Karneval

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Geschrieben von tron 25/02/2009 @ 13:31

Tags : karneval, traditionen, gesellschaft

Neueste Nachrichten
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Trommeln für den Karneval - Tagesspiegel
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Karneval der Kulturen feiert mit Corona Extra - Bierspot.de
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Im Mai den dänischen Karneval erleben - Thüringer Allgemeine
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Berliner Karneval

2007

Der Berliner Karneval hat eine lange und trotzdem fast unbekannte Tradition aufzuweisen, was auch damit zusammenhängt, dass das karnevalistisch versierte Rheinland Anfang des neunzehnten Jahrhunderts an Preußen fiel.

Aber bereits 1430 feierten Großfamilien und Ratsherren in der Stadt so genannte "Fastelawende" und schon im 15. Jahrhundert wurde das so genannte Zampern (Umzüge und Tanzveranstaltungen) durch Zuwanderer aus der Lausitz in Berlin bekannt gemacht und eingeführt.

Da die Berliner es ab da an schon heftig trieben wurde im Jahre 1629 das erste Verbot der Mummenschänze, Komödien sowie Gauklerspiele ausgesprochen. Ab den Jahre 1659 wurden weitestgehend auch noch die Maskenumzüge der Berliner Handwerker verboten - hauptsächlich weil die Handwerker bis zu acht Tage "blau" machten, um richtig zu feiern.

Im Jahre 1743 wurden im Berliner Opernhaus die Karneval-Redouten eingeführt. Diese Festlichkeiten sind in der Überlieferung bekannt geblieben, weil dort jeweils bis zu 2000 Gäste durchgefüttert wurden. Eine gehörige Anzahl an Speisen sind an solchen Abenden aufgetischt worden: 300 Ochsenzungen, 100 gebratene Hasen, 200 Kalbs- und Wildbraten, 200 Torten, 6 Scheffel Bonbon, 1 Zentner Schokolade, 200 Baumkuchen, 1800 Butterbrote und ca. 400 Flaschen Sekt. Auch wurde an solchen Tagen der "Berliner Pfannkuchen" gereicht, wozu in Alt Berlin ein Fastnachtspunsch mit Zukunftsdeutung aus dem Kaffeesatz und Karten gehörten.

Auch die Preußischen Könige wie zum Beispiel Friedrich I. und Friedrich II. (beide 18. Jahrhundert) führten bei Hofe Masken-Redouten (Spiel- oder Tanzveranstaltungen) ein, die jedoch eher selten mit Umzügen verbunden wurden. Jedes Frühjahr feierte Friedrich der Große (Alte Fritz) in Berlin mit der so genannten hohen Gesellschaft den herkömmlichen Karneval.

Im Jahre 1815 wurde das Rheinland preußisch und wieder kamen Zuwanderer nach Berlin, die ihre Karnevalsbräuche mitbrachten.

So gründeten sich schon 1870 die ersten Rheinländischen Karnevalsklubs in Berlin. Nach dem Ende des 1. Weltkriegs hatten die Karnevalsvereine von allen Schichten der Gesellschaft großen Zulauf und erfreuten so die Bevölkerung von Berlin.

1990 schlossen sich die West- und Ostberliner Karnevalsverbände im Landesverband Berliner Karneval e.V. unter den damaligen Präsidenten Wolfgang Roeb (West) und dessen Vizepräsidenten Wilfried Kupsch (Ost) zusammen und nahmen damit, wenn man so will, die Wiedervereinigung vorweg. Auf der karnevalistischen Ebene gab es gegenüber der politischen kaum Probleme bei der Zusammenlegung von "Ost"- und "West"-Karneval, da man in beiden Teilen Berlin den gleichen traditionellen deutschen Karneval feierte und die jeweils herrschenden politischen Obrigkeiten auf das närrischste auf den Arm nahm. Jedoch gab es auch kleine Unterschiede im Durchführen der Veranstaltungen. Während man in westlichen Berlin eher den Prunk-/Sitzungskarneval zelebrierte, wurde im östlichen Teil der heutigen bundesdeutschen Hauptstadt eher der volkstümliche Karneval gepflegt.

Der Karnevalsumzug in Berlin ist nicht erst eine Erfindung der Neuzeit bzw. eine Erfindung der Rheinländer, die nach der Wiedervereinigung bedingt durch den Regierungsumzug nach Berlin gezogen sind. Denn nachweislich gab es schon vorher Karnevalumzüge in Berlin, jedoch sind diese Traditionen durch Faktoren wie den Mauerbau und Wegfall der Sponsoren immer wieder im Keim erstickt worden.

Auch die ersten zarten Anfänge nach der Wiedervereinigung 1992 mit dem Start eines Autokorsos wurden nicht weitergeführt, weil sich die Stadt weigerte, die Straßenreinigungskosten zu übernehmen und sich nicht genügend Sponsoren beteiligten.

Der nächste Versuch wurde 1995 gestartet, jetzt schon mit wesentlich größerem Aufwand. Jedoch auch dieser Versuch scheiterte an fehlenden Sponsoren, die die hohen Kosten der Stadtreinigung übernehmen sollten.

Im Jahre 2000 gab es die nächsten Aktion, die zu Folge hatte, dass sich ein Verein gründete, der speziell die Aufgabe "Aufstellung des Karnevalumzuges 2001" hatte. Dieser Verein schaffte es, alle Interessierten (Vereine, Sponsoren, Medien und die Stadt Berlin) an einen Tisch zu bringen.

Somit gab es im Jahre 2001 den ersten Karnevalsumzug nach der Wiedervereinigung durch die Stadt Berlin. Jährlich lockt nun der Berliner Karnevalsumzug, der an historisch bedeutsamen Bauten vorbei durch Mitte führt, fast 750.000 Besucher an seine Strecke.

Der Narrenruf der Berliner ist Hei-Jo (von Heiterkeit und Jokus).

Alleine 2006 nahmen 22 Vereine mit etwa 4000 aktiven Karnevalisten, 50 Festwagen, 15 Musikzügen und vielen Fußgruppen am Berliner Karnevalsumzug, der vom Potsdamer Platz zum Schlossplatz führte, teil.

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Festkomitee Kölner Karneval

Kölner Wappen mit Narrenkappe

Das Festkomitee Kölner Karneval, eigentlich Festkomitee des Kölner Karnevals von 1823 e.V., versteht sich als Interessenvertretung der meisten im Kölner Karneval tätigen Gesellschaften und Vereine.

Als seine Hauptaufgabe betrachtet das Festkomitee die Traditions- und Brauchtumspflege des Kölner Karnevals, den die Organisation in seiner Ursprünglichkeit bewahren will. Dies umfasst auch die Aufstellung des Kölner Dreigestirns sowie die Organisation der großen Veranstaltungen, allen voran der Kölner Rosenmontagszug. Innerhalb des organisierten Karnevals in Köln verfügt die von vielen ehrenamtlich tätigen Mitgliedern unterstützte Organisation daher über großen Einfluss, und sie trägt aus dem Hintergrund maßgeblich zum Erscheinungsbild des Festes in der Öffentlichkeit bei.

Anlass für die Bildung des Festkomitees war ein Wandel des Karnevalsfestes im zweiten Jahrzehnt des 19. Jahrhunderts. War der Fastelovend über lange Zeit vom ausgelassenen, anarchischen und berauschten Treiben der unteren sozialen Schichten geprägt, begehrte nun auch das Bürgertum eine ihm angemessene Gestaltung der Feierlichkeiten, nach italienischem Vorbild. Hierzu konstituierte sich im Jahre 1823 gleichzeitig mit dem von ihm organisierten ersten Rosenmontagszug rund um den Kölner Neumarkt das Festordnende Komitee, wie es zunächst genannt wurde. Auch der Held Karneval als die vom Komitee eingesetzte Identifikationsfigur - Vorläufer des Prinz Karneval - hatte 1823 seinen ersten Auftritt.

Im Jahre 1991, anlässlich des zweiten Golfkrieges, entschied das Festkomitee aus politischen Gründen die Absage der wesentlichen Karnevalsfeierlichkeiten: Es gab keinen organisierten Rosenmontagszug. Die Kölner zogen am Rosenmontag trotzdem, unorganisiert zwar, durch die Straßen und Kneipen, wobei Kriegsgegner nicht ohne Erfolg versuchten, ihre politischen Anliegen in das Treiben zu integrieren. Neben entsprechenden politischen "Festwagen" am Rosenmontag formierte sich auch der zunächst vom Festkomitee unabhängige Geisterzug als Ausdrucksform des so genannten alternativen Karnevals. Das Jahr 1991 wird daher von vielen als Renaissance des anarchischen Volkskarnevals verstanden.

Bot auch der organisierte Karneval im Rahmen des Festes stets Raum für mehr oder weniger scharf ausgeübte Kritik an kirchlichen oder weltlichen Machthabern, der Obrigkeit also, wurde er ab dem Ende der 1980er Jahre selbst zur Zielscheibe für Spott und Satire: Der alternative Karneval nahm, etwa in der Stunksitzung, verknöcherte Strukturen, erzkonservative Einstellungen, Postenschacherei, Humorlosigkeit und Klüngel im Festkomitee und in den großen Karnevalsvereinen aufs Korn und beschwor die anarchischen Traditionen des Fastelovends. Einen Skandal löste 1994 der damalige Festkomiteepräsident Gisbert Brovot aus: Er hatte die Stunksitzung besucht, dabei offizielle Kopfbedeckung des Festkomitees getragen und dadurch in den Augen vieler Vereinskarnevalisten eine Grenzverletzung begangen, während andere ihn als progressiven Reformer innerhalb des Komitees verstanden. Er stellte sich nicht wieder zur Wahl. Im Laufe der Jahre gab es weitere Annäherungen zwischen Festkomitee und alternativen Karnevalisten. So konnte der alternative Geisterzug mehrfach nur dank der Zuschüsse des Festkomitees stattfinden.

Das Festkomitee wird heute von einem siebenköpfigen geschäftsführenden Vorstand vertreten. Der Vorstand wird von einem Präsidenten und zwei Vizepräsidenten geleitet.

Seit Juni 2005 betreibt das Festkomitee das Kölner Karnevalsmuseum, das einen Überblick über das Karnevalsfest durch alle Zeitalter seines Bestehens bietet.

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Karneval der Kulturen

Karneval der Kulturen in Berlin

Der Karneval der Kulturen ist eine multikulturelle Massenveranstaltung in Berlin, die seit 1996 alljährlich um das Pfingstwochenende herum im Ortsteil Kreuzberg gefeiert wird. Organisator ist die Werkstatt der Kulturen in Berlin. Als „Weltstadt“ und Metropole mit der höchsten Anzahl an Migranten in Deutschland stehen für die Berliner Initiatoren und Veranstalter der Integrationsgedanke und der Abbau von Überfremdungsängsten im Vordergrund des mehrtägigen Spektakels. Bei den traditionellen Umzügen, sowie auf zahlreichen Musik-, und Theaterveranstaltungen dient der „Karnevalsgedanke“ einer bunten, friedlichen und toleranzbetonten Demonstration der kulturellen Vielfalt. Die jährlich ansteigenden Besucherzahlen machten das Event zu einem internationalen Publikumsmagneten, ähnlich der Love Parade.

Im Oktober 1993 wurde im Berliner Ortsteil Neukölln die Werkstatt der Kulturen eröffnet. Gefördert von der Ausländerbeauftragten des Berliner Senats, bieten die Betreiber ein Forum der Begegnung und des Dialogs der etwa 500.000 ausländischen Einwohner aus über 180 Nationen. Die regelmäßigen Treffen und künstlerischen Projekte führten bald zu der Idee einer mehrtägigen öffentlichen Veranstaltung.

Schon früher gab es Konzepte für einen Karneval in Berlin, die jedoch nie umgesetzt wurden, da sie zu sehr an bereits bestehende Karnevalstraditionen angelehnt waren und die Besonderheiten Berlins außer Acht ließen. Den ersten Karneval der Kulturen gab es schließlich am 15. und 16. Mai 1996 zu Himmelfahrt. Er sollte sich einreihen in die neueren europäischen Tradition, wie dem Notting Hill Carnival in London und dem Rotterdamer Zomercarnaval, jedoch in einer höheren Größenordnung.

Von Beginn an standen große Umzüge durch das Berliner Stadtzentrum im Mittelpunkt der Veranstaltung. Im Laufe der Jahre wuchs der Karneval zu einem viertägigen Straßenfest mit zahlreichen musikalischen und choreographischen Darbietungen. Auch ein Kinderkarneval ist mittlerweile im Standardprogramm enthalten. Die Besucherzahlen stiegen von 50.000 im Jahr 1996 kontinuierlich an. 1997 waren es bereits über 300.000. Zu Pfingsten 2000 wurde die Millionengrenze überschritten. 2003 konnten über 1,5 Millionen Besucher gezählt werden. In den letzten Jahren stagnierte die Besucherzahl zwischen 600.000 und einer Million, wobei ein starker Zusammenhang mit dem oftmals kühlen Wetter naheliegt.

Die Teilnehmerzahl bei den Umzügen stieg hingegen stetig an, von etwa 2.200 auf über 4.000 Akteure. Die Originalität und Fantasie ihrer Darbietungen und Ausrüstungen wird seit dem Jahr 2000 mit Preisen ausgezeichnet. Meistens wird das Event mit einer großen Abschlussparty gekrönt. Als Medienpartner sind die Lokalpresse sowie diverse Berliner Fernseh- und Radiosender an allen Tagen vor Ort.

Die Feierlichkeiten für 2009 sind zwischen dem 29. und 31. Mai geplant, wobei der Umzug wieder am letzten Tag stattfinden soll.

In anderen deutschen Städten gibt es vergleichbare Veranstaltungen. Ein Jahr nach Berlin begann 1997 in Bielefeld der Carnival der Kulturen, der u. a. vom Shademakers Carnival Club und dem Welthaus getragen wird. In Essen wird der RuhrCarnival zur Zeit nicht fortgesetzt. Frankfurt am Main veranstaltet seit einigen Jahren mit steigender Teilnehmerzahl die Parade der Kulturen, in Saarbrücken fand 2006 das erste Mal Culturio statt. Im August 2007 fand auch in Köln zum ersten Mal ein Karneval der Kulturen statt.

In Hamburg gibt es seit 2003 einen Karneval der Kulturen, dessen Umzug im Rahmen des „Festivals der Kulturen Hamburg“ stattfindet. Der 4. Karneval der Kulturen zog am 16. September 2006 mit 34 Formationen und Gruppen zum ersten Mal durch die Hamburger Innenstadt, mitunter über den Jungfernstieg. Im Jahr 2007 übernahm Fatih Akın die Schirmherrschaft über das Event. Für 2008 haben die Veranstalter den Umzug allerdings erstmals wieder abgesagt. In der Hansestadt leben etwa 300 000 Ausländer aus 160 Nationen.

Auf dem Berliner Karneval der Kulturen kam es am 30. Mai 2004 zu einer Schlägerei zwischen antideutschen Teilnehmern und Mitgliedern der Revolutionären Kommunisten, die mit einem eigenen Wagen an der Veranstaltung beteiligt waren.

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Koblenzer Karneval

Rosenmontagszug 2005

Der Koblenzer Karneval, auch Kowelenzer Faasenacht, ist der Name für das in der Stadt Koblenz gefeierte Fest des Karnevals.

Die Fünfte Jahreszeit in Koblenz beginnt, wie in allen rheinischen Karnevalshochburgen, am Elften Elften um Elf Uhr Elf mit Auftaktveranstaltungen. Die Proben der Tanzgruppen, das Einstudieren der Büttenreden und das intensive Wagenbauen dauern meistens das ganze Jahr.

Mit zahlreichen von den lokalen Karnevals- und Möhnengesellschaften organisierten Prunksitzungen und Maskenbällen stimmen sich die "Kowelenzer Schängelcher" auf die Karnevalswoche von Schwerdonnerstag/Weiberfastnacht bis Aschermittwoch ein. An Rosenmontag findet der Rosenmontagszug durch die Koblenzer Altstadt statt.

Erstmals verbürgt durch den Zisterziensermönch Caesarius von Heisterbach fand seit dem 13. Jahrhundert das Karnevalstreiben am Eck statt; allerdings in den ersten Jahrhunderten unter den Blicken sittenstrenger Kirchenvertreter. Der mit der Renaissance einhergehende Wohlstand änderte auch den Karneval: Das Narrentreiben wurde weltlicher. Ab dem 16. Jahrhundert stand nun das Wirtshaus mit dem Alkohol und nicht länger die Kirche im Mittelpunkt der närrischen Aktivitäten.

Endgültig zu Grabe getragen wurde der religiös motivierte Karneval mit dem Ausbruch des Dreißigjährigen Krieges. Trotz Zerstörung, Brandschatzung und Tod gelang dem Koblenzer Karneval 1688 die Rückkehr in die Stadt, die nun aber neuzeitlich geprägt war. Prunk und kurfürstliche Pracht bestimmten bis zur Übergabe der Stadt an das napoleonische Frankreich seinen Charakter. Von 1797 an bestimmten die Gedanken der französischen Aufklärung das gesellschaftliche Zusammenleben.

Bürgerlicher Eigensinn und der Wille, sich selbst zu organisieren, standen damals schon im Widerspruch zur preußischen Staatsräson, was die weitere Entwicklung der fünften Jahreszeit zu Beginn des 19. Jahrhunderts lähmte. Zwar gelang es den Koblenzern, 1827 einen ersten Fastnachtsumzug zu veranstalten, doch schon bald stießen die veranstalterischen Freiheiten an ihre bürokratischen Grenzen. Kulturkampf und Demokratiestreben - in dieser Zeit auch karnevalistische Themen.

Erst nach 1860 zeichnete sich eine Entspannung zwischen den Narren und der Obrigkeit ab. Der Karneval in Koblenz erfuhr eine erneute aber keineswegs dauerhafte Wiederbelebung. Immer wieder wurde der Koblenzer Karneval durch politische Krisen (wie der Fünfjährige Krieg) und durch das um die Jahrhundertwende aufkommende Desinteresse unterbrochen. Aber der Karneval hatte auch eine wirtschaftliche und touristische Bedeutung. Und so erhielt während der zwanziger Jahre des 20. Jahrhunderts das närrische Treiben in Koblenz einen zusätzlichen Antrieb. Unterbrochen durch den Zweiten Weltkrieg wächst das Interesse bis in die Gegenwart.

Übrigens: Erstmals seit der Session 1971/1972 hat Koblenz ein Tollitätenpaar, einen "Prinzen" und seine "Dame Confluentia", die zuvor nur getrennt durch die Säle zogen und am Koblenzer Karneval teilnahmen. Karnevals"prinzen" existieren in der "Kowelenzer Faasenacht" bereits seit Ender der 1820er Jahre. Die Figur der Dame "Confluentia" seit 1959 bzw. seit 1964.

In Jahr 2007 wird der Karnevalsauftakt, auf Grund eines Bombenfund schon am 10.11 stattfinden. Die Zehn Zentner Bombe wird am 11.11 entschärft und daher die Koblenzer Innenstatt gesperrt.

Die meisten Koblenzer Karnevalsgesellschaften haben sich verbrüdert, sind in der Arbeitsgemeinschaft Koblenzer Karneval (AKK) e. V. zusammengeschlossen. Diese Arbeitsgemeinschaft kur AKK genannt, geht Anfang der 60er Jahre aus dem Arbeitsausschuss und schließlich der Interessegemeinschaft der Koblenzer Karnevalsvereine hervor. Schon früh nach dem zweiten Weltkrieg (1948) sind sich die Experten der Rhein-Mosel-Stadt einig: Falls ein neuer Start mit dem Brauchtum, dann nur, wenn die Angelegenheit durch eine Dachorganisation gelenkt wird. Die Koblenzer nämlich sind mit Recht der Meinung, dass nur durch die Zusammenarbeit aller Vereine die Interessen des einzelnen gefördert werden können, der Mitglied in diesem Ausschuss, der späteren Gemeinschaft ist. Deshalb heißt es auch in den Statuten: Nur so kann das alte heimatliche Volksfest gestaltet werden.

Der derzeitige Vorstand der Arbeitsgemeinschaft Koblenzer Karneval e. V. (AKK) setzt sich aus elf Personen zusammen, die aus den vierschiedensten Koblenzer Korporationen der Karnevals- und Möhnengesellschaften kommen und von den Delegierten der Gesellschaften gewählt werden. Die Wahlperiode beträgt vier Jahre. In 2008 fand bei der Jahreshauptversammlung nur die Nachwahl des Präsidenten statt.

Aufgrund des 1. Golfkrieg fiel Karneval 1991 aus, so dass die Tollitäten nochmals 1992 Prinz und Confluentia verkörpern durften!

Aufgrund der Hochwasserkatastrophe in Hamburg 1962 konnte Prinz Helmut nicht den Höhepunkt einer jeden Session, den Rosenmontagszug, genießen. Daraufhin wurde er in der Session 1963 nochmalig als Koblenzer Prinz inthronisiert.

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Source : Wikipedia