Hildesheim
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- Von N. HARBUSCH Keine schrumpfenden Garantierenten, Planungssicherheit für alle Rentner! Rentner Hans-Otto Regenthal (74) aus Peine hat vor dem Landgericht Hildesheim ein Grundsatzurteil gegen die Allianz Versicherung (Az.: 3 O 275/07) erstritten....
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- (PA) (Hildesheim, 27.05.2009) Trashig, mega-spacig oder eben einfach nur cool? Die Maastrek Mediengruppe aus Hildesheim stellt sich 2009 dieser Frage nach stylischen, angesagten Trends in der jungen, modernen Modewelt für die aktuelle Saison....
Hildesheim
Hildesheim (plattdeutsch Hilmessen) ist eine Stadt im Süden des Bundeslandes Niedersachsen. Die große selbständige Stadt, Kreisstadt und größte Stadt des gleichnamigen Landkreises ist eines der neun Oberzentren des Landes. Bis 1974 war sie eine kreisfreie Stadt. Die nächstgelegenen größeren Städte sind Hannover, ca. 30 km nordwestlich, und Salzgitter, ca. 20 km südöstlich von Hildesheim. Die Stadt ist katholischer Bischofssitz (Bistum Hildesheim) und Universitätsstadt.
Die Einwohnerzahl der Stadt Hildesheim überschritt 1974 durch Eingemeindung mehrerer Nachbargemeinden die Grenze von 100.000, wodurch sie zur Großstadt wurde. Mit ihren heutigen rund 103.000 Einwohnern ist sie die kleinste Großstadt des Landes Niedersachsen.
Hildesheim liegt an der Grenze von Innerstebergland und Hildesheimer Börde überwiegend am rechten Ufer des Flusses Innerste, einem östlichen Zufluss der Leine. Die Stadt befindet sich nördlich des Hildesheimer Walds und west-nordwestlich des Höhenzugs Vorholz. An den nordwestlichen Stadtrand grenzen die Giesener Berge.
Harsum, Schellerten, Bad Salzdetfurth, Diekholzen, Despetal und Betheln (Samtgemeinde Gronau (Leine)), Nordstemmen und Giesen.
Mit Ausnahme der Ortschaft Marienburg haben alle Ortschaften einen Ortsrat, der je nach Einwohnerzahl der Ortschaft zwischen sieben und elf Mitglieder hat und dem ein Ortsbürgermeister vorsteht. Die Ortschaft Marienburg hat dagegen lediglich einen Ortsvorsteher als Ansprechpartner vor Ort.
An der Stelle, wo der uralte West-Ost-Handelsweg Hellweg (heute etwa Bundesstraße 1) die Innerste querte, bestand vermutlich schon in vorfränkischer Zeit eine Siedlung und ein Heiligtum. Eine frühere Behauptung, Hildesheim habe im Jahr 577 Bennopolis geheißen, ist nicht haltbar, da der Zusatz in einer Pariser Handschrift offensichtlich gefälscht ist. Der Handelsweg, die Benennung nach einem Gründer namens Hildwin, aber auch andere Thesen für den Ursprung des Namens werden genannt. Dabei ist die Namensentwicklung zu beachten: Der Name Hildesheim (so seit Anfang des 13. Jahrhunderts) ist verkürzt aus Hildinisheim (12. Jahrhundert), Hildeneshem (1022) und Hiltenesheim (1004) hervorgegangen. Er enthält den alten deutschen Personennamen Hildin oder Hildini (zu althochdeutsch hiltia Kampf).
Um 800 errichtete Karl der Große in Elze (damals Aula Caesaris, kurz Aulica genannt, etwa 19 km westlich des heutigen Hildesheim) ein Bistum für Ostfalen unter dem Patrozinium der Apostel Petrus und Paulus. Das Bistum wurde dann 815 von seinem Sohn Ludwig dem Frommen auf dem Gebiet des heutigen Hildesheim neugegründet und der Gottesmutter Maria geweiht (siehe auch Gründungssage). Unter Bischof Altfrid wurde der erste Dom errichtet. Bischof Bernward baute den Bereich um 1000 zu einer massiven Domburg aus, die noch heute in der Anlage des Domhofs erkennbar ist. Im Zuge der stadtgeschichtlichen Entwicklung wurde die sich vor allem um St. Andreas bildende Handwerker-, Händler- und Bürgerstadt Hildesheim in den folgenden Jahrhunderten zu einem bedeutenden Gemeinwesen. Unmittelbar neben der Altstadt entstanden im Jahre 1196 die Dammstadt und wenig später – die erste urkundliche Erwähnung datiert aus dem Jahr 1221 – die dompröpstliche Neustadt Hildesheim. Sowohl Damm- wie Neustadt waren im Gegensatz zur Altstadt planmäßige Gründungen bzw. Ansiedlungen, deren Regelmäßigkeit man verglichen mit der Altstadt noch heute im Straßenbild erkennen kann. Der Dammstadt wurde bereits in der Weihnachtsnacht 1332 gewaltsam ein Ende bereitet.
Nach jahrhundertelangen Streitigkeiten, auf deren Höhepunkt sich Alt- und Neustadt zeitweise sogar bewaffnet gegenüberstanden, wurde erst 1583 eine „Union“ mit einem „Samtrath“ als übergeordnete Instanz geschaffen und in der Folge wenigstens die innere Mauer niedergelegt. Zu einer Stadt vereinigt wurden Alt- und Neustadt aber erst 1803 unter preußischer Herrschaft.
Bereits um 1300 hatte der Bischof seine Macht über die Altstadt de facto abgeben müssen, da sich die Bürger ein eigenes Stadtrecht samt eigenem Siegel gaben. Zu diesem Zeitpunkt war die topographische Entwicklung der Stadt bereits abgeschlossen, ihre Grenzen abgesteckt und im wesentlichen befestigt. Es folgten zwei Jahrhunderte wechselhafter Beziehungen zwischen dem rechtmäßigen Stadtherren, dem Bischof und seinen sich immer weiter emanzipierenden Untertanen, den Bürgern und ihrem Rat. 1367 trat Hildesheim der Hanse bei. 1523 verlor das Fürstentum Hildesheim als Folge der sogenannten Hildesheimer Stiftsfehde (1519–1523) große Teile seiner Gebiete (Rückgewinnung erst 1643) und somit auch Macht in der Region. 1542 fand die Reformation durch den Mitstreiter Martin Luthers, Johannes Bugenhagen, Einzug in die Stadt. Doch bestand das Bistum Hildesheim sowohl als katholische Diözese wie als Reichsfürstentum weiter, und der Dom sowie die Klosterkirchen (St. Michael nur teilweise) blieben katholisch. Das Hochstift Hildesheim wurde 1803 wie alle geistlichen Territorien säkularisiert, die Diözese Hildesheim 1824 neu umschrieben. Städte und Stiftsgebiet kamen vorübergehend unter die Herrschaft Preußens. Erst jetzt wurden Altstadt Hildesheim und Neustadt Hildesheim zu einer Stadt vereinigt. Noch bevor die eingeleiteten Reformen abgeschlossen waren, gelangte das nunmehr weltliche Fürstentum 1807 an das Königreich Westfalen. 1813 wurde es dem Königreich Hannover zugeteilt und 1815 Sitz eines Amtes, das ab 1823 zur neu gebildeten „Landdrostei Hildesheim“ gehörte. Die Stadt selbst genoss darin jedoch von Anfang an eine gewisse Selbstständigkeit. Das Amt Hildesheim wurde mehrfach verändert, u. a. wurden 1852 Gemeinden dem benachbarten Amt Marienburg zugeschlagen, dessen Sitz sich ebenfalls in Hildesheim befand. 1859 wurden dem Amt Hildesheim 16 Gemeinden des aufgelösten Amtes Ruthe zugeordnet.
1866 kam Hildesheim mit dem gesamten Königreich Hannover wieder zu Preußen. 1869 wurde die ehemalige Klosterkirche St. Paulus zur städtischen Festhalle ausgebaut. 1885 erhielt Hildesheim den Status einer kreisfreien Stadt und wurde Sitz des aus dem Amt Hildesheim hervorgegangenen Landkreises Hildesheim sowie des aus der Landdrostei Hildesheim hervorgegangenen Regierungsbezirks Hildesheim. Der Landkreis Hildesheim wurde in der Folgezeit mehrmals verändert.
Am 10. Juli 1908 wird in Hildesheim die erste öffentliche automatische Fernsprech-Vermittlungsanlage Europas in Betrieb genommen.
Im Zweiten Weltkrieg wurde das Zentrum von Hildesheim am 22. März 1945 durch einen britischen Bombenangriff im Rahmen der Moral Bombing Strategie fast vollständig zerstört. Die als „Nürnberg des Nordens“ gerühmte Fachwerk-Altstadt lag in Schutt und Asche. Von den 1500 Fachwerkhäusern blieben lediglich 200 erhalten, 90 % der historischen Altstadt gingen im Feuersturm unter. Von den 1939 vorhandenen 6934 Wohnhäusern der Stadt wurden 1977 (28,5%) vollkommen zerstört. Stark beschädigt wurden 975 (14,1%), erheblich beschädigt 350 (5,1%), und 1772 (25,5%) wurden nur leicht beschädigt. 1860 Wohnhäuser (26,8%) blieben unversehrt. Von den 72495 Einwohnern (Stand: 17. Mai 1939) wurden 34000 (46%) obdachlos. Die Industrieanlagen wurden zu 50% zerstört, ebenso 66% der Handwerksbetriebe und 80% der öffentlichen Gebäude. Der Zerstörungsgrad der Stadt betrug insgesamt 43%. 1645 Menschen kamen durch die Luftangriffe auf Hildesheim ums Leben.
1948 begann der Wiederaufbau der Stadt und ihrer Baudenkmäler, der bis heute weitergeführt wird. So wurde der historische Markt mit u. a. dem Knochenhauer-Amtshaus erst 1984–1990 originalgetreu wiedererrichtet, und die „Hildesheimer Altstadtgilde“ plant die Rekonstruktion eines Umgestülpter Zuckerhut genannten und 1945 restlos verlorenen Fachwerkbaus am einstigen Standort. Ende 2009 soll der Zuckerhut wieder aufgebaut sein, pünktlich zum 500. Geburtstages des Wahrzeichens. 1946 wurde der 1885 entstandene Landkreis Marienburg mit dem Landkreis Hildesheim vereinigt.
1970 wurde Hildesheim Hochschulstadt, als die „Abteilung Hildesheim der Pädagogischen Hochschule Niedersachsen“ und 1971 die Fachhochschule Hildesheim (Königliche Baugewerkschule Hildesheim gegr. 1900) ihren Betrieb in Hildesheim aufnahmen. Die Eingemeindungen der 1970er Jahre führten zum Anstieg der Einwohnerzahl, so dass 1974 die Großstadtgrenze von 100.000 Einwohnern erreicht wurde.
Im Rahmen der Kreisreform in Niedersachsen wurde die Stadt Hildesheim am 1. März 1974 dem Landkreis Hildesheim eingegliedert, der am 1. August 1977 um den bisherigen Landkreis Alfeld (Leine) vergrößert wurde. Am 1. Februar 1978 erfolgte schließlich die Auflösung des Regierungsbezirks Hildesheim. Bis zur Auflösung der Bezirksregierungen in Niedersachsen Ende 2004 gehörte der Landkreis Hildesheim und mit ihm die Stadt Hildesheim zum Regierungsbezirk Hannover.
2005: Auszeichnung in Silber beim kommunalen Blumenschmuckwettbewerb 'Unsere Stadt blüht auf'.
Wuchs die Einwohnerzahl von Hildesheim im Mittelalter und am Anfang der Neuzeit auf Grund der zahlreichen Kriege, Seuchen und Hungersnöte nur langsam, beschleunigte sich das Wachstum mit Beginn der Industrialisierung im 19. Jahrhundert. Hatte die Stadt 1803 erst 11.000 Einwohner, so waren es 1900 schon 43.000. Bis 1939 stieg die Bevölkerungszahl auf 72.495. Im Zweiten Weltkrieg verlor die Stadt knapp die Hälfte ihrer Bewohner (33.000 Personen). Am 1. Mai 1945 lebten noch 39.492 Menschen in Hildesheim. 1950 hatte die Bevölkerungszahl wieder den Vorkriegsstand erreicht.
Am 1. März 1974 überschritt die Einwohnerzahl der Stadt Hildesheim durch die Eingemeindung mehrerer Orte die Grenze von 100.000, wodurch sie zur Großstadt wurde. Gleichzeitig erreichte die Bevölkerungszahl mit 107.629 ihren historischen Höchststand. Ende September 2005 lebten in Hildesheim nach Fortschreibung des Niedersächsischen Landesamtes für Statistik 102.654 Menschen mit Hauptwohnsitz.
Die folgende Übersicht zeigt die Einwohnerzahlen nach dem jeweiligen Gebietsstand. Bis 1833 handelt es sich meist um Schätzungen, danach um Volkszählungsergebnisse (¹) oder amtliche Fortschreibungen der jeweiligen Statistischen Ämter beziehungsweise der Stadtverwaltung selbst. Die Angaben beziehen sich ab 1843 auf die „Ortsanwesende Bevölkerung“, ab 1925 auf die Wohnbevölkerung und seit 1987 auf die „Bevölkerung am Ort der Hauptwohnung“. Vor 1843 wurde die Einwohnerzahl nach uneinheitlichen Erhebungsverfahren ermittelt.
Im Jahre 815 wurde das Bistum Hildesheim gegründet und die sächsische Bevölkerung des Gebietes christianisiert. Ab etwa 1000 (ottonische Reichsreform) waren die Bischöfe zugleich Reichsfürsten über das Hochstift Hildesheim. Dessen Gebiet war jedoch sehr viel kleiner als die kirchliche Diözese, die weit in die Lüneburger Heide reichte. Während die Altstadt zum Archidiakonat St. Andreas gehörte, war die Neustadt wohl seit dem 12. Jahrhundert einem besonderen Archidiakonat unter dem Dompropst unterstellt. Außerdem gab es ein Archidiakonat St. Nikolai, zu dem die Dammstadt gehörte. Ab 1300 verlor der Bischof große Teile seiner landesherrlichen Gewalt über die Altstadt, da sich die Bürger ein eigenes Stadtrecht gaben. Hildesheim wurde jedoch nie freie Reichsstadt.
Gegen die Reformation hatte sich der Rat der Altstadt unter Bürgermeister Hans Wildefüer lange gewehrt. Nach dessen Tod wurde 1542 der Mitstreiter Martin Luthers, Johannes Bugenhagen, nach Hildesheim gerufen, der eine lutherische Kirchenordnung einführte, der auch die Neustadt folgte. Danach waren St. Andreas und St. Lamberti sowie die Klosterkirchen St. Michaelis, St. Pauli und St. Martini lutherisch, während der Dom, die Stiftskirche Heiligkreuz und die Klöster St. Godehard und St. Magdalenen katholisch blieben. Der katholische Bischofssitz Hildesheim ging nicht unter, sondern besteht, neben Osnabrück, als einziger in Norddeutschland seit seiner Gründung ununterbrochen fort. Durch den Dom mit seinem Personal, die zahlreichen Klöster sowie den Bevölkerungsaustausch mit den umliegenden, katholisch gebliebenen Stiftsdörfern war die Bevölkerung ca. zu einem Drittel katholisch.
Für die lutherische Bevölkerung sah sich der Rat der Altstadt als Inhaber des landesherrlichen Kirchenregiments und „oberster Bischof“ der Stadt (einschließlich der Neustadt) und setzte als Verwaltungsbehörde ein Konsistorium mit einem Stadtsuperintendenten ein.
Das Hochstift Hildesheim wurde 1803 säkularisiert. Erst jetzt wurden auch die Benediktinerklöster St. Michael und St. Godehard, das Mauritiusstifts, das Sültekloster und andere verbliebene Ordensniederlassungen aufgelöst und ihr Grund- und Gebäudebestand der Klosterkammer zugeführt. Die lutherischen Kirchengemeinden der Stadt gehören seitdem zur Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Hannovers. Die Stadt wurde Sitz eines Landessuperintendenten. Dessen Amtsbezirk wird heute als Sprengel bezeichnet, der aus mehreren Kirchenkreisen besteht. Die evangelisch-lutherischen Kirchengemeinden der Stadt Hildesheim gehören heute zum Kirchenkreis Hildesheim-Sarstedt. Innerhalb der Landeskirche gibt es auch eine Landeskirchliche Gemeinschaft.
Die Grenzen des katholischen Bistums Hildesheim wurden 1824 neu festgelegt. Bis 1930 gehörte es zur Kirchenprovinz Köln, dann zum Erzbistum Paderborn und 1995 wurde es der neu gegründeten Kirchenprovinz Hamburg (Erzbistum Hamburg) zugeordnet. Die Pfarrgemeinden der Stadt gehören zum Dekanat Hildesheim, das aus fünf Seelsorgeeinheiten besteht.
Daneben gibt es auch eine Evangelisch-reformierte Kirchengemeinde in Hildesheim, die zur Evangelisch-reformierten Kirche gehört.
In der Ortschaft Himmelsthür hat das für Mitteleuropa und Deutschland zuständige Bistum der Serbisch-Orthodoxen Kirche seinen Sitz, dort befindet sich auch das serbisch-orthodoxe Kloster der Allheiligen Gottesgebärerin.
Zu den freikirchlichen Gemeinden gehören eine Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde, eine Gemeinde der Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche, eine Freie Evangelische Gemeinde, eine Gemeinde Christi, eine Pfingstgemeinde und die Freie Christengemeinde.
Darüber hinaus sind auch die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage und die Neuapostolische Kirche in Hildesheim vertreten.
Seit dem hohen Mittelalter gab es in Hildesheim eine jüdische Gemeinde, die seit 1849 eine repräsentative Synagoge am Lappenberg besaß. Diese wurde in der Reichspogromnacht 1938 zerstört. Im Zuge der nationalsozialistischen Rassenpolitik wurde die gesamte jüdische Bevölkerung Hildesheims deportiert und fast ausnahmslos in Vernichtungslagern umgebracht. An der Stelle der alten Synagoge steht heute ein Gedenkstein. Erst 1997 konnte eine neue Gemeinde gegründet werden, zu der heute 113 Mitgliedern in gut dreißig Familien zählen. Eine Aufarbeitung der Geschichte Hildesheims während der nationalsozialistischen Herrschaft wurde von der Universität Hannover durchgeführt.
Am 2. April 1998 wurde von einigen Juden, einigen Christen, einigen Muslimen und einigen Bahá'í aus Hildesheim und Umgebung der Interreligiöse Arbeitskreis Hildesheim Abrahams Runder Tisch (ART) gegründet.
An der Spitze der Stadt stand anfangs der bischöfliche Stadtvogt, doch befragte die Bürgerschaft schon seit dem 12. Jahrhundert den „burgenses“ oder „Besten“, also eine Art Bürgermeister. Ein Rat ist seit 1236 nachweisbar. Dieser hatte 36 Mitglieder, von denen je 12 jährlich in der Ausübung der Verwaltung wechselten. Ab 1345 ist ein „Bürgermeister“ bezeugt. 1639 wurde die Zahl der Ratsmitglieder auf 9, ab 1703 sogar auf 6 reduziert. Mit dem Übergang der Stadt an Preußen endete der jährliche Wechsel im Rat. Bis dahin war die Verwaltung der Altstadt und der Neustadt ziemlich ähnlich. Lediglich die Zahl der Räte war unterschiedlich. 1806 wurden Alt- und Neustadt endgültig verschmolzen und die nunmehr vereinigte Stadt von einem Magistrat geleitet. Diesem gehörten ein Stadtdirektor als Leiter, 1 Polizeibürgermeister, 2 Polizeisenatoren, 1 Syndikus und 1 Großkämmerer an. Von 1808 bis 1813 galt die französisch-westfälische „Maireverfassung“. 1815 führte das Königreich Hannover eine neue Stadtverfassung mit einem administrativen und einem Justizmagistrat ein, die später mehrmals verändert, im Grundsatz aber bis 1933 beibehalten wurde. Mit der Bildung des Stadtkreises Hildesheim 1885 erhielt der Bürgermeister den Titel Oberbürgermeister. Während der Zeit des Nationalsozialismus wurde das Stadtoberhaupt von der NSDAP eingesetzt.
1946 führte die Militärregierung der Britischen Besatzungszone nach britischem Vorbild die Norddeutsche Ratsverfassung ein. Nach deren Abschaffung fand 2005 erstmals eine Direktwahl des Oberbürgermeisters statt. Aus der Stichwahl am 2. Oktober 2005 ging Kurt Machens als Sieger hervor. Er trat am 1. Februar 2006 sein Amt an.
Im Rat sind gegenwärtig (2009) sieben Parteien und Wählergruppen vertreten: CDU, SPD, Bündnis für Hildesheim, Bündnis 90/Die Grünen, FDP, LAH und Bürgeraktion Hildesheim.
Das Wappen der Stadt Hildesheim ziert in geteiltem Schild oben in Silber wachsend ein schwarzer goldgekrönter Reichsadler mit schwarzer Zunge und goldenem Schnabel; unten von Gold und Rot quadriert. Auf dem gold-rot-bewulsteten Stechhelm mit gold-roten Helmdecken eine Jungfrau (die Hildesia) wachsend in gold-rot quadriertem Kleid, in beiden Händen einen rot-weiß quadrierten Rosenkranz haltend. Auf ihrem goldenen Haar liegt ein rot-weiß quadrierter Rosenkranz mit einer roten und einer goldenen Straußenfeder. Das Wappen wurde der Stadt 1528 von Kaiser Karl V. verliehen. Das Wappenprivileg befindet sich im Stadtarchiv. Die Stadtflagge ist gelb-rot.
Seit Juni 1926 hatte Hildesheim einen kleinen Verkehrslandeplatz. Ab 1933 wurde dieser zu einem Fliegerhorst ausgebaut und war bis 1939 eine Aufklärerfliegerschule der Luftwaffe der Wehrmacht und von 1934 bis 1944 auch Sitz der Fliegerbildschule der Luftwaffe. Weitere Einheiten wurden im Verlauf des Zweiten Weltkriegs nach Hildesheim verlegt u. a. die IV. Gruppe des Kampfgeschwaders 51 „Edelweiß“, die II./ Zerstörergeschwader 26 und die I. Gruppe des Kampfgeschwaders 200 und Fallschirmjägereinheiten.
Die Kasernen der Stadt wurden zunächst von den britischen Streitkräften und ab April 1962 auch von der Bundeswehr mit der Heeresfliegerstaffel 1 (bis 1979) wieder genutzt. 1979 nutze die British Army das Gelände der abgezogenen Heeresflieger der Bundeswehr und stationierte hier das 1. Army Air Corps mit Panzerabwehrhubschraubern. Im Gegenzug stationierte das deutsche Heer das Sanitätsbataillon 1 (später Sanitätsregiment 1).
Am 1. Oktober 1993 verließ der letzte britische Soldat Hildesheim. Zuletzt waren in Hildesheim das 1st Royal Tank Regiment und das 1st RGT Army Air Corps stationiert. Die Stadt war bis 31. Dezember 2007 noch Sitz des Stabes der Panzergrenadierbrigade 1 der Bundeswehr in der Mackensen-Kaserne und gehört damit zur 1. Panzerdivision in Hannover. In der Ledebur-Kaserne unterhielt das Heer ein Kraftfahrausbildungszentrum, früher das Panzergrenadierbataillon 11 sowie die Panzerjägerkompanie 10 und andere Brigadeeinheiten. In der Gallwitz-Kaserne war früher noch das Panzerbataillon 14 untergebracht. Zudem war die Stadt Sitz eines Kreiswehrersatzamtes (KWEA) in der Waterloo-Kaserne. Im Zuge der Transformation der Streitkräfte der Bundeswehr wurden die Panzergrenadierbrigade 1 und das Kraftfahrausbildungszentrum Hildesheim zum 31. Dezember 2007 mit zuletzt 410 Dienstposten aufgelöst. Damit endete Hildesheims 300-jährige Tradition als Garnisonsstadt. Weitere militärische Anlagen der Bundeswehr in Hildesheim waren der Standortübungsplatz Osterberg bei Himmelsthür, die Standortmunitionsniederlage Emmerke und die Standortschießanlage Giesen. Auch diese Liegenschaften sind nunmehr aufgegeben. Die Standortmunitionsniederlage Emmerke wird seit August 2007 komplett renaturiert, u. a. werden die Wach- und Funktionsgebäude abgerissen. Die Ledebur-Kaserne wurde ebenfalls abgerissen. Dort entsteht zur Zeit der Neubau des Klinikums Hildesheim (Rhön-Klinikum).
Durch das östliche Stadtgebiet von Hildesheim führt die Bundesautobahn A 7 Flensburg–Hannover–Würzburg–Füssen. Ferner führen folgende Bundesstraßen durch die Stadt: B 1, B 6, B 243 und B 494.
Der Hildesheimer Hauptbahnhof ist ICE-Halt und verfügt über ein Terminal zur Verladung von Fahrzeugen auf Autoreisezüge. Er liegt an den Bahnlinien Kassel–Berlin („Hildesheimer Schleife“ und Bahnstrecke Hildesheim–Braunschweig), Hannover–Salzgitter-Ringelheim–Bad Harzburg–Halle (Saale) (Bahnstrecke Hildesheim–Goslar), Hameln–Bodenburg („Weserbahn“) und Hildesheim–Lehrte („Kreuzbahn“). Die Bahnlinien nach Bad Gandersheim, Seesen, Salzgitter und Peine wurden seit den 1970er Jahren stillgelegt. Der frühere Ostbahnhof ist heute nur noch Haltepunkt.
Den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) bedienen mehrere Buslinien der Stadtverkehr Hildesheim GmbH.
Über den Hildesheimer Stichkanal ist die Stadt an den Mittellandkanal angebunden und verfügt über einen kleinen Hafen samt angeschlossenem Industriegebiet. Außerdem befindet sich im Norden ein kleiner Flugplatz, der insbesondere zu Messezeiten in Hannover stark benutzt wird.
Zwischen dem 7. August 1905 und dem 22. März 1945 verkehrten in der Stadt neben der durch die ÜSTRA betriebenen Überlandlinie „Rote Elf“ die Straßenbahnen der Städtischen Straßenbahn. Über Sarstedt bestand eine Straßenbahnverbindung nach Hannover.
Die wichtigsten ansässigen Unternehmen sind Bosch, Blaupunkt, Eickhoff-Stahlbau und KSM Castings GmbH (früher Kloth-Senking Metallgiesserei); außerdem ist auch der Weltmarktführer und Tragschrauberhersteller AutoGyro am Hildesheimer Flugplatz angesiedelt. Des Weiteren befindet sich die Hessisch-Niedersächsische Getränke GmbH & Co. KG (HNG; gehört zum Coca-Cola Konzern) in Hildesheim.
Bereits im 17. Jahrhundert erschien in Hildesheim mit der Hildesheimer Relation eine der frühesten Zeitungen in Deutschland. Diese Zeitung soll nach unbelegten Literaturangaben 1617–1632 bestanden haben, nachgewiesen sind aber nur die Jahrgänge 1619–1620. Am 24. Juni 1705 folgt dann mit dem Hildesheimer Relations-Courier eine weitere Zeitung, die unter dem Namen Hildesheimer Allgemeine Zeitung noch heute erscheint. Sie ist damit die älteste Zeitung in Deutschland. Sie befindet sich seit 1807 im Besitz der Verlegerfamilie Gerstenberg.
Am 10. Juli 1908 wurde in Hildesheim Europas erste Telefonvermittlungsstelle mit Selbstwählsystem in Betrieb genommen. 900 Teilnehmer konnten sich zunächst gegenseitig anrufen, ohne die Hilfe eines Vermittlungsangestellten in Anspruch zu nehmen.
Seit über 30 Jahren erscheint der Kehrwieder am Sonntag mit einer Auflage von über 135.000 Exemplaren und ist somit die größte Wochenzeitung im Raum Hildesheim. Seit 2003 erscheint zweimal im Monat: „Ihre neue Zeitung – Der Hildesheimer“. Dazu gibt es den Huckup, der früher jede Woche donnerstags, seit einigen Jahren aber mittwochs erscheint. Am 16. Februar 2008 wurde zum ersten Mal der 14-täglich erscheinende Hildesheimer Bote herausgebracht, dessen Auflage 101.000 Exemplare beträgt.
Das Stadttheater Hildesheim ist ein Drei-Sparten-Haus. Seit der Saison 2007/08 wurde die Landesbühne Hannover darin eingegliedert und heißt nun Theater für Niedersachsen.
Das Theaterhaus Hildesheim ist die Spielstätte der überregional bekannten freien Theaterszene Hildesheims.
Zeugnisse von mehr als eintausend Jahren architektonischen Schaffens sind in Hildesheim anzutreffen. Da im Zentrum der Stadt die kaum beachtete Architektur der Zeit des Wiederaufbaus nach dem Zweiten Weltkrieg vorherrscht, zeigen sich die erhaltenen historischen Bauten lediglich als Inseln; so die bescheidene Jakobikirche in der Hauptgeschäftsstraße, Steinbauten am Marktplatz und die Bürgerkirche St. Andreas, deren hoch aufragender Turm den Mittelpunkt der Stadt weithin sichtbar markiert. Erst außerhalb der zentralen Einkaufszone und nahe der nordwestlichen und südlichen mittelalterlichen Stadtbefestigung häufen sich Baudenkmäler älterer Zeit. Dort liegen Mariendom und St. Michael und andere bedeutende Sakralbauten und stehen bürgerliche Bauten von beachtenswerter Qualität. Der Dom und die Michaeliskirche stehen auf der UNESCO-Liste des Weltkulturerbes.
Der Marktplatz wurde, nach dem Alten Markt und dem Andreasplatz, erst relativ spät zum Handels- und Lebenszentrum der Stadt. Hier stellten sich in der Frühen Neuzeit Bürgerschaft und Gilden in repräsentativen Bauten dar. Als einzige von diesen überstanden Rathaus und Tempelhaus, wenn auch erheblich beschädigt, den verheerenden Bombenhagel im März 1945. Der Wiederaufbau erfolgte zunächst auch hier im Stil des Nachkriegsfunktionalismus, etwa durch ein Hotel namens „Rose“ mit Glas-Metall-Fassade. Erhalten blieb bloß der als Rolandbrunnen bekannte Marktbrunnen. Der Verlust Alt-Hildesheims blieb aber schmerzhaft bewusst. Mehrere Bürgerinitiativen propagierten in den 1980er-Jahren die Rekonstruktion des Marktplatzes und bewirkten ein Umdenken der Stadtverwaltung. In wenigen Jahren wurden das Tempelhaus, das ursprünglich aus 1598 stammende Wedekindhaus, das Knochenhaueramtshaus und das benachbarte Bäckeramthaus rekonstruiert. Der seither Historischer Marktplatz genannte Platz bietet heute wieder ein geschlossenes Bild und ist touristischer Mittelpunkt der Stadt.
Der erste Dombau entstand im 9. Jahrhundert unter Bischof Altfrid. Alle Nachfolgebauten erheben sich auf dessen Fundamenten. Nach der Kriegszerstörung durch den großen Luftangriff am 22. März 1945 wurde die Barockisierung des Doms aufgegeben und eine Wiedererrichtung in angenommenen frühromanischen Formen durchgeführt. Weltberühmt sind die Bronzegüsse aus der Zeit Bischof Bernwards (993–1022): Bernwardstür (mit Darstellungen aus der Heilsgeschichte) und Christussäule (mit Darstellungen der Taten Christi). Weitere Schätze sind der Heziloleuchter (roman. Leuchterkrone in der Vierung, „himmlisches Jerusalem“) und der spätromanische Bronzetaufbrunnen. Den Lettner, der sich jetzt in der St.-Antonius-Kirche befindet, schuf der Bildhauer Johann Brabender aus Münster (Westfalen). Berühmt ist außerdem der „tausendjährige“ Hildesheimer Rosenstock an der Domapsis, der den Feuersturm des Zweiten Weltkriegs überstanden hat und das Wahrzeichen Hildesheims ist. Der Dom selbst war so stark zerstört, dass er nach Abschluss des Wiederaufbaus am 26. März 1960 durch den damaligen Hildesheimer Bischof Heinrich Maria Janssen neu konsekriert werden musste. Der Hildesheimer Dom ist seit 1985 Weltkulturerbe der UNESCO.
Die von 1474 bis 1488 als Pfarrkirche der Hildesheimer Neustadt erbaute Lambertikirche ist eine spätgotische Hallenkirche und die einzige Hallenkirche der Stadt. Sie wurde 1542 evangelisch. Am 22. Februar 1945 wurde die Kirche durch Sprengbomben an Chor, Querschiff, Dach und Fenstern erheblich beschädigt. Bei einem weiteren Luftangriff am 22. März 1945 brannte sie vollständig aus, nur die Umfassungsmauern und der Unterbau des Turmes blieben stehen. Sie wurde in den Nachkriegsjahren wieder aufgebaut, zunächst jedoch ohne die frühere Turmhaube. Im Jahr 2007 erhielt der Turm eine neue Haube.
St. Michaelis wurde von Bischof Bernward zu Beginn des 11. Jahrhunderts als seine Grabeskirche begonnen und unter Bischof Godehard fertig gestellt. Das vorromanische („ottonische“) Baukonzept verbindet den Gedanken der „Gottesstadt“ mit einer geometrisch-quadratischen Raumgliederung. Die Michaelskirche gilt als frühester durchgängig im Gebundenen System errichteter Kirchenbau. Im 12. Jahrhundert wurden bis auf 2 alle Langhaussäulen erneuert und in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts schließlich der Westchor erweitert sowie die bemalte Langhausdecke (Stammbaum Christi) ausgeführt. Neben dieser Deckenmalerei als bedeutendes Ausstattungsstück blieb der nördliche Teil der spätromanischen Chorschranke erhalten. Bemerkenswert ist, dass St. Michael trotz ihrer Umweihung von einer katholischen Kirche in eine evangelische in der Krypta noch immer katholisch geweiht ist. Nach zahlreichen Veränderungen im Lauf der Jahrhunderte wurde St. Michael nach der Kriegszerstörung in der ursprünglichen Gestalt wieder aufgebaut und durch Glasfenster von Charles Crodel vollendet. Sie ist eines der bekanntesten Fotomotive der Stadt und kann somit als städtisches Wahrzeichen bezeichnet werden. Sie ist seit 1985 Weltkulturerbe der UNESCO und dient der Stadt als Werbemotiv auf den braunen Hinweisschildern an der Autobahn A7, da sie sich durch ihre prägnante Form leichter einprägt als der Hildesheimer Dom.
Das Motiv der Michaeliskirche soll im Jahr 2014 auf die Rückseite der deutschen 2-€-Münzen geprägt werden, und somit im Rahmen der Gedenkmünzen-Serie (2006–2021) das Bundesland Niedersachsen vertreten.
Die St.-Godehard-Basilika wurde im 12. Jahrhundert nach der Heiligsprechung des Benediktinerabts und späteren Hildesheimer Bischofs Godehard (Gotthard) als benediktinische Klosterkirche im hochromanischen Stil erbaut und ist bis heute ohne wesentliche Veränderungen erhalten (Ausmalung und Ausstattung 19. Jh.). Im Zweiten Weltkrieg wurde die Godehardikirche zwar bei Luftangriffen am 13. Februar 1945, am 22. Februar 1945 und am 22. März 1945 vor allem im Bereich des nördlichen Seitenschiffes beschädigt, jedoch konnten die Schäden bereits 1945 wieder behoben werden, so dass die Kirche im selben Jahr wieder für Gottesdienste zur Verfügung stand. Sie war die einzige Kirche im Zentrum von Hildesheim, die von größeren Zerstörungen verschont blieb. Teile des Klausurbereichs (Ostflügel mit Kapitelsaal, Südflügel mit spätmittelalterlichen gewölbten Kellerräumen) sind erhalten, jedoch wurden die südlichen Raumteile bei einer Umbaumaßnahme in der 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts in der Substanz beeinträchtigt. Die Kirche wurde 1963 zur päpstlichen Basilika minor erhoben.
Die St.-Andreas-Kirche, heute evangelisch-lutherisch, ist eine Markt- und Bürgerkirche im gotischen Stil. Sie wurde um 1140 als romanische Basilika erbaut, die teilweise im Mauerwerk des heutigen Turms erhalten ist. Seit etwa 1200 war sie Stiftskirche. Der gotische Bau wurde 1389–1504 errichtet. Hier führte Johannes Bugenhagen am 1. September 1542 die Reformation in Hildesheim ein. Der Turm wurde Ende des 19. Jahrhunderts auf 114,5 m gemauert, ist der höchste Kirchturm Niedersachsens und gehört damit zu den höchsten Kirchtürmen der Welt. Im Zweiten Weltkrieg wurde die Kirche bei einem Luftangriff am 22. Februar 1945 an mehreren Fenstern beschädigt und beim schwersten Luftangriff auf Hildesheim am 22. März 1945 durch Spreng- und Brandbomben zerstört. Stehen blieben lediglich Außenmauern und Turm. Der Wiederaufbau war 1965 vollendet. In der Basilika befindet sich eine der größten und schönsten Orgeln Norddeutschlands mit 63 Registern und 4734 Pfeifen, der der mächtige Kirchenraum ein ungewöhnliches Klangvolumen verleiht.
Mit dem Bau von St. Jakobi, einer einschiffigen, gotischen Kirche, wurde 1503 begonnen, der Turm wurde 1514 fertig gestellt. Sie erhebt sich an der Almsstraße Ecke Jakobistraße, die bereits 1204 unter diesem Namen erwähnt wurde, damals befand sich hier eine Kapelle gleichen Namens. Im Zweiten Weltkrieg wurde die Jakobikirche am 22. Februar 1945 an Dach und Fenstern erheblich beschädigt, und am 22. März 1945 brannte sie vollständig aus. Nur die Umfassungsmauern und der Turm blieben erhalten. Der Wiederaufbau begann im Sommer 1948 und war bereits 1949 vollendet.
Die Magdalenenkirche, eine frühgotische ehemalige Klosterkirche am Innersteufer, ist vor allem durch den Silberschrein des hl. Bernward und den Elffenaltar (um 1520) bedeutend. Mit dem Bau begann man 1234 im romanischen Stil, er wurde jedoch 1456 im Stil der Gotik nach Osten hin erweitert. Der westliche Teil der Kirche ist demnach der älteste. 1721 sowie bei einer erneuten Vergrößerung der Kirche 1797 erfolgte eine Umgestaltung im Barockstil. Das Kloster wurde 1810 säkularisiert. Am 22. März 1945 wurde die Magdalenenkirche durch Brandbomben zerstört, nur die Umfassungsmauern und die beiden Seitentürme im Westen blieben stehen. Alle Kunstwerke waren jedoch vorher aus der Kirche entfernt worden, so dass sie unversehrt erhalten blieben. 1960/61 wurde die Magdalenenkirche im ursprünglichen Stil wieder aufgebaut. Nicht weit entfernt befindet sich der barocke Magdalenengarten, einer der ältesten historischen Gärten Niedersachsens, der im 13. Jahrhundert als Klostergarten des Magdalenenklosters angelegt und 1720-25 zu einem barocken Schmuckgarten umgestaltet wurde.
Das Kaiserhaus wurde 1587 als erstes steinernes Haus in Hildesheim durch den Rechtsgelehrten Caspar Borcholt erbaut. Nach der Zerstörung im Krieg vom 22. März 1945 wurde die Fassade 1997 an einem modernen Bau restauriert. Es war einst eines der prächtigsten Wohnhäuser der historischen Fachwerkstadt. Die Figuren auf der reichgeschmückten Fassade des Renaissancebaus am Alten Markt symbolisieren die vier Weltepochen: von links die assyrisch-babylonische, die persische, die griechische und die römische. Die Bilder im Erker stellen die Jahreszeiten dar. Seinen Namen hat das Haus nach den Medaillons mit Darstellungen römischer Kaiser.
Das Kaiserhaus ist der Gründungssitz des Hornemann-Instituts, eines Zentrums zur Erhaltung des Weltkulturerbes.
Vor allem in der Hildesheimer Neustadt, aber auch auf dem Moritzberg ist eine Reihe von alten Fachwerkhäusern erhalten geblieben (Keßlerstraße, Knollenstraße, Lappenberg, Am Kehrwieder, Brühl, Hinterer Brühl, Gelber Stern, Godehardsplatz; Bergstraße, Dingworthstraße, Godehardistraße, Elzer Straße). Besonders sehenswert sind das 1548 erbaute Waffenschmiedehaus (Gelber Stern 21) sowie das Wernersche Haus von 1606 (Godehardsplatz), beide sind durch Schnitzereien reich verziert. – Bei den am Marktplatz stehenden handelt es sich um Rekonstruktionen.
Hildesheim besitzt einen 1905 erbauten Bismarckturm vom Typus Götterdämmerung. Er steht am Beginn des Galgenbergs östlich der Innenstadt und bietet von seiner Aussichtsplattform aus einen weiten Blick auf Hildesheim und das Umland.
Im Norden der Stadt ist die ehemalige bischöfliche Schutz- und Trutzburg Burg Steuerwald sehenswert, die 1310-13 erbaut wurde. Gut erhalten sind der Palas, der 26 m hohe und weithin sichtbare Bergfried von 1325 und die ursprünglich romanische, 1310 erbaute und 1507 in gotischem Stil umgestaltete Magdalenenkapelle. Auch ein Teil des Burggrabens und der Burgmauer ist noch zu sehen.
Bislang in einer Stadtvilla am Rand des Zentrums und in über 20 Nebenstellen untergebracht, hat die Musikschule ab 1. Dezember 2005 ihr Domizil in der ehemaligen Waterloo-Kaserne 24 A gefunden. Rund 1800 Schülerinnen und Schüler werden von ca. 65 Instrumentallehrkräften unterrichtet. Die Altersspanne reicht hierbei von den „Musikspielen für die Jüngsten“ (für 1½-jährige) bis zur 98-jährigen Schülerin im „Musiktreff für Erwachsene“.
Das einzige feste Panflötenensemble Deutschlands ist in Hildesheim beheimatet. Als Ensemble-Angebot der Musikschule Hildesheim e.V. besteht das Panflötenensemble SYRINX seit 2003 mit derzeit 16 Mitgliedern.
Im Michaeliskloster ist heute das „Evangelische Zentrum für Gottesdienst und Kirchenmusik“ der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Hannovers untergebracht, in dem Seminare und Schulungen zu Liturgie sowie zu klassischer und moderner Kirchenmusik stattfinden; außerdem das Posaunenwerk der Landeskirche.
Hildesheim war vor und nach dem 2. Weltkrieg überregional vor allem durch den Fußball bekannt. In den letzten Jahrzehnten haben jedoch Schwimmer, Handballer und Volleyballer den Fußballern den Rang abgelaufen.
In der 1. Bundesliga ist Hildesheim durch die Spielgemeinschaft TSV Giesen/Hildesheim im Volleyball vertreten. Nach dem Zusammenschluss der beiden Zweitligisten TSV Giesen und MTV 48 Hildesheim schaffte das Team in der Saison 2007/08 den Aufstieg in die höchste deutsche Spielklasse. Die Heimspiele der Volleyballer finden in der Halle 39 in Hildesheim statt. Ebenfalls in der 1. Bundesliga starten im Jahre 2009 die Schwimmerinnen des VfV Hildesheim. Nach ihrem 1. Platz in der 2. Bundesliga-Nord belegten sie bei der Aufstiegsrunde zur 1. Bundesliga den ersten Tabellenplatz. In der 1. Bundesliga schwammen bis zur Saison 2006/2007 auch die Damen der inzwischen aufgelösten EVI Hildesheim (SG Hildesheim).
In der 2. Bundesliga spielen die Handballer von Eintracht Hildesheim. Die Einträchler schafften 1999/2000 und 2005/2006 den Sprung in die 1. Bundesliga, mussten jedoch in den folgenden Spielzeiten gleich wieder den Abstieg antreten. In der Saison 2007/08 spielten die Handballer um den Wiederaufstieg, der jedoch kurz vor Ende der Saison verspielt wurde. Eintracht Hildesheim bestreitet die Heimspiele in der Sporthalle an der Schützenwiese. Die Halle wurde von einem Sponsor umgebaut und erweitert, die Namensrechte hat sich die Sparkasse Hildesheim gesichert, worauf die Halle den neuen Namen Sparkassen-Arena bekam.
Viele Jahre war Hildesheim eine Fußballhochburg. Der heimische VfV Hildesheim kam nach dem Zweiten Weltkrieg auf insgesamt sechs Erstligajahre. Nach der Saison 2002/2003 sind die VfV-Fußballer mit Borussia 06 zum VfV Borussia 06 Hildesheim fusioniert. Der Club spielt nach dem Abstieg aus der 4. Liga inzwischen nur noch in der Fußball-Oberliga Niedersachsen West (5. Liga), wo sich die letzten Jahre auch der SV Bavenstedt etablieren konnte. Neben der A- und B-Jugend des VfV ist auch der Nachwuchs des JSG Achtum-Einum-Bavenstedt sehr erfolgreich und landet fast durchgehend auf vorderen Plätzen in den jeweiligen Ligen.
Der Hildesheimer Sport hat neben den bekannten Sportarten auch immer wieder in den Randsportarten größere Erfolge feiern können. Zum Beispiel spielte der Zweitligist Hellas 1899 Hildesheim von 2006 bis 2008 in der 1. Bundesliga der Wasserballer (DWL) und der RTC Merkur Hildesheim war jahrelang im Radball sehr erfolgreich. Die Hildesheim Invaders, 1989 schon einmal kurzzeitig in der 1. Bundesliga spielend, schafften in der Saison 2007/08 den Aufstieg in die 2. Bundesliga im American Football.
Der Hildesheimer Silberfund von 1868 gehört zu den bedeutendsten archäologischen Entdeckungen auf deutschem Boden. Einige Historiker bewerten ihn sogar als Hinweis auf die Varusschlacht (9 n. Chr.).
Im Postamt des Hildesheimer Stadtteils Himmelsthür (damals noch selbstständige Gemeinde) wurde 1967 das erste Weihnachtspostamt Deutschlands eingerichtet. Tausende Kinder schreiben bis heute in jedem Jahr Briefe „an den Weihnachtsmann in Himmelsthür, 31137 Hildesheim“ und erhalten nach einigen Tagen eine Antwort. Mit dem Himmelsthürer Weihnachtsstempel entwertete Weihnachtssonderbriefmarken sind weltweit Sammlerobjekte für Philatelisten. Ungeachtet der weltweiten Bekanntheit und trotz erheblicher Proteste von Kommunalpolitikern und der Stadtteilbewohner wurde die Himmelsthürer Postfiliale („das himmlische Postamt“) durch die Deutsche Post AG geschlossen. Kinderbriefe an den Himmelsthürer Weihnachtsmann werden aber weiterhin beantwortet.
Regierungsbezirk Hildesheim
Der Regierungsbezirk Hildesheim war einer von acht Regierungsbezirken, die bei Bildung des Landes Niedersachsen 1946 eingerichtet wurden. Die anderen waren Aurich, Braunschweig, Hannover, Lüneburg, Oldenburg, Osnabrück und Stade.
Die Geschichte des Regierungsbezirks Hildesheim geht bis auf das Jahr 1885 zurück, als im Wesentlichen aus dem ehemaligen Fürstentum Hildesheim innerhalb der preußischen Provinz Hannover der Regierungsbezirk Hildesheim gebildet wurde. Vorbild waren die bereits in anderen preußischen Provinzen 1815/1816 errichteten Regierungsbezirke.
Der Regierungsbezirk Hildesheim umfasste nach seiner Gründung 1885 zunächst die kreisfreien Städte Göttingen und Hildesheim sowie die Landkreise Alfeld, Duderstadt, Einbeck, Göttingen, Gronau (1932 im Kreis Alfeld aufgegangen), Hildesheim (1946 im Landkreis Hildesheim-Marienburg aufgegangen), Ilfeld (1932 im Landkreis Grafschaft Hohenstein der preußischen Provinz Sachsen aufgegangen), Marienburg (1946 im Landkreis Hildesheim-Marienburg aufgegangen), Münden, Northeim, Osterode am Harz, Peine, Uslar (1932 im Kreis Northeim aufgegangen) und Zellerfeld (Sitz in Clausthal-Zellerfeld). Die kreisfreie Stadt Göttingen wurde 1964 aufgrund des „Göttingen-Gesetzes“ in den Landkreis Göttingen eingegliedert, behielt aber grundsätzlich die Eigenschaften einer kreisfreien Stadt, „sofern das Göttingen-Gesetz nichts anderes bestimmt“ (so der entsprechende Wortlaut).
Bei der Kreisreform, die in Niedersachsen im Wesentlichen zwischen 1973 und 1977 durchgeführt wurde, wurden die Kreise zu größeren Verwaltungseinheiten zusammengeschlossen und die kreisfreie Stadt Hildesheim in den Landkreis Hildesheim integriert. 1978 wurde das Gebiet des Regierungsbezirks Hildesheim auf die Regierungsbezirke Hannover und Braunschweig aufgeteilt. Dabei kamen im Wesentlichen die Altkreise Duderstadt, Einbeck, Göttingen, Münden, Northeim, Osterode, Peine und Zellerfeld zu Braunschweig, die anderen (Alfeld und Hildesheim) zu Hannover.
Bundestagswahlkreis Hildesheim
Der Bundestagswahlkreis Hildesheim (Wahlkreis 49) ist ein Wahlkreis in Niedersachsen und umfasst den Landkreis Hildesheim. Seit 1969 wurde er stets von der SPD direkt gewonnen.
Die ehemals kreisfreie Stadt Hildesheim gehört seit 1974 zum Landkreis Hildesheim.
St. Michael (Hildesheim)
St. Michael zu Hildesheim, auch als Michaeliskirche bezeichnet, ist eine vorromanische Hildesheimer Kirche. Seit 1985 zählt sie zum UNESCO-Weltkulturerbe. Sie soll 2014 das Motiv auf der Rückseite der deutschen 2-Euro-Gedenkmünze sein.
Bischof Bernward von Hildesheim ließ nach seinem Amtsantritt im Jahre 993 auf dem Hügel nördlich der Domburg in Hildesheim eine Kapelle als Keimzelle des Michaelisklosters errichten. Diese Kapelle weihte er am 10. September 996 dem heiligen Kreuz, von dem er zu seiner Bischofsweihe Partikel von Otto III. als Geschenk erhalten hatte. In seinem Testament, das in dasselbe Jahr gelegt wird, schenkte er der Kreuzkapelle seine Eigenkirche in Burgstemmen. .
Eine Steinplatte mit der Jahreszahl 1010 ist möglicherweise der Grundstein für die Kirche des von ihm gestifteten Benediktinerklosters St. Michael. Er bestimmte die Westkrypta zu seiner Grablege und gab der Anlage den Namen des „Totengeleiters“ Michael. Die Krypta wurde am 29. September (Michaelistag) 1015 von ihm geweiht. Am Michaelistag des Jahres 1022 erfolgte die Teilweihe der Kirche. Bernward verstarb am 20. November 1022 im Michaeliskloster und wurde in der Krypta bestattet.
Nach den Ergebnissen neuerer Untersuchungen ist es unwahrscheinlich, dass Bernward die im Hildesheimer Dom befindlichen Bronzetüren für St. Michael arbeiten ließ, fest steht hingegen, dass die seit dem 19. Jahrhundert ebenfalls im Dom befindliche bernwardinische Christussäule für St. Michael geschaffen wurde.
Die Kirche wurde am Michaelistag 1033 von seinem Nachfolger Godehard geweiht. Bereits im Jahr 1034 kam es zu einem Brand in der Kirche. Nach Instandsetzung erfolgte 1035 die Wiederweihe, was 1186 nach einem weiteren Brand und einem Umbau (darunter Erneuerung fast aller Langhaussäulen) unter Bischof Adelog erneut geschah. 1171-1190 wurden die sehenswerten Kapitelle gebaut. 1192 wurde Bernward heilig gesprochen. Daher entstanden von 1194 bis 1197 die Stuckreliefs der Engelschorschranken am Eingang der Krypta. Die weiter unten näher beschriebene bemalte Holzdecke St. Michaels im Langhaus entstand um 1230. 1250 baute man den Kreuzgang (neu), der die Kirche mit der alten Klosterkapelle der Abtei verband, die vor dem Bau der Michaeliskirche genutzt wurde.
Am 12. November 1542 wurde die Michaeliskirche nach Einführung der Reformation in Hildesheim evangelisch-lutherische Pfarrkirche. Der Benediktinerkonvent blieb jedoch bis zur Säkularisation 1803 bestehen und durfte die „kleine Michaeliskirche“ im Kreuzgang sowie die Bernwardskrypta zum Gottesdienst nutzen. Die Benediktinermönche hatten Höfe in den Orten rund um Hildesheim. So gab es zum Beispiel einen Zehnthof des Klosters in Gronau; seit 1648 war ein Pater als Administrator über diesen Hof eingesetzt. Die Krypta ist bis heute katholisch.
1650 wurde die Ostapsis wegen Baufälligkeit niedergelegt, was zum Einsturz des östlichen Vierungsturmes und der teilweisen Zerstörung der Bilderdecke führte. 12 Jahre später mussten der westliche Vierungsturm und das südwestliche Querhaus ebenfalls abgerissen werden; dabei wurde die südliche Engelschorschranke zerstört. Der Ostturm wurde wiederaufgebaut und erhielt 1672 eine barocke Turmhaube. 1809 wurde die Kirche geschlossen und von der seit der Säkularisation im Michaeliskloster untergebrachten Krankenanstalt genutzt. Die Kirchengemeinde zog in die Martinikirche (heute: Teil des Roemer- und Pelizaeus-Museums) um. Nach grundlegender Renovierung unter Conrad Wilhelm Haase in den Jahren 1855 bis 1857 kehrt die Gemeinde in die Kirche zurück.
Im Zweiten Weltkrieg wurde die Michaeliskirche bei Luftangriffen am 22. Februar, 3. März und 14. März 1945 beschädigt. Beim schwersten Bombenangriff auf Hildesheim am 22. März 1945 wurde sie durch Spreng- und Brandbomben zerstört. Die Holzdecke und die anderen Kunstschätze waren jedoch ausgelagert worden und blieben unversehrt. Die Engelschorschranke hatte man durch eine Schutzmauer gesichert, so dass sie nicht beschädigt wurde. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Kirche nach den ursprünglichen Plänen auf den vorromanischen Resten ab 1947 wiederaufgebaut. Am 20. August 1950 erfolgte die Wiedereinweihung des Langhauses und des westlichen Querhauses. Endgültig fertiggestellt und wiedergeweiht wurde die Kirche 1960. 1985 erfolgte die Aufnahme in das UNESCO-Weltkulturerbe, zu dem auch der Hildesheimer Dom, der Domschatz und der 1000-jährige Rosenstock am Dom zählen.
St. Michael ist eine der bedeutendsten erhaltenen Kirchen im ottonischen, also vorromanischen, Baustil.
Hier ist im Gesamtbau und in den Einzelformen eine neue Freiheit und Unabhängigkeit von Antikem, Frühchristlichem, Byzantinischem und auch Karolingischen erreicht. Hier hat sich eine rein deutsche Architektur herausgebildet. Und hier wurde zum ersten Mal der gesamte Kirchenbau nach einer durchgehenden maßeinheitlichen Ordnung gestaltet, indem das Vierungsquadrat zur Grundeinheit für die Gesamtkonstruktion genommen wurde. Die Gesamtansicht verdeutlicht die strenge kubische Ordnung, die den Eindruck archaischer Macht ausstrahlt.
Es ist eine doppelchörige Basilika mit zwei Querhäusern und einem quadratischen Turm an jeder Vierung. Die Querhäuser werden von je zwei runden, kleineren Treppentürmen flankiert. Der gesamte Bau folgt einer aus gleich großen Quadraten entwickelten geometrischen Konzeption.
Ihr Grundriss zeigt eine völlige Gleichgewichtetheit der Ost- und Westflügel. Der Gruppe von Apsis und Querhaus entspricht die gleiche Gruppe im Westen. Der Durchdringungsraum von Mittelschiff und Querhaus, die Vierung, ist die Maßeinheit, nach der das gesamte Bauwerk proportioniert ist. In den vier Querhausarmen erscheint dieses Quadrat je einmal, im Mittelschiff dreimal, schließlich im Westchor zwischen Querhaus und Apsis noch einmal.
Der Außenbau zeigt einen vollkommenen Ausgleich von vertikalen (Turmgruppen) und horizontalen Bauteilen (Mittelschiff, Querhäuser). Die statische Geschlossenheit der Anlage bewirken die beiden gleichgewichtigen Turmgruppen, würfelförmige Zentraltürme mit Pyramidendächern und Treppentürme, in Ost und West, die die Bewegung des Langhauses fest begrenzen. Die spitzbogigen Fenster im Seitenschiff sind in der Gotik hinzugekommen.
Der Innenraum wird durch eine hölzerne Flachdecke aus dem 13. Jahrhundert abgeschlossen, auf ihr ist der Jessebaum, der Stammbaum Christi dargestellt. Die Wand ist als Fläche erhalten, in die die rundbogigen Fenster eingeschnitten sind. Ein schmales Gesims trennt die Arkaden von der Hochwand. Ohne aus der Wandflucht hervorzuspringen, stehen je zwei Säulen und ein Pfeiler im Stützwechsel. Die beiden ausgeschiedenen Vierungen im Osten und Westen sind nach allen vier Seiten gleichhohe mächtige Rundbogen hervorgehoben. Ihnen fällt zum einen die Aufgabe zu, die Raumstruktur überschaubar zu machen, zum anderen als konstruktive Elemente die schweren Vierungstürme zu tragen. Dem klaren, massiven Raumgefüge entspricht die Schmucklosigkeit der einzelnen Bauteile.
Nach einer Idee Bernwards wurden die Arkaden des Langhauses im niedersächsischen Stützenwechsel gebaut, wobei sich vier Eckpfeiler mit paarweise gekoppelten, Würfelkapitelle tragenden Rundstützen abwechseln. Das Langhaus ist dreischiffig und dreijochig und wird im Mittelschiff von einer Holzdecke überdacht, während die Seitenschiffe Steingewölbe-Dächer haben. Der Wandaufbau ist zweizonig. Über den Arkaden erstreckt sich die Mauer mit Rundbogenfenstern, durch die das Licht ins Mittelschiff einfällt. Weiteres Licht kommt durch die - gotischen - Spitzbogenfenster im südlichenSeitenschiff. Die Fenster im nördlichen Seitenschiff wurden bei der Wiederherstellung der Außenwand durch Conrad Wilhelm Hase 1855 bis 1857 im romanischen Stil ausgeführt.
Der Gesamteindruck des (heutigen) Innenraums ist durch den Lichteinfall von allen Seiten geprägt. Dabei kommen den Fenstern im Ost- und Westchor große Bedeutung zu.
Die 1966 von Gerhard Hausmann geschaffenen Fenster mit stilisierten Lebensbäumen in der Apsis des Ostchors zeichnen sich dagegen durch ihre Schlichtheit aus. Sie symbolisieren - wie die Gesamte Kirche - das himmlische Jerusalem. Hausmann schuf 1971 ebenfalls die Glasfenster der östlichen Nebenapsiden. Die Fenster in unteren Apsis des nordöstlichen Querhauses, das als Taufkapelle genutzt wird, widmen sich mit den Darstellungen Sintflut als Wasser des Gericht , Christus als Morgenstern und Wasser (des Lebens) aus dem Felsen diesem Thema, während die Fenster in der unteren Apsis des südöstlichen Querhauses mit siebenfachen Ähre, Christus als Kelch in der Kelter und Manna als Brot vom Himmel das Abendmahl als Bezugspunkt haben.
Die bemalte Holzdecke im Mittelschiff des Langhauses, die im 13. Jahrhundert entstand, ist einzigartig nördlich der Alpen. Johannes Sommer datierte 1966 die Deckenmalerei zeitgleich mit der Westchor-Erweiterungen in die Jahre gegen 1200 und begründet dies hauptsächlich damit, dass es nach dem 1204 resignierten Abt Theoderich II. im Kloster keine Persönlichkeit mehr gab, die zu solchen Leistungen fähig gewesen wäre. Die Untersuchungen im Rahmen der interdisziplinären Begutachtung der Decke im Jahre 1999 weisen jedoch auf ein Fälldatum der für die Decke verwendete Eichen zwischen 1190 und 1220 hin.
Neben dem Deckengemälde in Kirche St. Martin in Zillis ist diese Deckenmalerei das einzige monumentale Tafelgemälde des hohen Mittelalters, das bis in unsere Zeit erhalten geblieben ist. Sie misst 27,6 x 8,7 Meter und besteht aus Eichenbohlen, die aus dem Holzstamm gespalten wurden; gesägte Bretter konnten noch nicht hergestellt werden. Dadurch ergibt sich eine strukturierte Darstellung im Vergleich zu den später beim Austausch schadhafter Bohlen eingesetzten Brettern.
Abgebildet ist der sog. Jessebaum, der die Abstammung Jesu darstellt. Die Malerei besteht aus acht Hauptfeldern.
Das erste Hauptfeld zeigt den Sündenfall im Paradies. In dieser für den Jessebaum ungewöhnlichen Darstellung stehen Adam und Eva neben dem Baum der Erkenntnis. In der Krone des daneben stehenden Baum ist der segnende Christus zu erkennen. Das zweite Hauptbild zeigt Jesse aus dessen Lende ein Baum entspringt, der sich durch die folgenden Hauptbilder rankt (Jessebaum). Die weiteren Felder sind sozusagen die Früchte dieses Baumes. Sie zeigen mit David, Salomo, Hiskia und Josia Könige Israels; sie umgeben jeweils vier weitere nicht benannte Könige. Das siebte Feld zeigt Maria umgeben von den vier Kardinaltugenden. Sie hält eine Spindel mit roten Garn in der Hand. Nach dem Protevangelium des Jakobus gehörte sie zu den sieben Jungfrauen, die den Tempelvorhang anfertigten. Ihre Handhaltung erinnert an die der Eva im ersten Hauptbild; dies unterstreicht ihre Stellung als neue Eva. Das achte Hauptfeld wurde 1650 bei einem Einsturz des östlichen Vierungsturms zerstört. Seit dem Wiedereinbau der Holzdecke 1960 wurde es durch ein Bild Christi als Weltenrichter auf dem Thron ersetzt, das nach einer Vorlage aus dem 19. Jahrhundert entstand.
Das Paradiesbild ist von den vier Paradiesflüssen sowie den Evangelisten Markus und Lukas umgeben. Das Christusbild wird umrahmt von den Erzengeln Raphael, Uriel, Gabriel und Michael sowie den Evangelisten Matthäus und Johannes. Jedes der anderen Hauptbilder ist auf jeder Seite von zwei rechteckigen Darstellungen (hauptsächlich Propheten) flankiert; neben Maria befinden sich rechts der Verkündungsengel und Jesaja, oben links Johannes der Täufer; das vierte Bild kann nicht eindeutig identifiziert werden (Aaron oder Zacharias). In den vier Eckbildern werden die Symbole der Evangelisten dargestellt.
Weiterhin befinden sich an der Decke 42 Medaillons mit den Vorfahren Christi. Nach dem Matthäusevangelium sind dies die Generationen von Abraham (der sich in einem der Medaillons befindet, aber keine Sonderstellung einnimmt) bis Jesus. Die Darstellung der Vorfahren ist jedoch dem Lukasevangelium entnommen, das 78 Vorfahren erwähnt und von David nicht über Salomo sondern dessen Bruder Natan - nicht zu verwechseln mit dem Propheten - weiterführt. Damit sind sowohl die königliche als auch die genealogische Abstammung dokumentiert.
Ursprünglich befand sich unter dem obersten Hauptbild der Kreuzaltar mit dem Bernwardkreuz, direkt dahinter stand die Christussäule.
Die Decke wurde 1943 ausgebaut und an verschiedenen Orten eingelagert. Die nach dem Einsturz des östlichen Vierungsturm ersetzten Bretter verblieben in der Kirche. Die ursprünglich verwendeten Bohlen überdauerten so aber den 2. Weltkrieg. Vor dem Wiedereinbau im Jahr 1960 sind alle Teile der Malerei sorgfältig gereinigt und restauriert worden.
Auch die nördliche Chorschranke (Engelschorschranke) in der Vierung vor dem Westchor beweist die Farbenfreudigkeit des hohen Mittelalters. Sie wurde 1194-1197 nach der Heiligsprechung Bernwards bei der Erweiterung der Krypta und der damit verbundenen Verlängerung des Hohen Chor hier angebracht. Das Gegenstück im Süden wurde 1662 zerstört..
Die Schmuckformen sind durch und durch Stukkaturen. Diese Technik der Gestaltung von Skulpturen und Reliefs war in Niedersachsen verbreitet und zu hoher Kunstfertigkeit entwickelt.
Auf der Innenseite (nach Süden) stehen sich über dem Friesen mit Fabelwesen 13 Engelsfiguren; einige trugen Spruchbänder .
An der der Außenseite der Chorschranke sind noch die drei ursprünglich zur Krypta geoffneteten Rundbogen zu erkennen. Die sieben Bögen darüber stellen das himmlische Jerusalem dar. In ihnen stehen Heiligenfiguren, in der Mitte als Hauptfigur Maria mit dem Kind, nach rechts (Osten) Petrus, Jakobus und Benedikt, nach links (Westen) Paulus, Johannes und Bernward (mit der Michaeliskirche in der Hand). Die Figuren treten stark von der Wandfläche hervor und werden an einigen Stellen fast vollrund.
St. Michael wird gern als Gottesburg bezeichnet. In der Tat macht der Bau durch seine Lage, durch die massiven Mauern und wehrhaften Türme einen burgartigen Eindruck. Treffender ist die Leitidee jedoch mit Gottesstadt wiedergegeben. Zwar war die mittelalterliche befestigte Stadt immer zugleich Burg, doch steht hier nicht der kriegerisch-abwehrende, sondern der Wohnung und Gemeinschaft stiftende Aspekt im Vordergrund. Es handelt sich um ein Abbild der vollkommenen, endzeitlichen "Stadt auf dem Berg", die keinen Tempel mehr braucht, weil sie insgesamt Tempel - Wohnung Gottes mit den Menschen - ist. Die geometrische Konstruktion erinnert an die Maßangaben des Tempels in Ez 40f wie an den quadratischen Grundriss der Gottesstadt nach Offb 21,16. Sie ist gesichert gegen das Dunkle und Böse (Michael, der Drachenbezwinger), hat aber weit geöffnete Tore für das Gottesvolk von allen Enden der Erde (Jes 2).
St. Michael liegt am westlichen Rand des Stadtkerns von Hildesheim auf dem sog. Michaelishügel. Über die Südseite wird das Langhaus durch das Hauptportal betreten. Hinter der Kirche schließt ein Garten an, der Klostergarten. Über den alten Kreuzgang, der auch über diesen Garten zu erreichen ist, gelangt man in die modernen (Kirchenverwaltungs-)Gebäude der Umgebung, z.B. die Landessuperintendur oder das Kirchenkreisamt. Nach Osten und Süden erreicht man über Seitenstraßen das Stadtzentrum, Richtung Westen liegt die Innerste und im Norden schließt das Gymnasium Andreanum an.
Seit 2005 wird St. Michael bis zur 1000-Jahrfeier der Grundsteinlegung im Jahr 2010 in mehreren Bauabschnitten saniert.
Der erste Bauabschnitt wurde im August 2007 abgeschlossen. Bei der Erneuerung des Fußbodens ist dieser um etwa t=15 bis 18 cm abgesenkt worden. Kirche und Krypta haben jetzt wieder das ursprüngliche einheitliche Niveau und sind wieder durch zwei Durchgänge miteinander verbunden. Die Säulen sind untersucht und es besteht bei mindestens 3 Säulenschäften Standsicherungsbedarf. Die Heizungsanlage und die Elektrik wurden vollständig erneuert.
Im zweiten Bauabschnitt wurden die Obergadenfenster im Mittelschiff ersteinmal nur von innen renoviert und der Farbanstrich im Mittelschiff und im östlichen Querhaus erneuert. Seit dem 26. Juni 2008 sind die Modelle der neuen Altarraumgestalltung von Thomas Duttenhoefer (Gekreuzigter, Altar, Kanzel und Lesepult) in Originalgröße in der Ostvierung und der Hauptapsis im Osten aufgebaut. Am 11. Dezember 2008 wurden sie gegen die Originale ausgetauscht.
Im - momentanen - dritten Bauabschnitt werden der Westchor und das westliche Querhaus renoviert. Nach Abschluss der Arbeiten wird dieser Bereich - wie auch die seit 2005 eingehauste Engelchorschranke - am 28. November 2008 in einer Feierstunde wieder zugänglich gemacht werden. In Rahmen der großen Sanierung wurde auch viel Funktionales zur Nutzung der Kirche geschaffen: Zwei Aufzüge zu Neben- und Abstellgelassen , eine ökumenische Sakristei, eine neue Beleuchtung, die ungestörte Rollstuhlzugänglichkeit, ein neuer bruchrauer Fußboden, die Grabplatte mit dem jugendlichen Bernward wurde im Hohen Chor auf einen Sandsteinsockel gesetzt, die neue lasierende Farbgebung und die nun wieder sichtbaren unteren Plinthen geben der Kirche einen wunderbaren neuen Raumeindruck.
Im Jahr 2009 soll Die Renovierung der Seitenschiffe folgen. Der Außenbereich soll nach Abschluss der 1000-Jahr-Feierlichkeiten ab 2011 saniert werden.
Die Michaeliskirche ist für Besucher geöffnet.

