Küsten

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Geschrieben von daneel 11/03/2009 @ 00:16

Tags : küsten, niedersachsen, deutschland

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Berlusconi vergleicht Flüchtlingslager mit Konzentrationslagern - NZZ Online
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Arche Noah - DiePresse.com
Die Artenvielfalt vor den deutschen Küsten ist beeindruckend. Anke Neuzerling begibt sich auf der "MS Rungholt" auf die Nordsee, um die Ökologie des Wattenmeers genauer unter die Lupe zu nehmen. Dabei begegnet sie gemeinsam mit dem Wattenmeerexperten...

Küsten

Die Gemeinde Küsten führt kein Wappen

Küsten ist eine Gemeinde im Landkreis Lüchow-Dannenberg in Niedersachsen.

Küsten liegt im Wendland östlich vom Naturpark Elbufer-Drawehn. Die Gemeinde gehört der Samtgemeinde Lüchow (Wendland) an, die ihren Verwaltungssitz in der Stadt Lüchow (Wendland) hat.

Belitz, Göttien mit Nienhof und Olde-Mühle, Gühlitz, Karmitz, Krummasel, Küsten mit Ortsteil Süthen, Lübeln, Meuchefitz mit Ortsteil Seerau im Drawehn, Naulitz, Sallahn mit Ortsteil Klein Witzeetze, Schwiepke, Tolstefanz, Tüschau mit Ortsteil Saggrian.

In der Gemeinde Küsten gibt es drei evangelisch-lutherische Kirchengemeinden in Küsten, Krummasel und Meuchefitz, die ein gemeinsames Pfarramt in Küsten mit den Kirchengemeinden Wittfeitzen und Zebelin haben.

Die Friedenskirche Küsten wurde 1998 im Innenraum von dem Künstler Jürgen Goertz neugestaltet.

Der Gemeinderat aus Küsten setzt sich aus 11 Ratsfrauen und Ratsherren zusammen.

Der ehrenamtliche Bürgermeister Dieter Michaelis ist seit 2001 im Amt und wurde 2006 wiedergewählt.

In Küsten gibt es eine Grundschule. Die Kirchengemeinde Küsten unterhält einen Kinderspielkreis im Gemeindehaus.

In Küsten gibt es den SV Küsten mit den Abteilungen Fußball, Eltern-Kind-Turnen, Ju-Jutsu und Gymnastik. Der Sportplatz ist in der Ortschaft Küsten.

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An Spaniens Küsten

An Spaniens Küsten ist der zweite Roman C. S. Foresters aus dem Hornblower-Zyklus. Das Buch erschien erstmalig 1938. Der Originaltitel lautet "A Ship of the Line". In den USA erschien das Buch unter dem Titel "Ship of the Line". Der Film Des Königs Admiral basiert zum Teil auf diesem Buch.

Nach seiner Fahrt mit der Lydia erhält Hornblower das Kommando über ein Linienschiff, die Sutherland, das Einsatzgebiet ist das Mittelmeer. Vor der Abfahrt wird er von seinem Geschwaderchef Admiral Sir Percy Leighton, der inzwischen die von ihm verehrte Lady Wellesley geheiratet hat, zum Dinner eingeladen. Lady Wellesley schafft es, den schweigsamen Hornblower dazu zu bringen, seinen Kampf gegen die Natividad ausführlich zu schildern. Selbst seine ranghöheren Kollegen sind sichtlich beeindruckt. In dem Roman ist Lady Wellesley die jüngere Schwester von Arthur Wellesley, dem Herzog von Wellington.

Wie damals üblich, übernimmt die Sutherland auf dem Weg zum Mittelmeer Geleitschutz für ein Handelsgeschwader der Ostindischen Kompanie, um deren Schiffe gegen französische Piraten zu schützen. Mit Mühe und Not gelingt es Hornblower, den Angriff zweier Piraten abzuwehren. Um sein Schiff vollständig zu bemannen, presst er Seeleute der Kompanie in seinen Dienst, obwohl dies streng verboten ist.

Im Mittelmeer unterstützt er den Kampf der spanischen Guerrilleros gegen die französischen Truppen. Bei Admiral Leighton findet er allerdings wenig Unterstützung.

Seine Stunde schlägt, als er auf ein Geschwader von vier französischen Linienschiffen stößt. Die Schiffe seines Geschwaders sind zu weit entfernt, eingreifen zu können. Trotzdem greift er an, weil er glaubt, die feindlichen Schiffe so stark beschädigen zu können, dass sie für den Rest des Krieges nicht mehr eingesetzt werden können. Unter großen Verlusten erreicht er sein Ziel, muss aber die Flagge streichen und wird gefangen genommen.

Im nächsten Band (Unter wehender Flagge) entkommt er der Gefangenschaft durch eine Reihe glücklicher Zufälle und wird nach seiner Rückkehr nach England als Held gefeiert und zum Ritter des Bath-Ordens geschlagen. Er heiratet die inzwischen verwitwete Lady Wellesley und ist zum erstenmal in seinem Leben ohne Geldsorgen.

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Küstenschutz

Holz-Palisaden für den Küstenschutz auf der Ostfriesischen Insel Baltrum

Mit Maßnahmen des Küstenschutz sollen zum einen niedrig liegende, vom Menschen genutzte Gebiete in Meeresnähe vor Überflutungen bei Sturmfluten geschützt werden (Hochwasserschutz), zum anderen aber auch die Küsten selbst vor Uferrückgang und Landverlust.

Ursachen für Sturmflutwasserstände sind Windstau oder Beckenschwingungen (Seiches) in Binnenmeeren. In tidebeeinflussten Küstenbereichen und Flussmündungen überlagern sich diese Erscheinungen mit den periodischen Wasserstandschwankungen durch (Ebbe und Flut). Küstennahes Land und Gebäude werden daher meist mit Deichen und Sperrwerken gegen Überschwemmungen und Sturmfluten geschützt.

Durch den Bau von Deichen, Sielen (Abflussanlagen) und Schöpfwerken (Entwässerung hinter dem Deich) schaffen Küstenbewohner neuen oder bewahren alten Lebensraum.

In Deutschland betreiben die Länder Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und Schleswig-Holstein Küstenschutz.

In den Niederlanden ist Küstenschutz ebenfalls notwendig, da hier große Flächen des Landes dem Meer abgerungen wurden und hinter den Deichen oft alles unterhalb des Meeresspiegels liegen.

Die Pflege der Halligen vor der Norddeutschland norddeutschen Küsten ist ebenfalls Teil des Küstenschutzes. Diese grünen Sandbänke vor der Küste brechen die Wellen der Sturmfluten und schützen so die Deiche an den Küsten.

Auch die Ostfriesischen Inseln sind Teil des Küstenschutzes, sie werden nicht nur wegen ihrer großen Bedeutung für den Niedersächsischen Tourismus so aufwendig geschützt, sie brechen wie die Halligen die von der Nordsee auf das Festland auflaufenden Wellen und reduzieren so den Druck auf die Deiche am Festland.

Eine weitere Küstenschutzmaßnahme ist das Anspülen von Sand, um so einen möglichst flachen Winkel vor dem Deich zu erzeugen. Ebenso sind Dünen ein natürlicher wie labiler Küstenschutz und stehen in Deutschland generell unter Naturschutz. Da die Dünen nur durch Pflanzen wie den Strandaster vor Erosion durch Wind und Wellen geschützt sind ist das Betreten gesetzlich untersagt. Wo der Sand schnell weggespült wird und keine Steine zum Brechen der Wellen in ausreichender Menge vorhanden sind, hilft man sich mit Beton aus.

Die Prinzipien des Hochwasserschutzes werden auch entlang von Flüssen angewandt. Durch Schneeschmelze und/oder massive Regenschauer im Einzugsgebiet können Flutwellen in Flüssen entstehen, die die Pegel innerhalb kurzer Zeit anschwellen lassen.

Generell sind die Deiche so angelegt, dass sie dem Druck des anströmenden Wassers standhalten. Wird die Deichkrone überflutet, kann der Deich schnell hinterspült werden und brechen. Dann strömt das Wasser ungehindert in das Hinterland. Daher sind die Deichkronen oft besonders geschützt und dürfen mechanisch nicht belastet werden. Schafe sind ideal, um die Grasnarbe kurz und gleichzeitig fest zu halten. (Bisam-)Ratten im Deich hingegen gefährden die Stabilität, da durch die Gänge der Deich schneller Wasser zieht und instabil wird.

Die Nordseeküste ist nicht nur bei Sturmfluten gefährdet. Da die Nordsee ein Randmeer ist, bilden sich hier durch die Gezeiten Strömungen aus, die oft parallel zur Küste verlaufen. Durch die Anordnung und die hohe Anzahl der Nordseeinseln muss das Wasser, das sich zwischen den Inseln und dem Festland befindet, bei Ebbe und Flut durch die schmalen Rinnen zwischen den Inseln hindurchströmen (z.B. schmale Mündung von der Nordsee zur Ostsee); diese Strömungen können so stark sein, dass beispielsweise die Wichter Ee zwischen Norderney und Baltrum mit einer Breite von nur 800 Metern auf Grund der starken Strömung als nicht schiffbar gilt.

Diese Strömungen können erhebliche Sandmengen bewegen und auf diese Weise zu einer Erosion im Bereich der Küste führen. Sie können sogar ganze Inseln versetzen. Das geschieht, indem sie einerseits Sand abtragen, ihn transportieren und schließlich an einem anderen Ort wieder ablagern. Dadurch entstehen wenigstens Sandbänke an einer entfernten Stelle.

Die Ostfriesischen Inseln bewegen sich durch die Strömung (in erster Hinsicht allerdings durch den Golfstrom und die Lage im Bereich der Westwinde) zurzeit nach Osten, und zwar durch die Abtragung von Material (Sand) am Westkopf der Insel und Ablagerung am östlichen Ende, weshalb sich bei fast allen Inseln mittlerweile die Stadt unmittelbar an der Westküste befindet. Um die Stadt vor bzw. bei Sturmflutereignissen zu schützen, wird der Westkopf der Inseln in den meisten Fällen durch massive Verbauungen vor weiterer Küstenabtragung geschützt. Dazu zählen etwa die Buhnen, welche meist weit ins Wattenmeer hinausgreifen, es folgen dann in vertikaler Anordnung z. B. Basalt- oder Granitsteinlagen, Betonpflaster und weitere Bauwerke, die der Brechung von Wasserwellen dienen.

Die Wasserstände bei Sturmflut allein würden die Küste wahrscheinlich weniger gefährden, wenn sie nicht mit enorm starken Wellen einhergingen. Eine richtige Sturmflut kann verursacht werden durch gleichmäßig starke Winde aus einer Richtung für ein bis zwei Tage; ein kurzer Windstoß macht keine Welle! Um richtig groß und stark zu werden, muss eine Welle sich über lange Strecken vom Wind anschieben lassen. Das ist auch der Grund dafür, dass die Nordseeinseln die Deiche an der Festlandküste schützen. Die hier auflaufenden Wellen haben nämlich nur die Strecke zwischen Insel und Festland, um Energie aufzunehmen. Sie sind somit weit weniger stark als die Wellen, welche den Inseln von der seewärtigen Seite her zulaufen.

In einer Welle kann eine große Menge Energie gespeichert sein, die fast alles, was der Mensch ihr entgegenstellt, zerstören kann. Je steiler der Küstenverlauf desto mehr Energie kann die Welle pro Meter, den sie zurücklegt, abgeben. In diesem Fall kann sie erheblich zerstörend und abtragend wirken. Auf einer schiefen Ebene geringer Neigung läuft sich die Welle tot, an einem steilen Profil kann sie jedoch mühelos eine gleichhohe Deichkrone überspülen und mit ihrer Kraft den Deich zunehmend zerstören und schließlich durchbrechen. Deshalb gilt, dass ein Deich vom Profil her auf der dem Meer zugewandten Seite eine möglichst geringe Neigung haben sollte. Das macht ihn allerdings breit, damit platzraubend und teuer. Auch können Strömungshindernisse wie z. B. Muschelbänke, Sandbänke, Wellenbrecher oder Tetrapoden der Welle die Kraft nehmen.

Um dem Sandabtrag in Strandnähe durch küstenparallele Strömungen und eine damit verbundene Versteilung der Küste entgegenzuwirken werden häufig Buhnen eingebracht. An den Stellen, an denen noch ein breiter und hoher Dünengürtel vorhanden ist, reicht oft eine Stabilisierung der Dünen durch Bepflanzung aus. An den Stellen, wo der Platz für breite Deiche nicht vorhanden ist, muss man ein steileres Profil wählen, welches dann aber auch durch ein Deckwerk aus Beton oder massiven Steinquadern gesichert werden muss. Im Normalfall baut man einen breiten Deich mit einem Sandkern und einer Deckschicht aus Klei gegen die Erosion und bepflanzt den Deich, um ihn mit dem Wurzelwerk zusätzlich vor Erosion zu schützen. An Stellen mit starken Gezeitenströmungen kann hin und wieder eine Sandaufspülung zur Verflachung des Küstenprofils nützlich sein.

Eine literarische Auseinandersetzung mit dem Küstenschutz findet man in der Novelle "Der Schimmelreiter" von Theodor Storm sowie in den Krimis der Autorin Kari Köster-Lösche mit dem Protagonisten Sönke Hansen, der als Wasserbauinspektor beim Wasserbauamt Husum tätig ist.

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Pontos-Griechen

Das Königreich Pontos erlangte seine größte Ausdehnung unter Mithridates VI.

Die Pontos-Griechen oder Pontier (griechisch Πόντιοι) sind die Nachfahren jener Griechen, die im Altertum die südlichen Küsten des Schwarzen Meeres besiedelten, die Landschaft Pontus. Die christlichen Pontos-Griechen lebten dort bis zum Bevölkerungsaustausch zwischen Griechenland und der Türkei, der 1923 durch den Vertrag von Lausanne geregelt wurde. Die muslimischen Pontos-Griechen leben bis heute noch dort, sind türkische Staatsbürger und haben türkische Namen angenommen. Charakteristisch für die pontischen Griechen ist das pontische Griechisch, das viele von ihnen heute noch sprechen. Ihre Bezeichnung lässt sich von der antiken Bezeichnung des Schwarzen Meeres ableiten: Pontos Euxinos.

Die Pontos-Griechen sprechen meist noch Pontisch, einen griechischen Dialekt, der aus dem attischen Griechisch hervorgegangenen ist, sich aber in anderer Art und Weise als das Standardgriechische (Dimotiki, Δημοτική, siehe auch Griechische Sprache) entwickelt hat und sich folglich merklich davon unterscheidet.

Die Anzahl der Sprecher des Pontischen geht in Griechenland generationenweise zurück, da es an öffentlichen Schulen nicht gelehrt wird und bestenfalls nur mündlich weitergegeben wird. Am ehesten erhalten wird die Sprache noch in einigen Teilen Nordgriechenlands, was damit zusammenhängt, dass in Städten wie Thessaloniki oder Kilkis, aber auch in der nordgriechischen Provinz die meisten Pontier angesiedelt wurden. Außerdem wird er noch von in der Türkei gebliebenen muslimischen Griechen gesprochen, die zum größten Teil in den Dörfern um Tonya in der Provinz Trabzon leben. Die Sprecheranzahl geht allerdings auch dort zurück.

Die griechische Präsenz am Schwarzen Meer geht zurück bis in die Zeit der Antike. Die Forschung belegt die ersten Aktivitäten freier Händler und Abenteurer in der Zeit um 1000 v. Chr. Diese waren dort hauptsächlich auf der Suche nach Gold und Erzen.

Die überlieferte Argonautensage über die Reise Iasons und der 50 Helden nach Kolchis, die in der Odyssee beschriebenen Abenteuer des Odysseus im Lande der Kimmerier, die Bestrafung von Prometheus durch Zeus am Kaukasus, die Reise des Herakles auf dem Schwarzen Meer und andere griechische Mythen mit Bezug auf diese Region belegen die Existenz antiker Handelsrouten.

Im 8. Jahrhundert v. Chr. begannen sich griechische Handelsposten an der pontischen Küste zu permanenten Siedlungen zu entwickeln. Die Stadt Milet gründete mit Sinope die erste griechische Kolonie am Schwarzen Meer. Auf Grund seines Hafens und dem guten Zugang zum Hinterland entwickelte Sinope sich rasch zu einem bedeutenden Handelszentrum. In der Folge wurden entlang der pontischen Südküste nach ähnlichem Muster zahlreiche Städte gegründet, die sich im Laufe der Jahrhunderte zu bevölkerungsreichen Zentren für Seehandel und Kultur entwickelten. So brachte der Pontus Persönlichkeiten wie Herakleides Pontikos oder Diogenes von Sinope hervor. Archäologische Funde und zahlreiche schriftliche Quellen der Antike und Postantike dokumentieren die wirtschaftliche Aktivität der pontischen Städte, ihr Verhältnis zu den Mutterstädten (Metropolen) und ihre Beziehungen untereinander wie auch zu den indigenen Völkern.

Die Apostel Andreas und Petrus brachten das Christentum bereits sehr früh in die Region des Pontus. Dabei war der Status des Griechischen als allgemeine Verkehrssprache der Region bei der Christianisierung vor allem auch der hellenisierten indigenen Gemeinschaften eine willkommene Hilfestellung sowohl anfangs für die Apostel, als auch später für die Kirchenväter. Auf der anderen Seite führte die Christianisierung der hellenisierten indigenen Bevölkerung zur endgültigen Annahme der griechischen Identität und Kultur. So verschmolzen sie mit den Griechen zu einer einheitlichen Kultur, die auf der gemeinsamen Basis des Christentums gründete.

Die Eroberung Konstantinopels durch die Franken im Vierten Kreuzzug zog den Zerfall des Byzantinischen Reiches in kleine fränkische Staaten nach sich. Es entstanden aber auch kleinere griechische Königreiche. So kam es, dass Alexios Komnenos aus der Dynastie der Komnenen gemeinsam mit seinem Bruder David (beide waren vor der Eroberung der Hauptstadt geflohen) das Kaiserreich Trapezunt gründete, womit sich das bis dahin eher unbedeutende Trapezunt (das heutige Trabzon) seinen Platz in der Weltgeschichte sicherte.

Die Eroberung Konstantinopels durch die Osmanen im Jahre 1453 und der Fall von Trapezunt acht Jahre später, 1461 bildet für die pontischen Griechen eine Zäsur in ihrer Geschichte. Viele, insbesondere wohlhabende Einwohner der reichen Küstenstädte und der Dörfer flohen in die umliegenden Gebirgsregionen des Pontus, in dem Versuch, fernab der Aufmerksamkeit der neuen Herrscher, in neu gegründeten und freien griechischen Dörfern und Städten zu leben. Ein großer Teil wanderte in das Russische Reich aus, in dessen südliche Küstengebiete, nach Georgien, Armenien und Kasachstan, wo sie neue griechische Gemeinden gründeten. So entstanden kulturelle Zentren, die auch in den Folgejahrzehnten vom nunmehr osmanischen Pontus geflohene Griechen aufnahmen.

Zu den bedeutenden pontischen Griechen des Mittelalters zählt der Humanist und Kardinal Bessarion.

Durch die Abwanderung vieler Pontier aus dem Osmanischen Reich insbesondere nach Russland bildete sich dort gewissermaßen eine zweite pontische Kultur, die neben jener an der osmanischen Nordküste existierte und sich entwickelte. Als Folge des wachsenden Einflusses der Jungtürken wurden viele der ursprünglich mehr als 600.000 Pontier, wie auch Armenier und Aramäer, Opfer von Deportationen. Seit den 1980er Jahren nimmt die Diskussion zu, ob es sich dabei auch um einen Völkermord handelte. Die Befürworter der These sprechen von 353.000 Pontos-Griechen, die ihr Leben verloren. Hierzu veröffentlichte der Historiker Konstantinos Fotiadis 2004 eine vom griechischen Parlament beauftragte umfassende, allerdings bislang nur in griechisch vorliegende Untersuchung. Andere Genozid-Forscher wie Boris Barth bestreiten die Völkermord-These, da den Pontos-Griechen anders als den Armeniern die Fluchtoption in den griechischen Staat offenstand. Im Jahre 1923 beendete der Vertrag von Lausanne die Existenz der pontischen Griechen in der Türkei. Der im Vertrag geregelte Bevölkerungsaustausch zwischen Griechenland und der Türkei bedeutete für die pontischen Griechen de facto die Vertreibung aus der Heimat. Außer einigen wenigen Tausenden, die zum Islam konvertierten und blieben, siedelten ca. 300.000 Pontier nach Griechenland über. Insgesamt mussten auf beiden Seiten völkerrechtlich sanktioniert zwei Millionen Menschen ihre Heimat verlassen, davon 1,25 Millionen Griechen und knapp 500.000 Türken.

Die Ansiedlung der pontischen Flüchtlinge in Griechenland war mit enormen Problemen verbunden. Das Land, welches bis dahin eine Bevölkerung von nur etwa 5,5 Millionen hatte, sah sich nun einem Flüchtlingsstrom von insgesamt etwa 1,5 Million Menschen gegenübergestellt. Das bedeutete einen abrupten Zuwachs von über 25% der bisherigen Bevölkerung. Die Flüchtlinge wurden nach ihrer Ankunft zunächst in Lagern untergebracht, meist in Randgebieten von Städten, vor allem der beiden großen Städte Athen und Thessaloniki, deren beider damalige Bevölkerungszahl von unter 200.000 Einwohnern sich nun in kürzester Zeit verdoppelte. Die hygienischen Missstände in den Flüchtlingslagern und der erste Wintereinbruch sorgten dafür, dass sich Epidemien wie Pocken und Typhus sehr schnell verbreiteten. Die Lage der Flüchtlinge nahm derart tragische Dimensionen an, dass der Völkerbund Dr. Fridtjof Nansen beauftragte, geeignete Mittel für ihre Unterstützung zu ermitteln. Dieser schlug eine entsprechende Kontrollkommission unter der Führung des Völkerbundes vor, welche den Bevölkerungsaustausch überwachen sollte. Die USA lehnten den Vorschlag ab, da sie die Führungsrolle des Völkerbunds in diesem Unternehmen nicht akzeptierten. Schließlich richtete eine Gruppe von US-Feministinnen eine Quarantänestation auf Makronissos ein, einer Insel vor der attischen Küste, wo pontische Flüchtlinge nun behandelt werden konnten. Der Völkerbund unterstützte das Unternehmen finanziell mit einem Darlehen. Die provisorischen Zeltlager am Rande der großen Städte wandelten sich innerhalb weniger Jahre zu Siedlungen, deren Namen auch heute noch daran erinnern, dass sie von Flüchtlingen aus dem Osten gegründet wurden.

Auf dem Land wurden die Pontos-Griechen hauptsächlich auf ehemals türkischem Besitz in der nun griechischen Provinz Makedonien angesiedelt. Da allerdings die Zahl der aus Griechenland vertriebenen Türken kaum 500.000 überstieg, war das frei gewordene Ackerland absolut unzureichend für den Millionenstrom griechischer Flüchtlinge, was den Neusiedlern die Gründung einer neuen Existenzgrundlage sehr erschwerte.

Zusätzlich belastet wurde ihre ohnehin schon schwierige Lage, durch eine Welle des Rassismus von Seiten der einheimischen Bevölkerung. Diese schlug den pontischen Flüchtlingen mitunter am heftigsten entgegen. Grund dafür ist die bis dahin auf dem Balkan größtenteils unbekannte pontische Variante des Griechischen mit ihrer eigenen Phonologie, wie auch die fremd anmutenden pontischen Gebräuche insgesamt, die in über zwei Jahrtausenden am fernen Schwarzen Meer gewachsen waren und zum Teil auch von der türkisch-osmanischen Kultur beeinflusst worden sind. So wurden die pontischen Flüchtlinge insbesondere von der mehrheitlich ungebildeten Landbevölkerung als unwillkommene Türken empfunden, an die der Staat eigentlich ihnen selbst zustehendes Ackerland vergab.

Viele der Flüchtlinge brachten ihre berufliche Qualifikationen mit, wie beispielsweise in der Textil- und Tabakverarbeitung. Für die griechische Wirtschaft wurden sie zu einer quasi unerschöpflichen Quelle preiswerter Arbeitskraft und wurden als solche auch ausgiebig genutzt. Wie die anderen Flüchtlinge aus dem Osten, trugen auch die Pontier somit ihren Teil zur Industrialisierung des Landes bei.

Die auf dem Gebiet der ehemaligen Sowjetunion lebenden Pontos-Griechen verließen nach dem Zusammenbruch des Kommunismus 1990 zunehmend diese Gebiete und wanderten meist nach Griechenland oder Deutschland aus. Beispielsweise lebten 1989 noch etwa 100.000 Pontos-Griechen in Georgien. Im Jahr 2002 war ihre Zahl auf etwa 15.000 zurückgegangen.

Viele Pontos-Griechen versuchen auch in Griechenland oder in anderen Ländern (Deutschland, USA) ihre kulturelle Identität zu wahren. So gibt es beispielsweise diverse Kulturvereine von Pontos-Griechen oder auch andere Vereine, wie etwa die Fußballvereine AEK Athen, PAOK Saloniki und Apollon Kalamarias, die von Pontos-Griechen zur Wahrung ihrer Identität 1924 gegründet wurde.

Die christlichen Pontos-Griechen sind meist an ihren Familiennamen erkennbar. Diese weisen oft die Endung -idis bzw. -iadis (männliche Form) oder –idou bzw. –iadou (weibliche Form) auf, z.B. Michailidis bzw. Michailidou. Übersetzt bedeutet es "Sippe des Michael".

Es handelt sich hierbei um patronymische Bildungen, die bereits im Altertum nachweisbar sind. Die Endungen -ides und -iades wurden an den Namen des Vaters gehängt, was ausdrücken sollte, wessen Sohn man ist. So wurde beispielsweise Achilles, Sohn des Peleus auch Pelides bzw. der Pelide genannt. Die vermeintliche Veränderung dieser Endungen (von –ides auf -idis) ist damit zu erklären, dass griechische Namen heute nicht mehr nach der erasmischen Aussprache ins Deutsche übertragen werden. Das griechische Eta (Η, η) wird demnach nicht mehr als e, sondern als i übertragen. Während also in vergangen Zeiten der Name Μιχαηλίδης als Michaelides ins deutsche übertragen wurde, ist heute die Form Michailidis üblich. Im Griechischen hat sich die Schreibweise (-ίδης, -ιάδης) seit der Antike nicht verändert.

Die in der Türkei verbliebenen muslimischen Pontos-Griechen nahmen dem Gesetz Nr. 2525 vom 21. Juni 1934 entsprechend türkische Familiennamen an. Diese weisen keine Hinweise auf eine gemeinsame Herkunft auf.

Die Pontos-Griechen haben eine eigene Volkskultur, die viele eigene Elemente aufweist wie etwa eigene Gesänge und Tänze. Insbesondere im Bereich der Musik gibt es verwandte Elemente zu dem heute noch am Schwarzen Meer ansässigen, georgischstämmigen Lasen. So wird auch die pontische Musik stark von der Lyra, einer dreisaitigen Kniegeige, dominiert.

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Seebeben im Indischen Ozean 2004

Epizentren und betroffene Küsten

Das Seebeben im Indischen Ozean – auch Sumatra-Andamanen-Beben genannt – am 26. Dezember 2004 um 01:58 Uhr MEZ (07:58 Uhr Ortszeit in West-Indonesien und Thailand) hatte eine Stärke von 9,1 auf der Richterskala mit Hypozentrum vor der Nordwestküste Sumatras und verursachte durch mehrere Flutwellen verheerende Schäden in Küstenregionen am Golf von Bengalen, der Andamanensee und Südasien. Auch in Ostafrika kamen Menschen ums Leben. Durch die Verbreitung von Videokameras und den Umstand, dass die Flutwelle in touristisch gut besuchten Gebieten hereinbrach, wo viele Urlauber eine Kamera zur Hand hatten, ist das Ereignis ungewöhnlich gut dokumentiert worden. Insgesamt sind durch das Beben und seine Folgen etwa 230.000 Menschen gestorben. Allein in Indonesien waren nach offiziellen Schätzungen rund 165.000 Todesopfer zu beklagen. Über 110.000 Menschen wurden verletzt, über 1,7 Millionen Einheimische rund um den Indischen Ozean wurden obdachlos.

Nachdem in vielen Gebieten zuerst ein Wellental die Küste erreichte, trafen mindestens zwei, an einigen Orten bis zu sechs Flutwellen mit steigender Wellenhöhe die Küsten und drangen unter teilweise großer Zerstörungswirkung ins Landesinnere vor. Zwischen den Einzelwellen flutete das Wasser zum Meer zurück und entfaltete auch dabei typische Wirkungen durch das Schieben: Mitnehmen von schwimmfähigen Gegenständen und Personen. Die meisten groben Zerstörungen an Häusern wurden allerdings von den vorrückenden Wellen verursacht. Die Straßen in bebauten Gebieten wurden regelrecht zu Kanälen, in denen ein Konglomerat aus Wasser und Autos und Gebäudetrümmern erst landein-, und dann wieder meerwärts floss.

In den nächsten Tagen folgten täglich etwa 25 Nachbeben mit Stärken um 5,5. Bei den Nikobaren ereignete sich drei Stunden nach dem Hauptbeben ein Nachbeben der Stärke 7,1. Ein großes Nachbeben in der Region ereignete sich am 28. März 2005 um 17:09 MEZ mit einer Stärke von 8,7 auf Sumatra (siehe Seebeben vor Sumatra 2005), wenig später auch auf Nias.

Das Erdbeben vor Sumatra ist mit einer Stärke von 9,1 und einer Energie von rund 32 Gigatonnen TNT das drittstärkste aufgezeichnete Beben in der Geschichte. Die bei dem Beben freigesetzte Energie entsprach damit der Hälfte des Jahresenergieverbrauches der USA. Im Februar 2005 sprachen sich Geologen der Northwestern University nach Analyse von weltweiten Seismografen-Aufzeichnungen für eine Korrektur der Bebenstärke von 9,0 auf 9,3 aus. Damit wäre das Beben dreimal stärker als bisher angenommen und das zweitstärkste seit Beginn seismischer Messungen. Von offiziellen Behörden, wie etwa der USGS, wurde diese Korrektur jedoch nicht bestätigt.

Vor Sumatra, den Nikobaren und den Andamanen schiebt sich die indisch-australische Platte, die einen großen Teil des Indischen Ozeans umfasst, in einer circa 1.000 Kilometer langen Bruchzone mit etwa sieben Zentimetern pro Jahr in Richtung Nordosten unter die eurasische Platte.

Auf Grund des Unterwanderns der Plattengrenzen baute sich in der Subduktionszone ein sehr hoher Druck der indo-australischen auf die eurasische Platte auf, der sich schlagartig entladen hat.

Direkter Auslöser dieses Erdbebens war möglicherweise ein Beben zwei Tage zuvor am anderen Ende der indo-australischen Platte. Dieses „seit 1924 stärkste Beben in der Region“ hatte die Stärke 8,1; das Epizentrum lag zwischen Australien und der Antarktis, rund 500 Kilometer nördlich von der Macquarieinsel. „Man kann vermuten, dass das Beben auf der einen Seite der Platte eine unausgeglichene Situation auf der anderen Seite verursacht hat, was zu diesem riesigen Seebeben in Asien geführt hat“, sagte Cvetan Sinadinovski vom Institut Geoscience Australia in Canberra. Darüber sind sich die Experten immer noch nicht ganz einig.

Forscher des Jet Propulsion Laboratory der NASA vermuten, dass sich durch die Verlagerung der tektonischen Platten die Erdrotation beschleunigt haben könnte. Aufgrund der bei dem Beben bewegten Erdmasse komme man rechnerisch darauf, dass die Länge eines Tages um drei Mikrosekunden kürzer geworden sei. Außerdem habe die Erdachse bei dem Beben einen Schlag um rund 2,5 Zentimeter bekommen. Die Veränderungen werden von den Experten aber als nicht bedeutsam eingestuft. Da die Erdpole ohnehin eine variable Kreisbahn von rund zehn Metern zögen, fielen diese 2,5 Zentimeter auch nicht weiter ins Gewicht. Ferner wurde die eurasische Platte um einen Zentimeter emporgehoben und um zwei Zentimeter nach Norden verschoben, rutschte aber nach wenigen Minuten wieder in ihre Ausgangslage zurück.

Eine weitere Folge der Verschiebung der tektonischen Platten ist das Versinken von 15 kleineren der 572 Inseln der Andamanen und Nikobaren unter den Meeresspiegel. Darüber hinaus wurden die Nikobaren und die vor der Nordwestküste Sumatras, und damit dem Epizentrum, am nächsten gelegene Simeuluë-Insel messbar etwa 15 Meter in südwestliche Richtung verschoben.

Die genaue Zahl der Toten lässt sich nicht feststellen. Aus Furcht vor Seuchen wurden viele Opfer ohne genaue Zählung rasch in Massengräbern beerdigt. Sowohl der direkten Einwirkung der Flutwelle, als auch ihren Folgeerscheinungen, fielen Menschen zum Opfer. So wurden fast alle Trinkwasserquellen der betroffenen Gebiete durch das Unglück verunreinigt.

Diese Tabelle umfasst nur diejenigen Länder, die direkt betroffen waren. Bürger anderer Nationalitäten, die sich zur Zeit des Seebebens in betroffenen Ländern befanden und verstarben, sind nicht einbegriffen.

In Bangladesch ertranken zwei Kinder, nachdem ein Boot in stürmischer See gekentert war. Nach Berichten des Roten Halbmondes wurden nur relativ geringe Schäden gemeldet, allerdings seien die Telekommunikationsverbindungen abgeschnitten worden.

Indien war neben Sri Lanka und Indonesien mit 16.389 Toten und Vermissten am schwersten betroffen, 647.599 Menschen wurden obdachlos.

Auf den Andamanen und Nikobaren gab es 3.500 Tote, mehr als 25.000 Personen wurden obdachlos.

Es gab keine bestätigten Berichte über Tote von Ausländern oder Touristen („The Hindu“, 29. Dezember 2004). Im Gegensatz zu ersten Spekulationen von Nachrichtenagenturen, dass möglicherweise ganze Stämme auf den Inseln ausgelöscht wurden, berichteten die Teams der Anthropological Survey of India (ASI), die mit Booten zu den Andamanen gefahren waren, dass die Ureinwohner dort die Zeichen der Natur richtig gedeutet hätten und in die höher gelegenen Gebiete geflohen wären. Nach den Angaben der Forscher soll es unter den Ureinwohnern nur einige Tote geben.

Andere Quellen berichteten bezüglich der Ureinwohner der Nikobaren jedoch, dass viele der auf diesen Inseln beheimateten Stämme durch das Beben fast alle Alten und Kinder verloren haben, da diese sich während der Flutwelle in den Dörfern am Strand aufhielten, während alle arbeitsfähigen Männer und Frauen im höheren Inselinneren die Felder der Dörfer bestellten. Dadurch soll ein Großteil ihrer Kultur verloren gegangen sein, da mit den Dorfältesten auch ihr kulturelles Wissen starb.

Allein 7.793 Tote (Stand: 4. Juni 2005) soll es im Bundesstaat Tamil Nadu gegeben haben.

In Chennai (ehemals Madras) kamen 206 Menschen um. Es wurden die Hütten von etwa 1.500 Fischern und deren Angehörigen zerstört.

Am schlimmsten betroffen war jedoch der Nagapattinam-Distrikt, wo die Wellen eine Höhe von etwa sechs Metern erreichten. Allein hier kamen etwa 5.500 Menschen um.

Luftbilder, Bilder, Texte und Hilfsmaßnahmen zum Bereich Tarangambadi (Tranquebar), welcher mit fast 1000 Toten schwer betroffen war.

Die indische Regierung kündigte ein Hilfspaket von umgerechnet 482 Millionen Euro für die betroffenen Küsten an .

Indien lehnte ausländische Hilfe ab, da es laut offizieller Stelle allein mit den Problemen fertig werde. Vermutet wurde aber, dass die Hilfe auf Grund der militärischen Sperrgebiete auf den Inselgruppen nicht angenommen wurde.

Durch die Regierung in Indonesien offiziell bestätigt sind ca. 131.029 Opfer. Allein in der Provinzhauptstadt Banda Aceh kamen über 30.000 Menschen um.

In Meulaboh, einer weiteren Stadt mit etwa 120.000 Einwohnern, kamen durch sechs Meter hohe Fluten mehr als 40.000 Menschen um.

Indonesien ist damit das am stärksten betroffene Land des Seebebens. Lange Zeit ging man von mehr als 220.000 Opfern aus, allerdings wurden die Vermisstenzahlen stark nach unten korrigiert.

In der Provinz Aceh herrscht seit Jahren ein Bürgerkrieg, wenn auch von beiden Parteien angesichts der Katastrophe sofort ein Waffenstillstand vereinbart wurde. Die Region ist von der indonesischen Regierung vollkommen isoliert worden, was die Hilfsarbeiten enorm erschwerte. Zwar wurde die Region für Hilfsaktionen geöffnet, doch auch ein Jahr nach dem Beben waren noch über 180.000 Menschen obdachlos.

Inzwischen wurde vor der indonesischen Küste ein deutsches Frühwarnsystem installiert. Dieses System liefert Daten in Echtzeit und sichert deswegen schnellstmögliche Vorwarnzeiten. Das System wurde in der Region des Sunda-Bogens installiert, der geologisch sensibelsten Region, in der auch das Seebeben von Weihnachten 2004 seinen Ursprung hatte.

Es war auch die malaysische Urlaubsinsel Penang betroffen, an den Stränden wurden 68 Menschen von den Flutwellen ins Meer gerissen. Unter den Toten waren auch Ausländer.

Auf der Inselgruppe Langkawi gab es laut Channel News Asia lediglich einen Toten.

Zwei Drittel der Hauptinsel Malé wurde überflutet, der internationale Flughafen der Malediven war vorübergehend geschlossen. Einige Atolle wurden vollständig überflutet, Gebäude wurden ins Meer gespült. Der Notstand wurde ausgerufen. Auf den Malediven gibt es nach Behördenangaben mindestens 80 Todesopfer , mehrere Menschen werden noch vermisst . Nach Informationen vom 30. Dezember 2004 wurde die gesamte Infrastruktur auf 13 der 202 Einheimischeninseln zerstört . Insgesamt 29 von 87 Resortinseln trugen Schäden davon, 23 sind vorübergehend geschlossen, von denen 6 erhebliche Zerstörungen erlitten . Nach Informationen vom 10. Januar 2005 waren 9 Inseln der Malediven nicht mehr bewohnbar.

In Myanmar, ehemals Birma oder Burma, sind einem UN-Bericht zufolge bisher 61 Menschen ums Leben gekommen. Betroffen ist die südöstliche Küste des Landes, am stärksten betroffen waren die Tenasserim-Division sowie das Irrawaddy-Delta. Es gibt jedoch nur wenige Nachrichten aus Myanmar, da das herrschende Militärregime alle Nachrichtenströme zensiert. Das WFP befürchtete, dass von der Militärjunta nur ein Bruchteil der Toten angegeben wurde und dass viel mehr Todesopfer zu beklagen sind. Hunderte Fischer sollen umgekommen sein.

In Singapur selbst gab es keine Verletzten und die Insel wurde vom Seebeben nur leicht betroffen. Jedoch wurden neun Todesopfer singapurischer Nationalität in Sri Lanka und Phuket bestätigt.

Sri Lanka, ehem. Ceylon, war von der Naturkatastrophe sehr stark betroffen.

Ein besonderes Problem ergab sich aus den 2.000.000 Antipersonenminen, die im Bürgerkrieg zwischen der Regierung und der nach Autonomie strebenden Tamilen-Bewegung am Strand vergraben und nun aus dem Boden herausgespült wurden. Bereits als minenfrei markierte Gebiete stellten nun potenziell wieder eine Gefahr dar.

In Thailand war besonders die touristisch erschlossene Küste um Phuket und Phi Phi von den Flutwellen betroffen. Die offizielle Opferzahl liegt bei 5.395, davon 2.436 Ausländer und 1.175 Opfer mit unbekannter Nationalität. Von den 2.481 Vermissten sind mindestens 1.924 Thais (Quelle: UNO). Ein norwegischer Diplomat gab an, alleine in Khao Lak seien 4.000 Tote zu beklagen. Einem neuseeländischen DVI-Mitarbeiter wurde bei der Distriktshauptstadt Thai Muang ein völlig zerstörtes Fischerdorf mit 2.000 Toten gezeigt. In der Distriktshauptstadt Takua Pa sprechen die Einheimischen von über 10.000 Toten allein in den Dörfern der Umgebung: i.b. Ban Nam Khem, Ban Bang Muang, Ban Bang Sak. Die Toten in den nördlich von Takua Pa vollständig zerstörten Dörfern wurden noch nicht gezählt, z.B. im Fischerdorf am Ende der Ban Thalee Nok Road (Abzweig beim Kilometerstein 691 des Highway 4), dessen 30 Häuser vollständig verschwunden sind. Die „offizielle“ Zahl von ca. 5.300 Toten für ganz Thailand wurde Anfang Januar 2005 vom damaligen Premierminister Thaksin festgeschrieben. Die später gezählten Toten wurden nicht mehr hinzuaddiert, da niemand ein Interesse an der wirklichen Zahl zu haben scheint. Die häufig verbreitete Meinung, das Urvolk der Moken habe die Katastrophe komplett überlebt, ist nicht richtig. Im Dorf Thung Wa des Tambons (Gemeinde) Khuk Khak kamen laut Aussage der Dorfältesten 44 Moken ums Leben. Auch in anderen Moken-Ansiedlungen entlang der nördlichen Küste der Provinz Phang Nga gab es viele Tote.

In den Flutwellen starb auch der Enkel des thailändischen Königs Poom Jensen.

Der damalige Premierminister Thaksin lehnte ausländische Hilfe ab, da Thailand reich genug sei, um allein mit den Problemen fertig zu werden. Er wolle die Kreditwürdigkeit Thailands nicht gefährden. Tatsächlich erreichte die Hilfe der Regierung aber die betroffenen Menschen völlig unzureichend. Jeder Betroffene bekam nur 2.000 Baht, ca. 40 Euro, für jedes verlorene Haus wurden 20.000 Baht, ca. 400 Euro, bezahlt sowie ein neues Haus von 40 m² Wohnfläche für 120.000 Baht gebaut, das wegen der minderwertigen Qualität von der Bevölkerung abgelehnt wird. Einige aus dem Ausland finanzierte Hilfsorganisationen bauten weitaus bessere Häuser, z.B. die Mercy Foundation und Habitat for Humanity. Die von einer Tochter des Königs finanzierten Häuser gelten als die besten, die doppelstöckigen Häuser des Rotary Club mit nur 16 m² Wohnfläche als die schlechtesten permanenten Häuser. Im Vorort Phru Tiaw der Distriktshauptstadt Takua Pa bauten auch die deutschen Firmen Porsche und Siemens kleine Häuser für Opfer des Tsunamis. Ein EU-Projekt unter Leitung von Professor Hogeforster baut ab 2006 innerhalb von 3 Jahren weitere 45 umweltfreundliche Häuser für ein Projektbudget von 750.000 Euro (ca. 36 Millionen Baht) beim Fischerdorf Ban Nam Khem.

An der ostafrikanischen Küste Kenias gab es ein Todesopfer, ein Schwimmer des kenianischen Ferienressorts Malindi.

Nach Aussagen von Augenzeugen soll der Meeresspiegel plötzlich um mindestens zwei Meter angestiegen sein, die Welle überschwemmte die Strände. Zum Glück für die vielen Strandurlauber aus den kenianischen Städten konnten die Sicherheitskräfte noch rechtzeitig für die Evakuierung der meisten Strände sorgen.

Auf den Seychellen kam es zu drei Todesopfern. Ein Fischerboot kenterte. Nach Aussagen soll der Meeresspiegel plötzlich um mindestens zwei Meter angestiegen sein, die Welle überschwemmte die Strände und Küsten. Da die Seychellen allergrößten Wert auf die Erhaltung der Natur legen und überwiegend von intakten Korallenriffen umgeben sind, richtete die Flutwelle hier nur geringe Sachschäden an. Auf der Hauptinsel Mahé gab es minimale Überschwemmungen, da der Wasserpegel im Bereich des Hafens von Victoria kurzfristig um einen Meter anstieg. Des Weiteren wurden Straßen und Brücken in einigen Gebieten von Praslin und La Digue durch die Flutwelle zerstört.

Der Tourismus, eine wichtige Einnahmequelle in diesem Gebiet, soll durch den Tsunami nicht betroffen sein.

Der Sprecher des Präsidenten bestätigte die Bergung von über 200 Leichen; mindestens 150 Menschen wurden vermisst. Zudem wurde die Küstenstadt Hafun vollständig zerstört und ferner sollen Boote gekentert sein. Nach Angaben des U.N. World Food Programme (WFP) unter Berufung auf somalische Regierungsstellen benötigten 30.000 bis 50.000 Somalis in den küstennahen Städten der Region Puntland dringende Hilfe.

Der Polizeisprecher von Daressalam bestätigte zehn Tote. Die meisten der Opfer seien zum Zeitpunkt des Unglücks am Strand der Hafenstadt im Wasser gewesen. Ihr Boot sei gekentert. Eine unbekannte Zahl weiterer Menschen werde auf See vermisst.

Auf der zu Frankreich gehörenden Insel La Réunion (östlich von Madagaskar) kam es zu Sachschäden. Britische Journalisten berichten, dass mindestens elf Todesopfer zu beklagen sind. Den Bewohnern selbst sind jedoch nur Materialschäden, aber keine Todesfälle bekannt geworden.

Auf dem Chagos-Archipel (südlich der Malediven), einem Britischen Territorium im Indischen Ozean, auf dessen größter Insel Diego Garcia eine Militärbasis der USA und Großbritanniens liegt, kam es laut Aussagen von Sprechern des Militärs zu keinerlei relevanten Schäden.

Die zu Australien gehörenden Kokosinseln (südlich des Bebens liegend) erreichte nur eine ca. 50 cm hohe Welle (Quelle: Australian Broadcasting Corporation). Von der, ebenfalls australischen, Weihnachtsinsel lagen keine Informationen vor.

Bei dem Tsunami starben ca. 2.240 Personen aus Nicht-Anrainer-Staaten. Dabei handelte es sich überwiegend um Urlauber aus Industriestaaten. Besonders betroffen waren Schweden und Deutschland. 537 Opfer aus Deutschland sind bislang identifiziert. 15 Personen werden nach wie vor vermisst.

Als Folge der vielen Todesopfern in Verbindung mit dem heißen Klima und vielen Pfützen, in denen Mücken heranwachsen, wurde der Ausbruch von Seuchen wie Typhus oder Cholera befürchtet. Daher wurden vielerorts Massengräber ausgehoben und Leichen verbrannt.

In Indien impfte man die Bevölkerung in den Küstenregionen gegen Typhus und Cholera .

Zu den anderen häufig auftretenden Problemen zählten Lungeninfektionen, weil verschmutztes Wasser in die Atemwege eindrang, und Sepsis („Blutvergiftung“), weil Wunden in einem feuchtwarmen Klima infektionsgefährdeter sind.

Bei der Vielzahl von Verletzten, die die Zahl der sofort Getöteten überstiegen haben dürfte, war in den hauptsächlich betroffenen Gebieten die medizinisch mögliche Versorgung inadäquat (Katastrophenbedingungen). Wer von den Touristen nur irgendwie transportfähig war, suchte mit meist unversorgten Verletzungen, darunter auch dislozierten Frakturen und Luxationen einen Heimflug. Im Flugzeug konnte die erste Behandlung nur mit den normalen Bordmitteln (am wichtigsten waren Schmerzmittel) durchgeführt werden. Erst nach Landung im Heimatland begann eine reguläre Behandlung.

Neben den Todesopfern und Schäden an der Infrastruktur hat der Tsunami auch langfristige ökologische Schäden verursacht. So scheint es bei den Korallenriffen, die als natürliche Wellenbrecher fungieren, vor der thailändischen Küste schwere Schäden zu geben. Vor Thailand sind etwa 10 % der untersuchten Riffe durch den Wasserdruck und mitgeführte Trümmerstücke geschädigt. Problematisch ist auch der aufgewirbelte Schlamm, der die Korallen bedeckt. Mit einer möglichen Erholung ist, wenn überhaupt, erst nach Jahren zu rechnen. Auch die ebenfalls schützenden Mangrovenwälder an einigen Küsten wurden geschädigt. Sie sind jedoch zu einer weit schnelleren Regeneration fähig. Betroffen sind daneben Nistgebiete von Meeresschildkröten wie der Lederschildkröte.

Der schwerwiegendste Langzeitschaden entstand durch das weitgehende Abtragen des Humus in den überfluteten Gebieten. Betroffen sind 250 bis 3.000 Meter breite Küstenstreifen, deren oft nur 30 Zentimeter dicke Humusschicht mitsamt vielen nicht tief wurzelnden Pflanzen fortgerissen wurde. Zurück bleibt meist nährstoffarmer, rötlicher Lateritboden aus Ton, Aluminium- und Eisenoxid. Da der Kreislauf aus Pflanzen, abgestorbenen Pflanzenteilen und Humusbildung zunächst unterbrochen ist, wird es vermutlich Jahrzehnte dauern, bis sich ähnliche Artengemeinschaften eingestellt haben, wie sie vor der Katastrophe vorhanden waren. Die Landwirtschaft ist durch den Oberbodenabtrag ebenfalls stark betroffen, von mittelfristig geringeren Ernten muss ausgegangen werden; bodenverbessernde Maßnahmen wie Eintrag organischen Materials und von Nährstoffen können die Situation verbessern, bedürfen aber teilweise finanzieller Hilfe.

In einigen betroffenen Regionen sind historische Bauwerke, Schulhäuser, Museen, Archive und andere Kulturgüter zerstört oder beschädigt worden. Nach den Not- und Rettungsmaßnahmen, und parallel zu den allgemeinen Wiederaufbauarbeiten suchen nationale und regionale Behörden mit der Unterstützung externer Fachorganisationen, zum Beispiel der UNESCO, die kulturellen Verluste zu erfassen.

Experten kritisierten nach dem Beben, dass es im Indischen Ozean kein Tsunami-Warnsystem gab, wie es im Pazifischen Ozean zu diesem Zeitpunkt bereits existierte. Ihren Angaben zu Folge hätten mit einem solchen Warnsystem einige tausend Menschen gerettet werden können. Die Tatsache, dass das pazifische Tsunami-Warnzentrum auf Hawaii bereits Minuten nach dem Beben eine Flutwelle voraussagte, half niemandem. In den Ländern fehlten sowohl mögliche Ansprechpartner als auch Kommunikationsinfrastrukturen. Außerdem wurden – Berichten aus Thailand zufolge – Warnungen mit Rücksicht auf den Tourismus nicht weitergeleitet, so dass viele Menschen keine Chance mehr hatten, zu fliehen. Bei weiteren Nachbeben in der Region konnten die Behörden dank der verstärkten Aufmerksamkeit jedoch Warnungen schneller verbreiten.

Die Regierungen von Australien und Indien entschieden, ein Tsunami-Vorwarnsystem im Indischen Ozean aufzubauen, wie es auch im Pazifischen Ozean existiert. Dieses System (genannt TEWS - Tsunami Early Warning System) soll unter anderem von einem deutschen Entwicklerteam aufgebaut werden und bis Mitte 2008 vollständig installiert sein.

Vielerorts waren sämtliche Kommunikationsverbindungen mehrere Tage unterbrochen. Funkamateure nahmen unmittelbar nach der Katastrophe den Notfunkbetrieb auf und leiteten Notrufe sowie Lagemeldungen und später auch Nachrichten von Überlebenden an Angehörige weiter.

Das deutsche Verteidigungsministerium entsandte den Einsatzgruppenversorger (EGV) „Berlin“, mit einem Marine-Einsatz-Rettungszentrum (MERZ), das wie ein kleines Krankenhaus ausgerüstet ist und 45 Patienten aufnehmen kann. Beamte des BKA und Sanitätsoffiziere der Bundeswehr waren vor Ort, um bei der Identifizierung der Opfer zu helfen. . Die Bundeswehr entsandte am 29. Dezember einen MedEvac-Airbus A310 zur intensivmedizinischen Versorgung und Rückholung deutscher Touristen in das betroffene thailändische Phuket. Insgesamt wurden auf 3 Flügen 130 vornehmlich deutsche Personen aus dem Katastrophengebiet ausgeflogen. Ein weiterer Airbus A310 MRT wurde mit der MedEvac-Konfiguration ausgestattet und war Mitte der ersten Januarwoche einsatzbereit. Darüber hinaus wurde durch das Kommando Schnelle Einsatzkräfte Sanitätsdienst (Kdo SES) in Banda Aceh ein Rettungszentrum leicht aufgebaut und in Betrieb genommen. Dort versahen 120 deutsche Bundeswehrsoldaten ihren Dienst, die eng mit dem EGV „Berlin“ zusammenarbeiteten. In dem Rettungszentrum leicht (RZ le) gab es neben einer Notaufnahme auch einen OP und Möglichkeiten zur Intensivpflege. In einer Pressekonferenz am 29. Dezember 2004 kündigte Bundeskanzler Schröder an, dass bei Bedarf weitere Einheiten der Bundeswehr – nötigenfalls auch für längere Zeit – im Katastrophengebiet eingesetzt werden sollen. Insbesondere der Aufbau und Betrieb von Trinkwasseraufbereitungsanlagen soll von Soldaten übernommen werden, um die Arbeit ziviler Hilfsorganisationen zu ergänzen und den großen Bedarf zu decken. Diese Zusage wurde realisiert und in Anspruch genommen.

Das Technische Hilfswerk (THW) war seit dem 27. Dezember 2004 mit einem dreiköpfigen Erkundungsteam in Sri Lanka. Die SEEBA ist seit dem 28. Dezember 2004 mit 19 Helfern in Phuket, Thailand um dort die Bergungsarbeiten zu unterstützen. 16 Helfer der SEEWA waren seit dem 29. Dezember 2004 in Sri Lanka und haben ihr Ziel im Distrikt Galle, um dort zwei Trinkwasseraufbereitungsanlagen zu betreiben. 23 Helfer wurden am 31. Dezember 2004 auf die Malediven gesandt, um dort die Trinkwasserversorgung mit mobilen Geräten sicherzustellen und zerstörte Infrastruktur wieder in Gang zu setzen.

Mitarbeiter von Caritas, der Diakonie Katastrophenhilfe und Malteser-Hilfsdienst organisierten erste Hilfen wie Nahrungsmittel, Trinkwasser, Hygieneartikel und Notunterkünfte für 50.000 Opfer in den südindischen Bundesstaaten Tamil Nadu und Andhra Pradesh. Auch auf Sri Lanka und in Thailand sind die lokalen Partner vor Ort, jetzt allerdings um Wiederaufbau zu leisten.

Großbritannien entsandte Identifikationsexperten von Scotland Yard sowie mehrere hundert Soldaten in die Region, insbesondere nach Sri Lanka. Die Royal Air Force begann am 27. Dezember 2004 mit dem Ausfliegen von Touristen, unter anderem mit vier Aeromed (MedEvac) Lockheed-Tristar Flugzeugen sowie gecharterten russischen Transportflugzeugen. Zudem traf am 2. Januar ein Flottenverband der Royal Navy mit Hilfsgütern, technischem Gerät und Hubschraubern vor der Küste Sri Lankas ein.

Die Republik Österreich entsandte Polizisten und Rettungsleute nach Thailand und Sri Lanka, die bei der Vermisstensuche und Heimholung der Verletzten helfen sollten, sowie Cobra-Leute und Gerichtsmediziner zur Hilfe bei der Identifizierung von Personen. Das Österreichische Rote Kreuz sowie der ASB schickten am 27. und 28. Dezember 2004 eine Fact Finding Mission in das Katastrophengebiet, um vorerst den österreichischen Touristen zu helfen und in der Folge weitere Hilfsmöglichkeiten auszuloten. Speziell auf dem Gebiet der Trinkwasseraufbereitung war das Rote Kreuz tätig. Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) in Genf lieferte eine Datenbank, in der alle Vermissten namentlich gelistet werden mussten, ehe nach ihnen gesucht werden konnte.

Die Schweizerische Rettungsflugwacht Rega hat in Zusammenarbeit mit diversen Versicherungen über 60 Patienten aus Thailand und Sri Lanka repatriiert. Das Schweizerisches Korps für Humanitäre Hilfe (früher Schweizer Katastrophenhilfekorps genannt) hat unter der Leitung der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA) der Schweizer Regierung am 28. Dezember 2004 Expertenteams und medizinisches Material nach Indien, Sri Lanka und Thailand geschickt. Die Expertenteams sollten abklären, welche weiteren Spezialisten (Ärzte, Psychologen, Hundestaffeln, Bauspezialisten etc.) vor Ort benötigt wurden.

Die USA beorderten die Flugzeugträgergruppe um die „USS Abraham Lincoln“ von Hong Kong aus nach Sumatra, wo ab dem 2. Januar 2005 die Soldaten und die Hubschrauber bei der Versorgung der Bevölkerung halfen. Ein weiterer Schiffsverband wurde in die Umgebung von Sri Lanka beordert. Die medizinischen Einrichtungen auf den Schiffen (OPs auf Flugzeugträger etc.) konnten die Spitäler in der Gegend entlasten.

Japan entsandte verschiedene Einheiten der japanischen Selbstverteidigungsstreitkräfte in die Krisenregion. Das bisher 20-köpfige Erkundungsteam könnte laut Regierung auf bis zu 800 Mitglieder erhöht werden, so die Zusage des Staatschefs. Diese Kräfte wurden vollständig abbeordert und leisteten ihren Dienst.

Frankreich entsandte am 2. Januar 2005 den Hubschrauberträger Jeanne d’Arc ins Krisengebiet.

Die Organisation Ärzte ohne Grenzen e.V. (MSF) schickte einen Charterflieger mit 32 Tonnen Hilfsgütern von Ostende nach Sumatra. Die Lieferung beinhaltete medizinische und sanitäre Hilfsgüter, die für 30.000 bis 40.000 Menschen reichen mussten. Zudem reiste ein Notfallteam, bestehend aus sechs Personen, in die Region. Darunter sind Wasserexperten, Logistiker und Mediziner (Quelle: Kurier).

Ferner war das Greenpeace-Schiff Rainbow Warrior zur Unterstützung von Ärzte ohne Grenzen seit dem 4. Januar 2005 unterwegs an der Westküste von Sumatra, um deren Einsatz im Katastrophen-Gebiet auf Aceh logistisch zu unterstützen. Es brachte Nahrungsmittel, Helikopter-Treibstoff, medizinische Geräte, Medikamente, und medizinisches Fachpersonal in die schwer erreichbare Krisenregion.

Viele Firmen oder Konzerne spendeten, so etwa Pfizer Corp. 35 Millionen US-Dollar oder die Deutsche Bank 10 Millionen Euro. Verschiedene vermögende Privatpersonen spendeten hohe Beiträge, so zum Beispiel Michael Schumacher 10 Millionen Dollar, Bill Gates 3 Millionen Dollar, der Filmregisseur Steven Spielberg 2 Millionen Dollar. Acht Millionen Dollar überwies die saudische Herrscherfamilie, der saudische Prinz al-Walid ibn Talal, der die Finanzgeschäfte der Familie kontrolliert, spendete 18,5 Millionen Dollar. Der saudische König Fahd ibn Abd al-Aziz selbst stellte 5,3 Millionen zur Verfügung, Kronprinz Abdullah spendete 2,8 Millionen Dollar.

Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) in Genf ist dafür zuständig, bei Katastrophen internationalen Ausmaßes die Hilfe zu koordinieren und eine Datenbank zur Registrierung aller Vermissten zu verwalten. Es befehligt einen Suchdienst und wurde seinerzeit von Regierungsseite mit diesen Aufgaben betraut Genfer Konvention Beim Seebeben in Südostasien 2004 hatte das IKRK die Aufgabe, zusammen mit dem Aktionsbündnis Roter Halbmond die Vermisstensuche zu koordinieren und zog weitere Suchdienste hinzu, um diesen Aufgaben gerecht zu werden. Es wurde unterstützt von der halbamtlichen Organisation THAICAREYOU, über die Anhand Kleidung und Detailzusammenführung die mögliche Identität der Opfer zusammengepuzzelt wurde. Das wurde dann an die IDKOs vor Ort weitergegeben. Über DNA und den Abgleich des Zahnstatus (angefordert beim Zahnarzt der Opfer) konnte die Identität oft zweifelsfrei bestätigt werden. Dann wurde dies an das ICRC zurückgemeldet, welche dann über Regierungsstellen oder direkt die Verständigung der Angehörigen / Freunde übernahm. Bis zur endgültigen Klärung kann es immer noch Jahre dauern.

Seriöse Listen von Opfern, die bereits gefunden wurden, gab es kaum. Insgesamt waren die Mitarbeiter vor Ort mit der Situation überfordert und haben mehrere gravierende Fehler gemacht. Listen der Gefundenen wurden von Regierungsseite nur in Lautschrift und völlig unzureichend geführt (Doppelregistrierungen), andere von KH-Verlegungen der Opfer wurden nicht geführt oder verschwanden, so dass man keine Info hatte, wohin die Vermissten verlegt worden waren oder ob sie entlassen wurden bzw. verstarben (z. B. Sepsis). Auch die Listen über Personen, die von den MedEvacs oder sonstigen Flügen ausgeflogen wurden, erreichten die Suchforen nicht. Letztere schossen wie Pilze aus dem Boden, allerdings teilweise ohne jeden Erfolg.

Hauptbeben und Nachbeben bei Sumatra. 26. Dezember 2004 ab Stärke 5,0, ab 27. Dezember 2004 ab Stärke 6,0. Dabei ist für eine korrekte Einschätzung der Zerstörungskraft der einzelnen Beben zu beachten, dass die Erhöhung um einen Magnituden-Punkt etwa die 32-fache Energiefreisetzung bedeutet. Ein Erdbeben der Stärke 9,0 setzt also ca. 32 mal mehr Energie frei als ein Erdbeben der Stärke 8,0 (s. Richterskala ). Daraus folgt wiederum, dass ein Erdbeben der Stärke 9,0 etwa 32768 (= 32³) mal so energiereich ist wie ein Beben der Stärke 6,0.

Am 28. März 2005 gab es ein weiteres schweres Beben an der Westküste von Nordsumatra (Indonesien) mit einer Stärke von 8,7 auf der Richterskala. Hauptsächlich betroffen waren die Banyak-Inseln, außerdem Nias und Simeuluë. Nach Angaben von US-Geologen handelte es sich hierbei um ein Nachbeben des Seebebens vom 26. Dezember 2004. Auf der Insel Nias stürzten 80 % der Häuser ein, es gab 600 Tote, 3.000 wurden obdachlos. Deutsche Touristen waren nicht betroffen.

Am 17. Juli 2006 ereignete sich ein weiteres direktes Nachbeben des Seebebens vom 26. Dezember 2004, bei dem auf Java bislang 660 Todesopfer zu verzeichnen sind und noch ca. 300 vor allem Einheimische vermisst werden. Deutsche Touristen waren auch hier nicht betroffen.

Im pazifischen Feuerring kommt es immer wieder zu Nachbeben.

Das Beben ereignete sich fast exakt (nur eine Stunde früher) ein Jahr nach dem verheerenden Erdbeben in Bam (Südiran). Es erinnert auch an den Ausbruch des Krakatau 1883, der aufgrund einer Flutwelle 36.000 Menschen das Leben kostete. Bei keinem anderen Ereignis seit dem 29. April 1991, als vor der Küste Bangladeschs ein verheerender Wirbelsturm tobte und eine anschließende 6 Meter hohe Flutwelle hervorrief, der die Küstenregionen verwüstete und etwa 200.000 Todesopfer insgesamt forderte, sind so viele Menschen ums Leben gekommen.

In den Medien aufgestellte Superlative („Schwerste Katastrophe aller Zeiten“, „Jahrtausendkatastrophe“) sind dennoch, selbst wenn man sich auf Naturkatastrophen oder Erdbeben beschränkt, deutlich übertrieben. Regelmäßig wiederkehrende Überschwemmungen in China bleiben im Westen weitgehend unbeachtet. 1887 beispielsweise forderten Überschwemmungen in Henan 900.000 Opfer, eine Dürreperiode in Indien 1965-1967 1,5 Mio. Allerdings ist die Größe des 2004 betroffenen Gebietes bisher einmalig.

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Source : Wikipedia