Heino Ferch

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Geschrieben von daneel 12/03/2009 @ 05:09

Tags : heino ferch, schauspieler, kultur

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Heino Ferch

Heino Ferch

Heino Ferch (* 18. August 1963 in Bremerhaven) ist ein deutscher Filmschauspieler. Durch seine Rolle als Fluchthelfer Harry Melchior in dem Fernseh-Zweiteiler „Der Tunnel“ ist er einem großen Publikum bekannt. Er zählt zu den bekanntesten Filmschauspielern Deutschlands.

Der Sohn eines Kapitäns stand im Alter von fünfzehn Jahren noch während seiner Gymnasialzeit für das Musical Can Can unter der Regie des ehemaligen Solotänzers der Bayerischen Staatsoper Franz Baur-Pantouiler zum ersten Mal für tanzakrobatische Nummern auf der Bühne des Stadttheaters seiner Heimatstadt Bremerhaven. Bis 1984 reiste er zeitgleich als Bundeskader-Mitglied im Kunstturnen (2. Bundesliga) durch Europa. Im Jahr 1987 beendete Heino Ferch sein Studium an der Universität für Musik und Darstellende Kunst Mozarteum in Salzburg. Neben dem Hauptfach Schauspiel hatte er auch Kurse in Stepptanz, Ballett und Gesang belegt.

Von 1987 bis 2007 lebte Ferch in Berlin, einer Stadt, deren Schicksal von Teilung und Wiedervereinigung immer wieder in seiner filmschauspielerischen Arbeit reflektiert wird (Wedding, Reise hinter den Spiegel, Wer hat Angst von RotGelbBlau, Menteurs, Der Tunnel, Mord am Meer, Die Luftbrücke, Die Mauer – Berlin '61 und Das Wunder von Berlin). Nach seiner Hochzeit 2005 verlegte Heino Ferch seinen Wohnsitz Mitte 2007 nach Bayern an den Ammersee.

Er war bis 1999 neun Jahre lang mit der Schauspielerin Suzanne von Borsody liiert, mit der er in mehreren Filmprojekten gemeinsam auftrat (Lauras Entscheidung (1994), Wer Kollegen hat, braucht keine Feinde, Visum in den Tod – Die Russenhuren, Lola rennt (alle 1995), Marlene (1999)). Aus der darauf folgenden Beziehung mit einer Berliner Humanmedizinerin stammt eine Tochter (* 2000). Im Jahr 2002 lernte Ferch durch Vermittlung der Casterin Rita Serra-Roll, die die beiden auf einer Veranstaltung nebeneinander platzierte, das damalige Bundeskader-Mitglied im Vielseitigkeitsreiten Marie-Jeanette Steinle kennen. 2005 heirateten Ferch und Steinle während der Sail 2005 auf dem Dreimast-Vollsegler Dar Młodzieży in Bremerhaven standesamtlich. Die kirchliche Trauung folgte im selben Monat im Marienmünster zu Dießen am bayerischen Ammersee. Die beiden haben eine gemeinsame Tochter (* 2008).

Das Ehepaar Ferch ist aktiv als Spieler und in der Nachwuchsförderung dem Polosport verbunden. Beide sind Mitglieder des Polo Club Landsberg e.V., beider gemeldetes DPV-Handicap ist 0 (Stand: Juni 2008). Im Mai 2008 gewann das Team Landsberg I/Texas Trading mit Heino Ferch auf Spielposition 2 das Poloturnier um die Texas Trading Trophy. Mit Heino Ferch erstmals als Team-Captain (auf Position 4) erspielte sich das Team Landsberg/Logtech im Juli 2008 den vierten Platz des Amateur Cup 2008.

Im September 2008 gewann ein Team des Poloclubs Landsberg-Ammersee mit Heino Ferch auf Spielposition 2 zum zweiten Mal in Folge das Süddeutsche Poloderby um den Nissan-Cup (offizielles DPV-Turnier). Im Januar 2009 belegte das Team mit Heino Ferch als Team Captain auf Position 3 und Marie-Jeanette Ferch auf Position 2 beim siebten Snow Arena Polo World Cup in Kitzbühel Platz 4 von 8 und verpasste in gleicher Besetzung nur um einen halben Punkt Platz 3 beim S Club Snow Arena Polo World Cup im französischen Courchevel ebenfalls im Januar 2009.

Sein erstes Engagement nach dem Studium nahm Heino Ferch an der Freien Volksbühne Berlin an, wo er von 1987 bis 1990 u. a. unter Hans Neuenfels zum Ensemble gehörte. In dieser Zeit übernahm er in einer Fernseh-Verfilmung von Der zerbrochene Krug von Heinrich von Kleist die Rolle des Rupert (mit Günter Strack als Dorfrichter Adam). 1990 bis 1994 war er Ensemblemitglied am Schillertheater (Berlin) (Die Räuber; Mockinpott; Kasimir und Karoline; Wie es Euch gefällt). Er gastierte bei den Salzburger Festspielen (Un re in ascolto; Jedermann; Macbeth; Il ritorno d´Ulisse), an der Mailänder Scala und am Wiener Burgtheater (Die Geisel). 1993 spielte er unter der Regie von Peter Zadek im Theater des Westens 120 Vorstellungen in Der blaue Engel. Ende der 1980er-Jahre wechselte Ferch vom Theater zum Film.

Sein Spielfilmdebüt gab Ferch 1987 mit einem Kurzauftritt in Schloss Königswald. 1989 spielte er seine erste Hauptrolle als Amokläufer Klaus Asmus in Wedding. Es folgten unter der Regie von Tom Toelle Deutschlandlied, eine Geschichte, die den Umbruch von Nazideutschland zur Demokratie am Kriegsende skizziert und der Schlöndorff-Kinofilm Der Unhold, ein Filmepos über die verführerische Macht der organisierten Nazi-Selbstpropaganda, wo er in der Rolle des Napola-Kommandanten Raufeisen auf sich aufmerksam machte.

Im Jahr 1997 gelang ihm sein Durchbruch als Filmschauspieler in Joseph Vilsmaiers Kinofilm Comedian Harmonists, mit der Rolle des ruhigen und geradlinigen A-Cappella-Tenors Roman Cycowski und mit der Verkörperung des getrieben ruhelosen und unglücklichen Skilehrers Marco in Tom Tykwers frühem Meisterwerk Winterschläfer. In diesem Jahr sah man Ferch in neun unterschiedlichen Rollen, sieben davon Haupt- oder Co-Hauptrollen (Comedian Harmonists, Winterschläfer, Das Leben ist eine Baustelle, Spiel um dein Leben, Der Schutzengel, Koma, Buddies, Lucie Aubrac, Es geschah am hellichten Tag).

1998 verkörperte er in Tom Tykwers Lola rennt den brutalen Gangster Ronnie. Im selben Jahr synchronisierte er die Figur des Lokalreporters Harry Barber in dem amerikanischen Volker Schlöndorff-Film Palmetto – Dumme sterben nicht aus. Das Interesse an dieser Art von Film (Neo-)Noir-Figur bestätigte er im Folgejahr mit der Übernahme der Rolle des Johannes in Buddy Giovinazzos englischem Film-Noir-Thriller The Unscarred (Jeder stirbt). 1999 wiederholt der das Thema Amokläufer in der Rolle des Ex-Fremdenlegionärs Volker Bretz, Kampfnahme: Straight Shooter im gleichnamigen Film. Die damalige Ähnlichkeit mit dem amerikanischen Schauspieler Bruce Willis zur Zeit des Films The Mercury Puzzle (1998) verschaffte ihm die bis heute von ihm selbst mit persönlicher Distanz wahrgenommene Etikettierung eines „deutschen Bruce Willis“.

2002 spielte er in der Thriller-Satire Nachts im Park Dr. Steffen Hennings, einen Herzchirurgen unter Lustmordverdacht, der sich eine sowohl gefährliche als auch komische Verfolgungsjagd mit der Polizei liefert.

Im Jahr 2001 startete der Fernseh-Zweiteiler Der Tunnel. Die Produktion erhielt sieben Filmpreise und wurde in Folge in mehr als 70 Länder verkauft. Ferch wurde für seine Darstellung des Fluchthelfers Harry Melchior mit der „Goldenen Kamera“ ausgezeichnet. Im Jahr 2004 kam der Film Der Untergang in die Kinos, der eine Oscar-Nominierung erhielt und in mehr als 145 Länder verkauft wurde. Ferch verkörperte in diesem Film den Hitler-Architekten Albert Speer. Im Jahr 2005 sahen acht Millionen Zuschauer den Fernseh-Zweiteiler Die Luftbrücke – Nur der Himmel war frei mit Ferch in der Rolle des amerikanischen Generals Philipp Turner, einer Fiktionalisierung des historischen Organisators der Luft-Versorgungsbrücke für das von den Alliierten eingeschlossene Berlin General William H. Tunner. Der Film erhielt die Goldene Kamera für den besten deutschen Fernsehfilm des Jahres und wurde in 43 Länder verkauft.

Positives Presseecho für Ferch bewirkte seine Rolleninterpretation des jüdischen Ghettoleiters Jacob Gens, die Kälte und Härte einerseits und wachsende Verzweiflung andererseits dem Publikum eindringlich fühlbar machte, in der Kinoverfilmung des Theaterstückes Ghetto von Joshua Sobol.

2006 sah man ihn in der Rolle eines einfachen Ostberliner Bauarbeiters, dessen Familie am 13. August 1961 auseinander gerissen wird. Der Mann und seine Frau werden mittellos in Westberlin festgehalten, der Sohn bleibt im Osten. Ferch wurde für die Rolleninterpretation der Figur Hans Kuhlke, der – von der Situation haushoch überfordert – immer mehr erstarrt und verstummt, 2008 mit dem Jupiter Filmpreis ausgezeichnet.

Ende 2007 spielte er nach langer Abstinenz im komödiantischen Fach die Rolle des eifersüchtigen Ehemannes Jan in der erfolgreichen Kinokomödie Meine schöne Bescherung (Messy Christmas), für die er ebenfalls sehr gute Kritiken erhielt.

Immer wieder übernimmt Ferch neben historischen Figuren auch Rollen in semidokumentarischen Spielfilmen, die aktuelle Themen erzählen, so zum Beispiel 1991 in Der Tod kam als Freund, einem Film, der sich mit dem Nazierbe in der Bundesrepublik dieser Zeit beschäftigte, 1993 in Gefährliche Verbindung, ein Film, der die Umweltgefährdung und Beschäftigungspolitik in der Firmenpolitik von Chemiekonzernen exemplarisch diskutierte, 2005 in Hunt for Justice, einem Film, der die Politik im Kosovo-Krieg kritisch skizzierte, oder 2005 in Mord am Meer, einem Film, der an einem Einzelschicksal die Frage nach den Auswirkungen der damaligen DDR-BRD-Politik stellte.

In der kanadischen TV-Großproduktion The Trojan Horse, 2008, spielte Ferch Johann Kruse, Repräsentant des BND in Kanada. Der Politthriller fiktionalisierte die möglichen Auswirkungen von Wahlfälschung und machtpolititschen Verstrickungen.

Ebenfalls 2008 stand er in der Golden Globe- und Oscar- bzw. Academy Award-nominierten Bernd Eichinger- Produktion Der Baader-Meinhof-Komplex in der Figur des Assistenten von Horst Herold Dietrich Koch, auf der Seite der verfolgenden Justiz.

Im selben Jahr verpflichtete sich Heino Ferch erstmals mit dem Film Hanni & Nanni (Drehbuch: Katharina Reschke, Jane Ainscough nach der gleichnamigen Romanreihe von Enid Blyton, Regie: Christine Hartmann) zu einer Rollenübernahme im Filmgenre Familien-/Kinderfilm. Parallel zu den Großproduktionen spielt Ferch regelmäßig in kleineren Produktionen – häufig Thrillern –, deren hohe Qualität die Anzahl ihrer Filmpreis-Auszeichnungen widerspiegeln. (z.B. Der Anwalt und sein Gast, Das Konto, Hölle im Kopf, Mord am Meer, Jagd nach Gerechtigkeit.) Rollenübernahmen in Europäischen und Canadischen (Gemeinschafts-)Produktionen, wie Lucie Aubrac, Julius Caesar, Napoleon, Mávahlátur, Hunt for Justice-The Louise Arbour Story (CAN) und Die Drei Musketiere, H2O Part II: The Trojan Horse (CAN) förderten den Bekanntheitsgrad des deutschen Schauspielers im internationalen Umfeld.

Als Synchronsprecher lieh er David Morse (in: Prototype. Regie: David Greene, 1983) und Woody Harrelson (in: Palmetto. Regie: Volker Schlöndorff, 1998) seine Stimme.

Der Name des Charakterdarstellers Heino Ferch ist eng verknüpft mit Namen renommierter deutschsprachiger Regisseure wie Volker Schlöndorff, Tom Toelle, Peter Schamoni, Nico Hofmann, Roland Suso Richter, Tom Tykwer, Joseph Vilsmaier, Vivian Naefe, Sherry Horman, Hartmut Schoen, Uli Edel, Matti Geschonneck, Helmut Dietl, Markus Imboden, Carlo Rola, Margarethe von Trotta und Oliver Hirschbiegel. Nach frühen Projekten unter dem Autorenfilmregisseur Heiko Schier verband ihn in den 1990er-Jahren wiederholte Zusammenarbeit mit dem Regisseur und Drehbuchautor Uwe Janson.

Neben der Mehrzahl seiner Filmfiguren, die sich in dramatischen und psychisch belastenden bis scheinbar ausweglosen Situationen äußeren Drucks bewegen, zeigt Ferch mitunter auch sein komödiantisches Talent, wie z. B. in 2 Männer, 2 Frauen – 4 Probleme?!, Single sucht Nachwuchs oder Meine schöne Bescherung. Drehen sich die Themen seiner Filmrollen vor der Jahrtausendwende häufig um den inneren Druck dunkler Seiten des Individuums, des Einzelnen – Verlust, Macht und Ohnmacht, nehmen seine Figuren ab circa 2002 hellere Themenvarianten auf, die mehr und häufiger auf ein großes Ganzes gerichtet sind: Verantwortung für eine Gemeinschaft, Freundschaft, Fürsorge werden thematisch verstärkt fokussiert.

Des Öfteren findet sich die Läuterungsthematik nach dem Saulus-Paulus-Prinzip. Vor der Jahrtausendwende exemplifizieren die Filmfiguren häufig dunkle Charaktere, Täter. Gelingt der Figur die Läuterung nicht, geht sie unter. (Der Unhold, Samstags wenn Krieg ist, Winterschläfer, Der Schutzengel). Nach 2004 durchlaufen Filmfiguren, die Ferch verkörpert, des öfteren einen Läuterungsvorgang, der zu einem guten Ende führt. (Drei Musketiere, Die Luftbrücke, Auf ewig und einen Tag, Der geheimnisvolle Schatz von Troja).

Häufig zu finden ist in Filmen mit Heino Ferch der Topos des Rettungsversuches. Der Protagonist versucht – oft erfolgreich –, den Untergang einer einzelnen Person, einer Gruppe oder der im Film vorgestellten Erlebenswelt des Protagonisten zu verhindern. Beispiele dafür sind Koma, Das Baby, Der Feuerteufel, Todfeinde, Wer Kollegen hat ..., Straight Shooter, Der Tunnel, Extreme Ops, Hunt for Justice, Der Untergang, Ghetto, Die Luftbrücke, Die Mauer, Und Jimmy ging zum Regenbogen.

Die Figuren der Komödien vermitteln oft zunächst den Eindruck überdurchschnittlicher Leistung, Unnahbarkeit, Korrektheit oder Perfektion, der im Verlauf des Films dann schrittweise zerfällt. Der Zuschauer empfindet nach anfänglichen Gefühlen von Neid und Schadenfreude nach Demontage der Fassade letztendlich Mitleid mit dem Helden, der mit der Offenbarung seiner Schwächen menschliche Qualitäten entwickelt. (2 Männer, 2 Frauen – 4 Probleme, Single sucht Nachwuchs, Möwengelächter, Meine Schöne Bescherung).

Ferchs meist auf innere Entwicklung angelegten Figuren decken häufig in ein-und derselben Figur die Bandbreite von reaktionsschnell aktiv zupackendem Pragmatismus bis hin zu fast zärtlicher Sensibilität ab. Ferchs Figuren agieren zwischen dem Fortissimo von Schrei und Aktion bis zur Reaktion im Pianissimo leiser Traurigkeit, die den Zuschauer in äußerster Nahsicht an schwebende Zwischentöne heranholt. Timing, Rhythmus und Balance, Hauptmittel seiner Darstellung, generieren die besondere Stärke seines körperorientiert choreografierten Spieles.

Von der Kritik hervorgehoben wird Ferchs große Wandlungsfähigkeit in der Figurenzeichnung, die den hilflos verstummenden, geistig mittellosen Mann (z. B. Hans Kuhlke in Die Mauer – Berlin '61, oder Hans Lederer, „Bock“ in Es geschah am hellichten Tag), den hochintelligenten Manager, Yuppie, Anwalt oder Architekten bis hin zum adligen Traditionsbewahrer (Marquis des Caulaincourt in Napoléon) und historischen Verantwortungsträger (Vercingetorix in Julius Caesar, General Turner in Die Luftbrücke) oder Abenteurer (Fluchthelfer Harry Melchior in Der Tunnel, Entdecker Heinrich Schliemann in Der geheimnisvolle Schatz von Troja) mit Farbe, Kraft und Kontur abbildet.

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Suzanne von Borsody

Suzanne von Borsody auf der Lit.Cologne 2006 in Köln

Suzanne von Borsody (* 23. September 1957 in München) ist eine deutsche Schauspielerin und Synchronsprecherin.

Suzanne von Borsody ist die Tochter von Hans von Borsody und Rosemarie Fendel; ihre Halbschwester Cosima von Borsody ist ebenfalls Schauspielerin, ihr Großvater Eduard von Borsody war Filmregisseur und ihr Großonkel Julius von Borsody war Filmarchitekt und Szenenbildner in Wien, Babelsberg und bei der Bavaria. Ein langjähriger Lebenspartner war der Schauspieler Heino Ferch, mit dem sie in mehreren Filmprojekten gemeinsam auftrat (Lauras Entscheidung (1994), Wer Kollegen hat, braucht keine Feinde, Visum in den Tod – Die Russenhuren (beide 1995), Lola rennt (1998) und Marlene (2000)). Seit 2000 ist Suzanne von Borsody mit dem Juwelier Jens Schniedenharn liiert. Das Paar lebt in München und Berlin. Suzanne von Borsody ist Vorsitzende der deutschen Fernsehjury des CIVIS-Preises, des Europäischen Medienpreises für Integration und kulturelle Vielfalt.

Die Autodidaktin besuchte nur kurz eine Schauspielschule, da sie sofort ein Engagement am Schauspielhaus Frankfurt erhielt. Sie hat sich nicht nur als Kino- und Fernsehfilmdarstellerin, sondern auch in großen Schauspielensembles in Berlin, Bremen, Düsseldorf sowie Zürich und bei den Salzburger Festspielen bewährt. Von 1987 bis 1993 war sie am Berliner Schillertheater engagiert. Nachdem das Theater schließen musste, wechselte von Borsody zum Film.

1978 gab sie ihr Fernsehdebüt in Hartmut Griesmayrs Fernsehfilm Adoptionen. 1980/81 ging sie an das Mitbestimmungsmodell am Schauspiel Frankfurt. Das Nachrichtenmagazin Der Spiegel nannte sie ein „künstlerisches Kraftpaket“.

1979 erhielt sie für die Rolle der Beate S. in der gleichnamigen Fernsehserie die Goldene Kamera und den Adolf-Grimme-Preis. 1980 wurde sie für ihre Rolle in Axel Cortis Das eine Glück und das andere sowohl mit dem Adolf-Grimme-Preis als auch mit dem Deutschen Darstellerpreis ausgezeichnet.

Regisseurin Margarethe von Trotta engagierte von Borsody 1999 für die viel beachtete vierteilige Verfilmung des Romans Jahrestage von Uwe Johnson, in der sie die Hauptrolle der Gesine Cresspahl spielte.

In internationalen Produktionen sah man sie neben Richard Chamberlain in Die verlorene Tochter und neben Michel Piccoli in Tödliches Geld. Herausragend blieben ihre Darstellungen in Margarete von Trottas Dunkle Tage (1999) in der Rolle der alkoholkranken Angela, als Marga Nielsen in Die Mörderin (1999) und in Die Geisel (2003) als mutige Gefängnisdirektorin Ella Jansen, die sich gegen eine Geisel eintauschen lässt.

Unter Alexander Kluge spielte sie in Die Macht der Gefühle (1983), unter Hans W. Geissendörfer in dessen Oscar-nominierten Dürrenmatt-Verfilmung Justiz, und in Doris Dörries Bin ich schön? die Rolle der Lucy. Tom Tykwer besetzte sie für die Rolle der Frau Jäger in seinem Welterfolg Lola rennt (1998).

2005 erhielt das TV-Liebesdrama Der zweite Blick, in dem von Borsody an der Seite von Michael Mendl Linda, eine verheiratete Frau spielte, die sich in einen anderen Mann verliebt, eine Nominierung für den Bayerischen Fernsehpreis.

2007 legte die Schauspielerin mit der Episode Die Lehrerin zur deutschen Grundgesetzverfilmung GG 19 – Eine Reise durch Deutschland in 19 Artikeln ihre erste Regiearbeit vor.

Nach der Milleniumswende konzentrierte sich ihre Arbeit neben Fernsehrollen vermehrt auf das Medium Hörbuch. Mit dem Vortrag von Briefen der Malerin Frida Kahlo: Jetzt, wo Du mich verlässt, liebe ich Dich mehr denn je gibt sie seit 2006 deutschlandweit Lesereisen. Ende 2007 sah man von Borsody nach längerer Theaterpause wieder auf der Bühne in der Rolle der Lady Driver in dem Luststück Verdammt lang her.

Im Herbst 2008 entstand unter der Regie von Johannes Grieser (Hölle im Kopf) für das ZDF der Psychothriller Sommerspiel mit Suzanne von Borsody in der Rolle der Fotografin Esther Kaufmann. Im selben Jahr übernahm sie in Matti Geschonnecks Fernsehthriller Entführt neben Friedrich von Thun, Hans Zischler, Matthias Brandt, August Zirner und Heino Ferch die Rolle der Kidnapperin Marietta Lahn.

Von Borsody ist UNICEF-Botschafterin, Botschafterin des Vereins N.I.N.A. und des Vereins Hand in Hand for Children. Ihr soziales Engagement wurde 2006 mit dem ARD-Medienpreis Brisant Brillant ausgezeichnet.

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Roland Suso Richter

Roland Suso Richter bei der Filmpremiere von "14 Tage lebenslänglich"

Roland Suso Richter (* 7. Januar 1961 in Marburg) ist ein deutscher Filmregisseur und Produzent.

Roland Suso Richter wuchs in Marburg auf und machte an der dortigen Elisabethschule 1980 sein Abitur. Er war zunächst Praktikant bei Videoproduktionen, Schauspieler am Theater und wirkte als Statist bei dem Fassbinder-Film Die Sehnsucht der Veronika Voss mit, bevor er in das Regiefach wechselte.

Sein erster Film Kolp wurde 1983 noch ohne jegliche Filmförderung vom damals 24-jährigen Frank Röth privat finanziert, der bei diesem Werk sowohl Produzent, Hauptdarsteller als auch Drehbuchautor war.

Die frühe Arbeit Samstags, wenn Krieg ist für die Serie Polizeiruf 110 (1994, mit Angelica Domröse, Heino Ferch und Felix Eitner) steht 1994 mit dem fiktiven Ort Ichtenhausen in Zeitbezug zu den Ausschreitungen von Lichtenhagen. Richter zeichnet hier nuanciert die soziale Atmosphäre von Enge und Perspektivlosigkeit, in der Gewalt gedeihen kann.

Mit dem Film die Bubi Scholz Story (mit Götz George und Benno Fürmann) erzählt Richter die Lebensgeschichte des Boxers Gustav "Bubi" Scholz, der einer der größten Sportleridole seiner Zeit war.

Die Regiearbeit Eine Handvoll Gras (mit Oliver Korittke) beschreibt in sensibler Weise die Geschichte eines kleinen Jungen, der aus seiner kurdischen Heimat nach Hamburg gebracht wird, um dort als kindlicher Drogendealer zu arbeiten.

In Der Tunnel steht mit Harry Melchior (Heino Ferch), einer fiktiven Figur nach dem DDR-Schwimmer Hasso Herschel, erneut ein (Ex-)Sportler im Mittelpunkt. Eine Gruppe von Menschen untergräbt die Berliner Mauer in Richtung Ost, um Lebenspartnern, Freunden und Verwandten die Flucht in den Westen zu ermöglichen. Diese Regiearbeit besticht nicht nur durch die sorgfältige Erzähllogik und authentischen atmosphärischen Aufbau, sondern vor allem durch den Suspensebogen der Dramaturgie, dessen Erzähl-Zeittakt sich kontinuierlich ähnlich einem Streckenlauf mit Endspurt verkürzt, um im befreienden Sieg und Ziel seine Auf-/Erlösung zu finden. Der Film erhielt zwei Nominierungen und neun Auszeichnungen.

Zwei Jahre später, 2003, inszeniert Richter wieder in enger Zusammenarbeit mit seinem Director of Photography und Freund Martin Langer seine erste internationale Arbeit, den US-Amerikanisch/Britischen Mystery-Thriller The I Inside - Im Auge des Todes, (mit Ryan Phillippe) dessen komplexe und stringente Erzählstrategie von der Kritik positiv hervorgehoben wird. Richter inszeniert den „Brain-Twister“ in kühler, moderner und eleganter Tonalität, dessen Suspense-Sequenzen in kurzen seriell montierten Handlungsbögen Spannung aufbauen und schlagartig entladen. Der Protagonist, ein Unfallpatient, befindet sich in einer Situation, in der er Sein und Schein, Wahn und Wahrheit immer weniger zu unterscheiden vermag. Wechsel zwischen subjektiver und objektiver Kamera, seriell eingesetzte Close Ups, die eine Orientierung im Raum verhindern und das zunehmende Verdrängen des Orientierung gebenden „Draussen“ zugunsten zellenartiger Räumlichkeiten, außerdem schnelles Schnitttempo, das z.B. die Bezugspersonen plötzlich auftauchen und wieder verschwinden lässt, spiegelt inszenatorisch adäquat die vergebliche Orientierungssuche des Protagonisten.

Mit dem historischen TV-Zweiteiler Dresden (mit Felicitas Woll, Benjamin Sadler und Heiner Lauterbach) führte Richter 2006 erstmalig Regie in einer deutschen Großproduktion. Der Film handelt vom alliierten Bombenangriff auf die sächsische Landeshauptstadt im Februar 1945, entstand in 70 Drehtagen und war mit einem rund 10 Millionen- Euro-Budget die bislang teuerste deutschsprachige Fernsehfilmproduktion. Der Film erhielt 2006 den Deutschen Fernsehpreis und 2007 den Jupiter-Award.

In dem ebenfalls Zeitgeschichte fiktionalisierenden Spielfilm Das Wunder von Berlin (mit Kostja Ullmann, Karoline Herfurth) erzählt Richter 2008 die Auswirkungen der Vorgänge bis zur Maueröffnung auf die Beziehungen innerhalb einer DDR-Familie. In diesem Film paraphrasiert Richter erfolgreich den dramaturgischen Aufbau von Der Tunnel. Der Film erhielt 2008 Nominierungen für den Deutschen Fernsehpreis und den International Emmy Award Kategorie Fernsehfilm-Mehrteiler.

Mehrere Regiearbeiten Richters (14 Tage lebenslänglich, Eine Handvoll Gras, Der Tunnel, Das Wunder von Berlin) thematisieren die Konfrontation eines Individuums oder einer kleinen Gruppe von Menschen mit einem starren, empathiefreien, oft gewalttätigen System, dem die Protagonisten nicht ausweichen können. Sie müssen sich in diesem System einen Weg suchen und werden dabei auf die Probe gestellt zwischen Selbsttreue und Anpassung. Kleine Allianzen und Freundschaften bilden sich unter den bedrückenden Umständen und stärken positive Eigenschaften der Protagonisten. Das Filmende deutet mehrfach einen Silberstreif der Hoffnung auf eine Wendung zum Besseren an.

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Und Jimmy ging zum Regenbogen (2008)

Und Jimmy ging zum Regenbogen ist eine Neuverfilmung des gleichnamigen Romans von Johannes Mario Simmel aus dem Jahr 2008 von Regisseur Carlo Rola. Der Fernsehfilm ist der erste Beitrag einer Serie von Neuverfilmungen von Simmel-Bestsellern durch die Produktionsfirma Moovie-Entertainment von Oliver Berben („Rosa Roth“) für das ZDF. Die gleichnamige Erstverfilmung für das Kino unter der Regie von Alfred Vohrer war im Jahr 1971 veröffentlicht worden.

Berlin, 1996. Manuel Aranda, ein argentinischer Chirurg um die Vierzig, ist nach Berlin gekommen, um die Überführung des Leichnams seines Vaters Rodolpho Aranda in die Heimat nach Buenos Aires zu organisieren. Rodolpho Aranda wurde im hohen Alter von achtzig Jahren in einer Bibliothek von einer alten Dame, die dort angestellt war, mit Zyankali vergiftet. Anschließend tötete sich die Frau selbst. Ihr Name war Valerie Steinfeld.

Manuel übernimmt im Leichenschauhaus die persönlichen Dinge des Vaters, darunter eine Geldbörse mit Devisen. Anschließend besucht er das noch frische Grab der Mörderin Valerie Steinfeld. Dort trifft er eine junge Mestizin, die sich ihm als Enkelin von Valerie Steinfeld zu erkennen gibt. Ihr Name: Irene Waldeck. Manuel will den Grund der Ermordung seines Vaters wissen. Irene hat das nämliche Interesse. Sie ist bei der Polizei und führt Manuel bei ihrem Mentor und Vorgesetzten, Hofrat Groll ein.

Manuel ist in Gefahr. Der US-Geheimdienst, Grant, und der französische Geheimdienst, Mercier, verfolgen ihn. Dem Tod durch einen Scharfschuss aus einer französischen Waffe entging er nur, da der Schütze im Moment des Abdrucks liquidiert wurde. Manuel, der perfekt deutsch spricht, da er gemäß dem Wunsch seines Vaters Rodolpho in Buenos Aires auf eine deutsche Schule ging und Irene suchen den Tatort, die Bibliothek, auf.

Ein Buch mit dem Titel Adolf Hitler hatte Rodolpho im Moment seiner Ermordung gelesen. Manuel ist irritiert, jedoch von der absoluten Unschuld seines Vaters zutiefst überzeugt. Irene zeigt Manuel die Buchrestaurierungswerkstatt ihrer Großmutter Valerie Steinfeld in einem Raum der Bibliothek. Von dort hatte die Mörderin die Zyankali-Kapsel für Manuels Vater geholt.

Eine erste Spur setzt eine Visitenkarte in Rodolphos Portemonnaie: Chez Nora. – Ein Bordell und Agentennest. Nora Hill, die Besitzerin des Bordells, war im Dritten Reich Doppelagentin für England und Deutschland. Sie war mit Valerie Steinfeld befreundet.

Valerie, verheiratet mit einem während der Naziherrschaft nach London emigrierten Juden, versuchte ihren halbjüdischen Sohn Heinz damals durch einen Arisierungsprozess vor dem KZ zu schützen. Die Behauptung eines vorangegangenen Seitensprungs mit dem gerade gefallenen Jugendfreund Willy Schäfer machte im Arisierungsprozess ihren Sohn Heinz zum Vollarier und entzog ihn so den sadistischen Diskriminierungen seines Schullehrers Friedjung. Heinz meldete sich augenblicklich zur Waffen-SS und fiel im vorletzten Kriegsjahr in Ungarn. Friedjung wurde Chemiker und schien bei einer Explosion seines Labors nach dem Ende des Dritten Reiches ums Leben gekommen zu sein.

Irene Waldecks Mutter Martha Waldeck, geborene Steinfeld, erzählt, dass sie als Kind über ihren Status als Halbjüdin nichts wusste, da sie bei einer arischen Familie namens Germer aufwuchs. Maria Germer hielt sie für ihre Mutter und Valerie Steinfeld für ihre Tante. Heinz hatte sie nie kennen gelernt. Marthas Mann war, dem Foto nach, afroamerikanischer Soldat. Deshalb ist Irene Mestizin.

Manuel und Irene wollen den Besuch beenden, da erinnert sich Martha im letzten Moment an Valerie Steinfelds Tagebuch. Manuel und Irene finden das Buch in Valerie Steinfelds Werkstatt in der Bibliothek.

Als Manuel und Irene die Bibliothek verlassen, bemerken sie, dass sie beschattet werden. In der Tiefgarage will Manuel die Verfolger zur Rede stellen. Mit vorgehaltener Waffe verhindert Irene, dass Manuel in seinen Tod läuft. Im Aufzug nach oben wird klar, dass die kühle junge Polizistin Manuel bereits innerlich näher steht, als sie zeigen will.

Manuel, der sich an die Gewohnheit des Vaters erinnert, Schlüssel in seinem Schuh zu verstecken, findet in Rodolphos Wohnung tatsächlich einen Schließfachschlüssel. Nora Hill hatte Manuel geraten, sich um AP7 zu kümmern. Der Schließfachinhalt enthält verschlüsselte Forschungsergebnisse zu AP7 des Chemikers Rodolpho Aranda.

Die Geheimdienste versuchen, die Unterlagen zu bekommen. Ohne Entschlüsselung sind sie jedoch wertlos. Manuel erfährt von der Prostituierten Yvonne aus dem Chez Nora, die Rodolpho „betreut“ hatte, von einem Rudyard Kipling Gedicht, das Rodolpho liebte und der Gedichtzeile „And Jimmy went to the rainbows foot.“ – Und Jimmy ging zum Regenbogen. Manuel ist klar, dass dies der Codeschlüssel sein könnte. Manuel und Irene werden immer offensichtlicher bedroht. Ihr Auto explodiert vor ihren Augen.

Irene verliebt sich in Manuel, sie glaubt, dass ihre Begegnung schicksalhaft und dass Manuel der Mann ihres Lebens ist. Manuel scheint ähnliches zu fühlen, die beiden halten sich aneinander fest, werden ein Liebespaar.

Mithilfe einer Entschlüsselungssoftware bei Hofrat Groll kann der Klartext ausgelesen werden. Manuel muss erkennen, dass sein Vater nicht, wie er, der Menschenfreund und Arzt in einem Krankenhaus eines Armenviertel von Buenos Aires, glaubte und hoffte, ein neues Medikament zum Segen der Menschheit erfunden hatte, sondern eine hochwirksame chemische Vernichtungswaffe. Sieben Moleküle von AP7 genügen, um einen ausgewachsenen Stier augenblicklich zu töten, einige Kilo löschen alles Leben auf der Erde aus. Menschen, Tiere, Pflanzen. Und die Formeln stehen vor ihm auf dem Bildschirm.

Manuel, dessen Lebensaufgabe es ist, Menschenleben zu retten, sieht die Verpflichtung, die Unterlagen zu vernichten. Er verbrennt sie. Die Geheimdienste beobachten ihn dabei. Jetzt ist Manuel vogelfrei. Beide Geheimdienste können nur sicher sein, dass die Gegenseite keine zu vermutende Kopie erhält, wenn Aranda zum Schweigen gebracht wird.

Manuel Aranda sieht einen Ausweg in der Flucht über ein Drittland nach Buenos Aires, nach Hause, ans Meer. Sein Pass läuft ab. In der Botschaft von Argentinien wird er mit der Brandsabotage des Aranda Chemicals Werks in La Copelina konfrontiert. Die Chemiefabrik La Copelina wurde während der argentinischen Militärdiktatur errichtet. Der Botschafter weiß, und Manuel ahnt jetzt, dass dort Militärgeheimnisse bewahrt waren: Chemische Waffen. Sein Vater Rodolpho, erfährt er, ist nicht gebürtiger Argentinier, sondern ein deutscher Einwanderer. Die Einbürgerungsurkunde lässt keinen Zweifel über Rodolphos deutschen Namen: Friedjung. Argentinien will nicht, dass über den Aranda-Skandal das Land am Pranger steht, mit Massenvernichtungswaffen experimentiert zu haben. Manuel wird die Wiedereinreise in sein Heimatland verweigert, seine Güter und sein gesamter Besitz konfisziert.

Jetzt hat er nichts mehr.

Hofrat Groll überprüft die Akte Friedjung. Die Wahrscheinlichkeit, dass der Ex-Nazi Friedjung nach dem Ende des Dritten Reiches nicht in seinem Labor verbrannte, sondern unter dem Namen Aranda in Argentinien eingewandert war, erhöht sich auch hier auf hundert Prozent. Manuels Gefühl, das er beim Anblick eines alten Fotos von Friedjung hatte, dieser Mann erinnere ihn an seinen eigenen Vater, bestätigen die Umstände auf grausame Weise. Manuel ist der Sohn des Ex-Nazis Karl Friedjung. Das erklärt auch Manuels blondes Haar.

Er muss erkennen, dass sein Vater ein potentieller Massenmörder war, und es ist eine Frage der Zeit, wann ihn selbst eine Kugel aus einem Scharfschützengewehr trifft. Valerie Steinfeld ermordete in der Bibliothek keinen anonymen Argentinier, sondern die alte Identität Rodolpho Arandas: Friedjung, dessen grausame Juden-Diskriminierungen ihren Sohn Heinz letztlich in eine arische Elitetruppe und damit in einen sinnlosen Tod auf einem Schlachtfeld in Ungarn getrieben hatte.

Hofrat Groll ist der letzte Ausweg. Er wird Manuel eine neue Identität verschaffen. Sein Preis: Manuel muss Grolls Schützling Irene Waldeck freigeben. Irene wäre in Manuels Nähe zu gefährdet. Manuel trennt sich im Hotel, dort wo sie sich zu erstem Mal liebten, von Irene. Als sie am anderen Morgen erwacht, ist das Bett neben ihr leer.

Der Hauptkonflikt in der Verfilmung von 1970-71 war um die Protagonistin Valerie Steinfeld angelegt. Sie musste ihren geliebten Ehemann diskriminieren, um ihren Sohn zu retten. Die Zeit der Veröffentlichung des Films fiel in die Zeit der Sexwelle in Deutschland und so gab die Geschichte im Kapitel des Arisierungsprozesses dem Thema sexuell unübliche Spielarten, die die schamerfüllte Klägerin zu schildern hatte, detailliert Raum. Der Schwerpunkt in der Darstellung lag auf der Agententätigkeit im Kalten Krieg, der Manuel schlussendlich zum Opfer fällt.

Der Hauptkonflikt in der Neuverfilmung 2007-08 liegt auf der Person des Sohnes Manuel Aranda, dessen Erforschung des Todes seines Vaters ihn schrittweise zu der Erkenntnis bringen muss, dass sein Vater kein guter Mensch, sondern ein schuldhaft verstrickter Mann war. Gleichzeitig nimmt der Druck auf Manuel soweit zu, dass er alles verliert und schlussendlich nur seine nackte Existenz retten kann. Die Verbindung der C-Waffe AP7 mit der Militärdiktatur in Argentinien aktualisiert die Thematik um die verschlüsselten Unterlagen des ermordeten Vaters.

Die Figuren der Gegenwart bewegen sich vorwiegend in geschlossenen Räumen, die meistenteils schwach ausgeleuchtet, dunkel, dämmrig sind und so symbolisch einerseits in ihrer Geschlossenheit die Hermetik des Schweigens über die Nazivergangenheit und andererseits in ihrer Dunkelheit das Suchen der Beteiligten im Dämmerlicht einer „dunklen Vergangenheit“ widerspiegeln.

Die Bildsprache der Rückblenden stellt in keinem Fall einen Rücksprung auf gleicher Realitätsebene in die Vergangenheit vor. Zum Teil sind die Rückblenden in die Nazi-Zeit expressionistisch überhöht, so dass das Vorgestellte wie ein böser irrealer Traum wirkt. Zum Teil ist die Rückblende wie die Wiedergabe eines alten Filmes (Kratzspuren auf dem Filmmaterial) gestaltet, so dass die Referenz auf diese eine weitere Realitätsebene, die des Abgefilmten, einzieht.

Die Kern-Story Line der Neugewichtung der Simmel-Verfilmung als Geschichte um Manuel und seinen Vater Rodolpho ähnelt dem Handlungskern des Kinofilms von Constantin Costa Gavras: Music Box - Die ganze Wahrheit (1989) mit Jessica Lange und Armin Mueller-Stahl. In beiden Fällen muss das erwachsene Kind eines alten Vaters erkennen, dass der der verehrte und geliebte Vater das Dritte Reich nicht ohne große persönliche Schuld auf sich zu laden durchlebt hatte. Manuel Aranda während der Nachforschungen über Valerie Steinfeld und seinen Vater: „Sie wird immer unschuldiger, er immer schuldiger.“ Heino Ferch erwähnte den Film zeitnah zu den Dreharbeiten in einem Interview auf der Berlinale 2008.

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Matti Geschonneck

Matti Geschonneck (* 8. Mai 1952 in Potsdam) ist ein deutscher Regisseur.

Der Sohn des Schauspielers Erwin Geschonneck und Bruder des Buchautors Alexander Geschonneck wuchs bei seiner Mutter, der Schauspielerin Hannelore Wüst, und dem Ziehvater Gerhard Scheumann in Berlin auf. Er studierte zwei Jahre Regie am Sergej-Gerassimow-Filminstitut in Moskau.

Er wurde vom Studium abberufen und als SED-Mitglied gestrichen, weil er sich nach Wolf Biermanns Ausbürgerung nicht gegen diesen geäußert hatte. 1978 bekam er ein Arbeitsvisum für die Bundesrepublik. Als Regieassistent bei Thomas Langhoff, Eberhard Fechner und Diethard Klante legte er das Fundament für seine Karriere als Regisseur. Er drehte in den 1990er Jahren mehrere Folgen der Krimiserie Tatort und arbeitete mit bekannten Schauspielern wie Günter Lamprecht, Marianne Sägebrecht, Cornelia Froboess, Katja Riemann, Mario Adorf, Ulrich Tukur und Heino Ferch zusammen. Er lebte zeitweise mit der Schauspielerin Eva-Maria Hagen zusammen. Seit 1999 ist er mit der deutschen Schauspielerin und Regisseurin Ina Weisse liiert.

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Source : Wikipedia