Industrie

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Geschrieben von tron 27/02/2009 @ 03:39

Tags : industrie, wirtschaft

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Chemische Industrie

Chemieanlage auf einer Briefmarke der Deutschen Bundespost Berlin

Die chemische Industrie ist ein Wirtschaftszweig, der in Europa und den USA etwa 1850 eine eigenständige Industrie wurde. Ausgangspunkte für die Entstehung der chemischen Industrie waren das Bleikammerverfahren (1746 Roebuck, Schottland) zur Herstellung von Schwefelsäure, die Herstellung von Soda (von Nicolas Leblanc 1791 entwickelt), die industrielle Herstellung von Chlorkalk (1799 Tennant, England), gefolgt von der Teerproduktion (Perkin 1856, England, Beginn der organischen Chemieindustrie), der Produktion von synthetischen Düngemitteln (Kalisalzen, 1857), dem ersten Kunststoff (Celluloid, 1869) und Farbstoffen. Ende des 19. Jahrhunderts wurden von Chemikern schließlich pharmazeutische Wirkstoffe entwickelt - Acetylsalicylsäure als Schmerzmittel, Chloralhydrat als Schlafmittel, Ether als Narkotikum.

Das Aufblühen der chemischen Industrie ging Hand in Hand mit der Wissenzunahme und der Zahl der Absolventen in der Chemie. Zwischen 1860-1900 stieg sowohl die Zahl, als auch die Größe von Chemieunternehmen schnell an.

Die Chemie und die Chemiewirtschaft galt in dieser Phase als friedens- und damit staatserhaltend. Düngemittel, Pflanzenschutzmittel und Herbizide steigerten die Erträge in der Landwirtschaft. Farbstoffe und Pigmente brachten Farben für Kleidung, für Druckerzeugnisse, für Häuserfassaden, und für die Fotografie. Kunstfasern erhöhten das Angebot an preiswerten Textilien. Kunststoffe brachten ein großes Angebot an preiswerten Gütern für Haushalte und Gewerbe. Arzneimittel verbesserten den Gesundheitszustand und senkten das Infektionsrisiko bei gefährlichen ansteckenden Krankheiten (Tuberkulose, Syphilis, Diphtherie).

Bismarck bemerkte einmal, dass „es weniger die friedliche Gesinnung aller Regierungen ist, die den Frieden bisher erhält, als die wissenschaftliche Leistungsfähigkeit der Chemiker“.

Seifen werden durch chemische Umwandlung von Fetten und Ölen (natürliche Rohstoffe), Kunststoffe werden aus Stoffen wie Ethylen, Styrol, Vinylchlorid (synthetische Rohstoffe) hergestellt. Diese Bereiche gehören eindeutig zur Chemieindustrie. Beim Kuchenbacken findet auch eine chemische Umwandlung statt, jedoch gehört ein derartiges Gewerbe zur Lebensmittelindustrie. Auch das Gewerbe, das Kunststoffe (unter Zusatz von Pigmenten und anderen Stoffen) verarbeitet (z. B. Reifen, Tragebeuteln) gehört nicht zur Chemieindustrie sondern zur Kunststoffindustrie obgleich auch hier chemische Umwandlungen stattfinden.

Die Herstellung von Braunkohlenkoks, Teerprodukten, die Herstellung von Heizöl, Mineralölen für Autos, Flugzeuge, Schmierölen, der Raffineriegase (Propan-, Butan-,Ethylen, Propylen, Butadien), die Anreicherung von Uran (Kokerei- und Mineralölindustrie, bzw. Spalt- und Brutstoffindustrie). Die Metallherstellung (Metallindustrie), die Glas- und Keramikherstellung (Glas-, Keramikindustrie), die Herstellung von Leder (Lederindustrie), die Verwertung von Altmetallen, Alttextilien, Altölabfällen, Bruchglas, Elektronikschrott (Recyclingindustrie) sowie die Herstellung von Kokerei-, Hochofengase, Grubengas, Biogas, Dienstleistungen der Gasversorgung (Energieversorgung) und die Aufarbeitung von Wasser mit Trinkwasserqualität (Wasserversorgung) obgleich in diesen Bereichen chemisches Wissen benötigt wird.

Gewerbe, die sich mit der Herstellung von Anstrichfarben, Kosmetika, Pharmazeutika, Pflastern, Feuerwerkskörpern befassen. Mitunter findet in diesen Betrieben keine chemische Stoffumwandlung statt, und es werden lediglich chemische Spezialchemikalien von Großherstellern in geeigneter Weise mit physikalisch-chemischen Verfahren verarbeitet (vermischt, vermahlen, extrahiert, emulgiert).

Die Chemiewirtschaft in Deutschland ist stark wachstumsorientiert. Der Umsatz steigerte sich von 87,6 Mrd. € (1992) auf 129,6 Mrd. € (2006). Mit etwas mehr als 10% des Gesamtumsatzes des verarbeitenden Gewerbes ist sie ein besonders wichtiger Wirtschaftszweig in Deutschland nach der Automobil-, Maschinenbau- und Elektronikindustrie. Deutlich mehr als 50% der in Deutschland hergestellten Chemieprodukte werden exportiert. Deutschland war im Jahr 2006 die exportstärkste Chemienation (116 Mrd. €, Weltmarktanteil: 12,3%) vor den USA (107,5 Mrd. €, Weltmarktanteil: 11,4%), Frankreich (62,1 Mrd. €, Weltmarktanteil: 6,6%), Großbritannien (53,4 Mrd. €, Weltmarktanteil: 5,6%), Japan (44,2 Mrd. €, Weltmarktanteil: 4,7%).

Deutschland ist auch ein wichtiges Importland für ausländische Chemiewaren mit 86,6 Mrd. € (8,9% der Weltchemieimporte) und es belegt den zweiten Platz hinter den USA mit 113,7 Mrd. € (11,7% der Weltimporte) noch vor China mit 72,2 Mrd. € (7,4% der Weltimporte). Während bei den Sachanlageinvestitionen der Chemieindustrie in den achtziger Jahren des letzten Jahrhunderts noch zwei Dritteln im Inland und nur ein Drittel im Ausland getätigt wurden, verstärkten sich nach dem Jahr 2000 die Auslandsinvestitionen auf ca. 50% und mehr an den Gesamtinvestitionen.

Die Chemische Industrie in Deutschland nutzt derzeit ca. 10% des gesamten Strom- und Gasbedarfs. Da die Preise in Deutschland für Strom und Gas im internationalen Vergleich aber auch innerhalb Europas auf sehr hohem Niveau liegen, fordert der Verband der chemischen Industrie mehr Wettbewerb bei den Energiepreisen, da andernfalls die Chemieproduktion für chemische Grundstoffe in Deutschland einseitig gegenüber anderen Ländern belastet werden. Zwischen 1990-2006 konnte die chemische Industrie ihren Energiebedarf um 40% senken, weitere Effizienzmassnahmen sind aber nur mit erheblichen Kosten oder einer deutlichen Wettbewerbsverschlechterung möglich. Sehr kritisch wird das Erneuerbare-Energien-Gesetz(EEG) vom VCI beurteilt, wonach bis zum Jahre 2020 etwa 20% des gesamten Energiebedarfs in Europa aus erneuerbaren Energie gedeckt werden sollen. Der VCI hält nationale Alleingänge beim EU-Emissionshandel mit Klimagaszertifikaten, insbesondere die Senkung der Zuteilungsmenge von 495 Millionen auf 453 Millionen Zertifikate, für schädlich. Für jede zusätzlich emittierte Tonne Kohlendioxid müssen Firmen mit höherem Kohlendioxidausstoß CO2- Zertifikate von Anlagebetreibern mit CO2- Einsparungen kaufen; derzeit müssen Anlagebetreiber ca. 10 € /Tonne zahlen. Große Länder wie USA, China, Indien weigern sich bislang an einem Emissionshandel oder an der Minimierung von Treibhausgasemissionen teilzunehmen und daher würde der Emissionshandel einseitig die Wirtschaft in Europa belasten .

Der VCI betont die Bereitschaft der Chemieindustrie beim Klimaschutz aktiv mitzuhelfen. Bei einer Ausrüstung von 24 Mio. Haushalten mit Wärmedämmstoffen für Aussenfassaden von der chemischen Industrie könnten zukünftig 120 Millionen Tonnen Kohlendioxidemissionen vermieden werden. Die Chemieindustrie leistet auch einen Beitrag zur Herstellung von Photovoltaikmodulen womit derzeit 0,5 Mio. Tonnen Kohlendioxid in Deutschland eingespart werden.

In Dubai haben sich 120 Staaten bereit erklärt, den Umgang mit Chemikalien weltweit für Mensch und Umwelt einheitlicher und sicherer zu gestalten. Chemikalien sollen weltweit nach Gefährlichkeit eingestuft und für Transport und Umgang gekennzeichnet werden. Regelungen sollen international vereinheitlicht werden. Dazu dient auch die sogenannte REACH-Verordnung vom 1. Juli 2007 in Europa. Hersteller oder Firmen, die chemische Stoffen und Zubereitungen mit mehr als 1 Tonne /Jahr in der EU in den Verkehr bringen, müssen umfangreiche Dokumentationen über Toxikologische Wirkungen, Ökotoxizität sowie physikalisch-chemischen Daten dieser Stoffe an die Chemieagentur in Helsinki einreichen. Ferner haben die Firmen Informationspflichten für die gesamte Lieferkette wahrzunehmen.Ca. 80.000 Registrierdosiers wurden eingereicht, die Erstellungskosten lagen bei 2 Milliarden €. Hersteller mit Produkten von geringen Gewinnmargen - das sind ca. 5-10% aller Chemikalien und Zubereitungen - können die Anmeldungskosten vermutlich nicht aufbringen und werden ihre Produktion einstellen.

Während zwischen 1991 und 2006 der Umsatz pro Chemiebeschäftigten von 148.700 € / Jahr auf 372.000 € / Jahr gestiegen ist, wurde gleichzeitig die Zahl der Beschäftigten in diesem Zeitraum von 716.700 auf 436.000 Personen abgebaut. Der durchschnittliche Bruttolohn in der chemischen Industrie stieg von 36100 € / Jahr (1994) auf 46.800 € / Jahr (2006). Besonders einschneidend war der Abbau (1995-2006) im Bereich der organischen Chemikalien (-17.000 Beschäftigte), Polymere (-30.000 Beschäftigte), Fein-, Spezialchemikalien (-21.000 Beschäftigte), Wasch- und Körperpflegemittel (-13.000 Beschäftigte).

Das Produktionsvolumen der Chemieindustrie der USA ist um den Faktor 5 größer als die deutsche Chemieindustrie. Große Firmen (ohne Pharmazeutika) in den USA sind Dow Chemical(Umsatz 2006: 49,1 Mrd. US$), DuPont (Umsatz 2006: 27,4 Mrd. US$), Lyondell (Umsatz 2006: 22,2 Mrd. US$). Marktführer bei Pharmaprodukten sind Pfizer (Umsatz 2006: 26,7 Mrd. US$) und GlaxoSmithKline (Umsatz 2006: 21,7 Mrd. US$). Deutschland lieferte im Jahr 2006 an die USA Chemikalien im Wert von 11,3 Mrd. US$. Aufgrund hoher Kosten für fossile Rohstoffe werden in den USA neue Großanlage zur Kohleverflüssigung mit einem Investitionsvolumen von über 600 Mio. US$, sowie Bioethanolanlagen (Investitionsvolumen 200 Mio. US$) mit einer jährlichen Produktionskapazität von ca. 10 Mio. Tonnen geplant.

China ist weltweit bislang der drittwichtigste Produktionsstandort für Chemikalien auf der Welt. Bis zum Jahr 2015 soll China zum größten Produktionsstandort für Chemikalien weltweit werden. Das jährliche Wachstum der Chemiewirtschaft liegt zwischen 10 und 20%. Die drei wichtigsten (Staats-)Konzerne sind PetroChina, Sinopec, SNOOC. In China gibt es eine Vielzahl von Kooperationsprojekten mit Firmen aus der USA, Großbritannien, Deutschland und anderen Staaten (z. B. ein Joint-Venture mit Shenua und DOW-Chemical zum Aufbau einer Kohleverflüssigungsanlage, ferner mit BASF, Bayer, DuPont, BP usw.).

Japan ist der zweitgrößte Chemiestandort auf der Welt. Mitsubishi Chemical, Sumitomo Chemical, Mitsui Group Chemical und Ashai Chemical sind die größten japanischen Chemiekonzerne.

Ein Produktionsbetrieb der chemischen Industrie hat im allgemeinen einen höheren Bedarf an Kapitalinvestitionen und einen geringeren Personalbedarf verglichen mit anderen Produktionsbetrieben mit vergleichbarem Umsatz.

Hergestellt werden Grundchemikalien, Zwischen- und Fertigprodukte. Abnehmer sind der Konsumgüterbereich sowie alle Bereiche des verarbeitenden Gewerbes und der Industrie (Automobilindustrie, Baugewerbe, Landwirtschaft).

Die chemische Industrie ist in der öffentlichen Wahrnehmung stark durch internationale Konzerne geprägt. Der überwiegende Teil der chemischen Industrie besteht jedoch aus mittelständischen Unternehmen.

Die Umsatzzahlen sind teilweise nicht direkt vergleichbar, da bei den Mineralölkonzernen die Aufteilung zwischen den Sparten Öl und Chemie nicht nach den gleichen Kriterien erfolgt.

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Industrie

Die Industrie (lat. industria: Betriebsamkeit, Fleiß) bezeichnet den Teil der Wirtschaft, der gekennzeichnet ist durch die Produktion und Weiterverarbeitung von materiellen Gütern oder Waren in Fabriken und Anlagen, verbunden mit einem hohen Grad an Mechanisierung und Automatisierung – im Gegensatz zur handwerklichen Produktionsform.

Den Prozess der Entwicklung und Durchsetzung industrieller Produktionsformen bezeichnet man als Industrialisierung.

Es gibt auch Branchen, die nicht der oben genannten Definition entsprechen und trotzdem als Industrie bezeichnet werden, etwa die zum Dienstleistungsgewerbe gehörige „Tourismusindustrie“, „Musikindustrie“ oder „Kulturindustrie“.

Die Großindustrie ist ein Industriezweig, der Waren in besonders großer Menge herstellt, im Allgemeinen wird auch die Gesamtheit dieser Industriezweige darunter verstanden.

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Kommissar für Unternehmen und Industrie

Der Kommissar für Unternehmen und Industrie ist ein Kommissar der Europäischen Kommission. Amtsinhaber ist Günter Verheugen.

Seit 1967 gibt es einen Kommissar für Industrie. Kommissar für Unternehmen und Industrie heißt er seit 1999.

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Wirtschaftssektor

Regionale Unterschiede in der Beschäftigungsstruktur nach Wirtschaftssektoren

In Wirtschaftssektoren werden in der Wirtschaftswissenschaft Industrie und Gewerbe eingeteilt. Sie finden ihre Grundlage in der Drei-Sektoren-Hypothese der Volkswirtschaftslehre.

Der Sekundärsektor umfasst das produzierende Gewerbe einer Volkswirtschaft, d.h. den Sektor, der für die Verarbeitung von Rohstoffen zuständig ist. Dazu zählen etwa das verarbeitende Gewerbe, die Industrie, das Handwerk, die Energiewirtschaft, die Energie- und Wasserversorgung, zumeist auch das Baugewerbe. Synonym wird der Begriff des industriellen Sektors verwendet. Der Bergbau wird ebenfalls teilweise dem Sekundärsektor zugeordnet.

Charakteristisch für den Sektor ist die Weiterverarbeitung von Gütern aus dem Primärsektor, wodurch er materialintensiv ist. Durch den Produktionsprozess mittels Einsatz von Investitionsgütern ist er kapitalintensiv.

Im klassischen tertiären Sektor befinden sich solche Dienstleistungen wie Reinigung, Reparatur oder Transportdienste.

Charakteristisch für den Sektor ist die Produktion durch Einsatz von Arbeit, dadurch ist der Sektor personalintensiv.

Aufgrund der volkswirtschaftlich bedeutenden Tätigkeit werden gewisse Zweige des Tertiärsektors oft separat aufgeführt. Dies betrifft in der Regel die Bereiche Handel, Verkehr und öffentliche Haushalte. Sinnvoll ist diese Untergliederung insbesondere für dienstleistungsintensive Standorte: Städte wie Frankfurt am Main, Bonn, London oder Paris erwirtschaften um die 90 % ihrer Bruttowertschöpfung im Dienstleistungsbereich.

Es gibt unterschiedliche Definitionen für den quartären Sektor (auch Quartärsektor oder Informationssektor), meist wird die Wirtschaft jedoch nur in drei Sektoren eingeteilt. Jean Gottmann definierte 1961 die in diesen Sektor fallenden Tätigkeiten als Tätigkeiten aus dem Bereich des tertiären Sektors, die besonders hohe intellektuelle Ansprüche stellen und ausgeprägte Verantwortungsbereitschaft erfordern.

Mitunter werden unter dem Begriff "Quartärer Sektor" auch alleine die zurzeit rasch expandierenden Informationsdienstleistungen subsumiert, also alle Branchen, die sich mit Erstellung, Verarbeitung und Verkauf von Informationen (Daten und Wissen) beschäftigen. So gehen einige Wirtschaftsforscher auch davon aus, dass sich die westlichen Dienstleistungsgesellschaften zu Informationsgesellschaften entwickeln.

Eine weitere Definition sind für den quartären Sektor Dienste, die im Bereich Freizeit und Unterhaltung erbracht werden und somit trägt es dem rasch wachsenden Wirtschaftssektor besonders Rechnung.

Hans Linde verstand unter dem quartären Sektor 1977 Dienstleistungen, die nicht durch marktwirtschaftliche Prinzipien gelenkt, sondern politisch reguliert werden (Staatliche Dienstleistungen).

Gelegentlich wird dieser Begriff für die Entsorgungswirtschaft verwendet. Zu diesem Sektor gehören die Bereiche: Müllabfuhr, Schrottplätze, Kläranlagen und Recyclinganlagen.

Tourismus, Freizeitgestaltung, Wellness und Gesundheit werden manchmal auch zum Quintären Sektor gezählt.

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Industriestaat

Der HDI-Wert der Nationen der WeltGrün: IndustrieländerGelb: SchwellenländerRot: Entwicklungsländer

Als Industriestaaten oder auch Industrieländer oder Staaten der Ersten Welt, seltener auch Industrienationen, bezeichnet man allgemein technisch hoch entwickelte Staaten mit einer bedeutenden eigenen industriellen Produktion von Gütern.

Industriestaaten im ursprünglichen und eigentlichen Sinn, sind Staaten, die ihre Wirtschaftskraft überwiegend aus industrieller Produktion erzeugen, im Gegensatz zu den Agrarstaaten, in denen die Landwirtschaft überwiegt. Die Industriestaaten sind auch die wirtschaftsstärksten, die reichen Staaten. Jedoch wird der Dienstleistungssektor weltweit zunehmend bedeutender und der Begriff Industriestaat wird auch auf Staaten mit einer hoch entwickelten, starken, überwiegend auf den Dienstleistungssektor getragenen Wirtschaft ausgeweitet. Heute werden also meist die reicheren Staaten der Welt als Industriestaat bezeichnet, Staaten mit einer hohen ökonomischen Wertschöpfung. Industriestaat gilt heute als Begriff zur Abgrenzung gegenüber den Schwellenländern und den Entwicklungsländern. Als Definition kann eher eine Negativabgrenzung gelten: Industriestaaten sind „reiche“ Staaten, die keine Entwicklungs- oder Schwellenländer sind.

Die Bezeichnung wird also der Bedeutung nicht mehr gerecht, da die Einteilung der Staaten vorwiegend nicht mehr nach ihrer Industrialisierung erfolgt, sondern überwiegend auf der Basis von Pro-Kopf-Einkommen bzw. nach dem Bruttonationaleinkommen-pro-Kopf. Staaten mit einem hohen Dienstleistungssektor (Anteil zwischen 60 bis 75 %) nehmen dabei in der Rangfolge einen zumeist vorderen Platz ein. In Veröffentlichungen werden deshalb Begriffe wie „OECD-Staaten und übrige marktwirtschaftlich organisierte Industriestaaten“, „advanced economies“, „reiche Staaten“ oder „Staaten der Ersten Welt“ gebraucht. Die zuletzt genannten Bezeichnungen oder auch „Wirtschaftsstarke Staaten“ sind treffender. Die treffende Bezeichnung für Staaten mit überwiegender Dienstleistungswirtschaft wäre Dienstleistungsstaat.

Der Begriff „Erste Welt“ wurde auch im Kalten Krieg für die kapitalistischen Länder gebraucht, während die kommunistischen Länder als Zweite Welt bezeichnet wurden. Dieser Begriff hat seit Ende des Ost-West-Konflikts keine Bedeutung mehr.

Als weitere Kriterien der Einteilung von Staaten könnten auch gelten: Geringere Differenz in der Einkommens- und Vermögensverteilung, ausgeglichene Handelsbilanz, geringerer Auslandsverschuldung, niedrigere Arbeitslosigkeit, gute Infrastruktur, hohe Investitionstätigkeit, guten Handelsbedingungen (Terms of Trade), aber auch positive demographische Merkmale, höhere Lebenserwartung, bessere Gesundheit, höherer Bildungsstand, politische Stabilität oder bessere ökologische Bedingungen. Tatsache ist aber, dass zur begrifflichen Abgrenzung von Staaten fast ausschließlich das ökonomische orientierte Bruttonationaleinkommen-pro-Kopf dient.

Von verschiedenen Seiten (zum Beispiel Weltbank, OECD, IWF, EG) wurden in den letzten Jahrzehnten Listen mit Schwellen- oder Entwicklungsländern erstellt. Eine verbindliche Liste gibt es jedoch nicht, die Zahlen in den Listen schwanken erheblich und die Festlegungen sind auch politisch gekennzeichnet. Allgemeingültige, messbare und akzeptierte Normen fehlen.

Im Jahre 1990 wurde vom UNDP (United Nations Development Programme), dem Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen, der Versuch unternommen, ein differenziertes Bewertungskonzept zu entwerfen. Dabei sollten zunehmend auch soziale Faktoren berücksichtigt werden. Der Human Development Index (HDI) wird im jährlich vom UNDP herausgegebenen Human Development Report (HDR) veröffentlicht. Seit der Mitte der 90er Jahre wird jedoch, auf Bitten Indiens, der in Kritik geratene HDI-Index in offiziellen UN-Dokumenten nicht mehr erwähnt.

Als Industriestaaten gelten heute die Mitgliedstaaten der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD): Australien, Belgien, Dänemark, Deutschland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Irland, Island, Italien, Japan, Kanada, Luxemburg, Mexiko, Neuseeland, Niederlande, Norwegen, Österreich, Polen, Portugal, Schweden, Schweiz, Südkorea, Slowakei, Spanien, Tschechien, Türkei, Ungarn, Vereinigte Staaten, Vereinigtes Königreich. (Mit Chile, Estland, Israel, Russland und Slowenien wurden Beitrittsverhandlungen aufgenommen).

Auch Argentinien, Chile, Südafrika, Estland, Israel, Kroatien, Lettland, Litauen, Russland, Slowenien, Singapur, Republik China (Taiwan), Zypern sowie die Ölförderländer Katar, Bahrain, Kuwait, Saudi-Arabien und Vereinigte Arabische Emirate können der Kategorie der Industriestaaten zugerechnet werden.

Einige europäische Kleinstaaten können in den Bereichen Industrie und/oder Dienstleistungen (vor allem Finanzdienstleistungen) einen hohen Entwicklungsstand aufweisen, welcher ihren hohen sozialen Standard begründet. Dazu zählen Andorra, Liechtenstein, Monaco und San Marino.

Alle oben genannten Staaten hatten 2004 ein Pro-Kopf-Bruttonationaleinkommen von über 10.000 Dollar bezogen auf die Kaufkraftparität (PPP-$: Purchasing Power Parity) (siehe Liste der Länder nach Bruttoinlandsprodukt pro Kopf).

Staaten wie Brasilien, Costa Rica, Malaysia, Thailand und Venezuela entwickeln sich als Schwellenländer zunehmend zu Industriestaaten.

Daneben existieren die schwer einzuordnenden Transformationsländer, viele Staaten der ehemals kommunistischen Zweiten Welt, dazu zählen unter anderem Albanien, Armenien, Georgien, Mazedonien, Moldawien, Montenegro, Serbien, Ukraine und Weißrussland. Viele dieser Länder sind keine Schwellenländer mehr, haben aber auch noch nicht den Status der Industriestaaten erreicht.

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Source : Wikipedia