Irland

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Geschrieben von c3po 01/03/2009 @ 09:05

Tags : irland, europa, ausland

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Große Hungersnot in Irland

Hungernde irische Familie in Carraroe, County Galway

Die als Große Hungersnot, (engl. Great Famine, Irish potato famine oder irisch An Gorta Mór) in die Geschichte eingegangene Hungersnot zwischen 1845 und 1849 (bzw. 1851) war die Folge mehrerer Kartoffel-Missernten – durch die das damalige Hauptnahrungsmittel der armen Bevölkerung Irlands vernichtet wurde – und der sozialen und politischen Verhältnisse.

Die Hungersnot hatte verheerende Folgen für Irland, führte zum Tod von schätzungsweise 500.000 bis einer Million Iren und zur Auswanderung einer weiteren Million, in erster Linie nach Kanada, Australien und in die USA.

Da 70 % der irischen Bevölkerung von der Landwirtschaft lebten, wurde das Pachtland dennoch immer knapper. Eine Regierungskommission unter der Führung des Earl of Devon (Devon-Kommission), die die Zustände in Irland untersuchte, fand heraus, dass zum Überleben in Irland mindestens acht Morgen Land notwendig seien. Jedoch waren nur 7 % der Pachtlandstücke größer als 30 Morgen, hingegen 45 % kleiner als 5 Morgen. In der ärmsten Provinz, Connacht im Westen Irlands, betrug der Anteil derart kleiner Landstücke sogar 65 %.

Beschäftigungsmöglichkeiten außerhalb der Landwirtschaft waren so gut wie gar nicht vorhanden, da außer in Nordirland (Ulster) kaum eine Industrie existierte. Diese war durch einseitige Zollschutzmaßnahmen Großbritanniens eingegangen. Zwar brachten Untersuchungskommissionen und Wirtschaftstheoretiker verschiedene Vorschläge zur Förderung der irischen Wirtschaft und Industrie vor, etwa durch Landreformen und die Stärkung der Rechte der Pächter, öffentliche Bauprojekte oder die Errichtung eines Eisenbahnnetzes. Keiner dieser Vorschläge wurde verwirklicht, da dies der damaligen Wirtschaftspolitik Großbritanniens (laissez-faire) nicht entsprochen hätte.

Verschärft wurde der Mangel an Land und Arbeitsplätzen durch eine vorausgehende regelrechte Bevölkerungsexplosion.

Ursache für den Bevölkerungszuwachs war der Kartoffelanbau, der es möglich machte, auch auf einem kleinen Landstück eine Familie mehr oder weniger gut durchzubringen. Zudem war es üblich, sehr jung zu heiraten und viele Kinder zu bekommen.

Die Kehrseite der Abhängigkeit von der Kartoffel war, dass diese zwar billig und ertragreich war, aber auch anfällig für Krankheiten. Bereits vor 1845 hatte es in Irland immer wieder (häufig lokal begrenzte) Ernteausfälle und Hungersnöte gegeben, so etwa eine Hungersnot vergleichbaren Ausmaßes 1740–1741. Von 1816 bis 1842 gab es 14 Kartoffel-Missernten in Irland. Der Grund für diese Serie dürfte vor allem auf den Ausbruch des Vulkans Tambora zurückzuführen sein, der weltweit das Klima beeinflusste, so dass das Jahr 1816 sogar als das Jahr ohne Sommer in die Geschichte einging.

Im Jahre 1842 trat in Nordamerika eine bis dahin unbekannte Krankheit auf, die fast die gesamte Ernte vernichtete. Ausgelöst wurde diese „Kartoffelfäule“ (engl. blight) durch den Pilz Phytophthora infestans, der bewirkt, dass die Knollen verfaulen. Die Sporen werden vom Wind verbreitet und gedeihen in kaltem, feuchtem Klima besonders gut. Zwar werden nicht alle Kartoffelsorten von der Kartoffelfäule befallen, doch wurden zu jener Zeit in Irland nur zwei Sorten angebaut, die beide anfällig waren. Somit fand der Pilz in Irland besonders gute Bedingungen vor.

Von Nordamerika breitete sich der Pilz nach Europa aus. Für den Sommer 1845 wurden Ernteausfälle in den Niederlanden, Belgien und Frankreich prognostiziert, im August desselben Jahres waren auch in England Pflanzenschäden zu erkennen. Im September konnte man in Irland anhand von Blattverfärbungen erkennen, dass auch die dortige Ernte befallen sein würde, doch hoffte man, dies würde nur einen kleinen Teil betreffen. Zur Erntezeit im Oktober jedoch musste man feststellen, dass die Ernte beinahe vollständig zerstört war.

Für die Politiker drängte es sich nun auf, diesen Ernteausfall auszugleichen und das wichtigste Grundnahrungsmittel der irischen Bevölkerung zu ersetzen. Dies war kein leichtes Unterfangen, denn ein Eingriff des Staates in den Handel und die Verteilung von Nahrungsmitteln wurde als Verstoß gegen das Prinzip des laissez-faire betrachtet. Dennoch ergriff Englands Premierminister Sir Robert Peel im November 1845 zunächst Gegenmaßnahmen, indem er (ohne Genehmigung des Kabinetts) den Kauf von Mais aus den USA im Wert von £ 100.000 anordnete. Der Mais sollte durch eine Relief Commission in Irland verteilt werden, die diesen zu verbilligten Preisen an die Bevölkerung abgeben sowie Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen koordinieren sollte. Allerdings konnte ein Großteil der Bevölkerung selbst diese verbilligten Preise nicht bezahlen.

In Großbritannien wurde die politische Auseinandersetzung um Hilfsmaßnahmen zugunsten Irlands zeitweise zu einer Auseinandersetzung um die Abschaffung der Einfuhrzölle für Getreide, der sogenannten Corn Laws. Diese waren zum Schutz der einheimischen Getreidewirtschaft vor Konkurrenz erlassen worden. Mit dem Argument, diese Zölle verteuerten den Import von Nahrungsmitteln für Irland, stritt Robert Peel für die Abschaffung der Corn Laws.

Als für das Jahr 1846 eine noch schlechtere Kartoffelernte vorauszusehen war, erreichte er dieses Ziel, verlor jedoch die Unterstützung seiner Partei. Im Juni 1846 wurden die regierenden Tories von den Whigs abgelöst. Der neue Premierminister war John Russell, ein entschiedener Anhänger der laissez faire-Haltung.

In diesem Herbst war nicht nur die Kartoffelernte, sondern aufgrund des ungünstigen Wetters auch die Weizen- und Haferernte betroffen. Dennoch mussten die irischen Pächter weiterhin die volle Pacht aufbringen und hierzu Getreide und tierische Produkte verkaufen, die nach England exportiert wurden. Angeblich lagen für jedes Schiff, das Nahrungsmittel nach Irland brachte, mehrere Schiffe im Hafen, die Nahrungsmittel ausführten. Pächter, die die Pacht nicht aufbringen konnten, wurden von Haus und Hof vertrieben und verloren damit jegliche Lebensgrundlage. Dies widerfuhr Zehntausenden; ein berüchtigtes Beispiel hierfür ist der „Ballinglass Incident“.

Von Seiten der Regierung gab es keine direkte finanzielle oder materielle Unterstützung an die Hungernden, da das englische Armengesetz (Poor Law), das 1838 auch in Irland eingeführt worden war, dies verbot. Hilfe war einzig in den Armenhäusern („workhouse“) vorgesehen, die wiederum mit Absicht möglichst abschreckend eingerichtet waren. Dahinter stand die Absicht, eine Abhängigkeit von staatlicher Unterstützung zu verhindern und stattdessen auf die „Eigeninitiative“ der Betroffenen zu setzen. Vorschläge, den Export von Nahrungsmitteln aus Irland gesetzlich zu unterbinden, wurden abgelehnt.

Einzig durch die Organisation von Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen griff die Regierung ein. Die Kosten für diese Maßnahmen sollten von irischen Kaufleuten und Großgrundbesitzern getragen werden. Da diese aber aufgrund der schlechten Ernten ebenfalls nahezu bankrott waren, waren sie weder willens noch in der Lage, hierfür Geld aufzuwenden, sodass doch der Staat einspringen musste. Hinzu kam, dass aufgrund des harten und langen Winters 1846/1847 die Kosten weiter stiegen. Waren im Oktober 1846 114.600 Arbeitsplätze vermittelt worden, so waren es im Januar 1847 570.000 und im März desselben Jahres 734.000. Insgesamt wendete der Staat während der Hungersnot über £ 7.000.000 für die Arbeitsbeschaffungsprogramme auf. Die Bauten, die im Rahmen dieser Projekte errichtet wurden, sind teilweise noch erhalten.

Im Februar 1847 verschlimmerte sich die Lage, als starke Schneefälle das Überleben der bereits vom Hunger geschwächten Bevölkerung erschwerten. Viele Vertriebene zogen damals heimatlos umher und fielen der Kälte zum Opfer. Auch Seuchen wie Typhus grassierten. Schließlich war ein Großteil der Bevölkerung physisch nicht mehr in der Lage, in den Arbeitsbeschaffungsprojekten zu arbeiten und sich so die staatliche Unterstützung zu verdienen. Diese Umstände zwangen Premierminister Russell, entgegen seinen Absichten Nahrungsmittel nach Irland einzuführen und staatlich finanzierte Suppenküchen einzurichten. Im August 1847 wurden 3 Millionen Menschen durch diese Suppenküchen ernährt.

Nachdem die Ernte 1847 zwar klein, aber doch erfolgreich ausfiel, wurde diese Unterstützung bald wieder eingestellt und die Hungersnot für beendet erklärt. Das Elend hielt indes an, und 1848 und 1849 fielen die Kartoffelernten erneut aus. Die Reaktionen der britischen Politik hielten sich weiterhin in Grenzen. 1848 versuchte die Bewegung „Junges Irland“ unter Führung von William Smith O'Brien und Charles Gavan Duffy, die Unabhängigkeit Irlands von Großbritannien zu erkämpfen. Der kaum organisierte und schlecht ausgerüstete Aufstand wurde allerdings schnell und unblutig niedergeschlagen.

Das Ende der Hungersnot wird zumeist mit dem Jahr 1849 angegeben. Quellen zufolge lagen aber noch 1851 in manchen Gegenden Leichen von Hungertoten am Straßenrand. Die Armut in Irland war ebenso wenig vergangen wie die langfristigen Folgen der Hungersnot.

Wie bereits erwähnt, lebten 1841 über 8,1 Millionen Menschen in Irland. Schätzungen zufolge hätten sich diese Zahlen bei einer normalen Entwicklung auf 9 Millionen belaufen müssen. Stattdessen waren es nach der Hungersnot um 2,5 Millionen weniger – 6.552.000. Mindestens eine Million davon war am Hunger und dessen Folgen gestorben. 1,5 Millionen Menschen versuchten ihr Glück in Kanada, Australien, den USA und den Industriezentren Englands.

Zwischen 1841 und 1844 emigrierten durchschnittlich 50.000 Iren pro Jahr. Nach der Kartoffelmissernte 1845 stieg diese Zahl zunächst nicht an, da die meisten Iren darauf hofften, dass die nächste Ernte wieder besser ausfallen würde. Als dann aber die Ernte 1846 erneut ausfiel, stieg die Zahl der Auswanderer sprunghaft an. Manche Großgrundbesitzer förderten und finanzierten die Ausreise ihrer Pächter, aus der Überlegung heraus, dass es günstiger käme, einmalig eine Überfahrt zu bezahlen als längerfristig für den Unterhalt in einem Armenhaus aufkommen zu müssen. Es gab Jugendliche, die kleine Straftaten begingen, um in Sträflingskolonien wie Australien deportiert zu werden, wo sie zwar unfrei sein würden, aber immerhin zu essen erhielten.

Von 1845 bis 1855 verließen schätzungsweise fast zwei Millionen Iren das Land. Ungefähr drei Viertel von ihnen wanderten nach Nordamerika aus, die restlichen 25 Prozent gingen nach Großbritannien und Australien.

Diejenigen, die die Überfahrt überlebten, gehörten in ihrer neuen Heimat jeweils zu der untersten Gesellschaftsschicht. Aufgrund ihrer katholischen Konfession und ihrer Herkunft waren sie mit Vorurteilen konfrontiert. Um überleben zu können, übernahmen sie schwerste und schmutzige Arbeit zu sehr niedrigen Löhnen, was ihnen den Hass der angestammten Arbeiterklasse eintrug, der die Iren zur Konkurrenz wurden. Die irischen Frauen arbeiteten als Dienstbotinnen und in Textilfabriken, die Männer beim Bau von Eisenbahnlinien und Kanälen oder im Bergbau. Viele Männer kamen bei diesen gefährlichen Tätigkeiten ums Leben. Nach einer Redensart war „unter jeder Eisenbahnschwelle ein Ire begraben“. Obwohl, oder gerade weil sie zur untersten Schicht der Bevölkerung gehörten, war der Zusammenhalt unter den irischen Emigranten sehr groß. Man besann sich auf die alten Traditionen und unterstützte die in Irland gebliebenen Verwandten. Viele Irisch-Amerikaner nahmen auf der Seite der Union am amerikanischen Bürgerkrieg 1861–65 teil. Sie sahen darin eine Vorbereitung auf den Kampf gegen England.

Auch nach der Hungersnot hielt die Auswanderung aus Irland an, bis um 1900 verließen jedes Jahr Zehntausende das Land. Die Bevölkerungszahl Irlands erreichte nie mehr den Stand vor der Hungersnot. 1901 wurde der Tiefpunkt mit 3.500.000 Einwohnern erreicht, seitdem steigt die Bevölkerungszahl von Irland wieder an. 2005 hatte die gesamte Insel Irland 5.800.000 Einwohner (gegenüber etwa 8.100.000 vor der Hungersnot).

Eine weitere Folge war der beinahe völlige Untergang der irischen (gälischen) Sprache. Diese war bereits vor der Hungersnot im Rückgang begriffen, da im 18. Jahrhundert das Englische zur Sprache der oberen Gesellschaftsschicht, der Verwaltung und Regierung geworden war und wirtschaftlicher und sozialer Aufstieg sowie politische Aktivitäten an die englische Sprache gebunden waren. 1841 sprachen noch 4 Millionen Iren Gälisch. Diese gehörten aber größtenteils der unteren Gesellschaftsschicht an, welche der Hungersnot hauptsächlich zum Opfer fiel. 1851 sprachen nur mehr etwas weniger als 25 % der Bevölkerung Gälisch. Die irischsprachigen Emigranten gaben ihre Sprache zu einem großen Teil auf und ließen ihre Kinder stattdessen Englisch lernen, um ihnen Verständigungsprobleme zu ersparen.

Die Hungersnot hatte aber nicht nur Einfluss auf die irische Sprache. Angesichts der großen Not, der vielen Toten und Emigranten waren viele alte Bräuche, Lieder und Tänze in Vergessenheit geraten.

Die sozialen und politischen Verhältnisse, die die Katastrophe mitverursacht hatten, blieben nach der Hungersnot, in den 1850er und 1860er Jahren, zunächst unverändert. Historiker spekulieren, dass die traumatischen Erfahrungen der Hungersnot derart schwer auf der irischen Bevölkerung lasteten, dass politischer Aktivismus dadurch weitgehend gelähmt wurde.

Längerfristig wuchs jedoch infolge der Hungersnot das (auch gewaltsame) Bestreben nach einer Änderung dieser Verhältnisse und nach der Unabhängigkeit Irlands von Großbritannien. Denn zwar war die Situation bereits vor 1845 – nach Jahrhunderten englischer Fremdherrschaft – angespannt gewesen, und immer wieder war es zu Aufständen gekommen; die Reaktion Großbritanniens auf die Hungersnot wurde aber von einem großen Teil der Bevölkerung als harte und unmenschliche Haltung empfunden und trug so zu einer Steigerung des Hasses auf England bei. Wäre vor der Hungersnot eine friedliche Lösung auf dem Verhandlungstisch vielleicht noch denkbar gewesen, so schien danach Gewalt als legitimes, wenn nicht einziges Mittel, um die Unabhängigkeit Irlands zu erreichen.

Ab den 1870er Jahren agitierten diese Organisationen sowie irische Politiker mit zunehmender Intensität (und teilweise auch gewalttätig) für eine Änderung der sozialen und politischen Verhältnisse und für Selbstbestimmung und Unabhängigkeit Irlands (Home Rule). Insbesondere Charles Stewart Parnell, der auch als „ungekrönter König Irlands“ bezeichnet wurde, tat sich als Fürsprecher der irischen Anliegen hervor. Durch den politischen Druck auf England bekam Irland einen Sitz im Unterhaus der britischen Regierung in Westminster, wo Parnell immer wieder die Hungerkatastrophe als Beispiel für die Ausbeutung Irlands durch Großbritannien ansprach und das Sterben von Hunderttausenden als zwingende Konsequenz auf diese zurückführte.

Die nach wie vor in oft bitterer Armut lebenden Pächter begannen ebenfalls, sich gegen die Landlords zu organisieren. Nachdem 1879 die Kartoffelernte erneut schlecht ausgefallen war und viele betroffene Bauern eine weitere Hungersnot befürchteten, gründete Michael Davitt zusammen mit Parnell die Irish National Land League, die in den kommenden Jahrzehnten im sogenannten „Land War“ für die Anliegen der Pächter agitierte. Durch die Land Acts und den Wyndham Land Purchase Act von 1903 ging der irische Boden wieder in den Besitz der irischen Bauern über.

Die zunehmend gewaltsamen Unabhängigkeitsbestrebungen hielten an (Osteraufstand, Anglo-Irischer Krieg) und führten schließlich 1921 zur Unabhängigkeit der Republik Irland mit Ausnahme der Provinz Ulster, die bis heute britisch und mehrheitlich protestantisch geblieben ist und wo der Konflikt zwischen ehemaligen (protestantischen, ursprünglich britischen) Eroberern und (katholischen, irischen) Eroberten noch längere Zeit anhielt.

Die Große Hungersnot wird oft als Wasserscheide in der irischen Geschichte betrachtet, ihre Auswirkungen aus verschiedenen Blickwinkeln betrachtet (Demografie, Politik / Unabhängigkeitsbestrebungen / Nordirlandkonflikt, Kultur, irische Emigranten in ihrer neuen Heimat etc.). Selbstverständlich können die Ereignisse von fast einem Jahrhundert dabei nicht auf einen einzigen Vorfall zurückgeführt werden. Dennoch muss eine Katastrophe, die eine Million Menschen tötete, große Bedeutung in der Geschichte eines Landes haben.

Bis heute ist diese Hungersnot Bestandteil von Gedichten und Liedern aller Art, so etwa The Fields of Athenry.

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Irland

Flagge der Republik Irland

Irland (amtlicher deutscher Name; irisch Éire , engl. Ireland), häufig auch Republik Irland (irisch Poblacht na hÉireann, engl. Republic of Ireland), ist ein Inselstaat auf der gleichnamigen Insel Irland. Er grenzt im Norden an das Vereinigte Königreich (Provinz Nordirland) und ist im Osten von der Irischen See und im Westen und Süden vom Atlantik umgeben. Irland ist Mitglied der Europäischen Union. Der Großteil der Bevölkerung bekennt sich zum römisch-katholischen Glauben.

Der amtlich verwendete deutsche Name ist Irland. Die offizielle Eigenbezeichnung lautet irisch Éire bzw. englisch Ireland. Häufig wird zur Unterscheidung von Nordirland auch der Begriff Republik Irland (irisch Poblacht na hÉireann, engl. Republic of Ireland) verwendet.

Im Landesinneren der Insel finden sich überwiegend Ebenen, die außen von hügeligem Gebiet eingeschlossen sind.

Der Fluss Shannon, der von Norden nach Süden verläuft, ist der längste der Insel. In den Ebenen liegen eine große Zahl von Seen, die die Landschaft maßgeblich prägen. Lough Neagh, der zu Nordirland gehört, ist der bekannteste der irischen Seen.

Der höchste Berg ist mit 1.041 m der Carrauntoohil (andere Namen Carrantuohill, Carrantual, Carntuohil). Er liegt im Südwesten der Insel in den Macgillicuddy’s Reeks.

Über das Land verteilt gibt es eine Reihe von Nationalparks.

Die Einwohnerzahl Irlands ging Mitte des 19. Jahrhunderts drastisch zurück. Missernten, Hungersnöte und Repressalien durch die englische Herrschaft ließen die Einwohnerzahl von rund 6,5 Millionen im Jahre 1841 auf 3,0 Millionen im Jahre 1921 schrumpfen; viele Iren wanderten aus, vor allem nach Großbritannien und in die USA. Die Unabhängigkeit von Großbritannien ab Beginn der 1920er Jahre führte zwar zu allmählichen Verbesserungen der Lebensumstände, die Einwohnerzahl schrumpfte weiterhin, wenn auch nicht mehr ganz so stark.

Der Tiefpunkt war mit rund 2,82 Millionen Einwohnern in den 1960er Jahren erreicht. Seither hat sich die Bevölkerungszahl wieder positiv entwickelt und mit derzeit rund 4,3 Millionen Einwohnern inzwischen wieder einen Stand erreicht, den sie zuletzt in den 1860er Jahren hatte. Die Zunahme erfolgt zwar in erster Linie durch Zuwanderung, jedoch auch durch Geburtenüberschuss.

Die Bevölkerung Irlands bekennt sich zu 86.8 Prozent zum römisch-katholischen Glauben, 3,0 Prozent gehören der anglikanischen Church of Ireland an. Daneben gibt es noch 1,3 Prozent Angehörige anderer christlicher Kirchen, sowie 0,8 Prozent Muslime (alle Zahlen von 2006).

Die römisch-katholische Kirche (→ Hauptartikel: Römisch-katholische Kirche in Irland) besteht aus vier Erzbistümern mit Sitzen in Armagh, Dublin, Tuam und Cashel. Der Primas von ganz Irland ist der Erzbischof von Armagh.

Sitz des obersten Primas der Church of Ireland ist Armagh.

Die Presbyterianische Kirche ist vor allem unter den Nachfahren der schottischen Ansiedler stark verwurzelt. Deshalb ist sie am stärksten in Nordirland verbreitet.

Daneben gibt es noch kleinere methodistische und evangelisch-lutherische Kirchen. Mit 1.591 Mitgliedern (2005) sind die Quäker zwar eine vergleichsweise kleine Gemeinschaft, aber es ist nach GB die zweitgrößte in Europa.

Irland ist im angelsächsischen und deutschen Sprachraum auch bekannt für die Irischen Segenswünsche.

Die Geschichte Irlands beginnt mit der Besiedlung, etwa 7000 v. Chr. Keltischsprachige Familien brachten etwa um 300 v. Chr., dem Übergang von der Bronzezeit zur Eisenzeit, nach und nach die keltische Sprache. Schon im Römischen Reich war die Insel Irland unter dem Namen Hibernia bekannt. Im Laufe der Geschichte gab es eine Reihe von Königreichen und Fürstentümern in Irland.

Der Christianisierung Anfang des 5. Jahrhunderts durch britische Sklaven, unter ihnen auch der heutige Nationalheilige Patrick von Irland, folgte die erste irische Blütezeit, die jäh durch die Beutezüge der Wikinger unterbrochen wurde. Es folgte im Jahre 1169 die Eroberung durch die Normannen, die eine fortgesetzte Dominanz Englands über Irland einläutete. Englische Eroberer konfiszierten den Landbesitz der Iren und vertrieben sie in den unfruchtbaren Westen der Insel.

Die Politik der englischen Großgrundbesitzer in Irland führte zusammen mit der Kartoffelfäule zur Hungersnot von 1845–1849. Bis zu 1,5 Millionen Iren verhungerten und viele wanderten nach Amerika aus. Britische Behörden verschleppten bewusst Maßnahmen zur Eindämmung der Hungersnot.

Ein erster Schritt in Richtung politische Unabhängigkeit war der Dominion-Status am 6. Dezember 1921, der eine größere innenpolitische Eigenständigkeit garantierte und erst nach blutigen Aufständen gewährt wurde. Sechs Grafschaften in der Provinz Ulster blieben allerdings nach dem Abkommen Bestandteil Großbritanniens. Der Nordirlandkonflikt hat darin seinen Ursprung und überschattet die irisch-britische und innerirische Politik bis heute. Auch als Irland am 18. April 1949 nach über drei Jahrhunderten britischer Herrschaft aus dem Commonwealth ausschied, verblieben die sechs nordirischen Grafschaften im Vereinigten Königreich. Jedoch zeichnet sich seit dem Karfreitagsabkommen aus dem Jahr 1998 und dem dort festgelegten Verzicht der Republik Irland auf die Forderung nach einer Wiedervereinigung mit Nordirland eine deutliche Entspannung ab. Zwar besteht nach wie vor die Möglichkeit einer Vereinigung der beiden Gebiete, diese kann aber nur durch einen Mehrheitsbeschluss der nordirischen Bevölkerung herbeigeführt werden.

Der Premierminister (ir. Taoiseach, gesprochen ) wird vom Parlament nominiert und vom Präsidenten ernannt. Üblicherweise ist er der Parteichef der stärksten Parlamentspartei oder der größten Koalitionspartei.

Das Parlament (Oireachtas) besteht aus zwei Kammern und dem Präsidenten: Dabei bildet der Senat (Seanad Éireann) das Oberhaus und das Repräsentantenhaus (Dáil Éireann) das Unterhaus. Der Senat besteht aus 60 Mitgliedern, von denen 11 durch den Premierminister ernannt und 49 von verschiedenen gesellschaftlichen Gruppen gewählt werden (Landwirtschaft und Arbeiterschaft je 11, Industrie und Handel 9, Öffentliche Verwaltung 7, Universitäten 6 und Kultur und Erziehung 5). Diese Wahlen finden innerhalb von 90 Tagen nach der Auflösung des Repräsentantenhauses statt.

Das Unterhaus besteht aus 166 Mitgliedern, wobei die Zahl der Mitglieder von der Einwohnerzahl Irlands abhängt. Auf je 20.000 bis 30.000 Einwohner kommt ein Abgeordneter. Die Mitglieder des Unterhauses werden nach der übertragbaren Einzelstimmgebung (engl. Single Transferable Vote) in 43 Wahlkreisen, in denen je zwischen drei und fünf Mandate zu vergeben sind, gewählt. Wahlen müssen innerhalb von 30 Tagen nach der Auflösung des Repräsentantenhauses stattfinden. Das Unterhaus wird derzeit für höchstens fünf Jahre gewählt, eine frühere Auflösung ist aber möglich.

Die Regierung (An Rialtas) besteht aus höchstens 15 Mitgliedern. Dabei dürfen nicht mehr als zwei Minister aus dem Senat kommen, der Premier, der Stellvertreter des Premier und der Finanzminister müssen dem Repräsentantenhaus angehören.

Irland stellte von 2002 bis 2004 den Präsidenten des Europaparlaments Pat Cox, der irische EU-Kommissar für die Zeit von 2004 bis 2009 ist Charlie McCreevy (Binnenmarkt und Dienstleistungen), sein Vorgänger war David Byrne (Gesundheit und Verbraucherschutz).

Am 29. März 2004 führte Irland als erstes EU-Land ein totales Rauchverbot in allen öffentlichen Einrichtungen ein. Das Verbot gilt nicht für Hotelzimmer, Gefängnisse und psychiatrische Anstalten. Mit dieser Entscheidung nahm Irland eine Vorreiterrolle in Europa ein. Um die Einhaltung zu überwachen, wurden rund 400 amtliche Kontrolleure eingestellt. Zudem drohen Strafen bis zu 3000 €. Das Rauchverbot wird von der irischen Öffentlichkeit breit unterstützt und sehr gut eingehalten.

In den letzten Jahren steht das veraltete und wenig effektive Gesundheitssystem aufgrund öffentlichen Druckes verstärkt im Blickfeld.

Auch die hohe Zahl der Verkehrstoten aufgrund mangelnder westlicher Standards stellt ein großes Problem dar.

Außerdem wird versucht, den großen wirtschaftlichen Unterschied zwischen den beiden großen Zentren – Dublin und Cork – auf der einen Seite und den Midlands bzw. den Countys an der Westküste auf der anderen Seite zu beheben.

Auch gibt es einen hohen Anteil an relativer Armut – der höchsten in Westeuropa mit ca. 22 % – die es zu bekämpfen gilt. Damit sind auch die großen sozialen Unterschiede verbunden. Trotz des wirtschaftlichen Aufschwunges hat sich die Lage der Unterschicht sehr verschlechtert. Arbeitsplätze sind nur in den Städten zu finden, in den abgelegenen ländlichen Gebieten gibt es somit kaum Verbesserung. Die Teuerung von Produkten des täglichen Lebens hat sich in den letzten Jahren verstärkt.

Irland hat zurzeit 14 Minister. Die letzten Parlamentswahlen fanden im Mai 2007 statt. Die Koalition aus Fianna Fail und den Progressiven Demokraten, welche 10 Jahre das Land regiert hatte, schaffte bei jener Wahl nicht mehr die für eine Koalition erforderliche Mehrheit. Deshalb wurde eine Drei-Parteien-Koalition aus Fianna Fail (77 Sitze), den Grünen (6 Sitzen) und den Progressiven Demokraten (2 Sitze) begründet. Fine Gael ist mit 51 Sitzen die größte Oppositionspartei.

Irland besteht aus vier Provinzen (Connacht, Leinster, Munster, Ulster), die sich nochmal in Bezirke (Countys) aufspalten. Diese Provinzen haben in dieser Form allerdings keine Bedeutung mehr für die Verwaltung des Staates. Sie sind historisch gewachsen und spielen lediglich im Sport noch eine Rolle, da dieser in Irland auf kommunaler Basis organisiert ist.

Garda Síochána na hÉireann, kurz auch Garda oder Gardai, bezeichnet die Nationalpolizei in der Republik Irland. Die Behörde untersteht einem von der irischen Regierung eingesetzten Polizeipräsidenten (Commissioner), das Hauptquartier befindet sich im Phoenix Park in Dublin. Die gebräuchlichste Kurzform im Sinne des Kollektivums „Die Polizei“ ist Garda, wie auch der einzelne Polizist heißt. Der Plural Polizisten = Gardaí kommt ebenfalls häufig als Sammelbezeichnung vor.

Die Garda existiert seit 1922, ihre ca. 9.000 uniformierten Mitglieder sind in der Regel unbewaffnet, auch um sich von der Vorgängereinheit, der Royal Irish Constabulary (RIC) zu unterscheiden. Daneben gibt es rund 1.700 mit Handfeuerwaffen ausgestattete nicht uniformierte Garda Detectives, die u. a. für den Personenschutz verantwortlich sind und die schwer bewaffnete Emergency Response Unit. Irland gliedert sich in sechs Polizeiregionen, darunter die Dublin Metropolitan Region, die jeweils von einem Regional Assistant Commissioner geleitet werden.

Kommunale Polizeikräfte gibt es seit der Zusammenlegung der Dubliner Polizei mit der Garda im Jahr 1925 nicht mehr. Die Airport Police auf dem Flughafen von Dublin, die Harbor Police und die Railway Police, die auf dem Gelände von Bahnhöfen Dienst tut, sind keine klassischen Polizeikräfte, sondern eher als Sicherheitsdienste zu bezeichnen. Verhaftungen werden auch hier nur von der Garda vorgenommen.

In der Irischen Armee dienen knapp 11.000 (Stand 2006) Männer und Frauen, davon rund 8.500 im Heer. Die Marine verfügt über acht Patrouillenschiffe. Die Aufgaben der Luftwaffe bestehen hauptsächlich in der Unterstützung des Heeres und dem Transport von Menschen und Material. Sie verfügt derzeit über keine düsengetriebenen Kampfflugzeuge.

Zusätzlich zur Berufsarmee gibt es noch die Reserve Defence Force, die aus der Army Reserve (Irisch: Cúltaca an Airm) und der Naval Service Reserve (NSR, Cúltaca na Seirbhíse Cabhlaigh) besteht.

Irland, einstiges „Armenhaus“ der damaligen EG, ist im Jahr 2005 nach mehrjährigem starkem Wachstum einer der reichsten Staaten der EU und weltweit. Das inflationsbereinigte Pro-Kopf-Einkommen in Irland liegt innerhalb der EU nach Luxemburg auf Rang 2 und ist etwa 31 % höher als in Deutschland. Irland wird wegen seiner guten wirtschaftlichen Entwicklung oft Keltischer Tiger genannt. Durch den gesetzlichen Mindestlohn liegt das monatliche Einkommen bei Vollzeitangestellten nicht unter 1.183 Euro. Nach einer zwischenzeitlichen Senkung zur Wirtschaftsförderung und Anwerbung ausländischer Firmen auf 10 % beträgt die Unternehmenssteuer nun 12,5 %, was immer noch einen der geringsten Werte innerhalb der EU bedeutet. Es besteht jedoch ein starkes wirtschaftliches Gefälle zwischen den großen Zentren wie Dublin, Limerick und Cork auf der einen Seite und den ländlichen Gebieten auf der anderen.

Einen nicht unerheblichen Anteil an der wirtschaftlichen Entwicklung Irlands haben ausländische Unternehmen. Allein im Sektor Informations- und Kommunikationstechnologie lagen die Exporte im Jahr 2003 über 21 Mrd. € und erzielten damit einen Anteil von 26 % der Exporte. Viele weltweit agierende Unternehmen wie z. B. IBM, Intel, Hewlett Packard, Symantec, Dell, und Microsoft nutzen die finanzpolitischen Vorteile Irlands und beschäftigen bereits 2003 mehr als 1 % der Bevölkerung.

Viele europäische Finanzunternehmen haben in den vergangenen Jahren eine Dépendance in Irland installiert. Im Jahr 2007 befanden sich unter den 35 größten Banken Irlands insgesamt 15 Niederlassungen deutscher Banken. So hat die Depfa-Bank, eine Tochter der Hypo Real Estate, mittlerweile Ihre Hauptniederlassung in Irland.

Irland hat internationale Flughäfen in Dublin, im County Donegal in Carrickfinn, im County Kerry in Farranfore, im County Clare in Shannon sowie in Galway, Cork und Knock, die von Austrian, der Lufthansa, Swiss, Ryanair, TUIfly und der einheimischen Fluggesellschaft Aer Lingus angeflogen werden. Ebenso existiert eine Inlandsfluglinie, die Aer Arann. Dazu sind noch zahlreiche lokale Flughäfen vorhanden.

Weiterhin existiert ein recht dünnes Eisenbahnnetz in 1.600 mm Spurweite, das aber ausgebaut wird. Wichtigste Bahngesellschaft ist die staatliche Iarnród Éireann.

Bus Eireann ist die nationale Busgesellschaft, die eine große Zahl von Verbindungen anbietet. Vergleichbar mit den amerikanischen Greyhound-Bussen verbinden zahlreiche Überlandbusse die einzelnen Regionen. Von den zentralen Haltepunkten, die jedoch nicht immer zwingend im Zentrum der angefahrenen Städte liegen, fahren lokale Buslinien auch in entferntere Gegenden. Die Fahrpläne sind jedoch genau zu studieren, da einige Verbindungen doch recht selten fahren. Beispielsweise nur einmal täglich.

Ein PKW darf mit einem EU-Führerschein gelenkt werden, wobei zu beachten ist, dass in Irland Linksverkehr herrscht.

Motorways entsprechen in etwa einer vierstreifigen deutschen Autobahn mit Mittelstreifen und breiten Seitenstreifen (hard shoulder). Sie sind hauptsächlich auf den Großraum Dublin konzentriert. Auch die Ringstraße, die Dublin westlich umschließt, ist als Motorway (M50) klassifiziert. Alle Motorways sind Teil einer, oder bilden eine National road. Die zulässige Höchstgeschwindigkeit auf Motorways beträgt 120 km/h. Einige Abschnitte von Motorways, beispielsweise der M4, sind gebührenpflichtig, die Maut beträgt zwischen 1,80 und 2,70 Euro für PKW und bis zu 1,40 Euro für Motorräder (Stand: 08/2008). Die Beschilderung für Richtungs- und Entfernungsinformationen auf Motorways ist in blau gehalten. Irland hat in Westeuropa im Verhältnis zur Bevölkerung die geringste Dichte an Autobahnen.

National Roads entsprechen in ihrer Funktion den deutschen Bundesstraßen. Die zulässige Höchstgeschwindigkeit ist 100 km/h. Es wird unterschieden in National primary roads – N1 bis N11, die von Dublin aus fächerförmig ins Land führen und N12 bis N33, welche größeren Städte miteinander verbinden – sowie National secondary roads (mit Nummern höher als 50). Viele der National primary roads sind inzwischen gut, einige zum Teil vierstreifig ausgebaut, oder verfügen zumindest über einen breiten Seitenstreifen. Einige der besser ausgebauten Strecken entsprechen der Spezifikation der Motorways, werden aber (noch) nicht als solcher klassifiziert, um auch langsamerem Verkehr wie z. B. Landmaschinen, die Benutzung zu ermöglichen. National secondary roads entsprechen in ihrem Standard oft nur Regional roads oder sind wenig besser. Die Beschilderung für Richtungs- und Entfernungsinformationen auf National Roads ist in grün gehalten.

Regional roads sind nachrangige ländliche Fahrbahnen zum Teil ohne Markierungslinien. Da sie besonders durch ländliche Gegenden führen, werden sie oft von Schafen, Kühen, Pferden oder Wildtieren überquert oder begangen, entsprechend rücksichtsvolle Fahrweise ist daher geboten. Zulässige Höchstgeschwindigkeit auf Regional roads ist 80 km/h, wobei diese Geschwindigkeit selten gefahrlos realisiert werden kann. Die Beschilderung für Richtungsangaben auf Landstraßen ist Schwarz auf Weiß gehalten und häufig mangelhaft. Ortsangaben finden sich in einigen Gebieten Irlands, vor allem in Gaeltachten, zudem nur in irischer Sprache.

Local roads sind kleine Verbindungsstraßen oder -wege zwischen kleinen Ortschaften. Die Iren interpretieren diesen Begriff übrigens sehr frei. Auch ein nicht betonierter Feldweg mit Grasstreifen in der Mitte ist in vielen Karten als Nebenstraße eingezeichnet. Möchte man als Tourist diese Straßen nutzen, sollte man keine Wege nach europäischer Norm erwarten. Landstraßen sind oft von Mauern oder hohen Hecken begrenzt und sehr schmal, zumeist einspurig. Dies schützt allerdings nicht vor Gegenverkehr. Dessen ungeachtet findet sich auch auf Landstraßen die Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h.

Gelegentlich findet man, vor allem in ländlichen Gegenden, noch die alte Straßenbeschilderung mit den Typen „T“ (für „trunk road“ = Fernstraße, entspricht weitgehend der jetzigen National Road) und „L“ (für „link road“ = Anbindung, entspricht der jetzigen Regional Road).

Seit Ende der 90er Jahre baut die irische Regierung das Straßennetz durch Investitionsprogramme im Umfang mehrerer Milliarden Euro aus. Seitdem finden kontinuierlich Ausbesserungsarbeiten an einem Großteil des Straßennetzes statt. Zum Einsatz kommen dabei jedoch nicht Asphalt oder Beton, sondern zumeist Rollsplitt, der durch die Nutzung der Straße allmählich in einen weicheren Teer-Untergrund eingepresst wird. Irische Straßen erscheinen dadurch rau und uneben.

Anfang 2005 stellte die Republik Irland vom angloamerikanischen Maßsystem auf das metrische System um, seitdem werden Geschwindigkeiten in km/h sowie Entfernungen in Kilometern und nicht mehr in mph beziehungsweise in Meilen gemessen. Folglich ist die Strecke auf vielen Verkehrsschildern noch in Meilen angegeben, wobei diese keine Angabe der Maßeinheit haben. Auf den neuen Schildern steht das Kürzel km. Alte Autotachos zeigen auch mph statt km/h an.

Grenzkontrollen zwischen der Republik Irland und Nordirland finden nicht statt. Dagegen ist die Republik Irland dem Schengener Abkommen bislang noch nicht beigetreten, da man dies mit Rücksicht auf die offene Grenze zu Nordirland nur zusammen mit Großbritannien tun könnte.

Die meisten Iren sind sportbegeistert, vor allem die beiden irischen Ballsportarten Gaelic Football und Hurling sind sehr beliebt. (Eine Variante des Gaelic Football wurde von irischen Auswanderern in Australien unter dem Namen Australian Football adaptiert.) Sowohl Gaelic Football als auch Hurling sind reine Amateursportarten. Die Spiele um die jährlich ausgetragenen All-Ireland Senior Football Championship bzw. All-Ireland Senior Hurling Championship locken viele Fans in die größten Stadien des Landes. Neben diesen beiden Wettbewerben der County-Auswahlteams gibt es auch Wettbewerbe auf Vereinsebene. Die Atmosphäre bei den Spielen ist meist friedlich. Trotz großer Rivalität zwischen den einzelnen Countys sind Ausschreitungen die Ausnahme. An öffentlichen, meist katholischen Schulen waren lange Zeit nur Hurling und Gaelic Football erlaubt.

Auch sehr populär sind Rugby und Fußball. Die Rugby-Nationalmannschaft gehört weltweit zu den Spitzenmannschaften. Sie nimmt an den vierjährlich stattfindenden Weltmeisterschaften und am jährlichen Sechs-Nationen-Turnier der besten Teams Europas teil. Das besondere an der irischen Nationalmannschaft ist, dass sie seit ihrer Gründung 1874 die gesamte Insel, heute also sowohl die Republik Irland als auch Nordirland repräsentiert. Die Auswahlen der vier irischen Provinzen Ulster, Munster, Leinster und Connacht spielen in der Celtic League, der höchsten professionellen Liga mit Mannschaften aus Irland, Wales und Schottland. Daneben gibt es nationale irische Meisterschaften. Nationalstadion ist das derzeit in Renovierung befindliche Stadion an der Lansdowne Road in Dublin. Es werden aber auch Länderspiele im Ravenhill Stadium in Belfast ausgetragen.

Die Fußballbegeisterung wurde geschürt, als Jack Charlton Anfang der 1980er Jahre Teamchef der irischen Fußballnationalmannschaft wurde. Da der Fußballsport in Irland damals noch in den Kinderschuhen steckte, bestand Charltons erste Amtshandlung darin, einen Ahnenforscher anzustellen, der ihm helfen sollte, in England nach Fußballprofis mit irischen Wurzeln zu suchen, um sie in die irische Nationalmannschaft berufen zu können. Das Team erreichte 1990 überraschend das Viertelfinale der Weltmeisterschaft in Italien und qualifizierte sich zudem für die WM 1994 in den USA sowie für die WM 2002 in Japan und Südkorea. Die nationale Fußballliga heißt Eircom League. Sie besteht aus zwei Leistungsklassen und wird im Halb-Profibetrieb gespielt. Die Premier League besteht aus zwölf Vereinen, die First Division aus zehn. Die Liga wird vom irischen Fußballverband FAI organisiert.

Das kulturelle Leben spielt sich hauptsächlich in den wenigen großen Zentren (Dublin, Cork, Galway und Limerick) ab. Vor allem in den Midlands geschieht relativ wenig.

In Irland gibt es 32 Hauptbibliotheken. Davon werden 27 von den Landkreisen getragen und 4 von den Städten Cork, Dublin, Limerick und Waterford. Eine Bibliothek liegt dabei zwischen zwei Countys und wird deshalb von beiden unterstützt. Die Strategien und Methoden der Bibliotheken variieren von Stadt zu Stadt, denn die Hauptbibliotheken handeln unabhängig voneinander.

Zu den 32 Hauptbibliotheken kommen weitere 345 Zweigbibliotheken hinzu. Dazu zählen auch Bibliotheken von Krankenhäusern, Schulen, Gefängnissen und so genannte Kommunikationszentren. Auch die 29 Fahrbibliotheken sind hier mit einberechnet, welche entlegene oder bevölkerungsarme Landstriche mit Büchern und anderen Medien versorgen.

Zu den Angeboten der Bibliotheken gehören im allgemeinen Sachliteratur und Belletristik, Service und Programme für Kinder und Jugendliche, Referenzmedien, Informationen zur Weiterbildung und allgemeine, lokale Informationen. Außerdem wird in jeder Bibliothek ein öffentlicher Zugang zum Internet angeboten. Alle Hauptbibliotheken bieten zusätzlich in der Bibliothek Opacs an, welche den Nutzern zur Verfügung stehen. Das heißt, dass alle Bibliotheken ein elektronisches Verwaltungssystem besitzen. Einige Kataloge sind auch über das Internet abrufbar.

In den öffentlichen Bibliotheken gibt es ca. 12,5 Millionen Medieneinheiten. Dazu gehören Bücher, Manuskripte, Bilder, Loseblattsammlungen, CDs, CD-Roms, DVDs, Kassetten, Videos und vieles mehr. Im Gegensatz zu Deutschland wird in irischen öffentlichen Bibliotheken pro Einwohner weniger ausgeliehen. In Deutschland sind es 4,1 Medieneinheiten pro Einwohner, in Irland 3,4. Die öffentlichen Bibliotheken werden dennoch von ca. 21 % der Bevölkerung genutzt. 2002 gab es 809.158 Leser mit einem Bibliotheksausweis.

Mit den Sachkosten liegen die irischen Bibliotheken jedoch höher als deutsche Bibliotheken. In Irland werden 2,10 € pro Einwohner und in Deutschland 1,10 € pro Einwohner ausgegeben.

Finanziert werden die Bibliotheken hauptsächlich über Steuern. Ca. 10 % werden über Mitgliedsbeiträge, Nutzergebühren und Bußgelder finanziert. Außerdem unterstützt das Department of the Environment and Local Government die Bibliotheken seit 1998 mit 34 Millionen €, die für den Bau und das Mieten von Gebäuden verwendet werden. Aber auch die Automatisierung von Arbeitsabläufen und der Bestandsaufbau wird mit diesen Geldern gefördert.

Die irische Musik stammt von der Musik der Kelten ab und ist vor allem bekannt durch die typischen Instrumente wie die Fiddle (Geige), deren Spiel sich durch den wilden irischen Stil auszeichnet, die Flöte, vor allem die Tin Whistle, und die Harfe, die das älteste irische Instrument ist. Lange Zeit waren die instrumentale und die vokale Musik getrennt, erst im 18. Jahrhundert wurden beide zusammen gebracht. Obwohl die Volksmusik vieler Länder vor allem bei der Jugend an Popularität verlor, wird die traditionelle irische Musik auch heute noch viel gehört.

Ein besonderes Element der irischen Musik ist das Tanzen. Stepptanz, Set Dance und Formationstanz sind in Irland sehr beliebt und haben eine lange Tradition.

1 Liegt größtenteils in Asien.  2 Hat zusätzliche Gebiete außerhalb Europas.

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Rallye Irland

Die Rallye Irland wurde am 15. November 2007 mit einem Sonderwertungslauf in Belfast erstmals als Lauf zur Rallye-Weltmeisterschaft ausgetragen, nachdem die beiden Testveranstaltungen der Jahre 2005 und 2006 von der FIA positiv bewertet wurden. Der Streckenverlauf zog sich weitgehend durch den Nordwesten und Norden der Grünen Insel. Die Wertungsprüfungen wurden sowohl in der Republik Irland (beispielsweise WPs der früheren Donegal-Rallye) als auch in Nordirland ausgefahren. Das Rallye-Hauptquartier befand sich wie erwartet in der Stadt Sligo.

Gefahren wurde zumeist auf einem sehr welligen Asphalt, der durch das gewohnt feuchte irische Wetter für tückische Straßenverhältnisse sorgte. Dadurch war die Rallye von einer relativ hohen Ausfallquote geprägt.

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A1 Team Irland

Das A1 Team Irland (engl.: A1 Team Ireland) ist das irische Nationalteam in der A1 Grand Prix-Serie.

Das A1 Team Irland (in der dritten Saison "Belmayne Team Irland") wurde von Mark Gallagher und Mark Kershaw gegründet; das Team setzt seit der ersten Saison einen eigenen Rennstall ein, der seit dem Beginn der Kooperation mit Team Kanada in der dritten Saison unter dem Namen Status Grand Prix antritt.

In der ersten Saison war das Team oberes Mittelmaß. Bereits am Premieren-Rennwochenende in Brands Hatch konnte es mit Platz 10 im Sprintrennen durch Michael Devaney den ersten Punkt einfahren, am dritten Rennwochenende in Estoril folgte dann mit dem 3. Platz im Hauptrennen durch Ex-Formel 1-Fahrer Ralph Firman der erste und einzige Podiumsplatz der Saison. Insgesamt beendete das Team 13 Rennen in den Punkten, am Ende der Saison stand Rang 8 mit 68 Punkten zu Buche.

In der folgenden Saison erlebte das Team einen starken Einbruch. Ihm gelangen lediglich drei Punkteplatzierungen, nämlich ein 10. Platz im Hauptrennen in Sepang durch Michael Devaney sowie ein 6. Platz im Sprintrennen in Durban und ein 5. Platz im Hauptrennen in Shanghai durch Richard Lyons. Die mäßigen Ergebnisse während der ersten 9 Rennwochenenden führte das Team auf ein Problem mit dem Chassis zurück. Es beendete die Saison auf dem 19. Gesamtplatz mit 8 Punkten.

In der dritten Saison gelang dem Team mit Adam Carroll als Stammpilot wieder eine deutliche Steigerung. Nach einem dritten Platz im Sprintrennen in Brünn und zahlreichen Punkteresultaten konnte es im Hauptrennen in Mexiko-Stadt schließlich - just einen Tag vor dem St. Patrick’s Day - seinen ersten Sieg feiern. Es folgten zwei dritte Plätze im Hauptrennen in Shanghai bzw. im Sprintrennen in Brands Hatch. Das Team beendete die Saison auf der 6. Gesamtposition mit 94 Punkten.

Das A1 Team Irland hat bisher an allen 36 Rennwochenenden der A1 Grand Prix-Serie teilgenommen.

Das A1 Team Irland setzte an Rennwochenenden bisher 7 verschiedene Fahrer ein, von denen 4 auch an den Rennen selbst teilnahmen. Außerdem kam beim offiziellen Test in Silverstone 2006 Patrick Hogan zum Einsatz.

Aktueller Stammfahrer in dieser Saison ist wieder Adam Carroll. Carroll, der Nordire ist und dementsprechend eigentlich dem Vereinigten Königreich zuzurechnen wäre, ist startberechtigt, da das Team laut eigener Aussage das geographische Irland repräsentiert.

Das Team stellte im Rahmen der Sendung Fifth Gear im Mai 2007 auf der Rollbahn des Luftwaffenstützpunkts Cottesmore mit 190,6 mph, also ca. 305 km/h, einen Geschwindigkeitsrekord für das A1 Grand Prix-Auto von Lola auf. Dazu wurde der Power Boost, welcher 30 weitere PS freischaltet, dauerhaft aktiviert. Am Steuer befand sich die Moderatorin Vicki Butler-Henderson.

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Source : Wikipedia