Heilbronn

3.3891444342234 (3261)
Geschrieben von tron 21/03/2009 @ 23:09

Tags : heilbronn, baden-württemberg, deutschland

Neueste Nachrichten
Heilbronner Gemeinderat setzt sich aus sieben Parteien zusammen - Heilbronner Stimme
Von Joachim Friedl und Herbert Kaletta Stundenlange Konzentration: Wie hier im Heilbronner Rathaus waren die vielen Wahlhelfer gestern in der Region gut beschäftigt. Stadtkreis Heilbronn - Der 18. Heilbronner Gemeinderat der Nachkriegsgeschichte steht:...
Am 23. Juni 2009 in Heilbronn - Sprechtag für Existenzgründer - lifepr.de (Pressemitteilung)
(lifepr) Heilbronn, 08.06.2009 - Für Existenzgründer und selbstständige Unternehmer führt die Handwerkskammer Heilbronn-Franken gemeinsam mit der Industrie- und Handelskammer Heilbronn-Franken Beratungssprechtage mit Experten der L-Bank...
Jeremy Camp und David Crowder in Heilbronn - sound7.de
6. in Minden und dazwischen am 11.6. in Heilbronn, wo SOUND7.DE auch ein exklusives Interwiew mit den beiden führen wird. »Jeremy Camp« gehört mit seinen 30 Jahren und schon sechs (!) Alben plus einem Beitrag zum Narnia-Soundtrack und einigen Preisen...
„Heimat der Weltmarktführer“ ist Thema - PresseBox (Pressemitteilung) (Abonnement)
Schoch beschreibt darin den stringenten und konsequenten Weg seiner Idee des Standortmarketings für die Region Heilbronn-Franken als „Heimat der Weltmarktführer“. Trotz oder gerade vor dem Hintergrund des Internationalisierungs- und...
88 Pilzköpfe dröhnen zur Probe - Kreisfeuerwehrverband Heilbronn
Ein flächendeckendes System hat die Heilbronner Feuerwehr aufgebaut, seit sie im Jahr 1993 das Sirenensystem vom Bund übernahm. 48 Sirenen waren damals intakt, 20 hatten Reparaturbedarf, 20 neue setzten die Floriansjünger auf weitere Dächer,...
Junger Mann gibt Messerattacke zu - Heilbronner Stimme
Von Nicole Amolsch Heilbronn/Siegelsbach - Weil er im Januar die Verkäuferin einer Bäckerei in Siegelsbach mit einem Messer verletzt und Geld aus der Kasse geraubt hat, steht ein 24-Jähriger seit gestern vor der 3. Großen Strafkammer des Heilbronner...
Umstrittenes Projekt bringt Wohlstand und bemerkenswerte Bauwerke - Heilbronner Stimme
Der Schwäbische Heimatbund hatte den Mitarbeiter der Heilbronner Denkmalbehörde engagiert. „Vor der Kanalisierung des Neckars war das wirtschaftliche Niveau in der Region Heilbronn gering“, erklärte Joachim Hennze. Danach habe sich eine starke Dynamik...
Nuscheln, kürzen, ignorieren: Roger V ontobel banalisiert Kleists ... - sueddeutsche.de
Aber muss man diese bizarre Chimäre, die Kleists romantischer Komödie "Das Käthchen von Heilbronn" die Wendung ins Schauerliche gibt, deswegen gleich aller Rätselhaftigkeit entkleiden? Roger Vontobel jedenfalls traut sich am Deutschen Schauspielhaus in...
Streit mit Busfahrer eskaliert - 18-Jähriger vor Gericht - Heilbronner Stimme
Heilbronn/Eppingen - Ein 18-jähriger Schüler aus Eppingen steht heute vor dem Heilbronner Amtsgericht. Das Jugendschöffengericht verhandelt in nicht-öffentlicher Sitzung den Vorwurf der Beleidigung, Körperverletzung und des Widerstandes gegen...
face to face - Claas-P. Jambor in Heilbronn - sound7.de
Face to face ist eine Konzertreihe, die ungefähr 2-monatlich in der Kneipe K2acht in Heilbronn stattfindet. Musik und Künstler live, unplugged und hautnah erleben das alles bietet face to face, in einer lockeren Atmosphäre. Zusätzlich soll ein Rahmen...

Heilbronn

Wappen der Stadt Heilbronn

Heilbronn ist eine Großstadt im Norden Baden-Württembergs. Mit über 120.000 Einwohnern ist sie die sechstgrößte Stadt des Landes Baden-Württemberg und die zweitgrößte Stadt des Landesteils Württemberg.

Die am Neckar gelegene ehemalige Reichsstadt ist heute Stadtkreis und zugleich Sitz des Landkreises Heilbronn, von dem sie vollständig umgeben ist. Darüber hinaus ist sie Oberzentrum der Region Heilbronn-Franken, die den Nordosten Baden-Württembergs umfasst. Die regionaltypische Bezeichnung für die Gegend um Heilbronn ist das Unterland.

Heilbronn ist bekannt als Stadt des Weins sowie als Käthchenstadt. Letztere Bezeichnung bekam die Stadt durch das Schauspiel Das Käthchen von Heilbronn des Dramatikers Heinrich von Kleist.

Heilbronn liegt im nördlichen Baden-Württemberg in einer durch den Neckar gebildeten fruchtbaren Talfläche, dem Heilbronner Becken als nördlichem Ausläufer des Neckarbeckens. Zu beiden Seiten des Neckars ist die Stadt zumeist von ausgedehnten Weinberglandschaften umgeben. Im Westen schließt sich das vergleichsweise wenig hügelige Gartacher Feld an das Heilbronner Becken an, im Osten umschließen von Norden nach Süden der Wartberg, der Galgenberg, der Büchelberg und der Schweinsberg die Stadt. Zusammen mit den weiter östlich anschließenden Bergen Hintersberg und Reisberg (beide ebenfalls auf Heilbronner Gemarkung) bilden sie die Heilbronner Berge, die wiederum Ausläufer der Löwensteiner Berge sind.

Höchster Punkt des Stadtgebiets ist der in der äußersten südöstlichen Spitze des Stadtwaldes gelegene 378 m ü. NN hohe Reisberg, zweithöchster Punkt mit 372,8 m der Schweinsberg. Den tiefsten Punkt der Gemarkung bildet mit 151 m der Neckar bei Neckarsulm. Das Stadtgebiet dehnt sich in Nord-Süd-Richtung über 13 Kilometer, in Ost-West-Richtung über 19 Kilometer aus.

Heilbronn liegt in der Nähe der Mundart-Grenze zwischen dem schwäbisch-alemannischen und dem fränkischen Dialekt.

Heilbronn liegt im nördlichen Teil des vielfältig zergliederten Südwestdeutschen Schichtstufenlandes. Eine Tiefbohrung, die 1912/13 im Heilbronner Nachbarort Erlenbach auf 163,68 m ü. NN bis in 856 m Tiefe niedergebracht und 1954/56 durch seismische Untersuchungen ergänzt wurde, erbrachte Aufschluss über die Gesteinszusammensetzung im Raum Heilbronn. Die Oberfläche des ursprünglichen, aus Gneisen und Graniten zusammengesetzten variszischen Grundgebirges ist demnach in 1080 bis 1.100 m unter NN anzunehmen. Darüber liegen hunderte von Metern dicke Schichten von Sedimentgesteinen, zuunterst die des Perm (rund 390 m Rotliegend, 23,6 m Zechstein), gefolgt von denen der Trias: 517 m Buntsandstein, 72,7 m Unterer Muschelkalk, 94,5 m Mittlerer Muschelkalk, 86 m Oberer Muschelkalk, 79 m Unterer Keuper und 27 m Mittlerer Keuper. Im mittleren Muschelkalk ist ein bis zu 45 m mächtiges Steinsalz-Lager im Norden der Kernstadt und im Nordwesten des Stadtgebietes eingeschlossen, das bergmännisch ausgebeutet wird.

Mit dem Mittleren Keuper ist fast das Niveau des das Stadtgebiet zerteilenden Neckars erreicht. In der unmittelbaren Talaue des Flusses, die große Teile des Heilbronner Industriegebietes und den westlichen Stadtteil zwischen Altneckar und Neckarkanal umfasst, wird er von einer rund 3 m breiten Schicht des vom Neckar abgelagerten Talaueschotters überdeckt, auf der wiederum eine ebenfalls rund 3 m dicke Schicht angeschwemmten Lehms liegt. Weiter entfernt vom Fluss finden sich Schotterschichten, die unter der Kernstadt 5 bis 10 m, im Westen des Stadtgebietes zwischen Böckingen, Frankenbach und Neckargartach bis zu 35 m mächtig sind. Fast überall liegt auf ihnen noch eine 6 bis 13 m dicke Schicht aus angewehtem, fruchtbarem Löss und Lösslehm.

Die nicht von Flussablagerungen bedeckten Heilbronner Berge im Osten des Stadtgebietes spiegeln die weitere geologische Schichtenabfolge wieder, die im restlichen Stadtgebiet durch die Erosion abgetragen wurde. Auf 28 bis 29 m Unterer Keuper folgen 130 bis 150 m Gipskeuper und eine etwa 20 bis 45 m mächtige Schilfsandstein-Schicht, die früher in Steinbrüchen ausgebeutet wurde und deren braungelbe Steine das frühere Heilbronner Stadtbild prägten. Die drei höchsten Berge im Südosten des Stadtgebietes, der Reisberg (378 m ü. NN), der Schweinsberg (372,8 m ü. NN) und der Hintersberg (364,8 m ü. NN), weisen über diesen Schichten noch die höheren Schichten der Unteren Bunten Mergel und Lehrbergschichten (zusammen rund 32 bis 35 m) und des Kieselsandsteins (5 bis 16 m) auf.

Bad Wimpfen, Neckarsulm, Erlenbach, Weinsberg, Lehrensteinsfeld, Untergruppenbach, Flein, Talheim, Lauffen am Neckar, Nordheim, Leingarten, Schwaigern, Massenbachhausen und Bad Rappenau.

Zu manchen Stadtteilen gehören noch weitere Orte im geographischen Sinne wie Einzelhöfe und Wohnplätze. Im einzelnen sind dies zu Biberach die Höfe Konradsberg, zu Frankenbach der Hipfelhof und zu Neckargartach der Altböllinger Hof, Neckarau und der Neuböllinger Hof.

Abgegangene, heute nicht mehr bestehende Orte sind Hetensbach und Rühlingshausen, beide auf Markung Böckingen, Utenhusa auf Markung Biberach, Altböckingen und Hanbach und Rappach, alle drei auf Markung Heilbronn, Böllingen und Trapphof, beide auf Markung Neckargartach, sowie Ascheim und Widegavenhusa, beide auf Markung Kirchhausen.

Böckingen, Frankenbach und Neckargartach gehörten bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts schon als reichsstädtische Dörfer zu Heilbronn. Böckingen und Neckargartach wurden 1933 bzw. 1938 wieder eingemeindet; das einstige Deutschordens-Dorf Sontheim kam ebenfalls 1938 zu Heilbronn. Die restlichen Stadtteile folgten mit der Gebietsreform in den 1970er Jahren: 1970 Klingenberg, 1972 Kirchhausen, 1974 Biberach, Frankenbach und Horkheim. Heilbronn selbst ist heute mit den Stadtteilen Böckingen, Neckargartach, Frankenbach, Sontheim und Horkheim praktisch zu einem geschlossenen Siedlungsgebiet verwachsen. Biberach, Kirchhausen und Klingenberg sind allseitig von größeren land- oder forstwirtschaftlich genutzten Flächen umgeben.

Heilbronn gehört mit dem Umland zum nördlichen Bereich des Verdichtungsraums Stuttgart (Umfang siehe unter Stuttgart). Die Stadt ist Oberzentrum der Region Heilbronn-Franken und damit eines von insgesamt 14 im Rahmen des Landesentwicklungsplans 2002 des Landes Baden-Württemberg ausgewiesenen Oberzentren. Dieses übernimmt für die Städte und Gemeinden Abstatt, Bad Rappenau, Bad Wimpfen, Beilstein, Brackenheim, Cleebronn, Eberstadt, Ellhofen, Eppingen, Flein, Gemmingen, Güglingen, Ilsfeld, Ittlingen, Kirchardt, Lauffen am Neckar, Lehrensteinsfeld, Leingarten, Löwenstein, Massenbachhausen, Neckarwestheim, Nordheim, Obersulm, Pfaffenhofen an der Zaber, Schwaigern, Siegelsbach, Talheim, Untergruppenbach, Weinsberg, Wüstenrot und Zaberfeld auch die Aufgaben des Mittelbereichs.

Raumbedeutsame Maßnahmen werden für die Region Heilbronn-Franken durch den Regionalverband Heilbronn-Franken erarbeitet.

Die ältesten menschlichen Spuren in den fruchtbaren Neckarauen des Heilbronner Beckens datieren bis in die Altsteinzeit (30.000 v. Chr.) zurück. Bei Heilbronn trafen sich bereits in der Vorzeit uralte Fernwege, die dort den Neckar überquerten. Die Römer sicherten im 1. Jhd. n. Chr. ihre Grenze längs des Neckarlimes mit Kastellen, u. a. beim späteren Ortsteil Böckingen, wo sich insgesamt acht Römerstraßen trafen. Nach den Römern herrschten ab Mitte des 3. Jahrhunderts die Alamannen im Neckarraum und wurden um 500 durch die Franken verdrängt, die ihre östlichen Provinzen mit Königshöfen besiedelten. Auf einen solchen Königshof geht vermutlich die erste größere Siedlung im Bereich der heutigen Kernstadt zurück.

Der Ort wird erstmalig als villa Helibrunna in einer auf das Jahr 741 datierten Schenkung erwähnt. Der Name deutet auf einen Brunnen bzw. eine Quelle hin. Ein Markt wurde um 1050, ein Hafen um 1140 erstmals genannt. Der Ort entwickelte sich früh zum bedeutenden Handelszentrum und ging nach dem Ende der Karolinger auf deren Regionalfürsten, die Grafen von Calw, über. Der einstige fränkische Fürstenhof zersplitterte in Herrschaftshöfe und diese wiederum in kleinere Anteile. Neben verschiedenen Grafen, Klöstern und dem ab um 1225 auftretenden Deutschen Orden, der den Deutschhof als Kommende errichtete und den Nachbarort Sontheim besaß, gelangten Besitzrechte in Heilbronn auch in die Hände des immer einflussreicher werdenden Patriziats. 1225 wurde die Stadt erstmals als oppidum (befestigte Stadt) bezeichnet und als Lehen des Stauferkönigs Heinrich (VII.) an Württemberg verliehen.

1281 verlieh König Rudolf I. von Habsburg Heilbronn das Stadtrecht, wobei auch erstmals ein Rat der Stadt erwähnt wurde, der sich aus dem Patriziat bildete. Um 1300 wurde die Kilianskirche erstmalig genannt sowie ein Marktplatz mit Rathaus. 1322 verlieh König Ludwig der Bayer der Stadt die hohe Gerichtsbarkeit.

Der Hafen und die durch Wasserkraft betriebenen Mühlen am Neckar, der ab 1333 durch das Neckarprivileg für die Stadt günstig aufgestaut und umgeleitet wurde, ließen den Handel in Heilbronn erblühen, so dass das vom Kaiser geschützte Patriziat der Stadt relativ frei vom Einfluss des umgebenden niederen Ritteradels blieb. 1360 konnte die Bürgerschaft das Schultheißenamt vom vorigen Lehensträger Württemberg erwerben. Am 28. Dezember 1371 wurde die Stadt durch eine Verfassung Kaiser Karls IV. zur Reichsstadt. Ein äußerst enges Verhältnis zum Kaiser sowie ab 1417 ein bis 1622 gültiges Bündnis mit der Kurpfalz festigten die Stellung gegenüber Württemberg. Die politische Stabilität des 15. Jahrhunderts führte zu einer weiteren Blüte der Stadt, in der damals etwa 4000 Menschen lebten. Zahlreiche historische Bauten gehen auf diese Periode zurück.

Im Jahr 1519 war Götz von Berlichingen als Gefangener des Schwäbischen Bundes in Heilbronn inhaftiert. Im Bauernkrieg trat Jäcklein Rohrbach als rebellischer Bauernführer in Heilbronn in Erscheinung, beging mit dem Neckar-Odenwälder Bauernhaufen um Ostern 1525 die Weinsberger Bluttat und plünderte anschließend das Heilbronner Karmeliterkloster.

Während des Dreißigjährigen Kriegs litten die Stadt und die umliegenden reichsstädtischen Dörfer sehr. Nach der Schlacht bei Wimpfen wurde 1622 Neckargartach niedergebrannt. 1633 errichteten Schweden und Franzosen ein Bollwerk um Heilbronn. 1634 bis 1647 war die Stadt wieder in der Hand kaiserlicher Truppen, danach zogen französische und anschließend kurpfälzische Truppen ein. Die Stadt blieb aber auch nach dem Westfälischen Frieden 1648 Aufmarschplatz und evangelische Kreisfestung des Schwäbischen Reichskreises. Im Spätjahr 1688 wurde Heilbronn im Pfälzischen Erbfolgekrieg von den Franzosen unter Ezéchiel de Mélac besetzt, die bei ihrem Abzug vor anrückenden kursächsischen Truppen im Dezember 1688 neun Mitglieder der Patrizierfamilien für teilweise über ein Jahr als Geiseln verschleppten. 1694 fand der letzte Hexenprozess in der Reichsstadt statt.

Um 1750 entstanden prachtvolle Bauten im Rokokostil, darunter das Schießhaus. Ab 1770 gewann Heilbronn durch den Vieh- und Pferdemarkt für über ein Jahrhundert Bedeutung als einer der größten südwestdeutschen Umschlagplätze für Schlachtvieh.

Heilbronn kam in Folge der Mediatisierung im September 1802 mit anderen Reichsstädten an Württemberg und wurde Sitz des Oberamts Heilbronn.

Ab 1815 wurde der Neckar, der seit dem hohen Mittelalter durch unzählige Wehre und Mühlen versperrt gewesen war, wieder schiffbar gemacht. Von 1819 bis 1821 wurde der Wilhelmskanal gebaut und trug zur einsetzenden Industrialisierung bei, die insbesondere durch die Heilbronner Papiermühlen vorangetrieben wurde. 1832 war Heilbronn die Stadt mit den meisten Fabriken in Württemberg und wurde als schwäbisches Liverpool bezeichnet. Ab 1839 wurden planmäßig Vorstädte erschlossen, so auch westlich des Neckars, wo ab 1848 der Bahnhof den Abschluss der Württembergischen Nordbahn bildete. Bis 1880 entstanden Eisenbahnverbindungen nach allen wichtigen süddeutschen Städten.

Heilbronn galt 1848 als württembergisches Zentrum der Märzrevolution. Bis zum Sommer 1849 kam es oftmals zu Unruhen in der Stadt, die mehrfach nur durch die Entsendung königlichen Militärs aus Stuttgart unterbunden werden konnten.

1875 wurde ein Floßhafen errichtet, 1886 folgte ein Salzhafen und 1888 der Karlshafen. Am 16. Januar 1892 nahm Heilbronn mit dem Anschluss an das Stromnetz des Elektrizitätswerks in Lauffen als erste Stadt der Welt die Fernversorgung mit Strom auf.

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts war Heilbronn ein wichtiger Warenumschlagplatz in Süddeutschland und eine ausgeprägte Industriestadt. Unter den Einwohnern waren viele Arbeiter. Zahlreiche Arbeiter- und Sportvereine waren entstanden, und es gab eine freie Presselandschaft. Die Stadt galt als „rote Hochburg“, wenngleich es bei der Novemberrevolution 1918/19 zu keinen größeren revolutionären Handlungen kam.

Die 1923 gegründete Ortsgruppe der NSDAP blieb bis 1933 klein und bedeutungslos, führte dann aber unter Kreisleiter Richard Drauz energisch die Gleichschaltung der regionalen Vereins- und Presselandschaft durch.

1935 wurden die Großschifffahrtsstraße Heilbronn-Mannheim und der Heilbronner Kanalhafen eröffnet, der bis heute ein wichtiger Umschlagplatz am Neckar ist und zu den zehn größten deutschen Binnenhäfen zählt. 1936 wurde die Autobahn nach Stuttgart fertig gestellt.

Im Zuge einer Verwaltungsreform wurde Heilbronn am 1. Oktober 1938 Sitz des neuen Landkreises Heilbronn. Zugleich wurde Heilbronn kreisfreie Stadt, und die zuvor selbstständigen Gemeinden Sontheim und Neckargartach wurden eingemeindet. Die ehemalige Stadt Böckingen war bereits 1933 eingegliedert worden. Mit 72.000 Einwohnern war Heilbronn somit nach Stuttgart die zweitgrößte Stadt in Württemberg.

Am 10. November 1938 wurde die Heilbronner Synagoge durch Brandstiftung zerstört. Im Laufe des Jahres 1939 wurde die traditionsreiche jüdische Gemeinde in Heilbronn praktisch ausgelöscht.

Im September 1944 wurde im Stadtteil Neckargartach unter der Bezeichnung SS-Arbeitslager Steinbock ein Außenlager des KZ Natzweiler-Struthof errichtet, in dem über 1.000 Häftlinge konzentriert wurden, die in der Rüstungsindustrie Zwangsarbeit verrichten mussten. 246 dabei Umgekommene sind auf dem KZ-Friedhof an der Böllinger Straße begraben.

Im Zweiten Weltkrieg war die Stadt ab Dezember 1940 vielfach Ziel von Luftangriffen. Zur Katastrophe für die Stadt wurde der Luftangriff auf Heilbronn am 4. Dezember 1944, bei dem die Altstadt völlig zerstört wurde und über 6500 Menschen ihr Leben verloren. Am 12. April 1945 besetzten amerikanische Truppen die Stadt, in der nur noch 46.350 Einwohner lebten.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieg 1945 gehörte Heilbronn zur amerikanischen Besatzungszone. In einer gewaltigen Kraftanstrengung gelang in nur wenigen Jahren der Wiederaufbau der völlig zerstörten Stadt. Ab 1951 waren US-Truppen fest in Heilbronn stationiert.

Die Einweihung der Autobahn A 6 von Heilbronn nach Mannheim mit der monumentalen Neckartalbrücke im Jahr 1968 setzte weitere wichtige strategische Akzente für den Wirtschaftsstandort Heilbronn. Die A 81 nach Würzburg folgte 1974, die A 6 nach Nürnberg 1979. Zahlreiche Großbetriebe siedelten sich in neu entstandenen Industrie- und Gewerbegebieten entlang der neuen Verkehrsadern an und die Wirtschaftsregion in ihrer heutigen Ausprägung entstand.

Durch die Eingemeindung von Klingenberg 1970 hatte Heilbronn über 100.000 Einwohner und wurde damit Großstadt. 1972 und 1974 wurden Kirchhausen, Biberach, Frankenbach und Horkheim eingemeindet. Bei der Kreisreform Baden-Württemberg 1973 blieb Heilbronn kreisfreie Stadt und Sitz des nunmehr vergrößerten Landkreises Heilbronn sowie der späteren Region Heilbronn-Franken.

In den 1970er Jahren fand die Umgestaltung der den alten Quartieren folgend wiederaufgebauten historischen Hauptstraßen Fleiner Straße und Sülmer Straße zu Fußgängerzonen mit umgebenden verkehrsberuhigten Bereichen statt. Die Allee wurde im Gegenzug zur wichtigsten innerstädtischen Verkehrsachse, an ihr entstanden Unterführungen und zeitgenössische Bauwerke wie das 1974 vollendete Wollhauszentrum und das 1982 eröffnete Theater Heilbronn.

Ab 1980 stationierten die Amerikaner auf der Heilbronner Waldheide Mittelstrecken-Atomraketen vom Typ Pershing II. 1985 erregte ein Raketenunglück das Interesse der Öffentlichkeit. Nach Unterzeichnung der INF-Verträge wurden 1987 die Raketen und 1992 die letzten Einheiten der US Army abgezogen. Heilbronn ist seitdem entmilitarisierte Stadt.

Ab 1998 erfolgte der Anschluss der Stadt an das Nahverkehrs-Netz der Stadtbahn Karlsruhe, wofür Teile der Heilbronner Innenstadt bis 2005 abermals großflächig umgestaltet wurden. Bis in die Gegenwart folgten weitere umfangreiche städtebauliche Maßnahmen, darunter der Bau von zwei Neckarbrücken, Bau- und Begrünungsmaßnahmen in der Nord- und Südstadt im Rahmen des Bund-Länder-Förderprogramms „Soziale Stadt“ sowie der Bau zweier großer neuer Einkaufszentren in der Innenstadt.

In den Jahren 2005 und 2006 war Heilbronn erste UNICEF-Kinderstadt Deutschlands. Im Frühsommer 2007 rückte ein Polizistenmord in Heilbronn mit anschließender Fahndung nach dem Heilbronner Phantom kurzzeitig in den Fokus der internationalen Berichterstattung. Die Stadt erhielt außerdem den Zuschlag für die Bundesgartenschau 2019.

Heilbronn war seit der Reformation durch Johann Lachmann 1528 eine nahezu rein evangelische Stadt mit der Kilianskirche als geistigem Zentrum. Der Rat und die Bürgerschaft bekannten sich geschlossen zur Augsburger Konfession. Katholiken waren unerwünscht, Juden war es verboten, sich in Heilbronn niederzulassen. Nach dem Übergang an Württemberg 1803 wurde die Stadt Sitz eines Dekanats (siehe Kirchenbezirk Heilbronn) und 1823 eines Generalats (heute Prälatur oder „Sprengel“ mit einem Prälaten oder „Regionalbischof“ an der Spitze, siehe Prälatur Heilbronn) der Evangelischen Landeskirche in Württemberg. Protestanten stellen bis heute in Heilbronn mit rund 38 Prozent der Bevölkerung die Mehrheit, gefolgt von Katholiken mit 24 Prozent.

Die katholische Gemeinde der Stadt hatte ihre Mutterkirche in dem vom Deutschen Orden erbauten Deutschordensmünster St. Peter und Paul, das auch für die wenigen Katholiken in den historisch zur Stadt gehörenden Stadtteilen zuständig war. Die Stadtteile Heilbronn-Biberach, Heilbronn-Kirchhausen und Heilbronn-Sontheim dagegen sind traditionell katholisch geprägt, da sie einst zum Deutschen Orden zählten und daher auch während der Reformation katholisch geblieben waren. Die katholischen Gemeinden gehören heute zum Dekanat Heilbronn der Diözese Rottenburg-Stuttgart.

Juden sind in Heilbronn seit 1050 belegt, hatten jedoch von 1438 bis zu Beginn des 19. Jahrhunderts Stadt- bzw. Ansiedlungsverbot. In den 1860er Jahren wurden Juden rechtlich wieder anderen Bürgern gleichgestellt. Im Jahr 1877 wurde die Heilbronner Synagoge eingeweiht, das Bauwerk wurde jedoch in der Reichspogromnacht 1938 zerstört. Die jüdische Gemeinde wurde unter den Nationalsozialisten bis 1939 praktisch ausgelöscht. In den 1980er Jahren waren nur sechs Familien in Heilbronn jüdischen Glaubens. Insbesondere durch den Zuzug aus Osteuropa wuchs die Gemeinde auf über 150 Mitglieder an. 2006 wurde das neue Jüdische Zentrum Heilbronn eingeweiht. Die jüdische Gemeinde Heilbronn ist eine Filialgemeinde der Israelitischen Religionsgemeinschaft in Württemberg mit Sitz in Stuttgart.

Im Stadt- und Landkreis Heilbronn haben sich nach 1960 zahlreiche Migranten (Gastarbeiter) angesiedelt. Die Zahl der gemeldeten Ausländer stieg von rund 2500 Personen im Jahr 1961 auf 13.700 im Jahr 1974 (12% der Wohnbevölkerung). Für den muslimischen Anteil dieser Personen entstanden die ersten islamischen Gotteshäuser, zunächst provisorisch in kleinen Räumlichkeiten. Nach und nach wurden im Stadt- und Landkreis Heilbronn dann mehrere Moscheen erbaut. Moscheen im Stadtgebiet befinden sich u. a. in der Goppeltstraße, Hans-Seyfer-Straße, Salzstraße, Weinsberger Straße Ecke Allee und in der Böckinger Straße.

Die Zahl der Muslime wird im Stadtkreis Heilbronn auf über 10.000 Personen geschätzt. Den Großteil stellen Muslime türkischer Abstammung dar, die zum Teil von einer Heilbronner Niederlassung der DITIB vertreten werden; daneben gibt es Muslime bosnischer, arabischer und deutscher Abstammung.

Im 15. Jahrhundert lebten etwa 4.000 Menschen innerhalb der Stadtbefestigung. 1840 wurden 11.300 Einwohner gezählt, 1890 hatte Heilbronn 30.000 Einwohner. Bis zum 1. Juni 1933 verdoppelte sich diese Zahl durch die Eingemeindung der Stadt Böckingen (11.593 Einwohner 1925) auf 60.000 Einwohner. Durch die Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg verlor Heilbronn rund 40 Prozent seiner Bevölkerung. Die Einwohnerzahl sank zwischen 1939 (77.000 Einwohner) und 1945 (47.000 Einwohner) um rund 30.000 Personen.

1956 hatte die Bevölkerungszahl wieder den Vorkriegsstand erreicht. Am 1. Januar 1970 überschritt die Einwohnerzahl der Stadt durch die Eingemeindung von Klingenberg die Grenze von 100.000, wodurch sie zur Großstadt wurde. Ende Juni 2005 hatten in Heilbronn nach Fortschreibung des Statistisches Landesamtes Baden-Württemberg 121.416 Menschen ihren Hauptwohnsitz. Unter den 23.000 Ausländern in der Stadt bilden 8.500 Türken die größte Volksgruppe.

Die folgende Übersicht zeigt die Einwohnerzahlen nach dem jeweiligen Gebietsstand. Bis 1833 handelt es sich meist um Schätzungen, danach um Volkszählungsergebnisse (¹) oder amtliche Fortschreibungen der jeweiligen Statistischen Ämter beziehungsweise der Stadtverwaltung selbst. Die Angaben beziehen sich ab 1843 auf die „Ortsanwesende Bevölkerung“, ab 1925 auf die Wohnbevölkerung und seit 1987 auf die „Bevölkerung am Ort der Hauptwohnung“. Vor 1843 wurde die Einwohnerzahl nach uneinheitlichen Erhebungsverfahren ermittelt. Heilbronn rangierte mit seinem Einwohnerstand vom 31. Dezember 2007 auf Platz 59 der Liste der größten Städte Deutschlands.

In den fünf Stadtteilen, die in den 1970er-Jahren nach Heilbronn eingegliedert wurden (1970 Klingenberg, 1972 Kirchhausen, 1974 Biberach, Frankenbach und Horkheim), bestehen Bezirksbeiräte, da sie entsprechend der Hauptsatzung der Stadt Heilbronn Stadtbezirke im Sinne von § 64 Abs. 1 der Gemeindeordnung für Baden-Württemberg bilden. Diese Gremien sind zu wichtigen, den Stadtteil betreffenden Angelegenheiten zu hören. Die endgültige Entscheidung über eine Maßnahme obliegt dann allerdings dem Gemeinderat der Gesamtstadt Heilbronn.

Der Oberbürgermeister von Heilbronn wird für eine Amtszeit von acht Jahren von den Bürgern Heilbronns (einschließlich EU-Ausländern) gewählt. Der derzeitige Amtsinhaber Helmut Himmelsbach wurde am 17. Juni 2007 wiedergewählt. Er bleibt bis 2014, seinem 68. Lebensjahr, für sieben Jahre im Amt.

Für eine ausführliche Darstellung der Stadtverwaltung siehe Geschichte der Stadt Heilbronn. Die Amtsträger bis 1945 werden in der Liste der Bürgermeister von Heilbronn abgehandelt.

Die Blasonierung des Heilbronner Wappens lautet: In Gold der rot bewehrte und rot bezungte schwarze Reichsadler mit einem von Rot, Silber und Blau geteilten Brustschild. Die Stadtflagge ist Rot-Weiß-Blau.

Der Reichsadler als Symbol der Reichsunmittelbarkeit Heilbronns ist in den Siegeln der Stadt seit 1265 belegt. In der Stadt Heilbronn erschien er bei farbiger Darstellung immer auf goldenem Schildgrund (zuerst nachweisbar in einem Wappenfenster von 1487 in der Kilianskirche), während er im Hauptbanner der Reichsstädte von 1462, in Siebmachers Wappenbuch von 1605 und in Wappenbüchern des 18. Jahrhunderts auf silbernem Grund dargestellt wird.

Zur Unterscheidung vom Reichs- und von anderen Adlerwappen trat seit 1556 in Wappenzeichnungen, seit dem 18. Jahrhundert auch in Siegeln der Brustschild auf. Im Planprospekt J. S. Schlehenrieds von 1658 steht er sogar gleichberechtigt neben dem Schild mit dem Adlerwappen. Die Herkunft der Farben des Brustschildes konnte bis heute nicht sicher geklärt werden. 1556, 1581 und 1681 kamen sie auch in der Reihenfolge Blau-Silber-Rot vor; die heute übliche Reihenfolge Rot-Silber-Blau, die auch in die rot-weiß-blaue Stadtflagge Eingang gefunden hat, ist erstmals 1560 nachgewiesen. In manchen Siegeln des 17. und 18. Jahrhunderts enthielt der Brustschild nur die auf den Stadtnamen hinweisenden Großbuchstaben HB.

Die Stadt Heilbronn bildet für die Wahlen zum Deutschen Bundestag zusammen mit nördlichen Gemeinden bzw. Städten des Landkreises den Wahlkreis Heilbronn. Mit Direktmandat wurde bei den Wahlen 1998, 2002 und 2005 der Kandidat der CDU, Thomas Strobl gewählt. Die 2005 unterlegenen Mitbewerber der SPD (Josip Juratović) und der FDP (Michael Link) wurden über die Landesliste Mitglieder des Bundestags. Der SPD-Mitbewerber Harald Friese zog bei den Wahlen 1998 über die Landesliste in den Bundestag ein.

Für die Wahlen zum Landtag von Baden-Württemberg bildet die Stadt Heilbronn den eigenständigen Wahlkreis 18 (seit der Wahl 2006 zusammen mit Erlenbach). Dabei wird die Stadt seit 1996 durch Johanna Lichy (CDU) vertreten.

Das bekannteste Kirchenbauwerk in Heilbronn ist die evangelische Kilianskirche, deren 1529 vollendeter Westturm mit seinem reformatorischen Bildschmuck als erstes bedeutendes Renaissance-Bauwerk nördlich der Alpen gilt. Auch der geschnitzte Marienaltar von Hans Seyfer aus dem 15. Jahrhundert gilt als bedeutender Kunstschatz. Das katholische Deutschordensmünster und die evangelische Nikolaikirche bestehen ebenfalls schon seit dem Mittelalter. In der überwiegend protestantischen Stadt gibt es darüber hinaus noch mit Wichernkirche (ev.), Aukirche (griech-orth.), Martin-Luther-Kirche (ev.), Kreuzkirche (ev.), Christuskirche (ev.), Wartbergkirche (ev.), Mor-Ephräm-Kirche (syr.-orth.) und Augustinuskirche (kath.) zahlreiche neuere Kirchenbauten.

Die Filiale Heilbronn der Israelitischen Religionsgemeinschaft Württemberg (IRGW) betreibt das Jüdische Zentrum Heilbronn.

Unter den Heilbronner Friedhöfen sind der Hauptfriedhof mit einem der frühesten Krematoriumsbauten von 1905, der Ehrenfriedhof für die Opfer des Luftangriffs auf Heilbronn, der Alte Friedhof mit zahlreichen historischen Grabmalen und Denkmälern sowie der 1867 angelegte Jüdische Friedhof geschichtlich bedeutsam.

Am Marktplatz befinden sich neben der Kilianskirche das auf das 16. Jahrhundert zurückgehende Heilbronner Rathaus mit seiner schmuckvollen Renaissance-Uhr und der Ehrenhalle im Innenhof, das historische Käthchenhaus mit markantem Erker, das barock anmutende Geschäftsgebäude Haus Zehender und die bis aufs 14. Jahrhundert zurückgehende Sicherer’sche Apotheke. Der nur wenig entfernt liegende Deutschhof am Deutschordensmünster war eine seit dem Mittelalter bestehende Hauskommende des Deutschen Ordens und erhielt im 18. Jahrhundert im Wesentlichen seine heutige Gestalt. Heute sind dort unter anderem Stadtarchiv, Städtische Sammlungen und Archäologie-Museum untergebracht. Das heute ebenfalls als Museum genutzte, um 1600 erbaute Fleischhaus hat seinen Namen von der einstigen Verwendung als städtischer Gerichtsbau mit Fleischhalle.

Sämtliche heute noch bestehenden historischen Gebäude der Innenstadt wurden beim Luftangriff auf Heilbronn am 4. Dezember 1944 schwer beschädigt oder gar zerstört und nach Kriegsende wieder aufgebaut.

Der Bollwerksturm und der Götzenturm am Neckar sind Überreste der mittelalterlichen Stadtbefestigung. Der Hafenmarktturm in der Sülmerstraße ist Teil der Klosterkirche des ehemaligen Heilbronner Franziskanerklosters, von der nach Zerstörung 1688 nur noch der Turm erneuert wurde. Der weithin sichtbare Turm auf dem Wartberg wurde im 12. Jahrhundert als Wachturm oberhalb der Stadt angelegt. Der Aussichtsturm auf dem Schweinsberg wurde 1886 im Stil des Historismus erbaut.

Das Schießhaus in der Bahnhofsvorstadt westlich des Neckars, das im Stil des Rokoko auch als Veranstaltungssaal des Heilbronner Pferdemarktes erbaut wurde, sowie der Alte Heilbronner Bahnhof von 1848 und das ehemalige Postamt No. 2 sind bedeutende Zeichen wirtschaftlicher Prosperität im 18. und 19. Jahrhundert. Der General-Wever-Turm auf der Theresienwiese ist ein Luftschutzbunker aus dem Zweiten Weltkrieg.

Aus dem 16. Jahrhundert stammt das Cäcilienbrunnenhaus, das einst wichtig für die Wasserversorgung der Stadt war. Ähnlich alt ist das Trappenseeschlösschen, ein kleines Wasserschlösschen im Osten von Heilbronn. Etwas weiter im dort beginnenden Köpfertal befindet sich die Köpferbrunnenanlage, die im späten 19. Jahrhundert in ihrer heutigen Gestalt errichtet wurde.

In Heilbronn gibt es einen umfangreichen Bestand an historischen Brunnen und Denkmälern. Um 1960 haben sich über 50 Brunnen in der Stadt befunden. Der Siebenröhrenbrunnen von 1541 bei der Kilianskirche geht vermutlich auf die für die Stadt namengebende Quelle zurück und wurde bereits mehrfach erneuert. Der seit 1593 bestehende und nach dem Zweiten Weltkrieg zeitgenössisch erneuerte Hafenmarktbrunnen und der seit 1601 bestehende Fleinertorbrunnen sind weitere historische Brunnen der Stadtmitte. Bedeutend für die Heilbronner Wasserversorgung war das östlich der Innenstadt liegende Cäcilienbrunnenhaus aus dem 16. Jahrhundert. Die im Tal des Köpfers liegende Köpferbrunnenanlage dient seit dem 19. Jahrhundert der Naherholung. Bedeutende moderne Brunnen in Heilbronn sind der Theaterbrunnen (1983) am Stadttheater und der Komödiantenbrunnen (1996) am Kiliansplatz. Für Einzeldarstellungen von Heilbronner Brunnen siehe Brunnen in Heilbronn.

Die markanten Denkmäler in der Heilbronner Innenstadt sind das Denkmal für Robert Mayer auf dem Marktplatz und das Synagogen-Mahnmal an der Allee. Im und am Hafenmarktturm sind mehrere Krieger- und Vertriebenen-Ehrenmale. Gedenksteine im Stadtgebiet erinnern außerdem u.a. an das frühere KZ Steinbock, an Euthanasie-Opfer sowie an den Raketenunfall von 1985 auf der Waldheide. Für eine Übersicht der Heilbronner Denkmäler siehe Denkmäler in Heilbronn.

Da die Heilbronner Villenviertel im Gegensatz zur Innenstadt den Zweiten Weltkrieg weitgehend unbeschadet überstanden haben, liegt ein Schwergewicht des Heilbronner Denkmalbestandes bei repräsentativen Bürgerhäusern verschiedener Epochen. Die ältesten Heilbronner Villen sind die klassizistische Villa Rauch beim Wollhausplatz und die Villa Mertz am Rosenberg beim Götzenturm, beide von 1811. Im ab 1840 angelegten Bereich Wilhelmstraße/Cäcilienstraße befinden sich neben dem klassizistischen Wilhelmsbau Wilhelmsbau (1845), der Villa Faißt (1875) und der Villa Link (1871) mehrere weitere stattliche Bauten. Im östlich gelegenen Villenviertel um Dittmar- und Alexanderstraße befinden sich die jugendstilhafte Villa Schliz (1901), die historistische Villa Hagenmeyer (1899), die Villa Pielenz (1905) im Stil der Neuen Sachlichkeit und zahlreiche weitere Villen aus dem späten 19. und frühen 20. Jahrhundert.

Das Konzert- und Kongresszentrum Harmonie ist ein bedeutender Veranstaltungsort in Heilbronn. Die Anlage wurde von 1999 bis 2001 zu ihrer heutigen Gestalt ausgebaut und hat jährlich etwa 170.000 Besucher. Der in einem Seitentrakt der Harmonie beheimatete Kunstverein Heilbronn besteht mit zwei Neugründungen seit 1879 und hat seit 1956 rund 400 Veranstaltungen durchgeführt.

Mehrere größere Ausstellungen und Projekte in Heilbronn hatten Skulpturen zum Gegenstand, so u.a. das vom Kunstverein ausgerufene Jahr der Plastiken 1978, die Skulpturenallee 1985 oder die Skulpturenstadt 1996, von denen zahlreiche Arbeiten in Heilbronn verblieben sind. Dem Motto der Ausstellung von 1996 folgend findet die Präsentation der Objekte auch weiterhin unter dem Motto Skulpturenstadt Heilbronn statt.

Für eine Übersicht der Skulpturen siehe Skulpturen in Heilbronn.

Im Deutschhof befinden sich die Städtischen Sammlungen, die ihren Schwerpunkt auf Werken regionaler Künstler haben, darunter Maler des 18. und 19. Jahrhunderts wie Heinrich Friedrich Füger und Carl Doerr sowie Künstler des 20. Jahrhunderts wie Heinrich Altherr und Peter Jakob Schober. Außerdem gibt es dort einen Sondersammelbereich mit Kleinplastiken internationaler Bildhauer wie Wilhelm Lehmbruck und Henry Moore.

Die Stadtbibliothek Heilbronn hat einen Bestand von über 293.000 Medien an ihrem Hauptsitz im Theaterforum K3 sowie in den beiden Zweigstellen in Böckingen und Biberach. Außerdem gibt es eine Fahrbücherei.

Die Stadt Heilbronn fördert verschiedene kulturelle Projekte, darunter das Zigarre Kunst- und KulturWerkHaus sowie Kommunales Kino im Theaterforum K3.

Das städtische Theater Heilbronn am Berliner Platz wurde von 1979 bis 1982 für insgesamt rund 55 Mio. DM erbaut und führt die Tradition des dort einst befindlichen Stadttheaters fort. Zusammen mit dem angrenzenden, 2001 fertiggestellten Logentheater des Theaterforums K3 bietet das Theater Heilbronn Schauspiel-, Musical- und Opernaufführungen. Speziell im Bereich der Musicals wurden von 1989 bis 2003 rund 20 Ur- und Erstaufführungen dargeboten. Neben dem Stadttheater bietet auch das Theaterschiff Heilbronn wechselnde Darbietungen.

Die Städtischen Museen Heilbronn im Deutschhof zeigen (neben der bereits erwähnten Kunst- und Skulpturensammlung) im Archäologie-Museum vorgeschichtliche Ausgrabungen aus der Gegend um Heilbronn. Das Archäologie-Museum steht in der Tradition der von Alfred Schliz (1849–1915) begründeten und im Zweiten Weltkrieg weitgehend zerstörten früheren städtischen Sammlung von Bodenfunden. Im Deutschhof ist außerdem eine Dauerausstellung des Stadtarchivs zur Stadtgeschichte zu sehen. Das Naturhistorische Museum im nahegelegenen historischen Fleischhaus zeigt eine Ausstellung zur Erdgeschichte, um deren Erforschung sich in und um Heilbronn vor allem Friedrich von Alberti (1795–1878) verdient gemacht hat, auf den die Benennung Trias der Abfolge von Buntsandstein, Muschelkalk und Keuper zurückgeht. Der Eintritt zu den Dauerausstellungen der Städtischen Museen ist frei.

Das Kleist-Archiv Sembdner ist aus der Sammlung des Kleist-Forschers Helmut Sembdner hervorgegangen, die 1990 von der Stadt Heilbronn angekauft wurde.

Museale Angebote zur Technikgeschichte in Heilbronn sind der Historische Industriepark Neckargartach der Stadtwerke Heilbronn, der aus einem historischen Pumpwerk im Gebäude der ehemaligen Widmann'schen Papierfabrik und einer historischen Hammermühle im Stadtteil Neckargartach besteht, sowie das Süddeutsche Eisenbahnmuseum Heilbronn auf dem Gelände des ehemaligen Bahnbetriebswerks im Stadtteil Böckingen.

Das 1961 von Jörg Faerber gegründete Württembergisches Kammerorchester Heilbronn spielt hauptsächlich Musik des Barock und der Klassik.

Wichtige Heilbronner Sportvereine sind der Fußballverein FC Heilbronn und der Heilbronner Eishockey Club (HEC) mit der Profimannschaft Heilbronner Falken.

Der FC Heilbronn ging aus den Vereinen Heilbronner SpVgg dem zeitweiligen Zweitligisten VfR Heilbronn hervor und bestreitet seine Heimspiele im etwa 17.000 Zuschauer fassenden Frankenstadion. Der HEC ging aus dem 1934 gegründeten Rollschuh- und Eislaufverein Heilbronn hervor, der in den 1970er Jahren große Erfolge bei Deutschen und Internationalen Meisterschaften verbuchen konnte und 1976 die Deutsche und im Folgejahr die Europäische Rollkunstmeisterschaft austrug. Die Heilbronner Falken bestreiten ihre Heimspiele in der 4000 Zuschauer fassenden Lavatec Arena.

Der Weinbau ist ein wichtiger Wirtschaftsfaktor in der Stadt. Mit 514 ha (davon ca. 2/3 rote Rebsorten) hat die Stadt Heilbronn nach Brackenheim und Lauffen am Neckar die drittgrößte Rebfläche im Weinbaugebiet Württemberg. Überwiegend wird Trollinger und Riesling angebaut. Ein Studiengang für Weinbetriebswirtschaft wird an der Hochschule Heilbronn angeboten.

Weinbau hat in Heilbronn eine lange Tradition. Er wird 1146 erstmals urkundlich erwähnt, wurde jedoch wohl schon zur Zeit der Römer betrieben. Die Steuern aus den Weinerträgen der Wengerter sowie die Abgaben der in vom Weinbau abhängigen Berufen tätigen Handwerker und Kaufleute bildete eine wichtige Einnahmequelle der Stadt und die Weinbüchlein aus der Steuerstube zählen zu den wichtigsten historischen Quellen der Stadtgeschichte. In reichsstädtischer Zeit wurde die Jahresarbeit der Weingärtner durch Ratsverordnungen genauestens festgelegt. 1556 bestanden 170 Privatkeltern und Trotten. Goethe nannte 1797 die Zahl von 12.000 Morgen Weinbergen um die Stadt.

1888 schlossen sich die Heilbronner Weingärtner zur Weingärtnergesellschaft Heilbronn zusammen, die 1933 mit der 1919 gegründeten, konkurrierenden Winzergenossenschaft Heilbronn verschmolz. Am 14. Juli 1972 schloss sie sich mit den Weingärtnergenossenschaften aus Erlenbach und Weinsberg zur Genossenschaftskellerei Heilbronn-Erlenbach-Weinsberg zusammen, die seit 1973 ihren Sitz direkt an der Heilbronner Stadtgrenze auf Gemarkung von Erlenbach hat. Auch zahlreiche private Weingüter haben ihren Sitz in Heilbronn.

Dank des nordöstlich gelegenen Weinsberger Kreuzes, dem Schnittpunkt der Bundesautobahnen A 81 (aus Richtung Würzburg und Stuttgart) und A 6 (aus Richtung Mannheim und Nürnberg), ist Heilbronn gut zu erreichen. Durch die Stadt selbst führen die Bundesstraßen B 27 (nach Mosbach und Stuttgart), die B 39 (nach Mainhardt) und die B 293 (nach Karlsruhe). Eine wichtige Entlastungsstraße, die die A 6 bei Obereisesheim quer durch das Stadtgebiet mit der B 27 bei Sontheim verbindet, ist die Neckartalstraße. Die innerstädtische Hauptstraße ist die Allee.

Heilbronn ist ein Vorreiter des „Grünpfeils“. Im Stadtgebiet befinden sich seit 1996 an Straßenkreuzungen 65 solcher Verkehrszeichen, dies ist die höchste Dichte in den Alten Bundesländern.

Auch wenn Heilbronn als eine von wenigen deutschen Großstädten nicht durch das Fernzugnetz der Deutschen Bahn AG bedient wird, ist die Stadt ein Bahnknotenpunkt: Die Frankenbahn verbindet Stuttgart mit Würzburg, die in Bad Friedrichshall-Jagstfeld abzweigenden Neckar- und Elsenztalbahnen führen nach Heidelberg und Mannheim, die Hohenlohebahn führt über Öhringen nach Schwäbisch Hall.

Neben dem Heilbronner Hauptbahnhof gibt es an der Frankenbahn den Haltepunkt Sülmertor für RegionalBahn-Züge. Im Stadtteil Böckingen befindet sich der Heilbronner Güterbahnhof.

Von Karlsruhe kommend verkehrt die Stadtbahn Heilbronn, die von der Albtal-Verkehrs-Gesellschaft betrieben wird, auf der Kraichgaubahn. Die Linie S4 führt derzeit über mehrere Halte in Böckingen, den Hauptbahnhof, die Heilbronner Innenstadt und weiter über die Hohenlohebahn bis zum Öhringer Teilort Cappel. Aufgrund von massiven Verzögerungen beim Neubau der Strecke durch das Heilbronner Stadtgebiet und bei der Sanierung und Elektrifizierung der bestehenden Strecke von Heilbronn nach Öhringen ist die offizielle Eröffnung mehrmals verschoben worden und fand schließlich am 10. Dezember 2005 statt. Für die Zukunft sind weitere Stadtbahnlinien nach Sinsheim, Mosbach-Neckarelz und Zaberfeld geplant. Dabei ist ein weiterer Neubauabschnitt in der Heilbronner Innenstadt in Richtung Neckarsulm vorgesehen.

In Heilbronn gibt es außerdem mehrere Bahnhöfe, die nicht mehr bedient werden. Der Heilbronner Südbahnhof war der Ausgangspunkt der Bottwartalbahn, einer Schmalspurbahn nach Marbach am Neckar, deren Betrieb ab 1966 sukzessive eingestellt wurde. Der verbliebene Güterverkehr zum Südbahnhof wurde um das Jahr 2000 eingestellt. Ebenfalls aufgelassen wurden zwischenzeitlich der Haltepunkt in Klingenberg und der Böckinger Bahnhof an der Frankenbahn sowie mit dem Ausbau der Stadtbahn Richtung Öhringen der Haltepunkt Karlstor an der Hohenlohebahn.

Der öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) im Stadtgebiet wird durch Busse der Stadtwerke Heilbronn (Verkehrsbetriebe) und verschiedene andere Verkehrsunternehmen bedient. Die Stadt gehört dem Heilbronner Hohenloher Haller Nahverkehr an. Darüber hinaus verkehrt die Stadtbahn (siehe oben) nach dem Karlsruher Modell. Von 1897 bis 1955 hatte Heilbronn ein eigenes Straßenbahnnetz.

Der Hauptarm des Neckars wurde 1333 längs der Stadtmauer umgeleitet, gleichzeitig aber durch Wehre und Mühlen versperrt, so dass bis ins 19. Jahrhundert die vom Rhein kommende Schifffahrt hier endete und ein Passieren des Neckars bei Heilbronn nur Flößern möglich war. Am 17. Juli 1821 wurde zur Umgehung dieses Engpasses der Wilhelmskanal eröffnet. Im Rahmen der Industrialisierung wurden ab der Mitte des 19. Jahrhunderts die Hafenanlagen entlang des Flusses immer weiter ausgebaut. 1875 wurde der Floßhafen erbaut, wo per Eisenbahn aus dem Schwarzwald angeliefertes Holz zu Floßverbänden zusammengefügt wurde, um es so weiter in Richtung Rhein zu transportieren. Der Holzumschlag in Heilbronn begründete die Heilbronner Sortierung, eine heute noch in Bayern und Rheinland-Pfalz übliche Klassifizierung von Stammholz.

Ab 1878 war Heilbronn Endpunkt der Neckar-Kettenschifffahrt von Mannheim aus, die von der Heilbronner Neckar-Ketten-Schleppschifffahrt betrieben wurde. 1886 wurde der Salzhafen als Umschlagzentrum für das Bergwerk erbaut, 1888 der Karlshafen. Entscheidend für die weitere Entwicklung der Neckarschifffahrt im allgemeinen war die ab 1921 in Angriff genommene Kanalisierung des Neckars von Mannheim bis Heilbronn, die 1935 fertiggestellt wurde. Die Kettenschifffahrt wurde danach aufgegeben.

Mit der Kanalisierung des Neckars ging 1935 die Eröffnung des Heilbronner Kanalhafens einher. 1952 wurde die Kanalisierung bis Stuttgart vollendet, 1968 wurde Plochingen erreicht. Mit einem Umschlag von ca. 5 Mio. t ist der Heilbronner Kanalhafen heute der siebtgrößte deutsche Binnenhafen und mit einem Umschlags-Anteil von 50% der wichtigste Hafen entlang des Neckars. Die Länge der Kaianlagen beträgt insgesamt ca. 7,2 km, verteilt auf den Kanalhafen sowie auf den Osthafen, den Salzhafen und die östliche Seite des alten Neckars, die Gesamtfläche beträgt ca. 107 ha. Das Netz der Industrie- und Hafenbahn hat eine Länge von ca. 18 km, insgesamt wird der Umschlag durch 38 Krananlagen ermöglicht. 80% des Umschlags werden durch die Güter Salz (durch das Salzbergwerk), Kohle (durch das Kohlekraftwerk) und Baustoffe generiert. Teil der Hafenanlagen ist auch ein zuletzt 2003 erweiterter Schwergutkai, der den Umschlag von Material mit einem Gewicht von 350 t ermöglicht.

Heilbronn ist ein Wirtschaftsstandort mit (Stand 2006) über 90.000 Arbeitsplätzen.

Annähernd 30 Banken sind im Stadtkreis Heilbronn vertreten, und das Bankgeschäft blickt auf eine lange Tradition zurück. Schon im 11. Jahrhundert sollen sich in Heilbronn Bankiers aufgehalten haben, die sog. südfranzösischen „Kawerschen“. Seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts spielt Heilbronn wieder eine wichtige Rolle als Bankenstandort. Die erste Bank in Heilbronn war die Privatbank Rümelin & Co mit guten Verbindungen zu Instituten in Frankfurt (Rothschild) und einst in Württemberg die einzige Bank außerhalb Stuttgarts. Heute sind drei der vier Ecken der zentralen Innenstadtkreuzung von Allee und Kaiser-/Moltkestraße mit Bankgebäuden bebaut.

Das größte Institut der Stadt ist die aus der 1856 gegründeten Oberamtssparkasse entstandene Kreissparkasse Heilbronn mit einem Geschäftsvolumen von 7 Milliarden Euro, 101 Filialen und 1638 Mitarbeitern. Die Heilbronner Filiale der Dresdner Bank steht bezüglich ihrer langen Tradition an zweiter Stelle und geht auf das 1860 gegründete Bankgeschäft Max Gumbel-Kiefe zurück, das 1918 von der Darmstädter Bank übernommen wurde, die 1930 mit der Dresdner Bank fusionierte. Die Volksbank in Heilbronn geht auf den Heilbronner Bankier Abraham Gumbel zurück, der im Jahre 1909 den Heilbronner Bankverein gründete. 1956 nahm das Haus die genossenschaftliche Rechtsform an und erhielt 1982 den Namen Volksbank Heilbronn. Die Volksbank Heilbronn ist heute mit einem Geschäftsvolumen von 1,3 Milliarden Euro die größte Kreditgenossenschaft in der Region.

In Heilbronn vertretene Banken sind außerdem u. a. die Südwestbank, Sparda-Bank, die Norisbank, die Citibank, die Santander Consumer Bank, die Commerzbank, die Baden-Württembergische Bank, die Hoerner Bank, die GE Money Bank, die SEB AG, die Landesbank Baden-Württemberg, die Fürstlich Castell’sche Bank und die Fiat Bank.

Heilbronn ist Sitz der Südwestdeutsche Salzwerke AG, die in der Stadt seit 1883 ein Salzbergwerk betreibt, das mit dem 1994 stillgelegten Bergwerk in Bad Friedrichshall-Kochendorf durch einen Stollen verbunden ist. Für das Heilbronner Bergwerk, dessen Salzabbau im Laufe der Zeit weit nach Westen fortgeschritten ist, wurde 2004 der neue Schacht „Konradsberg“ beim Heilbronner Ortsteil Biberach fertiggestellt. Das Heilbronner Steinsalzbergwerk ist nach Unternehmensangaben das größte in Westeuropa.

Heilbronn war lange Zeit auch bedeutender Brauerei-Standort. 1816 wurden bereits sechs Brauereien in der Stadt gezählt. Zur bekanntesten und langlebigsten Marke sollte die 1865 gegründete Brauerei Cluss werden, die 1982 an Dinkelacker verkauft wurde. Heute bestehen in Heilbronn nur noch einige wenige Hausbrauereien. Unter den südwestdeutschen Großstädten hat Heilbronn dennoch die größte Dichte an Biergarten-Sitzplätzen pro Einwohner, woraufhin die Stadt von Marketing-Strategen zur baden-württembergischen Biergarten-Hauptstadt erkoren wurde.

Im Industriegebiet von Heilbronn betreibt die EnBW AG ein großes mit Steinkohle befeuertes Kraftwerk mit 7 Blöcken, das Kraftwerk Heilbronn. Es ist durch seine beiden 250 Meter hohen Kamine, die zu den höchsten freistehenden Bauwerken Baden-Württembergs zählen, und seinen 140 Meter hohen Kühlturm weithin sichtbar. In einem stillgelegten Block des Kraftwerks befindet sich seit 1998 das Veranstaltungszentrum Block-E.

Heilbronn ist Sitz eines Studios des Südwestrundfunks (SWR). Von hier wird das Regionalprogramm Frankenradio bei SWR4 Baden-Württemberg ausgestrahlt. Der Privatsender L-TV produziert ein regionales Nachrichtenfenster für den Großraum Heilbronn/Ludwigsburg. Der private Rundfunksender Radio Ton hat seinen Sitz in Heilbronn.

Als Tageszeitung erscheint in Heilbronn seit 1946 die Heilbronner Stimme. Kostenlos werden die Anzeigenblätter Neckar Express (wöchentlich) und echo (zweimal pro Woche) verteilt. Außerdem gibt es die monatlichen Stadtmagazine Freizeit Journal, Moritz und Phonk.

Heilbronn ist Sitz des Regionalverbands Heilbronn-Franken, des Landratsamts Heilbronn sowie der Handwerkskammer Heilbronn-Franken und der IHK Heilbronn-Franken, deren Kammerbezirke jeweils die Region Heilbronn-Franken ist. Ferner gibt es eine Agentur für Arbeit, ein Finanzamt und ein Hauptzollamt. Das Klinikum am Gesundbrunnen in Heilbronn ist mit 850 Betten das größte der vier Krankenhäuser der regionalen Krankenhaus-Holding Stadt- und Landkreis Kliniken Heilbronn GmbH (SLK-Kliniken).

Heilbronn verfügt über ein Amtsgericht und das Landgericht Heilbronn, die beide zum Oberlandesgerichts-Bezirk Stuttgart gehören. Ferner gibt es das Arbeitsgericht Heilbronn (mit Kammern in Crailsheim) und das Sozialgericht Heilbronn, dessen Gerichtsbezirk umfasst den Stadtkreis Heilbronn, die Landkreise Heilbronn, Ludwigsburg und Schwäbisch Hall sowie den Hohenlohekreis und den Main-Tauber-Kreis. Die Justizvollzugsanstalt Heilbronn, das Heilbronner Gefängnis, befindet sich in 1867 bis 1870 errichteten Gebäuden auf einem 3,5 Hektar großen Gelände am Rande der Innenstadt. Außerdem gibt es eine Außenstelle der JVA in Talheim, die Staatsdomäne Hohrainhof, wo im offenen Vollzug neben Ackerbau und Viehzucht auch Weinbau betrieben wird. Das Heilbronner Gefängnis ist (Stand 2008) mit durchschnittlich knapp über 320 Gefangenen belegt.

Die Stadt ist auch Sitz der Prälatur Heilbronn und des Kirchenbezirks Heilbronn der Evangelischen Landeskirche in Württemberg sowie des Dekanats Heilbronn des Bistums Rottenburg-Stuttgart.

In Heilbronn befindet sich ebenfalls eine Betriebsstätte der Kommunalen Informationsverarbeitung Baden Franken (KIVBF), die als Systemhaus für den Kommunalen Bereich den westlichen und nördlichen Teil Baden-Württembergs abdeckt.

Die Hochschule Heilbronn wurde im April 1961 als Staatliche Ingenieurschule gegründet und bietet Technik-, Wirtschafts- und Informatik-Studiengänge an. Das Studienangebot der 2005 gegründeten, privat getragenen Stiftungshochschule heilbronn business school umfasst verschiedene betriebswirtschaftliche Studiengänge. Im Herbst 2010 soll eine Außenstelle der Studienakademie Mosbach in Heilbronn ihren Betrieb aufnehmen; Heilbronn wird damit ein Standort der Dualen Hochschule Baden-Württemberg werden. Neben diesen Hochschulen gibt es in Heilbronn noch zwei Staatliche Seminare für Didaktik und Lehrerbildung, an denen angehende Lehrer an Grundschulen, Hauptschulen und Gymnasien die zweite Phase der Lehrerausbildung absolvieren.

Die Stadt Heilbronn unterhält als Schulträger 35 Schulen an 36 Standorten, in denen im Schuljahr 2007/2008 insgesamt 20.882 Schüler in 939 Klassen unterrichtet wurden.

Berufsbildende Schulen Berufsschulen in der Trägerschaft der Stadt Heilbronn sind die Gustav-von-Schmoller-Schule (Kaufmännische Schule mit Wirtschaftsgymnasium) sowie das Technische Schulzentrum Heilbronn, bestehend aus der Johann-Jakob-Widmann-Schule und der Wilhelm-Maybach-Schule (mit Technischem Gymnasium). Der Landkreis Heilbronn ist Träger der Andreas-Schneider-Schule (Kaufmännische Schule mit Wirtschaftsgymnasium) und der Christiane-Herzog-Schule (Hauswirtschaftliche und Landwirtschaftliche Schule mit Ernährungswissenschaftlichem Gymnasium und Biotechnologischem Gymnasium). Seit Herbst 2005 gibt es eine weitere Berufliche Schule, die Peter-Bruckmann-Schule (für die Berufsfelder Gesundheit, Hauswirtschaft, Nahrung und Pflege).

In Heilbronn gibt es insgesamt 87 Kindergärten und Kindertageseinrichtungen, 34 davon haben als Träger die Stadt Heilbronn. Seit Januar 2008 ist in Heilbronn der Kindergartenbesuch kostenlos. Dies gilt für alle Kinder vom dritten Geburtstag bis zur Einschulung und in allen Kindergärten aller Träger.

Das Ehrenbürgerrecht in Heilbronn wurde durch das Württembergische Gesetz betreffend die Gemeindeangehörigkeit vom 16. Juni 1885 eingeführt und von späteren ähnlichen Gesetzen fortgeführt. Vor 1885 gab es in Heilbronn den Begriff des „ehrenhalber verliehenen Bürgerrechts“.

Als zweithöchste städtische Auszeichnung wird seit 1959/60 der Ehrenring der Stadt Heilbronn vergeben. Zu den bisher rund 30 Trägern zählen neben dem Heimatforscher Wilhelm Mattes zumeist langjährige Stadträte und die früheren Oberbürgermeister Paul Meyle, Hans Hoffmann und Manfred Weinmann.

Zu den bedeutenden in Heilbronn geborenen Persönlichkeiten zählen der Physiker Robert Mayer, der Architekt Adolf Cluss, der Dichter Wilhelm Waiblinger, der Automobilpionier Wilhelm Maybach und der frühere Generalbundesanwalt Kurt Rebmann.

Eine detaillierte Übersicht über die Ehrenbürger der Stadt Heilbronn und der früheren Gemeinden sowie bedeutender Personen, die in Heilbronn geboren sind oder mit der Stadt in Bezug stehen, findet sich in der Liste der Heilbronner Persönlichkeiten.

Zum Seitenanfang



Geschichte der Stadt Heilbronn

Wappen von Heilbronn

Die Geschichte der Stadt Heilbronn beschreibt die Entwicklung von Heilbronn in Baden-Württemberg. Der Ort hat sich aus einem im 7. Jahrhundert bestehenden fränkischen Königshof entwickelt, wurde im 14. Jahrhundert zur Reichsstadt erhoben und als solche zu einem bedeutenden Handelsplatz in Südwestdeutschland. Nach dem Übergang zu Württemberg 1802 und der einsetzenden Industrialisierung war die Stadt am Neckar die größte Industriestadt des Landes nach Stuttgart. Am 4. Dezember 1944 wurde die historische Innenstadt bei einem Luftangriff auf Heilbronn total zerstört. In der wiederaufgebauten Stadt, die heute mit ihren Stadtteilen und dem Umland einen wichtigen Verkehrsknoten und Wirtschaftsstandort bildet, leben gegenwärtig rund 120.000 Menschen.

Aufgrund topographischer Parallelen zum Neckartal bei Mauer, dem Fundort des Unterkiefers von Mauer (des ersten entdeckten Homo heidelbergensis), wird die erste menschliche Nutzung der fruchtbaren Auen des Neckars im Heilbronner Becken auf bis zu 500.000 Jahre vor unserer Zeit vermutet. Die ältesten bisher gefundenen menschlichen Spuren in und um Heilbronn datieren bis in die Altsteinzeit um 30.000 v. Chr. zurück. Bereits in vorgeschichtlicher Zeit bestanden Fernwege, die sich bis in die Jungsteinzeit zunächst längs der Flüsse orientierten, wobei die Flussübergänge (im Heilbronner Raum bei Wimpfen und bei Heilbronn selbst) eine bedeutende Rolle spielten. Später bildeten sich zudem Höhenwege, wobei der von Hall kommende Salzweg und ein anderer, von Öhringen kommender Weg bei Heilbronn den Neckar überquerten.

Das heutige Stadtgebiet enthält zahlreiche vorgeschichtliche Fundstellen, darunter Überreste von Hügelgräbern der Bronzezeit im Stadtwald nahe dem Schweinsberg sowie eine vermutete Höhenburg gleichen Alters auf der Kuppe des Wartbergs.

Unter dem römischen Kaiser Domitian (81–96 n. Chr.) drangen die Römer vom Rhein aus ostwärts vor, und als Außengrenze des römischen Reichs wurde der Neckarlimes errichtet, zu dem auch das Kastell Heilbronn-Böckingen gehörte, auf das insgesamt acht Römerstraßen aus verschieden Himmelsrichtungen kommend hinführten. Mit der Kastellstraße von Wimpfen über Böckingen nach Walheim entstand unter den Römern eine wichtige Nord-Süd-Achse. Im Hinterland des Limes entstanden zahlreiche römische Villen und Gutshöfe zur Versorgung der römischen Truppen, darunter die 1933 ausgegrabene römische Badeanlage im Gewann „Wolfszipfel“. Vermutlich im Jahr 159 n. Chr. wurde der Neckarlimes aufgegeben, da die römische Reichsgrenze rund 30 km nach Osten vorgeschoben und dort in den folgenden Jahren als Obergermanischer Limes mit Wall und Graben ausgebaut wurde. Im Jahre 260 n. Chr. fiel der Limes, danach beherrschten die Alemannen das Neckarbecken.

Um das Jahr 500 ergriffen die Franken Besitz vom Neckarraum und errichteten hier wie überall in ihrem Reich Königshöfe, die die wirtschaftliche Grundlage des Fränkischen Reiches bildeten und von denen sowohl die Christianisierung als auch die Gründung von Ausbausiedlungen ausgingen. Ein solcher fränkischer Königshof war vermutlich die erste größere Siedlung in der heutigen Kernstadt, im Bereich der heutigen Unteren Neckarstraße zwischen Brückentor und Lohtor. Hier verlief zu dieser Zeit vermutlich ein Höhenzug, der die Siedlung vor dem Hochwasser des Neckars schützte und den Bau von Befestigungsanlagen begünstigte. Das zum Königshof gehörende Umland wurde im Westen vom Neckar begrenzt, im Norden durch Stiftsberg und Nordberg. Im Osten erstreckte sich das zugehörige Land etwa bis Ellhofen, im Süden bis nach Sontheim. Die nächstgelegenen Königshöfe waren in Lauffen und Ilsfeld sowie die spätere Kaiserpfalz in Wimpfen.

Die Verkehrsinfrastruktur der Franken lehnte sich an das alte römische Straßennetz an. Sie schufen jedoch nach der Gründung des Königshofs in Heilbronn auch östlich des Neckars gelegene Nord-Süd-Achsen, deren wichtigste, von Frankfurt über Heilbronn bis nach Italien führende die so genannte fränkische Heerstraße war.

In einer Urkunde aus dem Jahr 822, die eine Schenkung des ostfränkischen Hausmeiers Karlmann aus dem Geschlecht der Karolinger zur Ausstattung des neu gegründeten Bistums Würzburg im Jahr 741 zum Inhalt hat, wird villa Helibrunna als Ort einer Basilika, die dem Heiligen Erzengel Michael gewidmet war, erstmals urkundlich erwähnt: et in ipso pago basilicam in villa Helibrunna in honore sancti Michahelis archangeli constructam una cum appendiciis suis (eine Kirche in der villa Heilbronn, welche dem Heiligen Erzengel Michael errichtet ist, mit allem Zubehör). Diese Michaelsbasilika in Heilbronn war eventuell der Vorgängerbau der heutigen Kilianskirche. Michael wurden seit dem späten 5. Jahrhundert zahlreiche Kirchenbauten gewidmet.

Seit 840 befand sich König Ludwig der Deutsche im Streit mit seinen kaiserlichen Brüdern um die Hinterlassenschaft des Vaters und versuchte, die innerdeutschen Alemannen für sich zu gewinnen. Er hielt daher am 18. August 841 in Heilbronn Hof und lud die Alemannen hierzu ein, um seine Macht anerkennen zu lassen. Anlässlich dieser einzigen belegten königlichen Hofversammlung eines karolingischen Königs in Heilbronn erfolgte die zweitälteste bekannte Erwähnung der Stadt als „Heilicprunno“ in einer vom König für Abt Gozbald ausgestellten Urkunde: actum Heilicprunno palatio regio. Die Formulierung palatio regio kann zwar auch als „befestigte Kaiserpfalz“ gedeutet werden, jedoch gibt es keinen Nachweis für eine solche. Aber selbst eine Pfalzversammlung an diesem Ort weist auf eine bereits bestehende überregionale Bedeutung des Ortes zur damaligen Zeit hin.

Der Name Heilicprunno bzw. Heilbrunna deutet auf einen Brunnen bzw. eine Quelle. Ob diese heilig ist, heilt oder erfrischt, kann etymologisch nicht klar nachgewiesen werden. Bei dieser namengebenden Quelle handelt es sich vermutlich um den später zum Siebenröhrenbrunnen gefassten Kirchbrunnen nahe der Michaelsbasilika. Kirche und Brunnen scheinen in einem Zusammenhang zu stehen. Die ältere Forschung sah die Ursprünge der Kirche beim Brunnen in der Umwidmung eines älteren, vorchristlichen Quellenheiligtums, die neuere Literatur sieht mangels Nachweisen aus vorchristlicher Zeit in der namengebenden Quelle eher einen Taufbrunnen aus fränkischer Zeit.

Bis ins hohe Mittelalter wird Heilbronn in über 30 weiteren Urkundenbelegen erwähnt.

Beim Niedergang der Karolinger um das Jahr 1000 ging der Königsbesitz als Allodium auf die regionalen Grafen über, im Falle Heilbronns auf die Grafen von Calw als Erben des Königshofes. Neben diesen hatte das Bistum Würzburg seinen 741 mit Schenkung erhaltenen Besitz, den es 1037 durch Erwerb vergrößern konnte. Auch die Grafen von Lauffen, die Herren von Dürn und das Kloster Billigheim im Schefflenztal hatten vermutlich Besitz in Heilbronn. Um das Jahr 1050 bestand in Heilbronn ein Markt mit Marktgericht. Marktherren waren die Grafen von Calw. Uta von Calw (d. Ä.) verschrieb ihren Heilbronner Besitz um 1060 an das Kloster Hirsau, das eine Calwer Gründung war. Ihr Bruder, Pfalzgraf Gottfried, und dessen Schwiegersohn Welf VI. behinderten jedoch die Besitzübergabe, so dass Welf VI. erst nach seiner Niederlage bei Weinsberg 1140 den Calwer Besitz im Jahr 1146 ans Kloster Hirsau übergab.

Einige der ältesten Funde Württembergs weisen außerdem auf eine bedeutende Ansiedlung von Juden in Heilbronn im 10./11. Jahrhundert hin, darunter unterirdische Grabanlagen (Ossuarien) dieser Zeit in der Lohtorstraße (früher: Judengasse).

Im Hirsauer Codex, einer zeitgenössischen Auflistung der Besitztümer des Klosters Hirsau, wird im Zusammenhang mit der 1146 vollzogenen Schenkung eines Herrenhofs mit 17 abhängigen Höfen, 14 Weingütern, Personal und Boden in unbekannter Größe inklusive des Nordbergs ferner die Markt- und Münzgerechtigkeit der Stadt belegt, ebenso die Existenz eines Hafens. Die Bezeichnung portus für diesen Hafen in den Urkunden ist in Süddeutschland einzigartig und weist womöglich darauf hin, dass Heilbronn bereits im 11. Jahrhundert ein wichtiger Umschlagplatz für den Fernhandel war. Der Weinbau in Heilbronn wird mit dieser Schenkung von 1146 zwar erstmals bezeugt, ist aber in den umliegenden Dörfern Böckingen, Frankenbach, Biberach und Neckargartach bereits im 8. Jahrhundert urkundlich nachgewiesen, so dass in Heilbronn vermutlich auch schon seit der fränkischen Besiedlung, eventuell sogar seit der Römerzeit, Wein angebaut wurde. Die „Weinbet“, eine städtische Steuer auf den Weinertrag, bildete im Mittelalter eine der Haupteinnahmequellen der Stadt, die „Weinbüchlein“ aus der Steuerstube zählen zu den wichtigsten historischen Quellen der Stadtgeschichte.

Aufgrund von bestehender Münze, Markt und Hafen im Jahr 1146 kann die Stadtwerdung als spätestens im 11. Jahrhundert vollzogen betrachtet werden. Die Literatur geht davon aus, dass es zu dieser Zeit auch bereits ein Stadtrecht gab.

1219 starb mit Graf Poppo VI. die Linie der Grafen von Lauffen im Mannesstamm aus. Durch die Heirat von Poppos Tochter Mechthild von Lauffen mit Konrad I. von Dürn gingen die Lauffener Königslehen, darunter auch deren Güter in Heilbronn, auf die Herren von Dürn über. Konrads Bruder Ulrich II. von Dürn trat 1224 in den Deutschen Orden ein und wurde von seiner Familie mit Grundbesitz in Heilbronn ausgestattet, so dass bis 1268 der Deutschhof als Hauskommende des Ordens errichtet werden konnte. Der Deutschhof und die darin gelegene Deutschordenskirche wurden kontinuierlich ausgebaut. Das Nachbardorf Sontheim gelangte möglicherweise schon bei Gründung der Kommende, spätestens aber bis 1291 an diese.

1225 musste das Bistum Würzburg seinen Heilbronner Besitz an Stauferkönig Heinrich (VII.) entlehnen. Der auf den 27. Juli 1225 datierte Nordheimer Vertrag benennt das entlehnte Gebiet oppidum Heilecbrunnen. Oppidum bezeichnet eine (von Mauern und Gräben) befestigte Stadt. Das im Westen durch einen Seitenarm des Neckars begrenzte und annähernd rechteckig von der rund 2400 Meter langen Stadtmauer mit später bis zu zehn Türmen umschlossene Stadtgebiet umfasste etwa 26 Hektar und vergrößerte sich bis ins frühe 19. Jahrhundert nicht wesentlich weiter.

Heilbronn hat in der politisch wechselvollen Zeit nach dem Ende der Staufer und nach dem Aussterben der Grafen von Calw seine Rolle als wichtiger Handelsplatz beibehalten. Der einstige fränkische Königshof war in herrschaftliche Großhöfe aufgesplittert, und diese zerfielen in der Folgezeit in eine Marktgemeinde, in der sich ein Patriziat bildete. Bereits aus dem Jahr 1222 ist der Verkauf von ehemals bischöflich würzburgischem Besitz an Bürger der Stadt überliefert. Durch Schutz und Einfluss des Kaisers konnte die Stadt in der Folgezeit dem Zugriff oder all zu starken Einfluss der umliegenden Territorialfürsten als auch der in der Stadt begüterten kirchlichen Instanzen entzogen bleiben.

Aus dem Jahr 1265 datiert das älteste Stadtsiegel. Es zeigt einen Adler im dreieckigen Wappenschild mit der Umschrift Sigillum Civitatis Hailprunnen. Die Bezeichnung civitas deutet auf eine Gemeinschaft von Bürgern mit eigener Verfassung und eigenen Rechten hin.

1281 verlieh König Rudolf I. von Habsburg in Gmünd Heilbronn ein Stadtrecht, das erstmals einen Rat der Stadt von zwölf consules (Ratsherren) vorsah, dem als königliche Beamte sowohl ein Vogt (der die hohe Gerichtsbarkeit innehatte) als auch ein Schultheiß (Vorsteher des Rats) vorgestellt waren. Die zwölf consules waren für die Verwaltung des Gemeinwesens zuständig und wurden aus den Reihen der melioribus et utilioribus civitatis (Patrizier der Stadt) gebildet. Von 1283 bis 1289 weilte Rudolf I. insgesamt fünf Mal in der Stadt. 1288 erhielt die Stadt durch ihn das Privileg eines dreiwöchigen überregionalen Jahrmarktes. 1309 weilte Kaiser Heinrich VII. in der Stadt, und im Folgejahr wurden der Stadt alle früher erlangten Rechte und Privilegien bestätigt. Das Heilbronner Stadtrecht hatte Beispielcharakter für andere Städte, so erhielt Eppingen im Jahr 1303 durch Albrecht I. auch die Heilbronner Rechte verliehen.

1297 wurde die Kilianskirche erstmals urkundlich erwähnt. Um 1300 wurde das bis ins 15. Jahrhundert Kaufhaus genannte Heilbronner Rathaus am Marktplatz errichtet. Der Rat beherrschte und kontrollierte insbesondere auch den Handel in der Stadt, da zu seinen Tätigkeiten insbesondere auch das Marktgericht gehörte. 1306 stiftete der Rat das Katharinenspital, aus dem sich das städtische Krankenhauswesen entwickelte. 1314 wird erstmalig ein magister civium (Bürgermeister) erwähnt. 1322 verlieh König Ludwig der Bayer der Stadt die hohe Gerichtsbarkeit (den so genannten Blutbann), was die Macht des Rates gegenüber den königlichen Beamten stärkte. Der Blutbann soll bald darauf wieder verloren gegangen sein, wurde jedoch ab 1405 dauerhaft zurückerlangt. 1331 verkaufte das Kloster Maulbronn den Rest seiner Heilbronner Besitzungen an die Bürgerschaft. Im selben Jahr schloss die Stadt einen Landfriedensbund mit sieben anderen Städten. 1332 gab es zwei Bürgermeister, die weiterhin den königlichen Beamten (Vogt und Schultheiß) unterstellt waren. Im selben Jahr trat die Zollfreiheit mit Nürnberg in Kraft, im Folgejahr erhielt die Stadt ein zweites Jahrmarktsprivileg.

Im Jahr 1298 wurden beim so genannten Rintfleisch-Pogrom 143, möglicherweise sogar 200 Heilbronner Juden ermordet. Bei 4500 bis 5500 Einwohnern, die Heilbronn um diese Zeit insgesamt besaß, hatte die jüdische Gemeinde also eine beachtliche Größe und wies auch Gelehrte unter ihren Mitgliedern auf wie einen Punctator, der 1298 ebenfalls umkam. Im Frühjahr 1349 ereigneten sich in Heilbronn anlässlich eines neuen Pogroms nicht nur zahlreiches „Judenmorden“, sondern auch viele „Judenbrände“. „Judenbrände“ war eine Umschreibung von Verbrennungen von Juden, insbesondere von Jüdinnen bei den „Hexensäulen“. Die „Hexensäulen“ befanden sich beim zweiten jüdischen Friedhof vor der Stadtmauer Heilbronns. Die überlebenden Juden wurden aus der Stadt vertrieben, ihre Besitztümer fielen an die Stadt.

Eine der Ursachen der Ausschreitungen gegen Juden im Frühjahr 1349 war der massive Ausbruch der Pest in Südwestdeutschland, die auch in Heilbronn viele Tote forderte und für die teileise auch Juden verantwortlich gemacht wurden. Seuchen waren bis in die Neuzeit ein häufiges Problem in der eng bebauten Stadt. Von 1348 bis 1693 sind 29 Seuchenausbrüche verzeichnet, von denen knapp die Hälfte mehrere Monate bis zu mehreren Jahren andauerten. Neben der Pest traten auch Typhus, Diphtherie und Pocken auf. 1388 soll die Pest in Heilbronn 1600 Tote gefordert haben, 1564/64 etwa 3500 Tote und 1634 gar 5500 Tote. Diese in Chroniken genannten Zahlen gelten jedoch als unter dem subjektiven Eindruck der Katastrophe entstanden und daher mehrfach überhöht. Dennoch reduzierten Seuchen die Einwohnerzahl Heilbronns mehrmals drastisch. 1452 soll nur „kaum der Vierte Teil der Menschen“ eine Pestwelle überlebt haben.

Ursprünglich floss der Neckar-Hauptstrom weiter westlich beim Dorf Böckingen, die Stadt Heilbronn lag lediglich an einem Nebenarm. Bei einem Hochwasser im Jahr 1333 kam es zum Durchbruch des Hauptstroms längs der Stadt und zu anschließenden Streitigkeiten zwischen dem Deutschen Orden, dessen Wiesen ein Raub der Fluten wurden, und dem Magistrat der Stadt. Der herbeigerufene Ludwig der Bayer regelte mit dem am 27. August 1333 in Esslingen ausgestellten Neckarprivileg, dass die burger den Neckher sollen wenden und keren, wohin sie dunket, daß es der Stete allernutzlich sey, also dass die Stadt den Lauf des Flusses nutzen und beeinflussen dürfe.

Durch den Bau von Stauwehren vor der Stadt bildete sich der Neckar zum schützenden Wassergraben vor der Stadtmauer, die angestaute Wasserkraft trieb unzählige Mühlen an. Die Stauwehre versperrten den Neckar regelrecht, so dass die vom Rhein kommende Schifffahrt in Heilbronn endete. Durch den Hafen stieg Heilbronn zum wichtigen Handelsplatz auf, die Stadt bzw. die Heilbronner Kaufleute hatten das Stapelrecht für alle ankommenden Waren. 1342 erfolgte ein Zollvertrag zwischen Württemberg, Baden und Heilbronn zur zollfreien Öffnung des Neckars für Flöße zwischen Besigheim und Heilbronn. Die Durchfahrt für Schiffe blieb dagegen für fast 500 Jahre verwehrt. Die Stadt verteidigte diese Position auch gegen das den Flächenstaat anstrebende Haus Württemberg, das freie Schiffsdurchfahrt vom Rhein nach Stuttgart forderte.

Im selben Jahr 1333 erwarb die Stadt Heilbronn mit Genehmigung Ludwigs des Bayern auch den südöstlich gelegenen Ort Altböckingen mitsamt seiner etwa 1100 Morgen umfassenden Markung. Der Ort wurde aufgegeben, seine Einwohner wurden nach Heilbronn umgesiedelt. Durch den Markungszugewinn gehörte der Stadt künftig das gesamte, von Bergen umschlossene umliegende Neckartalbecken.

1341 erwarb Heilbronn von Engelhard von Weinsberg das Dorf Neckargartach. 1342 erwarb Heilbronn drei Viertel der Vogtei von Böckingen. 1349 wurden die Neckarbrücke gebaut und der bereits zuvor geschlossene Schwäbische Städtebund mit nun 25 Städten abermals bestätigt.

Der württembergische Graf Eberhard II. der Greiner hatte zu dieser Zeit das Schultheißenamt in Heilbronn inne, das das Reich an Württemberg verpfändet hatte. Als Eberhard zur territorialen Vergrößerung Württembergs in den Krieg gegen Kaiser Karl IV. zog und unterlag, gestattete der Kaiser der Stadt Heilbronn im Jahr 1360, das an seinen Widersacher verpfändete Schultheißenamt für 1500 Pfund Heller einzulösen. Somit wurde ab dem 31. Mai 1361 der Schultheiß von der Stadt selbst gestellt. Damit war Heilbronn frei vom Einflussbereich der Württemberger als auch anderer Lehnsherren, und dem Rat stand künftig ein Patrizier der Stadt vor. In den folgenden Jahren kam es zu Unruhen der Zünfte gegen das Patriziat.

Im Verlauf des 14. Jahrhunderts profitierten Kaufleute und Handwerker von Heilbronns Rolle als Handelsplatz. Der Einfluss der Zünfte wuchs ständig und sie forderten Mitbestimmung. 1371 erhielt die Stadt eine neue Verfassung durch Kaiser Karl IV. Der Kaiser verbot zwar die Zünfte, im Rat der Stadt waren neben 13 Patriziern jedoch nunmehr auch 13 Handwerker und Kaufleute (als Repräsentanten der 13 früheren Zünfte) vertreten. Diese 26 Männer wählten aus ihrer Mitte (paritätisch) zwei Bürgermeister. Die Stadt war damit nur noch dem Kaiser unterstellt und somit Reichsstadt. Auf Befehl des Kaisers musste Heilbronn künftig wieder Juden aufnehmen und diesen Schutz gewähren. Dem Kaiser flossen hierdurch die Steuern der Juden zu. Daraufhin wurde von der zurückgekehrten Glaubensgemeinschaft eine neue Synagoge errichtet. Heilbronn war wegen seiner günstigen Lage ein Umschlagplatz für Pelze, Sklaven, Gold, Getreide und Salz, und die jüdischen Kaufleute waren an diesem Handel stark beteiligt.

Während in der umliegenden Region die Besitz- und Lehensverhältnisse häufig wechselten, gehörten zum Territorium der Reichsstadt Heilbronn neben der eigentlichen Stadt und den umliegenden Wäldereien und Feldern lediglich zeitweise die Dörfer Böckingen, Flein, Frankenbach und Neckargartach (1504 bis 1754 unter württembergischer Oberlehensherrschaft), deren Vogteien der Heilbronner Rat inne hatte. Eine weitere Expansion wäre wohl auch nicht möglich gewesen. Nach Schmolz/Weckbach führte die Niederlage der Städte gegen die Landesfürsten in der Schlacht bei Döffingen 1388 dazu, dass künftige Expansionsbestrebungen der Reichsstädte gegenüber den umliegenden Territorialstaaten aussichtslos schienen. Die flächenmäßig geringe Ausdehnung setzte allerdings einen Impuls für die beachtliche weitere Entwicklung im Inneren.

Kaiser Sigismund von Luxemburg hielt am 11. Oktober 1414 auf dem Hinweg zu dem Konzil von Konstanz (1414 bis 1418) in Heilbronn einen Provinzialtag gemeinsam mit Rudolf III. und dem Burggrafen Eitel Friedrich I. von Hohenzollern (1402–1439) ab, der auch als der Heilbronner Tag bezeichnet wird. Er empfing hier die Vertreter schwäbischer, elsässischer und rheinischer Städte und hielt ein deutsches Fürstentreffen.

Anlässlich der Entgegennahme einer Judenspende von drei Heilbronner Juden in Höhe von 1.200 Gulden erhielten diese einen Schutzbrief von Kaiser Sigismund vom 15. Oktober 1414, der beinhaltete, dass sie als Gläubiger Anspruch auf Erfüllung ihrer Forderung hätten. Weiter wurden ihnen auch der Anspruch auf Schutz des Eigentums und der körperlichen Unversehrtheit sowie Verkehrs- und Religionsfreiheit eingeräumt. Der Gerichtsstand war in weltlichen bzw. religiösen Angelegenheiten das Gericht zu Heilbronn bzw. der Rabbiner zu Heilbronn. Schließlich wurden noch Abgaben an die königliche Kammer Heilbronn dort geregelt.

Weiterhin ließ der Kaiser ab 1420 in Heilbronn durch Konrad IX. von Weinsberg, der auch für die Einbringung der Judensteuer zuständig war, silberne Reichspfennige prägen. Die Heilbronner Münzen aus Silber hatten einen Radius von 1,5 cm und zeigten einen Adler, der seitlich von den Buchstaben h und n flankiert und von einem Kranz aus Perlen umkreist wurde. Die Heilbronner Münzstätte wurde 1464 von der Stadt übernommen und bis 1477 betrieben.

Als Reichsstadt sah sich Heilbronn seit 1398 ständig vom aufstrebenden Haus Wirtemberg bedroht, und es kam zu Machtkämpfen wie im Frühsommer 1450, als die Heilbronner nach Württemberg einfielen, woraufhin ein 10.000 Mann zählendes Heer unter Führung des Mainzer Erzbischofs, der Markgrafen Karl und Bernhard von Baden, des Grafen Ulrich von Württemberg und anderen aufzog, die Stadt vom 8. bis 13. Juni 1450 belagerte und die reichsstädtischen Dörfer niederbrannte. Ein äußerst enges Verhältnis zum Kaiser sowie ein von 1417 bis 1622 gültiges Bündnis mit der Kurpfalz festigten die Stellung gegenüber den späteren Württembergern. Die politische Stabilität des späten 15. Jahrhunderts führte zu einer weiteren Blüte der Stadt, in der damals etwa 4000 Menschen lebten. Zu dieser Zeit bildete sich auch das Steinbrecherhandwerk in den Steinbrüchen beim heutigen Jägerhaus, wo der Heilbronner Schilfsandstein gewonnen wurde. Zahlreiche historische Bauten gehen auf diese Periode zurück und wurden aus heimischem Sandstein ausgeführt, so auch die Erweiterung der Kilianskirche um 1460.

1464 gelang es der Stadt Heilbronn, die Vogtei über sich und die nahe Stadt Wimpfen von den Herren von Weiler aufzukaufen. 1476 wurde eine Floßgasse im Neckar geschaffen, die den Flößern barrierefreies Passieren der Heilbronner Wehre ermöglichte. Unterdessen wurde weiter zwischen Württemberg und Heilbronn über die Durchfahrt für Schiffe und das Stapelrecht gestritten. Der Holzumschlag in Heilbronn begründete die Heilbronner Sortierung, eine heute noch in Bayern und Rheinland-Pfalz übliche Klassifizierung von Stammholz. Das Jahr 1493 wurde abermals zu einem ausgesprochenen Pestjahr, in dem viele Tote zu verzeichnen waren.

Als im Jahr 1519 der Krieg zwischen dem Schwäbischen Bund und Herzog Ulrich von Württemberg entbrannt war, wurde Götz von Berlichingen in der Nacht vom 10. auf den 11. Juni 1519 bei der Verteidigung der Burg Möckmühl gefangen genommen. Der Schwäbische Bund gab ihn der Stadt Heilbronn in Haft. In der Nacht von 11. auf den 12. Juni 1519 war Götz zunächst im Bollwerksturm gefangen, drei Jahre „ritterliche Haft“ im „Gasthaus zur Krone“ schlossen sich an.

Im selben Jahr trat erstmals der Böckinger Gastwirt Jäcklein Rohrbach in Erscheinung, als er mit Komplizen den Böckinger Schultheiß Jakob von Olnhausen erschoss. Nachdem er sich anschließend einige Zeit in Hohenlohe aufgehalten und Gleichgesinnte um sich gesammelt hatte, kehrte er im Frühjahr 1525, inmitten des Bauernkriegs, nach Heilbronn zurück. Am 2. April 1525 wurde er in Flein zum Hauptmann des Neckartalhaufens gewählt. Am 3. April 1525 forderte die Heilbronner Bürgerschaft unter Anführung der Weingärtner die Absetzung des Rats. Der Prediger der Kilianskirche, Johann Lachmann, konnte anderntags einen Kompromiss aushandeln. Er war es auch, der insgesamt drei „christliche Ermahnungen“ an die marodierenden Bauern richtete. Am Ostersonntag, den 16. April ermordeten die Bauern zahlreiche Adlige bei der Weinsberger Bluttat. Am Dienstag nach Ostern den 18. April wurde das außerhalb der Stadtmauern liegende Heilbronner Karmeliterkloster überfallen und geplündert. Daraufhin wendeten sich die Bauern der Stadt zu. Im Gegensatz zum die Ziele seiner Angriffe genau abwägenden Rohrbach rief seine Begleiterin, die Schwarze Hofmännin, zum generellen Kampf gegen Heilbronn auf. Der Rat der Stadt öffnete daraufhin unter dem Druck der Bauern die Stadttore, worauf am kommenden Tag der Deutschhof geplündert und Geldforderungen gegen geistliche Körperschaften erhoben wurden. Es gilt als Verdienst Lachmanns, dass die Forderungen auf ein erträgliches Maß gesenkt wurden und die Stadt vor größeren Zerstörungen verschont blieb.

Der Bauernkanzler Wendel Hipler erstellte für die geplante Tagung eines großen Bauernparlaments am 12. Mai 1525 im Schöntaler Hof in Heilbronn die Heilbronner Tagungsordnung, die die Interessen der Bürger mitvertrat, da sie eine Volksvertretung als auch eine Opposition vorsah und Münzen, Maße und Gewichte vereinheitlichen wollte. Die Tagesordnung sah auch die Abschaffung der inneren Zölle vor. Damit wurde ein Programm dargelegt, das „um die Durchführung des Möglichen“ bemüht war. Hipler war dabei „einer der wenigen politischen Köpfe im Bauernkrieg“. Theodor Heuss bezeichnet dies als ersten Ansatz zu einer demokratischen Reichsverfassung.

Am 12. Mai 1525 unterlag das Bauernheer in Böblingen gegen den Truchsess von Waldburg, und der Ratsherr Hans Berlin wurde zum Truchsess geschickt, um mit ihm über die Übergabe der Stadt zu verhandeln. Die Bauern und Wendel Hipler mussten fliehen, das Bauernparlament fand nicht statt. Jäcklein Rohrbach wurde am 21. Mai 1525 in Neckargartach hingerichtet, sein Heimatdorf Böckingen wurde zur Strafe teilweise abgebrannt. Wendel Hipler wurde ebenfalls gefangengenommen und starb 1526 in Gefangenschaft.

Am 2. Juni 1525 wurde Strafgericht in Heilbronn gehalten, wobei als Bestrafungsmaßnahmen Stadtverweise und weitere Hinrichtungen vorgenommen wurden. Zu den Hingerichteten zählten Hans Arnold, Caspar Rosenberger, Heinrich Rotheinz, Christ Scherer, Job Schneider, Lutz Taschenmacher gen. Taschenmännle und Lienhard Welner, die auf dem Heilbronner Marktplatz am 9. Juni 1525 enthauptet wurden. Am 28. Juli wurden Hans Werner d. A., auch Sauhänsle, und am 26. Oktober desselben Jahres Wolf Leip, auch der böse Wolf genannt, geköpft. Andere fünfzig Bürger erhielten andere Strafen. Eine Ausnahmeregelung erhielt Endris Schneck, der zwar auch zum Tod verurteilt worden war, aber begnadigt wurde und 600 Gulden an die Stadtkasse zu zahlen hatte. Die Strafen trafen insbesondere Weingärtner oder Handwerker, die sich nicht an der Bauernbewegung selbst beteiligt hatten, aber Mitbestimmung durch die Gemeinde und eine Ratsreform verlangt hatten.

Im Jahr 1524 hielt ein Meister Hans in der Nikolaikirche die ersten reformatorischen Predigten in der Stadt. Im selben Jahr bekannte sich auch der Prediger der Kilianskirche, Johann Lachmann, zum lutherischen Glauben. Lachmann gilt als Reformator von Heilbronn, der von ihm begonnene „Heilbronner Katechismus“ von 1528 gilt als zweitältester lutherischer Katechismus. 1528 wurde die Reformation in Heilbronn mit der Ablösung des Bürgermeisters Conrad Erer durch den Protestanten Hans Riesser vorangetrieben und 1531 mit der Abschaffung der Messe in der Kilianskirche vollendet. Durch Reformator Lachmann wurden das Schul- und Krankenwesen in Heilbronn neu organisiert. 1529 wurde der Westturm der Kilianskirche fertig gestellt, der als Meisterleistung Hans Schweiners gilt. Er ist das erste bedeutende sakrale Bauwerk der Renaissance in Deutschland und zeigt, ganz im Sinne der Reformation, zahlreiche Spottfratzen gegen Klerus und Klöster. Der Friedhof bei der Kilianskirche wurde geschlossen und 1530 ein neuer Friedhof am Karmeliterkloster außerhalb der Stadtmauern angelegt. Das Karmeliterkloster wurde im Zuge der Reformation einem städtischen Pfleger unterstellt.

Vertreter der Stadt Heilbronn mussten gemeinsam mit Vertretern anderer evangelischer Städte und Länder ihren Glauben 1529 auf dem Reichstag in Speyer verteidigen. Die Vertreter des Kaisers und der katholisch gebliebenen Gebiete drängten darauf, die Glaubensspaltung im Reich zu beenden, und dachten, nur ein gemeinsamer Glaube könne das Reich zusammenhalten. Deshalb bereiteten die Vertreter des Kaisers einen Reichstagsbeschluss vor, wonach den Evangelischen besonders das Abendmahl verboten werden sollte. Bürgermeister Hans Riesser reichte als Vertreter einer von 13 Reichsstädten am 20. April 1529 die Protestation zu Speyer gegen den bevorstehenden Mehrheitsbeschluss der katholischen Parteien ein. Am 18. November 1530 bekannte sich der Rat und am 24. November 1530 die Bürgerschaft zur Augsburger Konfession.

1538 trat Heilbronn in Eisenach dem Schmalkaldischen Bund bei und versuchte, sich damit vom Kaiser zu lösen, der die Glaubenseinheit im Reich aufrechterhalten wollte. Ab dem Jahr 1546 kam es zu kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen den Truppen des Schmalkaldischen Bundes und den Truppen Kaiser Karls V., die von den Kaiserlichen gewonnen wurden. Der Kaiser hielt sich infolgedessen vom 24. Dezember 1546 bis 18. Januar 1547 zum Strafgerichtstermin in Heilbronn auf, wo die städtischen Gesandten kniefällig um Gnade baten. Der Rat kündigte das Bündnis mit dem Schmalkaldischen Bund auf, und die Stadt musste sich an den Kosten des Feldzugs des Kaisers beteiligen. Um die reformatorischen Städte gefügig zu machen, quartierte Karl V. spanische Truppen in diesen ein. Nach Dinkelsbühl und Hall, wohin Heilbronn für die spanischen Truppen bereits Verpflegung zu liefern hatte, rückten am 7. März 1548 Spanier in Heilbronn ein. Menrad Molther (der Nachfolger Lachmanns) sowie Altbürgermeister Hans Riesser sprachen sich für die Annahme des vom Kaiser im Sinne der katholischen Glaubenslehre verfassten Augsburger Interims aus, das der Rat am 5. Juni 1548 annahm, woraufhin am 2. Juli 1548 die Spanier abzogen. Kurzfristig herrschte wieder Katholizismus in der Stadt und ihren Kirchen, bis das Interim mit dem Passauer Vertrag von 1552 außer Kraft gesetzt wurde.

Im Jahre 1541 fasste Heilbronn sein althergebrachtes Zivil-, Polizei- und Gewohnheitsrecht in einem Statutenbuch fest. Dr. Jakob Ehinger hatte in langjähriger Arbeit die alten Überlieferungen studiert und durch das von ihm herausgebrachte Buch der Heilbronner Nachwelt erhalten. Nachdem das Statutenbuch selbst vom Kaiser abgesegnet worden war und die Heilbronner Bürgerschaft ihren Schwur darauf geleistet hatte, wurde dieses Werk auch rechtskräftig und behielt seine Rechtswirksamkeit bis zum Ende der Reichsstadtzeit. Der Name des Bürgerlichen Gesetzbuches der Heilbronner Reichsstadtzeit lautete Statuten, Satzung, Reformation und Ordnung Bürgerlicher Pollicey des Heyligen Reychßstat Haylpronn.

Karl V. ließ im Jahr 1552 die Ratsverfassung der Stadt neu regeln. Eine Kommission unter Vorsitz des kaiserlichen Rats Heinrich Hass entließ den Bürgermeister und den bisherigen Rat der Stadt und setzte einen inneren Rat (Patriziat) und einen äußeren Rat (Kaufleute, frühere Zünfte) ein, wobei der äußere Rat keine politische Funktion wahrnahm. Der innere Rat war Träger der städtischen Regierung. Ihm gehörten 15 Mitglieder (drei Bürgermeister, vier Steuerherren, acht Senatoren) jeweils auf Lebenszeit an, die sich in Vorsitz und Führung abwechselten. Die Patrizier gewannen dadurch wieder die Oberhand in der Stadt und bestimmten künftig auch die Mitglieder der beiden anderen Gremien, des Gerichts und des äußeren Rats. Diese Neuregelung ging weitgehend auf Karls Einheitskirchenbestreben zurück; der Kaiser sah in den Zünften und im Volk Verfechter der verhassten Reformation und wollte diese von politischem Einfluss ausschließen. Auch der reformatorische Bürgermeister Hans Riesser und sein gleichnamiger, seit 1532 im Rat vertretener Sohn wurden ihrer Ratsmitgliedschaften enthoben.

Die Karolingische Ordnung von 1552 wurde 1566 von Kaiser Maximilian II. durch Ergänzungen und weitere Bestimmungen zur Maximilianischen Ordnung ergänzt. 1654 regelte der Ferdinandeische Rezess von Kaiser Ferdinand III. die Verwandtschaftsbeziehungen unter den Ratsmitgliedern. Von 1552 bis zum Ende der reichsstädtischen Zeit 1802 würden damit die Patrizier alle politische Gewalt in der Stadt haben. Da auch geschwägerte Personen Zugang zum „inneren“ Patrizierrat erlangen konnten, erfolgten Hochzeiten innerhalb des Patriziats künftig überwiegend aus politischem Kalkül.

Das Heilbronner Rathaus, das im Kern auf einen wehrhaften, um 1300 errichteten Bau zurückgeht, war ursprünglich mit der Frontseite nach Osten zum Kieselmarkt ausgerichtet. Der Kieselmarkt, ein ehemaliger jüdischer Friedhof, lag an der historisch bedeutsamen Kreuzung von Lammgasse und Lohtorstraße. Hier befand sich auch die Judenschule. Das Rathaus wurde dann im 15. Jahrhundert nach Westen erweitert, wobei das Gebäude künftig nach Süden ausgerichtet war, wo sich seitdem auch der heutige Marktplatz befindet. Ab 1579 wurde das Rathaus dann von Hans Kurz umgebaut und mehrfach erweitert. Dabei erhielt die Südfassade zum Marktplatz im Wesentlichen ihre heutige Gestalt mit Kunstuhr und Galerie zum Marktplatz. Außerdem entstanden mehrere Erweiterungsbauten, wie die Neue Kanzlei und das Syndikatsgebäude.

Die Passage Heilbronns auf dem Neckar für Schiffe war aufgrund der dortigen Stauwehre versperrt, so dass sowohl die Unterländer Schifffahrt, also die vom Rhein kommende pfälzische Schifffahrt von Norden, als auch die Oberländer Schifffahrt, also die von Stuttgart kommende württembergische Schifffahrt von Süden, vor Heilbronn endete. Die Stadt verteidigte ihre Position als Endpunkt der Neckarschifffahrt mit städtischem Stapelrecht auch gegen das den Flächenstaat anstrebende Haus Württemberg, das freie Schiffsdurchfahrt vom Rhein nach Stuttgart forderte. Dabei versuchte das Haus Württemberg, einen eigenen Hafen unmittelbar oberhalb Heilbronns anzulegen, und wollte, dass ein Kanal durch die Stauwehre der Stadt gebaut werde. Nach langem Rechtsstreit zwischen Herzog Christoph von Württemberg und der Stadt behielt Heilbronn sein Umschlagsmonopol, worauf der Herzog 1553 befand, dass Heilbronn ein „Klein-Venedig sei, das alle Handelssachen an sich ziehen“ wolle.

Aufgrund seiner Position als Endpunkt der Neckarschifffahrt hatte Heilbronn die Zollhoheit inne, zum einen durch die Lagerhausordnung bzw. Lagerhaustafel für den Vertrieb von Gütern über Land, zum anderen durch die Zollordnung, festgehalten in der Zolltafel, für den Ex- bzw. Import über Wasser.

Für den Import auf dem Wasserweg wurde der Kranenzoll erhoben. Die städtische Zollstelle befand sich dabei im Kranen. Die Höhe des Zolls war auf einer Zolltafel ersichtlich, die rechtliche Grundlage war die Zollordnung, die bereits im Jahr 1514 bestätigt worden war. Am Kranen luden die Kärcher (städtisches Fuhrpersonal) das Gut der Schiffe auf ihre einachsigen Pferdewagen und lieferten es in die Stadt. Erst 1714 wurde erreicht, dass die württembergische Schifffahrt von Süden an den Brücken der Stadt halten durfte, wo der Güterumschlag erfolgte, während die Unterländer Schifffahrt nach wie vor am Kranen hielt. Gegenstand des Güterumschlags war der Eisenexport, Weinexport und Salzimport. Die Neckarschifffahrt erreichte bis 1770 einen Höhepunkt, der sich anhand der Umschlagszahlen am Heilbronner Kranen belegen lässt. Von 7620 Zentnern im Jahre 1700 stieg die umgeschlagene Gütermenge auf 81.876 Zentner im Jahre 1779. Schifffahrtskonferenzen, an denen auch Heilbronner Vertreter teilnahmen, verbesserten die Konditionen der Neckarschifffahrt, so dass im Jahr 1789 rund 125.000 Zentner Güterumschlag gezählt werden konnten. Der von Württemberg gewünschte Kanal blieb den Württembergern bis zum Ende der Reichsfreiheit der Stadt im 19. Jahrhundert verwehrt.

Für den Vertrieb über Land mussten in der Markthalle im Erdgeschoss des Markt- bzw. Rathauses die eingeführten Waren zunächst gelagert werden. Zwingend waren dabei Gebühren in Form von Lagergebühren auf der Rechtsgrundlage der Lagerordnung bzw. Lagertafel. Die Lagerhaustafel wurde von Seiten der Heilbronner Ratsleute für das Lagern im Rathaus immer wieder neu festgelegt, um eine Lagergebühr einzufordern. Die städtische Zollstelle befand sich dabei in der Markthalle. Da die Heilbronner auch das Vorkaufsrecht innehatten, durfte im Heilbronner Rathaus nur das eingelagert und über Land weitervertrieben werden, was nicht bereits aufgekauft worden war. Die minimale Lagerzeit belief sich auf drei Monate, danach wurde eine neue Gebühr erhoben. Es gab jedoch Güter, die im Rathaus gelagert werden sollten, aber nach ihrem Gewicht und ihrem Maß nicht in der Lagerhaustafel aufgeführt wurden. Dann wurden die Güter für einen Kostenvoranschlag gewogen und vermessen, wobei Heilbronn über eigenes Maß und Gewicht verfügte. Die Länge einer Meß-Rute belief sich auf 286,5 cm (10 wirtembergisch Fuß zu je 28,65 cm), die der (wirtembergischen) Elle auf 61,42 cm, die des Schuh auf 27,71 cm und die des Zoll auf 2,30 cm. An der Nordseite der Kilianskirche sind diese Längenmaße aus Eisen eingelassenen (mit Zoll-Einkerbungen auf dem Schuh-Maß). 1969 wurden sie erneuert mitsamt der oberhalb befindlichen Inschrift, die folgendes besagt: HAILPRONNISCH MESSRVT SCHV VND ZOLL HIE AVCH DER WIL DIE ELEN HOLL.

Seit dem 15. Jahrhundert ist eine Lateinschule in Heilbronn belegt, aus der 1620 das Heilbronner Gymnasium gebildet wurde. Im 16. Jahrhundert stand die ab 1544 im ehemaligen Franziskanerkloster am Hafenmarkt befindliche Schule im Zeichen des Humanismus und hatte bedeutende Rektoren wie Kaspar Gretter und Johann Lauterbach sowie bedeutende Schüler wie den Botaniker Leonhart Fuchs und die vier Reformatoren Philipp Melanchthon, Johannes Oekolampad, Erhard Schnepf und Johann Lachmann.

In Heilbronn zeigte man sich zwar früh an der Ansiedlung eines Buchdruckers interessiert, jedoch vergehen fast 200 Jahre von der Erfindung des Buchdrucks mit beweglichen Lettern bis zur Eröffnung einer ersten Druckerei in der Reichsstadt. Bereits im Jahr 1495 wurde das Bürgerrecht an den Drucker Sigmund Sti(e)r verliehen, der jedoch 1498 bis 1521 lediglich noch als Buchhändler bezeichnet wird, der 1507 das Werk Opusculum de sagis maleficis von Martin Plantsch herausbrachte. Sti(e)r arbeitete auch für den Verleger Johannes Rynmann aus Öhringen. 1539 wurde der wegen reformatorischer Umtriebe aus Ulm verwiesene Drucker Sebastian Franck aufgenommen, von dem aus Heilbronn jedoch auch keine Drucke belegt sind. 1575 gründete der Rat der Stadt im Kreuzgang des Heilbronner Franziskanerklosters die Stadtbibliothek. Dabei wurde vereinbart, dass jedes Jahr auf der Frankfurter Messe Bücher für die Heilbronner Ratsbibliothek eingekauft wurden. Für den Einkauf wurden dabei 20 Gulden als Budget eingerichtet. Ab 1588 wurden als Bibliothekare zwei Mitglieder des Rats einberufen. Erst 1630 wurde von dem Kemptener Drucker Christoph Kraus (* 1584/85 in Amberg, † 1654 in Heilbronn) die erste Druckerei in Heilbronn in der Gerbergasse eröffnet, die jedoch 1634 während der kaiserlichen Besatzung der Stadt abbrannte, vom Gründer und später seinem gelähmten Sohn Hans Georg bis zu dessen Tod 1661 noch fortgeführt wurde. Kraus war von der Zensur in medizinischen Dingen von Seiten des Stadtarztes Eisenmenger und in theologischen Dingen von Seiten der Pfarrer Löschenbrand und Zückwolf betroffen. Von der Zensur befreit waren allein historische Angelegenheiten. Die Kraussche Druckerei wurde von Leonhard Franck (* 1632 in Ilshofen) übernommen, der von 1661 bis 1676 in Heilbronn lebte. Das bekannteste Werk war die Erneuerte Schulordnung der Reichsstadt Heilbronn, besondes bei deren Gymnasio von 1675. Die frühen Drucke aus Heilbronn sind überwiegend theologisch-religiöses Tagesschrifttum, insbesondere Hochzeits- und Leichenpredigten. Daneben sind nur einige Bücher und wenig politisches oder medizinisches Schrifttum bekannt.

Während des Dreißigjährigen Kriegs litten die Stadt und ihre Dörfer stark. Nach der Schlacht bei Wimpfen wurde 1622 Neckargartach niedergebrannt. Im selben Jahr wurde die Nikolaikirche zum Zeughaus umgenutzt. 1631 wurde Heilbronn von Truppen des Kaisers besetzt, aber noch im Dezember desselben Jahres gelang es den Schweden, die Stadt nach mehreren Tagen Belagerung einzunehmen. Unter Vorsitz des schwedischen Kanzlers Axel Oxenstierna wurde 1633 im Deutschen Haus der Heilbronner Bund (Bündnisse zwischen Frankreich und Schweden und den protestantischen süddeutschen Reichsständen) geschlossen. Schweden und Franzosen errichteten ein Bollwerk um die Stadt. Von 1634 bis 1647 war die Stadt wieder in der Hand kaiserlicher Truppen, danach zogen französische und anschließend kurpfälzische Truppen ein. Erst 1652, vier Jahre nach dem Westfälischen Frieden von 1648, rückten die letzten Besatzungstruppen aus Heilbronn ab. Bereits in den 1670er Jahren wurde die Stadt wieder zum Schauplatz für Aufmärsche: 1674 lagerten etwa 400 Mann des Schwäbischen Kreises und des kurbrandenburgischen Heeres vor der Stadt, 1676 sammelten sich bei Heilbronn die kaiserlichen Truppen zum Marsch auf Philippsburg.

Im Spätjahr 1688 wurde Heilbronn im Pfälzischen Erbfolgekrieg von den Franzosen unter Mélac besetzt, die bei ihrem Abzug vor anrückenden kursächsischen Truppen im Dezember 1688 neun Mitglieder der Patrizierfamilien für teilweise über ein Jahr als Geiseln verschleppten, um Geld zu erpressen. 1691 erfolgte zur Abwehr der Franzosen die Bildung eines großen Heeres und die anschließende Errichtung von Verteidigungsanlagen in Heilbronn. 1694 fand der letzte Hexenprozess in der Reichsstadt statt.

Im 18. Jahrhundert erlebte das Bürgertum eine Blüte in Heilbronn; nicht zuletzt dadurch, dass sich Geist und Recht von der zuvor oftmals übermächtigen Kirche lösten. In den Stadtarchiven ist überliefert, dass zu dieser Zeit fast alle Ratsmitglieder der Stadt über akademische Bildung verfügten. Im 18. Jahrhundert besuchten das Gymnasium auch wieder Schüler aus vielen Teilen Deutschlands, die von Gelehrten wie dem Rektor Gottfried Hecking (1718 bis 1743) angezogen wurden. Rektor Johann Rudolf Schlegel (1760 bis 1790) reformierte den Unterricht im Geiste der Aufklärung. Ab 1. Januar 1744 erschien das Wochentlich-Heilbronnische Nachricht- und Kundschaffts-Blatt, das vom Rat genehmigte Nachrichten druckte und aus dem später die Neckar-Zeitung wurde.

Nach der Vernichtung von viel altem Baubestand durch eine Feuersbrunst am 6. Mai 1743 entstanden prachtvolle neue Bauten im Rokokostil. Der Winnender Baumeister Johann Christoph Keller errichtete 1765 das städtische Archiv am Kieselmarkt (heute Ehrenhalle), 1769 bis 1771 den Schießhaus genannten Festsaalbau am Hammelwasen und 1784 das heute nicht mehr existente Kraichgauarchiv an der Nordseite des Hafenmarkts.

Außerdem fällt in diese Epoche 1776 der chausseemäßige Ausbau der Kramgasse (spätere Kaiserstraße, damals wichtigste Straße der Stadt), die Einführung von Öllampen zur Straßenbeleuchtung (1780), die Entwicklung des Jägerhauses zu einem Veranstaltungsort (um 1780) und der Bau einer weiteren Höhengaststätte auf dem Wartberg (1792).

Ab 1770 gewann Heilbronn durch den Vieh- und Pferdemarkt für über ein Jahrhundert Bedeutung als einer der größten südwestdeutschen Umschlagplätze für Schlachtvieh. Der Handel wurde begünstigt durch die 1771 beschlossene Chaussierung der Landstraße von Cannstatt über Besigheim nach Heilbronn und deren weiteren Ausbau 1783 bis nach Frankfurt. Der Warentransport auf der Chaussee brachte jedoch bis 1780 auch die Einnahmen aus Durchgangszöllen der von Cannstatt kommenden Schifffahrt völlig zum Versiegen. Die Unterländer Schifffahrt zum Rhein, die ab 1780 wegen der konkurrierenden Mainlinie ebenfalls rückläufig war, konnte dagegen durch verschiedene Verbesserungen ab Mitte der 1780er Jahre bedeutend belebt werden.

Johann Andreas Amon (1763–1825), Friedrich August Weber (1753–1806) und Freiherr Ernst von Gemmingen-Hornberg (1759–1813) entfalteten um 1800 ein reges musikalisches Leben in Heilbronn. Das Stadtarchiv verfügt noch heute über den so genannten „Heilbronner Musikschatz“, eine Sammlung von über 2000 Werken, die seit 1588 von der Stadt erworben wurden. In Heilbronn gebürtige oder ansässige Dichter dieser Zeit waren u. a. der spätere württembergische Regierungspräsident Eberhard Friedrich von Gemmingen (1726-1791), Freiherr Otto Heinrich von Gemmingen-Hornberg (1755-1836), August Mayer (1792-1812) und dessen Bruder, der Naturlyriker Karl Mayer (1786-1870) sowie Wilhelm Waiblinger (1804-1830).

Friedrich Schiller hat 1793 für einige Wochen in der Stadt gewohnt und beschrieb Heilbronn als „Stadt, die unter dem Einfluß einer aufgeklärten Regierung und im Genuß einer anständigen Freiheit blühet, und mit den Reizen einer schönen fruchtbaren Gegend so viele Kultur der Sitten vereinigt“. Auch Johann Wolfgang von Goethe soll 1797 die Stadt besucht haben.

Söhne der Stadt, die sich zu dieser Zeit einen Ruf als Künstler erwarben, waren der Maler Heinrich Friedrich Füger (1751–1818) sowie die Heilbronner Kunsthandwerkerbrüder Sebastian Holzhey (* 1728, Theatermaler), Johann Matthäus Holzhey (* 1732, Stempelschneider der holländischen Münze) und Philipp Heinrich Adam Holzhey (Kunstdreher an der Königlichen Elfenbeinfabrik zu Potsdam). Ab 1743 wirkte der italienische Maler Giacomo Baptista Feradini in Heilbronn; er bemalte die Orgel der Kilianskirche, gestaltete den Hochaltar der Sontheimer Kirche und Kaiserporträts fürs Rathaus, außerdem schuf er drei Deckenfresken in der Kirche von Güglingen. 1757 kam der Maler Johann Friedrich Hauck (1723–1794) als Bürger in die Stadt, auch er schuf Porträts im Auftrag des Rathauses. Bis 1800 sind zahlreiche weitere Porträtisten in Heilbronn nachgewiesen.

Auf dem Hefenweiler begannen Versuche mit der Fabrikation von Porzellan. Der Augsburger Georg Heinrich Hofmann und der Karlsruher Bonifazius Christof Häcker scheiterten jedoch mit entsprechenden Unternehmungen in Heilbronn.

Am 9. September 1802 marschierten die 470 Mann starken Truppen Herzog Friedrichs II. von Württemberg unter Generalmajor Gustav Heinrich von Mylius in Heilbronn ein. Als Folge der Revolutionskriege hatte der Herzog seine auf dem linken Rheinufer gelegenen Ländereien an Frankreich abtreten müssen, wurde aber dafür mit Gebieten rechts des Rheins entschädigt. Die Heilbronner Garnison wurde entwaffnet, die württembergischen Soldaten wurden in die städtischen Schulen einquartiert.

Zur Ergreifung des Zivilbesitzes der Stadt erschien am 23. November 1802 ein württembergischer Kommissär mit einem Besitzergreifungspatent, das von Herzog Friedrich von Württemberg firmiert worden war, vor dem Rat der Stadt und verlangte den Treueeid vom Magistrat. Bis auf den Rats- und Steuerherren Christoph Ludwig Schreiber beugten sich alle Ratsherren den neuen Herrschaftsverhältnissen, die im Reichsdeputationshauptschluss vom 25. Februar 1803 nachträglich besiegelt wurden, indem die Stadt dem württembergischen Herzog formell zugesprochen wurde. Heilbronn kam in Folge dessen mit anderen Reichsstädten an Württemberg und wurde Sitz des neu geschaffenen Oberamtes Heilbronn, die vier reichsstädtischen Dörfer wurden selbstständige Gemeinden innerhalb des Oberamtes. Den Einwohnern Heilbronns wurde beim ersten Besuch des Herzogs ein Huldigungseid auf dem Marktplatz abverlangt, die Stimmung wurde mit auf Staatskosten ausgeschenktem Wein zusätzlich angeheizt. In den reichsstädtischen Dörfern hatte man außerdem Grund zur Freude: hier wurde mit dem Übergang zu Württemberg 1802 die Leibeigenschaft abgeschafft.

An württembergischen Machtdemonstrationen fehlte es zu Beginn des 19. Jahrhunderts nicht: Der württembergische Oberamtmann, der im ehemaligen Syndikatshaus beim Rathaus eingezogen war, hatte bis etwa 1820 den Vorsitz im Stadtgericht und die Oberaufsicht über das Ratskollegium. Der Bürgermeister Georg Kübel (im Amt 1803 bis 1819) war vom württembergischen Kurfürsten eingesetzt worden, erst ab 1822 wurde der Stadtschultheiß aus der Bevölkerung gewählt. 1803 wurde das Zucht-, Arbeits- und Waisenhaus zum königlichen Palais umgebaut. Im Deutschen Haus wurde nach der Auflösung des Deutschen Ordens 1805 ein württembergisches Infanterieregiment einquartiert. 1808 wurde das Recht auf Waffenbesitz auf Adelige, Gutsbesitzer und bestimmte königliche Beamte beschränkt, 1819 wurde die Zensur für politische Tagblätter verschärft.

Durch den Bund zwischen Württemberg und Frankreich wurde Heilbronn im September 1805 Aufmarschplatz für französische Truppen gegen Österreich. Im Oktober trafen zahlreiche gefangene österreichische und russische Soldaten ein, die Kilianskirche diente für kurze Zeit als Gefangenenlager. Der inzwischen zum König aufgestiegene Friedrich I. von Württemberg besuchte mehrfach die Stadt, so auch im Jahr 1808, als ein Wachsoldat beim Besuch des Königs wegen einer Unachtsamkeit öffentlich mit 25 Stockschlägen bestraft wurde. 1811 verlieh der König der Stadt das Prädikat Gute Stadt. Dies hatte später politischen Nutzen, denn ab 1819 durften die sieben „guten Städte“ eigene Abgeordnete in die württembergische Ständekammer entsenden.

Im Jahr 1815 war Heilbronn wieder Aufmarschplatz für große Truppenverbände vor dem Feldzug gegen Napoléon. Auf der Theresienwiese am Neckar fand eine Parade von 10.000 Mann statt, wobei Kaiser Franz von Österreich und 126 deutsche Fürsten und Generale anwesend waren. In der Nacht vom 4. auf den 5. Juni 1815 soll im Rauch’schen Palais am Marktplatz in Heilbronn die Heilige Allianz entstanden sein, als Zar Alexander von Russland die baltische Baronin Juliane von Krüdener empfing.

Im September 1840 war Heilbronn erneut Schauplatz großer Manöver, als 23.500 Mann unter der Leitung König Wilhelms I. von Württemberg aufmarschierten und einen forcierten Neckarübergang bei Heilbronn übten. Wiederum beherbergte das Rauch’sche Palais mit König Wilhelm I. einen hohen Gast.

Noch im Jahr 1802 war Heilbronn von seiner mittelalterlichen, mit Türmen bewehrten Stadtmauer umgeben. In dem umschlossenen Gebiet von etwa 775 auf 425 Metern lebten zu dieser Zeit etwa 6000 Menschen. Die Stadtbefestigung mit bis zu zehn Türmen hatte damals drei Tore: das Brückentor, durch das man über die damals hölzerne Neckarbrücke nach Westen gelangte, sowie das Sülmertor und das Fleinertor mit Zugbrücken, Wassergräben und befestigten Vorwerken im Norden und Süden. Außerhalb der Stadtmauern befanden sich neben den Neckarmühlen, dem Siechenhaus, dem Waisenhaus (erbaut 1756) und dem Schießhaus (erbaut 1769) nur Gartenhäuser und Gärten wohlhabender Bürger. Durch das stete Anwachsen der Bevölkerung war die Bebauung innerhalb der Stadtmauern äußerst beengt, selbst ehemalige Friedhöfe waren bereits überbaut worden.

In württembergischer Zeit begann man mit dem Abriss der mittelalterlichen Stadtbefestigung und der allmählichen Erweiterung der Stadt. 1804 wurden zunächst der Sülmertorturm abgerissen und die bis dahin verwinkelte Sülmerstraße nach Neckarsulm begradigt. Bereits um 1806 begann man mit Planungen der Neubebauung außerhalb der früheren Stadtmauern, wobei zunächst Pläne für den Bereich außerhalb des Fleinertores erstellt wurden. Bis in die 1830er Jahre konnte sich jedoch kein Planungsentwurf durchsetzen. 1807 wurden der vormals stattlichste Torturm, der Brückentorturm, abgerissen und eine neue Neckarbrücke errichtet. Der Abriss des östlich gelegenen Adelberger Turms 1808 und der Durchbruch der Stadtmauer an dieser Stelle schuf erstmals einen Ausgang aus der Stadt nach Osten zur Allee, einer 1753 längs und außerhalb der östlichen Stadtmauer angelegten Baumpromenade, die 1846 erneuert und nach dem Zweiten Weltkrieg zur Hauptverkehrsachse der Innenstadt wurde. Am Sülmertor und östlichen Neutor (später: Karlstor) entstanden zunächst neue Torhäuser mit verschließbaren Gittertoren. Im weiteren Verlauf des Abrisses der mittelalterlichen Befestigung wurde dann jedoch auch auf Gittertore verzichtet. Die Stadtmauer wurde sukzessive von 1809 bis 1859 abgerissen, wobei 1811 Überreste des Bollwerks niedergelegt wurden und 1819, 1844 und 1849 auch nochmals Türme fielen. Im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts waren von der Stadtbefestigung nur noch die bis heute bestehenden Türme Götzenturm und Bollwerksturm sowie ein Stück der westlichen Stadtmauer zwischen Neckarbrücke und Götzenturm erhalten.

Die Gründung zahlreicher Heilbronner Traditionsunternehmen datiert bis in die zweite Hälfte des 18. Jahrhunderts zurück und war damals bereits vom Neckar bestimmt: Die erste Fabrik der Stadt war die 1759 auf der Neckarinsel Hefenweiler übernommene Eisenschmiede des Handelshauses von Georg Friedrich Rauch. 1771 folgte die Baumannsche Ölmühle (später Carl Hagenbucher & Sohn), 1797 die Hahnsche Ölmühle. Am Marktplatz entstand um 1805 die Heilbronner Silberwarenfabrik des Georg Peter Bruckmann.

Der Wiener Kongress 1815 bestätigte Württembergs Anspruch auf die rund zehn Jahre zuvor zugesprochenen früheren reichsstädtischen, reichsritterschaftlichen und Deutschordens-Gebiete. Württemberg bemühte sich daraufhin, eines der größten Binnenverkehrshindernisse zu beheben. Der Neckar, der in Heilbronn seit dem hohen Mittelalter durch unzählige Wehre und Mühlen versperrt gewesen war, wurde durch den 1819 bis 1821 erbauten und 1828/29 erweiterten Wilhelmskanal wieder durchgängig schiffbar gemacht, was der einsetzenden Industrialisierung in Württemberg und speziell in Heilbronn förderlich war. Auf den Inseln des Neckars siedelte sich insbesondere die vom immensen Holzumschlag profitierende Heilbronner Papierindustrie an: Die Gebrüder Adolf und Moriz von Rauch betrieben 1823 die erste englische Endlospapier-Maschine in Süddeutschland. Gustav Schaeuffelen nahm 1830 die erste auf dem Kontinent entwickelte Maschine von Johann Jakob Widmann in Betrieb und avancierte in der Folgezeit zum größten deutschen Papierhersteller. 1830 wurde die Heilbronner Schwefelsäurenfabrik von Friedrich Michael Münzing, dem Vater der chemischen Industrie, in Betrieb genommen.

1832 war Heilbronn die Stadt mit den meisten Fabriken in Württemberg und wurde als das schwäbische Liverpool bezeichnet. Die Gebrüder Wolff hielten zahlreiche Szenen aus diesen Jahren auf ihren weitverbreiteten Lithographien fest. 1838 wurde der Lebensmittelhersteller Knorr gegründet, 1839 wurden 33 Mühlen und Fabriken in Heilbronn gezählt. Die Bevölkerung wuchs bis zum Jahr 1840 auf 11.300 Menschen. Ab 1840 gab es direkten Schiffsverkehr mit dem Überseehafen Rotterdam, aufgrund des gesteigerten Warenumschlags musste der Heilbronner Zollhafen 1845 bedeutend erweitert werden.

Die Heilbronner Handels- und Gewerbekammer (heute IHK Heilbronn-Franken) wurde 1855 gegründet. Die württembergische Gewerbestatistik von 1861 wies im Bereich des Oberamts Heilbronn bereits 251 Industriebetriebe mit 2715 Beschäftigten aus. Freilich handelte es sich überwiegend um Kleinbetriebe, denn von diesen, überwiegend in Heilbronn selbst angesiedelten Betrieben waren die meisten zunächst noch Ein-Mann-Betriebe. Da es bis auf die Salzvorräte in Heilbronn keine Bodenschätze gibt, kam es nicht zum Aufbau einer Schwerindustrie, sondern war die Heilbronner Industrie von Anbeginn von einer hohen Spezialisierung gekennzeichnet. Neben den zuvor genannten größeren Mühlen mit insgesamt 677 Beschäftigten im Jahr 1861 und den ebenfalls zuvor genannten Fabriken gab es bis zu diesem Zeitpunkt noch die aufstrebende Maschinenbau-Gesellschaft Heilbronn sowie die 1853 gegründete Heilbronner Zuckerfabrik, die mehr als 200 Beschäftigte hatten. Zuckerfabrik-Direktor Andreas Faißt zählte 1865 zu den Gründern der Brauerei Cluss.

Das aus der angestammten Lateinschule der Stadt hervorgegangene Karlsgymnasium (das spätere Theodor-Heuss-Gymnasium), das 1827 einen Neubau erhalten hatte, war nur für Jungen. Die Volksschulgesetze von 1836 forderten die Schulpflicht auch für Mädchen, die jedoch zunächst lediglich die Volksschule besuchen konnten. 1831 war die Gründung eines privaten höheren Töchterinstituts erfolgt, das 1872 zur höheren Töchterschule wurde. Ein Frauenhaus bzw. eine Frauenarbeitsschule befand sich am Kieselmarkt. Eine öffentliche Oberschule für Frauen wurde 1879 eingerichtet und erhielt 1886 einen Neubau. 1914 wurde aus der Mädchenoberschule eine Mädchenrealschule. Die Lehrpläne wurden dabei mit denen anderer Realschulen vereinheitlicht, so auch mit denen der 1908 erbauten Dammrealschule, die sich aus 1873 vom Karlsgymnasium ausgegliederten Realklassen entwickelt hatte. Bis auf weiteres konnten Frauen in Heilbronn jedoch nur an einem Jungengymnasium das Abitur erlangen. 1922 war Victoria Wolff eine der ersten Heilbronner Frauen zwischen den Abiturienten des Robert-Mayer-Gymnasiums. Ab 1937 konnten Frauen ihr Abitur schließlich an der Mädchenoberrealschule machen, aus der nach dem Zweiten Weltkrieg das Elly-Heuss-Knapp-Gymnasium Heilbronn wurde. Die Geschlechtertrennung an den Heilbronner Gymnasien wurde erst in den 1970er Jahren vollends aufgegeben.

Im Jahre 1919 erhielten Frauen wie in ganz Deutschland auch in Heilbronn das Wahlrecht. Emilie Hiller vertrat 1919 die SPD in der Verfassungsgebenden Landesversammlung, von 1920 bis 1933 war sie SPD-Abgeordnete des Wahlkreises Heilbronn im württembergischen Landtag. Anna Ziegler vertrat die USPD 1919 im Heilbronner Stadtparlament und von 1920 bis 1924 im Reichstag. Die Frauenbewegung in Heilbronn gründete auch den Frauenverein Heilbronn. Ernst Jaeckh griff in seiner Rubrik Frauenfragen und Frauengedanken in der Neckar-Zeitung Themen aus der Heilbronner Frauenbewegung auf.

Ab 1839 entstanden die Heilbronner Vorstädte nach Plänen des Stadtbaumeisters Louis de Millas, der nach damals üblichen städtebaulichen Prinzipien plante. Vor die vier Tore der Altstadt legte er ein System von nahezu gleich großen, rechteckigen Bauquartieren, die keinen Bezug zu den topographischen Gegebenheiten hatten und keine städtebauliche Gesamtkonzeption erkennen ließen. Seine Pläne und die Baustatuten zur Regelung der Bebauung in der Altstadt bildeten ab 1840 die rechtlichen Grundlagen für die Erweiterung der Stadt. Es entstanden zunächst die Quartiere vor dem Sülmer-, Fleiner- und Karlstor. Die Hauptstraßen der neuen Viertel wurden nach Angehörigen des württembergischen Königshauses benannt: Wilhelm-, Karl-, Paulinen- und Olgastraße. An der Wilhelmstraße, der südlichen Verlängerung der Fleiner Straße, entstanden bis um 1853 bereits das Wollhaus und mehrere repräsentative Gebäude wie der Wilhelmsbau oder die Villa Goppelt. Die Brückentor-Vorstadt wurde in ihrer Gestaltung von den ab 1847 errichteten Eisenbahn-Anlagen um den 1848 eingeweihten Heilbronner Bahnhof beeinflusst und konnte zu de Millas Bedauern aufgrund des Bahnverlaufs nicht nach dem übrigen Quadrate-Schema ausgeführt werden.

Ab 1839 setzte im Heilbronner Stadtwald eine geregelte Forstwirtschaft ein. 1842 wurde der Stadtwald durch den langjährigen städtischen Waldinspektor Bernhard Nickel (im Amt 1826 bis 1876) erstmals sorgfältig vermessen. 1855 wurde das Jagdwesen durch ein neues Jagdgesetz neu geregelt.

In der Zeit des Vormärz wurden die ersten Heilbronner Arbeitervereine gegründet, allen voran im April 1845 der Turnverein TG Heilbronn, der bereits im Folgejahr, 14 Jahre vor dem offiziellen ersten allgemeinen deutschen Turnfest, in Heilbronn ein allgemeines deutsches Sportfest ausrichtete. Der Turnverein diente im Brandfall außerdem als Hilfsmannschaft der Feuerwehr. Im Jahr 1848 geriet Heilbronn früh in die Wirren der Märzrevolution. Eine erste Bürgerversammlung im Gasthof Adler forderte am 2. März 1848 das Recht auf Versammlungs- und Pressefreiheit sowie das Recht, Waffen zu tragen. In den Folgetagen kam es zu zahlreichen abendlichen „Katzenmusiken“ (friedlicher Radau vor den Wohnhäusern missliebiger Personen) und weiteren Volksversammlungen. Der Turnverein bewaffnete sich und bildete eine Turnerwehr. Die Stadt erwarb ihrerseits 600 Musketen, und es wurde eine Heilbronner Bürgerwehr gegründet, die für die Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung sorgen sollte. Die später über 1250 Mann starke Truppe setzte sich überwiegend aus Mitgliedern der bereits bestehenden Wehren (Bürgergarde zu Fuß, Bürgergarde zu Pferd, Turnerwehr und Feuerwehr) zusammen. Die Mitglieder der Bürgerwehr waren oftmals Anhänger der revolutionären Ideen, so dass die Wehr zunächst nicht in Erscheinung trat, sondern ihre Mitglieder vielmehr häufiger an den Volksversammlungen teilnahmen. Die Volksbewaffnung wurde zum Rücktrittsgrund des Stadtschultheißen Heinrich Titot.

Zu den viel gehörten, gemäßigten Rednern auf Versammlungen in und um Heilbronn zählte der Gastwirt Louis Hentges (1818–1891), dem das oft für Versammlungen genutzte Gasthaus Löwen gehörte und der am 25. April 1848 in die Frankfurter Nationalversammlung gewählt wurde. Heilbronn galt als württembergisches Zentrum der Märzrevolution, deren Ideen von der Zeitung Neckar-Dampfschiff des Heilbronner Verlegers August Ferdinand Ruoff verbreitet wurden. Diese von 1842 bis 1853 bestehende Zeitung nahm 1848 als erste Heilbronner Zeitung die Pressefreiheit für sich in Anspruch, nachdem seit Bestehen der ersten Druckerei in Heilbronn im Jahr 1630 nichts ohne Wissen und Bewilligung des Rats hatte gedruckt werden dürfen. Auch wenn die Revolution scheiterte, blieb es dennoch bei der Pressefreiheit, so auch für das 1744 als Wochentlich-Heilbronnisches Nachricht- und Kundschaffts-Blatt gegründete Intelligenzblatt, das sich ab 1848 Heilbronner Tagblatt und ab 1861 Neckar-Zeitung nannte.

In wirtschaftlicher Hinsicht entstand 1848 nach Klagen der Kaufleute gegen staatliche Bevormundung die staatliche Zentralstelle für Gewerbe und Handel in Stuttgart, der künftig auch Wirtschaftsvertreter angehörten, die wenig später vollends den Vorstand bildeten. Dieser Zentralstelle gehörten auch Heilbronner Kaufleute (Dittmar, Goppelt, Rümelin, Münzing, von Rauch) an, außerdem wurde der Kaufmann Adolf Goppelt Finanzminister der Württembergischen Märzregierung 1848.

Am 14. Juni 1848 nahmen zahlreiche Soldaten des im Deutschhof stationierten 8. Württembergischen Infanterieregiments an zwei der Volksversammlungen in Heilbronn teil. Im Anschluss erzwang eine große Menschenmenge vor dem Deutschhof die Freilassung von drei wegen revolutionärer Umtriebe inhaftierten Regimentsangehörigen. Am Folgetag erreichte eine ähnliche Demonstration Heilbronner Arbeiter und Soldaten in Weinsberg die Freilassung von vier inhaftierten Bauernführern. Am 17. Juni marschierten jedoch 3400 königliche Soldaten in Heilbronn ein und entwaffneten das meuternde Regiment. Die Heilbronner Soldaten wurden nach Ludwigsburg strafversetzt, und 25 Regimentsangehörige wurden im Dezember 1848 zu teils harten Strafen verurteilt.

Im September 1848 kam es erneut zu Volksversammlungen in Heilbronn, die den Unmut über das als unzeitgemäß empfundene württembergische Parlament sowie die nach dem Waffenstillstand von Malmö erfolgte Abtretung von Schleswig zum Gegenstand hatten. Als Redner war u. a. Theobald Kerner zu hören. Nachdem es zu weiteren Ruhestörungen und zur Bildung eines Vereins patriotisch gesinnter Jungfrauen zur Fertigung scharfer Munition gekommen war, wurden abermals Soldaten aus Stuttgart entsandt, die anstelle der weiterhin nicht in Erscheinung tretenden Bürgerwehr für Ruhe und Ordnung sorgten.

Im Frühjahr 1849 kam es mit der Forderung nach Anerkennung der Reichsverfassung durch Stuttgart zu weiteren Versammlungen, darunter von 15. bis 24. April zu täglichen Kundgebungen des Demokratischen Vereins auf dem Heilbronner Marktplatz. In dieser Zeit betätigte sich auch der später als Orientalist bekannt gewordene Ernst Trumpp als Redner im Umland. Am 5. Juni 1849 zog die bewaffnete Turnerwehr unter Führung von August Bruckmann zur Unterstützung badischer Freischaren aus. Damit tat die Heilbronner Turnerwehr es den Hanauer Turnern gleich, die man beim Turnfest 1846 kennengelernt hatte. Am 9. Juni wurden die in der Stadt verbliebenen rund 1000 Bewaffneten der Bürgerwehr auf die Reichsverfassung vereidigt. Am 12. Juni rückten abermals 4000 Soldaten und Regierungskommissar Ernst Geßler aus Stuttgart ein, um die Bürgerwehr zu entwaffnen, kamen jedoch wegen der überwältigenden Solidarisierung der Bevölkerung mit der Bürgerwehr vorerst nicht zum Zuge. Auch hatte es die Bürgerwehr nicht auf eine Auseinandersetzung mit dem Militär abgesehen. Noch in der Nacht versammelte sich die Bürgerwehr auf dem Marktplatz, wo Arbeiter und Handwerker das Rathaus stürmten und darin gelagerte Waffen an sich brachten. Etwa die Hälfte der Bewaffneten teilte sich in zwei Gruppen auf: das 200 Mann starke Westkorps zog über Wimpfen nach Baden, das 300 Mann starke Ostkorps nach Löwenstein. Den königlichen Truppen gelang am folgenden Morgen die Entwaffnung der verbliebenen Bürgerwehrler. Das Ostkorps erwartete in Löwenstein den Zuzug von Verbündeten aus Hohenlohe, der jedoch ausblieb, so dass sich die Gruppe rasch auflöste. Teile des Westkorps gelangten noch bis nach Rastatt, und einige der Wehrler wurden dort Ende Juni 1849 eingeschlossen. Viele führenden Köpfe des gescheiterten Aufstandes setzten sich nach Baden oder in die Schweiz ab. Der Aufruhrzustand blieb in Heilbronn bis 9. Juli 1849 bestehen, das königliche Militär blieb bis 23. Februar 1850 in der Stadt. In zahlreichen bis 1852 nachfolgenden Prozessen gegen Aufständische wurden teilweise harte Strafen verhängt, beispielsweise wurde der Heilbronner Turnerwehrführer August Bruckmann zu lebenslanger Zuchthaushaft verurteilt.

Das Wachstum der Stadt wurde in der Mitte des 19. Jahrhunderts jedoch nicht nur von den revolutionären Ereignissen, sondern auch von mehreren Missernten und Hungerjahren gebremst. Nachdem es 1846 bereits wegen einer Kartoffelseuche zu Hungersnot gekommen war, kam es anschließend zu einer Reihe von schlechten Weinherbsten, deren schlechtester 1851 war. 1852 gab es erneut eine Hungersnot, und es mussten Suppenküchen und Hilfsvereine eingerichtet werden. Die Wirtschaft stagnierte, Waren- und Grundstückspreise verfielen, zahlreiche Einwohner suchten ihr Glück in der Auswanderung.

Die Heilbronner Neckar-Dampfschifffahrt verkehrte ab 1841 mit Personendampfschiffen auf dem Neckar von Sontheim nach Heilbronn und weiter nach Mannheim. Diese zunächst erfolgreiche Linie bekam jedoch rasch Konkurrenz durch die Eisenbahn. Die Planungen einer ersten königlichen Baukommission ab 1834 sahen noch keinen Anschluss Heilbronns an die projektierte Bahnlinie von Cannstatt über Ulm nach Friedrichshafen vor. Nach Aufnahme des Bahnbetriebs auf der ersten deutschen Linie von Nürnberg nach Fürth 1835 bildete sich unter Vorsitz des Stadtschultheißen Heinrich Titot auch in Heilbronn eine Eisenbahnbaukommission. Titot vertrat die Stadt auch im Ausschuss der 1836 gegründeten privaten württembergischen Eisenbahngesellschaft, die Heilbronn erstmals in den Planungen berücksichtigte und über 9 Millionen Gulden für den Eisenbahnbau sammelte, sich jedoch 1838 wieder auflöste. Mit dem Eisenbahngesetz von 1843 wurden der Eisenbahnbau und -betrieb verstaatlicht. Das Gesetz sah Heilbronn als Endpunkt einer von Cannstatt kommenden nördlichen Nebenstrecke der Hauptlinie von Mühlacker nach Geislingen vor. Diese Linie und der erste Heilbronner Bahnhof wurden 1848 eingeweiht. 1850 bestand bereits eine Bahnverbindung bis nach Ulm und Friedrichshafen, 1853 über Bretten eine Verbindung nach Mannheim und Frankfurt am Main. Die wirtschaftlichen Probleme der 1850er Jahre brachten danach zunächst eine Stagnation des Eisenbahnbaus, bevor man 1857 in der Eisenbahn den Schlüssel zur Erschließung der ländlichen Notstandsgebiete erkannte und den Streckenausbau weiter vorantrieb. Dadurch erfolgte der Weiterbau der Bahnlinien von Heilbronn über Bad Wimpfen nach Heidelberg, über Osterburken nach Würzburg und über Hall nach Crailsheim.

Die Bahn wurde rasch zu einer bedeutenden Konkurrenz der Heilbronner Personendampfschifffahrt, die zwar noch verstaatlicht wurde und sich damit in derselben Hand wie die Bahn befand, sich jedoch wirtschaftlich nicht mehr erholen konnte und um 1870 eingestellt wurde. Die Eisenbahn brachte auch den Güterverkehr auf der Straße teilweise zum Erliegen: die einst von Frankfurt am Main und Mannheim über Knittlingen und Heilbronn auf der Straße ins östliche Hinterland gelangenden Güter wurden künftig überwiegend mit der Westbahn Bretten–Bietigheim befördert.

Auf den Güterverkehr auf dem Neckar wirkte sich die Bahn erstaunlicherweise nur wenig negativ aus, vielmehr schienen sich Bahn und Güterschifffahrt gegenseitig zu beflügeln. Durch den vermehrten Güterumschlag erstarkte der Handel und konnte die Krise der frühen 1850er Jahre überwunden werden: 1853 wurde für den seit 1818 bestehenden Wollmarkt eine Halle errichtet, im selben Jahr kam noch ein Ledermarkt hinzu, ab 1860 ein Rindenmarkt.

Unter den Einwohnern Heilbronns waren nach fast einem Jahrhundert wirtschaftlichen Aufschwungs und Wachstums der örtlichen Industrie viele Arbeiter. Die Arbeiter waren Opfer einer niedrigen Lohn- und hohen Preispolitik und versuchten durch die Gründung von Konsum-Selbsthilfevereinen wenigstens Lebensmittel zu erschwinglichen Preisen zu erhalten. Einen Konsum-Verein gab es in Heilbronn aufgrund der hohen Not bereits 1865. Er wurde 1905 neu gegründet und nannte sich fortan Spar- und Konsumverein Heilbronn und Umgebung eVmbH. Seit 1969 ist er als co op Konsumgenossenschaft eGmbH Heilbronn bekannt geworden. 1971 gehörten dieser 69 Geschäfte an.

In politischer Hinsicht formierte sich die Arbeiterbewegung zuerst im Arbeiterbildungsverein, der in Heilbronn am 1. Dezember 1865 gegründet wurde. Es folgte die Gründung des Arbeiterbundes am 6. Februar 1869 in Heilbronn, wo am 9. Mai 1870 auch August Bebel vorsprach. Danach engagierte sich die Arbeiterbewegung auch parteipolitisch: Am 17. Juli 1872 wurde in Heilbronn eine Ortsgruppe des Allgemeinen Deutschen Arbeitervereins gegründet. Im Januar 1874 formierte sich der Ortsverein der Heilbronner Sozialdemokratischen Arbeiterpartei (SDAP). Die Ortsvereine des Arbeitervereins und der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei schlossen sich 1875 zu einem gemeinsamen Ortsverein der Sozialistischen Arbeiterpartei Deutschlands (SAP) zusammen, aus der 1890 die SPD hervorging.

Gustav Kittler (1849–1929), genannt der „rote Kittler“, war Gründungsmitglied der Heilbronner SDAP. Am 10. Juni 1878 gab Kittler das SAP-Flugblatt Trau! Schau! Wem? heraus, das sich gegen das mit dem Sozialistengesetz vom 21. Oktober 1878 drohende Verbot der Sozialistischen Bewegung richtete. Am 4. Januar 1886 gelangte Kittler in Heilbronn als erstes Mitglied der Sozialdemokratie in Württemberg in ein Stadtparlament, wo er 36 Jahre tätig war. 50 % der Mitglieder des Stadtparlaments waren von der SPD. 1898 trat Kittler bei den Reichstagswahlen für den Wahlkreis Heilbronn-Neckarsulm-Brackenheim in einer Stichwahl gegen Paul Hegelmaier an. Als Kittler die Stichwahl verlor, verursachte seine Wählerklientel die Wahlunruhen in Heilbronn in der Nacht des 24/25. Juni 1898.

1902 gelangte Wilhelm Schäffler, ein Unterländer Sozialdemokrat, als Heilbronner Vertreter in den Landtag nach Stuttgart. Friedrich Naumann erlangte 1907 bei der „Hottentottenwahl“ mit Stimmen der SPD die Mehrheit bei der Stichwahl gegen T. Wolff. Ab Februar 1908 gab die Heilbronner SPD die Tageszeitung Neckar-Echo heraus. Mit ihrer Unterstützung wurde der Heilbronner Sozialdemokrat Franz Feuerstein 1912 sogar in den Reichstag gewählt.

Nachdem bereits in den 1840er Jahren unter de Millas vier Vorstädte angelegt worden waren, war nach drei Jahrzehnten der Industrialisierung eine neue umfassende städtebauliche Konzeption dringend nötig geworden. Der Gemeinderat beauftragte im Oktober 1872 den Karlsruher Professor Reinhard Baumeister mit der Erstellung eines Generalbauplanes. Im März 1873 legte Baumeister einen ersten Planentwurf im Gemeinderat vor, der drei Neckarbrücken statt bisher einer vorsah, die bisherigen zusammenhanglosen Vorstädte mit einer Ringstraße („Riesenstraße“) umschloss und die spätere Kaiserstraße durch eine nahezu geradlinige Verbindung mit dem Bahnhof und einen Durchbruch zur Allee nach Osten zu einer wichtigen „Zentralstraße“ erhob. Der Plan berücksichtigte bereits den 1873 neu gebauten Heilbronner Hauptbahnhof sowie die spätere Errichtung einer Industriebahn in den Süden der Stadt.

Bis um 1900 folgte der Städtebau in Heilbronn, von Detailunterschieden abgesehen, Baumeisters Planungen. Auf dem Lerchenberg entstand 1882 der neue Heilbronner Hauptfriedhof, nachdem der Alte Friedhof an der Weinsbergerstraße nach mehreren Erweiterungen abermals voll belegt war. Nach 1900 wurden Baumeisters Planungen durch den abweichend vom Plan errichteten Südbahnhof und die starke Ausdehnung der Stadt nach Osten hinfällig. Die heutige Oststraße mit ihren großzügigen Dimensionen ist Teil der von Baumeister erdachten, aber nie zur kompletten Ringstraße vollendeten Riesenstraße.

1880 gewann die Stadt mit der Vollendung der Kraichgaubahn auch eine Verbindung in Richtung Karlsruhe. Im Jahr 1900 wurde schließlich der Bahnhof Heilbronn Süd als Endbahnhof der schmalspurigen Bottwartalbahn mit Verbindung zum Hauptbahnhof eingeweiht und avancierte in der Folgezeit zum Güterbahnhof. Eisenbahn und Schifffahrt ergänzten sich im Heilbronn der frühen Kaiserzeit vielfach, weswegen die Heilbronner Hafenanlagen auch von der Bahn erschlossen wurden. So wurde beispielsweise Holz aus dem Schwarzwald mit der Bahn nach Heilbronn transportiert und ab dort über den Neckar zum Rhein geschafft. Hierfür wurde 1875 ein eigener Floßhafen errichtet, 1886 folgte ein Salzhafen und 1888 der Karlshafen.

Nach dem Ende der Personendampfer 1871 gab es von 1878 bis 1935 eine Heilbronner Neckar-Ketten-Schleppschifffahrt zwischen Heilbronn und Mannheim, deren sich an Ketten vorantreibenden Lastschiffe im Volksmund auch Neckaresel genannt wurden.

Um 1877 erbaute die jüdische Gemeinde an der Allee die eindrucksvolle Heilbronner Synagoge nach den Plänen des Architekten Adolf Wolff. Sie wurde im Stil des Eklektizismus errichtet und am 8. Juni 1877 eingeweiht. Es bildete sich eine etwa tausend Personen umfassende Gemeinde, die sich durch Vereine und Engagement in Parteien innerhalb der Gesellschaft der Stadt etablierte. Aus diesem Grund wurde die Arbeiterstadt später von Seiten der NSDAP sogar verächtlich als „jüdisch-marxistische Hochburg“ bezeichnet. Jüdische Bürger wie Max Rosengart, Siegfried Gumbel und Heinrich Grünwald begegneten dem aufkeimenden allgemeinen Antisemitismus mit öffentlichkeitswirksamer Aufklärungsarbeit in der Presse und durch Präsenz in Vereinen, Parteien und Institutionen.

In der Zeit von 1861 bis 1907 hatte sich die Zahl der Arbeiter in der verarbeitenden Industrie in Heilbronn von 2715 auf 7520 Beschäftigte nahezu verdreifacht. 1868 war das bis heute bestehende Chemie-Unternehmen Brüggemann in Heilbronn gegründet worden, und ab dem selben Jahr war auch die 1982 aufgelöste Zwirnerei Ackermann in Heilbronn-Sontheim in Betrieb, die um 1900 die größte deutsche Nähfadenfabrik mit rund 700 Beschäftigten war. Die Zigarrenfabrik Gustav Haucks beschäftigte im Jahr 1900 400 Arbeiter, 1914 fast 1100 Arbeiter. 1896 war Heilbronn mit 9000 Arbeitern in 58 Fabriken nach Stuttgart die zweitgrößte Industriestadt des Königreichs Württemberg.

Von 1884 bis 1903 war Paul Hegelmaier Oberbürgermeister von Heilbronn, der einerseits die neuzeitliche Struktur der Innenstadt mit der von Straßenbahnen befahrenen und bis zur Allee reichenden Kaiserstraße realisierte, andererseits aufgrund seiner Streitsucht Gegenstand von königlichen Untersuchungen und Disziplinarverfahren wurde und deswegen von 1892 bis 1894 sogar zeitweise seines Amtes enthoben und in einer Irrenanstalt war. 1898 kandidierte der nationalliberale Hegelmaier bei der Reichstagswahl für den Bauernbund. Nach der von Hegelmaier gewonnenen Stichwahl gegen den Sozialdemokraten Gustav Kittler kam es in der Nacht zum 25. Juni 1898 zu Tumulten mit einer Straßenschlacht vor dem Rathaus.

1891 wurde die Stromfernübertragung vom Neckarwasserkraftwerk Lauffen am Neckar zur Internationalen Elektrotechnischen Ausstellung in Frankfurt am Main durch Oskar von Miller aufgenommen. Am 16. Januar 1892 erfolgte der Anschluss Heilbronns an das Stromnetz des Elektrizitätswerks in Lauffen, womit Heilbronn als erste Stadt der Welt die Fernversorgung mit Strom aufgenommen hatte.

Im Jahr 1897 wurde, den Planungen Reinhard Baumeisters von 1873 folgend, die Kramstraße zur Allee durchbrochen und in Kaiserstraße umbenannt. Auf dieser neuen West-Ost-Achse nahm die Heilbronner Straßenbahn ihren Betrieb mit einer Linie vom Hauptbahnhof zur Moltkekaserne auf, eine Seitenlinie zweigte in die Sülmerstraße ab. Die Straßenbahn, die man in Heilbronn „Spatzenschaukel“ nannte, war lange nicht rentabel und drohte mehrfach eingestellt zu werden. Erst später konnten weitere Linien nach Böckingen (1926) und Neckargartach (1928) gebaut werden. Von 1912 bis 1923 wurden Neckargartach und das Industriegebiet provisorisch durch eine 2,3 km lange, ebenfalls hochgradig unrentable Dampfstraßenbahn vom Bahnhof Sülmertor zur Neckargartacher Brücke erschlossen.

Ebenfalls 1897 wurde aus Anlass des 50-jährigen Jubiläums des Gewerbe-Vereins Heilbronn eine weit über die Stadt hinaus beachtete Industrie-, Gewerbe- und Kunstmesse hinter der Festhalle Harmonie durchgeführt, auf der am 1. Juni 1897 das württembergische Königspaar zu Gast war.

Von 1911 bis 1913 entstand aus Mitteln der Bürgerschaft und nach Plänen von Theodor Fischer das im Jugendstil erbaute Alte Stadttheater. Verlage, die bereits vor dem Ersten Weltkrieg in Heilbronn bestanden waren der Eugen Salzer Verlag und der Otto Weber Verlag.

Am 1. August 1914 verkündete Oberbürgermeister Paul Göbel die Mobilmachung vom Rathausbalkon, am 22. August 1914 trafen die ersten Verwundeten in der Lazarettstadt Heilbronn ein. Die vier Heilbronner Lazarette nahmen je 100 Verwundete auf. Außer als Lazarettstadt hatte Heilbronn auch strategische Bedeutung als Ausgangspunkt der Bahnlinie nach Karlsruhe. Im Jahr 1915 fand in Heilbronn der Internationale Blindentag statt. Ab März 1915 herrschte Lebensmittelrationierung, im März 1917 erfolgte die Schließung öffentlicher Einrichtungen aus Kohlenmangel. Im Juli 1917 wurden einige Heilbronner Kirchenglocken eingeschmolzen, um daraus Kanonenkugeln zu gießen, 1918 wurde sogar das Kaiser-Friedrich-Denkmal eingeschmolzen. Im Verlauf des Krieges gab es in Heilbronn drei Luftwarnungen, jedoch keine Bombenabwürfe. Am Ende des Krieges waren 2082 Bürger der Stadt gefallen.

Am 9. November 1918, als die Novemberrevolution mit der Ausrufung der Republik ihren Höhepunkt erreichte, erklärte sich Oberbürgermeister Göbel loyal mit dem Arbeiter- und Soldatenrat der Stadt, der künftig zwei Dienstzimmer im Rathaus erhielt. Bis auf die noch am selben Tag erfolgte Befreiung von Gefangenen aus dem städtischen Gefängnis kam es in Heilbronn zu keinen weiteren revolutionären Aktionen. Das politische Tagesgeschäft der gemeinsamen Räte war die Linderung der Hungersnot. Im November 1919 wurde der Arbeiter- und Soldatenrat entwaffnet und aufgelöst. An seine Stelle trat eine bewaffnete Bürgerwehr, die u. a. an öffentlichen Einrichtungen zum Schutz von Streikbrechern eingesetzt wurde.

Die USPD in Heilbronn war seit 1919 Herausgeber der Wochenzeitung Sozialistische Republik des Unterlandes - Organ der Unabhängigen Sozialdemokratie des Unterlandes. Seit dem 1. Dezember 1921 war die KPD Heilbronn Herausgeber der Tageszeitung Volksstimme – Kommunistisches Organ für die Interessen der arbeitenden Bevölkerung des württembergischen Unterlandes. Die SPD hatte in der Zeit der Weimarer Republik die Stimmenmehrheit. Die NSDAP, deren erste Ortsgruppe in Heilbronn 1923 gegründet wurde, blieb dagegen bis 1933 klein und bedeutungslos. Hitler war bei seinem Besuch in der Stadt am 15. Mai 1926 ein nicht von allen gern gesehener Gast, und es kam zu einem Handgemenge mit mehreren Verletzten wegen eines Mannes, der für Hitler gehalten wurde. Hitler selbst konnte unbehelligt in der Stadthalle Harmonie seine Rede halten. Das Presseorgan der Nationalsozialisten war seit 1930 der Heilbronner Beobachter. Heilbronn galt aufgrund der vielen Arbeiter und der sie vertretenden Presse und Gewerkschaften als „rote Hochburg“ im Volksstaat Württemberg. Im März 1932 erreichte die Arbeitslosigkeit in Heilbronn mit 12.246 Arbeitslosen einen Höchststand.

1931 gingen Reichsbanner, SPD, Gewerkschaften und Arbeitersportverbände einen Bund ein und nannten sich fortan Eiserne Front, wobei erklärtes Ziel die Erhaltung der Weimarer Republik war. Am 30. Januar 1933 demonstrierte die Eiserne Front gegen Hitler und von Papen. Daraufhin drang die SA gewaltsam in die Häuser der Heilbronner Gewerkschaften ein. Heilbronner Gewerkschaftler wurden verhaftet und in Konzentrationslager deportiert. Carl Baßler, Friedrich Reinhardt, Wilhelm Schwan, Hermann Gerstlauer, Adolf Hermann, Walter Vielhauer, Erich Leucht, Adolf Herrmann, Konrad Erb, Karl Biehler, Wilhelm Egerter, Karl Feidengruber, Hermann Schmidt, Otto Kirchner und Erich Ceffinato waren Heilbronner NS-Opfer. Sie kamen ins KZ Heuberg oder nach Buchenwald.

Am 3. März 1933 erschien Kurt Schumacher von der SPD in Heilbronn, während die NSDAP am 5. März nur 39 % erhielt. Das Stadtparlament weigerte sich noch am 6. März 1933, dem Antrag der NS-Fraktion zu folgen und Gemeinderatsmitglieder und Mitglieder der KPD zu diskriminieren. So sollten die Gemeinderatsmitglieder der KPD ausgeschlossen werden und den KPD-Mitgliedern keinerlei Fürsorgeunterstützung gewährt werden.

Planungen zur Kanalisierung des Neckars von Mannheim nach Heilbronn und weiter nach Plochingen hatten seit 1905 begonnen. Nachdem erste Planungen von 1911 ins Stocken gekommen waren, wurde die Idee des Ausbaus des Flusses für die Großschifffahrt durch den 1916 von Peter Bruckmann gegründeten Südwestdeutschen Kanalverein erneut befördert und der Ausbau schließlich 1921 von der Neckar-AG unter Otto Konz und Otto Hirsch begonnen. Der Betrieb der Wasserstraße ging damit an das Reich über. Am 28. Juli 1935 wurden die Großschifffahrtsstraße Heilbronn-Mannheim und der 2300 m lange Kanalhafen zwischen Neckargartach und dem Stauwehr an der Theresienwiese eröffnet. Der Kanalhafen zählt heute zu den zehn größten deutschen Binnenhäfen.

1936 wurde die Autobahn vom nahen Weinsberg nach Stuttgart (heute ein Teilstück der A 81) fertig gestellt. Die Stadtverwaltung soll sich dafür eingesetzt haben, dass „die Autobahn Stuttgart–Nürnberg über Heilbronn und nicht über Backnang–Crailsheim“ gebaut wurde. Heilbronn lag dadurch im Schnittpunkt der neuesten und schnellsten Verkehrsachsen. Am 30. Mai 1936 wurde in der Stadt außerdem die Straßenbahnlinie zum Trappensee eröffnet. Im Jahr 1943 beförderte die Straßenbahn 16 Millionen Fahrgäste.

NSDAP-Kreisleiter in Heilbronn war seit 1932 Richard Drauz, Sohn einer angesehenen Heilbronner Familie, der ab 1933 auch dem Reichstag angehörte und energisch die Gleichschaltung der Heilbronner Vereine und der Heilbronner Presse vorantrieb. Noch bei der Reichstagswahl 1933 erhielt die SPD in Heilbronn mehr Stimmen als die NSDAP. Die Zerschlagung dieser recht starken Opposition war deshalb das erste Anliegen der führenden Heilbronner Nationalsozialisten. Insgesamt gab es 14 NSDAP-Ortsgruppen in Heilbronn: Altstadt, Au, Bahnhofsvorstadt, Fleinerhöhe, Kastropp (benannt nach einem verstorbenen Ortsgruppenleiter), Pfühl, Mönchsee, Rosenberg und Wartberg sowie drei Ortsgruppen in Böckingen und jeweils eine in Neckargartach und Sontheim.

Oberbürgermeister Emil Beutinger wurde abgesetzt und durch den am 17. März frisch ernannten Staatskommissar Heinrich Gültig ersetzt. Am 2. Mai 1933 drang die SA gewaltsam in die Häuser der Heilbronner Gewerkschaften ein. Das Volkshaus Ecke Weinsberger/Paulinenstraße und das Haus Ecke Gartenstraße/Weinsberger Straße (heute DGB-Haus) wurden beschlagnahmt, Gewerkschafter abgesetzt und verhaftet. Die 23 Heilbronner Gewerkschaften und ihre 12.000 Mitglieder galten im NS-Staat als illegal. Es gab keinen nennenswerten Widerstand. Frühere Gewerkschafter und Oppositionelle wie die Kaiser/Riegraf-Gruppe beschränkten sich auf konspirative Treffen.

Der Heilbronner Verleger Viktor Kraemer wurde 1934 durch Repressalien aus dem Geschäft gedrängt und sein Verlag von der NSDAP übernommen. Die Neckar-Zeitung erschien unter NS-Regie im Verlag des (1932 neu gegründeten) nationalsozialistischen Heilbronner Tagblatts zunächst weiter, ab 1. Januar 1935 unter dem Titel Heilbronner Morgenpost, wurde aber zum 31. Juli 1937 dann endgültig eingestellt. Hitler besuchte am 20. März 1935 zum zweiten Mal die Stadt.

Im Zuge einer Verwaltungsreform wurde Heilbronn am 1. Oktober 1938 Sitz des neuen Landkreises Heilbronn. Zugleich wurde Heilbronn Stadtkreis, also kreisfreie Stadt, und die zuvor selbstständigen Gemeinden Sontheim und Neckargartach wurden eingemeindet. Die ehemalige Stadt (seit 1919) Böckingen war bereits 1933 eingegliedert worden. Die Kreuzgrund-Siedlung und die Siedlung Haselter wurden gegründet. Mit 72.000 Einwohnern war Heilbronn somit nach Stuttgart die zweitgrößte Stadt in Württemberg.

Am Morgen des 10. November 1938, dem Tag nach der Reichspogromnacht, wurde die Heilbronner Synagoge durch Brandstiftung zerstört. Das von einem Feuerwehrmann geschriebene Gedicht „Der Brand“ beschreibt, wie „sie“, die Feuerwehrleute, das Feuer in der brennenden Synagoge förderten und damit den Brandstiftern zum Erfolg verhalfen, indem sie den Feuerwehrschlauch als Blasebalg benutzten. Über den Verbleib der Kultgegenstände sagte später ein Zeuge gegen die Täter der Reichspogromnacht aus, dass beobachtet worden sei, wie jüdische Kultgegenstände in die Harmonie gebracht wurden, darunter auch Torarollen, Gebetsriemen (Tefillin), Spruchbänder in hebräischer Schrift und jüdische Geschäftsbücher. Die Torarollen waren mit Edelsteinen besetzt und wurden mit 8000 DM bewertet. Von ihnen weiß man, dass sie in die USA gerettet worden sind und sich dort in der Synagoge von Baltimore befinden.

Geschäfte sowie Wohnungen von Juden wurden geplündert und deren Habe verbrannt. Führende Gemeindemitglieder flohen oder wurden deportiert. 234 jüdische Bürger und Bürgerinnen aus Heilbronn und Sontheim wurden in den Vernichtungs- und Konzentrationslagern ermordet. Am 11. November 1938 erfolgte die erste Deportation in das KZ Dachau und das KZ Welzheim, am 26. November 1941 die zweite in das KZ Riga, am 23. März 1942 die dritte in das KZ Theresienstadt, nach Auschwitz und Maly Trostinec, am 24. April 1942 die vierte in das Ghetto Izbica und schließlich am 20. August 1942 die letzte Deportation nach Theresienstadt, Auschwitz und Maly Trostinec.

Für eine kurze Zeit stand die Rettung der Synagogenruine in Aussicht. Das Ratsprotokoll vom 23. Februar 1940 besagt, dass Oberbürgermeister Heinrich Gültig gemeldet habe, dass sich die benachbarte Post als „Liebhaber“ der Synagogenruine zu erkennen gegeben habe. Solange die Post sich dazu verpflichte, „die ganze Gebäudefront an der Allee in eine architektonisch anständige und gute Form umzubauen“, sehe er keinen Anlass dazu, der Post den Tausch der Ruine gegen das alte Postgebäude am Neckar zu verwehren. Die Post als Interessentin der Synagogenruine verdiene es sogar, zuerst berücksichtigt zu werden. Ein anderer Ratsherr erklärte jedoch, dass die Ruine eine Verschandelung des Stadtbildes darstelle und daher zum Abriss freigegeben werden müsse. Im Januar 1940 wurde die Synagoge abgebrochen. Die Synagogensteine wurden für den Obstkeller der Jugendkunstschule verwendet.

In der Nacht vom 16. auf den 17. Dezember 1940 fand erstmals ein Luftangriff auf Heilbronn statt, im Herbst 1941 folgten zahlreiche weitere Bombennächte, die jedoch nur begrenzten Schaden anrichteten. Der erste schwere Bombenschaden entstand bei den Luftangriffen im September 1944. Ab dieser Zeit war die Bevölkerung auch häufigen Tiefflieger-Angriffen ausgesetzt.

Ein schwerer Luftangriff vom 27. auf den 28. September 1944 bewog Oberbürgermeister Gültig dazu, wiederholt einen Evakuierungsplan zur Genehmigung beim Stuttgarter Innenministerium vorzulegen. Die Pläne des Oberbürgermeisters beinhalteten die Umsiedlung von 1974 Frauen und Kindern aus der Heilbronner Altstadt in den Landkreis. Die Erlaubnis wurde abermals nicht erteilt.

Zur Katastrophe für Heilbronn wurde der Luftangriff auf Heilbronn am 4. Dezember 1944, bei dem die Altstadt völlig und die Innenstadt zu 80% zerstört wurden. (Siehe auch: Verlorene Baudenkmäler in Heilbronn) In dem durch die Bomben verursachten Feuersturm kamen nach offiziellen Angaben über 6500 Menschen um. Über 5000 Tote wurden in Massengräbern im stadtnahen Köpfertal, dem heutigen Ehrenfriedhof, beigesetzt, wo bis heute an jedem Jahrestag der Opfer in einer Trauerstunde gedacht wird.

Vom 27. Dezember 1944 bis zum 31. März 1945 erfolgten noch weitere 13 Luftangriffe. Insgesamt schrumpfte die Bevölkerung während des Krieges auf 46.350 Einwohner.

Ab 1942 wurden in den Salzbergwerken in und um Heilbronn Kunstschätze aus Deutschland, Frankreich und Italien eingelagert. Ebenso wurden rüstungswichtige Betriebe in die Bergwerksstollen verlagert. In den Stollen des Salzbergwerk Neckargartach wurde ein Rüstungsbetrieb der I.G. Farben AG aufgebaut. Ein weiterer Stollen wurde für die Lebensmittelfirma Tengelmann ausgebaut, die hier mehrere Schiffsladungen Lebensmittel einlagerte. Von Heilbronn bis Neckarelz entstand so eine Vielzahl teilweise gigantischer unterirdischer Anlagen. Der Ausbau der Stollen unterlag den Kommandos der Außenstellen des Konzentrationslagers Natzweiler-Struthof in Kochendorf und Neckargartach. Im Ende August 1944 zwischen Böllinger und Wimpfener Straße in Neckargartach errichteten Außenlager Steinbock waren 1200 Gefangene, Angehörige der Waffen-SS und der Luftwaffe sowie die Mitarbeiter der Organisation Todt untergebracht. In der ersten Aprilwoche 1945 wurde das Lager von der SS geräumt. Die Häftlinge wurden teils zu Fuß (Hessentaler Todesmarsch), teils in Güterwaggons in das KZ Dachau gebracht. Verstorbene Häftlinge wurden sowohl auf dem Jüdischen Friedhof Sontheim begraben als auch auf einer Anhöhe oberhalb des Lagers zwischen dem Gewann Werthalde und Hüttenäcker.

Mit Näherrücken der Front wurde in Heilbronn ab 17. Januar 1945 der Volkssturm ausgebildet. Am 20. Januar kam es zu einem erneuten schweren Luftangriff, am 28. Februar wurden Aufforderungen zur Kapitulation abgeworfen. Am 26. März wurden der Neckargartacher Volkssturm aufgerufen und Panzerfallen am Ortsausgang aufgestellt. Tags darauf machten Gerüchte vom Näherrücken der Amerikaner und der bevorstehenden Sprengung von Lebensmittellagern die Runde, so dass es anderntags zu Hamsterkäufen kam.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs gehörte Heilbronn zum Land Württemberg-Baden in der Amerikanischen Besatzungszone. Die amerikanische Militärverwaltung richtete in Neckargartach ein von der UNRRA verwaltetes DP-Lager zur Unterbringung so genannter Displaced Persons ein. Westlich von Böckingen bestanden von 1945 bis 1947 zwei Kriegsgefangenenlager (siehe Lager Heilbronn), die von Hunderttausenden Kriegsgefangenen durchlaufen wurden.

Emil Beutinger (1875–1957), der bereits bis 1933 Bürgermeister gewesen war, wurde am 13. April 1945 wieder in sein Amt eingeführt und begann sofort mit dem Wiederaufbau der zerstörten Stadt. Auf Befehl der amerikanischen Militärregierung galt bis November 1945 zunächst volle Arbeitszeit an allen Wochentagen einschließlich der Sonntage. Am 15. Mai kam es zu ersten Entlassungen aus der Stadtverwaltung wegen Mitgliedschaft in der NSDAP. Am 8. Juni wurden die ersten Straßen umbenannt. Alle 16- bis 55-jährigen Männer wurden von Februar 1946 bis September 1947 zu zwölftägigem Arbeitsdienst verpflichtet, frühere NSDAP-Mitglieder mussten 18 Tage Arbeitsdienst leisten.

Bis 30. Januar 1946 war Lt. Col. Montgomery Kommandant des Stadt- und Landkreises Heilbronn, ihm folgte am 1. Februar 1946 Major Terry. Am 26. Mai 1946 fanden die ersten freien Gemeinderatswahlen seit 1933 statt. Die US-Militärregierung bestand daneben weiterhin bis zum 20. September 1949. Am 20. Januar 1950 endete aufgrund der guten Versorgungslage auch die Zwangsbewirtschaftung durch Lebensmittelkarten.

Über den Wiederaufbau von Heilbronn gab es eine rege öffentliche Debatte, wobei sich manche sogar für den Erhalt des innerstädtischen Ruinenfeldes als Gedenkstätte und den Bau einer neuen Stadt außerhalb der alten Stadtgrenzen aussprachen. Vielfach wurde auch die Machbarkeit des Wiederaufbaus an sich bezweifelt. Dieser erfolgte dann jedoch relativ schnell während der Amtszeiten der Oberbürgermeister Paul Metz und Paul Meyle, wobei die meist schlichten und funktionellen Gebäude der frühen 1950er Jahre in ihrer Anordnung annähernd den historischen Quartieren der Innenstadt folgen. Die wichtigsten Wiederaufbaupläne gehen auf Architekten zurück, die auch maßgeblich am Wiederaufbau der Stadt Stuttgart beteiligt waren: Hannes Mayer, Karl Gonser, Hans Volkart und andere.

Die ehemals parkartige Allee wurde im Zuge der Verkehrsplanung der Wiederaufbauzeit zur Hauptverkehrsachse der Innenstadt. Nur noch wenige rekonstruierte Baudenkmäler künden von der reichen Stadtgeschichte. 1953 konnte das wiederaufgebaute historische Rathaus eingeweiht werden, 1958 die neu erbaute städtische Festhalle Harmonie und der ebenfalls neu erbaute Hauptbahnhof. Der Wiederaufbau der Kilianskirche war erst 1965 abgeschlossen.

Das Straßenbahnnetz wurde zwar ab dem 30. Juli 1945 teilweise wieder betrieben, sukzessive von Omnibus- und Oberleitungsbus(„Obus“)-Betrieb abgelöst. Der Straßenbahnbetrieb endete zum 1. April 1955, der Obus-Betrieb 1960. Anschließend erfolgte der öffentliche Nahverkehr in der Stadt bis zum Ende des 20. Jahrhunderts ausschließlich mit Omnibussen.

Zur Deckung des Wohnungsbedarfs wurden in den 1960er Jahren größere Neubaugebiete erschlossen, darunter das Neubaugebiet Sachsenäcker in Neckargartach und Schanz Süd in Böckingen, wo bis 1966/67 rund 4900 Menschen leben.

Durch die Eingemeindung von Klingenberg am 1. Januar 1970 wuchs Heilbronn auf über 100.000 Einwohner und wurde damit Großstadt. 1972 und 1974 wurden noch Kirchhausen, Biberach, Frankenbach und Horkheim eingemeindet. Bei der Kreisreform zum 1. Januar 1973 blieb Heilbronn kreisfreie Stadt und Sitz des nunmehr vergrößerten Landkreises Heilbronn. Es wurde ferner Sitz der neu gebildeten Region Franken (heute Region Heilbronn-Franken).

Der starke Anstieg der Bevölkerung in der Nachkriegszeit war nicht nur den Eingemeindungen, sondern auch dem verstärkten Zuzug von Ausländern geschuldet, deren Zahl mit 13.804 Personen im Jahr 1974 einen vorläufigen Höchststand erreichte. Türken bildeten im Jahr 1978 mit 4227 Personen die größte Ausländergruppe, gefolgt von 2385 Jugoslawen und 2332 Italienern. Türken machen bis heute die größte Volksgruppe unter den rund 23.000 in der Stadt lebenden Ausländern aus.

Die Einweihung der Autobahn A 6 von Heilbronn nach Mannheim im Jahr 1968 setzte wichtige wirtschaftliche Akzente für Heilbronn. Die Fortführung der A 81 nach Würzburg 1974 und der A 6 nach Nürnberg 1979 mit deren Schnittpunkt am nahen Weinsberger Kreuz machte Heilbronn zu einem wichtigen Autobahnknotenpunkt in Südwestdeutschland. Zahlreiche Großbetriebe siedelten sich entlang der neuen Verkehrsadern an, die verkehrsgünstige Lage förderte die Entwicklung mehrerer neuer Gewerbegebiete.

Nach der Sprengung des im Krieg beschädigten alten Stadttheaters im Juli 1970 und der damit verbundenen Möglichkeit einer veränderten Verkehrsführung wurde ab 1970 die Allee zur bedeutendsten Verkehrsachse der Innenstadt. Gleichzeitig wurde die damit umfahrene, traditionelle Nord-Süd-Achse, die Fleiner Straße und ihre Verlängerung in die Sülmer Straße, im Spätjahr 1971 zur Fußgängerzone mit umgebenden verkehrsberuhigten Bereichen umgestaltet. Später wurde die Fußgängerzone auf die quer dazu verlaufende Kaiserstraße und verschiedene Seitenstraßen erweitert. Im Sommer 1971 wurden erstmals an der Allee im Bereich der Harmonie zwei Fußgängerunterführungen mit Rolltreppen eröffnet, eine weitere folgte später bei der Hauptpost. Das alte Stadtbad am Wollhausplatz, unmittelbar neben der Fußgängerzone Fleiner Straße gelegen, wurde am 19. Februar 1972 gesprengt. An seiner Stelle wurde 1974 das zehnstöckige Einkaufszentrum am Wollhaus errichtet, das ebenso wie das 1971 errichtete 14-stöckige Shoppinghaus an der Allee ein Beispiel für den zu dieser Zeit auch in Heilbronn gepflegten, schlichten Architekturstil des Brutalismus ist. Die Einweihung des neuen Heilbronner Stadttheaters im Jahr 1982 schloss eine der größten in Folge des Zweiten Weltkriegs entstandenen städtebaulichen und kulturellen Lücken in der Innenstadt.

Ab 1951 waren US-Truppen fest in Heilbronn stationiert. Diese nutzten bestehende Kasernen aus der Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg und errichteten auch eigene Anlagen inklusive Wohnsiedlungen und Infrastruktur. Nach dem NATO-Doppelbeschluss wurden ab 1980 auf der innenstadtnahen Waldheide amerikanische Atomraketen vom Typ Pershing II stationiert. Damit war Heilbronn die einzige bundesdeutsche Großstadt, auf deren Stadtgebiet Kernwaffen stationiert waren. Es kam zu zahlreichen Protesten von Atomkraftgegnern. Die Raketenbasis rückte insbesondere durch das Raketenunglück am 11. Januar 1985 in das Bewusstsein der Öffentlichkeit. Nach Unterzeichnung der INF-Verträge wurden 1987 die Raketen wieder abgezogen, 1992 rückten die letzten Einheiten der US Army ab. Heilbronn ist seitdem entmilitarisierte Stadt. Ab 2002 wurden die früheren Kasernenanlagen der Amerikaner sowie das (ehemalige Militär-)Krankenhaus beim Jägerhaus abgerissen.

In den 1980er Jahren fanden in Heilbronn zwei überregionale Veranstaltungen des Landes Baden-Württemberg statt: 1981 die Heimattage Baden-Württemberg und von 24. Mai bis 8. September 1985 die sechste Landesgartenschau Baden-Württemberg, wofür neue Parks und Grünanlagen angelegt wurden. Die Stadt wurde u .a. beim europäischen Wettbewerb „Entente Florale“ im Jahr 2000 mit einer Goldmedaille ausgezeichnet wurde. Im Oktober 1986 wurde vom Architekturbüro Triebe unter dem Titel „Heilbronn 2000“ ein neuer Stadtbild-Rahmenplan vorgelegt.

Im Jahr 1989 wurde die bereits 1969 begonnene und in mehreren Teilstücken erbaute Neckartalstraße vom Autobahnanschluss Obereisesheim zur B 27 nach Sontheim vollendet, die die Innenstadt um täglich bis zu 50.000 Fahrzeuge entlastet.

Ab 1998 erfolgte der Anschluss der neu gegründeten Stadtbahn Heilbronn an das Nahverkehrs-Netz der Stadtbahn Karlsruhe. Hierbei erfuhr die Heilbronner Innenstadt im Bereich der von West nach Ost führenden Trassenführung längs der Kaiserstraße und der Moltkestraße abermals eine großflächige Umgestaltung. Die Verlängerung der Stadtbahn in Richtung Osten bis Öhringen wurde am 10. Dezember 2005 eröffnet. Damit ist die Ost-West-Achse eines neuen Nahverkehrssystems vollendet, die Nord-Süd-Achse ist in Planung.

Zu Beginn des 21. Jahrhunderts wurden abermals umfangreiche Sanierungsmaßnahmen durchgeführt, allen voran die Sanierungsarbeit im Industriegebiet, darunter um 2004 die Neuordnung des Areals Wohlgelegen, der Umbau der früheren Landmaschinenfabrik Weipert zur Heilbronner Innovationsfabrik und der Bau einer Verbindungsbrücke zur Kalistraße sowie die Aufwertung der zum sozialen Brennpunkt verkommenen Wohnquartiere in der Christophstraße. Ebenso erfolgten Bau- und Begrünungsmaßnahmen in der Nord- und Südstadt sowie die Sanierung des Rathenauplatzes. Die Nordstadt wurde bereits 2002, die Südstadt-Quartiere entlang der Wilhelm- und Werderstraße wurden 2003 in das Bund-Länder-Förderprogramm „Soziale Stadt“ aufgenommen.

In den Jahren 2005 und 2006 wurde Heilbronn erste UNICEF-Kinderstadt Deutschlands.

Ende des Jahres 2005 bekam Heilbronn den Zuschlag für die Bundesgartenschau im Jahr 2019. Erste Planungen sehen hierfür großflächige Änderungen längs des Neckars von Böckingen über die Theresienwiese bis nach Neckargartach vor, wo ein völlig neuer Stadtteil entstehen würde.

Im Sommer 2006 erfolgte der Baustart eines Einkaufscenters (Betreiber: ECE) in der Innenstadt im Dreieck Deutschhof-Kaufhof-Götzenturm. Das Projekt war in der Bürgerschaft wegen seiner Dimensionen und den zu erwartenden Verkehrsproblemen umstritten, und mehr als 10.000 Unterschriften gegen den bis März 2008 fertiggestellten Bau wurden gesammelt. Im Frühjahr 2007 erfolgten großflächige Abrissarbeiten im Bereich der Unteren Neckarstraße, wo nahe dem Stadtbad bis 2008/09 ein großzügiger neuer Platz mit Gesundheitszentrum und Gastgewerbe entstehen soll. Im Sommer 2007 schließlich wurden die Nachkriegsbauten des Innenstadtquartiers „Klosterhof“ am Kiliansplatz abgerissen, wo ein weiteres Einkaufscenter entsteht. Zu den weiteren Bauvorhaben der nahen Zukunft zählen der Umbau des Hagenbucher-Gebäudes auf der Kraneninsel zu einem Science Center seit Mai 2008 sowie die Erweiterung der Harmonie um eine städtische Kunsthalle, geplant für 2009/10.

Am 25. April 2007 wurde auf dem Festgelände Theresienwiese eine junge Polizistin von unbekannten Tätern im Dienstfahrzeug erschossen, ihr Kollege lebensgefährlich verletzt. Eine Großfahndung mit massivem Polizeiaufgebot und weiträumigen Straßensperren, die den Verkehr in Heilbronn über Stunden zum Erliegen brachten, hatte keinen Erfolg. Die Tat erregte bundesweit und auch über Deutschland hinaus Aufsehen. DNA-Spuren am Dienstfahrzeug der beiden Polizisten konnten durch kriminaltechnische Analysen einer seit 1993 gesuchten, unbekannten Serientäterin zugeordnet werden, die von der Presse in der Folge als Phantom (siehe: Heilbronner Phantom) bezeichnet wurde.

Der Neckarraum wurde zwischen der Besiedlung durch die Franken unter Chlodwig um das Jahr 500 und dem späten 7. Jahrhundert christlich. Die ersten urkundliche Erwähnung des Stadtnamens im Jahr 741 hängt mit der zu dieser Zeit stattfindenden Gründung des Bistums Würzburg zusammen, dem die christliche Michaelsbasilika (heute: Kilianskirche) in Heilbronn zugesprochen wurde. Die reichsstädtischen Dörfer Böckingen, Neckargartach und Frankenbach gehörten zum Bistum Worms.

Ab 1514 war der gebürtige Heilbronner Johann Lachmann Pfarrverweser in St. Kilian. 1521 wurde er Prediger, ab 1524 vertrat er Luthers Thesen und führte fortan die Reformation in Heilbronn gegen den Widerstand der Bistümer durch. 1528 wurde in Heilbronn die Reformation vollzogen. Heilbronn beteiligte sich am 19. April 1529 auch an der Protestation zu Speyer, woher sich die Begriffe Protestanten und Protestantismus herleiten. Die Reichsstadt blieb über Jahrhunderte eine nahezu rein evangelische Stadt. Der Rat und die Bürgerschaft bekannten sich geschlossen zur Augsburger Konfession. Katholiken waren unerwünscht, Juden war es verboten, sich in Heilbronn niederzulassen. Nach dem Übergang an Württemberg 1803 wurde die Stadt Sitz eines Dekanats (siehe Kirchenbezirk Heilbronn) und 1823 eines Generalats (heute Prälatur oder „Sprengel“ mit einem Prälaten oder „Regionalbischof“ an der Spitze, siehe Prälatur Heilbronn) der Evangelischen Landeskirche in Württemberg. Protestanten stellen bis heute die Bevölkerungsmehrheit.

Der Deutsche Orden errichtete ab dem 13. Jahrhundert auf den Fundamenten und Kalksteinmauern eines Vorgängerbaues aus dem 11/12. Jahrhundert eine Ordenskirche aus Sandstein, die der Jungfrau Maria geweiht und nach der Reformation zur Zufluchtsstätte für die zahlenmäßig geringen Heilbronner Katholiken wurde. Die katholischen Gemeinden gehören heute zum Dekanat Heilbronn der Diözese Rottenburg-Stuttgart.

Um das Jahr 1050 wurde urkundlich eine bedeutende Judensiedlung in der Judengasse erwähnt. 1298 erfolgte das Rintfleisch-Pogrom mit 143 Opfern, 1348 folgte ein weiteres Pogrom. Trotz der Wiederansiedlung der jüdischen Gemeinde unter Karl IV. 1361 erhielt diese 1438 ein Stadtverbot, das als Ansiedlungsverbot bis zu Beginn des 19. Jahrhunderts aufrecht erhalten wird. Erst in den 1860er Jahren wurden Juden wieder anderen Bürgern rechtlich gleichgestellt. Am 8. Juni 1877 wurde die neue Heilbronner Synagoge eingeweiht. Für die Wohlfahrt innerhalb der jüdischen Gemeinde wurde mit der Gründung der 480. Tochterloge bzw. 39. deutschen Loge der B’nai B’rith (hebr.: בני ברית, dt.: „Söhne des Bundes“), einer seit 1843 bestehenden jüdischen Wohlfahrtsorganisation, gesorgt. Die Loge wurde nach Johann Gottfried Herder alsbald auch Herder-Loge genannt und avancierte zum geistigen Mittelpunkt der jüdischen Gemeinde in Heilbronn. Der Gründungsvorsitzende war Siegfried Gumbel, ihm folgten von 1915 bis 1937 Gottfried Gumbel, Dr. Max Beermann, Fritz Kirchheimer und Hermann Kern mit den Rechnern Karl Siegler und Wilhelm Rosenthal. Zu den bedeutenden Rednern der Loge zählten Julius Bab, Kurt Pinthus, Nahum Goldmann und Oberrabbiner Leo Baeck. Die jüdische Gemeinde verringerte sich von 994 Personen im Jahre 1885 auf knapp 790 Personen im Jahre 1933. 1936 wurde Siegfried Gumbel zum Präsidenten des Oberrates der Israelitischen Religionsgemeinschaft Württemberg gewählt und setzte sich für Schulwesen, Seelsorge, Erwachsenenbildung und Auswanderung ein. Im Zuge der Judenverfolgung im Dritten Reich wurden etwa 240 Juden deportiert. Noch in den 1980er Jahren waren nur sechs Familien in Heilbronn jüdischen Glaubens. Insbesondere durch den Zuzug von Osteuropäern jüdischen Glaubens wuchs die Gemeinde bis 1990 auf 150 Mitglieder an. 2004 wurde ein neuer Betsaal in einem Gebäude an der Allee eingerichtet, der 2006 feierlich eingeweiht wurde. Die Jüdische Gemeinde Heilbronn ist eine Filialgemeinde der Israelitischen Religionsgemeinschaft in Württemberg mit Sitz in Stuttgart.

Im Stadt- und Landkreis Heilbronn sind mit Eintreffen der türkischen Gastarbeiter in den 1970er und 1980er Jahren die ersten islamischen Gotteshäuser entstanden. Zunächst mussten die Gottesdienste provisorisch in kleinen Räumlichkeiten abgehalten werden. Nach und nach wurden im gesamten Stadt- und Landkreis Moscheen erbaut. Moscheen im Stadtgebiet von Heilbronn stehen u.a. in der Goppeltstraße, Hans-Seyfer-Straße, Salzstraße, Weinsberger Straße Ecke Allee und in der Böckinger Straße.

Die Zahl der Muslime wird im Stadtkreis Heilbronn auf über 10.000 Personen geschätzt. Den Großteil stellen Muslime türkischer Abstammung dar; daneben gibt es Muslime bosnischer, arabischer und deutscher Abstammung.

Als im frühen Mittelalter in Heilbronn eine größere Siedlung entstand, wurde diese zunächst von fränkischen Stammesfürsten regiert, die wiederum dem jeweiligen König unterstanden. Im Zuge der christlichen Missionierung ging die Macht in der Stadt auf das Bistum Würzburg bzw. den Bischof und den von ihm vor Ort bestellten Vogt über, später traten auch adlige Geschlechter wie die Herren von Dürn und die Grafen von Calw auf. Beim Werden von Heilbronn bis zum 12/13. Jahrhundert verschmolzen die Hofsiedlung und die Marktsiedlung zu einer Stadt mit Stadtrecht und Marktrecht. In der Zeit des Interregnums (1257-1273) konnte sich die Stadt von weltlichen und geistlichen Stadtherren lösen und die die Selbstverwaltung erstarkte. Das älteste bekannte Stadtsiegel datiert von 1265.

Durch die städtische Verfassung des Jahres 1281 von Rudolf von Habsburg wurden ein königlicher Vogt und dessen Schultheiß die Obersten Beamten, denen ein zwölfköpfiges Gericht und erstmals auch zwölf Ratsleute (consules) aus den Reihen der Patrizier der Stadt (de melioribus et utilioribus civitatis) zur Seite standen. Vier der Ratsleute mussten jeweils monatlich zur Verfügung stehen. Vogts- und Schultheißenamt konnten verpfändet werden und unterlagen der Besetzung durch Vertreter württembergischer Grafen. Das Heilbronner Patriziat des 13. und 14. Jahrhunderts bestand aus mehreren Heilbronnern Geschlechtern, darunter die Erer, Feurer, Gebwin, Laemmlin, Liupold, Gerhard, Lutwin und Wigmar. 1314 wurde erstmalig ein magister civium (Bürgermeister) erwähnt. 1332 gab es zwei magister.

Kaiser Karl IV. zog im Jahre 1371 die Verfügungsgewalt über den Heilbronner Rat wieder unmittelbar an sich, die Stadt wurde zur Reichsstadt. Zu dieser Zeit hatte sich eine reiche Gruppe von Kaufleuten und Handwerkern gebildet, die auch politische Funktionen übernehmen wollten. Die Patrizier lehnten dies zwar ab, doch in seiner paritätischen Verfassung erteilte Karl IV. sowohl den Heilbronner Bürgern (Patriziat) als auch der Heilbronner Gemeind (nichtpatrizische Geldhändler, Kaufleute und Handwerker) gleichberechtigte politische Funktionen. Der Rat der Stadt bildete sich aus 13 Bürgern sowie 13 Vertretern der Gemeind. Diese 26 Männer wählten aus ihrer Mitte (paritätisch) zwei Bürgermeister, die gemeinsam amtierten. Die Mitglieder des Stadtrats bestimmten selbst ihre Nachfolger und wählten sich gegenseitig alle zwei Jahre wieder.

Die Zünfte wurden durch die Verfassung von 1371 aufgelöst und verboten. Danach gab es in Heilbronn lediglich lockere „Handwerks-Gesellschaften“, „Kerzen“ und „Bruderschaften“. Der Rat hat die Handwerks-Ordnungen mehrfach nach eigenem Gutdünken abgeändert oder einfach aufgehoben.

Karl V. veranlasste fünf Jahre nach dem Sieg über den Schmalkaldischen Bund die aristokratische Karolingische Ordnung von 1552, die dem inneren Rat (der Patrizier) alle Macht gab, während der äußere Rat (die Gemeinde) keine politische Funktion hatte. Der innere oder kleine Rat wurde nach dem kaiserlichen Rat Dr. Heinrich Hass, der im Auftrag Karls V. 1552 den bisherigen Rat entließ und die neuen Räte einsetzte, auch Hasenrat genannt. Er war Träger der städtischen Regierung und ergänzte sich selbst. Ihm gehörten 15 Senatoren auf Lebenszeit an, die nach ihrem Dienstalter allmählich zum Steuerherrn und schließlich zum Amt des Bürgermeisters aufrückten. Die jeweils drei Bürgermeister wechselten sich im viermonatigen Turnus in Vorsitz und Führung ab. Die Aufnahme von geschwägerten Personen nichtpatrizischer Herkunft in den Rat der Patrizier wurde durch Kaiser Ferdinand III. später genauestens geregelt.

Die Regierungsweise des Rates wird als „patriarchalisches Regiment im Sinne eines aufgeklärten Despotismus“ bezeichnet. Die Ratsmitglieder wählten sich praktisch jährlich selbst und bestimmten, wer beim Ausscheiden eines Senatoren in ihren Kreis nachrückte. Der Aufstieg in einen höheren Posten wurde zumeist durch Wahl zwischen den beiden Rangältesten entschieden, sofern diese nicht z. B. aufgrund hohen Alters verzichteten. Verstöße aus dem Rat waren überaus selten, unvermögende oder untätige Ratsmitglieder wurden oftmals über lange Zeit erduldet. Die Bürger hatten praktisch kein Mitbestimmungsrecht.

Im 18. Jahrhundert besaßen die meisten Ratsmitglieder akademische Bildung. Der letzte Handwerker im Rat war der 1709 zum Senator gewählte Küfermeister Johann Peter Lang. In den letzten reichsstädtischen Jahrzehnten wurden auch Kaufleute im Rat selten, der letzte Kaufmann im Rat war der 1792 verstorbene Hofkammerrat Johann Adam Lang.

Interessant sind die Gehälter der Ratsherren nach der 1768 vom Kaiser bestätigten Neuordnung, die die Bedeutung der Ämter ermessen lässt. Senatoren erhielten 300 fl., der Syndicus 400 fl., der vierte Steuerherr 553 fl., der zweite und dritte Steuerherr 583 fl., der erste Steuerherr (Steuerdirektor) 603 fl. und die drei Bürgermeister 604, 605 und 606 fl. – diese Gehälter, speziell die der Senatoren, werden außerdem alle als vergleichsweise niedrig bezeichnet.

Neben dem Rat bestand noch das 13-köpfige Stadtgericht, das aus dem Präsidenten, dem Anwalt und elf Richtern bestand. Im 18. Jahrhundert waren auch die Richter zumeist akademisch gebildet und stiegen später häufig zu Steuerherren auf.

Für eine Übersicht der Bürgermeister in reichsstädtischer Zeit siehe die Liste der Bürgermeister von Heilbronn.

Zum Seitenanfang



Kreissparkasse Heilbronn

Das achtgeschossige, im Gebäudekomplex der KSK Heilbronn aufgegangene frühere Landratsamtsgebäude

Die Kreissparkasse Heilbronn ist eine öffentlich-rechtliche Sparkasse mit Sitz in Heilbronn in Baden-Württemberg.

Die Kreissparkasse Heilbronn ist eine Anstalt des öffentlichen Rechts. Rechtsgrundlagen sind das Sparkassengesetz für Baden-Württemberg und die durch den Verwaltungsrat der Sparkasse erlassene Satzung. Organe der Sparkasse sind der Vorstand, der Verwaltungsrat und der Kreditausschuss.

Die Kreissparkasse Heilbronn geht auf die am 4. Juli 1856 gegründete Oberamtssparkasse zurück, die von 1871 bis 1887 ihr Kassenlokal im ehemaligen Post- und städtischen Kanzleigebäude am Hafenmarkt in der Heilbronner Sülmerstraße hatte. 1882 erfolgte die Gründung eines Pfennig-Sparvereins „zur Erfassung der kleinsten Beträge“. 1887 zog die Oberamtssparkasse ins erste eigene Gebäude in der Klarastraße 15. Im Jahr 1906 ging die Verwaltung der Oberamtssparkasse auf den Bezirksrat über. 1912 wurden die ersten Nebenzweigstellen als Oberamstssparpflegen eröffnet. 1917 erhielt die Sparkasse Heilbronn die Ermächtigung zur Verwahrung und Verwaltung von Wertpapieren jeder Art sowie die passive Scheckfähigkeit. Nach der Inflation 1923 entwickelte sich die Kasse zur größten Oberamtssparkasse in Württemberg, die 1927 ihre Geschäftsräume ins Hochparterre des neuen, aus Stahlbeton errichteten Kreisverbandshauses in der Klarastraße 23 verlegte.

Durch ein neues Sparkassengesetz wurden die Sparkassen 1932 mit einer neuen Satzung zu Anstalten des öffentlichen Rechts mit eigener Rechtspersönlichkeit.

Die neue Kreisordnung von 1934, welche die Amtskörperschaften in „Kreisverbände“ umbenannte, brachte auch die neue Bezeichnung „Kreissparkasse Heilbronn, öffentliche Sparkasse der Stadt und des Landkreises Heilbronn“. Die bis dahin selbstständigen Sparkassen in Brackenheim und Neckarsulm und die Zweigstellen in Lauffen, Neuenstadt, Bad Friedrichshall und Möckmühl wurden 1938 als Hauptzweigstellen der Heilbronner Kreissparkasse angegliedert. Im selben Jahr erwarb die Sparkasse das Anwesen „Adlerkeller“ in der benachbarten Klarastraße 30 und verlegte einige Abteilungen dorthin. 1939 mietet die Sparkasse außerdem den Parterrestock des Gebäudes Klarastraße 20 (ehemaliges Reichsbankgebäude) an.

Beim Luftangriff auf Heilbronn am 4. Dezember 1944 wurde das eigene Haus der Kreissparkasse total zerstört, das Kreisverbandshaus und das angemietete Haus der Kreissparkasse brannten bis auf die Grundmauern nieder. Auch die Gebäude der Hauptzweigstellen in Weinsberg, in Neuenstadt und das Rathaus in Böckingen fielen dem Bombenkrieg zum Opfer.

Der Kassenbetrieb konnte provisorisch aufrecht erhalten werden. Im Juni 1945 nahm die Sparkasse eine behelfsmäßige Buchhaltung in der Bismarckstr. 67 auf. Im Mai 1947 nahm die Sparkasse wieder den vollen Bankbetrieb im wiederhergestellten Kreisverbandsgebäude an der Klarastraße auf.

Im Jahr 1958 wurde der heute noch als Hauptstelle genutzte Neubau beim Wollhauszentrum bezogen, der 1978 um einen Mittelbau erweitert wurde. In diesem Gebäudekomplex ist das ehemalige Landratsamtsgebäude an der Urbanstraße (früher Klarastraße) aufgegangen, das früher nach dem bis 1989 amtierenden Landrat Otto Widmaier auch Langer Otto genannt wurde. Es ist ein achtgeschossiges Hochhaus, das nach Entwürfen des Architekten Rolf Winter aus Heilbronn ab 1968 erbaut und am 1. Oktober 1971 eingeweiht wurde. In der Hauptstelle wurden 1983 die ersten beiden Geldautomaten des Instituts aufgestellt. 1990/1991 wurde der Mittelbau der Hauptstelle aufgestockt und mit der markanten Glaspyramide versehen. Nach einem vorangegangenen engeren Künstlerwettbewerb wurde 1996 vor der Hauptstelle die überlebensgroße bemalte Bronzeskulptur Frau, sich die Maske abnehmend des Künstlers Joachim Schmettau aufgestellt.

2002 erfolgte die Fusion mit der Bezirkssparkasse Eppingen. Die Hauptstelle wurde 2004 durch einen abermaligen Erweiterungsbau an der Ecke Wollhaus-/Uhlandstraße erweitert. Im Jahr des 150-jährigen Jubiläums des Instituts, 2006, wurde die neue Kundenhalle eröffnet.

Zum Seitenanfang



Source : Wikipedia