Jens Voigt

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Geschrieben von goldorak 17/03/2009 @ 14:14

Tags : jens voigt, radsportler, radsport, sport

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Jens Voigt

Jens Voigt kurz vor dem Start eines Rennens

Jens Voigt (* 17. September 1971 in Grevesmühlen) ist ein deutscher Radprofi.

Voigt, der in seiner Jugend zusammen mit Jan Ullrich fuhr, gewann 1994 noch als Amateur die Friedensfahrt. 1997 begann er seine Profikarriere bei der australischen Mannschaft ZVVZ GIANT-AIS, um 1998 zum französischen Team Crédit Agricole (bis 1998 Team GAN) zu wechseln. Dort konnte sich Voigt als Allrounder etablieren. Auch bei seinem neuen Team CSC, das von Bjarne Riis geführt wird und für das Voigt seit 2004 fährt, ist er wieder erfolgreich.

1999 und 2004 gewann er das dreitägige Critérium International, 2000, 2001 und 2004 holte er den Gesamtsieg der Bayern-Rundfahrt. Seine Qualitäten im Zeitfahren stellte er mit seinem Sieg beim GP des Nations 2001 unter Beweis. Im April 2005 errang er den undankbaren 2. Platz bei dem bedeutenden Radklassiker Lüttich-Bastogne-Lüttich. Seinen größten Erfolg feierte Voigt bislang mit dem Gewinn der Deutschland Tour 2006, bei der er drei von acht Etappen gewann, darunter ein Zeitfahren und eine Bergetappe. Als erster Fahrer konnte Voigt die Deutschlandtour zweimal gewinnen, da er seinen Titel vom Vorjahr 2007 erfolgreich verteidigte. Mit bisher 53 Profisiegen gehört Voigt zu den besten deutschen Profis der beginnenden 2000er Jahre. Er ist der Sprecher des Verbandes der Radprofis Cyclistes Professionels Associés (CPA).

Einer breiteren Öffentlichkeit in Deutschland bekannt wurde Voigt durch seine Leistungen bei der Tour de France: Dort zeichnet er sich insbesondere durch seine offensive Fahrweise aus. Regelmäßig versucht er mit langen Ausreißversuchen eine Etappe für sich zu entscheiden. Auch wenn er damit häufig scheitert, ist er aufgrund seiner attraktiven Fahrweise bei den Radsportfans sehr beliebt. 2005 und 2006 wurde er von den Lesern der Fachzeitschrift Radsport-Magazin zum „Radsportler des Jahres“ gewählt.

Bei der Tour de France 2001 holte sich Voigt nach zahlreichen Versuchen in den Jahren zuvor schließlich seinen ersten Etappensieg und trug für einen Tag das Gelbe Trikot.

2004 bestritt Voigt die Tour de France erstmals für das dänische Team CSC. Während des Bergzeitfahrens nach L'Alpe d'Huez wurde er von einigen deutschen Fans beschimpft, da er sich Tags zuvor von der Spitzengruppe zurückfallen lassen hatte, um für seinen Kapitän Ivan Basso einen Angriff von Jan Ullrich zu parieren.

Voigt gab daraufhin u.a. dem ARD-Kommentator Hagen Boßdorf die Schuld an der schlechten Stimmung gegen seine Person und erklärte, er würde für sein eigenes Team CSC und nicht als „Edelhelfer“ für Ullrich fahren, denn bei der Tour de France fahren keine Nationalmannschaften, was den wirklichen Fans auch bekannt sei.

Auf der neunten Etappe der Tour de France 2005 von Gérardmer nach Mulhouse konnte Voigt mit einem dritten Platz Lance Armstrong das Gelbe Trikot abnehmen und einen Vorsprung von 2:18 Minuten auf den Texaner herausfahren, den er auf der nächsten Etappe bei einer Bergankunft aber wieder einbüßte. Auf der elften Etappe von Courchevel nach Briançon überschritt Voigt das vorgeschriebene Zeitlimit um wenige Sekunden und wurde daher aus dem Rennen genommen.

Bei der Tour de France 2006 gewann Jens Voigt aus einer ursprünglich fünfköpfigen Ausreißergruppe heraus die 13. Etappe von Béziers nach Montélimar. Wenige Wochen später gewann er die 2. Etappe der Deutschland Tour von Minden nach Goslar im Sprint einer Spitzengruppe gegen Davide Rebellin und Andrei Kaschetschkin; bei der 5. Etappe eroberte er das Gelbe Trikot. Auf der 6. Etappe hinauf zum Arlbergpass holte er sich den zweiten Etappensieg und verteidigte die Führung im Gesamtklassement. Mit dem Sieg im Einzelzeitfahren (7. Etappe) baute Voigt den Vorsprung in der Gesamtwertung auf über eine Minute aus und er konnte diesen Vorsprung bis zur Schlussetappe in Karlsruhe behaupten.

Bei der Tour de France 2007 zog Jens Voigt einen Vergleich der ARD und des ZDF mit dem DDR-Regime, weil diese sich entschieden hatten nach Bekanntwerden eines neuen Doping-Falles im Verlaufe der Tour die Berichterstattung zu boykottieren. ARD und ZDF wollten die Menschen bevormunden, so seine Kritik. Bei der Deutschland Tour 2007 konnte Jens Voigt erneut als Gesamtsieger überzeugen. Nachdem er im Anstieg den Rettenbachferner hinauf bislang ungekannte Kletterfähigkeiten im Hochgebirge unter Beweis gestellt hatte, sicherte er sich mit einem Tagessieg im Einzelzeitfahren auf dem achten Teilstück den Gesamtsieg und gewann somit die Deutschland-Tour überlegen mit 1:57 min vor Levi Leipheimer.

Jens Voigt lebt mit seiner Frau und fünf Kindern in Berlin.

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Tour de France 2005/8. Etappe

Die Verfolger mit Jens Voigt und George Hincapie

Die 8. Etappe der Tour de France 2005 begann in Pforzheim, das bereits bei der Tour de France 1987 Ziel- und Startort gewesen war. Die Strecke führte zunächst über einige Ausläufer des nördlichen Schwarzwalds, danach durch die flache Ebene des Ortenaukreises, des Breisgaus und des mittleren Elsass. Zuletzt mussten die Vogesen überquert werden, mit dem 1139 Meter hohen Col de la Schlucht als Haupthindernis. Das Ziel befand sich in Gérardmer. Mit einer Länge von 231,5 Kilometern war es die zweitlängste Etappe der diesjährigen Tour.

Bereits beim ersten Anstieg nach Dobel vermochten sich Jörg Ludewig und Rubens Bertogliati vom Feld abzusetzen. Doch sie wurden wenig später von einem Quintett überholt; diesem gehörten unter anderem Jens Voigt und George Hincapie (zu dieser Zeit noch Zweiter im Gesamtklassement) an. Erst nach rund 70 Kilometern konnte das Feld wieder aufschließen.

Knapp 90 Kilometer vor dem Ziel bildete sich eine neue Fünfer-Spitzengruppe. Zu Beginn der 16 Kilometer langen Steigung zum Col de la Schlucht vermochte sich Pieter Weening abzusetzen. Die T-Mobile-Fahrer Alexander Winokurow, Jan Ullrich und Andreas Klöden brachten Lance Armstrong erstmals in Bedrängnis, da alle anderen Fahrer von Discovery Channel bereits abgehängt worden waren. Schließlich gelang es Klöden, sich von der Gruppe zu lösen und kurz vor der Passhöhe zu Weening aufzuschließen.

Nachdem Klöden die Bergwertung für sich entschieden hatte, konnten die zwei Spitzenfahrer in der Abfahrt hinunter nach Gérardmer ihren Vorsprung ausbauen. Im Spurt um den Etappensieg kam es zu einem Fotofinish. Weening siegte 9,6 Millimeter vor Klöden.

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Tour de France 2006/3. Etappe

Die 3. Etappe der Tour de France 2006 am 4. Juli führte von Esch-sur-Alzette im Großherzogtum Luxemburg über 216,5 km nach Valkenburg in den Niederlanden, bekannt durch den Frühjahrsklassiker Amstel Gold Race. Die Etappe führte auch durch Belgien.

Das Rennen durch die Hügel der Ardennen war lange Zeit von fünf Ausreißern geprägt. Bei km 15 hatte sich Jens Voigt abgesetzt, zu dem sich kurze Zeit später José Luis Arrieta, Christophe Laurent, Unai Etxebarría und Jérôme Pineau, der sich am Ende des Tages das Bergtrikot überstreifte, gesellten. Arrieta wurde als Letzter dieser Gruppe wenige Meter vor dem Schlussanstieg, dem Cauberg, vom Hauptfeld gestellt. Dort riss Matthias Kessler dem Feld aus und erreichte den Gipfel des Caubergs mit einem kleinen Vorsprung. Er versuchte wie bereits auf der zweiten Etappe, die Sprinter mit einer Flucht kurz vor dem Ziel zu überraschen. Dies gelang auch und er rettete einen knappen Vorsprung ins Ziel, da sein Team den Antritt deckte. Kessler gewann seine erste Touretappe. Abgerundet wurde das Ergebnis durch den zweiten Platz von Michael Rogers, der damit dem T-Mobile Team einen Doppelsieg bescherte.

Weltmeister Tom Boonen sicherte sich am Ende des Tages das Gelbe Trikot des Gesamtführenden und das Grüne Trikot des Punktbesten. Somit kommt es auf der 4.Etappe zu einer historischen Premiere: Erstmals in der Geschichte der Tour de France wird das Gesamtklassement von zwei amtierenden Weltmeistern angeführt. Boonen ist Weltmeister auf der Straße, Rogers im Einzelzeitfahren.

Überschattet wurde die Etappe von mehreren schweren Stürzen. So musste Mitfavorit Alejandro Valverde das Rennen ca. 20 km vor dem Ziel mit einem gebrochenen Schlüsselbein aufgeben. Bereits bei km 153 mussten Erik Dekker und Fred Rodriguez aus dem Rennen aussteigen.

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Tour de France 2004/13. Etappe

Die dreizehnte Etappe ging über 205,5 km von Lannemezan über den Col du Portet-d'Aspet und fünf weitere Berge hinauf zur zweiten Bergankunft auf dem Plateau de Beille.

Gleich nach dem Start kam es zu einem unruhigen Rennverlauf mit vielen Attacken, unter anderem von Richard Virenque. Jedoch wurden sie schnell wieder vom Feld unter Führung der US-Postal-Mannschaft gestellt.

Erst Jens Voigt und Sylvain Chavanel konnten einen stabilen Vorsprung auf das Hauptfeld herausfahren. Michael Rasmussen aus dem Rabobank-Team nahm alleine die Verfolgung auf, konnte jedoch erst nach einiger Zeit aufzuschließen. Nach 110 Kilometern an der Spitze konnte Sylvain Chavanel nicht mehr folgen und musste abreißen lassen.

Auf dem Anstieg zum Col d'Agnes gab es eine Attacke von Francisco Mancebo, die jedoch vom US-Postal-Team ohne Probleme vereitelt wurde.

Auf dem Schlussanstieg kam es zu einem Ausscheidungsfahren, dem Roberto Heras und Jan Ullrich zum Opfer fielen. Zunächst konnten Ivan Basso, Andreas Klöden, Francisco Mancebo und Georg Totschnig mit Armstrong mithalten. Nach einer Tempoverschärfung bildeten sich die Gruppen Armstrong/Basso an der Spitze, dahinter Georg Totschnig und die Gruppe Mancebo/Klöden. Armstrong konnte sich im direkten Sprint gegen Basso durchsetzen. Dritter wurde Georg Totschnig. Die Plätze vier und fünf erreichten Andreas Klöden und Francisco Mancebo. Jan Ullrich erreichte als sechster mit einem Rückstand weit über zwei Minuten das Ziel.

Thomas Voeckler konnte knapp sein Gelbes Trikot behaupten. Er hat jetzt nur noch einen Vorsprung von 22 Sekunden auf den zweitplatzierten Lance Armstrong.

Tyler Hamilton, der zu Beginn der Tour noch als Aspirant auf den Gesamtsieg gesehen wurde, musste das Rennen aufgeben und auch Iban Mayo verlor über eine Viertelstunde.

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Tour de France 2005/9. Etappe

Ankunft in Mulhouse

Die 9. Etappe der Tour de France 2005 führte von Gérardmer über zahlreiche Hügel der Vogesen nach Mulhouse und war 171 Kilometer lang. Unter anderem mussten die Fahrer den Grand Ballon und den Ballon d'Alsace überwinden. Die letzten rund fünfzig Kilometer vor dem Ziel waren jedoch flach. Genau 100 Jahre zuvor war der Ballon d'Alsace der erste Berg in der Geschichte der Tour de France gewesen.

Hinter Rasmussen hatte sich zunächst eine Sechsergruppe gebildet. Im Aufstieg zum Ballon d'Alsace machten sich dann Jens Voigt und Christophe Moreau auf die Verfolgung von Rasmussen. Auf der Passhöhe betrug der Rückstand des Duos 4:20 Minuten, während das Hauptfeld mit allen Favoriten auf den Gesamtsieg bereits 9:30 Minuten zurücklag.

Zwanzig Kilometer vor dem Ziel musste Voigt wegen eines Defekts kurz anhalten, konnte aber wieder zu Moreau aufschließen, welcher auf ihn gewartet hatte. Rasmussen verlor zwar etwas Zeit, erreichte aber das Ziel mit über drei Minuten Vorsprung auf Voigt und Moreau, das Feld folgte weitere drei Minuten später. Somit konnte Voigt das Gelbe Trikot von Lance Armstrong übernehmen, während Rasmussen seinen Vorsprung im Bergklassement weiter ausbaute.

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Tour de France 2001

Die 88. Tour de France fand vom 7. bis 29. Juli 2001 statt und führte auf 20 Etappen über 3453 km. Es nahmen 189 Rennfahrer daran teil, von denen 144 klassifiziert wurden. Das Endergebnis dieser Austragung entsprach fast exakt dem der vorherigen Tour 2000: Armstrong siegte souverän vor Jan Ullrich und Joseba Beloki, auch Erik Zabel gewann erneut das Grüne Trikot, zum inzwischen sechsten und bisher letzten Mal.

In den ersten Tagen der Tour wechselten sich Massensprints und erfolgreiche Ausreißversuche ab. Der beste Sprinter war eindeutig Erik Zabel, der im vielleicht besten Jahr seiner Karriere (u. a. Gesamtsieg im Rad-Weltcup) drei Etappen für sich entscheiden konnte. Etappensiege aus kleinen Gruppen heraus konnten Laurent Jalabert (2x und Sieger der Bergwertung) und Jens Voigt holen. Schon zuvor hatte sich Voigt für einen Tag das Gelbe Trikot überziehen können. Auf der 8. Etappe von Colmar nach Pontarlier erfolgte aber die entscheidende Attacke einer Ausreißergruppe: Bei strömendem Regen kamen 14 Fahrer sensationell mit über einer halben Stunde Vorsprung vor allen Favoriten ins Ziel. Die restliche Tour war von dem Bemühen Armstrongs, Ullrichs & Co. geprägt, diesen Rückstand wett zu machen. Am Ende wurden die besten Fahrer dieser Gruppe, der Kasache Andrei Kiwiljow und der Franzose François Simon, immerhin noch Vierter und Sechster. Ebenfalls in der Ausreißergruppe war auch Stuart O’Grady, der mit einem fünften Platz die Führung in der Punktewertung übernahm und diese erst mit der Abschlussetappe an Eric Zabel abgeben musste.

Lance Armstrong schien auf der ersten schweren Alpenetappe zunächst deutlich zu leiden und fuhr lange am Ende der Spitzengruppe. Vor dem letzten Anstieg nach L'Alpe d'Huez beendete der Amerikaner seinen bemerkenswerten Bluff und griff wie in den Vorjahren mit seiner unwiderstehlich schnellen Trittfrequenz an. In einem Aufsehen erregenden Moment, der als the look in die Tourgeschichte eingegangen ist, warf er Jan Ullrich, seinem einzigen wirklich gefährlichen Konkurrenten bzgl. des Gesamtsieges, einen fast höhnisch triumphierenden Blick zu und fuhr anschließend allen davon. Armstrong gewann auch das folgende Bergzeitfahren und hatte am Ende der Tour vier Etappensiege zu Buche stehen. Jan Ullrich kämpfte, obwohl er ihm offensichtlich wie im Vorjahr deutlich unterlegen war, bis zum letzten Berg: In den Pyrenäen stürzte er bei hohem Risiko in einer Abfahrt spektakulär, konnte das Rennen jedoch trotz Verletzung fortsetzen.

Die Tabelle zeigt den Führenden in der jeweiligen Wertung zu Beginn der jeweiligen Etappe an.

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Deutschland Tour 2006

Jens Voigt vor der Zieleinfahrt

Die Deutschland Tour 2006 fand vom 1. bis 9. August 2006 statt. Der Start der achten Austragung der Rundfahrt seit ihrer Wiedereinführung erfolgte erstmals mit einem Prolog – ausgetragen in Düsseldorf. Nach acht Etappen wurde das Ziel in Karlsruhe erreicht. Die Strecke mit einer vorgesehenen Gesamtlänge von 1.390,5 Kilometern bestand aus zwei flachen Einzelzeitfahren (darunter der Prolog), zwei Bergankünften nach Seefeld und St. Anton, sowie vier flachen und einer mittelschweren Etappe in den Harz. Durch die Verkürzung der fünften Etappe, mit der Nichtüberquerung des Kühtaisattels, verringerte sich die Gesamtdistanz der Rundfahrt auf 1.361,4 Kilometer. Die Zahl der Bergankünfte änderte sich durch Beibehaltung des Zielortes Seefeld der fünften Etappe jedoch nicht.

Trotz der negativen Schlagzeilen im Vorfeld der Rundfahrt war das Zuschauerinteresse sowohl am Straßenrand als auch an den Fernsehgeräten sehr groß.

Der 5,5 Kilometer lange Auftakt der Rundfahrt wurde aufgrund des wechselhaften Wetters mit heftigem Regen und starkem Wind von mehreren Stürzen geprägt. Geheimfavorit Stefan Schumacher verlor bei einem solchen Sturz mit daraus resultierendem Defekt an Kette und Vorderreifen 1:28 Minuten auf den Tagessieger Wladimir Gussew, der sich knapp vor T-Mobile-Nachwuchstalent Linus Gerdemann und dem deutschen Zeitfahrmeister Sebastian Lang vom Team Gerolsteiner durchsetzen konnte.

Lange Zeit hatte der deutsche Meister des Vorjahres Gerald Ciolek die Bestzeit gehalten. Er war bereits als Zweiter auf den Kurs gegangen und fand im Gegensatz zum Großteil seiner Konkurrenten noch gute Streckenbedingungen vor.

Wie bereits am Vortag beim Prolog war das Rennen von den schlechten Witterungsbedingungen geprägt. Noch in der ersten Rennstunde setzte sich ein Spitzenduo, Anttón Luengo und Andreas Matzbacher, ab. Ihr Maximalvorsprung lag bei knapp über sechs Minuten. Sie wurden 23 Kilometer vor dem Ziel vom Hauptfeld eingeholt.

An der letzten Bergwertung des Tages in Steinhagen, 6,5 Kilometer vor dem Ziel, forcierten einige Fahrer das Tempo deutlich. Stefan Schumacher, der Pechvogel des Prologs, erreichte die Kuppe mit einem kleinen Vorsprung, den er jedoch nicht bis ins Ziel verteidigen konnte. Danach versuchte es sein Teamkollege Sebastian Lang, der aber von einem Kameramotorrad ausgebremst wurde. Im Zielsprint siegte Assan Basajew vom Team Astana vor Danilo Napolitano und Erik Zabel.

Der Erfolg im Sprint war erste ProTour-Sieg Basajews. Wladimir Gussew konnte seine Gesamtführung dank einer Zeitgutschrift bei einem der Zwischensprints um eine Sekunde auf seine ärgsten Verfolger ausbauen.

Nach mehreren erfolglosen Ausreißversuchen zu Beginn startete bei Rennkilometer 23 der Deutsche Ronny Scholz, dem kein anderer Fahrer folgte, eine Soloflucht. Sein Maximalvorsprung lag zwischenzeitlich bei 6:45 Minuten, am Fuße des Harz war dieser auf noch etwa 2:30 min geschmolzen. Nach 107 Kilometern Solofahrt holte ihn das Feld ein.

Am Kulminationspunkt der ersten Bergwertung in Bad Grund fand sich eine achtköpfige Spitzengruppe mit prominenten Namen wie Jens Voigt und Stefan Schumacher. Doch auch ihr Vorsprung von maximal 0:24 Minuten war bereits im kurz danach folgenden zweiten Anstieg nach Bockswiese aufgebraucht.

Dort formierte sich eine neue Spitzengruppe mit Voigt, Davide Rebellin und Andrei Kaschetschkin. Sie verteidigten ihren Vorsprung auf der Abfahrt nach Goslar und erreichten gemeinsam die Zielgerade. Im Schlussspurt siegte Voigt vor Rebellin, der in der letzten Kurve mit dem Hinterrad leicht wegrutschte, und Kaschetschkin, der dem Sieger ebenfalls keine Gegenwehr mehr leisten konnte. Das Feld folgte vier Sekunden dahinter mit Erik Zabel und Kim Kirchen auf den weiteren Plätzen.

Nach einer unruhigen Startphase setzte sich Marco Pinotti bei Rennkilometer 30 vom Feld ab, dessen Maximalvorsprung bei etwa 9 Minuten lag. Kurz vor dem Zusammenschluss mit dem Hauptfeld etwa 30 Kilometer vor dem Ziel in Schweinfurt attackierten mehrere Fahrer aus selbigem heraus, jedoch erfolglos. Auch danach blieb es unruhig im geschlossenen Hauptfeld. Die Teams der Sprinter hielten das Feld aber bis zur Zielgeraden zusammen. Dort sicherte sich Gerald Ciolek seinen ersten Sieg in der UCI ProTour vor Erik Zabel und André Greipel, die den deutschen Dreifachsieg komplettierten.

Zabel sicherte sich das rote Punktetrikot. Auf das Gelbe Trikot des Gesamtführenden betrug sein Rückstand durch Zeitgutschriften, die er im Zielsprint und bei den Zwischensprints auf der Strecke geholt hatte, nur noch wenige Hundertstel Sekunden.

Am Vortag der Etappe starb ein 37-jähriger Polizist der Motorradstaffel beim Sichern der Strecke, als er von einem umstürzenden Lastkraftwagen erfasst wurde.

Wie an den Vortagen setzte sich gleich zu Beginn ein Duo vom Feld ab. Björn Schröder und Charles Wegelius. Nachdem die zwei ihren Vorsprung rasch auf etwa 7 Minuten ausgebaut hatten, begann das Feld das Tempo rapide zu verschärfen und halbierte den Vorsprung innerhalb von 15 Kilometern. Daraufhin brach Schröder den Ausreißversuch ab, während Wegelius seine Flucht alleine fortsetzte, jedoch wenig später vom Hauptfeld eingeholt wurde.

Danach bildete sich bei Kilometer 90 eine neue Spitzengruppe, die aus drei Fahrern bestand. Marcel Sieberg, Sébastien Minard und Markel Irizar fuhren einen Maximalvorsprung von circa 2:55 Minuten heraus. Dort diktierte das Team Milram, in gesamter Mannschaftsstärke an der Spitze des Feldes fahrend, das Tempo. Als noch etwa 6,5 Kilometer zu fahren waren, griff Sieberg in der Ausreißergruppe an und setzte eine Flucht alleine fort. Jedoch reichte sowohl der Vorsprung von Sieberg als auch der des Verfolgerduos nicht aus und die Flucht endete 4 Kilometer vor dem Ziel.

Auf den anspruchsvollen letzten 1,5 Kilometern, auf denen die Fahrer einen Höhenunterschied von 50 Metern zu überwinden hatten, lag Jens Voigt bis wenige hundert Meter vor dem Zielstrich in Führung. Es siegte jedoch Graeme Brown vor Stefan Schumacher und Erik Zabel, der sich das Gelbe Trikot des Gesamtführenden sicherte.

In der Kolonne der Materialwagen kam es zu einem Auffahrunfall in Geretsried, circa 180 Kilometer nach dem Start, zwischen dem Wagen von T-Mobile und dem neutralen Materialfahrzeug. In diese Kollision war auch der italienische Sprinter Danilo Napolitano verwickelt.

Vor dem Start der Etappe kam es zu einem Protest der Fahrer, da es auf dem Tiroler Kühtaisattel bei Temperaturen um den Gefrierpunkt schneite und regnete. Die Tourorganisation hatte ein Einsehen und änderte daraufhin den Verlauf der Etappe: Statt über das Kühtai zu fahren, setzten die Fahrer ihre Fahrt durch das Inntal fort. Damit verkürzte sich die einstige „Königsetappe“ um etwa 30 Kilometer.

Trotz des schlechten Wetters war das Renntempo von Beginn an sehr hoch. So konnten sich eine 20- und eine 17-köpfige Spitzengruppe nicht entscheidend absetzen und wurden schnell wieder gestellt. Auf der heiklen Abfahrt vom Achensee ins Inntal zerfiel das Hauptfeld in zwei Teile.

Im Tal bei Rennkilometer 83 bildete sich aus dem ersten Feld heraus eine sechsköpfige Spitzengruppe mit László Bodrogi, Christian Knees, Sébastien Rosseler, Jan Boven, Robert Retschke und Paolo Fornaciari. Ihr Vorsprung wuchs aber nie über drei Minuten. Als der Vorsprung unter eine Minute gefallen war, versuchte es Rosseler auf eigene Faust, während der Rest der Gruppe ins Hauptfeld zurückfiel. Rosselers Flucht endete jedoch zu Beginn des Schlussanstieg nach Seefeld.

Im Anstieg bildete sich eine zehnköpfige Spitzengruppe mit Vorjahressieger Levi Leipheimer, Jens Voigt, Wladimir Gussew, Leonardo Piepoli und Andrei Kaschetschkin. Kaschetschkin, Leipheimer und Piepoli konnten sich kurz vor der Bergwertung von den restlichen Fahrern lösen. Sie überquerten gemeinsam die Bergwertung, während Voigt mit neun Sekunden Rückstand folgte. Nach der Bergwertung, der ein drei Kilometer langes Flachstück folgte, attackierte Leipheimer aus der Spitzengruppe heraus und siegte vor Kaschetschkin und Marzio Bruseghin, der auf dem Flachstück wieder Anschluss gefunden hatte.

Voigt, der mit drei Sekunden Rückstand das Ziel erreichte, übernahm das Gelbe Trikot des Führenden im Gesamtklassement. Kaschetschkin übernahm das Bergtrikot von Stefan Schumacher.

Gleich zu Beginn der „neuen“ Königsetappe gab es wieder einige Ausreißversuche. Auf der Abfahrt von Seefeld ins Leutaschtal, zehn Kilometer nach dem Start, lösten sich Erik Zabel, Sebastian Lang und Mathew Hayman vom Feld ab. Wenig später stieß mit Sébastien Rosseler ein vierter Fahrer hinzu. Das Quartett fuhr bis zum Anstiegsbeginn des Hahntennjoch einen Vorsprung von 11:25 Minuten heraus.

Dort konnten Rosseler und Hayman dem Tempo der beiden Deutschen nicht folgen und fielen zurück. Im Hauptfeld machte das Team Astana das Tempo, wobei immer wieder einzelne Fahrer vergeblich versuchten sich zu lösen. Das Hauptfeld minimierte sich auf eine etwa 20 Fahrer starke Gruppe mit allen Favoriten auf den Gesamtsieg. Alexander Winokurow, Linus Gerdemann und Patrik Sinkewitz gehörten jedoch nicht zu dieser Gruppe, die die Passhöhe 8:08 Minuten hinter dem Führungsduo überquerte.

Auf dem Weg zum Schlussanstieg schrumpfte der Vorsprung des Führungsduos drastisch. Kurz nachdem die beiden St. Anton passiert hatten und in den Schlussanstieg zum Arlbergpass einfuhren, holte sie das Feld ein, wo Winokurow das Tempo deutlich erhöhte. Dann übernahm das Team Gerolsteiner die Führung in der Gruppe. Wenig später das Team CSC in Form von Iñigo Cuesta für seinen Kapitän Jens Voigt. Als die Gruppe noch circa zwölf Fahrer stark war, griff Levi Leipheimer an. Ihm folgten nur Voigt, Andrei Kaschetschkin und Jewgeni Petrow. Zwei Kilometer vor dem Ziel riss eine Lücke zwischen dem Duo Leipheimer-Kaschetschkin und dem Duo Voigt-Petrow. In einem Tunnel griff Kaschetschkin erfolglos an, während Voigt mit seinem Kontrahenten wieder aufschließen konnte. Im Zielsprint des Quartetts siegte Voigt, dem im Sprint keiner folgen konnte. Hinter ihm folgten Leipheimer und mit leichtem Abstand Kaschetschkin und Petrow.

Mit seinem zweiten Erfolg baute Voigt seine Führung in der Gesamtwertung auf den neuen Gesamtzweiten Leipheimer aus. Lang übernahm trotz Punktgleichheit mit Kaschetschkin das Bergtrikot, da er mit dem Hahntennjoch einen kategoriehöheren Berg als Kaschetschkin als Erster überquert hatte.

Das 38,2 Kilometer lange Einzelzeitfahren rund um Bad Säckingen wurde zu einer Triumphfahrt für den Gesamtführenden Jens Voigt.

Die erste Richtzeit setzte Marco Pinotti mit 47:06 Minuten. Jedoch war seine Zeit nicht ausreichend, um sich den Tagessieg zu sichern. László Bodrogi, der ungarische Zeitfahrmeister, setzte mit 46:06 Minuten eine, auch für die Favoriten, ernstzunehmende Zeit.

Dann folgten die Favoriten auf den Gesamtsieg. Die Spannung im Kampf um das Gelbe Trikot verflog jedoch schon an der ersten Zwischenzeit als Voigt die Bestzeit vorlegte und Levi Leipheimer um 19 Sekunden distanzierte. An den folgenden Messpunkten baute er seinen Vorsprung kontinuierlich aus. Im Ziel unterbot er die bisherige Bestzeit von Bodrogi, der Etappenzweiter wurde, um 1:03 Minuten. Leipheimer verlor insgesamt 1:14 Minuten auf Voigt und wurde Etappenfünfter, blieb aber Zweiter in der Wertung um das Gelbe Trikot. Auf den Plätzen 3 und 4 im Tagesklassement folgten Sebastian Lang, der sich auf der Strecke von einem Fahrzeug der Tour-Organisation behindert fühlte, und Alexander Winokurow, dessen Form im Hinblick auf die Vuelta a España, wie bereits am Vortag, nach oben zeigte.

Andrei Kaschetschkin verbesserte sich im Gesamtklassement vom fünften auf den dritten Rang. Im Kampf um das Rote Trikot verkürzte Voigt durch seinen dritten Etappensieg den Rückstand auf Erik Zabel. Stefan Schumacher schob sich in der Nachwuchswertung auf den zweiten Platz hinter Wladimir Gussew, während das Team Gerolsteiner wieder die Führung in der Mannschaftswertung übernahm.

Auf dem letzten Tagesabschnitt setzte sich nach einigen erfolglosen Ausreißversuchen bei Kilometer 25 das Trio Pascal Hungerbühler, Lloyd Mondory und Mads Kaggestad, der der Initiator der Flucht war, ab. Sie fuhren etwa 130 Kilometer lang mit maximal circa 6 Minuten Vorsprung an der Spitze. Kurz vor der ersten Zielpassage in Karlsruhe beendete das Hauptfeld die Flucht der drei Fahrer.

Von da an wurde das Tempo durch die Teams der Sprinter sehr hoch gehalten, so dass Ausreißversuche kaum möglich waren. Im Zielsprint sicherte sich Graeme Brown knapp seinen zweiten Tagessieg. Auf den weiteren Plätzen folgten Erik Zabel und Danilo Napolitano.

Jens Voigt behielt problemlos die Führung im Gesamtklassement und sicherte sich den 50. Profisieg seiner Karriere. Auch im Kampf um die Sprintwertung kam es zu keiner Veränderung, Zabel sicherte sich das Trikot zum insgesamt sechsten Mal. Mit Sebastian Lang gewann ein weiterer Deutscher das Wertungstrikot des besten Bergfahrers. Die Nachwuchswertung gewann Wladimir Gussew souverän und das Team Gerolsteiner triumphierte in der Mannschaftswertung.

Die Tabelle zeigt den Träger des jeweiligen Trikots während der einzelnen Etappe bzw. den Führenden der jeweiligen Gesamtwertung am Abend des Vortags an.

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Source : Wikipedia