Jena

3.3599328013389 (2381)
Geschrieben von robby 20/03/2009 @ 12:12

Tags : jena, thüringen, deutschland

Neueste Nachrichten
EQS/Original-Research: Analytik Jena AG (von MIDAS Research): Kaufen - FOCUS Online
Original-Research: Analytik Jena AG - von MIDAS Research GmbH Aktieneinstufung von MIDAS Research GmbH zu Analytik Jena AG Unternehmen: Analytik Jena AG ISIN: DE0005213508 Anlass der Studie:2. Quartal 2008/09 Empfehlung: Kaufen Kursziel: 13,70 EUR...
Thüringenpokal: Jena verliert in Erfurt - jenanews.de
Der FC Carl Zeiss Jena verlor am Dienstagabend das Endspiel um den Thüringen-Pokal gegen den FC Rot-Weiß Erfurt mit 2:3. Die Partie im Erfurter Steigerwald-Stadion begann aus Sicht des FC Carl Zeiss Jena verheißungsvoll: Bereits in der 3....
Jena: Tag der Verkehrssicherheit 2009 - Thüringer Allgemeine
Die Polizeidirektion Jena veranstaltet am Mittwoch, dem 27. Mai 2009 auf dem Marktplatz der Stadt Jena den Tag der Verkehrssicherheit 2009 . Vor dem Hintergrund gesunkener Unfallzahlen will die Polizeidirektion in Zusammenarbeit mit der Stadt Jena,...
Gerettet! Carl Zeiss Jena bleibt drin - Bild.de
März übernahm er das Trainer-Amt von van Eck Von STEFAN KRAUSE und THOMAS WOLFER Jubel bei Carl Zeiss Jena! Im Herzschlag-Finale reicht ein 2:2 in Sandhausen zum Klassenerhalt in der 3. Liga. Dagegen müssen die Stuttgarter Kickers, Aalen und Burghausen...
Jenaer Chemiker mit TOP-Platzierung - JenaTV
Jena: Prof. Dr. Ulrich S. Schubert von der Universität Jena ist Spitze: Bereits seit einem Jahr gehört er zu den TOP 500 unter 680 000 Chemikern aus aller Welt. In diesem Monat ist es ihm nun auch gelungen, in der „Weltrangliste“ der meistzitierten...
Saisonfinale der 3. Fußball-Bundesliga / Reihentitel: Sport - spox.com
Liga: SpVgg Unterhaching - VfR Aalen; SV Wacker Burghausen - VfB Stuttgart II; SSV Jahn Regensburg - Eintracht Braunschweig; Stuttgarter Kickers - SC Paderborn; Fortuna Düsseldorf - SV Werder Bremen II; SV Sandhausen - Carl-Zeiss Jena Die Reporter...
Bauhaus-Jubiläum - Mitteldeutsche Zeitung
VON ANDREAS HILLGER, 26.05.09, 18:54h, aktualisiert 26.05.09, 19:01h JENA/MZ. Der geringe räumliche Abstand zwischen Weimar und Jena ließ die Thüringer Gemeinden schon in Goethes Augen wie "zwei Enden einer Stadt" erscheinen, für die geistige Nähe...
Gründer brauchen Freiheit - Informationsdienst Wissenschaft (Pressemitteilung)
Jena (26.05.09) Aktuelle Reformen sollen Hochschulen leistungsfähiger machen - und stehen sich dabei möglicherweise selbst im Weg, davon ist Prof. Dr. Klaus Dörre von der Universität Jena überzeugt. "Das Versprechen, dass eine nach unternehmerischen...
Stationäres Hospiz für Jena: Stadtrat mit Absichtserklärung - JenaTV
Jena: Das Projekt eines Stationären Hospizes für Jena in der Regie der Arbeiterwohlfahrt AWO hat das Wohlwollen der Jenaer Stadträte. Allerdings konnte sich die Mehrheit von ihnen am Montag Abend nicht dazu durchringen, den Freien Träger auch...
Stadtwerke Jena-Pößneck bauen in der Neugasse - JenaTV
Jena: Die Stadtwerke Jena-Pößneck beginnen ab Dienstag, 2. Juni, mit Bauarbeiten in der Neugasse. Dabei verlegt das Unternehmen eine neue Fernwärmeleitung zur Versorgung der im Bau befindlichen Wohngebäude Neugasse 7 und 8. Die Bauarbeiten werden bis...

Jena

Wappen der Stadt Jena

Jena ist eine deutsche Universitätsstadt in Thüringen. Sie liegt an der Saale zwischen Muschelkalkhängen der Ilm-Saale-Platte und ist nach der Landeshauptstadt Erfurt die zweitgrößte Stadt Thüringens und eines der drei Oberzentren des Freistaats. Jena hat den Status einer kreisfreien Stadt.

In Jena befindet sich die Friedrich-Schiller-Universität Jena, die mit über 20.000 Studenten die größte Universität Thüringens ist und 1558 gegründet wurde. Jena begann sich ab dem Bau der Saalbahn 1874 zu einer Industriestadt zu entwickeln. Sie ist ein Zentrum der deutschen Optik- und Feinmechanikindustrie rund um das Unternehmen von Carl Zeiss. Das Kombinat Carl Zeiss mit etwa 60.000 Mitarbeitern war seinerzeit auch das größte Kombinat der DDR. Nach der deutschen Wiedervereinigung 1990 wandelte sich Jena vom Industrie- zum Bildungs- und Wissenschaftszentrum. In Jena haben heute zahlreiche Forschungslabors und Institute ihren Sitz. Das 133 Meter (mit Antenne 149 Meter) hohe Universitätshochhaus „JenTower“ ist das zweithöchste Bürogebäude der neuen Bundesländer.

Am 21. März 2007 verlieh der Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft Jena den Titel „Stadt der Wissenschaft“ des Jahres 2008.

Jena liegt im mittleren Saaletal zwischen teilweise von Mischwäldern bedeckten Muschelkalk- und Sandsteinhängen (geologische Phänomene sind unter anderem die Teufelslöcher und die Studentenrutsche). Auf ihnen, z. B. am direkt an der A4 gelegenen Leutra-Tal, kommen zahlreiche z. T. seltene Orchideenarten vor. Die größte Ausdehnung beträgt von Nord nach Süd 14,7 km und von Ost nach West 12,2 km. Folgende größere Städte liegen in der Nähe von Jena: Gera (ca. 35 km östlich), Erfurt (ca. 40 km westlich), Weimar (ca. 15 km westlich), Apolda (ca. 15 km nördlich), Naumburg (Saale) (ca. 33 km nordöstlich), Halle (Saale) (ca. 70 km nordöstlich), Leipzig (ca. 75 km nordöstlich), Chemnitz (ca. 94 km östlich) und Rudolstadt (ca. 30 km südlich).

Durch die Kessellage im milden Saaletal ist es in Jena meistens 1–2 °C wärmer als in dem höher gelegenem Umland. Die Kernberge, die Jena einkesseln, bestehen größtenteils aus Kalkstein, einem typischen Wärmespeicher, deshalb wird die Region bei Jena auch Thüringer Toskana oder auch Toskana des Ostens genannt. Die Jahresdurchschnittstemperatur beträgt 9,8 °C, in den letzten 3 Jahren lag sie allerdings nie unter 10 °C. Die Durchschnittstemperatur des Jahres 2007 lag bei sehr warmen 11,4 °C. Jena ist somit eine der wärmsten, aber auch trockensten Städte in Ostdeutschland.

Die jährliche Niederschlagsmenge beträgt in Jena 587 Millimeter. Trockenster Monat ist der Februar mit 34 Millimeter. Obwohl die Zahl der Regentage im Dezember am größten ist (20 Tage mit mehr als 0,1 Millimeter Niederschlag), gibt es im Juni mit 75 Millimeter den meisten Niederschlag. Vorherrschende Windrichtung für Jena ist Südwest mit einer Häufigkeit von 28 Prozent und einer mittleren Stärke von 2 (entspricht 1,6–3,3 Meter pro Sekunde).

Durch die Lage Jenas in den Tälern der Saale und ihrer Zuflüsse, welche sich im Laufe der Zeit in die umgebende Hochfläche eingeschnitten haben, entstehen zahlreiche markante Kuppen und Bergausformungen, deren Höhen meist über 300 m ü. NN liegen. Einst unbewaldet und kahl, wurden diese Höhen und Hänge im Laufe der letzten beiden Jahrhunderte aufgeforstet.

Weitere Berge in der Umgebung sind Windknollen (mit Napoleonstein, 363 m) im Nordwesten; Jägersberg und Plattenberg (345 m) sowie der Große Gleißberg (365 m) mit der Kunitzburg im Norden; der Cospoth (397 m), der Spitzenberg (374 m) bei Maua und die Kuppe (438 m) bei Dürrengleina im Südwesten sowie der Eichberg bei Sulza im Südosten.

Die Ausbildung des Oberflächenreliefs im Stadtgebiet, besonders der Talhänge, ist durch eine differenzierte geologische Situation entstanden, die auf den geologischen Verhältnissen im mittleren Saaletal beruht.

Das Stadtgebiet Jenas ist in insgesamt 41 statistische Bezirke eingeteilt. Die Verwaltung der Stadt Jena ist in die Kernstadt und 23 Ortschaften im Sinne von § 45 der Thüringer Kommunalordnung unterteilt. Diese Ortschaften wurden durch die Hauptsatzung der Stadt Jena eingerichtet. Dabei handelt es sich meist um räumlich getrennte Gebiete bzw. Dörfer, die ehemals selbstständige Gemeinden waren. Für jede Ortschaft gibt es einen vom Volk anlässlich einer Bürgerversammlung gewählten Ortschaftsrat. Vorsitzender ist der ebenfalls vom Volk gewählte Ortsbürgermeister.

Die statistischen Bezirke der Stadt Jena: Ammerbach Ort, Beutenberg/Winzerlaer Straße, Burgau Ort, Closewitz, Cospeda, Drackendorf, Drackendorf/Lobeda-Ost, Göschwitz, Ilmnitz, Isserstedt, Jena-Nord, Jena-Süd, Jena-West, Jena-Zentrum, Jenaprießnitz, Krippendorf, Kunitz, Laasan, Lichtenhain Ort, Leutra, Lobeda-Altstadt, Lobeda-Ost, Lobeda-West, Löbstedt Ort, Lützeroda, Maua, Mühlenstraße, Münchenroda, Nord II, Remderoda, Ringwiese Flur Burgau, Vierzehnheiligen, Wenigenjena/Kernberge, Wenigenjena Ort, Wenigenjena/Schlegelsberg, Winzerla, Wogau, Wöllnitz, Ziegenhain Ort, Ziegenhainer Tal und Zwätzen.

Jena wurde erstmals 1182 urkundlich erwähnt. Ein lange Zeit angenommener Zusammenhang mit einer bereits im Hersfelder Zehntverzeichnis aus dem Ende des 9. Jahrhunderts genannten Siedlung Jani wird von einer Reihe von Historikern in Zweifel gezogen. Eine andere Theorie besagt, dass sich die Nennung aus dem 9. Jahrhundert auf das heutige Wenigenjena bezieht, da dort umfangreiche Siedlungsfunde aus dem 8. und. 9. Jahrhundert im Bereich der Schillerkirche entdeckt wurden. In lateinischen Texten wird Jena das Athen an der Saale (Athenae ad Salam) genannt.

Die seit dem 12. Jahrhundert als Besitzer von Jena nachzuweisenden Herren von Lobdeburg erhoben um 1230 den Ort zur Stadt, die bald danach ummauert wurde, ihre Selbstverwaltung unter dem 1275 bezeugten Rat ausbaute, im 14. Jahrhundert das Schultheißenamt, 1365 die Niedergerichte und 1429 die Obergerichte an sich brachte. Der schnell aufblühende Weinbau brachte der Bürgerschaft guten Gewinn. 1286 errichteten die Dominikaner ihr Kloster, 1301 entstand bei der Michaeliskirche das Zisterzienserinnenkloster.

Mit Schwächung der Lobdeburger traten die Grafen von Schwarzburg und die Wettiner in Erscheinung. Bis 1331 gelangten die Wettiner in den Vollbesitz der Stadt. 1332 erteilten sie Jena das gothaische Stadtrecht. 1414 entstand das Karmelitenkloster. Städtischer Wohlstand äußerte sich in den Neubauten der Michaeliskirche seit 1380/90 und des Rathauses am Ende des 14. Jahrhunderts. Seit 1423 gehörte Jena zum Kurfürstentum Sachsen, da die Wettiner nach dem Aussterben der Askanier die Kurwürde erhielten. Auch mit der Leipziger Teilung 1485 verblieb Jena im ernestinischen Kurfürstentum Sachsen.

Die Reformation begann 1523 mit dem radikalen Theologen Martin Reinhardt, der nach Martin Luthers Eingreifen 1524 vertrieben wurde. 1525 zerstörten Bauern und Teile der Stadtbewohner das Karmeliterkloster und verwüsteten das Dominikanerkloster. Durch die Niederlage im Schmalkaldischen Krieg 1546/47 verloren die Ernestiner die Kurwürde. Jena gehörte von nun an zum Herzogtum Sachsen. Infolgedessen wurde als Ersatz für die verloren gegangene Universität Wittenberg im Jahre 1548 die Hohe Schule im Dominikanerkloster in Jena gegründet, aus der 1558 die Universität Jena hervorging.

Mit dieser für die weitere Stadtentwicklung entscheidenden Einrichtung war seit 1566 der für die Rechtsprechung in ganz Thüringen bedeutsame Schöppenstuhl und ein Hofgericht verbunden. Auch der seit Anfang des 16. Jahrhunderts betriebene Buchdruck blühte in Verbindung mit der Universität auf und verschaffte im 17. Jahrhundert der Stadt den zweiten Platz hinter Leipzig. Die Universität blieb auch nach der Landesteilung 1572 unter gesamternestinischer Schirmherrschaft, während die Stadt dem Herzogtum Weimar zufiel.

Für kurze Zeit (1672–1690) wurde Jena Hauptstadt eines selbständigen Fürstentums Sachsen-Jena, dessen Herzöge im 1471 erwähnten, 1662 erweiterten Schloss wohnten und dessen Zentralbehörden zum Teil bis 1809 in der Stadt arbeiteten. Nach dem Tod des Herzogs von Sachsen-Jena kam die Stadt 1692 an die ernestinische Linie Sachsen-Eisenach und 1741 an das Herzogtum Sachsen-Weimar, das im 1828 zum Großherzogtum Sachsen-Weimar-Eisenach erhoben wurde, bei dem es bis 1918 verblieb.

In den theologischen Lehrstreitigkeiten des späten 16. Jahrhunderts war die Universität Mittelpunkt der lutherischen Orthodoxie (Matthias Flacius), nach dem Dreißigjährigen Krieg erlebte sie eine Blütezeit und stand mit 1800 Studenten zwischen 1706 und 1720 an der Spitze aller deutschen Universitäten. Die Barockzeit äußerte sich in prächtigen Bürgerbauten. Vom herzoglichen Hof gingen Anregungen auf die Kunst- und Musikpflege aus. 1570 begann das Collegium Musicum zu wirken, das nach der 1769 erfolgten Reorganisation ab 1770 bis ins 20. Jahrhundert die Akademischen Konzerte veranstaltete.

Der Rückgang des Weinbaus, der Studentenzahl und des Buchdrucks verursachte im 18. Jahrhundert einen Niedergang der städtischen Wirtschaft. 1788 wurden die Finanzen der Stadt unter Zwangsverwaltung gestellt. Unter der Regierung des Herzogs Carl August 1775 bis 1828 und seines Ministers Johann Wolfgang Goethe gewann der neue Geist Weimars auch auf Jena Einfluss und führte eine zweite Blütezeit der Universität herbei. Goethe widmete ihr sein amtliches und persönliches Interesse. Hier schloss er 1794 Freundschaft mit Friedrich Schiller, der seit 1789 als Professor wirkte und bis 1799 in Jena wohnte.

1794 wurden Johann Gottlieb Fichte und 1798 Friedrich Wilhelm Joseph Schelling berufen, 1801/07 lehrte Georg Wilhelm Friedrich Hegel hier, so dass Jena ein Hauptort der deutschen idealistischen Philosophie wurde, in dem auch die literarische Richtung der älteren Romantik mit August Wilhelm Schlegel, seiner Frau Caroline Böhmer-Schlegel-Schelling, Friedrich Schlegel, Ludwig Tieck, Clemens Brentano und Friedrich von Hardenberg eine hervorragende Pflegestätte fand. Die 1785 bis 1803 in Jena erscheinende Allgemeine Literatur-Zeitung erhöhte den Ruf der Stadt. Die Universität stand im Ruf besonderer Liberalität, doch sank ihr Ruhm ab 1800 schnell infolge des Weggangs berühmter Lehrer (1799 Entlassung Fichtes).

Am 14. Oktober 1806 bekämpfte Napoléon siegreich die preußischen und sächsischen Armeen in der Doppel-Schlacht bei Jena und Auerstedt. Die auf den Höhen vor der Stadt geschlagene Schlacht verursachte der Stadt und der Universität schwere Schäden. Gegen das Napoleonische Joch regte sich in Jena starker Widerstand besonders unter den Studenten, die 1813 in Scharen in das Lützowsche Freikorps eintraten.

1815 wurde in Jena die Urburschenschaft gegründet, die Pressefreiheit im Weimarischen Staat gab Gelegenheit zum Kampf für die nationale Einheit, das Wartburgfest 1817 ging wesentlich von der Universität Jena aus und erregte das Misstrauen konservativer deutscher Regierungen, denen die Ermordung August von Kotzebues durch Karl Ludwig Sand, einen Jenaer Theologiestudenten, 1819 einen willkommenen Anlass zu verstärktem Druck bot, den auch die Universität Jena in Gestalt eines 1819 eingesetzten Kurators, durch Einschränkung der Pressefreiheit und Auflösung der Burschenschaft zu spüren bekam.

Als wirtschaftliche Grundlage ist in der Neuzeit vor allem die Universität anzusehen. Daneben brachten Feld-, Wein-, Garten- und Hopfenanbau und der Buchdruck Gewinn. Nach 1800 entstanden kleinere gewerbliche Betriebe, eine 1820 errichtete Kammgarnspinnerei hatte 1840 als einziges Unternehmen mehr als 100 Beschäftigte, es führte 1864 die Dampfmaschine ein. 1830 zählte Jena 5.491 Einwohner. Durch den Bau der Saalbahn von Großheringen nach Saalfeld 1874 und der Linie Gera-Weimar 1876 wurde die Stadt ein Verkehrsknotenpunkt. 1843 wurde eine Pianofortefabrik, 1859 eine Ofenfabrik, 1886 eine Zementfabrik, 1895 eine Messwerkzeugfabrik errichtet.

Aus der von Carl Zeiss 1846 gegründeten optischen Werkstätte, die 1860 erst 20 Mitarbeiter hatte, ging unter maßgeblicher Mitwirkung von Ernst Abbe die seit 1880 in eigenen Fabrikgebäuden arbeitende Weltfirma der Feinmechanik und Optik hervor, die durch Zusammenarbeit mit Otto Schott in dem seit 1884 aufgebauten Glaswerk einen wesentlichen Impuls für ihren Aufstieg erhielt. 1886 wurde das 10000. Mikroskop angefertigt, das dem Bakteriologen Robert Koch zum Geschenk gemacht wurde. Die Gewinne der 1889 errichteten Carl-Zeiss-Stiftung kamen in hohem Maße der Universität zugute, die zu jener Zeit in dem Zoologen Ernst Haeckel einen ihrer berühmtesten Lehrer besaß, an der 1841 Karl Marx promovierte (allerdings in Abwesenheit) und die 1908 ein an Stelle des ehemaligen Schlosses erbautes neues Hauptgebäude beziehen konnte.

Die Studentenzahl stieg von 500 zwischen 1800 und 1880 auf 2.000 im Jahre 1914. Besonders die naturwissenschaftlichen und medizinischen Institute wurden ausgebaut. Die Verlage Gustav Fischer (1878) und Eugen Diederichs (1896) bereicherten das geistige Leben. 1879 nahm als Nachfolger des 1817 eingerichteten Oberappellationsgerichts das Oberlandesgericht für alle thüringischen Staaten seine Geschäfte auf (Neubau 1880).

Am 19. März 1901 wurde das städtische Elektrizitätswerk eröffnet, woraufhin am 1. April 1901 die feierliche Inbetriebnahme der elektrischen Straßenbahn Jena erfolgte. Mit der Vereinigung der thüringischen Staaten 1920 wurde Jena Teil des Landes Thüringen, die Stadt 1922 kreisfrei. Gleichzeitig entstand der Landkreis Jena. Innerhalb der Arbeiterschaft der großen Werke Zeiss und Schott fanden die Arbeiterparteien SPD und KPD starken Zulauf, so dass während der Zeit der Weimarer Republik die konservativen Parteien und die NSDAP die schlechtesten Wahlergebnisse in Thüringen erreichten. Demzufolge war auch der spätere Widerstand gegen die Nazis erheblich.

Mit der Machtübertragung der Kanzlerschaft an Adolf Hitler begann in der Stadt die Diskriminierung und Verfolgung aller politischen und humanistischen Kräfte. Viele wurden mit Gefängnis- und Zuchthausstrafen belegt oder in das erste KZ Bad Sulza, später in das KZ Buchenwald eingeliefert. Nach dem Berufsbeamtengesetz wurden zahlreiche missliebige Wissenschaftler von ihren Posten vertrieben. Die Universität mutierte mehr und mehr zu einem Ideologie-Produzenten von Rassismus (Lehrstuhl für Sozialanthropologie) und Antisemitismus (Zusammenarbeit mit dem kirchlichen Institut zur Erforschung und Beseitigung des jüdischen Einflusses auf das deutsche kirchliche Leben). Am 1. April 1933 wurden jüdische Geschäfte und Einrichtungen boykottiert. Im Oktober 1938 wurden in der „Polenaktion“ zehn jüdische Personen ohne Staatsangehörigkeit nach Polen abgeschoben. Während der Novemberpogrome 1938 kam es in der Stadt zu antijüdischen Ausschreitungen. In der Folgezeit emigrierten bereits zahlreiche jüdische Familien und Einzelpersonen ins Ausland. In den Jahren 1942 bis 1945 wurden die verbliebenen Juden vom Westbahnhof aus in die Gettos und Vernichtungslager des Ostens deportiert und ermordet. Etliche Juden nahmen sich selbst das Leben. In der Chirurgischen Klinik und der Frauenklinik wurden Zwangssterilisationen in großem Umfang durchgeführt und Patienten in Euthanasie-Anstalten ausgeliefert. Dennoch waren Widerstandskräfte am Werk, wurden Verfolgte versteckt, ist mit Flugblättern und anderen Aktionen gegen Faschismus und Krieg aufgeklärt worden. Als sich während des Krieges Tausende Zwangsarbeiter in den Jenaer Rüstungsbetrieben aufhielten, gab es eine Zusammenarbeit zwischen örtlichen Widerstandsgruppen und Zwangsarbeitern. Sogar ein Sprengstoffanschlag auf das NSDAP-Büro kurz vor Ende des Krieges ist von einer Sabotagegruppe verübt worden.

Im Zweiten Weltkrieg richteten alliierte Bombenangriffe, besonders im Februar und März 1945, zahlreiche Zerstörungen an. Das schwerste Bombardement erfolgte am 19. März 1945. Insgesamt warf die US Air Force bei ihren Angriffen 870 Tonnen Bomben auf Jena ab. Die Bombenangriffe verursachten schwere Schäden und Totalzerstörungen, ein großer Teil des Stadtzentrums wurde völlig vernichtet, die Ruinen der – teils historischen – Bürgerhäuser hat man später abgetragen. Die Stadtkirche St. Michael wurde stark beschädigt. Die Collegien- oder Universitäts-Kirche wurde vernichtet (die Ruine 1956 abgetragen). Ihr Turm wurde beschädigt, wie auch die Collegien-Gebäude. Das Rathaus wurde teilzerstört, die Hof- und Rats-Apotheke sowie die Universitäts-Bibliothek vernichtet und später abgetragen. Das Abbeanum erlitt schwere Schäden und wurde bis 1951 wieder aufgebaut.

Beim Beschuss der Stadt durch US-amerikanische Artillerie am 11. April 1945 starben 40 Menschen. Am 13. April 1945 besetzten US-amerikanische Truppen kampflos die Stadt. Bei Kriegsende waren etwa 15 Prozent der Stadt zerstört und 800 Menschen bei den Luftangriffen gestorben.

Am 1.Juli 1945 zogen Einheiten der Roten Armee in die Stadt ein, Jena wurde Teil der Sowjetischen Besatzungszone.

Im Zuge des einsetzenden Wiederaufbaus nahm am 15. Oktober 1945 die Universität Jena als erste deutsche Universität den Lehrbetrieb wieder auf. 1946 wurden die Firmen Zeiss und Schott zu 94 Prozent demontiert und über 300 Spezialisten aus beiden Werken in die UdSSR gebracht, um die Werke dort neu aufzubauen. 1950 wurde der pharmazeutische Großbetrieb Jenapharm gegründet. Während der DDR-Zeit gehörte die Stadt von 1952 bis 1990 zum Bezirk Gera.

Beim Volksaufstand des 17. Juni 1953 kam es zu Protesten von etwa 30.000 Bürgern der Stadt gegen Maßnahmen der DDR-Regierung. Die Demonstranten forderten freie Wahlen, die deutsche Einheit und den Rücktritt der Regierung. Um die Proteste niederzuschlagen, trafen sowjetische Panzer in der Stadt ein. Der Ausnahmezustand wurde verhängt und mehrere 100 Menschen verhaftet. Am 18. Juni 1953 wurde im Gebäude der sowjetischen Kommandantur in Weimar der 1927 in Jena geborene Schlosser Alfred Diener hingerichtet. Er hatte mit zwei Delegierten der Kohlearbeiter im Büro des Ersten Sekretärs der SED-Kreisleitung die Forderungen der Demonstranten vorgetragen.

1957 wurde die Großblockbauweise auch in Jena eingeführt. Zwischen 1965 und 1975 entstand das Neubaugebiet Jena-Lobeda-West. Mit der Neugestaltung des Stadtzentrums ab 1968 wurde die historische Innenstadt um den Eichplatz abgerissen und das Hochhaus der Universität errichtet. Im selben Jahr erfolgte die Gründung des Jenaer Madrigalkreises, Kammerchor der Jenaer Philharmonie. 1969 erhielt das Sinfonieorchester Jena den Namen Jenaer Philharmonie. Zwischen 1971 und 1983 entstand das Neubaugebiet Jena-Lobeda-Ost.

1975 überschritt die Einwohnerzahl der Stadt die Grenze von 100.000, wodurch Jena zur 14. Großstadt der DDR wurde. 1986 wurde das Wohngebiet am Rähmen fertiggestellt. Mitte der 1970er Jahre war Jena ein bedeutendes Zentrum der demokratischen Opposition und des Widerstands in der DDR. Während der Wende in der DDR fand 1989 auf dem Zentralen Platz bei einem Bürgerforum mit rund 40.000 Teilnehmern die größte Demonstration in der Geschichte Jenas statt. Bis 1991 war Jena Standort der 79. Panzerdivision der Gruppe der Sowjetischen Streitkräfte in Deutschland.

Nach der Kreisreform zum 1. Juli 1994 wurde der Landkreis Jena Teil des Saale-Holzland-Kreises.

Seit 1909 wurden zahlreiche Gemeinden und Gemarkungen nach Jena eingemeindet. Im Jahr 1900 umfasste das Stadtgebiet eine Fläche von 1.323,2 Hektar und nach den letzten Eingemeindungen von 1994 aufgrund des § 23 des Neugliederungsgesetzes in Thüringen von 11.421,6 Hektar. Alle eingegliederten Orte waren vorher selbständige Gemeinden und hatten (außer Isserstedt) zuvor schon eine oder mehrere Nachbargemeinden aufgenommen (Cospeda die Gemeinden Lützeroda und Closewitz, Drackendorf die Gemeinde Ilmnitz, Krippendorf die Gemeinde Vierzehnheiligen, Kunitz die Gemeinde Laasan, Münchenroda die Gemeinde Remderoda, Maua die Gemeinde Leutra und Jenaprießnitz die Gemeinde Wogau).

Neben den heutigen Ortsteilen gab es auf dem heutigen Stadtgebiet Jenas eine Vielzahl von Orten, die heute nicht mehr existieren, sogenannte Wüstungen. Diese sind Proschitz und Kötschen bei Zwätzen, Krolip, Schondorf und Ziskau bei Closewitz, Rödel und Schichmannsdorf im Mühltal, Krotendorf, Schetzelsdorf, Nollendorf als alte nördliche Vorstadt, Hodelsdorf/auf dem Sande als östliche Vorstadt, Zweifelbach als alte südliche und Leutra als alte westliche Vorstadt, Nobis im Jenaer Forst, Wüstenwinzerla, Dürrengleina auf dem Kospoth, Niederleutra bei Leutra, Hirschdorf, Selzdorf bei Lobeda, Clöchwitz, Büsitz, Schlendorf am Hausberg, Benndorf, Wenigenkunitz bei Kunitz, Gaberwitz sowie Kalthausen bei Kunitz.

1975 überschritt die Einwohnerzahl der Stadt Jena die Grenze von 100.000, wodurch sie zur Großstadt wurde. 1988 erreichte die Bevölkerungszahl mit 108.010 ihren historischen Höchststand. Seit der Wende in der DDR blieb die Einwohnerzahl von Jena – im Gegensatz zu vielen anderen Städten in Ostdeutschland – relativ stabil und schwankt um 100.000, auch wegen der Studenten, die ihren Hauptwohnsitz während der Zeit des Studiums in Jena anmelden. Am 30. Juni 2007 betrug die Amtliche Einwohnerzahl für Jena nach Fortschreibung des Thüringer Landesamtes für Statistik 102.403 (nur Hauptwohnsitze und nach Abgleich mit den anderen Landesämtern).

Vor der Christianisierung der Gegend um Jena lebten hier im dritten bis sechsten Jahrhundert die Thüringer, welche aus mehreren Stämmen zu einem Stammesverband verschmolzen sind. Durch die vielfältigen Kontakte mit Rom und dem Ostgotenreich kam es frühzeitig zu Einflüssen des Christentums, zumindest auf die Adelsgeschlechter. Vorrangig wurde dem arianischen Christentum nachgegangen. In einigen Gebieten lassen sich noch ältere Kulte, die aus dem römischen Reich übernommen wurden, nachweisen (Dianakult usw.). Die Thüringer hingen zunächst nordischen Göttern an. Dieser Glaube war bis ins achte Jahrhundert vorherrschend für das Gebiet, auf dem später Jena entstand. Hinzu kamen im siebten Jahrhundert die slawischen Einwanderer, die ihre Gottheiten mitbrachten und Tempel errichteten. Erst mit der Mission des Bonifatius wurde schließlich das Christentum in der Gegend eingeführt. Erste Pfarreien sind westlich von Jena im Raum Erfurt/Arnstadt im achten Jahrhundert nachweisbar. Eine Festigung des römisch-katholischen Glaubens fand aber erst im zehnten Jahrhundert statt.

Die Bevölkerung des Gebietes um Jena gehörte ursprünglich in das eigens dafür geschaffene Bistum Erfurt. Dieses hatte allerdings nicht lange Bestand und die Gegend kam zum Bistum Mainz. Dass es vorher ältere Kirchenstrukturen in der Gegend gab, zeigte sich darin, dass die alten Urpfarreien über die neu geschaffenen Bistumsgrenzen hinaus weiterhin eine Reihe von Pfarrrechten unterhielten (z. B. Lobeda, Wenigenjena). Die Stadt war direkt dem Dekanat Oberweimar innerhalb des Archidiakonats Beatae Mariae virginis in Erfurt zugeordnet. Das ab 1909 eingemeindete Gebiet rechts der Saale gehörte zum Bistum Naumburg, obwohl im Mittelalter Jena auch die Pfarrrechte in Wenigenjena und Camsdorf besaß. 1252 wird erstmals ein Geistlicher in Jena erwähnt. 1523 wurde die erste reformatorische Predigt in Jena gehalten. Es kam zu schweren Auseinandersetzungen zwischen den einzelnen Richtungen der reformatorischen Bewegung (Lutheraner, Flacianer usw.). Die Reformation fasste schnell Fuß und Jena wurde zu einem Zentrum des Luthertums als neuer Glaubensrichtung.

Über lange Zeit war Jena eine überwiegend protestantische Stadt. Vorherrschend war das lutherische Bekenntnis, zumal Martin Luther mehrmals persönlich in Jena weilte. Anstelle des Papstes hatte der Landesherr die Führung der sogenannten Evangelisch-Lutherischen Landeskirche übernommen. Damit teilte die Kirche die Geschicke der jeweiligen Landesherren. Die Evangelisch-Lutherische Kirche des Großherzogtums Sachsen, zu dem Jena seit dem 18. Jahrhundert gehörte (damals noch Herzogtum Sachsen-Weimar), schloss sich nach 1920 mit den anderen Landeskirchen Thüringens zur Thüringer Evangelischen Kirche zusammen. 1948 benannte sie sich in Evangelisch-Lutherische Kirche in Thüringen um. Jena ist Sitz einer Superintendentur der Landeskirche innerhalb des Aufsichtsbezirks Ost, dessen Kreiskirchenamt sich in Gera befindet. Die heute bestehenden evangelisch-lutherischen Pfarrämter Jenas gehören somit alle zur Superintendentur Jena .

Spätestens seit dem 19. Jahrhundert zogen auch wieder Bürger mit katholischem Bekenntnis in die Stadt. Die kleine Gemeinde erhielt seinerzeit die Ruine der Kirche St. Johannes Baptist, der ältesten noch stehenden Kirche Jenas, in der bis zur Reformation neben der Hallenkirche St. Michael, Amtshandlungen (vor allem Beerdigungen) vorgenommen wurden, welche dann aber verfiel. Die katholische Gemeinde wurde jedoch bereits 1813 wieder aufgelöst und die Katholiken von Weimar aus betreut. Erst 1905 wurde die Pfarrei wieder eingerichtet. Die Kirchenruine wurde zur heutigen Pfarrkirche ausgebaut, wobei damals ein Längsschiff in Richtung Westen gebaut und der Altar in eine neue Apsis im Westen verlegt wurde. Durch Vertreibung und Verfolgung waren nach dem Zweiten Weltkrieg mehr als 14.000 Katholiken in Jena. Die Pfarrkirche hatte zum damaligen Zeitpunkt eine so geringe Kapazität, dass trotz acht Sonntagsgottesdiensten und Außenstellen in den umliegenden Dörfern nicht alle Gottesdienstbesucher Platz fanden. Darum baute man 1957–1959 den Altar wieder aus der Apsis im Westen aus und stellte ihn in den damaligen Eingangsbereich im Osten. Dafür zog man in der ehemaligen Apsis eine Empore ein. Die Apsis ist heute noch an ihren schön gestalteten Chorfenstern zu erkennen. Ab 1821 gehörte die Pfarrgemeinde zum Gebiet des Bistums Paderborn.

Mit dem Preußischen Konkordat von 1929 kam die Gemeinde in Jena zum Bistum Fulda. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Gemeinde in Jena durch einen Generalvikar mit Sitz in Erfurt verwaltet. Mit der 1973 erfolgten Einrichtung des Bischöflichen Amtes Erfurt-Meiningen und der Erhebung zum Bistum Erfurt 1994 wurde der Erfurter Bischof für Jena zuständig. Die Pfarrgemeinde in Jena gehört heute zum Dekanat Weimar innerhalb des Bistums Erfurt. Da einige später eingemeindete östliche Ortsteile zum Gebiet des Bistums Dresden-Meißen gehören, ist der Pfarrer der Jenaer Gemeinde zusätzlich Kaplan der benachbarten Stadtrodaer Gemeinde, um auch offiziell die Katholiken seelsorgerisch betreuen zu können, die hinter der Bistumsgrenze leben. Die Pfarrei betreut auch Katholiken außerhalb Jenas und ist mit ca. 5000 Mitgliedern eine der größten Pfarreien im Bistum Erfurt und eine der größten Diasporagemeinden in Ostdeutschland.

Darüber hinaus gibt es auch Gemeinden, die zu Freikirchen gehören, darunter die Adventgemeinde (Siebenten-Tags-Adventisten) in Jena-Nord, die Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde (Baptisten), die Gemeinde der Evangelisch-methodistischen Kirche, die Adventgemeinde, die Selbständige Evangelisch-Lutherische Kirche (SELK) und die Christliche Gemeinde Lobeda.

Als Folge des Zeitgeistes, überwiegend jedoch der atheistischen Politik und Erziehung zur DDR-Zeit, gehört die große Mehrheit auch der Jenaer keiner christlichen Glaubensgemeinschaft mehr an.

Neben den christlichen Kirchen gibt es eine kleine jüdische Gemeinde. Sie hat ca. 150 Mitglieder und ist in den letzten Jahren durch den Zuzug russischer Juden entstanden. Die Gemeinde ist noch nicht als selbstständig anerkannt worden und wird deshalb von der Erfurter Gemeinde betreut. Sie besitzt ein kleines Gemeindezentrum, aber keine Synagoge.

Die Verwaltung der Stadt Jena oblag zunächst den Beamten der Lobdeburgischen Herrschaft. Doch stand bald auch ein Rat an der Spitze der Stadt, der ab 1317 von zwei Ratsmeistern geleitet wurde. Seit dem 14. Jahrhundert war der Rat dreigeteilt. 1540 führte der Kurfürst von Sachsen eine neue Städteordnung ein. Es gab mehrere Bürgermeister, doch ab 1604 nur noch einen Bürgermeister an der Spitze der Stadt. Seit 1892 trägt das Stadtoberhaupt den Titel Oberbürgermeister. Der Rat wurde von der Bevölkerung gewählt. Ab 1933 wurde der Oberbürgermeister von der Partei eingesetzt und nach dem Zweiten Weltkrieg bildete die sowjetische Besatzungszone den „Rat der Stadt“ mit einem Oberbürgermeister. Der Rat wurde vom Volk gewählt. Nach der Wiedervereinigung Deutschlands wurde das nunmehr als Stadtrat bezeichnete Gremium wieder frei gewählt. Vorsitzender dieses Gremiums ist der „Stadtratsvorsitzende“. Das Gremium wählte anfangs auch den Oberbürgermeister. Seit 2000 wird der Oberbürgermeister direkt vom Volk gewählt. Dem Oberbürgermeister stehen drei vom Stadtrat gewählte Dezernenten zur Seite. Derzeit amtieren Frank Schenker (CDU, Soziales und Kultur) und Frank Jauch (SPD, Finanzen, Ordnung, Sicherheit). Das Dezernat für Stadtentwicklung und Umwelt wird momentan von Katrin Schwarz (Bürger für Jena) geleitet.

Das Wappen der Stadt Jena zeigt in Silber einen silber-blau gekleideten Engel mit langen goldenen Haaren sowie goldenem Nimbus, Harnisch, Helm und Flügel; mit der Rechten einem grünen Drachen eine Lanze in den Rachen stoßend, in der Linken einen goldenen Schild mit aufgerichtetem schwarzen Löwen haltend; der linke Fuß steht auf dem Drachen. Unter dem Drachen ein kleiner silberner Schild mit blauer Weintraube. Die Stadtflagge ist längsgestreift in den Farben Blau-Gelb-Weiß, belegt mit dem Stadtwappen.

Die Wappenfigur stellt den Erzengel Michael dar. Die Weintraube symbolisiert den einst blühenden Weinbau in Jena. Der Löwe wurde als Wappenfigur der Herren von Meißen aufgenommen, als die Stadt an die Landgrafen von Thüringen überging. Die Wappenfiguren wurden aus dem historischen Siegel der Stadt übernommen, das schon sehr alt ist. In seiner heutigen Form wurde das Wappen zuletzt durch die Hauptsatzung der Stadt im Jahre 1999 festgelegt.

In Zusammenarbeit mit dem Theaterhaus Jena verleiht die Stadt alle drei Jahre den Jakob-Michael-Reinhold-Lenz-Preis für Dramatik im Rahmen eines Wettbewerbs für junge Dramatiker.

Die Jenaer Philharmonie wurde 1934 als Konzertorchester gegründet und 1969 auf ihre heutige Größe erweitert. Zu ihr gehören auch drei Chöre: Philharmonischer Chor (gegründet 1970), Knabenchor (1976) und Madrigalkreis (1968).

Das Stadtmuseum Göhre, das ein Museum zur Geschichte von Jena beheimatet, und das Romantikerhaus, ehemaliges Wohnhaus von Johann Gottlieb Fichte, das heute literarische Ausstellungen zeigt, sind beides städtische Institutionen.

Im Optischen Museum wird eine Ausstellung über Geschichte und Funktionsweise optischer Geräte wie Brillen oder Mikroskope gezeigt. Das Schott GlasMuseum bietet Einblicke in die Produktion und Verwendung von Glas sowie über den familiären Hintergrund von Otto Schott, dem Begründer des Jenaer Glaswerks und Erfinder des feuerfesten Glases.

Biologische Ausstellungen befinden sich im Phyletischen Museum und im Botanischen Garten, die beide zur Universität gehören. Weiterhin existiert eine Goethe-Gedenkstätte. In der Gemeinde Cospeda befindet sich eine Gedenkstätte zur Schlacht bei Jena und Auerstädt. Die Imaginata im Alten E-Werk ist eine Ausstellung zum Greifen und Begreifen physikalischer Phänomene für Kinder und Jugendliche.

Wanderausstellungen werden in der Göhre, in der Schott-Villa und im Prinzessinnenschloss gezeigt.

Alle drei Jahre richtet das Romantikerhaus - Museum für Literaturgeschichte der Stadt Jena den Literaturwettbewerb zur Vergabe des Caroline-Schlegel-Preises aus.

In Jena gibt es mehrere Holocaustdenkmäler. An der B 7 sind mehrere Gedenktafeln für die Häftlinge des Konzentrationslagers Buchenwald angebracht, deren Todesmarsch am Ende des Zweiten Weltkrieges dort vorbeiführte. Am Westbahnhof hängt eine Gedenktafel an die Juden, Sinti und Roma, da von dort aus die Züge in die Konzentrationslager ausgingen. Ein Steindenkmal an der B 7 zwischen Johanniskirche und Friedenskirche trägt den Spruch „Unseren Toten zum Gedenken, ihren Mördern zur Schande, den Lebenden zur Mahnung“.

Kriegerdenkmäler befinden sich im Nordfriedhof,auf dem Friedensberg und am Landgrafen (Blinkerdenkmal).

Zwischen Kunitz und Wenigenjena wurde das Erlkönigdenkmal für die Ballade Erlkönig von Johann Wolfgang von Goethe errichtet.

Auf einem der ehemaligen Schlachtfelder der Schlacht von Jena und Auerstedt zwischen Cospeda und Jena steht der Napoleonstein.

Zur Erinnerung an die von den Nationalsozialisten ermordeten Juden Jenas wurden am 23. Mai 2007 die ersten acht der sogenannten Stolpersteine in einer öffentlichen Aktion des Kölner Künstlers Gunter Demnig verlegt. Acht weitere Stolpersteine wurden am 7. Mai 2008 gesetzt.

In Jena gab es die sogenannten Sieben Wunder, mit denen die Stadt schon im 17. Jahrhundert über ihre Grenzen hinweg warb. Heute sind noch fünf dieser damaligen Wunder vorhanden (alle außer Pons und Domus). Der lateinische Merkspruch, den man damals als Student der Jenaer Universität hatte auswendig kennen sollen, lautet: „Ara, caput, draco, mons, pons, vulpecula turris, Weigeliana domus, septem miracula Jenae“ (Altar, Kopf, Drachen, "Jenzig"-Berg, Camsdorfer Brücke, Fuchsturm, Weigelsches Haus, die Sieben Wunder Jenas).

Die Adern von Jena sind ein landschaftsarchitektonisches Projekt in Jena-Paradies und offizielles Begleitprojekt der Bundesgartenschau Gera-Ronneburg 2007.

Große Teile des historischen Stadtzentrums wurden am Ende des Zweiten Weltkrieges zerstört oder fielen den sozialistischen Umbauplänen zum Opfer, so dass – insbesondere um den Eichplatz – wenig historische Gebäude im Stadtzentrum zu finden sind. Dieses wurde in den letzten Jahrzehnten mit teilweise größeren Gebäudekomplexen ergänzt. Die Architektur im Stadtzentrum entstand somit in verschiedenen Bauzeiten- und Stilen und ist gegenüber anderen Städten in Thüringen modern sowie teilweise auch industriell geprägt.

Das markanteste Gebäude in Jena und Wahrzeichen ist der JenTower (im Volksmund Uniturm oder Keksrolle), das zweithöchste Bürogebäude in den neuen Bundesländern. Dieses wurde Ende der 60er Jahre von Hermann Henselmann, einem der bekanntesten Architekten der DDR, geplant. Um die Jahrtausendwende wurde das Gebäude saniert, die ursprüngliche Gliederung der Fassaden ging dabei verloren. Daneben gibt es noch den alten, nicht mehr in Betrieb befindlichen Fernsehturm auf dem Landgrafen und die Turmüberreste der alten Stadtmauer. Dazu gehören der 1995 bei Sanierungsarbeiten eingestürzte (aber inzwischen wieder aufgebaute) Rote Turm am südöstlichen Ende, der Anatomieturm, in dem Johann Wolfgang von Goethe geforscht hat und mit Justus Christian Loder den Zwischenkieferknochen entdeckte, am südwestlichen Ende und das Johannistor am westlichen Ende des historischen Stadtkerns. Vom Johannistor verläuft ein kurzes Mauerstück, auf dem das so genannte Haus auf der Mauer steht, bis zum ehemaligen Pulverturm im Nordwesten des Stadtkerns.

Innerhalb des Stadtkerns steht das Collegium Jenense, ein altes Universitätsgebäude, das in einem ehemaligen Kloster eingerichtet wurde. Am historischen Marktplatz befindet sich neben dem historischen gotischen Rathaus (1377–1413) mit dem Schnapphans auch die Göhre, in der sich das Stadtmuseum befindet. Auf dem Marktplatz steht ein Denkmal Johann Friedrichs I. des Großmütigen, des Begründers der Jenaer Universität. In Jena wird er auch Hanfried genannt. Den Nordosten des alten Stadtzentrums schließt das 1905–1908 erbaute Universitätshauptgebäude ab. An seiner Stelle stand vorher das alte Jenaer Stadtschloss. An das Schloss erinnert heute nur noch der alte Schlossbrunnen im Innenhof.

Im Norden des Stadtzentrums befindet sich die im Jahr 2001 wiedererbaute Thüringer Universitäts- und Landesbibliothek (kurz ThULB). Das Gebäude enthält fast alle Bibliotheken der Friedrich-Schiller-Universität sowie eine große Restaurierungs- und Digitalisierungswerkstatt. Nahe der ThULB, in nördlicher Richtung, befindet sich der Botanische Garten und gleich dahinter das am 18. Juli 1926 eröffnete Zeiss-Planetarium der Jenaer Architekten Schreiter und Schlag, das älteste erhaltene Planetariumsgebäude der Welt. Westlich des Planetariums befindet sich das Griesbachsche Gartenhaus, auch Prinzessinnenschlösschen genannt, mit einer großen Gartenanlage, an die sich die von Ernst Neufert errichtete Mensa Philosophenweg anschliesst.

Im Westen des Stadtzentrums steht am Ernst-Abbe-Platz mit dem Bau 15 das erste deutsche Hochhaus. Daneben befindet sich auf einem ehemaligen Fabrikgelände des Carl-Zeiss-Kombinates das Einkaufszentrum Goethe-Galerie. Ebenso sind im Westen der Stadt Zeitzeugnisse des Bauhauses zu bewundern, zwei Wohnhäuser des Architekten Walter Gropius, das Haus Zuckerkandl(1927-1929) und das Haus Auerbach(1924). Beider Häuser wurden nach 1990 denkmalgerecht saniert und sind in Privatbesitz. Besonders bemerkenswert ist die einzige original erhaltene Bauhaus-Küche im Haus Zuckerkandl.

Zwischen Goethe-Galerie, dem Volkshaus und dem alten Klinikgelände Bachstraße wurde ein Denkmal für Ernst Abbe in Form eines Tempels mit einer Dachkonstruktion im Jugendstil errichtet. Architekt des Denkmals war Henry van de Velde. Das Volkshaus enthält Säle für diverse Veranstaltungen, die Probenräume der Jenaer Philharmonie und einen Großteil der Jenaer Stadtbibliothek, die Ernst-Abbe-Bibliothek.

Südlich des Stadtzentrums befindet sich das Schillerhaus mit Garten und Theater, von dem heute nur noch der Bühnenraum steht. Im Schillergässchen befindet sich die Volkssternwarte Urania Jena. Hier werden regelmäßig öffentliche Himmelsbeobachtungen und astronomische Vorträge angeboten. Südlich des Marktes befindet sich ein bemerkenswertes historischen Kino (seit 2009 leider nicht mehr in Betrieb) der Jenaer Architekten Schreiter und Schlag. Es wurde im Baustil der 20er Jahre, beginnende Moderne, errichtet.

Östlich des Stadtkerns befindet sich die Saale mit der Camsdorfer Brücke und das Gasthaus Grüne Tanne (heute im Besitz einer Burschenschaft), dem Gründungsort der Jenaischen Burschenschaft, die heute als Urburschenschaft bezeichnet wird. Die schwarz-rot-goldene Fahne hat hier ihren Ursprung.

Jena ist durch die Saale geteilt, was mehrere Brücken erforderlich machte. Die alte Camsdorfer Brücke, welche zu den sieben Stadtwundern gehörte, wurde ab Juli 1912 abgetragen und bis November 1913 durch eine breitere ersetzt, um dem stärker werdenden Verkehr gerecht zu werden. Die im Zweiten Weltkrieg durch die Wehrmacht gesprengte Camsdorfer Brücke wurde 1946 mit Hilfe der sowjetischen Armee wieder aufgebaut und musste auf Grund schwerwiegender Schäden im Jahr 2005 saniert werden.

Lange Zeit war die Camsdorfer Brücke der einzige im Schwerlastverkehr befahrbare Saale-Übergang im Jenaer Stadtgebiet.

Weitere Brücken wurden erst im ausgehenden 19. Jahrhundert erbaut. Die Schützenbrücke (seit 1882) und der Wiesensteg hatten vor allem Bedeutung für den Fußgängerverkehr, insbesondere wegen der regen Bautätigkeit in Obercamsdorf und Wenigenjena. 1927/1928 wurde die Schützenbrücke durch die einige Meter stromaufwärts neu erbaute Paradiesbrücke . und der Wiesensteg durch die stromaufwärts gelegene Griesbrücke ersetzt. Zwischen dem Südviertel und der Oberaue befindet sich eine Fußgängerbrücke. Nach Eingemeindung umliegender Dörfer kamen die Brücke zwischen Zwätzen und Kunitz, die Burgauer Brücke und die Mauaer Brücke dazu. In den 1980er Jahren wurde zwischen Neu-Lobeda-West und Göschwitz eine weitere Brücke errichtet. Erst in den 1990er Jahren wurde die Umgehung von Wenigenjena fertiggestellt, die Jena-Ost durch die Wiesenbrücke mit der Innenstadt (Jenzigweg/Löbstedter Straße) verbindet.

Die Brücke in Burgau wurde wie die übrigen Jenaer Brücken 1945 gesprengt. Sie ist nach ihrem Wiederaufbau für Kraftfahrzeuge gesperrt und entspricht in ihrer Erscheinung dem mittelalterlichen Vorbild. Der Autoverkehr wird über eine Neubaubrücke aus den 1990er Jahren geleitet. Für die Straßenbahn wurde in der Oberaue eine separate Brücke errichtet. Nur in Burgau und mit der Paradiesbrücke wurden vorhandene Brücken aus den 1940er Jahren genutzt.

Von den ehemaligen Burgen von Jena sind heute nur Ruinen oder kleine Teile vorhanden. Die südlichste Burg ist die obere Lobdeburg. Die untere Lobdeburg ist heute nicht mehr existent. Sie lag höchstwahrscheinlich am Ende des Marktes. Das weitläufig als untere Lobdeburg beizeichnete Gebäude am Nordostrand der Altstadt ist ein Neubau des 20. Jahrhunderts. Eine weitere Burg der Lobdeburger befand sich in der Ortslage Burgau, eventuell parallel zu einer Befestigungsanlage der Wettiner, die frühzeitig ein Amt danach benannten. Auf dem Johannisberg (zwischen Lobeda und Wöllnitz) befinden sich mehrere Befestigungsanlagen aus der späten Bronzezeit und dem frühen Mittelalter (9./10. Jahrhundert). Östlich des Stadtkerns von Jena befinden sich vier ehemalige Befestigungsanlagen. Der Fuchsturm ist der Rest der Burganlage Kirchberg aus dem 12. Jahrhundert. Von Westen nach Osten erstrecken sich die Reste der Burgen Greifberg, Königspfalz Kirchberg (10. Jahrhundert), Kirchberg (12. Jahrhundert) und Windberg. Weiter nördlich auf dem Jenzig befindet sich eine prähistorische Wallanlage. Im Norden findet man die Ruine Kunitzburg, eigentlich Burg Gleisberg, ein ehemaliger Sitz von Reichsministerialen. Mit Sicherheit gab es innerhalb der eingemeindeten Dörfer eine Reihe von befestigten Adelssitzen, wie beispielsweise in Drackendorf, in Kunitz, in Isserstedt und in Lichtenhain.

In Jena selbst befand sich auf dem Gelände des heutigen Hauptgebäudes der Friedrich-Schiller-Universität das Stadtschloss, 1670 bis 1692 Regierungssitz des Herzogtums Sachsen-Jena. Es musste dem Universitätsneubau weichen, der 1908 anlässlich des 350-jährigen Universitätsjubiläums eingeweiht wurde.

Zum Kirchenkreis Jena gehören viele bedeutende Kirchen. Im Stadtzentrum befindet sich die spätgotische dreischiffige Stadtkirche St. Michael, die evangelische Parochialkirche (Hauptkirche) Jenas. Ihr Vorgängerbau, eine vermutlich im 12. Jahrhundert entstandene altromanische Pfarrkirche, erfuhr mehrere Umbauten, vor allem bei der Errichtung des Zisterziensernonnenklosters 1301, das nicht mehr besteht. Das Langhaus der heutigen Kirche wurde 1380–1506 errichtet, der Turm 1486–1557. Sie gilt als größte Hallenkirche Ostthüringens. Martin Luther hatte hier mehrmals gepredigt. Sein Grabstein (aber nicht sein Grab) befindet sich seit 1571 hier. Erwähnenswert ist die restaurierte Renaissance-Einzeigeruhr der Kirche.

Teile der römisch-katholischen Kirche St. Johannes Baptist in der Wagnergasse im Stadtzentrum bestehen bereits seit dem 9. Jahrhundert. Daher gilt die Kirche als eine der ältesten Jenas. Nahe der katholischen Kirche steht die ehemalige Garnisonskirche, jetzt Friedenskirche, eigentlich Johann-Georgs-Kirche. Nachdem Jena 1672 Hauptstadt des Herzogtums Sachsen-Jena geworden war, erbaute man 1686–1693 auf Anraten Johann-Georgs II., Herzog von Sachsen-Eisenach, die Kirche auf dem Gelände des alten Johannisfriedhofs und benannte sie nach ihm. Im Jahr 1743 wurde sie von Herzog Ernst August von Sachsen-Weimar der Jenaer Garnisonsgemeinde zugewiesen, deshalb der Name Garnisonskirche. Im Frühjahr 1938 wurden dort Thüringer Pfarrer auf Adolf Hitler vereidigt. Im Jahre 1946 wurde sie in Friedenskirche umbenannt.

Eine wichtige Rolle in der Stadtgeschichte spielten weitere Kirchen wie die Kollegienkirche als Universitätskirche des Collegium Jenense, entstanden aus dem ehemaligen Dominikanerkloster am Südwestende der Altstadt. Unweit davon befand sich am Engelplatz das Karmeliterkloster. Für die Reisenden und Kranken war vor allem die Kirche St. Nicolaus, die vor der Stadt im Bereich des heutigen Spittelplatzes stand, ein Ort des Gebetes.

Einer der Vorgängerbauten der Schillerkirche "Unserer lieben Frau" war nach Meinung einiger Forscher die Kirche des alten Jani, die 937 im Zusammenhang mit der Burg Kirchberg erwähnt wurde. Die ersten Teile wurden im 14./15. Jahrhundert errichtet. Der Bau des Langhauses wurde erst 1557 „provisorisch“ beendet. Hier wurden am 22. Februar 1790 Friedrich Schiller und Charlotte von Lengefeld getraut.

Den ältesten Friedhof in Jena, der bis ins 9. Jahrhundert zurückreicht, hat man im Bereich der Kirche Unserer lieben Frauen in Wenigenjena entdeckt. Der Stadtarchäologe Matthias Rupp nimmt deshalb an, dass in Wenigenjena der Ursprung und das erste Siedlungsgebiet Jenas liegt.

Der größte Friedhof ist der Nordfriedhof; der zweitgrößte der 1912 eingeweihte Ostfriedhof. Daneben gibt es noch den historisch bedeutsamen Johannisfriedhof, der wahrscheinlich im Zuge der planmäßigen Stadtanlage Jenas außerhalb der Stadtmauern errichtet und seit dem Mittelalter genutzt wurde. Im Laufe des 19. Jahrhunderts wurde er zu klein für die expandierende Stadt, so wurde Nordfriedhof angelegt. Der Johannisfriedhof wird seit 1978 nur noch als Park genutzt. Auf seinem Gelände befindet sich die Friedenskirche und auch das Grab von Carl Zeiß. Der Johannisfriedhof erstreckte sich früher bis zur katholischen Kirche, jedoch wurde er durch den Bau der heutigen Bundesstraße B 7 nach Weimar stark verkleinert.

Die eingemeindeten Dörfer besitzen ebenfalls eigene Friedhöfe.

Die Grablegen der Pastoren und vornehmen Herren der Stadt befinden sich in St. Michael, in der Kollegienkirche, im Karmeliterkloster, im Hospital und in St. Nicolaus.

In Jena gibt es mehrere Sportplätze. Der größte ist das Ernst-Abbe-Sportfeld, die Heimspielstätte des FC Carl Zeiss Jena, mit einer Kapazität von 15.610 Zuschauern. Dazu kommen der Post-Sportplatz in Jena-Ost neben dem Ostbad und ein Sportplatz in Jena-Zwätzen. Die Halle mit dem größten Zuschauerpotential ist die JenArena, Spielort des Basketball-Pro A-Ligisten Science City Jena. Sie bietet bis zu 3.000 Zuschauern Platz. In Lobeda-West besteht ein Sporthallenkomplex mit einer Zuschauerkapazität von 1.000 Zuschauern. Dazu kommen Sporthallen verschiedener Schulen sowie der Sporthallenkomplex des TuS-Jena gegenüber dem Ernst-Abbe-Sportfeld. Dieser wird auch vom Sportgymnasium genutzt.

Unweit des Stadions befindet sich der Großteil des Universitätssportgeländes Oberaue. Es beherbergt den USV Jena, den größten Sportverein Thüringens. Die beiden populärsten Abteilungen sind der FF USV Jena (Frauenfußball der 1. Liga) und das Fiddlers Green Rugby Team Jena. Eine weitere Dreifelderhalle in Parknähe ist im Bau. Für Hunde befindet sich in der Nähe des Landgrafen eine Trainingsanlage.

Auf der Saale wird in der warmen Jahreszeit Wassersport in Form von Kanu-, Kajak- und Ruderbootfahren betrieben. Die einschlägigen Clubs sind am gegenüberliegenden Saaleufer angesiedelt. Hier ist auch eine Slalomstrecke auf dem Fluss eingerichtet.

Im Stadtteil Münchenroda befindet sich der Golfplatz des Golfclubs Weimar-Jena e. V.

Der Flugsport ist am Flugplatz Jena-Schöngleina angesiedelt. Gelegentlich nutzen Hängegleiter-, Gleitschirm- und Motorschirmflieger die Hänge um Jena zum Starten. Das Paradies wird bei gutem Wetter als Startzone für Heißluftballonfahrten genutzt.

Zentrum des Jenaer Nachtlebens ist die Wagnergasse und ihre nähere Umgebung. Hier sind vor allem Kneipen und Cafés angesiedelt. Ältester Studentenclub ist seit 1966 der Rosenkeller in der Johannisstraße. Hier finden unter anderem jede Woche mehrere Konzerte unterschiedlichsten Genres statt.

Unterhalb des Westbahnhofes befindet sich das Zentrum für Jugend- und Soziokultur Kassablanca, in dem seit Anfang der 1990er Jahre viele Künstler auftraten. Jena bietet noch einige andere Nachtclubs in Zentrumsnähe, wie beispielsweise das F-Haus und das UmaCarlson.

Die Stadt ist ein Bahnknotenpunkt. Hier kreuzen sich die Fernstrecken München–Nürnberg–Halle (Saale)/Leipzig–Berlin (auch Saalbahn, KBS 560) und die Mitte-Deutschland-Verbindung Weimar–Glauchau (auch Weimar–Geraer Bahn oder Holzlandbahn, KBS 565). Jena verfügt über drei Bahnhöfe und drei Haltepunkte. Alle Züge in Ost-West-Richtung fahren über den Haltepunkt Neue Schenke am südöstlichen Rand der Stadt, den Bahnhof Göschwitz (Saale) und den Bahnhof Jena West (Westbahnhof, früher Weimar-Geraer Bahnhof). Die Verbindungen in Nord-Süd-Richtung (Saalbahn) verlaufen über den Haltepunkt Jena-Zwätzen, den Saalbahnhof (bis 2001 der Fernverkehrshalt Jenas), den Haltepunkt Jena Paradies (ICE-Halt) und den Bahnhof Göschwitz (Saale). Die beiden Bahnstrecken treffen sich weit außerhalb des Stadtzentrums am Bahnhof Göschwitz, der in den 1970er und 1980er Jahren als Hauptbahnhof geplant war. Am 12. Juni 2005 wurde der neu errichtete, moderne ICE-Haltepunkt Jena Paradies eröffnet, der die ab 2001 genutzten provisorischen Holzbahnsteige ablöste.

In Jena halten Intercity-Express-Züge der Linie (Hamburg –) Berlin – Leipzig – Nürnberg – München. Die Züge dieser Strecke sollen jedoch nach Fertigstellung der Schnellfahrstrecken Leipzig–Erfurt und Nürnberg–Erfurt über Erfurt und somit nicht mehr über Jena verkehren.

Im Regionalverkehr sind u.a. Weimar, Erfurt, Göttingen, Gera, Chemnitz, Zwickau, Saalfeld (Saale), Lichtenfels, Pößneck, Rudolstadt, Blankenstein, Großheringen und Naumburg (Saale) direkt erreichbar.

Durch das südliche Stadtgebiet führt in West-Ost-Richtung die Bundesautobahn 4 (Frankfurt/Main –) Erfurt – Chemnitz – Dresden. Die Stadt ist über die Anschlussstellen Jena-Göschwitz und Jena-Lobeda erreichbar. Ferner führen die B7 und die B88 durch Jena.

In Jena kreuzen sich zwei Radfernwege - der Saale-Radweg und der Radfernweg Thüringer Städtekette. Beide sind Teil des sogenannten D-Netzes von 12 Fernradwegen, die im Nationalen Radverkehrsplan 2002-2012 der Bundesregierung ausgewiesen sind. Der Saale-Radweg ist Teil der Ostsee-Oberbayern-Route. Der Radfernweg Thüringer Städtekette ist Teil der Mittelland-Route, die von Aachen (aus Westeuropa kommend) bis Zittau (und weiter nach Osteuropa) führt. Der Anteil des Radverkehrs am gesamten Verkehrsaufkommen in der Stadt (Modal Split) liegt über 10 Prozent und soll in den nächsten Jahren 15 Prozent erreichen .

Die Omnibuslinie Jena–Apolda, die am 5. September 1909 den fahrplanmäßigen Verkehr aufnahm, ist die älteste regelmäßige Kraftverkehrsverbindung zwischen zwei Thüringer Städten. Den ÖPNV bedienen Straßenbahn- und Buslinien der Jenaer Nahverkehrsgesellschaft mbH (JeNah). Das Straßenbahnnetz bereichern auch zwei Nachtlinien, die im 30- (selten 40-) Minuten-Takt, teilweise rund um die Uhr, verkehren. Einige Ortschaften können nur mit dem überregionalen Personennahverkehr der JES Verkehrsgesellschaft mbH erreicht werden, was aber oftmals nur montags bis freitags bzw. an Schultagen morgens und nachmittags möglich ist.

Aufgrund mehrerer Staustufen ist die Saale bei Jena heute nicht mehr schiffbar. Früher war hier ein Anlegepunkt für kleinere Transportschiffe und das Holz aus dem Thüringer Holzland wurde durch Jena geflößt.

Östlich der Stadt befindet sich der Verkehrslandeplatz Flugplatz Jena-Schöngleina, der auch für den Charterflug genutzt wird. Die nächsten größeren Verkehrsflughäfen befinden sich in Leipzig/Halle, Erfurt und Nürnberg.

Jena gehört zu den drei Oberzentren Thüringens. Nach Jena pendeln mehr Arbeitnehmer ein als von Jena auspendeln. Jena wird neben den Städten Erfurt und Ilmenau als Teil des Thüringer Technologiedreiecks bezeichnet. Die Arbeitslosenquote liegt mit 9,1 Prozent (Dezember 2007) unter dem Landesdurchschnitt von 11,8 Prozent (Dezember 2007) und unter dem Durchschnitt der neuen Bundesländer von 13,7 Prozent (Dezember 2007).

In Jena hat die Holz- und Papierherstellung lange Tradition, von der eine Papierfabrik in Porstendorf erhalten geblieben ist.

Ab dem 19. Jahrhundert wurde in Jena die Glas- und Optikindustrie ansässig. Durch Erfindungen, die das Mikroskop revolutionierten, und die Entwicklung des Planetariums sind die einschlägigen Unternehmen heute weltweit bekannt. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden die Unternehmen Carl Zeiss Jena GmbH und SCHOTT JENAer GLAS GmbH durch emigrierte Wissenschaftler und Angestellte in Westdeutschland neu gegründet. Bis Juli 1945 deportierten die amerikanischen Besatzer einen Großteil des Know-how in Form von Wissenschaftlern und Aufzeichnungen in ihre Besatzungszone. Danach erfolgte unter der russischen Besetzung die Demontage der Industrie und deren Deportation nach Russland. Anfangs baute die Jenaer Bevölkerung die Städtische Industrie selbst wieder auf, bis auch die russischen Besatzer in der neugegründeten DDR den Wiederaufbau unterstützten, um sie gegenüber der Bundesrepublik Deutschland zu stärken. Später entstand das Kombinat VEB Carl Zeiss Jena. Die Schottwerke wurden ebenfalls in ein Kombinat umgewandelt. Zusätzlich entstand in der DDR-Zeit mit Jenapharm ein pharmazeutisches Unternehmen.

Nach der Wende wurde das volkseigene Großkombinat Carl Zeiss, in dem fast alle optischen Unternehmen der DDR zusammengeschlossen waren, privatisiert. Carl Zeiss Oberkochen übernahm die Verantwortung für das optische Kerngeschäft. Für den überwiegenden Teil der Jenaer Werke wurde ein Sanierer gesucht und mit Lothar Späth gefunden. In Jena entstand die Carl Zeiss Jena GmbH als Tochterunternehmen von Zeiss Oberkochen und die Jenoptik GmbH als Rechtsnachfolgerin des ehemaligen Kombinats mit Späth an der Spitze. 1998 wagte die Jenoptik als Aktiengesellschaft den Schritt an die Börse.

Die Interessen der Unternehmen und Institute auf dem Gebiet der optischen Technologien werden vom Firmenverbund OptoNet e. V. vertreten. Im Zuge der erfolgreichen Bewerbung im Rahmen der BioRegio-Initiative mit dem Konzept 'Bioinstrumente' wurden zahlreiche Biotechnologieunternehmen gegründet. Unternehmen dieser Branche, die ihren Hauptsitz in Jena haben sind Analytik Jena, Biolitec und Cybio.

Die Deutsche Effecten- und Wechsel-Beteiligungsgesellschaft AG (kurz: DEWB), eine ehemalige Tochtergesellschaft der Jenoptik AG, die sich auf die Finanzierung und Entwicklung junger Unternehmen auf dem Gebiet der optischen Technologien und der Sensorik spezialisierte, hat ihren Hauptsitz in Jena.

Mit der Intershop Communications AG entstand eine Firma zur Entwicklung von Software für den E-Commerce. Nach finanziellen Schwierigkeiten sind heute nur noch ein kleiner Teil der Mitarbeiter übriggeblieben. Der Name Intershop ist eine Anspielung auf die Intershop-Läden in der DDR, in denen „Westware“ gegen Westgeld verkauft wurde. Daneben sind auch einige kleine Unternehmen im Bereich des Internethandels tätig. Sie sind zum Teil mit ehemaligen Mitarbeitern von Intershop Communications AG gegründet worden.

Die Firma VEB Jenapharm suchte nach der Wende einen Käufer und fand ihn in der Gehe AG. Später wurde der Betrieb durch die Schering AG übernommen. Eine ganze Reihe pharmazeutischer Institute und Firmen haben sich im Umfeld angesiedelt. Die Firma hat sich als Marktführer im Bereich der oralen Kontrazeptiva in Deutschland etabliert.

Im Bereich Sicherheitstechnik hat der US-amerikanische Cross Match Technologies-Konzern seit der Übernahme der britischen Smiths Heimann Biometrics-Gruppe (SHB) im August 2005 eine Zweigstelle in Jena. Hewlett Packard, zuvor schon Kooperationspartner von Intershop Communications, hat seit dem Kauf eines Online-Bilderdienstes 2005 ebenfalls eine Niederlassung in der Stadt.

Die WACKER Biotech GmbH produziert therapeutische Proteine mit biotechnologischen Verfahren. Sie wurde 1999 unter dem Namen ProThera GmbH als Ableger des Hans-Knöll-Instituts in Jena gegründet und ist seit 2005 eine vollständige Tochter der Wacker Chemie AG.

WACKER SCHOTT Solar GmbH, ein neu gegründetes Gemeinschaftsunternehmen der Firmen Wacker Chemie und Schott, hat am 16. April 2008 ein Werk zur Herstellung von Silizium-Wafern für die Solarindustrie in Betrieb genommen. Die SCHOTT Solar GmbH weihte am 6. November 2007 eine Produktionsstätte für die Herstellung von Dünnschichtsolarmodulen ein. Die Kapazität beträgt 33 Megawatt (MW) pro Jahr.

Der größte Vermieter der Stadt mit etwa 14.000 Wohnungen ist die Jenawohnen GmbH (zuvor SWV GmbH), ein Tochterunternehmen des lokalen Energieversorgers Stadtwerke Jena-Pößneck, an dem die Stadt noch mit sechs Prozent beteiligt ist. Mit zirka 6200 Wohnungen ist die 1954 gegründete Wohnungsgenossenschaft Carl Zeiss e. G. der zweitgrößte Vermieter in Jena und Umgebung.

Die an der „Thüringer Städtekette“ nebeneinander aufgereihten Städte Jena, Weimar und Erfurt arbeiten bei aller Konkurrenz seit der Vorbereitung zum Kulturstadtjahr „Weimar 99“ in ausgewählten Bereichen zusammen. Markantes Ergebnis dieser Kooperation ist u.a. der Verbundtarif, der in (fast allen) Bussen, Straßenbahnen und der DB in der Region einheitlich gilt und durch den mit nur einem Fahrschein all diese öffentlichen Verkehrsmittel genutzt werden können. Die Kooperation wurde 2005 durch gemeinsames Verfassen eines Regionalkonzepts auf neue Beine gestellt und ist seitdem dabei, mehr Bereiche als nur Tourismus und Nahverkehr gesamtregional zu betrachten und zu bearbeiten. So soll vor allem die wirtschaftliche Zusammenarbeit verbessert werden. Diese Prozesse laufen unter der Marke „Erfurt- Weimar- Jena Die ImPuls- Region“ und beinhalten gleichermaßen den die Städte umfassenden Landkreis Weimarer Land.

In Jena gibt es Lokalredaktionen der Tageszeitungen Ostthüringer Zeitung (OTZ, hervorgegangen aus dem Zentralorgan der SED im Bezirk Gera („Volkswacht“) und der auflagenschwächeren Thüringische Landeszeitung (TLZ). Beide gehören der Zeitungsgruppe Thüringen (WAZ-Konzern) an. Der Offene Kanal Jena, ein Radiosender, sendet seit 1998 auf 103,4 MHz (UKW) und im Kabel auf 107,90 MHz.

Weiterhin gibt es einen TV-Sender JenaTV, der seit 1998 Bewegtbildnachrichten in und aus Jena ins lokale Kabelnetz einspeist. Des Weiteren erscheinen an der Friedrich-Schiller-Universität Jena, der FH Jena und an einigen Gymnasien die Studentenzeitungen Akrützel, Die Wurzel und Unique. Seit August 2008 erscheint auch das Stadtmagazin 07.

Im Internet werden Jenaer Lokalnachrichten von jenanews.de und jenakompakt.de präsentiert. Abgerundet wird die Jenaer Medienlandschaft seit 2003 durch das Studentenradio von Universität und FH, dem Campusradio Jena.

In Jena befindet sich eine Dienststelle des Deutschen Patent- und Markenamts, dessen Hauptsitz in München ist.

Begabtenförderung und Reformpädagogik haben in Jena lange Tradition. Es wurden und werden verschiedenste Ansätze bezüglich naturwissenschaftlicher und geisteswissenschaftlicher Schulen verfolgt.

Das Spezialgymnasium „Carl-Zeiss“ ist ausgerichtet auf Mathematik und Naturwissenschaften. Dabei wird besonders Wert auf die selbstbewusste und umfassende Auseinandersetzung mit diesen Themen gelegt . Die Schule machte besonders auf sich aufmerksam durch Erfolge auf nationaler und internationaler Ebene in Naturwissenschafts-Wettbewerben wie zum Beispiel der Mathematikolympiade, dem Bundeswettbewerb Informatik oder der Internationalen Chemieolympiade.

Mitte des 19. Jahrhunderts wirkte der Pädagoge Karl Volkmar Stoy hier. Im Sommer 1853 ist er mit einer gesamten Schule durch die Landschaft gezogen und hat so den Wandertag erfunden. Die von ihm 1844 gegründete Schule war eine der Ersten mit angebauter Turnhalle. Heute trägt ein Berufsschulzentrum seinen Namen. Anfang des 20. Jahrhunderts gründete Hermann Pistor eine Fachschule für Augenoptik und der Pädagoge Peter Petersen entwickelte das Jena-Plan-Modell an der Universität in der Stadt und in einer eigenen Universitätsschule.

Die erste deutsche Montessorischule wurde zu Pfingsten 1923 in der ehemaligen Grundschule von Wenigenjena gegründet. Sie bestand bis 1929 und wurde dann von der nationalsozialistisch bestimmten Landesregierung von Thüringen geschlossen.

Neben der Jenaplan-Schule, die gleich nach der Wende im Ziegenhainer Tal wiedererstand und 2006 einer der Träger des Deutschen Schulpreises wurde, gibt es auch wieder eine Montessorischule in Jena. Weiterhin existieren heute eine Freie Waldorfschule im Süden und eine Europaschule im Stadtteil Alt-Lobeda. Die Integrierte Gesamtschule „Grete Unrein“ entstand 1991 als ein Sondermodell mit der Umwandlung der Erich-Weinert-Schule an der Leutra zur Grundschule.

Das „Johann Christoph Friedrich GutsMuths Gymnasium“ legt einen Schwerpunkt im Bereich Sport. Unter landeskirchlicher Trägerschaft steht das Christliche Gymnasium Jena.

Derzeit werden die Realschule Ostschule und das Adolf-Reichwein Gymnasium im Gebäude des Gymnasiums zu einer Kooperativen Gesamtschule vereint. Grund dafür sind die zurückgehenden Schülerzahlen. Im Gebäude der Ostschule ist seit November 2006 das Angergymnasium untergebracht.

Neben Politikern und Gelehrten der Universität wurden auch Menschen, die sich um die Stadt verdient gemacht haben mit der Ehrenbürgerwürde der Stadt Jena ausgezeichnet.

Erstmalig wurde diese Ehre dem Professor der Theologie, Kirchenrat und Superintendent Eduard Schwarz am 1. Februar 1837 zuteil. Der ehemalige Reichskanzler Otto von Bismarck erhielt die Auszeichnung Ende Juli 1894, einen Tag vor seinem Besuch in der Stadt.

Die während der Zeit des Nationalsozialismus in Deutschland verliehenen Ehrenbürgerwürden, unter anderem an Adolf Hitler oder den damaligen thüringischen Gauleiter Fritz Sauckel, wurden später wieder aberkannt.

Am 20. März 1991 wurden sechs Auszeichnungen aus der Zeit vor der Wende in der DDR aberkannt, darunter auch die des langjährigen Kombinatsdirektors des VEB CARL ZEISS JENA Wolfgang Biermann.

In Jena geborene Personen sind oder waren in vielen Bereichen der Öffentlichkeit, wie Wissenschaft, Kultur, Sport oder Politik in Erscheinung getreten.

Der 1590 in Jena geborene Theologe Johann Matthäus Meyfart war ein bekannter Kritiker der Hexenverfolgung und Dichter von Kirchenliedern. Bernhard zur Lippe-Biesterfeld, am 28. Juni 1911 geboren, heiratete im Januar 1937 die spätere niederländischen Königin und ist ein adliger Sohn der Stadt.

Als Journalist und Fernsehmoderator hat der am 18. September 1937 geborene Geert Müller-Gerbes bei mehreren Radio- und Fernsehstationen gearbeitet. Die Politikerin Sahra Wagenknecht ist Vorstandsmitglied der Linken Partei und Mitglied des Europaparlaments.

Der langjährige deutsche Fußballnationalspieler Bernd Schneider, im Jahr 1973 in Jena geboren, wuchs in der Saalestadt auf verbrachte dort seine Jugendzeit.

Viele Personen, die in Jena Zeit ihres Lebens verbrachten, haben die Geschichte der Stadt tief geprägt und ihr Angesicht spürbar verändert. Ihre Namen finden sich heute als Namensträger von Strassen und Plätzen.

Gelehrte und Studenten der Friedrich-Schiller-Universität trugen mit ihrer Arbeit erheblich zum Ansehen der Stadt bei. Philosophen und Dichter, wie Georg Wilhelm Friedrich Hegel, Johann Gottlieb Fichte, Novalis, Friedrich Schlegel oder Friedrich Schiller lernten und schufen hier ihre Werke. Der Chemiker Johann Wolfgang Döbereiner suchte nach einen Zusammenhang zwischen den Elementen. Karl Volkmar Stoy und Peter Petersen haben mit ihrer Arbeit in Jena große Verdienste auf dem Gebiet der Pädagogik erworben.

In der Zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts schuf Carl Zeiss zusammen mit Ernst Abbe und Otto Schott die Grundlagen der modernen Optik in Jena. Die von ihnen gegründeten Unternehmen erlangten Weltruhm mit der Herstellung wissenschaftlicher Instrumente. Lothar Späth, ehemaliger Ministerpräsident von Baden-Württemberg, leitete hier rund 150 Jahre danach eines der Folgeunternehmen.

Zum Seitenanfang



Schlacht bei Jena und Auerstedt

Karte der Schlacht bei Jena 14. Oktober 1806

Die Doppelschlacht von Jena und Auerstedt (auch Auerstädt in älteren Quellen) fand am 14. Oktober 1806 in der Nähe der Orte Jena und Auerstedt statt.

Die Preußische Armee erlitt eine schwere Niederlage gegen die französischen Truppen unter Bonaparte. Napoleon selbst schlug am 14. Oktober 1806 mit seiner Hauptarmee die preußisch-sächsische Armeeabteilung Hohenlohe bei Jena, während zur gleichen Zeit Marschall Davout mit seinem Korps die ihm zahlenmäßig deutlich überlegene preußische Hauptarmee unter dem Herzog von Braunschweig bei Auerstedt schlagen konnte.

Nach Napoleons Sieg über die verbündeten Heere Russlands und Österreichs in der Schlacht bei Austerlitz hatte sich das Gesicht Europas grundlegend verändert. Die französischen Truppen hatten sich in Italien und im westlichen Deutschland festgesetzt und sich damit –  entgegen den Empfehlungen des Außenministers Talleyrand  – dem Risiko weiterer Kriege ausgesetzt. Dennoch hatte sich nach dem am 26. Dezember 1805 geschlossenen Frieden von Pressburg eine gewisse Hoffnung auf einen dauerhaften Frieden in Europa verbreitet. Durch die Übertragung des britischen Hannovers an Preußen schien eine preußisch-französische Annäherung greifbar, und nach dem Tod William Pitts übernahm der gemäßigtere Whig Charles Fox das Amt des britischen Premierministers. Doch die Erwartungen auf einen dauerhaften Frieden wurden schon bald enttäuscht. Die im Mai 1806 begonnenen Verhandlungen zwischen England und Frankreich scheiterten letztlich am Widerstand Preußens gegen die von Napoleon vorgeschlagene Aufteilung Deutschlands (Friedrich Wilhelm III. war ein Kaisertum über die norddeutschen Staaten angetragen worden) und an dem französischen Vorschlag, Hannover wieder an England zurückzugeben. Das preußische Ultimatum vom 26. August 1806, Napoleon solle seine Truppen bis zum 8. Oktober über den Rhein zurückführen, veranlassten diesen schließlich zum Handeln.

Die preußische Armee hatte sich seit den Schlesischen Kriegen nicht wesentlich weiterentwickelt. Sie hielt an der überlieferten Ordnung der Linientaktik fest, versäumte die Einrichtung eines modernen Generalstabes und teilte die Truppen erst kurz vor dem Krieg in Divisionen ein. Die Erfahrungen aus den Feldzügen am Rhein (1792-95) und in Polen (1794/95) waren von der alten Generalität größtenteils verdrängt worden, zumal das preußische Heer damals auf eine Armee im taktisch-strategischen Übergang getroffen war. Darüber hinaus besaßen in Preußen die Offiziere der jüngeren Generation im Heer noch wenig Einfluss. Außerdem handelte es sich bei der preußischen Armee um ein stehendes Heer alten Typs, in dem die Offiziere selten nach Leistung, sondern in der Regel nach ihrem Dienstalter (Anciennität) befördert wurden. Auch die Ausrüstung war mangelhaft, da an vielen Gegenständen, als Ergebnis der Kompaniewirtschaft, gespart wurde. Das napoleonische Heer war kriegserfahren und durch die vorangegangenen Siege hoch motiviert. Es bestand aus jährlich ausgehobenen Wehrpflichtigen, obwohl Napoleon mit Rücksicht auf das französische Großbürgertum ("Notabeln"), das seine Herrschaft stützte, zahlreiche Befreiungen von der Wehrpflicht gestatten musste. Taktisch waren diese Truppen auf dem Stand ihrer Zeit, indem sie flexibel Schützentaktik, Kolonnentaktik und Linientaktik kombinierten. Ein flexibleres Bagage- und Verpflegungssystem machte das französische Heer beweglicher und schneller. Freilich artete es oft in Plünderungen aus, die die Zivilbevölkerung stark belasteten. Die Subalternoffiziere verfügten über keine Pferde geschweige denn Kutschen; die Soldaten besaßen dicke Mäntel anstelle von Zelten. Die Franzosen requirierten gegen Quittung vor Ort; die Preußen hatten einen Verpflegungsfuhrpark. Die Franzosen waren also nicht durch einen umständlichen Tross behindert und hatten eine deutliche höhere Marschgeschwindigkeit.

Napoleon stieß mit seinen Truppen vom Main aus durch Thüringen auf die preußische Hauptstadt Berlin vor. Dadurch hoffte er, die preußische Armee zu einer Schlacht zwingen zu können und gleichzeitig die Sachsen von ihren Verbindungslinien abzuschneiden. Die verbündeten Preußen und Sachsen hatten sich westlich der Saale versammelt, um in der Lage zu sein, flexibel auf Napoleons Angriff reagieren zu können, egal ob er östlich oder westlich des Thüringer Waldes erfolgen würde. Als sie von dem Vormarsch Napoleons aus Bayern erfuhren, entstand unter den Oberbefehlshabern ein zeitraubender Streit, ob ihre Kräfte besser westlich (Konzentration der bei Eisenach, Erfurt und Weimar stehenden Teilarmeen) oder östlich der Saale zu sammeln seien, um die Wege nach Berlin und Dresden zu decken. Die Teilarmee des Generals Ernst von Rüchel sammelte sich bei Hannover und zog sich von dort aus über Göttingen und Mühlhausen näher an die Hauptarmee heran. Prinz Louis Ferdinand von Preußen sollte mit einer Vorhutabteilung den Saaleübergang bei Saalfeld decken. Am 10. Oktober wurde dieses Korps im Gefecht bei Saalfeld aufgerieben, wobei der Prinz fiel.

Am Tag zuvor trafen bei Schleiz die Truppen von Joachim Murat auf in der Nähe lagernde preußische und sächsische Truppen, wurden aber zurückgeworfen. Erst das Eingreifen von Infanterie unter Marschall Bernadotte entschied den Kampf zu Gunsten der Franzosen. Sie verloren rund 200 Soldaten, während die Preußen 500 Mann durch Tod, Verwundung und Gefangennahme verloren. Das Gefecht bei Schleiz war das erste größere Zusammentreffen preußischer und französischer Truppen in diesem Krieg.

Die Truppen Napoleons gingen nun insbesondere östlich der Saale nach Norden vor, während sich die Verbündeten auf der westlichen Seite des Flusses sammelten. Am 12. Oktober beschlossen sie, einer Schlacht vorerst auszuweichen und mit der Hauptarmee schnell nach Norden zu ziehen, um nicht von Berlin abgeschnitten zu werden. Die Armeekorps der preußischen Generale Fürst zu Hohenlohe und Ernst von Rüchel blieben bei Jena und Weimar stehen, um den Marsch der Hauptkräfte unter Führung des Herzogs von Braunschweig in Richtung auf die Saaleübergänge bei Naumburg zu decken.

Auch Napoleons Aufklärung versagte in diesen Tagen völlig. Er war sich nicht im Klaren darüber, wo sich die Streitmacht der Verbündeten befand; er vermutete sie bei Gera oder weiter nördlich. So sandte er Murats Reiter teilweise in Richtung Leipzig und die Korps von Davout und Bernadotte nach Naumburg. Schließlich entdeckte Lannes am 13. die preußische Truppen bei Jena. In der Annahme, dass dies die verbündete Hauptarmee sei, konzentrierte Napoleon seine Korps vor Jena und besetzte die Stadt sowie die wichtigen Höhen, insbesondere den Landgrafenberg (280 m) und den Windknollen (361 m), von dem aus er seine Gegner rekognoszierte. Hatte es auch kleinere Gefechte zwischen den Truppen Lannes und den Preußen nachmittags gegeben, so sahen letztere sich nicht in Gefahr und die Preußen kampierten auf der Hochebene. Sie hielten einen Angriff von der Seite des Landgrafenberges her für unmöglich, u.a. weil man glaubte, dieser könne mit Kanonen von Jena aus nicht bestiegen werden. Napoleon befahl aber gerade dies und seine Truppen arbeiteten die ganze Nacht hindurch, um genau dies möglich zu machen.

Dieser Befehl, den Napoleon um ca. 22:00 Uhr schrieb und den Davout um 3:00 morgens am 14. erhielt, zeigt, dass Napoleon sich noch nicht sicher war, ob er direkt morgens angreifen oder die Schlacht später stattfinden würde. Vermutlich die Kombination aus dem Erfolg, die Kanonen auf den Landgrafen zu bekommen, und des Überraschungsvorteils ließ Napoleon früh beginnen und er verzichtete auf Davouts (ca. 40 - 50 km von Jena entfernt) und Bernadottes Beteiligung zu Schlachtbeginn. Bernadotte, der sich zwar in Naumburg befand, dessen Truppen aber schon auf dem Weg Richtung Dornburg kampierten, entschied weiter über Dornburg zu gehen.

Als am nächsten Morgen der Kampf begann, stand Napoleons Hauptarmee nur das Korps Hohenlohe gegenüber, während 22 km in nordöstlicher Richtung bei Hassenhausen das französische Korps Davout unvermutet auf die versammelte preußisch-sächsische Hauptarmee stieß. Bernadotte hatte bei Dornburg das Problem, mit seinen Truppen von der Saalebrücke bis Dornburg 80 bis 100 Höhenmeter unter schweren Umständen zu überwinden und erreichte in der Folge beide Schlachtfelder nicht.

Die Schlacht bei Jena begann am 14. Oktober 1806 um etwa 6 Uhr morgens, nachdem die Franzosen nachts erfolgreich die Artillerie von Jena aus über einen Steilhang auf den Landgrafenberg geschafft hatten, zur völligen Überraschung der Preußen (des Fürsten Hohenlohe und seines Quartiermeisters Massenbach). Erstaunlicherweise ist dies von der Jenenser Stadtbevölkerung weder den Preußen noch den sächsischen Verbündeten gemeldet worden. Rund 53.000 Preußen – 38.000 davon unter dem Befehl Hohenlohes und 15.000 unter dem Befehl Rüchels – und an die 95.900 französische Soldaten standen sich gegenüber.

Die Preußen, Fürst Hohenlohe und der Herzog von Braunschweig, der bei Auerstedt lag, hatten an diesem Tag keine Schlacht erwartet. Wie schon an den Vortagen herrschte Nebel bis gegen neun Uhr. Das Lager der Preußen war von Massenbach in Erwartung der Franzosen längs der Straße von Jena nach Weimar in Richtung Südwesten abgesteckt worden; tatsächlich aber erfolgte der Angriff von Südosten her über den Steilabhang des Saaletals. Die Truppen des preußisch-sächsischen Gros sammelten sich deswegen erst spät und zögernd, als ihre Vorhut unter Tauentzien schon längst massiv zurückgedrängt wurde.

Der französische Angriff erfolgte gegen sechs Uhr vom Landgrafenberg her - dem Windknollen bei Jena - aus dem Nebel heraus mit überraschend starker Artillerieunterstützung. Er traf auf die preußische Vorhut unter Tauentzien. Dieser befehligte sein eigenes Avantgarde-Detachement, das sich in den Vortagen kämpfend unter geringen Verlusten von Hof her zurückgezogen hatte. Zusätzlich war ihm der Befehl über die Reste der im Gefecht bei Saalfeld geschlagenen Vorhut des gefallenen Prinzen Louis Ferdinand von Preußen übertragen worden. Er befehligte also angeschlagene, ungenügend vorbereitete Truppen.

Napoleon befahl, die vorgeschobenen preußisch-sächsischen Stellungen erst bei den Dörfern Lützeroda und Closewitz und danach bei Rödigen und Lehesten anzugreifen. Es gelang den französischen Truppen, diese Einheiten von dem nebeligen Schlachtfeld abzudrängen.

Die Truppen Hohenlohes formierten sich gegen 9:00 Uhr mit Front in Richtung der Dörfer Isserstedt und Vierzehnheiligen und marschierten gegen 9:30 Uhr ab. Isserstedt wurde zunächst zurückerobert. Auf Befehl Hohenlohes rückten die preußisch-sächsischen Truppen nahe an Vierzehnheiligen heran und beschossen es. Diese Stellung wurde eineinhalb Stunden, in denen die französische Infanterie und Artillerie auf die Truppen Hohenlohes feuerte, beibehalten, weil Hohenlohe glaubte, nicht ohne die Unterstützung Rüchels angreifen zu können, der von Weimar aus heraneilte. Diese Linie wurde ausgedehnt, um die Franzosen, die andauernd Nachschub erhielten und dadurch mit Überflügelung drohten, im Dorf einzukreisen. Die Frontlinie riss angesichts der starken Verluste durch den Dauerbeschuss ohne Deckung beim Angriff der immer stärker werdenden französischen Infanterie auseinander, woraufhin Hohenlohe den Rückzug befehlen musste, der aber, als die Kavallerie unter Murat angriff, zu einer panischen Flucht führte.

Das Korps Rüchels, das gegen 13:00 Uhr auf dem Schlachtfeld eintraf, konnte noch einmal Schlimmeres abwenden, obwohl auch er bei Kapellendorf empfindliche Verluste erlitt. Rüchel selbst wurde bei dem letzten Angriff altpreußischer Infanterie östlich Kapellendorfs schwer verwundet. Insgesamt wurden ca. 10.000 preußische und sächsische Soldaten getötet oder verwundet und weitere 10.000 gefangengenommen. Die Franzosen hingegen hatten nur etwa 7500 Tote oder Verwundete zu verzeichnen. 15 Kilometer weiter nördlich kämpften unterdessen 27.300 Franzosen unter Marschall Davout gegen ca. 49.800 Preußen unter dem Herzog von Braunschweig.

Die preußische Kavallerie umfasste in der Schlacht bei Auerstedt 8800 Reiter, die französische hingegen nur 1300. Außerdem verfügten die Preußen über 230, die Franzosen dagegen nur über 44 Kanonen. Allerdings waren die Befehlshaber beider Seiten über die gegnerische Stärke im Unklaren. Das Schlachtfeld war mit unerwartet dichtem Nebel verschleiert. Das preußische Heer war durch das Überqueren der Ilm über die einzige Brücke in lange Reihen auseinandergezogen. Die Franzosen trafen somit bei Hassenhausen zuerst auf die Vorhut.

Französische Truppen eroberten das Dorf Hassenhausen, während preußische Truppenverbände um ca. 9:00 Uhr die Franzosen nördlich der Chaussee nach Kösen angriffen. Davout befahl seinem 21. Infanterieregiment, die Stellungen in Hassenhausen und dem 12. Regiment seinen linken Flügel zu verstärken. Kurz danach wurde der Herzog von Braunschweig am Kopf getroffen, woraufhin er sein Augenlicht verlor. Da kein neuer Oberbefehlshaber ernannt wurde, um den Herzog zu ersetzen, gab es auf preußischer Seite keine einheitliche Kampfführung mehr. Jeder Offizier blieb sich in taktischen Fragen selbst überlassen, was man im preußischen Heer nie geübt hatte.

Nach weiteren Kämpfen ordnete Preußens König Friedrich Wilhelm III. am Nachmittag schließlich den Rückzug an. Er hatte erst gar nicht versucht, die stattliche Reserve unter Kalckreuth, darunter die Gardekavallerie, in die Kämpfe eingreifen zu lassen. Der Rückzug verlief, anders als bei Jena, zunächst geordnet, wenn auch führerlos. Bald entstand ein heilloses Durcheinander mit den aus Richtung Jena nach Erfurt flüchtenden Truppen. 10.000 Preußen wurden getötet oder verwundet, 3000 gerieten in Gefangenschaft. Die Franzosen hatten 7420 Soldaten verloren.

Die Hauptursache ist in der Unentschlossenheit Friedrich Wilhelms III. und des Herzogs von Braunschweig zu sehen, die sich übervorsichtig und zaudernd gegenseitig die Verantwortung zuschoben und auf das Handeln des jeweils (aus eigener Sicht kompetenteren) anderen vertrauten. Demgegenüber sind die Rivalitäten und Allüren der führenden Generäle Hohenlohe, Rüchel und Kalckreuth zweitrangig.

Napoleon war ein hohes Risiko eingegangen, als er seine Truppen spätabends einen Geländesporn rund um den Landgrafenberg besetzen ließ. Auf engem Raum drängten sich das Korps Lannes und die Garde (die Korps Soult und Ney konnten erst im Laufe des Vormittags nachrücken). Ein entschlossener früher und massiver Angriff der preußisch-sächsischen Truppen hätte die zu diesem Zeitpunkt noch deutlich unterlegenen Franzosen wieder den Steilhang abwärts in das Straßengewirr von Jena gestürzt, wo nur unzureichende Rückzugsmöglichkeiten über zwei schmale Saale-Brücken bestanden - die Katastrophe wäre unvermeidlich gewesen.

Napoleon hatte jedoch die preußische Unentschlossenheit richtig eingeschätzt. Er im Gegenteil griff stets entschlossen und energisch an und koordinierte effektiv seine Armeekorps, die unter dem Befehl relativ junger kriegserfahrener Marschälle standen, mit Selbständigkeit, Verantwortung und Engagement - das ganze Gegenteil der preußischen Generalität.

Die Niederlagen waren zwar bitter für die preußisch-sächsische Armee, doch sie allein führten noch nicht zu einer Katastrophe. Auf dem Rückzug hatte man versucht, die französischen Truppen im Norden zu umgehen und ihnen den Weg nach Berlin zu verlegen. Das misslang, da die französischen Korps schneller nach Norden vorstoßen konnten. Ein großer Teil der Truppe desertierte. Während dieses Rückzugs wurden die Soldaten von den französischen Truppen rücksichtslos verfolgt und zersprengt. Nur wenigen größeren Abteilungen gelangen geordnete Rückzüge, bei denen sich vor allem Blücher und Scharnhorst auszeichneten. Aber innerhalb weniger Wochen wurden sie noch westlich der Oder bei Halle, Prenzlau und Lübeck zur Kapitulation gezwungen. Ebenso kapitulierten fast alle preußischen Festungen vorschnell und kampflos bis auf wenige Ausnahmen, z. B. Kolberg, vor den Franzosen. Gegen die meist überalterten Kommandanten wurden Militärgerichtsverfahren eingeleitet, die teilweise sogar mit dem Todesurteil endeten. Berlin wurde besetzt, nachdem der preußische König Friedrich Wilhelm III. samt Familie nach Ostpreußen geflohen war.

Trotzdem ging der Krieg weiter. Mit den verbliebenen Resten und den Reservetruppen setzte Preußen den Kampf östlich der Weichsel an der Seite der russischen Armee fort. Rüchel, inzwischen Gouverneur der Provinz Preußen, half gemeinsam mit Hardenberg von Königsberg aus, den Nachschub für die russische und preußische Armee zu organisieren. Die Preußen erzielten unter General L’Estocq sogar örtliche Erfolge, wie z. B. in der Schlacht bei Heilsberg. Erst nach weiteren blutigen Schlachten wurde der Krieg schließlich beendet: Während die russische Armee unter General Levin August von Bennigsen im Verbund mit dem preußischen Hilfskorps unter L’Estocq die Grande Armée in der Schlacht bei Preußisch Eylau erstmals an den Rand des Zusammenbruchs brachte, untergrub Bennigsens Niederlage in der Schlacht bei Friedland sowie die anschließende Besetzung von Königsberg den Kriegswillen des Zaren. Als Napoleon am 21. Juni 1807 einen Waffenstillstand mit Russland schloss, hatte er – bis auf England, Schweden und das Osmanische Reich – sämtliche europäische Staaten erobert oder mit Verträgen an sich gebunden. Nur wenige Wochen später kam es am 7. Juli zum Frieden von Tilsit zwischen Frankreich und Russland, in dem festgelegt wurde, dass Preußen die Hälfte seines Staatsgebietes abtreten musste, aber erhalten blieb. Preußen blieb zwei Tage darauf keine Wahl und es unterzeichnete ebenfalls ein entsprechendes Friedensabkommen. Napoleon setzte zudem die Entlassung von Hardenberg und Rüchel durch. Im Königsberger Folgeabkommen vom 12. Juli 1807 verpflichtete sich Frankreich, seine Truppen aus Preußen Zug um Zug entsprechend der Abgeltung der noch festzusetzenden Kriegskontribution zurückzuziehen. Die Höhe der Kriegskontribution wurde von Napoleon erst am 8. September 1808 in der Pariser Konvention festgelegt. Nach diesem Abkommen sollten bis zur Zahlung von 120 Millionen Francs in den preußischen Festungen Stettin, Küstrin und Glogau französische Garnisonen verbleiben, das preußische Heer auf 42.000 Mann reduziert werden und jede Art von Miliz oder Reserve verboten sein. Frankreich verpflichtete sich, Preußen bis auf die Festungen innerhalb von 40 Tagen zu räumen. Die katastrophale Niederlage machte Preußen den Weg frei für weitgreifende Reformen im Gemeindeverfassungs- und Gewerberecht (Städteordnung, Gewerbeordnung), Agrar-, Militär- und Bildungswesen (Bauernbefreiung, Wehrpflicht, Universität Berlin und Gewerbeschulen). Diese trugen dazu bei, dass Preußen 1813 wieder in der Lage war, gegen Napoleon zu kämpfen. Nach dem Wiener Kongress wurde Preußen wieder eine Großmacht in Europa.

Die europäische Geschichtswissenschaft setzt die Epochen-Zäsur zwischen „Neuere und Neueste Geschichte“ auf das Jahr 1789 (Französische Revolution); für Preußen im Speziellen ist diese Epochenzäsur im Jahr der Schlacht von Jena und Auerstedt zu sehen.

Am Abend der Schlacht wurde Goethe in seinem Haus in Weimar von plündernden französischen Soldaten lebensgefährlich bedroht und durch das beherzte Eingreifen seiner langjährigen Lebensgefährtin Christiane Vulpius gerettet. Er heiratete sie fünf Tage später am 19. Oktober 1806. Als Gravur für die Ringe wählte Goethe das Datum der Schlacht bei Jena: 14. Oktober 1806.

Am 11. Oktober 1806, drei Tage vor der Schlacht, gab der Jenenser Professor Hegel noch rasch das endlich fertige, umfangreiche Manuskript seines ersten Hauptwerks „Phänomenologie des Geistes“ auf die Post an seinen Verleger. Durch die Falschmeldung, die Franzosen seien in die Stadt eingebrochen, entstand für den Rest des Tages ein unbeschreibliches Chaos in der Stadt und ihrer Umgebung, so dass Hegel lange Zeit den Verlust des Manuskripts befürchtete, das aber tatsächlich seinen Verleger erreichte.

Aus Anlass des 200. Jahrestages der Doppelschlacht wurde die Schlacht am 14. Oktober 2006 von 14 bis 16 Uhr mit 1600 Teilnehmern auf einem 600 m mal 800 m großen, umzäumten Gelände nahe der Ortschaft Cospeda nachgestellt. Der Schau-Effekt für die Zuschauer war beträchtlich, ein realistisches Bild des Kampfes von 120.000 Menschen auf einem 6 km mal 8 km großen Areal entstand aber nicht. Trotz Erläuterungen durch einen Sprecher blieben die Bewegungen unverständlich.

Zum Seitenanfang



Carl-Zeiss-Gymnasium Jena

Das Carl-Zeiss-Gymnasium ist ein Gymnasium mit Spezialschulteil für Mathematik und Naturwissenschaften in Jena. Es wurde nach dem bekannten Jenaer Optiker Carl Zeiss benannt und beherbergt zur Zeit ungefähr 600 Schüler.

Es ging nach der Wiedervereinigung aus der 1963 gegründeten Polytechnischen Oberschule „Clara Zetkin“ und der Spezialschule „Carl Zeiss“ hervor. Dabei entstand zunächst das normale Carl-Zeiss-Gymnasium mit einem Spezialschulteil, der Schüler erst ab der neunten Klasse aufnahm. Dieses Konzept war notwendig, da im Thüringer Bildungssystem reine Spezialschulen, wie sie in der DDR eingerichtet wurden, nicht vorgesehen waren und diese Schule nur mit Anbindung an das normale Gymnasium fortbestehen konnte. Die einzige Ausnahme hiervon bildet das Max-Steenbeck-Gymnasium in Cottbus, welches als reines Spezialgymnasium nach der politischen Wende weiterexistierte. Das Carl-Zeiss-Gymnasium erfuhr besondere Unterstützung von den ehemaligen Carl-Zeiss Werken in der vormaligen DDR, wobei besonders viele Schulabgänger sich als Ingenieure oder technische Leiter in diesem Unternehmen wieder fanden. Auch heute noch besteht eine mehr oder weniger enge Verbindung zwischen Carl-Zeiss und dem Carl-Zeiss-Gymnasium.

Seit dem Schuljahr 2008/2009 gibt es kein Haupthaus mehr, das heißt, dass alle Schüler, die nach der 8. Klasse die Aufnahmeprüfung bestehen, ab der 9. Klasse den Spezialschulteil besuchen.

Der Stundenplan der Schule mit Spezialklassen unterscheidet sich von denen der anderen Thüringer Gymnasien. So werden wesentlich mehr Mathematik und Naturwissenschaften betrieben, was sich sowohl in einer größeren Anzahl von Stunden, als auch in einem größeren Stoffumfang ausdrückt. Außerdem wird Informatik schon ab Klasse 8 unterrichtet. Im Kurssystem muss ein Mathematikleistungskurs gewählt werden. Als zweites Leistungsfach stehen Informatik, Chemie, Biologie und Physik zur Wahl.

Bekannt geworden ist das Carl-Zeiss-Gymnasium vor allem durch Erfolge auf nationaler und internationaler Ebene in Naturwissenschafts-Wettbewerben wie zum Beispiel der Mathematikolympiade, dem Bundeswettbewerb Informatik oder der Internationalen Chemieolympiade.

Des Weiteren ist die Schule auch im Schach erfolgreich und konnte 2008 die Deutsche Schulschachmeisterschaft in der Alterklasse Unter 15 gewinnen. Anschließend nahm die Mannschaft an der Europäischen Schulschachmeisterschaft in Varna teil und belegte Platz 6.

Die Friedrich-Schiller-Universität bietet der Schule eine gute Möglichkeit im wissenschaftlichen Bereich gleich vor Ort immer auf dem neuesten Stand zu bleiben. Weiterhin genießen zahlreiche Schüler die Möglichkeiten, Professoren oder Fakultäten der Universität aufzusuchen, wenn von der aus wissenschaftliche Projekte durchzuführen sind. Viele der Schüler werden nach ihrem erfolgreichen Abitur auch in Jena studieren.

Neben der Jenaer Schule mit Spezialklassen gibt es in Thüringen noch zwei weitere Gymnasien mit der gleichen Vertiefungsrichtung in Erfurt (Albert-Schweitzer-Gymnasium) und Ilmenau (Goethegymnasium).

Zum Seitenanfang



Source : Wikipedia