Hannover 96

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Geschrieben von goldorak 13/03/2009 @ 12:13

Tags : hannover 96, 1. bundesliga, fussball, sport

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Hannover 96

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Der Hannoversche Sportverein (HSV) von 1896 e. V. ist ein Sportverein in Hannover. Sein Sportangebot umfasst die Sparten Fußball, Leichtathletik, Gymnastik, Badminton, Tennis, Tischtennis, Billard und Triathlon. Der Verein hat derzeit ca. 10.000 Mitglieder: Etwa 2.200 sind aktive oder passive Mitglieder der einzelnen Sportarten, die übrigen Mitglieder wurden in den vergangenen Jahren aus der Fanszene der Profifußballmannschaft durch eine neu geschaffene Fördermitgliedschaft angeworben.

Obwohl Hannover 96 die Vereinsfarben schwarz-weiß-grün hat, werden die Spieler der Fußballmannschaften von den Fans auf Grund der traditionell roten Heimtrikots „Die Roten“ genannt. Hintergrund ist, dass in den Anfangsjahren des Fußballsports in Hannover das Stadtamt für Leibesübungen die Trikotfarben vergab und Hannover 96 die roten Leibchen zuteilte.

Die Profifußballmannschaft ist seit Ende der 1990er Jahre als Kommanditgesellschaft auf Aktien aus dem Hauptverein ausgegliedert. Der Verein kontrolliert die KGaA. Die Vereinshymne ist 96 – Alte Liebe.

Heimatstadion des Fußballteams ist die AWD-Arena (ehemals Niedersachsenstadion), die nach einem Umbau am 23. Januar 2005 offiziell eingeweiht wurde. Die Amateur-Fußballer von Hannover 96 tragen ihre Heimspiele im vereinseigenen Eilenriedestadion aus.

Die Profifußballmannschaft von Hannover 96 spielte mit Ausnahme der Saison 1996/97 und 1997/98 immer in der jeweils höchsten oder zweithöchsten Spielklasse in Deutschland und wurde zweimal Deutscher Meister: 1938 und 1954. Insgesamt dreimal wurde Hannover Deutscher Amateurmeister: 1960, 1964 und 1965. 1992 gewannen die 96er als erster echter Zweitligist den DFB-Pokal. International war Hannover 96 letztmalig in der Saison 1992/93, ebenfalls als Zweitligist, im Europapokal der Pokalsieger vertreten. Insgesamt war Hannover 96 bisher in acht Saisons im Europapokalwettbewerb vertreten und absolvierte 23 Spiele.

Seit 2002 spielt Hannover 96 durchgängig in der Fußball-Bundesliga.

Am 12. April 1896 wurde Hannover 96 als Hannoverscher Fussball-Club von 1896 gegründet. Trotz der Namensgebung des Vereins wurde zunächst Rugby gespielt, ehe der Verein sich 1901 dem in Deutschland populärer werdenden modernen Fußballspiel widmete. 1913 fusionierte der Hannoversche FC von 1896 mit dem BV Hannovera 1898, der 1905 durch die Fusion des FV Hannovera 1898 Hannover und des 1902 vom HFC 1896 abgespaltenen BV Hannover entstand, zum Hannoverschen Sportverein von 1896. 1902 hatten sich dem HFC 1896 bereits die Kicker von FV Germania 1902 Hannover angeschlossen. Von Anbeginn bis weit in die 50er Jahre des 20. Jahrhunderts trug der Verein seine Spiele auf der hannoverschen Radrennbahn aus.

1932 wurde mit Robert Fuchs erstmals ein hauptberuflicher Trainer für die Fußballspieler bei Hannover 96 beschäftigt. Robert Fuchs war insgesamt 16 Jahre (allerdings mit Unterbrechung) als Trainer bei 96 angestellt. Im August 1935 wurden mit Edmund Malecki und Fritz Deike erstmals zwei Spieler von Hannover 96 in die Nationalmannschaft berufen.

In der Saison 1937/1938 wurde Hannover 96 zum ersten Mal Deutscher Meister im Fußball. Die Mannschaft erreichte das Endspiel durch ein 3:2 nach Verlängerung im Halbfinale in Dresden gegen den Hamburger SV. Das Finale wurde am 26. Juni 1938 in Berlin ausgetragen. Gegner war die in den 1930er Jahren dominierende Mannschaft des FC Schalke 04, die als hoher Favorit galt. Vor mehr als 90.000 Zuschauern lautete das Ergebnis 3:3 nach Verlängerung. In der Wiederholung des Endspiels, am 3. Juli 1938 erneut in Berlin vor diesmal über 94.000 Zuschauern ausgetragen, stand es nach der regulären Spielzeit erneut 3:3. Hannover 96 gelang in der Verlängerung der Siegtreffer zum 4:3 n.V. und damit eine kaum für möglich gehaltene Sensation: Hannover 96 war deutscher Fußballmeister 1938.

Folgende Spieler bestritten sowohl das erste Finale als auch das Wiederholungsspiel für die Roten: Ludwig Pritzer – Helmut Sievert, Willi Petzold – Johannes Jakobs, Ernst Deike, Ludwig Männer – Edmund Malecki, Ludwig Pöhler, Erich Meng, Peter Lay – Richard Meng. Auch Schalke 04 spielte beide Spiele in unveränderter Besetzung.

Nach den Wirren des Zweiten Weltkrieges wurde Hannover 96 im Jahr 1945 wie alle Vereine in Deutschland aufgelöst. 1946 erfolgte die Wiedergründung des Vereins. 1947 erreichte 96 am grünen Tisch die Aufnahme in die als höchste Spielklasse neu gegründete Fußball-Oberliga. Gleich in der ersten Saison in der Oberliga-Nord musste die Mannschaft zunächst absteigen und begann damit 1949 erstmals in der Fußball-Zweitklassigkeit. Nachdem Holstein Kiel jedoch nachträglich aus der Oberliga ausgeschlossen wurde und Hannover 96 einen garantierten Startplatz in der Oberliga für die Saison 1949/1950 zugesprochen bekam, meldete der Verein die Mannschaft vom laufenden Spielbetrieb ab und bestritt den Rest der Saison ausschließlich mit Freundschaftsspielen.

Ab 1949/50 war Hannover 96 wieder dauerhaft in der höchsten Spielklasse vertreten. 1952 wurde Helmut Kronsbein als neuer Trainer verpflichtet. 1953/54 gelang ihm mit einer namenlosen Elf, in der kein einziger Nationalspieler der späteren Weltmeistermannschaft aus Deutschland stand, nach einem Startrekord mit 22:0 Punkten in der Oberliga Nord der Gewinn der Norddeutschen Meisterschaft und der Einzug in die Endrunde um die deutsche Meisterschaft. 96 schaffte in der Endrunde gegen den Berliner SV 92 und den VfB Stuttgart den Einzug ins Endspiel gegen den 1. FC Kaiserslautern. Das Finale wurde im Hamburger Volksparkstadion vor 80.000 Zuschauern ausgetragen. Kaiserslautern war klarer Favorit, da die Mannschaft viele Nationalspieler aufwies, die später in Bern zudem noch überraschend Fußball-Weltmeister 1954 werden sollten. In Hamburg gab es am 23. Mai 1954 ebenfalls ein Wunder – der Außenseiter Hannover 96 besiegte Kaiserslautern nach einem 1:1 zur Halbzeit mit 5:1 und wurde zum zweiten Mal deutscher Fußballmeister.

Die Aufstellung der Roten im Finale lautete: Hans Krämer – Helmut Geruschke, Hannes Kirk – Werner Müller, Heinz Bothe, Rolf Gehrcke – Heinz Wewetzer, Rolf Paetz, Hannes Tkotz, Clemens Zielinski, Helmut Kruhl. Gehrcke vertrat den verletzten Willi Hundertmark, der sonst in der Mannschaft gestanden hätte.

In der folgenden Saison belegte 96 Platz 5 in der Oberliga-Nord. 1956 schaffte die Mannschaft es erneut in die Endrunde zur deutschen Meisterschaft, schied jedoch gegen Kaiserslautern, Schalke 04 und den Karlsruher SC aus. Es sollte die letzte Teilnahme an einer Endrunde zur Deutschen Meisterschaft gewesen sein. Spitzenspiele trug der Verein oft nicht in der heimischen Radrennbahn, sondern im Eilenriedestadion aus. Der zunehmende Wechsel zwischen beiden Spielstätten hatte mit dem Abriss der Radrennbahn 1959 ein Ende, wobei mit Gründung der Bundesliga dann dauerhaft das Niedersachsenstadion bezogen wurde.

1963 wurde Hannovers Antrag auf Eingliederung in die neu gegründete erste Fußball-Bundesliga abgelehnt. Neben der direkten, sportlichen Qualifikation galten die sportlichen Leistungen der vergangenen Jahre sowie die wirtschaftliche Situation des Vereins als Kriterien für die Teilnahme an der Bundesliga. Hierbei zog Hannover 96, wenn auch knapp und in der formalen Wertung äußerst umstritten, den Kürzeren gegenüber Eintracht Braunschweig. Diese „Niederlage“ am grünen Tisch gegen den niedersächsischen Nachbarn aus Braunschweig wurde zum Anstoß einer bis heute bestehenden Feindschaft zwischen den Fans dieser beiden Vereine.

Hannover 96 qualifizierte sich anschließend in der Saison 1963/1964 auf Anhieb durch sportlichen Erfolg für den Aufstieg in die Fußball-Bundesliga und spielte dort die nächsten zehn Jahre. Als Trainer war 1963 erneut Helmut Kronsbein verpflichtet worden und 1966 wieder entlassen. Zu den Leistungsträgern der Mannschaft von Hannover 96 in den 1960er Jahren zählte Torhüter Horst Podlasly, der in dieser Zeit 187 Bundesligaspiele für die Roten absolvierte.

1974 stieg 96 erstmalig in die 2. Bundesliga ab. Wieder wurde Kronsbein geholt, 1975 stieg 96 wieder in die 1. Liga auf, ehe nach dem erneuten Abstieg 1976 einige Jahre in der Zweitklassigkeit folgten. Kronsbein war Anfang 1976 wieder entlassen und ein Jahr später zum vierten Mal bis 1978 eingestellt worden. In den Folgejahren verfehlte die Mannschaft meist knapp oder in etwas größerem Abstand die Aufstiegsränge zur Bundesliga. Unter den Trainern dieser Zeit blieb Diethelm Ferner (1979-82) am ehesten in Erinnerung. Bekanntester Fußballer dieser Zeit war Dieter Schatzschneider, der erfolgreichste Zweitliga-Torschütze aller Zeiten. Daneben konnten Torwart Jürgen Rynio und Mittelfeldspieler Bernd Dierßen einige identitätsstiftende Glanzlichter dieser eher tristen Episode setzen.

Erst unter Trainer Werner Biskup gelang in der Saison 1984/85 der Wiederaufstieg in die erste Liga mit einer jungen Mannschaft. Die Ernüchterung folgte mit dem letzten Tabellenplatz in der Bundesliga in der Folgesaison. 1986/87 hieß das Ziel folglich erneut Wiederaufstieg in die Bundesliga – und die Mannschaft startete unter Trainer Jürgen Wähling furios. Nach drei Siegen zum Saisonauftakt kamen sogar zum Zweitliga-Heimspiel gegen den SSV Ulm 1846 40.000 Zuschauer – außergewöhnlich viel für die von Zuschauerschwund geplagten 80er Jahre. In Hannover grassierte das Fußballfieber. Die Roten schafften den Aufstieg und in der darauffolgenden Saison 1987/88 als Tabellenzehnter souverän den Klassenerhalt. Sie schlugen in der Rückrunde sogar Bayern München und trugen damit wesentlich zur Meisterschaft des Nachbarn Werder Bremen bei. In der Folgesaison musste Hannover 96 jedoch erneut absteigen. In Erinnerung blieb vor allem das 2:2 am 30. Spieltag gegen den 1. FC Köln, der vor dem Spiel nur einen Punkt hinter Bayern München auf Platz 2 der Tabelle lag; eine Woche später wurde der FC Bayern München durch ein 3:1 in Köln vorzeitig Deutscher Meister.

Einer der beständigsten 96-Spieler der 80er Jahre und aller Zeiten war Karsten Surmann, der von 1980 bis 1992 bei 96 im Mittelfeld spielte und über mehrere Jahre Mannschaftskapitän war.

Von 1989 bis 1996 gehörte Hannover 96 der zweiten Liga an. 1992 gelang es dem Verein unter Trainer Michael Lorkowski als erstem Zweitligisten, den DFB-Pokal zu gewinnen. Die Mannschaft, die in dieser Saison in der Staffel Nord der zweiten Bundesliga nur im oberen Mittelfeld spielte, besiegte mit dem VfL Bochum, Borussia Dortmund, dem Karlsruher SC, Werder Bremen sowie im Finale Borussia Mönchengladbach dabei gleich fünf Bundesligisten. Torwart Jörg Sievers avancierte zum Pokal-Helden, indem er sowohl im Halbfinale gegen Bremen (7:6 n.E.) als auch im Finale (4:3 n.E.) mehrere Elfmeter parieren konnte. Im Halbfinale hatte er den entscheidenden Elfmeter für Hannover zudem selbst sicher verwandelt.

Die Spieler, die das DFB-Pokal-Finale für Hannover gewannen, waren: Jörg Sievers – Roman Wojcicki, Jörg-Uwe Klütz, Axel Sundermann – Michael Schjönberg, Oliver Freund, Jörg Kretzschmar, Karsten Surmann, Bernd Heemsoth (119. Mathias Kuhlmey) – Milos Djelmas, Michael Koch (68. Uwe Jursch).

Nach dem Gewinn des DFB-Pokals durfte Hannover 96 1992/93 als Zweitligist im Europapokal der Pokalsieger starten. Als eine der größten Ironien der Vereinsgeschichte gilt das Los in der ersten Runde des Wettbewerbs: Statt einer internationalen Mannschaft wurde ausgerechnet der Europacup-Sieger des Vorjahres, Werder Bremen, zugelost – in einem Wettbewerb, in dem abgesehen vom Titelverteidiger nur eine Mannschaft pro Land startete. Nach einem 1:3 in Bremen reichte es im Rückspiel in Hannover nur zu einem 2:1-Sieg, so dass die Mannschaft den Einzug in die zweite Runde verpasste.

In der zweiten Liga spielte Hannover 96 bis Mitte der 1990er insgesamt nur mäßig erfolgreich. 1996 spielte die Mannschaft eine so schlechte Rückrunde, dass der Absturz in die Regionalliga die Folge war.

Dem Abstieg in die Regionalliga folgte ein personeller Aderlass, doch der Neuaufbau gelang: 1997 wurde Hannover 96 mit einer jungen Mannschaft überlegen Regionalligameister, scheiterte jedoch in der Relegation an Energie Cottbus. Im Verlauf der zweiten Regionalligasaison 1997/98 kam es zu einer offenen Rebellion gegen die „Kahlschlagpolitik“ des Vereinspräsidenten Utz Claassen, an dem sich auch die Mannschaft und verschiedene Mitarbeiter und andere Funktionsträger des Vereins beteiligten. Die Mannschaft rief unter anderem den damaligen niedersächsischen Ministerpräsidenten Gerhard Schröder zu Hilfe, um den Verein vor seinem eigenen Präsidenten zu schützen. Im weiteren Verlauf der Turbulenzen kam es zu Masseneintritten aus der Fanszene mit dem einzigen Zweck, Claassen auf einer außerordentlichen Mitgliederversammlung abzuwählen. Claassen versuchte erfolglos, die neuen Mitglieder für nicht stimmberechtigt zu erklären und wich einer Abstimmung anschließend durch plötzlichen Rücktritt aus. Zu Claassens Nachfolger wurde der Hörgeräte-Unternehmer Martin Kind gewählt, der die Strukturen des Vereins grundlegend professionalisierte und viel eigenes Geld investierte.

1998 stieg 96 als erneuter Regionalligameister unter Trainer Reinhold Fanz wieder in die zweite Liga auf, die Rückkehr in den Profifußball war geschafft. Zahlreiche junge Spieler, die knapp 10 Jahre später in der Bundesliga und der deutschen Nationalmannschaft spielen (Gerald Asamoah, Fabian Ernst, Sebastian Kehl, Otto Addo u. a.), waren beteiligt. Der heutige Trainer Dieter Hecking gehörte ebenso zur Aufstiegsmannschaft. Langjährig treue Spieler und Idole der 90er Jahre waren vor allem Torwart Jörg Sievers und Abwehrspieler Carsten Linke. Sievers ist heute Torwarttrainer des Vereins.

Der direkte Durchmarsch in die Bundesliga wurde 1999 mit dem 4. Platz knapp verfehlt. Auch in der Saison 2000 (Platz 10) und 2001 (Platz 9) hatte 96 lange Kontakt zu den Aufstiegsrängen, fiel aber jeweils im Verlauf der Rückserie zurück.

Nach mehreren Trainerwechseln (Reinhold Fanz – Franz Gerber – Branko Ivanković – Horst Ehrmantraut) übernahm Ralf Rangnick den Verein am 1. Juli 2001 und führte ihn in der Saison 2001/02 unmittelbar in die Bundesliga. Rangnick erfreute sich bereits nach kurzer Zeit großer Beliebtheit bei den Fans, da er die Mannschaft erfrischenden Offensivfußball spielen ließ. Die Mannschaft spielte nicht nur ansehnlich, sondern auch erfolgreich, so dass der Aufstieg verhältnismäßig früh feststand.

Die erste Bundesligasaison der 96er nach 13 Jahren Abstinenz war durch eine weiter offensive, aber nur noch bedingt erfolgreiche Spielweise geprägt. Typische Rangnick-Ergebnisse waren torreich auf beiden Seiten – ein Umstand, der teilweise auf die fehlende Bundesliga-Erfahrung der Spieler zurückgeführt werden musste. Der Klassenerhalt wurde am vorletzten Spieltag durch ein spätes Tor von Jiri Stajner gesichert und Hannover beendete die Saison als Elfter.

In der Folgesaison wurde Rangnick im März 2004 entlassen. Als Nachfolger wurde Ewald Lienen verpflichtet. Lienen führte Hannover 96 in der Schlussphase der Saison 2003/04 von einem Abstiegsplatz zum Klassenerhalt. Im Unterschied zum offensiven Stil seines Vorgängers legte Lienen verstärkt Wert auf Sicherheit in der Defensive. Dieses System war nicht immer attraktiv, aber erfolgreich: In der Saison 2004/05 hatte Hannover 96 erstmals seit dem Wiederaufstieg nichts mit dem Abstiegskampf zu tun und scheiterte knapp an einem UI-Cup-Platz. Mit den wenigsten gelben und roten Karten erreichte Hannover 96 in der inoffiziellen Fairnesswertung in der Saison 2004/05 den ersten Platz. Aufgrund zusätzlicher Kriterien in den UEFA-Regularien wurde jedoch dem 1. FSV Mainz 05 ein Platz in der Qualifikation zum UEFA-Cup zugesprochen.

Präsident Martin Kind gab sein Amt 2005 überraschend ab. In der Folge gab es Unklarheiten über Neuverteilung der Kompetenzen zwischen Präsident Götz von Fromberg, Geschäftsführer Karl-Heinz Vehling und Manager Ilja Kaenzig sowie den Vereinsgremien – zuvor war quasi alles über Martin Kind gelaufen. Im November 2005 wurde Ewald Lienen entlassen, weil er den gestiegenen Ansprüchen der Vereinsführung nicht gerecht werden konnte. Er wurde durch Peter Neururer ersetzt. Neururer führte die Mannschaft zwischenzeitig bis auf Platz 5, bevor 96 nach einer längeren Schwächephase in der Rückrunde aus den einstelligen Tabellenrängen herausfiel und schließlich am Ende der Saison nur auf Platz 12 landete. Hannover 96 hatte das Saisonziel einstelliger Tabellenplatz verfehlt, war aber in der zweiten Saison in Folge nicht im Abstiegskampf und zudem am Ende der Saison 2005/06 erstmals seit 1993 in der Tabelle wieder bestplatzierter Verein aus Niedersachsen vor dem VfL Wolfsburg.

Nach der WM 2006 gab es erneut Turbulenzen in der Vereinsführung von Hannover 96, deren Ergebnis die Rücktritte von Götz von Fromberg und Karl-Heinz Vehling waren. Martin Kind übernahm knapp ein Jahr nach seinem Rückzug wieder das Ruder und wurde erneut zum Präsidenten gewählt.

In die Saison 2006/07 startete Hannover 96 mit acht neuen Spielern, von denen sich zunächst allerdings nur zwei als Stammspieler etablieren konnten: der ungarische Mittelfeldspieler Szabolcs Huszti vom französischen Club FC Metz und der 28-jährige offensive Mittelfeldspieler Arnold Jan Bruggink vom SC Heerenveen. Der nach dem Wechsel von Per Mertesacker zu Werder Bremen im Gegenzug als Ersatz verpflichtete Frank Fahrenhorst spielte sich erst zu Beginn der Rückrunde durch gute Trainingsleistungen in die Stammelf.

Bereits nach drei Spieltagen und ohne Punktgewinn wurde Peter Neururer als Trainer am 30. August 2006 entlassen. Am 7. September wurde der Ex-96-Spieler Dieter Hecking als neuer Cheftrainer verpflichtet, nachdem sich Hannover 96 mit dem von Hecking bisher trainierten Verein, dem Ligakonkurrenten Alemannia Aachen, auf einen Wechsel einigen konnte. Hannover 96 ist Heckings vierte Station als Cheftrainer. Als Co-Trainer wurde Dirk Bremser verpflichtet, mit dem Hecking schon in Aachen und davor in Lübeck zusammen arbeitete.

Hecking führte die Mannschaft zunächst zu eher bescheidenen ersten Saisonerfolgen und 96 blieb bis zum 8. November in der Abstiegszone. An diesem Tag gewann 96 erstmals seit 1988 wieder in einem Punktspiel gegen den Rekordmeister FC Bayern München mit 1:0 – es war gleichzeitig der erste Auswärtssieg für Hannover in München. Dieser Sieg wirkte wie ein Befreiungsschlag, wenngleich bereits im nächsten Spiel gegen eine weitere Spitzenmannschaft (VfB Stuttgart) erneut eine verdiente Führung in der zweiten Halbzeit verspielt wurde (1:2 nach 1:0). Nach einigen Siegen im November, darunter dem ersten Heimsieg seit acht Monaten, war der Bann schließlich endgültig gebrochen und Hannover endlich auf dem Weg zu seiner eigentlichen Stärke. 96 beendete die Hinserie mit 20 Punkten auf Platz 11 als zweitbester Nordclub, vor dem VfL Wolfsburg und dem Hamburger SV.

Mitte November hatte sich Hannover 96 auch von Manager Ilja Kaenzig getrennt. Sein Nachfolger wurde zum 1. Januar 2007 Sportdirektor Christian Hochstätter, der zuletzt bei Borussia Mönchengladbach in gleicher Funktion tätig war. Am 31. Januar 2007 gewann die Mannschaft um Dieter Hecking mit 5:0 gegen Hertha BSC und schaffte damit den höchsten Sieg seit dem Wiederaufstieg 2002 und den zweithöchsten Sieg in der 1. Bundesliga überhaupt. Im Laufe der darauffolgenden Erfolgsserie erreichte der Verein vom 22. bis zum 28. Spieltag den UI-Cup-Rang bzw. Punktgleichheit. Ende März trennte sich Hannover 96 von seinem Sportmanager Carsten Linke, da sich sein Aufgabenfeld mit dem des Sportdirektors Christian Hochstätter überschnitt. Da es in der Saison zu sehr geringen Abständen zwischen oberem Mittelfeld und Abstiegszone kam, wurde nach drei Niederlagen am 27., 28. und 29. Spieltag kurzfristig von der Sicherung des Klassenerhalts gesprochen. Dieser war drei Spieltage vor Saisonschluss gesichert und Hannover seit dem vorletzten Spieltag wieder im Kampf um UEFA- und UI-Cup-Plätze. Das entscheidende Spiel am letzten Spieltag ging jedoch nach einem nicht anerkannten, regulären Führungstor verloren und 96 wurde im engen Mittelfeld bis auf Platz elf durchgereicht. Die dritte Saison in Folge ohne echten Abstiegskampf wurde vor dem Hintergrund des überaus unglücklichen Saisonstarts in Hannover überwiegend als Erfolg gewertet.

Die Planung des Kaders für die Saison 2007/08 begann Hannover 96 bereits frühzeitig: Neben den Vertragsverlängerungen der Leistungsträger Enke, Tarnat, Lala und Yankov wurden als Zugänge Sergio Pinto von Alemannia Aachen, Thomas Kleine von der SpVgg Greuther Fürth, Gaëtan Krebs von Racing Straßburg, Mike Hanke vom VfL Wolfsburg, Benjamin Lauth vom Hamburger SV und Christian Schulz von Werder Bremen verpflichtet. Mit Hanke wechselt dabei erstmals ein aktueller deutscher Nationalspieler nach Hannover. Dies war vor einigen Jahren, z. B. im Fall Brdaric, noch umgekehrt gewesen. Auch Fredi Bobic und Per Mertesacker, die über ihre Entwicklung bei Hannover 96 in die Nationalelf kamen, waren anschließend zu finanzstärkeren Vereinen gewechselt.

Die erste Halbserie der Bundesliga-Saison 2007/08 beendete Hannover 96 mit 27 Punkten auf einem in etwa den Erwartungen entsprechenden siebten Platz. Die Saison beendete Hannover 96 mit 49 Punkten auf Platz acht und erreichte damit die beste Platzierung in der Bundesliga seit 1965.

Zur Saison 2008/09 verstärkte sich Hannover 96 mit Mario Eggimann vom Karlsruher SC, Florian Fromlowitz vom 1. FC Kaiserslautern, Leon Balogun vom BFC Türkiyemspor 1978, Jan Schlaudraff vom FC Bayern München und Mikael Forssell von Birmingham City. Der Saisonbeginn verlief unbefriedigend: Nach drei Ligaspielen fand sich Hannover 96 mit 0:5 Toren und nur einem Punkt auf dem letzten Tabellenplatz wieder. In weiteren Verlauf der Hinrunde stand eine positive Heimbilanz mit 16 Punkten und Siegen gegen Bayern München und den Hamburger SV einer katastrophalen Auswärtsbilanz mit nur einem Punkt gegenüber. 96 steht zum Jahreswechsel auf dem 13. Tabellenplatz.

Zwischen 1969 und 2003 hatte kein Spieler von Hannover 96 mehr ein Länderspiel für die deutsche Nationalmannschaft bestritten. Nach dem Aufstieg 2002 konnte zunächst im Jahr 2003 der bei anderen Vereinen gescheiterte Fredi Bobic bei 96 ein spektakuläres Bundesliga-Comeback feiern und anschließend in die Nationalmannschaft zurückkehren. Gleiches gelang 2004 auch Thomas Brdaric, der ebenfalls über eine Leistungssteigerung als 96-Spieler wieder für Deutschland spielen durfte und an der EM 2004 teilnahm. Mit Per Mertesacker gelang einem Spieler aus der 96-Jugend der Durchmarsch in die Bundesligamannschaft und 2005 in die deutsche Nationalelf. Das Debut von Torwart Robert Enke in der DFB-Elf im März 2007 unter Joachim Löw gelang ihm nach drei starken Saisons bei Hannover 96 fast acht Jahre nach seiner ersten Nominierung für die Nationalmannschaft in 1999 unter Erich Ribbeck zum Confed Cup in Mexiko. Enke nahm als zweiter von drei Torwarten an der Europameisterschaft 2008 teil und gehört nach dem Rücktritt von Jens Lehmann zu den Anwärtern auf die Nr. 1 im DFB-Team.

96 – Alte Liebe ist die Vereinshymne von Hannover 96. Es wird vor und nach jedem Spiel von Hannover 96 von seinen Fans in der Kurve gesungen, ist allerdings neben dem Niedersachsenlied auch ein gerne gespieltes Lied in den Festzelten auf dem Frühlingsfest Hannover, dem Schützenfest Hannover oder dem Oktoberfest Hannover. Entstanden ist die Hymne 1998 für die Benefizaktion der Fußballamateurabteilung von Hannover 96 „Saniert das Eilenriedestadion“. Komponiert und getextet haben die Hymne Martin Hylla und Kai Hoffmann. „96 – Alte Liebe“ sollte ursprünglich „96 – alte Dame“ heißen, die Idee wurde jedoch in Hinblick auf andere „alte Damen“ und die traditionell als „alte Dame des Fußballs“ bekannte Mannschaft von Hertha BSC schnell verworfen. Im Jahr 2002 wurde „96 – Alte Liebe“ in einer Bearbeitung von Dete Kuhlmann neu aufgenommen und wird seitdem in dieser Version im Stadion gespielt.

Es besteht eine langjährige Fanfreundschaft mit dem Hamburger SV, diese wird aber nicht von der ganzen Fanszene getragen. Freundschaftliche Verbindungen bestehen weiterhin zu Teilen der Fanszene von Arminia Bielefeld.

Als Erzrivale seit der Gründung der Bundesliga gilt Eintracht Braunschweig. Eine Antipathie existiert außerdem gegenüber Energie Cottbus; sie geht auf einen Flutlichtausfall in der Aufstiegsrelegation zur Zweiten Bundesliga im Jahr 1998 zurück. Eine weitere Antipathie existiert noch gegenüber Werder Bremen.

Der VfL Wolfsburg wird von den meisten 96-Fans aufgrund der geringen Tradition und des kleinen und einseitig auf dem VW-Konzern aufbauenden Umfelds als nicht rivalitätsfähig angesehen und eher ignoriert.

Hannover 96 gehört im Badminton zu den Vereinen der ersten Stunde. 1958 gelang dem Verein mit dem Gewinn des Vizemeistertitels der größte Erfolg in dieser Sportart.

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Alemannia Aachen

Fußball mit dem Logo von Alemannia Aachen

Alemannia Aachen (offiziell: Aachener Turn- und Sportverein Alemannia 1900 e.V.) ist der größte Sportverein der Stadt Aachen. Die Profi-Fußballmannschaft spielt derzeit in der 2. Fußball-Bundesliga. Von der Saison 1967/68 bis 1969/70 sowie in der Spielzeit 2006/07 war sie erstklassig. Neben der Fußballabteilung betreibt er die Abteilungen Badminton, Leichtathletik, Tischtennis und Volleyball. Die Volleyball-Damen spielen in der Saison 2008/09 erstmals in der Bundesliga. Die 1. Badmintonmannschaft spielt in der Verbandsliga Süd II.

Der Verein wurde am 16. Dezember 1900 unter dem Namen Fußballklub Aachen von 18 Schülern des Kaiser-Wilhelm-Gymnasiums, der Oberrealschule und des Realgymnasiums, die auf dem Marienthaler Kasernenhof zusammen trainierten, gegründet. Da der Name 1.FC Aachen gerade durch einen kurz zuvor gegründeten und bald wieder aufgelösten Verein vorweggenommen wurde, gab man sich den Namen "Alemannia Aachen". Der Name Alemannia soll das Deutschtum im äußersten Westen betonen. Nach der Fusion mit dem Aachener TV 1847 am 17. September 1919 hieß der Verein Aachener TSV Alemannia 1847. Am 26. Januar 1924 trennten sich beide Clubs wieder und der Verein erhielt seinen Namen Aachener Turn- und Sportverein Alemannia 1900 e.V., den er bis heute trägt.

Am 14. August 2006 beschloss die Mitgliederversammlung rückwirkend zum 1. Januar 2006 die Ausgliederung der Lizenzspielerabteilung in die neu gegründete Alemannia Aachen GmbH. Der Verein hat etwa 10.000 Mitglieder.

In der Vorkriegszeit pendelten die Aachener stets zwischen der zweitklassigen Bezirksklasse und der erstklassigen Gauliga. 1930 wurde Reinhold Münzenberg der erste Alemanne, der das Trikot der Deutschen Fußballnationalmannschaft trug. Den ersten Erfolg feierte die Alemannia 1938, als der Verein als Aufsteiger die Meisterschaft der Gauliga Mittelrhein gewinnen konnte und so erstmals an der Endrunde um die Deutsche Meisterschaft teilnahm. Dort wurden die Aachener in einer Gruppe mit Hannover 96, dem 1. FC Nürnberg und dem FC Hanau 93 Tabellendritter und schieden aus. Nach diversen Protesten des SV Beuel 06 wurde den Aachenern die Gaumeisterschaft nachträglich aberkannt und der SV Beuel zum Meister erklärt.

Nach dem Krieg gelang Alemannia Aachen 1947 die Qualifikation für die neu gegründete Oberliga West. Die Aachener gehörten der Oberliga bis 1963 an und zählen damit zusammen mit Borussia Dortmund und dem FC Schalke 04 zu den drei durchgängig in der Oberliga West spielenden Vereine. Allerdings gelang Aachen in dieser Zeit nie die Qualifikation für die Endrunde der Deutschen Meisterschaft. Jedoch erreichte die Alemannia 1953 zum ersten Mal das DFB-Pokalfinale, in dem sie am 1. Mai 1953 im Düsseldorfer Rheinstadion Rot-Weiss Essen mit 1:2 (0:2) unterlagen.

Bei der Gründung der Bundesliga im Jahre 1963 wurde der Alemannia die Aufnahme verwehrt, wogegen der Verein beim DFB protestierte und sogar ein ordentliches Gericht anrief, da wichtige Funktionäre zugesagt hatten, eine Aufstockung auf 18 Vereine zu beantragen und der Alemannia so noch die Teilnahme zu ermöglichen, in der entscheidenden Sitzung jedoch gegen die Aufstockung stimmten. Der Präsident der damaligen Bundesliga-Gründungskommission war Franz Kremer, gleichzeitig auch Präsident des 1. FC Köln. Insofern kann eine Voreingenommenheit des Präsidenten und das Ziel, mögliche Konkurrenten (wie Alemannia) klein zu halten, nicht ausgeschlossen werden. Alle Proteste blieben jedoch ohne Erfolg, und so spielte die Alemannia fortan in der zweitklassigen Regionalliga West. 1964 wurden die Aachener Meister der Regionalliga, im Jahr darauf hinter Borussia Mönchengladbach immerhin Vize und nahmen jeweils an der Aufstiegsrunde zur Bundesliga teil, jedoch konnten sie sich beide Male nicht gegen die Konkurrenz durchsetzen. 1964 mussten sie Hannover 96 den Vortritt lassen, 1965 gewann der FC Bayern München die Aufstiegsgruppe, sodass die Alemannia weiterhin zweitklassig blieb. Dafür gelang Aachen 1965 zum zweiten Mal der Einzug in das Finale des DFB-Pokals. Nach einem 4:3 nach Verlängerung im Halbfinale gegen den FC Schalke 04 stand die Alemannia im Finale gegen Borussia Dortmund. In Hannover unterlag sie mit 0:2 gegen die Westfalen.

1967 wurden die Aachener erneut Tabellenerster der Regionalliga. Im dritten Anlauf gelang dem Verein endlich der ersehnte Aufstieg in die Bundesliga. In einer Gruppe mit Kickers Offenbach, dem 1. FC Saarbrücken, SC Göttingen 05 und Tennis Borussia Berlin gewannen die Aachener sechs ihrer acht Spiele und schafften so den Einzug ins Oberhaus. Maßgeblich am Aufstieg beteiligt war Hans-Jürgen Ferdinand, der in der Aufstiegsrunde acht Treffer erzielte. In der ersten Bundesligasaison 1967/68 erreichten die Aachener einen achtbaren 11. Tabellenplatz. In der folgenden Saison spielte die Alemannia fulminant auf und wurde am Ende Vize-Meister, 8 Punkte hinter dem FC Bayern München. Die Ernüchterung folgte jedoch bereits in der folgenden Spielsaison. Mit 83 Gegentoren und nur einem einzigen Auswärtspunkt stiegen die Aachener als Tabellenletzter ab.

In den folgenden Jahren spielte Alemannia Aachen im Mittelfeld der Regionalliga West und schaffte die Qualifikation zur neu gegründeten 2. Bundesliga nur knapp. 16 Jahre lang spielte der Verein in der 2. Bundesliga, die oft angepeilte Rückkehr in die Bundesliga gelang Aachen jedoch nie.

1990 stieg der mittlerweile hoch verschuldete Verein in die Oberliga ab und spielte somit erstmals in seiner Vereinsgeschichte drittklassig. Den Wiederaufstieg verpassten die Aachener in der Folgezeit mehrmals denkbar knapp und so spielten sie ab 1994 in der neu gegründeten Regionalliga. Dort kam Aachen zunächst nicht über Mittelfeldränge hinaus, bis 1999 endlich die lang ersehnte Rückkehr in die 2. Bundesliga gelang. Dieser Wiederaufstieg war jedoch auch eng mit einem tragischen Schicksalsschlag verbunden. Wenige Tage vor dem entscheidenden Aufstiegsspiel gegen die SpVgg Erkenschwick brach während eines Waldlaufs mit seiner Mannschaft Erfolgstrainer Werner Fuchs zusammen und verstarb im Alter von nur 50 Jahren an einem Herzinfarkt.

Von 1999 bis 2006 spielte die Alemannia in der 2. Bundesliga. Zwischen 2003 und 2005 belegte sie dreimal in Folge den 6. Tabellenplatz und war 2004 der Rückkehr in die 1. Bundesliga so nahe wie seit dem ersten Bundesligaaufstieg 1967 nicht mehr. Erstmals stand die Alemannia noch vor dem letzten Spieltag auf einem Aufstiegsplatz, verlor jedoch beim Karlsruher SC. Einen großen Erfolg feierten die Alemannen dennoch in der Saison 2003/04, als sie zum dritten Mal in der Vereinsgeschichte das Finale des DFB-Pokals erreichten. Nachdem die Aachener unter anderem die Erstligisten TSV 1860 München, FC Bayern München und Borussia Mönchengladbach ausschalten konnten, unterlagen sie im Endspiel gegen Werder Bremen mit 2:3. Da die Bremer als Deutscher Meister für die Champions League qualifiziert waren, war Alemannia Aachen erstmals für den UEFA-Pokal qualifiziert.

Nachdem die Aachener in der ersten Runde den isländischen Vertreter FH Hafnarfjörður ausschalteten, gelang ihnen unter anderem durch Siege gegen OSC Lille und AEK Athen in der neu geschaffenen Gruppenphase sogar die Qualifikation für die Runde der letzten 32. Nach einem 0:0 im Hinspiel gegen den niederländischen Vertreter AZ Alkmaar verlor Aachen das Rückspiel nach Führung knapp mit 1:2 und schied aus.

Durch den Finaleinzug im DFB-Pokal und die Einnahmen aus dem Europacup konnten sich die Aachener jedoch wirtschaftlich vollständig sanieren.

In der Saison 2005/06 gelang schließlich nach 36 Jahren der Wiederaufstieg in die 1. Bundesliga.

Alemannia Aachen beendete die Saison 2006/07 mit 34 Punkten auf dem 17. Tabellenplatz und stieg in die zweite Bundesliga ab.

Das Stadion der Alemannia heißt Tivoli. Es wurde 1925-28 gebaut und mehrmals umgebaut. Es bietet Platz für 21.300 Zuschauer (davon 3.700 auf Sitzplätzen). Aus Sicherheitsgründen sind jedoch zu besonderen Spielen (Risikospiele) seitens des DFB/ der DFL nur 20.800 Zuschauer zugelassen.

Aufgrund der viel zu geringen Kapazität an Sitzplätzen, die in europäischen Wettbewerben zwingend von der UEFA vorgeschrieben sind, wurden alle Heimspiele im UEFA-Cup 2004 in das RheinEnergieStadion in Köln verlegt, das zu diesem Zwecke gemietet wurde.

Tivoli war der Name des alten Landgutes, das sich vorher auf dem Gelände des heutigen Stadions befand. Dort stand seit dem 19. Jahrhundert ein Ausflugslokal namens Gut Tivoli. Tivoli - ursprünglich die Bezeichnung für eine römische Vorstadt - war Namensgeberin für einige Vergnügungsstätten in dieser Welt.

März 1908: Die Stadt Aachen vermietete der Alemannia das Gelände des alten Landgutes Tivoli und baute den Sportplatz Neu-Tivoli unter großem Aufwand in Eigenarbeit aus.

1925: Nebenan wurde ein weiteres Gelände zur Verfügung gestellt und mit dem Bau des heutigen Stadions begonnen.

3. Juni 1928: Der Tivoli wurde feierlich eingeweiht. Ausverkauft war der Tivoli bei 11.000 Zuschauern.

1938: Der Tivoli war beim Rheinbezirkspiel gegen Beuel zum ersten Mal ausverkauft.

September 1953: Auf Grund der stetig wachsenden Ansprüche in der Nachkriegszeit in der Oberliga-West, zu der die Alemannia von Beginn an gehörte, wurde ein Ausbau notwendig. Dieser wurde in Form einer neuen Stehplatztribüne realisiert, dem Würselener Wall. In der gleichen Zeit wurden der Spielertunnel und die Fahrzeugeinfahrt fertiggestellt.

1957: Die Sitzplatz-Tribüne erhielt eine Überdachung. Sie bestand aus einem Wellasbest-Betondach und hatte - zu der Zeit einmalig in Deutschland - eine Seitenverglasung aus Sekuritglas. Noch im gleichen Jahr wurde die damals lichtstärkste Flutlichtanlage Deutschlands fertig (240.000-Watt-Anlage mit 170 Lux). Zur Einweihung am 28. August 1957 begrüßten 32.000 Zuschauer die Mannschaft von Espanyol Barcelona.

1968: Das Stadion wurde an die Stadt Aachen verkauft, der Verein brauchte das Geld, um die Bundesligazugehörigkeit zu sichern. Der Tivoli wurde in den folgenden Jahren weiter modernisiert.

22. Februar 1980: Die Überdachung der Stehplatzgeraden wurde fertig.

April 1999: Ein eigens für den JuniorClub abgegrenzter Stehplatzblock wurde eingerichtet. Dort haben nur die Mitglieder des JuniorClubs zu besonders günstigen Preisen Zutritt.

Sommer 1999: Der Tivoli bekam im Zuge des Aufstiegs in die 2. Liga eine komplett neue Rasendecke. Zusätzlich wurde eine Rasenheizung installiert und in Betrieb genommen. Die Steuerung und Regelung wird mit einem Mikroprozessorsystem realisiert. Hier wird außerdem die gesamte Fernwärme, die Heizung des Gebäudes, die Warmwasserbereitung sowie die Lüftung der Duschen gesteuert und geregelt. Des Weiteren wurde die Luxzahl der Flutlichtanlage fernsehgerecht angepasst. Im Januar 2000 wurde die Sitzplatztribüne mit neuen Sitzschalen ausgestattet, die alten Holzbänke hatten ausgedient.

Da der Tivoli in diversen Punkten nicht mehr modernen bau- und sicherheitsrechtlichen Vorschriften entspricht und angesichts des Aufstiegs in die 1. Bundesliga nach der Saison 2005/06 eine größere Kapazität in Angriff genommen werden sollte, entschied sich der Verein zu einem kompletten Neubau. Das Projekt war vor allem unter langjährigen Fans der Alemannia lange Zeit umstritten. Da ein Aus- oder Umbau des "alten" Tivolis aus rechtlichen Gründen nicht in Betracht kam, fanden sich die Fangemeinschaften schließlich auch dank der Nähe des neuen Baugrundes zur bisherigen Spielstätte mit dem Neubau ab. Ihre konstruktive Kritik haben die Interessenvertreter der Fans aber nicht aufgegeben, sondern verstehen sich nun als zugehörig zum Entscheidungsprozess über das neue Stadion. Im Rahmen dieser Aufgabe hat die Alemannia Fan-IG ein Positionspapier mit Fanwünschen an die mit dem Stadionbau betraute Alemannia Aachen GmbH übergeben.

Am 11. Mai 2006 wurden die Pläne für den Bau eines neuen Stadions veröffentlicht, im Rahmen der öffentlichen Auftragsvergabe wurden schließlich am 8. Februar 2007 die Wettbewerbsunterlagen an die interessierten Unternehmen übersendet. Das Projekt umfasst neben dem Stadion auch einen Verwaltungsbau und ein geplantes Parkhaus. Über diese funktionalen Bedingungen hinaus stellt die Alemannia aber keine Voraussetzungen für die Planung der Bewerber. Insbesondere wird in den Unterlagen die architektonische Konzeption des Stadions (offen oder geschlossen, ein- oder zweirangig) bewusst offen gelassen.

Die Finanzierung des Projektes soll einerseits die Alemannia selbst tragen, wobei sie vom Land Nordrhein-Westfalen unterstützt werden soll, und andererseits die Stadt Aachen. Inwiefern weitere Geldgeber Einfluss auf das Verfahren (insbesondere Namensgebung) haben werden, steht noch nicht fest. Der Vertrag zum Neubau des Stadions wurde am 17. September 2007 zusammen mit dem Bauunternehmer unterzeichnet. Zu Beginn der Spielzeit 2009/10 soll der reguläre Spielbetrieb im neuen Stadion starten.

Alemannia Aachen steht mit fünf Erwachsenenmannschaften und 2 Jugendmannschaften im Spielbetrieb in Nordrhein-Westfalen. Der Verein richtet jährlich den Alemannen-Cup aus.

Bis Ende der 1960er Jahre war auch die Tischtennis-Abteilung von Alemannia Aachen sehr erfolgreich. Die erste Herren-Mannschaft spielte bis 1968 in der Oberliga West, die bis zur Gründung der Tischtennis-Bundesliga die höchste Spielklasse darstellte. Die Damen spielten 1967/68 und dann noch einmal 1973/74 in der Oberliga. Heute gibt es keine Damen-Mannschaft mehr im Verein und die höchste der drei Herren-Mannschaften spielt in der Bezirksklasse.

Die Volleyballer sind neben den Fußballern die erfolgreichsten Vertreter des Vereins. Die erste Damenmannschaft spielt in der Saison 2008/09 erstmals in der Bundesliga. Weitere Mannschaften sind in der Oberliga und Verbandsliga vertreten.

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Hamburger SV

Hamburger SV gegen Bayern München im Herbst 1981

Der Hamburger Sport-Verein e.V. (oder kurz HSV) ist ein deutscher Sportverein aus der Freien und Hansestadt Hamburg und vor allem durch seine Fußballmannschaften bekannt, die in der Bundesliga spielen. Die erste Männermannschaft des HSV wurde sechsmal Deutscher Meister und gehörte seit dem Gründungszusammenschluss im Jahre 1919 als einzige deutsche Mannschaft immer der jeweils höchsten Spielklasse an. Insbesondere ist sie die einzige Mannschaft, die seit der Gründung der Bundesliga jede Spielzeit in dieser gespielt hat. Auch die Frauenfußballmannschaft des Hamburger SV spielt aktuell in der Bundesliga. Häufig wurden und werden die Fußballer des Vereins auch als „Rothosen“ bezeichnet.

Die erste Eishockey-Frauenmannschaft spielt in der ersten Bundesliga.

Die erste Baseball-Mannschaft spielt in der ersten Bundesliga Nord.

Die erste Handball-Herrenmannschaft gehörte von 1966 bis 1976 der Handball-Bundesliga an.

Die erste Tischtennis-Herrenmannschaft wurde 1937 und 1938 Deutscher Mannschaftsmeister und spielte um die Jahrtausendwende mehrere Jahre in der zweiten Bundesliga.

Die erste Cricket-Herrenmannschaft wurde 2006 und 2008 Deutscher Vizemeister.

Weitere Sportarten des Vereins sind Badminton, Basketball, Bowling, Dart, Golf, Gymnastik, Hockey, Inline-Skaterhockey, Karate, Leichtathletik, Rugby, Schwimmen, Skat, Tennis, Turniertanz und Volleyball.

Der Hamburger SV selbst nennt offiziell den 29. September 1887 als sein Gründungsdatum. Jedoch fand die eigentliche Gründung des HSV erst am 2. Juni 1919 statt. An diesem Tag kam es zum Zusammenschluss der drei Vereine SC Germania von 1887, Hamburger FC 1888 des Wilhelm-Gymnasiums – welcher sich seit dem 26. Februar 1914 Hamburger SV 1888 nannte – und FC Falke 1906 aus Eppendorf.

Demzufolge ist der 29. September 1887 eigentlich das Gründungsdatum des ältesten Vorgängervereins SC Germania von 1887, welcher an dem genannten Datum aus einem Zusammenschluss des Hohenfelder Sportclubs und des Wandsbek-Marienthaler Sportclubs entstand. Trotzdem wird in der Vereinssatzung des HSV dieses Datum als Gründungstag angegeben. Daher ist der HSV, gemessen an der Dauer des Spielbetriebs und unter Einbeziehung seiner Vorgängervereine, einer der ältesten deutschen Fußballvereine.

Der 1919 neu gegründete Verein nannte sich zunächst Hamburg 88-Germania-Falke. Daraus wurde wenig später der Hamburger Sportverein. Zu den Vereinsfarben wurden zu Ehren der Stadt Hamburg die Hansefarben rot und weiß bestimmt. Blau und schwarz, die Farben des SC Germania, wurden diesem zu Ehren in das Vereinswappen übernommen. Die Raute ist einem oft verwendeten Symbol der Hamburger Handelsschifffahrt entliehen.

Der Hamburger SV 1888 hatte kurz vor der Fusion der drei Vereine als Teil der Kriegsvereinigung Victoria-Hamburg 88, die mit dem SC Victoria Hamburg vom 27. Juli 1918 bis 1. Juni 1919 bestand, erstmals die norddeutsche Meisterschaft gewinnen können.

Seine ersten großen Erfolge verbuchte der HSV in den Jahren 1922 und 1923 mit den ersten beiden deutschen Meistertiteln, wobei er auf den ersten Titel im Jahr 1922 „verzichtete“. Das erste Finalspiel gegen den 1. FC Nürnberg wurde nach 208 Minuten wegen Dunkelheit genauso abgebrochen wie auch das Wiederholungsspiel, diesmal wegen Spielermangels. Dieses Mal standen beim FCN nach Platzverweisen und Verletzungen (das Auswechseln von Spielern war damals noch nicht erlaubt) nur noch sieben Spieler auf dem Feld. Schiedsrichter Peco Bauwens pfiff regelwidrig ab, und der DFB erklärte daraufhin den HSV zum Meister, drängte danach aber auf einen freiwilligen Verzicht, da der süddeutsche Fußballverband mit einem Austritt aus dem DFB drohte. Die nächsten 'regulären' Meisterschaftstitel gewann der HSV 1923 mit 3:0 gegen den SC Union Oberschöneweide und 1928 mit 5:2 gegen Hertha BSC.

In der nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten neu gegründeten Gauliga Nordmark musste der HSV sich zunächst dem Eimsbütteler TV beugen. Erst 1937 konnte er wieder die Meisterschaft gewinnen.

Im Jahr 1947 startete der Hamburger SV in der Oberliga Nord, der bis zur Gründung der Bundesliga höchsten regionalen Spielklasse, die die Hanseaten von Anfang bis Ende beherrschten. Bis zur Bundesliga-Gründung wurden sie in 16 Spieljahren 15 Mal Oberliga-Meister der Nordstaffel, wobei in den Jahren 1948 und 1949 Entscheidungsspiele mit dem punktgleichen Lokalrivalen FC St. Pauli erforderlich waren. Nur 1954 scheiterte die Mannschaft kläglich mit Platz 11 (Oberliga- und auch Deutscher Meister wurde Hannover 96). In den Saisons 1946/47 und 1947/48 wurde der HSV darüber hinaus Britischer Zonenmeister.

Dass danach die Regional-Meisterschaft nie mehr abgegeben wurde, lag auch an einem jungen Mann namens Uwe Seeler, der 1954 ins Team kam. „Uns Uwe“ gehört auch noch heute zu den erfolgreichsten Fußballern aller Zeiten – er wurde 1960 Deutschlands erster Fußballer des Jahres. In diesem Jahr hatte er maßgeblichen Anteil an der vierten Deutschen Meisterschaft des HSV. Im folgenden Jahr stand der HSV im Halbfinale des Europapokals der Landesmeister (heute Champions League) und scheiterte erst nach drei Spielen am FC Barcelona. 1963 gewann der HSV den DFB-Pokal mit 3:0 im Endspiel gegen Borussia Dortmund.

Auch wenn der HSV im Norden dominierte, konnte er sich in der 1963 gegründeten Fußball-Bundesliga vorerst keine weiteren Meistertitel mehr sichern. Am 22. Spieltag der Saison 1965/66 erreichte der HSV mit 8:0 gegen den Karlsruher SC den bis heute höchsten Heimsieg. Uwe Seeler wurde 1964 und 1970 noch zwei weitere Male „Fußballer des Jahres“ und beendete 1972 seine aktive Fußballer-Karriere. Dem HSV blieb der Nationalspieler – obwohl von anderen Vereinen heiß umworben – bis zum Ende treu. Heute ist er Ehrenbürger der Stadt Hamburg.

Die größten Erfolge feierte der HSV Ende der 70er bis Anfang der 80er Jahre – eng verbunden mit dem damaligen Manager Günter Netzer und den sehr autoritären Erfolgstrainern Branko Zebec und Ernst Happel. Unter ihnen wuchs eine Mannschaft heran, die in den Jahren 1978 bis 1984 drei Mal Deutscher Meister und auch in den anderen Spieljahren zumindest „Vize“ wurde. 1987 wurde der HSV nochmals Vizemeister.

In der Zeit vom 16. Januar 1982 bis zum 29. Januar 1983 blieben die Hanseaten in 36 Spielen hintereinander ungeschlagen – bis heute ungebrochener Bundesliga-Rekord.

In dieser Periode wurde der HSV auch über die Grenzen Deutschlands hinweg zu einem gefürchteten Gegner. 1977 gewannen die Hamburger unter Trainer Kuno Klötzer den Europapokal der Pokalsieger (2:0 gegen den RSC Anderlecht) und 1983 unter Ernst Happel schließlich den Europapokal der Landesmeister mit 1:0 gegen Juventus Turin. 1980 stand der HSV im Finale des Europapokals der Landesmeister (0:1 gegen Nottingham Forest), 1982 im Finale um den UEFA-Pokal (0:1 und 0:3 gegen den IFK Göteborg) und 1983 im Spiel um den Weltpokal (1:2 n. V. gegen Gremio Porto Alegre). Ferner spielten die Hamburger 1983 gegen den FC Aberdeen um den Europäischen Supercup, unterlagen allerdings.

Die folgenden Jahre waren geprägt durch einen Abstieg der Mannschaft ins Mittelmaß der Liga. Selten wurden UEFA-Pokal-Plätze erreicht. In einigen Spielzeiten spielte der Verein sogar gegen den Abstieg. Anfang der 90er Jahre musste der Verein aufgrund einer hohen Verschuldung um seine Existenz fürchten. Gerettet wurde der HSV aus seiner finanziellen Misere durch den lukrativen Transfer des damals besten Spielers, Thomas Doll, zu Lazio Rom.

Erst zeitgleich mit der Fertigstellung des neuen Stadions konnte der HSV wieder Erfolge erzielen. In der Saison 1999/2000 belegte er den dritten Tabellenplatz und konnte sich erstmals für die Champions League qualifizieren. Gleich im ersten Spiel am 13. September 2000 gegen den hoch favorisierten italienischen Club Juventus Turin kam es beim 4:4 zum so genannten Jahrhundertspiel. In Turin gewann der HSV sogar mit 3:1. Der HSV wurde schließlich Dritter in der Gruppe und spielte daher im UEFA-Pokal. Dort scheiterte der Verein am AS Rom.

Zum ersten Titel nach 16 Jahren kam der HSV im Juli 2003 mit dem Gewinn des DFB-Ligapokals durch einen 4:2-Sieg im Finale gegen Borussia Dortmund. Somit hat der HSV in seiner bisherigen Geschichte 55 offizielle Titel errungen, inkl. Bundesliga, DFB-Pokal, Europapokal, Oberliga und Gauliga.

In der Saison 2005/06 gewann der HSV wieder einmal beide Ligaspiele gegen den FC Bayern München. Diese Leistung war den Hamburgern zuletzt in der Saison 1981/82 gelungen.

2005 gewann der Hamburger SV den UI-Cup im Endspiel gegen den FC Valencia und zog in den UEFA-Pokal ein. Nach Siegen gegen den FC Kopenhagen und einem 2. Platz in der Zwischenrunde gewann der HSV gegen den FC Thun, um erst im Achtelfinale an Rapid Bukarest zu scheitern. Am Ende der Saison 2005/06 belegte der HSV Platz Drei in der Bundesliga.

Zu Beginn der Saison 2006/07 erfolgte ein personeller Umbruch. Wichtige Spieler wie Sergej Barbarez, Daniel van Buyten und Khalid Boulahrouz verließen den Verein. Die Mannschaft qualifizierte sich gegen den CA Osasuna (0:0, 1:1) für die Gruppenphase der Champions League. In der Champions League wurde der HSV mit fünf Niederlagen und nur einem Sieg Gruppenletzter. In der Bundesliga belegte die Mannschaft nach dem 20. Spieltag den letzten Tabellenplatz. Am 1. Februar 2007 reagierte der Hamburger SV auf den anhaltenden Misserfolg und gab die vorzeitige Trennung von Cheftrainer Thomas Doll bekannt. Einen Tag später wurde Huub Stevens als neuer Trainer verpflichtet. Er erhielt einen Vertrag bis zum 30. Juni 2008. Stevens schaffte mit dem HSV den Klassenerhalt am 33. Spieltag beim Auswärtsspiel in Nürnberg, belegte dank einer starken Rückrunde am Ende der Saison sogar noch Platz sieben und nahm in der darauf folgenden Saison am UI-Cup teil. In dieser Saison erreichte der HSV den Rekord von durchschnittlich 56.000 Zuschauern im Volkspark.

Über die dritte Runde des UI-Cups erreichte der HSV die Qualifikationsrunde des UEFA-Pokals. Durch Siege gegen FC Dacia Chişinău (Hinspiel 1:1, Rückspiel 4:0) und Honved Budapest (Hinspiel 0:0, Rückspiel 4:0) konnte sich der HSV für den UEFA-Cup qualifizieren. Nach zwei Siegen (1:0 auswärts und 3:1 zuhause) gegen Litex Lowetsch (Bulgarien) wurde die Gruppenphase erreicht. Am 22. Februar 2008 wurde der HSV als letzter verbliebener UI-Cup-Teilnehmer zum Sieger des Wettbewerbs erklärt. Damit wurde zum zweiten Mal nach 2005 der UI-Pokal gewonnen, aber aufgrund des geänderten Spielmodus und der Vergabe des Sieges an die am längsten im UEFA-Pokal verbleibende Mannschaft geht der Pokal diesmal allein an den HSV. In der Liga spielte der HSV stabiler als im Vorjahr und war praktisch in der gesamten Spielzeit 2007/08 in der Spitzengruppe der Liga platziert. Lediglich nach der Bekanntgabe von Trainer Stevens, den Verein zum Saisonende zu verlassen, folgte eine Phase relativen Misserfolgs. Dennoch gelang dem Verein dank eines 7:0 am letzten Spieltag gegen den Karlsruher SC der Einzug in den UEFA-Pokal. Am 1. Juli 2008 übernahm der Niederländer Martin Jol als Nachfolger von Huub Stevens das Amt des Cheftrainers.

In seiner langen Geschichte wurde der HSV mehrmals Deutscher Meister im Fußball, DFB-Pokalsieger, Sieger im Europapokal der Pokalsieger und Sieger im Europapokal der Landesmeister. Der HSV hat zudem in Deutschland die höchste Zahl an Regionalmeistertiteln (25) und Endrundenteilnahmen um die Deutsche Meisterschaft (32, 31 HSV + 1 Germania 87) aufzuweisen.

Anmerkung: Die Norddeutsche Liga war eine zuerst zwei-, dann sechsgleisige regionale Spielklasse des Norddeutschen Fußball-Verbandes (NFV), die 1920 gebildet und 1922 wieder aufgelöst wurde.

Am 20. Oktober 2007 erzielte der Holländer Joris Mathijsen mit seinem Treffer zum 4:0 (Endstand 4:1) gegen den amtierenden Meister VfB Stuttgart das 2500. Bundesligator der Hamburger. Im selben Spiel gelang Ivica Olić als erstem HSV-Spieler in der Bundesligageschichte ein Hattrick im engeren Sinne.

Am letzten Spieltag der Saison 2007/08 gewann der HSV das Heimspiel gegen den Karlsruher SC mit 7:0. Ein Sieg in dieser Höhe gelang dem HSV zuletzt in der Meister-Saison 1981/82 gegen den MSV Duisburg. Diese beiden Triumphe sind die zweithöchsten Siege der Bundesliga-Geschichte des HSV, übertroffen lediglich von einem 8:0 – ebenfalls zu Hause gegen den KSC – in der Saison 1965/66.

Bedeutende HSV-Fanclubs sind Poptown, Chosen Few, Rautengeil Fallingbostel, Hermann's Treue Riege, Totale Offensive e.V. und die Wilhelmsburger Jungs. Bis in die 1980er hinein einer der bekanntesten Fanclubs waren die Rothosen.

Seit der Saison 2006/2007 hat der Hamburger Sport-Verein mit BLUE PRIDE einen Fanclub für schwule und bisexuelle Fans. Dieser Fanclub erhielt in der Sommerpause 2007 den Status eines offiziellen Fanclubs.

Wegen ihrer Aggressivität berüchtigt waren Die Löwen, aus deren Reihen heraus es am 16. Oktober 1982 zum Totschlag am Bremer Fan Adrian Maleika kam, der sich auf dem Weg zur Ostkurve des Volksparkstadions befand.

Das Maskottchen des HSV ist der Dinosaurier Hermann.

Der Hamburger SV hatte sich ursprünglich in den 90er Jahren für eine Hummel, aufgrund des Grußes „Hummel, Hummel“, als Maskottchen entschieden. Die Hummel wurde von den Fans aber abgelehnt, so dass sie wieder verschwand.

Aus Marketinggründen entschied sich die Vereinsführung, ein neues Maskottchen einzuführen: einen Dinosaurier, da der Verein als „Dino“ der Bundesliga bezeichnet wird, was auf die ununterbrochene Zugehörigkeit zur Eliteklasse seit deren Einführung im Jahre 1963 zurückzuführen ist. Den Namen „Hermann“ erhielt das Maskottchen zu Ehren des Masseurs Hermann Rieger, der 27 Jahre für den HSV tätig war. Seine Trikotnummer 87 erhielt er nach dem Gründungsjahr des Vereins 1887. Im Zuge des vierzigjährigen Bundesligajubiläums beim Spiel HSV gegen den FC Bayern München am 24. August 2003 wurde das Maskottchen der Öffentlichkeit vorgestellt, indem es aus einem Ei schlüpfte.

Die Amateurmannschaft schloss die Saison 2006/07 mit dem sechsten Tabellenplatz ab. Zeitweise konnte die Mannschaft sich bis auf den zweiten Tabellenplatz hocharbeiten, verlor dann jedoch den Anschluss. Die neue 3. Liga, die sich aus 20 Vereinen zusammensetzt und für die sich die besten zehn der Abschlusstabelle qualifizierten, konnte die Amateurmannschaft in der Saison 2007/08 nicht mehr erreichen. Sie spielt daher in der Spielzeit 2008/09 in der Regionalliga Nord.

Da der bisherige Spielort an der Hagenbeckstraße nicht für regionalligatauglich befunden wurde und die HSH Nordbank Arena für Amateurspiele nicht rentabel wäre, spielen die Amateure in der Regionalliga im Norderstedter Edmund-Plambeck-Stadion (Spielort von Eintracht Norderstedt).

Die erste Mannschaft spielt in der Fußball-Bundesliga. Spielort ist die Wolfgang-Meyer-Sportanlage. Der Hamburger SV II spielt in der 2. Bundesliga Nord.

1970 wurde die Frauenfußball-Abteilung des Hamburger SV gegründet. In den Siebziger und Achtziger Jahren stand sie im Schatten von Vereinen wie Lorbeer Rothenburgsort oder dem TV Farmsen. 1976 wurde man erstmals Hamburger Meister. Drei Jahre später holte man erstmals den Hamburger Pokal. Erst 1990 konnte mit dem erneuten Gewinn der Hamburger Meisterschaft ein Titel gefeiert werden. Durch die Meisterschaft stieg man in die Oberliga Nord, damals die zweithöchste Spielklasse auf. In der Oberliga erreichte man mit einigen Ausnahmen stets vordere Platzierungen. 1997 holte man zum fünften Mal den Hamburger Pokal und als Vizemeister der Oberliga Nord nahm man an der Relegation zur eingleisigen Bundesliga teil. Dort wurde man hinter Fortuna Sachsenroß Hannover Zweiter. Weil Hannover jedoch auf die Teilnahme an der Bundesliga verzichtete rückte der HSV nach. In der ersten Bundesligasaison war man jedoch chancenlos und wurde Letzter. In den Folgejahren wurde der HSV zu einer Fahrstuhlmannschaft. Dreimal hintereinander wurde man Meister der Regionalliga Nord. In der Saison 1999/2000 gewann man sogar alle Spiele. Erst 2001 konnte man sich in der Aufstiegsrunde durchsetzen, musste aber prompt wieder absteigen. Ein kleiner Trost in dieser Saison war das Erreichen des DFB-Pokalfinals, wo man jedoch dem 1. FFC Frankfurt mit 5:0 unterlag. 2003 wurde man wieder Meister der Regionalliga Nord. In der Aufstiegsrunde konnte man durch einen Sieg am letzten Spieltag beim USV Jena zum dritten Mal aufsteigen. Auf Anhieb erreichte man Platz 6 und das Finale des Hallenpokals, wo man mit 1:0 gegen den 1. FFC Turbine Potsdam unterlag. Im Folgejahr musste man lange um den Klassenerhalt zittern. Mittlerweile konnten sich die HSV-Frauen in der Bundesliga etablieren.

Die erfolgreiche Jugendarbeit schlägt sich in den Erfolgen der zweiten HSV-Frauenmannschaft nieder. 2002 stieg man in die Regionalliga Nord auf und wurde auf Anhieb Meister. Da im Gegensatz zum Männerfußball auch die zweiten Mannschaften in der 2. Bundesliga spielen dürfen qualifizierte man sich für die neu eingeführte Spielklasse. Der Sprung war allerdings etwas zu groß und man musste absteigen. Der sofortige Wiederaufstieg wurde nach hartem Kampf geschafft. Im Unterhaus angekommen stürmte die Mannschaft auf Anhieb auf den zweiten Platz und ist damit bester Aufsteiger aller Zeiten.

Die mit einem Sternchen (*) versehenen Erfolge wurden von der 2. Mannschaft errungen.

Die Tischtennis-Abteilung des HSV wurde 1927 gegründet und trägt seither vorwiegend im Hamburger Stadtteil Eppendorf ihre Heimspiele aus. Schon nach kurzer Zeit stieß der Club in die deutsche Spitze bei den Herren vor. Mit Paul Benthien wurde bereits 1933 ein Spieler des HSV Deutscher Einzelmeister. Ein Jahr später errang mit Erich Deisler ein weiterer HSV-Spieler den deutschen Titel im Herren-Einzel. Diese beiden gehörten neben Pauls Bruder Heinz Benthien, R. Klüver, E. Perl, H. Hell und W. Stehr auch zu der HSV-Mannschaft, die 1937 und 1938 den deutschen Mannschaftsmeistertitel an die Elbe holten, was seither keinem weiteren Hamburger Verein bei den Herren mehr gelang. Auch 1939 gelang noch einmal der Sprung in das Endspiel um die Deutsche Meisterschaft, es wurde jedoch gegen den Post SV Wien verloren. Während des Zweiten Weltkrieges wurde dann 1944 Heinz Benthien deutscher Meister.

Nach dem Kriegsende stand der HSV zunächst im Schatten des neugegründeten Eppendorfer Lokalrivalen TTC Rot-Weiß Hamburg. Sowohl die Damen wie auch die Herren pendelten zwischen der Oberliga Nord, damals der höchsten deutschen Spielklasse, und der Stadtliga. Während sich die Damen trotz der Verstärkung durch die ehemalige deutsche Meisterin Ursula Paulsen nicht auf Dauer überregional etablieren konnten, gelang es den Herren seit Mitte der 1950er Jahre ihre Führungsrolle auf Hamburger Ebene zurückzugewinnen und sich auch in der Oberliga festzusetzen. Die angestrebte Qualifikation für die 1966 gegründete Tischtennis-Bundesliga misslang jedoch. 1969 (hinter Tennis Borussia) und 1971 (hinter Hertha BSC) errang man zwar jeweils die Vizemeisterschaft in der Oberliga, an der Aufstiegsrunde zur Bundesliga durften jedoch die Berliner teilnehmen. Erst 1972 erreichte der HSV als Oberligameister die Aufstiegsrunde, musste sich dort jedoch hinter dem TuS Nachrodt, dem TSV Milbertshofen und dem 1. FC Saarbrücken mit dem letzten Platz begnügen (1:5 Punkte). Ein Jahr später folgte dann sogar der Abstieg in die Stadtliga Hamburg. Erst 1984 gelang der Wiederaufstieg in die nunmehr drittklassige Oberliga Nord. 1991 folgte der Aufstieg in die Regionalliga Nord.

Von 1999 bis 2007 spielte die erste Herren-Mannschaft in der Zweiten Bundesliga Nord. Obwohl die Mannschaft auch 2007 einen Mittelfeldplatz erreicht hatte, verzichtete der Verein für die neue Spielzeit aus finanziellen Gründen auf eine Meldung für die Zweite Liga und tritt nun in der Regionalliga Nord an. Die Zweite Herren-Mannschaft spielt in der Oberliga Nord.

Der Hamburger SV ist im Badminton einer der Protagonisten in Deutschland. Den größten Erfolg in dieser Sportart feierte der Verein gleich im ersten Jahr der Ausspielung des Deutschen Mannschaftsmeisters 1957, als man sich bis ins Finale vorkämpfen konnte, dort jedoch dem 1. DBC Bonn unterlag.

Die Baseball-Abteilung des HSV, früher Lokstedt Stealers und jetzt HSV Stealers, wurde 1985 gegründet. Die Stealers spielen nach einem Durchmarsch durch alle Ligen seit 1991 in der 1. Baseball-Bundesliga Nord. Nach drei deutschen Vizemeisterschaften in Folge von 1995 bis 1997 wurden sie im Jahr 2000 nicht nur deutscher Meister, sondern gewannen auch den deutschen Pokal und den Europapokal. Sie sind bisher die einzige deutsche Mannschaft, der dieses Triple gelang. Die Bundesligaspiele der Stealers werden im Hamburger Baseball Park in Hamburg-Niendorf (direkt hinter dem Trainingsgelände des FC St. Pauli) ausgetragen. Neben weiteren Herren- und Jugendteams nehmen auch die Frauen unter dem Namen HSV Wildcats am Softball-Spielbetrieb teil.

In der Saison 2008 belegte die erst Mannschaft nach der regulären Hin- und Rückrunde den sechsten Platz und musste somit in die Playdowns, die sie auf dem zweiten Platz abschloss. Somit sind die Stealers auch 2009 in der 1. Bundesliga spielberechtigt.

Die Volleyballherren des HSV spielten seit den 1970er Jahren in der Volleyball-Bundesliga und gehörten immer zu den deutschen Spitzenmannschaften. Sie wurden sechsmal Deutscher Meister (1976, 1977, 1985, 1986, 1987 und 1988) und holten fünfmal den DVV-Pokal (1974, 1977, 1983, 1985 und 1989). 1991 machten sich die Volleyballer als 1. VC Hamburg eigenständig und wurden 1992 nochmals Deutscher Pokalsieger. 1994 schlossen sie sich dann dem 1. SC Norderstedt an. Bekannte Nationalspieler waren Klaus Meetz, Klaus Wegner, Frank Mackerodt, Christian Voss, Jörg Brügge, Hauke Braak, Leif Andersson, Michael Dornheim und Dirk Oldenburg. Heute gibt es beim HSV lediglich Mannschaften im Seniorenbereich.

Die Handballherren des HSV gehörten ab den 1960er Jahren sowohl in der Halle als auch auf dem damals noch populären Großfeld zur deutschen Elite.

So standen sie 1963, 1964 und 1965 jeweils im Viertelfinale der Endrunde um die deutsche Feldhandball-Meisterschaft. 1966 holten sie sogar die Vizemeisterschaft. Lediglich der TV Oppum war im Finale zu stark.. Folgerichtig gehörten die Handballer auch zu den Gründungsmitgliedern der 1967 eingeführten Feldhandballbundesliga. In der Nordstaffel belegten sie die 1967 Platz 2, 1968 Platz 3 und 1969 erneut Platz 2. Nach dem dritten Jahr war jedoch im Feldhandball Schluss. Der HSV zog sich aus der Liga zurück, die 1971 aufgelöst wurde.

Stattdessen konzentrierte sich der HSV auf die 1966 eingeführte zweigleisige Hallenbundesliga, da Handball in der Halle zunehmend populärer wurde, während das Großfeld an Attraktivität verlor. Auch in der Halle war der HSV Gründungsmitglied der neuen Bundesliga, der er bis 1976 angehörte. 1970 gelang dort der Einzug in die Finalspiele um die deutsche Meisterschaft. Doch im Halbfinale schied der HSV mit zwei knappen Niederlagen (13:14, 13:15) gegen FA Göppingen aus. Im folgenden Jahr verpasste der HSV knapp den Sprung in die Endrunde. Danach rutschte der HSV von Saison zu Saison im Endklassement tiefer, bis am Ende der Saison 1975/76 der Bundesligaabstieg feststand.

Die Handballabteilung des Hamburger SV besteht trotz der Gründung des Bundesligisten HSV Hamburg weiter. Letzterer hatte jedoch 2002 einen Kooperationsvertrag mit dem HSV geschlossen, um die Raute als Logo verwenden zu dürfen. Nach dem Aufstieg der Handballmänner in die viertklassige Oberliga Hamburg 2007 weiteten der Hamburger SV und der HSV Handball die Kooperation jedoch aus und gründeten mit der SG HSV Handball einen gemeinsamen Handballverein.

Am 9. September 2008 hat der Hamburger Sport-Verein einen eigenen Friedhof, der aus einem Grabfeld des Hauptfriedhofs Altona besteht, der Presse vorgestellt. Das Grabfeld wurde an diesem Tag von 150 Gästen eröffnet und befindet sich in unmittelbarer Nähe zum Stadion, auf der Rückseite der Westtribüne. Die Anlage bietet für bis zu 500 HSV-Anhänger Platz, ist einem Stadion nachempfunden, und kann durch einen Durchgang in den Ausmaßen eines Fußballtores betreten werden. Der verwendete Rasen der Anlage ist direkt vom Spielfeld des Stadions auf dem Grabfeld angepflanzt, so dass das Grabfeld ein authentischen Ort für die letzte Ruhe in Verbindung mit dem Verein darstellt. Mit dieser Anlage ist der Hamburger SV der erste deutsche, und nach den Boca Juniors aus Argentinien weltweit der zweite Fußballverein, der eine Bestattung im Rahmen des Lieblingsvereins ermöglicht.

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Karlsruher SC

Vereinsstruktur des Karlsruher SC

Der Karlsruher Sport-Club Mühlburg-Phönix e. V., meist kurz als Karlsruher SC oder KSC bezeichnet, ist mit ca. 4.600 Mitgliedern einer der größten Sportvereine der Stadt Karlsruhe.

In dem 1952 durch Fusion des Karlsruher FC Phönix mit dem VfB Mühlburg entstandenen Verein dominiert die Fußballabteilung: Neben der Männermannschaft, die seit der Saison 2007/08 wieder der 1. Bundesliga angehört, spielen auch die Frauenmannschaft (Regionalliga Süd), die Nachwuchsmannschaft (KSC II, Regionalliga Süd) und die Jugendmannschaften durchweg höherklassig.

Des Weiteren betreibt der KSC eine Leichtathletikabteilung (gegründet 1922) und eine Boxabteilung (gegründet 1959), die aber im Vergleich zum Fußball einen geringeren Stellenwert im Verein besitzen. Zwar brachten beide Abteilungen in früheren Jahrzehnten einige erfolgreiche Sportler hervor, doch mit Ausnahme des in den 1990er Jahren für den KSC kämpfenden Boxers Sven Ottke und der Leichtathletin Heike Drechsler, die Anfang der 2000er zwei Jahre lang für den Verein an den Start ging, hatten die Leistungen und Erfolge in den letzten Dekaden nur noch eine regionale Bedeutung.

Die noch junge Sportart Fußball war Ende des 19. Jahrhunderts in vielen Sportvereinen verpönt, sodass es in den 1880er Jahren zu den ersten Gründungen reiner Fußballvereine kam und dieser Trend sich um die Jahrhundertwende weiter verstärkte. Karlsruhe war neben Berlin in den frühen Jahren des Fußballs in Deutschland eine der Hochburgen, woran der in Karlsruhe lebende Walther Bensemann einen wesentlichen Anteil hatte. Zu den ältesten Fußballvereinen in Karlsruhe zählen der von Bensemann gegründete International Football Club (1889), der 1891 im Karlsruher FV aufging, sowie der FC Karlsruher Kickers (1893). Mit dem Karlsruher FC Phönix folgte 1894 einer der Vorgängervereine des heutigen Karlsruher SC.

Am 6. Juni 1894 gründeten einige Mitglieder der Karlsruher Turngemeinde, denen der Wunsch nach einer eigenen Fußballabteilung verwehrt wurde, den Karlsruher FC Phönix. Nach der Fusion mit dem FC Alemannia im Juli 1912 hieß der Verein Karlsruher FC Phönix (Phönix-Alemannia).

Der FC Phönix gehörte im Jahr 1900 zu den 86 Gründungsvereinen des DFB und war auch bald in den Meisterschaftsrunden erfolgreich. 1909 konnte die Mannschaft um Kapitän Arthur Beier erstmals die Südkreisliga gewinnen und qualifizierte sich über eine siegreiche süddeutsche Meisterschaftsendrunde für die Endrundenspiele um die deutsche Meisterschaft, in der die Karlsruher im Viertelfinale den FC München-Gladbach und im Halbfinale den SC Erfurt besiegten. Das Finale am 30. Mai in Breslau gewannen die Badener mit 4:2 gegen BFC Viktoria 1889 und wurden somit Deutscher Meister. Schon knapp zwei Monate vor dem Meisterschaftsendspiel wurden erstmals zwei Spieler der späteren Meisterelf, Emil Oberle und Robert Neumaier, ins Team der Nationalmannschaft berufen. Mit Karl Wegele (15 Länderspiele ab 1910) und Otto Reiser (ein Einsatz 1911) konnten sich in den folgenden Jahren noch zwei weitere Phönix-Spieler in der Nationalmannschaft beweisen.

In der folgenden Saison konnte sich der Karlsruher FV in der Südkreisliga durchsetzen, als Titelverteidiger war Phönix dennoch für die Endrunde um die deutsche Meisterschaft qualifiziert. Die „Blau-Schwarzen“ besiegten im Viertelfinale den VfB Leipzig, scheiterten dann aber im Halbfinale am Stadtrivalen, der anschließend auch im Finale siegreich blieb und den Meistertitel 1910 errang. In den folgenden Jahren dominierten der KFV (1911 und 1912) bzw. die Stuttgarter Kickers (1913 und 1914) in der süddeutschen Verbandsstaffel, so dass Phönix zu keinen weiteren Endrundenteilnahmen mehr kam.

Nach dem Ersten Weltkrieg konnte der Spielbetrieb nicht mehr an der „Maxaubahn“ aufgenommen werden. Die Stadt Karlsruhe verpachtete dem Verein ein Grundstück im Hardtwald nördlich der Innenstadt. 1923 waren die Anlagen am „Wildpark“, Vorläufer des heutigen Wildparkstadions, fertiggestellt. Sportlich lag Phönix in den 1920er Jahren wie schon in den Jahren vor dem Krieg meist hinter dem Karlsruher FV, zeitweise stieg man sogar in die Zweitklassigkeit ab. Erst 1933, in der letzten Spielzeit der Bezirksliga Württemberg/Baden, konnte Phönix mit der Meisterschaft in der Gruppe Baden wieder ein Erfolgserlebnis verzeichnen.

Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten unterzeichneten alle süddeutschen Spitzenvereine eine Erklärung, mit der sie sich zum Ausschluss von Juden und Marxisten verpflichteten. Dem schloss sich der Süddeutsche Fußball- und Leichtathletikverband an. Dies geschah am 9. April 1933, noch 10 Tage bevor der DFB offiziell dazu aufrief und noch bevor es eine NS-Sportführung gegeben hat. Inwieweit sich speziell die Karlsruher Sportvereine auf die neuen Vorgaben eingelassen haben, welche Motive dazu geführt haben, und ob es hier auch widerständiges Verhalten gegeben hat, kann auf der derzeitigen Quellenbasis nicht belegt werden – es ist aber auch kein Beispiel bekannt, dass sich Vereine oder Funktionäre gegen den Ausschluss von Juden gewehrt oder Verfolgten geholfen haben.

Zur Saison 1933/34 wurde die Einteilung der Spielklassen neu vorgenommen: An die Stelle der Bezirksligen der sieben Landesverbände als Überbau des Spielbetriebs traten 16 Gauligen, die an die Struktur der NSDAP-Gaue angelehnt waren. In der Gauliga Baden spielte Phönix mit einer Unterbrechung (Saison 1936/37), bis 1944 der Spielbetrieb kriegsbedingt eingestellt wurde; in der letzten Spielzeit 1943/44 trat man gemeinsam mit dem FC Germania Durlach als KSG Phönix/Germania Karlsruhe an. Phönix konnte sich aber in der von den drei Mannheimer Vereinen Waldhof, VfR und Neckarau dominierten Spielklasse, die von 1933 bis 1945 alle zwölf Meisterschaften der Gauliga Baden gewannen, nicht durchsetzen.

Auch nach dem Zweiten Weltkrieg konnte der KFC Phönix nicht mehr an frühere Erfolge anknüpfen. In der ersten Saison nach dem Krieg belegte man in der neu geschaffenen Oberliga Süd 1946 nur den 15. Platz und stieg ein Jahr später als Tabellenletzter in die Landesliga ab. Mit der Schaffung der 2. Oberliga als zweithöchste Spielklasse im Jahr 1950 wurde der Verein am grünen Tisch in die 1. Amateurliga eingeteilt, wo er bis zum Fusionsjahr 1952 spielte.

Der VfB Mühlburg kam am 28. Juli 1933 durch eine Fusion des FC Mühlburg 1905 mit dem VfB Karlsruhe zustande, die wiederum mehrere Vorgängervereine aus Mühlburg und der Karlsruher Weststadt haben: Dem 1905 neu gegründeten FC Mühlburg trat der 1. FV Sport-Mühlburg (gegründet 1890 oder 1895) geschlossen bei, während der VfB Karlsruhe 1911 aus einer Fusion des FC Germania (1898) mit dem FC Weststadt (1902) hervorging. Die Spielstätte der Mühlburger lag in der Honsellstraße nahe dem Karlsruher Rheinhafen. 1942 wurden die Anlagen vollständig zerstört, nach dem Krieg aber wieder zu einem Stadion mit einem Fassungsvermögen von 30.000 Besuchern aufgebaut.

Während der Fußball in Karlsruhe vor dem ersten Weltkrieg noch ganz von den beiden Spitzenvereinen FC Phönix und Karlsruher FV dominiert wurde, konnte sich der FC Mühlburg in den 1920er-Jahren bereits einige Zeit in der ersten Spielklasse halten. Erfolge stellten sich aber erst nach der Fusion mit dem VfB Karlsruhe ein, was nicht zuletzt einer konsequenten Jugendarbeit der Weststädter zu verdanken war, die auch beim VfB Mühlburg fortgeführt wurde und aus der Leistungsträger wie Franz Dienert, Hugo Rastetter und Oswald Traub hervorgingen. Anders als Phönix und KFV konnte sich der VfB Mühlburg von 1933 bis 1944 durchgehend in der Gauliga Baden halten, und wenn man sich auch nicht gegen die in diesen Jahren übermächtige Mannheimer Konkurrenz durchsetzen konnte, so erreichte der VfB in den Jahren 1941, 1942 und 1944 immerhin die badische Vizemeisterschaft, wurde 1938 und 1939 badischer Pokalsieger und drang in den Kriegsjahren bis in die Zwischenrunde des Tschammerpokals, dem Vorläufer des DFB-Pokals, vor.

In der Nachkriegszeit zunächst in die zweitklassige Landesliga eingestuft, stieg der VfB Mühlburg 1947 in die Oberliga Süd auf, der nach Kriegsende bis zur Einführung der Bundesliga 1963 höchsten deutschen Spielklasse. Mühlburg etablierte sich dort bis zur Fusion 1952 und erreichte als bestes Ergebnis 1950/51 den dritten Platz.

Nach dem sportlichen Abstieg ins Amateurlager plagten den KFC Phönix Anfang der 1950er Jahre finanzielle Probleme, man sah sich außerstande, einen Verein mit mehreren Abteilungen zu unterhalten. Die Anlagen im „Wildpark“ waren zudem nach fast 30 Jahren ihres Bestehens überholungsbedürftig. Als mögliche Lösung wurde eine Fusion mit dem VfB Mühlburg in Betracht gezogen, so dass die Vereinsführung mit diesem Vorschlag sowohl an den Verein als auch an die Stadt Karlsruhe herantrat.

Auch der VfB Mühlburg war trotz sportlicher Erfolge und regem Zuschauerzuspruch finanziell nicht auf Rosen gebettet: Durch die Währungsreform und die 1948/49 eingeführten Vertragsspielerstatuten war das Vereinsvermögen auf 1176 Mark geschmolzen, so dass der Verein in den darauffolgenden Jahren zu äußerster Sparsamkeit gezwungen war. Weil die Kapazitäten des Stadions an der Honsellstraße an ihren Grenzen angelangt waren, dachte man bereits zur Spielzeit 1951/52 über einen Neubau an anderer Stelle nach. Somit stießen die Fusionsvorschläge in der Vereinsführung der Mühlburger um Heinz von der Heydt auf offene Ohren, in den Reihen der Mitglieder hingegen wurden auch Stimmen laut, die aufgrund der Tradition und der sportlichen Erfolge ein Zusammengehen mit dem KFC Phönix und einen „Umzug“ in den Hardtwald zunächst ablehnten.

Auf getrennten Generalversammlungen am 25. September 1952 entschieden die Mitglieder beider Vereine über eine Fusion. Während bei Phönix die Zustimmung auf Anhieb erfolgte, fehlten bei der Abstimmung der 772 anwesenden VfB-Mitglieder 33 Stimmen zur notwendigen 2/3-Mehrheit. Drei Wochen später, in denen man die Skeptiker von den wirtschaftlichen und sportlichen Vorteilen einer Fusion zu überzeugen versuchte, wurde ein weiterer Anlauf genommen, der mit 923 von 927 Stimmen eine fast einstimmige Mehrheit ergab.

Somit war die Fusion am 16. Oktober 1952 beschlossen und der Verein erhielt seinen heutigen Namen Karlsruher SC von 1894 Mühlburg-Phönix e.V. Heinz von der Heydt wurde erster Präsident des neuen Vereins, der vormalige Phönix-Vorstand Robert Suhr bekleidete das Amt des Vizepräsidenten. Sportlich konnte man den Platz des VfB Mühlburg in der Oberliga Süd einnehmen und die bereits sieben Spieltage alte Saison unter dem Namen KSC Phönix-Mühlburg weiterführen, ab der Spielzeit 1953/54 wurde dann die Bezeichnung Karlsruher SC gebräuchlich.

Im Wildpark wurde umgehend mit dem Neubau des Stadions begonnen, der aber fast drei Jahre in Anspruch nahm, so dass der KSC seine Heimspiele in den ersten drei Jahren in der Mühlburger Honsellstraße austrug.

In den ersten Jahren nach der Fusion avancierte der Karlsruher SC zu einem der stärksten Vereine der Oberliga Süd, bereits die erste Saison schloss der neue Verein mit dem vierten Platz ab. Mit Adolf Patek konnte zur Spielzeit 1953/54 ein erfahrener Trainer verpflichtet werden, der die Mannschaft 1955 bis ins Finale des DFB-Pokals führte. Die Karlsruher gewannen gegen den FC Schalke 04 mit 3:2 und sicherten sich damit den Pokal.

In der darauf folgenden Saison 1955/56 wurde der KSC erstmals Meister der Oberliga Süd und qualifizierte sich damit für die Endrunde um die Deutsche Meisterschaft. Nach dem Gruppensieg in der Endrundengruppe mit dem FC Schalke 04, 1. FC Kaiserslautern und Hannover 96 standen die Karlsruher zum zweiten Mal nach 1909 im Finale. Dieses verloren sie jedoch im Berliner Olympiastadion gegen Borussia Dortmund mit 2:4. Im selben Jahr verteidigten die Badener den DFB-Pokal nach einem 3:1 im Endspiel gegen den Hamburger SV, das im heimischen, gerade ein Jahr zuvor fertiggestellten Wildparkstadion ausgetragen wurde.

War der Karlsruher SC durch die Fusion bereits zum größten Sportverein Badens angewachsen, lösten die Erfolge einen weiteren Anstieg der Mitglieder- und Zuschauerzahlen aus, so dass der KSC mit zwischenzeitlich 6028 Beitragszahlern die größte Mitgliedszahl in Deutschland aufwies – ein Umstand, der nicht zuletzt der Maßnahme zu verdanken war, dass Mitgliedern freier Eintritt zu den Spielen gewährt wurde, eine Regelung, die noch im ersten Bundesligajahr Bestand hatte. In der ersten Saison im neuen Wildparkstadion kamen rund 20.000 Besucher pro Heimspiel, ein für damalige Verhältnisse hoher Zuschauerschnitt.

Patek verließ im Sommer 1956 den KSC, bereits beim Pokalfinale saß sein Nachfolger auf der Bank. Unter Ludwig Janda (1956–59) und Eduard Frühwirth (1959–62) wurde der KSC 1958 und 1960 noch zweimal Südmeister und verpasste das Endspiel um die Deutsche Meisterschaft als Gruppenzweiter beide Male nur knapp. 1960 stand man zudem erneut im Pokalfinale, unterlag aber in Düsseldorf überraschend gegen den Außenseiter Borussia Mönchengladbach mit 2:3.

Mit Gerhard Siedl, Horst Szymaniak und Günther Herrmann stellte der Karlsruher SC Ende der 1950er bzw. Anfang der 1960er Jahre erstmals Spieler für die Nationalmannschaft ab.

1963 war der Karlsruher SC einer der 16 Vereine der ersten Bundesliga-Saison, für die man sich mit den Plätzen drei (1960/61) und fünf (1962/63) der Oberliga Süd qualifiziert hatte. Trainer Kurt Sommerlatt standen mit Otto Geisert ein erfolgreicher Torjäger und mit Klaus Zaczyk und Horst Wild zwei vielversprechende Talente zur Verfügung. Der Abgang des spielstarken Halbstürmers Günther Herrmann zu Schalke 04 konnte allerdings nicht kompensiert werden, und die Läuferreihe Ruppenstein – Rihm – Kahn, im Vorjahr noch Garant des fünften Platzes in der Oberliga, enttäuschte in der Bundesliga. So spielte der KSC bereits in der ersten Bundesligasaison gegen den Abstieg, dem man nur haarscharf mit einem Punkt Vorsprung entging. Auch die Neuzugänge zur zweiten Bundesligasaison, allesamt Stürmer, konnten die Mannschaft nicht entscheidend verstärken, und als der KSC im Januar 1965 auf den letzten Platz abgerutscht war, wurde Sommerlatt entlassen. Der Club beendete die Saison als Vorletzter, absteigen musste man dennoch nicht, weil es aufgrund der Aufstockung der Bundesliga auf 18 Vereine in diesem Jahr keine Absteiger gab. Die Saison 1964/65 bescherte dem KSC zudem zwei Rekordergebnisse, die bis heute Bestand haben: Dem mit 7:0 höchsten Sieg bei Eintracht Frankfurt im September 1964 folgte fünf Monate später mit dem 0:9 bei 1860 München die bis heute höchste Niederlage der Karlsruher in der Bundesliga.

Nachdem der KSC dem Abstieg 1965/66 mit Platz 16 erneut nur knapp entgangen war, konnte 1966/67 unter Trainer Paul Frantz dank einer furiosen Rückrunde und der 17 Saisontore des aus Köln gekommenen Christian Müller nicht nur der Klassenerhalt gesichert werden, die Mannschaft erreichte darüber hinaus mit Platz 13 das bisher beste Ergebnis in der aufgestockten Bundesliga. Die zwischenzeitliche Euphorie verflog jedoch wieder, als in der darauffolgenden fünften Bundesligasaison 1967/68 mit 6:14 Punkten aus den ersten zehn Spielen ein klassischer Fehlstart folgte und der KSC sich auf dem 17. Tabellenplatz wiederfand. Frantz wurde im Oktober 1967 entlassen; da jedoch auch seine drei Nachfolger in dieser Saison den Abstieg nicht mehr verhindern konnten, spielte der Karlsruher SC ab 1968 erstmals seit der Fusion 1952 zweitklassig.

Mit Kurt Baluses wurde ein erfahrener Trainer für den „Neubeginn“ des Karlsruher SC in der Regionalliga verpflichtet. Zahlreiche Leistungsträger, darunter Klaus Zaczyk, Günther Herrmann und Jürgen Rynio hatten den Verein verlassen. Dennoch gelang es Baluses, mit einer neu formierten Elf um „Rückkehrer“ Horst Wild gleich in der ersten Saison die Meisterschaft der Regionalliga Süd und damit die Aufstiegsrunde zur Bundesliga zu erreichen. Dort scheiterte man jedoch ebenso wie nach den darauffolgenden zwei Spielzeiten, die jeweils mit Platz 2 abgeschlossen wurden. Bereits am 21. Mai 1971, kurz vor der dritten Aufstiegsrunde in Folge, entließ das Präsidium des KSC überraschend den Trainer. Sein Nachfolger Heinz Baas konnte der Mannschaft in diesem Jahr allerdings ebenso wenig zum Aufstieg verhelfen wie in den beiden darauffolgenden Spielzeiten; 1972/73 scheiterte man zum vierten Mal in der Aufstiegsrunde zur Bundesliga.

Im Februar 1974 begann mit der Wahl von Roland Schmider zum neuen Präsidenten – er führte den Verein 26 Jahre lang – eine neue Ära des Karlsruher SC. Unter Trainer Carl-Heinz Rühl gelang der Elf um Rudi Wimmer, Rainer Ulrich und Wilfried Trenkel 1975 der direkte Aufstieg als Meister der neu gegründeten 2. Bundesliga Süd. Nach siebenjähriger Abstinenz gehörte der Karlsruher SC wieder dem Fußball-Oberhaus an, was im Umfeld für große Euphorie sorgte. Die beiden folgenden Spielzeiten bescherten dem Verein 1975/76 und 1976/77 trotz mäßiger Ergebnisse (Rang 15 und 16) Rekorde beim Zuschauerdurchschnitt, die selbst in den sportlich wesentlich erfolgreicheren 1990er Jahren nicht übertroffen wurden und bis heute Bestand haben.

Dennoch blieb der KSC bis Mitte der 1980er Jahre eine „Fahrstuhlmannschaft“: Zwischen 1975 und 1986 spielte man jeweils sechs Jahre in der ersten und zweiten Bundesliga. Der Verein „verschliss“ in dieser Zeit nicht weniger als neun Trainer.

Aufgrund der langen Zeit der Zweitklassigkeit konnte sich der Karlsruher SC finanziell keine großen Sprünge erlauben, was die Verpflichtung von erfahrenen Spielern betraf. Dies spiegelte sich in der ersten Bundesligasaison insbesondere im Fehlen eines Torjägers wider – die 46 erzielten Tore verteilten sich auf nicht weniger als 16 Spieler und der Mittelfeldmann Martin Kübler wurde mit nur sechs Treffern mannschaftsinterner Torschützenkönig. In der darauf folgenden Spielzeit zeigte sich die mangelnde Erfahrung vor allem in einer schwachen Abwehrleistung: 75 Gegentreffer führten den KSC nach zwei Jahren zurück in die Zweitklassigkeit.

Nach dem Abstieg blieb dem KSC zwar der Stamm der Mannschaft erhalten, die Bilanz der darauf folgenden Saison in der 2. Bundesliga fiel mit Platz 7 jedoch ernüchternd aus. Ein Kuriosum dieser Spielzeit ist die Entlassung von Trainer Bernd Hoss zu einem Zeitpunkt, als der KSC nach dem 12. Spieltag Spitzenreiter der 2. Liga war. Präsident Schmider begründete diesen Schritt mit der „unattraktiven Spielweise“ der Mannschaft. Seinem Nachfolger Rolf Schafstall wurde noch vor Saisonende ebenfalls gekündigt, als Interimslösung sprang der Trainer der Amateurmannschaft Walter Baureis ein.

Mit dem Rheinländer Manfred Krafft trat zur Saison 1978/79 ein Trainer sein Amt an, der das Team nach zwei weiteren Jahren wieder ins Fußball-Oberhaus zurückführte. Die Tore von Stefan Groß (14), Gerhard Bold und Emanuel Günther (jeweils 9) waren die Basis für das bis dahin erfolgreichste Jahr des KSC in der Bundesliga, die Saison 1980/81 wurde mit 56 Treffern und einem zehnten Platz abgeschlossen. Im November 1981 wurde Trainer Krafft entlassen und durch Max Merkel ersetzt, was bei den Fans und innerhalb der Mannschaft auf Unverständnis stieß – der KSC befand sich trotz drei Niederlagen in Folge zu diesem Zeitpunkt auf dem 12. Tabellenplatz. Präsident Roland Schmider selbst bezeichnete diese Maßnahme später als seinen größten Fehler. Merkel erreichte mit dem KSC zwar Platz 14 und damit den Klassenerhalt, verließ den Verein aber nach Saisonende wieder. Seine Nachfolger Horst Franz und Lothar Strehlau konnten nicht verhindern, dass sich der Karlsruher SC ein Jahr später erneut in der 2. Liga wiederfand.

Mit Werner Olk gelang in der Saison 1983/84 der sofortige Wiederaufstieg, und der Start in die Bundesliga-Saison 1984/85 war mit 12:12 Punkten vielversprechend. Nach den darauf folgenden sechs Niederlagen mit 4:29 Toren sowie sechs weiteren sieglosen Spielen rutschte der KSC jedoch auf den letzten Tabellenplatz ab und konnte sich von dieser Negativserie bis zum Saisonende nicht mehr erholen. Auch der im März 1985 aus Bürstadt geholte Trainer Lothar Buchmann konnte nicht verhindern, dass man als Vorletzter ein weiteres Mal abstieg. Nachdem in den Jahren zuvor einige langjährige Stützen der Mannschaft wie Wimmer, Struth, Trenkel und Bold ihre Karriere beendet hatten bzw. abgewandert waren, hatte der Karlsruher SC durch das ständige „Auf und Ab“ zudem in der Öffentlichkeit an Gunst verloren: Die Zweitligasaison 1985/86 brachte den nach 1971/72 zweitniedrigsten Zuschauerschnitt seit der Fusion 1952 und darüber hinaus mit dem siebten Tabellenplatz ein enttäuschendes sportliches Ergebnis ein.

Der Umbruch in der Stammbesetzung hatte in diesem Jahr noch keine Früchte getragen, die von Buchmann veranlassten Neuzugänge (darunter Trapp, Lars Schmidt, Pilipovic, Kreuzer, Schütterle und Bogdan) entwickelten sich aber in den darauf folgenden erfolgreichen Jahren unter seinem Nachfolger Winfried Schäfer zu zentralen Stützen der Mannschaft.

Mit der Verpflichtung von Winfried Schäfer als neuem Trainer und Carl-Heinz Rühl als Manager im Jahr 1986 begannen die erfolgreichsten zehn Jahre des Vereins in der jüngeren Geschichte. Schäfer, der bereits als Spieler zwei Spielzeiten (1975–77) für den KSC aktiv gewesen war, hatte nach Beendigung seiner aktiven Karriere 1985 ein Jahr lang als Talentsucher für Mönchengladbach gearbeitet, bevor er in Karlsruhe seine erste Trainerstelle antrat. In dem durch das Auf und Ab der vergangenen Spielzeiten sportlich und finanziell angeschlagenen Verein galt es, aus der Not eine Tugend zu machen und das Gerüst erfahrener Spieler wie Srećko Bogdan, Michael Harforth und Emanuel Günther durch junge, aufstrebende Talente zu ergänzen. Der Saisonstart verlief alles andere als optimal und nach einer deutlichen 0:8-Niederlage in Hannover hatten viele die Saison bereits abgehakt. Doch dank einer Serie, die mit einem 6:0-Erfolg gegen Saarbrücken am letzten Vorrundenspieltag begann und zehn Siege hintereinander einbrachte, stand der Aufstieg in die Bundesliga bereits am vorletzten Spieltag fest. Mit Torhüter Alexander Famulla, Oliver Kreuzer in der Abwehr und Arno Glesius als treffsicheren Torjäger (14 Saisontore) hatten sich in der Aufstiegssaison gleich drei Nachwuchsspieler in die Stammformation gespielt.

Nach einer durchwachsenen ersten Bundesliga-Saison 1987/88, in der man dem sofortigen Abstieg nur knapp entging, wurde die als „Elf der Namenlosen“ titulierte Mannschaft auch in der zweiten Spielzeit als Abstiegskandidat gehandelt. Winfried Schäfer gelang es jedoch im Gegensatz zu seinen Vorgängern, den Karlsruher SC in der Eliteklasse zu etablieren. Da die Mittel für prominente Verstärkungen nicht vorhanden waren, setzte Schäfer weiterhin vorwiegend auf Talente aus den eigenen Reihen und der Region, darunter Oliver Kahn (1987), Michael Sternkopf (1988), Mehmet Scholl (1989) und Jens Nowotny (1991) – mit zunehmendem Erfolg: In den nächsten Spielzeiten setzte man sich im gesicherten Mittelfeld der Bundesliga fest und schloss die Saison 1991/92 mit Rang acht und damit erstmals auf einem einstelligen Tabellenplatz ab.

Mit dem sechsten Rang 1992/93 qualifizierte sich der Verein für den UEFA-Pokal. In der zweiten Runde besiegten die Karlsruher nach einem 1:3 im Hinspiel den FC Valencia mit 7:0. Dieses Spiel gilt bis heute als Höhepunkt der jüngeren Vereinsgeschichte. Außerdem warf der KSC die renommierten Clubs PSV Eindhoven, Boavista Porto und Girondins Bordeaux aus dem Wettbewerb und zog ins Halbfinale ein. Dort schieden die Karlsruher knapp gegen den SV Austria Salzburg nach zwei Unentschieden (0:0 und 1:1) aufgrund der Auswärtstorregel aus. In den Folgejahren nahm der KSC noch zweimal (1996/97 und 1997/98) am UEFA-Pokal teil und erreichte das Finale im DFB-Pokal 1996, das mit 0:1 gegen den 1. FC Kaiserslautern verloren ging. Im selben Jahr gewann der Verein das Finale um den UEFA Intertoto Cup gegen Standard Lüttich (3:1 nach 0:1 im Hinspiel) und sicherte sich somit nochmals die Teilnahme am UEFA-Pokal.

Mit der Saison 1997/98 begann eine unerwartete sportliche Talfahrt des Karlsruher SC. Der Verein hatte sich als Tabellen-Sechster der Vorsaison zwar noch einmal für den UEFA-Pokal qualifiziert, wo man im Achtelfinale gegen Spartak Moskau ausschied. Im Verlauf der Meisterschaftsrunde zeigte sich jedoch, dass man die Abgänge von Leistungsträgern der Vorjahre wie Jens Nowotny (1996 zu Bayer Leverkusen), Thorsten Fink und Michael Tarnat (beide 1997 zu Bayern München) mannschaftlich nicht kompensiert hatte, die Neuzugänge Nyarko, Schepens und Zitelli erwiesen sich als Fehleinkäufe. So fand sich der KSC in der unteren Tabellenhälfte der Bundesliga wieder und aufgrund des enttäuschenden Saisonverlaufs wurde Winfried Schäfer im März 1998 nach zwölf Jahren im Amt entlassen. Die Karlsruher stiegen am Ende der Spielzeit – nach elf Jahren ununterbrochener Zugehörigkeit – aus der Bundesliga ab.

Das angestrebte Ziel, postwendend wieder in die Bundesliga zurückzukehren, geriet durch einen Fehlstart mit vier Niederlagen aus den ersten fünf Begegnungen gleich zu Beginn der Zweitligasaison 1998/99 in Gefahr. Nachdem die Vereinsführung sich gezwungen sah, Trainer Jörg Berger zu entlassen, schien der KSC unter Nachfolger Rainer Ulrich wieder in die Erfolgsspur zurückzukehren, der angestrebte Wiederaufstieg wurde am Saisonende jedoch knapp verpasst.

Mit der darauffolgenden Saison 1999/2000 begannen turbulente Jahre für den Verein. Geld, das man zuvor mit vollen Händen ausgegeben hatte, war nun nicht mehr vorhanden; der Versuch, mit einem kleineren Budget einen leistungsfähigen Spielerkader zusammenzustellen, misslang völlig: Der KSC belegte am Ende der Spielzeit abgeschlagen den letzten Tabellenplatz und stieg in die Regionalliga ab. Den Gang in die Drittklassigkeit, den der Verein erstmals in seiner Geschichte antreten musste, konnte auch der nach dem ersten Saisondrittel verpflichtete Trainer Joachim Löw nicht verhindern. Der Aufenthalt in der Regionalliga blieb jedoch nur eine kurze Episode in der Vereinschronik, nach einem kompletten Neuaufbau der Mannschaft gelang unter Trainer Stefan Kuntz die sofortige Rückkehr in die Zweite Bundesliga.

Viel bedrohlicher als die sportliche Talfahrt der ersten Fußballmannschaft sollte sich für den Verein seine finanzielle Situation erweisen. Obwohl der KSC in den 1990er Jahren durch Transfers von Stars wie Mehmet Scholl (ca. 6,5 Millionen DM) und Oliver Kahn (mit 5 Millionen DM der damals teuerste Torwart der Bundesliga-Geschichte) große Summen einnahm, stand durch Missmanagement der finanzielle Kollaps kurz bevor. Fehlende Weitsicht und eine unglückliche Hand bei Spielereinkäufen für die Fußballmannschaft, kostspielige Investitionen (Neubau der Haupttribüne für 45 Millionen DM) und Imagekampagnen wie z. B. das von aufwändigen Werbemaßnahmen begleitete Zukunftskonzept „KSC 2000“ oder die 1,5 Millionen Mark teure Verpflichtung von Heike Drechsler für die Leichtathletikabteilung hatten den Karlsruher SC an den Rand des Ruins gebracht. Dies bedeutete im Jahr 2000 auch das Ende der Ära Roland Schmider, der, ins Kreuzfeuer der Kritik geraten, nach 26 Jahren im Amt des Vereinspräsidenten zum 30. Juni 2000 zurücktrat. Die drohende Insolvenz des Vereins konnte 2002 erst durch den Übergangspräsidenten und ehemaligen Oberbürgermeister von Karlsruhe, Gerhard Seiler, abgewendet werden, der den Club durch seine guten Verbindungen zur regionalen Politik und Wirtschaft in seiner nur neunmonatigen Amtszeit vor der Auflösung rettete. Nachfolger von Seiler wurde der bis heute amtierende Präsident Hubert H. Raase.

Sportlich gesehen hatte der Verein nach der Rückkehr in die zweite Liga zunächst Mühe, die Klasse zu halten. In der Saison 2003/04 drohte dem Karlsruher SC lange Zeit der erneute Abstieg in die Regionalliga, der erst durch einen Sieg am letzten Spieltag verhindert werden konnte. In der darauf folgenden Spielrunde lag der KSC zur Winterpause auf Tabellenplatz 17. Die Vereinsführung sah sich dazu gezwungen, Trainer Lorenz-Günther Köstner zu beurlauben und sich nach einem Nachfolger umzuschauen. Nach der siebentägigen Episode um die Verpflichtung und Wiederentlassung von Reinhold Fanz übernahm mit Edmund Becker der bisherige Betreuer der zweiten Mannschaft das Traineramt bei den Profis. Erst durch einen furiosen Schlussspurt mit vier Siegen in den letzten vier Saisonspielen konnte sich die Mannschaft letztendlich den Klassenerhalt sichern. Die mit Beckers Amtsübernahme begonnene positive sportliche Entwicklung der Mannschaft (Platz 6 der Rückrundentabelle) setzte sich in der Folgezeit weiter fort, und so spielte der Club in der Saison 2005/06 erstmals seit Jahren wieder um den Aufstieg in die Bundesliga mit: Der KSC schloss die Spielzeit mit dem 6. Tabellenrang ab.

In der Saison 2006/07 sicherte sich der Verein bereits drei Runden vor Saisonende die Meisterschaft in der 2. Bundesliga und stieg nach neunjähriger Unterbrechung wieder in die oberste Spielklasse auf. Der KSC war in dieser Spielzeit der erste Verein seit Einführung der eingleisigen 2. Bundesliga, der vom ersten bis zum letzten Spieltag auf einem Aufstiegsplatz stand. Dieser sportliche Erfolg gelang trotz der geringen finanziellen Mittel, die seit der abgewendeten Insolvenz durch den von der Vereinsführung verfolgten Sparkurs zur Verfügung standen. Trainer Becker und Manager Dohmen gelang es mit diesen Mitteln eine junge Mannschaft wachsen zu lassen, die sowohl durch eigene Nachwuchskräfte als auch durch Spieler, die sich zuvor bei größeren Vereinen nicht dauerhaft etablieren konnten, ergänzt wurde.

Auch im Vorfeld der Bundesliga-Saison 2007/08 erlaubte sich der Karlsruher SC finanziell keine großen Sprünge. Doch trotz des geringsten Etats aller Bundesligisten gelang es, mit Tamás Hajnal einen Ersatz für den nach Dortmund gewechselten Spielmacher Giovanni Federico zu finden, und die Mannschaft mit weiteren Spielern qualitativ zu verstärken. Dem KSC gelang mit dem zwischenzeitlichen zweiten Platz der erfolgreichste Saisonstart seiner Bundesligageschichte; er konnte die Hinrunde mit 28 Punkten auf dem 6. Rang abschließen. Zum Ende der Spielzeit rutschte der Club als zweitschlechteste Rückrundenmannschaft auf den 11. Tabellenplatz ab, blieb aber bester Aufsteiger.

Als größten Erfolg kann der Karlsruher SC auf zwei Pokalsiege (1955 und 1956) zurückblicken; der Vorgängerverein FC Phönix gewann 1909 den deutschen Meistertitel.

Der FC Phönix war 1945 Gründungsmitglied der Oberliga Süd, stieg nach zwei Spielzeiten jedoch ab. Der andere Vorgängerverein des Karlsruher SC, der VfB Mühlburg, stieg 1947 in die seinerzeit höchste Spielklasse auf und konnte sich bis 1952 dort halten. Mit dem Zusammenschluss übernahm der KSC den Platz der Mühlburger und schloss fast alle Spielzeiten bis zur Gründung der Bundesliga in der oberen Tabellenhälfte ab (Ausnahmen: Platz 9 in der Saison 1958/59 und 1961/62).

Zusammengenommen waren die drei Vereine in der Geschichte der Oberliga Süd in allen Spielzeiten zwischen 1945 und 1963 vertreten und würden in der Summe Platz 5 belegen.

Der Karlsruher SC war 1963 Gründungsmitglied der Fußball-Bundesliga, nahm bisher an 22 Spielzeiten teil und belegt in der „Ewigen Tabelle“ der Bundesliga Rang 18 (Stand Juni 2007). Als bestes Ergebnis erreichte der KSC Platz 6 (1993, 1994 und 1997), fünf Mal (1968, 1977, 1983, 1985 und 1998) stieg der Verein aus der Bundesliga ab, ebenso häufig (1975, 1980, 1984, 1987 und 2007) gelang die Rückkehr ins Fußball-Oberhaus.

Insgesamt zwölf Spieler trugen bis heute während ihrer Zeit beim Karlsruher SC bzw. KFC Phönix das Trikot der Deutschen Fußballnationalmannschaft. Zudem spielte der Karlsruher Kurt Sommerlatt beim Olympischen Fußballturnier 1952 für Deutschland; für diese Spiele wurde aber nur eine Amateurnationalmannschaft gestellt. In den Reihen des Karlsruher SC standen außerdem zahlreiche Spieler, die ihre Länderspiele entweder vor ihrer Zeit beim KSC absolvierten (u. a. Cieslarczyk, Kargus, Rolff, Buchwald) oder erst danach in die Nationalelf berufen wurden (Kahn, Scholl, Nowotny, Engelhardt und zuletzt Fritz).

Als Winfried Schäfer im Sommer 1986 das Traineramt beim Karlsruher SC übernahm, hatte der Verein in den 34 Jahren seit der Fusion schon 24 Vorgänger auf diesem Posten erlebt. Die rund 17 Monate, die ein Trainer bis dato durchschnittlich für den Verein tätig war, sollte Schäfer um ein Vielfaches übertreffen. Seine fast 12 Jahre währende Amtszeit ist eine der längsten, die es bisher im deutschen Profifußball gab, und war für den KSC die erfolgreichste Zeit der jüngeren Vereinsgeschichte. Insgesamt sind bis zum heutigen Tag 32 verschiedene Trainer für die erste Mannschaft der Karlsruher verantwortlich gewesen. Nur 14 von ihnen erlebten eine komplette Spielzeit in dieser Position; der aktuelle Trainer Edmund Becker ist einer von ihnen.

Seit 1974 trägt der Karlsruher SC den Schriftzug eines Hauptsponsors auf dem Trikot, das erste Unternehmen war die Karlsruher Lebensversicherungs-AG („Karlsruher Leben“, 1974–1978), dem bisher zehn weitere folgten (siehe Liste). Seit der Saison 2004/05 ist der Energieversorger EnBW Hauptsponsor des Karlsruher SC und unterstützt den Verein in der Saison 2007/08 mit 1,64 Millionen Euro; Karlsruhe steht damit im Vergleich der Bundesligavereine an vorletzter Stelle. Ausrüster der KSC-Mannschaften ist seit 2000/01 der Sportartikelhersteller JAKO; der zum Ende der Saison 2008/09 auslaufende Vertrag mit dem hohenloher Unternehmen wird jedoch nicht weiter verlängert. Nachfolger wird der amerikanische Konkurrent Nike, der schon seit Sommer 2007 Schuhausrüster der Karlsruher ist. Sponsor der Jugendabteilung ist das Pharmaunternehmen Pfizer, dessen deutsche Zentrale in Karlsruhe ansässig war.

Mit der Fusion 1952 wurden auch die Amateur- und Jugendabteilungen beider Vereine zusammengelegt. Die erste Spielzeit wurde von der ersten Mannschaft des FC Phönix (1. Amateurliga) noch regulär zu Ende gespielt, während die „Zweite“ des VfB Mühlburg (A-Klasse) nur noch außer Konkurrenz antrat. Zur Saison 1953/54 stellte die jetzt vereinte Amateurabteilung vier Mannschaften, wobei die erste Mannschaft mit dem ehemaligen Mühlburger Spieler Georg Seeburger als Trainer den Platz des FC Phönix in der 1. Amateurliga übernehmen und zunächst auch behaupten konnte. Ein Jahr später folgte jedoch der Abstieg, gleichzeitig wurde die Anzahl der Teams auf zwei reduziert.

In der 2. Amateurliga belegte man zwar meist vordere Plätze, verblieb jedoch noch einige Jahre in dieser Klasse. 1961 gelang der Aufstieg in die höchste Amateurklasse, wo man sich bis zur Staffelneuordnung 1978 nicht nur halten konnte, sondern 1965 auch die Meisterschaft gewann. Für die zur Saison 1978/79 neu gebildete Amateuroberliga Baden-Württemberg qualifizierte sich der KSC aufgrund der Ergebnisse der Vorjahre jedoch nicht, und nach der ersten Spielzeit in der Verbandsliga stieg man auch noch in die Landesliga ab, woraufhin jedoch der sofortige Wiederaufstieg gelang. 1983 kehrte man für zwei Jahre in die höchste Amateurklasse zurück; zu dieser Zeit standen mit Oliver Kreuzer und Rainer Schütterle zwei Spieler in den Reihen der Mannschaft, später sehr erfolgreiche Profis wurden. Nach dem Abstieg in die Verbandsliga trat der ehemalige KSC-Profi Rolf Kahn das Traineramt bei den Amateuren an und setzte die Talentförderung als Prämisse für die Amateurabteilung; das Durchschnittsalter der Mannschaft sank zwischenzeitlich auf 19 Jahre. Zwar ließ die Rückkehr in die Oberliga bis 1989 auf sich warten, dafür schafften in dieser Zeit mehrere junge Spieler aus den Reihen des Teams den Sprung ins Profilager, darunter z. B. Michael Sternkopf. Als Aufsteiger wurde man in der Saison 1989/90 überraschend Meister der Oberliga Baden-Württemberg, nach dem Weggang einiger Leistungsträger folgte aber schon drei Jahre später der erneute Gang in die Verbandsliga.

1994 löste die Regionalliga die Oberliga als „Überbau“ des Amateurspielbetriebs ab und 1996 gelang den KSC-Amateuren die Rückkehr in die höchste Spielklasse. Durch den Abstieg der Profimannschaft im Jahr 2000 musste die Mannschaft trotz eines 12. Platzes den Gang in die Oberliga antreten, aus der man erst 2005 wieder in die Regionalliga Süd aufstieg, wo man seither als Nachwuchsteam Karlsruher SC II (U 23) der Profimannschaft antritt.

Seit Januar 2005 wird das Nachwuchsteam der Profimannschaft, das mittlerweile als Karlsruher SC II (U 23) bezeichnet wird, vom ehemaligen KSC-Profi Rainer Krieg trainiert. Mit der neuerlichen Umstrukturierung des deutschen Ligasystems zur Saison 2008/09 wurde in der vorangehenden Spielzeit 2007/08 die Qualifikation zur neu geschaffenen 3. Liga angestrebt, die allerdings misslang. Seitdem spielt der KSC II in der nun viertklassigen Regionalliga Süd.

Die Junioren des Karlsruher SC stellen für die Altersklassen U 10 bis U 19 Mannschaften. Die A-Junioren (U 19) spielen in der höchsten Spielklasse, der Bundesliga Süd/SW, die U 18-Junioren qualifizierten sich durch einen 7. Platz in der Regionalliga-Saison 2006/07 für die neu geschaffene U18-Bundesliga. Auch die anderen Juniorenmannschaften sind in höherklassigen Spielstaffeln vertreten. In den 60er und 70er Jahren gab es noch bis zu sechs Mannschaften je Altersklasse, später beschränkte man sich bewusst auf maximal je zwei Teams. Seit 1964 besteht auf dem Gelände des Wildparkstadions ein Jugendheim, die Jugendlichen trainieren und spielen auf mehreren eigenen Plätzen.

Die Jugendarbeit spielte schon bei den beiden Vorgängervereinen des Karlsruher SC eine große Rolle. So wurde beim FC Phönix bereits 1902 durch Franz Klotz, dem Vater des späteren Karlsruher Oberbürgermeisters Günther Klotz, eine Jugendabteilung aus der Taufe gehoben, beim VfB Mühlburg wuchsen unter der Leitung von Fritz Herzer Anfang der 1930er einige Talente heran, die in den Jahren vor der Fusion das Gerüst der Mühlburger Erfolgsmannschaft bildeten. Die A-Jugend des VfB Mühlburg wurde ein Jahr vor dem Zusammenschluss süddeutscher Meister, dieselbe Altersklasse konnte beim KSC diesen Erfolg 1957, 1960 und 1962 wiederholen. 1969/70 wurde für die A-Jugend die Verbandsliga gegründet, ein Jahr später kam die gleiche Klasse bei der B-Jugend hinzu. Beide Mannschaften konnten sich zwar mehrfach für die Endrunde um die deutsche Meisterschaft qualifizieren, meist war jedoch in den Vor- und Zwischenrunden Schluss. Bei der Gründung der A-Jugend-Bundesliga verpasste der KSC 2003/04 noch die Qualifikation, ein Jahr später gelang der Sprung in die höchste Spielklasse.

Die Frauenfußball-Abteilung besteht seit 2001, als der Karlsruher SC die Frauen- und Juniorinnenmannschaften des aus finanziellen und organisatorischen Gründen aufgelösten Vereins DFC Eggenstein übernahm. Der DFC Eggenstein war ein reiner Frauenfußballverein, dessen erste Mannschaft zuletzt in der Oberliga Baden-Württemberg spielte. Die B-Juniorinnen wurden im letzten Jahr des Bestehens des DFC Deutscher Meister. In Hermsdorf schlug die Mannschaft den 1. FFC Turbine Potsdam mit 1:0.

Die erste Frauenmannschaft des KSC wurde 2004 Meister der Oberliga und schaffte in der Aufstiegsrunde die Qualifikation für die damals neu eingeführte 2. Bundesliga. Trotz des Erfolges verließ ein Großteil der Mannschaft samt Trainer und Abteilungsleiter infolge interner Querelen im Januar 2005 den Verein und schloss sich dem ASV Hagsfeld an. In den beiden ersten Zweitligaspielzeiten rettete sich die Mannschaft jeweils nur knapp vor dem Abstieg. Während man in der Saison 2004/05 nur aufgrund des besseren Torverhältnisses den Klassenerhalt schaffte, verhalf ein Jahr später der Zwangsabstieg der zweiten Mannschaft des VfL Sindelfingen den sportlich abgestiegenen KSC-Frauen zum Ligaverbleib. Die Saison 2006/07 beendete das Team wie im Vorjahr auf dem vorletzten Platz und musste in die wieder gegründete Regionalliga Süd absteigen.

Der erste Auftritt im DFB-Pokal endete in einem Debakel. Am 23. September 2001 unterlagen die Karlsruherinnen dem 1. FFC Frankfurt mit 0:20. Die KSC-Frauen teilen sich mit dem FC Oberneuland den Rekord für die höchste Pokalniederlage, nachdem Oberneuland zwei Jahre später mit dem gleichen Ergebnis gegen den FFC Heike Rheine verlor. Die erfolgreichste Pokalsaison folgte 2005/06, als die Mannschaft im Achtelfinale am SC Sand scheiterte.

Trainiert wird die Mannschaft von der sechsmaligen Nationalspielerin Tanja Rastetter. Die zweite Mannschaft spielt eine Klasse darunter in der Verbandsliga Baden. Das Training und die meisten Spiele finden auf der benachbarten Anlage von Germania Karlsruhe statt. Des Weiteren stellen die Juniorinnen in den Altersgruppen B, C und D insgesamt fünf Teams. Die B-Juniorinnen wurden 2007 in der höchsten Spielklasse, der Oberliga Baden-Württemberg, als Aufsteiger Vizemeister. Alle anderen Mannschaften spielen in der Verbandsliga.

Neben dem regulären Spielbetrieb hat der KSC seit seiner Gründung 1952 eine „Alte Herren“-Mannschaft für ältere Spieler, die in unregelmäßigen Abständen Freundschaftsspiele austrägt. Diese Mannschaft steht grundsätzlich jedem offen, auch bekannte ehemalige Profis und Lizenzspieler wie Rolf Kahn, Kurt Sommerlatt, Horst Wild oder Rudi Wimmer standen oder stehen für die „Alten Herren“ auf dem Platz.

Daneben besteht mit den „KSC Allstars“ eine Traditionsmannschaft mit ehemaligen Profispielern wie Rainer Schütterle und Burkhard Reich, die mehrmals jährlich zu Benefizspielen, zum Beispiel im Rahmen von Sportfesten, antritt. Der Erlös geht jeweils zur Hälfte an die KSC-Jugendabteilung und den gastgebenden Verein.

Die Fans des Karlsruher SC kommen überwiegend aus dem Nord- und Mittelbadischen Raum, der Südpfalz und dem Elsass. Der KSC pflegt eine langjährige und sehr intensive Fanfreundschaft mit Hertha BSC, Racing Straßburg und Pisa Calcio. Bis Mitte der 1990er Jahre bestand auch eine lose Fanfreundschaft mit Borussia Dortmund.

Die größte Abneigung besteht zu den Anhängern des VfB Stuttgart. Die Rivalität zwischen beiden Clubs begründet sich einerseits in einer historisch gewachsenen Antipathie der Badener gegenüber dem schwäbischen Teil der Landesbevölkerung. Diese geht vor allem auf die Fusion der vormals eigenständigen Länder Baden und Württemberg zurück, welche von vielen Badenern als Zwangseingliederung empfunden wurde. Zum anderen wird die wirtschaftliche Unterstützung der Stuttgarter durch die Landespolitik, die wie im Falle des Stadionausbaus oder bei den Sponsorengeldern des gemeinsamen Sponsoren EnBW beim VfB deutlich höher als beim KSC ausfällt, seitens der Karlsruher Anhänger als Benachteilung empfunden und für die gespannten Verhältnisse zwischen den Fans beider Vereine verantwortlich gemacht.

Weitere Rivalitäten bestehen zu den Fans des 1. FC Kaiserslautern und SV Waldhof Mannheim 07.

Im Jahr 1986 riefen einige engagierte KSC-Fans ein Fanprojekt ins Leben, das als gemeinsame Basis der Fanarbeit in Karlsruhe dienen sollte (z. B. Organisation von Auswärtsfahrten und Fußballturnieren, Verbesserung des Fanimages in der Öffentlichkeit). Das Projekt wurde am 12. September 1986 durch Gründung des Vereins „Interessengemeinschaft Karlsruher Fußballfans e. V. (IG)“ initiiert und die Trägerschaft 1989 vom Stadtjugendausschuss der Stadt Karlsruhe übernommen. Von Seiten des Vereins wurde das Projekt ab den 1990er Jahren u. a. durch verbilligte Dauerkarten und Unterstützung von Auswärtsfahrten gefördert. Seit dem 31. August 2001 heißt die IG „Supporters Karlsruhe 1986 e. V.“, der Verein hat etwa 2700 Mitglieder.

Vor Heimspielen des KSC gehört es, wie bei anderen badischen Fußballvereinen, zur Tradition, dass die Fans gemeinsam das Badnerlied singen. Mit dem Anstimmen dieser inoffiziellen Landeshymne wird der, zumindest auf den Fußball bezogene, Lokalpatriotismus der Badener demonstriert. Vereinzelt hört man im Stadion immer wieder auch umgedichtete Textzeilen, in denen die Rivalität zu den benachbarten Schwaben zum Ausdruck gebracht wird.

Als inoffizielle Vereinshymnen gelten die Lieder „KSC olé, olé“ und „Für immer KSC“, die von Sabine Wittwer, der Ehefrau des früheren KSC-Spielers Michael Wittwer, zusammen mit anderen Liedern 1994 auf eine LP zum 100. Vereinsjubiläum eingespielt wurden.

Das Maskottchen des Karlsruher SC stellt ein Wildschwein dar und heißt „Willi Wildpark“. In Erinnerung an das Gründungsjahr des Vereins 1894 trägt es auf seinem Trikot die Rückennummer 94. Es löste Ende 2006 den Fuchs „Swinny“ ab, der in den 1990er Jahren als erste Symbolfigur des KSC entstanden war und dessen Name sich an den Spitznamen des damaligen Trainers Winfried „Winnie“ Schäfer angelehnt hatte.

Die Boxabteilung des Karlsruher SC wurde am 7. Dezember 1959 gegründet und hat heute rund 1200 Mitglieder. Das Training findet im „KSC Boxgym“ in den Kellerräumen der Gutenberg-Schulsporthalle statt und wird geleitet von dem mehrfachen DDR-Meister und Europameister Siegfried Mehnert sowie dem US-Amerikaner Tyson Gray, der beim Karlsruher SC das Boxen erlernte.

Für den Aufbau der Abteilung waren in den Anfangsjahren vor allem Fritz Müller, der sie bis 1962 leitete, und Erich Fehlberg verantwortlich. Trainiert wurde zunächst in der alten Hochschulsporthalle des damaligen Instituts für Leibesübungen der TH Karlsruhe. Erste Boxer waren die bis dahin für Baden-Baden kämpfenden Günter Feuchter, Willi Mültien und Heinz Birkle, der Europameister Horst Rascher stieß 1960 aus Ulm zum Karlsruher SC. Er verließ den Verein zwar schon 1962 wieder, erkämpfte aber für den KSC den ersten deutschen Meistertitel. Die Mannschaftskämpfe, die in der alten Stadthalle stattfanden, zogen immerhin bis zu 2000 Zuschauer an.

1962 wurde der viermalige deutsche Studentenmeister und zweimalige badische Meister Heinz Birkle Leiter der Boxabteilung. Er erreichte in seiner aktiven Zeit in 169 Kämpfen 131 Siege bei nur 31 Niederlagen und leitete gemeinsam mit dem zwölffachen badischen Meister Helmut Schwab noch bis 1991 das Training und prägte die Abteilung entscheidend mit. 1968 gewann der KSC erstmals den Wilhelm-Beierlein-Gedächtnispreis, der als inoffizielle badische Meisterschaft gilt, und verteidigte ihn mit einer Ausnahme (2000) bis heute. 1970 und 1972 wurde man Deutscher Pokalsieger. Für den Aufbau einer Bundesligamannschaft fehlten allerdings das Geld und die Zeit: Abteilungsleiter Birkle war neben seiner Tätigkeit für den KSC ab 1973 als Sportwart des Deutschen Amateur-Box-Verbands (DABV), ab 1973 in der gleichen Funktion für den europäischen Verband (EABA) und später im Exekutivkomitee des Weltverbandes AIBA tätig.

Mit Markus Bott (1982) und Alexander Künzler (1984) kamen zwei Nachwuchstalente aus Pforzheim nach Karlsruhe, die sich schnell zu erfolgreichen Boxern entwickelten. Künzler etwa erkämpfte acht deutsche Meisterschaften und kam auf 75 Einsätze in der Nationalmannschaft, und beide nahmen an den Olympischen Spielen 1984 und 1988 teil. Zwei weitere überregional bekannte Boxer stellte der Verein mit Sven Ottke, der 1992 zum KSC kam und bis zu seinem Wechsel in den Profibereich 1997 die Farben des Vereins vertrat, sowie mit Tyson Gray, der im Federgewicht von 1978 bis 1993 15 mal in Folge badischer Meister wurde. Insgesamt erreichte die Boxabteilung des Vereins zwischen 1961 und 2005 156 badische und 18 deutsche Meistertitel. In jüngerer Vergangenheit sind auch immer mehr Frauen in der Boxabteilung aktiv, am erfolgreichsten war bisher Tasheena Bugar, die im Federgewicht 2005 den badischen und den süddeutschen Meistertitel gewann und bei den deutschen Meisterschaften Platz 3 belegte.

Darüber hinaus war Heinz Birkle 1976, 1984 und 1988 Betreuer der deutschen Olympiamannschaft.

Die Leichtathletikabteilung des Karlsruher SC hat im Jahr 2007 etwa 100 aktive Mitglieder in den Wettkampfdisziplinen Sprint, Mittelstrecken und Weitsprung. Sie wurde ursprünglich 1922 im Vorgängerverein FC Phönix gegründet und hatte zwischen 1924 und 1930 sowie zwischen 1950 und 1966 ihre sportlichen Hochzeiten. Trotz verschiedener Bemühungen des Vereins, die Leichtathletikdisziplinen zu fördern, konnte die Abteilung in den letzten Jahrzehnten kaum mehr überregionale Erfolge verzeichnen.

Als dem FC Phönix von der Stadt Karlsruhe nach dem Ersten Weltkrieg ein großes Gelände im Hardtwald für den Bau einer neuen Sportstätte überlassen wurde, entschloss sich der Verein, das Stadion auch mit Laufbahnen und Sprunganlagen auszustatten und eine Leichtathletik-Abteilung zu gründen, was 1922 auch umgesetzt wurde. Mit dem Olympiateilnehmer von 1912, Georg Amberger, stieß kurz darauf ein Trainer vom Karlsruher FV zu Phönix, der die Leichtathleten in den 1920er Jahren zu zahlreichen Erfolgen nicht nur auf regionaler, sondern auch auf nationaler und internationaler Ebene führte. 1924 wurde Phönix badischer Mannschaftsmeister und Gewinner der 20 × 300 m Staffel. Die 4 × 100 m Staffel in der Besetzung Alex Natan, Otto Faist, Kurt von Rappard und Robert Suhr errang im selben Jahr den süddeutschen und 1926 in 42,1 s den deutschen Meistertitel, kurz darauf brachen sie mit 41,9 s bei einem Sportfest auch den Europarekord. Bereits 1925 war Phönix, nicht zuletzt aufgrund einer konsequenten Jugendarbeit, mit 14 gewonnenen Titeln der beste Leichtathletikverein in Baden, weit vor dem KFV mit 7 Titeln. Mit Gertrud Gladitsch stellte Phönix in dieser Zeit eine weitere Spitzensportlerin, sie stellte bei den deutschen Meisterschaften 1927 mit 12,0 s über 100 m und 5,62 m im Weitsprung Weltrekordleistungen auf, die aber „nur“ als deutsche Rekorde geführt wurden. Mit Hans Steinhardt, dem deutschen Meister 1927 und 1928 über 110 m Hürden, nahm 1928 erstmals ein Karlsruher Sportler an Olympischen Spielen teil.

Danach wurde es vorübergehend still um die Abteilung, bis in den Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg Lilli Unbescheid, die deutsche Meisterin von 1942, 1943 und 1946 im Kugelstoßen, vom MTV zum KSC wechselte und der vormalige Phönix-Sprinter Robert Suhr bis zur Wettkampfsaison 1949/50 die Leichtathletikabteilung neu belebte, indem er rund 30 Athleten für den Verein gewann. 1951 kam der für Bietigheim startende Sprinter Heinz Fütterer nach Karlsruhe, 1954 folgte der 400m-Läufer Carl Kaufmann seinem Beispiel.

Das Engagement Suhrs sowie die Erfolge und olympischen Medaillen der Karlsruher Vorzeigeathleten – der zeitweilige 100m-Weltrekordler Fütterer sowie Lothar Knörzer erliefen 1956 in Melbourne in der 4 × 100 m Staffel eine Bronzemedaille, Kaufmann 1960 in Rom zwei Silbermedaillen – sorgten für einen vorübergehenden Boom der Leichtathletik in Karlsruhe, der aber längst verflogen ist. 1968 gab der seit 1949 für Phönix bzw. den KSC tätige Trainer Helmut Häfele sein Amt auf und seit 1968 fanden im Wildparkstadion keine großen Leichtathletik-Veranstaltungen mehr statt. In den letzten Jahrzehnten sorgten lediglich internationale Leichtathletik-Meetings in der Karlsruher Europahalle sowie die Verpflichtung von Heike Drechsler, die 2001 für zwei Jahre zum Karlsruher SC kam und zum Abschluss ihrer Karriere 2001 und 2002 deutsche Meisterin im Weitsprung wurde, überregional für Schlagzeilen in dieser Sportart.

Nach dem Ersten Weltkrieg wurde mit dem Großfeldhandball eine neue Sportart populär. Sie wurde bei Phönix zunächst von den Frauen der Leichtathletikabteilung betrieben, wenn der sonstige Trainings- und Wettkampfbetrieb in der kalten Jahreszeit ruhte. 1925 wurde im Verein eine Handballabteilung gegründet. Die Phönix-Frauen erwiesen sich zwar als unangefochtene Nummer Eins in Karlsruhe, scheiterten im Kampf um die Badische Meisterschaft bis 1945 aber immer wieder am VfR Mannheim. Erst im Juni 1947 wurden die Mannheimerinnen erstmals im Titelkampf besiegt, und Phönix gewann 1947, 1950, und 1951 die Badische Meisterschaft, der Titelgewinn konnte nach der Fusion zum Karlsruher SC 1955 ein weiteres Mal wiederholt werden. In der Endrunde um die Süddeutsche Meisterschaft erzielte Phönix als bestes Resultat Platz 3 (1950).

Auch beim VfB Mühlburg wurde Großfeldhandball gespielt, 1948 wurde eine eigene Abteilung ins Leben gerufen, die zunächst hauptsächlich aus ehemaligen Spielern des TV Beiertheim bestand. Bereits 1950 spielte die Mühlburger Männermannschaft in der obersten Spielklasse, der Badischen Verbandsliga. Die Sportart wurde nach der Fusion beim Karlsruher SC weiter ausgeübt, ihre Popularität erreichte in den 1950er Jahren ihren Höhepunkt. So sahen am 12. Oktober 1956 20.000 Zuschauer im Karlsruher Wildparkstadion ein Länderspiel zwischen Deutschland und Österreich, das 24:18 endete.

In den 1960er- und 1970er-Jahren wurde der Großfeldhandball vom Hallenhandball immer mehr verdrängt, bis die Sportart schließlich 1977 offiziell vom Spielplan des Badischen Handballverbands gestrichen wurde. In Ermangelung einer eigenen Sporthalle und angesichts der starken Karlsruher Konkurrenz im Handball in den 1970er Jahren, wie z. B. dem Bundesligisten TSV 1896 Rintheim, wurde der Handballsport beim Karlsruher SC nicht weiter ausgeübt.

Die Vereinsstruktur des Karlsruher SC gliedert sich in die Organe Mitgliederversammlung, Wahlausschuss, Präsidium, Vereinsrat, Verwaltungsrat und Ehrenrat.

Die Mitgliederversammlung ist das höchste Gremium und wählt die Mitglieder der weiteren Organe des Vereins. Daneben bestimmt sie zwei vom Wahlausschuss vorgeschlagene Revisoren, die mehrmals im Geschäftsjahr die Buchführung einer Prüfung unterziehen.

Der Vereinsrat, welcher sich aus dem Präsidium, den Leitern der sportlichen Abteilungen, sowie von der Mitgliederversammlung gewählten Mitgliedern zusammensetzt, bestimmt unter anderem über die Neugründung bzw. die Auflösung der Abteilungen.

Das Präsidium des Karlsruher SC setzt sich aus einem Präsidenten und zwei Vizepräsidenten zusammen. Es vertritt den Verein als ausführendes Organ und ist an erster Stelle mit der ordnungsgemäßen Vereinsführung betraut. Die Geschäftsstelle mit dem Management an der Spitze ist dem Präsidium unterstellt und bündelt das für die Führung der Geschäfte notwendige kaufmännische und technische Personal. Das Präsidium wird, ebenso wie die anderen Vereinsorgane, von der Mitgliederversammlung gewählt. Die Amtsdauer beträgt drei Jahre – es ist eine zweimalige Wiederwahl zulässig.

Aktueller Präsident des Vereins ist der Unternehmer Hubert H. Raase, der auf einer Mitgliederversammlung am 27. November 2002 mit 293 zu 25 Stimmen gewählt wurde. Vizepräsidenten sind Michael Steidl (seit 4. Juni 2001) und Rainer Schütterle (seit 30. September 2003). Manager des Karlsruher SC ist Rolf Dohmen, der wie Schütterle bereits in früheren Jahren als Spieler für den Verein aktiv war.

Der Verwaltungsrat hat für das Vereinspräsidium eine beratende Funktion in wirtschaftlichen und rechtlichen Angelegenheiten und dient in diesem Kontext gleichzeitig als Überwachungsorgan. Der Verwaltungsrat genehmigt unter anderem die Geschäftsordnung, den Haushaltsplan sowie den Finanzplan zur Beurteilung der Wirtschaftlichkeit des Vereins durch die DFL. Des Weiteren benötigt das Präsidium für die Durchführung finanzintensiver Geschäfte die Zustimmung des Verwaltungsrates – ausgenommen hiervon sind allerdings die Spieler- und Trainerverträge der ersten Fußballmannschaft.

Die sieben Mitglieder des Verwaltungsrates arbeiten ehrenamtlich, dürfen nicht gleichzeitig Mitglied des Präsidiums sein, und werden von der Mitgliederversammlung für eine Dauer von drei Jahren gewählt. Vorsitzender des Verwaltungsrates ist Peter Mayer.

Das Wildparkstadion liegt inmitten eines größeren Sportareals im Karlsruher Hardtwald. In seiner heutigen Form als Fußball- und Leichtathletikstadion wurde es im Jahr 1955 anstelle der alten Phönix-Sportplätze erbaut und verfügte ursprünglich über ein Fassungsvermögen von 50.000 Zuschauern. Nach mehreren Modernisierungs- und Umbaumaßnahmen am Stadion bietet es mittlerweile 29.699 Zuschauern Platz, 15.157 davon auf Sitzplätzen.

Die mehrere Jahre währenden Planungen für die Umwandlung des Wildparks in ein reines Fußballstadion und die Anpassung an die Auflagen des DFB und der DFL wurden seit 2006 verstärkt vorangetrieben. Nachdem im Februar 2007 der Finanzierung des Umbauprojektes von Seiten der Stadt Karlsruhe – als jetziger und auch zukünftiger Eigentümerin des Stadions – zugestimmt wurde, wurde im Sommer 2007 eine Rasenheizung installiert und die Laufbahnen der Leichtathleten entfernt. Die Umbauarbeiten im Zuschauerbereich sollen im Jahr 2008 beginnen.

Zum 7,5 Hektar großen Gesamtareal des Wildparkstadions gehören des Weiteren eine Sporthalle, vier Rasentrainingsplätze und ein Kunstrasenplatz. Auf Platz 2 des Wildparkstadions bestritt die Nachwuchsmannschaft des KSC bis zur Saison 2007/08 ihre Heimspiele. Seitdem trägt der KSC II wie die Profimannschaft seine Heimpartien im Wildparkstadion aus.

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Hannover

Hannover (Deutschland)

Hannover ist die Hauptstadt des 1946 gegründeten Landes Niedersachsen. Die an der Leine gelegene Stadt hat rund 520.000 Einwohner. Sie gehört zur Region Hannover, einem Kommunalverband besonderer Art, und ist Teil der Metropolregion Hannover-Braunschweig-Göttingen. Hannover war Hauptstadt des gleichnamigen Landes und ab 1866 Hauptstadt der preußischen Provinz Hannover. Die Stadt ist heute eine weltweit bedeutende Messestadt. Die Entwicklung der Stadt wurde durch ihre Lage am Schnittpunkt wichtiger nationaler und europäischer Verkehrswege begünstigt.

Hannover liegt im Tal der Leine am Übergang zwischen dem niedersächsischen Bergland und dem norddeutschen Tiefland. Im Südwesten der Stadt grenzen die Ausläufer des Weserberglandes mit ackerbaulich fruchtbaren Lössböden, im Norden die sandigen und moorigen Geestlandschaften der Burgdorf-Peiner- und Hannoversche Moorgeest an das Stadtgebiet.

Die Lage mit seinen naturräumlichen und verkehrsgeographischen Voraussetzungen bot Hannover günstige Möglichkeiten zur Entwicklung vom mittelalterlichen Dorf zur Großstadt. Im Mittelalter passierte ein bedeutender Nord-Süd-Handelsweg, der durch das Leinetal führte, die Ortsstelle an einer Flussfurt. Im 19. Jahrhundert folgte die Eisenbahn diesem Verlauf und durch den Bau des Mittellandkanals als Ost-West-Verbindung im 20. Jahrhundert lag Hannover am Kreuzungspunkt dieser wichtigen Verkehrstrassen. Gleiches gilt für den Straßenverkehr durch den Schnittpunkt von A 2 und A 7 nahe Hannover (siehe auch unter Verkehr).

Über 11 Prozent des etwa 200 km² großen Stadtgebietes sind öffentliche Grünflächen, weshalb Hannover auch als Großstadt im Grünen bezeichnet wird. Der zentrumsnahe Stadtwald Eilenriede hat allein eine Größe von 650 Hektar.

Südlich des Stadtzentrums befindet sich der Maschsee, ein circa 78 Hektar großer künstlich angelegter See ohne natürlichen Zu- und Ablauf.

Von Süden her kommend fließt die Leine durch Hannover nordwestlich in Richtung Aller. In Höhe des Maschsees wird über den Schnellen Graben Leinewasser zur Ihme geleitet. Das dortige Wehr dient neben der Regulierung des Wasserstandes auch der Stromerzeugung. Die Ihme ist ein kleiner Bach, der aus dem Calenberger Land kommt. Durch die Zuleitung von Leinewasser wird sie zum Fluss, der sich nach wenigen Kilometern wieder mit der Leine vereinigt. Ab hier ist die Leine schiffbar. In Limmer mündet die Fösse in die Leine.

Benachbarte Großstädte sind Hildesheim, Braunschweig, Wolfsburg, Bielefeld, Göttingen, Kassel und Bremen. Nord- und Ostseeküste liegen in etwa gleich weit von Hannover entfernt. Hannover ist nach Bremen die zweitgrößte Stadt in Nordwestdeutschland.

Hannover liegt durchschnittlich 55 m ü. NN. Die höchsten natürlichen Erhebungen im Stadtgebiet sind der am Südostrand gelegene Kronsberg mit 118,2 Metern und der 89,0 Meter hohe Lindener Berg, auf dem die Volkssternwarte Hannover untergebracht ist. Die höchste künstliche Erhebung ist der Müllberg (genannt Monte Müllo) mit 121,3 Metern am Nordostrand auf dem Gelände der Mülldeponie Lahe. Der Tiefste Punkt befindet sich im Landschaftsschutzgebiet Klosterforst Marienwerder und liegt 44 m ü. NN.

Folgende Städte und Gemeinden der Region Hannover grenzen an die Stadt Hannover: Langenhagen, Isernhagen, Lehrte, Sehnde, Laatzen, Hemmingen, Ronnenberg, Gehrden, Seelze und Garbsen. Dabei ist die Umgebung geprägt durch die Trabantensiedlungen entlang der Verkehrsachsen sowie durch ländlich geprägte Gemeinden in den übrigen Teilen.

Hannovers Stadtgebiet ist in 13 Stadtbezirke und 51 Stadtteile unterteilt. Die Stadtbezirke sind Mitte, Vahrenwald-List, Bothfeld-Vahrenheide, Buchholz-Kleefeld, Misburg-Anderten, Kirchrode-Bemerode-Wülferode, Südstadt-Bult, Döhren-Wülfel, Ricklingen, Linden-Limmer, Ahlem-Badenstedt-Davenstedt, Herrenhausen-Stöcken und Nord.

Im langjährigen Mittel erreicht die Lufttemperatur in Hannover 8,7 °C, und es fallen 661 Millimeter Niederschlag. Zwischen Mai und August kann mit durchschnittlich 22 Sommertagen (klimatologische Bezeichnung für Tage, an denen die Maximaltemperatur 25 °C übersteigt) gerechnet werden.

Hannover entstand aus einer mittelalterlichen Siedlung, die an einer hochwassergeschützten Stelle am Leineufer lag. Dieser Standort gab der späteren Stadt Hannover vermutlich ihren Namen (Honovere = Hohes Ufer), was aber umstritten ist (siehe Namensgebung). In der Nähe gab es durch die nur 500 m breite Leineniederung und einen Werder eine Möglichkeit, die Leine an einer seichten Furt zu überqueren. Hier kreuzten sich auch zwei Fernstraßen. Auch heute heißt die Straße, die an dieser Stelle parallel zur Leine verläuft „Am Hohen Ufer“. Hinweise auf eine Marktsiedlung an dieser Stelle gibt es bereits um das Jahr 950. Der Vicus Hanovere (vicus: Marktflecken) wird erstmals um 1150 im Hildesheimer Miracula Sancti Bernwardi erwähnt. 1241 erhielt Hannover das Stadtprivileg; seit dieser Zeit ist auch ein Rat nachweisbar. Gegen Ende des 13. Jahrhunderts standen zwei Bürgermeister an der Spitze der Stadt. Daneben gab es einen aus 12 Mitgliedern bestehenden, sogenannten sitzenden Rat mit dem regierenden Bürgermeister.

1392 erhielt Hannover das Recht, die Stadt mit einer Landwehr zu befestigen. Daraus entstand die Hannoversche Landwehr mit Wällen, Hecken, Warthäusern und -türmen, wie der Turm auf dem Lindener Berg, der Döhrener Turm, der Pferdeturm, der Lister Turm und weitere. Die Stadt erlebte zu dieser Zeit eine erste wirtschaftliche Blüte und trat der Hanse bei, die Einwohnerzahl stieg auf 4.000.

In der Zeit der Reformation wuchs in der Bevölkerung die Neigung, die evangelische Lehre anzunehmen. Am 26. Juni 1533 schwor eine Versammlung auf dem Marktplatz, zu Luthers Wort zusammenzustehen. Da sich die führenden Kreise der Stadt der Reformation nicht anschlossen, wurde diese durch die Opposition der Bürger, die keine politischen Ämter inne hatten, durchgesetzt. Der Rat der Stadt musste schließlich ins katholische Hildesheim flüchten.

Während des Dreißigjährigen Krieges machte Herzog Georg von Calenberg 1636 die gut befestigte Stadt zu seiner Residenz. Als Residenzstadt erlebte Hannover in den folgenden 80 Jahren eine erneute Blütezeit. Die Bauten dieser Epoche der Geschichte Hannovers setzten nachhaltige Akzente im Stadtbild.

1676 wird Gottfried Wilhelm Leibniz (1646-1716) von Herzog Johann Friedrich zum Hofrat und Leiter von dessen Bibliothek berufen. Der Philosoph und Mathematiker hatte u.a. das Dualsystem erfunden und lebte bis zu seinem Tod in Hannover. In der Gegenwart erfährt der Universalgelehrte in der Stadt wieder zunehmend Anerkennung, so wurde 2005 die Landesbibliothek und 2006 die Universität nach ihm benannt.

Ab 1699 gehörten dem Rat zwei Bürgermeister, ein Syndikus, ein Sekretär, zwei Kämmerer und sechs Senatoren an. Von 1725 bis 1761 war Christian Ulrich Grupen stets einer der Bürgermeister der Stadt.

Von 1710 bis 1712 war der Komponist Georg Friedrich Händel Kapellmeister am Hof vom Kurfürsten Georg Ludwig von Hannover. Während dieser Zeit schrieb Händel unter anderem eine Reihe von Vokalduetten und dirigierte Schloss-Konzerte im Leineschloss.

Nachdem Kurfürst Georg Ludwig als Georg I. 1714 den britischen Thron bestiegen hatte, verlegte er seine Residenz von Hannover nach London. In Hannover festigte sich dadurch in der inneren Verwaltung ein Kreis von Adeligen- und Beamtenfamilien, die zur Regierung zurückgelassen wurden. Die Residenzstadt, die in den Jahren zuvor stark vom Hof abhängig war, verödete dabei immer mehr. Auch Schloss und Garten Herrenhausen wurden bald nicht mehr genutzt. Diesem Umstand ist es letztlich zu verdanken, dass der Garten nicht mehr zeitgenössisch umgebaut wurde und der ursprüngliche Barockzustand erhalten blieb.

Dies änderte sich 1837, als die Personalunion der Königreiche Großbritannien und Hannover zu Ende ging und in Hannover König Ernst August den Thron bestieg. 1843 wurde Hannover an das Eisenbahnnetz angeschlossen, wogegen sich der konservative König zunächst gewehrt hatte.

Im Jahr 1747 wurde die Aegidien-Neustadt eingemeindet, es folgten 1824 die Calenberger Neustadt und 1847 die Ernst-August-Stadt. Mit der Eingemeindung der Vorstadt Hannover im Jahr 1859 (mit den Ortschaften Königsworth, Schloßwende, Nordfeld, Vorort, Fernrode, Bütersworth, Kirchwende, Bult, Heidorn, Tiefenriede, Emmerberg und Kleefeld) wuchs die Stadtfläche von 157 auf 2.354 Hektar und die Einwohnerzahl stieg von 38.000 auf 68.000.

Hannover war eine autonome Stadt innerhalb des Landes Hannover. 1823 wurde sie Sitz der Landdrostei Hannover, aus der später der Regierungsbezirk Hannover hervorging. 1824 wurde sie Sitz des Amtes Hannover, das durch Vereinigung des Gerichtsschulzenamtes Hannover und des Amtes Coldingen gegründet wurde. Ab 1825 gab es in Hannover ein Magistratskollegium, das de facto bis 1935 Bestand hatte. Während dieser Zeit trug das Stadtoberhaupt Hannovers den Titel Stadtdirektor. Ebenfalls 1825 war Hannover die erste Stadt Europas, in der die Straßen mit Gaslaternen beleuchtet wurden.

Als Folge des Deutschen Krieges von 1866 wurde das Königreich Hannover von Preußen annektiert und wurde preußische Provinz: Aus der Residenzstadt Hannover wurde die preußische Provinzhauptstadt.

Für die hannoversche Industrie bedeutete der Anschluss an Preußen eine Verbesserung der Rahmenbedingungen. Die Aufhebung des Zunftzwanges und die Einführung der Gewerbefreiheit förderten das Wirtschaftswachstum und führten auch in Hannover zum Aufschwung der Gründerzeit. In der Zeit zwischen 1871 und 1912 wuchs die Bevölkerung Hannovers von 87.600 auf 313.400. Die Grenze zur Großstadt mit 100.000 Einwohnern wurde 1873 überschritten.

1872 wurde die erste Pferdebahn eingeweiht, die ab 1893 zur elektrischen Straßenbahn weiterentwickelt wurde. 1887 erfand Emil Berliner die Schallplatte und das Grammophon.

Der Aufschwung in Hannover fiel in die Ära des Stadtdirektors Heinrich Tramm. Er wurde 1891 in dieses Amt gewählt und versah es 27 Jahre, während der er die dominierende Person in Politik und Verwaltung der Stadt war.

1883 wurde Hannover eine kreisfreie Stadt und Sitz des aus dem Amt Hannover entstandenen Landkreises Hannover sowie des aus der Landdrostei Hannover hervorgegangenen Regierungsbezirks Hannover.

Die Stadt wurde 1869 um die Vorstadt Ohe-Glocksee vergrößert, es folgten 1882 der Königsworther Platz und der Welfengarten, 1891 die Gemeinden Herrenhausen, Hainholz, Vahrenwald und List und 1907 die Gemeinden Stöcken, Gutsbezirk Mecklenheide, Bothfeld, Klein-Buchholz, Groß-Buchholz, Kirchrode, Döhren und Wülfel.

Im Jahre 1902 wurde in Hannover der erste mobile Feuerlöschzug der Welt übergeben. Im selben Jahr installierte Hermann Bahlsen die erste Leuchtreklame Deutschlands.

Der Flugpionier Karl Jatho gründete die Hannoverschen Flugzeugwerke und eine Flugschule. Auf Grund des mangelnden Interesses des Militärs wurde beides 1914 geschlossen. Zu den gebauten Flugzeugmustern zählen der Doppeldeckergleiter Jatho 2 (1907) und die Stahltaube (1911). Jatho soll am 18. August 1903 und damit vier Monate vor den Gebrüdern Wright mit seinem selbstgebauten Motorgleiter geflogen sein.

1920 wurde der Stadtkreis Linden mit Alt- und Neulinden, Limmer, Davenstedt, Badenstedt, Bornum und Ricklingen nach Hannover eingemeindet. Die Einwohnerzahl wuchs dadurch um etwa 80.000 auf 400.000. 1928 folgten der Schloss- und Gartenbezirk Herrenhausen, der Gutsbezirk Leinhausen und Marienwerder und 1937 Teile von Bemerode und Laatzen.

Seit 1918 heißt das Oberhaupt der Stadt Oberbürgermeister und nicht mehr Stadtdirektor. Erster Oberbürgermeister war der Sozialdemokrat Robert Leinert. Dieser wurde 1925 durch den konservativen Arthur Menge abgelöst, welcher bis 1937 im Amt blieb. In dessen Amtszeit fiel 1936 der mit Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen ermöglichte Bau des Maschsees und die Anlage des Hermann-Löns-Parks.

In kultureller Hinsicht war Hannover in den 1920er Jahren insbesondere wegen Kurt Schwitters ein „Vorort der Moderne“. Der von ihm betriebene Dadaismus, die von ihm herausgegebene Zeitschrift „MERZ“ und die von ihm gegründeten Gruppe „die abstrakten hannover“ hatten Weltruf.

Das ab 1924 von der Hanomag produzierte Kommissbrot war das erste am Fließband hergestellte Auto in Europa.

Ab 1937 gehörten die Oberbürgermeister sowie die Staatskommissare der NSDAP an. Wie überall in Deutschland sahen sich auch in Hannover viele Menschen aufgrund ihres jüdischen Glaubens und weiterer ethnischer und anderer Gründe Verfolgungen ausgesetzt. 484 hannoversche Juden polnischer Herkunft wurden im Oktober 1938 nach Polen ausgewiesen, darunter auch die Familie Grünspan. Deren zweitältester Sohn Herschel Grünspan befand sich in Paris. Als er von der Vertreibung seiner Familie erfuhr, fuhr er zur deutschen Botschaft und tötete dort den Legationsrat Ernst Eduard vom Rath. Die Nationalsozialisten nahmen diese Tat als Vorwand für die von ihnen inszenierten deutschlandweiten Novemberpogrome. So wurde in Hannover am 9. November 1938 die von Edwin Oppler 1870 in neuromanischen Formen entworfene Synagoge in der Calenberger Neustadt niedergebrannt. Im September 1941 kam es durch die vom NSDAP-Gauleiter Süd-Hannover-Braunschweig initiierte „Aktion Lauterbacher“ zu einer Ghettoisierung der verbliebenen jüdischen Familien. Noch vor der Wannseekonferenz wurden am 15. Dezember 1941 die ersten Juden aus Hannover nach Riga deportiert.

Insgesamt wurden mindestens 2.400 Menschen deportiert, von denen die wenigsten überlebten. Von den etwa 4.800 Juden, die Hannover 1938 zählte, lebten hier keine 100 mehr, als am 10. April 1945 amerikanische Truppen in Hannover einrückten. Heute erinnert an die Judenverfolgung in Hannover ein Mahnmal am Opernplatz.

Neben einem Zwangslager für Sinti und Roma und sogenannten Erziehungslagern gab es in Hannover mehrere Außenlager des Konzentrationslagers Neuengamme mit mehreren Tausend Insassen, die unter menschenunwürdigen Verhältnissen lebten. Vier Tage vor der Befreiung Hannovers wurden rund 150 von ihnen erschossen. Während des Krieges arbeiteten etwa 60.000 verschleppte und in rund 500 Lagern internierte Zwangsarbeiter in Hannover, vorwiegend in der Rüstungsindustrie.

Zusammen mit den zum Kriegsende aus der UdSSR, Polen, Frankreich, den Niederlanden, und Belgien hierher verbrachten personen sind mehr als 6.000 Menschen durch diese Lager gegangen. Organisiert hatte die Deportationen und die Arisierung von Kunst- und Kulturgütern der Stadtbaurat Karl Elkart. In Ahlem wurde 1987 auf dem Gelände der ehemaligen Israelitischen Gartenbauschule eine Mahn- und Gedenkstätte eingerichtet.

Im Zweiten Weltkrieg war Hannover ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt und vor allem wegen der hier ansässigen Rüstungsbetriebe ab 1940 immer wieder Ziel alliierter Luftangriffe. Die Luftangriffe richteten auch gegen die Verkehrsinfrakstruktur und gegen Wohngebiete. Im Kriegsverlauf wurden dadurch etwa 6.700 Menschen getötet. Von rund 150.000 Wohnungen blieben nur etwa 5% unbeschädigt. Nach dem Krieg wurde die Aegidienkirche nicht wieder aufgebaut und ihre Ruine als Mahnmal für die Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft erhalten.

1946 führte die Militärregierung der Britischen Besatzungszone die Kommunalverfassung nach britischem Vorbild ein. Danach gab es einen vom Volk gewählten Rat. Dieser wählte aus seiner Mitte den ehrenamtlich tätigen Oberbürgermeister als Vorsitzenden und Repräsentanten der Stadt. Langjähriger Oberbürgermeister war von 1972 bis 2006 Herbert Schmalstieg. Daneben gab es einen ebenfalls vom Rat gewählten hauptamtlichen Oberstadtdirektor als Leiter der Stadtverwaltung.

Unter der Leitung des Stadtbaurats Rudolf Hillebrecht erfolgte nach dem Krieg der Wiederaufbau der Stadt. Dabei wurde das Straßennetz völlig neu geordnet und den damals postulierten Anforderungen einer autogerechten Stadt angepasst. Die Innenstadt wurde mit mehrspurigen Straßen (Lavesallee, Hamburger und Berliner Allee) umfahren; die Verknüpfung dieser Straßen wurde durch Kreisverkehre hergestellt. Der früher durch die Stadt fließende Fernverkehr wurde weiträumig über tangentiale Schnellstraßen abgeleitet. Für den Messeschnellweg wurde eine Schneise mitten durch den Stadtwald Eilenriede geschlagen. Der historische Stadtgrundriss blieb nur oberflächig bestehen, da dass verbleibende, grobmaschige Netz der Straßen nur in etwa die Hauptlinien der historischen Straßen nachzeichnet. Kennzeichnend für den Wiederaufbau Hannovers ist die Entstehung von Stadträumen, welche völlig von der historischen Struktur abweichen. Durch diese damals als fortschrittlich geltende Stadtplanung erlangte die Stadt überregionale Bekanntheit. In späterer Zeit waren die städtebaulichen Werte der Wiederaufbauzeit überholt: In der Strömung des Postmodernismus besaßen jene Straßen und Plätze Modellcharakter für Stadtquartiere, wie sie das 19. Jahrhundert geprägt hatte, und nicht jener moderne Städtebau, dessen autogerechte Planung eine Übernahme nordamerikanischer Erfahrungen war. Der kriegs- und wiederaufbaubedingte Verlust an historischen Gebäuden führt bei vielen Bewohnern von Hannover zu dem Wunsch einer Rekonstruktion prägender Gebäude. Bereits beschlossen ist die äußere Rekonstruktion der ehemaligen Sommerresidenz der Welfen in den Herrenhäuser Gärten.

1947 wurde in Hannover von Rudolf Augstein das Magazin Der Spiegel gegründet und ein Jahr später von Henri Nannen die Zeitschrift Stern. 1951 fand in Hannover die erste Bundesgartenschau statt. 1962 entwickelte Walter Bruch bei der Telefunken GmbH das PAL-Farbfernsehsystem.

Am 23. Juni 1965 beschloss der Rat der Stadt, eine U-Bahn zu bauen. Dabei wurden nur im Innenstadtbereich Tunnel errichtet und an die bestehenden Straßenbahnstrecken angeschlossen, wodurch ein modernes Stadtbahnnetz entstand. Baubeginn war am 16. November 1965 am Waterlooplatz. Es folgten jahrzehntelange Bauarbeiten am Tunnelnetz, die erst 1993 mit der Eröffnung der C-Nord Strecke in der Nordstadt ein Ende fanden. In der Innenstadt und in der Lister Meile wurden nach dem Ende der Bauarbeiten Fußgängerzonen eingerichtet, wodurch diese Gebiete eine erhebliche Aufwertung erfuhren.

Nachdem bereits 1967 und 1968 Teile von Wettbergen eingemeindet worden waren, folgte am 1. März 1974 die große niedersächsische Kommunalreform: Die Stadt Misburg sowie die Gemeinden Ahlem, Anderten, Bemerode, Vinnhorst, Wettbergen, Wülferode wurden ebenso eingemeindet wie Teile von Godshorn, Isernhagen (Niederhägener Bauerschaft), Langenhagen, Laatzen und Rethen.

Im Jahr 2000 fand in Hannover mit der Expo 2000 das erste Mal eine Weltausstellung in Deutschland statt. Das Motto lautete „Mensch, Natur, Technik“. Die anfänglichen Erwartungen an die Besucherzahlen wurden zwar nicht erfüllt, mit 155 teilnehmenden Nationen und 18 Millionen Besuchern war die Veranstaltung dennoch ein Erfolg.

Bis zur Abschaffung der vier Bezirksregierungen Niedersachsens am 31. Dezember 2004 war Hannover Sitz der Bezirksregierung Hannover.

Die Entwicklung der Einwohnerzahlen von 1190 bis zur Gegenwart sowie aktuelle Informationen zur Einwohnerstatistik der Stadt Hannover sind in dem Artikel Einwohnerentwicklung von Hannover zusammengestellt.

Am 1. November 2001 wurde aus den Städten und Gemeinden des Landkreises Hannover und der kreisfreien Stadt Hannover die Region Hannover gebildet. Formal ist Hannover seither keine kreisfreie Stadt mehr. Sie ist aber den kreisfreien Städten gleichgestellt, sofern für bestimmte Angelegenheiten nichts anderes bestimmt ist.

1996 wurde in Hannover die bisherige Doppelspitze in der Stadtverwaltung aufgegeben. Seither gibt es einen hauptamtlichen Oberbürgermeister. Dieser ist Leiter der Stadtverwaltung und Repräsentant der Stadt. Er wird direkt vom Volk gewählt. Er ist jedoch nicht mehr Ratsvorsitzender. Dieser wird vom Rat aus seiner Mitte gewählt. Neben dem Oberbürgermeister gibt es drei ehrenamtliche Vertreter für repräsentative Aufgaben. Diese werden vom Rat gewählt und tragen den Titel Bürgermeister.

Oberbürgermeister der Stadt ist seit dem 1. November 2006 Stephan Weil (SPD). Im Rat der Stadt gibt es 65 Sitze. Diese sind wie folgt auf die Parteien verteilt: SPD (27 Sitze), CDU (20 Sitze), Bündnis 90/Die Grünen (9 Sitze), FDP (4 Sitze), DIE LINKE./Das Linksbündnis (2 Sitze), Hannoversche Linke (2 Sitze), Wählerbündnis WfH (1 Sitz). Es besteht eine Ratskoalition aus SPD und Bündnis 90/Die Grünen.

In der Liste der Stadtoberhäupter von Hannover sind die Stadtdirektoren, Bürgermeister und Oberbürgermeister Hannovers aufgeführt.

Das Wappen der Stadt Hannover zeigt eine silberne Mauer mit zwei Zinnentürmen auf rotem Grund; in dem offenen Tor unter schwarzem Fallgatter ein goldenes Schildchen mit einer grünen Marienblume oder Kleeblatt (ungeklärt); zwischen den Türmen steht ein goldener Löwe.

Das Wappen ist bereits ab 1266 als Siegel nachweisbar, mit Marienblume/Kleeblatt (vorher Münzzeichen) ab 1534, wobei der Löwe das Symbol der Welfen beziehungsweise der Herrschaft des Herzogtums Braunschweigs ist, zu dessen Herrschaftsgebiet die Stadt gehörte. Seit 1929 hat das Stadtwappen seine heutige Form. Die alten Stadtfarben Rot, Gelb und Grün wurden 1897 durch Rot-Weiß ersetzt.

Zwischen 1971 und 1976 bestand eine Städtepartnerschaft mit Utrecht (Niederlande), außerdem besteht zwischen Hannover und Iwanowo (Russland) ein Freundschaftsvertrag. Im Maschpark sind Wege nach den Partnerstädten benannt, weswegen er auch als "Park der Partnerstädte" bezeichnet wird.

In Hannover haben verschiedene weltweit bekannte Industriebetriebe ihren Sitz, die sich aus im 19. Jahrhundert entstandenen Traditionsbetrieben entwickelt haben. Bedeutende Industriebetriebe sind unter anderem der Automobilzulieferer Continental AG, die Volkswagen Nutzfahrzeuge, der Fahrzeugsystemhersteller WABCO, der Baumaschinenhersteller Komatsu Hanomag, das Varta-Batteriewerk (heute Johnson Controls) und der Schleifmittelhersteller VSM. Die Firma MTU im Norden Hannovers in Langenhagen ist die weltweit führende Firma auf dem Gebiet der Antriebswartung für kommerzielle Flugzeugantriebe. Mit Pelikan und den seit 1990 dazugehörigen Geha-Werken befinden sich zwei bekannte Hersteller für Schreibwaren sowie Präsentationstechnik in Hannover. Die Lebensmittelindustrie ist auch mit Bahlsen, Harry-Brot und den Brauereien Gilde Brauerei und Herrenhäuser Brauerei vertreten. Die Zementindustrie bei Hannover ist Schwerpunkt der niedersächsischen Produktion für den Baustoff Zement. Das Zentrum der landschaftsprägenden Zementindustrie liegt im Stadtteil Misburg und den benachbarten Orten, wo es sich bereits Ende des 19. Jahrhunderts bildete.

Früher waren in Hannover bekannte Unternehmen ansässig, wie der Montankonzern Preussag (2002 in TUI umbenannt), der Fahrzeughersteller Hanomag, der Schokoladenhersteller Sprengel (1979 von Stollwerck übernommen, 2001 geschlossen), die Erdölraffinerie Deurag-Nerag (1986 geschlossen) und die Schallplattenfabrik Deutsche Grammophon Gesellschaft (später Polygram), seit 1990 geschlossen. Die letzte Zentrale des Mineralölunternehmens und Tankstellenbetreibers Gasolin AG befand sich bis 1971 in Hannover.

Zu den hannoverschen Dienstleistungsunternehmen gehören eine Reihe von Banken, Finanzdienstleistern und Versicherungen, zum Beispiel Norddeutsche Landesbank Girozentrale (NORD/LB), ING-DiBa, GE Money Bank (ehemals Allbank AG), Bankhaus Hallbaum, AWD, VHV, KKH, Genossenschaftsverband Norddeutschland, LBS, Hannover Rück, Hannoversche Direktversicherung, Hannoversche Leben, HDI Versicherungen, Talanx. Hinzu kommt der Touristikkonzern TUI (ehemals Preussag AG), sowie die TUI-Töchter TUI Deutschland, 1-2-Fly und Robinson. Die Fluggesellschaft TUIfly ist am Flughafen Hannover ansässig. Die Stadtwerke Hannover versorgen Hannover und Umgebung mit Strom, Gas, Wasser und Fernwärme. Weitere Energiedienstleistungsunternehmen sind BEB, Gasunie Deutschland, E.ON Energie AG und ExxonMobil. Die New Economy ist beispielsweise durch den Internetreifenhändler Delticom vertreten. Die Börse Hannover entstand bereits 1785.

Hannover ist Sitz der Niedersächsischen Landesregierung und des Niedersächsischen Landtages. Außerdem befindet sich hier der Sitz des THW Länderverbandes Bremen und Niedersachsen der Bundesanstalt Technisches Hilfswerk. Die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe und das Landeskriminalamt Niedersachsen haben auch ihren Sitz in Hannover.

Hannover ist eine bedeutende Messestadt mit dem größten Messegelände der Welt. Jedes Frühjahr ist Hannover der Schauplatz der weltgrößten Computermesse CeBIT und der weltgrößten Industriemesse Hannover Messe. Im Jahr 2000 fand in Hannover die Weltausstellung Expo 2000 statt. Von den über 60 nationalen und internationalen Messen, die regelmäßig in Hannover stattfinden, veranstaltet die Deutsche Messe AG auf dem Messegelände im Süden der Stadt rund 50. Sie werden insgesamt von rund 1,8 Millionen Menschen besucht. Weitere Messen sind zum Beispiel die Domotex, die Agritechnica, die Ligna +, die CeMAT, die Infa, die EMO, die EuroTier, die Cosmetica und die IAA Nutzfahrzeuge. Das Messegelände verfügt über ein großes Convention Center für Kongresse aller Art.

Im Hannover Congress Centrum werden jährlich über 500 Kongresse und kleinere Messen veranstaltet. Weitere Messeplätze sind der Deutsche Pavillon auf dem ehemaligen EXPO-Gelände, die Galerie und Orangerie in den Herrenhäuser Gärten, der Blumengroßmarkt, der Raschplatz-Pavillon und das Künstlerhaus.

Hannover ist Sitz des Landesfunkhauses Niedersachsen des Norddeutschen Rundfunks. Der NDR produziert hier unter anderem das Regionalmagazin Niedersachsen 19:30 und die Reisemagazine Nordtour und Nordsee-Report. Die Talk-Show Die Tietjen und Dibaba wird in einem Studio auf dem Messegelände aufgezeichnet. Die Tatort-Kommissarin des NDR Charlotte Lindholm (Maria Furtwängler) ist gemäß der Filmhandlung beim Landeskriminalamt Niedersachsen tätig. Gleichfalls am Maschsee liegt das Landesfunkhaus des ZDF. Die TVN GROUP betreibt vier Fernsehstudios, in denen unter anderem für den NDR die Spielshow Bingo und für Sat.1 das Regionalmagazin 17:30 live produziert werden. RTL Nord und Sat. 1 Norddeutschland betreiben im Anzeiger-Hochhaus Regionalstudios. Die TV+ Fernsehproduktion produziert Fernsehsendungen für den NDR, die AZ Media für RTL und N-TV. Filmförderung wird von der Nordmedia Niedersachsen / Bremen betrieben. Die ARD.ZDF Medienakademie betreibt in Hannover eines ihrer drei deutschen Trainingszentren. Hier ansässige Fernseh-Shoppingsender sind Voyages und RTL Shop. MonA TV ist ein digitaler Fernsehsender. Außerdem gibt es das nichtkommerzielle Bürgerfernsehen h-eins. Die X-City-Medien produzieren das Fahrgastfernsehen in mehreren Deutschen Städten.

Große hannoversche Radiosender sind NDR 1 Niedersachsen, Hit-Radio Antenne und Radio ffn. Daneben gibt es das nichtkommerzielle Lokalradio Radio Flora.

Die in Hannover erscheinenden Tageszeitungen Hannoversche Allgemeine Zeitung und Neue Presse werden von der Verlagsgesellschaft Madsack herausgegeben. Daneben gibt es die Lokal-Ausgabe der Bild-Zeitung. Die Deutsche Presse Agentur (dpa) sowie die Nachrichtenagentur ddp (Deutscher Depeschendienst) betreiben ein Landesdienstbüro in Hannover. Der Heise-Verlag und die Schlütersche Verlagsgesellschaft vertreiben Fachzeitschriften und Telefonbücher. Ebenso ist das T3N Magazin in Hannover beheimatet.

Die Gottfried Wilhelm Leibniz Universität Hannover in der Nordstadt geht zurück auf die 1831 eröffnete Höhere Gewerbeschule, aus der sich die Königlich-Technische Hochschule entwickelte, die 1899 zur Technischen Hochschule erhoben wurde. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Hochschule für Gartenbau und Landeskultur und 1968 die Pädagogische Hochschule Hannover eingegliedert.

Die Medizinische Hochschule Hannover (MHH) wurde 1965 gegründet. Die Organisationsstruktur der MHH weicht von der einer klassischen Universität ab und orientiert sich an der Department-Struktur amerikanischer Universitäten. Die einzelnen Abteilungen der MHH wurden Zentren zugeordnet, die wiederum in vier Sektionen (Vorklinische Fächer, Große Klinische Fächer, Kleine Klinische Fächer, Klinisch-Theoretische Fächer) zusammengefasst sind. Die MHH arbeitet mit dem von Professor Madjid Samii gegründeten neurowissenschaftlichen Forschungsinstitut International Neuroscience Institute zusammen. Ebenfalls in der Nachbarschaft befindet sich das Fraunhofer-Institut für Toxikologie und Experimentelle Medizin.

Die Tierärztliche Hochschule Hannover wurde 1778 als Königliche Roß-Arzney-Schule eröffnet und 1887 zur Hochschule erhoben. Sie ist die älteste Hochschule in Hannover.

Die Hochschule für Musik und Theater Hannover geht zurück auf die Landesmusikschule und die private Hannoversche Schauspielschule, welche beide 1978 zusammen den Status einer Künstlerisch-Wissenschaftlichen Hochschule erhielten. Zur Hochschule gehört auch das Institut für Journalistik und Kommunikationsforschung.

Die Fachhochschule Hannover entstand aus verschiedenen Institutionen, unter anderem der Werkkunstschule, der Ingenieurakademie und der Staatlichen Baugewerkschule Nienburg. 1978 kam der Fachbereich Informations- und Kommunikationswesen hinzu. Die Fachhochschule gliedert sich in fünf Fakultäten: Fakultät I (Elektro- und Informationstechnik), Fakultät II (Maschinenbau und Bioverfahrenstechnik), Fakultät III (Medien, Information und Design), Fakultät IV (Wirtschaft und Informatik) und Fakultät V (Diakonie, Gesundheit und Soziales). Letztere ist aus der Evangelischen Fachhochschule hervorgegangen, welche 2007 in die Fachhochschule eingegliedert wurde.

Wirtschaftsnahe Bildungseinrichtungen sind die Fachhochschule für die Wirtschaft, die GISMA Business School sowie die Leibniz-Akademie an der Expo Plaza.

Die Niedersächsische Landesbibliothek nennt sich seit 2005 auch Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek. Hier befinden sich die historischen Leibniz-Briefe, die seit 2007 zum Weltdokumentenerbe der UNESCO (Unesco-Programm Memory of the World) gehören.

Die Stadtbibliothek Hannover wurde erstmals 1440 urkundlich erwähnt. Neben der Zentralbibliothek an der Hildesheimer Straße gehören zu ihr 18 Stadtteilbüchereien sowie die Fahrbücherei.

Die Technische Informationsbibliothek/Universitätsbibliothek Hannover gehört zu den größten technisch-naturwissenschaftlichen Bibliotheken der Welt.

Fachbibliotheken befinden sich an der Medizinischen Hochschule, der Tierärztlichen Hochschule sowie beim Landeskirchenamt.

Hannover ist Sitz mehrere Archive, darunter das Niedersächsische Hauptstaatsarchivs, das Stadtarchiv Hannover, das Regionsarchiv Hannover (ehemaliges Kreisarchiv), das Landeskirchliche Archiv der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers, das Universitätsarchiv der Universität Hannover, das Leibniz-Archiv in der Gottfried-Wilhelm-Leibniz-Bibliothek, die Bibliothek und das Archiv der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe und das Pressearchiv der Verlagsgruppe Madsack.

Das Geozentrum Hannover besteht aus der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe, dem Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie und dem Institut für Geowissenschaftliche Gemeinschaftsaufgaben.

Das Kriminologische Forschungszentrum Niedersachsen wird geleitet vom früheren niedersächsischen Justizminister Professor Christian Pfeiffer. Das Max-Planck-Institut für Gravitationsphysik (Albert-Einstein-Institut) betreibt ein Teilinstitut in Hannover.

Das Landesbildungszentrum für Blinde Hannover ist eine soziale Einrichtung des Landes für Sehbehinderte und Blinde. Institutionen für die Allgemeinbildung sind die Ada-und-Theodor-Lessing-Volkshochschule Hannover und der Bildungsverein Soziales Lernen und Kommunikation.

Außer der Medizinischen Hochschule gibt es in Hannover weitere Krankenhäuser in unterschiedlicher Trägerschaft. Zum Verbund Klinikum Region Hannover gehören das Nordstadtkrankenhaus, das Oststadtkrankenhaus mit Heidehaus, das Krankenhaus Siloah und die Hautklinik Linden. Zu kirchlichen Trägern gehören das Friederikenstift mit Unfallklinik, das Henriettenstift sowie das Vinzenzkrankenhaus. Des Weiteren gibt es noch einige Privatkliniken.

In Hannover kreuzen sich bedeutende Verkehrsachsen der Nord-Süd-Richtung mit denen der Ost-West-Richtung. Die Stadt liegt am Übergang vom norddeutschen Flachland zum niedersächsischen Bergland genau dort, wo das Leinetal aus der Mittelgebirgsschwelle heraustritt. Das ließ schon früh den Ausbau der Nord-Süd-Verkehrswege (Eisenbahn, Straße) zu. Später kamen in Ost-West-Richtung im Flachland der Bau der Eisenbahn, des Mittellandkanals und der Autobahn hinzu. Die Stadt liegt unmittelbar am Kreuzungspunkt dieser Verkehrswege (siehe Lage).

Am Autobahnkreuz Hannover Ost treffen die A 2 (hier zugleich Europastraße 30) und die A 7 (hier zugleich Europastraße 45), aufeinander. Darüber hinaus verlaufen die A 37, A 352, B 3, B 6, B 65, B 217, B 441, B 443 und B 522 durch das hannoversche Stadtgebiet, die teilweise das U-förmige Netz von Schnellwegen bilden: Westschnellweg, Südschnellweg und Messeschnellweg. Eine in den 1950er Jahren geplante Nordtangente wurde nie verwirklicht.

Der Hauptbahnhof ist als Fernverkehrsknoten von der Deutschen Bahn in die erste von sechs Bahnhofskategorien aufgenommen worden. Er zählt mit 250.000 Reisenden und Besuchern pro Tag zu den fünf meist frequentierten Bahnhöfen in Deutschland. Der Hauptbahnhof verknüpft u. a. die Bahnstrecken Hamburg-Kassel und Dortmund-Berlin. Daneben gibt es noch zehn weitere Vorortbahnhöfe und S-Bahnstationen. Zum Eisenbahnknotenpunkt Hannover gehören ferner vier Güterbahnhöfe und zwei Betriebsbahnhöfe sowie der im benachbarten Seelze gelegene Rangierbahnhof.

Hannover verfügt über ein gut ausgebautes Nahverkehrsnetz. Acht Regionalbahnlinien der DB Regio AG und der Metronom Eisenbahngesellschaft und acht S-Bahnlinien erschließen die Region. Zusammen mit zwölf Stadtbahnlinien und über 150 Buslinien der üstra und der RegioBus gewährleisten sie den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) der Stadt und des Umlands. Für alle Busse und Bahnen des Nahverkehrs gilt der Gemeinschaftstarif des Verkehrsverbunds Großraum-Verkehr Hannover (GVH). Vom nördlich des Hauptbahnhofs gelegenen Zentralen Omnibusbahnhof (ZOB) steuern Linienbusse Ziele sowohl in der Region Hannover als auch in ganz Deutschland und Europa an.

Über den Flughafen Hannover-Langenhagen bestehen Flugverbindungen zu Deutschlands internationalen Drehkreuz Frankfurt/Main sowie zu rund 100 weiteren nationalen und internationalen Zielen im Linien- und Tourismusverkehr. Der Heliport Hannover am Messegelände wird hauptsächlich während der großen Messen benutzt.

Der Anteil des Fahrradverkehrs am Modal Split beträgt im innerstädtischen Bereich 18%. Das Radwegnetz ist gut ausgebaut und beschildert, sowohl an den Straßen wie auch in den Grünanlagen. Wohnviertel sind häufig mit Tempo-30-Zonen ausgestattet. An einigen Stellen wurden Fahrradstraßen eingerichtet.

Im Zentrum der Altstadt befindet sich die im 14. Jahrhundert erbaute Marktkirche mit dem Marktplatz nebst Marktbrunnen. Zusammen mit dem Alten Rathaus ist sie Zeugnis der norddeutschen Backsteingotik. Die Kreuzkirche im gleichnamigen Viertel besitzt ein wertvolles Altargemälde von Lucas Cranach d. Ä. In der Nähe steht in der Burgstraße 12 das älteste erhaltene Fachwerkhaus Hannovers von 1564/1566 (Foto siehe Gründung und erste Blüte). Der in den Jahren 1649–1664 errichtete Ballhof war lange Zeit der größte Veranstaltungssaal der Stadt und ist heute Spielstätte des Schauspielhauses. Am Holzmarkt mit dem Oskar-Winter-Brunnen steht neben dem kurz vor 1900 errichteten Nolte-Haus das im Jahre 1499 an anderer Stelle im Stil der Renaissance erbaute, im Krieg zerstörte und 1983 rekonstruierte Leibnizhaus. Nicht weit entfernt befindet sich das Marstalltor von Louis Remy de la Fosse.

Von den mittelalterlichen Stadtverteidigungstürmen ist lediglich der Beginenturm am Historischen Museum vollständig erhalten, außerdem in Rudimenten der Borgentrickturm im Foyer der Volkshochschule Hannover. Von den Türmen der Hannoverschen Landwehr stehen noch der Döhrener Turm, der Pferdeturm und der Turm auf dem Lindener Berg. Der Mitte des 19. Jahrhunderts abgerissene Lister Turm war 1895 durch eine romantisierende Nachbildung ersetzt worden.

In der Calenberger Neustadt befinden sich die barocke Neustädter Kirche und die Basilika St. Clemens, der erste Neubau einer katholischen Kirche in Hannover nach der Reformation. Die Glocken der benachbarten Evangelisch-Reformierten Kirche wurden von Königin Victoria von England gestiftet. In der Nähe liegt das Niedersächsische Hauptstaatsarchiv. Davor auf dem Mittelstreifen des Leibnizufers befindet sich der Duve-Brunnen.

Anfang bis Mitte des 19. Jahrhunderts prägte der Architekt und Stadtplaner Georg Ludwig Friedrich Laves Hannover im Stil des Klassizismus. Bedeutende Bauwerke von ihm sind das Opernhaus, die Waterloosäule, das Wangenheimpalais und das Laveshaus gegenüber dem Neuen Rathaus. Das Leineschloss (heute Sitz des Niedersächsischen Landtages) baute er um und erweiterte es u.a. mit dem Portikus in der Leinstraße.

Mitte bis Ende des 19. Jahrhunderts wurde der hannoversche Rundbogenstil geschaffen, u.a. durch den Gründer und wichtigsten Vertreter der Hannoverschen Architekturschule Conrad Wilhelm Hase. Beispiel für diese Richtung ist das 1855 fertiggestellte Künstlerhaus in der Sophienstraße.

Neogotische Kirchen sind die Gartenkirche St. Marien mit dem Gartenfriedhof in der Marienstraße, die Christuskirche am Klagesmarkt, die Lutherkirche in der Nordstadt und die Erlöserkirche in Linden-Süd.

Die älteste Kirche Hannovers, das Kloster Marienwerder, entstand dreischiffig um 1200 im Stil der Romanik.

Das im Stil des Eklektizismus erbaute und 1913 eröffnete Neue Rathaus liegt zwischen Altstadt und Maschpark. Die in der Kuppel in einer Höhe von fast 100 Metern befindliche Aussichtsplattform kann (außer im Winter) in dem einzigartigen Kuppelaufzug mit einem bogenförmigen Fahrverlauf von Besuchern erreicht werden. In der Empfangshalle des Rathauses befinden sich vier Stadtmodelle, die die Stadt in den Jahren 1689, 1939, 1945 und der Gegenwart zeigen.

Zur gleichen Zeit (1911 bis 1914) wurde die von den Architekten Paul Bonatz und Friedrich Eugen Scholer in neoklassizistischem Baustil entworfene Stadthalle mit dem Kuppelsaal errichtet.

Im Gebäude des 1905 erbauten und 1982 stillgelegten Goseriede-Bades befindet sich heute die Kestnergesellschaft. Der im Zweiten Weltkrieg zerstörte Mitteltrakt wurde durch einen Neubau ersetzt. Gegenüber an der Goseriede liegt der Tiedthof, ein Beispiel für die Revitalisierung alter Bausubstanz.

Der Backsteinexpressionismus der 1920er und 1930er Jahre wird vor allem repräsentiert durch das Anzeiger-Hochhaus am Steintor von Fritz Höger, das Gebäude der Stadtbibliothek Hannover in der Hildesheimer Straße und das Capitol-Hochhaus am Schwarzen Bären in Linden. Zahlreiche im gleichen Baustil erbaute Wohnhäuser befinden sich auch in der Südstadt, der List, Kleefeld und Ricklingen.

Die Architektur der Nachkriegszeit bestimmte auch Dieter Oesterlen mit Bauten wie dem Historischen Museum und dem Funkhaus des NDR am Maschsee. Er entwarf auch den Neubau der Kirche St. Martin in Linden-Mitte, von der nur der Kirchturm den Zweiten Weltkrieg überstanden hatte. An ihrer Außenwand befindet sich ein modernes Relief des Heiligen Martin von dem Bildhauer Kurt Lehmann.

In den 1970er Jahren prägte der Brutalismus mit Bauwerken wie dem Kröpcke-Center, dem Bredero-Hochhaus und dem Ihme-Zentrum die Stadt.

Beispiele für die Architektur der Gegenwart sind der gläserne Verwaltungsbau der NORD/LB am Aegidientorplatz und das gläserne Torhaus am Aegi sowie der dekonstruktivistische Gehry-Tower des Architekten Frank Gehry.

36 Sehenswürdigkeiten der Innenstadt sind durch den Roten Faden miteinander verbunden. Diese 4,2 Kilometer lange, auf das Pflaster gemalte rote Linie führt in Form eines Rundganges von der Tourist-Information durch die Innenstadt und zurück zum Hauptbahnhof.

Am Stadtrand am Rande des Kronsbergs liegt der Gewerbepark Expo Park Hannover. In ihm sind aus Zeiten der Expo 2000 unter anderem der Planet M, der Deutsche Pavillon, der Expowal und die weitläufige EXPO-Plaza erhalten geblieben. Über die monumentale Fußgängerbrücke Exponale erreicht man das Messegelände Hannover. Schon von weitem erkennt man im Zentrum des Geländes das größte freitragende Holzdach der Welt (EXPO-Dach), den Mannesmannturm und den 88,8 Meter hohen Hermesturm, der auf einer Höhe von 65 Metern eine Aussichtsplattform hat.

Im Stadtteil Groß-Buchholz steht mit dem Telemax der höchste Funkturm Niedersachsens, der gleichzeitig das höchste Bauwerk des Bundeslandes darstellt. Der alte Fernsehturm am Hauptbahnhof wird heute als VW-Tower bezeichnet und dient nur noch Werbezwecken.

Eine umfassende Übersicht über wichtige Bauwerke in Hannover, die im Zweiten Weltkrieg zerstört wurden oder aus anderen Gründen wieder aus dem Stadtbild verschwunden sind, findet sich in der Liste der verschwundenen Bauwerke des alten Hannover.

In den 1970er Jahren startete die Stadt ein ambitioniertes Straßenkunstprogramm. Bekanntestes und damals äußerst umstrittenes Objekt sind die 1974 aufgestellten Nanas von Niki de Saint Phalle. Im Lauf der Zeit wurde zwischen dem Leineufer und dem Königsworther Platz mit sieben weiteren Objekten auf 1,2 km Länge die Skulpturenmeile geschaffen.

In den 1990er Jahren entstanden mit dem Projekt Busstops zehn von internationalen Designern entworfene Bus- und Stadtbahnhaltestellen. Diese befinden sich beispielsweise am Steintor (Designer Alessandro Mendini), am Königsworther Platz (Ettore Sottsass), am Maschsee / Sprengel-Museum (Heike Mühlhaus) und am Braunschweiger Platz (Frank O. Gehry).

Nahe dem Niedersächsischen Landtag im Leineschloss befindet sich die Skulpturengruppe der Göttinger Sieben, welche an den Protest von sieben Göttinger Professoren gegen die Aufhebung der hannoverschen Landesverfassung durch König Ernst August I. im Jahre 1837 erinnert.

Zu Ehren dieses Königs war im Jahr 1861 das Ernst-August-Denkmal vor dem Hauptbahnhof errichtet worden. Es ist heute ein beliebter Treffpunkt (man trifft sich Unterm Schwanz).

Weitere Denkmäler, Skulpturen, Kunstwerke sind in der Liste der Denkmäler in Hannover aufgeführt.

Der Zoo Hannover hat sich seit seiner Mitte der 1990er Jahre begonnenen grundlegenden Umgestaltung zu einem modernen Erlebnis-Zoo gewandelt. Mehrere landschaftlich unterschiedlich gestaltete Themenbereiche mit Namen wie Sambesi, Dschungelpalast und Gorillaberg sollen den Besuchern die Tiere der Welt in möglichst authentischer und zugleich artgerechter Umgebung näherbringen. Über 220 Tierarten mit über 1.800 Tieren leben auf einer Fläche von circa 22 Hektar und werden von jährlich 1,2 Millionen Besuchern betrachtet.

Der Tiergarten im Stadtteil Kirchrode, ehemals ein fürstliches Jagdrevier, beherbergt heimische Tier- und Pflanzenarten.

Eine der bekanntesten hannoverschen Sehenswürdigkeiten sind die Herrenhäuser Gärten. Der Große Garten ist ein bedeutender europäischer Barockgarten. Die dortige große Fontäne erreicht eine Scheitelhöhe von bis zu 80 Metern. Im Großen Garten befinden sich noch die Grotte von Niki de Saint-Phalle, zwei Eckpavillons von Louis Remy de la Fosse sowie das Galeriegebäude und die Orangerie, während das Herrenhäuser Schloss im Zweiten Weltkrieg zerstört wurde. Im Berggarten befindet sich, neben den Schauhäusern mit exotischen Pflanzen und dem Welfenmausoleum, im Regenwaldhaus das 2007 eröffnete Sea Life Centre mit über 5.000 tropischen Süß- und Salzwasserfischen. Der Georgengarten ist in der Art eines englischen Landschaftspark angelegt. In ihm liegen die knapp zwei Kilometer lange Herrenhäuser Allee, der Leibniz-Tempel und das Georgenpalais. Im Welfengarten befindet sich das Welfenschloss - heute das Hauptgebäude der Gottfried Wilhelm Leibniz Universität Hannover - und davor als Skulptur das Niedersachsenross, das Wappentier Niedersachsens.

Die Eilenriede ist der 650 Hektar große Stadtwald Hannovers und wird als die "Grüne Lunge" der Stadt bezeichnet. Das Waldgebiet gehört zu den größten zusammenhängenden Stadtwäldern Europas. Es ist fast doppelt so groß wie der Central Park in New York (340 Hektar).

Weitere große Stadtwälder sind die Seelhorst im Süden der Eilenriede, sowie die kleineren Wälder Fasanenkruger Wald im Stadtteil Bothfeld, Misburger Holz im Stadtteil Misburg und das Bornumer Holz.

Zu den städtischen Parks zählen der neben der Stadthalle gelegene Stadtpark mit dem Rosarium und dem Japanischen Teegarten, der zwischen Eilenriede und Tiergarten gelegene Hermann-Löns-Park in Kleefeld, der Maschpark am Neuen Rathaus, der Botanische Schulgarten im Stadtteil Burg, der Hinübersche Garten beim Kloster Marienwerder und der Willy-Spahn-Park in Ahlem. Im Von-Alten-Garten in Linden sind Relikte (Torhäuser, Gartenterrasse) des 1945 kriegszerstörten Schlosses der Adelsfamilie von Alten zu finden. Der Vahrenwalder Park mit der Königlichen Reithalle entstand 1986 als Stadtteilpark auf dem früheren Militärgelände der Königlichen Reitschule.

Die Expo-Gärten wurden im Rahmen der Weltausstellung Expo 2000 als Gärten im Wandel von dem Landschaftsarchitekten Kamel Louafi entworfen. Mit dem Expo-Park-Süd und dem Parc Agricole verbinden sie sich mit dem Landschaftsraum des zur Weltausstellung neu geschaffenen Stadtteils Kronsberg.

Weitere stadtnahe Erholungsgebiete sind die Uferpromenaden entlang der Leine, Ihme und des Mittellandkanals. Hier wird auch Fahrgastschifffahrt betrieben.

Südlich des Stadtzentrums liegt der 1936 angelegte Maschsee. Mit 78 Hektar ist er das größte Gewässer der Stadt. Er hat keinen natürlichen Zu- und Ablauf und wird durch ein Pumpwerk mit Wasser aus den nahe gelegenen Ricklinger Kiesteichen versorgt. Zwei Segelschulen und mehrere Vereine ermöglichen das Rudern und Segeln auf dem See. Die üstra betreibt in den Sommermonaten mit vier Schiffen Fahrgastschifffahrt auf einem Rundkurs. Baden im See ist am Südufer im Strandbad möglich.Weitere Seen mit Freibademöglichkeiten sind der Altwarmbüchener See und der Sonnensee in Misburg sowie die Ricklinger Kiesteiche.

Zu Hannovers großen Friedhöfen zählen der Stadtfriedhof Engesohde (als ältester Friedhof mit vielen Mausoleen und plastisch gestalteten Grabdenkmälern), der Stadtfriedhof Ricklingen, der Stadtfriedhof Seelhorst (mit 63 Hektar als größter), der Stadtfriedhof Stöcken und der 1968 angelegte und damit jüngste Stadtfriedhof Lahe. Der Gartenfriedhof, der St.-Nikolai-Friedhof (hier befindet sich mit der Ruine der Nikolaikapelle eines der ältesten Gebäude der Stadt), der Neustädter Friedhof, der Alte Jüdische Friedhof an der Oberstraße und der Jüdische Friedhof an der Strangriede sind außer Betrieb genommen und dienen als Parks. Dies gilt ebenfalls für den Lindener Berg-Friedhof, der im Frühjahr eine botanische Besonderheit bietet. Dann blüht auf ihm flächendeckend die leuchtend-blaue Scilla-Blüte als das blaue Wunder von Linden.

Auf dem Grünen Ring, einem seit 1995 eingerichteten Rundwander- und Fahrradweg, kann man entlang der Stadtgrenze die Stadt Hannover umrunden und so die verschiedenen Stadtlandschaften, gerade in den Übergängen von Stadtteil zu Stadtrand und Umland, kennenlernen. Der Grüne Ring besteht aus einem Basisring von 80 Kilometer Länge sowie drei Umlandschleifen und zwei Innenschleifen.

Die Basisschleife führt, im Norden Hannovers angefangen, durch die Stadtteile (sowie eigenständigen Gemeinden oder Städte) Langenhagen, Isernhagen-Süd, Lahe, Misburg, Anderten, Kronsberg, Laatzen, Hemmingen, Arnum, Devese, Wettbergen, Empelde, Velber, Ahlem, Letter, Marienwerder, Garbsen, Vinnhorst und Godshorn.

Das Niedersächsische Landesmuseum hat vier Abteilungen. Die Landesgalerie präsentiert die europäische Kunst vom 11. bis zum 20. Jahrhundert. Die Naturkunde-Abteilung zeigt Zoologie, Botanik, Geologie und ein Vivarium mit Fischen, Insekten, Amphibien und Reptilien. Die Urgeschichte-Abteilung stellt die Ur- und Frühgeschichte Niedersachsens dar. Die Völkerkunde-Abteilung zeigt Kulturen aus aller Welt. Hier ist u. a. ein japanisches Teehaus aufgebaut.

Das Historische Museum erzählt die Geschichte Hannovers, von der mittelalterlichen Siedlung honovere über die Residenzstadt bis zum heutigen Messestandort. Einen Schwerpunkt bildet die Zeit zwischen 1714 und 1837, als das Kurfürstentum Hannover in Personalunion mit dem englischen Königshaus verbunden war.

Das Kestner-Museum neben dem Neuen Rathaus ist seit 1889 eines der städtischen Museen. Es zeigt 6000 Jahre angewandte Kunst in vier Sammlungsbereichen: Antike Kulturen, Ägyptische Kulturen, eine wertvolle Münzsammlung und Angewandte Kunst.

Das Sprengel Museum präsentiert die Kunst des 20. Jahrhunderts. Schwerpunkt sind die klassische Moderne mit der Sammlung von Kurt Schwitters, Werken des Deutschen Expressionismus und des Französischen Kubismus, dem Kabinett der Abstrakten, der Grafik und der Abteilung Fotografie und Medien. Das Museum zeigt ferner besondere Beispiele der Abstrakten, der Konzept-Kunst und der Minimal Art, des Informel und des Nouveau Réalisme mit der Schenkung von Niki de Saint-Phalle.

Das Wilhelm-Busch-Museum in Herrenhausen bezeichnet sich auch als Deutsches Museum für Karikatur und kritische Grafik. Dauerausstellungen sind die Sammlung zu Wilhelm Busch und die Sammlung zur Karikatur und kritischen Grafik. Darüber hinaus gibt es ständig wechselnde Ausstellungen (Cartoons, Comics und Karikaturen) zeitgenössischer Künstler aus dem In- und Ausland.

Das Theatermuseum Hannover zeigt eine ständige Ausstellung zur Geschichte des hannoverschen Theaters vom 17. Jahrhundert bis heute. Mehrere Wechselausstellungen im Jahr runden das Angebot ab. Der Besucher bekommt einen Einblick in die Arbeit der Theaterwerkstätten sowie in Oper, Schauspiel, Ballett und Konzert.

Hinter dem Niedersächsischen Münzkabinett der Deutschen Bank verbirgt sich das ehemalige Münzkabinett der Könige von Großbritannien und Kurfürsten von Hannover. Weitere Münzen zeigt das Münzkabinett der TUI AG. Die Polizeigeschichtliche Sammlung Niedersachsen ist das größte Polizeimuseum Deutschlands. Das Exposeeum ist das Museum der EXPO 2000. Das Blindenmuseum ist eine Rarität in Deutschland, ein zweites gibt es nur noch in Berlin. Das Feuerwehr-Museum zeigt die Geschichte der hannoverschen Feuerwehr und des Brandschutzwesens. Das Veterinärmedizinhistorische Museum befindet sich in der Tierärztlichen Hochschule Hannover. Textiles aus aller Welt gibt es im Museum für textile Kunst zu sehen. Das Herrenhausen-Museum im Fürstenhaus zeigt eine Ausstellung zum fürstlichen Leben in Hannover. Teppiche und Gegenstände aus 1001 Nacht befinden sich im Orientteppich-Museum. Im Museum für Energiegeschichte(n) in der Humboldtstraße wird die 150-jährige Energieanwendungsgeschichte thematisiert. Das Buchdruck-Museum ist eingerichtet wie eine Lindener Hinterhofdruckerei der 1950er Jahre und das Heimatmuseum Ahlem befasst sich mit der Stadtteilgeschichte von Ahlem. Die Mahn- und Gedenkstätte Ahlem dokumentiert seit 1987 im Wesentlichen die Geschichte der Einwohner jüdischen Glaubens der Stadt Hannover und des ehemaligen Landkreises.

In Hannover befinden sich ferner rund 30 Kunstgalerien. Darunter sind unter anderem die Hannover Gallery mit einer Dauerausstellung des Künstlers Bruno Bruni, die Kunsthalle Faust, die BBK-Galerie, das Foro Artistico in der Eisfabrik und die NORD/LB Art Gallery.

Die Kestnergesellschaft gehört mit ihren über 4000 Mitgliedern zu den größten Kunstvereinen in Deutschland. Sie zeigt Ausstellungen der klassischen Moderne und der zeitgenössischen Kunst. Schwerpunkte sind Film, Video, zeitgenössische Musik und Architektur, zudem werden raumgreifende Installationen und umfassende Präsentationen zeitgenössischer Malerei, Skulpturen und Videokunst ausgestellt.

Der KUBUS ist ein Forum zeitgenössischer Kunst. Es fühlt sich hauptsächlich der hannoverschen Kunstszene verpflichtet; es werden Einzel- oder Gruppenausstellungen bzw. Projekte junger und bedeutender Künstler und Künstlerinnen hauptsächlich aus Hannover präsentiert.

Der Kunstverein Hannover wurde 1832 als einer der ersten Kunstvereine in Deutschland gegründet und hat sein Domizil im Künstlerhaus Hannover. Pro Jahr werden sechs bis acht international orientierte monografische und thematische Ausstellungen gezeigt. Die Ausstellungen richten sich nach jährlich wechselnden Schwerpunkten.

Die Stiftung Ahlers Pro Arte / Kestner Pro Arte in dem früheren Gebäude der Kestnergesellschaft widmet sich der modernen Kunst.

Jedes Jahr finden im Juni die Lange Nacht der Museen und im September der Zinnober Kunstvolkslauf statt.

Mit der Langen Nacht der Theater und dem Festival Theaterformen gibt es zwei Veranstaltungen, die mehrere Aufführungsorte und Ensembles verbinden.

Die Theatersparte des Niedersächsischen Staatstheaters (genannt schauspielhannover) bespielt das Schauspielhaus Hannover, die beiden Bühnen im und neben dem Ballhof und die Cumberlandsche Galerie.

Das Theater für Niedersachsen (die bisherige Landesbühne Hannover) hat seit der Theatersaison 2007/08 zwei Stammhäuser in Hannover und Hildesheim. Es bespielt im Sommer auch das Gartentheater im Großen Garten Hannover und tourt als Gastspieltheater durch Niedersachsen. Neben klassischen Stücken werden Musicals aufgeführt. Zu den bekanntesten Produktionen zählen die Musicals von Heinz-Rudolf Kunze und Heiner Lürig: Ein Sommernachtstraum (2003-2006) und Kleider machen Liebe oder: Was Ihr wollt (2007-2008).

Das Neue Theater gegenüber vom Opernhaus ist Hannovers Boulevardtheater. Das Theater am Aegi hat kein eigenes Ensemble und ist daher ausschließlich Spielstätte von Gastensembles und Gastkünstlern aus dem Theater-, Show-, Operetten- und Musicalbereich.

Neben den klassischen Theatern gibt es eine vielfältige freie Theaterszene. Hierzu gehören unter anderem die Theaterwerkstatt im Pavillon, das Theater an der Glocksee, Commedia Futura in der Eisfabrik, die Hinterbühne, das Theater Fenster zur Stadt in der Nordstadt und das Mittwochstheater auf dem Lindener Berg. Ein Freilichttheater ist das moa theater (mobiles open-air-theater), das in den Sommermonaten vor der historische Fassade des Welfenschloss oder des Neuen Rathauses spielt. Angebote für Kinder und Jugendliche bieten unter anderem das Filou Fox Figuren Theater, das Kleckstheater und das Rambaff-Theater.

Tanz- und Ballettaufführungen werden durch die Ballettsparte des niedersächsischen Staatstheaters im Opernhaus gezeigt. Im freien Bereich gibt es die Compagnie Fredeweß im Ahrberg-Viertel. Mit dem Tanzfestival Tanztheater International, dem internationalen Wettbewerb für Choreografen und dem internationalen Tangofestival gibt es jährlich drei Veranstaltungen im Bereich Tanz.

Kleinkunst wird unter anderem im GOP Varieté Theater Hannover, in der Marlene, im Uhu-Theater und im Rampenlicht Variete geboten. Das Kleine Fest im Großen Garten ist ein internationales Kleinkunstfestival und findet jedes Jahr im Juli statt.

Politisches Kabarett wird auf Hannovers Kabarettbühne im Theater am Küchengarten gezeigt. Seit 1985 finden die Calenberger Kabarett-Wochen in der Werkstatt-Galerie Calenberg statt.

In Hannover gibt es sieben Kinos: zwei Cinemaxx-Multiplex-Kinos mit je zehn Sälen am Raschplatz und in der Nikolaistraße. Letzteres war 1991 das erste von Hans-Joachim Flebbe eröffnete Cinemaxx Kino. Die Hochhaus Lichtspiele befinden sich im achten Stock des Anzeiger-Hochhauses und sind damit das höchste Kino Deutschlands (33,88 Meter über Straßenniveau). Die Kinos am Raschplatz sowie das 1908 eröffnete Apollo-Kino in Linden sind Programmkinos, das Kommunale Kino im Künstlerhaus und das Kino im Sprengel sind nichtkommerzielle Kinos.

Seit 1991 findet das internationale Nachwuchs-Filmfestival Up and Coming in Hannover statt. Weitere Filmfestivals in Hannover sind das internationale Kinderfilmfestival Seepferdchen (seit 2000) und das schwul-lesbische Filmfestival Perlen (seit 1997). Ein neues Festival ist das Seh-Fest auf der Gilde-Parkbühne, bei dem von Juli bis August Filme aller Genres open-air gezeigt werden.

Die Stadt unterhält in mehreren Stadtteilen Freizeitheime, die ein vielfältiges kulturelles Angebot anbieten. Vereine und andere Gruppen können hier für Veranstaltungen Räume anmieten. Freizeitheime gibt es in Döhren, Ricklingen, Stöcken, Vahrenwald, am Lister Turm und in Linden. Letzteres ist das erste Freizeitheim Deutschlands. Das Haus der Jugend in Hannovers Südstadt mit seiner Gründung 1951 erhebt gleichfalls den Anspruch, die erste Kinder- und Jugendfreizeiteinrichtung dieser Art in Deutschland zu sein.

Für Weltrauminteressierte gibt es die Volkssternwarte Geschwister Herschel Hannover auf dem Lindener Berg und das Planetarium in der Bismarckschule in der Nähe des Maschsees.

Das niedersächsische Staatstheater nutzt das Opernhaus für seine Sparten Oper und Ballett. Im Opernhaus spielt das Niedersächsische Staatsorchester. Das 1950 gegründete Rundfunkorchester des NDR spielt im Großen Sendesaal des NDR als NDR Radiophilharmonie Hannover klassische Musik und als NDR Pops Orchestra moderne Arrangements. Weitere Vertreter der klassischen Musik sind der Knabenchor Hannover, der Mädchenchor Hannover, das Junge Sinfonieorchester Hannover, die Hannoversche Hofkapelle und der Kammerchor Cappella Vocale Hannover. Der Kuppelsaal im HCC ist mit 3.600 Sitzplätzen der größte Konzertsaal Deutschlands. Für Gastorchester stehen mit dem Beethovensaal und dem Galeriegebäude in den Herrenhäuser Gärten zwei weitere Konzertsäle zur Verfügung. Regelmäßige Veranstaltungen sind unter anderem der Internationale Violinwettbewerb und die Internationale A-Cappella-Woche. Weitere Veranstaltungen sind der Musiksommer Herrenhausen in den Herrenhäuser Gärten, Klassik in der Altstadt, das Orgelfestival Hannover in der Markuskirche und die Niedersächsischen Musiktage. Der Hannoversche Opernball findet jedes Jahr unter einem anderen Motto im Opernhaus statt.

Durch das Engagement des Jazz-Club-Gründers Michael Gehrke ist Hannover eine deutsche Jazz-Metropole geworden. Außer im Jazz Club Hannover auf dem Lindener Berg wird noch in mehreren anderen Clubs und Musikkneipen Jazz gespielt. 1978 erhielten der Jazz Club Hannover sowie Michael Gehrke die Ehrenbürgerschaft von New Orleans. Beim Jazzfestival Swinging Hannover treten an Himmelfahrt Jazzkünstler aus aller Welt auf. Das Festival findet im Kuppelsaal des HCC und auf dem Trammplatz vor dem Neuen Rathaus statt. Ihm geht die knapp zweiwöchige Veranstaltungsreihe enercity Jazz-Zeit voraus, in der junge Künstler jede Richtung des Jazz beleuchten. Weitere Jazz-Veranstaltungen wie zum Beispiel Jazz in June oder die Jazzwoche Hannover, und Veranstaltungsreihen wie Jazz am Ballhof gibt es über das ganze Jahr verteilt. Mit Winning Jazz findet im Dezember ein Nachwuchsfestival statt. Mit der seit 1987 bestehenden Hannover Big Band um den Bandleader Lothar Krist und mit Walt Kracht and his Orchestra sind zwei überregional bekannte Big Bands ansässig. Die Band After Hours wurde durch die Zusammenarbeit mit Roger Cicero bekannt. Von 1975 bis zu seinem Tod im Jahre 1992 lebte der Musiker Champion Jack Dupree in Hannover. Der Vibrafonist Lionel Hampton komponierte in Hannover den Eisbein-Boogie, dessen ersten Takt er im Goldenen Buch der Stadt verewigte. Einige Jazzbands haben Hannover Stücke gewidmet, zum Beispiel der Hannover Boogie von den Trevor Richards British New Orleans Allstars und das Stück Swinging Hannover von den Bohemian Killer Dillers.

In den 1980er Jahren entwickelte sich eine Szene, die international bekannte Gruppen wie die Scorpions, Fury in the Slaughterhouse und Terry Hoax sowie Solisten wie Heinz-Rudolph Kunze hervorbrachte. Mitte der 1990er Jahre entstand die Technoband Scooter.

Mit Mousse T. ist auch die House- und Discjockey-Szene vertreten. Im Bereich der Lounge-Musik haben sich Mo' Horizons einen Namen gemacht und ihre Stadt mit dem Titel Bosshannover gewürdigt. Weitere Musikgruppen sind oder waren Abstürzende Brieftauben, Hans-A-Plast, Spice, The Jinxs, Marquess, sowie die Krautrock-Gruppe Jane.

Das Pfingst-Rock-Festival und das Nachwuchsfestival Emergenza Niedersachsen sind feste Größen in der Rockszene. Das größte Pop-Festival in Hannover ist das NDR 2 Plazafestival, welches zusammen mit der N-Joy Starshow zum Jahrestag der EXPO 2000 stattfindet. Das Fährmannsfest ist ein jährlich Anfang August stattfindendes Open-Air-Festival in Linden. Ein Sixties-, Psychedelic-, Garage-, Paisleypunk- und Underground-Festival ist das jährlich stattfindende Swamp Room Happening mit über 30 Bands. Seit 2008 findet auch in Hannover die Fête de la Musique statt.

Eine engagierte Indie-Szene befindet sich im Kulturzentrum Faust, der Glocksee, im Bei-Chéz-Heinz, dem UJZ Kornstraße, dem Musikzentrum und der Sturmglocke in der Nordstadt. Teile der Alternative- und Schwarzen Szene treffen sich beim Secret Garden Festival.

Mit dem National Battle of the Year findet in Hannover die Deutsche Breakdance-Meisterschaft statt.

Aus einer Wochenendveranstaltung im Pavillon im Jahr 1995 ist das Masala Welt-Beat-Festival mittlerweile zu einer zweiwöchigen Weltmusik-Veranstaltungsreihe mit Aufführungsorten in der ganzen Region geworden.

World Of Orient ist ein Festival für orientalische Musik, Kultur und Tanz. Die älteste Musikveranstaltung in Hannover ist mehrmals im Jahr der Schorsenbummel auf der Georgstraße .

Konzerte finden auf Hannovers großen und kleinen Bühnen statt: EXPO-Plazabühne, Gilde Parkbühne, AWD-Hall, Capitol, Pavillon, Faust, Musikbühne Bad und Musikzentrum Hannover. Die TUI Arena und die AWD-Arena werden für Groß-Konzerte genutzt.

Zum Bereich der Volksmusik zählen Volkslieder wie Die Lustigen Hannoveraner, In Hannover an der Leine oder Wir sind noch echte Niedersachsen und Instrumentalstücke wie Hannoversche Gardejäger, Hannover-Messe, Im Leinetal oder der Hannoversche Königsgruß. Märsche mit Hannover-Bezug sind der Niedersachsen-Marsch, der Marsch des Hannoverschen Cambridge Dragoner Regiments oder der Marsch der Hannoverschen Garde du Corps. Seit über 30 Jahren gibt es das internationale Marschmusik-Festival Musikparade der Nationen.

Zur Erinnerung an hannoversche Literaten verlieh die Stadt bis 2005 den Gerrit-Engelke-Preis, welcher seit 2008 durch den Hölty-Preis ersetzt wird.

Jährlich findet in der Literaturetage des Künstlerhauses in Hannover die BuchLust statt, eine Verkaufsmesse von 20 unabhängigen Verlagen und Handpressen aus Niedersachsen und einem wechselnden Gastbundesland. Die Veranstaltung läuft über zwei Tage immer am dritten Wochenende im November. Begleitet wird die Messe durch mehrere Lesungen von Autoren der ausstellenden Verlage. Über die ganze Veranstaltung können die Besucher über einen Stimmzettel, der mit der Eintrittskarte ausgegeben wird, ihren Favoriten unter den Ausstellern wählen. Der Aussteller mit den meisten Stimmen gewinnt am Sonntag abend den mit 500 Euro dotierten "BuchLust-Publikums-Preis".

Hannover hat eine lange Brauereitradition. 1526 erfand hier Cord Broyhan ein helles obergäriges Bier, das zu einem Exportschlager der Stadt wurde. Zusammen mit anderen Brauern gründete er 1546 die Brauergilde, aus der sich die heutige Gilde Brauerei in der Südstadt entwickelte. Daneben gibt es nur noch die 1868 gegründete Herrenhäuser Brauerei. Andere Brauereien wie die Kaiser-Brauerei, die Lindener Brauerei oder die Wülfeler Brauerei wurden inzwischen geschlossen. Dafür gibt es mittlerweile zwei Gastronomie-Brauereien, das Brauhaus Ernst-August in der Altstadt sowie die HBX - Stadtbrauerei am Aegidientorplatz. Aus der Sitte, das Broyhan-Bier zusammen mit Branntwein zu trinken, entstand die Lüttje Lage. Diese typisch hannoversche Spezialität aus Bier und Korn wird in einer speziellen Trinkweise aus zwei Gläsern getrunken.

1892 wurde die Markthalle Hannover als größter Stahl- und Glasbau des Kaiserreichs eingeweiht. 243 Händler versorgten die stark wachsende Stadtbevölkerung mit Lebensmitteln. 1943 während des Zweiten Weltkriegs durch einen Bombenangriff zerstört, entstand die Markthalle 1954 als Zweckbau, der im Volksmund als der Bauch von Hannover bezeichnet wird.

Seit 1883 gibt es den Machwitz Kaffee der gleichnamigen Kaffeerösterei am Marstall. 1956 wurde die Privatrösterei von Erhard Ulbrich gegründet, die heute noch in Limmer und der Südstadt existiert.

Zu den deftigen Gerichten gehören der Calenberger Pfannenschlag, Grünkohl mit Bregenwurst, das Hannoversche Zungenragout und das Eisbein mit Sauerkraut. Deftige Suppen sind die Hannoversche Erbsensuppe, die Hannoversche Kartoffelsuppe (traditionell mit Pfifferlingen), die Hannoversche Hochzeitssuppe und die Mockturtlesuppe. Die Cumberlandsauce ist eine pikante Tafelsoße. Eine Spezialität zu den Weihnachtsfesttagen ist der Maschsee-Karpfen. Zu einer traditionellen hannoverschen Schlachteplatte gehören das Hannoversche Sauerfleisch, die Calenberger Rotwurst, die Hannoversche Weißgekochte, die Hannoversche Leberwurst und die Hannoversche Sülzwurst. Dazu gibt es meist das Gersterbrot. Im Fast-Food-Bereich gibt es die Hannoversche Rossbratwurst, und die Currywurst mit Pommes (in Anlehnung an Gerhard Schröder scherzhaft Kanzlerplatte genannt). Zu den süßen Spezialitäten gehören der Hannoversche Butterkuchen, der weltweit bekannte Leibniz-Keks von Bahlsen, die Hitjepuppen (Zuckerbilder), der Hannoversche Apfelkuchen und die Welfenspeise (hannöversche weiß-gelbe Crème brûlée).

Während der Karnevalszeit zieht am Samstag vor Rosenmontag ein Karnevalsumzug durch die Innenstadt. An dem drei Kilometer langen Zug sind rund 3000 Karnevalisten mit Festwagen und Musikkapellen beteiligt, rund 12.000 Zuschauer stehen am Straßenrand.

Auf dem dem zehn Hektar großen Schützenplatz findet das Frühlingsfest Hannover (März/April) statt. Mit über 180 Schaustellern, zwei großen Festzelten und jährlich rund 1,5 Millionen Besuchern ist es das drittgrößte Frühlingsfest in Europa. Das seit 1957 stattfindende Oktoberfest Hannover ist mit rund 160 Schaustellern, zwei großen Festzelten, dem traditionellen Laternenumzug und über einer Million Besucher das zweitgrößte Oktoberfest der Welt.

Das Schützenfest Hannover im Juli findet ebenfalls auf dem Schützenplatz am Rande der Innenstadt statt. Es ist mit über 5000 Schützen, rund 260 Schaustellern, fünf großen Festzelten, einem großen Rahmenprogramm und mit rund zwei Millionen Besuchern das größte Schützenfest der Welt. Seine Ursprünge gehen bis auf das Jahr 1529 zurück. Der große Schützenausmarsch ist mit einer Länge von zwölf Kilometern sowie mit rund 12.000 Teilnehmern (darunter 128 Musikkapellen aus dem In- und Ausland und über 5000 Schützen) und rund 70 Festwagen, Kutschen, Pferdegespanne und sonstigen Fahrzeugen der längste Festumzug Europas.

Am Maschsee findet zum Sommerende das Maschseefest statt. Mehrere Bühnen mit Live-Musik, Kleinkunst und Comedy, Fun-Boot-Rennen, Fackelschwimmen und ein vielfältiges gastronomisches Angebot ziehen jedes Jahr etwa zwei Millionen Menschen an. Im Spätsommer findet vor dem Opernhaus auf dem Opernplatz jährlich das Weinfest statt.

Der Große Garten in den Herrenhäuser Gärten ist alljährlich Schauplatz des Internationalen Feuerwerkswettbewerbes. Zwischen Mai und September treten an fünf verschiedenen Terminen Pyrotechniker aus aller Welt gegeneinander an. Jede teilnehmende Nation absolviert zunächst ein Pflichtprogramm zu einer festgelegten musikalischen Begleitung, anschließend können sich die Nationen in einer individuellen Kür präsentieren. Dazu gibt es ein vielfältiges Rahmenprogramm mit einer Mischung aus Kleinkunst und Musik. Der Große Garten ist Schauplatz der Internationalen Festwochen Herrenhausen mit viel Kleinkunst und Musik.

Der Flohmarkt Hannover am Hohen Ufer der Leine ist der älteste Flohmarkt in Deutschland, der im Juli stattfindende Markt für Kunst und Handwerk ist überregional bekannt, und der Pöttemarkt in der Altstadt kann auf eine lange Tradition zurückblicken. In der gesamten Vorweihnachtszeit finden dauerhaft drei größere Weihnachtsmärkte statt. Der traditionsreiche Weihnachtsmarkt Hannover mit rund 120 Ständen, dem ein mittelalterlicher Weihnachtsmarkt und das Finnische Weihnachtsdorf angeschlossen sind, befindet sich in der Altstadt. Weitere Weihnachtsmärkte gibt es auf dem Ernst-August-Platz vor dem Hauptbahnhof und auf der Lister Meile.

Der bekannteste Fußball-Verein Hannovers ist der in der Bundesliga spielende Hannoverscher Sportverein von 1896 e.V., kurz „Hannover 96“ oder die Roten, welcher sein Domizil in der AWD-Arena hat. Die in der Regionalliga Nord spielenden Amateure sind im Eilenriedestadion zu Hause. Weitere bekannte Vereine sind die ehemaligen Zweitligisten SV Arminia Hannover und OSV Hannover. Der Verein SV Arminia Hannover wird die Blauen genannt, spielt derzeit in der Oberliga Niedersachsen und ist im Rudolf-Kalweit-Stadion beheimatet. Von 1990-1997 war der TSV Fortuna Sachsenross Hannover Mitglied der Fußball-Bundesliga der Damen.

Ebenfalls in der 1. Bundesliga spielen die Tischtennis-Damen von Hannover 96.

In der Deutsche Eishockey Liga spielen die Hannover Scorpions. Spielort des Eishockey-Vereins ist die TUI Arena. Der Oberligist Hannover Indians hat im Eisstadion am Pferdeturm in Kleefeld sein Domizil.

Der erste deutsche Rasensportverein (Deutscher Sportverein Hannover gegr. 1878, kurz Hannover 78) wurde 1878 in Hannover gegründet. Das heutige Rugby ist die Gründungssportart. Der DRC Hannover spielt Rugby in der 1. Herrenbundesliga. In der 2. Herren-Bundesliga spielen z.B. DSV 1878 Hannover und SV Odin 1905. Der erfolgreichste Rugby-Verein Deutschlands ist der TSV Victoria Linden mit 20 gewonnenen Deutschen Meistertiteln der Herren. Insgesamt wurden seit 1909 von hannoverschen Vereinen 62 der bislang 83 ausgetragenen Deutschen Meisterschaften nach Hannover geholt. In der Zeit von 1909 bis 2005 trat - mit Ausnahme von 1913 - bei jedem ausgetragenen Endspiel um die Deutsche Meisterschaft ein hannoverscher Verein an.

In Hannover spielen derzeit zwei Vereine in der 2. Handball-Bundesliga. Seit 2005 der TSV Hannover-Burgdorf und seit 2007 der TSV Hannover-Anderten. In der Saison 2004/2005 trug der Handball-Bundesligist GWD Minden die Hälfte seiner Heimspiele in Hannover aus. Der Verein firmierte in der Saison unter GWD Minden-Hannover. Weitere ehemalige Bundesliga-Vereine sind bei den Herren: HSG Hannover und Polizei SV Hannover und bei den Damen: SC Germania List und die SG Misburg.

Hannover 78 spielt in der 1. Hockeybundesliga in der Halle und auf dem Feld in der 2. Bundesliga.

Am 25. Januar 1862 wurde in Hannover der erste deutsche Fechtverein gegründet, der noch heute existiert. Neben dem Fechtklub Hannover von 1862 gibt es noch drei weitere Vereine, die den Fechtsport anbieten und auf Turnieren erfolgreich sind.

WASPO 98 Hannover spielt in der ersten Wasserballbundesliga.

Direkt am Mittellandkanal liegt der 1. Wasserskiclub Hannover e. V. Weitere Anbieter sind der Hannoverscher Kanu Club am Maschsee, der Kanu-Sport-Club Hannover e. V., der Paddelclub Stöcken e. V. und der Paddelclub Niedersachsen e. V.

Der Turn-Klubb zu Hannover zählt zu den erfolgreichsten Vereinen in Hannover: Die Faustballmannschaft spielt in der ersten Bundesliga. Der Bereich Fechten hat diverse nationale und internationale Titel errungen. Der Verein ist dreifacher Deutscher Meister im Kunstturnen.

Die Hannover Hurricanez spielen in der Inliner-Hockeyregionalliga und die Hannover Regents in der Baseball-Bundesliga.

Der 1947 gegründete Tischtennisverein TTC Helga Hannover schaffte nach vier Vizemeisterschaften in der Saison 1991/92 den Aufstieg in die 1.Bundesliga wo er die nächsten drei Jahre und nochmals 1997/98 spielte. In 2008 gelang der Damen-Tischtennissparte von Hannover 96 der Aufstieg in der 1. Bundesliga.

Die Damen- und Herrenmannschaft im Lacrosse des SC Germania Lists spielt in der Norddeutschen Lacrosse Liga mit. Die Damen nahmen 2008 das erste Mal an den Deutschen Lacrosse Meisterschaften teil und belegte den dritten Platz. Beide Teams sind außerdem Tabellenführer in der aktuellen Saison 08/09.

Beim Hannover-Marathon gehen jedes Jahr im Mai circa 11.000 Teilnehmer über 10, 21,1 oder 42,195 Kilometer an den Start. Jedes Jahr im Spätsommer findet der Lindener Volkslauf u.a. entlang der Leine und Ihme statt.

Mit der Nacht von Hannover findet immer im Juli rund um das Opernhaus ein Radrennen mit prominenter Besetzung statt.

Auf dem Maschsee finden jährlich mehrere Sportereignisse statt. Teams aus aller Welt treten bei der Internationalen Drachenboot-Regatta in den Wettstreit. Das im Frühjahr stattfindende Kanu-Polo-Turnier ist ebenfalls international besetzt. Der Head of the River Leine wird im September auf der Leine ausgetragen.

Im Juli 2008 fanden die "Hanover 7'ens"statt, ein Rugby-Turnier, bei dem die Deutsche- und Europameisterschaft im 7-er Rugby ausgetragen wurde. Portugal wurde Europameister.

Weitere Sportveranstaltungen sind das Niedersächsische Beach-Volleyball-Turnier auf dem Steintorplatz, der Triathlon Hannover und das internationale Reitturnier German Classics.

Die Stadt Hannover gehörte nach der Christianisierung zum Gebiet des Bistums Minden und zum Archidiakonat Pattensen.

In der Altstadt Hannovers wurde 1533/34 und in der Neustadt 1544 die Reformation nach lutherischem Bekenntnis eingeführt. Danach war Hannover über viele Jahrhunderte eine überwiegend protestantische Stadt. Katholiken und reformierte Gemeindeglieder konnten bis 1800 in der Altstadt Hannovers kein Bürgerrecht erwerben. Darum errichteten sie ihre Kirchen in der Neustadt.

Die Bevölkerung Hannovers ist zu 36,6 % evangelisch und zu 14,3 % katholisch (Stand 01/2007). Im Stadtteil Mühlenberg existiert ein ökumenisches Kirchenzentrum, das die Stadtteilgemeinden beider Konfessionen unter einem Dach vereint.

Im nordwestlichen Stadtteil Marienwerder befindet sich das säkularisierte Kloster Marienwerder.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Hannover Sitz des Kirchenamtes der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) sowie des Kirchenamtes der Vereinigten Evangelisch-Lutherische Kirche Deutschlands (VELKD). Die Arbeitsgemeinschaft der Evangelischen Jugend hat auch hier ihren Sitz.

Die Kirchenverwaltung der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Hannovers befindet sich ebenfalls in Hannover. Alle landeskirchlichen evangelischen Kirchengemeinden Hannovers gehören zum Stadtkirchenverband Hannover innerhalb des gleichnamigen Sprengels der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche.

1697 entstand eine französisch-reformierte und 1702 eine deutsch-reformierte Gemeinde, die sich 1819 zu einer vereinigten. Diese gehört zur Evangelisch-reformierten Kirche - Synode evangelisch-reformierter Kirchen in Bayern und Nordwestdeutschland. Der Reformierte Bund ist eine Föderation (Vereinigung) reformierter Kirchen, Gemeinden, Verbände und Einzelpersonen. Er gilt als „Dachverband“ für etwa zwei Millionen reformierte Gemeindeglieder in der Bundesrepublik Deutschland und hat seinen Sitz in Hannover, Knochenhauerstraße 33.

In den Jahren 1949, 1957, 1983 und 2005 war Hannover Gastgeber des Evangelischen Kirchentags.

Die 1665 entstandene römisch-katholische Gemeinde gehörte anfangs zum Apostolischen Vikariat des Nordens, ab 1824 zum Bistum Hildesheim und mit diesem seit 1995 zur neu gegründeten Kirchenprovinz Hamburg.

Von der Urgemeinde, die die gesamte Region Hannover umfasste, wurden im Zuge von Bevölkerungswachstum, Industrialisierung und Vertriebenenstrom immer neue Gemeinden gelöst. Zuletzt gab es in der Region 43 katholische Pfarreien. Deren Zahl wird durch Zusammenlegungen in nächster Zeit um mehr als die Hälfte zurückgehen.

Die kirchliche Region Hannover wurde am 1. Mai 2007 zum Regionaldekanat Hannover zusammengefasst. Sie deckt sich etwa mit dem Gebiet der politischen Region Hannover und zählt etwa 157.000 Katholiken. Katholische Hauptkirche Hannovers und Sitz des Regionaldechanten ist die Propsteikirche Basilika St. Clemens.

Die 1955 staatskirchenrechtlich errichtete „Katholische Pfarrgemeinde der Alt-Katholiken Hannover-Niedersachsen“ hat im Stadtteil Kirchrode ein Gemeindezentrum und plant derzeit den Neubau einer eigenen Kirche. Die Alt-Katholische Kirche hat im Raum Hannover rund 450 Mitglieder.

Die Selbständige Evangelisch-Lutherische Kirche hat ihren Bischofssitz und die Kirchenleitung in Hannover und ist in der Südstadt mit zwei Kirchengemeinden vertreten. Weitere Freikirchen sind die Apostolische Gemeinschaft, die Koinonia Calvary Chapel Hannover, das Christliche Zentrum Hannover, Evangelisch-Freikirchliche Gemeinden (Baptisten- und Brüdergemeinden), die Freie evangelische Gemeinde, die Evangelisch-methodistische Kirche, die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten, die Christus-Gemeinde Wettbergen und die Ichthys Freie Jesus-Gemeinde e.V., die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage (Mormonen), Mennoniten (Täufer), die Neuapostolische Kirche, die Christengemeinschaft, die Zeugen Jehovas und die Christliche Wissenschaft. Neben der russisch-orthodoxen Kirche und einer serbisch-orthodoxen Kirchengemeinde ist eine griechisch-orthodoxe Kirchengemeinde vertreten.

Für die in Hannover lebenden circa 23.600 Muslime gibt es mehrere Moscheen und weitere Gebetshäuser. Der Stadtfriedhof Stöcken hat ein für Muslime eingerichtetes Gräberfeld. Im Siedlungsgebiet Schwarze Heide des Stadtteils Stöcken besteht seit 2008 das Bait us-Sami der Ahmadiyya Muslim Jamaat.

Nach dem Zweiten Weltkrieg und der Shoah entstand durch Zuzug langsam neues jüdisches Leben in der Stadt. Heute gibt es drei jüdische Gemeinden, die Jüdische Gemeinde Hannover K. d. ö. R. mit ungefähr 5.000 Mitgliedern, die Liberale Jüdische Gemeinde Hannover e. V. mit rund 500 Mitgliedern und die Chabad Gemeinde Hannover mit etwa 100 Mitgliedern. 1963 entstand die neue Synagoge an der Haeckelstraße, die Liberale Jüdische Gemeinde besitzt seit 2009 eine Synagoge in der ehemaligen Gustav-Adolf-Kirche in Stöcken.

Die vietnamesischen Buddhisten in Deutschland haben 1993 mit der der Pagode Vien Giac in der Karlsruher Straße das größte Bauwerk dieser Art in Europa geschaffen. Außerdem gibt es Zentren der tibetischen Richtungen, des Theravada und des Zen-Buddhismus.

Personen, die sich um Hannover verdient machen, werden mit der Ehrenbürgerwürde ausgezeichnet. Ursprünglich gewährt man ihnen unentgeltliche Bürgerrechte. Ehrenbürger sind unter anderem Georg Friedrich Grotefend (Entzifferer der Keilschrift), der nationalliberale Politiker Rudolf von Bennigsen, und Reichspräsident Paul von Hindenburg, der von 1911 bis 1914 und von 1919 bis 1925 seinen Wohnsitz in Hannover hatte.

Seit dem Zweiten Weltkrieg erhielten insgesamt zehn Persönlichkeiten die Ehrenbürgerwürde, darunter der ehemalige Bundeskanzler und Ministerpräsident Gerhard Schröder und die Künstlerin Niki de Saint Phalle. Als bislang letzter Ehrenbürger ist seit dem 2. Februar 2007 der langjährige Oberbürgermeister Herbert Schmalstieg ausgezeichnet.

Der Brauereimeister Cord Broyhan war der Erfinder eines neuen hellen Bieres. Die Geschwister Friedrich Wilhelm Herschel und Caroline Herschel waren Forscher und Astronomen. Der Bruder des Erfinders der Schallplatte und des Grammophons Emil Berliner, Joseph Berliner, gründete in Hannover die erste Grammophon-Fabrik der Welt. Theodor Lessing und seine ebenfalls hier geborene Frau Ada Lessing gründeten in Linden die Volkshochschule. Der Künstler Kurt Schwitters entwickelte in Hannover seine Form des Dadaismus. An den Dichter Gerrit Engelke erinnerte der bis 2007 von der Stadt Hannover vergebene Gerrit-Engelke-Preis. Rudolf Augstein gründete 1947 in Hannover die Zeitschrift Der Spiegel.

Weitere gebürtige Hannoveraner sind der Dramatiker Frank Wedekind, die Luftfahrtpioniere Elly Beinhorn und Karl Jatho, die Tanz-Avantgardistin Mary Wigman, sowie die Schauspieler August Wilhelm Iffland (nach ihm ist der Iffland-Ring benannt) und Theo Lingen.

Zu bekannten gebürtigen Hannoveranern der Gegenwart zählen Ernst August Prinz von Hannover, der Cartoonist Uli Stein, die Regisseurin Doris Dörrie, die Autoren Friedhelm Kändler und Alexa Hennig von Lange, die Schauspieler Kai Wiesinger und Maria Schrader, der Maler Heimar Fischer-Gaaden, die Fußballspieler Fabian Ernst und Per Mertesacker sowie der Comedian Oliver Pocher und der RnB-Sänger Mark Morrison.

Mit Gottfried Wilhelm Leibniz lebte einer der bekanntesten Philosophen und Universalgelehrten seiner Zeit in Hannover. Der Architekt Georg Ludwig Friedrich Laves prägte Hannover im Stil des Klassizismus. Der Gründer der Hannoverschen Architekturschule Conrad Wilhelm Hase zog im 19. Jahrhundert Architekten wie Paul Rowald und Edwin Oppler nach Hannover. Die Nachkriegsarchitektur der Stadt prägte Dieter Oesterlen. Weitere zugezogene Hannoveraner waren unter anderem der Zentrumspolitiker und Minister Ludwig Windthorst, der Zeichner, Maler und Dichter Wilhelm Busch, der Maler, Zeichner, Graphiker und Bildhauer Kurt Sohns, der Kulturpolitiker Adolf Grimme (Grimme-Preis) und der Erfinder des PAL-Systems Walter Bruch.

Zurzeit in Hannover wohnhaft sind der frühere Bundeskanzler Gerhard Schröder, die ehemalige Bundesministerin Edelgard Bulmahn, der Soziologe und Politikwissenschaftler Oskar Negt, der ungarische Musiker und Leiter des Europäischen Zentrums für jüdische Musik Andor Izsák, der Kammer- und Opernsänger Thomas Quasthoff, die Kabarettisten Dietrich Kittner und Matthias Brodowy sowie der Musikproduzent Mousse T.

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Source : Wikipedia