Irak

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Geschrieben von robby 01/03/2009 @ 15:00

Tags : irak, nahost, ausland

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Irak

Besatzungszonen des Irak durch die USA (türkis und purpur), Großbritannien (grün) und Polen (hellrot) im September 2003

Der Irak (Araki, sumerisch für „Aufgang der Sonne“) (arabisch العراق‎, DMG al-ʿIrāq) ist ein großteils arabischer Staat in Vorderasien. Er grenzt an Kuwait, Saudi-Arabien, Jordanien, Syrien, die Türkei, Iran (Persien) und den Persischen Golf und umfasst den größten Teil des zwischen Euphrat und Tigris gelegenen „Zweistromlandes“ Mesopotamien, in dem die frühesten Hochkulturen Vorderasiens entstanden sind, sowie Teile der angrenzenden Wüsten- und Bergregionen. Er wird zu den Maschrek-Staaten gezählt.

Der heutige Irak entstand 1920/21 aus den drei osmanischen Provinzen Bagdad, Mossul und Basra. Er befindet sich seit dem Irak-Krieg 2003 unter militärischer Besatzung durch Truppen einer von den Vereinigten Staaten geführten internationalen Koalition und ist derzeit nur als teilsouverän zu betrachten.

Der Irak gehört zum Orient. Zum Kulturraum des Orients werden gewöhnlich Länder Nordafrikas und Südwestasiens gezählt. Sie liegen überwiegend im Bereich des subtropischen Trockengürtels der „Alten Welt“.

Im Nordosten befindet sich eine etwa 3000 m hohe Bergkette aus den Ausläufern von Taurus und Zagros. Diese Kette gehört zum alpinen Gebirgszug, der sich vom Balkan aus ostwärts in die Türkei, den nördlichen Irak und Iran und dann weiter nach Afghanistan erstreckt. Der höchste Berg ist der Gundah Zhur mit 3607 m Höhe.

Der Irak grenzt an den Iran (1458 km gemeinsame Grenze), Kuwait (240 km), Saudi-Arabien (814 km), Jordanien (181 km), Syrien (605 km) und die Türkei (352 km). Mit Ausnahme der Grenze zum Iran, die bis 1918 die Ostgrenze des Osmanischen Reiches bildete, wurde der Grenzverlauf des Iraks von den Kolonialmächten bestimmt. Die Neutrale Zone zwischen Saudi-Arabien und dem Irak wurde 1975–1983 zwischen beiden Ländern aufgeteilt. Zudem besitzt der Irak einen 58 km langen Küstenstreifen.

Der Norden des Iraks, bis etwa auf die geografische Breite von Bagdad, liegt im Winter im Bereich der sog. Westwindzone der gemäßigten Breiten und im Sommer unter Hochdruckeinfluss bei Temperaturen zwischen -6 °C im Winter und 47 °C im Hochsommer (Jahresmittel 22 °C). Der Raum südlich Bagdads dagegen gehört ganzjährig zum subtropischen Hochdruckgürtel. Die Sommer sind im gesamten Land niederschlagslos und mit Ausnahme der Gebirgsregionen recht warm bei Durchschnittstemperaturen um 33–34 °C. Mitunter starke, ganzjährige Winde aus nordwestlicher Richtung führen dazu, dass beispielsweise die Städte Bagdad und Basra an ungefähr 20 respektive 15 Tagen im Jahr von Staubstürmen heimgesucht werden.

Die Temperaturen schwanken zwischen 50 °C im Sommer und etwa dem Nullpunkt im Januar. Frost ist möglich, insbesondere im Bergland. Regen fällt etwa 10 bis 18 cm im Jahr, Hauptregenmonate sind Dezember bis April. Die an den Golf angrenzenden Gebiete sind etwas feuchter.

Der Irak (assyrisch. Bet Nahrain) wird von zwei wichtigen Flüssen durchzogen, dem Euphrat und dem Tigris. Sie kommen von Nordwesten aus Syrien bzw. der Türkei und durchqueren das Land bis in den Südosten. Bei al-Qurna im Süden des Iraks fließen Tigris und Euphrat zusammen. Sie bilden dort den 193 Kilometer langen Schatt al-Arab/Arvandrud, dieser mündet in den Persischen Golf. Euphrat und Tigris waren und sind die Lebensadern des Landes, da sie die Wasserversorgung eines Großteils der irakischen Landwirtschaft und der Bevölkerung sicherstellen. Im Südosten des Landes ragt die Halbinsel Faw zwischen dem Iran und Kuwait in den Persischen Golf und stellt damit den einzigen Zugang des Iraks zum Meer dar.

Westlich von Bagdad gibt es drei Senken, in die bei Hochwasser Wasser aus Euphrat und Tigris geleitet werden können: Wadi Tharthar, Al-Habbania-See und Razzaza-See.

Die Sumpfgebiete im Irak, die sog. Ahwar, wurden während der Anfal-Operation in der 1980er und 1990er Jahre systematisch trockengelegt. Mit internationaler Hilfe versucht die irakische Regierung seit 2003, diese Gebiete wieder zu bewässern.

Die Hauptstadt Bagdad ist sowohl geographisches als auch politisches und kulturelles Zentrum des Landes und mit 5,7 Millionen Einwohnern die mit Abstand größte städtische Agglomeration. Bagdad (persisch=Gottgegeben-im Sinne von: Gottesgeschenk-) wurde im Jahr 762 von dem abbasidischen Kalifen al-Mansur als neue Hauptstadt des islamischen Reichs gegründet und 1920 zur Hauptstadt des neu gegründeten Staates Irak erklärt. Besonders während des Wirtschaftsbooms der 1970er Jahre wurde die Stadt ausgebaut. Im ersten Golfkrieg war die Stadt kaum betroffen, im zweiten und dritten Golfkrieg wurde Bagdad allerdings mehrmals Ziel von Luftangriffen. In Bagdad befinden sich 3 der 6 Universitäten des Landes und der größte internationale Flughafen des Iraks.

Die Hafenstadt Basra am persischen Golf ist mit ihren rund 2 Mio. Einwohnern die zweitgrößte Stadt des Landes und Zentrum des schiitischen Südens. Basra wurde 636 von Kalif Umar ibn al-Chattab als arabischer Militärstützpunkt und Handelsplatz gegründet und im 16. Jahrhundert von den Osmanen erobert. 1914 marschierten britische Truppen in die Stadt ein. Während des ersten Golfkrieges wurde die Stadt aufgrund ihrer exponierten Lage und wirtschaftlichen Bedeutung stark in Mitleidenschaft gezogen. Basra besitzt den größten Umschlaghafen des Landes, über den große Teile des geförderten Erdöls exportiert werden, sowie die 1964 gegründete Universität und einen internationalen Flughafen.

Das im Norden gelegene Mosul steht mit etwa 1,7 Millionen Einwohnern an dritter Stelle. Es ist Zentrum der ostchristlichen und assyrischen Kultur im Irak. Mosul war seit dem 8. Jahrhundert ein wichtiges Wirtschaftszentrum, die gesamte Provinz Nineve wurde erst 1926 völkerrechtlich an den Irak angegliedert.

Hewlêr (arabisch: Arbil) ist die Hauptstadt der Autonomen Region Kurdistan und mit geschätzten 7000 Jahren eine der ältesten noch besiedelten Städte der Welt. Sie beherbergt etwa 1,3 Millionen Einwohner. Die Stadt wurde in den ersten beiden Golfkriegen nur leicht beschädigt. Arbil besitzt einen internationalen Flughafen. Derzeit gibt es diverse Pläne für Luxushotels und die erste Megamall des Iraks.

Silêmanî (arabisch: as-Sulaimāniyya) mit circa 800.000 Einwohnern fünftgrößte Stadt des Landes. Die Stadt besitzt einen internationalen Flughafen und eine Universität.

Da im Irak unterschiedliche Niederschlagsverhältnisse herrschen, gibt es ebenfalls unterschiedliche Vegetationsarten. Im Nordirak gibt es Strauchvegetation und vereinzelte Waldbestände. An den Uferbereichen von Euphrat und Tigris gibt es Dattelpalmen und Schilfgürtel. Der Süden hingegen ist nur spärlich bewachsen. Projekte der Regierung, aus den Wüstengegenden fruchtbare Böden zu machen, wurden in den 1980er Jahren aufgegeben.

Diverse Vogelarten wie Geier, Bussarde, Raben und Eulen sind im Irak beheimatet, ebenso leben Säugetiere Leoparden, Gazellen und Antilopen. An Tigris, Euphrat und Schatt al-Arab herrscht außerdem ein großer Fischreichtum.

Der Irak hat nach eigenen Angaben ca. 27 Mio. Einwohner. Die zentralen Provinzen Bagdad und Babylon sind am dichtesten besiedelt. Etwa 75 bis 80 % der heute im Iark lebenden Bevölkerung sind Araber, 15 bis 20 % sind Kurden. Die restlichen ca. 3 % setzen sich aus Turkomanen, Assyrern und Armeniern zusammen. Die Übergriffe auf die Chaldo-assyrischen Christen im Irak ließen fast eine Million Menschen dieser Urbevölkerung des Iraks aus dem Land entfliehen.

Etwa 95 % der Bevölkerung sind muslimisch. Über 60 % sind Schiiten und knapp 35 % Sunniten. Die große Mehrheit der muslimischen Kurden ist sunnitisch.

Christen und andere Religionen sind derzeit nur noch mit ca. 5 % vertreten, davon etwa 3 % Christen , während sie vor 100 Jahren noch etwa 25 % ausmachten. In den letzten Jahren sind fast 2 Millionen Christen geflohen. Die Christen zählen überwiegend zu den orientalisch-christlichen Gemeinschaften: Chaldäisch-Katholische Kirche, Assyrische Kirche des Ostens, Alte Apostolische Kirche des Ostens, Armenier, römische und syrische Katholiken, Altsyrisch-Orthodoxe, Protestanten und andere.

Unter dem Regime von Saddam Hussein hatte die Religionsfreiheit einen verhältnismäßig hohen Stand; der Regierung des Diktators gehörten auch christliche Minister wie der Assyrer/Aramäer Tariq Aziz an. Seit dem Beginn des Krieges im März 2003 hat allerdings laut kompetenten Schätzungen über die Hälfte der irakischen Christen das Land verlassen.

Des Weiteren gibt es noch die kurdischen Jesiden, deren Zahl teilweise mit über 500.000 angegeben wird, Schabbak die entweder als extreme Schiiten oder als eigene Gruppe angesehen werden und einige Tausend Mandäer. Weiterhin sollen im Südosten 20.000 bis 50.000 Marsch-Araber leben.

Bis 1948 lebten noch 150.000 Juden im Irak. Aufgrund von Flucht und Vertreibung in der Folge der Staatsgründung Israels wird die Zahl noch im Irak lebenden Juden auf unter 10 Personen geschätzt.

Die durchschnittliche Lebenserwartung der Iraker beträgt 69,01 Jahre (Frauen 70,31 Jahre, Männer 67,76 Jahre). Das Durchschnittsalter beträgt bei Frauen 19,8 Jahre, bei Männern 19,6 Jahre. Das Gesamtdurchschnittsalter beträgt 19,7 Jahre. Die Bevölkerung wuchs 2005 um etwa 2,5 %.

Der Alphabetisierungsgrad der Bevölkerung liegt mit insgesamt 40,4 % weit unter dem Weltdurchschnitt. Lediglich 55 % aller Männer können lesen und schreiben, bei den Frauen sind es sogar nur 24,4 %. Die Situation hat sich in den letzten 20 Jahren stark verschlechtert – Ende der 1980er-Jahre betrug der Anteil der Analphabeten nur 10 bis 12 %.

Die Bevölkerung wuchs über die Jahrzehnte stark, 1960 lebten etwa 6,7 Millionen Menschen im Irak , bis zum Jahre 2008 stieg die Anzahl auf 28,2 Millionen an , wobei andere Quellen auch eine Bevölkerungsanzahl von 23 bis 24 Millionen Einwohnern angeben. .

Über 4 Millionen Iraker sollen sich im Ausland befinden. Aufgrund der instabilen Lage im Land haben seit 2003 weitere 1,8 Millionen Menschen den Irak verlassen. Täglich überqueren bis zu 3000 Menschen die Grenzen zu Syrien, Iran und Jordanien. Weiterhin gibt es schon über 1,6 Millionen Binnenflüchtlinge.

Der Irak liegt auf dem Gebiet des alten Mesopotamien (Bet Naharain); hier sind ab dem 4. Jahrtausend v. Chr. einige der frühesten Hochkulturen der Menschheit entstanden (Sumer, Akkad, Babylonien, Mittani, Assyrien, Medien; siehe auch: Alter Orient), weshalb die Region heute von vielen als Wiege der Zivilisation gesehen wird.

Das alte Mesopotamien fällt 539 v. Chr. bei der Unterwerfung Babyloniens an das aufstrebende Perserreich unter Kyros. Unter den Achämeniden wird Mesopotamien zeitweilig in die zwei Satrapien Syria und Assyria aufgeteilt, nach der Eroberung durch Alexander den Großen nach der Schlacht bei Gaugamela 331 v. Chr. werden beide Satrapien jedoch zu einer neuen Satrapie Mesopotamien zusammengeführt. Nach der Schlacht von Gaza 312 v. Chr. gerät Mesopotamien unter die Kontrolle des Seleukidenreichs und bleibt fortan für fast zwei Jahrhunderte von weiterem Kriegsgeschehen verschont. In dieser Zeit blühen nicht zuletzt die hellenistischen Stadtgründungen auf (etwa Apameia, Dura Europos, Edessa, Seleukia etc.).

Nach dem Tod des Seleukidenkönigs Antiochos Sidetes 129 v. Chr. fällt Mesopotamien endgültig an die Parther, die zuvor schon den Iran erobert haben. Ktesiphon wird zur parthischen Hauptstadt, daneben gelangt auch Hatra zu besonderer Bedeutung. Teile Mesopotamiens gelangen zwischen 83 und 69 v. Chr. an Armenien, werden allerdings im Zuge der römisch-parthischen Einigung nach der Schlacht bei Carrhae den Parthern zurückgegeben. In der Folgezeit stabilisiert sich der Euphrat als Grenze zwischen römischer und parthischer Einflusssphäre. Versuche des römischen Kaiser Trajans, Mesopotamien zwischen 114 und 117 zu annektieren, scheitern zunächst, doch nach dem Partherkrieg des Lucius Verus von 162 bis 165 bleiben größere Teile Mesopotamiens im römischen Einflussbereich. 195 fällt Mesopotamien bis auf die strategisch wichtige Stadt Nisibis wieder an die Parther, wird von Kaiser Septimius Severus 197 aber wieder zurückerobert und befestigt.

Auch der Wechsel von der dezentral-feudalen Partherherrschaft zum stärker zentralisierten Sassanidenreich bringt zunächst keine grundlegenden Veränderungen mit sich. Erst in der zweiten Hälfte des 3. Jahrhunderts gerät Mesopotamien in den Strudel der Reichskrise des 3. Jahrhunderts und wechselweise unter römische und sassanidische Kontrolle. Während der gesamten Spätantike ist Mesopotamien Aufmarsch- und Kampfgebiet dieser beiden antiken Großmächte, wobei der arabische Stamm der Lachmiden einen wichtigen Teil der Grenzsicherung für Persien übernimmt. Dem römischen Kaiser Diokletian gelingt es 297/298 die alten Besitzverhältnisse wiederherzustellen. Erst ab 337 beginnt der bedeutende Sassanidenkönig Schapur II. große Teile Mesopotamiens zurückzuerobern. Der gescheiterte Perserfeldzug von Kaiser Julian führt 363 schließlich zum Verlust fast ganz Mesopotamiens und insbesondere von Nisibis an Persien. Trotz verschiedener Versuche von beiden Seiten, den Grenzverlauf zu verschieben, bleibt dieser im Wesentlichen unverändert, bis schließlich Mesopotamien und Syrien im Zuge der Islamischen Expansion zwischen 633 und 640 von den Arabern erobert werden.

Nach der Schlacht von Kadesia 636 bemächtigen sich die arabischen Muslime des Gebietes. 636 wird Basra vom Kalifen Umar als Heerlager gegründet, 637/638 Kufa. Der Irak wird zu einem wichtigen kulturellen Zentrum des sich ausbreitenden Islams. Während in Syrien die Partei der Umayyaden die Macht ergreift, wird der bis dahin übergangene Favorit des Propheten Ali zum vierten Kalifen gewählt und macht Kufa zu seiner Hauptstadt. 680 kommt es bei Kerbala zur Entscheidungsschlacht zwischen beiden Parteien, bei der Alis Sohn Hussein von Truppen des Kalifen Yazid I. getötet wird. Der Islam spaltet sich in seine zwei wichtigsten Glaubensrichtungen, Sunna und Schia. 762 wird Bagdad von Al-Mansur als Hauptstadt des Abbasidenkalifats gegründet und entwickelt sich bald zur bedeutendsten Stadt der islamischen Welt. Die folgende Periode wird auch als Blütezeit des Islams bezeichnet, in der besonders Wissenschaft und Künste ein deutlich höheres Niveau entwickelten als etwa in Europa.

Ab 1055 eroberte der Seldschukenführer Tughrul Beg das Land, 1258 der mongolische König Hülägü, Begründer der Dynastie der Ilchane. Abgesehen von den massiven Verwüstungen in den Städten wird auch die Landwirtschaft, das Rückgrat der Wirtschaft, zerstört. Die schweren Kämpfe zwischen den Mongolen und den zur Verteidigung anrückenden Mamelucken führten zu hohen Sachschäden an dem komplexen Bewässerungssystem des Zweistromlandes. Ebenso stark wirken sich hier die menschlichen Verluste aus: Das mündlich tradierte Wissen über die Anwendung und Wartung der Bewässerungsanlagen geht verloren. In Folge verfällt die Provinz, denn ohne ein Bewässerungssystem kann die mesopotamische Landwirtschaft ihr volles Potential nicht mehr entfalten. 1401 wird Bagdad durch Timur Lenk verwüstet, 1534 fällt das Land an das Osmanische Reich.

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Der Irak ist für das Osmanische Reich vor allem als Verbindung zum Persischen Golf und als Verteidigungsbarriere gegenüber dem Iran (Persien) bedeutend; an wirtschaftlicher Entwicklung hingegen sind die Osmanen kaum interessiert. So beschränkt sich ihre Administration vor allem in den ersten Jahrhunderten weitgehend auf das Eintreiben von Steuern und der (Zwangs-)Rekrutierung von Soldaten. Der Irak ist eine vergleichsweise unbedeutende Provinz des Osmanischen Reiches, regiert von unmotivierten Beamten (teilweise regieren sich Bagdad, Mossul und Basra faktisch selbst).

Anfang des 19. Jahrhunderts gab es administrative Reformen, doch die ersten wichtigen Veränderungen kamen mit Midhat Pascha (Gouverneur in Bagdad zwischen 1869 und 1872). Die ersten Krankenhäuser wurden gebaut, erste Zeitungen erschienen, Manufakturen nahmen ihren Betrieb auf. Doch er regierte zu kurz, um dem Irak einen längerfristigen Aufschwung zu bescheren. In diese Zeit fallen auch die ersten Belege für das Interesse der Briten am Irak. 1860 erwarb die britische Lynch-Company das Monopol für die Schifffahrt am Tigris. Der Irak blieb bis zum 1. Weltkrieg ein unbedeutender Nebenschauplatz, seine geostrategische Position an den Schnittrouten zwischen Europa, Britisch-Indien, Zentralasien, dem Kaukasus und Südarabien sollte ihn aber vom Ersten Weltkrieg an zum Gegenstand von weltpolitischen Interessen machen.

Während des 1. Weltkrieges (am 6. November 1914, einen Tag nach der Kriegserklärung an das osmanische Reich) marschierten britische Truppen und arabische Aufständische gemeinsam ein und besetzten 1917 Bagdad. Eigentliches unmittelbares Ziel war nur die Region um Basra gewesen, denn die Royal Navy war auf Öllieferungen aus dem benachbarten Iran angewiesen. 1920 löste Großbritannien aus dem ehemaligen osmanischen Reich die Vilayets Bagdad, Mossul und Basra heraus und verschmolz sie zum heutigen Irak. Die Provinz Mossul war dabei zunächst nicht mit eingeplant worden, da sie in französischem Einflussgebiet lag; nach dem Ausfall Russlands betreffend das Sykes-Picot-Abkommen und aufgrund von strategischen Überlegungen wurde sie jedoch ebenfalls eingegliedert, indem der Türkei und Frankreich jeweils 20 % der zu erwartenden Gewinne aus der Erdölförderung in dieser Region versprochen wurden.

An der Festlegung der heutigen Grenzen war Gertrude Bell als Beraterin des Kolonialministers Winston Churchill wesentlich beteiligt. Der Völkerbund sanktionierte diese Maßnahme und übertrug Großbritannien das Mandat über den Irak. So wurde das Britische Mandat Mesopotamien eingerichtet. Da den Arabern von Großbritannien ein souveränes Großarabien versprochen wurde, sollten sie sich gegen das osmanische Reich erheben, akzeptierten sie den Status als britisches Mandatsgebiet nicht und begannen 1920 einen Aufstand gegen die britische Krone. Der Aufstand hatte aber auch einen sozialen Hintergrund. Um das Land unter ihre Kontrolle zu bekommen, verfuhren die Briten wie an ihrer indischen Nordwestgrenze: Sie machten lokale Autoritäten aus, denen sie eine Reihe von Privilegien gaben (z. B. Steuerfreiheit) und denen auch das früher kommunale Land übertragen wurde, so dass viele Bauern verarmten. Bei der drei Monate dauernden Revolte starben nach britischen Schätzungen 8450 Iraker und 1654 britische Soldaten. Der hohe Blutzoll und die Kosten, die zur Niederwerfung des Aufstandes benötigt wurden (insgesamt das Sechsfache der gesamten Kosten der britischen Militärkampagne im Nahen Osten), erschreckten die britische Regierung. Um die Kosten für die britische Präsenz zu senken und gleichzeitig die Araber von neuem Aufruhr abzubringen, setzte die britische Regierung einen arabischen König ein.

Am 23. August 1921 wurde Faisal, Sohn des Scherifen Hussein von Mekka, zum König proklamiert. Die Aufnahme des Iraks in den Völkerbund erfolgte am 3. Oktober 1932. Die Rechte am Erdöl des Landes teilten Großbritannien, die Niederlande, Frankreich und die USA (je 23,75 %) unter sich auf; 5 % gingen an ein privates Unternehmen. An die irakische Regierung zahlten sie Abgaben, die jedoch nur einen geringen Prozentsatz der Gewinne ausmachten.

Dieser Zustand dauerte bis 1958. Unter General Abdel Karim Qasim schlossen sich die so genannten „Freien Offiziere“ zusammen, um die britische Kontrolle abzuschütteln. Sie stürzten am 14. Juli 1958 mit Hilfe des Volkes die pro-britische Monarchie (Faisal II. 1935–1958). Die Republik Irak wurde proklamiert. Es strömten hunderttausende Iraker auf die Straßen, um ath-Thawra (die Revolution) zu feiern. Mit Ausrufung der Republik wurden neue politische Verhältnisse geschaffen. Die Monarchie wurde abgeschafft und der Irak trat aus dem mit Türkei, Pakistan und Iran geschlossenen CENTO (Bagdad)-Pakt aus. Innenpolitisch wurde eine Bodenreform durchgeführt und der Irak trat aus dem britischen Sterling-Währungssystem aus. Die ausländischen Ölgesellschaften wurden verstaatlicht und es wurden wirtschaftliche und politische Beziehungen zu den sozialistischen Ländern eingeleitet. Ein Erlass ermöglichte es, dass politische Parteien und berufliche Organisationen gebildet werden konnten. Die Pressefreiheit wurde eingeführt. Ein historischer Schritt war aber der Artikel 3 der provisorischen Verfassung: „Araber und Kurden sind Partner im Irak“. Die Kurden wurden erstmalig ausdrücklich anerkannt. Die demokratischen Prozesse dauerten jedoch nur kurze Zeit an. Bald wurden Zeitungen verboten. Die Entwicklung der neuen Republik Irak wirkte den grundsätzlichen Interessen des Westens entgegen. Die Briten und die USA übten Druck von außen aus. Innenpolitisch wurde Druck von rechtsorientierten, panarabistischen Parteien und Nationalisten ausgeübt. Dazu gehörte auch die Baʿth-Partei.

Die damals kleine irakische Baʿth-Partei putschte mit Hilfe von Verschwörern in der irakischen Armee am 8. Februar 1963 gegen Qasim. Qasim wurde erschossen. Durch die Ramadan-Revolte geschwächt, wurde die Baʿth Partei wenige Monate nach dem Putsch von 1963 durch den Präsidenten Abd as-Sallam Arif gestürzt. Unter seinem Bruder Abd ar-Rahman brach der Irak 1967 die diplomatischen Beziehungen zu den USA ab. Nach einem zweiten Putsch am 17. Juli 1968 eroberte die Baʿth-Partei wieder die Macht, Ahmad Hasan al-Bakr wurde Staatspräsident und Vorsitzender des Revolutionären Kommandorates (RKR), Saddam Hussein Vizepräsident und Stellvertretender Vorsitzender des RKR.

Im Frühjahr 1969 brachen erneut Kämpfe zwischen den Regierungstruppen und den seit 1961 gegen die Zentralregierung kämpfenden Kurden aus. Zwar unterzeichneten Saddam Hussein und der Kurdenführer Molla Mustafa Barzani im März 1970 einen Friedensvertrag, der den Kurden politische Autonomie gewährleistete. Die Kämpfe dauerten allerdings bis April 1975 (als der Irak mit dem Nachbarland Iran das Abkommen von Algier über die Neuregelung der Grenze am Schatt al-Arab unterzeichnete und der Iran daraufhin seine Hilfe für die Kurden beendete, was zur Kapitulation der Kurden führte) an.

1972 wurden die ausländischen Ölunternehmen verstaatlicht.

Als die Baʿth-Partei an der Macht war, folgten Massenhinrichtungen und willkürliche Verhaftungen, vor allem von kommunistischen- und anderen linksgerichteten Intellektuellen. Besonders nachdem Saddam Hussein nach dem Rücktritt al-Bakrs am 16. Juli 1979 an die Macht gelangt war, kam es zu massiven Menschenrechtsverletzungen denen auch viele Baʿthisten zum Opfer fielen.

Nach monatelangen Auseinandersetzungen mit dem Iran befahl Hussein der irakischen Armee am 22. September 1980, das Nachbarland mit insgesamt neun von zwölf Divisionen anzugreifen. Die Front erstreckte sich hierbei auf einer Länge von 600 km. Nach anfänglichen Erfolgen musste sich die irakische Armee ab 1982 immer weiter zurückziehen und schließlich ab 1984 den Krieg im eigenen Land führen. Dieser Erste Golfkrieg dauerte bis 1988 an und kostete schätzungsweise 250.000 Iraker das Leben. In diesem Krieg setzte der Staat auch mehrmals chemische Kampfstoffe sowohl gegen die Iraner als auch gegen die eigene Bevölkerung ein. Auch die wirtschaftlichen Schäden waren erheblich: 1979 besaß der Irak noch Geldreserven im Wert von 35 Milliarden US-Dollar, nach Ende des Krieges war das Land mit über 80 Milliarden US-Dollar Auslandsschulden hoch verschuldet.

Nach einem gescheiterten Attentat auf Saddam Hussein wurden am 17. Juli 1982 148 Einwohner der Kleinstadt Dudschail verschleppt und hingerichtet. 1988 startete das Regime die sogenannte Anfal-Operation, bei der nach Schätzungen bis zu 180.000 irakische Kurden ermordet wurden. Der in der Öffentlichkeit bekannteste Fall dieser Kampagne war der Giftgasangriff auf Helepçe am 18. März 1988. Mit diesem Ereignis begannen sich die Beziehungen zwischen dem Irak und den Vereinten Nationen, befördert durch die weitere irakische Politik, zu verschlechtern.

Am 2. August 1990 marschierte die irakische Armee in Kuwait ein und besetzte das Land. Erst durch die Intervention internationaler Truppen unter der Führung der Vereinigten Staaten wurde das Land im Februar 1991 im Zweiten Golfkrieg befreit. Als Folge der Besetzung verhängten die Vereinten Nationen Sanktionen über das Land, was zu internationaler Isolierung und durch die Misswirtschaft mit den erlaubten Handelsgütern zur Verarmung weiter Teile der Bevölkerung führte. Die Folgen des Embargos waren dramatisch: Allein 500.000 bis 1.500.000 Kinder unter 14 Jahren starben bis 2005 zum Teil an Krankheiten, die vor 1990 im Irak nahezu unbekannt waren: Leukämie (wahrscheinlich durch verstrahlten Sand und Kleinstpartikeln von DU-Munition oder zerstörtem Kriegsgerät), Unterernährung, Vitaminmangel, Typhus, Cholera und durch lokale Krankheiten. - Die hohe Sterblichkeit ergibt sich aus dem andauernden Embargo und der in den Golfkriegen 1990 und 2003 nahezu völligen Zerstörung der Trink- und Abwasser-Ver-/Entsorgung, Zerstörung der Krankenhäuser, Pharmaindustrie usw. Um die Folgen des Embargos abzumildern führte die UN 1995 (Res. 986) ein Öl für Lebensmittel-Programm ein, das im Januar 2003 endete.

Am 8. November 2002 beschloss der UN-Sicherheitsrat auf längeren Druck der USA die bislang 19. Irak-Resolution 1441 mit nicht näher definierten „ernsthaften Konsequenzen“.

Im März und April 2003 begann eine Koalition von über 50 Staaten, angeführt von den USA und von Großbritannien, unterstützt von kleinen Verbänden Australiens, Italiens, Spaniens, Polens und militärisch unerheblicher Alliierter (Dänemark, Ukraine, Bulgarien, Honduras, El Salvador, Südkorea, Japan, Ungarn) den dritten Golfkrieg gegen den Irak, mit dem erklärten Ziel, Saddam Hussein stürzen und mutmaßlich vorhandene Massenvernichtungswaffen aus dem Verkehr zu ziehen. Ein entsprechendes Bedrohungsszenario hatten die Geheimdienste der USA und Großbritanniens entworfen; einigen Medienberichten zufolge geschah dies auf Druck der jeweiligen Regierung zur Legitimierung einer Invasion. Den Versuch, hierfür ein Mandat des UN-Sicherheitsrates zu erhalten, hatten die USA wegen des großen diplomatischen Widerstandes und vor einer sich abzeichnenden Abstimmungsniederlage abgebrochen. Die Iraq-Survey-Group-Kommission kam in ihrem Endbericht September 2004 zu dem Schluss, dass es im Irak keine Massenvernichtungswaffen gab. Damit fiel einer der von der US-Regierung offiziell genannten Kriegsgründe weg. Dass Saddam Hussein auch keine Beziehungen zum Terroranschlag des 11. Septembers 2001 in den USA hatte, war schon vorher klar geworden. Statt der Massenvernichtungswaffen hat man aber Massengräber gefunden: Seit Machtantritt der 2003 von US-Truppen gestürzten Baʿth-Partei gelten bis zu 1,3 Millionen Iraker als vermisst . Bisher wurden circa 300 Massengräber im Irak lokalisiert. Es existiert bislang jedoch kein zivilrechtlicher Rahmen für die Untersuchung der Gräber. Forensische Ausgrabungen werden seit August 2004 vom US-geführten Regime Crimes Liaison Office (RCLO) durchgeführt, das direkt dem Iraqi Special Tribunal (IST) zuarbeitet. Im Mai 2006 wurde ein Gesetz zum Schutz der Massengräber vom irakischen Parlament ratifiziert. Derzeit arbeiten irakische Regierungsorgane und NGOs in Zusammenarbeit mit internationalen Organisationen an der Einrichtung des „National Center for Missing and Disappeared Persons“. Dieses Zentrum hat die Aufgabe, dem dringenden Bedürfnis der irakischen Bevölkerung nach der Klärung des Schicksals der vermissten Personen nachzukommen und die rechtlichen, personellen und technischen Voraussetzungen für die Untersuchungen der Massengräber im Irak zu schaffen. Die individuelle Identifizierung der Opfer aus Massengräbern wird dabei im Vordergrund stehen, sowie die Bearbeitung der rezenten Fälle von nicht-identifizierten Opfern der Terroranschläge und Kampfhandlungen seit 2003.

Die Anzahl der Opfer der Invasion ist stark umstritten in Bezug auf Zählweise, Verantwortung und Einbeziehung Opfer krimineller Straftaten. Verifizierbar sind laut der privaten Initiative iraqbodycount mindestens 62.000 zivile Opfer der militärischen Intervention. Eine Studie des Wissenschaftsmagazins The Lancet geht sogar von bis zu 100.000 zivilen Opfern aus. Nach Angaben der USA wurden rund 1.000 Zivilisten durch alliiertes Feuer sowie etwa 7000 Widerstandskämpfer und Terroristen getötet. Schätzungen anderer Beobachter zufolge kamen bis zu 10.000 Iraker bei dem Angriff durch die USA ums Leben. Weitere 20.000 Tote werden neben dem regulärem Widerstand mehrheitlich Terrorangriffen verschiedener Gruppierungen zugeschrieben. Nach einer im Oktober 2006 veröffentlichten Studie wurden seit der Invasion der ausländischen Truppen im März 2003 über 650.000 Menschen getötet, was 2,5 % der irakischen Gesamtbevölkerung entspricht. Als Folge von Kriegsschrott steigt besonders in den südlichen Provinzen die Anzahl der Krebsfälle. Nach Angaben der medizinischen Hochschule von Basra sind mindestens 45 Prozent aller Todesfälle in den südlichen Provinzen auf Krebs zurückzuführen. In den Provinzen Basra und Missan sei die Leukämierate bei Kindern im Vergleich zum Jahr 2005 um 22 Prozent gestiegen, manche Babys entwickelten die Krankheit schon vier Wochen nach der Geburt. Täglich kämen in den südlichen Provinzen mindestens drei verkrüppelte Kinder zur Welt, denen Organe oder Glieder fehlten.

Im Mai 2003 erklärte US-Präsident Bush die größeren Kampfhandlungen für beendet und der Irak wurde in Besatzungszonen aufgeteilt.

Seit dem offiziellen Ende des Irakkriegs sind erheblich mehr US-Soldaten − bisher 2900 − durch Anschläge, sowohl von Widerstandsgruppen wie auch von islamistischen Terroristen, umgekommen als durch die Kriegshandlungen zuvor; täglich sterben durchschnittlich zwei US-Soldaten bei Angriffen aus dem Hinterhalt, die Zahl der Verwundeten liegt noch erheblich höher. Zahlreiche Opfer forderten die Angriffe auch unter der Zivilbevölkerung. Auch Vertretern der mehrheitlich von Schiiten und Kurden getragenen irakischen Regierung wurden wiederholt zum Ziel von Anschlägen. Schätzungen zufolge sind zwischen 25.000 und 30.000 Iraker seit Mai 2003 – dem „Ende der großen Kampfhandlungen“ – ums Leben gekommen. Einige irakische Quellen gehen sogar von bis zu 60.000 Opfern aus. Etwa 3500 Irakische Sicherheitskräfte wurden seit 2003 getötet.

Al Qaida verfolgt anscheinend die Strategie, einen Bürgerkrieg zwischen Schiiten und Sunniten zu provozieren, um so zu verhindern, dass der Irak eine staatliche Ordnung findet. Todesschwadronen greifen gezielt Anhänger der gegnerischen Religionsgruppe an. Als wichtigster Kopf der irakischen Ansar al-Islam Organisation wurde seit 2003 der Jordanier Abu Musab az-Zarqawi angesehen (von US-amerikanischen Einheiten getötet am 7. Juni 2006). Die USA werfen Iran und Syrien vor, nichts gegen das Eindringen ausländischer Kämpfer zu tun. Die Situation wird zunehmend als an der Kippe zum Bürgerkrieg stehend betrachtet. Von Sunniten und Schiiten gegeneinander geführte Terrorangriffe und Gegenanschläge fordern fast schon täglich Dutzende Menschenleben. Pro Tag gibt es im Irak etwa 75–85 Anschläge, zeitweise lag die Zahl der täglichen Anschläge sogar über 120, an anderen Tagen jedoch auch „nur“ bei 50–60. Es wird vermutet, dass die Mehrheit der Aufständischen irakische Sunniten sind. Allerdings wird ein Teil der Anschläge auch von nichtirakischen (sunnitischen) Islamisten verübt und zum Teil auch von einigen schiitischen Extremisten.

Die Terroristen um den Führer Abu Musab az-Zarqawi, als von ausländischen Islamisten dominierte El Kaida-Ableger im Irak (Qaidat al-Dschihad fi Bilad ar-Rafidain) sowie die Ansar as-Sunna unter Führung von Abu Abdallah al-Hasan bin Mahmud, betrachten den Irak als Schlachtfeld im globalen Krieg gegen den Westen. Sie sind nur eine von zahlreichen verschiedenen Gruppen.

Unter den einheimischen Milizen stellen die irakisch-sunnitischen Aufständischen bislang die mitgliederstärkste Fraktion. Dazu gehören unter anderem die „Armee Mohammeds“, die „El Haq-Armee“ und die „Islamische Armee des Iraks“, zusammen etwa 20.000 Kämpfer. Sie opponieren vor allem gegen die US-geführten Besatzungstruppen und die politische Marginalisierung der Sunniten. Der irakisch-sunnitische Widerstand soll sich zuletzt verstärkt um Distanz zu den zugereisten Gotteskriegern – etwa 1000 bis 2000 Mann – bemüht haben. Grund sind die von den Sarkawi-Terroristen unter irakischen Zivilisten angerichteten Blutbäder, ebenso die Selbstdarstellung des El Kaida-Ablegers als angebliche politisch-ideologische Führung des Widerstandes.

Teils mit den sunnitischen Widerständlern konkurrierend sind die schiitischen Milizen. Die „Badr-Brigaden“ verfügen über etwa über 10.000 Bewaffnete, die „Mahdi-Armee“ wird auf mehrere tausend Mann geschätzt. Die Badr-Brigaden sind Mitglied des regierenden Revolutionsrats Sciri. Die Mahdi-Armee untersteht dem radikalen Schiitenprediger Muktada al-Sadr. Zwischen beiden Gruppierung kam es wiederholt zu offener Gewalt. Der Revolutionsrat strebt nach einer weitgehenden schiitischen Autonomie im Süden, wo die „Badr-Brigaden“ in vielen Regionen bereits die dominierende militärische Macht sind. Sadr hingegen will einen irakischen Einheitsstaat; seine „Mahdi-Armee“ kooperiert mit dem sunnitischen Widerstand gegen die US-geführten Besatzungstruppen.

Beim Aschura-Fest am 2. März 2004 kam es zu einer verheerenden Anschlagserie, es gab 271 Tote und 393 Verletzte, die meisten waren schiitische Gläubige, für die Kerbala ein Wallfahrtsort ist. Es wurde eine dreitägige Staatstrauer angeordnet. Am 4. März 2004 erhoben die USA den Vorwurf, der Terrorist Abu Musab az-Zarqawi oder die Al-Qaida nahstehende Terrororganisation Ansar al Islam seien die Drahtzieher der Anschläge gewesen.

Im Jahr 2006 wurden bei Anschlägen im Irak mehr als 34.000 Zivilisten getötet. Weitere 36.000 Personen wurden nach Angaben der Vereinten Nationen verletzt. Einen Höhepunkt erreichte die Gewalt in den Monaten November und Dezember mit 6367 Toten und 6875 Verletzten. Insbesondere die Hauptstadt Bagdad ist von den Auseinandersetzungen betroffen. Dort wiesen die meisten Toten zudem Folterspuren auf.

Am 12. April 2007 erschütterte eine Explosion das Parlamentsgebäude in der stark gesicherten Grünen Zone in Bagdad. Nach ersten Pressemeldungen kamen dabei mindestens zwei Abgeordnete ums Leben. Einige Stunden zuvor war bereits bei einem Selbstmordanschlag, dem ebenfalls mehrere Menschen zum Opfer fielen, eine wichtige Tigris-Brücke in Bagdad zerstört worden. Wenige Tage später, am 18. April 2007, trafen fünf weitere Anschläge die irakische Hauptstadt. Allein die Detonation einer Autobombe nahe dem Marktplatz im Sadrija-Viertel kostete 127 Menschen das Leben. Insgesamt forderten die Attentate über 230 Todesopfer.

Am 7. Juli 2007 löste ein Selbstmordattentäter eine Autobombenexplosion auf dem Markt der Kleinstadt Amirli in der Provinz Salah ad-Din aus. Dabei wurde das Zentrum völlig zerstört und mindestens 150 Menschen getötet und über 200 Menschen verletzt worden. Armili wird überwiegend von schiitischen Turkmenen bewohnt. Iraks Regierungschef Dschawad al-Maliki machte sunnitische Extremisten für den verheerenden Anschlag verantwortlich.

Am 14. August 2007 wurden bei einer Serie von Bombenanschlägen in der Nähe von Mossul vermutlich 500 Menschen getötet. Die Anschläge richteten sich gegen Jesiden, einer religiösen Minderheit von Kurden, die hauptsächlich im Nordirak leben. Weitere Explosionen nördlich von Bagdad forderten ebenfalls Menschenleben, so dass die Anschläge zu den folgenreichsten seit dem Einmarsch der alliierten Streitkräfte zählen.

Einigend wirkte u. a. der langjährige Widerstand gegen den britischen Einfluss, der bis zum Sturz von König Faisal II. (1958) und der Verstaatlichung der Ölunternehmen bestand. Die Demokratie wurde jedoch durch heftige Machtkämpfe unterminiert, die bis heute unter Panarabisten, Schiiten und Kurden nachwirken und in denen sich 1968 die nationalistische Baʿth-Partei durchsetzte. Ihre Macht ging 1979 in die Alleinherrschaft von Saddam Hussein über, die durch zwei „Golfkriege“ gegen den Iran (1980-88) und Kuwait (1990/91) noch gefestigt wurde.

Nach Bildung eines Übergangsrates Ende 2003 wurde der bis dahin von der Koalitions-Übergangsverwaltung ausgeübte Verwaltungsauftrag am 28. Juni 2004 einer irakischen repräsentativen Übergangsregierung übertragen. Die Truppen und Logistik der Besatzungsmächte in einer Stärke von etwa 150.000 Soldaten sollen aber vereinbarungsgemäß noch ein bis zwei Jahre im Irak stationiert bleiben. Der Irak befindet sich politisch seitdem in einem Übergangszustand: Nach diesem dritten Golfkrieg sind die früheren Machtstrukturen, insbesondere der Revolutionäre Kommandorat, nicht mehr vorhanden, aber die neuen Verhältnisse, damals noch zwischen der westlichen Besatzung, der Zivilverwaltung und dem Irakischen Regierungsrat, waren nicht endgültig etabliert.

Nach ersten Planungen sollte der ehemalige US-General Jay Garner, der 1991 die kurdische Schutzzone eingerichtet hatte, den Vorsitz einer vorläufigen Regierung im Irak übernehmen. Wenige Wochen nach seiner Etablierung änderte man jedoch die Strategie: US-Präsident George W. Bush benannte am 6. Mai 2003 L. Paul Bremer III. zum Zivilverwalter. Der Irak wird im September 2003 in vier Besatzungszonen eingeteilt: zwei amerikanische im Norden, eine polnische im zentralen Süden und eine britische im äußeren Süden des Landes. Der algerische UNO-Sonderbeauftragte Lakhdar Brahimi vermittelte zwischen verschiedenen Parteien für eine irakische Übergangsregierung, die am 1. Juni 2004 entstand, um ab dem 30. Juni die Macht zu übernehmen. Am 30. Januar 2005 wurden im Irak die ersten freien und allgemeinen Wahlen seit über 40 Jahren abgehalten.

Am 11. Oktober 2006 verabschiedete das Irakische Parlament ein neues Föderalismusgesetz, das die Schaffung sogenannter weitgehend autonomer „Super-Provinzen“ vorsieht. Kritiker dieses Gesetzes, vornehmlich die sunnitische Minderheit, sehen darin eine Bedrohung für die irakische Einheit.

In der Zwischenzeit geht die Diskussion um eine neue Verfassung weiter. Als erster Schritt wurde am 8. März 2004 von den 25 Mitgliedern des Regierungsrates eine Übergangsverfassung feierlich unterzeichnet. Nach anfänglichen Einwänden und einer Verschiebung des Termins wurde dann aber das Werk ohne Änderungen gegenüber dem ursprünglichen Entwurf verabschiedet.

Die Übergangsverfassung regelt die Geschicke des Staates seit der Machtübergabe am 28. Juni 2004. Der Irak ist laut Verfassungstext eine multi-ethnische und multi-religiöse parlamentarische Republik, die sich zur Demokratie, zum Pluralismus und zum Föderalismus bekennt. Im Text verankert sind die Menschen-, Freiheits- und Bürgerrechte, das Recht auf freie Meinungsäußerung und Versammlungsfreiheit sowie die Rechte ethnischer und religiöser Minderheiten.

Es besteht Religionsfreiheit, wobei der Islam als Staatsreligion festgeschrieben ist. Amtssprachen sind arabisch und kurdisch. Sprachen von anerkannten Minderheiten, wie z. B. Turkmenen und Assyrern werden in den entsprechenden Regionen ebenfalls als offizielle Amtssprachen akzeptiert.

Politische Macht geht im Rahmen von freien, gleichen und unmittelbaren Wahlen ausschließlich vom Volk aus. Der vom Volk alle vier Jahre gewählte Repräsentantenrat ist das höchste gesetzgebende Organ des Staates. Der vom Repräsentantenrat gewählte Präsident und Ministerpräsident nehmen gemeinsam die höchste Exekutivgewalt war. Die Gesetzgebung basiert auf den Regeln des Islams (Scharia) aber auch auf den Prinzipien der Demokratie bzw. der Verfassung. Alle Iraker sind vor dem Gesetz gleich. Die Judikative ist von den anderen Gewalten unabhängig und das höchste Rechtsorgan ist der Bundesgerichtshof, der eine noch nicht bestimmte Anzahl islamischer Rechtsgelehrte umfasst (Schariarichter). Er überwacht u. a. die Verfassungskonformität der Legislative.

Die zentralstaatlichen Kompetenzen sind die Außen-, Verteidigungs-, Handels-, Einwanderungspolitik, die Währung, das Zoll- und das Messwesen. Die Regionen und Provinzen genießen eine weitreichende Autonomie. So haben die Provinzen bei Angelegenheiten, über die mit dem Bund gemeinsam entschieden wird, das letzte Wort. Provinzen sind berechtigt, gemeinsame Verwaltungsbezirke mit weitreichenden Kompetenzen zu bilden, sofern dies im Rahmen eines Referendums durch das Volk bestätigt wurden. Auch sind die Provinzen berechtigt, eigene Sicherheitskräfte zu unterhalten.

Die Gleichberechtigung der Frau ist explizit in der Verfassung garantiert. So müssen mindestens 25 % der Abgeordneten des Repräsentantenrats weiblichen Geschlechts sein. Der umstrittene Artikel 39 sieht jedoch vor, dass irakische Bürger sich der Zivilgerichtsbarkeit ihrer eigenen Religionsgemeinschaft unterwerfen können, was ggf. zu einer entsprechenden Benachteiligung bei Erbschafts- und Scheidungsangelegenheiten führen kann. Bodenschätze, wie beispielsweise Erdgas und Erdöl, sind als gemeinschaftliches Eigentum aller Iraker festgeschrieben. Ihre gemeinschaftliche Nutzung wird von der Zentralregierung und den Provinzen gemeinsam bestimmt.

Am 30. Januar 2005 fanden die Wahlen für ein Übergangsparlament (Nationalversammlung) statt, in dem die Vereinigte Irakische Allianz (United Iraqi Alliance ), welche von Großajatollah Ali as-Sistani unterstützt wurde, mit 48,2 % der abgegebenen Stimmen fast die absolute Mehrheit der Sitze im Parlament erreichte. Eine von diesem Übergangsparlament ernannte 55-köpfige Kommission muss bis 15. August 2005 die endgültige Verfassung erarbeiten, über die per Volksentscheid abgestimmt wird. 28 der Mitglieder der Kommission gehören der UIA an, die weiteren Sitze teilen größtenteils die Kurden und das Parteienbündnis des früheren Ministerpräsidenten Iyad Allawi, Irakische Liste, unter sich auf. Die Kommission wird von dem moderaten schiitischen Kleriker Hummam Hammudi geleitet, seine Stellvertreter sind der Sunnit Adnan al-Dschanabi und der Kurde Fu'ad Massum. Wegen der Unterrepräsentierung der Sunniten übte US-Außenministerin Condoleezza Rice Kritik an der Zusammensetzung der Kommission, worauf der irakische Ministerpräsident Ibrahim al-Dschafari versprach, die Sunniten mehr in den politischen Prozess mit einzubeziehen. Daraufhin wurde den Sunniten eine stärkere Beteiligung an der Ausarbeitung der Verfassung angeboten.

Am 15. Oktober 2005 wurde die neue Verfassung zu Abstimmung freigegeben. Wenn in drei Provinzen zwei Drittel der Wähler mit Nein stimmen, wäre die Verfassung nicht angenommen. Laut Ergebnis lag die Wahlbeteiligung bei über 60 %. Die Verfassung wurde mit 78,59 % der Stimmen angenommen. Nur in den Provinzen Al-Anbar und Salah ad-Din stimmten mehr als zwei Drittel der Wähler dagegen, in einer dritten Provinz (Ninawa) soll die Zweidrittelmehrheit an Gegenstimmen nur knapp verfehlt worden sein.

Laut Übergangsverfassung mussten auf jeder Wählerliste ein Drittel Frauen stehen. Ebenfalls stehen rund ein Viertel aller Sitze der neu gewählten Nationalversammlung Frauen zu.

Es traten noch weitere Parteien und unabhängige Kandidaten an, die allesamt einen Sitz im Parlament verfehlten.

Das Ergebnis der ersten Wahl für ein vierjähriges Parlament wurde erst nach mehreren Wochen am 19. Januar 2006 bekanntgegeben.

In 14 der 18 Provinzen wurden die Abgeordneten der Kommunalparlamente gewählt. In der Provinz Kirkuk wurde der Urnengang abgesagt, da die politischen Fraktionen sich nicht auf die Rahmenbedingungen einigen konnten. In den restlichen drei Provinzen, die autonom regierten kurdischen Nordprovinzen, wird die Wahl zu einem späteren Zeitpunkt durchgeführt. 15 Millionen von insgesamt 28 Millionen Wahlberechtigten haben sich zuvor für die Wahl registrieren lassen, um ihre Stimme abgeben zu können. Die Wahllokale werden von tausenden irakischen Polizisten und Soldaten abgesichert, weitgehend ohne Beteiligung der US-Armee. Nach Berichten von Reuters verliefen die Wahlen im Gegensatz zu 2005 weitgehend friedlich.

Am 15. Oktober 2006 rief die Al-Qaida im Irak einen islamischen Staat aus, der insgesamt sechs Provinzen umfassen solle. Als Hilfe zum Ausbau des Staates wurden Muslime in aller Welt aufgerufen, „Männer und Geld“ in den Irak zu senden. Die Al-Qaida kündigte an, dass in diesem Staat alleine Gottes Recht gelten werde.

Darüber hinaus gibt es eine militärische Aufteilung in amerikanische, polnische und britische Besatzungs- oder Stabilisierungszonen. Des Weiteren sind die nördlichen Provinzen Arbil, as-Sulaimaniyya, Dahuk und einige weitere Gebiete in der Autonome Region Kurdistan zusammengefasst. Die Schiiten im Süden wollen nach dem Vorbild der Kurden ebenfalls eine autonome Region errichten, die Basra und andere Provinzen umfassen und den Namen Sumer tragen soll. Peter W. Galbraith, einer der besten Irakkenner, hält die Einheit des Irak langfristig für unrealistisch − aufgrund der Feindschaft zwischen Sunniten, Schiiten und Kurden.

Am 23. Mai 2003 wurden die Streitkräfte des ehemaligen Regimes unter Saddam Hussein durch die Übergangsverwaltung aufgelöst. Eine große Anzahl der militärischen Hinterlassenschaften wurden zerstört. Die neuen irakischen Streitkräfte wurden mit Unterstützung der USA, Großbritanniens, Australiens und Jordaniens aufgestellt. Die NATO gewährt Ausbildungsunterstützung. Im Irak sind die „Koalitionsstreitkräfte“, weiterhin vorrangig die USA und Großbritannien als Hauptteil der Multi-National Force Iraq für die innere und äußere Sicherheit im Land zuständig und arbeiten eng mit der neuen irakischen Armee zusammen.

Oberbefehlshaber (Chief Joint Forces) der neuen irakischen Streitkräfte ist 2007: General Babakir Zebari.

Den privaten Militärdienstleistern kommt im Irak eine Sonderstellung zu, da nicht geklärt ist, an welches Recht diese Unternehmen gebunden sind, und diese auch keine Auskunft über Mitarbeiterzahlen oder Opferzahlen abgeben müssen.

Das irakische Straßennetz umfasst 45.550 km, von denen 38.400 asphaltiert sind. Teilabschnitte von Überlandstraßen und Straßen in Ballungszentren (in denen bis auf private Buslinien/Sammeltaxis kein öffentlicher Verkehr existiert) sind mehrspurig, sonst sind selbst bedeutende Überlandstraßen zweispurig. Ausnahmen bilden die gerade in Bau befindlichen und zum Teil fertiggestellten Autobahnen im kurdischen Norden sowie die Straße Basra-Bagdad-Jordanien, die auf weiten Strecken autobahnähnlich ausgebaut ist. Momentan explodiert die Zahl der zugelassenen Autos, hauptsächlich wegen der sprunghaft angestiegenen Einkommen und der weggefallenen Einfuhrzölle, was vor allem in den arabischen Ballungszentren zu Problemen führt, da dort aufgrund der prekären Sicherheitslage nicht ausreichend in den Ausbau des Straßennetzes investiert werden kann.

Das irakische Schienennetz besteht aus drei in Bagdad zusammenlaufenden Hauptlinien und umfasst 2.339 km. Ein Großteil des sich in einem katastrophalen Zustand befindlichen Schienennetzes (von der Strecke Bagdad-Arbil ist zum Beispiel oft nur noch die Trasse zu sehen, die Schwellen wurden zu Feuerholz verarbeitet und die Schienen verkauft) ist im Moment aber außer Betrieb, de facto ist nur die Strecke Bagdad-Basra in Betrieb. Benutzt wird die Bahn aber nur von Einkommensschwachen, da die Verlässlichkeit derart niedrig ist, dass Ankunftszeiten gar nicht erst angegeben werden. Eine Reisedauer von über einem Tag in die etwa 550 km entfernte südirakische Metropole ist nicht unüblich. Die neue irakische Regierung investiert jedoch viel in den Wiederaufbau, und man hofft, in einiger Zeit wieder einen regulären Bahnbetrieb aufnehmen zu können.

Im Irak gibt es fünf zivile Flughäfen in Bagdad, Arbil, Basra, Mosul und Sulaimaniyya. Die Flughäfen bieten Flüge nach Amman, Beirut, Damaskus, Dubai, Teheran und Kairo an. Von den beiden Flughäfen im Norden gehen auch schon Direktflüge nach Frankfurt (Arbil), London (Sulaimaniyya, Arbil), Stockholm (Sulaimaniyya) und Wien (Arbil). Größte Luftfahrtsgesellschaft ist Iraqi Airways.

Internetanschlüsse und Mobiltelefone sind im gesamten Irak verfügbar, eine staatliche Zensur findet dabei nicht statt.

Die früher häufigen Stromausfälle gehören zwar noch nicht der Vergangenheit an, aber es werden laufend Kraftwerke und Stromleitungen gebaut, um die Stromversorgung zu garantieren. Die Stromprobleme resultieren auch aus der rasant gestiegenen Anzahl von stromverbrauchenden Geräten nach dem Krieg und dem Ende des UN-Embargos. Außerdem wurden nötige Investitionen in das Stromnetz in den Jahren des Regimes von Saddam Hussein unterlassen, so dass im Moment daran gearbeitet wird, die Infrastruktur zu sanieren bzw. aufzubauen, um die Energieversorgung auch vor dem Hintergrund des rapide wachsenden Stromverbrauchs des Landes zu garantieren. Bisherige Erfolge konnten jedoch nicht verbucht werden, die Versorgungslage der Bevölkerung hat sich seit März 2003 gar verschlechtert.

Die Binnenschifffahrt ist auf 1015 km Kanälen und Flüssen möglich. Die einst bedeutende Binnenschifffahrt spielt jedoch heute nur mehr eine untergeordnete Rolle.

Die Vorschule (im Irak meist staatlich, in den letzten Jahren wurden aber immer mehr kostenpflichtige Privatvorschulen gegründet) kann in der Altersklasse zwischen vier und fünf Jahren besucht werden.

Seit 1970 gilt im Irak einen allgemeine neunjährige Schulpflicht, die Schul- und auch Hochschulausbildung wird vom Staat übernommen. Staatlich anerkannte Privatschulen wurden erst Anfang der 1990er Jahre zugelassen.

Die Grundschulausbildung dauert sechs Jahre, wobei die ersten vier Klassen als Unterstufe und die Klassen 5 und 6 als Oberstufe gelten. Unterrichtet wird lediglich eine Fremdsprache (Englisch ab der 5. Klasse). Dem Besuch der Grundschule folgt ein Besuch der Sekundarschule für weitere drei Jahre. Die Sekundarschule wird nach einer einheitlichen Abschlussprüfung und dem Erwerb der Mittleren Reife abgeschlossen. Zu Erlangung des Abiturs ist ein Besuch der Mittelschule notwendig; diese erneut dreijährige Schulform schließt mit einer zentralen Abitur-Prüfung in sechs Schulfächern (Arabisch, Englisch, Mathematik, Physik, Chemie und Biologie) ab und berechtigt zu einem Studium.

Die drei größten Universitäten des Landes (Universität Bagdad, Al-Mustansiriyya-Universität und die Technische Universität Bagdad, auch Al-Hikma genannt) sind in der Hauptstadt Bagdad vertreten. Weitere Universitäten befinden sich in Basra (Universität Basra), Mossul (Universität Mossul), Hewlêr (Salahaddin Universität, University of Kurdistan), Silêmanî (Universität Silêmanî) und Dohuk (Universität Dohuk).

Der Irak ist im Wesentlichen ein Agrarstaat, dessen Wirtschaft sich allerdings seit den ersten Ölfunden im Jahr 1927 fast ausschließlich auf den Export von Erdöl ausrichtet.

Nachdem 1972 alle ausländischen Erdölgesellschaften verstaatlicht wurden und die Ölkrise zu einem rasanten Anstieg der Erdölpreise führte, gab es ab Mitte der 1970er Jahre einen Wirtschaftsboom im Land. Von dieser rasanten Entwicklung mochte auch ein Großteil der Irakischen Bevölkerung profitieren. 1979 besaß der Irak Geldreserven im Wert von 35 Milliarden US-Dollar.

Durch die beiden Golfkriege (1980 bis 1988 und 1990/91) sowie des UN-Embargos (1991–2003) wurde die Wirtschaft fast lahmgelegt. Mit 100 Milliarden US-Dollar Schulden zählt der Irak zu den am höchsten verschuldeten Ländern der Welt. Die Wirtschaft des Landes leidet immer noch an den Folgen der Golfkriege, des UN-Embargos und an der derzeitigen instabilen Lage des Iraks.

Das Bruttoinlandsprodukt belief sich im Jahr 2007 auf 60,12 Milliarden US-Dollar, die Wirtschaftswachstumsrate betrug 5,7 %. Die Inflationsrate beträgt 4,7 % (2007), die Arbeitslosenquote wird mit ca. 30–40 % angegeben. 2007 exportierte der Irak Waren im Wert von 38,14 Mrd. Dollar (davon 84 % Erdöl). Die Importe beliefen sich auf 25,67 Mrd. Dollar. Die wichtigsten Handelspartner sind die USA, die Länder der EU sowie die Türkei, Südkorea und Taiwan.

Die Währung des Landes ist der 1932 eingeführte Irakische Dinar zu 1000 Fils. Zwischen 1991 und 2003 gab es im Irak zwei Währungen, den sog. Schweizer Dinar, der im Kurdischen Norden verwendet wurde (Wert: 1 US-Dollar = 0,33 Dinar), und den Print-Dinar mit dem Bild Saddam Husseins, welcher nach 1991 den Schweizer Dinar ersetzte (Wert: 1 US-Dollar = etwa 3500 Dinar). Am 15. Oktober 2003 wurde der Neue Irakische Dinar eingeführt, der beide Währungen ersetzte.

Wichtigster Wirtschaftszweig des Landes ist die Erdölförderung. Der Irak ist Gründungsmitglied der am 14. September 1960 gegründeten OPEC und hat nach Saudi-Arabien und Kanada (sog. unkonventionelles, teuer herzustellendes Erdöl, z. B. Teersande) die größten erkundeten Erdölvorräte (113 Mrd. Barrel). Man schätzt, dass sich die gesamten Vorräte auf bis zu 250 Mrd. Barrel belaufen könnten. Dies entspräche etwa dem 20 bis 25-fachen des US-amerikanischen Jahresverbrauchs (= ein Viertel des Weltverbrauchs) beim gegenwärtigen Verbrauchsstand (2007).

Die Vereinten Nationen haben am 22. März 2003 die Sanktionen gegen den Irak aufgehoben. Die USA und Großbritannien behielten sich als Besatzungsmächte bis zur Einsetzung einer Regierung die finanzielle Verwaltung der irakischen Erdölförderung vor. Die geplante Privatisierung der bis dahin staatlichen Erdölindustrie wird wegen Zuschlag an amerikanische Konzerne von vielen Irakern kritisch gesehen.

Die Erdölförderung erreichte 1979/80 mit ca. 130,0 Millionen Tonnen ihren bisher höchsten Wert, 2001 wurden fast 98 Millionen Tonnen gefördert, 2004 wurden 102,5 Mio. Tonnen gefördert. Bei voller Leistung ist eine Förderung von bis zu 6 Mio. Barrel täglich möglich, was einer Jahresfördermenge von fast 300 Millionen Tonnen entspräche. 2000 war das Land achtgrößter Erdölexporteur der Welt (1979: zweitgrößter Erdölexporteur).

Der Irak verfügt neben dem Erdöl auch über Erdgas, Schwefel, Phosphat, Meersalz und Gips sowie über kleinere Mengen an Gold und Silber.

Verglichen mit anderen Nahost-Staaten verfügt der Irak über reichlich Wasser; so ist auch die Landwirtschaft ein bedeutender Wirtschaftszweig, in dem rund 40 Prozent aller irakischen Arbeitnehmer beschäftigt sind. Im Norden gibt es dank Niederschläge und mildem Wetter Regenfeldbau; im Süden gibt es überwiegend Bewässerungsfeldbau. Angebaut werden Weizen, Reis, Mais, Gerste sowie Obst und Gemüse (vorwiegend zur Selbstversorgung).

Die wichtigsten Agrarerzeugnisse sind Datteln. Im Jahr 1975 stellte der Irak 55 % der Datteln auf dem Weltmarkt, aufgrund der Massenabholzungen und Trockenlegungen während des Ersten Golfkrieges und der Zweiten Anfal-Kampagne 1991 ging dieser Anteil stark zurück, im Jahr 2005 waren es nur noch 0,3 %.

Industriell ist das Land kaum entwickelt. Vorrangige Industriezweige sind Lebensmittelverarbeitung, Textilindustrie, Herstellung von Baustoffen und die petrochemische Industrie. Die meisten Industriebetrieben sind in Bagdad und im Norden angesiedelt.

Im Irak herrscht seit dem Sturz von Saddam Hussein eine große Vielfalt an Medien. Die neue irakische Verfassung garantiert zwar die Pressefreiheit, der irakische Presse jedoch gehört zu den unfreiesten der Welt. Generell ist zu sagen dass man im Irak zwischen zwei Arten von Medien unterscheiden muss: den parteienkontrollierten und den unabhängigen. Jede größere Partei im Irak hat ihr Zentralorgan, nicht wenige unterhalten auch Fernsehsender. Die kurdischen Parteien unterhalten Zentralorgane sowohl in kurdischer als auch in arabischer Sprache.

Die ersten irakischen Zeitungen erschienen zur Zeit der britischen Besetzung des Iraks (die erste Zeitung erschien nach der Einnahme Basras durch die Briten im Dezember 1914). Die erste irakische Verfassung von 1921 garantierte Pressefreiheit. Die irakische Presse galt bis 1958 als die freieste im ganzen Nahen Osten (die wichtigsten Tageszeitungen waren: Al-Mammlaka, Al-Watan und die Basra Times).

Nach dem Sturz der Monarchie wurden 1959 alle regierungskritischen Zeitungen geschlossen und die Vorzensur eingeführt. 1966 wurden private Zeitungen verboten. Die irakischen Kommunisten durften von 1973 bis 1979 eine eigene Tageszeitung betreiben; diese wurde aber nach der Machtübernahme Saddam Husseins ebenfalls verboten. Zwischen 1979 und 2003 befand sich die Presse vollständig in der Hand der Husseins. Udai Hussein, Saddams ältester Sohn, kontrollierte alle acht Tageszeitungen. Die drei größten des Landes waren Tamuz, Al-Thawra und Babil.

Zu Zeiten Saddam Husseins war das Internet nur den Zuverlässigen und Reichen zugänglich. Um einen Zugang zu erhalten, musste man einen Antrag ans Kommunikationsministerium stellen und eine Gebühr von ca. 4000 Dollar bezahlen.

Seit dem Sturz des Regimes hat sich die Anzahl der Internetanschlüsse rasant erhöht. Auch viele politische Parteien verfügen über eigene Websites. Momentan üben Internetveröffentlichungen aber noch keinen Einfluss auf die Masse aus, das Medium wird fast ausschließlich zur Kommunikation genutzt. Die Jugendlichen benutzen häufig die in den diversen Jugendzentren zur Verfügung gestellten PCs. In den Ballungszentren sind auch Breitbandanschlüsse sowie Drahtlosverbindungen verfügbar.

Der Irak ist in fünf Kulturräume geteilt: Die kurdische Kultur mit ihren Zentren in Arbil (Hewler) und Sulaymaniyah (Silemani), die sunnitische Kultur mit ihrem Zentrum um Bagdad, die schiitische Kultur mit ihrem kulturellen Zentrum Basra, die assyrische Kultur, in mehreren Städten des Nordens präsent und die Kultur der nomadischen Marsch-Araber, die in den Sümpfen zwischen Bagdad und Basra leben.

Der Film Schildkröten können fliegen von Bahman Ghobadi war die erste internationale irakische Produktion seit 1979. Daneben gibt es noch den Film Kilomètre zéro aus dem Jahr 2005 von Hiner Saleem. Beides sind Filme, die über die Lage der Kurden im und nach den Golfkriegen erzählen.

Seit 1880 reisten Theatertruppen aus Europa in den Irak um vor vornehmlich britischen Publikum in Schulen und Gemeindesälen zu spielen. Im 20. Jahrhundert begannen irakische Schriftsteller Theaterstücke zu schreiben. Die großen Theaterhäuser sind das Rasheed, das Mansour und das Volkstheater. Aufgeführt werden Theaterstücke irakischer, indischer, türkischer Autoren ebenso wie die großen Dramen der Weltliteratur.

Der Irak ist berühmt für die Oud (eine Art Laute) und die Rebab (ein einfaches Streichinstrument). Bekannte Musiker auf diesen Instrumenten sind unter anderem der Assyrer Munir Baschir (1928–1997), Ahmed Mukhtar (* 1967) und Nasir Shamma (* 1963). Ein in der gesamten arabischen Welt berühmter Popstar ist der Iraker Kazem al-Saher (* 1961), sein Lied „Ladghat e-Haya“ war im Irak verboten. Siehe auch: Kurdische Musik.

Fußball ist im Irak die beliebteste Sportart. Die erste irakische Liga, die sog. Iraqi Super League, erfreut sich großer Beliebtheit. Die Liga wurde 1948 eingeführt, zwischen 1949 und 1962 aber eingestellt. 1962 wurde der Spielbetrieb wieder aufgenommen. Allerdings nahmen bis 1973 nur Mannschaften aus Bagdad teil; erst ab 1973 war dies für Mannschaften aus dem ganzen Land möglich. Aufgrund des Dritten Golfkriegs wurde die Liga zwischen 2002 und 2004 ausgesetzt.

Wichtige Fußballvereine sind Al-Zawraa, Al-Talaba, Al-Shorta, Al-Qouwa al-Dschawiya (alle aus Bagdad), Al-Minaa (Basra) und Arbil.

Die wichtigsten Stadien sind das Al-Shaab Stadion in Bagdad (Fassungsvermögen von 66.000 Zuschauern/erbaut 1966) und das Franso Hariri Stadion in Arbil (Fassungsvermögen 40.000 Zuschauer/erbaut 1992).

Die Irakische Nationalmannschaft konnte mehrere regionale Titel gewinnen. Ihre größten Erfolge waren die Qualifikation zur Fußball-Weltmeisterschaft 1986 in Mexiko sowie der Titelgewinn bei der Fußball-Asienmeisterschaft 2007. Ein weiterer Erfolg war der vierte Platz bei den Olympischen Spielen 2004.

Nebenbei sind auch andere Sportarten wie Gewichtheben, Kampfsport, Futsal, Basketball oder Schwimmen beliebt. Bei den Olympischen Sommerspielen 1960 in Rom holte der Gewichtheber Abdul Wahid Aziz im Leichtgewicht die Bronzemedaille, die bis heute die einzige irakische Olympiamedaille darstellt.

1 Liegt größtenteils in Afrika.  2 Liegt zum Teil auch in Ozeanien.  3 Liegt zum Teil auch in Europa.

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Wappen des Irak

Wappen des Irak seit 2008.

Das Wappen des Irak wurde offiziell 1965 eingeführt. Allerdings war bis 1992 die Teilung des Wappenschilds vertikal statt horizontal. Der Landesname wurde Anfang der 1990er-Jahre von „die irakische Republik“ in „Republik von Irak“ geändert. Die Schreibung des 1992 eingefügten Schriftzugs „Allahu akbar“ wurde 2004 in kufische Schrift umgestellt. 2008 wurden die drei grünen Sterne entfernt.

Das Wappen besteht aus einem Saladin-Adler mit Brustschild, welcher die Landesfarben rot-weiß-schwarz zeigt. Im weißem Feld befindet sich die Aufschrift „Allahu Akbar“ für "Allah ist groß".

Der Saladin-Adler wurde auch von der Vereinigten Arabischen Republik verwendet. Der Irak wollte 1965 damit seinen Willen zur Vereinigung mit Syrien und Ägypten bekunden. Aus diesen Plänen wurde allerdings nichts.

Zusammen mit dem Entwurf einer neuen irakischen Flagge wurde vom provisorischen Regierungsrat am 26. April 2004 auch die Änderung der Staatsinsignien beschlossen: Ein Stern mit Weizenähre, 1958 bei der Ausrufung der Republik Irak festgelegt, soll wieder verwendet werden. Die Änderung wurde damals nicht vorgenommen, allerdings wurden 2008 die drei Sterne aus der Flagge entfernt, so dass auch eine Änderung des Wappens notwendig wurde.

Wappen des Irak von 1965 bis 1991.

Wappen des Irak von 1959 bis 1965.

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Liste der olympischen Medaillengewinner aus dem Irak

Das Iraqi National Olympic Committee wurde 1948 vom Internationalen Olympischen Komitee aufgenommen.

Bislang konnten Sportler aus dem Irak eine olympische Medaille bei den Sportwettbewerben erringen. Insgesamt konnten die Sportler des Landes eine Bronzemedaille gewinnen.

Bisher gibt es noch keine Olympiamedaillengewinner bei den Olympischen Winterspielen aus dem Irak!

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Beide Irak

Mit den beiden Irak (al-‘Iraqayn) wurde im islamischen Mittelalter die Doppelregion Irak und westlicher Iran (ausgenommen des iranischen Kernlandes Fars-Persis, aber einschließlich Teherans) bezeichnet.

Bis zum Untergang des Abbasiden-Kalifats von Bagdad 1258 im Mongolensturm standen tatsächlich beide Ufer – auf der östlichen Seite zumindest die zum Teil von Arabern bewohnte persische (iranische) Region Chusistan – stets unter gemeinsamer Herrschaft. So wurde z.B. von irakischen Buyiden und irakischen Seldschuken berichtet, gemeint waren aber die Herrscher von Ray, Hamadan, Isfahan usw.

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Faw (Irak)

Faw (Irak)

Faw (arabisch الفاو‎ al-Fāw; Alternativschreibweisen Fao bzw. Fau) ist eine Stadt im Irak mit 105.080 Einwohnern (Stand 1. Januar 2005) auf der gleichnamigen Halbinsel, die östlich von Umm Qasr zwischen Kuwait und dem Iran in den Persischen Golf ragt. Die Stadt liegt direkt am Wasserweg Schatt al-Arab, der die Grenze zum Iran bildet.

Die Faw-Halbinsel stellt den einzigen Zugang des Irak zum Meer dar und ist daher von großer strategischer Bedeutung. Als Hafenstadt steht dabei jedoch nicht die Stadt Faw, sondern das auf der westlichen Seite der Halbinsel gelegene Umm Qasr mit dem einzigen Tiefwasserhafen des Landes an erster Stelle.

Im Ersten Golfkrieg zwischen Iran und Irak 1980 bis 1988 war die Halbinsel Faw hart umkämpft. Sie wurde im Februar 1986 vom Iran erobert und im April 1988 vom Irak zurückerobert. Bei den Kämpfen um die Insel sollen auf beiden Seiten bis zu 170.000 Soldaten gefallen sein. Bei der Rückeroberung wurde nach UNO-Ermittlungen vom Irak chemische Kampfstoffe eingesetzt.

Im Dritten Golfkrieg Anfang 2003 fiel die Halbinsel Faw bereits nach wenigen Tagen in die Hände der Angreifer aus den USA und Großbritannien.

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Source : Wikipedia