet dessen weitere Wechsel statt, so kam unter anderem Adam Hauser nach einigen Spieltagen von den Adler Mannheim nach Kassel. Zudem sind die Eispiraten Crimmitschau weiterhin der Kooperationspartner der „Huskies“ und unterstützen die Spieler mit einer Förderlizenz.

Den Mannschaften in der höchsten deutschen Spielklasse stehen zwölf Ausländerlizenzen zur Verfügung. Jeder Spieler ohne deutsche Staatsangehörigkeit besetzt eine dieser Lizenzen, von denen pro Pflichtspiel zehn eingesetzt werden dürfen. Beim Kasseler Eishockeyclub fallen zehn Spieler unter diese Regelung.

Die „Schlittenhunde“ laufen entsprechend ihrer Vereinsfarben mit blauen bzw. weißen Trikots zu ihren Spielen auf. Nach dem Vorbild der National Hockey League werden die dunkleren Trikots zu Heim- und die helleren Trikots zu Auswärtsspielen getragen. Das Ausweichtrikot, welches ebenso im Deutschen Eishockey-Pokal getragen wird, ist rot. Dieses wird aufgrund der schweren Farbunterscheidung zwischen den aktuellen Trikots und den Trikots einiger anderer Mannschaften in dieser Saison sehr häufig in den Ligaspielen getragen.

Die Mannschaft der Kassel Huskies aus der Saison 2007/08 stellte mit 122 Punkten in der Vorrunde und einem Rekord von 27 Punkten Vorsprung zum Zweitplatzierten eine beachtliche Bilanz in der 2. Eishockey-Bundesliga auf. Zum Ende der Spielzeit konnten sie sich in den Play-offs durchsetzen, gewannen die Zweitliga-Meisterschaft und schafften den Wiederaufstieg in die Deutsche Eishockey Liga. Zudem wurde Drew Bannister zum besten Verteidiger der Liga gekürt. Shawn McNeil war mit insgesamt 70 Scorerpunkten der beste Scorer in diesem Spieljahr.

Mit der Mannschaft aus der Saison 1996/97 feierten die Kassel Huskies ihren bisher größten Erfolg als Deutscher Vizemeister. Trotz der klaren Niederlage im Play-off-Finale jubelten am 16. April 1997 mehr als 10.000 Fans vor dem Rathaus in Kassel. Im Kader befanden sich in diesem Jahr neun skandinavische Spieler, darunter mit Roger Hansson ein amtierender Olympiasieger, der bei den Olympischen Winterspielen 1994 mit der schwedischen Nationalmannschaft die Goldmedaille gewann.

Die meisten Tore für Kassel schossen – mit jeweils 23 Treffern – zum einen Mike Millar und zum anderen Roger Öhman, der gleichzeitig mit 61 Punkten in dieser Spielzeit der beste Scorer im Team war. Gerhard Brunner gab in dieser Saison sein Debüt in der Deutschen Eishockey Liga und erlangte neben dem Vizemeistertitel mit den „Schlittenhunden“ zusätzlich die Auszeichnung als „Trainer des Jahres“.

Zwei der bisher in der über 30-jährigen Vereinsgeschichte vergebenen Rückennummern wurden zu Ehren der Spieler gesperrt und seitdem in Kassel nicht mehr vergeben. Die beiden damals getragenen Trikots der ehemaligen Spieler hängen unter dem Hallendach der Kasseler Eissporthalle.

In das deutsche Eishockeymuseum – die Hockey Hall of Fame Deutschland – werden Persönlichkeiten aufgenommen, die sich um den Eishockeysport in Deutschland verdient gemacht haben. Von den aufgenommenen Akteuren wirkten zwei während ihrer Karriere in Kassel.

Die herausragendsten Spieler der Kassel Huskies in der Deutschen Eishockey Liga waren Tobias Abstreiter, Mike Millar und Greg Johnston, die bisher in den vereinsinternen Statistiken ganz oben stehen.

Einige Spieler und Trainer der Kassel Huskies wurden während ihrer Teamzugehörigkeit für das DEL All-Star-Game nominiert. Dies ist ein Freundschaftsspiel, welches seit 1998 jährlich stattfindet und in dem die herausragendsten Spieler der Deutschen Eishockey Liga gegeneinander antreten.

Nachdem die ESG Kassel drei Spielzeiten nach Vereinsgründung in die Oberliga aufgestiegen ist, wurde die Eissportgemeinschaft ein Jahr später von Anton Waldmann trainiert. Mit ihm spielte die „ESG“ bereits im zweiten Oberligajahr um den Aufstieg, der jedoch aufgrund von finanziellen Defiziten nicht wahrgenommen werden konnte. Erst im darauf folgenden Jahr gelang dies mit Trainer Jorma Siitarinen. Der Finne schaffte in seiner ersten Trainersaison 1982/83 den Aufstieg in die 2. Eishockey-Bundesliga.

Trotz des Erfolges übernahm zur ersten Spielzeit der Zweitklassigkeit der Tschechoslowake Jaromír Fryčer als Trainer den Verein. Fryčer etablierte sich mit Kassel in der zweiten Liga und schaffte zwei Jahre in Folge den Klassenerhalt, bis er zur Saison 1985/86 von Tore Hedwall abgelöst wurde. Der Trainer aus Schweden schaffte es anschließend zwei Mal, mit der „ESG“ um die Qualifikation zur 1. Bundesliga zu spielen. Mit den verpassten Aufstiegen und der hohen Investition in die Mannschaft der ESG Kassel, musste der Verein anschließend jedoch Konkurs anmelden.

Mit der Neugründung des Vereins übernahm in der darauf folgenden Saison Richard Piechutta den EC Kassel. Piechutta strukturierte den Verein neu und erreichte noch in seiner ersten und einzigen Saison die erneute Qualifikation zur 2. Bundesliga im Spieljahr 1988/89. Den erneuten Aufstieg schaffte jedoch erst der Spielertrainer Peter Roedger in der Saison 1989/90. Sowohl er als auch sein Nachfolger, der aus Russland stammende Sergej Nikolajew, mit dem Kassel den Klassenerhalt in der zweiten Liga feierte, trainierten den Verein ebenfalls nur ein Jahr.

Mit dem Polen Jerzy Potz war anschließend erstmals ein Trainer drei Jahre in Folge für den Verein tätig. Potz erreichte während seiner Tätigkeit von 1991 bis 1994 die erneute Qualifikation zur ersten Bundesliga und etablierte sich mit den Huskies zusätzlich in den neugegründeten Play-offs, als er mit dem „ECK“ 1993/94 die Zweitliga-Vizemeisterschaft feierte. Mit diesem Erfolg qualifizierte sich Kassel für die 1994 gegründete Deutsche Eishockey Liga, der neuen höchsten deutschen Spielklasse im Eishockey.

Mit der anschließenden Ausgliederung der Profimannschaft und der Umbenennung in Kassel Huskies hatte der Club zum ersten Mal einen nordamerikanischen Trainer. Der Kanadier Ross Yates erlangte mit den „Huskies“ in der ersten DEL-Saison das Play-off Viertelfinale. Den gleichen Triumph verzeichnete im Jahr darauf ebenso Hans Zach, der – wie sein Vorgänger – die Mannschaft aus Kassel nur ein Spieljahr trainierte.

Zur Saison 1996/97 wechselte Gerhard Brunner zu den Kassel Huskies. Brunner erlangte mit den „Schlittenhunden“ den bisher größten sportlichen Erfolg und gewann die deutsche Vizemeisterschaft. Zusätzlich wurde er in seiner ersten Saison für Kassel auch zum „Trainer des Jahres“ gewählt. Trotz des großen Erfolges, verlief die darauf folgende Saison weniger erfolgreich für Kassel und Brunner musste den Verein noch während der laufenden Saison verlassen. Ein ehemaliger Spieler für die „Huskies“, der Tschechoslowake Milan Mokroš, übernahm die Mannschaft anschließend bis zum Ende der Saison.

Mit Beginn des Spieljahrs 1998/99 kehrte Hans Zach erneut nach Kassel. Zwar konnte er sich in seiner ersten Spielzeit ebenfalls nicht für die Play-offs qualifizieren, dennoch etablierte er sich in der nächsten Saison in der DEL-Endrunde und erreichte daraufhin drei Jahre in Folge das Play-off Halbfinale. Durch den großen Erfolg als Trainer, wurde er jedoch von den Kölner Haien abgeworben und verließ 2002 den Verein.

In den folgenden Jahren konnten sich weder der Schwede Gunnar Leidborg in der Saison 2002/03, noch Axel Kammerer, der noch während der laufenden Spielzeit 2003/04 gekündigt wurde, für die Endrunde der DEL qualifizieren. Kammerers Nachfolger, der Kanadier Mike McParland, gewann zwar im Jahre 2004 mit den „Huskies“ den Vize-Pokalsieg, jedoch wurde auch er während der darauf folgenden Saison entlassen. Erneut war Milan Mokroš für den Rest der Spielzeit 2004/05 in Kassel tätig und musste zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte Kassels nach elf Jahren DEL-Zugehörigkeit in den Play-downs um den Abstieg spielen.

Mit Mokroš stieg Kassel 2005 sportlich zwar in die zweite Liga, verzeichnete jedoch den Klassenerhalt am Grünen Tisch. Zur Saison 2005/06 übernahm Bernhard Englbrecht den Verein als Trainer, dennoch konnte ebenso er sich in Kassel nicht durchsetzen. Noch im Januar 2006 wurde er durch Stéphane Richer ersetzt. Ebenfalls mit Richer unterlag Kassel erneut in den Play-downs und musste diesmal endgültig in die 2. Bundesliga absteigen.

Seit 2006 ist Stéphane Richer als Trainer bei den Kassel Huskies tätig, dominierte mit ihnen in zwei Spielzeiten die zweite Liga und stieg in der Saison 2007/08 mit den „Schlittenhunden“ erneut in die DEL auf. Sein Vertrag läuft bis zum Ende der Spielzeit 2009/10.

Die Kassel Huskies kooperieren, seit der Auslagerung in eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung im Jahre 1994, heute mit dem Stammverein Eishockey Jugend Kassel e.V., der ebenfalls in Kassel niedergelassen ist. Der Stammverein ist für den Eishockeynachwuchs sowie die Damenmannschaft der „Huskies“ zuständig. Vorher war der heute nicht mehr existierende Verein EC Kassel der Stammverein.

Die EJ Kassel ist der Nachwuchsverein der „Schlittenhunde“ und bestreitet seine Spiele, je nach Altersklasse, in unterschiedlichen Ligen. Die Eishockey Jugend besteht aus sechs Jugendmannschaften, die von den Kleinstschülern bis zu den Junioren reichen. Sowohl die Jugend, als auch die Junioren spielen in der jeweiligen Bundesliga Nord ihrer Altersklasse.

Der Gesamtverantwortliche für die Nachwuchsmannschaft ist Milan Mokroš, der ehemalige Spieler und Trainer der Profimannschaft.

Den bisher größten Erfolg erlangte die Jugend der Nachwuchsmannschaft mit dem damaligen Trainer Horst Fahl im Jahre 2004 als Deutscher Meister. Für die damalige Mannschaft der EJ Kassel lief ebenso Alexander Heinrich, der Sohn der Kasseler Eishockeylegende Herbert Heinrich, auf; er ist aktuell für die Profi-Mannschaft der „Huskies“ sportlich aktiv.

Die Ice Cats Kassel sind die Damenmannschaft des Stammvereins. Sie spielten in der Saison 2007/08 in der Damen-Landesliga Hessen und erreichten vor den Damenmannschaften der SG Trier-Bitburg sowie des RSC Darmstadt den ersten Platz und wurden Hessenmeister.

Trainiert werden die Ice Cats von Fred Pottek, betreut von Kai Sturm.

Die Mannschaft der Damen wurde 1987 gegründet und startete in der Landesliga Nord-Ost als EC Kassel unter dem selben Namen, wie die Herrenmannschaft. Den bisher größten Erfolg erlangten sie in der Spielzeit von 1994 bis 1996, in der sie in die 2. Damenliga Nord aufstiegen und dort zwei Jahre lang mitspielten. Im Jahre 1997 wurde die Damenmannschaft vorerst aufgelöst, bis sie 2007/08 als Ice Cats Kassel wieder in der Landesliga Hessen antrat.

Seit der Vereinsgründung am 19. Februar 1977 existiert die Eissporthalle in Kassel. Die von Edith und Simon Kimm konzipierte Spielstätte machte es von Beginn an mehr als 3.000 Zuschauern möglich, die Spiele der damaligen ESG Kassel zu verfolgen. In den 1990er Jahren wurde die Zuschauerkapazität der Halle auf 6.100 Plätze, davon 2.720 Sitz- inkl. 250 Logenplätze, erweitert und bot den heutigen Kassel Huskies schon zum Start der Deutschen Eishockey Liga einen beachtlichen Zuschauerschnitt.

Trotz der Zweitligazugehörigkeit in der Spielzeit 2007/08 kamen insgesamt 122.398 Zuschauer zu den 34 Heimspielen der „Huskies“. Durchschnittlich waren es 3.123 in der Vorrunde und 5.151 Besucher in den Play-offs pro Heimspiel.

Neben dem Eishockeysport bietet die Kasseler Eissporthalle zudem die Möglichkeit, in der Wintersaison den Gästen das Schlittschuhlaufen zu erlauben.

Seit einigen Jahren wird zwischen den Kassel Huskies und dem Handball-Bundesligisten MT Melsungen über den Neubau einer Multifunktionshalle debattiert, der Nordhessen-Arena. Die Stadtverordnetenversammlung beschloss am 29. Januar 2007 mit großer Mehrheit den Bebauungsplan dieser Arena offenzulegen. Durch den Aufstieg der Kassel Huskies in die DEL steht aus sportlicher Hinsicht dem Bau der neuen Spielstätte nichts mehr im Wege.

Über einen genauen Zeitpunkt, an dem die 30 Mio. Euro teure Nordhessen-Arena, die ein Fassungsvermögen von 9.000 Zuschauern haben und die sportliche Heimstätte der Kassel Huskies und der MT Melsungen wird, wurde bereits spekuliert, jedoch durch den „frischen“ Wiederaufstieg der „Schlittenhunde“ noch nichts eindeutiges festgelegt.

Im Herbst 2007 drohte das „Projekt Multifunktionshalle“ zu scheitern, da sich Inhaber Simon Kimm weigerte, die Halle aus persönlichen Gründen weiter an die „Huskies“ unter deren Geschäftsführer Rainer Lippe zu vermieten. Beide Seiten konnten sich nach langem Rechtsstreit jedoch außergerichtlich einigen.

Rund um den Kasseler Eishockeyverein gründeten sich 20 offizielle Fanclubs, die vor allem aus der Region Nordhessen, aber auch aus Südniedersachsen und Osthessen kommen. Zusätzlich zu den organisierten Fanclubs bestehen auch Fanvereinigungen, wie unter anderem die auf dem „Heuboden“. So nennt sich der Block, der die komplette Stehplatztribüne hinter einem der Eishockeytore beschreibt. Hier erreichen mehrere Capos akustisch im Idealfall das ganze Stadion und sorgen für einheitliches Singen und Rufen von Sprechchören.

Außerhalb des Stadions existiert die Rivalität zwischen den Städten Kassel und Frankfurt. Diese wird durch die Fans auch auf die sportliche Ebene gebracht, so dass sowohl im Fußball die Spiele des KSV Hessen Kassel und dem FSV Frankfurt als auch die Eishockeybegegnungen zwischen den Kassel Huskies und den Frankfurt Lions mit einer Tradition verbunden sind.

Das erste Duell der beiden hessischen Rivalen fand im September 1993 im damaligen Zweitliga-Spiel statt. In der vorerst letzten Saison der Zweitklassigkeit für beide Mannschaften siegte der EC Kassel gegen den Frankfurter ESC in der Frankfurter Eissporthalle mit 3:2. Aber auch in der obersten deutschen Spielklasse bestritt die Mannschaft viele weitere Partien gegen die Frankfurter. Beide Teams wurden 1994 in die neu gegründete DEL eingegliedert und trafen gleich in den ersten beiden Jahren in den Play-offs aufeinander. Auch in diesen beiden für die Rivalität bedeutenden Spielen, entschieden die „Huskies“ die Duelle für sich.

Ein ebenso für die Geschichte der DEL bedeutendes Spiel zwischen den „Huskies“ und den „Lions“ fand im Dezember 1997 statt. In dieser Partie gegen den Erzrivalen aus Frankfurt wurden insgesamt 242 Strafminuten verteilt und alleine das erste Drittel dauerte fast zwei Stunden.

Heute wird die Rivalität überwiegend von den Fans und Zuschauern in die Partie getragen, da die Spieler der Mannschaften zumeist aus Kanada oder Osteuropa stammen und diese besondere Beziehung zwischen den Regionen erst durch die Presse mitbekommen.

Mit den Eispiraten Crimmitschau führen die Kassel Huskies eine Partnerschaft in Bezug auf die Betreuung der Nachwuchsspieler. Junge Spieler mit einer Förderlizenz, die es noch nicht in den Kader der „Schlittenhunde“ geschafft haben, werden den „Eispiraten“ ausgeliehen um dort Spielpraxis zu sammeln.

Eine weitere Partnerschaft besteht zudem mit dem Radiosender Hit Radio FFH. Dieser überträgt gelegentlich Spiele der Kassel Huskies. Im letzten Spiel des Play-off-Finales der 2. Bundesliga am 25. April 2008 gegen die Landshut Cannibals hörten 61.000 Fans die Live-Übertragung der „Huskies“, als Kassel sportlich wieder in die Deutsche Eishockey Liga aufstieg.

Zusätzliche Unterstützung erhält der Kasseler Eishockeyclub vom aus Vellmar stammenden DJ Blackskin. Dieser produzierte zur Endrunde der Spielzeit 2007/08 einen Song mit dem Titel „Huskies Jump Off 2008“, der bei den Heimspielen der „Schlittenhunde“ zu hören war und seine Beihilfe für den Gewinn der Zweitliga-Meisterschaft ausdrücken sollte.

Das traditionelle Erkennungsmerkmal der Kassel Huskies ist seit der Auslagerung der Profimannschaft im Jahre 1994 der Siberian Husky. Der Husky dient nicht nur als Namensgeber der „Schlittenhunde“, sondern ist zudem als Maskottchen ein wichtiger Bestandteil im Bereich des Merchandisings. Vor und nach den Heimspielen sowie während der Drittelpausen betritt es als Schlittschuhläufer im Husky-Plüschkostüm die Eisfläche und dient der Unterhaltung der Zuschauer.

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Deutsche Eishockey Liga

Das Logo der DEL

Die Deutsche Eishockey Liga (DEL), auch DEL - Die 1. Bundesliga genannt, ist die höchste Spielklasse im deutschen Eishockey. Bei ihrer Gründung 1994 war sie die erste deutsche Profiliga, deren Spielbetrieb von einer Betriebsgesellschaft durchgeführt wurde und deren Klubs ihre Profiteams in Kapitalgesellschaften auslagerten. Die DEL Betriebsgesellschaft mbH ist heute rechtlich, wirtschaftlich und organisatorisch ganz selbstständig und ein Zusammenschluss der DEL-Klubs. Vorgängerliga war die zwischen 1958 und 1994 bestehende Eishockey-Bundesliga. Rekordmeister sind die Adler Mannheim, die seit 1994 bislang fünf Mal Deutscher Meister wurden (1997, 1998, 1999, 2001, 2007).

Im Dezember 1993 wurden die Pläne, eine neue Profiliga im deutschen Eishockey zu gründen, offiziell. Der Vorsitzende des DEB Ulf Jäkel, DEB-Sportdirektor Franz Reindl sowie die Vorstandsmitglieder Gottfried Neumann (Augsburg) und Wolfgang Bonenkamp (Düsseldorf) hatten schon länger Pläne ausgearbeitet. Dafür waren sie sogar auf Erkundungstour in Nordamerika. Die National Hockey League (NHL) sollte das sportliche, die International Hockey League (IHL), in der damals alle Klubs schwarze Zahlen schrieben, dagegen das wirtschaftliche Vorbild sein.

Die Entwürfe sahen unter anderem vor, den Auf- und Abstieg zur zweiten Liga abzuschaffen, was viele Kritiker auf den Plan rief. Vor allem der damalige KEV-Präsident Hans-Ulrich Urban kritisierte das Vorhaben, da eine so immense Reform im traditionsbewussten Deutschland nicht funktionieren könne. Andererseits plagten viele Vereine der ersten beiden Eishockey-Ligen massive Finanzprobleme. Hinter der in den neunziger Jahren dominierenden und viermal in Folge Deutscher Meister (1990 bis 1993) gewordenen Düsseldorfer EG gab es drei bis vier Klubs, die ein finanzielles Risiko eingingen, um Anschluss an Düsseldorf zu finden. Der Rest kämpfte um die Existenz. Die zweite Bundesliga war in der Saison 1993/94 schon mit nur elf (statt, wie vor gesehen, zwölf) Vereinen an den Start gegangen, von denen sich dann zunächst der SV Bayreuth und später der SC Memmingen aus finanziellen Gründen vom laufenden Spielbetrieb zurückzog. (Nach Saisonende gingen zusätzlich noch die bisherigen Zweitligisten ECD Sauerland und EHC Essen-West in Konkurs.) Zwar wurde auch hier vollwertiger Profisport geboten (mit Ausnahme des EV Landsberg, dessen Spieler Halbprofis waren), doch in der Realität fehlte den Zweitligaklubs Publicity und damit Geld. Deshalb erhöhten praktisch alle Bundesliga-Vereine ihren Etat, um dem Abstieg zu entgehen. Innerhalb von zwei Jahren stieg der Etat der Erstligaklubs um 25 % auf zusammen 88,6 Millionen DM.

Unterhalb des DEB sollte sich die Betriebsgesellschaft „Deutsche Eishockey Liga“ bilden. In diese flossen die Kapitalgesellschaften der Klubs ein, denen durch den Beirat ein Mitspracherecht zugebilligt wurde. Voraussetzungen für die Mitgliedschaft in der DEL waren ein vernünftiges Entschuldungskonzept, eine Antrittsgebühr von 500.000 DM und ein abgesicherter Etat, der mindestens 4,5 Millionen DM betragen musste. Des Weiteren forderte die DEL ein ligataugliches Stadion und mindestens 15 vertraglich gebundene Profispieler. Es war den Kapitalgesellschaften vorgeschrieben, 10 % des Etats zurückzulegen und die Ligenleitung regelmäßig über die wirtschaftliche Situation zu informieren. Außerdem wurde ein zentraler Vermarkter für Trikots, Eis, Bande und Fernsehrechte beschlossen, der die wirtschaftlichen Disparitäten innerhalb der Liga schmälern sollte.

Trotz großer Kritiker aus Mannheim, Berlin, Rosenheim und Krefeld stimmten Mitte Januar 20 der 21 verbliebenen Erst- und Zweitligaklubs für die Reform des Ligawesens. Nur der Präsident aus Krefeld, Hans-Ulrich Urban, verweigerte das Pro.

Die Geschäftsführung der neu gegründeten DEL-GmbH übernahmen Franz Reindl und der ehemalige Präsident von Hedos München, Franz Hofherr, die sich auch für die Lizenzierung verantwortlich zeigten. Es bewarben sich alle Erstligisten, alle verbliebenen Zweitligisten außer dem EV Landsberg sowie der ETC Timmendorfer Strand und der ESC Wedemark aus der Oberliga Nord. Den beiden Oberligisten sowie dem EHC Nürnberg, dem EC Ratingen, dem ES Weißwasser, den Preussen Berlin, den Eisbären Berlin und auch dem amtierenden Meister EC Hedos München wurde die Lizenz vorerst verweigert. Bis auf die beiden Oberligisten konnten sich aber alle Vereine vor dem DEB-Schiedsgericht die Lizenz für die DEL erkämpfen. Dabei konnten die Eisbären und Ratingen einen erheblichen Schuldenabbau und Weißwasser einen neuen Hauptsponsor, welcher 1,2 Millionen DM investieren wollte, vorweisen. Als letzter Club bekam der deutsche Meister EC Hedos München, der unter dem Namen Maddogs München an den Start ging, kurz vor Ablauf der Lizenzierungsfrist die DEL-Lizenz. Am 20. Juni stand das 18 Mannschaften große Teilnehmerfeld schließlich.

Das erste Spiel der Saison 1994/95 fand im ausverkauften Curt-Frenzel-Stadion zwischen den Augsburger Panthern und den Maddogs München statt, das München mit 6:1 gewann. Das erste Bully führten die Ehrengäste Bobby Hull und Paul Ambros aus. Auch die übrigen Spiele des ersten Spieltags waren gut besucht, insgesamt kamen 45.000 Zuschauer in die Hallen.

Nach dem erfolgreichen Start geriet die DEL aber schon am zweiten Weihnachtsfeiertag in eine Krise. Der amtierende Meister aus München meldete Konkurs an, obwohl der ehemalige Münchner Franz Hofherr von der aussichtslosen, finanziellen Lage gewusst haben musste und die Maddogs dennoch lizenziert worden waren.

Am 18. Februar 1995 kam DEB-Präsident Ulf Jäkel seiner Abwahl zuvor und trat von seinem Posten zurück. Vor allem zwei Ungereimtheiten wurden ihm angekreidet: Eine Firma, an der Jäkel selbst beteiligt war, übernahm das Controlling in der DEL und ein anderes Unternehmen aus Jäkels Heimat Kaufbeuren kreierte das erste DEL-Logo.

Einige NHL-Spieler wie Brendan Shanahan (Düsseldorf), Pawel Bure (Landshut), Scott Young (Landshut und Frankfurt), Robert Reichel (Frankfurt), Doug Weight (Rosenheim), Uwe Krupp (Landshut), Glenn Anderson (Augsburg) oder Vincent Damphousse (Ratingen) überbrückten den Lockout der NHL in der DEL und sorgten für sportlich positive Meldungen.

Schließlich konnten sich die Kölner Haie mit Trainer Bob Murdoch, der nach dem Konkurs aus München kam, in den Play-offs durchsetzen und wurden erster Meister der DEL.

Die Saison 1995/96 begann mit einem Streit zwischen dem neuen DEB-Präsidenten Rainer Gossmann, der sich auch für die kleinen und Amateur-Vereine einsetzte, und dem Wortführer der DEL-Klubs Bernd Schäfer III aus Köln. Dieser wollte die Liga noch weiter vom Verband trennen. Deshalb plante er die Gründung einer Nationalen Eishockey-Liga (NEL) als Nachfolger der DEL und erhielt aus vielen DEL-Vereinszentralen Zustimmung. Erst durch das Einschalten des Weltverbandes IIHF, der die NEL zur wilden, also rechtlosen Liga erklärte, wurde das Weiterbestehen der DEL gesichert.

Durch die Bosman-Entscheidung des Europäischen Gerichtshof vom 15. Dezember 1995 konnten auch die Vereine in der DEL noch einmal auf dem Transfermarkt aktiv werden. Spieler aus EU-Staaten fielen nun nicht mehr unter das zwei (ab 1995/96: drei) Spieler umfassende Ausländer-Kontingent. Vor allem die späteren Play-off-Finalisten aus Köln und Düsseldorf verstärkten ihre Kader.

Im Finale der Play-offs 1996 setzten sich die Düsseldorfer im Rhein-Derby nach vier Spielen schließlich gegen die Haie durch. Der Triumph wurde nach einem schwierigen Verlauf der Vorrunde und souveränen Auftritten in Zwischenrunde und Play-offs von 30.000 Fans auf dem Rathausplatz gefeiert.

Vor der Saison 1996/97 war die Bosman-Entscheidung ein entscheidender Faktor für die Kader-Zusammenstellung. Die Vereine konnten dadurch, dass die deutschen Spieler jetzt Konkurrenz aus der ganzen EU hatten, deren Personalkosten deutlich senken. In der Saison 1996/97 spielten 97 EU-Ausländer in der DEL. Die häufigen Spielerwechsel, auch während der Saison, führten auf der anderen Seite aber auch zu einem Zuschauerrückgang.

Die Bosman-Entscheidung war vor allem eine Chance für die kleineren Vereine. So stießen die Kassel Huskies und die Eisbären Berlin in der Saison 1996/97 in die Ligenspitze vor, während der deutsche Meister aus Düsseldorf sogar die Play-offs, die zum ersten Mal mit dem Viertelfinale (vorher: Achtelfinale) begannen, verpasste. Ein zweiter großer Verlierer der Saison war der EV Landshut, dessen Manager Max Fedra sich den Vorwurf gefallen lassen musste, zu wenig EU-Ausländer geholt zu haben. Im Gegensatz zu praktisch allen anderen DEL-Klubs holte Landshut nur wenige EU-Ausländer und setzte immer noch vermehrt auf deutsche Kräfte.

Das große Überraschungsteam der Saison waren aber die Kassel Huskies, die sich bis ins Finale vorkämpften und dann gegen die Adler Mannheim scheiterten. Deren Manager Marcus Kuhl und Trainer Lance Nethery holten Spieler aus weniger starken Eishockey-Nationen (Italien, Frankreich, Österreich), die sich in der DEL beweisen wollten, und schlossen die Hauptrunde als Erster ab.

Der Streit zwischen den DEL-Klubs und dem DEB eskalierte während der Saison 1996/97. Bernd Schäfer III war inzwischen zum DEL-Chef erklärt worden, als der Verband wirtschaftliche Probleme eingestand. Daraufhin hatte der Franchise-Vertrag vor dem DEL-Schiedsgericht keinen Bestand mehr und unter Druck der IIHF einigte man sich auf die Eigenständigkeit der DEL, die mit der Taurus-Gruppe von Leo Kirch gleich noch einen neuen Fernsehvertrag schließen konnte. Der DEB blieb als Dachverband unangetastet.

In den kommenden Jahren dominierten weiterhin die Adler Mannheim die Liga, die in ruhigerem Fahrwasser als noch ein Jahr zuvor fuhr. Die Mannheimer Dominanz war erst 1999/2000 durch das Viertelfinal-Aus gegen die Kassel Huskies beendet. Erfolgstrainer Lance Nethery wechselte vor der Saison zu den Kölner Haien und führte diese sogleich ins Finale, in welchem sie gegen die München Barons von US-Milliardär Philip Anschutz aber verloren. Anschutz übernahm vor der Saison nach Werbung von Bernd Schäfer III die Lizenz der finanziell geschwächten Landshut Cannibals und zog nach München.

2001 gewannen wieder die Adler das Finale um die deutsche Meisterschaft gegen den Titelverteidiger aus München.

In der Saison 2001/02 wurde das Ziel, welches seit Gründung der DEL verfolgt wurde, erstmalig erreicht, denn in beiden Spielzeiten gehörten exakt die selben Mannschaften der DEL an. Dieser Umstand, dass das Starterfeld gleich blieb, wurde aber teuer erkauft. Die Berlin Capitals hatten kurz vor Saisonbeginn aufgrund von Lizenz- und finanziellen Probleme zunächst nur neun Spieler im Kader, weshalb sie mit einer Geldstrafe über 100.000 Euro und sechs Minuspunkten belegt wurden. In Schwenningen und Essen sicherten die Fans mit Spenden den Fortbestand des DEL-Eishockeys an ihren Orten.

Die Revierlöwen Oberhausen machten 1997/98 den ersten Schritt in eine neue Ära in der DEL. 1997 zog das Team des EC Ratingen "Die Löwen" als erstes Team in eine Multifunktionsarena („MuFu“), die Arena Oberhausen. Die Kölner Haie folgten 1998/99. 1998 zogen sie in die Kölnarena (seit Juni 2008 LANXESS Arena). Nürnberg zog 2000 mit dem Bau der Arena Nürnberger Versicherung nach, in Hannover wurde die Preussag Arena (seit 2005 TUI Arena) erbaut. Diese drei Arenen bildeten auch das Zentrum der Eishockey-Weltmeisterschaft 2001 in Deutschland. In Hamburg wollte der finnische Unternehmer Harry Harkimo eine Arena errichten, weshalb die Lizenz der München Barons von Anschutz 2002 in die Color Line Arena nach Hamburg umzog. Am 2. September 2006 wurde in Düsseldorf der ISS-Dome eröffnet, wo von da an die Heimspiele der DEG Metro Stars ausgetragen wurden. Als aktuelles Projekt ließ Anschutz in Berlin die O2 World, eine neue Heimstätte für die Eisbären, mit 17.000 Plätzen errichten. Die Eishockey-Weltmeisterschaft 2010 wird in der Lanxess Arena Köln und in der Heimstätte der Adler, der SAP-Arena, ausgetragen.

Nach einer durchwachsenen Hauptrunde mitsamt Trainerwechsel wurde der Sechste, die Kölner Haie, 2002 nach den Play-offs noch deutscher Meister. Rich Chernomaz besiegte mit seiner Mannschaft das Überraschungsteam aus Krefeld, den Angstgegner München und den Etat-Krösus Mannheim im Finale. Auch 2002/03 holte der Tabellensechste noch den Meistertitel. Die Krefeld Pinguine waren am Ende das beste der auf 14 Teams verkleinerten Liga. Die Hamburg Freezers, ehemals München Barons, erreichten die Play-offs erst drei Minuten vor Ende des letzten Spieltags durch einen Ausgleichs-Treffer von Ted Drury gegen die Frankfurt Lions und schoben sich am zweiten Überraschungsteam der Saison, den Iserlohn Roosters, vorbei, die gegen Krefeld zeitgleich 8:1 gewannen. Frankfurt unterlag in den Play-downs gegen das abgeschlagene Schlusslicht Schwenningen noch mit 2:4 nach Spielen. Durch die Insolvenz der Wild Wings verblieben sie aber in der DEL.

Eine Saison danach feierten die Frankfurt Lions schon die Meisterschaft. Berlin war nach der Hauptrunde souverän Erster, unterlag aber den Lions (Vorrundenfünfter) im Finale. Das junge Nürnberger Team belegte nach der Hauptrunde Platz zwei und schied dann schon im Viertelfinale aus.

Genau zehn Jahre nach dem ersten Lockout wurden die NHL-Spieler erneut von ihrer Liga ausgesperrt, diese traten daraufhin in den Streik, den einige Spieler auch in der DEL überbrückten. Die Iserlohn Roosters machten mit der Verpflichtung von Mike York den Anfang. Erik Cole (Eisbären Berlin) wurde zum MVP (wertvollsten Spieler) der DEL-Play-offs gewählt. Auch die Nationalspieler Marco Sturm, Jochen Hecht und Olaf Kölzig spielten in der DEL. Vor allem der ERC Ingolstadt und die Adler Mannheim profitierten vom Lockout, indem sie jeweils vier NHL-Spieler lizenzierten.

Die Eisbären Berlin wurden nach dem klaren Finalsieg gegen Mannheim zum ersten Mal gesamtdeutscher Meister. Der sportliche Absteiger Kassel konnte durch den Lizenzentzug Wolfsburgs in der Liga bleiben. 2005/06 verteidigten die Berliner ihren Meistertitel, erneut durch einen Sweep im Finale, in dem sie dieses Mal den DEG Metro Stars gegenüber standen. Kassel unterlag wieder in den Play-downs und musste den Abstieg antreten.

Für Diskussionen sorgte in dieser Spielzeit die Verpflichtung des Profi-Schiedsrichters Rick Looker aus den USA. In der Saison 2006/07 wurden ihm mit Frank Awizus und Daniel Piechaczek weitere Profi-Schiedsrichter zur Seite gestellt. Awizus hat seine Karriere mittlerweile aus gesundheitlichen Gründen beendet, am 1. Januar 2009 erhielt Georg Jablukov einen Vertrag als Profi-Schiedsrichter in der DEL.

Für Planungssicherheit innerhalb der DEL sollte 2006 der neue Kooperationsvertrag mit DEB und ESBG sorgen. Die Pläne, die die Abschaffung des sportlichen Auf- und Abstiegs zwischen erster und zweiter Liga vorsahen, wurden vor allem von den Zweitliga-Klubs kritisiert. Auch einige DEL-Mannschaften, wie die DEG Metro Stars oder die Kölner Haie, kritisierten das Vorhaben, das schließlich doch - vor allem auf Druck der beiden Anschutz-Klubs Hamburg und Berlin - beschlossen wurde. Nach nur zwei weiteren Spielzeiten wurde der Auf- und Abstieg zur Saison 2008/09 theoretisch wieder eingeführt. Praktisch jedoch wird es aufgrund von Unstimmigkeiten über die Durchführung der Relegationsrunde vorerst keinen Auf- und Abstieg geben.

In ihren ersten beiden Jahren spielten 18 Mannschaften in der DEL. Nach einer Vorrunde, in der jeder einmal in eigener Halle und einmal auswärts auf alle anderen Klubs traf, wurde die Liga 1994/95 in drei regionale Gruppen (West/Nord, Mitte, Süd) mit jeweils sechs Mannschaften unterteilt, die noch einmal eine Einfachrunde untereinander austrugen. Nach diesen 44 Spielen waren die ersten 16 Mannschaften der Tabelle für die Play-offs qualifiziert. Durch den vorzeitigen Rückzug der MadDogs München, die in der Saison 1996/97 vom SC Riessersee ersetzt wurden, waren die Eisbären Berlin das einzige Team, deren Saison nach der Hauptrunde beendet war.

In jener zweiten Spielzeit wurde zwar wiederum zuerst eine Einfachrunde, in der jedes Team zweimal gegen jedes andere spielte, ausgetragen. Doch nach diesen 34 Spielen wurde die Liga nicht mehr nach regionalen Kriterien unterteilt, sondern es spielten die Teams, die auf den geraden Plätzen standen untereinander eine Einfachrunde aus und die auf den ungeraden Plätzen ebenso. Danach begannen die Play-offs erneut mit dem Achtelfinale.

Zur Saison 1996/97 wurde die Liga um zwei Teams auf 16 Mannschaften verkleinert. Der SC Riessersee, EC Hannover und die Füchse Sachsen schieden aus der Liga aus und mit den Wedemark Scorpions wurde nur ein Nachrücker bestimmt. So wurde die Vorrunde, die erneut als Einfachrunde ausgetragen wurde, auf 30 Spiele verkürzt. Es folgte die Meisterrunde für die besten sechs Teams, in der die Play-off-Reihenfolge ausgespielt wurde, und die restlichen Mannschaften kämpften in der Qualifikationsrunde um die beiden anderen Endrunden-Plätze. Die Teams, die in der Qualifikationsrunde auf den Plätzen drei bis zehn standen, spielten in den Play-downs. Nach einem Viertel- und einem Halbfinale mussten die Verlierer in einer Relegationsrunde gegen die beiden besten Teams der zweithöchsten Spielklasse antreten. Die Play-offs begannen in dieser Spielzeit mit dem Viertelfinale.

Die Relegationsrunde wurde im Jahr danach direkt wieder abgeschafft. Stattdessen spielten die Top 8 der Qualifikationsrunde in Vor-Play-offs die übrigen beiden Endrunden-Teilnehmer aus. Kaufbeuren wurde schon während der Vorrunde die Lizenz entzogen, weshalb nur die Starbulls Rosenheim zwar in der Qualifikationsrunde, nicht aber in den Vor-Play-offs vertreten waren.

Nach wiederum nur zwei Spielzeiten erfolgte 1998/99 die Verkleinerung der DEL auf 14 Mannschaften, da neben Kaufbeuren auch die Düsseldorfer EG freiwillig abstieg und damit dem Lizenzentzug zuvorkam. In dieser Saison wurde erstmals eine Doppelrunde ausgetragen, so dass jedes Team jeweils zwei Heim- und Auswärtsspiele gegen alle anderen DEL-Klubs hatte. Diesmal schlossen sich direkt Play-offs, die mit dem Viertelfinale begannen, an.

Zur Saison 1999/2000 ergänzten die Moskitos Essen das Starterfeld der DEL, doch am Modus änderte das nichts, da weiterhin eine Doppelrunde mit anschließenden Play-offs ausgetragen wurden. Eine Änderung erfuhren nur die Teams, die die Play-offs verpassten. Sie spielten eine Abstiegsrunde, deren Schlusslicht (Essen) eigentlich absteigen sollte, aber doch in der Liga blieb. Stattdessen mussten sich die Starbulls Rosenheim wegen finanzieller Schwierigkeiten zurückziehen. Ihre Lizenz wurde an die Iserlohn Roosters verkauft. Außerdem rückte die Düsseldorfer EG wieder in die DEL auf.

Deshalb bildete sich 2000/01 erneut eine 16er-Liga, die mit einer Doppelrunde (60 Spiele) in die Saison startete. Danach schloss sich direkt das Viertelfinale der Play-offs an. Mit dem selben Starterfeld wurde die Saison 2001/02 ausgetragen. Der Modus wurde nur durch die Einführung von Play-downs zur Ermittlung eines Absteigers verändert. Als erste Mannschaft traf es die Berlin Capitals, die durch Aufsteiger ERC Ingolstadt ersetzt wurden.

2002/03 kehrte die DEL zu einer Liga mit 14 Mannschaften zurück, da den Moskitos Essen und den Revierlöwen Oberhausen die Lizenz entzogen wurde. Weiterhin folgten auf die Doppelrunde direkt die Play-offs mit dem Viertelfinale, was auch 2003/04 nicht verändert wurde. Auch die Play-downs wurden in beiden Spielzeiten ausgetragen. 2003 stiegen die Wölfe Freiburg aus der zweiten Liga auf und nahmen den Platz der Schwenninger Wild Wings (Lizenzentzug) ein. Doch direkt in ihrer ersten DEL-Spielzeit waren die Wölfe in den Play-downs unterlegen und mussten deshalb den Grizzly Adams Wolfsburg Platz machen. Diese hielten sich auch nur ein Jahr in Deutschlands höchster Spielklasse, bis ihnen die Lizenz entzogen wurde und die Füchse Duisburg aufstiegen. Der vorerst letzte sportliche Absteiger waren dann die Kassel Huskies, die 2006 die Play-downs verloren und von den Straubing Tigers ersetzt wurden. Der Play-off-Modus blieb unverändert.

In der Saison 2006/07 wurden die Pre-Play-Offs eingeführt. Nur die ersten sechs Teams der Hauptrunde sind demnach direkt für die Play-Offs qualifiziert. Die Mannschaften auf den Plätzen sieben bis zehn ermitteln in einer Qualifikationsrunde die beiden übrigen Play-off-Teilnehmer. Die Play-downs wurden abgeschafft.

Durch den Aufstieg der Grizzly Adams Wolfsburg 2007 sowie der Kassel Huskies 2008 wurde die Liga auf 16 Mannschaften aufgestockt. Die Anzahl der Spiele in der Hauptrunde wird 2008/09 auf 52 Spiele je Mannschaft reduziert, dazu werden die Clubs nach ihrer Platzierung im Vorjahr in vier Gruppen eingeteilt; innerhalb der Gruppen spielen die Mannschaften nur je einmal gegeneinander, sonst zweimal. Die geplante Einführung von Relegationsspielen mit der 2. Bundesliga wurde verschoben, da man sich mit der ESBG nicht auf einen gemeinsamen Modus einigen konnte.

Damit sind die Adler Mannheim mit fünf Titeln DEL-Rekordmeister. Die Eisbären Berlin feierten dreimal die Meisterschaft und die Kölner Haie zweimal.

Von 1994 - 1997/98 gab es für einen Sieg 2 Punkte und für eine Niederlage nach Verlängerung 1 Punkt.

Die Ratinger Löwen zogen 1997 nach Oberhausen um und wurden in Revierlöwen Oberhausen umbenannt. Juristisch gesehen sind die Ratinger Löwen und die Revierlöwen Oberhausen also als ein Klub zu verstehen. Die Lizenz der Landshut Cannibals ging 1999 an die neu gegründeten München Barons, die 2002 nach Hamburg umzogen und sich dort in Hamburg Freezers umbenannten. Alle drei DEL-Teams spielten also mit derselben Lizenz und gelten als dieselbe GmbH. Ebenso ging 2000 die Lizenz der Starbulls Rosenheim an die Iserlohn Roosters.

Die Maddogs München zogen ihre Mannschaft in der Saison 1994/1995 nach dem 27. Spieltag zurück. Alle ausstehenden Partien wurden mit 0:0 Toren und einem Punkt für den jeweiligen Gegner gewertet.

In der folgenden Tabelle sind alle DEL-Tabellenführer seit 1994 aufgeführt. In der Saison 2002/03 standen die Eisbären Berlin an 44 von insgesamt 52 Spieltagen auf dem ersten Tabellenplatz und stellten damit den bis heute gültigen DEL-Rekord auf. In der Spalte "Durchschnitt in %" befindet sich der prozentuale Anteil der Tabellenführung in Bezug auf die insgesamte Verweildauer in der DEL des jeweiligen Teams.

Die aktuellen DEL-Klubs sind wiederum grün unterlegt.

Alle Statistiken sind auf dem Stand nach der Hauptrunde 2006/07.

Als die vollständige Trennung von Verband und Liga 1997 initiiert wurde, bestand die Internationale Eishockey-Föderation auf einen Kooperationsvertrag, der die Liga unter dem Dach des DEB hielt. Dadurch ist die Liga auch vom DOSB anerkannt. Der aktuell laufende Kooperationsvertrag, der seit dem 1. Mai 2006 besteht, verbindet nicht nur die DEL mit dem DEB, sondern auch mit der ESBG. Gemeinschaftliche Nachwuchsförderung, das Pass- und Schiedsrichterwesen, sowie die internationale Vertretung werden durch den Vertrag geregelt. Nach langen Diskussionen wurde der Kooperations-Vertrag vor der Saison 2006/07 beschlossen. Vor allem die Abschaffung des sportlichen Abstiegs aus der DEL war strittig.

Um den deutschen Nachwuchs zu fördern, wurde sogenannte Kontingentstellen für ausländische Spieler geschaffen. Nach aktuellem Reglement darf eine Mannschaft nur 12 ausländische Spieler während der Saison unter Vertrag nehmen, von denen ab 2008/09 nur 10 in einem Spiel eingesetzt werden dürfen. Unter anderem fordert Nationaltrainer Uwe Krupp eine weitere Reduktion der Kontigentspieleranzahl, um den deutschen Spielern zu mehr Eiszeiten zu verhelfen. Einige DEL-Teams sind dagegen, da sie eine Schwächung des Niveaus befürchten.

Die DEL hatte schon bei ihrer Gründung 1994 mit der Krombacher Brauerei einen Ligensponsor gefunden, der auch im damaligen DEL-Logo erschien. Nach zwei Jahren beendete die Brauerei ihr Engagement. 2003 übernahm die GelbeSeiten Marketing Gesellschaft mbH mit den Gelben Seiten das Liga-Sponsoring. Seitdem sind in jeder Halle der DEL einige Werbeflächen wie die Kickleiste (unterster Teil der Bande), eine Untereisfläche im Mitteldrittel und die Helme der Unparteiischen für die Gelben Seiten reserviert. Daneben existiert ein Doppellogo DEL/Gelbe Seiten, das auf jeder Vereins-Website zu sehen ist. Im März 2006 verlängerte der Telefonbuchverlag seinen Sponsoring-Vertrag bis 2009.

Des Weiteren sind die Unternehmen Dodge (Automobilpartner), NH Hoteles (Hotelpartner) und taxofit (Sponsor auf Schiedsrichter-Trikots) Sponsoring-Partner der DEL. Die WestLB unterstützt durch die „WestLB Fairplay-Trophy“ die DEL. Nach der Saison erhält das Team, an das die wenigsten Strafzeiten vergeben wurden, eine Prämie von 10.000 Euro für die Nachwuchsförderung.

Der Internetauftritt der DEL wird ebenfalls durch die Gelben Seiten und zusätzlich von ea-sports gesponsert.

Die TV-Rechte der DEL liegen bis mindestens 2012 bei Pay-TV-Sender Premiere, der wöchentlich mindestens zwei Partien überträgt. In den Play-offs wird in jeder Runde mindestens ein Spiel, ab dem Halbfinale alle Spiele übertragen. ARD, ZDF, die dritten Programme, ProSiebenSat.1 Media, n-tv und einige Regionalsender haben Nachverwertungsrechte. Außerdem werden einige Spiel-Zusammenfassungen seit der Saison 2005/06 auf der Plattform „DEL-TV“ im Internet gesendet, wobei sich das Bildmaterial aus Stadion-TV und Premiere zusammensetzt. Seit Januar 2009 hat jedoch auch Eurosport mit der Übertragung von DEL-Spielen begonnen.

Seit Einführung der DEL 1994, als sich viele Mannschaften Tiernamen gaben, benannte sich Frankfurt nach einem Schokoriegel des Sponsors Nestlé (Lions). Am 1. März 2002 wurde auch bei der Düsseldorfer EG ein Namenssponsor vorgestellt, nachdem der Club zuvor ständigen Belastungen durch hohe Altschulden ausgesetzt war. Die Mannschaft spielt seitdem unter dem Namen DEG Metro Stars. Die Nürnberg Ice Tigers treten seit der Spielzeit 2006/07 als Sinupret Ice Tigers auf und sind damit der erste DEL-Klub der im Namen ganz auf den Ortsnamen verzichtet.

Neben dem normalen Ligen-Spielbetrieb veranstaltet die DEL noch ein All-Star-Game und zusammen mit der ESBG und dem DEB den Deutschen Eishockey Pokal.

Das DEL All-Star Game feierte 1998 in Frankfurt Premiere. Seitdem findet jährlich eine solche Veranstaltung, bei der eine Auswahl der besten europäischen DEL-Spieler gegen die besten Nordamerikaner antritt, statt. Von 1998 bis 2006 spielte noch die Deutsche Eishockeynationalmannschaft gegen die besten Ausländer der Liga. Neben dem Freundschaftsspiel finden am Veranstaltungsort noch einige andere Aktionen wie die so genannten „Skills Competition“ (Wettbewerbe zur Ermittlung der schnellsten Skater, pucksichersten Spieler usw.) und eine Autogrammstunde statt. Das bislang letzte All-Star-Game gewannen die Nordamerikaner am 2. Februar 2008 in Dresden mit 16:14 Toren gegen das Team Europa.

In Kooperation mit DEL und ESBG wird seit 2002 wieder ein Pokal-Wettbewerb ausgetragen. Amtierender Pokalsieger (Deutscher Eishockey-Pokal 2008/09) sind die Grizzly Adams Wolfsburg. Mehrfach wurde schon über die Abschaffung dieses Wettbewerbs nachgedacht, da er, dadurch, dass viele Spiele unter der Woche stattfinden und der Wettbewerb keinen sportlichen Mehrwert habe, bei einigen DEL-Vereinen als unattraktiv gilt. Trotz des Antrages der Hamburg Freezers im November 2007, den Pokalwettbewerb in der Saison 2008/09 auszusetzen, wurde dieser in der Saison mit einem etwas geänderten Modus durchgeführt. Für die Saison 2009/10 wird der Wettbewerb aufgrund der Olympischen Spielen in Vancouver und der WM im eigenen Land ausgesetzt.

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Frankfurt Lions

Frankfurt Lions

Die Frankfurt Lions sind ein Eishockeyclub aus Frankfurt am Main, der seit 1994 und damit als Gründungsmitglied in der Deutschen Eishockey Liga spielt. Gegründet wurde die „Frankfurt Lions Eishockey GmbH“ als Frankfurter ESC „Die Löwen“ am 5. März 1991 als Nachfolgeorganisation der 1959 gegründeten Eishockeyabteilung von Eintracht Frankfurt. Der Stammverein, der für den Spielbetrieb der Nachwuchsmannschaften, der unterklassig spielenden Mannschaften und der Frauen zuständig ist, ist der Young Lions Frankfurt Eishockey e.V..

Der bislang größter Erfolg des Vereins, der seine Heimspiele in der Eissporthalle am Ratsweg austrägt, der Gewinn der deutschen Meisterschaft Saison 2003/04, als sich die Lions im Finale gegen die Eisbären Berlin in vier Spielen durchsetzten. Die Vereinsfarben des Clubs sind rot, weiß und schwarz.

Schon vor der Zeit der Eishockeyabteilung der Frankfurter Eintracht, gab es in Frankfurt zahlreiche zum Teil auch erfolgreiche Eishockeymannschaften. Im Jahr 1931 standen mit den Mannschaften SC Forsthausstraße Frankfurt/Main, SC 1880 Frankfurt und Frankfurter Eissportclub gleich drei Klubs im Halbfinale um die Meisterschaft des Südwestdeutschen Eislaufverbandes.

Die Eishockeyabteilung der Eintracht wurde 1959 durch Rudi Gramlich gegründet und trug am 14. Januar 1960 in Kronberg unter widrigen Bedingungen (auf einem vereisten Tennisplatz im Licht von Autoscheinwerfern) ihr erstes Spiel aus. Eine standesgemäße Spielstätte konnte aber bereits Ende desselben Jahres bezogen werden: am 10. Dezember 1960 wurde die neben dem Waldstadion errichtete offene Kunsteisbahn eingeweiht, zum Eröffnungsspiel gegen die SG Nürnberg kamen über 10.000 Zuschauer.

Die Eishockey-Eintracht spielte in den Folgejahren (meist vor deutlich geringerer Kulisse) in der Oberliga, bis ihr in der Saison 1968/69 der Aufstieg in die Bundesliga gelang. Der Erfolgstrainer war Georg Kowarik, erfolgreichster Torschütze (12 Tore) war Horst Philipp. Obwohl Philipp in der Folgesaison sogar 26 Treffer erzielen konnte, erreichte die Eintracht nur den 12. Tabellenplatz und stieg wieder in die Oberliga ab. In den folgenden Jahren wechselte der Frankfurter Vorstand mehrmals den Trainer aus. Auf den Erfolgstrainer Georg Kowarik folgte zwei Jahre Larry Palmer, bis schließlich im Jahr 1973 Carlo Jang den Posten des Trainers übernahm.

In der Oberliga-Saison 1976/77 kamen zum Spiel gegen Preussen Berlin nur 36 zahlende Zuschauer. Daraufhin entschloss sich der Abteilungsvorstand, die Heimspiele der Qualifikationsrunde zur 2. Bundesliga den Gegnern zu verkaufen um die Eishockey-Abteilung am Leben zu erhalten. Nachdem der Verein lange Jahre nur in der Oberliga spielte, strebte das Management höhere Ziele an, auch um neue Zuschauer anzulocken. Deshalb entschloss man sich im Sommer 1980 den erfahrenen Trainer Willi Winkes unter Vertrag zu nehmen.

In der Saison 1980/81 spielte die Eintracht in der neuen Eishalle von Rödermark. Trotzdem kamen pro Spiel nur 300-400 Zuschauer. Deswegen beschloss Abteilungsleiter Günther Herold nach 15 Monaten, in die zugige Kunsteisbahn am Waldstadion zurückzukehren.

Wenige Jahre später erhielt die Mannschaft eine neue und sehr attraktive Spielstätte, die neue Eissporthalle am Ratsweg, die am 27. Dezember 1981 mit einem Länderspiel gegen das Olympiateam der Sowjetunion eröffnet wurde. Auch der sportliche Erfolg kehrte zurück, die Mannschaft stieg 1982 in die 2. Bundesliga auf und erlebte in der neuen Halle einen Zuschauerboom. In der Saison 1985/86 gelang sogar der Wiederaufstieg in die 1. Bundesliga.

In der Saison 1986/87 wurde der Klassenerhalt nach Platz neun in der Doppelrunde und dem 2.Platz in der Auf/Abstiegsrunde hinter dem BSC Preussen Berlin gesichert. In der zweiten Bundesliga-Saison 1987/88 erreichte man das Play-Off-Viertelfinale, in dem man in drei Spielen gegen den Kölner EC unterlag. Durch stetig wachsende Schulden erlebte die Abteilung eine erste Krise. Nur mit viel Mühe erhielt der Verein die Lizenz für die neue Saison. In der dritten Bundesliga-Saison (1988/89) scheiterte man erst im Play-Off-Viertelfinale nach vier Spielen am SB Rosenheim. Durch den Tod von Günther Herold geriet das Frankfurter Eishockey erneut in eine existentielle Krise.

In der Bundesliga-Saison 1989/90 scheiterte die Eintracht erst im Viertelfinale, erneut an Rosenheim, nach drei Spielen. Die folgende Saison 1990/91 war die sportlich erfolgreichste in der Vereinsgeschichte. Jiří Lála war mit 47 Toren und 59 Assists erfolgreichster Spieler der Eintracht. Unprofessionelles Management, eine teure Mannschaft und fehlende Handlungsfreiheiten der Eintracht Frankfurt Eishockeyabteilung führten jedoch zu einem Schuldenberg von über 7 Millionen DM. Am 1. März 1991 beschloss der Vorstand des Gesamtvereins, die Eishockeyabteilung vom Hauptverein Eintracht Frankfurt abzutrennen, um bei einem möglichen Konkurs der Eishockeyabteilung den Hauptverein nicht zu gefährden.

Am 5. März 1991 gründen die Verantwortlichen der aufgelösten Eishockeyabteilung den Frankfurter ESC „Die Löwen“. Man begann die neue Saison in der Regionalliga. Zu einem ersten Freundschaftsspiel am 1. Oktober desselben Jahres kamen über 5.000 Zuschauer. Innerhalb von drei Monaten gewann der Verein 3.500 neue Mitglieder. Nur sieben Monate nach seiner Gründung war der ESC „Die Löwen“ bereits der größte Eishockey-Club in Deutschland. Durchschnittlich verfolgten in der Regionalliga-Saison 1991/92 über 5.700 Zuschauer die Heimspiele. Auszug aus den Spielresultaten: 3. November 1991: EHC Zweibrücken vs. ESC Die Löwen - 1 : 19; 22. Dezember 1991: ESC Die Löwen vs. EHC Trier - 21 : 2.

Am Ende der Saison schaffte man vor fast 9.000 Zuschauern je Heimspiel den Aufstieg in die Oberliga - dabei waren zweistellige Ergebnisse die Regel. Dazu ein Auszug aus den Spielresultaten: 12. Januar 1992: ESC Die Löwen vs. VERC Lauterbach - 33 : 1; 19. Januar 1992: ESC Die Löwen vs. EC Bad Nauheim - 32 : 0. In der Oberliga-Saison 1992/93 waren alle Heimspiele mit 7.000 Zuschauern ausverkauft. Zweistellige Ergebnisse waren auch hier keine Seltenheit. So gelang nach einer Saison der Aufstieg in die 2. Bundesliga. 1994 erreichten die Löwen in der ersten Zweitliga-Saison das Halbfinale, in dem sie dann gegen Augsburg unterlagen. Trotz auch weiter hoher Zuschauerzahlen erwirtschaftete man in dieser Saison ein Minus von fast 1 Mio. DM.

Am 25. März 1994 wurde zur Einführung der Profiliga DEL („Deutsche Eishockey Liga“) die „Frankfurt Lions Eishockey GmbH“ gegründet. Die Lions spielten in der Saison 1994/95 in der höchsten deutschen Spielklasse. Im Frankfurter Team spielten Weltstars wie Robert Reichel, der aufgrund eines NHL-Streiks nach Frankfurt geholt wurde, und Jiří Lála, der in dieser Saison erneut erfolgreichster Spieler war. In der ersten DEL-Saison erreichten die Lions 1995 die Play-Offs und scheiterten hier nach fünf Spielen an den Kassel Huskies (1:4 Siege). 1996 erreichte der Verein abermals die Play-Offs, scheiterte dann aber an den Huskies (0:3).

1997 hingegen konnte die mittlerweile finnisch geprägte Mannschaft den Abstieg nur knapp verhindern. Die Play-Offs wurden nicht erreicht. Die Zuschauerzahlen sanken. Auch in wirtschaftlicher Hinsicht war das Jahr bedeutsam. Am 31. Januar übernahm Gerd Schröder die Frankfurt Lions Eishockey GmbH mit allen Anteilen und Verbindlichkeiten, am 7. August wurde Bernd Kress Geschäftsführer. Mit dem Führungswechsel kamen neue Geschäftsräume, ein neues Logo, neue Trikotfarben und neues Personal. Bernie Johnston wurde als Manager verpflichtet und holte 17 neue Spieler, darunter elf Kanadier. Die Lions erreichten in der DEL-Saison 1997/98 das Halbfinale und scheiterten am späteren Meister Adler Mannheim. Mit dem zweiten Platz nach der Vorrunde qualifizierte man sich für die European Hockey League und feierte den bis dahin größten Erfolg der Vereinsgeschichte.

Die Saison 1998/99 gestaltete sich turbulent: Trainer Bob Manno verließ schon am 17. Oktober 1998 den Club. Manager Bernie Johnston wurde Trainer. Die Frankfurt Lions waren von Mitte November 1998 bis Ende Januar 1999 Tabellenführer der DEL mit zeitweise elf Punkten Vorsprung auf den zweiten Tabellenplatz. Nach einer Niederlagenserie von acht Spielen mit nur einem Sieg geriet die Play-Off-Teilnahme jedoch noch in Gefahr. Johnston wurde als Trainer abgelöst, blieb aber Manager. Unter dem neuen Trainer Rick Alexander erreichte man die Play-Offs, schlug im Viertelfinale und Penalty-Schießen im fünften Spiel die Kölner Haie und unterlag dann im Halbfinale nach drei Spielen den Nürnberg Ice Tigers.

In der Saison 1999/2000 erreichte man nach trotz vieler Verletzungen und nach Austausch von Trainer und Manager doch noch die Play-Offs. Man unterlag dem späteren Meister München Barons erst nach fünf hart umkämpften Spielen im Viertelfinale. Das Jahr 2001 war geprägt von einer neuerlichen Entlassung von Trainer- und Co-Trainer. Später trat auch Rick Alexander als Manager zurück. Trotz einer Steigerung unter dem neuen Trainer B. J. McDonald zu Saisonende verpasste man die Play-Off-Teilnahme. In der Saison 2001/02 wurde McDonald nach nur acht Spieltagen wieder entlassen. Co-Trainer Doug Bradley übernahm den Chefposten, musste aber nach ungenügendem Saisonverlauf im Januar 2002 ebenfalls gehen. Die Lions wurden 11. und erreichten damit nicht die Play-Offs.

Nach einer katastrophalen Saison 2002/2003 erreichten die Lions nur den vorletzten Tabellenplatz (Platz 13) und mussten in den Play-downs gegen die Schwenninger Wild Wings antreten. Hier verlor man in sechs Spielen und stieg sportlich ab. Weil der Gegner insolvent war und somit den DEL-Spielbetrieb nach den Liga-Regularien in der kommenden Saison nicht wieder aufnehmen durfte, verblieben die Lions dennoch in der DEL.

2004 erwies sich als grandioses Jahr für den Club. Am 16. April gewannen die Frankfurt Lions im vierten Finalspiel die Deutsche Meisterschaft, nachdem sie in der Hauptrunde nur den fünften Platz belegt hatten. Lions-Stürmer Pat Lebeau wurde nicht nur erfolgreichster Scorer der Hauptrunde (23 T + 46 A), sondern auch zum wertvollsten Spieler der Liga (MVP)gewählt. Auch die Saison 2004/05 war zunächst sehr erfolgreich, zog man doch als Tabellenführer nach der Vorrunde in die Play-offs ein. Dann aber verloren die Lions nach 5 Spielen im Halbfinale gegen die Adler Mannheim und mussten somit die Hoffnung auf eine Titelverteidigung aufgeben. Die Saison war geprägt vom Lockout in der NHL und damit von vielen Gastspielern, die das Niveau der Liga steigerten. Frankfurt selbst konnte den Verteidiger Stéphane Robidas von den Chicago Blackhawks und später den Star-Stürmer der St. Louis Blues, Doug Weight, für wenigstens diese eine Saison ihr eigen nennen.

In der Saison 2005/06 konnte man nicht an die starken Leistungen aus den Vorjahren anknüpfen, und verpasste als Neunter die Play-Offs. Gründe hierfür lagen in der Überalterung der Mannschaft, Neuzugängen, die die Erwartungen nicht erfüllten und einem Verletzungspech, von dem man in den vorangegangenen Jahren verschont blieb. Unter anderem Top-Scorer Patrick Lebeau fiel lange aus. Für die Saison 2006/07 hatte man sich das Ziel gesetzt, am Ende der Saison unter den ersten sechs Teams zu stehen. Dieses Ziel wurde knapp verfehlt, nach einer zeitweise starken, zeitweise aber auch schwachen Hauptrunde, sicherlich bedingt durch das große Verletzungspech vieler (Schlüssel-)Spieler während der gesamten Saison, platzierten sich die Lions nach 52 Spielen auf Rang Acht und mussten somit in den Pre-Playoffs unter Beweis stellen, dass sie Playoff-fähig waren. Dort traf man auf den amtierenden Deutschen Meister, die Eisbären Berlin. In einer Best of Three-Serie setzten sich die Lions mit 2:1 Siegen durch und qualifizierten sich somit für das Playoff-Viertelfinale. Dort traf man auf den Erzrivalen und Titelfavoriten, die Adler Mannheim. In einer nicht unumstrittenen Serie setzten sich die Adler in fünf Spielen mit 4:1 Siegen gegen die Lions durch, die somit im Viertelfinale ausschieden.

Im August 2008 verstarb Mitbegründer und Haupteigentümer Gerd Schröder im Alter von 49 Jahren, nachdem er im Frühjahr 2008 einen Schlaganfall erlitten und monatelang im Koma gelegen hatte. Nach anfänglichen Bedenken wurde die Zukunft der Lions allerdings für gesichert erklärt. Jürgen Arnold, Gesellschafter des ERC Ingolstadt, übernahm Schröders Posten als Aufsichtsratsvorsitzender der Deutschen Eishockey Liga.

Zur Saison 1994/95 wurde die Deutsche Eishockey Liga gegründet, der die Frankfurt Lions als Gründungsmitglied seitdem ununterbrochen angehören. Höhepunkt war die Deutsche Meisterschaft im Jahre 2004, Tiefpunkt der sportliche Abstieg im Jahr 2003, als man nur durch die Insolvenz der Schwenninger Wild Wings in der Liga verblieb.

Die Frankfurt Lions mussten zur Saison 2008/09 wichtige Spieler, wie den Verteidiger Richie Regehr und den Stürmer Jeff Ulmer abgeben. Im Gegenzug verpflichteten die Lions namhaften Spielern wie zum Beispiel die NHL erprobten Mathieu Biron und Josh Langfeld.

Den Mannschaften in der höchsten deutschen Spielklasse stehen zwölf Ausländerlizenzen zur Verfügung. Jeder Spieler ohne deutsche Staatsangehörigkeit besetzt eine dieser Lizenzen, von denen pro Pflichtspiel zehn eingesetzt werden dürfen. Bei den Frankfurt Lions fallen elf Spieler unter diese Regelung.

Des Weiteren wurden sechs Spieler mit einer Förderlizenz ausgestattet und sind somit auch für das jeweilige Kooperationsteam spielberechtigt.

Die Mannschaft der Frankfurt Lions aus der Saison 2003/04 konnte sich mit einer geschlossenen Mannschaftsleistung die Deutsche Meisterschaft sichern. Im Play-Off Finale besiegte das Team den Favoriten aus Berlin. Überragender Spieler der damaligen Mannschaft war der Kanadier Pat Lebeau, der nicht nur der punktbeste Scorer im Team war, sondern am Ende sogar zum MVP der Saison gewählt wurde.

Zu den erfolgreichsten Spielern in der Vereinsgeschichte gehört der Kanadier Patrick Lebeau, der in drei verschiedenen Statistiken den jeweiligen Rekord hält.

Einige Spieler der Frankfurt Lions wurden für das DEL All-Star-Game nominiert, ein Freundschaftsspiel, welches seit 1998 jährlich stattfindet und in dem die herausragendsten Spieler der Deutschen Eishockey Liga gegeneinander antreten.

Im Stammverein Young Lions Frankfurt Eishockey e.V., kurz Young Lions, sind seit heute die Nachwuchs- und Amateurmannschaften des Vereins organisiert. Die Nachwuchsabteilung der Lions umfassen die Lauf-, Kleins- und Kleinschüler- sowie die Knaben-, die Schüler-, die Jugend- und die Juniorenmannschaft des ESC. Zudem startet eine Amateurauswahl unter dem Namen Young Lions 1.

Eine Frauenmannschaft nahm in den Anfangsjahren der DEL als Lady Lions am Spielbetrieb der Fraueneishockey-Bundesliga teil.

Nach ihrer Gründung im Jahr 1959 bezog die Eishockeyabteilung von Eintracht Frankfurt am 10. Dezember 1960 die auf dem Gelände des Waldstadions errichtete, über 10.000 Zuschauer fassende Kunsteisbahn, auf der die Mannschaft bis 1980 ihre Heimspiele unter freiem Himmel austrug.

In der Saison 1980/81 spielte die Eintracht in der neue errichteten Eishalle der Nachbarstadt Rödermark. Aufgrund des geringen Zuschauerzuspruchs beschloss Abteilungsleiter Günther Herold jedoch nach nur nach 15 Monaten, wieder auf die Kunsteisbahn am Waldstadion zurückzukehren.

Die neue Eissporthalle am Ratsweg, die der Eintracht ab der Saison 1981/82 als Heimstadion diente, wurde am 19. Dezember 1981 errichtet und galt lange als eine der modernsten Hallen ihrer Art in Deutschland. Neben der Haupteisfläche in der Größe eines Eishockeyfeldes, die von 7000 Zuschauerplätzen, davon ungefähr 3500 Sitz- und 3500 Stehplätzen, umgeben ist, verfügt die Anlage über eine geschlossene kleinere Eishalle sowie einen großen 400 m langen Außenring. Ein weiteres von einem Zeltdach überspanntes Eishockeyfeld wird im Sommer zu Tennisplätzen umfunktioniert. Auch die Nachfolgemannschaften Frankfurter ESC und Frankfurt Lions trugen oder tragen ihre Heimspiele im Eisstadion aus.

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ETC Crimmitschau

ETC Crimmitschau

Der ETC Crimmitschau ist ein sächsischer Eishockey- und Tennisverein, der bis zur Neugründung nach der politischen Wende als EHC Crimmitschau um die DDR-Meisterschaften im Eishockey mitspielte. Die 2007 gegründeten „Eispiraten“ sind eine als Gesellschaft mit beschränkter Haftung ausgegliederte Profimannschaft des ETC Crimmitschau.

Die Vereinsfarben sind traditionell rot-weiß, in den letzten Jahren kam zunehmend schwarz hinzu. Die Spielstätte ist das Kunsteisstadion im Sahnpark.

Der Eishockeysport hat in Crimmitschau eine lange Tradition, mit welcher der Sahnpark als Naturpark und Erholungszentrum für die Bevölkerung schon immer eng verknüpft war. Eine unterhalb des heutigen Eisstadions befindliche Eiswiese diente der Bevölkerung vor dem 1. Weltkrieg im Winter beim Schlittschuhlaufen. Die Eiswiese war an den Zigarrenmacher Heinrich Gans verpachtet, er pflegte das Eis und lieh Schlittschuhe aus.

Die ersten Versuche, eine Eishockey-Mannschaft auf die Beine zu stellen, unternahmen die Brüder Heinrich und Willy Otto. Willy Otto studierte in Leipzig und beschäftigte sich in seiner Freizeit mit dem Bandy-Spiel. 1919 kam er nach Crimmitschau zurück und machte seinen Bruder Heinrich mit diesem Spiel bekannt. Es bedurfte einer besonderen Vereinbarung mit dem Pächter Heinrich Gans, um den normalen Eislaufbetrieb nicht zu stören.

1920 kam es zur Gründung eines ersten Eishockey-Clubs EHC Crimmitschau, der sich später großer Popularität erfreute. Bis 1922 wurde auf der Eiswiese gespielt, in den Jahren 1922 und 1923 auf dem Gondelteich, 1924 und 1925 auf dem Froschteich in der Mark Sahnau und von 1926 bis 1945 auf dem Planschbecken des Sahnbades.

Das richtige Eishockey-Spiel mit einer Hartgummischeibe wurde 1926/27 eingeführt. Ein Jahr später pachtete der EHC im Winter das Planschbecken, das für das Eishockey nahezu ideal war. Das Becken lag geschützt und ein steiler Nordhang eignete sich für das Anlegen von Zuschauertraversen.

Erste Erfolge konnte der EHC Crimmitschau schon in den dreißiger Jahren feiern. 1932, 1935 und 1936 holte sich der EHC die Mitteldeutsche Meisterschaft, allerdings war Eishockey zu dieser Zeit noch nicht so bekannt und die Vereinsleitung musste werben, um neue Spieler zu bekommen. Es wurde daraufhin eine Abteilung für Eislauf gegründet, was dem Club einen großen Auftrieb gab.

1936 war der EHC auf dem Höhepunkt seiner bisherigen Geschichte und zählte zu den besten Mannschaften Deutschlands. Noch immer war Heinrich Otto der Vorsitzende des Vereines. In jenem Jahr spielten die Crimmitschauer in der Vorrunde zur deutschen Meisterschaft, wo sie in Köln jedoch gegen den SC Riessersee verloren. Auch die Jugendabteilung war in jener Zeit sehr erfolgreich, sie spielte sich beispielsweise bis ins Endspiel um den Deutschen Jugendmeister in Garmisch-Partenkirchen und wurden Vizemeister.

In der Saison 1936/37 vereinigte sich der EHC mit dem hiesigen Tennisclub und nannte sich fortan ETC Crimmitschau. In diesen Jahren spielten auf der Wasserfläche im Sahnbad namhafte Mannschaften wie der Berliner Schlittschuhclub, der SC Charlottenburg oder der SC Riessersee. Als sächsische Gäste suchten damals unter anderem Mannschaften aus Dresden, Chemnitz und Ortsnachbar Frankenhausen den Vergleich.

In den Jahren 1937/38 planten Heinrich und Willy Otto als Vorstandsmitglieder des Vereins eine Kunsteisbahn in Form eines Stadions im Sahnpark. Sie hatten dem damaligen Crimmitschauer Oberbürgermeister Schmidt fertige Pläne vorgelegt, auch die Finanzierung hatten sie bereits sichergestellt. Dieses Projekt scheiterte an kleinlichen Bedenken des Oberbürgermeisters, bevor der Krieg weitere Bemühungen zunichte machte. Denn auch die Nazis sahen in einem Kunsteisstadion im Sahnpark keinen Verwendungszweck.

Nach dem 2. Weltkrieg nahm zunächst eine Mannschaft unter dem Namen BSG Textil Crimmitschau an den 1. Wintersportmeisterschaften 1951 teil. Ab 1950/51 spielten Crimmitschauer Mannschaften unter den Bezeichnungen BSG Textil Pleißengrund Crimmitschau (1951), BSG Turbine Crimmitschau (1953) und BSG Fortschritt Crimmitschau in der damaligen Oberliga, der 1. Liga oder später in der 2. Liga. Ab 1958/59 nahm die BSG Motor Crimmitschau am Spielbetrieb teil. 1960 musste der ASK Vorwärts Berlin umziehen und spielte als ASK Vorwärts Crimmitschau wie auch gleichzeitig die ASG Vorwärts Crimmitschau unterhalb des ASK. Aus den unterschiedlichsten Bezeichnungen – „Turbine“ gehörte zu den Energiebetrieben, „Fortschritt“ zur Textil- und Lederindustrie, „Vorwärts“ zur Armee und „Einheit“ zur staatlichen Verwaltung – rührte die Herkunft der damaligen Unterstützer des Vereins.

Die nächsten zwei Jahrzehnte spielte der Verein unter verschiedenen Namen fast ständig in der Oberliga, wobei man hinter dem SC Dynamo Berlin und der SG Dynamo Weißwasser zur Nummer drei wurde und im Pokal die größten Erfolge zu verzeichnen waren (Pokalsieger 1966/67/70 und weitere viermal Zweiter).

In der Saison 1970/71 wurde beschlossen, die Oberliga auf die beiden Dynamo-Clubs aus Berlin und Weißwasser zu reduzieren. Alle anderen Vereine wurden stillgelegt und Eishockey schied aus dem Kreis der förderungswürdigen Sportarten aus. Dafür wurde eine sogenannte „Bestenermittlung” eingeführt, bei der aus dem ASK „Vorwärts“ Crimmitschau die BSG Einheit Crimmitschau wurde. Von 1971 bis 1989 bestimmte die BSG Einheit Crimmitschau viele Jahre als Nummer 1 die Klasse und konnte 1971, 1972, 1974 und 1980 die Ermittlung für sich entscheiden. In seiner Zeit brachte die Mannschaft einige Nationalspieler hervor. So waren unter anderem Peter Kolbe, Dieter Kratzsch, Erhard Braun und Lothar Fuchs im DDR-Nationalteam, welches 1966 EM-Dritter wurde. Weiterhin spielten noch Dieter Röhl und Rolf Riedel in der Nationalmannschaft der DDR.

Bereits in den letzten Wochen und Monaten der ehemaligen DDR begann ein Umdenken beim DTSB und die Crimmitschauer gehörten zu den ersten, die in einer Initiativgruppe den Eishockeysport im Eislaufverband der DDR mit vorantrieben. Nach der politischen Wende wurde am 7. Februar 1990 zum Namen „EHC“ zurückgegangen und es kam schließlich am 3. Mai 1990 zur Neugründung unter dem Namen Eishockey- und Tennisclub Crimmitschau.

Im Zuge der politischen Wende wurde der ETC Crimmitschau wiedergegründet und nahm zuerst mangels weiterer Vereine in Sachsen und Thüringen am Spielbetrieb des Bayerischen Eissportverbands teil.

Das erste Spiel des ETC Crimmitschau nach der Neugründung im Frühjahr 1990 war ein Testspiel gegen den SV Hof. Die Mannschaft um Kapitän Ralf Heinicke – dem jetzigen Trainer der Damenmannschaft des ETC Crimmitschau – konnte dieses Spiel mit 14:2 gewinnen und sorgte damit für eine erfolgreiche Eröffnung der Geschichte des ETC nach der Wende.

Im Herbst 1990 nahm der ETC Crimmitschau das erste Mal am offiziellen Spielbetrieb in der Bayernliga teil. Der erste Pflichtspielgegner der Saison war der SV Gendorf (Endstand 5:4). Am Ende der Saison stand die Mannschaft auf Platz acht in der Tabelle und musste an der Relegation teilnehmen, welche sie jedoch souverän meisterte und mit 17:3 Punkten gewann.

In der darauffolgenden Saison konnte der ETC Crimmitschau unter dem neuen Kapitän Rainer Steinbock in 18 Spielen 125 Tore erzielen und rangierte am Saisonende auf Platz 1 in der Tabelle. In der darauffolgenden Aufstiegsrunde zur Regionalliga wurde diese erfolgreiche Saison mit dem Aufstieg gekrönt. Durch das hohe Zuschaueraufkommen im Crimmitschauer Sahnpark wurde die Stadt ein Begriff für viele Eishockeyfans in Deutschland. Bis zu 6.000 Zuschauer pilgerten zu den Heimspielen, was selbst im hochklassigen deutschen Eishockey bemerkenswerte Zahlen waren.

In der Saison 1994/95 gelang der Aufstieg in die Hacker-Pschorr-Liga. In dieser Spielklasse – welche durch Änderungen am Spielsystem und Sponsorenverträgen immer wieder unter anderen Namen auftauchte – hielt sich der ETC bis zur Saison 2000/01. In dieser Saison wurden die zwei Aufsteiger zur 2. Eishockey-Bundesliga in Playoffs ermittelt, in denen die Spieler des ETC Crimmitschau zunächst den Adendorfer EC mit 3:0 Siegen und in der zweiten Runde den ESC Dresden mit 3:1 Siegen bezwang. In der dritten Runde konnte sich jedoch nicht gegen den EHC Wolfsburg durchgesetzt werden, doch am 30. Juni 2001 wurde auf einer Ligentagung entschieden, dass die 2. Eishockey-Bundesliga von 12 auf 14 Vereine aufgestockt wird, wodurch der ETC Crimmitschau und der EV Duisburg nachrückten.

In den Spielzeiten 2001/2002 bis 2004/05 spielte die Profimannschaft des ETC Crimmitschau zunächst in der 2. Eishockey-Bundesliga. Gleich in der Debütsaison konnten die Sachsen mit Platz 5 und dem Einzug in die Playoffs den bisher größten Erfolg der Vereinsgeschichte feiern, scheiterten allerdings im Viertelfinale an den Heilbronner Falken. Ab der Saison 2002/03 trug der Verein den Beinamen „Eispiraten”. An die erfolgreiche erste Spielzeit konnte jedoch nicht angeknüpft werden, sodass zum Ende der Vorrunde nur der 15. Platz zu Buche stand. In der Play-Down-Runde gelang durch einen 3:1-Erfolg gegen die favorisierten Fischtown Pinguins letztlich der Klassenerhalt. Ein Jahr später wagten die „Eispiraten“ einen Umbruch. Es wurde mit Manfred Wolf ein neuer Trainer verpflichtet, der das Spielsystem nordamerikanisch prägte. Jedoch stellten sich keine Erfolge ein, sodass Wolf im Herbst wieder gehen musste und durch Jiří Ehrenberger ersetzt wurde. Unter ihm spielte der Verein wieder erfolgreicher und die Mannschaft schaffte letztendlich den Klassenerhalt in der Abstiegsrunde. In der Saison 2004/05 stiegen die Erwartungen im Crimmitschauer Umfeld, jedoch musste nach Platz 5 in der Abstiegsrunde nach vier Jahren Zweitklassigkeit der bittere Gang in die Oberliga angetreten werden.

In der Saison 2005/06 gelang dem ETC unter Trainer Gunnar Leidborg nach Platz 1 in der Hauptrunde, Platz 3 in der Meisterrunde und je 3 Siegen in den Playoffs gegen die Blue Devils Weiden und den EV Ravensburg der sofortige Wiederaufstieg in die 2. Eishockey-Bundesliga.

Die darauffolgende Saison stellte den Verein auf eine harte Bewährungsprobe. Bereits zum Saisonbeginn stand fest, dass die finanziellen Probleme mit Einsparungen am Kader eingedämmt werden müssen. Im Dezember 2006 stand fest, dass eine drohende Insolvenz kaum abzuwenden ist, was die Fans des ETC Crimmitschau zu den unglaublichsten Aktionen trieb um „ihren” Verein zu retten. Von Versteigerungen oder privaten Spenden bis hin zum Saisonspiel der Eispiraten gegen die Dresdner Eislöwen am 29. Dezember 2006 unter dem Motto „Mission 5555” (mindestens 5555 Zuschauer sollen das Spiel sehen) – zu dem 6.530 Zuschauer kamen – wurde alles versucht, den ETC Crimmitschau am Leben zu erhalten. Die Summe all dieser Aktionen und große Spenden von Privatpersonen, Unternehmen und von der Stadt Crimmitschau brachte im Frühjahr 2007 die Rettung. An diese einmalige Aktion erinnert eine Spendentafel am Stadion, auf der jeder Spender namentlich erwähnt wird.

Sportlich konnte die Saison mit dem Klassenerhalt abgeschlossen werden. Trotz eines 3:1 Rückstandes in der Best-of-Seven-Serie, konnte der ETC Crimmitschau die Serie noch drehen und gewann – auf den Tag genau zwei Jahre nach dem Abstieg in Kaufbeuren – mit einem 5:0 Sieg die Serie mit 4:3 und konnte die Klasse halten.

Trotz großer finanzieller Probleme im Sommer 2007 konnte der Schuldenstand von 711.000 Euro getilgt werden, sodass die Gründung der „Eispiraten-GmbH“ ermöglicht wurde. Seit der Saison 2007/08 spielt die Profimannschaft unter der Leitung der Eispiraten GmbH und ging mit dem geringsten Etat aller Ligateilnehmer an den Start. Nach einem achten Platz nach der Vorrunde erreichte die Mannschaft das Viertelfinale der Playoff-Runde, scheiterte dort allerdings in der Best-of-Seven-Serie gegen den späteren Meister Kassel Huskies. Wirtschaftlich konnte die Saison mit einer „schwarzen Null“ beendet werden. Die Damen- und die Nachwuchsmannschaften spielen weiter unter dem Stammverein ETC Crimmitschau.

Mit dem erneut niedrigsten Etat der 2. Bundesliga gingen die Eispiraten in die Saison 2008/09. Dort erreichte die Mannschaft lediglich den 13. und damit letzten Tabellenplatz. Die anschließende Playdown-Runde wurde nicht ausgespielt, da während der Saison die Tölzer Löwen einen Insolvenzantrag stellten und somit vorzeitig als einziger Absteiger feststanden.

Die Eispiraten spielen traditionell in den Farben schwarz, rot und weiß. Wie alle anderen Mannschaften werden zu den Spielen zwei unterschiedliche Trikotdesigns verwendet. Nach dem Vorbild der National Hockey League kommen hierbei die dunkleren Trikots zu Heim- und die helleren Trikots zu Auswärtsspielen zum Einsatz. Im Falle der Eispiraten ist das bei Heimspielen das herkömmliche Rot als Grundfarbe, welches sich auch in den Vereinsfarben wiederfindet. Zu den Auswärtsspielen treten die Spieler in den helleren – vorwiegend weiß gehaltenen Trikots an. Die Unterarme und Seiten sind in beiden Layouts schwarz abgesetzt sowie die Brust- und Schulterpartien mit den Sponsoren bestückt.

Darüber hinaus wird zur Erwärmung ein eigenes Trikot verwendet, welches vorwiegend in schwarz gehalten ist und sich nicht am vorhandenen Layout orientiert. Die Hosen der Spieler sind traditionell schwarz, sowohl bei Heim- als auch Auswärtsspielen. Die Stutzen sind in der Grundfarbe des jeweilig getragenen Trikots gehalten.

Das Layout der Trikots variiert bei jeder Spielzeit und wird in Zusammenarbeit mit den Fans gestaltet.

Um den ETC Crimmitschau haben sich einige Spieler verdient gemacht, deren Leistungen mit einer Sperrung ihrer Trikotnummer geehrt und dessen Trikots unter das Hallendach gezogen wurden.

Aufgrund ihrer Leistungen und Verdienste im deutschen Eishockey wurden ehemalige Spieler und Funktionäre des ETC Crimmitschau in der Hockey Hall of Fame Deutschland aufgenommen.

Das ESBG All-Star Game ist ein seit 2006 jährlich stattfindendes Freundschaftsspiel zwischen den besten deutschen und ausländischen Spielern der 2. Bundes- und Oberliga.

Seit der Neugründung des Vereins 1990 beschäftigte der Verein dreizehn Trainer, wovon Horymir Sekera mit drei kompletten Saisons am längsten engagiert war.

Als erster Trainer nach der Neugründung stand Dieter Kratzsch als Trainer hinter der Bande und erreichte nach der Bayernliga-Meisterschaft 1991/92 den Aufstieg in die Regionalliga. Dort wurde er von Rolf Bielas ersetzt, da für die Regionalliga eine Trainerlizenz vonnöten war und Dieter Kratzsch nicht im Besitz einer solchen war. Zur Saison 1993/94 übernahm der ehemalige DDR-Nationalspieler Reinhardt Fengler das Amt als Spielertrainer.

Nach dem Aufstieg in die Hacker Pschorr Liga übernahm Klaus Schröder als damaliger DEB-U17-Auswahltrainer von Reinhardt Fengler den Posten des Cheftrainers. Sein Engagement war notwendig geworden, da es in der 1. Liga keine Spielertrainer mehr geben durfte. Wegen Erfolglosigkeit musste Schröder Anfang der Saison 1997/98 sein Amt an den Kanadier Craig Sarner abgeben, der wiederum am Ende der Saison Horymir Sekera Platz machen musste.

Unter Sekera wurde der Aufstieg in die 2. Bundesliga und die direkte Playoff-Teilnahme erreicht. Nach relativ kurzen Trainerposten für Paul Sommer, Manfred Wolf und Jiří Ehrenberger kam nach dem Abstieg in die Oberliga zur Saison 2005/06 Gunnar Leidborg zu den Sachsen. Er erreichte den sofortigen Wiederaufstieg in die 2. Bundesliga und hielt die Klasse in der darauf folgenden Saison. Nach einer erfolgreichen Saison 2007/08 gab Leidborg seinen Rücktritt bekannt.

Für die Saison 2008/09 sollte Sergei Swetlow hinter der Bande stehen und die Eispiraten für zwei Jahre trainieren. Eine Woche vor Saisonbeginn nahm er jedoch ein Angebot als Assistenztrainer für den KHL-Verein Lada Togliatti wahr und kehrte den Eispiraten den Rücken.

Als Nachfolger wurde Doug Irwin engagiert, der die Eispiraten trainierte, jedoch wegen Erfolglosigkeit im November durch Wayne Hynes ersetzt wurde.

Der Stammverein – der ETC Crimmitschau e.V. – wurde 1990 gegründet und vereint eine Eishockey- und eine Tennisabteilung. Die Eishockeyabteilung ist in zahlreiche Nachwuchsmannschaften und einer Damenmannschaft gegliedert.

Seit der Saison 1997/98 gibt es unter dem Dach des ETC eine am Spielbetrieb teilnehmende Frauenmannschaft, die seit der Saison 2001/02 an der 2. Liga Nord teilnimmt. In der Saison 2004/05 wurde die Mannschaft Meister in der Liga und durfte – nach einigen Unstimmigkeiten aufgrund des erklärten Verzicht auf den Aufstieg in die Frauenbundesliga – erneut 2005/06 an der Spielklasse teilnehmen, die sie auch 2006/07 mit Platz Zwei erfolgreich abschließen konnten. In der Saison 2007/08 belegten die Damen einen vierten Platz, hinter der punktgleichen Mannschaft aus Weisswasser.

Die Junioren- und die Jugendmannschaft nahmen nach 2006/07 auch in der Saison 2007/08 an der höchsten Spielklasse – der Bundesliga – teil. Dabei konnte die Juniorenmannschaft nach der Hauptrunde in der Gruppe Nord den ersten Platz belegen. Die Meisterschaftsrunde wurde am Ende mit dem 4. Platz abgeschlossen. Die Jugendmannschaft konnte in der Bundesliga-Saison 2007/08 den achten Platz in der Nord-Gruppe belegen.

Um die Ostdeutsche Meisterschaft spielte die Schülermannschaft des ETC Crimmitschau und errang mit 27 Punkten den sechsten Platz. Für die Saison 2008/09 erhielten die Schüler die Zulassung für die Bundesliga. Die Knaben spielten ebenfalls um die Ostdeutsche Meisterschaft und belegten ebenso den sechsten Platz. In der Altersklasse der Kleinschüler belegte das Team in der abgelaufenen Saison den 5. Platz in der Ostdeutschen Meisterschaft. Die Kleinsten im Nachwuchs des ETC Crimmitschau – die Bambinis – nehmen nicht an einem Ligenspielbetrieb teil. Sie messen sich gegen andere Teams in Freundschaftsspielen.

Seit dem Jahr 2007 ist in Crimmitschau offiziell das Nachwuchsleistungszentrum Mitteldeutschland angesiedelt. Ziel ist die Absicherung der sportlichen Entwicklung und Betreuung sowie die Koordination der sportlichen mit der schulischen Ausbildung. Dies wird mittelfristig durch zwei hauptamtliche Nachwuchstrainer verwirklicht. Jeder Nachwuchsmannschaft stehen dazu sechs Eiszeiten in der Woche zur Verfügung. Dies erfolgt durch eine Kooperation in Schönheide und Chemnitz, langfristig soll dazu eine zweite Eisfläche direkt in Crimmitschau entstehen. Zur Absicherung von Ausbildungsstellen erfolgt eine Einbindung von Sponsoren und ortsansässigen Firmen. Bereits heute konnten einige Spieler ihre Lehre erfolgreich in Crimmitschau abschließen. Um den hohen Anforderungen jederzeit gerecht zu werden, besteht eine enge Zusammenarbeit mit dem Landesverband.

Das Kunsteisstadion im Sahnpark wurde im Jahr 1964 errichtet, um den Profieissport in Crimmitschau weiter voran zu treiben. In der Geschichte der DDR fanden hin und wieder Spiele der DDR-Nationalmannschaft statt, zu denen bis zu 10.000 Fans pilgerten.

1994 wurde das Stadion einer Sanierung unterzogen und erhielt eine Überdachung, wodurch die Eisqualität und der Komfort für die Fans erhöht wurde. Einen großen Schritt zur Modernisierung vollzog die Stadt 2002 mit der Installation der großen Sitzplatztribüne über den Spielerbänken. Darauf haben knapp 100 Zuschauer Platz und zur Tribüne gehört ein verglaster Kiosk, der ebenfalls einen Blick auf die Eisfläche bietet.

Insgesamt verfügt das Stadion über 6.535 Stehplätze, 121 Sitzplätze, 56 VIP-Plätze, sowie zehn Presseplätze.

Die Eisfläche wird täglich von der Profimannschaft, den Nachwuchsmannschaften, der Damenmannschaft, diversen Hobbyteams und zum öffentlichen Eislauf genutzt. Die theoretische Auslastung der Fläche liegt höher, als es der praktische Zeitplan zulässt, was z.B. Jugendmannschaften dazu bringt, in einer der Partnerstädte zu trainieren.

Die Eispiratenfans sind in zahlreichen Fanclubs organisiert, die sich deutschlandweit verteilen. Der Bekannteste ist die Formation der Kultras, die sich in der Süd-Ost-Kurve – der sogenannten „Heinekurve“ – postieren und regelmäßig Choreographien veranstalten.

Darüber hinaus unterhalten die Fans lose Freundschaften zu diversen Eishockeyvereinen wie den Schwenninger Wild Wings, den Kassel Huskies oder dem ESV Bayreuth. Eine Rivalität bestand aufgrund der geographischen Nähe zum ERC Selb und dem 1. EV Weiden, jedoch hat diese wegen der unterschiedlichen Ligenzugehörigkeit abgenommen.

Ferner halten die Fans des ETC Crimmitschau den Rekord des längsten Fan-Gesangs der Welt. Am 6. Januar 1999 stellten sie mit einem 84-minütigen ununterbrochenen Fan-Gesang im Spiel gegen den ESV Bayreuth einen neuen Rekord auf, welcher in einem Eintrag ins Guinness Buch der Rekorde resultierte.

Im Rahmen des Förderlizenzprogramms haben die Eispiraten Crimmitschau Partnerschaften mit den Grizzly Adams Wolfsburg, den Kassel Huskies und den DEG Metro Stars aus der Deutschen Eishockeyliga sowie den Saale Bulls Halle aus der Oberliga. Ziel hierbei ist es, Nachwuchsspieler zu fördern und zu betreuen, damit diese Spielpraxis sammeln.

Seit der Saison 2002/03 ziert ein Eispirat das Logo des Vereins und fungiert ebenfalls als Maskottchen. Vor den Heimspielen betritt eine Eispiratin das Eis und stimmt die Fans auf das Spiel ein.

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Source : Wikipedia