Jürgen Klinsmann

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Geschrieben von c3po 28/04/2009 @ 10:08

Tags : jürgen klinsmann, trainer, fussball, sport

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Jürgen Klinsmann

Jürgen Klinsmann

1 Angegeben sind nur Liga-Spiele.

Jürgen Klinsmann (* 30. Juli 1964 in Göppingen) ist ein deutscher Fußballtrainer und ehemaliger Fußballspieler.

Klinsmann spielte von 1987 bis 1998 in der Deutschen Fußballnationalmannschaft, mit der er 1990 Weltmeister und 1996 Europameister wurde. Er wurde zweimal zu Deutschlands Fußballer des Jahres und 1995 zu Englands Fußballer des Jahres gewählt. Auf Vereinsebene spielte er in Deutschland, Italien, Frankreich und England sowie in den Vereinigten Staaten. Er gewann zweimal den UEFA-Pokal und eine Deutsche Meisterschaft.

2004 übernahm Klinsmann das Amt des deutschen Fußballbundestrainers und führte die Nationalmannschaft bei der Weltmeisterschaft 2006 auf den dritten Platz. Nach der WM ließ er seinen Vertrag als Bundestrainer nicht verlängern. Er widmete sich dann wieder seiner Sportconsulting-Agentur SoccerSolutions in den USA.

Klinsmann übernahm am 1. Juli 2008 die Tätigkeit als Cheftrainer der Profimannschaft des FC Bayern München. Am 27. April 2009 wurde er vorzeitig freigestellt.

Jürgen Klinsmann ist einer von vier Söhnen des Bäckermeisters Siegfried Klinsmann († 2005) und dessen Frau Martha. Mit neun Jahren fing er beim TB Gingen in Gingen an der Fils an, Vereins-Fußball zu spielen. Ein halbes Jahr später erzielte er in einem Spiel seines Vereins 16 Tore. Mit zehn Jahren wechselte Jürgen Klinsmann zum SC Geislingen. Als Jürgen 14 Jahre alt war, kaufte der Vater in Stuttgart eine Bäckerei. Der Sohn, der in der württembergischen Jugendauswahl positiv aufgefallen war, spielte jedoch auch nach dem Umzug in die Landeshauptstadt weiter beim SC Geislingen. Mit 16 Jahren unterschrieb er bei den Stuttgarter Kickers einen Vertrag, der ihn zwei Jahre später zum Vollprofi machen sollte. Auf Beschluss der Eltern absolvierte er zuvor eine Lehre in der väterlichen Bäckerei.

Die erste Station von Jürgen Klinsmanns Profilaufbahn war ab 1981 der damalige Zweitligist Stuttgarter Kickers, bei dem er seit 1978 in der Jugend gespielt hatte. Ab der Spielzeit 1982/83 zählte er fest zum Zweitligaaufgebot. In der Saison 1983/84 konnte er bei diesem Verein 19 Treffer erzielen. Einer der damaligen Trainer der Stuttgarter Kickers (Horst Buhtz) erzählt, dass Klinsmann in dieser Zeit während einer Sommerpause Lauftraining in der Leichtathletikabteilung des Vereins genommen habe. Er habe dadurch zum Trainingsauftakt der neuen Saison seine 100-Meter-Zeit von 11,7 auf 11,0 Sekunden verbessern können.

1984 wechselte er zum erstklassigen Lokalrivalen VfB Stuttgart.

In seiner ersten Saison beim VfB erzielte Klinsmann 15 Tore und war damit nach Karl Allgöwer, der 16 Mal traf, bester Torschütze der Mannschaft; dass der Verein, der im Vorjahr noch Meister geworden war, nur Tabellenzehnter wurde, konnte er damit auch nicht verhindern. In den Saisons 1985/86 und 1986/87 traf er jeweils 16 Mal. Außerdem erreichte er 1986 mit dem VfB das Finale um den DFB-Pokal, welches 2:5 gegen den FC Bayern München verloren ging und in dem Klinsmann das letzte Tor des Spiels erzielte.

In der Saison 1987/88 wurde er mit 19 Treffern – darunter ein „legendärer“ Fallrückzieher im Spiel gegen Bayern München – Torschützenkönig der Bundesliga. Im Jahr 1987 bestritt er zudem in Brasilien sein erstes Länderspiel (1:1). 1988 wurde der 24-jährige Klinsmann Deutschlands Fußballer des Jahres.

Nachdem er 1989 mit Stuttgart das UEFA-Cup-Finale erreicht hatte (1:2, 3:3 gegen den SSC Neapel), wechselte Klinsmann zum italienischen Verein Inter Mailand, wo zu diesem Zeitpunkt mit Matthäus und Brehme zwei weitere deutsche Nationalspieler unter Vertrag standen.

Klinsmann unterschrieb bei Inter Mailand einen Drei-Jahres-Vertrag. Trotz der von Giovanni Trapattoni auf Defensive ausgerichteten Taktik erzielte Klinsmann in seiner ersten Spielzeit in der damals stärksten Liga der Welt 13 Treffer. Beim Publikum war Klinsmann einer der beliebtesten Ausländer, nicht zuletzt weil er Italienisch lernte und sich so den Respekt der Fans erwarb.

Nach weiteren Siegen über die Tschechoslowakei (1:0) und England (5:4 n.E.) gewann er mit der deutschen Elf im Finale gegen Argentinien durch einen 1:0 Sieg den WM-Titel. Klinsmanns Beitrag im Finale war dabei von schmerzhafter Natur. Nach einem brutalen Foul von Pedro Monzón an ihm wurde der Argentinier des Feldes verwiesen.

In der nächsten Saison sah sich Klinsmann vermehrt der Kritik der italienischen Medien ausgesetzt, und dies obwohl er mit Inter den UEFA-Pokal gewann (2:1 in der Addition gegen den AS Rom) und er in der Liga mit 14 Treffern die Leistung des Vorjahres praktisch wiederholen konnte. Klinsmann ließ seinen Vertrag dennoch bis 1994 verlängern und so seine Planungen, sollte nach der WM 1994 zugleich sein Karriereende sein.

Doch eine katastrophale Saison 1991/92 warf alle Planungen über den Haufen. Inter Mailand kam unter Trainer Corrado Orrico nie richtig in Tritt, am Saisonende stand Inter Mailand auf dem achten Rang, Klinsmann schoss nur sieben Tore und die Mannschaft war zerstritten und in Grüppchen aufgesplittert. Für Klinsmann stand nach dieser Saison fest, dass er auf jeden Fall den Verein wechseln wollte.

Nicht zuletzt aufgrund der schwachen Leistungen bei Mailand verlor Klinsmann seinen Stammplatz in der Nationalmannschaft an Karl-Heinz Riedle. Nur durch einen Armbruch Rudi Völlers im Auftaktspiel der Euro 1992 gegen die GUS rückte Klinsmann in die Stammformation. Für viele war schon die Nominierung Klinsmanns nach dieser schwachen Saison überraschend. Auch während der EM fand der Angreifer seine Form nicht wieder und konnte so auch die 0:2-Finalniederlage gegen Dänemark nicht verhindern und im gesamten Turnier keine Akzente setzen.

Anschließend spielte er erfolgreich bei AS Monaco (Monaco), Tottenham Hotspur (England), FC Bayern München und Sampdoria Genua (Italien).

Seine Karriere als Spieler endete 1998 bei der Fußball-WM in Frankreich, als die DFB-Elf gegen Kroatien aus dem Turnier ausschied. Klinsmann war zehn Jahre lang A-Nationalspieler und war zuvor auch in U21- und U16-Begegnungen eingesetzt worden. Bei den Olympischen Sommerspielen 1988 in Seoul erkämpfte der Stürmer mit dem deutschen Team die Bronzemedaille.

Jürgen Klinsmann bestritt insgesamt 221 Bundesliga-Spiele, bei denen er 110 Tore erzielte.

In der Nationalmannschaft absolvierte er 108 Spiele; 29 davon, als er bei Inter Mailand unter Vertrag stand, 24 als Vereinsspieler des AS Monaco, 23 als Spieler des FC Bayern München, 17 während seiner Zeit bei Tottenham Hotspur, 12 während der beim VfB Stuttgart und drei als Spieler von Sampdoria Genua. Er erzielte 47 Tore für die Deutsche Nationalmannschaft und belegt damit zusammen mit Rudi Völler den zweiten Platz in der (nationalen) Ewigen Torschützenliste und ist unter den Spielern, die mindestens 100 Länderspiele bestritten haben, der mit der besten Torquote (durchschnittlich 0,44 Treffer pro Spiel). Außerdem erzielte er bei den WM-Endrunden 1990, 1994 und 1998 insgesamt 11 Tore und ist damit nach Gerd Müller (14) der deutsche Spieler mit den meisten WM-Toren.

1995 war Klinsmann in England Fußballer des Jahres. In Deutschland erhielt er diesen Titel in den Jahren 1988 und 1994. 1995 wurde er von der IFFHS zum Welttorjäger ernannt.

Nach dem Rücktritt Rudi Völlers als Teamchef der deutschen Fußballnationalmannschaft wurde mehrere Nachfolger gehandelt, darunter vor allem Ottmar Hitzfeld und Otto Rehhagel. Außerdem interessierte sich der DFB mit einer extra für diese Entscheidung ins Leben gerufenen Trainerfindungskommission für mehrerer ausländische Trainer. Als jedoch die Anfragen beim französischen Arsenal-Trainer Arsène Wenger, dem dänischen Nationaltrainer Morten Olsen und dem Niederländer Guus Hiddink ebenso ohne Erfolg blieben wie bei Hitzfeld, der sich nach seinem Engagement beim FC Bayern München eine Auszeit genommen hatte, und bei Rehhagel, der nach seinem Erfolg als Europameistertrainer seine Amtszeit in Griechenland fortsetzen wollte, fiel die Aufmerksamkeit schließlich auf den Neuling Jürgen Klinsmann, der im Jahr 2000 seine Trainerlizenz bei einem DFB- Sonderlehrgangs für ehemalige Nationalspieler erworben hatte. Nachdem dieser aber in den Interviews zur Nationalmannschaft die Reform des gesamten DFB forderte, weckte dies zunächst den Eindruck eines missglückten Bewerbungsversuchs, zumal sich mittlerweile auch Lothar Matthäus mit der Unterstützung seines ehemaligen Förderers Franz Beckenbauer und der Bild-Zeitung ins Gespräch gebracht hatte.

Dennoch wurde nach einer vier Wochen andauernden Vakanzphase Klinsmann am 26. Juli 2004 als neuer Fußballbundestrainer der DFB-Auswahl vorgestellt. Dazu waren zuvor Gerhard Mayer-Vorfelder und Werner Hackmann zu Verhandlungen mit Klinsmann in die Vereinigten Staaten geflogen. An der Seite von Klinsmann sollten fortan Oliver Bierhoff als Teammanager und Joachim Löw als Co-Trainer fungieren. Klinsmann, der sich weitgehende Befugnisse ausgehandelt hatte, begann mit umfangreichen Reformarbeiten. Zudem kündigte er an, verstärkt auf junge Spieler zu setzen, andererseits aber nur solche Spieler in die Nationalmannschaft zu berufen, die in ihrem Verein regelmäßig eingesetzt würden. Taktisch setzte Klinsmann auf einen offensiv orientierten Spielstil.

Auch die Personalpolitik des neuen Bundestrainers sorgte für weitreichende Veränderungen im Stab der Nationalmannschaft - erstes prominentes „Opfer“ wurde der ehemalige DFB-Direktor Bernd Pfaff. Ihm folgte der langjährige Torwarttrainer Sepp Maier, nachdem dieser in der Frage nach der „Nummer 1“ im Tor entgegen Klinsmanns Auffassung für Oliver Kahn Partei ergriffen hatte. Bei der Einbindung von Berti Vogts, der vom DFB abgelehnt wurde, scheiterte Klinsmann jedoch genauso wie bei seiner Nominierung des Hockey-Nationaltrainers Bernhard Peters als Koordinator der Jugendnationalmannschaften. Für eine systematische körperliche Arbeit stellte Klinsmann den US-amerikanischen Fitnesstrainer Mark Verstegen ein, der gemeinsam mit Oliver Schmidtlein – ehemaliger Physiotherapeut des FC Bayern München und seit seinem zweijährigen Aufenthalt in Los Angeles mit Klinsmann befreundet – individuelle Trainingspläne zur Verbesserung des Bewegungsablaufes erstellte. Dazu erhielten die Nationalspieler individuelle „Hausaufgaben“, die sich an diesen Plänen ausrichteten.

Zwei Tage nach Ende der Fußballweltmeisterschaft 2006 am 11. Juli 2006 verkündete Klinsmann, dass er seinen Vertrag als Bundestrainer nicht verlängern werde. Als Grund gab Klinsmann an, durch die vergangenen zwei Jahre „ausgebrannt“ zu sein. Zu seinem Nachfolger wurde Klinsmanns damaliger Co-Trainer Joachim Löw bestimmt. Später erhielt Klinsmann für seine Verdienste das Bundesverdienstkreuz am Bande – dieser erschien aber nicht zum ursprünglichen Verleihungstermin, sondern erhielt es anlässlich einer Feierstunde am 28. Februar 2007 im Berliner Kanzleramt. Überreicht wurde es ihm durch die Bundeskanzlerin Angela Merkel.

Nach der Weltmeisterschaft wurde Klinsmann als künftiger Fußball-Nationaltrainer der Vereinigten Staaten gehandelt. Er führte bereits wenige Wochen nach dem Turnier Gespräche mit dem US-amerikanischen Fußballverband. Am 7. Dezember 2006 zog sich Klinsmann endgültig aus den Verhandlungen zurück, nachdem keine Übereinkunft erzielt worden war. Anfang 2007 gab es Gerüchte, dass er José Mourinho beim englischen Verein FC Chelsea ablösen würde. Kurz nachdem Chelsea-Geschäftsführer Peter Kenyon jedoch bekannt gab, dass man Mourinho nicht entlassen werde, unterschrieb Klinsmann einen 2-Jahres-Vertrag als TV-Kommentator beim Bezahlsender Arena. Jedoch kam dieser aufgrund der Auflösung Arenas nicht zustande.

Ab dem 1. Juli 2008 war Klinsmann als Trainer beim FC Bayern München tätig. Am 27. April 2009 wurde er suspendiert und für den Rest der Saison durch Jupp Heynckes ersetzt.

Jürgen Klinsmann wird eine Abneigung gegen die Bild-Zeitung nachgesagt. So folgte Klinsmann Berti Vogts darin, dass er der Bild-Zeitung die Spielaufstellung nicht exklusiv bereits einen Tag vor Spielbeginn übermittelte. Viele Journalisten sagen, dass diese Haltung auf Gegenseitigkeit beruhe, da Bild mit Antipathie über Klinsmann berichtete. In einem Interview mit dem Stern erklärte Klinsmann, die Bild-Zeitung habe schon Ende der 1980er Jahre behauptet, er sei homosexuell. Seitdem sei das Verhältnis „sehr angespannt“. 1996 wiederholte die Bild-Zeitung diese Behauptung. Klinsmann ging dagegen gerichtlich vor, und ihm wurde Recht zugesprochen.

Während die Bild-Zeitung im März 2006 noch titelte „Klinsmanns Unverschämtheit“, wandelte sich zum Ende der WM 2006 mit dem Erfolg der deutschen Nationalmannschaft und der Begeisterung in der Bevölkerung die Berichterstattung durch die Bild-Zeitung deutlich. Klinsmann wurde nun sehr positiv dargestellt, und am 6. Juli 2006 hieß es auf der Titelseite: „Klinsi – Deutschland wünscht sich, dass er bleibt“.

Eine Unterlassungsklage gegen die taz aufgrund einer satirische Abbildung am 11. April 2009 scheiterte beim Landgericht München. Die Zeitung hatte ihn in einer Karikatur in Anlehnung einer Monty Python-Parodie mit dem Text „Always Look on the Bright Side of Life“ an einem Kreuz genagelt dargestellt.

Jürgen Klinsmann absolvierte neben seiner beginnenden Fußballkarriere eine Lehre in der elterlichen Bäckerei in Stuttgart-Botnang. Bei seinen Stationen im Ausland lernte er Spanisch, Italienisch, Englisch und Französisch. 1995 heiratete er das damalige Model Debbie Chin aus San José, lebt seit 1998 mit ihr in einer Villa am Strand von Huntington Beach bei Los Angeles, Kalifornien in den Vereinigten Staaten und hat zwei Kinder. Bis zum Antritt seines neuen Postens beim DFB arbeitete er als Manager eines Sportmanagementunternehmens. Zuvor war er als Co-Trainer des Vereins Los Angeles Galaxy tätig.

Klinsmann gehört dem Präsidium der Stiftung Jugendfußball an. Die Stiftung Jugendfußball wurde im Jahr 2000 von Klinsmann, weiteren erfolgreichen Nationalspielern sowie den Dozenten des Fußball-Lehrer-Sonderlehrgangs gegründet. Gemeinsam mit den Absolventen des Lehrgangs startete die Stiftung 2001 das Projekt fussballD21 zur Förderung des Fußballnachwuchses. 2002 entstand das zweite Projekt der Stiftung Jugendfußball streetfootballworld – the other dimension of the game. Außerdem engagiert sich Klinsmann für das von ihm gegründete Hilfswerk Agapedia zur Unterstützung hilfsbedürftiger Kinder. Seit Mai 2001 ist Jürgen Klinsmann Vice President der Sport-Consulting-Agentur SoccerSolutions in den Vereinigten Staaten. Nach seiner Tätigkeit für den DFB als Fußballnationaltrainer widmete er sich wieder seiner Firma in seinem Hauptbereich Business Development.

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VfB Stuttgart

Erstligapositionen des VfB Stuttgart

Der VfB Stuttgart (offiziell: Verein für Bewegungsspiele Stuttgart 1893 e. V.) ist ein Sportverein aus Stuttgart-Bad Cannstatt. Der VfB ist mit 45.037 Mitgliedern der fünftgrößte Sportverein Deutschlands und der größte Baden-Württembergs (Stand: 31. Januar 2009). Bekannt ist vor allem seine Fußballabteilung, deren erste Mannschaft bis auf zwei Spielzeiten stets Mitglied der Fußball-Bundesliga war und insgesamt fünfmal Deutscher Meister und dreimal DFB-Pokalsieger wurde.

Neben den Fußballern des Vereins gewannen auch Sportler der Leichtathletikabteilung zahlreiche Titel und Medaillen. Zudem unterhält der Verein Abteilungen für Fußballschiedsrichter, Faustball, Hockey, Tischtennis und Handball (wenn auch derzeit ohne aktive Mannschaft). In diesen fünf Sportabteilungen waren bisher nur Amateursportler aktiv. Darüber hinaus gibt es eine Abteilung für Geselligkeit in Form der VfB-Garde.

Ihre Heimspiele bestreitet die erste Fußballmannschaft des VfB in der städtischen Mercedes-Benz Arena, die im Veranstaltungsgelände NeckarPark angesiedelt ist. In unmittelbarer Nähe befindet sich das Vereinsgelände.

Im Vereinsnamen des VfB ist das Jahr 1893 aufgenommen, das sich auf einen der beiden Vorgängervereine, den FV Stuttgart bezieht, der 1912 mit dem Kronen-Klub Cannstatt zum heutigen VfB fusionierte. Beide Vereine wurden hauptsächlich von Schülern, zumeist mit Wurzeln im kaufmännischen Bürgertum, gegründet. Den Schülern wurden neue Sportarten wie Rugby oder Fußball von englischen Pionieren nahe gebracht; später warben sie für ihren Sport in neuen Vereinen.

Die Wurzeln des VfB gehen zurück bis ins Jahr 1893, als am 9. September im Gasthaus Zum Becher der Stuttgarter FV 93 gegründet wurde.

Zunächst fungierte der FV als Rugby-Klub, der seine Heimstätte auf der Stöckach-Eisbahn hatte und 1894 auf den Cannstatter Wasen umzog. Die Mannschaft setzte sich hauptsächlich aus Schülern der Stuttgarter Realschulen und Gymnasien, unter der Leitung des Lehrers Carl Kaufmann, zusammen und errang schnell erste Erfolge: 1909 wurde der FV Deutscher Vizemeister im Rugby, als die Mannschaft erst im Endspiel dem FC 1897 Hannover mit 3:6 Punkten unterlag. Verschiedene Spieler kamen zu internationalen Einsätzen. Dennoch verlor Rugby im Verein gegenüber Fußball (dem damaligen Association) zusehends an Boden. Das Spiel war vielen Zuschauern zu kompliziert. Trotz der Abwendung vom Rugby sahen später viele die Wurzeln des deutschen Rugbysports am Cannstatter Wasen. Philipp Heineken, ein Rugbypionier, der für den FV 93 spielte und nach New York auswanderte, erklärte sogar, dass der Wasen als „Geburtsstätte des deutschen Rugbysports“gelten darf. Nachdem die Militärverwaltung immer seltener dem FV Benutzungszeiten auf dem Cannstatter Wasen zugestand, mussten die Fußball- und Rugbyspieler immer öfter auf den Stöckachplatz ausweichen, bis dem Verein die Benutzung des Wasens schließlich endgültig untersagt wurde. Der FV warf deshalb dem Militärgouvernement vor, die Turnvereine, deren Sportart damals als disziplinierter bekannt war, zu bevorzugen. Nun konnten die Spieler nur noch auf dem schiefen Stöckachplatz spielen, der nach der Aussage vieler Spieler des FV damals offenbar völlig untauglich war. So pachtete der Verein von der Stadt ein Feld auf dem Adelsberg, welches beim FV als Rugbyfeld bekannt war.

1909 trat der Verein dem Süddeutschen Fußballverband bei. Die Mannschaft wurde gleich der Süddeutschen B-Klasse zugeteilt, obwohl inzwischen auch eine C-Klasse existierte. Schon im zweiten Jahr wurde der FV ausgerechnet gegen den punktgleichen späteren Fusionspartner, den Kronen-Club Cannstatt, in einem Endspiel Bezirksmeister. Den Aufstieg erreichten die Fußballer nach einer Niederlage im Spiel um die Gaumeisterschaft gegen den FV Zuffenhausen nicht. Erst im folgenden Jahr gelang schließlich nach geltenden Bestimmungen der Aufstieg, da die Mannschaft Gaumeister und B-Südkreismeister wurde. Da der Verbandstag die Bestimmungen änderte und die Gründung einer neuen Südkreisliga als oberste Spielklasse Süddeutschlands beschloss,, war der Aufstieg nicht gesichert. Das entscheidende Spiel entschied der FV nicht mehr allein für sich, denn vor dem Spiel gegen den FC Mühlburg war die Fusion mit dem Kronen-Club Cannstatt bereits vollzogen.

Schon 1890 gründeten einige Cannstatter Schüler den Cannstatter Fußballklub. Zuerst wurde dort nur Rugby gespielt. Es dauerte nicht lange, bis der Fußball eingeführt wurde. Nach wenigen Jahren löste sich dieser Verein auf, und so bildete sich 1897 aus ihm der Kronen-Klub Cannstatt, der ebenfalls von ehemaligen Schülern gegründet wurde. Dort spezialisierte man sich alleine auf den Fußball.

Nachdem der Süddeutsche Fußballbund den Kronen-Klub 1903 der unteren von zwei bestehenden süddeutschen Spielklassen zugeordnet hatte, spielte die Fußballmannschaft bereits 1904 um den Aufstieg in die erste süddeutsche Spielklasse, wo die Fußballer gegen die zweite Mannschaft der Stuttgarter Kickers antraten. Der vorgesehene Schiedsrichter erschien zu diesem Spiel nicht, so dass sich der Verbandsschriftführer Scivessy bereit erklärte, das Spiel zu leiten. Der Kronen-Club gewann, doch wurde anschließend ein Wiederholungsspiel angeordnet, welches verloren wurde.

In den kommenden Jahren spielte das Team in der B-Klasse oben mit, ohne je wieder ein Entscheidungsspiel um den Aufstieg zu erreichen. Der Kronen-Klub Cannstatt besaß in Stuttgart-Münster einen eigenen Fußballplatz, der bis heute besteht. Inzwischen spielt dort der TSV Münster.

Für Ligaspiele war das Rugbyfeld auf dem Adelsberg wenig geeignet, so dass beim FV die Idee einer Fusion mit dem 1897 gegründeten Kronen-Klub Cannstatt aufkam. Da der Kronen-Klub sportlich nur begrenzte Aussichten hatte und der FV Stuttgart, der gerade gute Chancen hatte, den Aufstieg in die süddeutsche A-Klasse zu schaffen, über eine Mannschaft mit guter Perspektive verfügte, kamen sich die Verantwortlichen schließlich näher. Am 2. April 1912 vereinigten sich beide Klubs zum Verein für Bewegungsspiele Stuttgart 1893 e. V., der dank der B-Südkreismeisterschaft des Stuttgarter FV gleich um die Qualifikation für die neue Südkreisliga antrat. Die Fusionsversammlung fand im Cannstatter Hotel Concordia statt. Erster Vorsitzender wurde Wilhelm Hinzmann. Das erste wichtige Spiel des VfB ließ nicht lange auf sich warten. Im Entscheidungsspiel um den Aufstieg gegen den FC Mühlburg in Karlsruhe-Durlach siegte der Neuling VfB mit 1:0 durch einen entscheidenden Kopfballtreffer in den letzten Minuten von Copé Wendling. Somit war der VfB von Anfang an erstklassig und spielte in der Südkreisliga, der damals stärksten deutschen Spielklasse.

In den kommenden beiden Jahren spielte der VfB in der Südkreisliga nur um die unteren Plätze und war der Gefahr ausgesetzt wieder abzusteigen. Der Erste Weltkrieg brachte das Vereinsleben fast zum Erliegen. Am 1. August 1914 traf man sich zum letzten Mal zu einem Freundschaftsspiel. Nachdem die meisten Spieler und Verantwortlichen bereits ihre Einberufung erhalten hatten, gab es in der Altdeutschen Bierstube eine Abschiedsfeier. Der Rugby-Platz am Karl-Olga-Krankenhaus wurde dem Roten Kreuz zur Verfügung gestellt, das dort gleich ein Lazarett errichtete. Danach trafen sich vor allem Jugendliche am Münster-Platz. Nachdem der Präsident Wilhelm Hinzmann eingezogen worden war, kümmerten sich vor allem die nun Verantwortlichen Julius Lintz, der Hinzmann als Präsident vertrat und Ernst Grimm um die Jugendspieler. Erst im Oktober 1914 bekam der Verein wieder eine Elf zusammen. Nach einer Woche waren nur noch sieben Spieler verblieben. Der Verband schaffte nun die Pflichtrunde ab und führte Spiele um den Eisernen Fußball ein.

Für diese durfte man sich mit anderen Vereinen zu Kriegsmannschaften zusammenschließen, und so bildete der VfB kurzfristig mit dem FV Die Blauen Elf eine Mannschaft. Ein Jahr später stellte der Verein, nach der Rückkehr von Verwundeten und Genesenden, schon wieder drei eigene Kriegsmannschaften. Am Ende des Jahres 1917 hatte der Klub sogar wieder fünf Mannschaften beisammen. Ernst Grimm stellte einen Kriegsausschuss zusammen, der den Verein am Leben hielt, obwohl drei Viertel der Mitglieder eingezogen waren. So verhinderte der Ausschuss die Umwandlung des Münster-Platzes, des einzigen verbliebenen Fußballplatzes, in ein Kartoffelfeld. Wilhelm Hinzmann übernahm nach seiner Rückkehr einen intakten Verein; wenig später, 1918, übergab er seinen Posten an Gustav Schumm. Noch heute würdigt eine Ehrentafel, die 1925 enthüllt wurde, neunzig Gefallene aus den Reihen des VfB.

In den 1920ern stieg die Mitgliederzahl schnell über 1.000 – vor allem Jugendliche waren im Verein aktiv. Allerdings erwies sich der Platz in Münster als ungeeignet für den VfB, da er fernab der Anhängerschaft gelegen war. Da das Rugbyfeld im Ersten Weltkrieg landwirtschaftlich genutzt wurde und ebenfalls als Spielfeld ausfiel, benötigte der Verein dringend einen Platz. Als der Exerzierplatz auf dem Cannstatter Wasen nach dem Krieg nicht mehr benötigt wurde, entstand die Idee einer Rückkehr nach Bad Cannstatt. 1919 wurde der Platz bei den drei Pappeln auf dem Cannstatter Wasen eröffnet. Er blieb bis zur Eröffnung der heutigen Mercedes-Benz Arena 1936 Heimspielstätte des VfB. Nach Kriegsende versuchte der Verband sofort, den Spielverkehr wieder in geregelte Bahnen zu führen. So beschloss der Verbandstag die Gründung einer Württembergischen Liga mit acht Vereinen. Der VfB gehörte dieser Liga an, da er vor dem Krieg in der Südkreisliga ebenfalls erstklassig war. Bis 1922 spielte die Fußballmannschaft in dieser Liga immer oben mit, obwohl das Team nie Meister wurde. 1923 wurde dann vom Verbandstag ein neues Spielsystem eingeführt, welches eine neue Bezirksliga Württemberg/Baden als höchste Spielklasse vorsah. Um sich für die höchste Spielklasse zu qualifizieren, hätte der VfB in der Saison 1922/23 unter den ersten vier Vereinen der Württembergischen Liga landen müssen. Dies gelang nicht, so dass die Mannschaft in der darauffolgenden Saison 1923/24 in der IL Klasse der neugegründeten Kreisliga antreten musste, wo der VfB sofort Kreismeister Cannstatts wurde und sich somit für die Aufstiegsspiele qualifizierte. Dort erreichte man im ersten Anlauf den Aufstieg in die Württemberg-badische Bezirksliga und damit die sofortige Rückkehr in die Erstklassigkeit. Im entscheidenden Spiel besiegten die Fußballer am 1. Juni 1924 den bereits qualifizierten SC Freiburg mit 5:3.

Durch die gute Jugendarbeit gelang dem VfB in der Zwischenkriegszeit der Aufbau einer erfolgreichen ersten Mannschaft, die mit Spielern wie Richard „Molly“ Schauffele (später u. a. Präsident der Stuttgarter Kickers) 1926 württembergisch-badischer Meister wurde. Die Endrunde um die Deutsche Meisterschaft erreichte die Mannschaft nicht. 1927 wurde dann vom Verbandstag in Mainz eine Aufteilung der jungen Bezirksliga in die Abteilungen Württemberg und Baden beschlossen. Ernst Blum wurde 1928 der erste deutsche Nationalspieler des VfB, als er unter Reichstrainer Otto Nerz gegen Dänemark debütierte. Sowohl 1928 als auch 1929 erreichte der Verein die Trostrunde der Zweiten und Dritten der Bezirksligen. 1929 kam es zu einem Eklat: Durch Zuwendungen an die Spieler hatte der VfB gegen die Amateurstatuten verstoßen. Den Spielern war schon damals bewusst, dass sie die Zuschauereinnahmen positiv beeinflussen konnten und waren der Meinung, dass ihnen ein Anteil daran zusteht. So war der Verein vorerst bereit, die Forderungen der Spieler zu erfüllen, doch mit der Zeit konnte es sich der Klub nicht mehr leisten, Spieler unter der Hand zusätzlich zu bezahlen. Nach einer Selbstanzeige wurde der Verein vom Verband mit einer hohen Strafe belegt. Die betreffenden Spieler wurden vom VfB nicht mehr berücksichtigt, weshalb der VfB als Abstiegskandidat galt. Dennoch gelang einer tiefgreifend verjüngten Mannschaft unter dem damaligen Trainer Ludwig Kovacs 1930 die Württembergische Meisterschaft und erreichte erstmals die Süddeutsche Meisterrunde, an der das Team 1932 allerdings erfolglos teilnahm.

Die Zeit des Nationalsozialismus gehört zu den dunklen Kapiteln der Vereinsgeschichte. Auch beim VfB konnten einige der Verantwortlichen die Demütigungen durch den Versailler Vertrag nur schwer akzeptieren. Im 1919 kurz nach dem Ende des Ersten Weltkriegs geschriebenen Vereinslied erklang der Wunsch nach einem starken Deutschland; so steht im Text des Liedes in Bezug auf das deutsche Vaterland: … dass es neu und stark ersteh, dafür spielt der VfB! Der ehemalige Präsident Egon Reichsgraf von Beroldingen legte Wert auf die Feststellung: Der VfB hatte schon von jeher Deutschland auf dem Panier! Zudem pflegte der Verein schon immer gute Beziehungen zu militärischen Kreisen.

Durch die aufkommende nationalsozialistische Bewegung versprachen sich viele beim VfB einen Neubeginn. Willig stellten die Vereinsoberen 1932 ihren damaligen Platz an den drei Pappeln für NSDAP-Kundgebungen zur Verfügung. Von der Stadt wurde dem VfB daraufhin sofort der Platz gekündigt. Nach der Machtergreifung der NSDAP in Stuttgart wurde diese Entscheidung wieder rückgängig gemacht. Der neue von der NSDAP eingesetzte Oberbürgermeister lobte den VfB als „schon vor dem Umbruch dem Nationalsozialismus wohlgesonnenen Verein“. Die offiziellen Verlautbarungen der Vereinsführung ließen keinen Dissens zu den Zielen der NSDAP erkennen, diese Ziele wurden offenbar mitgetragen. Der damalige Vereinspräsident Hans Kiener trat schon 1932 der NSDAP bei und erklärte der VfB sei ein Hort nationaler Gesinnung und eine Trutzburg gegen alles Undeutsche. Kiener wurde von nun an Vereinsführer genannt und von oben mit kommissarischen Vollmachten ausgestattet. Es gab nun im Verein auf Drängen des Reichssportführers und des Verbandes Wehrsport einen SA-Sturm beim VfB. Jüdische Vereinsmitglieder wurden nun ausgeschlossen, auch wenn diese Verdienste um den Verein vorweisen konnten. Fritz Walter wollte das Vorgehen des Vereins später rechtfertigen als er erklärte: Das hat man halt machen müssen, sonst wäre vielleicht der Verein am Ende gewesen.

Neue Möglichkeiten eröffnete zusätzlich die 1933 zum Deutschen Turnfest errichtete Adolf-Hitler-Kampfbahn. Nachdem die Stadt das alte VfB-Gelände für das Cannstatter Volksfest benötigte, musste der Verein sich wieder eine neue Heimspielstätte suchen. Die weitgehende Identifikation mit den neuen Machthabern ermöglichte dem VfB nun eine kontinuierliche Fortentwicklung auf sportlichem Gebiet. Damals wurden Gauligen eingeführt, in denen die jeweiligen Gaumeister ermittelt wurden.

1933 wurde der Verein Süddeutscher Pokalmeister, 1935 wieder Württembergischer Meister. Somit waren die Fußballer erstmals für die Endrunde um die Deutsche Meisterschaft qualifiziert. Nachdem die Mannschaft die ersten beiden Gruppenspiele verloren hatte, schien die Situation aussichtslos zu sein. Im letzten und entscheidenden Gruppenspiel gegen den direkten Konkurrenten SpVgg Fürth erreichte das Team noch das Halbfinale, wo der VfL Benrath bezwungen wurde. Und so drang der VfB zum ersten mal bis ins Endspiel um die Deutsche Meisterschaft vor, in dem der Finalist in Köln den überlegenen Schalkern mit 4:6 unterlag. Doch auch als Vizemeister wurden die Spieler bei der Rückkehr nach Stuttgart von tausenden Fans gefeiert.

1937 folgte die 3. Württembergische Meisterschaft und die Mannschaft qualifizierte sich erneut für die Endrunde um die Deutsche Meisterschaft. Nachdem die Fußballer die Gruppenphase souverän als Gruppensieger überstanden, unterlag der Klub im Halbfinale wieder dem FC Schalke 04 und siegte im Spiel um Platz 3 gegen den Hamburger SV. 1938 verteidigte der VfB den Württembergischen Meistertitel, schied jedoch diesmal schon in der Gruppenphase der Meisterschaftsendrunde als Gruppendritter aus. 1939 wurde das Team nur Württembergischer Vizemeister. Der Zweite Weltkrieg wirkte sich anders auf das Vereinsleben aus, als der Erste Weltkrieg. Er hatte gravierende Auswirkungen auf das Vereinsleben. Sehr häufig war Stuttgart Ziel von Bombenangriffen. Auch das Vereinsgelände das VfB wurde schwer getroffen, nachdem viele Sprengladungen militärische Ziele, wie die anvisierte Eisenbahnlinie oder das Daimler-Benz-Werk, verfehlten. Doch trotz der Kraterlandschaft, in die sich die Heimat des VfB verwandelte, und obwohl Spieler und Vereinsfunktionäre immer öfter durch die Kriegshandlungen starben, konnten die Verantwortlichen das Vereinsleben erhalten. 1939/40 wurde lediglich eine Kriegsmeisterschaft im engsten Rahmen ausgetragen, in der die Fußballer die Qualifikation für die Meisterschaftsendrunde am Ende nicht schafften. In der wieder regelmäßig laufenden Gauliga erreichte der VfB 1941 und 1942 die Vizemeisterschaft, wurde 1943 zum letzten mal Gaumeister und schied in der Vorrunde der Deutschen Meisterschaft im K.-o.-System gegen TSV 1860 München aus, ehe im März 1945 die Gauliga Württemberg durch den Krieg endgültig zum Erliegen kam. Dem VfB verblieben immer genug Spieler, um ohne die Hilfe anderer Vereine Kriegsmannschaften zu stellen. Allerdings nutzte der Verein viele Gastspieler sowohl aus dem Inland, als auch aus dem Ausland. Auch Spieler aus besetzten Ländern kamen freiwillig, da sie als Fußballer leichter Akzeptanz finden konnten. Unter ihnen waren prominente Spieler wie zum Beispiel Rudolf Gellesch. Als der Vereinsführer Hans Kiener 1944 durch einen Bombenangriff schwer verletzt wurde, übernahm nach dessen Evakuierung der zweite Vorsitzende Fritz Walter die Verantwortung. Am 2. April 1945 bestritt der VfB das letzte Spiel vor Kriegsende, welches zwischenzeitlich wegen Fliegerangriffen unterbrochen werden musste.

Der Zweite Weltkrieg stellte eine Zäsur für den Verein dar. Die eigenen Sportanlagen waren weitestgehend zerstört, viele Vereinsmitglieder waren im Krieg gefallen. Trotzdem wurde bereits am 13. Oktober 1945 im Gasthaus Krone in Fellbach unter entscheidender Mitwirkung von VfB-Präsident Fritz Walter die Süddeutsche Oberliga gegründet. Auf dem Kohlenwagen mussten VfB-Verantwortliche reisen, um über vorige Gaugrenzen und damalige Zonengrenzen hinweg für die Gründung der neuen Liga in Süddeutschland zu werben. Es gelang dem VfB, in der am 4. November 1945 unter dem Vorsitz von Dr. Walter gestarteten Oberliga gleich die erste Süddeutsche Meisterschaft der Nachkriegszeit und damit auch die Amerikanische Zonenmeisterschaft zu gewinnen. Robert Schlienz war mit 42 Treffern zugleich erster Torschützenkönig der neuen Liga. Die Deutsche Meisterschaft wurde damals aufgrund der unterschiedlichen Bestimmungen in den verschiedenen Besatzungszonen nicht ausgetragen.

Die Oberliga wurde bei den Fans schnell populär und so kam Geld in die Kassen des Vereins, der so die zerstörte Infrastruktur wieder aufbaute. Der VfB erlangte nun eine wichtige regionale Bedeutung, und für den VfB spielen zu können, wurde das Ziel von vielen Jugendlichen. Auch nach der Einführung des Vertragsspielerstatuts 1948 konnten die Spieler des VfB von den Bezügen, die ihnen ihre Spielerverträge bescherten, nicht leben, und so förderte der Klub bei den Spielern die Selbstständigkeit. So führte Robert Schlienz nebenbei ein Sportartikelgeschäft, Karl Barufka ein Spirituosengeschäft und Erich Retter eine Tankstelle. Beim VfB versuchten die Verantwortlichen immer, den Spielern dabei zu helfen, Fußball und Beruf vereinbaren zu können.

In den folgenden Jahren tummelten sich die Fußballer zunächst nur im Mittelfeld der Oberliga und landete erst 1950 als Zweiter wieder weit oben in der Tabelle. Damals begann die erfolgreichste Ära des Vereins, der nun den Stadtkonkurrenten Stuttgarter Kickers endgültig als Nummer 1 in der Stadt ablöste. Die Süddeutsche Vizemeisterschaft berechtigte den VfB, an der K.-o.-Runde zur Deutschen Meisterschaft teilzunehmen. Dort zog der VfB zum zweiten Mal in ein Endspiel um die Deutsche Meisterschaft ein, welches er in Berlin gegen Kickers Offenbach mit 2:1 gewann. Die erste Deutsche Meisterschaft des VfB war erreicht. Danach wurde dem VfB als erstem Fußballverein überhaupt von Bundespräsident Theodor Heuss das Silberne Lorbeerblatt verliehen. Bei ihrer Ankunft am Stuttgarter Bahnhof wurde die Mannschaft euphorisch gefeiert und unter anderem von der Endspielelf von 1935 empfangen.

Nachdem der DFB 1950 wieder Länderspiele austragen durfte, wurden schließlich Spieler vom damaligen Deutschen Meister, wie zum Beispiel Karl Barufka, berufen. 1951 verpasste der amtierende Meister die Endrunde der Meisterschaft als Vierter der Oberliga Süd knapp. Doch 1952 wurde der VfB wieder Süddeutscher Meister, nachdem die Mannschaft den 1. FC Nürnberg noch im letzten Spiel durch einen Sieg im direkten Duell abfing. Durch den Sieg in der Gruppenphase erreichte der VfB zum dritten Mal das Endspiel um die Deutsche Meisterschaft, das der Klub in Ludwigshafen gegen den 1. FC Saarbrücken gewann. Die Mannschaft entsprach in weiten Teilen der Meistermannschaft von 1950. Mercedes Benz stellte dem VfB damals Wagen zur Verfügung, mit denen die Mannschaft eine Rundfahrt durch die Region machte, wobei sie wieder euphorisch gefeiert wurde.

In der kommenden Saison erreichte der VfB nach einem schwachen Saisonstart doch noch die Süddeutsche Vizemeisterschaft und bekam so die Chance, den Meistertitel zu verteidigen. Inzwischen war Erich Retter Nationalspieler geworden. Nachdem die Mannschaft diesmal denkbar knapp, nur aufgrund des direkten Vergleichs in der Vorrunde nach einem Sieg im letzten Spiel gegen Borussia Dortmund den Gruppensieg holte, erreichte der Fußballmeister zum zweiten Mal in Folge das Endspiel. Karl Barufka war nach seiner Verletzung aus dem Spiel gegen Dortmund nicht einsatzfähig im Finale gegen den 1. FC Kaiserslautern. Doch durch den blutigen Niederschlag des Arbeiteraufstandes am 17. Juni in Berlin wurde schon über eine Verschiebung des Spielorts nachgedacht. Der DFB hielt trotzdem am Berliner Olympiastadion als Austragungsort fest. Die Titelverteidigung gelang nicht, als das Team gegen den mit Stars aus der späteren Weltmeistermannschaft von 1954 gespickten 1. FC Kaiserslautern mit 1:4 unterlag. Ein Positiverlebnis hatte lediglich Karl Bögelein, der zu Beginn einen Elfmeter gegen die spätere Fußballlegende Fritz Walter hielt. Letzterer führte den FCK trotzdem zu einem deutlichen Sieg.

In der folgenden Saison wurde der VfB wieder Süddeutscher Meister. Jedoch schied der VfB diesmal in der Vorrunde der Deutschen Meisterschaft als Gruppenzweiter nach einer 1:3-Niederlage gegen Hannover 96 aus. Der Saisonhöhepunkt des Jahres 1954 war das Endspiel eines anderen Wettbewerbs. Zum ersten Mal erreichten die Fußballer das Finale des DFB-Pokals und traf auf den 1. FC Köln. Erwin Waldner erzielte damals nach einer Vorlage von Robert Schlienz das entscheidende Tor an diesem Karsamstag. So wurde der VfB in dem Jahr zum ersten Mal DFB-Pokalsieger, in dem Deutschland zum ersten Mal Fußballweltmeister wurde.

1955 rutschte der amtierende Pokalsieger in der Oberliga auf einen enttäuschenden dreizehnten Platz ab. Doch 1956 wurde der VfB Süddeutscher Vizemeister und erreichte wieder die Meisterschaftsendrunde, nachdem die Mannschaft in der Qualifikation zur Endrunde TuS Neuendorf bezwang. Diesmal schied das Team als Gruppendritter in der Gruppenphase aus. Es war die letzte Teilnahme an der Meisterschaftsendrunde. 1958 hielt sich die Enttäuschung über den neunten Platz in der Oberliga in Grenzen. Zum zweiten Mal erreichte der VfB das Endspiel des DFB-Pokals, diesmal gegen Fortuna Düsseldorf. Gegen das Team um den späteren Bundestrainer Jupp Derwall gewann der Klub wieder erst in der Verlängerung durch den entscheidenden Treffer von Lothar Weise.

In den kommenden Jahren spielte der VfB keine bedeutende Rolle im süddeutschen Fußball und landete bis zur Gründung der Bundesliga immer zwischen Platz fünf und Platz sieben. Die Stuttgarter erreichten 1963 in der Oberliga Süd den sechsten Platz. Wegen des komplizierten Auswahlverfahrens war lange ungewiss ob der VfB der neuen Fußball-Bundesliga angehören würde. Erst ein Telegramm bestätigte am 6. Mai 1963 endgültig die Zugehörigkeit des VfB zur Bundesliga. Zuvor wurde von der Presse vermeldet: Karlsruhe (419 Qualifikationspunkte), Stuttgart (408) und Offenbach (382) sind als gleichwertig anzusehen, weswegen der diesjährige Tabellenstand ausschlaggebend ist. Somit war es möglicherweise entscheidend, dass der VfB punktgleich aufgrund der besseren Tordifferenz 1962/63 in der Oberliga Süd einen Platz vor den Kickers Offenbach lag.

1963 zählte der VfB zu den 16 Gründungsmitgliedern der Fußball-Bundesliga. Mit Fritz Walter hatte der Verein damals einen Präsidenten, der keine finanziellen Risiken eingehen wollte und lieber auf ehrenamtliche Arbeitskräfte setzte als auf ein bezahltes professionelles Management und eine Mannschaft, die nur aus Vollprofis besteht. Doch nachdem die Fußballmannschaft sich, als der VfB in der ersten Bundesligasaison Fünfter geworden war, bis 1968 nur noch im Mittelfeld befand, forderten immer mehr ein modernes Management beim VfB, welches sich bei den erfolgreichen Vereinen der Liga bereits bewährt hatte. Dr. Walter war dazu nicht bereit und so trat Hans Weitpert, der an der Spitze derer stand, die eine neue Einkaufspolitik forderten, dessen Nachfolge an. Es dauerte nicht mehr lange, bis mit Günter Sawitzki 1971 der letzte Spieler des VfB, der nebenbei einen Beruf ausübte, seine Karriere beendete.

Prominente Trainer in den ersten Bundesligajahren waren Rudi Gutendorf, Albert Sing und Branko Zebec. Nachdem die Fußballer 1969 wieder Fünfter geworden waren, verloren die Stuttgarter in den folgenden Jahren den Anschluss zur Spitze und spielten die kommenden Jahre hauptsächlich im Mittelfeld der Liga. Nur 1973 erreichte die Mannschaft den UEFA-Pokal und konnte 1974 erstmals das Halbfinale erreichen. Dort schied der VfB gegen Feyenoord Rotterdam aus. Im April 1975 räumte Weitpert, der mit seiner offensiven Einkaufspolitik gescheitert war, seinen Präsidentenposten. Gerhard Mayer-Vorfelder wurde zum neuen Präsidenten des Vereins gewählt. Der VfB befand sich zu dieser Zeit auf einem Abstiegsplatz. Am Ende der Saison stieg der VfB aus der 1. Liga ab. Zuvor war der VfB nur 1923/24 für eine einzige Saison zweitklassig gewesen.

Die folgende Saison wurde zu einem der schwächsten sportlichen Kapitel der VfB-Geschichte – der Verein belegte in der 2. Liga lediglich Platz 11. Den Tiefpunkt bildete das Heimspiel gegen den SSV Reutlingen 05 vor 1.200 Zuschauern, das mit 2:3 verloren ging.

Zur Saison 1976/77 verpflichtete der VfB dann Jürgen Sundermann. Aus finanziellen Zwängen musste der VfB vor allem auf junge Spieler setzen. Mit dem damaligen Hundert-Tore-Sturm gelang dem VfB die Rückkehr ins Fußball-Oberhaus. Dabei erzielte Ottmar Hitzfeld im Heimspiel gegen den SSV Jahn Regensburg sechs Treffer (Endstand 8:0). Dieser Rekord hat bis heute bestand.

In der Saison 1977/78, der ersten Saison nach der Rückkehr in die Fußball-Bundesliga, erreichte der VfB einen vierten Platz. Dabei stellte er mit einem Zuschauerschnitt von fast 54.000 einen fast 20 Jahre gültigen Bundesliga-Rekord auf. In den Folgejahren konnte sich der VfB in der Bundesligaspitze etablieren.

Spieler in dieser Zeit waren u. a. Hansi Müller, Karlheinz und Bernd Förster, Karl Allgöwer, Dieter Hoeneß, Hermann Ohlicher und Helmut Roleder. Bis 1980 qualifizierte sich die Mannschaft in jeder Saison nach dem Aufstieg für den UEFA-Pokal. 1979/80 erreichte das Team zum zweiten Mal das Halbfinale des UEFA-Pokals, als der VfB gegen Borussia Mönchengladbach nach einem 2:1 Heimsieg und einer 0:2 Niederlage auswärts knapp ausschied.

Die Infrastruktur wurde zu Beginn der 1980er Jahre angepasst: 1981 bezog der VfB nach knapp zweijähriger Bauzeit sein neues Clubzentrum (Kostenaufwand damals: ca. 5,2 Millionen Euro). Nachdem der Verein 1982 auf den neunten Platz abrutschte, qualifizierten sich die Fußballer bereits 1983 mit einem dritten Platz für den UEFA-Pokal. 1984 erreichte der Verein unter Trainer Helmut Benthaus seine dritte deutsche Meisterschaft. Nachdem die Mannschaft am 32. Spieltag punktgleich mit dem Hamburger SV an der Spitze lag, drohte ein Endspiel am 34. Spieltag im Neckarstadion gegen den HSV. Doch da der VfB selbst gegen Werder Bremen siegte und der HSV gegen Eintracht Frankfurt gleichzeitig unterlag stand fest, dass der HSV mit 5 Toren Vorsprung im direkten Duell in Stuttgart hätte gewinnen müssen, um den VfB noch von der eigentlich sicheren Meisterschaft abzuhalten. Der HSV erzielte lediglich in den letzten Minuten, als die VfB-Fans schon die Meisterschaft feierten, den 1:0-Siegtreffer. Erstmalig im Europapokal der Landesmeister vertreten, scheiterte der VfB in der ersten Runde gegen Levski Spartak Sofia. Dennoch gaben die sportlichen Erfolge der kommenden Jahre dem VfB weitere Möglichkeiten zu internationalen Auftritten.

1985 erreichte der VfB den 10. Platz. 1986 erreichte der Verein unter den Trainern Barić und Entenmann zum dritten Mal ein DFB-Pokal-Finale, das der FC Bayern München mit 5:2 gewann. Trotzdem trat der VfB als Fünfter der Bundesliga-Saison in der folgenden Saison nicht im UEFA-Pokal, sondern im Europapokal der Pokalsieger an, weil der FC Bayern als Meister bereits im Europapokal der Landesmeister spielte.

1986/87 schied der VfB bei der ersten Teilnahme im Europapokal der Pokalsieger im Achtelfinale gegen Torpedo Moskau aus. Ende der 80er Jahre qualifizierte sich der VfB mit Spielern wie Buchwald, Jürgen Klinsmann, Sigurvinsson oder Immel und Trainer Arie Haan 1988 und 1989 wieder für den UEFA-Pokal. In die Chronik des Vereins eingegangen ist dabei vor allem das UEFA-Pokal-Finale von 1989 gegen den SSC Neapel. Auf Klinsmann musste die Mannschaft wegen einer Gelbsperre aus dem Halbfinale im Hinspiel verzichten. Nach einer fragwürdigen Schiedsrichterleistung hatte der VfB das Hinspiel in Neapel mit 1:2 gegen Napoli verloren. Beim 1:1 nahm Diego Maradona den Ball mit der Hand mit und der Handelfmeter zum 1:2 war ebenfalls nach einstimmiger Meinung der Fußballexperten nicht berechtigt. Zudem wurde Kapitän Guido Buchwald durch eine gelbe Karte für das Rückspiel in Stuttgart gesperrt. Der griechische Schiedsrichter Gerassimos Germanakos aus dem Hinspiel wurde danach von der UEFA gesperrt, was keine Auswirkungen hatte, da der Schiedsrichter ohnehin zurückgetreten war. Ein 3:3 im Rückspiel reichte dann nicht mehr zum Titelgewinn.

1990 kam Christoph Daum als Trainer zum VfB. 1992 wurde der VfB unter Daum unter anderem mit Guido Buchwald, Fritz Walter und Matthias Sammer zum vierten Mal Deutscher Meister. In einem Herzschlag-Finale setzten sich die Stuttgarter durch einen Treffer in der 86. Minute des letzten Spieltags (2:1 Sieg in Leverkusen) im Fernduell gegen Eintracht Frankfurt (1:2 bei Hansa Rostock) und Borussia Dortmund (1:0 beim MSV Duisburg) durch. Fritz Walter wurde damals Torschützenkönig. Der VfB war damals vor dem letzten Spieltag lediglich zwei Mal Tabellenführer gewesen. In der Folgesaison unterlief Trainer Daum in der ersten Runde des Europacups gegen Leeds United am 30. September 1992 ein folgenschwerer Fehler: Er wechselte mit Jovica Simanić einen damals nicht gestatteten vierten Ausländer ein. Das Spiel wurde gegen den VfB gewertet und der Verein schied, nach einem Wiederholungsspiel in Barcelona vor gerade einmal 15.000 Fans, bereits zum zweiten Mal in seiner Geschichte, in der ersten Runde des Europacups der Landesmeister aus. Damit verpasste der VfB die Teilnahme an der Champions League. In den kommenden drei Jahren qualifizierte sich die Mannschaft nicht mehr für den Europacup und schaffte es wie schon 1984 zunächst nicht, sich als Meister an der Spitze zu halten.

Unter Rolf Fringer spielte in der Saison 1995/96 erstmals das so genannte Magische Dreieck zusammen, das aus den Spielern Krassimir Balakow, Giovane Elber und Fredi Bobic bestand. Dennoch wurde der VfB nur Zehnter und so legte der VfB Fringer keine Steine in den Weg, Schweizer Nationalteamtrainer zu werden. Erst unter Joachim Löw, der von Fringers Co-Trainer zum Interimstrainer und schließlich zum Cheftrainer wurde, knüpfte der VfB wieder an frühere Erfolge an. Das „Magische Dreieck“ sorgte in der Bundesliga für Furore und gewann 1997, durch einen 2:0 Sieg im Finale in Berlin gegen den damaligen Regionalligisten Energie Cottbus, den DFB-Pokal. Dabei erreichte das Team im Viertelfinale nur durch das Elfmeterschießen gegen den SC Freiburg das Halbfinale, wo die Mannschaft den Hamburger SV im eigentlichen Endspiel bezwang. Doch so schnell das Magische Dreieck sich einspielte, so schnell trennten sich die Wege der Traumoffensive des VfB auch wieder. Die zwei entscheidenden Tore von Giovane Elber im Pokalfinale waren seine beiden letzten für den VfB, er wechselte zum FC Bayern München.

Ein Jahr später stand der VfB im Finale des Europapokals der Pokalsieger, das er in Stockholm unglücklich mit 0:1 gegen Chelsea London verlor, nachdem der eingewechselte Gianfranco Zola mit seinem ersten Ballkontakt das entscheidende Tor erzielte. Danach ging mit Fredi Bobic der zweite Spieler des magischen Dreiecks, er wechselte zu Borussia Dortmund. Nur Krassimir Balakow blieb bis zu seinem Karriereende beim VfB.

Doch trotz der Erfolge verlängerte der Verein unter der Leitung Gerhard Mayer-Vorfelders den am Saisonende 1998 auslaufenden Vertrag mit Löw nicht. Stattdessen wurde nun Winfried Schäfer verpflichtet. Vor allem bei den Fans war diese Entscheidung sehr unpopulär, da Schäfer vom Erzrivalen Karlsruher SC kam, wo er sich einen Namen gemacht hatte. Der Trainerwechsel erwies sich schnell als Fehler und so wurde Schäfer noch im selben Jahr wieder entlassen.

Die folgenden Jahre brachten mehr sportlichen Misserfolg als Erfolg. Unter Trainer Ralf Rangnick wurde ein sportlicher Konsolidierungsprozess eingeleitet, der mit Platz 15 und erhöhter Abstiegsgefahr im Frühjahr 2001 endete. Das Erreichen des UEFA-Pokals durch den erstmaligen Gewinn des UI-Cups 2000 war nun eher ein Hindernis im Abstiegskampf. Manfred Haas, der Nachfolger von Gerhard Mayer-Vorfelder, der den Verein 2000 in Richtung DFB verlassen hatte, fand einen Verein mit großen sportlichen und finanziellen Problemen vor. Die finanziellen Probleme sind vor allem auf die riskante Transferstrategie unter Gerhard Mayer-Vorfelder zurückzuführen. Schon allein der von Mayer-Vorfelder mit Dusan Bukovac ausgehandelte Rentenvertrag von Krassimir Balakow belastete den VfB. Dieser hoch dotierte Vertrag (geschätzte 3 Mio € Jahresgehalt) konnte durch das Ziehen einer Option von Balakow fristlos verlängert werden und wurde nach harten Verhandlungsrunden zwischen Haas und Bukovac erst 2003 beendet. Zudem litt der Verein unter einigen teuren Einkäufen von Spielern, die gar nicht oder kaum für den Verein aufliefen. Beispiele sind Didi, Srgjan Zaharievski, Mitko Stojkovski oder Sasa Markovic. Rangnick wurde entlassen, sein Nachfolger wurde Felix Magath.

Unter Magath schaffte der VfB am vorletzten Spieltag gegen Schalke 04 durch ein Tor von Balakow kurz vor dem Spielende den Klassenerhalt.

Aufgrund der finanziellen Engpässe musste der VfB wie Mitte der 1970er Jahre auf die eigene Jugend setzen – Spieler wie Andreas Hinkel, Kevin Kurányi, Timo Hildebrand oder Aljaksandr Hleb bildeten ein Team, das sich hervorragend entwickelte und in den Medien den Beinamen „die jungen Wilden“ erhielt. Der VfB qualifizierte sich 2002 über den UI-Cup für den UEFA-Pokal. 2003 wurde die Mannschaft überraschend Vizemeister hinter Bayern München und qualifizierte sich damit erstmals für die Champions League. Dort zeigte die Mannschaft ihre Klasse u. a. durch einen 2:1 Sieg gegen Manchester United, sowie durch das Erreichen des Achtelfinals. Dort war erneut der FC Chelsea Endstation, nachdem sich der VfB durch ein Eigentor von Fernando Meira im Hinspiel selbst um die Chance auf den Einzug ins Viertelfinale brachte (0:1 zuhause, 0:0 auswärts).

2003 wurde Erwin Staudt neuer Präsident. Er wurde der erste hauptamtliche Präsident des VfB Stuttgart und trug mit seiner Mitglieder-Kampagne mit dem Titel „Wir packen Schalke“ entscheidend dazu bei, die Mitgliederzahl innerhalb von zwei Jahren mehr als zu verdreifachen. Zudem überzeugte er Rudi Häussler, direkt neben dem Gottlieb-Daimler-Stadion mit dem Carl Benz Center einen Multifunktionskomplex zu errichten. Vom Bau des Gebäudes profitierte der VfB als Hauptmieter wohl am meisten. Im Sommer 2004 wechselte Trainer Magath zum FC Bayern München, sein Nachfolger in Stuttgart wurde Matthias Sammer. Zwar erreichte der VfB in der Saison 2004/05 einen UEFA-Cup-Platz, allerdings verspielten die Fußballer mit einem kläglichen Saisonfinale eine deutlich bessere Platzierung. Daher trennte sich der Verein nach Saisonende von Sammer. Sein Nachfolger wurde im Sommer 2005 Giovanni Trapattoni.

Vor der Saison 2005/2006 kam es zu einem großen personellen Wechsel beim VfB; Leistungsträger wie Kevin Kurányi (für etwa 8 Mio. zu Schalke 04), Philipp Lahm (war ausgeliehen von Bayern München) und Aljaksandr Hleb (wechselte für geschätzte 15 Millionen zum FC Arsenal) verließen den VfB, neu verpflichtet wurden u. a. Thomas Hitzlsperger (Aston Villa) und Jon Dahl Tomasson (AC Mailand). Durch die hohen Transfererlöse konnte der Verein zwar seine Verbindlichkeiten (die vor der Saison noch 8,21 Millionen Euro betrugen) deutlich reduzieren, doch hinkte die Mannschaft ihren eigenen sportlichen Ansprüchen hinterher. Anfang Februar 2006 trennte sich der VfB von Giovanni Trapattoni, dessen Taktik und Spielweise bei Fans und Spielern immer mehr in die Kritik geriet.

Die Schwaben verpflichteten daraufhin Armin Veh als neuen Cheftrainer, der zu Beginn vom Aufsichtsratsvorsitzenden Dieter Hundt als Übergangslösung bis zur Sommerpause bezeichnet wurde. Der Wunschkandidat des zur Winterpause als Manager verpflichteten Ex-Spielers Horst Heldt konnte sich dennoch als Trainer für die kommende Saison durchsetzen. Nach der sportlich enttäuschenden Saison 2005/06 gab es vor der Saison 2006/07 wieder einige tiefgreifende personelle Änderungen. Nach zehn Jahren beim VfB beendete Kapitän Zvonimir Soldo seine Karriere und nach 14 Jahren verließ Andreas Hinkel den Verein.

Wie schon in früheren Jahren macht der VfB teils aus der Not eine Tugend und setzte zur Saison 2006/07 wieder auf junge Spieler. Der Verein hat mit Mario Gómez, Serdar Taşçı und Sami Khedira einige Talente aus der eigenen Jugend in der Mannschaft. Da der VfB inzwischen zu den reicheren Vereinen der Liga gehört, konnte der Klub sich mit neuen Spielern wie z. B. Pavel Pardo, Ricardo Osorio oder Antonio da Silva verstärken. Nach einem eher schwachen Saisonstart 2006/07 wurde Armin Veh vom Aufsichtsratsvorsitzenden Hundt erneut kritisiert, worauf in den Medien Veh zunächst als Favorit auf die nächste Trainerentlassung gehandelt wurde. Jedoch gelang es dem VfB, mit einer sehr jungen Mannschaft wieder an die Erfolge der Jahre 2002 bis 2004 anzuschließen. Am 12. November 2006 übernahm der VfB mit einem 2:1 Sieg bei Hannover 96 erstmals seit fast zwei Jahren wieder die Tabellenspitze. Über den kompletten weiteren Verlauf der Saison hielt sich der Verein unter den ersten vier Vereinen der Bundesliga. Von den Medien bekam die Mannschaft aufgrund ihrer offensiven und erfolgreichen Spielweise den Beinamen „die jungen Wilden II“. Am vorletzten Spieltag der Saison übernahm der VfB zum zweiten Mal die Tabellenspitze und ging als Tabellenführer mit zwei Punkten Vorsprung vor FC Schalke 04 in den letzten Spieltag. Der VfB gewann das letzte Heimspiel gegen Energie Cottbus mit 2:1 und wurde damit Deutscher Meister 2007.

Nach Siegen gegen Alemannia Aachen II, den SV Babelsberg 03, den VfL Bochum, Hertha BSC und den VfL Wolfsburg stand das Team um Armin Veh nach genau zehn Jahren wieder im Endspiel um den DFB-Pokal im Berliner Olympiastadion. Dort verlor man am 26. Mai 2007 gegen den 1. FC Nürnberg mit 3:2 nach Verlängerung.

In der Champions League 2007/08 spielte der VfB gegen den FC Barcelona, Olympique Lyon und die Glasgow Rangers. Von den sechs Spielen in der Champions-League-Vorrunde gewann der VfB eines (3:2 im Heimspiel gegen die Glasgow Rangers). Aufgrund der weiteren fünf Niederlagen schied das Team als Gruppenletzter aus dem Europapokal aus.

Parallel dazu durchschritt der VfB in der Bundesliga eine Talsohle. Als amtierender Deutscher Meister rutschte man nach einigen Niederlagen zu Saisonbeginn tief in die untere Tabellenhälfte und rangierte nach zehn Spieltagen mit lediglich 10 Punkten auf Platz 14 der Tabelle. Ab dem elften Spieltag arbeitete der VfB sich in der Tabelle weiter nach oben und hatte bis zum 30. Spieltag noch realistische Chancen auf einen Champions-League-Platz. Die Saison schloss der VfB als Sechster ab und konnte sich über den UI-Pokal für den UEFA-Pokal 2008/09 qualifizieren. Im DFB-Pokal schied der VfB im Viertelfinale zu Hause gegen den Vorletzten der 2. Bundesliga Carl Zeiss Jena durch ein 6:7 nach Elfmeterschießen aus.

Nachdem der VfB in der Saison 2008/09 nach dem vierzehnten Spieltag mit achtzehn Punkten auf dem elften Tabellenplatz stand, wurde der Trainer Armin Veh entlassen und durch den neuen Teamchef Markus Babbel ersetzt.

Für eine komplette Auflistung aller Spieler der ersten Mannschaft des VfB Stuttgart seit Vereinsgründung siehe Liste der Spieler des VfB Stuttgart.

Die zweite Mannschaft des VfB Stuttgart, die seit der Saison 2008/09 ebenfalls eine Profimannschaft ist, wurde bereits 1951 als Amateurmannschaft gegründet. Schon damals wollte der Verein einen Unterbau für die Lizenzspielermannschaft zum behutsamen Aufbau junger Spieler schaffen. Dieser Unterbau zählt mit für eine Amateurabteilung überdurchschnittlich vielen Titeln zu den erfolgreichsten Amateurabteilungen im deutschen Fußball.

Die Anfänge der zweiten Mannschaft des VfB waren alles andere als einfach; der Württembergische Fußball-Verband misstraute dem VfB, da damals viele Vereine versuchten, mit Hilfe von Amateurmannschaften Spielern Geld unter der Hand zukommen zu lassen. Und so durfte die Amateurmannschaft zunächst nur in der A-Klasse Stuttgart antreten, ohne die Chance aufzusteigen. Nachdem die Amateure in den Spielzeiten 1951/52, 1952/53 (damals mit 55:1 Punkten) und 1953/54 außer Konkurrenz überlegen Meister wurde, hatte der Verband ein Einsehen und ließ die Mannschaft in die zweite Amateurliga aufsteigen.

Nach fünf Jahren in der zweithöchsten Fußballamateur-Spielklasse Deutschlands stiegen die VfB-Amateure schließlich in die erste Amateurliga auf. Unter Trainer Franz Seybold erreichte die Mannschaft 1960 überraschend den Titel "Württembergischer Amateurmeister", obwohl der Kader mehrheitlich aus Spielern bestand, die frisch aus der Juniorenelf (einer damals bestehenden Brücke zwischen A-Jugend und Amateurmannschaft) oder der dritten Mannschaft kamen. Sowohl die Juniorenmannschaft als auch das dritte Team wurden kurze Zeit später abgeschafft.

Viele Spieler wechselten aufgrund des Erfolges in die Lizenzspielermannschaft, so dass Seybold einen Neuaufbau starten musste. Dennoch wurden die VfB-Amateure in der Saison 1962/63 im Endspiel gegen den VfL Wolfsburg Deutscher Amateurmeister. Nach diesem Triumph wurden die VfB-Amateure in Stuttgart euphorisch empfangen.

In der folgenden Saison kam mit Willi Entenmann ein Spieler zu den Amateuren, der in der Zukunft noch viele wichtige Funktionen beim VfB und bei seinen Amateuren ausübte. Eben jener Entenmann war es, der die Amateure 1980, 17 Jahre nach dem ersten Titel, als Trainer erneut zum Deutschen Amateurmeister machte. Zuvor erreichte das Team 1974 mit dem Erreichen des Viertelfinales des DFB-Pokals einen weiteren Achtungserfolg.

Aufgrund der zunehmenden Beachtung der Bundesliga rückte das Amateurteam in den Folgejahren in der öffentlichen Wahrnehmung zusehends in den Hintergrund. Dennoch spielte die Mannschaft fast durchgehend in der obersten Amateurliga. Allerdings stiegen die Amateure 1988 von der Oberliga in die Verbandsliga ab. Doch Jochen Rücker führte die Mannschaft in die Oberliga zurück. Dort schaffte man zunächst nicht die Qualifikation für die neue Regionalliga, die 1994/1995 startete. In der Saison 1997/1998 gelang dann schließlich der Aufstieg in die Regionalliga. In der Saison 1999/2000 schafften es die VfB-Amateure mit Platz 6, sich bei der Reduzierung der Regionalliga-Staffeln von vier auf zwei, für die neue Süd-Staffel zu qualifizieren.

In der Saison 2000/01 schlugen die Amateure die erste Mannschaft des damaligen Bundesligisten Eintracht Frankfurt in der ersten Runde des DFB-Pokals im Robert-Schlienz-Stadion mit 6:1. Bis heute ist dies der höchste Sieg einer Amateurmannschaft gegen einen Bundesligisten im DFB-Pokal. Darauf wurde dem Amateurteam in der 2. Runde des DFB-Pokals die eigene Lizenzspielermannschaft zugelost, gegen die man mit 0:3 unterlag. Mittlerweile dürfen zweite Mannschaften von Proficlubs nicht mehr am DFB-Pokal teilnehmen. In der damaligen VfB-Amateurelf schlug die Geburtsstunde der jungen Wilden, einem Begriff, der zunächst durch eine Schlagzeile der Stuttgarter Zeitung („Die jungen Wilden schießen die Eintracht aus dem Pokal“) nach dem Triumph im DFB-Pokal geprägt, und später als Slogan auf den Mannschaftsbus der Amateure übernommen wurde. Das Team um Spieler wie Aljaksandr Hleb, Andreas Hinkel, Ioannis Amanatidis und Kevin Kurányi, die später mit der ersten Mannschaft des VfB in der Champions League spielten, erreichte in dieser Saison in der neuen Regionalliga Süd mit dem zweiten Platz eine Position, die erste Mannschaften zum Aufstieg in die 2. Bundesliga berechtigt hätte. Der Weggang der jungen Wilden in die Profimannschaft führte in der Folgesaison zu Platz 16 und somit zum Abstieg in die Oberliga Baden-Württemberg.

Mit einem neuen jungen Team erreichten die VfB-Amateure den sofortigen Wiederaufstieg in der Saison 2002/03. In den Folgejahren schafften mit Mario Gómez, Serdar Taşçı, Sami Khedira und Andreas Beck wieder Spieler den Sprung in die erste Mannschaft. Diesmal verkraftete die zweite Mannschaft dies besser und spielte bis zum Ende der Saison 2007/08 in der obersten Amateurspielklasse, der Regionalliga. Seit der Saison 2008/09 spielt die zweite Mannschaft im GAZİ-Stadion auf der Waldau, da für die neue eingleisige 3. Profi-Liga eine größere Stadionkapazität erforderlich ist, als es das vormals genutzte Robert-Schlienz-Stadion bot.

Kein anderer deutscher Verein hat so viele Profispieler aus seiner eigenen Jugend hervorgebracht wie der VfB. In vielerlei Hinsicht kann man den VfB als Vorreiter der deutschen Jugendarbeit bezeichnen. Noch heute ist der VfB Deutscher Rekordmeister bei den A- und B-Junioren. Dies beginnt bereits im Jahre 1918 mit dem Physiklehrer und VfB-Präsidenten Gustav Schumm.

Für die Gründer der Vereine war die Jugendarbeit kein Problem, da sie selbst noch Jugendliche waren, die versuchten ihre Sportart populär zu machen. Über 30 Jahre nach der Gründung scharte sich nun die Jugend um die betagten Gründer der Fußballvereine, und so wusste man zunächst nichts Besseres als nur zwischen Jugendlichen (im Alter zwischen heutigen A- und C-Jugendlichen) und Zöglingen (D- und E- Jugend) zu unterscheiden. Doch Schumm war es, der ein Konzept entwarf, das von den Grundsätzen her noch heute Bestand hat. Schumm war aus eigener Erfahrung bewusst, wie schwer es für Jugendliche war, den Durchbruch zu schaffen, wenn man nur eine Reserve für die erste Mannschaft ist. Er wusste, dass man die Jugendarbeit den Entwicklungsstufen der Jugendlichen anpassen musste. Als der Erste Weltkrieg vorbei war, setzte er 1918 sein Konzept zuerst beim VfB und später auch beim DFB durch. Er legte die Einteilung in A-, B-, und C-Jugend fest und sah erzieherische Maßnahmen vor. Diese neue Einteilung und die systematische Betreuung beim VfB wurden schon schnell belohnt, als die Zeitung Stuttgarter Tagblatt einen Pokal für eine A-Jugend Runde stiftete, welche man als Vorreiter der Jugendstaffel bezeichnen könnte. Schließlich war die A-Jugend des VfB der Gewinner dieser ersten A-Jugend-Runde.

Nach der Einführung der Deutschen Meisterschaft der A-Jugend 1969 gewann die Mannschaft des VfB bereits 1973 die erste Meisterschaft. 1980 unterstrich der VfB seine Vorreiterrolle mit dem Bau des nach dem ehemaligen Präsidenten Fritz Walter benannten VfB-Jugendhauses in Cannstatt. Dieses Fußball-Internat, welches optimale Voraussetzungen für Talente mitbringt, um Schule und Fußball unter einen Hut zu bringen, kann man als bundesweites Pilotprojekt bezeichnen, welches viele Nachahmer fand. 1984 wurde man nach dem Gewinn der vierten A-Jugendmeisterschaft zum alleinigen Rekordmeister in dieser Altersklasse. In der B-Jugend konnte man 1986 die 1977 eingeführte Deutsche Meisterschaft erstmals gewinnen.

Noch heute wird die vorbildliche Jugendarbeit beim VfB immer weiter optimiert. Klare Strukturen, Kontinuität bei den Jugendtrainern, die Möglichkeit unabhängige Entscheidungen zu treffen und Verhaltensregeln – das sogenannte ABC der VfB-Jugend – sorgen für optimale Bedingungen. Noch heute wird im Grunde ein Konzept verwendet, welches um 1990 von Helmut Groß und Ralf Rangnick entworfen wurde und von der E-Jugend bis zur Profimannschaft führt. Alle vier Wochen gibt es spezielle Schulungen für den Trainerstab und dreimal im Jahr werden die Jugendspieler bei einer Bewertung an den hohen Anforderungen gemessen, um Spieler individuell nach Stärken und Schwächen fördern zu können. Ziel ist, bei den Spielern einen starken Charakter zu fördern. Von der E- bis zur B-Jugend tritt der VfB mit zwei Mannschaften in den jeweiligen Verbandsrunden an. In der A-Jugend tritt der Verein nur mit einer Mannschaft an, um den Leistungsgedanken in den Vordergrund zu stellen. Dieser wird in der F-Jugend hingegen nicht so hoch angesiedelt, weshalb der VfB dort keine Mannschaft stellt und in diesem Bereich mit dem MTV Stuttgart kooperiert, der eine Kinderfußball-Akademie führt, in der VfB-Trainer mehrere Schulungen durchführen.

Der VfB kooperiert zudem mit kommerziellen Fußballschulen, anderen regionalen Fußballvereinen und dem offiziellen Kooperationspartner FC St. Gallen. Verbindungen mit dem Olympiastützpunkt Stuttgart und den Eliteschulen in der Umgebung, bei denen Schüler dreimal pro Woche zum Training freigestellt werden, macht der Verein sich zunutze. Für die besten Talente bietet der VfB sogar Ausbildungen zum Sport- und Fitnesskaufmann an. Es wird versucht, die talentiertesten Spieler möglichst früh zum VfB zu holen. Auch wenn die abgebenden kleinen Vereine ihre Talente nicht gerne aufgeben, können nur wenige Jugendspieler dem Lockruf des VfB widerstehen. Es sind sogar zwei Scouts fest angestellt, die neben den vielen Kontaktpersonen Talente möglichst früh melden. Die jährlichen VfB-Jugend- und -Talenttage werden meist mit erfolgreichen Talentsichtungen durchgeführt. Der Verein konzentriert sich zwar immer auf regionale Talente, aber nimmt vor allem ab der B-Jugend auch gerne Talente aus dem Ausland auf, die zumeist wie zum Beispiel Kevin Kurányi (der zwar deutscher Staatsbürger ist, aber mit 15 noch nicht Deutsch sprechen konnte) erfolgreich eingebunden werden können. 20 Prozent der Jugendspieler des VfB sind im Besitz einer ausländischen Staatsbürgerschaft.

Immer wieder beweist sich die Jugendarbeit des VfB aufs Neue. Noch heute ist die Mannschaft der A-Jugend Rekordmeister. Einen medienwirksamen Sieg hat die A-Jugend des VfB in einem Spiel gegen die deutsche Fußballnationalmannschaft der Frauen errungen, die mit 3:0 bezwungen wurde. Spieler wie Horst Köppel, Thomas Schneider, Andreas Hinkel, Thomas Brdarić, Michael Fink, Albert Streit, Mario Gómez, Hansi Müller, Karlheinz Förster, Gerhard Poschner und viele andere haben ihre Wechsel vom Amateur- oder Jugendfußball in den Profibereich beim VfB geschafft. Bei der Erweiterung der Infrastruktur durch das Carl Benz Center hat der Verein mit der VfB-Jugendakademie die Jugendarbeit beim VfB nicht vernachlässigt. Die Mannschaft der A-Jugend spielt in der U19-Bundesliga.

Im Gegensatz zu anderen Vereinen hat der VfB seine Lizenzspielerabteilung bisher nicht aus dem Verein (VfB Stuttgart 1893 e. V.) ausgelagert. Allerdings bestehen Pläne, dies durch die Gründung einer KGaA in naher Zukunft zu tun. Über dieses Konzept sollen dann strategische Partner stärker in das Geschäft der Profiabteilung eingebunden werden.

Derzeit verfügt der Verein über eine Beteiligungsgesellschaft (die hundertprozentige Tochter VfB Stuttgart Beteiligungs-GmbH). Diese wurde vom damaligen Präsidenten Manfred Haas im Jahr 2000 angestoßen. Ziel der Beteiligungs-GmbH war es, dem Verein über ein Eigenkapitalmodell liquide Mittel zur Verfügung zu stellen. Dazu zahlte eine Reihe von stillen Gesellschaftern Kapital in die Beteiligungsgesellschaft ein, welches dann wiederum dem Verein zur Verfügung gestellt wurde (über dieses Konzept erwarb der Verein beispielsweise den Spieler Fernando Meira). Geschäftsführer der GmbH ist VfB-Vorstand Ulrich Ruf.

Als Anreiz für die stillen Gesellschafter wurde ein Großteil der Anteile eines zweiten Tochterunternehmens, der VfB Stuttgart Marketing GmbH auf die Beteiligungsgesellschaft übertragen. Letztere hält derzeit 75,5 Prozent der Anteile an der Marketing GmbH, 24,5 Prozent liegen beim Stammverein. De jure gehört der VfB damit zu den wenigen Bundesligisten, die ihre Marketingrechte nicht an externe Unternehmen veräußert haben. De facto fließen große Teile der Marketing-Einnahmen nicht an den Verein; zwischen Marketinggesellschaft und Beteiligungs-GmbH besteht ein Ergebnisabführungsvertrag, so dass ein großer Teil der Einnahmen aus dem Marketing-Bereich direkt an die stillen Gesellschafter fließt.

Mit der „VfB-Shop“ Vertriebs- und Werbe-GmbH verfügt der VfB noch über ein drittes Tochterunternehmen. Die Shop-GmbH ist eine hundertprozentige Tochter des Vereins. Sie wurde 1978 gegründet. Ihr Geschäftszweck besteht im Vertrieb von Fan- und Merchandising-Artikeln. Auch hier ist Ulrich Ruf Geschäftsführer.

2006 gründete der VfB mit der VfB Reha-Welt GmbH eine weitere Tochtergesellschaft, deren Geschäftszweck in der medizinischen Versorgung und dabei insbesondere in Rehabilitations- und Präventionsmaßnahmen besteht. Diese Dienste bietet das Unternehmen nicht nur den VfB Spielern, sondern auch Dritten an. Der VfB hält an der Reha-Welt 60 Prozent der Anteile, die restlichen Anteile liegen zu gleichen Teilen bei den Ärzten Thomas Frölich und Udo Buchholzer. Geschäftsführer der Reha-Welt sind Stefan Heim und Markus Schmidt.

Die Mercedes-Benz Arena (1993–2008: Gottlieb-Daimler-Stadion, 1949–1993: Neckarstadion, zuvor Adolf-Hitler-Kampfbahn, nach dem Zweiten Weltkrieg für ein Jahr Century-Stadium) wurde 1933 erbaut. Sie liegt an der Mercedesstraße im Stadtbezirk Bad Cannstatt am Kreuzungspunkt zwischen der B 10 von Stuttgart nach Ulm und der B 14 von Stuttgart nach Nürnberg. Die Arena fasst 54.000, bei Nutzung mit Stehplätzen ca. 57.000 Zuschauer.

Die Vereinsführung einigte sich mit der Stadt Stuttgart auf einen Umbau des Stadions in eine reine Fußballarena. Der VfB Stuttgart wird als stiller Teilhaber am Umbau mitwirken und 26 Mio. Euro besteuern. Der Umbau soll 2011 abgeschlossen sein.

Ebenfalls in der Mercedesstraße befindet sich das VfB-Clubzentrum – ein Gelände mit 3.500 m² Nutzfläche, in dem Geschäftsstelle/Verwaltung, Restaurant mit Nebenzimmer und Kegelbahn sowie der gesamte Sportbereich untergebracht sind. Auf dem Gelände des Clubzentrums liegt auch das Robert-Schlienz-Stadion, der Austragungsort von Spielen der Jugend- und Amateurmannschaften des VfB.

Zur Fußball-Weltmeisterschaft 2006 wurde zudem im Carl Benz Center die VfB-Welt gebaut. Darin ist ein großes Dienstleistungscenter (Ticketing, Sport Shop, VfB Marketing), die VfB-Jugendakademie, das Rehazentrum der VfB Reha-Welt, mehrere Restaurants, sowie Veranstaltungsräume für Sport- und Freizeitevents beheimatet. Auch ein VfB-Museum soll dort einziehen. Zudem ist die VfB-Welt vor und nach den Heimspielen des Klubs der Treffpunkt für die Fans.

Auf der Stuttgarter Einkaufsmeile, der Königstraße, betreibt der Verein einen City-Shop, in dem Tickets sowie Merchandising-Produkte gekauft werden können.

Nachdem der VfB 1975 zum bisher einzigen Mal in die Zweite Liga abgestiegen war, begann der VfB Dauerkarten zu verkaufen. Dieses Angebot nahmen viele Anhänger wahr und so zog der Kern in die heutige Cannstatter Kurve um den A-Block herum um.

Nachdem die Fußballmannschaft 1977 in die Bundesliga zurückgekehrt war, war der in der Bundesliga-Saison 1977/78 aufgestellte Rekord von durchschnittlich über 53.000 Zuschauern pro Heimspiel bis zur Saison 1998/99 der höchste je in der Bundesliga gemessene Zuschauerschnitt. Der VfB zählte nun schon 120 offizielle Fan-Klubs. Doch wie bei anderen Vereinen auch machten kleine, zahlenmäßig unbedeutend erscheinende rechtsradikale Gruppierungen der Vereinsführung Probleme und so begann der Verein, in einer mit den Fan-Klubs gegründeten Interessensgemeinschaft, Karteikarten über Fan-Klub-Mitglieder anzulegen. Als nach der Aufstiegseuphorie Ende der 1970er Jahre der Erfolg ausblieb, sanken die Zuschauerzahlen wieder. Und so fielen die Interessensgemeinschaft und die meisten Fan-Klubs auseinander und nur die treusten Fans blieben.

Erst als die FIFA ankündigte bis zum Jahr 2000 alle Stehplätze abschaffen zu wollen und die Dauerkarteninhaber der Stehplätze bei ihrem Hilferuf gegen diese Entscheidung vom VfB unterstützt wurden, kamen sich der VfB und die Fans wieder näher. Am 11. Juli 1990 wurde schließlich die Organisation Offizieller Fan-Klub geschaffen, die bis heute Bestand hat. Fan-Klubs, die sich der Organisation anschließen, bekommen sowohl viele Vergünstigungen und Privilegien, als auch Pflichten wie eine Clubsatzung mit einem deutlichen Bekenntnis zur Gewaltfreiheit, einer demokratischen Struktur, einer Mindestanzahl von zehn Mitgliedern und einem aktiven Clubleben.

So gewann der VfB noch im Jahr 1990 70 offizielle Fan-Klubs mit rund 2.000 Mitgliedern für sich. Und so wurde beim folgenden Umbau des Stadions der A-Block mit seinen Stehplätzen erhalten. Seither gingen Gewaltaktionen bei den Fans auf ein Minimum zurück.

Erfolgsphasen wie die Deutsche Meisterschaft 1992 oder die Erfolge zu Zeiten des „magischen Dreiecks“ mit dem DFB-Pokal-Gewinn 1997 führten kurzfristig zu einem Anstieg der Zuschauerzahlen. Anfang 1997 begann die Fanszene sich neu zu organisieren, als mit dem „Commando Cannstatt“ (CC) die erste Ultra-Gruppierung entstand, die heute ein einflussreicher Bestandteil der Szene ist. Das Commando setzt auf eine Unterstützung der Mannschaft unter anderem mit Choreographien und Leuchteffekten und orientiert sich an italienischen Vorbildern. Anfangs gab es sowohl von Seiten anderer Fans, als auch vom Verein Berührungsängste. Der VfB warf dem Commando Cannstatt wegen des fünfzackigen Sterns auf dem Logo, der im Sommer 1997 verboten wurde, einerseits Nähe zur Rote Armee Fraktion und andererseits wegen der altdeutschen Schrift im Logo Rechtsradikalismus vor. Das Commando bekräftigte jedoch, dass diese Symbole für die Ultra-Gruppierung keine Bedeutung hätten und bekennt sich heute als Mitglied des Anhängerverbandes des VfB gegen den Rechtsradikalismus. Noch heute feuert das Commando Cannstatt die Mannschaft des VfB bei jedem Heimspiel im Block 32 der Cannstatter Kurve als eine der lautstärksten Gruppierungen an.

Den größten Zuschauerboom nach der Wiederaufstiegseuphorie erlebte der VfB zu Zeiten der „jungen Wilden“, als ein Schnitt von 41.728 erreicht wurde – zwei Jahre zuvor hatte der Zuschauerschnitt noch 26.097 betragen. Zurückzuführen ist der Zuschauerboom auf die rasante sportliche Verbesserung der Mannschaft; hatten die Fußballer in der Saison 2000/01 erst am vorletzten Spieltag den Klassenerhalt gesichert, so erreichte der VfB zwei Jahre später die Vizemeisterschaft und die Champions League.

Die Karten für die Champions-League-Vorrunde mit Gegnern wie Manchester United waren in Rekordzeit vergriffen und so erkannte die Vereinsführung des VfB mit dem neuen Präsidenten Erwin Staudt ein bisher noch nicht ausgeschöpftes Potential an Fans in der Region. Der VfB initiierte eine Mitgliederkampagne, welche unter dem Motto „Wir packen Schalke“ den VfB zum zweitgrößten deutschen Verein machen sollte. In der Rangliste der größten deutschen Sportvereine erreichte der VfB zwar zeitweilig Platz 3, holte den FC Schalke 04 jedoch nie ein. Dennoch vervierfachte sich die Mitgliederzahl des VfB zwischen 2000 und 2005 von 7.000 auf 30.000 Mitglieder, weswegen die Mitgliederkampagne vom VfB als erfolgreich angesehen wird.

Der enorme Anstieg der Mitgliederzahl lässt sich unter anderem mit den Erfolgen des VfB in der Champions League erklären; wer 2004 beispielsweise eine Karte für das Achtelfinalspiel der Champions League gegen den FC Chelsea haben wollte, musste entweder Vereinsmitglied, Fan-Klub-Mitglied oder Dauerkarteninhaber sein.

Die Anzahl der offiziellen Fan-Klubs stieg rapide auf heute 265 an. Diese befinden sich hauptsächlich in der Umgebung, aber es gibt auch im restlichen Bundesgebiet und sogar im Ausland (z. B. Taiwan, Latrikunda/Gambia und Südtirol) offizielle Fan-Klubs. Zur besseren Koordination unter den VfB-Fans institutionalisierte sich 2001 auf Anregung des Vereinsvorstandes der Fan-Ausschuss als offizielles, in der Vereinssatzung legitimiertes Gremium des VfB. Der Fan-Ausschuss wird vom Vorstand eingesetzt und trifft sich alle fünf oder sechs Wochen. Er besteht aus 15 Mitgliedern und setzt sich aus allen Fanschichten des VfB zusammen; von Vereinsseite gehören dem Ausschuss die beiden Fanbeauftragten sowie Direktor Jochen Schneider an. Das Gremium soll im Dialog fanspezifische Themen ansprechen und helfen Lösungen zu finden. Erste Erfolge waren zum Beispiel die Gründung der VfB-Fan-Treffs mit Hilfe des Ausschusses.

Zur weiteren Verbesserung der Fankoordination wurde der VfB Anhängerverband Stuttgart e. V. gegründet. Der Fan-Ausschuss des VfB setzte sich mit der Gründung das Ziel, die 265 offiziellen Fan-Klubs in einer Struktur zusammenzufassen. Auch einzelne Personen können dem Anhängerverband beitreten. Sowohl eingetragenen und somit rechtsfähigen, als auch nicht rechtsfähigen Fan-Klubs, die nur durch protokollierte Vertreter und eine Satzung legitimiert sind, ist der Beitritt möglich. Die offiziellen Fan-Klubs bleiben dabei zwar autark, die Vergünstigungen gehen jedoch auf den Anhängerverband über. Dieser Verband ist das erste auf demokratischem Wege gewählte Organ, welches die offiziellen Fan-Klubs beim VfB vertritt und soll für den VfB die einzige anerkannte Fanvertretung werden. Momentan sind 171 offizielle Fanklubs, sowie 74 Einzelmitglieder im Anhängerverband zusammengeschlossen.

Durch die Werbung des Vereins für neue Vereins- und Fan-Klub Mitglieder scheint sich nun der Kern der VfB-Fans erweitert zu haben, vom A-Block zum B-Block und in viele andere Bereiche der Cannstatter Kurve. Zwar ging der Zuschauerschnitt wieder zurück, nachdem der VfB sich 2006 nicht für den europäischen Wettbewerb qualifizierte, aber der erweiterte Kern war von diesem Rückgang weniger stark betroffen als die restlichen Zuschauerbereiche. Die Mitgliederzahlen der Fan-Klubs und des Vereins steigen zwar nicht mehr so rapide, aber die Tendenz nach oben bleibt vorhanden. So konnte kurz nach dem Gewinn des Meistertitel 2007 das 40.000. Mitglied vermeldet werden .

Für Kinder und Jugendliche gibt es inzwischen den VfB-Fritzle-Club, der 4- bis 16-jährigen VfB-Fans verschiedene Vergünstigungen bringt.

Vor allem in der ersten Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts herrschte ein harter Kampf zwischen dem in Bad Cannstatt ansässigem VfB und den Stuttgarter Kickers aus Degerloch. Aber es war keine Konkurrenz zwischen sozialen Schichten. Die Basis bildete auf beiden Seiten hauptsächlich das ortsansässige Bürgertum. Schon bei den Vorgängern des VfB, dem Kronen-Club und dem Stuttgarter FV liegen die Wurzeln der Rivalität zwischen dem VfB und den Kickers. Als die Kickers sich schon früh gegen Rugby entschieden, wechselten viele Rugby-Interessierte zum Stuttgarter FV. Dies könnte man die Geburt der Rivalität nennen. Zu den Kindheitszeiten des Fußballs lagen die Kickers noch klar vor den Vorgängern des VfB und so musste der Kronen-Club in einem entscheidenden Spiel um den Aufstieg in die oberste süddeutsche Spielklasse gegen die zweite Mannschaft der Kickers antreten. Zwar gewann der Kronen-Klub, doch wenige Tage später wurde das Spiel annulliert, da der eigentlich bestellte Schiedsrichter nicht anwesend war und der Verbandsschriftführer das Spiel leitete. Da der Kronen-Club von der Annullierung erst wenige Stunden vor der Neuansetzung bei einer Weihnachtsfeier erfuhr und dementsprechend viele Spieler nicht einsatzfähig waren, verlor der Klub das Wiederholungsspiel und fühlte sich dort gegenüber den Kickers ungerecht behandelt.

Auch nach der Fusionierung zum VfB dominierten zunächst die Kickers. Schon 1909 wurden die Blauen Vizemeister und waren dem VfB zumeist voraus. 1922/23 schienen sich die Kickers sogar vom VfB abzusetzen, als sie als Tabellenerster der Kreisliga Württemberg die Qualifikation für die neue Bezirksliga problemlos schafften, während der VfB als Sechster scheiterte und sogar in die Zweitklassigkeit abrutschte. Doch der VfB kam nach diesem einen Jahr Zweitklassigkeit wieder zurück und so blieb dieses eine Jahr das einzige nach der Fusion des VfB, in dem die Kickers eine Klasse über dem VfB standen. Der VfB bot nun den Kickers Paroli und so konkurrierten beide Vereine immer wieder um die Württembergische Meisterschaft. Nach der Deutschen Vizemeisterschaft des VfB 1935 war der Verein dann endgültig auf Augenhöhe. Bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs wurden beide Teams noch mehrmals Württembergischer Meister und blieben auf dem gleichen Level. Daher stimmt es nicht, dass das Überholmanöver des VfB in Verbindung mit dem Nationalsozialismus steht. Obwohl der VfB schon von jeher bessere Verbindungen zum Militär hatte und den Kickers schon vor der NS-Zeit jüdische Wurzeln zugeschrieben wurden, wurden die Kickers später ebenso wie der VfB mit dem NS-Regime in Verbindung gebracht. So stellte zum Beispiel der Sozialdemokrat Paul Keller fest, dass sich beide Vereine sofort als erste der nationalsozialistischen Bewegung voll und ganz anschlossen. Vor 1933 gab es beim VfB ebenso wie bei den Kickers jüdische Mitglieder, die in der NS-Zeit ausgeschlossen wurden.

Die Entscheidung um die Vormachtstellung in Stuttgart fiel erst in der Oberliga Süd. Zu Beginn spielten die Kickers genauso wie der VfB oben mit. Doch das Jahr 1950 war entscheidend für die Zukunft beider Vereine. Die Stuttgarter Kickers stürzten in die Zweite Oberliga Süd ab und standen somit zum ersten mal eine Klasse unter dem VfB. Und eben in diesem Jahr in dem die Kickers den ersten großen Rückschlag erlitten, holte der VfB mit der Deutschen Meisterschaft den ersten großen Titel. Die Kickers erholten sich noch einmal und kamen zurück, doch fast jede Saison, die die Degerlocher in der Oberliga Süd bestritten, war für die Kickers ein Abstiegskampf, während der VfB seine erfolgreichste Zeit erlebte. Und so absolvierten die Kickers 1960 ihr letztes Spiel in der Oberliga Süd und spielten im Mittelfeld der Zweiten Oberliga, während sich der VfB 1963 für die erste Bundesligasaison qualifizierte. Nur 1988 und 1992 spielten die Kickers noch jeweils eine Saison in der Bundesliga, in der sie nie die Klasse hielten.

So war es keine Seltenheit, dass einer von den Blauen zum VfB, zu den Roten wechselte. Ein solcher „Überläufer“ hatte es nicht immer einfach – von beiden Seiten hatten Spieler und Funktionäre nach einem solchen Wechsel etwas zu befürchten. Früher war die Rivalität bedeutend härter als heute. Als zum Beispiel 1956 Rolf Geiger, der talentierte Stürmer der Kickers, zum VfB wechselte, erstattete der damalige Präsident der Kickers Philipp Metzler Selbstanzeige und behauptete, die Kickers hätten Geiger unter der Hand bezahlt. Die Rache war es ihm offenbar wert, eine Strafe für die Kickers hinzunehmen, um gleichzeitig Geiger vom DFB bestrafen zu lassen. Allerdings wurde Metzler für 2 Jahre gesperrt, während Geiger nur für neun Monate gesperrt wurde.

Das Verhältnis zwischen beiden Vereinen wurde mit der Zeit zwar besser, doch immer wieder gab es Spannungen. So fand der ehemalige Kickers-Spieler Albert Sing an seinem ersten Arbeitstag als VfB-Trainer ein Kickers-Trikot in der Umkleide vor, welches ihm wohl deutlich machen sollte, dass er als Blauer nicht erwünscht ist.

Der damalige Kickers-Stürmer Jürgen Klinsmann erklärte nach einem harten Jugend-Derby gegenüber seinem damaligen Kickers-Präsidenten Axel Dünnwald-Metzler: „Eines schwöre ich: Zu denen geh ich nie!“ Wenige Jahre später musste er seinen Schwur zurücknehmen.

Nicht nur in der Jugend waren diese Derbys hitzig. „Wenn wir heute nicht gewonnen hätten, hätte ich mich nicht mehr aus dem Haus getraut“, erklärte der ehemalige VfB-Direktor Ulrich Schäfer einmal. Das letzte große Stadtderby in der Bundesliga war grundlegend für die weitere sportliche Entwicklung beider Vereine: In der Saison 91/92 ging es für den VfB um die Meisterschaft und für die Kickers um den Klassenerhalt. Nach 75 Minuten führten die Kickers mit 1:0, der VfB-Stürmer Fritz Walter brach wegen starker Magenschmerzen zusammen, weswegen der VfB sogar die Kickers einer Vergiftung bezichtigte. Trotz des Ausfalls von Walter drehte der VfB das Spiel in den letzten Minuten zu einem 3:1 Sieg; der VfB wurde am Ende der Saison Deutscher Meister und die Kickers stiegen ab. Die Rivalität zwischen dem VfB und den Kickers ging oft über den Fußball hinaus. So gab es zwischen den beiden Leichtathletikabteilungen immer wieder Differenzen. Trotzdem bildeten die beiden Vereine in dieser Sportart eine gemeinsame Startgemeinschaft.

Die zwischen Württembergern und Badenern bestehende Rivalität findet sich auch auf der Ebene des Fußballs wieder; die beiden erfolgreichsten Vereine der beiden baden-württembergischen Landesteile, der VfB und der Karlsruher SC blicken auf eine lange Rivalität zurück. Bereits 1912, im wohl ersten Endspiel des frisch fusionierten VfB Stuttgart, bezwang der Verein den FC Mühlburg, den Vorläufer des VfB Mühlburg, der mit Phönix Karlsruhe zum KSC fusionierte und qualifizierte sich somit für die erste deutsche Spielklasse.

Vielfach forderte der KSC den VfB als erfolgreichsten Fußballverein Baden-Württembergs heraus – zumeist ohne Erfolg. Zu einer Verstärkung der Rivalität kam es durch den langjährigen KSC-Trainer Winfried Schäfer; mehrmals zeigte er öffentlich seinen Ärger, als er 1992 zum Ausdruck brachte, dass die guten Leistungen des KSC im Schatten der Meisterschaft des VfB nicht genug gewürdigt würden. Er beschuldigte den damaligen VfB-Trainer Christoph Daum sogar, dass er sich über den Aufwärtstrend des KSC lustig machen würde. Nachdem der VfB wenig später im Europapokal der Landesmeister gegen Leeds United unglücklich durch einen Wechselfehler von Christoph Daum ausschied, erklärte Schäfer höhnisch: „Der Daum tönt aus Stuttgart, wir seien wie der Hund, der halt zwischendurch mal mit dem Schwanz wedelt. Warum hat er uns dann nicht als Blindenhund mit nach Leeds genommen.“ Schäfer kritisierte auch Sponsoren; Daimler-Benz warf er vor, den KSC-Spielern höhere Leasingraten als den VfB-Spielern abzuverlangen („Wir haben keinen Daimler, der uns das Stadion ausbaut.“). In der Kritik standen auch Medienvertreter, wie jene des SDR, denen er vorwarf, VfB-Lobbyisten zu sein („Die sind rot angehaucht.“).

Nachdem Winfried Schäfer nach all diesen Vorfällen VfB-Trainer wurde, kam es zu großen Spannungen sowohl zwischen Fans und VfB als auch innerhalb der Fanszene. Einige VfB-Fans reagierten auf die Verpflichtung Schäfers, indem sie ihre Dauerkarte zurückgaben. Unter anderem dürfte die Kritik der Fans mitverantwortlich für die Entlassung des erfolglosen neuen Trainers gewesen sein, die bereits wenige Monate nach Amtsantritt erfolgte.

Auch zu anderen Vereinen pflegen die Anhänger des VfB Rivalitäten; typische Beispiele sind der SC Freiburg, Hertha BSC, der FC Bayern München und der FC Schalke 04.

Die Rivalität zu den Berlinern ist durch deren Freundschaft mit dem KSC begründet. Diejenige mit dem SC Freiburg ist vergleichsweise jung und wesentlich weniger intensiv als jene mit dem ebenfalls badischen KSC. Zurückzuführen ist sie unter anderem auf das Fehlen anderer regionaler Derbys, nachdem der KSC in der Saison 1997/98 aus der Bundesliga abstieg.

Eine traditionsreichere Rivalität ist jene mit dem FC Bayern. Im so genannten Südderby treffen jährlich die beiden erfolgreichsten Bundesligavereine Süddeutschlands aufeinander. Nur schwer konnte man beim VfB Spielerwechsel nach München verzeihen; so wollte Jürgen Klinsmann erst die Erlaubnis seines Vaters holen, ehe er beim FC Bayern einen Vertrag unterschrieb. Giovane Elber bekam infolge seiner Wechselabsichten die Wut der VfB-Fans zu spüren. Dieselbe Erfahrung macht der zuvor gefeierte Felix Magath.

In den letzten Jahren haben sich vor allem die Ansichten über den FC Schalke 04 verschlechtert. Schon als die Schalker Felix Magath nach Gelsenkirchen holen wollten, nachdem er mit dem VfB 2003 gerade Vizemeister geworden war, begannen die Spannungen zu wachsen. Vor allem der damalige Schalke-Manager Rudi Assauer und Magath, der noch eine Saison beim VfB blieb, legten sich damals in der Öffentlichkeit an.

Die Freundschaft mit Energie Cottbus ist noch relativ jung und begann beim Gastspiel der Cottbuser in Stuttgart in der Bundesliga im Frühjahr 2001. Damals kannten sich einige Fans bereits aus dem DFB-Pokalfinale von 1997. Enger wurde die Freundschaft mit einem Spiel des Energie Cottbus gegen Borussia Dortmund am letzten Spieltag der Saison 2002/03. Der VfB war Tabellendritter und Dortmund stand auf dem zweiten Platz. Der VfB konnte die direkte Qualifikation zur UEFA Champions League nur noch schaffen, wenn er selbst gewinnt und Cottbus auswärts in Dortmund mindestens einen Punkt holt. Cottbus war Tabellenletzter und schon seit Wochen sicher abgestiegen. Dennoch erkämpfte Energie Cottbus den benötigten Punkt. Die Fans haben diesen Tag bis heute nicht vergessen und so bestehen heute noch enge Fanfreundschaften zwischen Fanclubs des VfB und der Energie. In der Saison 2006/07 traf der VfB ausgerechnet am letzten Spieltag auf die Energie, als klar war, dass der VfB mit einem Sieg zu Hause sicher Deutscher Meister sein würde. Während die Fans beider Vereine schon den VfB als Deutschen Meister feierten, machten es die Cottbuser Spieler dem VfB alles andere als einfach. So ging Cottbus sogar zwischenzeitlich in Führung und der VfB hatte seine Mühe, als er das Spiel noch mit 2:1 für sich entscheiden konnte. Bei der Meisterfeier feierten die Cottbuser schließlich mit. Mittlerweile wurde die Freundschaft von den damaligen Initiatoren offiziell als beendet erklärt. Grund: Die Personen, die die Freundschaft in früheren Tagen begründet haben, sind inzwischen größtenteils nicht mehr in den jeweiligen Fanszenen aktiv.

Am 5. März 2005 unterzeichneten Erwin Staudt und Dieter Fröhlich, der Präsident des FC St. Gallen im Rahmen eines Freundschaftsspiels einen Kooperationsvertrag zwischen dem VfB und St. Gallen. In dieser Kooperation sollen sich die Vereine gegenseitig bei der Ausbildung von Spielern unterstützen und zum beidseitigen Nutzen Spieler austauschen. So wurden zum Beispiel schon einige Spieler des VfB, die noch keine Chance auf einen Stammplatz hatten, nach St. Gallen ausgeliehen. Bei der Talentsichtung wie im Managementbereich soll ein Erfahrungsaustausch in allen Altersklassen stattfinden. Auf beiden Seiten werden zudem Talente zu Gasttrainingseinheiten geladen. Freundschaftsspiele in den unterschiedlichen Altersklassen sind ebenfalls vorgesehen. Durch diese Kooperation kann die Schweizer Super-League als weitere Entwicklungsstufe für Jugendspieler genutzt werden.

Um das Jahr 1995 wuchs einmal eine Fanfreundschaft mit Bayer 04 Leverkusen, doch diese ging schnell wieder in die Brüche. Zuvor waren die Stuttgarter Fans mit denen Eintracht Frankfurts eng verbunden. Auf regionaler Ebene versteht sich der VfB von jeher mit dem SSV Reutlingen 05 sehr gut, der eine Art kleiner Bruder des VfB ist. Fast jedes Jahr gibt es ein Freundschaftsspiel zwischen beiden Vereinen. Auch mit der Spvgg 07 Ludwigsburg und dem MTV Stuttgart kooperiert der Verein.

Auf internationaler Ebene pflegen VfB-Fans vereinzelte Kontakte zu Celtic Glasgow. Diese Freundschaft begann im Achtelfinale des UEFA-Pokals in der Saison 2002/03. Nachdem der VfB beim Rückspiel in Stuttgart nach zwei packenden Duellen knapp ausgeschieden war, feierten die Fans der beiden Vereine in den Straßen Cannstatts bis tief in die Nacht und die Fans haben sich seither nicht aus den Augen verloren.

Die Geburt des Sponsorings beim VfB geht auf das Jahr 1976 zurück, als der VfB sich in der Zweiten Bundesliga am Abgrund befand. Damals wurde der Freundeskreis des VfB Stuttgart gegründet, welcher den Verein nicht nur finanziell unterstützte, sondern Tipps für die eigene Vermarktung des VfB gab und den Verkauf von Souvenirs startete. 1977 wurde dann das Textilunternehmen Frottesana zum ersten Trikotsponsor des VfB. Die Nachfolger dieses Unternehmens wurden Canon, Dinkelacker, Sanwald Extra, Südmilch, die Göttinger Gruppe, debitel und schließlich EnBW.

Mit der Zeit wurde schließlich ein Sponsoren-Pool geschaffen, dessen Mitglieder sich als Offizieller Partner des VfB Stuttgart bezeichnen konnten. Erwin Staudt schuf dann schließlich die neu geordnete Sponsorenpyramide, in der Sponsoren als Premium Partner über den normalen Team Partnern und den in der Pyramide noch weiter unten befindlichen Servicepartnern steht. Bei Heimspielen werden derzeit 336 Laufmeter Bandenwerbung präsentiert. Ausrüster beim VfB ist Puma, nachdem die lange Partnerschaft mit Adidas 2002 beendet wurde.

Die Schiedsrichterabteilung des VfB wurde bereits 1923 gegründet, wodurch der VfB zum ersten Verein in Deutschland mit einer eigenen Schiedsrichterabteilung wurde. Und so gehörten dem VfB in den 1920er Jahren in Süddeutschland am meisten Schiedsrichter an. Es existiert heute sogar eine Schiedsrichtermannschaft, die bei Freundschaftsspielen und Turnieren antritt. Aktueller Abteilungsleiter ist Alfred Schütter. Es gibt momentan 68 aktive und 13 passive Mitglieder in der Abteilung.

Die Faustballabteilung wurde 1937 gegründet. Die Wurzeln gehen sogar in die 1920er Jahre zurück. Schon damals nutzten Fußballer des VfB diese Sportart zum Ausgleich, die teilweise noch bei den Vorgängern des VfB, dem Kronen-Club und dem Stuttgarter FV, spielten. Der Verein stellt dort heute nur bei den Männern drei Seniorenmannschaften in den Altersklassen M40, M50 und M60. Die Mannschaften spielen in dieser Randgruppensportart, zwar jeweils in den Verbandsligen, die die oberste Spielklasse darstellen. Allerdings folgen bei Erfolg in diesen Spielrunden noch weitere Runden, wie die Süddeutsche und die Deutsche Meisterschaftsrunde. Eine schlagkräftige altersklassenlose Mannschaft konnte die Abteilung bisher noch nicht stellen. Die einzigen Deutschen Meisterschaften in der Geschichte der Faustballabteilung des VfB holte die M50 in den Jahren 2004, 2005 und 2006 auf dem Feld und 2005 in der Halle.

Auch die Geschichte der Hockeyabteilung reicht weit zurück. Sie wurde bereits 1919 gegründet. Der VfB stellt momentan drei Herrenmannschaften und zwei Damenmannschaften. Die erste Mannschaft der Damen spielt in der Halle in der ersten Verbandsliga und auf dem Feld in der Oberliga. Die Oberliga ist die fünfthöchste deutsche Spielklasse im Hockey, trotzdem tritt die Hockeymannschaft dort zum Beispiel gegen die zweite Mannschaft des HTC Stuttgarter Kickers an. Die erste Herrenmannschaft spielt sowohl im Feld- als auch im Hallenhockey in der ersten Verbandsliga, welche die sechsthöchste deutsche Spielklasse ist, der Stadtrivale HTC Stuttgarter Kickers tritt dort mit seiner dritten Mannschaft an. Diese Abteilung verfügt über einen zahlenmäßig starken Unterbau bis hinunter zur D-Jugend.

Die Tischtennisabteilung wurde erst 1949 gegründet und ist somit die jüngste sportliche Abteilung beim VfB. Der Verein startete mit zwei Mannschaften in der Kreisklasse und schon 1952 schaffte die erste Mannschaft den Aufstieg in die Oberliga und somit die höchste deutsche Spielklasse zu dieser Zeit. Doch mit der Zeit verlor die Tischtennisabteilung immer mehr an Bedeutung und musste zwischenzeitlich sogar ihre Mannschaften zurückziehen. In den letzten zwei Jahren konnte die Tischtennisabteilung allerdings einige Neuzugänge gewinnen, so dass man in der Saison 2008/09 wieder vier Mannschaften melden kann. Die erste Mannschaft spielt in der Bezirksklasse, die anderen drei Mannschaften starten in den Kreisklassen A, B und C. Zudem tritt die Seniorenmannschaft in der Bezirksklasse an.

Die Handballabteilung des VfB stellte einst mehrere Männer- und Frauenmannschaften, die vorzeigbare Erfolge wie die Württembergische Meisterschaft feierten und teilweise in der Bezirksklasse antraten. Ebenso wie die Hockeyabteilung wurde sie 1919 gegründet. In den achtziger Jahren brach die Abteilung ein, weil die meisten Spieler keine Perspektive mehr sahen, und so musste trotz aller Bemühungen die letzte Mannschaft 1985 aus dem Spielbetrieb zurückgezogen werden. Verblieben ist nur Verwaltungsarbeit und die Hoffnung, dass die Abteilung eines Tages wieder sportlich auflebt. Aufgelöst hat sich die Abteilung noch nicht.

Die VfB-Garde, ehemals Alte Garde, ist keine Sportabteilung. Sie wurde 1953 aufgrund des 60-jährigen Jubiläums des VfB gegründet. Es geht in dieser Abteilung hauptsächlich um Geselligkeit unter den Mitgliedern, die sich zum größten Teil aus ehemaligen Aktiven des VfB zusammensetzt. Gelegentlich gibt es auch repräsentative Aufgaben. Inzwischen ist die Garde, deren Mitglieder, die Gardisten, als Traditionsträger des Vereins gelten, eine feste Größe beim VfB.

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FC Bayern München

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Der FC Bayern München (offiziell: Fußball-Club Bayern München e. V.) ist ein Sportverein aus München. Mit 21 nationalen Meisterschaften und 14 DFB-Pokalsiegen ist er der erfolgreichste deutsche Fußballverein. In den europäischen Pokalwettbewerben ist er einer von vier Clubs, die alle drei Pokale erringen konnten: Er gewann viermal die UEFA Champions League und deren Vorläufer, den Europapokal der Landesmeister, und je einmal den Europapokal der Pokalsieger und den UEFA-Pokal. Zudem konnte der Verein zweimal den Weltpokal gewinnen.

Mit 147.072 Mitgliedern (Stand: 7. November 2008) ist er nach Benfica Lissabon, Manchester United, dem FC Barcelona und Arsenal London einer der mitgliederstärksten Sportvereine der Welt. Der FC Bayern gehört auch zu den weltweit reichsten Clubs. In der Saison 2007/08 belegte er Platz vier in der Liste der umsatzstärksten Vereine.

Seit 1965 spielt der FC Bayern ununterbrochen in der Bundesliga und ist amtierender Deutscher Meister und Pokalsieger. Die zweite Mannschaft des FC Bayern spielt zurzeit in der 2008 neu eingeführten 3. Liga.

Zum FC Bayern gehören zudem weitere Abteilungen, die auch einige Erfolge aufweisen können. So wurden die derzeit in der Bundesliga der Frauen spielenden Fußballfrauen 1976 Deutscher Meister. Weitere Erfolge feierten die Basketballer mit zwei Meisterschaften und einem Pokalsieg sowie die Schachabteilung mit neun Deutschen Meisterschaften und einem Europacupsieg.

Am 27. Februar 1900 fand im Gasthaus „Bäckerhöfl“ eine Sitzung der Fußballabteilung des MTV München statt. Da es zu einem Streit über die Weiterentwicklung der Fußballabteilung kam, einigten sich die Parteien auf eine friedliche Trennung. Am späten Abend um 21:30 Uhr verließen elf Männer, Nägele, Schmid, Karl, Wamsler, Ringler, Focke, Francke, Friedrich, Zöpfel, Pollack und John das Lokal und fanden sich im Restaurant „Gisela“ in Schwabing ein, um noch am selben Abend den FC Bayern München zu gründen. Den Vorsitz führte Franz John, der auch der erste Vorsitzende in der Geschichte der Bayern werden sollte.

Obwohl auf der Gründungsurkunde 17 Namen zu lesen sind, wurde diese am 27. Februar 1900 nur von elf Herren unterzeichnet. Die restlichen sechs wurden später hinzugefügt. Diese Tatsache geht aus einem Schreiben Johns hervor, in dem er die Geschehnisse des Abends schildert. Als Vereinsfarben entschied man sich für blau-weiß, der Mitgliedsbeitrag wurde auf eine Mark festgesetzt. Als ersten Trainingsplatz bekam der Verein von der Stadt den heute noch existierenden Schyrenplatz zur Verfügung gestellt. Der erste Gegner war der 1. Münchner FC, und nicht wie in anders lautenden Überlieferungen angegeben der MTV München. Das Spiel, das der FC Bayern mit 5:2 gewann, fand im März 1900 statt. Es stießen sehr schnell weitere Spieler zum Verein, so unter anderem drei Spieler des TSV München 1860. Schon damals in der Gründungsphase bestand der Verein aus weit weniger Fußballern aus München und Bayern als aus dem Rest Deutschlands. Im Frühjahr 1900 schenkten die Geschäftsleute Wamsler dem FC Bayern ein Grundstück an der Clemensstraße als Spielstätte.

Das erste Spiel einer langen und traditionsreichen Derbygeschichte zwischen dem FC Bayern und dem TSV 1860 München fand im Jahr 1902 statt. Der FC Bayern gewann das Spiel mit 3:0. Um den Spielbetrieb auszuweiten, beschloss man 1906 eine Fusion mit dem Münchner Sport-Club, behielt aber seine Eigenständigkeit unter dem Namen „F.A. Bayern im MSC München“. Durch die Fusion spielte man nun in weißen Hemden und roten Hosen. Diese Farben lösten damit das blau-weiß aus der Gründungszeit als Vereinsfarben ab. Somit waren die Roten geboren.

1907 mussten die Bayern die Sportanlage an der Karl-Theodor-Straße aufgeben und zum Sportplatz an der Leopoldstraße umziehen. Eingeweiht wurde damit auch die erste Tribüne auf einem Fußballplatz in München. Im Eröffnungsspiel gab es ein 8:1 gegen Wacker München. Bereits 1908 hatte der FC Bayern mehr als 300 Mitglieder, acht Mannschaften und mehr als 100 Jugendspieler. Dies hatte eine Satzungsänderung zur Folge, wodurch Verwaltungsarbeit und der Sportbereich getrennt wurden. Die Spieler hatten dadurch mehr Zeit, sich auf den Sport zu konzentrieren. 1910 konnte man das erste Mal an der Endrunde zur Süddeutschen Meisterschaft teilnehmen. Am Ende belegte man den 2. Platz hinter dem Karlsruher FV. Im gleichen Jahr stellten die Bayern mit Max Gablonsky ihren ersten Nationalspieler.

Während des Ersten Weltkrieges kam der Sport fast zum Erliegen und im Verein und dessen Umfeld gab es ein ständiges Auf und Ab. Erst 1919 fanden wieder die ersten regulären Ligaspiele statt. Während des Sommers wurde William Townley als Trainer verpflichtet, der die Tradition der englischen Trainer im Verein fortsetzte. Bereits in den letzten Jahren hatten die Bayern mit Coach Hoer und Taylor zwei Engländer als Trainer. 1919 trennten sich die Bayern vom MSC München und fusionierten mit dem Turnverein Jahn zum TuSpV Bayern.

Kurz vor dem 25-jährigen Vereinsjubiläum im Frühjahr 1924 trennte man sich auch schon wieder vom TuSpV Bayern, um endgültig nur noch den Vereinsnamen „FC Bayern München“ zu tragen und als eigenständiger Verein zu handeln. Mit Jim McPherson setzten die Bayern erneut auf einen englischen Trainer. 1926 spielten die Bayern um die Süddeutsche Meisterschaft. Die härtesten Konkurrenten kamen damals mit dem 1. FC Nürnberg und der SpVgg Fürth, die damals als beste Mannschaft Deutschlands galt, aus Bayern. Das Rückspiel gegen Fürth im Grünwalder Stadion wurde live im Radio übertragen und nach einem dramatischen Spiel gewann der FCB mit 4:3. Die Bayern waren zum ersten Male Süddeutscher Meister, scheiterten dann aber schon im Achtelfinale um die deutsche Meisterschaft in Leipzig gegen den SV Fortuna Leipzig 02 mit 0:2. Bereits 1928 gelang der Gewinn der zweiten Süddeutschen Meisterschaft mit dem neuen ungarischen Trainer Konrad Weisz. Zwar durfte man zur Endrunde um die Deutsche Meisterschaft nach Berlin fahren, doch verloren die Bayern deutlich mit 2:8 gegen den Hamburger SV.

Nach drei gescheiterten Anläufen zum Gewinn der Deutschen Meisterschaft in den Jahren 1926, 1928 und 1929, hatte man 1932 mehr Erfolg. Der Wechsel von Trainer Weisz zu Trainer Richard Dombi 1930 erwies sich somit im Nachhinein als guter Griff. Das Finale um die Süddeutsche Meisterschaft verlor der FC Bayern gegen die Eintracht aus Frankfurt und ging als Süddeutscher Vizemeister in die Endrunde um die Deutsche Meisterschaft. Der Reihe nach traf man auf Minerva 1893 Berlin und den Polizei SV Chemnitz, ehe man im Halbfinale dem Erzrivalen aus Franken, dem 1. FC Nürnberg, gegenüberstand. Das Spiel fand in Mannheim statt und die Bayern besiegten den bis dahin fünfmaligen Deutschen Meister mit 2:0. Die Tore erzielten Rohr und Welker. Im Finale am 12. Juni 1932, das in Nürnberg ausgetragen wurde, traf man erneut auf die Frankfurter Eintracht, gegen die man schon im Finale um die Süddeutsche Meisterschaft unterlegen war. Tausende Bayern-Fans machten sich auf den Weg, darunter auch etwa 400 Arbeitslose mit dem Fahrrad. Im Nachhinein übernahm der Verein die Kosten für diese Fans für Übernachtung und Eintrittskarten. Am Tage des Endspiels herrschten 30 Grad im Schatten und 55.000 Zuschauer sahen das Spiel im Stadion. In der 35. Minute nahm der Frankfurter Hennes Straub auf der Torlinie die Hand zu Hilfe und es gab Elfmeter für den FC Bayern. „Ossi“ Rohr verwandelte sicher zum 1:0. In der zweiten Hälfte drängten die Frankfurter auf den Ausgleich, doch in der 75. Minute erzielte Franz Krumm das entscheidende 2:0 für Bayern. Nach dem Abpfiff hielt der FC Bayern München zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte die Victoria in der Hand. Zum ersten Mal wurde ein Verein aus München Deutscher Meister und man wurde begeistert in der Landeshauptstadt empfangen. Die Siegesfeier fand im Münchener Löwenbräukeller statt, die Spieler wurden auf Pferdekutschen zur Feier gebracht. In einer der Festreden hieß es, „..was man schon im Vorjahr bei 1860 bestimmt gedacht, hat heuer FC Bayern fertig gebracht…“.

1933 war man nicht in der Lage den Titel zu verteidigen, nachdem man beide Spiele gegen den TSV 1860 München um die Süddeutsche Meisterschaft verlor. Als Hitler noch im gleichen Jahr an die Macht kam, traten sowohl Präsident Kurt Landauer als auch Trainer Dombi auf Grund ihrer jüdischen Abstammung zurück. Zudem verließ auch Oskar Rohr den Verein um Profispieler bei den Grasshoppers Zürich zu werden. Neuer Trainer wurde Hans Tauchert, der aber nicht an die alten Erfolge anknüpfen konnte und bereits 1934 durch Ludwig Hofmann ersetzt wurde. Hofmann verstarb aber bereits kurze Zeit später an einer Halserkrankung und K. Michalke übernahm das Amt des Trainers. Damit war die Talfahrt allerdings noch nicht beendet und so stand man im Jahre 1939 kurz vor dem ersten Abstieg in der Geschichte des Vereins, konnte die Klasse jedoch gerade noch halten. Im Verlauf des Krieges wurden die Gauligen weiter regionalisiert, um die Wege für die Vereine für Auswärtsspiele möglichst kurz zu halten. Waren die Bayern anfangs in der Gauliga Bayern, spielten sie anschließend in der Gauliga Südbayern, die durch die Aufteilung der Gauliga Bayern entstand. Kurz vor Ende des Krieges spielte man in der Gauliga München-Oberbayern. Im Jahre 1944 konnten Die Roten wieder eine Süddeutsche Meisterschaft gewinnen und qualifizierten sich so erneut für die Endrunde um die Deutsche Meisterschaft. Bereits im Achtelfinale verlor man jedoch nach Verlängerung gegen den VfR Mannheim. Am 13. Juli des gleichen Jahres wurden die Geschäftsstelle und ein Teil des Archivs bei Bombenangriffen zerstört. Im darauffolgenden Jahr qualifizierte man sich erneut für die Endrunde um die Deutsche Meisterschaft. Die Endrunde wurde im Jahr des Endes des Zweiten Weltkrieges jedoch nicht ausgetragen.

Nach Ende des Zweiten Weltkrieges wurden alle Vereine verboten. Dies betraf auch den FC Bayern. Allerdings hielt dies die ehemaligen Mitglieder nicht davon ab, den Verein alsbald neu zu begründen. Gegen den FC Wacker München bestritt man am 24. Juni 1945 das erste Spiel der Nachkriegszeit und stieg im November des gleichen Jahres in den Spielbetrieb der Oberliga Süd ein. Der Neuanfang nach dem Krieg war schwierig und die Bayern kamen sportlich nicht so recht auf die Beine. Fast jährlich wechselten die Trainer. 1947 kehrte Kurt Landauer aus dem Exil zurück und wurde erneut 1. Vorsitzender des Vereins, konnte aber auch keine neuen Akzente setzen. Er wurde 1951 abgelöst.

Positiv war hingegen die wieder steigende Mitgliedszahl. Bald zählte der FC Bayern erneut mehr als 1.000 Mitglieder und auch die Jugendabteilungen erlebten regen Zulauf. 1949 erreichte man nochmals die Qualifikationsspiele zur Deutschen Meisterschaft über einen 3. Tabellenplatz in der Oberliga. In der Qualifikation traf man auf den FC St. Pauli, verlor aber im Wiederholungsspiel, das bereits am nächsten Tag ausgetragen wurde, mit 0:2. Danach begann eine längere sportliche Talfahrt des Vereins, die sogar im Abstieg gipfelte. 1954/55 stiegen die Bayern zum ersten und einzigen Male in ihrer Geschichte aus der damaligen obersten Liga ab. Im Folgejahr gelang allerdings der sofortige Wiederaufstieg.

Einer der wenigen sportlichen Highlights der 40er und 50er Jahre war der Gewinn des DFB-Pokals. Im Jahr des Wiederaufstieges wollten die Bayern ursprünglich gar nicht am DFB-Pokal teilnehmen. Man wollte schlicht Reisekosten sparen. Doch der neue Trainer Willibald Hahn forderte unbedingt eine Teilnahme und konnte sich am Ende gegen die Vereinsführung durchsetzen. Nachdem im Halbfinale der 1. FC Saarbrücken mit 3:1 bezwungen wurde, wartete im Finale die Fortuna aus Düsseldorf. Das Finale fand am 29. Dezember 1957 im Augsburger Rosenaustadion vor 42.000 Zuschauern statt, darunter rund 12.000 Bayernfans. Am Tage des Spiels gab es starke Schneefälle und der Boden war mit Schnee bedeckt. Dies schien den Bayern, die als Außenseiter in das Spiel gingen, sehr entgegenzukommen. Von Anfang an dominierte der FC Bayern das Geschehen und die Fortuna hatte es nur ihrem Keeper Albert Görtz zu verdanken, dass das Spiel lange Zeit 0:0 stand. In der 78. Minute gelang es endlich, dem überragenden Rudi Jobst nach dreimaligem Anlauf den Ball im Netz unterzubringen. Nachdem man die restliche Spielzeit unbeschadet überstand, war mit dem Abpfiff der erste DFB-Pokalsieg in der Geschichte des FC Bayern erreicht.

Nach dem überraschenden Pokalerfolg und dem ersten großen Titel seit 1932 trat wieder die Tristesse der Oberliga ein. Man erreichte nur Platz sieben und es gab neuerlich finanzielle Probleme. Letzteres konnte durch Roland Edler gelöst werden. Der Geschäftsmann aus Neuss, ein großer Fan der Bayern, wurde neuer Präsident und die Finanznöte hatten ein Ende.

Mit dem neuen Trainer Adolf Patek ging es 1958/59 zunächst wieder aufwärts. Mit Platz 4 zum Ende der Saison erzielte man das beste Resultat seit 10 Jahren. In der darauffolgenden Saison wurden dem FC Bayern wegen einer sogenannten „Überbezahlung“ der Spieler in der Saison 57/58 4 Punkte abgezogen. Als ursprüngliches Strafmaß waren acht Punkte Abzug vorgesehen, doch ein Einspruch der Bayern brachte eine Strafmilderung. Der Punktabzug führte dennoch dazu, dass der Verein die Endrunde um die Deutsche Meisterschaft verpasste und am Ende nur auf Platz Fünf landete. Einziger Höhepunkt in der Spielzeit 1960/61 war der Sieg im Derby gegen den TSV 1860 München. Nach einem zwischenzeitlichem 2:2 wurden die Löwen am Ende mit 6:2 aus dem Stadion gefegt. Nach einem nur enttäuschenden 8. Platz im Folgejahr musste Trainer Potak seinen Hut nehmen. Für ihn kam Helmut Schneider.

In der Saison 1962/63 trat der Verein zum ersten Mal in einem renommierten internationalen Wettbewerb auf: Im Viertelfinale des Messestädte-Pokals schied man gegen Dinamo Zagreb aus. National ging es für die Bayern darum, sich für die kommende neue Fußball-Bundesliga zu qualifizieren. Deshalb musste mehr als nur der 8. Platz der Vorsaison herauskommen. Zudem begann am 28. April 1962 eine neue Ära beim FC Bayern. Zunächst nur kommissarisch für ein Jahr übernahm Wilhelm Neudecker das Präsidentenamt des Vereins. Es sollten weit mehr als nur das Eine werden. Der neue Präsident ließ nur die Neuverpflichtung eines gestandenen Spielers zu. Dieser war Herbert Erhardt. Ansonsten durfte Trainer Schneider nur junge Talente an die Isar holen. Einer von ihnen war ein gewisser Sepp Maier. Am 30. Dezember 1962 musste Stammtorhüter Kosar im Angriff aushelfen und Sepp Maier gab sein Debüt für den FC Bayern als gerade mal 18-Jähriger. Bayern beendete die Saison auf dem 3. Tabellenplatz hinter dem 1. FC Nürnberg und dem TSV 1860 München. Damit verpasste man nicht nur die Endrunde um die Deutsche Meisterschaft, man erhielt am 11. Mai 1963 auch die Absage vom DFB für die neue Bundesliga. Die fadenscheinige Begründung lautete: „Das Gremium war der Auffassung, dass es nicht ratsam erscheint, zwei Vereinen am gleichen Ort eine Lizenz für die Bundesliga zu erteilen.“ Somit musste der FC Bayern 1963/64 in der neu geschaffenen Regionalliga antreten. Helmut Schneiders Vertrag war eigentlich schon verlängert, dennoch musste er daraufhin den Verein verlassen.

Für ihn kam Zlatko Cajkovski. Das erklärte Saisonziel war das Erreichen der Aufstiegsrunde zur Bundesliga. Dieses Ziel konnte mit einem zweiten Platz am Ende der Saison auch erreicht werden. Am 6. Juni 1964 besiegte man im ersten Spiel der Aufstiegsrunde den FC St. Pauli mit 4:0. Es war das erste Pflichtspiel des damals erst 18 Jahre alten Franz Beckenbauer. In seinem ersten Spiel für die Bayern gelang ihm auch gleich sein erstes Tor. Beckenbauer hatte sich gegen einen Wechsel zum TSV 1860 München und für den FC Bayern entschieden, nachdem er in einem Spiel seines SC München von 1906 gegen den TSV 1860 von einem Gegenspieler geohrfeigt worden war. Dem FC Bayern fehlte am Ende nur ein Punkt zum Aufstieg und es hieß einen neuen Anlauf zu nehmen. Hatten bereits in den beiden Jahren zuvor Maier und Beckenbauer verpflichtet werden können, fehlte jetzt nur noch ein Baustein als Grundlage für die bald folgenden großen Jahre des FC Bayern München. Im Frühjahr 1964 hatte sich der Präsident des TSV 1860 München in Nördlingen angesagt, um der Familie Müller einen Besuch abzustatten, um deren Sohn zum TSV zu lotsen. Da auch die Bayern Interesse an dem kleinen bulligen Stürmer hatten und davon Wind bekamen, erschienen sie eine Stunde früher in Nördlingen. Der TSV bot dem jungen Mann nur einen Amateurvertrag über ein Jahr, der FC Bayern einen Profivertrag. Der spätere Bomber der Nation, Gerd Müller, wechselte daher im Sommer zum FC Bayern. Cajkovski war gar nicht begeistert von der Verpflichtung des jungen, gedrungenen Stürmers und sagte: „Was soll isch mit dieses Junge, diese Figur, unmöglich.“ Später nannte er ihn liebevoll „kleines dickes Müller“.

Gleich in seinem ersten Spiel am 18. Oktober 1964 traf Müller zum 3:0 gegen den Freiburger FC. Zum Ende der Saison 1964/65 stand man mit einem Rekordtorverhältnis von 146:32 als Meister der Regionalliga Süd fest. Gerd Müller erzielte dabei in 26 Spielen 33 Tore und trug in seiner ersten Saison maßgeblich zur Meisterschaft bei. In der Aufstiegsrunde machte man gegen Tennis Borussia Berlin alles klar. Der Verein gewann mit 8:0 in Berlin und stieg damit in die Bundesliga auf.

Vor der ersten Bundesligasaison der Bayern schimpfte Cajkovski, dass er keine fertigen Spieler habe und zufrieden wäre, wenn man die Klasse halten würde. Doch die Mannschaft sollte ihn Lügen strafen. Die Bayern starteten gleich voll durch. Auch wenn man am ersten Spieltag im Derby gegen den TSV 1860 mit 0:1 als Verlierer vom Platz ging, so standen die Bayern am 4. Spieltag das erste Mal an der Tabellenspitze der Fußball-Bundesliga. Zwar konnte diese nicht gehalten werden, aber am Ende belegte man einen mehr als beachtlichen 3. Tabellenplatz. Es war das einzige Mal in der Geschichte der Bundesliga, dass beide Teams aus München am Ende einer Saison unter den ersten Drei standen. Platz 3 in der Liga war den Bayern allerdings längst nicht genug. Es gelang ihnen zum 2. Mal in der Vereinsgeschichte den DFB-Pokal zu holen. Nach einem klasse Spiel gegen den Meidericher SV behielten die Bayern mit 4:2 die Oberhand und brachten den Pokal nach Hause. Sepp Maier sagte nach dem Spiel: „Hoaß war’s, gschwitzt hamma, und gwunna a no. Grad sche war’s!“ 1966 kamen damit sowohl der Meister der Bundesliga als auch der Pokalsieger aus München.

In der nächsten Saison, 1966/67, blieb das Team nahezu unverändert. Einzig Franz „Bulle“ Roth kam aus Kaufbeuren hinzu. Nach dem Auftritt im inoffiziellen Messestädte-Pokal spielte der FC Bayern erstmals in einem von der UEFA durchgeführten internationalen Wettbewerb, dem Europapokal der Pokalsieger. Diese Saison des Pokalsiegerbewerbs wurde zum ersten großen Triumphzug der Bayern auf europäischer Bühne. Über Tatran Presov, die Shamrock Rovers, Rapid Wien und Standard Lüttich erreichte der FC Bayern völlig überraschend das Finale, das fast zu einem Heimspiel mutierte, da es in Nürnberg stattfand. An gleicher Stelle hatten die Bayern schon 35 Jahre zuvor den ersten wichtigen Titel für den Verein gewinnen können.

Vor 71.000 Zuschauern erzielte Bulle Roth in der Verlängerung (108. Minute) das 1:0 für die Münchner. Gegner im Finale waren die Glasgow Rangers, die zuvor im Achtelfinale den Titelverteidiger Borussia Dortmund aus dem Wettbewerb geworfen hatten. Roth, der Schütze zum einzigen Tor im Finale, hatte zwei Jahre zuvor noch in der C-Klasse beim TSV Bertelshoven gespielt und erzielte jetzt das entscheidende Tor zum ersten internationalen Titel des FC Bayern München. Nach Borussia Dortmund im Jahr zuvor gewann damit erneut ein deutscher Verein den Pokal der Pokalsieger.

Die reguläre Bundesliga-Saison schloss der FC Bayern zwar nur auf Platz 6 ab, jedoch konnte man den DFB-Pokal erfolgreich verteidigen. Auch dieses Finale fand nicht weit von München entfernt statt. In Stuttgart sahen 68.000 Zuschauer den erneuten Pokaltriumph der Bayern. Mit 4:0, durch Tore von Müller (2), Ohlhauser und Brenninger (je 1), hatte der Hamburger SV mit Uwe Seeler keine Chance.

Dies war der dritte Pokalerfolg innerhalb von 12 Monaten. Franz Beckenbauer wurde das erste mal in seiner noch jungen Karriere zum „Fußballer des Jahres“ gewählt. Die darauf folgende Saison 1967/68 war nicht das Jahr der Bayern. Im Halbfinale des Europapokals der Pokalsieger 1967/68 scheiterte man am späteren Sieger AC Mailand, im DFB-Pokal warf der damalige Regionalligist VfL Bochum den Titelverteidiger im Halbfinale aus dem Wettbewerb. Die Bundesliga schloss man nur als Fünfter ab. Viel wichtiger aber war wohl, dass man erstmals in der Geschichte der Bundesliga am Erzrivalen TSV 1860 vorbeizog, und zwar sowohl in der Tabelle, als auch in der Gunst der Zuschauer in München. War vorher der TSV der größere von beiden Münchner Vereinen, so hat der FC Bayern München ihn jetzt überholt. Und daran änderte sich bis heute nichts.

Tschik Cajkovski verließ 1968 nach fünf erfolgreichen Jahren den Verein Richtung Hannover 96. Für ihn kam Branko Zebec. Mit ihm kamen auch Gustl Starek und Peter Pumm. Beide sollten sich in Zukunft als tragende Säule seines Konzeptes, das auf eine starke Defensive setzte, erweisen. Sein Rezept ging auf und die Bayern gewannen zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte das Double aus Meisterschaft und Pokal. Gleichzeitig gelang zum ersten mal wieder einem Verein das Double seit 1937 (damals dem FC Schalke 04). Eben jenen FC Schalke bezwang man im Pokal mit 2:1. Vor dem Spiel nahm Gerd Müller die Ehrung für den „Fußballer des Jahres“ entgegen und Branko Zebec holte in seinem ersten Jahr als Trainer gleich Meisterschaft und Pokal.

Am 13. März 1970 löste Udo Lattek den bisherigen Trainer Zebec ab. Mit der Amtsübernahme Latteks begann für den FC Bayern eine neue, noch erfolgreichere Ära. Unter Lattek brachte der FC Bayern die Saison 1969/70 als Zweiter zu Ende. Gerd Müller wurde zum 3. Male Torschützenkönig der Bundesliga mit der Rekordtorzahl von 38 Toren in einer Saison. Zudem wurde er Torschützenkönig bei der Fußball-WM 1970 in Mexiko. In diesem Sommer beendete der langjährige Kapitän Werner Olk seine aktive Karriere. Meister wurde Borussia Mönchengladbach vor den Bayern. Die Rivalität zwischen diesen beiden Vereinen sollte kennzeichnend für die 70er Jahre werden. Beide holten in dieser Zeit insgesamt acht Mal die deutsche Meisterschaft. Auch in der Folgesaison blieb den Münchnern erneut nur der zweite Platz hinter der Fohlen-Elf aus Gladbach. Belächelte man anfangs die Verpflichtung Latteks, so wurden die Kritiker doch schon früh eines Besseren belehrt. Udo Lattek war bis dahin ohne große Trainererfahrung, doch in seiner ersten vollen Saison als Cheftrainer gewann sein Team den DFB-Pokal und wurde erneut Vizemeister. Vor dem Pokalfinale bekam Gerd Müller wiederum eine Auszeichnung als Torschützenkönig, diesmal jedoch sogar als bester Torschütze Europas. Im Finale gegen den 1. FC Köln lagen die Bayern schon nach 13 Minuten mit 0:1 zurück ehe Beckenbauer in der 53. Minute ausgleichen konnte. Dem für Franz Roth eingewechselten Edgar Schneider gelang dann in der 118. Minute das Siegtor. Die Bayern hatten damit bereits zum fünften Mal das Pokalfinale erreicht und den DFB-Pokal gewonnen. Noch kein einziges der Finals ging verloren. Es sollte aber der vorerst letzte Pokaltriumph der Bayern für eine ganze Dekade sein. Nach Olk in der Vorsaison verließen nun mit Ohlhauser und Starek zwei weitere Leistungsträger den Verein.

Vor Beginn der neuen Spielzeit verpflichtete der Verein zwei neue Spieler, die später noch die Zukunft des FC Bayern maßgebend bestimmen sollten: Uli Hoeneß und Paul Breitner. Beide waren damals gerade 18 Jahre alt. Die Saison 1971/72 wurde für den Verein zum Jahr der Rekorde. Vom ersten Spieltag an blieb man 14 Spiele in Folge ohne Niederlage. Am Ende wurde man mit 55 Punkten und 101 erzielten Toren Meister. 40 Tore davon erzielte allein Gerd Müller. Zudem wurde Borussia Dortmund mit 11:1 vom Platz gefegt. Dies alles war noch nie dagewesen in der noch jungen Geschichte der Bundesliga. Einige der Rekorde haben bis heute Bestand. Am 28. Juni 1972 bestritt der FC Bayern München sein erstes Heimspiel im Olympiastadion. Es war gleichzeitig das letzte Spiel der Saison. In einem „Endspiel“ um die Meisterschaft wurde der Tabellenzweite Schalke 04 mit 5:1 geschlagen. Bayern war somit erneut Meister. Die Münchner machten auch in der nächsten Saison da weiter, wo sie in der Vorsaison aufgehört hatten. Vom ersten bis zum letzten Spieltag hieß der Tabellenführer FC Bayern München und wurde mit elf Punkten Vorsprung Meister vor dem 1. FC Köln. Nun war der FCB bereit für höhere Aufgaben in Europa. 1974 verteidigte man zum dritten Mal hintereinander die Meisterschaft, Gerd Müller wurde zum dritten Mal in Folge Torschützenkönig der Bundesliga und der FC Bayern München bestieg nun zum ersten Mal „Europas Thron“.

In der ersten Runde des Europapokals der Landesmeister kamen die Bayern dabei erst durch ein Elfmeterschießen im Rückspiel beim schwedischen Meister Åtvidabergs FF eine Runde weiter. Danach kam es zum deutsch-deutschen Duell zwischen dem FC Bayern München und Dynamo Dresden. Zur Halbzeit führte Dynamo mit 2:3 in München, doch die Münchner konnten das Spiel noch drehen und mit 4:3 gewinnen. Somit hatte Dresden eine gute Ausgangssituation für das Rückspiel. Doch die Roten gingen bereits nach zwölf Minuten durch Tore von Hoeneß mit 2:0 in Führung. Kurz nach der Halbzeitpause gelang den Sachsen allerdings in der 52. Minute der Ausgleich und 4 Minuten später sogar der Führungstreffer zum 3:2. Gerd Müller glich jedoch in der 56. Minute zum 3:3 Endstand aus. Die nächsten beiden Runden überstand man relativ leicht gegen ZSKA Sofia und Újpest Budapest und stand im Finale Atlético Madrid gegenüber. Es war kein herausragendes Spiel und die Konsequenz war ein 0:0 nach 90 Minuten. Sechs Minuten vor Ende der Verlängerung gelang Luis Aragonés das 1:0 für Madrid durch einen Freistoß. Der Schiedsrichter hatte die Pfeife schon im Mund, als Georg „Katsche“ Schwarzenbeck den Ball von Beckenbauer zugespielt bekam. Er sah keine Anspielstation im Mittelfeld, Beckenbauer rief nur „Schieß einfach!“ und so hielt er aus 30 Metern einfach aufs Tor: 1:1 in der 119. Minute. Schwarzenbeck ging mit diesem Tor in die Geschichte des Fußballs ein.

Das 1:1 bedeutete nach damaligen Regeln ein Wiederholungsspiel, das nur zwei Tage später an gleicher Stelle stattfinden sollte. In diesem Spiel behielten die Münchner klar die Oberhand und schlugen Atlético mit 4:0. Zum ersten Mal gewann eine deutsche Mannschaft den Pokal der Landesmeister.

1974 verließ Paul Breitner den FC Bayern in Richtung Real Madrid und es kamen zwei neue Spieler, Klaus Wunder vom MSV Duisburg und ein erst 18-jähriger Stürmer namens Karl-Heinz Rummenigge. Rummenigge und Breitner sollten Jahre später als Breitnigge für Furore sorgen. Zunächst aber schied man als beste Mannschaft Europas gegen den MSV Duisburg bereits in der dritten Hauptrunde des DFB-Pokals aus. In der Liga erreichte man nur den zehnten Tabellenplatz. Da es in der Liga nicht lief, kam es zur Winterpause zu einem Krisengespräch zwischen Lattek und Präsident Neudecker. Lattek schilderte das Gespräch später so: „Herr Neudecker, wir müssen etwas ändern.“ worauf Neudecker mit „Sie haben recht. Sie sind gefeuert.“ antwortete. Neuer Trainer wurde Dettmar Cramer.

Mit Cramer konnte zwar auch nicht die Bundesligasaison gerettet werden, aber passend zum 75 jährigen Vereinsjubiläum gewann der FC Bayern erneut den Pokal der Landesmeister. Über den 1. FC Magdeburg, Ararat Eriwan und den AS Saint-Étienne konnte erneut das Finale erreicht werden. Auf den 1. FC Magdeburg hätte man bereits ein paar Tage früher im Europäischen Supercup treffen können, da Magdeburg den Pokal der Pokalsieger 1974 im Mai gegen den AC Mailand gewonnen hatte. Für den Supercup konnte man sich jedoch auf keinen Termin einigen, sodass das Aufeinandertreffen im Pokal der Landesmeister zusätzlich zum Supercup-Ersatz geriet. Ebenso wie im Jahr zuvor gegen Dynamo Dresden tat man sich auch gegen die Magdeburger schwer, kam aber letzten Endes doch eine Runde weiter. In Paris, wo das Finale stattfand, setzten sich die Münchner klar mit 2:0 gegen Leeds United durch.

1975/76 lief es zunächst auch unter Cramer nicht besser in der Bundesliga. Zur Winterpause belegte man nur Platz zehn. Den UEFA-Supercup gegen Dynamo Kiew verlor man ebenfalls. Doch nach der Winterpause lief es besser und der Verein belegt am Ende den dritten Tabellenplatz. Im DFB-Pokal kamen die Bayern bis in Halbfinale, wo man am Hamburger SV scheiterte. Nach Jeunesse Esch, Malmö FF und Benfica Lissabon standen die Bayern im Halbfinale des Cups der Landesmeister Real Madrid gegenüber. Das Rückspiel im Olympiastadion war restlos ausverkauft, wollte man doch auch Paul Breitner und Günter Netzer in Diensten von Real sehen. Nach einem 1:1 im Hinspiel gewann man mit zwei Toren von Gerd Müller 2:0 und zog zum dritten Mal in Folge ins Finale ein. Dort trafen die Münchner auf den AS Saint-Étienne. Franz Roth zeichnete sich schon wie im Vorjahr als Torschütze im Finale aus, diesmal jedoch gleich als Goldtorschütze: Sein 1:0 in der 57. Minute war das Einzige in der gesamten Partie und zum dritten Mal war der FC Bayern Gewinner des Landesmeisterpokals. Dieses war zuvor nur den Königlichen aus Madrid (Fünf Mal in Folge) und Ajax Amsterdam von 1971–1973 gelungen.

Nach den Jahren der internationalen Triumphe befand sich die Mannschaft im Umbruch. Einer der letzten großen Höhepunkte war der Gewinn des Weltpokals. Als erste deutsche Mannschaft holte man den Pokal gegen Cruzeiro Belo Horizonte, während man den Supercup erneut verlor. Diesmal gegen den RSC Anderlecht. Franz Beckenbauer wurde zum Fußballer Europas gewählt und verließ zum Ende der Saison den FC Bayern in Richtung Cosmos New York. In der Liga wurde man nur Zwölfter und erlebte eine der bittersten Heimpleiten der Geschichte, als man mit 0:7 gegen den FC Schalke 04 verlor. 65 Gegentore in einer Spielzeit bedeuten den absoluten Negativrekord für die Münchner.

Im Dezember 1977 machte der Verein ein Tauschgeschäft mit Eintracht Frankfurt. Cramer wechselt im Tausch für Trainer Gyula Lorant an den Main. Bayern wurde nur Tabellenzwölfter, die schlechteste Platzierung der Bundesligageschichte des FC Bayern. Zum Ende der Saison kam Paul Breitner zurück. Für 1,75 Millionen Mark wechselte er von Eintracht Braunschweig zurück an die Isar. Gyula Lorant wurde bereits im Dezember 1978 beurlaubt und sein bisheriger Co-Trainer Pal Csernai übernahm das Amt des Trainers. Als Nachfolger war Max Merkel im Gespräch, doch die Mannschaft sprach sich gegen ihn aus. Gerd Müller folgte Franz Beckenbauer 1979 in die USA, Uli Hoeneß wechselte nach Nürnberg und der langjährige Präsident Neudecker trat nach 17 Jahren Amtszeit ab; neuer Präsident wurde Hoffmann. Einziger Lichtblick in den unruhigen Zeiten war das neugeschaffene Duo Rummenigge und Breitner, auch Breitnigge genannt. Alleine 26 der erzielten 69 Tore gingen auf das Konto der beiden. Im April 1979 kehrte Uli Hoeneß zum FC Bayern zurück und wurde, obwohl gerade erst 27 Jahre alt, Manager des Vereins.

Im Juli 1979 erreichte den Verein die nächste Hiobsbotschaft. Sepp Maier verletzte sich nach einem Autounfall so folgenschwer, dass die Katze von Anzing, wie er auch genannt wurde, seine Karriere frühzeitig beenden musste. Mit 35 Jahren hatte er 473 Bundesligaspiele bestritten, alle für den FC Bayern, davon 442 Spiele in Folge. Maiers Nachfolger wurde Walter Junghans. Auch der letzte Große der 70er-Ära musste seine Karriere frühzeitig beenden. Katsche Schwarzenbeck bestritt am 18. August 1979 sein letztes Bundesligaspiel gegen den FC Schalke 04. Er zog sich eine Achillessehnenverletzung zu, die ihn zwang, seine Karriere zu beenden. Schwarzenbeck bestritt 416 Bundesligaspiele für die Bayern, in denen er 16 Tore erzielte. Andere rückten dafür ins Rampenlicht beim FC Bayern. Klaus Augenthaler, inzwischen Stammspieler, Dieter Hoeneß, der vom VfB Stuttgart an die Isar kam, und natürlich Karl-Heinz Rummenigge. Letzterer wurde 1979 zum Fußballer Europas gewählt.

Im DFB-Pokal schied man blamabler Weise gegen die SpVgg Bayreuth schon in der dritten Hauptrunde aus. Als Vierter des Vorjahres in der Bundesliga startete man im UEFA-Pokal, erreichte dort das Halbfinale und unterlag dort abermals im deutsch-deutschen Duell der Eintracht aus Frankfurt trotz eines 2:0 im Hinspiel. Bereits im Jahr zuvor war man im Achtelfinale des UEFA-Pokals gegen Eintracht Frankfurt ausgeschieden. In der Rückrunde der Bundesliga lieferten sich die Bayern ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit dem HSV. Erst am letzten Spieltag kam es zur Entscheidung über die Meisterschaft. Bayern München gewann zu Hause im Olympiastadion mit 2:0 durch Tore von Breitner und Rummenigge. Seit dem Gewinn des Weltpokals 1976 konnte nun der erste Titel für die Bayern und zugleich die erste Meisterschaft seit 6 Jahren gefeiert werden. Der Umbruch, eingeleitet 1977/78, war abgeschlossen und die Bayern fanden in die Erfolgsspur zurück.

1980/81 konnte der FC Bayern München erstmals wieder seinen Meistertitel verteidigen, wobei das Duo Breitnigge insgesamt 46 Tore erzielte. Im Pokal der Landesmeister gelangte man ungeschlagen bis ins Halbfinale und eliminierte dabei u. a. Ajax Amsterdam. Auch im Halbfinale verlor man kein Spiel gegen den FC Liverpool, musste aber wegen der Auswärtstorregel nach dem 1:1 im Rückspiel in München die Segel streichen. Die Reds aus Liverpool holten im Finale ihren dritten Pokal der Landesmeister. In der dritten Hauptrunde des DFB-Pokals war erneut Endstation. Diesmal war es der 1. FC Kaiserslautern, der die Bayern früh stoppte.

Doch im folgenden Jahr holte der Verein 11 Jahre nach dem letzten Sieg zum sechsten Mal den Pokal an die Isar. Das Finale im Frankfurter Waldstadion war eines der außergewöhnlichsten in der Geschichte dieses Wettbewerbs, denn Dieter Hoeneß spielte es trotz einer Kopfverletzung, die er sich im Spiel zuzog, mit Kopfverband zu Ende. Die Bayern lagen zur Halbzeit bereits mit 0:2 gegen den Erzrivalen aus Franken, dem 1. FC Nürnberg, zurück. Nach einem Kopfballduell mit Alois Reinhardt zog sich Hoeneß die schwere Kopfverletzung zu, die zunächst nur notdürftig verbunden wurde. In der Halbzeitpause redete sein Bruder Uli ihm zu, er solle die Zähne zusammenbeißen, denn man würde ihn brauchen. Daraufhin ließ Dieter Hoeneß die Wunde ohne Narkose nähen und erschien zur zweiten Halbzeit wieder auf dem Rasen. Der FC Bayern drehte das Spiel noch und Dieter Hoeneß gelang dabei sogar in der 89. Minute das entscheidende Tor zum 4:2 per Kopf. Auch im Europapokal war man endlich wieder erfolgreich und gelangte ins Finale des Pokals der Landesmeister, unterlag dort jedoch Aston Villa mit 0:1 trotz einer klaren Dominanz im Spielverlauf. In der Meisterschaft machten der HSV und der 1. FC Köln den Titel unter sich aus. Es blieb nur der 3. Platz für die Münchner, nachdem man am Bökelberg gegen Gladbach mit 0:3 unterlag.

Im Juli 1983 kehrte Udo Lattek als Trainer nach München zurück. Pal Csernai wurde drei Spieltage vor Ablauf der Saison 1982/83 wegen Erfolglosigkeit entlassen. Der FC Bayern konnte diesmal keinen Titel holen und kam auch in kein Finale. So scheiterte man im Pokal der Pokalsieger an der Mannschaft von Alex Ferguson, dem FC Aberdeen, der später auch den Titel holte. In der Bundesliga belegte man nur Platz 4. Zum Saisonende beendete mit Paul Breitner erneut einer der Großen seine Karriere. Mit Jean-Marie Pfaff wurde jedoch auch schon ein neuer Publikumsliebling verpflichtet. Am 33. Spieltag gegen Schalke gab Michael Rummenigge, der Bruder von Karl-Heinz, seinen Einstand bei den Bayern. Unter Lattek folgten nun erneut sehr erfolgreiche Jahre. Die Mannschaft unter seiner Leitung gelang dreimal hintereinander ins Pokalfinale und musste sich nur 1985 dem Bayer Uerdingen 05 geschlagen geben. Im Finale 1984 gegen Borussia Mönchengladbach musste das Finale im Elfmeterschießen entschieden werden. Ausgerechnet Lothar Matthäus, der zur folgenden Spielzeit an die Isar wechselten sollte, verschoss den ersten Elfmeter für Gladbach.

Erreichten die Bayern 1985 noch das Halbfinale des Europapokals der Pokalsieger standen sie 1987 wieder im Finale des Pokals der Landesmeister. Dort traf man in Wien auf den FC Porto, der als Außenseiter in die Partie ging. Bis zur 78. Minute führten die Bayern mit 1:0 durch ein Tor von Ludwig Kögl, ehe Rabah Madjer durch ein sensationelles Hackentricktor der Ausgleich gelang. Nur 2 Minuten später folgte das 2:1 des FC Porto und der FC Bayern verpasste erneut die Chance auf den Gewinn des Pokals. Die Meisterschaft konnte man in den Jahren 1985 bis 1987 drei Mal in Folge gewinnen. Mit dem Gewinn der Meisterschaft 1986 löste man den 1. FC Nürnberg als Rekordmeister Deutschlands ab, wobei den Bayern in der Saison 1984/85 das seltene Kunststück gelang, vom ersten bis zum letzten Spieltag Tabellenführer der Bundesliga zu sein. Udo Lattek nahm zum Ende der Saison 1986/87 seinen Hut und verabschiedete sich zum letzten Male von den Bayern. In seinen zwei Amtszeiten als Trainer des FC Bayern München, gewann er insgesamt fünf Meisterschaften, dreimal den DFB-Pokal und einmal den Landesmeisterpokal.

Auf Udo Lattek folgte Jupp Heynckes als Trainer bei den Bayern. In seiner ersten Saison als verantwortlicher Trainer sprang am Ende Platz 2 hinter Werder Bremen heraus. Es folgte erneut ein Umbruch in der Mannschaft, wobei fünf Nationalspieler den Verein verließen. Matthäus und Brehme gingen zu Inter Mailand und Jean-Marie Pfaff verließ den Verein in Richtung Lierse SK. Immerhin 156 Bundesligaspiele absolvierte Pfaff für die Bayern. Nachfolger von Pfaff wurde der damals 25 Jährige Raimond Aumann. Neu verpflichtet wurden dafür u. a. Stefan Reuter, Olaf Thon und Roland Grahammer. So klappte es dann für Heynckes mit der Meisterschaft im zweiten Anlauf und Roland Wohlfarth wurde mit 17 Treffern Torschützenkönig der Bundesliga. Im DFB-Pokal war man dagegen nicht so erfolgreich und schied bereits in der dritten Runde aus. Im UEFA-Pokal erreichte man immerhin das Halbfinale. Dort scheiterten die Münchner am späteren Pokalsieger SSC Neapel mit dem damaligen Weltstar Diego Armando Maradona. In besserer Erinnerung aus jener Europapokalsaison 1988/89 dürfte jedoch das Achtelfinalrückspiel gegen Inter Mailand sein. Nach einem 0:2 im Hinspiel schafften die Bayern das „Wunder von Mailand“ und gewannen das Rückspiel mit 3:1. Ebenfalls legendär war der Auftritt von Trainer Christoph Daum zusammen mit Bayern-Trainer Heynckes im ZDF-Sportstudio. Dabei kam es zum Eklat, als Daum meinte, dass eine Wetterkarte interessanter sei als ein Gespräch mit Heynckes und sich hinterher noch an seine Stirn tippte. Die Person Daum sollte den FC Bayern noch lange begleiten.

Die Saison 1989/90 verlief ähnlich wie die vorherige Saison. Der Meistertitel wurde erfolgreich verteidigt, Aus in der dritten Runde des DFB-Pokals und im Europapokal der Landesmeister wurde das Halbfinale erreicht. Und dies obwohl vor der Saison sieben neue Spieler hinzukamen. Das „Tor des Jahrzehnts“ gelang Klaus Augenthaler als er im Bundesligaspiel gegen Eintracht Frankfurt aus 48,90 Metern das 1:0 erzielte. Mit Augenthaler, Kohler, Pflügler, Reuter, Thon und Aumann fuhren gleich sechs Bayernspieler zur WM 1990 und kamen als Weltmeister zurück.

Die 90er Jahre begannen für die Bayern wie die 80er Jahre endeten. Mit dem Halbfinale im Pokal der Landesmeister erreichte der Verein zum dritten Male in Folge die Runde der letzten Vier in einem Europapokalwettbewerb. Dies gelang zuletzt fast 10 Jahre zuvor, von 1980 bis 1982. Nach dem SSC Neapel und dem AC Mailand in den Jahren zuvor war diesmal Roter Stern Belgrad Endstation. Dabei schied die Mannschaft äußerst knapp und unglücklich aus. Bis zur 90. Minute des Rückspiels führte man mit 2:1 und wäre somit in der Verlängerung gewesen. Doch einen Flatterball von Klaus Augenthaler auf das eigene Tor vermochte Raimond Aumann nicht festzuhalten und mit einem 2:2 zog Roter Stern ins Finale ein. Im DFB-Pokal setzte es ein peinliches 0:1 in der ersten Runde gegen die Amateure vom FV 09 Weinheim, in der Liga wurde man Vizemeister.

Zur neuen Saison wechselten Kohler und Reuter zu Juventus Turin. Alleine für Kohler erhielten die Bayern rund 15 Millionen Mark an Ablöse, doch die Ablöse konnte den Verlust von Kohler nicht wettmachen. Der Transfermarkt war leer und es gab keine Alternativen für den Abwehrspieler. Klaus Augenthaler hatte zudem seine Karriere beendet, in welcher er 404 Bundesligaspiele für den FC Bayern absolvierte und sieben Mal Meister und drei Mal Pokalsieger wurde. Raimond Aumann und Brian Laudrup erlitten beide einen Kreuzbandriss. Die Mannschaft bestand nur noch aus einem Gerippe. Für Aumann und den ebenfalls ausgefallenen Ersatztorwart Sven Scheuer wurde kurzfristig Toni Schumacher verpflichtet, der in acht Bundesligaspielen vor der Winterpause 91/92 für die etatmäßige Nummer 1 das Bayerntor hütete.

Nach dem Zweitrundenaus im Pokal gegen den FC Homburg und einer 1:4 Heimniederlage gegen die Stuttgarter Kickers war der Druck der Fans und der Öffentlichkeit so groß, dass der Verein Jupp Heynckes am 8. Oktober 1991 entließ. Laut Raimond Aumann hatten die Spieler Tränen in den Augen, als sich Heynckes von ihnen verabschiedete. Uli Hoeneß, der mit Jupp Heynckes befreundet ist, und die Entscheidung der Entlassung mitgetragen hatte, sagt noch heute, dass es seine größte Fehlentscheidung gewesen sei.

Betrachtet man die vier Jahre unter Heynckes mit zwei Vizemeisterschaften, zwei Meisterschaften und dem dreimaligen Erreichen des Halbfinals im Europapokal, kann man sicher von einer erfolgreichen Trainerära sprechen. Der öffentliche Druck, der letzten Endes zur Entlassung Jupp Heynckes führte, deutete bereits damals auf die gestiegenen Ansprüche des Vereins, der Fans und der Medien in München hin. Eine Dekade später sollten Trainer trotz zweier erfolgreicher Doubles entlassen werden.

Nachfolger von Heynckes wurde Sören Lerby, der von 1983 bis 1986 89 Spiele für den FC Bayern absolviert hatte. Doch auch Lerby vermochte das Ruder nicht herumzureißen und so setzte es im Europapokal sogar eine der deftigsten Niederlagen in der Vereinsgeschichte. In der 2. Runde des UEFA-Pokals wurden die Bayern von B 1903 Kopenhagen mit 2:6 deklassiert. Am Ende belegten die Bayern nur Platz 10 in der Bundesliga und waren das erste Mal seit 1979 nicht in einem internationalen Wettbewerb. Zur Saison 1992/93 wurde Erich Ribbeck als neuer Trainer und Nachfolger von Lerby verpflichtet. Zudem investierte der Verein insgesamt 23,5 Millionen Mark in neue Spieler, für damalige Verhältnisse eine unglaubliche Summe. Allerdings verließen Stefan Effenberg und Brian Laudrup den Verein für 17 Millionen gemeinsam Richtung AC Florenz. Lothar Matthäus kehrte im Gegenzug nach vier Jahren in Italien an die Isar zurück. Dazu kamen Spieler wie Thomas Helmer, Mehmet Scholl und Jorginho. 32 Spieltage blieb der FC Bayern auf Platz eins der Tabelle und wurde am Ende doch nur Zweiter hinter Werder Bremen. Auch wenn die Investitionen zu Beginn der Saison nicht zur Meisterschaft reichten, wurde doch die Schmach des 10. Platzes aus der Vorsaison getilgt.

1994 holten die Münchner endlich den 13. Meistertitel, allerdings nicht mit Trainer Ribbeck. Der war zur Winterpause zurückgetreten und Franz Beckenbauer übernahm – als amtierender Vizepräsident des Vereins – zum ersten Mal den Trainerposten bei seinen Bayern. Zwei Jahre später sollte dies noch überboten werden.

Zur neuen Spielzeit wechselte der „Kaiser“ von der Bank auf den Präsidentenstuhl und löste Fritz Scherer als Präsidenten des Gesamtvereines ab. Als Trainer wurde Giovanni Trapattoni verpflichtet, der jedoch nur ein Jahr an der Isar blieb. Die Sprachprobleme waren zu groß. Verpflichtet wurde hingegen zur neuen Saison ein neuer Torhüter, Oliver Kahn, der später zu einer Ikone in München werden sollte. In der Meisterschaft wurde der FC Bayern nur sechster, doch konnte unter dem „Mister“ Trapattoni immerhin das Halbfinale des zwischenzeitlich in UEFA Champions League umbenannten Landesmeisterpokals erreicht werden. Der FC Bayern war der erste deutsche Verein, dem dies nach der Umbenennung gelang. Wie schon 1990 leistete man sich im DFB-Pokal einen blamablen Ausrutscher in Runde Eins. Diesmal hieß der der Gegner Vestenbergsgreuth, gegen den man mit 0:1 unterlag. Durch den Pokalsieg der Borussia aus Gladbach gelangte der FC Bayern trotz des sechsten Tabellenplatzes doch noch ins internationale Geschäft und konnte in der Folgesaison am UEFA-Pokal teilnehmen. Franz Beckenbauer bezeichnete darauf hin den Wettbewerb als „Cup der Verlierer“.

Mit Otto Rehhagel kam in der Folgesaison ein absolut renommierter Trainer an die Isar, der 14 Jahre lang hervorragende Arbeit beim SV Werder Bremen verrichtet hatte. Doch die Saison geriet zum Abbild der vorhergehenden. Trotz Platz Zwei in der Liga und des Einzugs in das UEFA-Pokal-Halbfinale musste Rehhagel am 27. April 1996 seinen Posten räumen. Die Differenzen zwischen Mannschaft und Trainer waren unüberbrückbar. Zudem hatte Rehhagel zusehends Probleme mit den Medien in München und dem Druck, dem er beim FC Bayern ausgesetzt war. Franz Beckenbauer nahm erneut Platz auf der Bank des Vereins und führte ihn zum UEFA-Pokal-Sieg. Beckenbauer hatte damit den Europapokal der Pokalsieger, den Pokal der Landesmeister, den Weltpokal, die Europa- und die Weltmeisterschaft als Spieler sowie UEFA-Pokal und WM als Trainer gewonnen. Einzig im europäischen Supercup blieb ihm ein Sieg versagt. Zudem stellte Jürgen Klinsmann, der von den Tottenham Hotspurs 1995 nach München gewechselt war in der UEFA-Pokal-Saison 1995/96 mit 15 Turniertreffern einen neuen Rekord auf.

Zur neuen Saison kehrte Giovanni Trapattoni an die Isar zurück und wurde mit dem FC Bayern Deutscher Meister der Saison 96/97. Es war der erste Titel für den Mister außerhalb Italiens. 1998 holte er mit den Bayern den DFB-Pokal. Der DFB-Pokalsieg 1998 war zugleich der erste Pokalsieg des Vereins seit nunmehr zwölf Jahren. Nach diesem Erfolg verließ der Italiener die Münchner zum zweiten Mal. Unvergessen blieb dabei seine bekannte Wutrede nach einem 0:1 gegen Schalke am 10. März 1998 in einer Pressekonferenz.

1998 kam der Meistermacher der Dortmunder Borussia, Ottmar Hitzfeld, als Trappatoni-Nachfolger nach München. Zunächst wurde er von den Bayern-Fans etwas skeptisch empfangen, zeigte aber schon bald wozu er fähig sein konnte. Mit Hitzfeld kehrte auch Stefan Effenberg an die Isar zurück, der bereits von 1990 bis 1992 für den FC Bayern gespielt hatte. Er wurde in den nächsten Jahren zu Hitzfelds verlängertem Arm in der Mannschaft. Unter dem neuen Trainer wurde man auf Anhieb Meister. Dabei hatte man am Ende 15 Punkte Vorsprung auf den Vizemeister Bayer Leverkusen und das Triple schien möglich.

Die Meisterschaft bereits gesichert, stand man am 29. Mai 1999 im Champions-League-Finale im Camp Nou Manchester United gegenüber. Bereits in der 6. Minute gingen die Bayern durch ein Tor von Mario Basler mit 1:0 in Führung. Der FC Bayern war auch im weiteren Verlauf des Spiels überlegen und hätte sowohl durch Mehmet Scholl als auch Carsten Jancker die Führung weiter ausbauen können. Beide trafen jedoch nur den Torpfosten beziehungsweise die Latte. In der 80. Minute ließ sich Lothar Matthäus, bis dahin einer der besten Spieler auf dem Platz, auf eigenen Wunsch auswechseln. Die Mannschaft hielt bis zur Nachspielzeit das 1:0, jedoch gelang es Manchester durch Tore von Sheringahm und Solskjær das Spiel innerhalb von 2 Minuten noch in der Nachspielzeit zu drehen. Dieses Champions-League-Finale ging als eines der denkwürdigsten in die Geschichte ein, und noch heute wird über die Auswechslung von Matthäus kontrovers diskutiert.

Zwei Wochen später verlor man zum Saisonabschluss auch das DFB-Pokalfinale mit 4:5 im Elfmeterschießen gegen Werder Bremen. Nach 120 Minuten stand es 1:1.

Wie fast jedes Jahr gab es auch zur Saison 1999/00 Neuzugänge und Veränderungen beim FC Bayern. So kamen der 18-jährige Roque Santa Cruz, Patrik Andersson und Paulo Sergio neu zum Verein, Thomas Helmer, Ali Daei und Mario Basler verließen ihn. Die Saison war in mehrerer Hinsicht erfolgreich. Bayern wurde zum 16. Mal Meister, gewann zum 10. Mal den DFB-Pokal und erreichte das Halbfinale der Champions League. Zudem feiert der Verein im Frühjahr 2000 sein 100-jähriges Vereinsjubiläum. Zu diesem Anlass wurde ein Einladungsturnier mit Real Madrid, Manchester United und Galatasaray Istanbul ausgetragen, dass der FC Bayern gewinnen konnte.

Die Entscheidung in der Meisterschaft fiel erst am letzten Spieltag. Seit dem 30. Spieltag der Saison hatte Bayer 04 Leverkusen die Tabelle der Bundesliga angeführt. Nach dem 33. Spieltag betrug der Vorsprung drei Punkte. Ein Unentschieden bei der SpVgg Unterhaching hätte der Elf um Trainer Christoph Daum für den ersten Titelgewinn selbst bei einem Sieg der Bayern gegen Werder Bremen gereicht. Doch es kam anders. Bayern erledigte seine Aufgabe zu Hause und gewann mit 3:1. Gleichzeitig gelang es Leverkusen nicht, den einen Punkt unter Dach und Fach zu bringen. Leverkusen verlor mit 0:2 gegen den Aufsteiger aus dem Vorort Münchens – Michael Ballack schoss dabei ein Eigentor zum 0:1 – und die Meisterschaft ging an den FC Bayern.

In der Folgesaison gelang es dem FC Bayern nur, den Titel in der Bundesliga zu verteidigen; im DFB-Pokal scheiterte man in der zweiten Runde im Elfmeterschießen am 1. FC Magdeburg. Dafür gelang es 25 Jahre nach dem letzten Sieg im Europapokal der Landesmeister und zwei Jahre nach dem dramatischen Endspiel in Barcelona, diesen Pokal zum 4. Male zu gewinnen.

Als Initialzündung für diesen Erfolg gilt das vorletzte Spiel der zweiten Gruppenphase bei Olympique Lyon. Der FC Bayern hatte nach einer schwachen Leistung mit 0:3 verloren, was Präsident Franz Beckenbauer beim Mitternachtsbankett zu einer berühmt gewordenen Wutrede („Uwe-Seeler-Traditionsmannschaft“) veranlasste. Die Rede zeigte Wirkung, die folgenden fünf Champions-League-Spiele (gegen Arsenal, Manchester United und Real Madrid) wurden allesamt gewonnen und so stand man schließlich im Finale der Champions League, das man mit 5:4 im Elfmeterschießen gegen den FC Valencia gewann. Der Held der Partie war einmal mehr Torhüter Oliver Kahn, der drei Elfmeter parierte. Kahn hatte zuvor im Laufe der Saison schon häufig geglänzt, besonders im Halbfinalhinspiel gegen Real Madrid im Santiago Bernabéu.

Einige Tage zuvor war es in der Bundesliga zum Duell um die Meisterschaft gekommen. Bis zum 33. Spieltag war der FC Schalke 04 Tabellenführer. Dann verloren die Knappen ihr Spiel beim VfB Stuttgart durch ein Tor in der 90. Minute mit 0:1. Nur wenige Sekunden später erzielte Alexander Zickler den 2:1-Siegtreffer für den FC Bayern gegen den 1. FC Kaiserslautern. Schalke musste am 34. Spieltag gegen Unterhaching unbedingt gewinnen und auf eine Niederlage der Münchner im Hamburg hoffen, um doch noch Meister zu werden. Der FC Schalke gewann sein Spiel auch problemlos. Zeitgleich blieb die Partie in Hamburg lange torlos, doch in der 90. Minute ging der HSV durch einen Kopfball von Sergej Barbarez mit 1:0 in Führung.

Nach Gelsenkirchen, wo Schalkes Spiel bereits abgepfiffen war, drang die Nachricht, dass das Spiel in Hamburg aus sei und Bayern verloren habe, jedoch wurden im Parkstadion plötzlich Live-Bilder aus Hamburg auf der Anzeigetafel gezeigt. Dort war zu sehen wie es für die von Oliver Kahn nach vorne gepeitschten Bayern in der 4. Minute der Nachspielzeit einen indirekten Freistoß im HSV-Strafraum gab, da der Keeper des HSV Mathias Schober einen Rückpass mit den Händen aufgenommen hatte. Patrik Andersson nahm sich des Freistoßes an und schoss den Ball durch die Mauer ins Tor zum 1:1 Endstand. Somit wurde Bayern in der wohl dramatischsten Entscheidungen der Bundesligageschichte erneut Meister; Goldtorschütze Andersson verließ Bayern nach Ende der Saison.

Die Saison 2001/02 verlief weniger erfolgreich. Schon die ersten Entscheidungen konnte der FC Bayern nicht für sich entscheiden. Man verlor im Ligapokal und im Europa-Supercup 2:3 gegen den FC Liverpool. Zwar gelang es nach 1976 den Weltpokal durch ein 1:0 gegen Boca Juniors zum zweiten Mal zu gewinnen, doch das sollte der einzige Titel der Saison bleiben. In der Bundesliga erreichte man hinter Borussia Dortmund und Bayer Leverkusen nur Platz drei, in der Champions League war im Viertelfinale gegen Real Madrid und im DFB-Pokal im Halbfinale gegen Schalke 04 Schluss. Trotz der relativ erfolglosen Saison hielt man an Trainer Ottmar Hitzfeld fest. Allerdings verließ Stefan Effenberg den FC Bayern nach der Saison. Für ihn kam Michael Ballack, der in der abgelaufenen Saison mit Leverkusen den zweiten Platz in der Bundesliga, im DFB-Pokal und der Champions League erreichte. Zudem wechselte dessen Mannschaftskollege Zé Roberto zu den Bayern. Ein weiterer Neuzugang war Sebastian Deisler, der allerdings nach einer Verletzung gleich zu Beginn für lange Zeit ausfiel.

In der Champions-League-Saison 2002/03 gab es für die Bayern nichts zu gewinnen. Aus sechs Spielen konnte man nur zwei Punkte durch die beiden Unentschieden gegen Lens erringen. Gegen den AC Mailand und Deportivo La Coruña setzte es je zwei Niederlagen. Besonders ein Spieler erwies sich dabei für Deportivo als sicherer Schütze und bezwang Oliver Kahn in zwei Spielen vier Mal: Roy Makaay. Im Sommer 2003 wechselte dieser dann für die damalige Rekordsumme von 18,7 Millionen Euro zum FC Bayern München.

Befreit von der Dreifachbelastung spielte man dafür in der Bundesliga auf und erreichte am Ende einen Vorsprung von 16 Punkten auf den Zweitplazierten VfB Stuttgart. Zudem gelang erneut der Sieg im DFB-Pokal. Mit 3:1 besiegte man im Finale den 1. FC Kaiserslautern und erreichte so erneut das Double. In der Saison gab Bastian Schweinsteiger seinen Einstand bei den Profis des FC Bayern beim Champions-League-Spiel gegen den RC Lens.

Vor der Saison wechselte Martin Demichelis zum FC Bayern. In der Saison 2003/04 waren die Münchner gegen den blendend aufspielenden späteren Meister Werder Bremen mit einem starken Ailton nicht in der Lage, den Titel zu verteidigen. So blieb am Ende als zweiter immer noch die direkte Qualifikation zur Champions League im darauffolgenden Jahr. 2003/04 reichte es dort nur zum Achtelfinale, in dem man wie zwei Jahre zuvor gegen Real Madrid ausschied. Im DFB-Pokal war im Viertelfinale gegen Alemannia Aachen Endstation. Zum Ende der Saison löste der FC Bayern den Vertrag mit Trainer Hitzfeld, der noch bis Mitte 2005 datiert war, vorzeitig auf. Für ihn kam in der Folgesaison Felix Magath vom VfB Stuttgart. Mit ihm kam der an die Schwaben ausgeliehene Philipp Lahm, der zuvor für zwei Jahre an den VfB ausgeliehen war, zurück an die Säbener Straße. Zudem gelang es den Bayern Lúcio von Bayer Leverkusen für die neue Saison zu verpflichten.

Der neue Trainer hatte auf Anhieb großen Erfolg mit den Bayern. So gelang es 2004/05 erneut, das Double zu holen. In der Bundesliga zog man zum Ende der zweiten Saisonhälfte einsam seine Kreise und hatte zum Schluss 77 Punkte auf dem Konto und 14 Punkte Vorsprung auf den Tabellenzweiten, den FC Schalke 04, der die Bayern in der Bundesligasaison zweimal schlagen konnte. Dabei hatte Schalke nach dem 25. Spieltag und dem 1:0 Heimsieg noch einen Drei-Punkte-Vorsprung vor den Münchnern, konnte diesen jedoch nicht behaupten und verlor in der Folgezeit 17 Punkte in 9 Spielen auf die Bayern. Diese beiden Mannschaften standen sich auch im Finale des DFB-Pokals gegenüber, dass die Münchner etwas glücklich aber verdient für sich entscheiden konnten. In der Champions League mussten die Bayern im Viertelfinale gegen den FC Chelsea die Segeln streichen. Zum Ende der Saison bestritt man das letzte Bundesligaspiel im Olympiastadion München. Es wurde mit 6:3 gegen den 1. FC Nürnberg gewonnen und so endete die Ära in diesem Stadion mit der deutschen Meisterschaft, wie sie schon 1971/72 begonnen hatte.

Mit der neuen Saison zogen die Bayern in die neu gebaute Allianz Arena um. Und diese wurde so erfolgreich fortgesetzt, wie die Vorsaison endete. In seiner zweiten Saison beim FC Bayern schaffte Magath dabei ein Novum. Unter ihm gelang es dem FC Bayern, als erste deutsche Mannschaft im Fußball der Männer das Double zu verteidigen. Dabei setzte man sich in der Bundesliga am Ende vor Werder Bremen und dem HSV durch. Im Endspiel um den DFB-Pokal bezwang man die Eintracht aus Frankfurt mit 1:0 durch ein Tor von Claudio Pizarro. In der Champions League war im Achtelfinale Schluss. Dabei war man, trotz eines 1:1 im Hinspiel, gegen den AC Mailand im Rückspiel in Italien chancenlos und verlor mit 1:4. Ende der Saison lief der Vertrag von Michael Ballack aus. Bayern machte ihm ein Angebot über 36 Millionen Euro für einen neuen vier Jahre laufenden Vertrag, doch nach langer Überlegung lehnte der Nationalspieler ab und wechselte ablösefrei zum FC Chelsea. Nach der Saison beendete Bixente Lizarazu seine Karriere beim FC Bayern.

Für die Saison 2006/07 wurde kein neuer Spielmacher geholt. Allerdings konnten Lukas Podolski und Mark van Bommel verpflichtet werden. Die dritte Saison beim FC Bayern verlief für Magath dann alles andere als gut. Wie drei Jahre zuvor scheiterte man dieses Mal schon im Pokal-Achtelfinale an Alemannia Aachen. Einer der Torschützen für Aachen war Jan Schlaudraff, der im folgenden Sommer zu den Bayern wechseln sollte. Zudem drohte man in der Bundesliga nur auf Platz vier liegend, die Qualifikation zur Champions League zu verpassen. Deshalb reagierte man beim FC Bayern und holte einen alten Bekannten als Trainer an zurück.

Am 31. Januar 2007 wurde Felix Magath nach zwei Double-Gewinnen in Folge durch seinen Vorgänger Ottmar Hitzfeld ersetzt. Auch er konnte die Qualifikation zur Champions League nicht erreichen, aber unter ihm erholten sich die Leistungen der Mannschaft und man hielt Platz 4, die schlechteste Platzierung der Bayern der letzten 12 Jahre. In der Champions League selbst war erneut gegen den AC Mailand im Viertelfinale Schluss. Dabei hatte man sich mit einem 2:2 in Mailand eine gute Ausgangsposition für das Rückspiel im eigenen Stadion erarbeitet, konnte dort allerdings nicht gegenhalten und verlor mit 0:2. Mit Platz 4 und dem Aus im Viertelfinale der Champions League war man für die nächste Saison erstmals seit der Saison 1996/97 nicht für die Champions League im darauffolgenden Jahr qualifiziert und man musste sich auf den UEFA-Pokal vorbereiten. Nach dieser Saison beendete Mehmet Scholl seine lange Karriere beim FC Bayern. Zuvor hatte schon Sebastian Deisler im Januar auf Grund seiner vielen Verletzungen sein Karriereende bekannt gegeben.

Um eine Saison wie die des Vorjahres nicht erneut zu erleben, investierten die Bayern in der Vorbereitung zur neuen Saison eine Rekordsumme von rund 70 Millionen Euro. Dabei wurden alleine 25 Millionen Euro für Franck Ribéry von Olympique Marseille und 12,5 Millionen Euro Luca Toni ausgegeben. Als dann neben der schon bekannten Verpflichtung von Jan Schlaudraff mit Miroslav Klose auch noch ein dritter neuer Stürmer eingekauft wurde, erbat Roy Makaay seine Freigabe und wechselte zu Feyenoord Rotterdam. Zudem wechselte Hasan Salihamidžić zu Juventus Turin. Vereinseigengewächs Owen Hargreaves, der schon lange Ambitionen für die Premier League hatte, wechselte zum Ausgleich für eine Ablösesumme von 25 Millionen Euro zu Manchester United. Neben den oben genannten Spielern wechselte auch Hamit Altıntop von Schalke 04 zu den Bayern.

Die hohen Investitionen lohnten sich, und Bayern gelang in dieser Saison der fünfte Doublegewinn in einem Jahrzehnt und der siebte Doublegewinn überhaupt. Dabei wurde den Zuschauern auch spielerisch ein erfrischender Fußball geboten, bei dem vor allem Ribéry seine ausgezeichnete Technik unter Beweis stellte. Die Saison selbst verlief recht einseitig. Mit einem Start-Ziel-Sieg erreichte der FC Bayern am Ende einen Vorsprung von 10 Punkten auf Werder Bremen. Im DFB-Pokalfinal wurde Borussia Dortmund mit 2:1 nach Verlängerung besiegt. Im UEFA-Pokal schaffte man es bis ins Halbfinale und musste sich dort dem späteren Gewinner Zenit St. Petersburg nach einem 1:1 im Hinspiel in München mit 0:4 in St. Petersburg geschlagen geben.

Neben der herben Halbfinalpleite blieb dabei besonders das Viertelfinalrückspiel in Getafe in Erinnerung. Nach einem 1:1 im Hinspiel in München musste man beim FC Getafe antreten. Nachdem es lange 1:0 für die Gastgeber stand, konnte Ribéry den Rückstand in der 89. Minute ausgleichen. Dadurch kam es zur Verlängerung. Dort stand es schnell 3:1 für Getafe. Erst in der 115 Minute kamen die Bayern durch Luca Toni zum Anschlusstreffer, und in der letzten Minute schaffte es wiederum Toni, den Ausgleich zu erzielen. Somit war man auf Grund der mehr geschossenen Auswärtstore im Halbfinale. In der Winterpause der Saison kündigte Ottmar Hitzfeld bereits an, seinen zum Saisonende auslaufenden Vertrag bei Bayern nicht zu verlängern. Um ihn zu ersetzen, wurde für die neue Saison der ehemalige Spieler Jürgen Klinsmann als neuer Trainer verpflichtet.

Mit dem Rekord von acht gewonnenen Meisterschaften und sechs gewonnenen DFB-Pokalen verließ Oliver Kahn den FC Bayern mit Hitzfeld. Kahn gelang es in seiner letzten Saison, den Rekord von Oliver Reck (22 Gegentore in 34 Spielen aus der Saison 1987/88) mit 21 Gegentoren in 34 Spielen zu unterbieten. Nach der Saison wurde er zum Ehrenspielführer des FC Bayern München ernannt.

Zur Saison 2008/09 steht Michael Rensing als die neue Nummer 1 im Tor der Bayern. Zudem wechselten Tim Borowski und der italienische Weltmeister Massimo Oddo zum Rekordmeister. Nach anfänglichen Schwierigkeiten in der Bundesliga gelang es, sich bis zur Winterpause an den Spitzenreiter, den Aufsteiger TSG 1899 Hoffenheim, heranzuarbeiten und punktgleich mit der TSG überwinterte man auf Platz zwei. Im DFB-Pokal schied man im Viertelfinale gegen Bayer Leverkusen aus. In der Champions League konnte man sich im Achtelfinal-Hinspiel bei Sporting Lissabon mit 5:0 durchsetzen und zog nach einem 7:1 im Rückspiel in das Viertelfinale ein; der Gesamtscore von 12:1 gegen Sporting bedeutete Champions-League-Rekord. Im Viertelfinale erlebte man jedoch, nach einem 1:5 in der Bundesliga beim VfL Wolfsburg, auch das von vielen Fans und Medien befürchtete Hinspiel-Debakel gegen den FC Barcelona: Nach einer 4:0-Pausenführung im Camp Nou schalteten die zuvor schon kaum geforderten Katalanen noch etwas zurück, führten eine ersatzgeschwächte (ohne Lahm, Lucio, van Buyten und Klose) und katastrophal spielende Bayernmannschaft aber weiter vor, ohne ihre großen Chancen in weitere Tore umzumünzen. Nach einem 1:1 im von beiden Mannschaften, besonders aber von Barcelona nicht mit letztem Einsatz geführtem Rückspiel war die Europapokalsaison für den FC Bayern beendet.

Während der Winterpause gab Willy Sagnol auf Grund andauernder Beschwerden im Knie sein Karriereende bekannt. Bis März 2009 hatte der von Los Angeles Galaxy ausgeliehene US-Amerikaner Landon Donovan ein etwas glückloses Gastspiel in München. Derweil sind einige weitere Personalien für die neue Saison unter Dach und Fach. So wird Lukas Podolski den FC Bayern in Richtung 1. FC Köln verlassen. Außerdem wurde die Einigung über einen Wechsel von Anatolij Tymoschtschuk von Zenit St. Petersburg und Ivica Olić vom Hamburger SV zum FC Bayern vermeldet. Offen ist derzeit noch der Verbleib von van Bommel und Zé Roberto.

Am 27. April 2009 wurde Jürgen Klinsmann entlassen. Für den Rest der Saison übernimmt Jupp Heynckes das Amt des Cheftrainers. Als Co-Trainer arbeitet nun Hermann Gerland, der bislang die zweite Mannschaft trainierte. Für diese ist fortan Mehmet Scholl zuständig.

Die erste Mannschaft spielt seit 1965 in der 1. Fußball-Bundesliga. Der FC Bayern München ist der erfolgreichste deutsche Fußball-Club und deutscher Rekordmeister. Für 20 Meisterschaften seit 1963 darf er vier Meistersterne auf dem Trikot tragen. Der FC Bayern ist der erste Verein, dem es gelang, das Double zu verteidigen. Neben Ajax Amsterdam und Juventus Turin gelang es dem FC Bayern, alle Europapokale sowie den Weltpokal zu gewinnen. Neben Bayern München gelang es bisher nur Real Madrid und Ajax Amsterdam, den Europapokal der Landesmeister drei Mal in Folge zu gewinnen. Deswegen erlaubt es die UEFA, unter anderem, dem FC Bayern, ein Logo mit dem Champions-League-Pokal zu tragen, in dem zusätzlich die Anzahl aller gewonnenen Europapokale der Landesmeister (4) eingetragen ist. Unter den Vereinspokalen fehlt einzig der Europäische Supercup, der bisher noch von keiner deutschen Mannschaft gewonnen wurde.

Für sämtliche Spieler, die jemals für den FC Bayern in der Bundesliga aufgelaufen sind, siehe Liste der Spieler des FC Bayern München.

Hierbei handelt es sich um die offizielle „Hall of Fame“ des FC Bayern München.

Die zweite Mannschaft ist ebenfalls eine Profimannschaft und spielt in der Saison 2008/09 in der 3. Liga.

Betreut wird das Team von Mehmet Scholl als Trainer und Gerd Müller als Co-Trainer. Immer wieder schafften Spieler der 2. Mannschaft den Sprung zu den Profis bzw. in den Kader der 1. Mannschaft und wurden später Stammspieler, so u. a. Markus Babbel, Philipp Lahm, Owen Hargreaves oder Bastian Schweinsteiger.

Die Fußballmannschaft der Frauen besteht seit 1970. 1976 erreichten die Frauen die Deutsche Meisterschaft. Nach mehreren Jahren in der Bayernliga ist man seit der Saison 2000/01 erstklassig.

In den Anfangsjahren des Vereins wechselten die Spielstätten recht häufig. Das erste Spiel der Vereinsgeschichte fand auf dem städtischen Spielplatz an der Schyrenstraße statt. Der 1. Münchner FC wurde damals mit 5:2 bezwungen. 1901 bis 1907 spielte man dann in Schwabing an der Clemensstraße, um dann an die Leopoldstraße zu wechseln. Da immer mehr Zuschauer zu den Heimspielen des Vereins kamen, wechselte man ab 1920 erneut den Platz, ohne für eine längere Zeit eine feste Heimstätte zu haben. Für 47 Jahre fanden die Roten dann ab 1925 im Grünwalder Stadion ihr festes Zuhause, wobei man bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs Untermieter des TSV 1860 München war. Der TSV musste später aus finanziellen Gründen das Stadion an die Stadt München verkaufen. Bayerns Zuschauerrekord im Grünwalder Stadion beläuft sich auf mehr als 50.000 während der Saison 1961/62, gegen den 1. FC Nürnberg. Mit Beginn der Bundesliga waren dann nur noch 44.000 Zuschauer zugelassen.

Nach Fertigstellung des Olympiastadions München für die Olympischen Sommerspiele 1972 zogen die Bayern dorthin um. Das erste Spiel der Bayern fand am letzten Spieltag der Saison 1971/72 statt. FC Schalke 04 hieß der Gegner und wurde vor 79.000 Zuschauern mit 5:1 geschlagen. Nach dem Spiel feierte der Verein seine erste von vielen Deutschen Meisterschaften im Olympiastadion. Später wurde das Stadion um einige Stehplätze reduziert und fasste im Schnitt 63.000 Zuschauer bei nationalen Spielen und 59.000 bei internationalen Spielen. Mit dem Wiederaufstieg des TSV 1860 in die Bundesliga trug auch der Stadtrivale seine Heimspiele ab 1995 im Olympiastadion aus. Während bei Heimspielen des FC Bayern das Fassungsvermögen maximal 63.000 Zuschauer betrug, waren es bei den Löwen auch schon mal 69.000.

Das Olympiastadion war Anfang des neuen Jahrtausends mittlerweile nicht mehr zeitgemäß für Fußballspiele. Es gab keine VIP-Logen, das Stadion war nur zu einer Seite hin überdacht und verfügte über eine Tartanbahn. Der Verein machte sich daher schon länger Gedanken über einen Stadionneubau in München. Doch über Jahre hinweg fand man keinen geeigneten Platz, und auch die Stadt sträubte sich etwas dagegen. Denn bei einem Auszug aus dem Olympiastadion würde das Stadion nicht mehr regelmäßig genutzt werden. Als sich Deutschland für die Fußball-Weltmeisterschaft 2006 bewerben wollte, kam das Thema Stadion erneut auf den Tisch, denn mit dem veralteten Olympiastadion wäre eine Bewerbung Münchens als Austragungsort für das Turnier undenkbar gewesen. Da es hieß, dass es nirgendwo einen geeigneten Platz für einen Neubau in München geben würde, dachte man zunächst darüber nach, das Olympiastadion zu renovieren und umzubauen. Die Pläne scheiterten letzten Endes aber am Veto des Architekten Günther Behnisch.

Wollte München also ein WM-Austragungsort werden, musste eine Lösung gefunden werden. Man einigte sich letzten Endes auf den Kompromiss des Standortes Fröttmaning im Norden Münchens für die neue Allianz Arena. Ein weiterer Kompromiss war, dass der Lokalrivale 1860 am Stadion beteiligt sein sollte und seine Heimspiele ebenfalls dort austragen sollte. Es kam in München sogar zu einer Volksabstimmung über den Stadionneubau. Diese Abstimmung ging mit etwa 2/3 der Stimmen zu Gunsten eines Neubaus aus. Die beiden Vereine trugen die Kosten für den Stadionbau, während die Stadt München und das Land Bayern für die Kosten der Infrastruktur aufkommen sollten. Zu Beginn gehörte das Stadion zu je 50 Prozent dem FC Bayern München und dem TSV 1860. Als die Blauen jedoch erneut in finanzielle Nöte gerieten, verkauften Sie Ihren 50 Prozent Anteil an den FC Bayern.

Derzeit gehört das Stadion somit zu 100 Prozent dem FC Bayern München. Das Stadion fasste anfangs 66.000 Zuschauer, wurde aber schon nach einem halben Jahr auf das aktuelle Fassungsvermögen von 69.000 Zuschauern erweitert, unterteilt in 3 Ränge. Dabei besteht die Haupttribüne größtenteils aus VIP und Business Seats. Die Fankurven des FC Bayern befinden sich jeweils hinter den Toren. Die Sitzschalen des Stadions sind in Grau, da wohl weder Rot noch Blau dem einen oder anderen der beiden Vereine zuzumuten gewesen wäre. Dies hat allerdings den Nachteil, dass das Stadion auf Grund des vielen Graus recht kühl wirkt. Während der Heimspiele des FCB leuchtet das Stadion außen in Rot.

Das Trainingsgelände des FC Bayern befindet sich in München Harlaching, an der Säbener Straße 51. Es ist eines der modernsten Trainingsgelände in Europa.

Bereits seit 1949 nutzten die Bayern das Gelände an der Säbener Straße, der ehemaligen Bezirkssportanlage Harlaching. 1970 begann der Bau der neuen Geschäftsstelle und des Trainingsgeländes unter Präsident Neudecker. Am 17. Mai 1971 war die Anlage bezugsfertig. Zum ersten Mal in der Geschichte des Vereins waren Geschäftsstelle und Trainingsgelände vereint. Bereits 1979 erfolgte der nächste Ausbau des Geländes, dem ein weiterer Ende der 80er Jahre folgte, um neue Gebäude für den Amateur und Profibereich zu schaffen. Im Jahr 2000 gab es einen größeren Brand auf der Anlage, wobei ein erheblicher Schaden an den Umkleidekabinen, in der medizinischen Abteilung und im Saunabereich entstand. Das aktuelle Aussehen erhielt das Gelände 2008 bei einem erneuten Um- und Ausbau. Zum einen wurde ein neues Service Centrum fertiggestellt mit einem neuen Fan-Shop auf einer 250 m² großen Fläche, zum anderen entstand eine Tiefgarage für Spieler und Angestellte. Das neue Gebäude ist 95 Meter lang, 16 Meter breit, ca. 10 Meter hoch. Die Tiefgarage fast 270 Stellplätze. Des Weiteren wurde das alte Klubrestaurant in einen Wohlfühlbereich für die Profis umgebaut. Unter der neuen Ära des Trainers Klinsmann wurde geplant, öffentliche Trainings meist nur in der Allianz Arena stattfinden zu lassen.

Nur wenige Meter entfernt befindet sich das Trainingsgelände des Erzrivalen TSV 1860 München.

Der FC Bayern München gliedert sich in die FC Bayern München AG und dem FC Bayern München e.V. Die AG gehört zu 90 Prozent dem FC Bayern München e.V. und zu zehn Prozent der Firma Adidas. Auf einer Außerordentlichen Mitgliederversammlung des Vereins, am 14. Februar 2002, wurde die Ausgliederung der Fußballprofiabteilung in die FC Bayern München AG beschlossen. Vorstandsvorsitzender der AG ist Karl-Heinz Rummenigge und Präsident des FC Bayern München e.V. ist Franz Beckenbauer. Zum e.V. gehören folgende Sportabteilungen: Fußball (Frauen), Basketball, Handball, Schach, Sportkegeln, Tischtennis und Turnen.

Die Beziehung zwischen dem FC Bayern München und dem Sportartikelhersteller Adidas kann als recht außergewöhnlich bezeichnet werden. Seit 1965 ist Adidas ununterbrochen Ausrüster des Vereins. Seit 2002 hält Adidas einen 10-Prozent-Anteil an der FC Bayern München AG, der für 77 Millionen Euro erworben wurde. Zudem stellen die Herzogenauracher mit Herbert Hainer den stellvertretenden Aufsichtsratsvorsitzenden der AG. Bis 2007 durfte auch kein Spieler des FC Bayern eine andere Schuhmarke tragen als Adidas, selbst wenn der Spieler einen Vertrag mit einem anderen Ausrüster als Adidas hatte. Erst mit dem Wechsel von Miroslav Klose zu Bayern München änderte sich dies.

Kein anderer Verein Deutschlands hat so viele registrierte Anhänger wie der Rekordmeister. 2.329 Fanklubs mit 164.580 Fanklub-Mitgliedern unterstützen den FC Bayern (Stand: 12. November 2007). In ganz Deutschland, aber auch weltweit gibt es organisierte Bayern-Fans. Zu den bekanntesten offiziellen Fanclubs gehören die „Red Sharks“, „Red Munichs 89“ und die „Die 13 Höslwanger“. In den 1970er Jahren gab es mit der „Südkurve '73“ und den „Red Angels“ zwei führende Gruppen beim FC Bayern. 1986 entstand in München die erste reine Hooligangruppe, die so genannte „Service Crew Munich“ (SCM) welche erst kürzlich wieder von sich reden machte. Mitte der 1990er Jahre entwickelte sich dann die Ultrà-Bewegung. Als erste Gruppe sind hier die „Munichmaniacs 1996“ zu erwähnen. Seit 2002 gibt es eine übergreifende Ultra-Gruppe, die Schickeria München. Diese ist aber kein offizieller Fanclub. Darüber hinaus gibt es noch den Club Nr. 12, welcher sich als eine Dachorganisation für Fans und Fanclubs versteht. Aktuell hat der Club Nr. 12 etwa 1.000 Mitglieder. Früher hatte die Vereinigung sogar ein eigenes Clubhaus in München-Laim, wo man gemeinsam die Bayern Spiele auf Großleinwand verfolgen konnte und sich mit Gleichgesinnten traf. Was die Zahl der nicht organisierten Fans und Anhänger weltweit anbelangt, gehört der FC Bayern München auch international zu den größten Vereinen.

Jahrelang kämpften die Bayern Fans und Fanclubs um ein neues, reines Fußballstadion, allein schon wegen der zu erwarteten besseren Stimmung. Tatsächlich zeigte sich jedoch nach dem Einzug in die Allianz Arena, dass die Stimmung im Stadion Teilweise schlechter ist als im alten Olympiastadion mit Laufbahn, und führte in der Vergangenheit zu sehr kontroversen Diskussionen zwischen Vereinsführung und aktiven Fans. Dies mag zum einen an dem so genannten Operettenpublikum liegen zum anderen aber auch an der Aufteilung und Bauweise der Allianz Arena. So besteht die Haupttribüne fast Ausschließlich aus VIP und so genannten Business Seats. Im Unterrang der Südkurve befinden sich weniger Stehplätze als in der Südkurve des Olympiastadions, so gibt es zu Bundesligaspielen lediglich 6.800 Stehplätze in diesem Bereich.

Der aktuelle Vereinssong ist „Stern des Südens“, gesungen von Willi Astor. Davor war jahrelang das Lied „Forever Number One“ die Hymne des Vereins. Produziert wurde das Stück von Jack White. Das Lied „Stern des Südens“ befindet sich auf der CD „Heimspiel“ der FC Bayern Fans United und wurde auch als Single veröffentlicht.

Neben vielen anderen Gesängen in der Südkurve ist der alte Schlager von Franz Beckenbauer „Gute Freunde kann niemand trennen“ wohl am bekanntesten. Zudem befindet sich in der Südkurve ein Trompeter welcher zumeist die Gesänge anführt.

In der mehr als 100-jährigen Geschichte des Vereins haben sich sehr viele Rivalitäten zu anderen Vereinen entwickelt. Einer der ältesten ist die zum Stadtrivalen TSV 1860 München. Das erste Spiel zwischen beiden Vereinen fand am 21. September 1902 statt und endete mit einem 3:0-Sieg der Bayern.

Die größten regionalen Rivalen des FC Bayern sind der TSV 1860 München und der 1. FC Nürnberg. Der TSV als Münchner Lokalrivale hatte lange Zeit die Nase vor den Bayern, ebenso wie der FCN, der erst durch die Bayern als Rekordmeister abgelöst wurde.

Im überregionalen Bereich haben sich über die Jahre hinweg mehrere Rivalitäten herausgebildet. Meistens entstand so eine Rivalität mit einem Verein, mit dem Bayern über einen gewissen Zeitraum hinweg um die Meisterschaft rangen. So waren und sind dies Borussia Mönchengladbach, das Duell der Meister aus den 70er Jahren, Borussia Dortmund in den 90er Jahren. Zudem gibt es noch die Rivalität zum VfB Stuttgart, bekannt als Südderby. Mit dem 1. FC Kaiserslautern, dem Verein aus der „Provinz“, der dem FC Bayern schon immer ein Bein zu stellen wusste, und die Nord-Süd Gipfel gegen den Hamburger SV und Werder Bremen.

Ein gewisses Spannungsverhältnis besteht ebenso zu Fortuna Düsseldorf. Zwar waren die Rheinländer nur Anfang der 1970er Jahre ein wirklicher Konkurrent im Meisterschaftskampf, jedoch sorgten zwei Begegnungen beider Vereine in der Folgezeit für größere Brisanz: Im Juni 1975 führten die Bayern auswärts zur Halbzeitpause bereits mit 4:2, verloren jedoch das Spiel am Ende mit 5:6. Am 9. Dezember 1978 musste der Verein eine 1:7-Pleite einstecken, was zugleich die höchste Auswärtsniederlage der Vereinsgeschichte in der Bundesliga darstellt. Obwohl Düsseldorf 1997 aus der Bundesliga abstieg und seither nicht mehr in die höchste deutsche Spielklasse zurückkehrte, verschlechterte sich das Verhältnis beider Klubs im Jahr 2000 noch weiter, da die Punkband Die Toten Hosen, die prominentesten Fans von Fortuna Düsseldorf, das Lied „Bayern“ als Single veröffentlichten, in dem sie ihre Antipathien gegenüber Bayern München preisgaben.

In den 1960er Jahren existierte zudem kurzzeitig eine Eishockeyabteilung.

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Inter Mailand

Altes Logo von Inter Mailand

Inter Mailand (offiziell Football Club Internazionale di Milano 1908, oder kurz Inter) ist ein italienischer Fußballverein aus der lombardischen Hauptstadt Mailand. Der Klub gilt als einer der traditionsreichsten und erfolgreichsten Fußballvereine der Welt.

Inter Mailand ist der einzige Fußballklub in Italien, der nie aus der ersten Liga, der Serie A, abgestiegen ist.

Der Verein trägt seine Heimspiele im Mailänder Giuseppe-Meazza-Stadion – dem berühmten, 82.955 Zuschauer fassenden San Siro – aus. Dieses teilt sich der Klub mit dem Lokalrivalen und legendären Derby-Gegner AC Mailand.

Der Internazionale FC wurde am 9. März 1908 von mehreren verärgerten kosmopolitischen Mitgliedern des „Milan Cricket and Football Club“ (dem heutigen AC Mailand) im Mailänder Restaurant „Orlogio“, nahe der „Piazza del Duomo“, gegründet. Die hitzige, fast 5-stündige Gründungssitzung, der Italiener und Schweizer beiwohnten, endete mit den Unterschriften auf der Vereinssatzung. Der „Football Club Internazionale Milano“, wie sich der Verein offiziell nannte, wurde vom losgelösten nationalistischen Milan CFC, wo nur Italiener spielen durften, abgespaltet.

Der Name „Internazionale“ (it. „International“) wurde gewählt, um die Offenheit der Mannschaft für Spieler aller Nationalitäten zu demonstrieren. Die Vereinsfarben waren schon damals Schwarz-Blau. Das erste Wappen (mit den Initialen FCIM) wurde während der erwähnten Gründungssitzung auf einen Bierdeckel gezeichnet. Zum Präsidenten wurde Giovanni Paramithiotti, ein streng katholischer Venezianer gewählt. Ein weiteres Symbol für „Internazionale“ wurde das Wappen der ehemaligen Herrscherfamilie Mailands, der Visconti. Daher rührt auch der Grund, die Spieler als die „Biscioni“ (die Schlangen) zu bezeichnen. Während der AC Milan in der Frühzeit der Verein der Arbeiter war, wurde Inter zum Verein der Bürger, Künstler und Intellektuellen. Der erste Meistertitel konnte bereits 2 Jahre nach der Gründung des Vereins im Jahr 1910 gewonnen werden. Auch wenn dieser Titel, sowie der folgende 1920 nicht mit den späteren Titeln verglichen werden kann (siehe dazu auch Serie A).

Inter wurde 1929/30 erster Meister der neu gegründeten gesamtitalienischen Profiliga, der direkten Vorgängerin der Serie A. Im Kader der Meistermannschaft befand sich der legendäre Giuseppe Meazza, der bereits zwei Jahre zuvor zu Inter kam. Mit Meazza, der noch heute als einer der besten italienischer Fußballer aller Zeiten gilt, wurde Inter in der Folge drei Mal Meister und einmal Pokalsieger. In diesen Jahren war Juventus Turin der Hauptrivale von Inter. Bis heute wird jede Partie zwischen den beiden rivalisierenden Vereinen als „Derby d'Italia“ in den Medien tituliert. Zurückzuführen ist das unter anderem auch auf die Tatsache, dass Inter und Juve die einzigen beiden italienischen Klubs waren, die noch nie abgestiegen waren. Mit dem Zwangsabstieg von Juventus im Jahr 2006 verbleibt allein Inter als Dauermitglied der Serie A. Während der Zeit des faschistischen Regimes musste sich Inter, welches sich nach der Ansicht Mussolinis zu offen gab, fusionieren. So kam 1928 die erzwungene Fusion mit den US Milanese Milano zum SS Ambrosiana Inter (ab 1930 AS Ambrosiana). Die Meisterschaften 1938 und 1940 wurden trotz des anhaltenden Krieges gewonnen, da in Italien bis 1943 Fußball gespielt wurde.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Verein wieder in „Internazionale“ umbenannt, Inter erhielt seine Vormachtstellung in Italien zurück und wurde mit Trainer Alfredo Foni und dem schwedischen Nationalspieler Lennart Skoglund im Sturm 1953 und 1954 Meister. Das Titelduell zwischen Juventus und Inter im Jahr 1961 wurde zum Skandal der Serie A. Damals drängten etwa 10.000 Zuschauer zu viel in das Stadion, was den Schiedsrichter zwang, das Spiel abzubrechen, und man wertete das Spiel 2:0 für Inter, womit Inter der designierte Meister gewesen wäre. In letzter Instanz ordnete der Verband jedoch ein Wiederholungsspiel an, weil „der Sport siegen solle“. Beachtenswert ist allerdings, dass damals Umberto Agnelli sowohl Präsident des italienischen Fußballverbandes als auch von Juventus war. Aus Wut ließ Inter eine Jugendmannschaft auflaufen, um der Welt zu zeigen, welche Intrigen es im italienischen Fußball gibt. Juventus siegte 9:1 und wurde „Meister“.

Nachdem der Ölmagnat Angelo Moratti Inter Präsident wurde, gelangten die Nerazzurri in den 60er Jahren zu großem Ruhm. Die Ära Moratti gilt bis heute als erfolgreichste Zeit des Vereins, in der Inter eine weltweit bekannte Mannschaft wurde. Maßgeblich war allerdings auch Helenio Herrera, damaliger Trainer, am Erfolg beteiligt. Der in Marokko aufgewachsene Argentinier, war neben seinem Spielsystem (siehe Catenaccio) vor allem auch wegen seiner ungewöhnlichen Spielvorbereitung berühmt. In der Umkleidekabine mussten zum Beispiel die Spieler Kirchenlieder singen oder sich den Ball in schneller Folge zuwerfen, um Vertrauen und Mannschaftsgeist zu entwickeln.

Sein Spitzname lautete “Il Mago”, der Zauberer. Herrera baute eine disziplinierte und kämpferische Truppe auf, er war ein Meister der Übertreibung und befasste sich früher als Andere mit Sportpsychologie. Er begründete damit die Rolle des modernen Trainerberufs. Unter der Führung des „Sklaventreibers“ erlebten die Nerazzurri ihre Blütezeit. „La Grande Inter“ schaffte Mitte der 60er Jahre in vier Jahren dreimal den Einzug in ein Europapokalfinale, wovon zwei gewonnen wurden. Ab der Saison 1961/62 beendete Inter in den folgenden sechs Jahren die Meisterschaft nie schlechter als auf Platz 2. Harte Manndeckung u.a. durch Tarcisio Burgnich und Aristide Guarneri, Armando Picchi als hinter den Manndeckern agierender "Ausputzer" ohne direkten Gegenspieler und ein sehr kompaktes Mittelfeld sicherten das eigene Tor ab, in der Offensive gab es Vorstöße des Außenverteidigers Giacinto Facchetti, Konter durch Luis Suárez und Jair da Costa und obendrein einen Stürmer wie Sandro Mazzola. Diese kompakte defensive Ausrichtung war ein dauerhaftes Erfolgskonzept. Inter spielte selten 'schön' und erzielte nicht viele Tore, eröffnete den Gegnern aber auch kaum Chancen zu Treffern. „La Grande Inter“ gewann in der Saison 1962/63 den Scudetto und ein Jahr später mit einem 3:1-Endspielsieg über Real Madrid in Wien den ersten Europapokal der Landesmeister. Im selben Jahr beendete Inter die Meisterschaft als Vizemeister, dem vorangegangen war das bisher einzige Entscheidungsspiel um den Titel in der Serie A gegen den FC Bologna. Seinen größten Erfolg feierte der Verein in der Saison 1964/65, als Inter als erste italienische Mannschaft das Triple aus Meisterschaft, Europapokal und Weltpokal gewann. Im Europapokal-Endspiel im San Siro wurde Benfica Lissabon mit 1:0 bezwungen. Im Anschluss verteidigte Inter gegen Independiente aus Argentinien den Weltpokal, den es bereits im Vorjahr gewonnen hatte. Auch 1967 kam Inter ins Landesmeister-Finale, verlor da aber umstritten gegen Celtic Glasgow mit 1:2, aufgrund einer fragwürdigen Elfmeterentscheidung. Ironischerweise endete ausgerechnet mit dem 10. Meistertitel, dem ersten Meisterstern und als erster Träger nach Juventus, die glorreiche Zeit des Grande Inter. In der Folgezeit wurden noch mehrere Titel gewonnen, doch an die erfolgreiche Zeit der 60er Jahre konnte der Verein, insbesondere auf europäischen Niveau, nicht mehr anknüpfen.

Zu einem Eklat kam es im Oktober 1971, als im Spiel Borussia Mönchengladbach – Inter ein Fan beim Stand von 2:1 Interspieler Roberto Boninsegna angeblich mit einer Coca-Cola-Dose bewarf und dieser sich auswechseln ließ. Inter versperrte die Kabine, so dass kein offizieller Arzt Boninsegna untersuchen konnte, und das Spiel, welches als Büchsenwurfspiel in die Geschichte einging, wurde anschließend annulliert. Nach einem 0:0 im Wiederholungsspiel zog Inter zum vierten Mal in das Europapokal der Landesmeister-Finale ein. Dort verlor man allerdings gegen Ajax Amsterdam mit 0:2.

Am 21. August 1979 verstarb Giuseppe Meazza, das Mailänder San-Siro Stadion wurde daraufhin nach ihm benannt. In der Saison 1979/80 holte Inter die Meisterschaft, während Stadtrivale Milan, zusammen mit Lazio Rom wegen Betruges und einem Wettskandal in die Serie B absteigen musste.

In den frühen 80ern spielten unter anderem Alessandro „Spillo“ Altobelli, der in 466 Spielen für Inter 209 Tore erzielte, Gabriele Oriali, Graziano Bini, Ivano Bordon und Giuseppe Baresi eine wichtige Rolle bei Inter. Sowohl 1977/78 als auch 1981/82 gewann Inter die Coppa Italia. Im Frühjahr 1989 konnte Inter unter der Trainerlegende Giovanni Trapattoni erneut die Meisterschaft gewinnen. Mit dabei waren Andreas Brehme und Lothar Matthäus. Von Anfang an bestand wenig Zweifel, dass Inter Meister werden würde. Inter holte 58 von 68 möglichen Punkten. Im selben Jahr holte Inter außerdem durch einen 2:0 Erfolg über Sampdoria Genua auch noch den italienischen Supercup. Zur Saison 1989/90 wechselte auch Jürgen Klinsmann zu Inter Mailand. In dieser Zeit, nach der Fußball-Weltmeisterschaft 1990 spielten deutsche Fußballer eine große Rolle bei Inter. So gewannen Matthäus, Brehme und Klinsmann - 26 Jahre nach dem letzten internationalen Titel des Vereins - im Mai 1991 gegen AS Rom den UEFA-Pokal. Drei Jahre später konnten ebenfalls beide Endspiele im UEFA-Pokal gegen den SV Austria Salzburg nach Toren von Nicola Berti und Wim Jonk jeweils mit 1:0 gewonnen werden. Schlüsselspieler der frühen 90er waren der Torwart Walter Zenga sowie der Verteidiger Giuseppe Bergomi, der mit 756 Einsätzen den aktuellen Vereinsrekord hält.

1995 wurde Massimo Moratti, Sohn von Angelo Moratti, Interpräsident. Doch obwohl die Moratti-Familie kräftig in Spieler wie Ronaldo und Christian Vieri investierte, konnte Inter in der Liga lange Zeit nicht vollends überzeugen. Zunächst folgte unter Moratti junior lediglich ein Erfolg im UEFA-Pokal 1998. Gründe dafür waren wohl häufige Trainerwechsel und eine zum Teil falsche Transferpolitik, oder die Dauerverletzung(en) von Weltstar Ronaldo. Außerdem war die Titelentscheidung in den letzten Runden der Saison 1997/98 zugunsten von Juventus aufgrund einiger Schiedsrichterfehlentscheidungen sehr umstritten.

1999 beendete „Zio“ Giuseppe Bergomi, welcher sein ganzes Leben für Inter spielte, seine Karriere. Die Kapitäns-Binde übernahm Javier Zanetti. Tragisch ebenfalls die erneute schwere Verletzung von Stürmerstar Ronaldo am 12. April 2000 direkt beim Comeback im italienischen Pokalfinale. Während viele Ronaldos Karriere schon am Ende sahen, hielt Inter weiter am „Phänomen“ fest und sollte Recht behalten. Spätestens bei der Fußball-Weltmeisterschaft 2002 bewies Ronaldo eindrucksvoll, dass mit ihm noch immer zu rechnen sei, und wurde Weltmeister und Torschützenkönig, wechselte jedoch daraufhin zu Real Madrid.

Inter verlor 2002 den schon fast sicher geglaubten Titel erneut am letzten Spieltag, durch ein bitteres 2:4 gegen Lazio Rom. In der darauffolgenden Saison 2002/03 wurde Inter nur ganz knapp im Halbfinale der Champions League vom AC Mailand mit zwei Unentschieden aus dem Wettbewerb geworfen. In der Saison 2004/05 erhielt Inter Mailand eine Geldstrafe von 300.000 SFR wegen Fanausschreitungen im Viertelfinale der Champions League und musste die folgenden vier Spiele in der Champions League unter Ausschluss der Öffentlichkeit austragen, zwei weitere auf Bewährung, falls es bis 2008 erneut Krawalle gibt.

Im Juni 2005 nahm der Club eine Herausforderung durch die mexikanische Rebellenorganisation EZLN zu einem Fußballmatch gegen eine Auswahl der Rebellen an. Inter Mailand hatte in der Region Chiapas bereits medizinische Projekte der Rebellen finanziell unterstützt.

Am 26. Juli 2006 wurde Inter Mailand im Zuge des Fußball-Skandals in Italien zum Meister der Saison 2005/2006 erklärt, weil den beiden vor ihm platzierten Vereinen Juventus Turin und AC Mailand Punktabzüge auferlegt wurden. Durch den Zwangsabstieg von Juventus ist Inter seit der Spielzeit 2006/07 zudem das einzige Team, das in jeder Saison der Serie A vertreten war. Am 22. April 2007 konnte sich Inter Mailand fünf Spieltage vor Saisonende erneut die Meisterschaft in der Serie A sichern. In den Jahren 2005 und 2006 konnte Inter die Coppa d'Italia (ital. Pokal) zweimal hintereinander gewinnen.

Am 11. November 2007 musste die Begegnung gegen Lazio Rom abgesagt werden. Der Grund dafür war, dass ein Fan von Lazio Rom auf einer Raststätte in der Toskana bei Ausschreitungen zwischen Fans von Lazio Rom und Juventus Turin gestorben war. Erste Meldungen besagten, dass ein Verkehrspolizist, der in das Geschehen eingreifen wollte, den Mann getötet hätte.

Mit dem Ende der Saison 2007/08 musste der bisherige Trainer Roberto Mancini trotz des Gewinns der italienischen Meisterschaft gehen. Am 2. Juni 2008 vermeldete der Verein auf seiner Homepage die Verpflichtung von José Mourinho als Trainer für die kommende Saison. Der Portugiese wurde am 3. Juni auf einer Pressekonferenz offiziell vorgestellt.

Der offizielle Name des Fußballstadions von Inter und Milan lautet Giuseppe-Meazza-Stadion. Der Name wurde nach einem Umbau zu Ehren des Fußballspielers Giuseppe Meazza im März 1980 vergeben. Meazza spielte hauptsächlich bei Inter (348 Spiele), aber auch bei Milan (37 Spiele). Trotzdem wird das Stadion weiterhin mit seinem ursprünglichen Namen San Siro genannt. San Siro ist der Name des Stadtteils in welchem das Stadion steht. Der Name kommt wiederum von einer kleinen Kirche, welche nicht mehr vorhanden ist. Das Stadion hat insgesamt 82.955 Sitzplätze, welche in drei Ringe aufgeteilt sind.

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Deutsche Fußballnationalmannschaft

Jürgen Klinsmann

Die Deutsche Fußballnationalmannschaft ist eine vom Bundestrainer getroffene Auswahl deutscher Fußballspieler. Sie repräsentiert den Deutschen Fußball-Bund (DFB) auf internationaler Ebene, zum Beispiel in Freundschaftsspielen gegen die Auswahlmannschaften anderer nationaler Verbände, aber auch bei der Europameisterschaft des europäischen Kontinentalverbandes UEFA oder der Weltmeisterschaft der FIFA.

Die DFB-Auswahl zählt zu den erfolgreichsten Fußballnationalmannschaften der Welt. Bereits siebenmal stand sie im Endspiel einer Fußball-Weltmeisterschaft. Dreimal (1954, 1974 und 1990) konnte die deutsche Mannschaft den Weltmeistertitel gewinnen, viermal (1966, 1982, 1986, 2002) ging sie als Vize-Weltmeister vom Platz. Dazu kamen drei dritte Plätze 1934, 1970 und 2006 sowie ein vierter Platz 1958. Mit insgesamt elf Halbfinalteilnahmen übertrifft sie in dieser Kategorie sogar Brasilien. Mit Ausnahme der Turniere 1930 und 1950 hat die DFB-Auswahl an allen Weltmeisterschaften teilgenommen, wobei sie 1930 verzichtete und sich 1950 aufgrund des Zweiten Weltkriegs nicht qualifizieren durfte.

Deutschland stellte mit Gerd Müller und Miroslav Klose zweimal die besten Torschützen einer Weltmeisterschaft. Zudem ist der ehemalige deutsche Nationalspieler Lothar Matthäus der Spieler mit den meisten WM-Spielen, Uwe Seeler war der erste Fußballer überhaupt, der mehr als 20 WM-Spiele bestritt.

Auch bei Europameisterschaften war die DFB-Auswahl mit drei Titeln (1972, 1980, 1996) aus sechs Endspielteilnahmen äußerst erfolgreich. Die Mannschaft qualifizierte sich seit 1972 für jedes EM-Turnier. Neben Gerd Müller konnten auch Dieter Müller, Klaus Allofs und Karl-Heinz Riedle Torschützenkönig eines Turniers werden.

Die Nationalmannschaft wurde bisher achtmal zu Deutschlands Mannschaft des Jahres gewählt und ist damit in dieser Hinsicht führend.

Bereits 1899 und 1901 wurden fünf inoffizielle Länderspiele zwischen verschiedenen deutschen und englischen Auswahlmannschaften ausgetragen, die allesamt mit hohen Niederlagen für die deutschen Teams endeten. Sie werden vom DFB nicht als Länderspiele anerkannt und sind heute unter dem Namen Ur-Länderspiele bekannt. Diese Spiele waren alle von Walther Bensemann organisiert worden, den man als Gründer des Deutschen Fußballs bezeichnet.

Schon 1900 bei der Gründung des Deutschen Fußball-Bundes wurde die Bildung einer ständigen Bundesmannschaft zum Ziel erklärt. Vor allem aufgrund der Probleme bei der Finanzierung einer Nationalmannschaft, scheiterte immer wieder der Versuch, ein Länderspiel zu organisieren. Doch mit der Zeit wurde der Fußball auch bei der Führungselite beliebt und so setzte man sich, nachdem man 1908 keine Mannschaft zu den Olympischen Spielen schicken konnte, das Ziel, eine Mannschaft für das Olympische Fußballturnier 1912 aufzubauen.

Acht Jahre nach der Gründung des Deutschen Fußball-Bundes wurde am 5. April 1908 das erste offizielle Länderspiel in der Geschichte des deutschen Fußballs ausgetragen. Die Bezeichnung für das Länderspiel zwischen Deutschland und der Schweiz war „freundschaftlicher Länderkampf“. Damals gewannen im Landhof-Stadion zu Basel die Schweizer mit 5:3 gegen die Nationalauswahl des Deutschen Reiches. Für die Schweiz war es das dritte Länderspiel, die ersten beiden hatten sie gegen Frankreich verloren.

Das Telegramm des ersten offiziellen Spiels der deutschen Nationalmannschaft: Schweiz – Deutschland 5:3 (3:1).

Die Schweiz ist mittlerweile traditionell der „erste Gegner“ der deutschen Nationalmannschaft, der nach beiden Weltkriegen und nach der Auflösung des DFV der DDR infolge der Wiedervereinigung als erster gegen Deutschland spielte. Gegen die Schweiz gelang auch der erste Sieg der deutschen Elf: Am 4. April 1909 besiegte man die Eidgenossen in Karlsruhe vor 7000 Zuschauern mit 1:0. Auch das Jubiläumsspiel zum 100. Jahrestag des ersten Länderspiels des DFB am 26. März 2008, welches zugleich das 800. Länderspiel der deutschen Mannschaft war, wurde gegen die Schweiz bestritten und von Deutschland mit vier Toren ohne Gegentreffer gewonnen.

Bereits vor dem ersten Länderspiel gab es jedoch einen Streit zwischen dem DFB-Spielausschuss und dem DFB-Bundesvorstand um das Auswahlverfahren. Auf einem außerordentlichen DFB-Bundestag entschloss man sich schließlich nur Spieler aus jenen Teilen Deutschlands einzuladen, in denen bereits geordnet Fußball gespielt wird. Dabei durften die Landesverbände eine ihnen zugeschriebene Anzahl von Spielern nominieren, weshalb die Auswahl nicht zentral vorgenommen wurde. So wurde den Landesverbänden sogar mitgeteilt, auf welchen Positionen sie Spieler nominieren sollten, wodurch ein guter Torhüter zum Beispiel keine Chance hatte für die Nationalelf aufzulaufen, wenn sein Landesverband keinen Torhüter nominieren durfte. Diesem Auswahlverfahren kamen auch noch von vielen Spielern als chaotisch bezeichnete Umstände hinzu. So berichteten viele Spieler, dass sie von ihrer Nominierung nur aus der Zeitung erfuhren und dass sich die Anreise zu den Länderspielen oft als sehr abenteuerlich erwies. Da viele Spieler unter diesen Umständen lieber für ihre Vereine aufliefen, sagten immer mehr ihre Teilnahme an Länderspielen ab. So wurde den Spielern zuerst mit Strafen für Absagen gedroht, bis man sogar die Regelung einführte, dass Vereine, die ein Spiel verloren hatten, während ein Spieler abgestellt war, das Spiel wiederholen durften. Nachdem man mit dem festgelegten Auswahlverfahren wenig erfolgreich war, kam man auf die Idee, an einem Tag zwei Spiele durchzuführen, um 22 Spieler nominieren zu können und so den heftigen Diskussionen um die Nominierung aus dem Weg zu gehen. Zum ersten Mal wurden auf den 4. April 1909 zwei Länderspiele angesetzt. Genau an diesem Tag kam man mit einem 1:0 gegen die Schweiz in Karlsruhe zum ersten Länderspielsieg. Dieser Sieg ist unter anderem darauf zurückzuführen, dass man eine Mannschaft mit ausschließlich süddeutschen Spielern aufstellte, während in Budapest Spieler aus Nord- und Mitteldeutschland spielten, die immerhin gegen Ungarn ein 3:3-Unentschieden erreichten. Dadurch, dass sich die Spieler aus den jeweiligen Gebieten kannten, waren diese Nationalmannschaften nun deutlich besser eingespielt.

Doch die Organisation der Länderspiele wurde trotz des ersten Sieges weiter in Frage gestellt. So achtete der DFB bei der Ansetzung der Spiele nicht auf wichtige Ereignisse im Vereinsfußball. 1910 fand sogar nur einen Tag nach dem Finale um die Deutsche Meisterschaft ein Länderspiel gegen Belgien in Duisburg statt. Da die Spieler aus dem Meisterschaftsendspiel absagten, hatte man eine Stunde vor Anpfiff nur sieben Spieler zusammen bekommen, weshalb man sogar Fußballer aus dem Duisburger Publikum zu Nationalspielern machte und aufstellte.

Die ersten großen Fußballturniere fanden bei den Olympischen Spielen statt, zunächst 1900 und 1904 als Demonstrationssportart, 1908 dann als offizielle olympische Sportart. Deutsche Mannschaften nahmen aber in diesen Jahren noch nicht teil. Bei den Olympischen Spielen von 1912 in Stockholm trat Deutschland gegen Österreich, Russland und Ungarn an. Während gegen Russland mit 16:0 der höchste Sieg der Länderspielgeschichte gelang, Gottfried Fuchs schoss allein zehn Tore, gab es gegen die beiden K.-u.-k.-Länder Niederlagen. Mit 1:5 wurde das Spiel gegen den Nachbarn Österreich und mit 1:3 das Spiel gegen Ungarn verloren.

1914 waren bereits zahlreiche Länderspiele angesetzt worden, die jedoch durch den Ausbruch des Ersten Weltkriegs hinfällig waren. Man setzte sich damals große Ziele für die geplanten Olympischen Spiele in Berlin, die eigentlich für 1916 geplant waren. Während des Krieges konnten keine Länderspiele ausgetragen werden.

Vor dem Ersten Weltkrieg herrschte noch eine freundschaftliche Stimmung bei Länderspielen. So klatschten auch Niederländische Zuschauer Beifall, als die deutsche Mannschaft 1912 und 1914 in den Niederlanden gegen die Niederländische Fußballnationalmannschaft antrat. Doch durch die erheblichen Umwälzungen der politischen Beziehungen in Europa, welche der Krieg verursacht hatte und die politische Isolierung Deutschlands drückte der Fußball nun keine Freundschaft, sondern Konflikte zwischen den Nationen Europas aus. Bevor die Schweiz sich 1920 als erste Nationalmannschaft nach dem Krieg zu einem Länderspiel gegen Deutschland bereit erklärte, drohten Großbritannien, Frankreich und Belgien den Schweizern mit einem Fußballboykott. Nachdem die Schweiz sich dadurch nicht einschüchtern ließ, beantragte England bei der FIFA den Ausschluss Deutschlands. Weil der Antrag abgelehnt wurde, trat England selbst aus der FIFA aus. Da die Schweiz versuchte Politik und Fußball zu trennen, trat sie 1922 erneut gegen Deutschland an, worauf Belgien ein Spiel gegen die Schweiz absagte. Politik und Ideologie wurden immer mehr zum Teil des europäischen Fußballs. So schrieb die österreichische Zeitschrift Das illustrierte Sportblatt 1922, dass man in den deutschen Spielern die Vertreter des mit Österreich stammesgleichen deutschen Volkes sah. 1923 trat Italien als erster der vorigen Kriegsgegner gegen die Deutschen an, deren Beispiel erst 1929 mit Schottland die zweite Mannschaft folgte. Bis dahin spielte man nur gegen neutrale Staaten wie die Niederlande, Schweden und Norwegen. 1924 erklärte man, dass aus ethischen Gründen die österreichische Nationalmannschaft mit einem Länderspielboykott belegt würde, nachdem die Österreicher den Profifußball eingeführt hatten. Dieser Boykott wurde erst 1929 aufgehoben. 1926 wurde Otto Nerz der erste Reichstrainer der Nationalmannschaft, der schnell das englische WM-System einführte.

1916 fanden kriegsbedingt keine Olympischen Spiele statt. Nach dem Ersten Weltkrieg war Deutschland erst wieder 1928 bei Olympia zugelassen. In Amsterdam konnte zunächst der Nachbar aus der Schweiz mit 4:0 besiegt werden, ehe gegen den späteren Olympiasieger aus Uruguay mit einem 1:4 für die deutsche Mannschaft die Spiele beendet waren. Damals hatte es unschöne Szenen gegeben (zwei deutsche Spieler und ein Spieler aus Uruguay waren vom Platz gestellt worden), wonach es in der deutschen Presse eine negative Stimmung gegen Uruguay gab.

1930 trug man das erste Länderspiel gegen Frankreich aus, was erst möglich wurde, nachdem die Armee der Franzosen aus dem Rheinland abzog. Die Beziehungen zwischen den beiden Nationen waren immer noch durch den Ersten Weltkrieg belastet. So wurden die deutschen Spieler in der französischen Presse sogar mit Sturmsoldaten verglichen.

Wie einige andere europäische Nationen sagte der DFB die Teilnahme an der ersten Fußball-Weltmeisterschaft 1930 in Uruguay wegen des hohen Aufwandes – allein die Anreise der vier teilnehmenden europäischen Mannschaften auf dem Seeweg dauerte über zwei Wochen – und die damit verbundenen Kosten ab. Allerdings gab der DFB keine Begründung für die Absage bekannt.

In der Zeit von 1920 bis 1933 kam die Mannschaft zu 23 Siegen, 13 Unentschieden und 19 Niederlagen. Die eher mäßigen Leistungen lassen sich durch die Zersplitterung im Deutschen Fußball begründen. Man nominierte die Nationalspieler auch in dieser Zeit nicht nur nach Spielstärke. Die einflussreichen Vertreter der verschiedenen Landesverbände im Spielausschuss wollten immer noch Spieler aus den eigenen Reihen in der Nationalmannschaft sehen.

Nachdem der damalige Reichskanzler Adolf Hitler auf den 5. März 1933 Neuwahlen ansetzte, sollte am selben Tag das erste Heimspiel der Nationalmannschaft gegen Frankreich stattfinden. Die Franzosen fürchteten um die Sicherheit der eigenen Spieler und der mitgereisten Fans in einem von den Nationalsozialisten beherrschten Land. Doch dank der Fürsprache von Jules Rimet, dem damaligen Vorsitzender der FIFA und des französischen Verbandes, fand das Spiel dennoch statt und wurde auf den 19. März verschoben. Durch einen feierlichen Empfang gelang es den Nationalsozialisten, von den wahren Vorgängen im Land abzulenken. So lobte Jules Rimet laut einem Zitat aus dem Völkischen Beobachter nach dem Spiel die „vorbildliche Ruhe und Ordnung“, die seiner Meinung nach „für den hohen Kulturstand des deutschen Volkes den allerbesten Beweis“ lieferte. Auch im Inland wurde das Spiel für Propagandazwecke genutzt. So wurde im Völkischen Beobachter die Preissenkung der Stehplatzkarten und die Ausgabe von Erwerbslosenkarten hervorgehoben.

Eine Besonderheit der Zeit vor und während des Zweiten Weltkriegs ist, dass es an manchen Tagen zwei Länderspiele gab. So traten deutsche Nationalmannschaften am 4. April 1909 in Budapest und in Karlsruhe an. Am 15. September 1935 spielte eine Mannschaft in Breslau und eine in Stettin, am 27. September 1936 spielten Mannschaften in Prag und in Krefeld, am 21. März 1937 in Stuttgart und in Luxemburg, am 20. März 1938 in Nürnberg und in Wuppertal, am 26. März 1939 in Florenz und in Luxemburg und am 5. Oktober 1941 in Stockholm und Helsinki. Die Aufstellungen und die Gegner lassen aber die Vermutung zu, dass am zweiten Ort – mit Ausnahme des Spiels am 4. April 1909 – jeweils eine B-Mannschaft angetreten ist. Zweimal, 1923 und 1933, fanden sogar Spiele am 1. Januar statt, in beiden Fällen war Italien in Mailand beziehungsweise Bologna der Gegner.

1934 qualifizierte sich das Deutsche Reich erstmals für eine Weltmeisterschaft. Bei ihrem ersten Auftritt bei einer Weltmeisterschaft 1934 in Italien, als die Endrunde komplett im K.-o.-System durchgeführt wurde, erreichte die deutsche Mannschaft das Halbfinale. Beim 5:2 gegen Belgien gelang Edmund Conen der erste „lupenreine“ Hattrick der WM-Geschichte. Im Viertelfinale gewannen die Deutschen 2:1 gegen Schweden. Begünstigt durch mehrere Fehler des deutschen Torwarts Willibald Kreß, setzte sich die Tschechoslowakei im Halbfinale mit 3:1 gegen die deutsche Mannschaft durch, die mit einem 3:2 gegen Österreich WM-Dritter wurde.

1935 trug man siebzehn Freundschaftsspiele aus. Man wollte gute internationale Beziehungen vortäuschen. Man versuchte möglichst gegen schwächere Gegner anzutreten um mit einer guten Bilanz das nationale Selbstbewusstsein zu stärken. Zudem nahmen diese kollektiven Erfolgserlebnisse dem Volk den Schrecken vor dem neuen Regime.

Nachdem Fußball 1932 nicht im Programm der Olympischen Spiele stand, startete der WM-Dritte 1936 in Berlin mit einem 9:0 gegen Luxemburg in das Turnier, musste dann aber nach einem 0:2 gegen Norwegen die Hoffnungen auf den Olympiasieg begraben. Für das Ansehen des Fußballs bei den NS-Führern war diese Niederlage katastrophal, da die durch die Ausrichtung der Spiele erwünschte Propagandawirkung deutlich nachließ. Zudem war es das erste Länderspiel in Anwesenheit von Hitler. Es war das letzte Olympiaturnier der Deutschen A-Nationalmannschaft.

Nach den Olympischen Spielen suchte man einen Verantwortlichen für die Enttäuschung. Schließlich wurde der Reichstrainer Otto Nerz für die Niederlage gegen Norwegen verantwortlich gemacht, obwohl Felix Linnemann forderte, die Stammspieler in diesem Spiel zu schonen. So löste schließlich Sepp Herberger Nerz als Reichstrainer ab. Die Oberaufsicht wollte Nerz jedoch beibehalten. Der entstandene Machtkampf zwischen Herberger und Nerz wurde erst 1938 entschieden, als Nerz zurücktrat.

Herberger gelang mit drei Siegen gegen Estland, Finnland und Schweden die Qualifikation für die Weltmeisterschaft in Frankreich.

Nach dem „Anschluss“ Österreichs an Deutschland im April 1938 wurde ein „Verbrüderungsspiel“ zwischen den beiden Nationalmannschaften ausgetragen. Da Österreich das Spiel gewann, war man der Ansicht, dass in der neuen „großdeutschen“ Nationalmannschaft mindestens zur Hälfte Österreicher spielen sollten. Das Verhältnis zwischen den österreichischen Profispielern und den deutschen Amateurspielern war jedoch von gegenseitiger Abneigung und Misstrauen geprägt.

Bei der WM 1938 schied die Nationalelf kurze Zeit nach der Vereinigung zur „großdeutschen“ Nationalelf bereits im Achtelfinale gegen die Nachbarn aus der Schweiz aus. Reichte es im ersten Spiel noch zu einem 1:1 nach Verlängerung, musste sich die deutsche Mannschaft fünf Tage später im Wiederholungsspiel – Elfmeterschießen waren damals noch nicht erdacht – mit 2:4 geschlagen geben, was bis heute das schlechteste Abschneiden bei einer WM bedeutete. Bei diesem Turnier bekam die Mannschaft auch von den Fans der bisher neutralen Schweizer viele negative Gefühle zu spüren, welche dem NS-Regime galten.

Obwohl die Anspannung der politischen Lage immer mehr zunahm, trat man 1939 bei fünfzehn Länderspielen an, um der Bevölkerung weiterhin gute Verhältnisse zu den Nachbarn vorzutäuschen. Doch nachdem man sich noch auf die Olympischen Spiele 1940 in Helsinki vorbereitete, brach der Zweite Weltkrieg aus. Der Großteil der Spieler musste in die Wehrmacht einrücken. Die Nationalsozialisten sahen im Sport den Zweck das Volk kriegstüchtig zu machen, so wollte man auch mit den Spitzensportlern aus dem Fußball die Wehrmacht verstärken und die Bildung einer starken Nationalmannschaft erschien somit unwahrscheinlich. Das NS-Regime wollte mit der Einberufung von Nationalspielern auch dem Volk verdeutlichen, dass sich unabhängig von der gesellschaftlichen Position jeder in den Dienst der Nation stellen muss.

Allerdings wollte man die Nationalelf weiterhin zur Propaganda in neutralen Staaten nutzen; darum fanden dennoch zahlreiche Länderspiele statt. So sollte die Mannschaft des besetzten Dänemarks nicht gegen Deutschland antreten, nachdem der dänische König ein Sportverbot verhängte, da man ein Spiel der dänischen Nationalmannschaft gegen Deutschland als eine Geste der Unterwerfung betrachtete. Doch im November 1940 fand schließlich trotzdem ein solches Länderspiel statt. Durch eine Nominierung für die Nationalmannschaft konnte man nun dem Krieg entrinnen. Auch im Fußballsport sollte die in der nationalsozialistischen Ideologie verankerte Überlegenheit der „arischen Rasse“ demonstriert werden. Doch nachdem man am Geburtstag von Adolf Hitler 1940 in Bern gegen die Schweiz unterlag, schrieb Propagandaminister Joseph Goebbels in einem Brief an den Reichssportführer, es dürfe vor allem kein Sportaustausch gemacht werden, wenn das Ergebnis im geringsten zweifelhaft sei.

Im Juni 1941 wurde vom „Reichssportführer“ verfügt, alle Spiele abzusagen, nachdem man für den Überfall auf die Sowjetunion die Kräfte bündeln wollte. Beendet wurde die Sportsperre erst im Oktober durch einen direkten Befehl von Hitler, da er von einem schnellen Sieg der Wehrmacht im Osten ausging. 1942 legte Sepp Herberger dem NS-Regime eine Liste mit 20 Spielern vor, die bereits einberufen waren. Da Herberger angab, die meisten Spieler hätten bereits Orden wie das Eiserne Kreuz, oder das Sturmabzeichen erhalten, wurden diese Spieler schließlich für unabkömmlich erklärt und mussten nicht mehr fürchten, einberufen zu werden. Nach einer Niederlage gegen Schweden in Berlin verbot Goebbels Länderspiele in Berlin. Goebbels hielt es für unsinnig Länderspiele auszutragen, die das Volk nur vom Krieg ablenkten. So wollte er 1942 schließlich jeglichen internationalen Sportverkehr beenden und begründete dies mit dem „totalen Krieg“. Am 22. November 1942 fand das letzte Länderspiel Deutschlands für auf den Tag genau acht Jahre statt. Man gewann gegen die Slowakei mit 5:2.

Nachdem Deutschland seit 1942 von der FIFA ausgeschlossen war, versuchte die Schweiz den deutschen Antrag auf Wiederaufnahme 1948 zu unterstützen. Dieser Antrag wurde jedoch abgelehnt. So trug man drei Stadtspiele zwischen deutschen und Schweizer Vereinsmannschaften in Deutschland aus. Auf diese Spiele gab es jedoch im Ausland heftige Reaktionen, wobei die FIFA den Schweizern sogar mit einer Strafe drohte, der die Schweizer nur entgingen, weil der Schweizer Verband gegen die Organisatoren der Städtespiele Strafen verhängte. Erst im Mai 1949 wurden internationale Vereinsspiele erlaubt.

Nach der Gründung der Bundesrepublik Deutschland wurde dann schließlich auch der DFB im Januar 1950 wiedergegründet, zur selben Zeit entstand in der DDR der Deutsche Fußball-Verband (DFV). Bereits zwei Jahre hatte sich der Saarländische Fußballverband gebildet, der bereits im Frühjahr 1950 in die FIFA aufgenommen wurde. Der DFB folgte nach einer Tagung im September, der DFV wurde erst 1952 aufgenommen und nahm bis 1990 mit einer eigenen Auswahl an internationalen Wettkämpfen teil. Am 22. November 1950 fand dann schließlich nach genau acht Jahren gegen die Schweiz in Stuttgart das erste Länderspiel unter Bundestrainer Sepp Herberger statt. Man gewann mit 1:0. Vorerst trat man nun nur gegen neutrale Staaten oder ehemalige Verbündete an. Im Oktober 1952 fand zum ersten Mal ein Spiel gegen eine Nationalmannschaft der Alliierten aus dem Zweiten Weltkrieg statt. Gegen Frankreich verlor man mit 1:3 in Paris. Bundestrainer Herberger machte weiterhin seine Drohung wahr, Legionäre nicht zu nominieren. So kam zum Beispiel der berühmte Torhüter Bert Trautmann zu keinem einzigen Länderspiel.

1950 war die Nationalmannschaft der neuen Bundesrepublik Deutschland noch von der Fußballweltmeisterschaft in Brasilien ausgeschlossen. Erstmals nahm man an der Qualifikation zur Weltmeisterschaft 1954 teil. Dort konnte man sich gegen das Saarland und Norwegen durchsetzen. Im Turnier war man in der Gruppe mit den gesetzten Teams aus der Türkei, die sich in der Qualifikation durch einen Losentscheid gegen Spanien durchsetzte, und Ungarn nicht gesetzt und trat somit nur gegen die beiden gesetzten Teams und nicht gegen das ebenfalls nicht gesetzte Südkorea an. Nach einem Auftaktsieg gegen die Türkei stellte der Bundestrainer für das Spiel gegen Ungarn die Mannschaft auf vielen Positionen um und verlor 3:8. Nach dieser Niederlage, welche bis heute die höchste Pflichtspielniederlage der Nationalelf ist, wurde Herberger heftig kritisiert, während ihm später die Schonung einiger Stammspieler in diesem Spiel als Genialität zugeschrieben werden sollte. Im folgenden Entscheidungsspiel gegen die Türkei, die Südkorea bezwang, gewann man mit 7:2 und qualifizierte sich somit für das Viertelfinale, in dem man gegen Jugoslawien gewann.

Im Halbfinale konnte auch Österreich bezwungen werden und dann geschah das sogenannte Wunder von Bern, der Gewinn der Fußball-Weltmeisterschaft 1954 in der Schweiz durch einen 3:2-Sieg im Finale gegen die favorisierten Ungarn. Da man in der Vorrunde mit 3:8 verloren hatte, wurde von vielen ein Sieg für unmöglich gehalten. Nach acht Minuten lag die Mannschaft auch bereits mit 0:2 zurück und die Kritiker fühlten sich bestätigt. Doch Deutschland drehte das Spiel, glich bis zur Pause aus und in der 84. Minute konnte Helmut Rahn den entscheidenden Treffer erzielen. Ungarn galt damals als unschlagbar, da die goldene Mannschaft, die 1952 Olympiasieger wurde, in 32 Spielen seit Mai 1950 bis zum Endspiel in Bern nicht ein einziges mal verlor und dabei nur vier mal nicht gewann. In Deutschland wurden die Helden von Bern zu Legenden: Spieler wie Toni Turek (Tor), Fritz Walter oder Helmut Rahn sind heute noch in guter Erinnerung. Bei der WM 1954 in der Schweiz wurde die bundesdeutsche Mannschaft mit den Spielern Toni Turek, Jupp Posipal, Werner Kohlmeyer, Horst Eckel, Werner Liebrich, Karl Mai, Helmut Rahn, Max Morlock, Ottmar Walter, Fritz Walter, Hans Schäfer Fußball-Weltmeister. Weil die deutschen Fans die erste Strophe des Deutschlandliedes sangen, waren viele im In- und Ausland empört. Allerdings kannten zu dieser Zeit viele noch nicht den Text der dritten Strophe, die erst zwei Jahre zuvor als die zu singende festgelegt worden war. Für mehr Empörung sorgte damals eine Rede des DFB-Präsidenten Peco Bauwens, die von der Süddeutschen Zeitung als Sieg-Heil-Rede bezeichnet wurde. Der Sender München brach die Übertragung der Rede sogar ab. Die Mannschaft wurde bei ihrer Ankunft mit dem Sonder-Triebwagen Roter Blitz triumphal gefeiert. Die Nationalmannschaft bekam durch den ersten Weltmeistertitel auch gesellschaftlich einen hohen Stellenwert in der Bundesrepublik, welche zuvor noch immer unter den Folgen des Zweiten Weltkriegs litt. Viele Politologen und Soziologen betrachten den Sieg von Bern heute sogar als das eigentliche Gründungsdatum der Bundesrepublik Deutschland und einen Antrieb des Wirtschaftswunders. So erklärte zum Beispiel Hans-Joachim Winkler das Wunder von Bern sei ein Beitrag zur Entwicklung des BRD-Nationalgefühls. Als einige Spieler und auch Sepp Herberger nach der WM an Gelbsucht erkrankten, kamen Doping-Vorwürfe gegen die Weltmeistermannschaft auf, die nie vollständig aufgeklärt werden konnten. Weil der ungarische Nationalspieler Ferenc Puskás in einem Interview solche Vorwürfe von sich gab, verbot der DFB Länderspiele gegen Mannschaften, in denen Puskás spielte. Erst nachdem sich der Ungar 1960 schriftlich beim DFB entschuldigte, wurde das Verbot aufgehoben.

In den folgenden Jahren konnte die Nationalmannschaft zunächst nicht an die alten Erfolge anknüpfen, So verlor sich die Weltmeisterelf von 1954 schnell aus den Augen, und es kamen neue Spieler wie der einarmige Robert Schlienz zum Einsatz. 1955 gab es zwei politisch brisante Spiele gegen die UdSSR, gegen die man erstmals nach dem Krieg antrat. Vor dem Hinspiel in Moskau wurde der Nationalmannschaft sogar mangelndes Nationalbewusstsein vorgeworfen, weil man gegen eine Mannschaft eines Landes antrat, in dem es zu dieser Zeit noch einige deutsche Kriegsgefangene gab. Kurze Zeit später kam es aber zur Heimkehr der Zehntausend.

Bei der Fußball-WM 1958 in Schweden setzte sich die deutsche Mannschaft als automatisch qualifizierter Titelverteidiger in der Vorrunde gegen Nordirland, Argentinien und die Tschechoslowakei durch. Dabei gelang im Spiel gegen Argentinien der erste Sieg gegen eine außereuropäische Mannschaft. Im Viertelfinale bezwang man Jugoslawien. Im Halbfinale im „Hexenkessel“ von Göteborg (→ Schlacht von Göteborg) mit zuletzt nur noch neun Spielern (Juskowiak erhielt einen Platzverweis, Fritz Walter wurde verletzt) wurde man von den Schweden mit 3:1 geschlagen und verlor anschließend auch das Spiel um den dritten Platz gegen Frankreich mit 3:6. Nach der Niederlage gegen Schweden kam in Deutschland eine Anti-Schweden Stimmung auf. Da die schwedischen Fans ihre Mannschaft enthusiastisch mit Heja Sverige!-Rufen unterstützten, wurde ihnen Gehässigkeit gegenüber Deutschen vorgeworfen. DFB-Präsident Peco Bauwens sprach sogar von einer Hetze gegen die deutsche Mannschaft. Der kicker versuchte hingegen die Situation neutraler zu bewerten und stellte fest, dass das schwedische Publikum seine Mannschaft immer so enthusiastisch anfeuerte. Dennoch wurde Schweden von nun an in Deutschland das Leben schwer gemacht. Zur Verärgerung der FIFA traten die deutschen Spieler und Funktionäre bereits vor dem Endspiel und dem darauf folgenden Abschlussbankett die Heimreise an. Viele sahen später darin den Grund, dass England und nicht Deutschland den Zuschlag für die Austragung der WM 1966 bekam. Auch dem Schiedsrichter aus Ungarn wurden Fehlentscheidungen vorgeworfen, die mit der Endspielniederlage Ungarns 1954 in Verbindung gebracht wurden.

Am 28. Dezember 1958 trat die Nationalmannschaft in Kairo erstmals außerhalb Europas zu einem Länderspiel an, verlor aber gegen Ägypten mit 1:2.

Die Qualifikation zur Weltmeisterschaft 1962 in Chile gegen Nordirland und Griechenland gelang mit vier Siegen. Kurz vor der Weltmeisterschaft ersetzte Herberger Stammtorhüter Tilkowski durch den jungen Ulmer Wolfgang Fahrian. In Chile schied das Team bereits im Viertelfinale durch ein 0:1 gegen Jugoslawien aus. In der Vorrunde konnte noch der Gruppensieg errungen werden, unter anderem durch ein 2:0 gegen den bereits für das Viertelfinale qualifizierten Gastgeber und späteren Dritten Chile. Es war das letzte Turnier bei dem Sepp Herberger als Bundestrainer die Verantwortung trug. Nach der Weltmeisterschaft wurde Herberger für die defensive Taktik und das Festhalten am überholten WM-System kritisiert. Die meisten anderen Nationen spielten schon im 4-2-4- oder 4-3-3-System. Herberger hatte sogar versucht den 41-jährigen Fritz Walter zu reaktivieren. Das relativ schlechte Abschneiden forcierte aber die Bildung der von Herberger geforderten Fußball-Bundesliga, die von den Landesverbänden lange abgelehnt wurde. 1963 trat Herberger dann von seinem Amt als Bundestrainer zurück, sein Nachfolger wurde sein Assistent Helmut Schön. Herberger hätte aber lieber Fritz Walter als seinen Nachfolger gesehen.

Mit Helmut Schön begann aber eine neue sehr erfolgreiche Ära. Mit dem ersten Sieg nach dem Zweiten Weltkrieg in Schweden gelang ihm die Qualifikation für die Weltmeisterschaft in England. Bei der Fußball-WM 1966 in England startete die deutsche Mannschaft mit einem 5:0-Sieg gegen die Schweiz in das Turnier. Dabei brillierte vor allem das 20-jährige Mittelfeld-Talent Franz Beckenbauer, der sich ebenso wie Italien-Legionär Helmut Haller mit zwei Toren neben Held in die Torschützenliste eintragen konnte. Das zweite Gruppenspiel des DFB-Teams gegen Argentinien endete 0:0. Dieses Spiel war durch wenige Torchancen, dafür aber durch eine Vielzahl von Fouls gekennzeichnet. Beim 2:1-Sieg gegen Spanien im letzten Vorrundenspiel der deutschen Mannschaft gelang Lothar Emmerich ein schier unmögliches Tor. Der Linksaußen vollbrachte das Kunststück, nahezu von der Torauslinie den Ball am spanischen Torhüter Iribar vorbei unters Lattenkreuz ins lange Eck zu schießen. Durch einen 4:0-Viertelfinalsieg gegen Uruguay und ein 2:1 im Halbfinale gegen die Sowjetunion gelang der bundesdeutschen Mannschaft zum zweiten Mal nach 1954 der Einzug in ein Endspiel der Fußballweltmeisterschaft. Jedoch verlor sie das Finale gegen England durch das legendäre Wembley-Tor mit 4:2 nach Verlängerung.

Erstmals nahm Deutschland 1968 an der Qualifikation für eine Fußball-Europameisterschaft teil. Nach einem 6:0 gegen Albanien, einem 0:1 in Jugoslawien und einem 3:1 gegen die Jugoslawen musste am 17. Dezember 1967 in Tirana ein Sieg gegen die eher drittklassigen albanischen Spieler her, da Jugoslawien dort gewonnen hatte. Obwohl Bundestrainer Schön mit Peter Meyer den damals besten Stürmer der Bundesliga aufbot, reichte es nur zu einem 0:0, wodurch zum ersten und bisher einzigen Mal eine Qualifikation für ein großes Turnier verpasst wurde.

In der Qualifikation für die Weltmeisterschaft 1970 hatte sich Deutschland insbesondere mit den Schotten auseinander zu setzen, gegen die Deutschland bis dahin noch nie gewinnen konnte. Das Hinspiel in Glasgow endete 1:1 und im letzten Heimspiel am 22. Oktober 1969 in Hamburg gelang mit einem 3:2 der erste Sieg gegen die Briten.

In Mexiko tat sich die deutsche Mannschaft zunächst schwer. Im ersten Gruppenspiel lag man gegen den Außenseiter Marokko nach 21 Minuten mit 0:1 zurück. Das lag auch daran, dass Schöns Taktik mit zwei Mittelstürmern (Uwe Seeler und Gerd Müller) zunächst nicht aufging und auch Helmut Haller nicht an seine Leistungen von England anknüpfen konnte. So war dies sein letztes Länderspiel für Deutschland, zur Pause wurde er ausgewechselt. Seeler und Müller fanden in der Folge aber immer besser zusammen und sorgten durch ihre Tore in der 56. und 80. Minute noch für den 2:1-Erfolg. Seeler hatte die eigentliche Mittelstürmerposition Müller überlassen und sich ins Mittelfeld zurückfallen lassen. Auf den Außenpositionen sorgten abwechselnd Grabowski, Libuda und Löhr für Druck, und so wurden auch die beiden folgenden Spiele gegen Bulgarien und Peru gewonnen, womit Deutschland der bis dahin beste Start bei der WM gelang.

Das Viertelfinalspiel gegen England wurde zu einem ganz außergewöhnlichen Spiel. In der Neuauflage des Endspiels von 1966 führten die Engländer bis zur 69. Minute 2:0, ehe die Deutschen noch in der regulären Spielzeit den 2:2-Ausgleich erzielten. Seeler gelang dabei ein kurioses Tor mit dem Hinterkopf. In der Verlängerung erzielte dann Müller das entscheidende Tor zum 3:2.

Im Halbfinale gab es eine 3:4-Niederlage in einem an Dramatik kaum zu überbietenden Spiel gegen Italien, dem sogenannten Jahrhundertspiel. Die Italiener gingen bereits in der 8. Minute mit 1:0 in Führung, erst in der Schlussminute erzielte der beim AC Mailand spielende Karl-Heinz Schnellinger mit seinem einzigen Länderspieltor für Deutschland das 1:1. In der Verlängerung fielen dann noch fünf Tore. Nach dieser Niederlage erreichte die Mannschaft von Bundestrainer Helmut Schön durch einen 1:0-Sieg gegen Uruguay den dritten Platz. Torschützenkönig des Turniers wurde mit zehn Treffern Gerd Müller.

1972 wurde die nach der Meinung vieler bis heute beste deutsche Elf erstmals Europameister. Nachdem man sich in der Qualifikation gegen Polen, die Türkei und (wieder) Albanien durchgesetzt hatte, stand im Viertelfinale die Revanche von León gegen England an. Am 29. April 1972 kam es zu einem denkwürdigen Spiel im Londoner Wembley-Stadion. Durch Tore von Uli Hoeneß, Günter Netzer und Gerd Müller konnte man mit 3:1 erstmals in England gewinnen. Selbst die englische Boulevardpresse, die seinerzeit eher deutschlandkritisch eingestellt war, war von dem Spiel der deutschen Mannschaft begeistert. Im Rückspiel in Berlin reichte dann ein 0:0 zum Einzug in die Endrunde. Zur Endrunde reisten sie dann als Favorit, da sie am 26. Mai 1972 zur Einweihung des Olympiastadions in München die Sowjetunion schon mit 4:1 besiegt hatten. Bei der Endrunde in Belgien gelangen dann Siege gegen Belgien (2:1) und die Sowjetunion (3:0), wobei insbesondere im Finale Traumfußball zelebriert wurde. Unrühmlich hervorzuheben ist leider das Verhalten deutscher Hooligans – auch wenn diese Bezeichnung damals noch nicht üblich war – die randalierend durch Brüssel zogen.

Die Nationalmannschaft gewann 1974 in Deutschland zum zweiten Mal die Weltmeisterschaft. In der Vorrunde des Turniers gelang der DDR-Auswahl durch ein Tor von Jürgen Sparwasser, das in die deutsche Fußballgeschichte eingegangen ist, der 1:0-Sieg gegen den späteren Weltmeister Bundesrepublik Deutschland. Dieses Spiel am 22. Juni 1974 war das einzige Aufeinandertreffen der beiden deutschen Mannschaften. Nach dem 2:1-Sieg im Endspiel gegen die brillanten Niederländer, bedankten sich die Westdeutschen bei der DDR-Auswahl für die Niederlage, da diese der Auslöser für eine mannschaftsinterne Revolte gegen den unentschlossenen und zögerlichen Bundestrainer Helmut Schön war, bei der die Mannschaft unter Führung von Kapitän Franz Beckenbauer ihre taktischen Vorstellungen durchsetzen konnte. Bis heute wird von den Akteuren behauptet, dass der Titelgewinn ohne diese Niederlage wohl unmöglich gewesen wäre. Ein wichtiger Faktor war auch, dass die DFB-Mannschaft als Gruppenzweiter in die mit Polen, Schweden und Jugoslawien vermeintlich einfachere Zwischenrundengruppe einziehen konnte – die DDR als Gruppenerster hatte es hingegen mit den Niederlanden, Brasilien und Argentinien zu tun. Durch diesen Titelgewinn gelang es den Deutschen als bisher einziger Mannschaft, nach einem Europameisterschaftstitel auch die darauffolgende Weltmeisterschaft zu gewinnen (umgekehrt gelang es Frankreich bei 1998 und 2000).

Bundestrainer Helmut Schön setzte während des Turniers 18 Spieler ein: Sepp Maier im Tor, Franz Beckenbauer, Paul Breitner, Horst-Dieter Höttges, Georg Schwarzenbeck und Berti Vogts in der Abwehr; Rainer Bonhof, Bernhard Cullmann, Heinz Flohe, Ulrich Hoeneß, Günter Netzer, Wolfgang Overath sowie Herbert Wimmer im Mittelfeld und Jürgen Grabowski, Dieter Herzog, Jupp Heynckes, Bernd Hölzenbein und Gerd Müller im Sturm.

1976 wurde die Endrunde der Europameisterschaft letztmals mit vier Mannschaften ausgetragen, und wieder hatte sich die deutsche Mannschaft qualifiziert. Nach dem WM-Sieg 1974 war unter anderen der WM-Rekordtorschütze Gerd Müller zurückgetreten, und trotzdem „müllerte“ es auch in Jugoslawien. In Belgrad kam es zunächst zum Halbfinale gegen Jugoslawien, in dem man nach 32 Minuten mit 0:2 zurück lag. Durch die Einwechslungen von Heinz Flohe (46. Minute), der in der 65. Minute den Anschlusstreffer erzielte, und Dieter Müller (79. Minute), der in der 80. Minute mit seinem ersten Ballkontakt in seinem ersten Länderspiel zum 2:2 traf, wurde die Verlängerung erreicht. In dieser gelangen Dieter Müller zwei weitere Tore zum 4:2-Sieg, durch den die deutsche Mannschaft wie vier Jahre zuvor im Finale stand. Aber es erging ihr wie der UdSSR, die 1964 ebenfalls nach dem Gewinn des Titels 1960 wieder im Finale stand: Der Titel konnte nicht verteidigt werden, was in der Folge auch keinem anderen Europameister gelang. Gegen die Tschechoslowakei lag man wie im Halbfinale schnell mit 0:2 zurück, allerdings gelang Dieter Müller mit seinem vierten EM-Tor schnell der Anschluss, es dauerte aber bis zur 90. Minute, ehe Bernd Hölzenbein der 2:2-Ausgleich gelang, womit es erneut zur Verlängerung kam. Nachdem diese torlos verlief, musste erstmals in der Geschichte großer Turniere ein Elfmeterschießen die Entscheidung bringen (acht Jahre zuvor hatte es noch ein Wiederholungsspiel gegeben). Nachdem die ersten vier tschechoslowakischen und die ersten drei deutschen Spieler ihre Elfmeter verwandelt hatten, trat Uli Hoeneß an, der schon zwei Jahre zuvor im Spiel gegen Polen einen Elfmeter verschossen hatte, geriet aber in Rückenlage und jagte den Ball in den Belgrader Nachthimmel. Anschließend machte Antonín Panenka mit einem schlitzohrig verwandelten Elfmeter alles klar, so dass der fünfte deutsche Schütze nicht mehr antreten musste. Wie vier Jahre zuvor Gerd Müller wurde auch Dieter Müller mit vier Toren Torschützenkönig.

Ebenfalls zur Geschichte der Nationalmannschaft gehört die sogenannte Schmach von Córdoba. Sie bezeichnet ein Spiel der Fußball-Weltmeisterschaft 1978 in Argentinien gegen Österreich. Der amtierende Fußballweltmeister Deutschland unterlag in Córdoba völlig überraschend der österreichischen Nationalmannschaft mit 2:3 und schied in der Zwischenrunde aus.

Die bundesdeutsche Mannschaft stand nach zwei Unentschieden gegen Italien und die Niederlande vor dem Österreich-Spiel mit 2:2 Punkten auf Platz drei in der Vierergruppe. Der Gruppensieger würde in das WM-Finale einziehen, der Gruppenzweite um den dritten Platz der WM spielen. Italien und die Niederlande (je 3:1 Punkte) mussten unentschieden spielen, damit Bundesdeutschland mit einem (deutlichen) Sieg gegen Österreich überhaupt noch eine Chance auf den Gruppensieg gehabt hätte. Da die Niederländer aber Italien mit 2:1 schlugen, hatte die DFB-Elf keine Chance mehr auf das WM-Finale. Es wurde im Österreich-Spiel somit nicht der Weltmeistertitel, sondern die Chance auf Platz drei verspielt. Helmut Schön trat nach der WM wie lange zuvor angekündigt von seinem Posten als Bundestrainer zurück.

Nach der WM 1978 trat Jupp Derwall die Nachfolge Helmut Schöns an. Unter seiner Leitung hatte die deutsche Mannschaft bis zur EM 1980 kein Spiel verloren, auch wenn nicht alle Resultate, zum Beispiel ein 0:0 in Malta, schmeichelhaft waren. Sie ging daher als einer der Favoriten in das Turnier. Bei der erstmals mit acht Mannschaften und einer Gruppenphase ausgetragenen EM 1980 in Italien kam es im ersten Spiel zur Revanche von Belgrad. In einem wenig spektakulären Spiel konnte sich die deutsche Mannschaft gegen die CSSR mit 1:0 revanchieren, im zweiten Spiel gegen die Niederländer führte die deutsche Mannschaft nach 66 Minuten durch drei Tore von Klaus Allofs mit 3:0, ehe es Rep (80./Elfmeter) und Willy van de Kerkhof (86.) wieder einmal spannend machten. Die deutsche Mannschaft konnte das 3:2 aber über die Zeit bringen. Im abschließenden Gruppenspiel reichte ein 0:0 gegen Griechenland zum Gruppensieg, der direkt ins Finale führte. Gegen Belgien, das sich überraschend gegen England, Spanien und den Gastgeber Italien durchgesetzt hatte, gelang Horst Hrubesch bereits nach zehn Minuten das 1:0. Aber nachdem Vandereycken in der 72. Minute durch einen Elfmeter der Ausgleich gelungen war, wurde es wieder einmal spannend. Erst in der 89. Minute war es erneut Hrubesch, der mit einem Kopfball den Siegtreffer erzielte und so Deutschland den zweiten EM-Titel bescherte. Und wieder kam der Torschützenkönig aus Deutschland – diesmal reichten Klaus Allofs die drei Tore aus dem Spiel gegen die Niederlande.

Deutschland galt zu Beginn der Fußball-Weltmeisterschaft 1982 als einer der Favoriten, auch wenn der amtierende Europameister bei der zuvor ausgetragenen Mundialito nicht überzeugen konnte. Aber die Mannschaft hatte sich mit acht Siegen in acht Spielen problemlos qualifiziert. Dennoch verlor Deutschland bereits sein Auftaktspiel gegen Algerien sensationell mit 1:2 und konnte das Weiterkommen erst durch Siege gegen Chile und Österreich sichern. Dabei ging die Partie gegen Österreich als Nichtangriffspakt von Gijón in die Fußballgeschichte ein. Sie wurde zum Skandal, weil beiden Mannschaften nach dem Ende des Spiels zwischen Algerien und Chile ein knapper Sieg Deutschlands zur Qualifikation für die Zwischenrunde genügte. Dementsprechend lief das Spiel in Gijón dann auch ab. Nach dem 1:0 für Deutschland durch Horst Hrubesch in der 11. Minute begnügten sich beide Mannschaften damit, den Ball im Mittelfeld hin und her zu spielen, ohne dem Gegner dabei bedrohlich nahe zu kommen. Folge dieses Spiels ist es, dass seither bei allen Turnieren die Partien des letzten Gruppenspieltags zeitgleich ausgetragen werden.

In der Zwischenrunde reichten Deutschland ein torloses Remis gegen England und ein Sieg gegen Gastgeber Spanien, da sich die bereits ausgeschiedenen Spanier und England ebenfalls torlos trennten, für den Einzug ins Halbfinale, in dem mit Frankreich und seinem Glanzmittelfeld Giresse, Tigana und Platini ein schwerer Kontrahent wartete. Die deutsche Führung in der 18. Spielminute glichen die Franzosen bereits in der 26. Minute aus, so dass das Spiel mit 1:1 in die Verlängerung ging. Zuvor hatte der deutsche Nationaltorhüter Toni Schumacher den auf sein Tor zulaufenden Patrick Battiston aus vollem Lauf mit der Hüfte erwischt. Der Franzose wurde bewusstlos, verlor außerdem drei Zähne und brach sich den Halswirbel. Schumacher, der Jahre später zu Battistons Hochzeit eingeladen wurde, nährte damit das anwachsende Bild des „hässlichen“ Deutschen. In der Verlängerung führten die Franzosen schnell mit 3:1, Deutschland glich jedoch durch Rummennige und Fischer aus. Im Elfmeterschießen verschoss erst Stielike für Deutschland, ehe nach dem Scheitern von Six und Bossis ein Elfmeter von Hrubesch für die Entscheidung sorgte.

Im Finale in Madrid musste Deutschland sich gegen Italien bewähren, das zuvor den Favoriten Brasilien mit 3:2 und Polen im Halbfinale mit 2:0 bezwungen hatte (alle fünf Tore wurden vom späteren Torschützenkönig Paolo Rossi erzielt). Rossi war es auch, dem in der zweiten Halbzeit der erste Treffer der Partie gelang; zuvor hatte Italien bereits einen Elfmeter vergeben. Nach weiteren Treffern von Tardelli und Altobelli war Breitners Anschlusstreffer zum 3:1-Endstand nur noch Ergebniskosmetik, Deutschland hatte zum zweiten Mal nach 1966 ein Weltmeisterschaftsendspiel verloren.

Die Europameisterschaft in Frankreich bescherte der Deutschen Mannschaft erstmals das Aus in der Gruppenphase bei einem großen Turnier. Schon die Qualifikation verlief holprig. Nach einer 0:1-Heimniederlage im vorletzten Spiel gegen Nordirland brauchte Deutschland im letzten Spiel gegen „Fußballzwerg“ Albanien einen Sieg um sich durch das bessere Torverhältnis zu qualifizieren. Das 1:0 der Albaner in der 23. Minute konnte Rummenigge zwar postwendend in der 24. Minute ausgleichen, es dauerte aber bis zur 80. Minute ehe Gerhard Strack mit seinem einzigen Länderspieltor das erlösende 2:1 gelang. In den Gruppenspielen hätte nach einem torlosen Remis gegen Portugal und einem 2:1-Sieg gegen Rumänien der deutschen Mannschaft ein erneutes Remis gegen Spanien zum Einzug ins Halbfinale gereicht, und bis zur 90. Minute sah es auch danach aus, dann machte aber Maceda diesen Traum zunichte und sorgte so für den vorzeitigen Abschied von Bundestrainer Jupp Derwall.

Sein Nachfolger wurde Franz Beckenbauer und da dieser keine Trainerlizenz besaß wurde erstmals die Funktion des Teamchefs eingeführt. Die Qualifikation für die WM in Mexiko, stand bereits nach 6 Spielen, von denen die ersten fünf gewonnen wurden fest, so dass sich Deutschland im vorletzten Spiel gegen Portugal erstmals eine Niederlage in einem WM-Qualifikationsspiel erlauben konnte.

Bei der WM 1986 in Mexiko wurde die Mannschaft der Bundesrepublik unter der Führung von Teamchef Franz Beckenbauer erneut Vizeweltmeister und das argentinische Team durch einen 3:2-Sieg gegen die deutsche Elf zum zweiten Mal Weltmeister. Besonders unrühmlich bei dieser Weltmeisterschaft war, dass mit Uli Stein erstmals ein Spieler während des laufenden Turniers nach Hause geschickt wurde. Überzeugen konnte die Mannschaft bei der WM erst im Halbfinale, das wie vier Jahre zuvor gegen Frankreich gewonnen wurde. In der Gruppenphase belegte Deutschland nach einem Remis gegen Uruguay, einem Sieg gegen Schottland und einer Niederlage gegen Dänemark nur den zweiten Platz. Das Achtelfinale gegen die Marokkaner, die sich in ihrer Gruppe gegen die stärker eingeschätzten Portugiesen durchgesetzt hatten, wurde erst in der 88. Minute durch ein Freistoßtor von Matthäus entschieden und das Viertelfinale gegen Mexiko wurde erst im Elfmeterschießen gewonnen, bei dem Schumacher zwei Elfmeter halten konnte.

Die Europameisterschaft 1988 im eigenen Land sollte Teamchef Beckenbauer nach der Vize-Weltmeisterschaft zwei Jahre zuvor den ersten Titel bescheren, aber nach einem glücklichen 1:1 gegen Italien in der Vorrunde und zwei 2:0-Siegen gegen Dänemark und Spanien, war im Halbfinale gegen die Niederländer Endstation. Deutschland war zwar durch einen von Matthäus in der 55. Minute verwandelten Elfmeter in Führung gegangen, den Niederländern gelang aber ebenfalls durch einen Elfmeter in der 74. Minute der Ausgleich. Als sich beide Teams schon auf eine Verlängerung eingestellt hatten, nutzte Marco van Basten die einzige Unaufmerksamkeit von Jürgen Kohler zum 2:1-Siegtreffer. Im Finale in München zelebrierten die Niederländer dann Traumfußball und wurden verdient Europameister.

Die Qualifikation zur Weltmeisterschaft 1990 führte Deutschland und die Niederlande erneut zusammen. Beide Spiele endeten remis und da Deutschland in Wales nur ein 0:0 gelang war im letzten Spiel ein Sieg gegen die Waliser notwendig um sich noch als einer der beiden besten Gruppenzweiten qualifizieren zu können. Die Waliser gingen aber in der 11. Minute in Führung. Rudi Völler in der 25. und Thomas Häßler in der 48. Minute sorgten aber letztendlich für die glückliche Qualifikation.

Bei der Fußball-Weltmeisterschaft 1990 in Italien starte Deutschland furios. Mit einem 4:1 gegen Geheimtipp Jugoslawien gelang ein überzeugender Start. Auch das zweite Spiel gegen die Vereinigten Arabischen Emirate wurde mit 5:1 gewonnen. Im dritten Spiel gegen Kolumbien konnte erst in der 88. Minute das 1:0 erzielt werden, durch eine Unachtsamkeit in der Schlussminute wurde der Sieg aber noch verspielt. Im Achtelfinale kam es erneut zum Aufeinandertreffen mit den Niederländern. Die Partie begann hektisch, in der 22. Minute wurden Frank Rijkaard und Rudi Völler wegen einer Unsportlichkeit vom Platz gestellt. Letztlich schwächte diese Hinausstellung die Niederländer stärker, da damit die Achse „Rijkaard-Gullit-van Basten“ gesprengt war, während auf Deutscher Seite Jürgen Klinsmann die Hinausstellung von Völler durch eine seiner besten Leistungen in der Nationalmannschaft kompensierte und in der 51. Minute das 1:0 erzielte. Nach einem Tor von Brehme in der 85. Minute gelang trotz des 1:2-Anschlusstreffers in der 89. Minute der Viertelfinaleinzug gegen die Tschechoslowakei. Dieses wurde durch ein Elfmetertor von Matthäus entschieden, die Mannschaft zeigte hierbei aber die schwächste Turnierleistung. Das Halbfinale war erneut dramatisch, nach 120 Minuten stand es gegen England 1:1 und das Elfmeterschießen musste entscheiden. Für England war es das erste Elfmeterschießen und der Beginn eines lang anhaltenden Elfmetertraumas. Nach dem mit 4:3 gewonnenen Elfmeterschießen stand die deutsche Elf als erste Mannschaft zum dritten Mal hintereinander im WM-Finale. Erneut hieß der Endspielgegner Argentinien. Mit einem knappen, aber hochverdienten 1:0-Sieg (Andreas Brehme durch Foulelfmeter) war der dritte und vorerst letzte WM-Titel perfekt. Franz Beckenbauer ragt in der Geschichte des DFB und der Nationalmannschaft seitdem besonders heraus, weil es dem „Kaiser“ gelang, in Doppelfunktion Weltmeister zu werden: als Kapitän 1974 und als Trainer 1990.

Durch den dritten Titel stieg die deutsche Mannschaft zum erfolgreichsten Nationalteam bei Weltmeisterschaften auf, da sie zu diesem Zeitpunkt die meisten Spiele der WM-Geschichte hatte (67) und durch die drei Vizeweltmeisterschaften öfter im Finale stand als Brasilien und Italien (beide ebenfalls drei Titel, aber jeweils nur drei beziehungsweise vier Endspielteilnahmen). Aber schon bei der WM 1994 wurde die deutsche Elf wieder von Brasilien abgelöst.

Nach der Weltmeisterschaft trat Franz Beckenbauer als Teamchef zurück, sein Nachfolger wurde Berti Vogts, der zuvor Nachwuchs- bzw. Jugendtrainer beim DFB war und von 1986 bis 1990 zum Trainerstab von Beckenbauer gehörte. Seine erste Aufgabe war die Qualifikation für die Fußball-Europameisterschaft 1992 in Schweden, bei der er sich gegen Wales durchsetzen konnte.

Bei der Qualifikation trat erstmals eine gesamtdeutsche Mannschaft an. Kurioserweise war die DDR zuvor in die deutsche Qualifikationsgruppe gelost worden, das Qualifikationsspiel der DDR gegen Belgien war das letzte Spiel der DDR-Nationalmannschaft. Es wurde aber nach der Wiedervereinigung und dem Rückzug der DDR-Nationalmannschaft aus der Wertung genommen. Das ursprünglich als „Fest des deutschen Fußballs“ geplante „Vereinigungsspiel“ gegen die DFV-Auswahlmannschaft am Tag der Wiedervereinigung wurde nach Gewaltandrohungen von Hooligans und auf Grund des schlechten baulichen Zustandes des Leipziger Zentralstadions abgesagt. Am 19. Dezember 1990 trat dann bei einem Spiel gegen die Schweiz in Stuttgart erstmals eine gesamtdeutsche Mannschaft an.

Nach eher dürftigen Leistungen in der EM-Vorrunde, unter anderem einem 1:3 gegen die Niederlande, erreichte die deutsche Mannschaft nach ihrem besten Spiel gegen Gastgeber Schweden zum vierten Mal das Finale einer EM. Sie gingen somit als Favorit ins Finale, denn die Dänen, die nur durch den Ausschluss Jugoslawiens nachgerückt waren, schienen schon im Halbfinale, das sie durch Elfmeterschießen gegen die Niederlande gewannen, am Ende ihrer Kräfte zu sein. Die deutsche Mannschaft fand aber in keiner Phase zu ihrem Spiel und verlor verdient mit 0:2. Immerhin konnte sich Karlheinz Riedle mit drei anderen Spielern die Torjägerkrone teilen, alle vier hatten je drei Tore geschossen.

Bei der WM 1994 in den USA, für die Deutschland als Titelverteidiger qualifiziert war, gewann die deutsche Mannschaft erstmals als amtierender Weltmeister das Eröffnungsspiel, wobei zum Sieg gegen Bolivien ein 1:0 reichte. Nach einem 1:1-Unentschieden gegen Spanien wurde Südkorea knapp mit 3:2 bezwungen und die Mannschaft Gruppenerster. Unrühmlich war das Verhalten von Stefan Effenberg, der in diesem Spiel von deutschen Fans provoziert worden war und dies mit dem ausgestreckten Mittelfinger quittierte. Für diese Geste wurde er von Bundestrainer Vogts aus der Mannschaft ausgeschlossen. Im Achtelfinale kam es gegen Belgien zu einem weiteren 3:2. Anschließend musste Deutschland im Viertelfinale gegen Bulgarien, das zuvor noch bei keiner Weltmeisterschaft über das Achtelfinale hinausgekommen war, nach anfänglicher Führung eine 1:2-Niederlage einstecken. Die deutsche Mannschaft kam somit erstmals seit der WM 1978 nicht unter die besten Vier des Turniers.

Bei der Qualifikation zur Euro 1996 trafen Deutschland und Bulgarien erneut aufeinander. Das Hinspiel in Sofia konnten wieder die Bulgaren gewinnen, diesmal mit 3:2. Im für die Qualifikation bedeutungslosen Rückspiel (beide wären auch bei einer Niederlage als einer der besten Gruppenzweiter qualifiziert gewesen) gelang Deutschland mit 3:1 die Revanche und damit die Qualifikation als Gruppensieger.

In England gewann die Mannschaft unter Nationaltrainer Berti Vogts dank des ersten Golden Goals der EM-Geschichte durch Oliver Bierhoff zum dritten und bislang letzten Mal eine Europameisterschaft und erreichte als erste Mannschaft zum fünften Mal das Finale. Das Turnier in England wurde erstmals mit 16 Mannschaften ausgetragen. Die Vorrunde beendete Deutschland mit einem 2:0 gegen Tschechien, einem überzeugenden 3:0 gegen Russland und einem glücklichen 0:0 gegen Italien, bei dem Andreas Köpke einen Elfmeter hielt ohne Gegentor. In einem spannenden Viertelfinale konnte Kroatien mit 2:1 besiegt werden, ehe es im Halbfinale zum erneuten Elfmeter-Krimi gegen England kam. Wie sechs Jahre zuvor bei der WM 1990 in Italien hatten auch diesmal die deutschen Spieler die besseren Nerven, so dass es im Finale zum erneuten Aufeinandertreffen mit den Tschechen kam. Diese gingen in der 59. Minute durch einen Elfmeter in Führung, und es dauerte bis zur 73. Minute, ehe Bierhoff der Ausgleich gelang. Sein zweites Tor in der Verlängerung beendete dann das Spiel vorzeitig und bescherte Deutschland den dritten Titel.

Die direkte Qualifikation zur WM 1998 gelang erst am letzten Spieltag durch ein dramatisches 4:3 gegen Albanien, die durch ein Eigentor von Kohler in der 55. Minute in Führung gegangen waren und die zwischenzeitlichen Führungen durch Helmer, Bierhoff und Marschall immer wieder ausgleichen konnten. Erst in der 90. Minute gelang Oliver Bierhoff der 4:3-Siegtreffer.

Als amtierender Europameister trat Deutschland bei der WM 1998 in Frankreich an. In einer politisch brisanten Gruppe (Deutschland hatte früh die von Jugoslawien abgespaltenen Teilrepubliken anerkannt, die USA und der Iran befinden sich seit der Islamischen Revolution in permanenter Konfrontation) mit Jugoslawien, der USA und Iran wurde Deutschland Gruppenerster: Nach dem 2:0 gegen die USA folgten ein 2:2 nach 0:2-Rückstand gegen Jugoslawien und ein 2:0 gegen den Iran. Das zweite Spiel wurde von Ausschreitungen deutscher Hooligans in Lens überschattet, bei denen der französische Polizist Daniel Nivel lebensgefährlich verletzt wurde. Ein Ausschluss Deutschlands vom Turnier stand zur Debatte. Nach einem hart erkämpften 2:1 gegen Mexiko traf Deutschland im Viertelfinale wie bereits bei der vorhergegangenen Europameisterschaft auf Kroatien. Nach einem Platzverweis gegen Christian Wörns verloren die Deutschen 0:3 – die höchste Endrunden-Niederlage seit dem 3:6 gegen Frankreich bei der WM 1958. Kurz nach der Weltmeisterschaft trat Bundestrainer Berti Vogts von seinem Posten zurück, nachdem die Nationalmannschaft in zwei Testspielen wieder nicht überzeugen konnte. Sein Nachfolger Erich Ribbeck war der einzige Bundestrainer, der keine Mannschaft bei einer WM betreute.

Der Konföderationen-Pokal – der aus dem König-Fahd-Pokal hervortrat – war für den Deutschen Fußballbund zunächst wenig interessant, passte den meisten Bundesligavereinen doch die Terminierung bei einer zunehmenden Belastung durch internationale Wettbewerbe nicht ins Konzept. Daher verzichtete der DFB auf die Teilnahme am Konföderationen-Pokal des Jahres 1997, obwohl die Nationalmannschaft als amtierender Europameister qualifiziert war. Stattdessen nahm der Vizeeuropameister Tschechien teil.

Bei der Austragung für den Konföderationen-Pokal des Jahres 1999 sah man sich im Zuge der Bewerbung für die WM 2006 „gezwungen“, als Europameister des Jahres 1996 doch an dem in Mexiko stattfindenden Turnier teilzunehmen. Die von Erich Ribbeck betreute Mannschaft nahm aber ohne große Vorbereitung die Strapazen auf sich und musste gleich im ersten Spiel gegen Brasilien eine herbe 0:4-Niederlage einstecken. Das zweite Spiel gegen den Ozeanienmeister Neuseeland wurde zwar 2:0 gewonnen, das dritte Spiel gegen die USA jedoch mit 0:2 verloren, so dass Deutschland erstmals seit 1984 bei einem Turnier in der Vorrunde ausschied.

Die Qualifikation für die Euro 2000 begann mit einer 0:1-Niederlage in der Türkei, da aber die folgenden sechs Qualifikationsspiele gewonnen wurden, reichte zur direkten Qualifikation im letzten Spiel ein 0:0 gegen die Türkei, bei dem Deutschland erstmals auf heimischem Boden ein „Auswärtsspiel“ bestritt, denn im Münchner Olympiastadion waren mehr türkische als deutsche Zuschauer.

Nachdem eine Revolte der Spieler gegen Trainer Erich Ribbeck abgewehrt werden konnte, startete man schlecht in die Fußball-Europameisterschaft 2000. Gegen den Außenseiter der Gruppe, Rumänien, erreichte man mit Müh und Not ein 1:1-Unentschieden. Im Klassiker gegen England steigerte man sich zwar kämpferisch, verlor aber aufgrund eines Treffers von Alan Shearer mit 0:1. Damit sollte das Vorrundenaus besiegelt sein, schließlich rechneten wenige Beobachter mit einem Sieg gegen Portugal bei einem gleichzeitigen Unentschieden der Rumänen gegen England. Da Rumänien aber sogar gewann, war es umso bitterer, dass die DFB-Elf gegen die B-Mannschaft der bereits qualifizierten Portugiesen eine 0:3-Niederlage einstecken musste. Diese herbe Niederlage besiegelte schließlich das Ende der Ära Ribbeck, den einige als den Totengräber des deutschen Fußballs bezeichneten. Rudi Völler übernahm daraufhin das Amt des Bundestrainers. Dass das Niveau nach Aussage Ribbecks bei Europameisterschaften aufgrund der kleineren Anzahl von Fußball-Zwergen mittlerweile höher sei als bei Weltmeisterschaften, zeigte sich auch im folgenden EM-Turnier 2004.

Mit der Niederlage gegen Portugal endete auch die Ära Matthäus, der als einziger Nationalspieler mehr als 20 Jahre in der Nationalmannschaft gespielt hatte.

Rudi Völler gelang in seinem ersten Spiel mit 4:1 gegen eine noch in der Saisonvorbereitung steckende spanische Mannschaft und einem 1:0 gegen England im letzten Spiel im alten Wembley-Stadion auch ein verheißungsvoller Auftakt. Für die Qualifikation zur Weltmeisterschaft musste die Mannschaft aber in die Relegation gegen die Ukraine, da in der Gruppe nach einer 1:5-Heimniederlage gegen England und einem 0:0 im letzten Spiel gegen Finnland, auf Grund des schlechteren Torverhältnisses, nur der zweite Platz belegt wurde.

Bei der WM 2002 gelang aber der Einzug ins Endspiel, in dem erstmals die beiden Nationalmannschaften aufeinander trafen, die bis dahin die meisten WM-Spiele und die meisten Finalteilnahmen aufzuweisen hatten: Brasilien und Deutschland. Dabei konnten die Deutschen die Erwartungen, die das 8:0 im Auftaktspiel gegen Saudi-Arabien auslöste, lediglich durch die Ergebnisse erfüllen. Diesem höchsten Sieg einer deutschen Mannschaft bei einer Weltmeisterschaft folgten ein hart umkämpftes 1:1 gegen Irland und ein 2:0 gegen Kamerun. Deutschland zog mit drei 1:0-Siegen gegen Paraguay, die USA und Südkorea in der K.o.-Runde ins Finale ein. Dank des überragenden Oliver Kahn, der mit der Lev-Yashin-Trophäe für den besten Torhüter und dem Adidas Golden Ball für den besten Spieler des Turniers ausgezeichnet wurde, gelangen drei 1:0-Siege und damit der siebte Einzug in ein WM-Finale. Ohne den gelbgesperrten Michael Ballack, der im Viertel- und Halbfinale den Siegtreffer geschossen hatte, machte die deutsche Mannschaft im Finale ihr bestes Spiel in der K.o.-Runde. Erst in der 67. Minute nutzte Ronaldo einen Fehler von Oliver Kahn zum 1:0. Ein weiteres Ronaldo-Tor in der 79. Minute entschied das Spiel.

Für den Konföderationen-Pokal 2003 war man als Vizeweltmeister ebenfalls qualifiziert, verzichtete aber erneut auf die Teilnahme. Weil die WM-Ausrichtung schon in trockenen Tüchern war, konnte man sich einen Verzicht wiederum leisten.

Pikanterweise traf man in der Qualifikation für die EM 2004 auf die vom ehemaligen Bundestrainer Berti Vogts betreuten Schotten. Das erste Spiel in Glasgow endete 1:1, durch ein 2:1 am vorletzten Spieltag in Dortmund gegen Schottland gelang die Qualifikation, während die Schotten in der Relegation gegen die Niederländer ausschieden. Bei der Europameisterschaft in Portugal musste die Mannschaft wieder die frühe Heimreise antreten. Hatten die deutschen Anhänger nach dem Unentschieden gegen die Niederlande Hoffnung, besiegelten schwache Leistungen beim 0:0 gegen Lettland und der Niederlage gegen die B-Elf von Tschechien das vorzeitige Ausscheiden. Rudi Völler trat anschließend von seinem Amt zurück. Dieser überraschende Rückzug zwei Jahre vor der WM im eigenen Land stellte den DFB vor die schwierige Aufgabe, einen Nachfolger zu finden. Die zu diesem Zweck gebildete „Trainerfindungskommission“ handelte sich aber viele Absagen ein (unter anderen von Ottmar Hitzfeld, Morten Olsen und Arsène Wenger). Nach wochenlanger Suche übernahm den Posten schließlich Jürgen Klinsmann, der der DFB-Führung von Berti Vogts empfohlen worden war.

Da der Confed-Cup in den Jahren vor der Weltmeisterschaft zum Testturnier für die Weltmeisterschaft umgemünzt wurde, war Deutschland 2005 verpflichtet, dieses Turnier auszurichten. Um die Stimmung im Hinblick auf die WM zu verbessern, bot Bundestrainer Jürgen Klinsmann – im Gegensatz zu den späteren Finalisten Argentinien und Brasilien – die seinerzeit nach seiner Meinung besten deutschen Spieler auf. Allerdings hatte Klinsmann die knapp ein Jahr zuvor von Rudi Völler übernommene Mannschaft verjüngt und ihr ein neues, sehr offensives Konzept gegeben. Dies führte dann gegen Australien zu einem wahren Torefestival, an dessen Ende ein 4:3-Sieg für die deutsche Mannschaft stand. Gegen Tunesien gelang es dann sogar beim 3:0, „hinten dicht zu halten“. Gegen die spielstarken, aber nicht in Bestbesetzung angetretenen Argentinier reichte es – im Übrigen ohne Kapitän Michael Ballack – „nur“ zu einem 2:2, was trotzdem den Gruppensieg einbrachte.

Da Brasilien in der anderen Gruppe überraschend gegen Mexiko verloren hatte, kam es im Halbfinale zur Revanche für das WM-Finale von 2002. Die individuelle Klasse der Brasilianer, insbesondere des bei Inter Mailand tätigen Adriano, der zwei Treffer zum 3:2-Sieg der Brasilianer beisteuerte, verhinderte erneut einen Sieg gegen den Rekordweltmeister. So reichte es nur für das „kleine Finale“, in dem die Mexikaner, die ihr Halbfinale erst im Elfmeterschießen gegen Argentinien verloren hatten, der Gegner waren. Erneut kam es zu einem „Tag der offenen Tür“, bei dem die deutsche Mannschaft nach 120 Minuten mit 4:3 die Nase vorn hatte.

Vor Beginn der Heim-WM 2006 wurden die Erfolgsaussichten des DFB-Teams in der Öffentlichkeit eher pessimistisch beurteilt, nicht zuletzt aufgrund schwacher Testspiele (wie dem 1:4 gegen Italien oder einem hart erkämpften 2:2 gegen Japan). Bundestrainer Jürgen Klinsmann, mit neuen Trainingsmethoden und einem vierköpfigen Team (Joachim Löw, Oliver Bierhoff, Andreas Köpke), dagegen erklärte das Erringen des Weltmeistertitels im eigenen Land zum Ziel.

Beim offiziellen Eröffnungsspiel gegen Costa Rica zeigte die deutsche Mannschaft über weite Strecken den vom Bundestrainer anvisierten Angriffsfußball, offenbarte aber beim 4:2-Sieg auch die bekannten Schwächen in der Abwehr. Gegen die auf ein Unentschieden spekulierende polnische Mannschaft wollte lange Zeit über kein Tor fallen, bis kurz vor Schluss der zuvor eingewechselte Oliver Neuville nach einer Flanke des ebenfalls eingewechselten David Odonkor den erlösenden Siegtreffer erzielte. Dieser erste Erfolg über eine europäische Mannschaft in einem Turnier seit 1996 und die Umstände seines Entstehens lösten in Deutschland eine Begeisterungswelle aus. Nach dem klaren 3:0-Erfolg gegen Ecuador hatte das DFB-Team die erfolgreichste Vorrunde seit der WM 1970 absolviert.

Im Achtelfinale traf man auf Schweden, das durch zwei frühe Tore mit 2:0 besiegt wurde. Im Viertelfinale lautete der Gegner Argentinien, das mit ihrem Spielmacher Juan Riquelme und starken Leistungen imponiert hatte. Das DFB-Team setzte sich nach einem 1:1 nach Verlängerung letztendlich dank zweier Paraden von Jens Lehmann mit 4:2 nach Elfmeterschießen durch. Deutschland verpasste nach einem 0:2 nach Verlängerung gegen Italien den Einzug ins Finale der WM 2006. Durch einen 3:1-Sieg gegen Portugal wurde Deutschland Dritter. Mit Miroslav Klose wurde zum zweiten Male nach 1970 (Gerd Müller) ein deutscher Spieler Torschützenkönig einer Weltmeisterschafts-Endrunde. Eine weitere Auszeichnung erhielt Kloses Sturmpartner Lukas Podolski, welcher zum besten Nachwuchsspieler der WM gewählt wurde.

Insgesamt zeigte die Mannschaft eine überzeugende Leistung und wurde von der internationalen Presse dafür gewürdigt. Im eigenen Land wurde sie als „Weltmeister der Herzen“ bezeichnet, weil sie wegen ihrer Spielfreude in einem ansonsten von der Defensive geprägten Turnier die Zuschauer begeistern konnte.

Nach der erfolgreichen Weltmeisterschaft 2006 und dem Rücktritt von Jürgen Klinsmann als Teamchef konnte sich die deutsche Mannschaft unter dem neuen Bundestrainer Joachim Löw als erstes Team für die Fußball-Europameisterschaft 2008 qualifizieren. Bereits nach neun absolvierten Partien war Deutschland die Teilnahme an der Endrunde nicht mehr zu nehmen. Nach der erfolgreichen Qualifikation verlor die Mannschaft aber das darauf folgende Heimspiel gegen Tschechien und wurde am Ende der Qualifikation mit zwei Punkten Rückstand Zweiter der Qualifikationsgruppe D. In der Qualifikation erzielte die Mannschaft die meisten Tore aller Teilnehmer. Prestigeträchtig war ferner ein 2:1-Auswärtserfolg im Freundschaftsspiel gegen England.

Bei der Fußball-Europameisterschaft 2008 besiegte die deutsche Nationalmannschaft unter Joachim Löw in der Vorrunde zunächst Polen, unterlag dann Kroatien mit 1:2, und zog schließlich durch ein 1:0 gegen Österreich als Gruppenzweiter ins Viertelfinale ein, wo sie auf Portugal traf und mit einem 3:2 zum siebten Mal das Halbfinale einer EM erreichte. Während des Spieles konnte Löw die Mannschaft nicht betreuen, da er wegen eines Tribünenverweises im Spiel gegen Österreich für das Viertelfinale gesperrt war. Seinen vorläufigen Kader für die EM hatte Löw am 16. Mai auf dem höchsten Berg Deutschlands, der Zugspitze, benannt um sein Motto „Bergtour“ zu unterstreichen.

Am 25. Juni siegten sie im Halbfinalspiel gegen die Türkei mit 3:2 und standen damit zum sechsten Mal im Finale einer Europameisterschaft, wo sie auf Spanien trafen.

Im Endspiel gegen Spanien am 29. Juni unterlag die deutsche Mannschaft mit 0:1 und wurde somit Vize-Europameister 2008.

Die ersten großen Fußballturniere fanden bei den Olympischen Spielen statt, zunächst 1900 und 1904 als Demonstrationssportart mit Vereinsmannschaften, 1908 als offizielle olympische Sportart. Deutsche Mannschaften nahmen aber in diesen Jahren noch nicht teil. Insgesamt war man nur bei drei von sieben Turnieren für A-Nationalmannschaften dabei.

Die Deutsche Nationalmannschaft ist nach Brasilien (fünf Titel) und Italien (vier WM-Titel) die erfolgreichste Fußballnationalmannschaft der Welt. Bereits siebenmal stand sie im Endspiel einer Fußball-Weltmeisterschaft. Dreimal (1954, 1974 und 1990) konnte die deutsche Mannschaft den Weltmeistertitel gewinnen, viermal (1966, 1982, 1986, 2002) ging sie als Vize-Weltmeister vom Platz. Hinzu kommen drei dritte Plätze bei den WM-Endrunden 1934, 1970 und 2006. Mit Ausnahme der Turniere 1930 und 1950 hat das DFB-Team an allen Weltmeisterschaften teilgenommen, wobei sie 1930 verzichtete (Weltwirtschaftskrise, Aufwendungen für eine Teilnahme in Uruguay konnten nicht aufgebracht werden) und sich 1950 nicht qualifizieren durfte (der DFB gründete sich erst 1949 neu, aufgrund des Krieges wurde er 1945 aufgelöst). Zusammen mit Brasilien hat sie mit 92 Spielen die meisten WM-Spiele bestritten. Bei der WM 1974 nahm zudem die Auswahl des DDR-Verbandes DFV teil.

Die bundesdeutsche Fußballnationalmannschaft konnte sich seit 1972 für alle Europameisterschaftsendrunden qualifizieren und ist damit die Mannschaft mit den meisten Teilnahmen. Bei den ersten Turnieren 1960 und 1964 war man an einer Teilnahme allerdings noch nicht interessiert, da Bundestrainer Sepp Herberger sich durch die EM beim Aufbau für die WM gestört fühlte. Erst unter seinem Nachfolger Helmut Schön wollte sich die Mannschaft erstmals qualifizieren, scheiterte aber dabei. Bei der ersten gelungenen Qualifikation 1972 wurde dann aber sofort der erste Titel gewonnen und mit zwei weiteren Titeln ist Deutschland derzeit Rekordeuropameister. Seitdem nahm Deutschland an allen Endrunden teil und ist das einzige Land, das an allen 1980 bis 1992 mit acht Mannschaften ausgetragenen Turnieren teilnahm. Dreimal schied man aber auch in der Vorrunde aus, was jeweils zu Trainerwechseln führte. Im ersten Spiel der Endrunde der EM 2008 konnte Deutschland erstmals nach zwölf Jahren wieder ein Spiel bei einer Endrunde gewinnen, bei den Turnieren 2000 und 2004 war die Mannschaft sieglos geblieben.

Die Nationalmannschaft nahm bisher zweimal, 1999 als Europameister und 2005 als Gastgeber, am Konföderationen-Pokal teil, zweimal (1997 und 2003) verzichtete man als qualifizierter Europa- bzw. Vizeweltmeister auf die Teilnahme. Für den Konföderationen-Pokal 2009 ist Deutschland nicht qualifiziert.

Die deutsche Nationalmannschaft bestreitet ihre Heimspiele in weißen Trikots und schwarzen Hosen, den Farben Preußens. Weiß, oft auch mit rot, war oder ist zudem auch in anderen Sportarten bei deutschen Sportlern in Gebrauch, bei den Leichtathleten, im Skisport und sogar im Motorsport (abgesehen von den Silberpfeilen). Diese Tradition stammt noch aus den Anfangsjahren der Nationalmannschaft und überstand die verschiedenen politischen Neuordnungen Deutschlands. In diesen Farben gewann Deutschland die jeweils drei WM- und EM-Titel, verlor aber auch 1966 gegen die ausnahmsweise in rot spielenden Engländer, 1970 und 1982 gegen Italien sowie 2002 gegen Brasilien. Die Paarung einer Mannschaft in Gelb-Blau-Weiß gegen eine in Weiß-Schwarz-Weiß wäre noch in den 1970er Jahren mit Rücksicht auf Schwarz-Weiß-Fernseher undenkbar gewesen.

Die Farbe des Auswärtstrikots wechselte häufiger, die meisten Auswärtsspiele – in denen es nicht möglich war mit weißen Trikots zu spielen – bestritt sie mit grünen Trikots und weißen Hosen, den Farben des DFB beziehungsweise denen eines Spielfeldes. Wichtige Spiele in diesen Farben waren zum Beispiel 1954 der 6:1-Sieg im Halbfinale gegen Österreich, 1972 der 3:1-Sieg im Wembley-Stadion oder die 2:3-Niederlage gegen Argentinien 1986 in Mexiko. Kurioserweise führten die Argentinier ihre Niederlage im WM-Finale 1990 auch darauf zurück, dass sie nun diesmal in ihren blauen Reserve-Trikots spielen mussten und nicht in ihren hellblau-weiß-gestreiften Trikots und schwarzen Hosen antreten konnten wie vier Jahre zuvor. Abgesehen von grün kamen zwischenzeitlich auch ein graues und ein schwarzes Trikot zum Einsatz. Seit dem Amtsantritt von Jürgen Klinsmann wird rot als alternative Farbe bevorzugt und anfangs und zuletzt am 27. Mai 2008 gegen Weißrussland auch in einigen Heimspielen eingesetzt. Die rote Farbe wurde gewählt, da Mannschaften in Rot temperamentvoller wirken. Für Zuschauer sind die Spieler in roten Hemden besser sichtbar als in grünen. Aber bereits am 14. April 1911 spielte Deutschland in roten Jerseys und schwarzen Hosen gegen England.

Bei den Olympischen Spielen 1928 spielte die Nationalmannschaft in weißen Hemden mit rotem Brustring und weißen Hosen.

Im Spiel um Platz drei bei der WM 1970 und bei der „Wasserschlacht von Frankfurt“ gegen Polen spielte Deutschland ganz in Weiß, also auch mit weißen Hosen.

Bis zur WM 1986 waren die „Heimtrikots“ der deutschen Nationalelf ausschließlich in Weiß und Schwarz gehalten. Erst in Mexiko gab es einen allerersten Farbklecks auf dem geschneiderten Stoff zu entdecken: Teile des Kragens waren in den Nationalfarben Schwarz-Rot-Gold gehalten. Zudem wurde auch zeitweise das Markenzeichen des Ausrüsters, die „drei Streifen“, in Schwarz-Rot-Gold auf Weiß ausgeführt. Zwei Jahre später dann eine kleine Revolution: Ein schwarz-rot-goldgelber Streifen zog sich bei der Europameisterschaft 1988 im eigenen Land in Form einer Fieberkurve quer über das deutsche Trikot. Jenes Design brachte zwei Jahre später – bei der WM 1990 in Italien – noch mehr Glück. Deutschland wurde in diesem Dress Weltmeister, nach 1954 und 1974 zum dritten Mal.

1992 bei der EM in Schweden gab es weitere Neuerungen: erstmals prangte, in den US-Profiligen längst üblich, auf dem Rücken der Nachname des jeweiligen Spielers. Zudem wurde die Rückennummer zusätzlich in Kleinformat auf die Vorderseite der Trikots geflockt, bislang war nur die Hose mit der Nummer markiert. Die Schwarz-Rot-Gold-Streifen fanden sich diesmal in Höhe der Schultern wieder. Das WM-Trikot von 1994 mit dem sogenannten „Schwingen-Design“ sollte die Schwingen des deutschen Adlers symbolisieren – jene Trikots wurden allerdings kontrovers diskutiert. Zur EM 1996 besann man sich wieder alter Traditionen und trug ein rein weißes Trikot mit einem schwarzen Wappen auf der linken Brust auf dem in Weiß der Bundesadler aufgestickt war. Eine Neuerung waren die drei Sterne für die drei WM-Titel in Schwarz-Rot-Gold über dem Wappen.

1998 zur WM in Frankreich brachte der Ausrüster wieder etwas mehr Farbe auf das weiße Dress und zwar passend zum Ausrüster-Logo drei Streifen in den deutschen Nationalfarben, die quer über die Brust gingen. Unter beiden Ärmeln war ein breiter schwarzer Streifen angebracht. Für viele sehr einfallslos wirkte das Trikot zur EM 2000. Weiß und Grau waren die dominierenden Farben (weißes Hemd und graue Ärmel). Auch 2002 sparte man an Farben und lief in Asien bei der WM in strahlendem Weiß auf, einzig der Kragen und der Ärmel-Bund waren schwarz abgesetzt. Dieses Jersey sollte an die Trikots der beiden Fußball-Weltmeistertitel von 1954 und 1974 erinnern und ein gutes Omen sein. In Portugal zur EM 2004 wurden die Ärmel des Trikots zu Deutschlandfahnen, und zur WM 2006 im eigenen Land wurden geschwungene Linien in Schwarz-Rot-Gold auf dem Trikot angebracht.

Bei der WM 2006 bestritt Deutschland alle Spiele mit weißen Trikots und schwarzen Hosen. Dies wurde von der FIFA so festgelegt, obwohl bei einer WM auch der Gastgeber nicht automatisch in jedem Spiel „Heimrecht“ genießt.

Die Ausrüstung der Nationalmannschaft wird traditionell von der Firma Adidas gestellt. Ein Mitarbeiter der Firma – in früheren Jahren der Firmengründer Adolf Dassler – gehört bei großen Turnieren zum Betreuerstab der Mannschaft, bei der WM 2006 war das der frühere Bundesligaprofi Manfred Drexler. In der Vergangenheit kam es auch öfter zu Problemen mit einzelnen Spielern, wie beispielsweise Günter Netzer, wenn diese in ihren Vereinen oder durch Privatverträge Schuhe anderer Hersteller trugen. Der DFB konnte sich in diesen Fällen aber immer durchsetzen, so dass die Nationalmannschaft „einheitlich“ antrat. Seit dem EM-Qualifikationsspiel gegen Irland am 2. September 2006 ist es den Spielern freigestellt, Fußballschuhe und Torwarthandschuhe anderer Ausrüster zu tragen.

Mit dem Trikot zur Europameisterschaft 2008 lief die deutsche Mannschaft erstmals am 17. November 2007 gegen Zypern auf. Dabei erstreckt sich ein schwarz-rot-goldener Ring über die Brust. Der schwarze Streifen ist um vieles breiter, um den weiß gehaltenen Trikotnummern einen erkennbaren Hintergrund zu geben. Auch der Adler ist wie zur EM 1996 weiß auf schwarzem Grund. Das neue rote Auswärtstrikot mit einem breiten schwarzen Mittelstreifen soll an das erste Länderspieltrikot im Jahr 1908 erinnern. Die drei Sterne auf dem Trikot stehen für die drei gewonnenen Weltmeisterschaften 1954, 1974 und 1990. Im EM-Kader 2008 trugen elf Spieler der Nationalelf Schuhe von Adidas, sieben Spieler (u.a. Miroslav Klose) von Nike und vier Spieler (u.a. Mario Gómez) Schuhe von Puma. Die Schuhe von Adidas für die Spieler der Nationalelf werden in Scheinfeld in Deutschland hergestellt und sind entsprechend angefertigte individuelle Sondermodelle für die Spieler. So trägt der Schuh des Spielers Michael Ballack vom Typ Predator auch die Namen seiner drei Söhne. Rund sechs Schuhpaare für jeden Spieler wurden von Adidas für elf der Nationalspieler für die EM 2008 gefertigt. Die Handschuhe von Nationaltorhüter Robert Enke stammen vom Hersteller uhlsport.

Nach einer Regeländerung der FIFA dürfen zu den Qualifikationsspielen der Fußball-Weltmeisterschaft 2010 die Trikots nur noch mit Nummern von eins bis 18 versehen werden. Der DFB legte unmittelbar nach Aufkommen der Regel Protest bei der FIFA ein, da so laut Bierhoff erhebliche Vermarktungsprobleme auftreten werden (So kann z.B. Lukas Podolski seine gewohnte Nummer 20 nicht mehr tragen). Diesen Einspruch wies die FIFA allerdings zurück. Nun hofft der DFB, dass sich mehrere Verbände an einer Klage beteiligen.

Die deutsche Nationalmannschaft hat kein Nationalstadion wie z. B. die Englische Fußballnationalmannschaft mit dem Wembley-Stadion. So finden die Heimspiele seit jeher in wechselnden Stadien statt, wobei die Auswahl von der Bedeutung des Spieles und des Gegners abhängt. In einigen Fällen (WM 1974 und 2006, EM 1988) ergaben sich auch die Spielorte durch den Turnierverlauf, wenn auch im Vorhinein durch das Setzen bei der Auslosung bestimmte Orte bevorzugt wurden.

Bisher spielte die deutsche Mannschaft in 39 zum Zeitpunkt des Spieles deutschen Städten. Das erste Heimspiel und die meisten Spiele (42) fanden in Berlin statt, gefolgt von Hamburg (inkl. Altona) mit 32, Stuttgart mit 29 und Hannover mit 24 Spielen. Auch wenn der FC Schalke 04 während der 1930er Jahre einen Großteil der Nationalmannschaft stellte, fanden zu der Zeit keine Spiele in Gelsenkirchen statt, da die damalige Glückauf-Kampfbahn für Länderspiele zu klein war. Erst 1973 fand nach dem Bau des Parkstadions für die WM 1974 das erste Spiel in Gelsenkirchen statt. Ähnlich erging es Kaiserslautern, dessen 1. FC Kaiserslautern in den 1950ern einen Großteil der Nationalspieler stellte und Mönchengladbach, wo in den 1970ern viele Nationalspieler spielten. Dort fanden erstmals 1987 bzw. 2005 Länderspiele statt. Nach dem Zweiten Weltkrieg fanden die Spiele zunächst nur in den Städten der Bundesrepublik sowie in West-Berlin statt, nach der Wiedervereinigung wurden auch wieder Spiele in den neuen Bundesländern durchgeführt, erstmals am 14. Oktober 1992 in Dresden.

Zurzeit hat das Berliner Olympiastadion mit 74.228 Sitzplätzen die größte Zuschauerkapazität in Deutschland. Nach Um- und Ausbauten kann der Signal-Iduna-Park in Dortmund für internationale Spiele 65.718 Zuschauer aufnehmen. Bis zur Niederlage im Halbfinale der Weltmeisterschaft 2006 gegen Italien war Deutschland dort ungeschlagen, so dass die deutsche Nationalmannschaft regelmäßig wichtige Qualifikationsspiele dort abhielt. Unter anderem fanden das wichtige Play-off-Rückspiel gegen die Ukraine zur Weltmeisterschaft 2002, das Heimspiel gegen Schottland in der Qualifikation zur EM 2004 und das Spiel gegen Russland der WM-Qualifikation 2010 in Dortmund statt.

Die deutschen Stadien gehören weltweit zu den modernsten, wurden sie doch für die Olympischen Spiele 1972, die Weltmeisterschaften 1974 und 2006 sowie die Europameisterschaft 1988 immer wieder modernisiert bzw. neu gebaut. Fünf Stadien werden von der UEFA als Fünfsternestadion eingestuft. Bis in die 1990er Jahre waren die meisten Stadien Mehrzweckbauten, in denen auch Leichtathletikwettbewerbe stattfinden konnten. Danach wurden viele Stadien in reine Fußballstadien umgebaut bzw. direkt als solche errichtet. Stadien mit 400-Meter-Bahnen sind nun die Ausnahme.

Die meisten Spiele außerhalb des heutigen Deutschlands fanden in Wien (19) statt, wobei Heimspiele der reichsdeutschen Auswahl zwischen 1938 und 1942 miteinbezogen sind. Es folgen Stockholm (17, davon drei gegen nichtschwedische Nationalmannschaften während internationaler Turniere), Budapest und Basel (je 15). Außerhalb Europas spielte Deutschland am häufigsten (8) in Mexiko-Stadt, davon nur vier gegen Mexiko. Das erste Spiel außerhalb Europas fand am 28. Dezember 1958 in Kairo gegen Ägypten statt und wurde mit 1:2 verloren. Außer in Australien/Ozeanien und der Antarktis spielte die Nationalmannschaft bisher auf jedem Kontinent.

Die größten Triumphe erlebte die Deutsche Mannschaft in Bern (Weltmeister 1954), Brüssel (Europameister 1972), München (Weltmeister 1974), Rom (Europameister 1980, Weltmeister 1990) und London (Europameister 1996).

Die meisten Zuschauer bei einem Heimspiel gab es am 22. November 1950 beim ersten Spiel nach dem Krieg: 115.000 Zuschauer wollten in Stuttgart das Spiel gegen die Schweiz sehen, das offizielle Fassungsvermögen betrug 80.000. 170.000 waren es beim Auswärtsspiel Brasilien gegen Deutschland (1:0) am 21. März 1982 in Rio de Janeiro. Die wenigsten Zuschauer (je 2.000) gab es bei den drei Spielen der Olympischen Spiele 1912 in Stockholm, von denen eins mit 16:0 gegen Russland den höchsten Sieg einer deutschen Nationalmannschaft brachte.

Der nördlichste Spielort war bisher Reykjavík auf Island, der südlichste die argentinische Hauptstadt Buenos Aires. Spielort mit der größten Zeitdifferenz (- 9 Stunden) war San Francisco (18. Dezember 1993).

In den ersten Jahren hatte die Nationalelf noch keinen Trainer. Die Aufstellung der Mannschaften war das Ergebnis des Proporzdenkens der Landesverbände. Zu den Länderspielen wurde weniger nach Leistung, sondern gemäß einem Quotensystem eingeladen. Dabei standen den einzelnen Landesverbänden bestimmte Positionen zu. Die Aufstellung legte der Spielausschuss fest und der Mannschaftskapitän bestimmte am Spielort die Taktik. Allerdings gab es zu dieser Zeit auch kaum ausgebildete Trainer. Von ihren ersten 58 Länderspielen konnte die Nationalelf lediglich 16 gewinnen, 12 endeten remis und 30 gingen verloren, darunter mit 0:9 die höchste Niederlage. Allerdings gelang in dieser Zeit auch der höchste Sieg. Nachdem Felix Linnemann 1925 DFB-Präsident geworden war, sorgte er dafür, dass mit Otto Nerz der erste Trainer angestellt wurde.

In den ersten Jahren ohne Trainer hatte der Spielführer die Aufgabe die Taktik vorzugeben in der das vom Spielausschuss aufgestellte Team spielen sollte. Erster Spielführer war Arthur Hiller, der es auf vier Länderspiele brachte, davon zwei als Kapitän. Der erste Spieler, der es 1924 auf zehn Einsätze als Kapitän brachte, war Adolf Jäger, damit endete aber seine Karriere in der Nationalmannschaft. Nachdem mit Otto Nerz ein Reichstrainer angestellt wurde, wurde der Kapitän zum verlängerten Arm des Trainers. Unter ihm überbot Ludwig Leinberger 1933 mit seinem letzten Spiel Jägers Rekord. Zwei Jahre später wurde dieser Rekord von Fritz Szepan überboten, der ihn bis 1939 auf 30 Spiele ausbaute. Beim letzten Spiel der reichsdeutschen Auswahl konnte Paul Janes dann den Rekord auf 31 Spiele ausbauen. Dieser hielt 28 Jahre, ehe er am 9. Mai 1970 von Uwe Seeler überboten wurde. Im selben Jahr steigerte Seeler bis zu seinem Abschiedsspiel den Rekord auf 40 Spiele. Am 19. November 1975 gelang es Franz Beckenbauer den Rekord zu überbieten und bis zu seinem letzten Spiel auf 50 Spiele, davon 47 ohne Unterbrechung auszubauen. Karl-Heinz Rummenigge gelang es 1986 im WM-Finale gegen Argentinien in seinem letzten Spiel Beckenbauers Rekord zu überbieten. Dieser hielt sieben Jahre bis ihn Lothar Matthäus überbieten und bis zum 14. November 1999 auf die derzeitige Rekordmarke ausbauen konnte. Matthäus war aber seit 1995 nicht mehr Stammkapitän und fungierte nur als Kapitän wenn Oliver Bierhoff, der damalige Stammkapitän nicht mitspielte oder ausgewechselt wurde. Nachfolger Bierhoffs wurde Oliver Kahn, der die Mannschaft zur WM 2002 und EM 2004 führte. Jürgen Klinsmann ernannte bei seiner Amtsübernahme 2004 Michael Ballack zum Kapitän. Während der Qualifikation für die EM 2008 kam er auf Grund einer langwierigen Verletzung längere Zeit nicht zum Einsatz und wurde dann überwiegend von Bernd Schneider vertreten.

Um besonders verdienstvolle Spielführer zu ehren, die lange Jahre das Amt des Spielführers ausgeübt hatten, wurde 1954 die Ehrenspielführerschaft eingeführt.

Bisher spielten 865 Spieler mindestens einmal in der Nationalelf. Mehr als ein Viertel davon kam nur einmal zum Einsatz. Geprägt wurde die Nationalelf aber durch einige herausragende Spieler. Vier Spieler spielten sogar mehr als 15 Jahre für die Deutsche Nationalmannschaft. Der erste, dem dies gelang, war Adolf Jäger. Er stand bereits im dritten Länderspiel am 3. Juni 1908 in der Mannschaft und absolvierte sein letztes Länderspiel am 14. Dezember 1924. Damit war er 16 Jahre und 190 Tage lang Nationalspieler, kam aber durch die Länderspielpause während und nach dem Ersten Weltkrieg nur auf 18 Spiele. Auch Fritz Walter, der vom 14. Juli 1940 bis zum 24. Juni 1958 für Deutschland spielte, wäre auf mehr Länderspiele gekommen, hätte der Zweite Weltkrieg nicht zu einer achtjährigen Spielpause geführt. Selbst im Alter von 41 Jahren wollte ihn Sepp Herberger noch für die Weltmeisterschaft in Chile (1962) nominieren, obwohl er seit dem 20. Juni 1959 nicht mehr aktiv war. Sein Rekord von 17 Jahren und 345 Tagen hielt bis zum 27. Mai 1998, dann wurde er von Lothar Matthäus überboten, der ihn anschließend auf 20 Jahre und 6 Tage ausdehnte und dabei mit 150 Länderspielen auch die meisten Spiele erreichte. Dabei sah es nach einem Achillessehnenriss im Januar 1995 schon so aus, als sei seine Karriere beendet. 1998 gelang ihm aber ein Comeback in der Nationalmannschaft. Ebenfalls auf mehr als 15 Jahre als Nationalspieler kam Uwe Seeler, der zwischen dem 16. Oktober 1954 und 9. September 1970 15 Jahre und 328 Tage aktiv war. Bei seinem Debüt war er der drittjüngste Spieler, danach gab es keinen Spieler mehr, der früher in der Nationalmannschaft begann. Auch er stand nach einem Achillessehnenriss 1965 vor einem möglichen Karriereende, war dann aber schon zum entscheidenden WM-Qualifikationsspiel gegen Schweden wieder einsatzbereit. Selbst als mit Gerd Müller ein Nachfolger auf der Mittelstürmerposition vorhanden war, baute Bundestrainer Helmut Schön noch auf Seelers Erfahrung, und so führte er die Nationalmannschaft als leicht zurückhängende Spitze zur WM 1970. In seinem letzten Spiel gelang es ihm noch, den Rekord von Paul Janes von 71 Länderspielen zu übertreffen. Zählt man die Zeit in der DDR-Nationalmannschaft hinzu, übertrifft zudem Ulf Kirsten die Zeitspanne von 15 Jahren als Nationalspieler, wenn auch nur um 43 Tage. In dieser Zeit bestritt er 49 Spiele für den DFV und 51 für den DFB.

Bisher gelang es fünf Spielern mehr als 100 Spiele für die Nationalelf zu absolvieren, der erste war Franz Beckenbauer, dem dies weltweit erst als fünftem Spieler in einer Zeit gelang, als die Anzahl der jährlich ausgetragenen Spiele deutlich geringer war als heute.

In den Anfangsjahren wechselten sich mehrere Spieler in der Höchstzahl der Länderspiele ab oder hatten gleich viele Spiele. Nimmt man die ersten drei Spiele raus, bei denen es mehrere Spieler mit gleich vielen Spielen gab, so hatte die deutsche Nationalmannschaft in ihrer Geschichte elf Rekordnationalspieler.

Die längste Länderspielserie eines Torwarts ohne Gegentor stammt von Jens Lehmann. In Diensten des FC Arsenal überbot er zunächst beim 3:0 gegen Österreich im Februar 2008 seinen eigenen Rekord aus den Jahren 2002 bis 2005 und dehnte diesen auf 681 Minuten aus, ehe er beim 2:2 gegen Weißrussland im Mai 2008 erstmals wieder hinter sich greifen musste. Sein letzter Gegentreffer zuvor datierte vom Spiel in England im August 2007, seitdem endeten die beiden Spiele gegen Wales sowie die Partien in Irland, gegen Zypern, in Österreich und gegen die Schweiz zu Null.

Der vorherige Rekord war 68 Jahre alt, er stammte noch aus dem Jahr 1937. Hans Jakob von Jahn Regensburg spielte gegen Frankreich, Belgien, die Schweiz, Dänemark und Finnland zu Null. Insgesamt erhielt er während 482 Spielminuten kein Gegentor.

Auf 433 Minuten kommt Hans Tilkowski, der 1966 gegen Rumänien, Jugoslawien, die Schweiz und Argentinien zu Null spielte. Oliver Kahn blieb während der Weltmeisterschaft 2002 insgesamt 427 Minuten ohne Gegentor.

Sepp Maier übertraf zwei Mal die 400-Minuten-Marke. 1966/67 blieb der Bayern-Torwart bei den ersten vier Länderspielen seiner Karriere (gegen Irland, die Türkei, Norwegen und Belgien) ohne Gegentor, insgesamt 423 Minuten lang. Zwölf Jahre später verpasste er seine Bestleistung um 16 Minuten.

Der angegebene Kader umfasst die Nationalspieler, die im Aufgebot für die WM-Qualifikationsspiele gegen Liechtenstein und Wales am 28. März 2009 und 1. April 2009 standen.

Bei großen Turnieren sind mittlerweile eine Vielzahl von Personen zur Betreuung der Nationalmannschaft beschäftigt. Dazu gehörten anfangs insbesondere Physiotherapeuten und Ärzte. Einer der ersten war Erich Deuser, der 1951 von Sepp Herberger für die Nationalmannschaft gewonnen wurde und bis 1982 tätig war. Von 1963 bis 2008 gehörte sein Kollege Adolf Katzenmeier zum Team. Seit 1996 betreut Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt als Orthopäde die Nationalspieler. Mit Beginn der Amtszeit von Jürgen Klinsmann wurde das Amt des Nationalmannschafts-Managers eingeführt und Oliver Bierhoff übernahm als erster diesen Posten. Ebenfalls auf die Initiative von Jürgen Klinsmann geht die Verpflichtung von Fitnesstrainern zurück. Die Aufgabe von Urs Siegenthaler besteht darin, gegnerische Mannschaften zu beobachten und zu analysieren um den Trainern die taktische Einstellung der Mannschaft zu erleichtern.

Seit 1988 wird der Bundestrainer in seiner Arbeit von einem Torwarttrainer unterstützt. Diese Aufgabe übernahm zuerst Sepp Maier, der in der Saison 1986/87 schon beim FC Bayern München als Torwarttrainer gearbeitet hatte und dieses Amt dann ab 1994 auch parallel zur Nationalmannschaft wieder bei Bayern München ausübte. Im Oktober 2004 wurde er nach Differenzen mit Bundestrainer Jürgen Klinsmann entlassen, da sich Maier für Oliver Kahn und gegen Jens Lehmann als Nummer 1 ausgesprochen hatte. Seitdem ist Andreas Köpke Torwarttrainer bei der Nationalmannschaft.

Bereits 1954 gehörte Adolf Dassler als Zeugwart zum Team und seitdem sind der DFB und adidas Partner. Daher gehört bei Turnieren auch immer ein Mitarbeiter der Firma adidas zum Betreuerstab. Lange Zeit war dies weiterhin Adolf Dassler, derzeit ist dies Manfred Drexler, ein ehemaliger Bundesligaprofi.

Mit dem Amtsantritt von Jürgen Klinsmann im Sommer 2004 wurde auch das Amt des Nationalmannschaftsmanagers geschaffen und mit dem früheren Nationalspieler Oliver Bierhoff besetzt. Als Manager ist er Bindeglied zwischen Mannschaft, Trainerstab und Verband und ist vorwiegend für die Außenwirkung des Teams sowie die Kontakte zu Sponsoren verantwortlich.

Um Spieler an die A-Nationalmannschaft heranzuführen, gab es verschiedene andere Mannschaften, in denen junge Spieler ihre ersten internationalen Erfahrungen machen konnten. Von 1951 bis 1986 war dies die B-Nationalmannschaft, in der unter anderem Franz Beckenbauer (2 Spiele 1965) und Lothar Matthäus (4 Spiele 1979 bis 1981) begannen. Von 1999 bis 2001 nannte sie sich A2-B-Nationalmannschaft, in ihr spielten z.B. Torsten Frings (5 Spiele 1999 bis 2000) und Bernd Schneider (4 Spiele 1999 bis 2001). 2002 wurde die Mannschaft im Hinblick auf die WM 2006 in Team 2006 umbenannt. Seit 2006 gibt es keine B-Nationalmannschaft des DFB mehr.

Auch die U-21-Mannschaft (ab 1979) und die Olympia-Mannschaft (1982 bis 1998) diente vielen jungen Talenten als Sprungbrett in die A-Nationalmannschaft, z.B. dem späteren Welt- und Europameister Jürgen Klinsmann.

Während die B-Mannschaften nur zu Freundschaftsspielen antraten, nahmen die U-21- und Olympia-Mannschaften auch an internationalen Wettkämpfen teil, so dass den jungen Spielern auch Wettkampfpraxis vermittelt wurde.

Bei Einführung der FIFA-Weltrangliste im August 1993 belegte Deutschland den 1. Platz, fiel aber im Folgemonat auf Rang 5, um im darauf folgenden Monat wieder Platz 1 zu belegen. Nach Platz 3 im November 1993 belegte Deutschland von Dezember bis Juni 1994 ununterbrochen Platz 1, musste sich diese Platzierung aber teilweise mit anderen Ländern teilen, da in der Anfangszeit der Rangliste diese wenig differenziert war. Nach dem Aus im Viertelfinale der WM 1994 fiel Deutschland auf Rang 3 zurück und pendelte in der Folgezeit zwischen Platz 5 und 2. Im Februar 1997 konnte noch einmal und bis heute zum letzten Mal Platz 1 (gemeinsam mit Brasilien) belegt werden. Nach dem Aus in der Vorrunde bei der EM 2000 belegte Deutschland mit Platz 11 erstmals keinen Platz unter den ersten Zehn. Den schlechtesten Platz belegte Deutschland im März 2006: Nach der 1:4-Niederlage in Italien rutschte Deutschland auf Platz 22 ab. Dafür verantwortlich war aber auch, dass Deutschland vor der WM im eigenen Land keine Qualifikationsspiele bestreiten musste und Freundschaftsspiele schwächer gewichtet wurden. Nach der WM wurde die Ranglistenberechnung modifiziert und Deutschland erreichte Platz 9. Seitdem ging es langsam aufwärts, und im August 2008 wurde wieder Platz 2 erreicht. Der Abstand zur spanischen Mannschaft, die seit der Europameisterschaft die Rangliste anführt, wurde aber zuletzt größer.

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Source : Wikipedia