Jan Delay

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Geschrieben von goldorak 14/04/2009 @ 13:07

Tags : jan delay, hip hop, musik, kultur

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Jan Delay

Jan Delay (2007)

Jan Delay (* 25. August 1976 in Hamburg; eigentlich Jan Phillip Eißfeldt) ist ein deutscher Hip-Hop-, Reggae- und Funk-Musiker. Er hat als Teil der Gruppe Beginner und auch solo Musikalben veröffentlicht.

Jan Delay besuchte von 1986 bis 1995 das Helene-Lange-Gymnasium in Hamburg und machte dort auch sein Abitur.

Jan Delay ist ein Drittel der Beginner (ehemals Absolute Beginner) und bildet mit Tropf die Formation La Boom. Ein weiterer Name des Hamburgers, den er u.a. auf diversen Untergrund-Veröffentlichungen benutzte (der Eimsbush-Style Liga), ist Boba Ffett (angelehnt an Boba Fett, einen Charakter aus Krieg der Sterne). Als Eizi Eiz oder Eißfeldt tritt er als Teil der Beginner auf, während er das Pseudonym Jan Delay hauptsächlich als Solo-Künstler und in den Genres Reggae und Funk verwendet. Jan Delay (wörtl. Jan Verzögerung) ist einerseits ein Wortspiel mit dem Namen eines in den 1990ern kurzzeitig erfolgreichen Musikacts, Young Deenay, und auf der anderen Seite ein Spiel mit dem Namen eines tragenden Effekts in der Reggae/Dancehallmusik, nämlich dem Delay (mit dem Nachhall das wichtigste Stilelement im Reggae und vor allem im Dub).

Das markanteste Merkmal von Jan Delay ist seine etwas monotone, nasale Stimme. Sein Aussehen versteckt er gerne hinter Sonnenbrillen und anderen Vermummungen. In seinen Texten steckt viel Komik, bisweilen sind sie gesellschaftskritisch.

Zur Vergangenheit gehört das Label Eimsbush, das er zusammen mit einigen Musiker-Kollegen gründete. Zwischen 1997 und 2003 wollte Eimsbush jungen, guten Hip-Hop-Künstlern eine Plattform für ihre Musik geben. 2003 musste das Independent-Label jedoch Insolvenz anmelden.

Sein Soloalbum Searching For The Jan Soul Rebels, welches er zusammen mit der Sam Ragga Band aufnahm, wurde von den Kritikern hoch gelobt, er mischte darin gekonnt und mitunter innovativ verschiedene Musikstile. Der Titel spielt auf das Debütalbum Searching For The Young Soul Rebels der Dexys Midnight Runners an. Produziert wurde dieses Album in enger Zusammenarbeit mit dem bekannten Produzenten Matthias Arfmann, der unter anderem auch das erste Album des bekannten Reggae-Künstlers Patrice sowie die ersten beiden Alben der Beginner mitproduzierte. Das Lied Söhne Stammheims musste aus rechtlichen Gründen entschärft werden und ist nur noch in einer ironischen Form erschienen, mit der er aber aufgrund des linksradikalen und die Rote Armee Fraktion verklärenden Textes trotzdem die Kritik vieler Medien auf sich zog.

Im größten deutschen Hip-Hop-Magazin Juice bekam Jan Delays Debütalbum die seltene Bestwertung 6 (von 6) Kronen.

Im August 2006 erschien sein zweites Soloalbum mit dem Titel Mercedes-Dance, das in Zusammenarbeit mit seiner neuen Band Disko No.1, und mit Mathias Arfmann & Tropf als Co-Produzenten entstand. Dieses steht im starken Kontrast zu seinem Debütalbum, im Intro sagt Jan Delay bereits: „Reggae ist tot, jetzt ist Funk dran“. Die Platte wird von Jazztönen mit starken Funk-Elementen bestimmt. Sie erreichte in der ersten Woche Platz eins der deutschen Charts. Die Texte sind zum Teil nicht mehr so sozial-/politikkritisch wie seine früheren Werke, was er im Intro ebenfalls anspricht. Es wurde auch ein Livealbum und eine DVD von Mercedes-Dance veröffentlicht. Zuvor wurde die Single Klar veröffentlicht.

Bei Liveauftritten arbeitet er mit der Funkband Disko Nr. 1 zusammen. Mit dem Song Feuer nahm Jan Delay am 9. Februar 2007 für das Bundesland Hamburg am 3. Bundesvision Song Contest teil und erreichte den zweiten Platz.

Delay spricht die deutsche Synchronstimme von Japeth der Ziege in dem Film Die Rotkäppchen-Verschwörung.

Im Zusammenhang mit dem G8-Gipfel 2007 in Heiligendamm sagte Delay angeblich in einem Interview mit dem Tagesspiegel (Tagesspiegel vom 5. Mai 2007) auf die Frage nach Gewalt: „Sonst wäre es doch langweilig. Ich hab’ Bock auf Action, ich will, dass es Stress gibt. Da bin ich auch eher Hooligan.“ In weiteren Äußerungen zu diesem Thema (Interview mit Spiegel ) sprach Delay unter anderem davon, dass sowohl Bundeskanzlerin Merkel als auch US-Präsident Bush „beides Lakaien“ wären. Daher müsse „man da mit der Faust reinhauen“. Im selben Interview gab er dennoch an, in Sachen G8 „gar keine Ahnung“ zu haben. Ähnlich äußerte sich Delay auch in einem Interview des Online-Magazines Zünder. (Die Zeit/Zuender, Ausgabe 15/2007). In der Musikshow TRL auf MTV vom 8. Juni 2007 dementierte er, so etwas gesagt zu haben. Er habe lediglich gesagt, dass er es gut finde, wenn Menschen auf die Straße gehen und demonstrieren. Er wolle nochmal mit dem Interviewer reden.

Am 7. Juli 2007 trat er in Hamburg bei Al Gores Klimaschutz-Konzert Live Earth auf. Dort kritisierte er den Hamburger Bürgermeister Ole von Beust und den CDU-Senat auf der Bühne offen für seine Unterstützung des Kohlekraftwerks Moorburg. Die Kritik am geplanten Kohlekraftwerk erhielt Jan Delay auch bei seinem Konzert im Hamburger Stadtpark am 25. August 2007 aufrecht. Dort wurden Unterschriften gegen das Kraftwerk gesammelt, und Jan Delay bezeichnete Ole von Beust während des Konzerts mehrfach als „Kohle von Beust“.

Jan Delay hat 2008 seinen Song "www.hitler.de" für die CD "DRDZZ - Den Rechten die Zähne zeigen" zur Verfügung gestellt. Diese CD ist eine Initiative der Gruppe Red Flavour, aus dem Kreisverband Braunschweig der SJ - Die Falken, und stellt sich gegen Rechtsextremismus. Sie wird unterstützt von der ver.di-Jugend, der IGMetall-Jugend und vom VVN/BdA. Weitere Künstler auf dem Album sind Konstantin Wecker, Mono & Nikitaman, die Naturfreunde Chiller und Loudog.

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Heinrich Köbberling

Heinrich Köbberling (* 1967 in Bad Arolsen) ist ein deutscher Jazzschlagzeuger.

Köberling studierte Schlagzeug an der Hochschule für Musik und Theater Hamburg und der New School in New York. Er unterrichtete an den Musikhochschulen Hannover und Hamburg und ist seit 2007 Proferssor für Schlagzeug an der Hochschule für Musik und Theater Leipzig.

Köbberling arbeitete mit Musikern wie Richie Beirach, Ernie Watts, Benny Bailey, Ben Monder, Attila Zoller und Jan Delay zusammen. Er ist Mitglied mehrerer Bands, darunter Aki Takase an the Good Boys, des Ernie Watts Quartet Europe, des Julia Hülsmann Trio, des Rolf Zielke Trio und der Gruppen Lyambiko & Band und Nur drei Worte (mit Andreas Henze und Kai Brückner). Neben mehr als vierzig Alben als Sideman veröffentlichte Köbberling zwei Alben unter eigenem Namen.

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Reggae

Bob Marley während eines Konzerts im Hallenstadion in Zürich, Schweiz, am 30. Mai 1980

Reggae ist eine aus Jamaika stammende Musikform.

Reggae entstand Ende der 1960er Jahre unter dem Einfluss US-amerikanischer Musikrichtungen wie Soul, R&B, Blues, Country und Jazz, die in Jamaika über das Radio empfangen wurden, aus seinen unmittelbaren Vorläufern Mento, Ska und Rocksteady. Er entwickelte sich seitdem zu einer der bedeutendsten Richtungen der populären Musik. Die ursprüngliche Bedeutung des Wortes „Reggae“ ist unklar. Manche – darunter Bob Marley – leiten es von dem lateinischen Wort rex (König) ab und behaupten, es heiße soviel wie „Musik des Königs“ (siehe auch Rastafari). Andere erklären es wesentlich weniger majestätisch als Ableitung von streggae, einem jamaikanischen Slang-Wort für ein leichtes Mädchen. Wie auch immer – der erste Reggae-Titel, in welchem dieses Wort vorkommt, war Do the Reggay (1968) von Toots and the Maytals, der erste als eigentlicher Reggae-Song geltende ist People funny boy (1968) von Lee ‚Scratch‘ Perry.

Der typische Grundrhythmus des Reggae entstand, als bei ersten Eigenproduktionen des Ska US-amerikanische R&B-Stücke gecovert und mit einer starken Betonung des zweiten und vierten Taktteils unterlegt wurden. Im Übergang von Ska zu Rocksteady und dann zu Reggae wurde dieser minimalistische Grundrhythmus jeweils verlangsamt. Reggae und seine Vorläufer entstanden vornehmlich als Tanzmusik, deren Verbreitung hauptsächlich durch so genannte „Sound-Systems“, mobile Diskotheken, vorangetrieben wurden. Betreiber dieser Soundsystems wie beispielsweise Clement „Sir Coxsone“ Dodd, Arthur „Duke“ Reid oder Cecil „Prince Buster“ Campbell gehörten zu den ersten Produzenten eigenständiger jamaikanischer Tanzmusik. Als erster großer und durchschlagender internationaler Erfolg – v. a. in den britischen Charts – gilt das 1968 von Desmond Dekker eingespielte „The Israelites“, mit Nr.1-Platzierungen u. a. in Deutschland und England: der erste eigentliche Welthit des Reggaes.

Gegen Ende der sechziger Jahre war Reggae die bevorzugte Musik der britischen Skinheads, weswegen frühe britische Reggaeproduktionen auch unter dem Begriff „Skinhead-Reggae“ vermarktet werden und viele Reggae-Künstler, wie The Charmers, The Corporation, Joe the Boss oder Symarip, mit Titeln wie z. B. „Skinhead Moonstomp“ oder „Skinheads A Bash Dem“ gezielt auch an die Skinhead-Community richteten. Mit der stärker werdenden Fokussierung auf den britischen Popmusik-Markt (z. B. durch den Einsatz von Streichern) und spätestens mit der inhaltlichen Betonung speziell schwarzer Thematiken im Roots Reggae, verlor die Musik für Teile der Skinhead-Szene, die sich zunehmend von ihrer ursprünglich unrassistischen Haltung in Richtung Gewalt und Neonazismus bewegte und abspaltete, an Bedeutung. Hatten frühe jamaikanische und britische Reggae-Produktionen und -Künstler noch Wert auf gerade diese Szene als den Konsumenten gelegt und obwohl eine sich an den ursprünglichen Werten der unrassistischen Skinheadbewegung orientierende Szene bis heute existiert, wurde diese Szene für den Reggaemarkt weitgehend uninteressant; nicht zuletzt auch wegen des ökonomischen Erfolgs der neueren Spielarten. Diese sogenannten „Tradional Skins“ oder auch „Trojan Skins“ -benannt nach dem Plattenlabel „Trojan Records“- organisieren bis heute traditionelle Reggae-Events, betreiben kleine Label und bringen mit eigenen Bands auch neue Reggae Musik hervor, die sich stark am Hammondsound und dem Uptempo früher Reggaenummern orientieren.

Angeregt durch den bedeutendsten Reggaemusiker und jamaikanischen Nationalhelden Bob Marley verknüpften zahlreiche Musiker die Musik mit der zu dieser Zeit zwar bereits existierenden, wenngleich noch nicht überaus weit verbreiteten Religion der Rastafari. Der klassische Reggae der 1970er Jahre wird heutzutage oft als „Roots-Reggae“ bezeichnet. Er ist entstanden aus verschiedenen Einflüssen, wie Ska und Rocksteady oder dem frühen Pop-Reggae, der zunächst hauptsächlich aus Großbritannien kam. Natürlich spielten auch afrikanische Einflüsse eine Rolle. Parallel dazu entwickelte sich in Großbritannien eine eigene Form des Reggae, die Einflüsse aus anderen Musikformen wie Punk (Musik), New Wave oder Pop integrierte und säkularer war als der jamaikanische Stil (dazu gehören Gruppen wie The Police, The Clash, The Jam oder The Specials).

Mittlerweile haben sich sehr viele verschiedene Formen des Reggae entwickelt: Bedeutend ist Dub, eine oft sehr minimalistische Variante, die sich durch starken Gebrauch von elektronischen Studioeffekten und fast völligem Verzicht auf Gesang auszeichnet. Dubeffekte sind heute fester Bestandteil der meisten Reggae-Varianten, auch Bob Marleys Lieder wurden davon beeinflusst.

Schon früh wurden auf den B-Seiten bekannter Reggaesingles Dubversionen der Lieder mitgeliefert. Die Deejays begannen, diese „Versions“ live mit Sprechgesang-Texten zu versehen (Toasting). Das Toasting stammt vom Scat, einer Gesangsart des Jazz, ab.

Aus dem Toasting wurde im Lauf der Zeit eine neue Variante des Reggae: Raggamuffin bzw. Ragga. Parallel dazu entwickelte sich aus dem Toasting im New York der siebziger Jahren eine weitere neue Musikrichtung, der Hiphop.

Moderne Reggaevarianten wie Ragga werden oft als Dancehall-Reggae bezeichnet. Dieser Begriff ist etwas problematisch, denn er bezeichnet streng genommen keine bestimmte Stilrichtung, sondern fasst diejenigen Stile zusammen, die momentan in den jamaikanischen „Dancehalls“ (Ort größerer Tanzparties) populär sind. „Dancehall“ bezeichnet jedoch auch einen spezifischen, stark synkopierten Rhythmus im modernen Reggae.

Gesungen wird im jamaikanischen Reggae meist auf Patois, einer auf dem Englischen basierenden Kreolsprache mit zahlreichen Wortneuschöpfungen. Die Texte des Roots-Reggae sind oft sozialkritisch, machen auf Missstände aufmerksam oder wollen den Jamaikanern ihre afrikanischen Wurzeln bewusst machen. Ein weiteres oft vorkommendes Themengebiet lässt sich mit love, peace & unity (Liebe, Frieden und Einigkeit) zusammenfassen, auch der Genuss von Marihuana ist ein beliebtes Motiv.

Die Texte des modernen Dancehall-Reggae sind dagegen – vergleichbar mit Hip-Hop-Texten – oft explizit sexuell oder gewaltverherrlichend (sog. Slackness-Themen), auch Homophobie kommt vor. Als Gegenbewegung dazu etablierten sich jedoch inzwischen auch soziale, politische und religiöse Themen im Dancehall.

Charakteristisch für den Reggae ist die Offbeat-Phrasierung, bei der entweder die Gitarre oder das Keyboard, hin und wieder auch die Bläser, in der in den meisten anderen Musikrichtungen unbetonten zweiten und vierten Taktzeit spielen. Im Gegensatz zum Ska, wo statt der 2/4-Betonung eher Offbeats eingesetzt werden, die die „und“-Zählzeiten betonen, ist der Reggae in der Regel langsamer und weniger durch Bläser dominiert.

Die Instrumentierung der meisten (klassischen) Reggaebands besteht aus Drumset, E-Bass, E-Gitarre, Keyboard und Gesang. Oft kommen Blechbläser und Perkussion hinzu. Bei den neueren Stilrichtungen des Reggae (Dancehall, Ragga, Reggaeton) kommt häufiger die Elektronik in Form von Computern und Samplern zum Einsatz. Dabei ist das Schlagzeug meist stark betont, synthetisch erzeugt und mehr am Rock- und Diskosound orientiert.

Besonders wichtig im Klangbild eines Reggaesongs ist stets der Basslauf, der das Gegengewicht zu den Offbeats bildet und oft das eigentliche Thema des Stückes beschreibt. Als herausragende Reggae-Bassisten gelten Aston Barrett und Robbie Shakespeare.

Das Schlagzeug wird oft von einem Perkussionisten unterstützt. Als herausragende Schlagzeuger gelten Carlton Barrett und Sly Dunbar.

Gitarristen spielen beim Reggae hauptsächlich rhythmische Begleitung, wobei auch hier die Betonung des Offbeats im Vordergrund steht. Hin und wieder wird einfach der Basslauf gedoppelt. „Austoben“ dürfen sich die Gitarristen dann in z. T. ausgedehnten Soli.

Erwähnenswerte Gitarristen in der Welt des Reggae sind z. B. Al Anderson, Peter Tosh, Earl „Chinna“ Smith, Ben Harper, Junior Marvin, Ernest Ranglin, Donald Kinsey.

Verwendet werden hauptsächlich Piano- und Orgel-Sounds, hin und wieder auch Keyboard-Klänge. Die Keyboarder begleiten zusammen mit der Gitarre vorwiegend rhythmisch, natürlich ebenfalls mit Betonung des Offbeats. Zwei Variationen sind sehr gängig: Zum einen die Betonung der zweiten und vierten Zählzeit, zum anderen diese Betonung ergänzt um die „und“-Zählzeiten. Keyboard-Soli sind relativ selten, Orgel-Soli kommen häufiger vor. Es ist nicht unüblich, dass in einer Reggaeband zwei Keyboarder spielen.

Berühmte Tastenmänner (oder gar Tastenfrauen) gibt es in diesem Musikstil wenig. Zu nennen wäre Monty Alexander, der eigentlich Jazzmusiker ist, aber als geborener Jamaikaner auch immer wieder Reggae spielt und dann den Reggae mit Jazz verbindet. Des weiteren wären Earl „Wya“ Lindo und Tyrone Downie sowie Ian Wynter und Bernard „Tooter“ Harvey zu nennen.

Außerdem erwähnenswert: Augustus Pablo, berühmt geworden durch sein Melodicaspiel (siehe auch unter Dub) sowie Jackie Mittoo , einer der wichtigsten Orgelspieler bei Studio One.

Die Bläser einer klassischen Reggaeband treten meist zu dritt auf. Die gespielten Instrumente sind hierbei in der Regel Posaune und Trompete, oft auch das Saxophon.

Das erste deutschsprachige Reggaealbum, welches den Durchbruch an die Chartspitze schaffte, wurde von Jan Delay „Searching for the Jan Soul Rebels“, veröffentlicht. Seit einiger Zeit gibt es eine immer größer werdende Gemeinde deutscher Reggae-Künstler, die teilweise auch auf Deutsch singen. Die derzeit erfolgreichsten deutschen Künstler sind Seeed (Dancehall & Roots-Reggae), Patrice und Gentleman (Roots), wobei letztere ihre Texte durchgängig auf jamaikanisch englisch (Patois) gestalten.

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Sam Ragga Band

Die Sam Ragga Band ist eine Reggaeband aus Hamburg. Ihre Musik ist eine Mixtur aus Reggae mit poppigen, souligen und afroamerikanischen Einflüssen und Rhythmen verbunden mit Rap. Wobei es eine Entwicklung weg von Roots-Reggae und Rap mit deutschen Texten in Richtung treibenden Dancehall-Einflüssen mit englischen Texten gegeben hat. Ein besonderes Merkmal der Band ist die grosse Anzahl von Gastmusikern, vor allem aus der (Hamburger) Hip-Hop-Szene.

Auch wenn es fälschlicherweise anders behauptet wird, ist die Band keine lose Formation von Musikern oder die Begleitband gewisser Hip-Hop-Musiker, sondern eine eigenständige Band mit der Besonderheit sich die Gesangsparts von einer größeren Anzahl von (befreundeten) Musikern einsingen zu lassen.

Die Band entstand 1996 auf den Flashnizm-Tour der Absoluten Beginner. Die Idee zu der Reggae-Formation hatten Jan Delay aka Eißfeld und Marc Wilkes, dazu kommt Ali Busse, welcher die Band auf der Tour als E-Bassist unterstützt. Schlagzeuger wird Hartmut Karez und der Bruder von Marc, Martin Wilkes, steigt bei der Band als Keyboarder ein.

Ihren ersten Gig hatten sie Heiligabend 1996 im Molotow (Hamburg) zusammen mit Samy Deluxe und Tropf (Kaspar Wiens). 1997 wurden die ersten Aufnahmen gemacht, welche aber nie veröffentlicht wurden; einige der Songs wurden für das erste Album Searching for the Jan Soul Rebels Jahre später neu aufgenommen. Danach wurde das Projekt erst einmal zurückgestellt, da einige der Mitglieder sich anderen Bandprojekten widmeten. Im Folgejahr gab es drei Aufnahmesessions und mehrere Auftritte. Im Jahr 2001 erschien dann mit Searching for the Jan Soul Rebels die erste Veröffentlichung der Band. Martin Wilkes, Keyboarder der Erstbesetzung stieg aus und wurde durch Oliver Kusterer ersetzt. Dieses Album war eigentlich das erste Solo-Album von Jan Delay, die Sam Ragga Band steuerte Songs bei und unterstütze diesen live auf der folgenden 60-Hertz-Tour, wo sie als „Jan Delay featuring Sam Ragga Band“ auftreten. Teile des Albums sind von der Sam Ragga Band live eingespielt worden, teils ist es von Jan Delay programmiert worden.

Anfang 2002 begannen die Aufnahmen für Loktown Hi-Life, welches 2003 dann als erstes eigenes Album unter Mitwirkung diverser Freunde und bekannter Rapper fertig wird. Die Aufnahmen und der Mix fanden im Studio Loktown zusammen mit Niko Sieveking statt. Zur festen Formation gehören nun Seanie T. (Vocals), Jessica McIntyre (Vocals) und Esther Cowens (Vocals). Die erste Single des Albens wird Die Welt steht Still feat. Jan Delay.

Im Sommer 2003 begannen die Aufnahmen zu The Sound of Sam Ragga, der dritten Platte der Band. Dadurch, dass Eimsbush pleite gegangen war und ein Wechsel zu Warner Music stattfand und durch zahlreiche Auftritte der Band zogen sich die Aufnahmen dahin, so dass das Album erst 2004 veröffentlicht wurde. Neben Patrice ist Nena als weiterer Gastmusiker zu nennen. Der größte Teil des Albums wurde im M.O.B. Studio mit Horst Sievert (aka Blank Fontana) gemischt.

2004 ging die Band dann auf eine sechswöchige Tournee durch Deutschland, Österreich und die Schweiz. Anfang 2005 wurde zu dem Label Savoir Faire (SAFA; mit dem Hamburger Vertrieb Indigo) gewechselt, im Sommer folgten einige Auftritte auf Festivals in Deutschland, Österreich und der Schweiz.

Gründungsmitglied und Gitarrist Marc Wilkes und Sängerin Jessica McIntyre haben die Band verlassen und ihr neues Projekt POPPY gestartet. Mit dabei ist auch Marcs Bruder Martin Wilkes. Musikalisch sind POPPY im Bereich Alternative/Wave mit elektronischen Einflüssen angesiedelt.

Ein ebenfalls neues Seitenprojekt ist die hamburger Band Riddim Impact, zu der neben Hartmut Karez und Oliver Kusterer auch den amerikanischen Sänger Mighty Howard und Musiker der Gruppe Chantin Kings gehören.

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Tropf (Hip-Hop-Produzent)

Tropf (Mitte) mit Dynamite Deluxe (2008)

Tropf alias Kaspar Wiens (* 10. April 1976 in Hamburg) ist ein deutscher Hip-Hop-Produzent, Studio- und Livemischer.

1998 legte er mit dem Demotape seiner Gruppe Dynamite Deluxe den Grundstein zur Gründung des Indielables Eimsbush, für das er bis zu dessen Pleite diverse Tracks für die Eimsbush Tapes, die Style Liga Serie und Team Eimsbush produzierte. Sein Schlafzimmer in der Kellerwohnung „BASSment“, die er mit Samy Deluxe und Tim Beam (Labelchef Eimsbush) bewohnte, diente als Studio, Proberaum und Treffpunkt. Das Album „Deluxe Soundsystem“ der Gruppe Dynamite Deluxe; bestehend aus Samy Deluxe, DJ Dynamite und Tropf gilt als Meilenstein deutschsprachiger Rapmusik. Tropf ist Mitglied der Mongo Clikke bestehend aus Hamburger Rappern, Produzenten, Graffiti-Künstlern und Freunden. Neben seiner Arbeit für Dynamite Deluxe gelang ihm, zusammen mit Das Bo mit „Türlich, türlich (sicher Dicker)“ ein Hit.

Nach der Auflösung der Echoprämierten Gruppe Dynamite Deluxe 2001 produzierte Tropf weiter für Samy Deluxe und mischte für ihn und die Beginner den Livesound. Neben zahlreichen Remixen und Produktionen (siehe Diskographie) für diverse Künstler gründete er mit Jan Delay das Elektroprojekt La Boom, bei dem sie Musik abseits von den Regeln der Rapmusik produzieren. Bei Jan Delays Reggaeprojekt mit der Sam Ragga Band machte er den Livesound und mischte in seinem „La Boom Studio“ die Nummer 1 Platte „Blast Action Heroes“ von den Beginnern und das darauf folgende Soloprojekt von Denyo. Er produzierte „Deluxe Records - Let´s Go“ und betreute die gleichnamige Tour tontechnisch. Zuletzt produzierte und mischte er, neben Mathias Arfmann, Jan Delays neues Album Mercedes-Dance und macht den Livesound für dessen Begleitband Jan Delay & Disko Nr.1. Am 25. Januar 2008 erschien das zweite Dynamite Deluxe-Album TNT, die Single Dynamit! am 11. Januar 2008. Im Februar darauf war er mit DD auf Tournee durch Deutschland.

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Beginner

Die Beginner sind eine Rap-Musikgruppe aus dem Hamburger Bezirk Eimsbüttel, bestehend aus Eizi Eiz (alias Jan Delay/Eißfeldt), Denyo und DJ Mad.

Zum Zeitpunkt ihrer Gründung in den 90er Jahren bestand die Band noch aus vier weiteren Mitgliedern (DJ Burn, Nabil, Mirko und Pladdin Mardin) und sie produzierten unter dem Namen Absolute Beginners englischen Rap. Später stiegen sie auf deutsch um und deutschten dazu passend auch ihren Bandnamen ein und nannten sich fortan Absolute Beginner. Bei ihrem Debüt-Album Flashnizm waren sie dann nur noch zu viert (Eizi Eiz, Denyo, DJ Mad und Mardin). Mardin verließ die Band, als die Absoluten Beginner vom Major-Label EMI unter Vertrag genommen wurden. Der kommerzielle Durchbruch gelang ihnen 1998 mit dem Album Bambule. Ihre ersten Single-Auskopplungen daraus waren Rock on, Füchse, Hammerhart und Liebeslied. Seit 2003 firmieren sie nur noch unter Beginner. Eigentlich wollten sie schon die Bambule-LP unter diesem Namen herausbringen, da sie dadurch verdeutlichen wollten, dass die Band ohne Pladdin Mardin nicht mehr die gleiche ist wie vorher. Jedoch mussten sie den Namen Absolute Beginner damals auf Druck der Plattenfirma noch beibehalten, da ja bereits ein gewisser Bekanntheitsgrad herrschte. Erst bei ihrer nächsten Platte im Jahre 2003 waren sie groß genug, um die Namensänderung ohne weiteres bei ihrer Plattenfirma durchsetzen zu können.

Anfang Dezember 2004 ist die Band-DVD Die derbste Band der Welt herausgekommen, die neben Musikvideos und einer Dokumentation über die Beginner auch Livemitschnitte von Konzerten enthält.

Die Musik der Beginner zeichnet sich vor allem durch teils humoristische, teils politische Texte sowie ausgefeilte Rhythmen aus.

Matthias Arfmann ist als Produzent aller Alben auch ein tragendes Element der Beginner. Er ist kein Mitglied der Beginner und wird dennoch z.B. in einer Strophe von Hammerhart in einem Zug mit den drei Mitgliedern der Beginner genannt.

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Source : Wikipedia