Hergatz

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Geschrieben von robby 04/05/2009 @ 14:07

Tags : hergatz, bayern, deutschland

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Hergatz

Wappen der Gemeinde Hergatz

Hergatz ist eine Gemeinde im bayerisch-schwäbischen Landkreis Lindau (Bodensee). Sie entstand in der jetzigen Form Ende der 1970er Jahre im Zuge der Gemeindereform aus den Altgemeinden Wohmbrechts und Maria-Thann.

Hergatz liegt im westlichen Allgäu.

Die Ortsteile Grod, Beuren, Möllen, Wohmbrechts und Hergatz liegen an der Bundesstraße 12 München–Lindau, ca. 20 km vor Lindau. Die B 12 bildet in Wohmbrechts die Ortsdurchfahrt.

Die Ortsteile Grod, Staudach und Handwerks befinden sich am Lauf der Oberen Argen. Dieser Fluss, den nördlich von Oberstaufen mehrere Bäche bilden, fließt durch das Gemeindegebiet, nimmt bei Neuravensburg die Untere Argen auf und mündet zwischen Kressbronn und Langenargen in den Bodensee. In Muthen überquert die Bahnlinie das Flüsschen Leiblach.

Die Tiroler Salzstraße von Bad Reichenhall und Hall in Tirol nach Lindau führt durch den Ortsteil Wohmbrechts, wo ein ehemaliger Salzstadel steht, dessen Vorgänger schon etwa 1513 an dieser Stelle gestanden haben dürfte.

Die Gemeinde Hergatz ist Ende der 1970er Jahre nach der Gemeindereform aus den Gemeinden Wohmbrechts und Maria-Thann entstanden.

Hergatz wurde 1349 zum ersten Mal erwähnt. Damals besaßen die Herren von Ellhofen, die Schlaich von Schreckelberg, die Vogtei Wohmbrechts und Wangener Bürger die Besitz- und Herrschaftsrechte. Die Letztgenannten bildeten, zusammen mit Wohmbrechts, die Hauptmannschaft auf dem Gebiet der Reichsstadt Wangen. Edelitz, das heute zur Gemeinde Hergatz gehört, früher jedoch der Pfarrei Wohmbrechts angehörte, wies 1574 fünf Güter als St. Galler Lehenhöfe (Afterlehen Syrgensteins) aus. Davon blieben vier bis ins 19. Jahrhundert dienstbar.

Die Straßenverbindung von Isny nach Lindau (Salzstraße bzw. heutige Bundesstraße 12) führt durch Wohmbrechts und Hergatz und prägte diese Orte. Sie wurde auch von Pilgern benutzt, da Wohmbrechts bis ins 18. Jahrhundert ein viel besuchter Wallfahrtsort war. 1739 wurden die Gebeine der als Heilige verehrten Nonne Richildis in der Pfarrkirche beigesetzt.

An der Salzstraße in Wohmbrechts, die über Kempten, Isny und Wangen an den Bodensee verläuft, lag die letzte Salzfaktorei. 1853 wurde die Eisenbahnlinie München–Lindau fertiggestellt, die auch durch Wohmbrechts und Hergatz führt. 1890 wurde in Hergatz die Stadt Wangen und das oberschwäbische Hinterland an diese Verkehrslinie angebunden und machte den Ort zu einem wichtigen Verkehrsknotenpunkt. Dadurch bekamen die Milchprodukte der in Hergatz gegründeten Käsefabrik P. Paul Enderle einen Absatzmarkt.

Dieser Ortsteil, der auch der Verwaltungssitz ist, wurde erstmals 1269 urkundlich erwähnt. Ebenfalls im 13. und 14. Jahrhundert erschienen die Ritter von Wohmbrechts. Von diesen war Ulrich von Wohmbrechts der energischste und kriegerischste Vertreter und stritt sich jahrelang mit dem Abt vom Weingartener Kloster um einen Wald, den er als Lehen beanspruchte. Sein Siegel besaß drei Greifenklauen, von denen das heutige Wappen der Gemeinde Hergatz eine enthält.

Wilhelm von Wohmbrechts, ein Nachkomme Ulrichs, war europaweit als Haudegen bekannt, da er für den König von Dänemark gegen die Schweden und Litauer kämpfte. Er zog auch für den Markgrafen von Brandenburg, den Grafen von Tirol und den Herzog von Baiern in den Krieg. Das Schloss Wohmbrechts wurde wahrscheinlich in seiner Zeit gebaut.

Maria-Thann war zuerst nur unter dem Namen Tann(e) (Siedlung im Tannenwald) bekannt. Erst als im 15. Jahrhundert die Marienwallfahrt einsetzte, bekam der Ort wohl seinen Namenszusatz Maria. Dieser ist jedoch erst seit dem 19. Jahrhundert gesichert.

Die erste sichere Erwähnung von Maria-Thann gibt es im Liber taxationis der Diözese Konstanz (ecclesia in Tanne). Eberhardus de Tanna 1987 und Bertholdo princerna (Mundschenk) de Tanne 1216 beziehen sich jedoch nicht auf Maria-Thann. Diese waren oberschwäbische Reichsministeriale, deren Namensgebung auf die Burg Tanne, nordöstlich von Ravensburg, zurückging. Im Jahr 1353 befanden sich in der Siedlung 24 Wohnstätten.

Wangen erhielt Anfang des 16. Jahrhunderts die hohe Gerichtsbarkeit über Maria-Thann und Wohmbrechts. Dadurch entstand die Wangener Hauptmannschaft Thann-Wohmbrechts, die mit Wangen im Jahr 1802 an das bayerische Königreich ging. Wangen wurde 1810 Oberamtsstadt in Württemberg, Maria-Thann und Wohmbrechts blieben jedoch bayerisch.

In Hergatz wird der westallgäuerische Dialekt gesprochen, mit Ausrichtung ins Schwäbische.

Der Bahnhof Hergatz ist die einzig verbliebene Zugangstelle in der Gemeinde Hergatz. Die Haltepunkte in Wohmbrechts und Maria-Thann wurden noch zu Bundesbahnzeiten aufgelassen. Hergatz ist zur ungeraden Stunde Taktknoten im Allgäu-Schwaben-Takt. Aufgabenträger für den Schienenpersonennahverkehr (SPNV) ist die Bayrische Eisenbahn-Gesellschaft (BEG).

Der Busverkehr in der Gemeinde Hergatz wird wie auch im übrigen Landkreis Lindau hauptsächlich durch die Regionalbus Augsburg GmbH (RBA) erbracht. Aufgabenträger ist der Landkreis.

Das ehemalige Schloss und die Kirche St. Georg sind zu besichtigen. An der B 12 steht der ehemalige Salzstadel. Im Palast von Peter Paul Lingg ist unter anderem eine Pizzeria untergebracht.

Die Marienkirche, eine Wallfahrtskirche mit einem grünen Zwiebelturm, ist eine der ältesten Kirchen des Allgäus und bildet den Ursprung der Pfarrei Maria-Thann.

Bis zum 14. Februar 2000 stand bei der Kirche die Kirchenlinde aus dem 18. Jahrhundert, die gefällt werden musste. Die Reste können noch in Maria-Thann besichtigt werden.

In Syrgenstein gibt es den Englischer Friedhof sowie das Schloss Syrgenstein, welches nicht besichtigt werden kann, als Sehenswürdigkeiten.

Auf der Hämmerlebrücke, einer Eisenbahnbrücke auf der Bahnstrecke Lindau–Immenstadt, überqueren die Züge das Leiblachtal.

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Wangen im Allgäu

Wappen der Stadt Wangen im Allgäu

Wangen im Allgäu ist eine Stadt im Westallgäu im Südosten Baden-Württembergs. Sie ist nach Ravensburg die zweitgrößte Stadt des Landkreises Ravensburg und bildet ein Mittelzentrum für die umliegenden Gemeinden. Von 1938 bis 1972 war Wangen Kreisstadt des Landkreises Wangen. Am 1. Januar 1973 wurde dieser in den Landkreis Ravensburg eingegliedert und Wangen im Allgäu zur Großen Kreisstadt ernannt. Mit den Nachbargemeinden Achberg und Amtzell hat die Stadt Wangen eine Verwaltungsgemeinschaft vereinbart. Wangen gilt als Brunnenstadt und ist regional bekannt für seinen Bauernmarkt, auf dem noch immer Kleintiere aus der Umgebung gehandelt werden.

Wangen liegt am nördlichen Ufer der Oberen Argen entlang des sanft ansteigenden Talhanges in der Drumlinlandschaft des Westallgäuer Hügellandes. Die Untere Argen fließt im Nordwesten Wangens vorbei und vereinigt sich südwestlich der Stadt mit der Oberen Argen. Das neuzeitliche Wangen wird geprägt durch seinen historischen Stadtkern sowie zahlreiche jüngere Stadtteile in dessen Umgebung.

Folgende Städte und Gemeinden grenzen an die Stadt Wangen im Allgäu. Sie werden im Uhrzeigersinn beginnend im Westen genannt: Amtzell, Vogt, Kißlegg und Argenbühl (alle Landkreis Ravensburg), Hergatz und Hergensweiler (beide Landkreis Lindau (Bodensee)), Achberg (Landkreis Ravensburg) und Neukirch (Bodenseekreis).

Das Stadtgebiet Wangens besteht aus der Kernstadt und den im Rahmen der Gemeindereform der 1970er Jahre eingegliederten ehemaligen Gemeinden Deuchelried, Karsee, Leupolz, Neuravensburg, Niederwangen und Schomburg.

Die eingegliederten Gemeinden sind heute zugleich Ortschaften im Sinne der baden-württembergischen Gemeindeordnung, das heißt, sie haben jeweils einen von den Wahlberechtigten bei jeder Kommunalwahl neu zu wählenden Ortschaftsrat mit einem Ortsvorsteher als Vorsitzenden. In jedem der Ortschaften gibt es eine Ortsverwaltung, quasi ein „Rathaus vor Ort“, dessen Leiter der Ortsvorsteher ist.

Wangen im Allgäu ist ein Mittelzentrum innerhalb der Region Bodensee-Oberschwaben, dessen Oberzentrum die Städte Ravensburg, Weingarten und Friedrichshafen (in Funktionsergänzung) sind. Der Mittelbereich Wangen umfasst den südöstlichen Bereich des Landkreises Ravensburg, im Einzelnen die Städte und Gemeinden Achberg, Amtzell, Argenbühl, Kißlegg und Wangen. Darüber hinaus gibt es Verflechtungen mit den Gemeinden im angrenzenden Landkreis Lindau in Bayern.

Die Besiedlung Wangens geht vermutlich auf eine alemannische oder fränkische Siedlung aus der Zeit nach der Unterwerfung der Alemannen durch Frankenkönig Chlodwig (um 496) zurück. Der Ort wird erstmals in einer Urkunde des Klosters St. Gallen im Jahr 815 als Wangun erwähnt. Der freie Alemanne Hadubert schenkte damals dem fränkischen Reichskloster ein Bauerngut und einen Wald. Im 10. Jahrhundert wurden die hiesigen Besitztümer des Klosters durch Schenkungen, Kauf und Tausch stark erweitert und in Wangen entstand bis zum 12. Jahrhundert im Niederdorf ein Kellhof zur Verwaltung der Liegenschaften. Außerdem wurde durch den Abt von St. Gallen außerhalb des Niederdorfs ein Markt errichtet, um den freie Kaufleute und Handwerker angesiedelt wurden und der den Mittelpunkt der späteren Oberstadt bildete, die bis zum 13. Jahrhundert mit Toren verschlossen und mit Mauer oder Wall und Graben umgeben wurde.

Die weltliche Schutzvogtei über den Klosterort lag im Hochmittelalter bei den Hohenstaufen. Kaiser Friedrich II. bestimmte in einer Urkunde 1217, dass die Schutzherrschaft von Wangen für immer in königlicher Hand bleiben sollte. Wangen hatte zu dieser Zeit offenbar bereits Stadtrechte. Nach der Hinrichtung des letzten Hohenstaufen Konradin, in der sogenannten „kaiserlosen Zeit“ (Interregnum), gelang es der Stadt, gegenüber der St. Gallener Klosterherrschaft ihre Unabhängigkeit zu behaupten und systematisch auszubauen. König Rudolf I. von Habsburg besiegelte schließlich den Status als Freie Reichsstadt im Jahr 1286. Das Symbol des Adlers für das staufische Kaisertum und das Symbol der Lilie für das fränkische Kaisertum verdeutlichen im Wappen der Stadt auch heute noch diesen Status.

In Wangen treffen sich die Straßen von Ravensburg, Lindau, Leutkirch und Isny. Der sich entwickelnde Fernhandel über die Alpen – anfangs durch die Große Ravensburger Handelsgesellschaft, später durch Welser und Fugger – förderte im Spätmittelalter die Entwicklung der Stadt. Um 1400 war innerhalb der bestehenden Grenzen keine bauliche Entwicklung mehr möglich. Daher ummauerte man die zwischen Stadtmauer und Argen gelegene und als Baind bezeichnete landwirtschaftlich genutzte Sonderflur als Unterstadt.

Innerhalb der Reichsstadt gewannen bereits im 14. Jahrhundert die Zünfte großen Einfluss. Die Herstellung und der Export vor allem von Sensen und Leinwand sorgten für eine ansehnliche Außenhandelsbilanz. Die Stadt erwarb während ihrer Blütezeit ein beachtliches Landgebiet außerhalb der Stadtmauern, das ihr dauerhafte und nachhaltige Einnahmen unabhängig von den Schwankungen des Handels sicherte.

Wangen schloss sich 1349 dem Schwäbischen Städtebund an, 1362 außerdem dem Bund der Seestädte („Seebund“), der auch nach Auflösung des Städtebunds 1379 Bestand hatte und im Juli 1389 Truchsess Hans von Waldburg gefangennahm, nachdem dieser vergeblich versucht hatte, die Stadt einzunehmen. Zur Erinnerung an den Überfall und zum Dank für die Errettung aus der Gefahr wurde bis 1803 jährlich am 1. Januar eine Prozession um die Stadt abgehalten. Im 15. Jahrhundert war Wangen mit dem „Seebund“ in eine Reihe von weiteren Kriegen und Fehden verwickelt, u. a. den „Appenzeller Krieg“ (1401–04) und die Städtekämpfe gegen Herzog Friedrich von Österreich (1415) und Graf Ulrich von Württemberg (1449).

1470 wurde der „Seebund“ erneuert, doch bereits 1477 stellte sich Wangen per Vertrag unter den Schirm der Stadt St. Gallen. Unter Androhung der Reichsacht durch Kaiser Friedrich III. musste Wangen das Bündnis mit St. Gallen jedoch schon 1488 aufkündigen und sich dem bis 1534 bestehenden Schwäbischen Bund anschließen. 1552 wurden durch Kaiser Karl V. die Zünfte aufgelöst und der Stadt eine neue Rats- und Gerichtsverfassung gegeben, die dem Patriziat der Stadt alle Macht gab.

Im Dreißigjährigen Krieg hatte Wangen ab 1622 unter Truppendurchzügen und Einquartierungen zu leiden, ab 1628 herrschte außerdem die Pest. Nach 1631 erfolgten mehrere schwedische Überfälle, derenwegen sich ein Großteil der Einwohner mehrfach vorübergehend nach Bregenz flüchtete. Nachdem die Schweden 1634 aus der Gegend abzogen, war 1635 und 1636 abermals die Pest Ursache für viele Tote. 1646 und 1647 kam es abermals zu Kampfhandlungen und Plünderungen in Wangen.

Im Rahmen der Mediatisierung verlor Wangen 1802 den Status einer Reichsstadt und wurde Teil des Königreichs Bayern, im Rahmen eines Gebietstausches 1810 Oberamtsstadt des Königreichs Württemberg.

1936 wurde der Stadtname amtlich mit „Wangen im Allgäu“ festgelegt.

Von 1938 bis zu dessen Auflösung und Eingliederung in den Landkreis Ravensburg am 1. Januar 1973 war Wangen Kreisstadt des Landkreises Wangen (KFZ-Kennzeichen WG). Am 1. Januar 1973 wurde Wangen von der Landesregierung Baden-Württemberg zu Großen Kreisstadt erhoben, nachdem die Einwohnerzahl zuvor die Grenze von 20.000 überschritten hatte.

Im Jahr 1999 kam das erste Hochwasser seit knapp über 50 Jahren wieder nach Wangen und überflutete die komplette Unterstadt. Auch 2005 wurde Wangen wieder Opfer einer Überflutung durch die Obere Argen.

Deuchelried wurde 1307 als Tihtlerriet erstmals erwähnt. Es war im Besitz des Klosters St. Gallen. Später hatte das Kloster Salem Besitz. Ab dem 14. Jahrhundert erwarb die Reichsstadt Wangen Zug um Zug das Gebiet und führte es als Gerichtsbezirk Deuchelried. Die hohe Gerichtsbarkeit konnte Wangen jedoch erst 1767 vollständig erlangen. Zuvor gehörten Teile des Gebiets noch zu verschiedenen Herrschaften. Im 18. Jahrhundert war der Ort überwiegend im Besitz der Bauern. 1802 kam das Gebiet mit Wangen an Bayern und 1810 an Württemberg. 1820 wurde aus dem Gerichtsbezirk Deuchelried die gleichnamige Gemeinde innerhalb des Oberamts Wangen gebildet. siehe auch Burg Oflings.

Karsee wurde 1275 als Carse erstmals erwähnt. 1289 kaufte das Kloster Weingarten Güter in Karsee, die seinerzeit Lehen von Graf Rudolf von Montfort waren. Das Kloster bildete dort ein Amt Karsee und besaß die niedere Gerichtsbarkeit. Die hohe Gerichtsbarkeit lag bei der Landvogtei Schwaben. 1802 kam das Amt Karsee mit Weingarten an Nassau-Oranien und 1806 an Württemberg. Karsee gehörte dann mit seinem Umland zur Gemeinde Vogt im Oberamt Wangen. 1952 wurde das Dorf Karsee mit einigen Weilern der Gemeinde Vogt sowie einigen Weilern der benachbarten Gemeinde Amtzell, die bis 1933 die Gemeinde Eggenreute bildeten, zur eingeständigen Gemeinde im Landkreis Wangen erhoben. Im Einzelnen umfasste die Gemeinde Karsee von der Gemeinde Vogt die Wohnplätze Abraham, Aich, Baumann, Blaser, Bommen, Edengut, Endersen, Grub,, Haag, Hartmannsberg, Karsee, Karsee-Berg, Kehlismoos, King, Oberholz, Riefen, Schweinberg, Spiegelhaus, Steißen, Unterholz, Untersteig und Zeihers sowie von der Gemeinde Amtzell die Wohnplätze Albishaus, Böschlishaus, Brenner, Edenhaus, Eggenreute (bis 1933 mit einigen umliegenden Weilern selbständige Gemeinde), Eggerts, Englisweiler, Felbers, Hochberg, Kohlhaus, Luß, Niederlehen, Oberhalden, Oberhof, Oberwies, Ruzenweiler, Siggenhaus, Sommers und Unteregg.

Leupolz wurde 1229 als Lvpoltes erstmals erwähnt, doch gab es im 8./9. Jahrhundert bereits Herren von Lupoltes als Ministerialen des Klosters St. Gallen. 1411 wurde die Herrschaft Leupolz mit der Herrschaft Praßberg vereinigt. Die Nachfahren der Herren von Leupolz bzw. Praßberg verkauften das Gebiet 1721 an die Freiherren von Westernach, die ihn 1749 an die Truchsessen von Waldburg veräußerten. Seither gehörte das Gebiet zur Vogtei Kißlegg. Die hohe Gerichtsbarkeit lag bei der Landvogtei Schwaben. 1806 kam das Gebiet an Württemberg. Es bestanden zunächst zwei Gemeinden Leupolz und Praßberg, die 1819 zur Gemeinde Praßberg vereinigt wurden. Diese wurde 1883 in Leupolz umbenannt. Beide Siedlungen gehörten mit ihrem Umland zum Oberamt Wangen. Bei der Eingemeindung in die Stadt Wangen 1974 wurden die Wohnplätze Bayums, Becken, Bertlings, Bietenweiler, Hub, Reute, Ried und Siggen nach Kißlegg umgemeindet.

Neuravensburg wurde 1271 als Nuwen Ravenspurg erstmals erwähnt. Es bestand eine frühmittelalterliche Burganlage, die 1525 zerstört, jedoch 1614/17 wieder aufgebaut wurde. 1836/40 wurde sie teilweise wieder abgebrochen und besteht heute nur noch als Ruine. Am Fuße dieser Burg wurde im 13. Jahrhundert eine Stadt angelegt, die 1272 zerstört wurde. Seit 1432 taucht die Siedlung nur noch als Flecken auf. Die Herrschaft über Burg und Ort lag in den Händen von Ministerialen von Ravensburg, die der Burg und dem Ort wohl den Namen gaben. Um 1270 fiel der Ort an das Kloster St. Gallen, die ihn an verschiedene Herrschaften verpfändeten, zuletzt 1586 an die Stadt Wangen. 1608 erwarb das Kloster St. Gallen Neuravensburg wieder zurück. 1699 bis 1772 war der Ort an die Grafen von Montfort-Tettnang verpfändet. Ende des 18. Jahrhunderts verödete das Gebiet und kam 1803 an den Fürsten von Dietrichstein und 1806 an Württemberg. 1810 wurde es eine Gemeinde im Oberamt Wangen.

Niederwangen wurde 856 als Nidironwangun erstmals erwähnt. Das Gemeindegebiet war eine Hauptmannschaft der Reichsstadt Wangen, welche die hohe und niedere Gerichtsbarkeit von den Grafen von Montfort-Tettnang erlangte. Liedlich einige Weiler verblieben bis ca. 1700 in der hohen Gerichtsbarkeit der Grafen. 1802 fiel das Gebiet an Bayern und 1810 an Württemberg, wo 1819 die Gemeinde Niederwangen im Oberamt Wangen gebildet wurde.

Schomburg wurde 1229 als Scowenburc erstmals erwähnt. Es war Mittelpunkt der gleichnamigen Ritterherrschaft. Die Lehnshoheit lag beim Kloster St. Gallen, teilweise auch bei den Grafen von Montfort-Tettnang. Anfang des 14. Jahrhunderts gelangte die Herrschaft an die Grafen, 1408 an die Lindauer Familie Siber, 1515 an die Augsburger Familie Rem, 1549 an die Humpis von Waltrams-Pfaffenweiler, 1638 ab die Herren von Freyberg. Nach 1659 oblag die Herrschaft den Grafen von Montfort-Tettnang, welche die Burg 1754 zu ihrer Sommerresidenz ausbauten. 1836 wurde die Burg abgebrochen und der Rest brannte 1899 ab. Die Siedlung war nach 1770 fast ganz verödet. Lediglich Primisweiler und Haslach bestanden als Siedlungen. Mit der Grafschaft Tettnang kam das Gebiet 1805 an Bayern und 1810 an Württemberg, wo es zunächst als Gemeinde Schomburg zum Oberamt Tettnang gehörte. Erst 1938 kam die Gemeinde zum Landkreis Wangen. Damals wurden auch einige Weiler der Nachbargemeinde Neukirch (Engelitz, Hagmühle, Haslachmühle, Lochmühle, Pflegelberg) nach Schomburg eingegliedert. siehe auch Burg Alt-Schomburg und Burgrest Schomburg (Schloss Schomburg).

In die Stadt Wangen im Allgäu wurden folgende Gemeinden eingegliedert.

Einwohnerzahlen nach dem jeweiligen Gebietsstand. Die Zahlen sind Volkszählungsergebnisse (¹) oder amtliche Fortschreibungen der jeweiligen Statistischen Ämter (nur Hauptwohnsitze).

Das Gebiet der heutigen Stadt Wangen gehörte anfangs zum Bistum Konstanz und war dem Archidiakonat Allgäu Landkapitel Lindau unterstellt. Eine Kirche und Pfarrei St. Martin wird bereits 1182 erwähnt. Sie gehörte dem Kloster St. Gallen. An ihr wurden Kaplaneien und Messpfründe gestiftet. Die Reformation fand nur vorübergehend Einfluss, so dass Wangen über viele Jahrhunderte eine katholische Stadt blieb. Das frühere Dekanat Wangen wurde zu einem neuen, fast ganz Oberschwaben umfassenden Dekanat zusammengelegt. Die heutige Pfarrkirche St. Martin wurde im 14. Jahrhundert erbaut, der Chor stammt noch von 1386, der Turm ist noch spätromanisch. Im Turm hängen 6 Glocken aus dem 20. bzw. 21. Jahrhundert. Die älteste, das sogenannte Ulrichsglöcklein (h´) stammt aus dem Jahre 1931,in dem sich Wangen sieben neue Glocken anschaffen ließ. Sechs mussten zu Kriegszwecken wieder eingeschmolzen werden. Die 5 neuen Glocken (gis´;fis´;e´;cis´;a°)stammen aus Landshut und wurden 1951 gegossen. Die Glocken tragen den Namen Magnus, Martin, Peter u. Paul, Maria, und Christkönig. Die Marienglocke sprang 2002 wegen Überlastung. Sie wurde durch eine, von Christian Bachert gegossene Glocke von 2005 ersetzt, die den gleichen Schlagton besitzt und sich gut in das Geläute einfügt. Die alte Marienglocke wurde als Friedenszeichen vor dem Hauptportal aufgestellt. Das weithin hörbare Vollgeläute ist das größte in der gesamten Umgebung. Zur Kirchengemeinde St. Martin gehört auch die Spitalkirche des ehemaligen Spitals zum Hl. Geist und die St. Rochuskapelle. Die Spitalkirche wurde 1719/21 erbaut, eine Kapelle gab es aber bereits seit 1446. Die Rochuskapelle auf dem Friedhof wurde 1593 erbaut. Ab 1640 gab es vor den Toren der Stadt ein Schutzengelkapuzinerkloster gegründet. Die Mönche wohnten zunächst im Hinderofenhaus, bis sie 1657 ihr eigenes Klostergebäude erhielten. 1803 bzw. 1829 wurde das Kloster aufgehoben. Die zugehörige Kirche St. Fidelis von 1655 ist heute profaniert. Weiter gibt es noch eine St. Wolfgang-Kapelle auf dem neuen Friedhof. Diese wurde 1613/17 erbaut und im 18. und 19. Jahrhundert erweitert (heute Leichenhalle).

Die katholische Gemeinde St. Martin Wangen gehörte bis 1802 noch zum Bistum Konstanz. Später wurde sie dem Ordinariat Ellwangen unterstellt, aus dem 1821/27 das neu gegründete Bistum Rottenburg (heute Rottenburg-Stuttgart) hervorging. Nach dem Zweiten Weltkrieg entstand eine zweite Gemeinde im Stadtteil Waltersbühl, St. Ulrich, mit einer 1959 erbauten Kirche. Weitere katholische Kirchengemeinden gibt es in den Stadtteilen und zwar St. Petrus Deuchelried (Chor der Kirche von 1465/67 mit älterem Turm und neuem Schiff von 1965/66; seit 1728 Pfarrvikariat und seit 1823 Pfarrei), St. Stephanus Haslach (erbaut im 17. Jahrhundert, Erneuerung im 18. Jahrhundert; Pfarrei bereits im 13. Jahrhundert erwähnt), St. Kilian Karsee (schon seit dem 13. Jahrhundert Pfarrei), St. Laurentius Leupolz (erbaut 1400 mit Schiff von 1600, Pfarrei bereits 1275 erwähnt), St. Andreas Niederwangen (erbaut 1444 mit Erweiterungen des 16. Jahrhundert; Pfarrei bereits 1244 erwähnt), St. Clemens Primisweiler (erbaut im 17. Jahrhundert, 1831 erweitert), St. Gallus Roggenzell (erbaut 1841 mit altem Turm der Spätgotik) und St. Felix und Regula Schwarzenbach (Kirche von 1959; alte Kirche schon 1275 erwähnt).

Ferner gibt es in einigen Stadtteilen Wangens noch weitere katholische Filialkirchen oder Kapellen, z. B. St. Nikolaus Untermooweiler (erbaut 1312 und 1695 umgebaut), die romanische Kapelle St. Konrad Hiltensweiler und St. Nikolaus Sattel (im 18. Jahrhundert umgebaut).

Alle katholischen Kirchengemeinden gehören zum Dekanat Wangen, das im 19. Jahrhundert gegründet wurde.

Im 19. Jahrhundert zogen auch evangelische Einwohner nach Wangen. 1850 wurde eine ständige Pfarrverweserei eingerichtet. Die Gemeinde versammelte sich zunächst in einem Betsaal im ehemaligen Kapuzinerkloster. 1888 wurde eine eigene Pfarrei errichtet und 1893 erbaute sich die Gemeinde ihre eigene Kirche. Die Gemeinde gehört seit ihrer Gründung zur Evangelischen Landeskirche in Württemberg und ist dem Dekanat bzw. Kirchenbezirk Ravensburg angegliedert. 1963 erhielt die Evangelische Kirchengemeinde Wangen ein Gemeindezentrum im Stadtteil Wittwais. Zur Kirchengemeinde Wangen gehören auch alle Protestanten der Wangener Stadtteile.

Neben den beiden großen Kirchen gibt es in Wangen auch Gemeinden, die zu Freikirchen gehören, darunter eine Evangelisch-methodistische Gemeinde und die Christliche Gemeinde Wangen e. V. Auch die Neuapostolische Kirche und die Christengemeinschaft sind in Wangen vertreten.

An der Spitze der Stadt Wangen standen im 14. Jahrhundert der vom König bzw. von der Abtei St. Gallen eingesetzte Amtmann und der Rat (erstmals 1306 bezeugt). Um 1350 wurde die Zunftverfassung eingeführt. Danach gab es einen Bürgermeister, der ab 1384 dem Amtmann untergeordnet war. Seit 1551 gab es wieder eine neue Verfassung mit drei Bürgermeistern, zwei geheimen Räten und 13 Ratsherren.

1803 wurde die bayerische und ab 1810 die württembergische Verwaltung eingesetzt. Danach gab es einen Stadtschultheiß und den Rat. Seit 1935 wurde aus dem Stadtschultheiß der Bürgermeister, der seit der Erhebung zur Großen Kreisstadt 1973 die Amtsbezeichnung Oberbürgermeister trägt. Heute wird der Oberbürgermeister für eine Amtszeit von 8 Jahren gewählt. Er ist Vorsitzender des Gemeinderats und Leiter der Stadtverwaltung. Der Oberbürgermeister hat einen Beigeordneten als hauptamtlichen Stellvertreter, der die Amtsbezeichnung „Bürgermeister“ trägt. Daneben gibt es ehrenamtliche Stellvertreter aus der Mitte des Gemeinderats.

Blasonierung: Unter rotem Schildhaupt, darin drei linksgewendete bartlose silberne Männerköpfe (Wangen) nebeneinander, gespalten; vorne in Silber ein halber, rot bewehrter und rot bezungter schwarzer Adler am Spalt, hinten in Silber eine blaue heraldische Lilie.

Die Stadtflagge ist rot-weiß.

Schon ein Siegel aus dem Jahr 1312 enthält die Symbole des heutigen Stadtwappens. Die drei Köpfe sollen „Wangen“ darstellen und insofern ein redendes Wappen sein. Der Adler bezieht sich auf die ehemalige Reichsstadt Wangen, die Lilie evtl. auf ein Zeichen des Gerichts. Die Farben sind seit dem 18. Jahrhundert in Verwendung.

Wangen unterhält seit 1980 mit La Garenne-Colombes in Frankreich und seit 1988 mit Prato in Italien eine Städtepartnerschaft.

Wangen war ein großes Zentrum der Textilindustrie, z. B. mit der Erba-Gruppe, bevor diese Branche in Deutschland ihren Niedergang erlebte. Heute gibt es hier einen sehr vitalen Branchenmix.

Wangen liegt an der Bundesautobahn 96 Lindau–Memmingen, an den Bundesstraße 32 (Ravensburg–Wangen–Oberstaufen) und Bundesstraße 18 (Lindau–Wangen–Memmingen). Über die Autobahnausfahrten Wangen-West und Wangen-Nord ist das Stadtzentrum in nur wenigen Minuten zu erreichen. Eine weitere geplante Ausfahrt im Wangener Süden zwischen den Ortschaften Niederwangen und Primisweiler (Ausfahrt Wangen-Süd) wurde nie realisiert. Allerdings gibt es Stimmen aus der örtlichen Politik, welche das Thema „Wangen-Süd“ nach der Fertigstellung der A 96 im Herbst 2009 erneut auf die Tagesordnung setzen wollen. Im südlichen Ortsteil Neuravensburg existiert von Lindau kommend eine Behelfsausfahrt an der Autobahn.

Eine weitere Autobahn, die ehemals geplante und zwischenzeitlich verworfene Voralpenautobahn A 98, welche u. a. über Kempten - Lindau verlaufen sollte, wäre von Wangen aus Richtung Hergatz in nur wenigen Minuten erreichbar gewesen.

Die Stadt liegt an der Württembergischen Allgäubahn. Es gibt stündliche Verbindungen nach Ulm, Augsburg und Lindau. Im Zuge der Elektrifizierung der Bahnstrecke München–Lindau–Zürich, die über Wangen läuft, muss das Bahnhofsgelände umgebaut und modernisiert werden. Hierbei ist auch ein EC-Halt im Gespräch. Wangen ist durch Buslinien unter anderem mit Ravensburg und Tettnang verbunden; im Stadtverkehr verkehren sechs Linien. Wangen gehört dem Bodensee-Oberschwaben Verkehrsverbund (bodo) an.

Auch über die Luft ist Wangen gut erreichbar. Durch die nahe gelegenen Flughäfen in Friedrichshafen (Flughafen Friedrichshafen) und in Memmingen (Allgäu Airport), welche von vielen Airlines angeflogen werden, ist Wangen in nur knapp 30 Minuten mit dem Auto zu erreichen. Mit Fertigstellung der A 96 Richtung München und einem möglichen Ausbau der Bundesstraße 31 von Lindau nach Friedrichshafen (2+1-Lösung) dürfte sich die Fahrzeit zu den beiden Flughäfen mittelfristig sogar noch weiter verkürzen.

Über das Lokalgeschehen Wangens berichtet als Tageszeitung die Schwäbische Zeitung, sowie der regionale Fernsehsender REGIO TV Euro 3. Im Ort ist ansässig der Verlag autentic.info Gmbh, der bundesweit bekannt ist für seine Fachzeitschriften im Bereich Sehen. Medienpreisträger des Berufsverbandes der Augenärztes, 2004.

Wangen ist Sitz eines Finanzamts. Ferner gibt es hier ein Amtsgericht, das zum Landgerichtsbezirk Ravensburg und zum Bezirk des Oberlandesgerichts Stuttgart gehört.

In Wangen gibt es ein allgemeinbildendes Gymnasium (Rupert-Neß-Gymnasium) eine Realschule (Johann-Andreas-Rauch-Realschule), eine Förderschule (Martinstorschule), zwei Grund- und Hauptschulen (GHS Niederwangen und Prassberg-Schule), sechs Grundschulen (Berger-Höhe-Schule, Deuchelried, Grundschule im Ebnet, Leupolz, Neuravensburg und Schomburg) und zwei Hauptschulen (Anton-von-Gegenbaur-Schule und Hauptschule Karsee).

Der Landkreis Ravensburg ist Träger der beiden Beruflichen Schulen (Friedrich-Schiedel-Schule Gewerbliche und Landwirtschaftliche Schule und der Kaufmännischen Schule). Ferner gibt es die Heinrich-Brügger-Schule (Krankenhausschule) und die Staatliche Milchwirtschaftliche Lehr- und Forschungsanstalt (MLF – Dr.-Oskar-Farny-Institut).

Die private Altenpflegeschule St. Vinzenz, die Freie Waldorfschule, die Talander Schulgemeinschaft e.V. (Schule für Erziehungshilfe) und die Krankenpflegeschule an der Oberschwaben-Klinik Wangen ergänzen das Schulangebot.

Trotz mehrerer Stadtbrände 1539, 1793 und 1858, denen jeweils ganze Straßenzüge zum Opfer fielen, bildet die Altstadt ein malerisches, geschlossenes Ensemble mit Gebäuden vom frühen Mittelalter bis zum späten Barock.

Das Heimatmuseum in der Eselmühle wurde 1974 in einer 1969 von der Stadt erworbenen ehemaligen Mühle eröffnet. Das Museum zeigt „hinter dem laufenden Mühlrad“ originale Einrichtungen der traditionsreichen Mahlmühle. Es beherbergt ferner eine Sammlung zur Geschichte der Stadt Wangen, eine Sammlung Mechanischer Musikinstrumente, ein Käsereimuseum, ein Museum zur Fasnacht in Wangen und das Deutsche Eichendorff-Museum mit Gustav-Freytag-Museum.

Für kulturelle Veranstaltungen gibt es die Hägeschmiede mit Mehrzwecksaal für Kleinkunstprogramme und Tanzsaal für Ballett sowie die Stadthalle Wangen für Konzerte, Theater, Versammlungen, Vorträge, Tanzbälle und anderes.

Seit 1951 veranstaltet die Stadt Wangen im Allgäu in Verbindung mit dem Wangener Kreis und der Stiftung Kulturwerk Schlesien jährlich Ende September die Wangener Gespräche. Sie sind Ausdruck der Zusammenarbeit zwischen ehemals Vertriebenen und Einheimischen, des „Miteinanders von geistig regsamen, künstlerisch sensiblen Schwaben und Schlesiern“, wie der Verein schreibt. Sie wollen das Kennenlernen der östlichen Nachbarvölker fördern und Impulse geben für das kulturelle Leben Deutschlands. Im Rahmen dieser Tagungen wird alljährlich der Eichendorff-Literaturpreis verliehen.

Die Oberstadtkirche St. Martin gehört zu den ältesten Baudenkmälern der Stadt. Schon im 9. Jahrhundert stand an dieser Stelle eine (wenn auch kleinere) Kirche, die im Laufe der Jahrhunderte mehrere Aus- und Umbauten erfuhr. Der Kirchturm ist bis zur Glockenstube in unregelmäßigen romanischen Findlingssteinen gemauert. Auch die östliche Giebelwand des Mitschiffs geht in die Zeit des romanischen Baustils zurück. Um 1386 entstand der gotische Chor. Die Kirchenschiffe bekamen im 15. Jahrhundert ihre heutige Form, Umbauten erfolgten im 17., 18., 19. und 20. Jahrhundert. Zu den weiteren Kirchen im Stadtgebiet vgl. Abschnitt Religionen.

An der Herrenstraße steht das Frauentor, heute auch Ravensburger Tor genannt, das Wahrzeichen der Stadt. Das 1472 erstmals erwähnte Tor ist wohl älter und erhielt seine heutige Form im Jahr 1608. Der Bau zeigt ein einheitliches Renaissancegepräge mit charakteristischen Ecktürmchen. Weitere Reste der Stadtbefestigung sind das Lindauer Tor bzw. Martinstor und der Pfaffenturm aus dem 14. Jahrhundert.

Das Rathaus wurde im 15./16. Jahrhundert, teilweise schon früher, erbaut und 1719/21 barock umgebaut.

Sehenswert ist auch der sogenannte Fidelisbäck, eine über 500 Jahre alte Bäckerei mit angeschlossener Gaststube, wegen ihrer Fassadenmalereien. Eine Besonderheit der Stadt sind die vielen Brunnen; zum Teil wurden sie in den letzten Jahren mit verschiedenen, meist augenzwinkernden Skulpturen erweitert und verschönert.

Ein sehr schöner Platz für Open-Air-Veranstaltungen findet sich an der Stadtmauer neben der im 16. Jahrhundert errichteten Eselsmühle.

Die Stadt Wangen hat folgenden Personen das Ehrenbürgerrecht verliehen. Die Auflistung erfolgt chronologisch nach Verleihung.

Der MTG Wangen wurde im Jahr 1849 als "Turnverein Wangen" gründet, der seit 1887 Männerturngemeinde Wangen heißt. Er hat heute über 3.400 Mitglieder.

Die Handballabteilung ist die größte Abteilung der MTG. In der Saison 2007/08 gelang der Herrenmannschaft der Aufstieg in die Baden-Württemberg Oberliga. Die Spielstätte ist die Argenhalle.

Einer der traditionsreichsten Vereine in Wangen ist die 1913 gegründete Rad-Union. Die Rad-Union veranstaltet das älteste Rad-Kriterium Deutschlands.

Der 1903 gegründete Tennisclub Wangen zählt zu den besten Tennisvereinen in Baden-Württemberg und ist einer der ältesten Vereine in der Umgebung. Zu den erfolgreichsten Spielern, die aus dem Verein hervorgegangen sind, zählen Martin Wetzel (spielt 2008 in der 2. Bundesliga), Carolin Wetzel, Lisa Klarmann, Clemens Hübner sowie Nico Huber.

Das Juze Tonne wurde 1971 gegründet und am 12. Februar 1972 in den Vereinsregister der Stadt Wangen eingetragen, und gehört heute zu den Ältesten Jugendzenteren Deutschlands. Die TONNE befindet sich in den Kellerräumen und dem Ersten Stock der Lindauerstraße 2 in dem sich noch vor der Zeit der Tonne ein Aktenlager aus dem Ersten und Zweiten Weltkrieg befand.

Erste Gründung im Jahr 1927 u. a. durch den späteren Vorstand der MTG Wangen, Fritz Hindelang. Nach dem zweiten Weltkrieg Wiedergründung im Jahr 1953. Derzeit mit über 200 Mitgliedern tätig in der Schwimm- und Rettungsschwimmausbildung, im Wasserrettungsdienst des Landkreises Ravensburg und im Katastrophenschutz. Betreibt Wasseraufsicht im Wangener Freibad Stefanshöhe und im Argenbühler Moorbad Burg bei Eglofs.

1943 bis 1945 diente Wangen als Kulisse für den NS-Propaganda-Film Quax in Fahrt (uraufgeführt 1953 als Quax in Afrika) mit Heinz Rühmann, einer Fortsetzung des Films Quax, der Bruchpilot.

Vom 14. April bis 13. Mai 2004 wurde eine Tatort-Folge („Bienzle und der Sizilianer“, Regie Hartmut Griesmayr) unter anderem in Wangen und Umgebung gedreht.

Das Wangener Juze Tonne e. V. ist das älteste selbstverwaltete Jugendzentrum Deutschlands.

Die Jugendmusikschule Württembergisches Allgäu mit Sitz in Wangen ist eine der größten Musikschulen in Baden-Württemberg.

Während der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 bezog die Nationalmannschaft von Togo Quartier in Wangen.

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Landkreis Lindau (Bodensee)

Wappen des Landkreises Lindau (Bodensee)

Der Landkreis Lindau (Bodensee) liegt im Südwesten des bayerischen Regierungsbezirks Schwaben. Nachbarkreise sind im Norden die baden-württembergischen Landkreise Bodenseekreis und Ravensburg, im Osten der Landkreis Oberallgäu und im Süden das österreichische Bundesland Vorarlberg. Ferner hat der Kreis im Südwesten eine natürliche Grenze am Ufer des Bodensees, an welchem die Kreisstadt Lindau auf einer Insel im See liegt.

Der Landkreis besteht im Südwesten aus den Ufern des Obersees, des östlichen und tiefsten Teils des Bodensees. Auf einer Insel im See befindet sich die Altstadt der Kreisstadt Lindau (Bodensee). Nach Westen folgen Bad Schachen (ein Stadtteil von Lindau), Bodolz, Wasserburg (Bodensee) und Nonnenhorn. Die Uferorte sind neben dem Fremdenverkehr auch von der Fischerei und dem Weinanbau geprägt, der vor allem in Nonnenhorn und am Hoyerberg bei Lindau betrieben wird. Nach Nordosten schließt sich ein Hügelland mit Endmoränen und Drumlins an. Der östliche Teil wird durch das Westallgäu geprägt. Der Bergrücken des Pfänders verläuft in nordnordöstlicher Richtung, die Höhen liegen meist über 700 - 800 m ü. NN. Nach Osten folgen weitere parallel zum Pfänderrücken verlaufende Bergkämme. Geologisch sind sie vor allem durch tertiäre Nagelfluh-Gesteine geprägt. Höchste Erhebung ist die Kalzhofener Höhe mit 1118 m. Durch die erheblichen Höhenunterschiede gibt es im Landkreis deutliche klimatische Unterschiede: Während am Bodensee bereits die Obstbäume blühen und Temperaturen über 25 °C erreicht werden, kann man im Westallgäu noch meterhohen Schnee vorfinden. Am Pfänderrücken kommt es zu Steigungsregen, daher sind dort die Jahresniederschläge am höchsten (deutlich über 1.000 mm/a), während es im Westen und Osten trockener ist (um 800 mm/a). Das Westallgäu ist durch eine überdurchschnittliche Sonnenscheindauer (bis 2.000 Stunden pro Jahr) gekennzeichnet. Außerdem grenzt dieser Landkreis an die Regionen Vorarlberg (Österreich) und, durch den Bodensee, an die Schweizer Kantone St. Gallen und Thurgau.

Der Landkreis war, wie das übrige Bodenseegebiet und Allgäu, in vorgeschichtlicher Zeit von den Kelten besiedelt. Aus dieser Zeit existieren noch keltische Fluchtburgen, die aber kaum noch erhalten sind. 15 v. Chr. eroberten die Römer das Gebiet und verleibten es der Provinz Rätien ein. In Lindau bestand eine römische Werft, archäologische Funde sind im Kreisgebiet jedoch selten. Ab dem 3. Jahrhundert kam es zu vermehrten Einfällen von Alemannen, die das Gebiet nach dem Ende des Römischen Reiches besiedelten. Die Christianisierung erfolgte insbesondere durch St. Gallus und St. Magnus. Die ersten urkundlichen Erwähnungen von frühmittelalterliche Siedlungen betreffen Haddinwilare das heutige Laiblachsberg (zwischen 769 und 773), Wasserburg (Bodensee) (784), Lindenberg im Allgäu (857), Opfenbach (872), Weiler im Allgäu (894). Das Gebiet war überwiegend unter der Herrschaft des Klosters St. Gallen, Teile gehörten dem Kloster Mehrerau bei Bregenz. Den größten Aufschwung nahm Lindau, urkundlich zuerst 882 erwähnt, das im 13. Jahrhundert zur Freien Reichsstadt und insbesondere durch den Handel wohlhabend wurde. Im späten Mittelalter gingen die ländlichen Gebiete in die Herrschaft des Hauses Montfort, der Fugger und der Habsburger über, die im 18. Jahrhundert mehr als die Hälfte des Kreisgebietes regierten.

Durch Napoleon Bonaparte erfolgte eine Neuordnung. 1802 verlor Lindau die Reichsfreiherrlichkeit (Status als Freie Reichsstadt), 1806 erhielt Bayern das Landkreisgebiet. Es wurden die beiden Landgerichte Lindau und Weiler errichtet, die zunächst zum Illerkreis, ab 1808 zum Oberdonaukreis (ab 1838 Schwaben und Neuburg, später nur noch Schwaben) gehörten. Die Stadt Lindau (Bodensee) war 1809 aus dem Landgerichtsbezirk ausgeschieden und eine kreisunmittelbare Stadt geworden.

1862 wurde aus den Landgerichten Lindau und Weiler der Bezirk Lindau gebildet. Dieser wurde 1938 in Landkreis Lindau, das Bezirksamt in Landratsamt Lindau umbenannt. 1940 wurde Lindau in den Landkreis Lindau eingegliedert, doch wurde dies 1948 wieder rückgängig gemacht. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Gebiet des Land- und Stadtkreises der französischen Besatzungszone zugeschlagen und gemeinsam mit Württemberg-Hohenzollern verwaltet, während der Rest Bayerns zur amerikanischen Besatzungszone gehörte. Der Landkreis hatte damit eine Sonderstellung, Verwaltungschef war der Kreispräsident. Der Landkreis Lindau war mit drei Delegierten in der Beratenden Landesversammlung des Landes Württemberg-Hohenzollern und bis 19. Dezember 1950 auch im Landtag des neu errichteten Landes Württemberg-Hohenzollern vertreten. Die vollständige Rückgliederung des Landkreises nach Bayern erfolgte am 1. September 1955. Allerdings spielen die Sportvereine des Landkreises Lindau noch heute in baden-württembergischen Ligen.

Im Rahmen der Gebietsreform in Bayern im Jahr 1972 wurde die bislang kreisfreie Stadt Lindau (Bodensee) in den Landkreis Lindau eingegliedert. Die Stadt Lindau (Bodensee) erhielt für den Verlust der Kreisfreiheit den Status einer Großen Kreisstadt.

Traditionell dominiert im westlichen Teil der Obst- und Weinbau, während die Landwirtschaft des Westallgäus vor allem durch Viehzucht geprägt ist. Der Tourismus hat in den letzten 100 Jahren stetig an Bedeutung gewonnen. Im Westen, speziell am Bodensee, überwiegen Sommergäste, im Osten der Skitourismus im Winter und Wander- und Kurtourismus im Sommer. Industriezentren sind Lindau (u.a. Obstsaftherstellung durch Lindauer Fruchtsäfte GmbH (vormals Lindavia), Maschinenbau) und Lindenberg (früher Textilindustrie, vor allem (Stroh-)Hüte, heute geprägt durch Liebherr Aerospace größter Luftfahrtzulieferer in Deutschland).

1824 wurde das erste Lindauer Dampfschiff, Max Joseph in Dienst gestellt, damit war Lindau an das Schiffahrtsnetz angeschlossen, 1835 wurde die Lindauer Dampfboot AG gegründet, die später von den Königlich Bayerischen Staatsbahnen übernommen wurde. Durch die Bodenseeschiffe ist der Landkreis mit Österreich, der Schweiz und Baden-Württemberg direkt verbunden.

Der Landkreis ist durch Autobahnen mit München und Norddeutschland sowie dem westlichen Bodenseegebiet und Österreich verbunden.

Die Eisenbahnstrecke Lindau-Augsburg, die lange Zeit das verkehrliche Rückgrat des Kreises bildete, wurde ab 1844 von der Bayerischen Staatsbahn projektiert. In ihrem Verlauf entstand bei Röthenbach der damals größte Eisenbahndamm der Welt. Die Eröffnung erfolgte 1853, damit war der Landkreis an das bayerische Schienennetz angeschlossen, Bayern erhielt den Anschluss an den Seeweg in die Schweiz. Mit der Bahnlinie Lindau-Bregenz (1872 war das Kreisgebiet auch per Bahn mit Österreich verbunden. 1874 wurde die Eisenbahn-Trajekt-Linie Lindau-Romanshorn eingerichtet. In den 1890er Jahren wurde in Hergatz gemeinsam mit der Württembergischen Staatsbahn eine Zweiglinie nach Wangen - Kißlegg hergestellt. Auch Weiler im Allgäu wurde durch eine Nebenbahn 1897 an die Hauptstrecke bei Röthenbach angeschlossen. Diese Strecke wurde von der Gemeinde Weiler selbst finanziert (1960 stillgelegt). Erst 1899 erfolgte dann der Lückenschluss Friedrichshafen-Wasserburg-Lindau (Bodenseegürtelbahn). 1901 folgte schließlich noch die Lokalbahn Röthenbach-Lindenberg-Scheidegg (Scheidegger Moosrutsche, 1966 stillgelegt).

Der Landkreis Lindau gliedert sich in 19 Gemeinden, davon 2 Städte, 3 Märkte, 5 Einheitsgemeinden und 3 Verwaltungsgemeinschaften (mit insgesamt 9 Mitgliedsgemeinden).

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Allgäubahn (Württemberg)

Hämmerlebrücke in Hergatz

Als Württembergische Allgäubahn wird die Eisenbahnstrecke von Herbertingen über Bad Saulgau, Aulendorf, Bad Waldsee, Kißlegg, Leutkirch nach Isny, sowie deren Zweigstrecke von Kißlegg über Wangen nach Hergatz bezeichnet. Da der Abschnitt von Herbertingen nach Aulendorf heute betrieblich ein Teil der Zollernalbbahn ist und die Bahnstrecke Leutkirch–Isny nicht mehr in Betrieb ist, wird der Begriff „Württembergische Allgäubahn“ heute von der Deutschen Bahn AG nur noch für die Kursbuchstrecke 753 verwendet (Aulendorf–Kißlegg-Hergatz).

Der Personenverkehr war im Rahmen des Allgäu-Schwaben-Taktes 1993 auf der Relation Aulendorf–Leutkirch–Memmingen zum Stundentakt verdichtet worden. Zum Jahresfahrplan 2005 wurde jedoch der Stundentakt zum Zweistundentakt ausgedünnt – wegen angeblich zu geringer Fahrgastzahlen. Diese Zahlen sind allerdings umstritten. Studien weisen auf einen Anstieg der Fahrgastzahlen von 386 % auf der Relation Aulendorf–Kißlegg–Memmingen zwischen den Jahren 1993 und 2003 hin.

Seit Anfang 2005 versucht die Pendlerinitiative „Allgäubahn im Stundentakt“, die Wiedereinführung des Stundentaktes durchzusetzen. Einen Teilerfolg erreichte sie, als mit dem Fahrplanwechsel im Dezember 2005 für den Berufs- und Schülerverkehr einzelne zuvor gestrichene Züge wieder eingesetzt wurden. Im Oktober 2006 gründete sich außerdem die „Initiative Allgäubahn“, in der die an der Württembergischen Allgäubahn sowie die an der Bahnstrecke Kißlegg–Memmingen liegenden Städte und Gemeinden sich für eine Verbesserung des als unzureichend empfundenen Zwei-Stunden-Grundtaktes einsetzen. Die vom Kißlegger Bürgermeister Dieter Krattenmacher koordinierte Initiative hat als erste Maßnahme ein Gutachten beim Tübinger Nahverkehrsberater Ulrich Grosse in Auftrag gegeben. Grosses Konzept, Buslinien nicht mehr parallel zum Schienenstrang, sondern rechtwinklig dazu laufen zu lassen, wurde zum Fahrplanwechsel 2007/2008 für Aichstetten und im Sommer 2008 für den Raum Kißlegg/Bad Wurzach realisiert.

Der Güterverkehr beschränkt sich im wesentlichen auf die Anlieferung von Rohmaterialien für das Saint-Gobain-Glaswerk in Bad Wurzach, diese werden über die Roßbergbahn angeliefert. Ferner verkehren in der Sommersaison Kieszüge, außerdem wird das Shell-Tanklager in Aichstetten-Altmannshofen bedient.

Am 15. Februar 2008 unterzeichneten der deutsche Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee und sein schweizerischer Amtskollege Moritz Leuenberger in Memmingen eine Absichtserklärung mit dem Inhalt, die Strecke München-Lindau auszubauen und das bisher nicht elektrifizierte Teilstück zwischen Geltendorf und Lindau–Aeschach zu elektrifizieren. Der Abschnitt Leutkirch-Hergatz der württembergischen Allgäubahn ist Teil der Ausbaustrecke. Dieser Erklärung folgte am 18. Dezember 2008 eine Finanzierungserklärung. 2010 soll mit dem Ausbau begonnen werden, 2015 soll er abgeschlossen sein. Die veranschlagten Kosten von 205 Millionen Euro wollen sich der Bund, der Freistaat Bayern und die Schweiz teilen. Hintergrund ist der zukünftige Gotthard-Basistunnel. Insbesondere die Schweiz möchte die Strecke München–Buchloe–Memmingen–Lindau–Bregenz als Zulaufstrecke für diese neue Transitachse nutzen. Durch den Ausbau sollen Züge im Personenverkehr zwischen München und Zürich statt heute 4 Stunden Fahrzeit nur noch 3 Stunden benötigen.

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Leiblachtal

Das Leiblachtal ist hauptsächlich eine Teilregion der Region Bodensee-Alpenrhein im österreichischen Vorarlberg. Das Leiblachtal erstreckt sich jedoch auch bis ins deutsche Bayern, da die Leiblach ein Grenzfluss zwischen Deutschland und Österreich ist. Das gesamte Tal befindet sich östlich des nahegelegenen Bodensees.

Auf der österreichischen Seite des Leiblachtals befinden sich die Gemeinden Hörbranz, Lochau, Hohenweiler, Eichenberg und Möggers.

In der Umgebung der oberen Leiblach befinden sich die Gemeinden Sigmarszell, Hergensweiler, Opfenbach, Hergatz und Heimenkirch.

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Source : Wikipedia