Japan

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Geschrieben von goldorak 28/04/2009 @ 14:14

Tags : japan, asien, ausland

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Japan

Flagge Japans

Japan (jap. 日本, Nihon/Nippon;  anhören?/i) ist ein Staat im Pazifik vor den Küsten Russlands, Nord- und Südkoreas, sowie vor den Küsten der Volksrepublik bzw. der Republik China.

Der Landesname setzt sich aus den Zeichen 日 (Aussprache ni, in der Bedeutung „Tag“ oder „Sonne“) und 本 (Aussprache hon, in der Bedeutung „Ursprung“ oder „Wurzel“) zusammen. Japan ist deshalb auch bekannt als „Land der aufgehenden Sonne“. Sowohl der frühere mythologische Name Cipangu als auch Japan leiten sich vermutlich von der chinesischen Aussprache der Schriftzeichen (chin. 日本國, rìbĕnguó) ab.

Japan ist eine Inselkette, die sich entlang der Ostküste Asiens erstreckt. Die Hauptinseln sind Hokkaidō im Norden, die zentrale und größte Insel Honshū, sowie Shikoku und Kyūshū im Süden. Dazu kommen 6.848 kleinere Inseln, die sich vor allem in der Seto-Inlandsee und als Ryūkyū-Inseln konzentrieren.

Über dem gesamten Archipel verläuft eine Gebirgskette, die ungefähr 73 % der Landmasse Japans ausmacht. Der höchste Berg Japans ist der Fujisan auf der Hauptinsel Honshū mit 3.776 m über dem Meeresspiegel. Hauptsächlich in den Hauptballungsgebieten, wie Kantō (mit Tokio und Yokohama) oder Kansai (Ōsaka, Kyōto und Kōbe) finden sich größere Ebenen. Auf Grund des Mangels an Flachland werden Berghänge durch Terrassenfeldbau kultiviert.

Die japanische Inselkette erstreckt sich in einem langen Bogen von Norden (45. Breitengrad, Hokkaidō) nach Süden (20. Breitengrad, Okinotorishima). Daher ist das Klima in Japan sehr unterschiedlich ausgeprägt; von der kalt-gemäßigten Klimazone in Hokkaidō, mit kalten und schneereichen Wintern, bis in die Subtropen in der Präfektur Okinawa. Dazu kommt der Einfluss von Winden – im Winter vom asiatischen Kontinent zum Meer, und im Sommer vom Meer zum Kontinent. Im späten Juni und frühen Juli fällt im Süden ein Großteil des Jahresniederschlages als monsunartige Regenfront (梅雨前線, baiu zensen).

Im Frühsommer beginnt die Taifun-Saison, bei der vor allem der Süden und Südwesten Japans von über dem Pazifischen Ozean entstehenden Wirbelstürmen betroffen ist (z. B. von Taifun Tokage und Taifun Conson im Jahr 2004). Statistisch gesehen erreichen Japan die meisten Taifune im September, obwohl sie im Pazifikraum im August am häufigsten sind. Der stärkste je aufgezeichnete und einer der verheerendsten Taifune, war der Ise-wan-Taifun von 1959, bei dem über 5.000 Menschen ums Leben kamen. Die Winde tragen auch dazu bei, dass Japan verstärkt von transnationaler Umweltverschmutzung betroffen ist.

Von den etwa 240 Vulkanen des pazifischen Feuerringes sind 40 aktiv. In der gesamten Region gibt es nahezu täglich leichtere Erdbeben, in größeren Abständen auch schwere (z. B. Großes Kantō-Erdbeben 1923, Erdbeben von Kōbe 1995). Jedes Jahr findet zum Jahrestag des Kanto-Erdbebens im September eine Übung zum Katastrophenschutz statt.

In den letzten tausend Jahren starben in Japan über 160.000 Menschen durch Tsunamis. Das Land verfügt heutzutage durch Messbojen im Pazifischen Ozean über ein effektives Tsunami-Frühwarnsystem. Für die Bevölkerung finden regelmäßig Trainingsprogramme statt, viele japanische Küstenstädte schützen sich durch das Errichten hoher Deiche. Diese Wälle aus Stahlbeton sind teilweise 10 Meter hoch, bis zu 25 Meter tief und mit stabilen Metalltoren ausgestattet.

Im Inland Japans finden sich eine Reihe Gebirgsketten, die die Waldgrenze überschreiten, außerdem gehört zu Japan eine größere Zone im Ostpazifik. Verglichen mit der Enge des Lebensraums, gibt es eine Vielzahl von Arten. Durch die Position als vorgelagerte Inselkette hat sich eine zwar mit „Kontinentalasien“ verwandte, aber eigenständige Flora und Fauna entwickelt. Die Ogasawara-Inseln (auch: Bonin-Inseln), 1000 km südöstlich von Tokio, werden wegen ihrer endemischen Spezies oft mit den Galapagosinseln verglichen.

Japan liegt am Schnittpunkt von drei Ökoregionen. Die Hauptinseln und die nahegelegenen Nachbarinseln sind Teil der Paläarktischen Ökozone. Die Ryūkyū-Inseln sind Teil der Indomalaischen Region, während die Ogasawara-Inseln zu Ozeanien gerechnet werden.

Die letzte Volkszählung aus dem Jahr 2004 weist eine Gesamtbevölkerung Japans von rund 127 Mio. Menschen aus.

Die japanische Gesellschaft ist ethnisch und linguistisch weitgehend homogen. Trotzdem lassen sich in Japan unterschiedliche Bevölkerungsgruppen ausmachen, in erster Linie nach Generation, Geschlecht, Bildungsstand und direkt damit zusammenhängend Erwerbssituation und Einkommen sowie nach Stadt und Land.

Die durchschnittliche Lebenserwartung der japanischen Bevölkerung ist mit ca. 85 Jahren nach dem Zwergstaat Andorra die zweithöchste weltweit.

Aktuelle Probleme der japanischen Gesellschaft sind ein Rückgang der Geburtenziffer, Überalterung und Jugendarbeitslosigkeit.

Die Landessprache ist Japanisch und wird von nahezu der gesamten Bevölkerung und den meisten Minderheiten gesprochen. Es existieren zahlreiche regionale Dialekte. In der Schule wird als Fremdsprache am häufigsten Englisch gelehrt, es wird jedoch häufig kritisiert, dass sich der japanische Englischunterricht zu sehr auf das Bestehen des TOEIC-Tests konzentriere und nur unzureichende Kommunikationsfähigkeiten vermittele. Die zweithäufigste Fremdsprache ist Chinesisch, Deutsch liegt auf dem dritten Platz.

Die japanische Sprache verwendet neben den chinesischen Schriftzeichen (Kanji) zwei eigene Silbenschriftsysteme (Hiragana und Katakana), die von chinesischen Schriftzeichen abgeleitet sind. Straßen, Bahnhöfe und Ähnliches sind meist in Kanji und in lateinischer Umschrift (Rōmaji) beschildert.

Minderheitensprachen autochthoner Völker in Japan sind das nicht mit dem Japanischen verwandte Ainu im Nordteil der Insel Hokkaido und die mit dem Japanischen verwandten, aber eine eigenständige Gruppe bildenden Ryūkyū-Sprachen auf den gleichnamigen Inseln.

In Japan haben immer mehrere religiöse Glaubensformen nebeneinander bestanden. Die wichtigsten sind der Shintō, der sich von der japanischen Urreligion herleitet, und der Buddhismus, der Japan im 5. oder 6. Jahrhundert erreichte. Heute gehören über 80 % der Japaner beiden Hauptreligionen gleichzeitig an, daher wird die religiöse Grundeinstellung in Japan als synkretisch bezeichnet.

Der japanische Buddhismus ist in viele verschiedene Sekten (Schulen, Richtungen) gegliedert, die fast alle dem Mahayana-Buddhismus angehören. Zu den bekanntesten buddhistischen Richtungen in Japan zählen der Zen-Buddhismus, der Amitabha-Buddhismus und der Nichiren-Buddhismus. In der Religion Japans gibt es darüber hinaus chinesische Einflüsse durch Daoismus und Konfuzianismus, die von Shintō und Buddhismus aufgenommen und integriert wurden.

Das Christentum spielte in der Geschichte Japans vor allem im 16. und 17. Jahrhundert eine gewisse Rolle, nimmt aber heute nur noch eine Randstellung ein.

Ein wichtiges Element stellen die „Neuen Religionen“ dar, die sich seit Mitte des 19. Jahrhunderts immer stärker ausbreiten und oft eine eigenwillige Mischung aus Shintō, Buddhismus und anderen Weltreligionen propagieren. Seit dem Zweiten Weltkrieg herrscht gegenüber diesen Richtungen eine besonders große religiöse Toleranz, sodass gegenwärtig rund 300 solcher Glaubensgemeinschaften amtlich gelistet sind.

Akihitos Regierungsdevise (Zeitrechnung) lautet heisei (Frieden überall). Die Regierungsdevise wird auch als Jahresangabe in offiziellen japanischen Texten verwendet, beginnend mit dem Jahr der Thronbesteigung. Heisei 1 ist das Jahr 1989.

Die geltende japanische Verfassung wurde am 3. November 1946 verkündet und trat am 3. Mai 1947 in Kraft. In ihr verpflichtet sich das japanische Volk den Idealen des Friedens und der demokratischen Ordnung. Die Verfassung wurde von der damaligen amerikanischen Besatzungsregierung unter General Douglas MacArthur ausgearbeitet, ist aber seitdem nicht geändert worden.

In der Verfassung wird in Artikel 9 Absatz 1 Krieg als souveränes Recht abgelehnt, auch die Androhung militärischer Gewalt als Mittel zur internationalen Konfliktlösung ist verboten. Absatz 2 besitzt besondere Brisanz, da er Japan untersagt ein Militär zu unterhalten. Die japanischen Selbstverteidigungsstreitkräfte und insbesondere deren Auslandseinsätze im Irak und Afghanistan sind daher sehr umstritten. Laut einem Artikel der „Japan Times“ vom 29. Oktober 2005 arbeitet derzeit die LDP an einem Entwurf der Verfassung, in dem Artikel 9 in Teilen geändert werden soll. Absatz 1 bleibt unverändert bestehen, Absatz 2 soll jedoch gestrichen werden. Es wird ausdrücklich betont, dass das Militär weiterhin nur der Selbstverteidigung dienen soll, aber auch der Sicherung internationalen Friedens und Sicherheit.

Weiterhin wird die Unverletzlichkeit der Menschenrechte betont. Der Entwurf der Neufassung enthält noch einige weitere, bisher nicht aufgeführte individuelle Rechte u. a. der respektvolle Umgang mit Behinderten und Opfern von Straftaten sowie Schutz persönlicher Daten.

Der Tennō hat nach der Verfassung rein repräsentative Funktion. Oberster Souverän nach der Verfassung ist das Volk, vertreten durch das Parlament. Das Parlament wählt den Premierminister, dieser beruft sein Kabinett.

Das Parlament ist das höchste Organ der Staatsgewalt und die einzige gesetzgebende Körperschaft Japans. Es ist zweigeteilt in Oberhaus und Unterhaus (auch Abgeordnetenhaus oder Repräsentantenhaus).

Im Unterhaus sitzen seit den Reformen in den Jahren 1993 bis 1996 nur noch 480 Abgeordnete, im Oberhaus gibt es 242 Sitze. Von den 480 Sitzen des Abgeordnetenhauses werden 300 in Ein-Mandat-Wahlkreisen nach dem Mehrheitswahlrecht und 180 in 11 regionalen Distrikten nach dem Verhältniswahlrecht gewählt. Passives Wahlrecht für das Abgeordnetenhaus erhalten alle Männer und Frauen mit dem vollendeten 25. Lebensjahr, für das passive Wahlrecht im Oberhaus muss das 30. Lebensjahr vollendet sein. Wahlberechtigt sind alle japanischen Männer und Frauen mit vollendetem 20. Lebensjahr.

Seit der Unterhauswahl 2005 verfügt die konservative Regierungskoalition aus Liberaldemokratischer Partei (LDP) und der buddhistischen Kōmeitō über eine Zweidrittelmehrheit der Sitze. Dem damals noch amtierenden Premierminister und LDP-Vorsitzenden Jun’ichirō Koizumi folgten 2006 Shinzō Abe und 2007 Yasuo Fukuda, die beide nach einem Jahr im Amt zurücktraten. Im September 2008 wurde Tarō Asō zum Nachfolger gewählt. Seinem Kabinett gehören 15 Abgeordnete der LDP und einer der Kōmeitō an.

Aus den Wahlen zum Oberhaus 2007 ging die oppositionelle Demokratische Partei (DPJ) als stärkste Kraft hervor, die Regierungskoalition verfügt dort nicht mehr über eine Mehrheit. Sie kann Gesetzesvorhaben und den Haushalt zwar mit ihrer Zweidrittelmehrheit im Unterhaus auch gegen das Votum des Oberhauses verabschieden. Allerdings verzögern sich wichtige Vorhaben, da die Opposition seit den 2007 gescheiterten Verhandlungen über eine große Koalition verstärkt auf eine Blockadehaltung setzt und nicht zu Kompromissen bereit ist. So musste die Zweidrittelmehrheit im Unterhaus Anfang 2008 erstmals seit 1951 eingesetzt werden und kam seitdem bereits mehrfach zur Anwendung.

Wichtigstes Vorhaben der Regierung ist die Rezessionsbekämpfung im Zuge der Immobilien- und Finanzkrise mittels umfangreicher Konjunkturprogramme. Spätestens im Herbst 2009 muss das Unterhaus neu gewählt werden.

Die Hauptpunkte von Japans Außenpolitik nach dem Zweiten Weltkrieg sind eine feste Bindung an die Vereinigten Staaten, Scheckbuchdiplomatie, und ein in der Verfassung festgeschriebener Verzicht auf militärische Aggression.

Die nördlich von Japan liegenden Südkurilen gehören seit 1945 zur Sowjetunion (ab 1990 dem Nachfolgestaat Russland), werden aber von Japan beansprucht. Dieser Konflikt ist ein andauerndes Problem in den japanisch-russischen Beziehungen. Die Liancourt-Felsen (japanisch: Takeshima; koreanisch: Dokdo) werden von Südkorea verwaltet und von Japan beansprucht, nachdem sie während der Zeit des japanischen Imperialismus etwa 40 Jahre lang zu Japan gehörten. Im Frühling 2005 hat die Einführung eines Takeshima-Tages in einer japanischen Präfektur erneut Zorn in der koreanischen Bevölkerung hervorgerufen. Besitzansprüche hat Japan neben der Republik China und der Volksrepublik China auch auf die Senkaku-Inseln (chin.: Diaoyu). In der Nähe der Inseln werden Rohstoffe vermutet.

Die Beziehungen zu vielen asiatischen Staaten – insbesondere zur Volksrepublik China, Südkorea und Nordkorea – sind vor allem wegen einer verpassten Aufarbeitung der imperialistischen Geschichte in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts weiterhin angespannt. Die enge ökonomische Verflechtung und das Weltinteresse an einem Frieden in der Region machen kriegerische Konflikte jedoch unwahrscheinlich; stattdessen flammen immer wieder politische Krisen auf.

Gemäß der Verfassung hielt sich Japan lange Zeit aus sämtlichen internationalen bewaffneten Konflikten heraus und forcierte stattdessen eine auf Freihandel ausgerichtete multilaterale Handelspolitik. Im Januar 2004 stimmte das Parlament jedoch zum ersten Mal seit 1945 der Entsendung japanischer Soldaten in ein fremdes Land zu, nämlich in den Irak. Während Ministerpräsident Junichirō Koizumi darin einen Beweis für die engen freundschaftlichen Beziehungen zu den Vereinigten Staaten sieht, betrachten viele Japaner das als Verfassungsbruch. Allerdings waren diese Soldaten verfassungsgemäß unbewaffnet und wurden nur für den Wiederaufbau der Infrastruktur eingesetzt. Im Juni 2006 erklärte Koizumi den Einsatz für abgeschlossen, daraufhin begannen die Truppen am 25. Juni ihren Abzug aus dem Irak.

Die Beziehung zwischen der EU und Japan basiert auf einer politischen Erklärung von 1991, die Prinzipien und Ziele der Zusammenarbeit benennt. Die Erklärung wurde durch einen „EU-Japan Aktionsplan“ im Jahr 2001 erweitert. Er formt die Basis für eine verstärkte Kooperation in Bereichen der Außenpolitik, der Wirtschaft, des monetären und finanziellen Systems, der Entwicklungshilfe sowie der Kommunikationstechnologie.

Die EU und Japan sind wichtige Handelspartner füreinander. Gemeinsam generieren sie 40 Prozent des weltweiten BSP.

Zwischen Japan und der EU herrscht eine große Übereinstimmung bei Hauptthemen wie dem Klimaschutz und der Sicherheitspolitik. Neben der Terrorismusbekämpfung ist die Nichtverbreitung von Massenvernichtungswaffen ein wichtiges Thema. Gemeinsam appellieren sie an Nordkorea sein Atomprogramm einzustellen. Im Bereich des Klimaschutzes wollen Japan und die EU eine Vorreiterrolle bei der Ausarbeitung eines Nachfolgekonzepts für das Kyoto-Protokoll einnehmen und die CO2-Emissionen bis Mitte des Jahrhunderts um 50 Prozent reduzieren.

Im Artikel 9 der Japanischen Verfassung verzichtet Japan auf das Recht souveräner Staaten zur Kriegsführung, auch einer defensiven. Diese Klausel ist in der Welt einmalig, sie wurde nach der Niederlage Japans im Zweiten Weltkrieg aufgenommen, um eine erneute militaristische Aggression zu verhindern. Während der Besatzungszeit wurde allerdings eine Polizeireserve gebildet und mit der Souveränität 1953 wurde aus dieser ein Jahr später die Japanischen Selbstverteidigungsstreitkräfte gegründet, aufgeteilt in Land-, See- und Lufttruppen. Es wird dabei in der Bezeichnung grundsätzlich auf das Schriftzeichen gun (軍, „Armee“) verzichtet. 1960 wurde eine militärische Allianz mit dem ehemaligen Kriegsgegner Vereinigten Staaten geschlossen. 2007 unterzeichnete Japan mit Australien als zweitem Land überhaupt ein Sicherheitsabkommen. Beide Länder wollen ihre Zusammenarbeit bei der Grenzkontrolle, beim Kampf gegen den Terrorismus und bei der Katastrophenhilfe intensivieren. Auch gemeinsame Militärmanöver und nachrichtendienstliche Zusammenarbeit sind geplant.

In Japan herrscht keine Wehrpflicht. Der Militärhaushalt betrug im Jahr 2004 45,4 Mrd. US-D. Dies entspricht 1 % des Bruttoinlandsprodukts, Japan nimmt von den Militärausgaben her Rang sechs in der Welt ein.

Bereits seit der Verabschiedung der japanischen Verfassung werden verschiedene Änderungen diskutiert, unter anderem auch eine Revision des Artikel 9, die jedoch aufgrund der hohen Hürden (Zweidrittelmehrheit in beiden Kammern des Parlaments und Volksabstimmung) nie zustande kamen.

Den ersten internationalen Einsatz führen die Selbstverteidigungsstreitkräfte seit 2004 als Alliierte der Vereinigten Staaten im Irak durch, was in Japan eine intensive Diskussion um die Verfassungsmäßigkeit solcher Einsätze hervorgerufen hat. Der Aufbau der De-facto-Armee und der internationale Einsatz wird im linken Lager als Bruch der Verfassung gesehen, während das rechte Lager den Artikel 9 als von der amerikanischen Besatzungsregierung aufgezwungen ansieht und diesen kippen möchte.

Von Seiten der Volksrepublik China wird häufig der Vorwurf hervorgebracht, dass in Japan ein neuer Militarismus im Entstehen begriffen ist. Historisch sind diese Ängste dadurch begründet, dass China im Zweiten Japanisch-Chinesischen Krieg großes Leid (geschätzte 18 Millionen zivile Opfer) zu beklagen hatte. An dieser Stelle erwähnt werden sollte allerdings, dass Japan seit dem Zweiten Weltkrieg keine militärische Aggression gezeigt hat und im Gegenteil ein aktiver Fürsprecher der atomaren Abrüstung war, China hingegen mehrere Konflikte mit seinen Nachbarn verursacht hat (Einmarsch in Tibet 1959, Indisch-Chinesischer Grenzkrieg 1962, Zwischenfall am Ussuri 1969, Chinesisch-Vietnamesischer Krieg 1979). Tatsächlich sehen militärische Bedrohungsszenarien in Japan in erster Linie eine Landung chinesischer Truppen an der Küste. Im Jahr 2005 wurde ein weiteres Konfliktgebiet deutlich, als Japan zum ersten Mal den Schutz Taiwans als Teil seiner Interessen definierte.

Ein zweites Bedrohungsszenario bietet Nordkorea, das bereits mehrfach Raketen über japanisches Territorium gefeuert hat und die Weltöffentlichkeit im Jahr 2005 mit der Behauptung überrascht hat, Atomwaffen zu besitzen. Im Oktober 2006 versuchte die nordkoreanische Regierung diese Behauptung mit einem Atombombentest zu belegen. Ob es sich bei der registrierten Erschütterung wirklich um die Explosion einer Atomwaffe handelte ist jedoch unklar. Aufgrund dieser Bedrohung arbeitet Japan eng mit der Vereinigten Staaten an der Entwicklung eines gemeinsamen Raketenabwehrschilds.

Das dritte Bedrohungsszenario ist ein terroristischer Anschlag, wie der Anschlag auf die Tokioter U-Bahn durch die Ōmu-Shinrikyō-Sekte im Jahr 1995 gezeigt hat. Durch das Engagement im Irak bestehen Befürchtungen, dass Japan auch Ziel islamistischer Gruppierungen werden könnte, entsprechende Hinweise hat es bereits gegeben.

Japans Ministerpräsident Koizumi bekräftigte am 6. August 2006, dass sein Land die Anti-Atom-Politik fortsetzen werde. Mit Gebeten, Kranzniederlegungen und Aufrufen zu einer nuklearwaffenfreien Welt haben in Hiroshima Menschen der Opfer des ersten Atombombenabwurfs vor 61 Jahren gedacht.

Die japanische Rechtsordnung wurde im Wesentlichen durch zwei Rezeptionsphasen geprägt. Im 7. Jahrhundert n. Chr. übernahm Japan die Rechtsordnung Chinas auf den Gebieten des Staats- und Verwaltungsrecht. Diese Ordnung war durch mündliche Rechtssätze gekennzeichnet, in der es aber keine Gerichte und juristische Berufe im heutigen Sinne gab. Nachdem Japan zur Aufgabe seiner Abschottung gezwungen wurde, übernahm Japan 1898 große Teile des ersten Entwurfes des deutschen Bürgerlichen Gesetzbuchs. Das galt vor allem für das Schuldrecht und das Sachenrecht, während im Familienrecht und Erbrecht stärker japanische Eigenheiten Einfluss fanden. Dem japanischen BGB wurde, dem deutschen BGB entsprechend, das Pandektensystem zugrunde gelegt. Allerdings wurden auch Anleihen beim französischen Recht, insbesondere durch die Beratungen durch G Boissonade, gemacht. Die Einführung einer westlichen Rechtsordnung stellte einen enormen Bruch mit der bisherigen Rechtstradition in Japan dar. Wie tief der Bruch war, zeigt sich z.B. darin, dass eine Vorstellung von persönlichen Rechten und Ansprüchen bisher der japanischen Gesellschaft fremd war. Nach dem Zweiten Weltkrieg übte auch das US-amerikanische Recht seinen Einfluss aus.

In Japan ist die Todesstrafe eine im Strafrecht vorgesehene Strafe. Umfragen belegen, dass es eine überwältigende Befürwortung der Todesstrafe unter der japanischen Gesellschaft gibt. Laut einer Studie von 1999 sprachen sich 79,3 % für die Todesstrafe aus; sie erfährt aber auch dort Kritik . Im Dezember 2006 wurden mindestens 4 Gefangene durch den Strang hingerichtet. Die Hinrichtungen erfolgen heimlich, unabhängige Beobachter sind dabei nicht zugelassen. Auch Angehörige und Anwälte werden vor der Hinrichtung nicht informiert. Berufungsprozesse dauern zwischen 10 und 16 Jahren; Es gibt jedoch auch Gefangene, die seit den 1960ern auf die Vollstreckung ihrer Todesstrafe warten. Laut Amnesty International saßen im Juli 2006 mindestens 87 zum Tode verurteilte Gefangene in japanischen Gefängnissen ein.

Japan ist ein zentralistischer Staat, der lediglich klar umrissene Aufgaben an die 47 Präfekturen zur Durchführung weitergibt. Innerhalb dieser Aufgaben sind die Präfekturen zwar relativ autonom, allerdings immer weisungsgebunden gegenüber der Zentralregierung und auch auf die Finanzierung durch den Zentralstaat angewiesen.

Die 47 Präfekturen gliedern sich in Großstädte (shi) sowie Kleinstädte (chō oder machi) und Dörfer (mura oder son), die kommunale Ebene. Einzige Ausnahme ist die Präfektur Tokio, in der zusätzlich die 23 Stadtbezirke als eigenständige Kommunen fungieren. Die Präfekturen sind in Größe und Bevölkerungsdichte sehr unterschiedlich. Die meisten entfallen auf die Hauptinsel Honshū, während beispielsweise die zweitgrößte Insel Hokkaidō nur eine einzige Präfektur hat. Innerhalb der präfekturalen und der kommunalen Ebene gibt es – im Gegensatz zum nationalen Parlamentarismus – ein präsidentielles System, innerhalb dessen einerseits die Regierungs- und Verwaltungschefs und andererseits die Gemeindeversammlungen und Präfekturparlamente autonom gewählt werden.

Japan ist eine hoch industrialisierte, freie Marktwirtschaft mit einigen Elementen einer gelenkten Wirtschaft. In den Jahren des Wiederaufbaus nach dem Krieg versuchte die Regierung vor allem über das MITI gezielt in einzelne Bereiche der Wirtschaft einzugreifen. In den letzten Jahren wurde zunehmend dereguliert und privatisiert.

Der Export im Jahr 2005 betrug 550,5 Milliarden Dollar. Damit liegt Japan auf Platz 4 der exportstärksten Länder hinter Deutschland auf Platz 1 und den Vereinigten Staaten auf Platz 2 und der Volksrepublik China auf Platz 3.

Eine enge Zusammenarbeit zwischen Staat und Industrie, eine traditionell ausgeprägte Arbeitsdisziplin, die Beherrschung von Hochtechnologie, ein großes Augenmerk des Staates auf Ausbildung und eine Steigerung der Produktivität durch Automatisierung, haben Japan geholfen, binnen kurzer Zeit hinter den Vereinigten Staaten und der EU die drittgrößte Wirtschaftsmacht der Welt zu werden. Über drei Jahrzehnte hinweg hatte Japan nur Wirtschaftswachstum zu verzeichnen: ein Durchschnitt von 10 % in den 1960ern, durchschnittlich 5 % in den 1970ern, und 4 % Wirtschaftswachstum in den 1980ern. In den 1990ern brach das Wachstum nach dem Platzen der Bubble economy ein, Japan geriet in eine Deflationsspirale. Staatliche Versuche zur Wiederbelebung des Wirtschaftswachstums hatten zunächst keinen Erfolg und wurden später während der Jahre 2000 und 2001 durch eine Verlangsamung der amerikanischen und asiatischen Märkte gehemmt.

Das Kabinett von Jun’ichirō Koizumi hat Gesetze zur Privatisierung und Deregulierung erlassen (teilweise vergeblich) und versucht, die schwächelnde japanische Wirtschaft anzuregen. Ein seit den 1990ern zunehmendes Problem Japans ist die Arbeitslosigkeit. Offizielle Statistiken geben sie mit rund vier Prozent an.

Die gut ausgebauten Bahntrassen Japans haben eine Gesamtlänge von 23.577 km. Das entspricht Platz 14 der Weltrangliste (zum Vergleich: Deutschland liegt mit 46.142 km auf Platz 9; ). Die Ost-West-Verbindung des Shinkansen ist die Lebensader des Landes. Zu den Olympischen Spielen in Tokio wurde 1964 die erste Strecke von Tokio nach Ōsaka eröffnet. Durch Linien der sieben Nachfolgegesellschaften der privatisierten Staatsbahn JNR, durch Privatbahnen, Überlandbusse und Fähren sind die meisten Dörfer und Inseln an das Netz angeschlossen. Jede größere Stadt ist durch ein ausgeprägtes Nahverkehrsnetz mit dem Umland verbunden. Neun Metropolen haben ein U-Bahn-Netz, jede größere Stadt besitzt eine Vielzahl an Buslinien. Moderne Einschienenbahnen wurden in mehreren Städten gebaut, des weiteren gibt es Straßenbahnen, in Nischen werden auch Peoplemover eingesetzt.

Bahn- sowie Nahverkehrsbeförderungsgebühren schwanken stark nach Region und Betreibergesellschaft, sind aber aufgrund fehlender staatlicher Subventionierung im allgemeinen hoch.

Ein Auto besitzen in Japan in erster Linie Menschen, die auf dem Land oder in kleineren Städten leben. Da die Städte sehr dicht bebaut sind, ist zur Zulassung eines Kraftfahrzeugs ein Parkplatznachweis (Shakoshōmei) nötig. Es sind rund 45 Millionen Autos im Land zugelassen. In Wohngegenden sind die Straßen sehr eng und haben keine Bürgersteige. Deshalb gibt es im innerstädtischem Straßenbild auch kaum LKW, da nur schmale Kleintransporter die engen Straßen befahren können. Das japanische mautpflichtige Autobahnnetz umfasst rund 7000 Kilometer, weitere 2000 sind in Planung. Das Netz ist in staatlicher Hand, die Betreibergesellschaften wurden jedoch im Jahr 2005 in private Gesellschaften in öffentlichem Besitz umgewandelt und sollen eventuell verkauft werden. In Japan herrscht Linksverkehr.

Der Bau des Straßen- und Bahnnetzes gestaltet sich aufgrund des bergigen Inlands und der vielen Inseln sehr schwierig und ressourcenintensiv, da viele Tunnel und Brücken nötig sind. Darüber hinaus ist die Infrastruktur ständig durch Erdbeben, Taifune und Vulkanausbrüche gefährdet. Strom- und Telefonleitungen sind in Japan überwiegend oberirdisch geführt, bei neueren Städtebauprojekten unterirdisch. Aufgrund des Brandrisikos bei Erdbeben erfordern die in allen Stadtgebieten unterirdisch verlegten Gasleitungen besondere Aufmerksamkeit und werden oft gewartet. Gasherde und Gasboiler zur Warmwasserversorgung sind in Japan die Norm. Zur japanischen Infrastruktur gehört ein dichtes Netz an Katastrophenwarnsystemen und Rettungsinseln.

In Japan gibt es eine große Anzahl von Häfen und Flughäfen. Aufgrund seiner isolierten Lage wird über diese sämtlicher internationaler Warenhandel abgewickelt. Wegen der schlechten Erreichbarkeit vieler Orte innerhalb Japans werden sie aber auch zum Reisen und für inländischen Warentransport genutzt. Die größten Flughäfen sind Tokio-Haneda, Tokio-Narita, Kansai International Airport und der zur EXPO Aichi 2005 neu eröffnete Flughafen Chūbu. Da in Japan nur wenig ebenes Land zur Verfügung steht, wurden sowohl der Flughafen Kansai als auch der Flughafen Aichi auf künstlichen Inseln im Meer errichtet. Bei Kitakyūshū und bei Kōbe sind weitere Flughafeninseln im Bau.

Ebenfalls gut ausgebaut ist das Telefonnetz, Breitbandinternetzugänge sind flächendeckend verfügbar und fast jeder Japaner besitzt ein Mobiltelefon. Dabei ist der in Japan eingesetzte Mobilfunkstandard Personal Digital Cellular, der nicht zu dem global verbreiteten GSM-Standard kompatibel ist.

In der modernen japanischen Kultur gehen viele Elemente auf die ganz eigene Tradition des Landes zurück, wodurch Japan im Kreis der Industrienationen seinen individuellen Charakter bewahrt hat.

In der Archäologie sind die ersten Zeugnisse der kulturellen Frühgeschichte Keramiken der Jōmon- und Yayoi-Periode. Ab dem 4. Jahrhundert kamen dann viele Elemente der chinesischen Kultur nach Japan, zuerst Landwirtschaftstechniken wie der Reisanbau und Handwerkstechniken wie Bronzeschmiedekunst und der Bau von Hügelgräbern, dann ab dem 7. Jahrhundert auch die Schriftkultur und die Fünf Klassiker, der Konfuzianismus und der Buddhismus.

In der Heian-Zeit kam es zu einer ersten Blüte, als der Hofadel aus dem chinesischen Erbe eine eigenständige japanische Dichtung und Literatur entwickelt.

In den darauf folgenden Epochen wurde das Land immer wieder von Bürgerkriegen verwüstet, wodurch der Schwertadel, die Bushi (später als Samurai bezeichnet), zur wichtigsten Schicht aufstieg. Neben der Kriegskunst und der Schwertschmiedekunst bildete sich auch eine neue Form des Buddhismus, der Zen, heraus, der den Kriegern zusprach.

Erst in der Edo-Zeit im 17. Jahrhundert, unter den Tokugawa, kam das Land wieder zur Ruhe. Die Samurai wurden zu einer Beamtenschicht, die ihre Kriegertugenden in den Kampfkünsten (武術 bujutsu) bewahrte. Der Einfluss des Zen spiegelte sich nun auch in Dichtung, Gartenkunst, Malerei (Sumi-e) und Musik wider. Durch Frieden und wirtschaftlichen Aufschwung kam in dieser Zeit auch die vierte Schicht, die Händler, zu Reichtum. Da ihnen der soziale Aufstieg verwehrt war, suchten die Händler in der Kunst einen Weg, die Samurai zu übertrumpfen. Sie förderten Teehäuser, in denen die Geishas die Teezeremonie, Blumensteckkunst, Musik und Tanz praktizierten. Sie förderten auch das Kabuki-Theater. In den Städten bildeten sich besondere Vergnügungsbezirke, besonders in Edo, wo die Daimyō das halbe Jahr unter der direkten Kontrolle des Shōgun verbringen mussten.

Eine dritte Blütezeit der Kultur erlebt Japan jetzt in der Nachkriegszeit, in der Japan eine lebhafte Popkultur hervorgebracht hat, die westliche Einflüsse und japanische Tradition verbindet. Anime und Manga, japanische Filme und Popmusik sind auch in Übersee beliebt.

Bildung hat in Japan, beeinflusst durch den Konfuzianismus, einen sehr hohen Stellenwert. Bei der Wahl des Studiengangs entscheidet mehr das Ansehen der Universität als das Studienfach für die späteren beruflichen Möglichkeiten und Aufstiegschancen. Deshalb ist das Lernen für die schwierigen Aufnahmeprüfungen der Universitäten sehr zeitaufwendig, zudem steigt die Schwierigkeit mit dem Prestige der Universität.

Nach dem Zweiten Weltkrieg konzentrierte sich die Forschung ganz auf die Entwicklung neuer Produkte für die Industrie. Hierbei fand eine sehr enge Kooperation zwischen den Entwicklungsabteilungen der großen Firmen und den Universitäten statt. Erst durch Reformen in den 1980er Jahren wird auch verstärkt Grundlagenforschung gefördert. Momentanes großes Thema ist die Entwicklung von Robotern, wie die Expo 2005 beeindruckend gezeigt hat. Das Hauptthema der Sozialwissenschaft der 1980er Jahre war Nihonjinron, der japanische Versuch der Identitätsfindungen nach den rasanten Wandlungen der letzten anderthalb Jahrhunderte.

Japan ist eine große Fischereination und betreibt Walfang. Entgegen dem angeblichen wissenschaftlichen Hintergrund wurden bisher keinerlei wissenschaftliche Daten von den zwei japanischen Walfangprojekten im Nordpazifik und im antarktischen Walschutzgebiet international veröffentlicht, während das Walfleisch kommerziell genutzt wird.

Die japanische Walfanglobby argumentiert, dass Wale zu viele Fische fräßen und somit Nahrungskonkurrent des Menschen seien. Die Tötung von Zwergwalen und neuerdings auch Buckel-, Finn-, Bryde-, Sei- und Pottwalen soll die Untersuchung des Mageninhaltes der Tiere ermöglichen. Die Internationale Walfangkommission kritisierte die schwachen wissenschaftlichen Argumente Japans stark und wies darauf hin, dass die erwünschten Daten nicht dem Management der Walbestände dienen und auch mit für die Wale schonenden Mitteln (z. B. Kot- und Hautproben) gesammelt werden könnten.

Zwischen 1904 und 1986 wurden in der Antarktis mehr als 200.000 Buckelwale und 720.000 Finnwale getötet. Während sich einige wenige Buckelwalgruppen aufgrund von Schutzbestimmungen langsam erholen, sind andere weiterhin stark dezimiert und gefährdet.

Im Dezember 2007 verkündete die japanische Regierung nach internationalem Druck, die Jagd auf Buckelwale einzustellen. Die Jagd auf Zwerg- und Finnwale werde aber fortgesetzt.

Sport ist in Japan bereits in der Asuka-Zeit (7. Jahrhundert) nachgewiesen, als eine Gesandtschaft aus Korea am Hof der Kaiserin Kōgyoku durch einen Sumōkampf unterhalten wurde. Die Bushi, der erstarkende Kriegerstand zum Ende der Heian-Zeit (11. Jahrhundert), betrieben ebenfalls Sport als Vorbereitung auf den Kampf, in erster Linie Schwertkampf (kenjutsu), Reiten (bajutsu), Bogenschießen (kyūjutsu) und Schwimmen. In der Edo-Zeit, einer friedlichen Periode, verfeinerten die zu Verwaltungsbeamten gewordenen Samurai diese Techniken zur Kampfkunst (bujutsu), die durch den Einfluss des Zen-Buddhismus auch eine spirituelle Komponente erhielten.

Im Rahmen der Meiji-Restauration (zweite Hälfte des 19. Jahrhundert) kam auch der westliche Sport nach Japan, darunter athletische Sportarten und Mannschaftssportarten wie Baseball, heute der beliebteste Sport (siehe Baseball in Japan) und Fußball (siehe Fußball in Japan). Anfang des 20. Jahrhunderts wurden aus den klassischen Bujutsu-Künsten die heutigen Kampfkünste und Kampfsportarten entwickelt, darunter Judo, Aikidō und Kendō. Das Karate entwickelte sich in der Präfektur Okinawa.

Heutzutage wird eine breite Vielfalt von Sportarten in Japan betrieben, in erster Linie in Clubs an Schulen und Universitäten. Die Insellage hat Windsurfen und Tauchen sehr beliebt gemacht. Als Sport der Salarymen gilt Golf, eine Mitgliedschaft in einem Golfclub können sich allerdings nur die wirklich gut Verdienenden leisten. Überall in Japan finden sich daher hoch umzäunte Anlagen, auf denen der Abschlag geübt werden kann. Hokkaidō und die Präfektur Nagano sind Zentren des Wintersports.

1 Liegt größtenteils in Afrika.  2 Liegt zum Teil auch in Ozeanien.  3 Liegt zum Teil auch in Europa.

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Großer Preis von Japan

Streckenprofil

Unter Großer Preis von Japan versteht man, abgesehen von den Motorradrennen, in erster Linie die Formel-1-Rennen, die erstmals in den Saisons 1976 und 1977 Formel-1-Rennen auf dem Fuji Speedway in der Präfektur Shizuoka in Japan stattfanden. Zuvor waren jedoch seit 1963 unter diesem Prädikat auch andere Automobilrennen ausgetragen worden, etwa für Sportwagen, zunächst in Suzuka, dann in Fuji.

Von 1987 bis 2006 wurde der Große Preis von Japan (Fuji Television Japanese Grand Prix) regelmäßig jährlich auf dem Suzuka International Racing Course nahe Suzuka in der Präfektur Mie ausgetragen.

1994 und 1995 fanden jeweils zwei Formel-1-Rennen in Japan statt. Diese zusätzlichen Rennen wurde unter dem Namen Großer Preis des Pazifik auf dem Tanaka International Circuit in Aida veranstaltet.

In der Saison 2007 wurde der Große Preis von Japan wieder auf dem vollständig renovierten Fuji Speedway ausgetragen. Ab 2009 soll ein jährlicher Wechsel mit Suzuka stattfinden, was auf einer Pressekonferenz der FIA im Vorfeld des Großen Preises von Italien in Monza am 8. September 2007 bekanntgegeben wurde.

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Besatzungszeit in Japan

Der japanische Außenminister Shigemitsu Mamoru am 2. September 1945 bei der Unterzeichnung der Kapitulationsurkunde an Bord der USS Missouri in der Bucht von Tōkyō; vor ihm stehend Lieutenant General Richard K. Sutherland, Chef des Stabes von General Douglas MacArthur

Die Besatzungszeit in Japan begann nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs im Pazifik am 2. September 1945 und endete auf den Hauptinseln mit dem Inkrafttreten des Friedensvertrags von San Francisco am 28. April 1952. Die Vereinigten Staaten als ehemaliger Hauptgegner stellten den Großteil der Besatzer, dazu kamen britische Soldaten in deutlich geringerer Anzahl.

Am 8. August 1945 stellte die militärische Führung der USA die Pläne zur Durchführung der Operation Blacklist fertig. Darin wurde genau festgelegt, wie und mit welchen Truppenteilen Japan unmittelbar nach der Kapitulation zu besetzen seien. In der Folge wurde auch ein Plan zur administrativen Steuerung des besetzten Japan ausgearbeitet.

Der damalige Präsident der Vereinigten Staaten, Harry S. Truman, der britische Premierminister Clement Attlee und der sowjetische Diktator Josef Stalin einigten sich darauf, wie die Besetzung des japanischen Imperiums durchgeführt werden sollte: Die Sowjetunion würde den nördlichen Teil der japanischen Provinz Chōsen (das spätere Nordkorea) und die Insel Sachalin verwalten, während die Vereinigten Staaten und Großbritannien für den restliche Besitz Japans (inklusive dem südlichen Teil der Provinz Chōsen, dem späterem Südkorea) verantwortlich sein würden.

Obwohl das japanische Militär in den Monaten nach dem Beginn des Krieges gegen die Vereinigten Staaten und ihre Alliierten im Dezember 1941 einige Anfangserfolge hatte erzielen können, hatte sich das Kriegsglück mit zunehmender Länge des Krieges immer mehr zugunsten der Alliierten gewendet. Die militärische Lage Mitte 1945 schließlich war äußerst prekär. Die Amerikaner waren im April auf Okinawa, der Hauptinsel der Ryūkyū-Inseln gelandet, hatten die Insel nach zwei Monaten verlustreicher Kämpfe erobert und besaßen damit eine strategische Basis zu einer Invasion der japanischen Hauptinseln. Zudem war der erste Atombombentest erfolgreich verlaufen und die Sowjetunion würde gemäß der Vereinbarungen im August in den Krieg gegen Japan eintreten, was jedoch in Japan unbekannt war. Wie schon in Deutschland verlangten die Alliierten angesichts ihrer Überlegenheit folglich eine bedingungslose Kapitulation.

Nachdem die Atombomben am 6. und 9. August schließlich über Hiroshima und Nagasaki eingesetzt worden und die Sowjetunion am 8. August die Operation Auguststurm startete, den Angriff auf die Mandschurei, signalisierte die japanische Regierung nach Intervention von Tennō Hirohito schließlich am 10. August informell ihre Zustimmung zur Potsdamer Erklärung, unter der Bedingung, dass die Institution des Tennō unangetastet bleiben werde. US-Präsident Harry S. Truman ließ antworten, dass Hirohito im Amt bleiben dürfe, wenn dies dem „frei geäußerten Willen des japanischen Volkes“ entspreche . Nachdem das Kabinett den Entwurf des Erlasses zur Beendigung des Krieges (大東亜戦争終結ノ詔書, daitōa sensō shūketsu no shōsho) gebilligt hatte, wurde am 15. August eine Radioansprache ausgestrahlt, in der Hirohito bekannt gab, dass seine Regierung die Bedingungen der Potsdamer Erklärung akzeptiere. Zusätzlich forderte er das japanische Volk auf, „das Unerträgliche zu ertragen“ und jeden „Ausbruch der Gefühle“ zu unterlassen.  Zuvor hatten noch einige Offiziere, die eine Kapitulation um jeden Preis verhindern wollten, gewaltsam versucht, die Ausstrahlung der Rede zu verhindern.

Noch am selben Tag gab US-Präsident Harry S. Truman bekannt, General Douglas MacArthur zum Supreme Commander for the Allied Powers („SCAP“, Oberster Befehlshaber der Alliierten Streitkräfte) zu ernennen. Schon am 19. August traf sich MacArthur mit Vertretern Japans in Manila, um sie über seine Pläne für die Besetzung zu unterrichten. Die japanischen Abgesandten baten darum, die Ankunft der ersten amerikanischen Einheiten auf japanischem Boden zu verzögern, doch MacArthur verweigerte dies. Das erste Vorauskommando, 146 Soldaten der 11. US-Luftlandedivision, wurde trotz einiger Sicherheitsbedenken am 28. August per Flugzeug zum Luftwaffenstützpunkt Atsugi in der Präfektur Kanagawa gebracht und war damit die erste militärische Einheit der Amerikaner, die auf japanischem Boden landete. Zwei Tage später traf auch MacArthur persönlich zusammen mit viertausend weiteren Soldaten in Atsugi ein.

Die offizielle Kapitulation wurde für den 2. September angesetzt und fand auf dem Schlachtschiff USS Missouri in der Bucht von Tōkyō statt. Auf japanischer Seite unterzeichneten Außenminister Shigemitsu Mamoru für die Regierung und General Umezu Yoshijirō für das Militär; für die Amerikaner unterschrieben Douglas MacArthur und Admiral Chester W. Nimitz. Zusätzlich wurde die Urkunde von Vertretern Großbritanniens, Frankreichs, der Republik China, der Sowjetunion, der Niederlande sowie der Mitgliedsstaaten des British Commonwealth unterzeichnet. Dies markierte den offiziellen Beginn der Besatzungszeit.

Im Zuge der Operation Blacklist genannten Besetzung Japans trafen bald weitere Soldaten ein, so dass Ende 1945 mehr als 350.000 US-Soldaten in Japan stationiert waren. Die offizielle Besatzungstruppe des Britischen Commonwealth bestand aus australischen, britischen, indischen und neuseeländischen Soldaten.

Oberste Priorität war es zunächst, ein Netzwerk für die Nahrungsverteilung aufzubauen, da aufgrund des Kollapses der japanischen Verwaltung und wegen der Zerstörung wichtiger Städte durch Bombenangriffe ein Großteil der Bevölkerung hungerte.

Nachdem ein derartiges Netzwerk aufgebaut worden war, das mehr als eine Million US-Dollar pro Tag kostete, wollte General MacArthur die Unterstützung von Kaiser Hirohito gewinnen. Zum ersten Mal trafen sich die beiden am 28. September 1945. Das Foto, auf dem sie zusammen zu sehen sind, ist eines der berühmtesten der japanischen Geschichte. Viele Japaner registrierten jedoch schockiert, dass der General seine Standard- und nicht seine Ausgehuniform trug, als er den Kaiser traf.

Das Ende der alliierten Besatzung Japans wurde im Friedensvertrag von San Francisco festgelegt, der am 8. September 1951 unterzeichnet wurde. Mit seinem Inkrafttreten am 28. April 1952 war Japan wieder ein unabhängiges Land.

Allerdings behielten die Vereinigten Staaten gemäß Artikel 3 des Vertrages die Treuhandverwaltung über eine Reihe von Inselgruppen. Die Besatzungszeit endete auf den Amami-Inseln 1953 und auf den Ogasawara-Inseln 1968. Mit der zwischen Richard Nixon und Satō Eisaku vereinbarten Rückgabe Okinawas 1972 haben die Westalliierten alle im Friedensvertrag vorgesehenen Gebiete wieder unter japanische Souveränität gestellt.

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Christentum in Japan

Japanischer Votiv-Altar, Ende des 16. Jh.

Das Christentum spielt in Japan nur eine untergeordnete Rolle, da die Vorstellung eines einzigen allmächtigen Gottes mit den traditionellen religiösen Vorstellungen schwer in Einklang zu bringen ist. Heute sind nur etwa 1 % aller Japaner Christen, ein geringerer Bevölkerungsanteil als während der ersten christlichen Missionierung im 16. Jahrhundert und weltweit einer der niedrigsten Werte. Eine neue Gallup-Umfrage geht dagegen von sechs Prozent aus, wesentlich mehr als bislang angenommen.

Zwischen 1614 und 1873 war das Christentum in Japan verboten, alle Sympathisanten waren härtesten Verfolgungen und Repressionen ausgesetzt. Dennoch hielten sich einzelne christliche Gemeinden im Untergrund, die unter dem Begriff Kakure kirishitan zusammengefasst werden.

Die römisch-katholische Kirche zählt in Japan etwa 450.000 Mitglieder (Stand: 2002), und die von Nikolai von Japan im 19. Jahrhundert gegründete japanische orthodoxe Kirche hat etwa 30.000 Mitglieder. Die evangelischen Gemeinden in Japan haben zusammen etwa 650.000 Mitglieder. Sie wurden von amerikanischen Missionaren im 19. oder 20. Jahrhundert gegründet, die meisten von Ihnen gehören den auch in Amerika stark vertretenen Denominatonen an (Methodisten, Baptisten, Calvinisten unterschiedlicher Prägung). Japanische Christen betreiben einen im Vergleich zu ihrem Bevölkerungsanteil überproportional hohen Anteil der japanischen Schulen, Hochschulen und sonstigen Bildungseinrichtungen; von den Schülern wird jedoch keine Konversion erwartet.

Bekannten sich in den 1930er Jahren nur wenige hundert Japaner zu den Zeugen Jehovas und war die Religionsgemeinschaft während des Zweiten Weltkriegs sogar verboten, so verzeichneten sie seit den 1950er Jahren einen rapiden Anstieg auf fast 219.000 Mitglieder innerhalb Japans (Stand: 2008).

Die Geschichte der Katholischen Kirche in Japan begann im Jahre 1549 mit der Landung von Franz Xaver. Dieses Datum markiert zugleich den ersten Kontakt Japans mit dem Christentum. Die darauf folgende Zeit der christlichen Mission in Japan, von der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts bis zur ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts, wird auch als das christliche Jahrhundert in Japan bezeichnet. Diese Periode beginnt mit der Landung von spanischen und portugiesischen Missionaren ab 1549 und endet 1638 mit der Niederschlagung des Shimabara-Aufstands.

1547 erhielt Franz Xaver, ein Spanier und Mitbegründer des Jesuitenordens, zu dem Zeitpunkt in Goa (Indien) im Dienste des portugiesischen Königs, die Nachricht von der "Entdeckung" Japans. 1549 fuhr er mit drei Japanern, die er in Goa kennengelernt und zum Christentum bekehrt hatte, auf die japanischen Inseln. In Kagoshima auf Kyushu entstand so die erste christliche Gemeinde in Japan. 1550 reiste er nach Kyoto und wollte beim Kaiser vorsprechen, was ihm aber verwehrt wurde. 1551 kehrte er nach Goa zurück. Neben Xaver wirkte auch der Jesuit Luis Frois in Japan.

Die christliche Mission war immer auch politisch. Portugiesen und Spanier, die damals vorherrschenden Kolonialmächte, versuchten ihren Einfluss in Japan geltend zu machen und rangen um Handelsgewinne und Einfluss. Beide brachten neben der Religion vor allem eine entscheidende Neuerung nach Japan: Schusswaffen. Zu dieser Zeit, auch Zeit der streitenden Reiche genannt, kämpften die Daimyō untereinander um die Vorherrschaft in Japan, und der Kontakt mit den Europäern brachte so entscheidende technologische Vorteile. Viele Daimyō, besonders auf Kyushu, interessierten sich daher für das Christentum und wurden sogar getauft, die sogenannten Kirishitan-daimyō. Ein zweiter Grund für das Interesse war, dass die buddhistischen Klöster zu dieser Zeit einen großen und für die Daimyō oft sehr lästigen Machtfaktor darstellten, sogar eigene Truppen unterhielten. Mit dem Christentum suchte man auch hier einen Gegenpol.

Im Laufe der blutigen Reichseinigung unter Toyotomi Hideyoshi wurde die Macht der buddhistischen Klöster jedoch gebrochen und das Land sollte befriedet werden. Die südlichen Daimyo, besonders die auf Kyushu, sollten unter die Oberhoheit der Zentralregierung, des Shogunats gebracht werden, und nicht mehr vom Handel mit den Ausländern profitieren können. Daher verbot er das Christentum im Jahr 1587.

Nach dem Verbot wurden Gemeinschaften von Franziskanern in der damaligen Hauptstadt Kyoto verhaftet, und 26 Personen wurden in Nagasaki gekreuzigt. Diese Hinrichtungsart war in Japan sonst nicht üblich. Es war das erste christliche Martyrium in Japan; Paul Miki war einer der Hingerichteten. Sie wurden 1862 von Papst Pius IX. heilig gesprochen. Eine andere Hinrichtungsmethode war, die Christen in Jigoku zu werfen, kochend heiße Quellen in vulkanisch aktiven Gebieten. Auch Hideyoshi forderte von seinen Männern die Abkehr vom Christentum. Die meisten folgten seiner Forderung, aber ein Daimyō, Takayama Ukon verweigerte dies. Takayama wurde sein Daimyō-Rang aberkannt und er wurde nach Java verbannt.

Das 1602 entstandene Tokugawa-Shōgunat in Edo behielt gegenüber dem Christentum die gleiche Politik bei. Damals waren Franziskaner, Jesuiten und Dominikaner in Japan, aber schließlich wurden alle Ausländer im Rahmen der Abschließungspolitik (sakoku) entlassen. Dominikaner in Kyushu wurden 1609 verhaftet, nach Nagasaki verbracht und einige hingerichtet, die übrigen des Landes verwiesen. Shōgun Tokugawa Ieyasu verbot das Christentum 1612 erst im vom Shogunat direkt regierten Gebiet (Tenryō) und schließlich 1615 durch die buke shohatto, einer Sammlung von Verordnungen für die Daimyō, in ganz Japan. 1623 kamen neun Missionare (darunter drei Dominikaner) aus Manila in die Provinz Satsuma ganz im Süden des Landes, aber bis 1634 wurden alle diese Missionare gefasst und hingerichtet.

Alle einfachen Japaner mussten nun Gemeindemitglieder einer buddhistischen Tempelgemeinde werden; der Buddhismus wurde vom Shogunat wieder gefördert. Eine besondere Praxis, um Christen zu entlarven war, dass bei der vorgeschriebenen jährlichen Versammlung am Tempel alle unter Zeugen auf so genannte Fumie treten, kleine Relieftafeln mit christlichen Symbolen. Die Idee dabei war, dass Christen sich weigern würden, dies zu tun, und so erkannt und getötet werden könnten. Besonders in Edo (dem heutigen Tokio), Ōsaka und der einstigen christlichen Hochburg Nagasaki war dies eine Pflicht, der die Stadtbewohner jährlich vor Zeugen nachkommen mussten.

Wurde jemand als Christ erkannt, gab es für ihn zwei Möglichkeiten: Bekennende Christen wurden gekreuzigt oder verbrannt; wer jedoch als Apostat seinem christlichen Glauben abschwor, blieb am Leben und wurde fortan als Korobi-Kirishitan (alternative Schreibweisen: 転びキリシタン, 転び切支丹 oder 転び吉利支丹, dt. „umgefallener Christ“) bezeichnet. In beiden Fällen wurde die gesamte Familie sieben Generationen lang vom Shogunat mithilfe des Familienstammbuchs scharf überwacht.

Im Jahr 1637 beteiligten sich 27.000 japanische Christen am Aufstand von Shimabara, wobei sie sich in der Burg Shimabara verschanzten. Nach längerer Belagerung wurde diese schließlich von den shogunatstreuen Truppen erobert, unter Mithilfe eines dafür angeheuerten holländischen Schiffes. Kein Aufständischer überlebte, danach gab es in Japan offiziell keine Christen mehr.

Kakure Kirishitan (jap. 隠れ切支丹 oder 隠れキリシタン, verborgene Christen bzw. Kryptochristen) bezeichnet Japaner, die ab Anfang des 17. Jahrhunderts trotz des Verbots des Shogunats das katholische Christentum als Religion angenommen hatten und ohne Einflüsse von außen zu einer eigenen Glaubensform weiter entwickelten. Diese entsprach jedoch nicht mehr dem ursprünglichen Katholizismus.

Bibeln oder andere schriftliche Quellen besaßen die Kakure Kirishitan nicht mehr, da diese auf Anweisung des Shogunats verbrannt worden waren. An unauffälligen Stellen hatten sie aber mit Kreuzen geschmückte scheinbare Alltagsgegenstände, die sie im geheimen für ihre Sakramente benutzten. Die dabei gesprochenen Gebete, die Orasho oder Oran'yo (von lat. oratio, Gebet), waren eine Mischung aus Latein, Portugiesisch und Japanisch, die im Lauf der Jahrzehnte zum Kauderwelsch entstellt und auch von den Gläubigen selbst nicht mehr verstanden wurden. Beispielsweise beginnt ein aus Ikitsuki bei Nagasaki überliefertes Orasho mit den Worten „deusupaitero, hīriyō, superitosantono“ (でうすぱいてろ、ひーりょう、すぺりとさんとの): Dahinter verbirgt sich die lateinische trinitarische Formel „Deus pater, filius, spiritus sanctus“ („Gott Vater, Sohn, Heiliger Geist“).

Im Jahr 1853 erzwangen die USA die Öffnung Japans zum Westen hin. In der Folge wurden 1858 erste Handelsverträge mit den USA und europäischen Ländern abgeschlossen, und Japan öffnete fünf Häfen (Hakodate, Niigata, Yokohama, Kōbe und Nagasaki) für westliche Schiffe.

Am 22. Januar 1863 begann in Nagasaki zum ersten Mal nach dem Verbot von 1613 der Bau einer christlichen Kirche (大浦天主堂 ōura tenshudō, englisch The Church of the 26 Martyrs Catholic Oura Church) für die dort anwesenden Franzosen, der am 29. Dezember 1864 vollendet wurde. Am 17. März 1865 bekam der Priester der Kirche, Bernard Thadee Petitjean, Besuch von 15 Japanern. Eine Frau namens Yuri Sugimoto teilte ihm mit, sie seien Christen – mehr als 250 Jahre nach dem offiziellen Verbot und über 200 Jahre nach dem Verlust aller Kontakte nach außen.

Nach der Aufhebung des Verbots des Christentums schlossen sich viele Kakure Kirishitan wieder der katholischen Kirche an. Doch auch heutzutage beträgt die Zahl der Japaner, die noch die alten Kakure-Bräuche praktizieren, gut einige Hundert.

Am 1. Mai 1846 entstand das Apostolische Vikariat Japan, dass allerdings nur Ausländern offen stand. Nach der Öffnung zum Westen Mitte des 19. Jahrhunderts und der Entdeckung der immer noch bestehenden christlichen Gemeinde von Urakami in Nagasaki durch katholische Missionare kehrte etwa die Hälfte der Kakure Kirishitan zur Katholischen Kirche zurück, aber ihr religiöses Leben war anfangs immer noch schwierig. Die neue kaiserliche Meijii-Regierung verbot das Christentum den Japanern zunächst immer noch, aber schließlich wurde 1873 unter dem diplomatischen Druck des Auslands das Christentum in Japan wieder offiziell zugelassen. 1891 entstand das Erzbistum Tokio. Die Übergabe an japanische Geistliche fand im November 1937 statt.

Die Katholische Kirche ist heute mit ca. 450.000 Mitgliedern die größte christliche Einzelkirche in Japan, allerdings sind die verschiedenen protestantischen Kirchen mit ca. 700.000 Mitgliedern insgesamt größer.

Zwei der derzeitigen Kardinäle sind japanische Katholiken. Momentaner Metropolit von Tokio ist Peter Takeo Okada, Weihbischof von Tokio ist James Kazuo Koda.

Die Orthodoxe Kirche in Japan (日本ハリストス正教会 nihon harisutosu seikyōkai, Japanische Christus-orthodoxe Kirche) ist ein orthodoxes christliches Erzbistum in Japan.

Begründet wurde sie ab 1861 von dem später als Nikolai von Japan bekannt gewordenen russischen Mönch Nikolai (1836–1912). Ausgehend von seiner Aufgabe als Priester für die Mitarbeiter der russischen Botschaft in Hakodate führte er die Kirchengründungsmission praktisch im Alleingang durch und wurde der erste orthodoxe Bischof von Japan. Schon bald hielt er die Liturgie in japanischer Sprache ab und beteiligte fast nur Japaner an der Kirchenleitung. Seine Bibelübersetzung (Neues Testament und alle in der Liturgie gelesenen Teile des Alten Testaments) ist in einem sehr klassisch-literarisch geprägten Japanisch verfasst und gilt als relativ anspruchsvolle Lektüre. Nikolai wurde 1970 von der russisch-orthodoxen Kirche als Nikolai, Erleuchter von Japan heilig gesprochen und ist seither der orthodoxe Schutzheilige des Landes. Sein Gedenktag ist am 16. Februar, seinem Todestag.

Die orthodoxe Kathedrale in Tokio heißt zwar formell Auferstehungskathedrale von Tokio, aber man nennt sie normalerweise – etwa auf Stadtplänen – Nikorai-dō (ニコライ堂, Haus des Nikolai). Sie war das erste Gebäude Tokios, das höher als der Kaiserpalast lag, was damals je nach Standpunkt als mutig oder dreist empfunden wurde. Die orthodoxen Kirchen in Hakodate und Tokio sind als „bedeutende staatliche Kunstschätze“ geschützt.

Die Orthodoxe Kirche in Japan besteht aus drei Bistümern: Erzbistum von Tokio, Bistum von Ostjapan in Sendai und Bistum von Westjapan in Kyōto. Der Erzbischof von Tokio wird automatisch „Metropolit von Japan“, der gegenwärtige Träger dieses Titels ist seit Mai 2000 Erzbischof Daniel Nushiro. Die Mitgliederzahl liegt seit Jahrzehnten gleich bleibend bei etwa 30.000 Mitgliedern, das sind etwa 3 % aller japanischen Christen. 30 Priester und fünf Diakone betreuen etwa 150 orthodoxe Gemeinden, von denen sich die meisten auf der Insel Hokkaidō befinden.

Die japanisch-orthodoxe Kirche ist eine so genannte „autonome Kirche“ mit Anbindung an die russisch-orthodoxe Kirche. Diese hat somit ein Mitspracherecht bei der Wahl des Kirchenoberhaupts von Japan, hält sich aber aus den sonstigen inneren Angelegenheiten heraus.

Die protestantische Mission begann mit der Öffnung Japans zur Zeit der Meiji-Restauration in den 1850er Jahren. Die ersten Missionare, vor allem aus den Vereinigten Staaten, begannen mit vorwiegend missionarischer Arbeit, die zum Ziel hatte Japaner zum christlichen Glauben zu führen. Ein Mittel um an die Menschen zu kommen war der Aufbau von Bildungseinrichtungen. Die zweite Generation von Missionaren und Pastoren begann stärker den denominationellen Charakter ihrer Kirche zu betonen, was negativ von vielen japanischen Christen aufgenommen wurde. Darunter zum Beispiel Kanzo Uchimura, der daraufhin die eigene, genuin japanische Mukyokai-Bewegung initiierte. Deutsche missionarische Arbeit begann erst einige Zeit später in den 1880er Jahren und wurde bekannt dafür, dass in das theologische Vakuum vieler japanischer, christlicher Leiter deutsche Liberale Theologie eingeführt wurde, im Gegensatz zu der konservativen Theologie der Amerikaner.

Heute zählen sich zu den Protestanten in Japan etwa 650.000 Christen in 7.000 Gemeinden unterschiedlicher protestantischer Denominationen. Bis heute sind vor allem evangelikale Missionsgesellschaften aus Nordamerika und Europa missionarisch in Japan tätig.

Vor dem Zweiten Weltkrieg zählten die Zeugen Jehovas in Japan nur einige Hundert Anhänger.

Am 21. Juni 1939 wurden 130 Mitarbeiter der Todaisha, der damaligen japanischen Wachtturm-Gesellschaft, verhaftet, wodurch die Aktivität der Zeugen Jehovas in Japan bis zum Kriegsende praktisch zum Erliegen kam.

Als nach dem Ende des Krieges 1945 das Missionieren der Zeugen Jehovas wieder legalisiert wurde und amerikanische Missionare nach Japan kamen, nahm die Zahl der Anhänger wieder zu und überschritt Mitte der 1950er-Jahre die Tausendergrenze. 1972 zählte man etwa 14.000 Mitglieder, und bis 1998 war die Zahl der japanischen Zeugen Jehovas auf 222.912 angewachsen. Aktuell (2008) sind es 218.691 Verkündiger, von denen 58.840 als in der Missionierung anderer besonders aktive sogenannte "Allgemeine Pioniere" tätig sind.

Zurzeit werden von Zeugen Jehovas nach eigenen Angaben mit 164.747 (Stand 2008) interessierten Japanern Bibelstudien durchgeführt.

Seit 1980 verfügen die Zeugen Jehovas in Japan über eine eigene vollständige Übersetzung der Bibel, die Neue-Welt-Übersetzung in japanischer Sprache, von der jedes Jahr über 100.000 Exemplare in Japan verbreitet werden.

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Source : Wikipedia