Hessen

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Geschrieben von tron 07/03/2009 @ 00:14

Tags : hessen, deutschland

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Hessen

Landeswappen Hessen

Hessen ist ein Land in der Mitte Deutschlands und gehört vor allem mit seinen südlichen Landesteilen zu den am dichtesten besiedelten und wirtschaftsstärksten Regionen Deutschlands. Die Landeshauptstadt ist Wiesbaden, die größte Stadt Frankfurt am Main.

Das heutige Bundesland Hessen wurde am 19. September 1945 unter dem Namen Groß-Hessen gegründet und hatte als erstes noch heute bestehendes Land der Bundesrepublik eine neue demokratische Verfassung. Seine unmittelbaren Vorgängerstaaten waren der Volksstaat Hessen und die preußischen Provinzen Kurhessen und Nassau, die der Freistaat Preußen am 1. April 1944 durch Teilung der Provinz Hessen-Nassau schuf.

Der Name Hessen ist nach Meinung mancher Historiker die abgewandelte Form des Stammesnamens der germanischen Chatten, deren Siedlungsschwerpunkt im heutigen Nord- und Mittelhessen lag; diese Meinung wird aber durchaus nicht allgemein anerkannt.

Hessen verfügt über eine Fläche von 21.114,94 km². Der geografische Mittelpunkt befindet sich in Flensungen, einem Ortsteil der Gemeinde Mücke im Vogelsbergkreis. Zudem liegt der geografische europäische Mittelpunkt seit der EU-Osterweiterung 2007 in der Barbarossastadt Gelnhausen, Ortsteil Meerholz, im Main-Kinzig-Kreis.

In der Mitte Deutschlands liegend grenzt das Land Hessen mit einer Gesamtgrenzlänge von 1410 km an die Länder Nordrhein-Westfalen (Grenzlänge: 269,3 km), Niedersachsen (167,0 km), Thüringen (269,6 km), Bayern (261,9 km), Baden-Württemberg (176,5 km) und Rheinland-Pfalz (266,3 km).

Hessen gehört in vollem Umfang zur naturräumlichen Großregion deutsches Mittelgebirge. Innerhalb dieser Einstufung erfolgt eine weitere Unterteilung in sogenannte Regionen. In Hessen sind dies das Hessische Bruchschollentafelland, welches den nördlichen, östlichen und zentralen Teil des Landes umfasst, das Grundgebirgsschollenland, zu dem der Westen Hessens mit Taunus und Westerwald gehört, die Oberrheinische Tiefebene mit dem Rhein-Main-Tiefland sowie das Deutsche Schichtstufentafelland, welches in den südöstlichen Teil Hessens hineinragt.

Hessens Landschaft besteht aus zahlreichen Mittelgebirgen; nach deren jeweils höchsten (hessischen) Bergen sortiert sind dies: Rhön, Taunus, Upland (hessischer Teil des Sauerlandes, oft auch als Waldecksches Upland bezeichnet), Vogelsberg, Hoher Meißner, Kellerwald, Westerwald, Lahn-Dill-Bergland, Schelderwald, Kaufunger Wald, Knüllgebirge, Habichtswald, Odenwald, Stölzinger Gebirge, Spessart, Schlierbachswald, Seulingswald, Reinhardswald und Burgwald. Die höchste Stelle des Landes befindet sich auf der Wasserkuppe (950,2 m ü. NN) in der Rhön (im Landkreis Fulda) (zu den hessischen Mittelgebirgen und weiteren Bergen: Liste der Berge in Hessen).

Die größten Ebenen sind das Rhein-Main-Gebiet, die Oberrheinische Tiefebene und die Wetterau. Nach Norden schließen sich die so genannten „Hessischen Beckenlandschaften“ an: Amöneburger Becken, Fritzlar-Waberner Senke, Gießener Becken und Kasseler Becken. Abseits davon bildet das Limburger Becken an der westlichen Landesgrenze zu Rheinland-Pfalz zwischen Taunus und Westerwald einen größeren intramontanen Senkungsraum innerhalb des Rheinischen Schiefergebirges. Diese meist tektonisch angelegten Becken sind jedoch im geomorphologischen Sinn eigentlich keine Becken, sondern teils weiträumige Niederungen, die von Flüssen durchflossen werden. Vielfach finden sich hier Lößdecken, welche zusammen mit der Klimagunst die Grundlage für eine ertragreiche Landwirtschaft bilden. Die niedrigste Stelle Hessens befindet sich bei Lorch am Rhein (81 m ü. NN) im Rheingau-Taunus-Kreis.

Der Norden und der Osten Hessens gehören zum Einzugsgebiet der Weser, die das Land im äußersten Norden durchquert. Ihr Quellfluss Fulda fließt auf 225 km Länge durch Hessen. Dagegen wird der übrige Teil des Landes zum Rhein hin entwässert, der im Südwesten auf 107 km Länge die Grenze zu Rheinland-Pfalz bildet. Seine für Hessen wichtigsten Nebenflüsse sind Main und Lahn, aber auch der Neckar fließt ein kurzes Stück durch den äußersten Süden Hessens.

Nachfolgend sind alle durch Hessen fließenden Flüsse mit einer Gesamtlänge von über 100 km bzw. einer Fließstrecke in Hessen von über 50 km aufgeführt, mit der jeweiligen Länge in Hessen sowie der Gesamtlänge.

In Hessen gibt es keine sehr großen natürlichen Seen. Gleich vier der größten Stauseen des Landes liegen im Landkreis Waldeck-Frankenberg im Nordwesten Hessens: der Edersee als mit Abstand größter See in Hessen sowie Affolderner See, Diemelsee und Twistesee. Weitere bedeutende Stauseen sind der Kinzig-Stausee im osthessischen Main-Kinzig-Kreis und der Aartalsee in der Gemeinde Bischoffen im westhessischen Lahn-Dill-Kreis.

Zu den größten Baggerseen Hessens gehören der Borkener See im Schwalm-Eder-Kreis, der Werratalsee im Werra-Meißner-Kreis und der Langener Waldsee im Landkreis Offenbach als größter See Südhessens.

Der größte Teil der hessischen Bevölkerung lebt im südlichen Landesteil, im Rhein-Main-Gebiet. Weitere urbane Zentren sind in Mittelhessen Wetzlar, Gießen und Marburg, in Nordhessen Kassel und in Osthessen Fulda. Zur Bevölkerungsentwicklung siehe Bevölkerungsprognose Hessen.

Im heutigen Bundesland Hessen sind die ehemaligen Territorien der hessischen Fürstentümer Landgrafschaft Hessen (später u. a. Hessen-Kassel, Hessen-Darmstadt, Hessen-Rotenburg und Hessen-Homburg), der Grafschaft Erbach, des Fürstentums Solms und große Teile des Herzogtums Nassau, der Grafschaft Hanau, der Grafschaft Isenburg, des Fürstentums Waldeck, der Fürstbistümer Mainz und Fulda, sowie der Freien Reichsstädte Frankfurt am Main, Friedberg, Gelnhausen und Wetzlar respektive die ehemaligen Territorien der Nachfolgestaaten vereint.

Durch Proklamation der amerikanischen Militärregierung vom 19. September 1945 wurden die Grundlagen für das heutige Bundesland Hessen geschaffen. Mit der Annahme der Verfassung des Landes Hessen, durch die Volksabstimmung am 1. Dezember 1946, wurde aus dem zuvor gebildeten „Groß-Hessen“ das Land „Hessen“.

Die hessische Verfassung ist die älteste heute noch geltende Verfassung eines deutschen Landes. Die Verfassung ist in zwei Hauptteile gegliedert. Von den 161 Verfassungsartikeln befassen sich die ersten 63 Artikel mit den Grundrechten. Im zweiten Hauptteil ist der Staatsaufbau geregelt. Hier werden die Staatsorgane, die zur Ausübung der Staatsgewalt berufen sind, mit ihren Aufgaben, Rechten und Pflichten beschrieben (siehe Abschnitt Staatsaufbau weiter unten). In der Verfassung bekennt sich Hessen zu Frieden, Freiheit, Völkerverständigung und zur (noch zu schaffenden) deutschen Republik. Der Krieg ist geächtet. In der Verfassung ist ein Widerstandsrecht gegenüber verfassungsfeindlichen Gesetzen und Handlungen verankert.

Der erste verfassungsmäßig gewählte Ministerpräsident war Christian Stock. Mit Verkündung des Grundgesetzes am 23. Mai 1949 wurde Hessen zu einem Bundesland der Bundesrepublik Deutschland.

40,8 Prozent der Bevölkerung gehören den evangelischen Landeskirchen von Hessen und Nassau, von Kurhessen-Waldeck sowie des Rheinlandes an.

25,4 Prozent sind römisch-katholischen Bekenntnisses, sie gehören zu den (Erz-)Bistümern Fulda, Limburg, Mainz und Paderborn.

Die hessischen Dialekte, die zu den rheinfränkischen, also mitteldeutschen Dialektgruppen gehören, sind vielfältig. Das Dialektkontinuum unterscheidet hier zwischen Frankfurter und südhessischen Dialekten, zwischen niederhessischen und oberhessischen sowie osthessischen Mundarten, die noch von der einheimischen Bevölkerung gesprochen werden.

Das Hessische schlechthin gibt es nicht. Die unterschiedlichen in Hessen gesprochenen Dialekte gehören zu der mitteldeutschen/westmitteldeutschen Dialektgruppe und weisen in den verschiedenen Landesteilen aufgrund des deutschen Dialektkontinuums starke Unterschiede auf.

Die rheinfränkischen Dialekte werden nördlich der Linie Wiesbaden-Aschaffenburg gesprochen und reichen bis in an die Grenzen des Siegerlandes. Im Westteil reicht im Limburger Becken und dem Westerwald vor allem in den ehemals Kurtrierischen Orten der moselfränkische Sprachraum nach Hessen hinein. Südlich davon werden die südlichen Dialekte des Rheinfränkischen gesprochen.

Das in Rundfunk und Fernsehen häufiger gebrauchte und irreführend als Hessisch bezeichnete Rhein-Main-Deutsch („Fernsehhessisch“) wird der Vielfalt der in Hessen gesprochenen Dialekte nicht gerecht. Es weist in seiner tatsächlich gesprochenen Form viele Charakteristika eines Regiolekts auf und unterscheidet sich damit grundsätzlich von den Dialekten des historischen hessischen Kernbereiches, wie sie heute noch in Nieder-/Nord-, Ober- oder Osthessen vorkommen. Auch der südhessische Dialekt weist deutlich Unterschiede von der in Radio und Fernsehen propagierten Mundart auf und ist wie alle (hessischen) Dialekte heute stark bedrängt.

Hessen ist laut seiner Verfassung Glied der deutschen Republik, was den Anspruch auf Mitgliedschaft in einem (zum Zeitpunkt des Beschlusses der Verfassung) neu zu schaffenden deutschen Staat ausdrückte (aus heutiger Sicht ein Bundesland). Die Staatsform ist eine demokratische und parlamentarische Republik.

Die Legislative wird vom Landtag ausgeübt, soweit sie nicht dem Volk durch Volksentscheid zugedacht ist. Der Landtag besteht aus den vom Volk gewählten Abgeordneten. Das passive Wahlrecht haben alle Stimmberechtigten, die das einundzwanzigste Lebensjahr vollendet haben. Alle Parteien mit mehr als 5 Prozent der Stimmen sind im Landtag vertreten. Die Legislaturperiode beträgt seit dem Jahr 2003 fünf Jahre, davor waren es vier Jahre.

Die Exekutive ist die Hessische Landesregierung und die ihr unterstellte Landesverwaltung. Die Landesregierung setzt sich aus dem Ministerpräsidenten und den Ministern zusammen. Der Ministerpräsident bestimmt die Richtlinien der Regierungspolitik und ist dafür dem Landtag verantwortlich. Innerhalb dieser Richtlinien leitet jeder Minister den ihm anvertrauten Geschäftszweig selbständig und unter eigener Verantwortung gegenüber dem Landtage. Der Ministerpräsident vertritt das Land Hessen nach außen. Der Landtag wählt ohne Aussprache den Ministerpräsidenten mit mehr als der Hälfte der gesetzlichen Zahl seiner Mitglieder. Der Ministerpräsident ernennt daraufhin die Minister. Eine Besonderheit ist, dass Angehörige der Adelshäuser/Familien, die bis 1918 in Deutschland oder einem anderen Land regiert haben oder in einem anderen Land regieren, nicht Mitglieder der Landesregierung werden können.

Die Judikative wird vom Staatsgerichtshof und den weiteren Gerichten des Landes ausgeübt. Der Staatsgerichtshof besteht aus elf Mitgliedern, und zwar fünf Richtern und sechs vom Landtag nach den Grundsätzen der Verhältniswahl gewählten Mitgliedern, die nicht dem Landtag angehören dürfen. Der Staatsgerichtshof entscheidet über die Verfassungsmäßigkeit der Gesetze, die Verletzung der Grundrechte, bei Anfechtung des Ergebnisses einer Volksabstimmung, über Verfassungsstreitigkeiten sowie in den in der Verfassung und den Gesetzen vorgesehenen Fällen. In Hessen gibt es dabei noch die Besonderheit, dass hier die Institution eines Landesanwaltes besteht, der aus eigenem Antrieb bei Staatsgerichtshof die Prüfung der Verfassungsmäßigkeit eines Gesetzes prüfen lassen kann.

Bis etwa 1970 war Hessen Stammland der SPD. Ab dieser Zeit gelang es erstmals der CDU, stärkste Partei zu werden; die Regierung wurde jedoch bis 1982 durch eine Koalition von SPD und FDP gestellt. Nachdem als Ergebnis der Landtagswahl in Hessen 1982 die Grünen, die sich damals noch als Fundamentalopposition verstanden, erstmals in den Hessischen Landtag eingezogen waren, gab es keine regierungsfähige Mehrheit. Dieser Zustand endete erst Ende 1985, als die bundesweit erste rot-grüne Landesregierung zustande kam. Anfang 1987 zerbrach diese wieder. Aus der folgenden vorgezogenen Neuwahl gingen CDU und FDP als Wahlsieger hervor. Seither gab es bei jeder Wahl knappe Mehrheiten im Land, oftmals mit nur einem Sitz. Von 1991 bis 1999 regierten erneut SPD und Grüne, ehe es 1999 zu einer Koalition aus CDU und FDP unter Roland Koch kam. Im Jahr 2003 erhielt die CDU zum ersten Mal in Hessen die absolute Mehrheit im Parlament (56 Sitze).

Bei der Landtagswahl am 27. Januar 2008 konnte die CDU ihre Mehrheit nicht verteidigen. Der erstmalige Einzug der Partei Die Linke, auch wenn diese mit 5,1 % Stimmenanteil die Fünf-Prozent-Hürde nur knapp überwand, bewirkte, dass keine der von den Parteien im Vorfeld angestrebten Regierungskoalitionen (CDU/FDP bzw. SPD/Grüne) eine Mehrheit fand. In den folgenden Wochen scheiterten alle Versuche der in den Landtag gewählten Parteien, eine regierungsfähige Mehrheit zusammenzustellen, zu der entweder zwei große Parteien (CDU und SPD) oder eine große und zwei kleinere Parteien (FDP, Grüne bzw. Linke) erforderlich wären. So wählte der neue Landtag in seiner konstituierenden Sitzung am 5. April 2008 keinen Ministerpräsidenten, was nach Artikel 113 der Hessischen Verfassung zur Folge hatte, dass die bisherige CDU-Regierung unter Roland Koch bis auf weiteres geschäftsführend im Amt verblieb. Anfang November scheiterte ein weiterer Versuch der SPD-Spitzenkandidatin Andrea Ypsilanti, eine Mehrheit mit Hilfe der Grünen und der Linken zu erreichen, an mangelnder Unterstützung in der eigenen Fraktion. In der Folge stimmten alle Fraktionen für die Auflösung des Landtages und ermöglichten dadurch Neuwahlen am 18. Januar 2009. Diese brachten eine deutliche Mehrheit für CDU und FDP, so dass Roland Koch am 5. Februar 2009 erneut zum Ministerpräsidenten einer Regierung aus CDU und FDP gewählt wurde.

Viele Hessische Kreise und Gemeinden haben in diesen Regionen ebenfalls Partnerregionen.

Da das Wappen durch seine hoheitliche Funktion nur von den hessischen Behörden geführt werden darf, hat das Land im Jahr 1981 das Hessenzeichen veröffentlicht, welches von jedermann frei verwendet werden darf. Damit kam Hessen dem Wunsch von Privatpersonen, Vereinen und Unternehmen nach, deren Verbundenheit zu "ihrem Land" mit einem Symbol zum Ausdruck zu bringen. Es kann wahlweise in den Landesfarben rot oder weiß verwendet werden.

Hessenlöwe oder bunter Löwe ist der Name für den Löwen im Wappen von Hessen. Dieser Name bezieht sich auf das weiß-rot-gestreifte Wappentier mit der ausgeschlagenen Zunge in Rot. Es ist ein von Silber und Rot neunmal geteilter Löwe.

Der Löwe wurde ursprünglich von den Ludowingern benutzt, die auch Landgrafen in Thüringen waren. Er wird bis heute in Hessens Wappen verwendet. Die älteste Wappendarstellung ist der Wappenschild Landgraf Konrads von Thüringen (†1240), Regent von Hessen (bis 1234) und Hochmeister des Deutschen Ordens (ab 1239), auf seinem Grabmal im Landgrafenchor der Elisabethkirche in Marburg.

Zur Zeit als Großherzogtum war er ein gekrönter, goldbewehrter, von Silber und Rot neunmal geteilter Löwe mit Doppelschweif im blauen Schild und schwang mit der rechten Pranke ein Schwert. In vielen Wappen des Bundeslandes ist er anzutreffen und verkörpert die Zugehörigkeit zum Bundesland. Entweder ist er ganz dargestellt oder er ist wachsend (halber Löwe, nur Oberkörper).

Hessen ist seit 1981 verwaltungsmäßig unterteilt in die drei Regierungsbezirke Darmstadt, Gießen und Kassel, diese wiederum in 5 kreisfreie Städte und 21 Landkreise mit 426 Gemeinden.

Folgende Landkreise gibt es in Hessen (eingeordnet in die jeweiligen Regierungsbezirke). Die jeweiligen Kreisstädte werden in kleiner Schrift dargestellt.

Im Land gibt es nachfolgende fünf kreisfreie Städte, von denen die Stadt Kassel dem gleichnamigen Regierungsbezirk zugeordnet ist, alle anderen liegen im Regierungsbezirk Darmstadt. Die Städte Frankfurt und Wiesbaden unterliegen allerdings direkt der Kommunalaufsicht beim Hessischen Innenministerium.

Mit der Gebietsreform von 1974 verloren vier der größeren Städte ihre Kreisfreiheit. Sie erhielten zusammen mit drei weiteren Städten mit mehr als 50.000 Einwohnern einen Sonderstatus, der ihnen nach wie vor ermöglichte, einige sonst von den Landkreisen übernommene Aufgaben weiterhin selbstständig zu übernehmen (wie. z. B. die Schulträgerschaft).

Mit Frankfurt am Main liegt eine der bedeutendsten deutschen Städte in Hessen. Die eigentliche Stadt hat rund 660.000 Einwohner, mit dem engeren Umland sind es knapp 2 Millionen. Im ganzen Ballungsraum Rhein-Main lebt über die Hälfte der hessischen Bevölkerung, auch die meisten anderen großen Städte befinden sich hier: Wiesbaden (275.000 Einwohner), Darmstadt (140.000), Offenbach am Main (119.000), Hanau (89.000), Rüsselsheim (60.000) und Bad Homburg vor der Höhe (52.000).

Die größte Stadt der übrigen Landesteile ist Kassel, die historische Hauptstadt Nordhessens, mit knapp 200.000 Einwohnern heute die drittgrößte Stadt des Landes. Marburg (79.000 Einwohner), Gießen (73.000) und Wetzlar (53.000) liegen in Mittelhessen, Fulda (63.830) in Osthessen.

Im Frankfurter Umland liegen elf weitere Städte mit mehr als 30.000 Einwohnern (Rodgau, Oberursel, Dreieich, Maintal, Hofheim am Taunus, Neu-Isenburg, Langen, Bad Nauheim, Dietzenbach, Mörfelden-Walldorf und Bad Vilbel). An der südhessischen Bergstraße liegen drei weitere Städte dieser Größenordnung (Bensheim, Viernheim und Lampertheim). Trotz der geringen Einwohnerzahl von nur 33.000 hat Limburg an der Lahn eine gewisse Zentrumsfunktion für den dünn besiedelten Westen des Landes.

Eine Auflistung aller Städte und Gemeinden des Landes findet sich in der Liste der Städte und Gemeinden in Hessen.

Hessen ist aufgrund seiner zentralen Lage ein wichtiges Transitland für den deutschen und europäischen Fernverkehr. Frankfurt am Main hat als Knotenpunkt für den Straßen-, Schienen- und Luftverkehr eine herausragende Stellung.

Durch Hessen führen die international wichtigen Autobahnen A 3, A 5 und A 7. Das Frankfurter Kreuz (Kreuzung der Autobahnen 3 und 5) gilt als das Autobahnkreuz mit dem höchsten Verkehrsaufkommen in Europa, die um Frankfurt mit bis zu vier Fahrspuren je Richtung ausgebaute A 5 ist eine der meistbefahrenen Straßen Deutschlands. Weitere bedeutende durch Hessen führende Autobahnen sind die A 4 (östlicher Teil), die A 44, die A 45, die A 66 und die A 67. Daneben gibt es eine ganze Reihe weiterer kleinerer Autobahnen und wichtige Bundesstraßen, die teilweise autobahnähnlich ausgebaut sind. Der Bevölkerungsdichte und der Topographie folgend ist das Rhein-Main-Gebiet wesentlich besser erschlossen als die ländlichen Gebiete Hessens.

Durch Hessen führen auch viele verkehrlich bedeutende Bahnstrecken, darunter die Schnellfahrstrecken Köln–Frankfurt und Hannover–Würzburg. Neben weiteren Nord-Süd-Verbindungen durchqueren auch die bedeutenden Ost-West-Verbindungen von Wiesbaden/Mainz über Frankfurt und Hanau nach Fulda bzw. Aschaffenburg sowie von Fulda bzw. Kassel über Bebra nach Eisenach und Erfurt Hessen. Zusammen mit dem Regionalverkehr führt dies auf vielen Strecken zu einer Streckenauslastung, die keine nennenswerte Steigerung mehr zulässt. Der Frankfurter Hauptbahnhof gilt als wichtigste Drehscheibe im deutschen Zugverkehr.

Die Region um Frankfurt verfügt mit der S-Bahn Rhein-Main über ein S-Bahn-Netz, welches von zahlreichen Regionalverbindungen ergänzt wird. Im übrigen Land ist das Schienennetz weit weniger dicht, von wenigen kleineren Stilllegungen abgesehen aber stabil. In Nordhessen ist seit 2007 das Eisenbahnnetz durch die RegioTram mit der Straßenbahn in Kassel verknüpft. Dabei werden auch alte stillgelegte Strecken reaktiviert.

Die RegioTram ist eingebunden in den Nordhessischen Verkehrsverbund. Dagegen gehören ganz Mittel- und Südhessen mit Ausnahme des Kreises Bergstraße zum Einzugsgebiet des Rhein-Main-Verkehrsverbundes.

Durch den Main und den Rhein, der auf einem längeren Abschnitt die Landesgrenze darstellt, ist das Rhein-Main-Gebiet als wirtschaftliches Zentrum Hessens an das europäische Wasserstraßennetz angeschlossen. Ferner hat Hessen mit seinem südlichsten Zipfel bei Hirschhorn und Neckarsteinach Anteil am Neckar und ganz im Norden bis Bad Karlshafen an der Oberweser. Daneben sind einzelne Abschnitte von Lahn, Werra und Fulda schiffbar. Gesamtwirtschaftlich gesehen von Bedeutung sind sind für Hessen nur die Rheinschifffahrt und die Mainschifffahrt, wobei die Kostheimer Mainschleuse die Schleuse mit dem höchsten Verkehrsaufkommen Europas ist.

Der Flughafen Frankfurt am Main ist der mit Abstand wichtigste Flughafen in Deutschland und gehört zu den zehn größten weltweit. Nicht weit südöstlich vom Frankfurter Flughafen befindet sich der vor allem von kleineren Maschinen frequentierte Flugplatz Frankfurt-Egelsbach. Zudem befindet sich in Langen ebenfalls im Rhein-Main Gebiet der Hauptsitz der DFS Deutsche Flugsicherung. Der in Nordhessen gelegene Flughafen Kassel-Calden, dessen Ausbau geplant ist, hat dagegen lediglich regionale Bedeutung. Daneben gibt es noch eine Reihe an Sportflughäfen. Der vor allem von Billigfluggesellschaften genutzte Flughafen Frankfurt-Hahn liegt etwa 100 km von Frankfurt entfernt in Rheinland-Pfalz.

Hessen durchzieht ein Netz von Radwegen. Überregional bedeutsam sind unter anderem die neun Radfernwege (R1-R9) sowie der Lahntal-Radweg, der Weserradweg und der Werratal-Radweg. Daneben gibt es eine Vielzahl von regionalen Routen, die wie die Radfernwege vor allem für den Fahrradtourismus von Bedeutung sind.

Das Rhein-Main-Gebiet besitzt nach dem Ruhrgebiet die größte Industriedichte in Deutschland. Von besonderer wirtschaftlicher Bedeutung sind die chemische und pharmazeutische Industrie mit Sanofi-Aventis SA, Merck KGaA, Heraeus, Messer Griesheim und ehemalige Degussa. Im Maschinen- und Fahrzeugbau ist vor allem Opel in Rüsselsheim zu erwähnen. Frankfurt ist als Bankenplatz von zentraler Bedeutung. Dabei ist zunächst an die Europäische Zentralbank und die Deutsche Bundesbank zu denken und bei den Geschäftsbanken vor allem am die Zentralen der Deutschen, der Dresdner und der Commerzbank, aber auch die Niederlassungen sehr vieler ausländischer Banken rund um den Globus. Auch ist Frankfurt der bedeutendste deutsche Börsenplatz mit der Deutsche Börse AG. Versicherungsunternehmen haben sich mit Schwerpunkt Wiesbaden angesiedelt. Größter privater Arbeitgeber der Stadt ist mit rund 3.900 Mitarbeitern die R+V Versicherung. Hinzu kommen Versicherer wie die DBV-Winterthur, die SV SparkassenVersicherung und die Delta-Lloyd-Gruppe. Erwähnenswert ist die Lederindustrie in Offenbach. Der Flughafen Frankfurt am Main ist ein besonders wichtiger Unternehmensstandort. Zunächst sei hier der Flughafenbetreiber, die Fraport AG genannt, aber auch die Deutsche Lufthansa, für die Frankfurt der Heimathafen ihrer Luftflotte ist.

Außerhalb der Rhein-Main-Region sind in Wetzlar Unternehmen mit Weltruf angesiedelt hier ist das Zentrum der optischen-, elektrotechnischen- und feinmechanischen Industrie Leitz, Leica, Hensoldt (Zeiss) sowie Buderus mit mehreren Werken in Mittelhessen. Fulda mit seinen Gummiwerken (Reifen), das Volkswagenwerk Kassel in Baunatal sowie der Lokomotivbau in Kassel bei Bombardier Transportation (bis 2001 Adtranz) haben größere Bedeutung. Dabei muss klar sein, dass hier nur ein kleiner Ausschnitt genannt sein kann und eine umfassende Aufzählung hier nicht sinnvoll ist.

Etwa ein Drittel der hessischen Fläche wird landwirtschaftlich genutzt.

Im hessischen Biblis befindet sich eines der deutschen Kernkraftwerke mit zwei getrennten Blöcken.

Im August 2008 zählte Hessen 199.573 Erwerbslose. Die Arbeitslosenquote beträgt somit 6,4 % (August 2007: 7,6 %). Mit 3,8 % hat der Hochtaunuskreis die niedrigste Quote, während die kreisfreie Stadt Kassel mit 12,1 % die höchste Quote landesweit aufweist.

Hessen ist nach dem BIP pro Kopf der wohlhabendste Flächenstaat Deutschlands, nach Bundesländern ist es das drittwohlhabendste nach Hamburg und Bremen. Im Vergleich mit dem BIP der EU ausgedrückt in Kaufkraftstandards erreichte Hessen 2005 einen Index von 139,5 (EU-27:100; Deutschland: 115,2).

Seit dem 1. Dezember 2006 sind in Hessen die Ladenöffnungszeiten liberalisiert. Nur die Sonn- und Feiertage stehen mit vier von den Kommunen festlegbaren Ausnahmen pro Jahr weiterhin unter Schutz. An den Ausnahmetagen, die nur in Verbindung mit einem Markt verkaufsoffen sein können, dürfen die Geschäfte bis zu sechs Stunden öffnen.

2007 betrug die Wirtschaftsleistung im Bundesland Hessen gemessen am BIP rund 216 Milliarden Euro.

Hessen bietet aufgrund seiner zentralen Lage viele Sportmöglichkeiten. In der Rhön, im Taunus und um Willingen herum gibt es gute Wintersportmöglichkeiten und die Lahn sowie der Edersee sind als Wassersportzentren für Kanuten sehr bekannt. Nach dem Zweiten Weltkrieg kamen mit der United States Army auch Sportarten wie Basketball ins Land, in denen Hessen, insbesondere auch Mittelhessen, deutschlandweit ein Zentrum ist.

Im Rhein-Main-Gebiet ist American Football sehr verbreitet. Zu nennen ist hier vor allem die mittlerweile aufgelöste Mannschaft von Frankfurt Galaxy, die Rekordsieger des World Bowl (vier Titel: 1995, 1999, 2003, 2006) der NFL Europa waren.

In Hessen findet man zwei GFL-Teams: die erfolgreicheren Marburg Mercenaries sowie die Darmstadt Diamonds.

Mit den Gießen 46ers, dem letzten Gründungsmitglied der Basketball-Bundesliga, und den Frankfurt Skyliners sind zwei Erstligisten in Hessen zuhause. Bei den Frauen ist der BC Marburg, Deutscher Meister von 2003, dabei. Wetzlar ist eine Hochburg im Rollstuhlbasketball, der dort beheimatete Bundesligist RSV Lahn-Dill ist bereits unter anderem sechsfacher Deutscher Meister und fünffacher Pokalsieger, dreifacher Champions-Cup-Sieger, außerdem noch Vize-Weltcupsieger 2006.

In der Deutschen Eishockey Liga spielen die Frankfurt Lions sowie die Kassel Huskies.

Bedeutendste hessische Fußballmannschaft ist Eintracht Frankfurt (Bundesliga), Deutscher Meister von 1959, viermaliger DFB-Pokalsieger und UEFA-Cup-Sieger von 1980. In der 2. Fußball-Bundesliga sind der SV Wehen Wiesbaden und der FSV Frankfurt aktiv. Kickers Offenbach geht in der 3. Liga an den Start und in der Regionalliga spielen die Traditionsclubs KSV Hessen Kassel und Darmstadt 98.

Mit jeweils sieben deutschen Meisterschaften und Pokalsiegen sowie drei internationalen Titeln ist der 1. Frauen-Fußball-Club Frankfurt erfolgreichster Verein im deutschen Frauenfußball.

Die HSG Wetzlar und MT Melsungen spielen in der Handball-Bundesliga. Ehemalige langjährige Handball-Bundesligisten waren die SG Wallau (1984/85, 1987-2005), der TV Hüttenberg (1966/67, 1968/69, 1972-1985) und die SG Dietzenbach (1971-74, 1975-78, 1979-83).

Erfolgreichste hessische Hockeymannschaft ist der Rüsselsheimer RK. Bis heute kann dessen Hockeyabteilung 47 Deutsche Meisterschaften im Hallenhockey und Feldhockey verbuchen, ungezählt die Vizemeisterschaften, Süddeutschen Meisterschaften und Hessenmeisterschaften. Europa-Cups im Hockey wanderten bereits 18 mal in die Preisvitrine des RRK-Bootshauses. Heute spielt der RRK mit den Ersten Damen im Feldhockey und im Hallenhockey in der 1. Bundesliga, mit den Ersten Herren im Feldhockey in der 2. Bundesliga und im Hallenhockey in der 1. Bundesliga.

In der Bundesliga der Männer spielen der TTV Gönnern und der TTC Rhön-Sprudel Fulda-Maberzell. Der zur Weltspitze gehörende Timo Boll ist ein gebürtiger Hesse aus Erbach (Odenwald), ebenso wie der ehemalige Doppelweltmeister Jörg Roßkopf aus Dieburg. Die Frauen der Homberger TS und des NSC Watzenborn-Steinberg spielen in der 2. Bundesliga Damen - Süd.

Ein Leistungszentrum für Kunstturnen (Damen und Herren) besteht in Wetzlar. Von dort stammt auch Fabian Hambüchen.

Die Damenmannschaft des VC Wiesbaden spielt in der 1. Bundesliga.

Mit dem VfB Friedberg, dem WFF Fulda, Frankfurt und Darmstadt sind gleich vier Vereine in der zweithöchsten deutschen Liga vertreten.

Für die Zulassung privater Radio- und Fernsehsender zuständig ist die LPR.

In Frankfurt erscheinen mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und der Frankfurter Rundschau zwei der wichtigsten Tageszeitungen Deutschlands. Zusammen mit der Frankfurter Neuen Presse und der Regionalausgabe der BILD dominieren diese auch den regionalen Zeitungsmarkt in der Rhein-Main-Region. Marktführer am nordhessischen Zeitungsmarkt ist die in Kassel erscheinende HNA (Hessische/Niedersächsische Allgemeine).

Das nicht natürlich vorkommende chemische Element mit der Kernladungszahl 108 trägt seit 1997 den Namen Hassium, der sich vom lateinischen Namen Hassia für Hessen ableitet. Es konnte 1984 bei der Gesellschaft für Schwerionenforschung (GSI) in Darmstadt durch Verschmelzung von Blei mit Eisen zum ersten Mal erzeugt werden.

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FDP Hessen

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Die FDP Hessen ist der Landesverband der FDP im Bundesland Hessen. Sie erreichte 1950 mit 31,8 % der Stimmen das beste Ergebnis, dass die Liberalen jemals bei einer Landtagswahl erreicht hatten.

Die Liberalen waren die ersten, die sich in den 1862er Jahren als Partei formierten. In der Fortschrittspartei organisiert, gelang es ihnen unter August Metz 1862 eine überwäligende Mehrheit in der Zweiten Kammer der Landstände des Großherzogtums Hessen zu erreichen. Die Spaltung der Liberalen in mehrere Parteien hatte jedoch auch in Hessen bereits eingesetzt. Die Nationalliberale Partei, die 1862 noch eine Minderheit darstellte dominierte den Landtag von 1872 bis zum Ende des Kaiserreiches wenn auch mit kontinuierlich sinkenden Abgeordnetenzahlen.

In der Weimarer Republik setzte sich diese Teilung fort. Im Landtag des Volksstaates Hessen waren mit der DDP und der DVP zwei liberale Parteien vertreten. Ihr Stimmenanteil sank jedoch von zusammen 30 % im Jahr 1919 auf 18 % 1927. In den 30er Jahren fielen die Liberalen auf das Niveau von Splittergruppen zurück, bis mit der Machtergreifung der Nationalsozialisten eine liberale politische Arbeit in Deutschland unmöglich wurde.

Am 19. September 1945 wurden mit der Proklamation 2 von General Dwight D. Eisenhower das Land „Groß-Hessen“ gebildet. Mit Bescheid der Militärregierung vom 23. November 1945 wurde der Partei eine Arbeit auf Landesebene gestattet. Vorangegangen war die Erlaubnis der Besatzungsbehörden vom 27. August 1945 zur Bildung von Parteien auf Kreisebene. In der Folge bildeten sich flächendeckend ein Netz von Orts- und Kreisvereinen. So wurde z.B. der Frankfurter Kreisverband Anfang September 1945 als „Liberal Demokratische Partei“ gegründet und bestimmte Georg Ludwig Fertsch zu seinem Vorsitzenden. Am 28. September 1945 erfolgte die Zulassung der Militärregierung.

Am 29. Dezember 1945 in Frankfurt am Main erfolgte die Gründungsversammlung des Landesverbandes. Vertreter der liberalen Kreisverbände wählten auf dieser Versammlung Georg Ludwig Fertsch zum ersten Landesvorsitzender der Hessischen LDP. Am 11. Januar 1946 wurde die FDP in Hessen unter dem Namen LDP „Liberaldemokratische Partei – Landesverband-Großhessen“ von den amerikanischen Militärbehörden zugelassen.

Aus dem Niedergang der liberalen Parteien in der Weimarer Republik hatte man den Schluss gezogen, dass alle liberalen Kräfte sich in einer Partei sammeln sollten. Ein hoher Teil der Liberalen entschied sich jedoch gegen die LDP und für die CDU, die sich als überkonfessionelle Sammlungspartei auch in liberaler Tradition sah.

Im am 19. Februar 1946 ernannten Beratenden Landesausschuss stellte jede der vier zugelassenen Parteien SPD, CDU, KPD und LDP je zwölf Mitglieder. Dies entsprach aber nicht den Mehrheitsverhältnissen in der Bevölkerung, wie sich in den folgenden Wahlen zeigte.

Bei den Kommunalwahlen Anfang 1946 gelang es der LDP zwar in einzelnen Orten herausragende Ergebnisse zu erzielen. So erreichte die LDP unter Karl Theodor Bleek in Marburg über 40 % der Stimmen. In der Fläche war jedoch die Zahl der Kandidaten und Ortsverbände zu gering, um einen Wahlsieg zu erreichen. Bei der Wahl zur Verfassungberatenden Landesversammlung erhielten die Liberalen 6 von 90 Mandaten und konnten nur begrenzt Einfluß nehmen.

Hinzu kamen innerparteiliche Machtkämpfe. Am 1. Juni 1946 bestimmte der Landesparteitag, Georg Ludwig Fertsch zwar als Parteivorsitzenden zu bestätigen, aber August-Martin Euler zu beauftragen, den Landesverband nach außen zu vertreten. So entmachtet, trat Georg Ludwig Fertsch am 21. Juni 1946 zurück und Euler wurde sein Nachfolger.

Bei der Landtagswahl in Hessen 1946 verdoppelte die LDP ihren Stimmenanteil fast von 7,9 % auf 15,7 % und wurde drittstärkste Kraft im Landtag. Dennoch waren die Liberalen im Kabinett Stock genauso wenig vertreten, wie vorher im Kabinett Geiler.

1948 benannte die LDP sich in bundesweit und auch in Hessen in FDP um. Unter Euler positioniert sich die hessische LDP als klare Opposition und besetzte nationale und antisozialistische Positionen gegen die sozialistische Politik der Landesregierung. Da gleichzeitig die CDU eine explizit linke, an der SPD orientierte Politik betreibt, gelingt es der hessischen FDP große Teile der Wähler zu binden, die in anderen Ländern die CDU unterstützen. Die FDP bildete eine rechte Sammlungsbewegung und konnte auch große Teile der Landwirte und des gewerblichen Mittelstandes einbinden.

Bei der Bundestagswahl 1949 zeichnet sich bereits ein Erfolg dieser Politik ab. Bundesweit erhält die FDP 11,9 % der Stimmen. In Hessen geben 28,1 % der Wahlberechtigten ihre Stimme den Liberalen.

Noch deutlicher wird der Wählerwille bei der Landtagswahl in Hessen 1950. 31,8 % der Wähler entscheiden sich für die Liste der FDP: Das bis heute beste Ergebnis der FDP bei einer Landtagswahl.

Neben der klaren Oppositionspolitik war vor allem eine politische Entscheidung für den Erfolg verantwortlich gewesen: Die FDP trat gemeinsam mit dem Bund der Heimatvertriebenen und Entrechteten (BHE) auf einer Liste unter dem Namen FDP an. Hessen hatte nach dem Zweiten Weltkrieg überproportional viele Vertriebene aufgenommen. Ein großer Teil dieser Vertriebenen hatte die FDP gewählt. Im Landtag trennten sich die Wege der Partner wieder. Es wurde eine Fraktion der FDP mit 13 Mitgliedern und eine der BHE mit 8 Mitgliedern gebildet.

Bei der Landtagswahl in Hessen 1954 treten FDP und GB/BHE getrennt an. Die FDP erreicht 20,5 % (der GB/BHE 7,7 %) und kann dennoch mit 21 Abgeordneten die Fraktion vergrößern. Die SPD bildet mit dem GB/BHE eine Mehrheit und die FDP bleibt in der Opposition.

1956 kommt es zur Spaltung der FDP. Max Becker wird zum hessischen FDP-Vorsitzenden gewählt. August-Martin Euler tritt aus und gründet die rechtsorientierte Freie Volkspartei (FVP). Mit ihm verlassen eine Reihe von Mitgliedern die Partei. Die Kommunalwahlen 1956 führen zu schweren Verlusten, die sich bei der Landtagswahl in Hessen 1958 fortsetzen: Nur noch 9,5 % der Wähler entscheiden sich für die Liberalen. Mit Oswald Adolph Kohut wird 1958 ein Vertreter des linken Flügels als Parteivorsitzender gewählt. Die Kommunalwahlen von 1960 und die Bundestagswahl 1961 zeigt eine Stabilisierung der FDP. Bei der Bundestagswahl erreicht die hessische FDP 15,2 % der Stimmen (12,8 % im Bundesdurchschnitt). Nach der Bundestagswahl tritt Kohut aus Protest dagegen, dass die Koalition aus FDP und CDU auf Bundesebene mit Konrad Adenauer als Bundeskanzler fortgesetzt wird, zurück. Wolfgang Mischnick und Heinrich Kohl übernehmen kommissarisch die Leitung des Landesverbandes bis der Landrat Heinrich Kohl vom Landesparteitag 1962 als Vorsitzender gewählt wird. Bei den Landtagswahlen 1962 (11,4 %) und 1966 (10,4 %) verändern sich die Stimmenanteile der FDP kaum. Die FDP bleibt Opposition im "Roten Hessen" in der Ära Zinn.

1967 übernimmt Wolfgang Mischnick die Führung des Landesverbandes. In der Folge orientiert sich die FDP zunehmend auf die SPD. Nach der Bundestagswahl 1969 kommt es zur Sozialliberalen Koalition auf Bundesebene. Die hessische FDP betreibt diesen Politikwechsel aktiv und wird wurde bei der Bundestagswahl dafür mit spürbaren Stimmenverlusten bestraft. 6,7 % der Hessen wählten bei der Bundestagswahl FDP. Dies waren zwar immer noch mehr als die 5,8 % bundesweit, aber weit von früheren Ergebnissen entfernt.

Die sozialliberale Koalition setzt im Land neue Schwerpunkte: Die Schulpolitik polarisiert mit dem Plan Gesamtschulen als Einheitsschulen einzuführen und den neuen Rahmenrichtlinien für den Unterricht. Vor allem aber ist es die Gebietsreform in Hessen, die die Bürger bewegt. Die FDP kann von der neuen Politik in den Wahlen nicht profitieren. 1974 erreicht die FDP noch 7,4 %, 1978 nur noch 6,6 % der Stimmen. Zum einem Fiasko für rot-gelb wird die Kommunalwahl in Hessen 1977 bei der die CDU hohe Gewinne erzielt. Ekkehard Gries löst Wolfgang Mischnick 1977 als Landesvorsitzender ab.

In der Folge dringen die freien Demokraten auf Korrekturen der Landespolitik insbesondere in der Bildungspolik. Gleichzeitig rückt die SPD in wichtigen Fragen weiter nach links. So ist die SPD in der Frage des Baus der Startbahn West und der Atompolitik tief gespalten. Am 11. Mai 1981 wird Heinz Herbert Karry ermordet. Sein Nachfolger wird Klaus-Jürgen Hoffie, der sich für einen Koalitionswechsel ausspricht. Auf einem Parteitag am 17. Juni 1982 in Darmstadt findet sich eine Mehrheit für eine Koalitionsaussage zugunsten der CDU bei der Landtagswahl in Hessen 1982. Mit dieser Entscheidung unterstützt die hessische FDP den Regierungswechsel auch im Bund. Die Wende in Bonn kommt für die Hessen zum gründlich falschen Zeitpunkt. Neun Tage vor der Hessenwahl treten die FDP-Bundesminister zurück, um für eine CDU/FDP-Koalition Platz zu schaffen. Die SPD, die in den Meinungsumfragen bis dahin hinten gelegen hatte, plakatierte „Verrat in Bonn“ und die FDP scheiterte mit 3,1 % an der Fünf-Prozent-Hürde.

Seit 1982 steht die FDP in Hessen klar an der Seite der CDU als Teil des bürgerlichen Lagers. Doch zunächst bestanden die "hessischen Verhältnisse" in denen weder SPD noch CDU eine Mehrheit im Landtag hatten. Auch nach der vorgezogenen Landtagswahl in Hessen 1983 hatten sich diese Verhältnisse nicht aufgelöst. Zwar war die FDP nach einer Zweitstimmenkampagne mit 7,9 % der Stimmen wieder im Landtag. Jedoch waren diese Gewinne zu Lasten der CDU gegangen, so dass sich keine bürgerliche Mehrheit ergab. Der Slogan der FDP „Weil mer se brauche - In Hessen FDP“spielte auf die rechnerische Unmöglichkeit der CDU allein zu regieren an. Die Sozialliberalen in der FDP hatten sich 1982 (soweit sie nicht zur SPD gegangen waren) als Liberale Demokraten von der FDP abgespalten. Diese Partei spielte jedoch bei der Landtagswahl 1983 keine Rolle.

Obwohl 1983 rechnerisch eine erneute Sozialliberale Koalition möglich gewesen wäre, war die FDP hierzu nicht bereit. Dies hätte sowohl der Positionierung im Bund widersprochen als auch den Ruf als "Umfallerpartei" Vorschub geleistet. Entgegen allen Versprechen vor der Wahl kam es zu einer rot-grünen Zusammenarbeit und später einer rot-grünen Koalition in Hessen.

Die Landtagswahl in Hessen 1987 ergab dann eine (wenn auch knappe) Mehrheit für schwarz-gelb. Wolfgang Gerhardt, seit 1982 Vorsitzender der FDP Hessen wurde stellvertretender Ministerpräsident einer Regierung unter Walter Wallmann. Erstmals seit Gründung des Landes war eine Regierung ohne die SPD gebildet worden. Mit dem Wahlslogan der FDP bei dieser Wahl "Für die Freiheit des einzelnen" betonte die FDP eine Orientierung an den Zielen einer sozialen Marktwirschaft, geringen Eingriffsmöglichkeit des Staates, Bürgerrechten und einer leistungsstarken in der Bildungs- und Wissenschaftspolitik.

So knapp FDP und CDU die Wahl 1987 gewonnen hatten, so knapp wurde die Landtagswahl in Hessen 1991 verloren. Zwar attestierten die Wahlforscher ein hohes Maß an Zufriedenheit mit der Landespolitik. Wahlentscheidend war jedoch der kurz vor der Wahl begonnene Golf-Krieg gewesen. Die FDP blieb mit 7,4 % stabil. Auch die Landtagswahl in Hessen 1995 führte die FDP trotz leichter Gewinne und 7,9 % der Stimmen nicht in die Regierung. Ruth Wagner übernahm 1995 den Landesvorsitz.

Erst bei der Landtagswahl in Hessen 1999 gelang der Sprung in die Regierung unter Ministerpräsident Roland Koch. Allerdings musste die FDP mit 5,1 % das zweitschlechteste Ergebnis ihrer Geschichte hinnehmen müssen. Hintergrund war die Polarisierung, die sich aus dem Thema Doppelte Staatsangehörigkeit ergab. Die FDP, die in dieser Frage eher rot-grüne Positionen unterstützte konnte nicht von der Empörung der Bevölkerung zu diesem Gesetzesvorhaben profitieren. Die unerwartet hohen Gewinne für die Union führten am Ende jedoch zu einer schwarz-gelben Regierungsmehrheit.

Die Umfrageergebnisse bestätigten die Popularität der Regierung in dieser Wahlperiode und auch diejenige der FDP-Minister Ruth Wagner und Dieter Posch. Bei der Landtagswahl in Hessen 2003 wurde aber gerade diese Zustimmung der Bevölkerung der FDP zum Verhängnis. Mit 7,9 % hatte die FDP die Schlappe der letzten Wahl wett gemacht. Aber noch größer waren die Gewinne der CDU, die eine absolute Mehrheit erringen konnte. Das Angebot von Roland Koch, die Koalition dennoch fortzusetzen wurde von der FDP abgelehnt. Jedoch blieben auf der Ebene der Staatssekretäre und Regierungspräsidenten FDP-Vertreter im Amt.

Unter dem neuen Vorsitzenden Jörg-Uwe Hahn, der den Landesverband seit 2006 führt, erreichte die FDP bei der Landtagswahl in Hessen 2008 9,4 % der Stimmen. Aufgrund der massiven Verluste der CDU reichte es erneut nicht zu einer gemeinsamen Mehrheit und das Kabinett Koch IIa blieb geschäftsführend im Amt. Vor der Wahl war intensiv über mögliche Koalitionen diskutiert worden. Hintergrund war das mögliche Einziehen der Partei Die Linke, der früheren SED in den Landtag. Die FDP hatte vor der Wahl eine klare Koalitionsaussage zu Gunsten der CDU getroffen und eine Ampel-Koalition kategorisch abgelehnt. Nach der Wahl und dem Einzug der Linken in den Landtag stand die FDP zu ihrem Wort und blieb in der Opposition. Nachdem der Versuch von Andrea Ypsilanti, entgegen ihres Wahlversprechens, eine von der Linken tolerierte Rot-Grüne Regierung zu bilden gescheitert war, kam es zu vorgezogenen Landtagswahlen am 18. Januar 2009. Die FDP warb für sich mit dem Slogan "Unser Wort gilt" und einer erneuten Koalitionsaussage für die CDU und erreichte mit 16,2 % das beste Ergebnis seit 1954.

Das aktuelle Programm der FDP ist das am 13. Dezember 2008 beschlossene Programm zur Landtagswahl 2009 „Unser Wort gilt!“.

Die FDP Hessen verfügt mit der nach Karl-Hermann Flach benannten Karl-Hermann-Flach-Stiftung eine eigene parteinahe Stiftung analog der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit des Bundesverbandes.

Nach dem zweiten Weltkrieg stieg die Mitgliederzahl kontinuierlich an, um Ende der 40er Jahre fast 6.000 zu erreichen. Für die Folgejahre fehlen Daten, jedoch lag die Mitgliederzahl 1969 auf dem gleichen Niveau. Die Sozialliberale Koalition in Bonn und später auch in Hessen führte (wie auch bei den anderen Parteien) zu einem starken Anstieg der Mitgliederzahlen. Der starke Mitgliederzuwachs endete 1977. Mit dem Koalitionswechsel 1982 büßte die FDP binnen kurzer Zeit 20 % der Mitglieder ein. Aber auch in den Folgejahren sank die Zahl der Mitglieder weiter um zur Jahrtausendwende den Tiefststand zu erreichen. Seitdem steigt die Mitgliederzahl wieder moderat an. Der Frauenanteil der Mitgliederschaft liegt bei ca. 25 %.

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Hessen am Fallstein

Hessen wurde, wie Schöppenstedt, sehr früh zum Marktflecken im Harzvorland. Seine zwei Jahrmärkte (An- und Verkauf von Tieren und Waren) benötigten befestigte Wege zur Sicherung des Handels. Nach den Befreiungskriegen wurden nicht nur die damals desolaten Chausseen und Dämme instandgesetzt, sondern auch zahlreiche Neubauten ausgeführt. Dazu gehörten die Straßen über den Zollberg Hessen, den Weinberg bis Klein Schöppenstedt und den Olla zwischen Schöppenstedt und Evessen.

Anhand der Weinschenke lassen sich die engen Verbindungen zwischen Hessen und dem Braunschweiger Land darstellen. Denn das Lokal, das 1395 erstmals urkundlich erwähnt wurde und damit als älteste Wirtschaft Sachsen-Anhalts gilt, gehörte einst dem braunschweigischem Herzog. Am 24. Juni jenes Jahres verpachtete der Herrscher die Weinschenke für 20 Mark "löthigen Silbers" an einen gewissen "Hinrike Angersteyne". Das Gebäude war Bestandteil eines großen Wirtschaftshofes, der sich um das herzogliche Schloss erstreckte. Die Geschichte der weitläufigen Anlage mit Ober- und Unterburg geht zurück bis auf Kaiser Otto I. (966).

Schloss Hessen war dann die Sommerresidenz der Braunschweiger Herzöge. Vor 1560 ließ Herzog Julius, noch als Prinz, das Schloss ausbauen. 1564 erblickte hier der spätere Herzog Heinrich Julius das Licht der Welt, der als gelehrtester Fürst seiner Zeit galt. Schon früh begann dieser, intensiv Bücher zu sammeln. Und vielseitig war er auch: er führte nicht nur den Protestantismus ein, sondern brachte von einer Reise aus England auch die erste Kartoffel mit. Das kulturelle Leben am Rande des Fallstein erlebte eine ungeheure Blüte. Tatsächlich blickte die zivilisierte Welt schon früh auf das kleine Hessen - und zwar mit überraschten Augen. Die Pflanzensammlung in den ausgedehnten Renaissance-Gärten Hessens stellte mit 1700 Arten selbst königliche Anlagen wie Kopenhagen und Oxford in den Schatten. Der bronzene Figurenschmuck war zeitlos schön und ist heute noch zu bewundern: Teile stehen im Herzog Anton Ulrich-Museum (Braunschweig), im Rijksmuseum (Amsterdam) und im Louvre (Paris). Die Orgel schließlich, die Esaias Compenius eigens für die Schlosskapelle baute, wird auf Schloss Frederiksborg in Dänemark noch heute bespielt. Später diente das Schloss als Witwensitz, es wurde nach einem Brand 1641 immer mehr vernachlässigt.

Die Zugehörigkeit zum Braunschweiger Land endete 1941. Nach über 600 Jahren wurden Hessen und Pabstorf gegen Hornburg und Roklum eingetauscht. Hintergrund war das "Salzgitter-Gesetz" demzufolge die dortigen Stahlwerke an die ergiebigen Brunnen rund um Hornburg kamen. Kurioserweise hatten die Kriegsgegner von diesem Tausch zwischen Braunschweig und Preußen nichts gemerkt und Hessen blieb nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs eine Zeit lang ohne jede Besatzung. Dann allerdings folgte eine 44 Jahre währende Zugehörigkeit zum Ostblock.

Mitte 1944 (erste Erwähnung Mitte Januar 1945) wurde in Hessen das Arbeitserziehungslager (AEL) Nr. 1847 als Außenlager des AEL Salzgitter-Hallendorf in der Bahnhofstraße eröffnet. Das Lager war wie das in Hallendorf der Staatspolizeistelle Braunschweig unterstellt. U.a. waren hier polnische Zwangsarbeiter untergebracht. Am 5. und 6. April 1945 wurden die Häftlinge in das "AEL" Salzgitter-Hallendorf überstellt.

1951 begannen die Behörden der DDR mit dem Abbruch des Schlosses. Der Grund, so Hessener Einwohner: es fehlte angeblich an Packmaterial für Wege und Straßen.

Die Unterburg wurde wechselnd genutzt, mal als Pagenhaus, dann als Pferdestall und wieder als Pächterwohnung. Nach der Grenzöffnung wurde der Hausmannsturm saniert, in dem heute ein Kindergarten untergebracht ist. Die Oberburg verfiel zusehends. Der Westflügel war schon 1946 abgerissen worden, der Nordflügel brach in den 70er Jahren weg. Übrig blieben der Ostflügel, der eine Kapelle enthielt, und der Südflügel. Durch die eingefallenen Dächer prasselte Regen in die Schlossreste. Seit 1995 setzt sich der Förderverein Schloss Hessen für seinen Erhalt ein.

Das Dach des Ostflügels ist Gegenstand der "Sicherungsmaßnahme, Teil I". Der Eckpavillon ist dann Gegenstand des zweiten Bauabschnitts. Die Aussichtsplattform ist in luftiger höhe bereits neu gegossen worden und ermöglicht den Blick auf den Renaissance-Garten, wie er auf einem alten Merian-Stich abgebildet ist. Die Wendeltreppe soll wieder auf die Aussichtsplattform führen, von der aus die Sicht zu drei Seiten offen ist - lediglich der Südflügel schränkt den Rundblick ein. Der Bahndamm wurde freigeschlagen, so dass die gesamte Anlage sichtbar wird. Zum Tag des offenen Denkmals wurde der Rasen in unterschiedlichen Höhen gemäht, so dass die Konturen von Wegen und Fächern erschienen. Der Keller des Eckpavillons soll Platz für einen Jugendraum bieten; im Erdgeschoss ist eine Heimatstube geplant und mittlerweile teilweise eingerichtet. In einem Museum können sich die Besucher in den Stockwerken darüber über die Schlossgeschichte und den Lustgarten informieren.

Auch der Südflügel ist mittlerweile mit einem Dach versehen und innenräumlich saniert worden. Hier finden Veranstaltungen und Ausstellungen statt. Auch der Schlosshof wird wieder genutzt. Beginnend mit dem Castle Rock Open Air im Jahre 1997, einer Freiluftveranstaltung mit moderner Musik zugunsten des Fördervereins, wurden weitere Veranstaltungen etabliert, wie Schlossweihnacht, Astronomietage und Tag des offenen Denkmals.

Für die Darstellung des Postwesens in Hessen am Fallstein siehe Postgeschichte von Hessen am Fallstein.

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Source : Wikipedia