Jugend

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Geschrieben von bishop 20/03/2009 @ 22:10

Tags : jugend, gesellschaft

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Jugend

Jugend (westdeutsche Briefmarke, 1956)

Unter Jugend versteht man in der westeuropäischen Kultur die Zeit zwischen Kindheit und Erwachsensein, also etwa zwischen dem 13. und 21. Lebensjahr. Diese Zeit wird auch als Adoleszenz bezeichnet.

Der Begriff Jugend ist historisch gesehen relativ jung und wurde erst um 1800 häufiger verwandt. Der Begriff des Jugendlichen war dabei ursprünglich ambivalent besetzt (Jugend ist Trunkenheit ohne Wein) und diente auch zur Distanzierung von einer Personengruppe, die als gefährdet definiert wurde. Der Begriff bezeichnete dann beispielsweise in der Jugendhilfe der 1880er Jahre eine männliche Person aus der Arbeiterklasse zwischen 13 und 18 Jahren, der Tendenzen zur Verwahrlosung, Kriminalität und eine Empfänglichkeit für sozialistisches Gedankengut unterstellt wurde. Erst nach 1900, im Zuge der Jugendbewegung, wurde die eher negative Anmutung des Begriffs (Jugend als Gefährdung und Unreife) durch ein positives Bild ersetzt. Im Rahmen nationalistischer Strömungen entstand nach dem Ersten Weltkrieg ein politischer Jugendmythos: Jugend als Motor der Geschichte (Wer die Jugend hat, hat die Zukunft). Hitler war dann in der NS-Propaganda der junge Führer.

Das erste negative Jugendbild in der Industriegesellschaft wirkte jedoch latent weiter und ist gerade in Zeiten gesellschaftlicher Umbrüche wieder aktualisierbar, wie die Diskussion um Jugendgewalt und Jugendkriminalität in den 1990er Jahren zeigte: Jugend(liche) als Gefährdung und Bedrohung.

Jugend kann auf verschiedene Arten betrachtet werden, zum einen bezeichnet der Begriff eine Phase im Leben eines Individuums und zum anderen wird damit eine eigenständige Gruppe von Menschen erfasst. Je nach Auffassung kann man zur Eingrenzung der Lebensphase heute bestimmte Alterswerte oder aber eine Definition anhand von qualitativen Merkmalen vornehmen. Gemäß dieser zweiten Möglichkeit wird als Beginn der Jugendphase meistens die körperliche Geschlechtsreife gewählt, als Ende das Erreichen von finanzieller und emotionaler Autonomie.

Eng verwandt mit dem Begriff des Jugendlichen ist der Begriff Teenager. Die UNO hat den 12. August zum Tag der Jugend ernannt.

In die Jugendzeit fällt die Pubertät, das Ende der Schulzeit, der Beginn der Berufsausbildung, die Abnabelung vom Elternhaus und die Identitätsfindung. Deswegen wird die Jugendzeit sowohl vom Jugendlichen, der sie durchlebt, als auch von den Eltern als nicht ganz einfach angesehen. So ist sie auch Gegenstand zumal der Dichtung von Volks- und Studentenliedern bis hin zu einer eigenen Jugend-Literatur.

Der Begriff der Jugend, wie auch der Begriff der Kindheit sind historisch gewachsene Begriffe, die im Zusammenhang mit der jeweiligen Gesellschaftsform gesehen werden müssen. So gab es noch im 17. Jh. in vielen Ständen und vergleichbaren Gruppierungen jenseits der Säuglingszeit weder eine ausgeprägte Kindheit in unserem Sinn noch eine Jugend. Jedoch hatten sich im Adel, dann im Bürgertum das Muster des Jünglings bzw. der Jungfrau herausgebildet, im geistlichen Stand der Novize. Jugend als Lebensphase ist dann ein Produkt der Modernisierung. In vormodernen, agrarisch strukturierten Gesellschaften mit wenig ausgeprägter Arbeitsteilung wurden die notwendigen Fähigkeiten und Kompetenzen von der Elterngeneration vermittelt. Durch die zunehmende Industrialisierung und Technisierung reichte dies aber nicht mehr aus. Vielmehr sollten die Fähigkeiten und Fertigkeiten in der Schule und der Berufsausbildung erworben werden. Dies bedeutete aber eine längere Freistellung der nachwachsenden Generation vom Arbeitsleben. Ab den 60er-Jahren des 20. Jahrhunderts entwickelte sich Jugend dann als Folge der Bildungsexpansion, veränderter elterlicher Erziehungsziele, einer zunehmenden kulturellen Autonomie der Jugendlichen und dem Wirken einer jugendspezifischen Konsum- und Unterhaltungsindustrie zu einer relativ eigenständigen Lebensphase (siehe auch 68er-Bewegung).

Kritiker warfen ab den 1930er Jahren den modernen westlichen Gesellschaften vor, einem Jugendmythos zu unterliegen (Ein Geist allgemeiner Hanswursterei weht durch Europa, Ortega y Gasset). Vor allem dann ab 1970 versuchten zunehmend ältere Jahrgänge, jugendliche Moden und Lebensstile (Spontaneität) zu imitieren. Die Jugendlichkeit der Haut und ein junges Aussehen hoffe man durch Kosmetik- und andere Lifestyle-Produkte zu erlangen. Die tatsächlich existierenden Jugendlichen würden dagegen ihrem Verhalten nach immer jünger erwachsen.

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Jugend (Zeitschrift)

Jugend, 1896

Jugend – Münchner illustrierte Wochenschrift für Kunst und Leben war eine von Georg Hirth gegründete Kunst- und Literaturzeitschrift, die von 1896 bis 1940 in München erschien. Nach dem Tod Hirths wurde Franz Schoenberner zum Herausgeber. Chefredakteure waren u. a. Hans E. Hirsch, Theodor Riegler, Wolfgang Petzet. Neben den Textredakteuren, z. B. Fritz von Ostini oder Albert Matthäi, wirkte u.a. der Bildredakteur Franz Langheinrich.

Die Jugend war der Namensgeber der Kunstrichtung Jugendstil, was zeigt, wie wichtig das Heft für Kunst und Literatur der Jahrhundertwende war. Jedoch lassen sich Inhalt und Ausrichtung der Jugend auch in ihrer Hochzeit nicht auf das Label „Jugendstil“ reduzieren. Neben modernen Illustrationen und Ornamenten spielten auch satirische und kritische Texte ein große Rolle im Heft.

Ab dem Ersten Weltkrieg wurde die Jugend zunehmend zu einer deutschnationalen und bayrisch-heimattümelnden Zeitung. Das änderte sich erst wieder ab Mitte der 1920er Jahre, als sich das Heft nochmals den Künstlern der jüngeren Generation öffnete und Texte von Kurt Tucholsky, Erich Kästner und Zeichnungen von George Grosz druckte.

Nach 1933 passte sich das Heft der völkischen Linie der Nationalsozialisten an. Dennoch wurde es 1940 eingestellt.

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Jugendarbeit

Die Kinder- und Jugendarbeit wendet sich grundsätzlich an alle Kinder und Jugendlichen unter 27 Jahren (de facto aber hauptsächlich an Kinder und Jugendliche im Alter zwischen sechs und 18 Jahren) und nicht in erster Linie an sog. "Problemgruppen".

Die rechtliche Grundlage der Kinder- und Jugendarbeit findet sich im Kinder- und Jugendhilfegesetz/KJHG (SGB VIII): Nach § 1 SGB VIII ist es das Ziel der Kinder- und Jugendhilfe (und damit auch der Kinder- und Jugendarbeit), das Recht auf Erziehung zu gewährleisten und die persönliche und soziale Entwicklung junger Menschen zu eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeiten zu fördern. Dazu sind Leistungen anzubieten, die Mädchen und Jungen gleichberechtigt zur Selbstbestimmung befähigen und zu gesellschaftlicher Mitverantwortung und sozialem Engagement anregen und hinführen (§§ 8, 9 und 11 SGB VIII). Hierzu ist die Kinder- und Jugendhilfe auch verpflichtet, zur Schaffung oder Erhaltung von positiven Lebensbedingungen sowie einer kinder- und familienfreundlichen Umwelt beizutragen (§ 1 SGB VIII) und die Kinder- und Jugendarbeit freier Träger zu unterstützen (§ 12 SGB VIII).

Die Aufgaben der Jugendarbeit werden von öffentlichen und freien Trägern wahrgenommen. Die Aufgaben der Jugendarbeit werden zu einem hohen Anteil von Ehrenamtlichen erfüllt. Dies wurde in Deutschland gezielt anvisiert, da sich so eine auf Vielfalt und unterschiedlichen Überzeugungen basierende Landschaft der Jugendarbeit etablieren sollte. Freie Träger sind Vereine, Verbände, Jugendinitiativen, öffentliche Träger sind die Gemeinden, Landkreis, freie Städte, Länder, und Bund.

Die Trägerschaft der Einrichtung hat dabei ebenfalls großen Einfluss auf die Schwerpunkte und Zielrichtung der Jugendarbeit. In der Vereinsjugendarbeit und der verbandlichen Jugendarbeit spielt die Nachwuchsgewinnung eine wichtige Rolle, in der kirchlichen Jugendarbeit stellt die Vermittlung von Glaubensinhalten einen Schwerpunkt dar, und in der kommunalen Jugendarbeit geht es häufig um eine Verbesserung der Integration problematischer Jugendlicher in das Gemeinwesen.

Die in den 70er Jahren groß gewordenen, vielerorts noch aktiven autonomen Jugendhausvereine haben sich die politische Aktivierung von Jugendlichen und jungen Erwachsenen sowie jugendkulturelle Veranstaltungen auf die Fahnen geschrieben.

Weiter kann zwischen offenen und geschlossenen Angeboten der Jugendarbeit unterschieden werden. Während sich Vereinsjugendarbeit und kirchliche Jugendarbeit tendenziell vorrangig mit geschlossenen Jugendgruppen an eigene Mitglieder wendet, ist die offene Jugendarbeit von Städten, Gemeinden oder Landkreisen häufig eher im Sinne der Jugendhilfe als niederschwelliges Angebot insbesondere auf sozial benachteiligte, problematische oder auffällige Jugendliche ausgerichtet. Aufgrund des Subsidiaritäts-Prinzips werden viele offene Jugendeinrichtungen von freien Trägern oder Verbänden betrieben.

Jugendverbände sind Organisationen jugendlicher Selbstorganisation und Interessenvertretung und haben ihre Wurzeln in der Jugendbewegung. Gleichzeitig sind Jugendverbände Erziehungsinstitutionen, d. h. gesellschaftliche Vorkehrungen zur Sozialisation und Erziehung im Jugendalter. Sie sind damit typische "intermediäre Organisationen", d. h. sie vermitteln die Interessen von Jugendlichen und jungen Erwachsenen beider Geschlechter in die Gesellschaft hinein (jugendpolitische Interessenvertretung) und üben umgekehrt gesellschaftliche Kontroll- und Integrationsinteressen gegenüber der Jugend aus (Erziehungsinstitutionen).

Die Angebote von Jugendverbänden sind typischerweise Gruppenstunden und Wochenend- und Ferienfreizeiten. Aber auch offene Jugendarbeit und Jugendsozialarbeit gehört zum Leistungsspektrum. Jugendverbände bieten in- und nonformale Bildung, Frei- und Experimentierräume für Jugendliche, Primärprävention und gesellschaftliche Integration sowie Gemeinschaft. Sie bieten aufgrund der verschiedenen Verbandsprofile viele spezifische Identifikationsmöglichkeiten für Kinder und Jugendliche. Jugendverbände leisten dies auf Grund ihrer besonderen Strukturmerkmale: Sie sind freiwillig, ehrenamtlich, selbstorganisiert, parteilich für Kinder und Jugendliche sowie wertorientiert. Die gesetzliche Grundlage für die Arbeit der Jugendverbände ist mit § 11 und § 12 Kinder- und Jugendhilfe Gesetz (KJHG) gegeben.

Klassische Jugendverbände sind beispielsweise die Pfadfinderbünde, die Jugendorganisationen der Hilfswerke (z. B. die Arbeiter-Samariter-Jugend, die Malteser Jugend, Jugendrotkreuz, Die Falken, ...), die konfessionellen Jugendverbände (z. B. Jugendwerke, cjb, CVJM, Entschieden für Christus, BDKJ, ...) oder der Sportjugend. Die Jugendorganisationen die einer Partei nahe stehen, oder gar teil einer Partei sind wie Junge Union, Jusos, Jung Liberale oder - die sozialistische Jugend zählen im engeren Sinne nicht zu den Jugendverbänden.

Die öffentlichen Träger der Jugendarbeit sind die kommunalen Jugendämter in Gemeinden, Landkreisen und Städten. Sie tragen nach dem Kinder- und Jugendhilfegesetz (Sozialgesetzbuch VIII) die Planungs- und Gesamtverantwortung dafür, dass Jugendarbeit in ausreichendem Maße stattfindet und entsprechende Einrichtungen und Dienste zur Verfügung stehen. Sie haben die Jugendarbeit der freien Träger zu unterstützen und zu fördern. Dies ist eine Pflichtaufgabe der Kommunen. Es gibt jedoch auch Gemeinden, die diese Aufgaben freiwillig übernommen haben, in der Regel aufgrund einer öffentlich-rechtlichen Vereinbarung mit dem zuständigen öffentlichen Träger der Jugendhilfe (in diesem Fall dem jeweiligen Landkreis), für den sie diese (Pflicht-) Aufgaben wahrnehmen.

In der Jugendarbeit gibt es durch die Vielzahl der Verbände und Vereine vielfältigste Formen und Inhalte. Jugendkulturelle und freizeitpädagogische Angebote (z. B. Erlebnispädagogik), Präventions- und Aufklärungsarbeit sowie Beratung und Einzelfallhilfe.

Hierbei handelt es sich zwar um kein "klassisches" Arbeitsfeld der Jugendarbeit, sondern der Jugendhilfe, wie zum Beispiel beim Übergang von Schule und Beruf, bei Familien- und Partnerschaftsprobleme oder auch Fragen des Kinder- und Jugendschutzes. Die Jugendhilfe bietet hier spezielle Angebote zur Hilfe und Beratung an (siehe auch Hilfen zur Erziehung). Einen fließenden Übergang von der Jugendarbeit gibt es zur Jugendsozialarbeit; es werden von zahlreichen Trägern der Jugendarbeit Projekte zur Integration von benachteiligten jungen Menschen (z. B. von Migrantinnen und Migranten, etwa Jugendlichen aus Spätaussiedlerhaushalten) und politischen Flüchtlingen oder gegen Rechtsextremismus, Gewaltbereitschaft und Fremdenfeindlichkeit durchgeführt (siehe auch Mobile Jugendarbeit/ Streetwork).

Die entsprechenden Angebote, Arbeitsgruppen und Projekte, sind speziell auf die weiblichen Jugendlichen zugeschnitten. Die Mädchen sollen darin bestärkt werden eigenständige Persönlichkeiten zu werden und ihr Selbstbewusstsein und Selbstwertgefühl zu erhöhen bzw. zu entwickeln. Durch die Arbeit mit Mädchen und jungen Frauen werden, im Bereich der Jugendhilfe, unter Berücksichtigung ihrer differenzierten Lebenswelten, Benachteiligungen abgebaut und Chancengleichheit gefördert.

Jungenarbeit ist pädagogische Arbeit erwachsener (Fach-) Männer mit Jungen, männlichen Jugendlichen und jungen Männern. Als Teil der Jugendarbeit ist er - komplementär zur Mädchenarbeit - speziell auf die Arbeit mit männlichen Jugendlichen, ihre Entwicklung, Potenziale, Sorgen und Wünsche ausgerichtet. Die Arbeit im geschlechtshomogenen Setting ermöglicht dabei die Differenzierung unter Jungen, meist auch einen offeneren Umgang der Jungen untereinander mit männlichen Pädagogen.

Spielplätze, Skate-, Streetball- und Sportanlagen, Jugendräume, Jugendhäuser, Jugendklubs, Jugendtreffs, Jugendzentren, Kulturzentren oder Jugendcafés, Abenteuerspielplätze, Jugendfarm, u.v.m.

Speziell für Kinder und Jugendliche ausgewiesene Übernachtungsstätten. In der Regel Jugendhotels mit Mehrpersonen-Räumen, Bungalowsiedlungen, seltener Zelt- und Campinglager.

Prozesse jugendlicher Selbstorganisation, wie sie sich zum Beispiel in selbstverwalteten Jugendhäusern und Jugendräumen zeigen, stellen eine zentrale Form offener Kinder- und Jugendarbeit dar, in der pädagogische Fachkräfte entweder keine Rolle spielen oder doch nur die Funktion von Begleitern, Beratern oder Moderatoren (z. B. bei Konflikten Jugendlicher mit ihrer Umwelt, etwa den Nachbarn des selbstorganisierten Jugendraumes) wahrnehmen.

Die Kinder- und Jugendarbeit war in ihren Anfängen kirchlich geprägt: Ordensgemeinschaften betrieben schon sehr früh Zufluchtsstätten für verarmte Kinder und Jugendliche bzw. Waisen. Die Anfänge einer institutionalisierten Jugendarbeit in Deutschland kann in den "Rettungshäusern" des Weimarer Theologen und Schriftstellers Johannes Daniel Falk, dessen Motivation von einer tiefen protestantischen Frömmigkeit getragen war, gesehen werden. In den vierziger Jahren des 19. Jahrhunderts begründete Johannes Bosco die Jugendsozialarbeit in Italien (Turin) durch die Einrichtung von Ausbildungsstätten, Heimen und anderen Einrichtungen für benachteiligte und verwahrloste Jugendliche; die von Bosco gegründete Ordensgemeinschaft der Salesianer hat heute auch in Deutschland große Bedeutung im Bereich der Jugendarbeit. Zur gleichen Zeit begründet in Deutschland Adolph Kolping die Kolping-Bewegung, wobei der Schwerpunkt der Jugendarbeit hier in der Betreuung und Weiterbildung von Lehrlingen und Handwerksgesellen liegt. Die Geschichte der Jugendarbeit im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts und am Anfang des 20. Jahrhunderts ist ebenso wie schon bei Don Bosco im Zusammenhang mit der industriellen Revolution zu sehen und geprägt von verschiedenen Ansätzen sowohl aus der Arbeiterbewegung sowie der Reformpädagogik;sie war daher auch mit einigen Strömungen der Jugendbewegung eng verbunden. In der Weimarer Republik wurde die Jugendarbeit stärker institutionalisiert im Sinne der öffentlichen Jugendhilfe. In der Zeit des Nationalsozialismus wurde die Jugendarbeit „gleichgeschaltet“ und in den Dienst der Ideologie des Nationalsozialismus gestellt; Institutionen und Vereinigungen einer unabhängigen Jugendarbeit wurden zerschlagen. Nach dem Zweiten Weltkrieg erfuhr die Jugendarbeit in Deutschland einen starken Aufschwung, da die Alliierten in Jugendeinrichtungen und Jugendarbeit einen wichtigen Beitrag zur Umerziehung deutscher Kinder und Jugendlicher weg von nationalsozialistischer Ideologie und hin zu einem demokratischen Bewusstsein sahen. Seit 1990 steht die gesamte Jugendarbeit auf der rechtlichen Grundlage des Kinder- und Jugendhilfegesetzes (SGB VIII), in dem die gesamte Jugendarbeit von der freien und öffentlichen Jugendhilfe bis hin zur Zusammenarbeit der Träger und Verbände der Jugendhilfe und vieles mehr geregelt ist.

Jugendarbeit hat sich in Deutschland nach Familie und Schule zunehmend als "drittes Standbein der Erziehung" etabliert. Die gesellschaftspolitische Tendenz geht in Richtung Vernetzung und Kooperation, insbesondere zwischen Jugendarbeit und Schule (Schulsozialarbeit), aber auch zwischen Jugendarbeit und Elternhaus.

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Kinder- und Jugendliteratur

Orbis Sensualium Pictus (1658)

Kinder- und Jugendliteratur bezeichnet alle literarischen Werke, die für Kinder und Jugendliche bestimmt sind. Solche Werke werden zumeist für ein bestimmtes Lesealter verfasst. Einige „Klassiker“, wie Sagen oder Romane aus früheren Jahrhunderten, erscheinen auch in extra für Kinder und Jugendliche bearbeiteten Neufassungen bzw. Nacherzählungen. Kinderbücher werden außerdem meist durch Illustrationen ergänzt, wobei der Bildanteil den Wortanteil sogar übertreffen kann, je jünger die anvisierte Zielgruppe ist.

Bis weit in die Neuzeit waren die meisten Menschen Analphabeten, die Frage nach einer Lektüre eigens für Kinder und Jugendliche stellte sich damit nicht. In Europa dienten die ersten Literaturen, mit denen Kinder in der Regel nur an Klosterschulen in Berührung kommen konnten, vor allem der religiösen Unterweisung und erst mittelbar auch der Alphabetisierung.

Auch die Erfindung des Buchdrucks Mitte des 15. Jahrhunderts erleichterte Kindern und Jugendlichen den Zugang zur Literatur vorerst nur in begrenztem Maße. Er beschränkte sich zumeist auf speziell für Kinder gefertigte Lernhilfen wie etwa Hornbücher. Wichtigste Lektüre blieben, besonders im protestantischen Bereich, Bibel, Gesangbuch und Luthers Kleiner Katechismus.

Zu allen Zeiten beliebt bei Kindern waren Märchen, die seit dem 16. Jahrhundert, besonders aber im 19. Jahrhundert gesammelt und auch für Kinder bearbeitet wurden – unter anderem von Giovanni Francisco Straparola, Charles Perrault, Gabrielle-Suzanne de Villeneuve, den Brüdern Grimm und Božena Němcová.

In den 1580er Jahren erschienen zahlreiche günstige, oft minderwertige Bücher, die von Hausierern vertrieben und später auch „Volksbücher“ genannt wurden. Ein erstes bedeutendes Werk für Kinder und Jugendliche war der 1658 von dem Tschechen Johann Amos Comenius veröffentlichte Orbis sensualium pictus. Wie der Untertitel verrät, sollte die ganze Welt der Dinge und des Lebens gemalt und benannt werden. Der "Orbis pictus" wurde bis ins 19. Jahrhundert Vorbild für ähnliche Werke, die Kinder mit der realen Welt vertraut machen wollten. In den 1750er Jahren kamen nur wenige Seiten umfassende Hefte unterschiedlichen Inhalts aus Pappe auf den Markt, die oft Gebete sowie ein mit Holzschnitten illustriertes ABC enthielten. Das ABC-Buch war erfunden. Diese Buchform war bis Mitte des 19. Jahrhunderts populär. Bekannt wurde der vom englischen Buchverkäufer und Autor anti-katholischer Verse Benjamin Harris verfasste New England Primer, der zum weitestverbreiteten Schulbuch Amerikas wurde.

Der Enzyklopädismus des 18. Jahrhunderts schlug sich auch in der Kinderliteratur nieder, etwa in dem Elementarwerk des Pädagogen Johann Bernhard Basedow, das er 1774 veröffentlichte. Überhaupt beschäftigte man sich im Zeitalter der Aufklärung intensiv mit Kindererziehung und schrieb jetzt auch kindgerechte Romane. Am bekanntesten ist wohl Robinson der Jüngere(1779) von Joachim Heinrich Campe, der eine Bearbeitung von Daniel Defoes Robinson ist. Bereits Rousseau hatte im Emile erklärt, dass Robinson eine für Kinder geeignete Lektüre sei und Campe wollte ihnen den Zugang zu dem Werk erleichtern.

Im 17. und 18. Jahrhundert veröffentlichten Puritaner in England und Amerika Kinderbücher, die von protestantischer Ethik geprägt waren. Da die Kindersterblichkeit damals sehr hoch war – nur jeder zweite Mensch erreichte das Erwachsenenalter –, lag der erzieherische Sinn der moralistischen Kinderliteratur vor allem in der Vorbereitung der Kinder auf ihren Tod und der Vermeidung der Höllenverdammnis. Ein Beispiel puritanischer Kinderliteratur ist James Janeways A Token for Children (1671?), das eine Reihe von „Geschichten beispielhafter Lebensführung und freudvoller Todesfälle kleiner Kinder“ enthält. Es war bis Mitte des 19. Jahrhunderts in England und seinen Kolonien weit verbreitet. Die Todesfurcht der Kinder wurde auch durch präzise Beschreibungen der Höllenqualen und durch das Zeigen von Leichen und öffentlichen Hinrichtungen gefördert.

Isaac Watts’ 1715 veröffentlichte Divine Songs Attempted in Easy Language for the Use of Children milderten die makabre Erzählweise und waren freundlicher gehalten. Seine Verse waren weiterhin Ausdruck der auch im 18. Jahrhundert noch verbreiteten Sichtweise, dass Kinder kleine Erwachsene von immanent boshaftem Wesen seien. Watts’ Lieder waren bis ins späte 19. Jahrhundert als Übungen zum Auswendiglernen geschätzt.

Einige der ersten Kinderbücher, die neben einer rein erzieherischen Botschaft auch Unterhaltungswert hatten, wurden von John Newbery in den 1740er Jahren veröffentlicht; allerdings schrieb bereits einige Jahre zuvor Thomas Boreman seine Gigantick Histories.

Dennoch prägten moralistische Wertvorstellungen bis ins späte 19. Jahrhundert weiterhin – auch im deutschsprachigen Raum – viele Kinderbücher, obwohl ab Mitte des 18. Jahrhunderts die rein religiöse Botschaft immer mehr von dem von Locke und Rousseau propagierten rationalen Moralismus, bei dem die erzieherische Botschaft in raffiniert ausgearbeiteten Geschichten versteckt wird, verdrängt wurde. Ab Mitte des 19. Jahrhunderts wurden auch reine Fantasie- und Abenteuergeschichten immer mehr als Kinderliteratur akzeptiert. 1893 erschien in Deutschland erstmals die Jugendschriften-Warte, eine Publikation der Vereinigten Prüfausschüsse, die neu erschienene Kinder- und Jugendbücher beurteilten und Listen empfehlenswerter Bücher herausgab. Diese Publikation hatte in Deutschland sehr weitreichenden Einfluss, was als lesenswerte Literatur galt. Gegen Ende der Weimarer Republik betrug die Auflage der Publikation fast 200.000 Exemplare und war Beilage fast aller Lehrerzeitungen. In ihren Empfehlungslisten legte die Prüfungsausschüsse sehr traditionelle Bewertungskriterien von Kunst und Kindertümlichkeit als Maßstab an. Weit verbreitete Bücher wie etwa die Trotzkopf-Reihe der Emmy von Rhoden, die Publikation der Thekla von Gumpert oder die Nesthäkchen-Serie von Else Ury galten als verderblicher Schund.

Heinrich Hoffmanns Struwwelpeter (1845) war eines der ersten und auch eines der erfolgreichsten Kinderbücher, das vom Autor selbst illustriert wurden. Auch wenn – oder gerade weil – die erzieherische Botschaft deutlich zu erkennen ist, weisen die grotesk überzeichneten Illustrationen und Texte eine ganz eigene Komik auf, die jedoch teilweise nicht wahrgenommen wurde.

Historiker sind sich darin einig, dass Lewis Carrolls Geschichten von Alice im Wunderland (1865) als erste vollständig frei von moralistischer Botschaft sind. Carroll parodierte in seinem Werk Watts’ Verse. Im selben Jahr wie Alice erschienen Wilhelm Buschs satirische Max und Moritz-Geschichten. Die nunmehr zunehmend in Vergessenheit geratenden Geschichten zur moralischen Erbauung wurden auch weiterhin vereinzelt parodiert, etwa von Hilaire Belloc (Cautionary Tales, 1907). In der Tradition von Lewis Carrolls vom kindlichen Denken inspierierte Herangehensweise an das Verfassen von Kinderbüchern steht auch der englische Autor A. A. Milne. Seine Geschichten von Pu dem Bären sind zu Pardigmen der Kinderliteratur geworden. Verfasst wurden sie in zwei Einzelbänden Winnie-the-Pooh von 1926 und The House at Pooh Corner von 1928 und ergänzt wurden die Pu – Geschichten durch zwei nachfolgende Gedichtbände When We Were Very Young und Now We Are Six. Letztere heißen in der deutschen Übersetzung Ich und Du, der Bär heißt Pu. Für das Verständnis insbesondere der englischen Kinderliteratur ist es allerdings auch unerlaesslich an den Erfinder des Limericks zu denken: Edward Lear – diese überaus geistreichen Verbindung von Witz und Gedicht wirkte auf Carroll ebenso wie auf Milne, aber auch auf deutschen Dichter wie Wilhelm Busch, Christian Morgenstern, Kurt Schwitters, Joachim Ringelnatz und Ernst Jandl, Robert Gernhardt, Peter Ustinov u. a. Ausgesprochene Kindergedichte gibt es unter diesen letzteren v. a. bei Busch, Morgenstern und Ringelnatz.

In Kinder- und Jugendbüchern lässt sich thematisch nahezu alles altersgerecht darstellen, so dass die Themenvielfalt dementsprechend dieselbe Bandbreite wie in der Literatur für Erwachsene aufweist. Kinder und Jugendliche können sich demzufolge heute auch in für sie verfassten Büchern mit „härteren“ sie betreffenden gesellschaftlichen und sozialen Themen auseinandersetzen wie z. B. Tod (Jutta Bauer: Opas Engel; Peter Härtling: Alter John), Ausländerfeindlichkeit (Tahar Ben Jelloun: Papa, was ist ein Fremder?), Behinderungen (Rodman Philbrick: Freak), Scheidung der Eltern (Anne Fine: Familien-Spiel) oder der Kampf um Selbstbestimmung (Bali Rai: Bloß (k)eine Heirat).

Zu den Autoren, die immer wieder kontroverse Bücher veröffentlichen und gerade die von der Gesellschaft vielfach schon verloren gegebenen Jugendlichen im Blick haben, gehört Morton Rhue. Aus seinem Werk ragt vor allem der auf tatsächlichen Ereignissen basierende Roman Die Welle heraus, das bislang bekannteste Buch über die Verführbarkeit autoritärer bzw. diktatorischer Strukturen, die Jugendliche z. B. auch für den Rechtsradikalismus empfänglich machen. Dieser Roman bildete auch die Vorlage für ein Theaterstück von Reinhold Tritt sowie für mehrere Filme, zuletzt 2008 für die deutsche Adaption durch Dennis Gansel.

Von der Literaturkritik, den Pädagogen und Eltern als „wertvoll“ und „engagiert“ geschätzte Bücher bilden bei Kindern und Jugendlichen jedoch eine vergleichsweise kleine Nische im Gegensatz zu den sehr beliebten und dementsprechend auch umsatzstarken Unterhaltungsgeschichten solcher Reihen wie Die wilden Hühner von Cornelia Funke oder zu den vor allem auf Spannung setzenden Reihen wie die Gänsehaut-Bücher von R. L. Stine oder die Die drei Fragezeichen.

Zu weiteren bei Kindern und Jugendlichen beliebten Genres siehe nachfolgende Absätze.

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Kinder- und Jugendliteratur ist auch Lehrfach des Fächerkanons vieler Fachakademien oder -hochschulen für Sozialpädagogik (Ausbildung ErzieherIn). Selbst in der literaturwissenschaftlichen Beschäftigung hat sich die Kinder- und Jugendliteratur einen festen Platz erkämpft.

Jugendromane verhandeln heutzutage zumeist alterstypische Krisen, die der Prozess des Erwachsenwerdens an den jeweiligen Schauplätzen von Jugendlichen wie Familie, Schule und Freizeitgestaltung mitsichbringt. Das bedingt ein breites Themenfeld, das dem der Erwachsenenliteratur kaum noch nachsteht, nur dass die Handlungsträger zumeist Jugendliche analog zum Alter der jeweiligen Zielgruppe sind. Besonders beliebt bei Jugendlichen sind derzeit Romane, die Genres zuzuordnen sind, wie z. B. der Science Fiction bzw. Fantasy, dem Kriminalroman, der Liebesgeschichte oder dem Historienroman. Wiewohl die Jugendbücher nach wie vor meist nach dem Alter ihrer Leser differenziert werden, erreichen Autoren wie Joanne K. Rowling, Cornelia Funke oder Walter Moers neben den jugendlichen auch immer mehr erwachsene Leser. Einen anderen Trend setzen wiederum Schriftsteller wie Per Olov Enquist, Isabel Allende, Henning Mankell, Paula Fox oder Joyce Carol Oates, die nach ihren Erfolgen bei Erwachsene nun auch für eine Jugendliche Leserschaft schreiben.

Auch wenn im Gefolge der sehr umfänglichen und sehr erfolgreichen Harry-Potter-Bände so manches Kinder- oder Jugendbuch immer öfter als Roman gehandelt wird, ist die übliche Gestaltungsform für die Kinderliteratur die Erzählung. Insbesondere für Kinder unter zwölf Jahren werden in der Hauptsache Titel verfasst, die aus einer Perspektive die Erlebnisse und Erfahrungen einer Identifikationsfigur oder -gruppe zumeist in einem überschaubaren Zeitabschnitt in chronologischer Abfolge abbilden – dass diese Form durchaus anspruchs- wie gehaltvolle Werke zeitigen kann, beweist u. a. Jutta Richter mit ihren preisgekrönten Erzählungen für Kinder Der Tag, als ich lernte die Spinnen zu zähmen oder auch Der Hund mit dem gelben Herzen.

Demgegenüber stehen Buchtitel mit funktionaler Ausrichtung wie die sogenannten Erstlesebücher, deren Geschichten sehr knapp gehalten und in kurzen Sätzen erzählt werden, um das Lesen zu erleichtern. Als Faustregel kann gelten: Je jünger die angesprochene Zielgruppe ist, desto mehr Bilder illustrieren ein Kinderbuch.

Auch die Seitenzahlen für die jeweiligen Altersgruppen unterliegen mittlerweile einer gewissen Gesetzmäßigkeit. So weisen Bilderbücher für Kinder bis sechs Jahren in der Regel zwischen 24 und 48 großformatige Seiten auf, in denen naturgemäß die Illustrationen mehr Raum einnehmen als der Text. Illustrierte Bücher für Kinder zwischen sechs und neun Jahren variieren zwischen 64 und 96 Seiten, um dann für die Kinder von elf Jahren auf ca. 180 Seiten und mittlerweile auch darüber hinaus anzuwachsen.

Für Kinder und Jugendliche werden aber nicht nur erzählende Werke verfasst, sondern auch Lyrik und Sachbücher.

Sachbücher sind ein für alle Altersstufen sehr gefragtes Segment innerhalb der Kinder- und Jugendliteratur, darunter z. B. die langlebige Reihe „Was ist Was?“. Aktuell haben Autoren wie Gerhard Staguhn oder die Organisatoren der Kinder-Uni sehr großen Erfolg. Ebenso David Macaulay anhand fiktiver Beispiele, wie Kathedralen oder Moscheen gebaut wurden, Peter Sís mit seinen aufwendigen, zum Teil assoziativen Bilderbüchern über Tibet oder Charles Darwin („Der Baum des Lebens“) oder auch Alois Prinz mit wissenschaftlich fundierten, gleichwohl eingängigen Biographien von Menschen wie Ulrike Meinhof, Hermann Hesse oder Hannah Arendt, die auch durchaus geneigte erwachsene Leser finden. Manfred Mai verfasste eine Reihe vielgelobter und unterhaltsamer Geschichtsbücher wie Deutsche Geschichte oder Weltgeschichte aber auch zur deutschen Literatur. Der Fernsehjournalist Claus Kleber wiederum stellt in Nachrichten, die Geschichte machten – Von der Antike bis heute Ereignisse der Historie als dpa-Meldungen vor. Der Architekt und Wissenschaftler Buckminster Fuller hat fuer technisch und mathematisch begeisterte Kinder mit Goldlöckchen und die drei Bären ein Buch verfasst, das als Märchen die moderne Weltsicht im Raumzeitalter erklärt. Zum wohl relevantesten Bereich des Sachbuchs für Kinder und Jugendliche zählt das Schulbuch.

Kinderlyrik findet vor allem bei kleinen und kleinsten Lesern bzw. Zuhörern großen Anklang. Jugendliche schätzen wiederum vor allem Lyrik in Form von Rap-Sprechgesängen. Zu den bekanntesten, auch insbesondere dem Sprachwitz verpflichteten deutschsprachigen Kinderdichtern zählen die Klassiker Christian Morgenstern, Eugen Roth, Kurt Schwitters, Wilhelm Busch, Joachim Ringelnatz James Krüss, Heinz Erhardt, Josef Guggenmos, Ernst Jandl, Loriot und Robert Gernhardt. Diese Reihe lässt sich international fortsetzen u. a. durch die englischen Dichter Edward Lear, Lewis Carroll, Alan Alexander Milne und Kenneth Grahame.

Zu weiteren einzelnen Kinder- und Jugendbuchautoren und deren Werke siehe Wikipedia-Artikel unter Siehe auch.

Einige Kinder- und Jugendbuchautoren erzählen in Autobiographien ihren jungen Lesern von der eigenen Kindheit. Hierzu gehören Erich Kästner (Als ich ein kleiner Junge war), Uri Orlev (Die Bleisoldaten), Renate Welsh (Dieda oder Das fremde Kind) und Roald Dahl (Boy. Schönes und Schreckliches aus meiner Kinderzeit). Astrid Lindgrens Autobiographie Das entschwundene Land war wiederum das einzige Buch, mit dem die beliebte Autorin sich vorwiegend an eine erwachsene Leserschaft richtete.

Ein autobiographischer Sonderfall nicht nur hinsichtlich des Alters der jugendlichen Autorin ist Das Tagebuch der Anne Frank.

Viele sich an junge Leser wendenden Comicserien werden mitunter erst von Erwachsenen in ihrer Vielschichtigkeit und Doppeldeutigkeit erkannt. Tim und Asterix, Donald Duck und Clever & Smart, Prinz Eisenherz und Superman treten allesamt als (junge) Erwachsene auf, deren Abenteuer jedoch von Menschen jeden Alters gelesen werden. Diese Serien werden z. T. seit Jahrzehnten produziert. Während die Kinder lediglich meist nur die erste Erzählebene erfassen, vermögen Erwachsene (beim Wiederlesen) dann z. B. auch geschichtliche und kulturelle Hinweise darin zu entschlüsseln.

Kinder schätzen in Comics Fantasie-Gestalten wie Die Schlümpfe oder vermenschlichte Tiere (Bewohner von Entenhausen). Reihen wie Percy Pickwick und Valerian und Veronique erlauben es Kindern, Krimi, Spionage- und Sciencefiction-Handlungen mitzuerleben, für deren Filmversionen sie zu jung wären.

Kinder waren jedoch immer schon auch Protagonisten in Cartoonstrips, die in Zeitungen abgedruckt wurden. Little Nemo und The Yellow Kid richteten sich aber zuallererst an die Käufer der jeweiligen Zeitungen, die Erwachsenen. Max und Moritz von Wilhelm Busch wendete sich hingegen durchaus trotz des satirischen Untertons bereits auch an Kinder.

Die Peanuts, Mafalda und Calvin und Hobbes können ebenfalls von Kindern gelesen werden, ohne dass diese freilich das Exemplarische und Hintersinnige an den Bildergeschichten vollständig erkennen können. Mafalda etwa steckt voller Hinweise auf die damals in Argentinien herrschende Militärdiktatur sowie den Kalten Krieg.

Kinderfiguren wie Benni Bärenstark bilden nur eingeschränkt realistisch die Lebenswirklichkeit ab. Mit den Beschränkungen dieser Lebensphase muss sich der mit Superkräften ausgestattete Junge nicht abgeben. Der kleine Spirou gewinnt der neuen Perspektive einige reizvolle Elemente gegenüber der Hauptserie ab. Baru verfasste mit seiner mehrbändigen witzigen Geschichte Die Sputnik-Jahre eine in den 60ern angesiedelte Mischung aus Der kleine Nick und Der Krieg der Knöpfe, der seine kleinen Helden ernst nimmt, aber auch erwachsenen Ansprüchen genügt. Titeuf ist wegen seines ätzenden Witzes eher für Jugendliche gedacht.

Jugendliche schätzen zudem die komischen Erlebnisse von Jeremy Schulze in dem Cartoon Zits oder die von Werner, der mit seinen Biker-Freunden erfolgreich gegen sämtliche Autoritätspersonen der Welt opponiert. Spider-Man war der erste jugendliche Superheld, der sich neben seinen Abenteuern auch mit den Selbstzweifeln und dem Anpassungsdruck eines Teenager auseinanderzusetzen hatte. Die X-Men sind junge Mutanten und besuchen die Schule von Professor Charles Xavier, um von dort aus den Kampf gegen das Böse in der Welt aufzunehmen. Bis dahin sollten allenfalls jugendliche Sidekicks (wie Robin bei Batman) für die Identifikation der Leser sorgen. Ansonsten waren die Nebenfiguren so ausgestaltet, dass sie zwar erwachsen waren, sich aber infantil verhielten (Obelix in Asterix und Obelix, Käptain Haddock in Tim und Struppi, Tunichtgut in Isnogud). Die Jugendabenteuer von Leutnant Blueberry hingegen lassen nicht erkennen, dass der Westernheld mit der Pubertät zu kämpfen gehabt hätte.

Insgesamt sind im Westen Comic-Serien über Kinder und Jugendliche eher selten, wobei aber zuletzt wieder häufig Graphic Novels von der Jugend ihrer Protagonisten erzählen. Im Manga-Bereich, dem produktivsten des Genres, werden zumeist den jugendlichen Konsumenten gleichaltrige Helden präsentiert.

Das Leben jugendlicher Immigranten in den Vororten und ihre Konfrontation mit Rassismus, Drogenmissbrauch und sozialen Spannungen findet sich in dem explosiven Werk des Franzosen Baru. Der amerikanische Alan Moore schuf in seiner Reihe Promethea erstmals einen weiblichen Superhelden im Teenageralter.

Daneben verfassten einige Comic-Autoren auch Schilderungen eigener Erinnerungen. Marjane Satrapi und Craig Thompson geben dem Leser einen Einblick in ihre unglückliche Jugend, die eine im Iran vor und nach der islamischen Revolution sowie im Exil, der andere als unverstandener Sohn einer fundamentalistisch-christlichen Familie in Wisconsin, USA. Beide wurden thematisch und stilistisch beeinflusst von David B. In dessen Reihe Die heilige Krankheit schildert der Franzose seine eigene Jugend, die von der Epilepsie-Erkrankung seines Bruders geprägt war. Für seine Erlebnisse als Kind im Atombomben-zerstörten Japan findet Keiji Nakazawa in Barfuß durch Hiroshima Bilder bedrückender Intensität.

Humorvoll beschreibt hingegen Markus Witzel alias Mawil sein vielfaches Liebesleid sowie sein erfolgloses Bemühen, ein weltberühmter Musiker zu werden.

In der Fortschreibung von Sagen, Mythen und Märchen wurde die Phantastische Kinder- und Jugendliteratur derzeit zum umsatzstärksten und demzufolge auch beliebtesten Genre bei Kindern und Jugendlichen. Der großen Nachfrage wegen wurden sogar schon Spezialausgaben mit anderem Cover aber gleichen Inhalts produziert, die auch auf Erwachsene zielen, werden sie doch ebenfalls dank der per se phantastischen Inhalte, Dramaturgien und Stilmittel von dem altersübergreifenden Reiz zur Imagination angesprochen. Die Stoffe selbst werden zumeist von Elementen aus Abenteuer-, Action- und Coming-of-age-Geschichten getragen.

Ausgesprochene Kinderkrimis haben bereits Erich Kästner mit Emil und die Detektive oder Astrid Lindgren mit Kalle Blomquist verfasst. Zeitgenössische Autoren wie z. B. Mats Wahl verhandeln in ihren Kriminalromanen für Kinder ähnlich wie in den Erwachsenenkrimis nun auch aktuelle Gesellschaftsthemen wie Umwelt und die Integration von Minderheiten.

Neben den singulären Kriminalgeschichten werden jedoch insbesondere Krimiserien von Kindern und Jugendlichen nachgefragt, die z. T. sehr schematisch an die Begabung von Kindern appellieren, kriminologische Rätsel zu lösen: TKKG, Die drei ??? nach Hitchcock und auch die meisten Reihen von Enid Blyton z. B. Fünf Freunde, Abenteuer-Serie und die Geheimnis um-Serie.

Nicht wenige Jugendromane befassen sich mit der ersten großen Liebe, die von den jugendlichen Protagonisten mitunter erst gar nicht verstanden oder auch nur benannt werden kann. Diese Romane stellen Neugier auf das Unbekannte, Enthusiasmus, Eifersucht und auch die bislang unbekannte Intensität von Gefühlen vor. Im Fortlauf solcher Geschichten ergeben sich z. T. auch Überforderungen, wenn z. B. eine bislang geschätzte Freundschaft sich plötzlich in etwas völlig Neues und Unbekanntes wandelt. Oder es entstehen Konkurrenzsituationen mit dem bisherigen besten Freund oder der besten Freundin, denen plötzlich nicht mehr soviel Wertschätzung wie früher zugestanden wird oder wenn der geliebte Mensch nicht (mehr) dasselbe empfindet und sich einem anderen zuwendet.

Liebesgeschichten werden durchaus auch schon für jüngere Leser erzählt, wie z. B. in Ben liebt Anna von Peter Härtling, in der Regel aber wenden sie sich an Jugendliche mit entsprechend gleichaltrigen Handlungsträgern. So beispielsweise Leo, der sich in das seltsame Stargirl verknallt und sich daraufhin von seinen Freunden abwendet. Gunnel Linde wiederum lässt in Wie eine Hecke voller Himbeeren ihre Ich-Erzählerin die erste Liebe als schmerzhaften Prozess durchleben, um mit deren Ende fertig zu werden. Und Mojsche und Rejsele (von Karlijn Stoffels) verlieben sich im Polen des Jahres 1939, was dann unerwartet aber erst sehr spät zu einem glücklichen Ende führt.

In Buchreihen wie Die wilden Hühner oder Die wilden Fussballkerle wird das Thema hingegen vor allem humoristisch aufbereitet und kommt zumindest hier nicht gegen die „wahre Freundschaften“ an.

Besonders erfolgreich ist Stephenie Meyer miti ihrer vor allem von Mädchen geschätzten Buchreihe um Bella Swan, die sich in den Vampir Edward Cullen verliebt. Der dritte Teil Bis(s) zum Abendrot stürmte 2008 die Bestsellerlisten, darunter auch die des SPIEGELs.

Mehrere Jugendbücher wurden mittlerweile mit dem DeLiA-Literaturpreis‎ für den besten Liebesroman ausgezeichnet, so Antje Babendererde mit dem ersten Preis 2007 für Libellensommer.

Immer noch gibt es verschiedene Buchreihen, die sich ganz speziell an Mädchen wenden. Pferdebücher etwa sind sehr beliebt bei Mädchen im frühen Teenager-Alter. In diesen Büchern geht es hauptsächlich um Mädchenfreundschaften.

Generell ist in Untersuchungen zum Leseverhalten von Kindern und Jugendlichen festgestellt worden, dass Mädchen durchaus bereit sind Bücher zu lesen, in denen Jungen die Hauptpersonen sind, z. B. Die Wilden Fußballkerle, während Jungen sich hingegen schwer damit tun, Geschichten zu lesen, deren Heldin ein Mädchen ist.

Vom ausgehenden 19. Jahrhundert bis zum Ende des 20. Jahrhunderts gehörten Jahr- und Sammelbücher sowie illustrierte Jugendkalender zu den auflagenstärksten und einflussreichsten Jugendbüchern. Um 1900 erschienen z. B. in quadratischem Format Gerlachs Jugendbücher, die allesamt von ausgewählten Künstlern illustriert und in denen Gedichte neben beliebten Schwänken und Geschichten, z. B. von den Schildbürgern, nacherzählte Sagenstoffe, Wiegenlieder und Märchen zusammengestellt wurden.

Andere Beispiele sind Der Gute Kamerad, Das Neue Universum, Der Arbeitskamerad, Wunder im Weltraum und Das große Readers Digest Jugendbuch. Diese Bücher bestanden aus einer lockeren Sammlung von kürzeren fiktiven Geschichten (darunter die ersten in Deutschland veröffentlichten Science Fiction Kurzgeschichten), naturkundlichen Sachberichten (vorwiegend über Expeditionen, fremde Völker, Naturwunder) und technischen Beiträgen (Lokomotiven, Schiffe, Hoch- und Tiefbau, Radio- und Fernsehtechnik).

Die erfolgreichsten Jahrbücher waren als Hardcover aufwendig und sorgfältig ausgestattet und enthielten neben zahlreichen Schwarz-Weiß-Illustrationen seit den zwanziger Jahren teilweise auch Farbtafeln, darunter sogar ausklappbare Darstellungen von Explosionen. Selbst auf den Schriftsatz legte man bereits großen Wert und gestaltete ihn so akurat wie abwechslungsreich.

In der Regel richteten sich solche Jahrbücher an 10- bis 17-Jährige. Vor allem die technischen Beiträge waren oft derart gut recherchiert, dass sie Jugendlichen als solide Informationsquelle dienten und den jüngeren Kindern eine „Anregung zum Staunen“ war.

Im Jahr 2002 wurde auch die seit 1880 nahezu durchgängig vorgelegte Jugendbuchreihe Das Neue Universum eingestellt.

In der DDR existierten insgesamt 14 Kinderbuchverlage. Markführend nach Anzahl der Buchtitel waren hiervon wiederum der Verlag Neues Leben (gegründet 1946) und der Kinderbuchverlag (gegründet 1949). Die ersten Jahre bis 1949 machte sich der Einfluss der Besatzer geltend und es wurden überwiegend Werke aus der Sowjetunion veröffentlicht sowie von Schriftstellern, die aus dem Exil zurückgekehrt waren. In diesen Kinderbuch-Publikationen standen die ideologische, d. h. sozialistische Erziehung und Wertebildung der Kinder und Jugendlichen im Vordergrund. Der Schwerpunkt lag auf Erzählungen von Gegenwartsstoffen, in denen sich nicht zuletzt alle Handlungsträger zumindest am Ende eines Buches geläutert in die Strukturen des Kollektivs einfinden. Ein prototypischer Roman dafür ist Tinko (1954) von Erwin Strittmatter. Der gleichnamige Junge gerät in den Streit zwischen seinem Großvater, der erbittert um seinen privaten Hof kämpft und seinem Vater, dessen Überzeugung dem Gemeinschaftsbesitz gilt. Am Ende stirbt der Großvater als Sinnbild für den Untergang des alten Systems.

In den 1960er Jahren wurden die bislang geltenden ideologischen Vorgaben und die daraus resultierenden literarischen Muster etwas gelockert. So trat der Kollektivgedanke ein wenig in den Hintergrund und es wurde in den Kinderbüchern auch auf individuelle Schwierigkeiten eingegangen. In den 1970er und 1980er Jahren vollzog sich dieser Wandel noch deutlicher. Wurden vorher überwiegend in sich geschlossene Erzählungen geschaffen, d. h. Erzählungen, die den jugendlichen Lesern eine positive Lösung anboten, entstanden nun vermehrt Romane, deren Handlungen keine einfachen, geradlinigen Lösungen mehr boten. Gegen Ende der DDR war es schließlich auch in der Kinder- und Jugendliteratur möglich, ganz offen und kritisch mit den wachsenden Problemen der Gesellschaft umzugehen. Beispiele hierfür sind Umberto (1987) von Günter Saalmann oder Abschiedsdisko von Joachim Nowotny. Der Roman Umberto schildert die Geschichte eines verwahrlosten Jungen, der ohne Aussicht zu entkommen, seinem von Alkoholismus, Gleichgültigkeit und emotionaler Kälte geprägtem Umfeld verhaftet bleibt. In Abschiedsdisko wird der Abbruch eines Dorfes im Zuge des Braunkohletagebaus beschrieben.

Im Gegensatz bei den verpflichtenden Altersfreigaben bei Kinder- und Jugendfilmen (FSK) gibt es im Buchbereich lediglich freiwillige Empfehlungen einiger Verlage bezüglich der geeigneten Altersgrenzen. Im unteren Altersbereich sind dies jährliche Altersstufen, später erfolgen die Abstufungen in Zwei-Jahres-Schritten. Dies soll eine Differenzierung ermöglichen, die gleichwohl dem Entwicklungsstand jedes einzelnen Kindes anzupassen ist. Angaben zum geeigneten Lesealter können jedoch in Rezensionen von denen der Verlagsangaben abweichen. Auch Kinderbuchverlage wollen sich eine möglichst breite Käufer- bzw. Leserschicht für ihre Produktionen erschließen und geben deshalb das Lesealter nicht selten ein bis zwei Stufen niedriger als von Rezensenten für sinnvoll erachtet an.

Die Altersscheidegrenze von Kinder- und Jugendbüchern ist nicht punktgenau zu fixieren und liegt im deutschen Sprachraum zwischen zwölf und vierzehn Jahren. In anderen Kulturen, wie z. B. den USA, sind „Jugendbücher“ (Young Adult Books) an mindestens 14- bis 16-Jährige adressiert.

Literarisch und thematisch anspruchsvolle Jugendbücher werden im deutschen Sprachraum wiederum als für „Junge Erwachsene“ gekennzeichnet und sprechen durchaus auch noch weit ältere Lesergruppen an.

Womöglich noch mehr als bei der Literatur für Erwachsene spielt bei der Vermarktung von Kinder- und Jugendbüchern die Möglichkeit ihrer Verfilmung und des Merchandisings, u. a. durch daraus abgeleitete (Computer-)Spiele und Puppen, eine sehr große Rolle.

Ein Klassiker der Kinderliteraturverfilmung ist Walt Disneys Film zu dem Buch von Pamela Travers die Geschichte von dem zauberbegabten Kindermädchen Mary Poppins. Das Dschungelbuch von Rudyard Kipling ist durch den Trickfilm von Disney bereits vielen kleinen Kindern bekannt und zugänglich gemacht worden, während Kiplings Buch sich erst den etwas älteren erschließt. So sind auch weit mehr Kindern die Verfilmungen von Pan Tau, Die Rückkehr der Märchenbraut und Lucie der Schrecken der Straße bekannt als deren literarische Vorlagen.

In Deutschland erlebten allein im zweiten Halbjahr 2007 Der kleine König Macius, Die drei Räuber, Die drei ??? – Das Geheimnis der Geisterinsel, Toni Goldwäscher und Max Minski und ich ihre Kino-Aufführung.

Neben dem Kino liefern Kinder- und Jugendbücher auch Vorlagen für Fernsehserien und dem in letzter Zeit sehr stark wachsenden Markt für Hörspiel-CDs. Aber auch für das Radio werden immer noch Vorlesegeschichten und Hörspiele produziert, aus denen dann später z. T. Bücher für Kinder werden.

Darüber hinaus wurden auch schon Comic-Varianten vorgelegt, etwa von Der kleine Hobbit, Der Wind in den Weiden oder Herman Melvilles Moby Dick.

Die deutschen Jugendbuchverlage sind in der Arbeitsgemeinschaft von Jugendbuchverlagen zusammengeschlossen. Dieser Verband unterstützt die Verlage bei der Vermarktung der Bücher und bemüht sich auch um die Leseförderung.

Der bedeutendste Dachverband ist der Arbeitskreis für Jugendliteratur. Er wurde 1955 mit Unterstützung des Familienministeriums gegründet, von dem er immer noch gefördert wird. Er vergibt jährlich den Deutschen Jugendliteraturpreis, den einzigen Literaturpreis, der von der Bundesregierung gestiftet wurde.

Weitere wichtige Preise sind der LUCHS, La vache qui lit, den Preis der Jury der jungen Leser, der Weilheimer Literaturpreis und der Buxtehuder Bulle. Die „Autorengruppe deutschsprachige Krimiliteratur – Das Syndikat“ verleiht jährlich den Hansjörg-Martin-Preis für den besten Kinder- und Jugend-Krimi. Zudem werden einmal im Monat Die besten 7 Neuerscheinungen vom Deutschlandfunk gekürt.

In der Schweiz wird alle zwei Jahre der Schweizer Kinder- und Jugendmedienpreis verliehen.

Vergleichbar mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis ist in Amerika die Newbery Medal. Im Commonwealth wird die Carnegie Medal verliehen für Werke, die auf Englisch geschrieben wurden.

Seit 1979 wird der Katholische Kinder- und Jugendbuchpreis verliehen.

Gleich vier Jugendliteraturpreise wurden dem Andenken der schwedischen Kinder- und Jugendbuchautorin Astrid Lindgren gewidmet: der Astrid-Lindgren-Preis für schwedische, der gleichnamige Astrid-Lindgren-Preis für deutsche Werke, der international vergebene Astrid-Lindgren-Gedächtnis-Preis sowie der Samfundet De Nios Astrid Lindgren-pris der schwedischen Literaturakademie Samfundet De Nio.

Die bedeutendste internationale Auszeichnung ist der Hans Christian Andersen Award.

Weitere Kinder- und Jugendliteraturpreise werden in der entsprechenden Kategorie erfasst (siehe dazu unten).

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Source : Wikipedia