Hamm

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Geschrieben von robby 20/04/2009 @ 12:16

Tags : hamm, nordrhein-westfalen, deutschland, rheinland-pfalz

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Hamm

Wappen der Stadt Hamm

Hamm (lateinisch Hammona) ist eine kreisfreie Stadt im Zentrum Nordrhein-Westfalens. Die Stadt liegt im Nordwesten des Regierungsbezirks Arnsberg und am Ostrand des Ruhrgebiets. Sie wird von der Landesplanung als Mittelzentrum ausgewiesen und ist Mitglied im Landschaftsverband Westfalen-Lippe sowie dem Regionalverband Ruhr. Das Stadtgebiet erreichte nach mehreren Gebietsreformen am 1. Januar 1975 seine heutige Ausdehnung. Zeitgleich überschritt Hamm die statistische Bemessungsgrenze von 100.000 Einwohnern und erlangte den Großstadtstatus. Heute hat Hamm gut 180.000 Einwohner (Stand: Ende 2007) und belegt damit den 42. Platz der größten deutschen Städte. Die Stadt ist Sitz des größten deutschen Oberlandesgerichts, des Oberlandesgerichts Hamm. Der Wahlspruch Hamms lautet: „Hamm, eine l(i)ebenswerte Stadt!“.

Hamm liegt im Osten des Ruhrgebiets und im Herzen Westfalens. Naturräumlich ist die Stadt der Westfälischen Bucht und den Lippeniederungen zuzuordnen. Die Hammer Stadtbezirke erstrecken sich nördlich und südlich der Lippe, die die Stadt und ihr Zentrum von Osten kommend nach Westen auf einer Länge von 30,665 km durchfließt. Sie nimmt östlich der Innenstadt die Ahse als einen linken Nebenfluss auf. Diese ist das zweitgrößte Fließgewässer auf dem Stadtgebiet. Ihr Lauf wurde 1913 aus der westlichen Innenstadt heraus nach Osten verlegt, wo er heute im Kurpark den Düker erreicht, der die Ahse unter dem Datteln-Hamm-Kanal der Lippe zuführt. Der höchste Punkt im Stadtgebiet befindet sich an der Straße „In der Sommerbree“ im nordwestlichen Stadtbezirk Bockum-Hövel und ist eingemessen auf 100,5 m ü. NN (Quelle: Karte des Internetauftrittes der Stadt Hamm). Nur wenige Meter außerhalb der Stadtgrenze bilden der Kurricker Berg und der Homberg höhere Erhebungen. Das Stadtgebiet wird dabei nördlich und südlich von den Lippehöhen durchzogen, die das Flusstal und die Lippeniederungen begrenzen. Der niedrigste Punkt liegt südlich der Lippe („Am Lausbach“ auf 37,7 m ü. NN). Die Stadtgrenze ist 104,0 km lang. Die größte Ausdehnung des Stadtgebiets beträgt in Nord-Süd-Richtung 18,2 km und in West-Ost-Richtung 21,9 km.

Gemeinde Lippetal (5,7 km), Gemeinde Welver (19,4 km), Stadt Werl (8,1 km) (alle Kreis Soest (33,2 km)), Stadt Unna (0,3 km), Gemeinde Bönen (19,3 km), Stadt Kamen (2,4 km), Stadt Bergkamen (5,7 km) und Stadt Werne (14,0 km) (alle Kreis Unna (41,7 km)), Gemeinde Ascheberg (5,2 km) (Kreis Coesfeld) sowie Stadt Drensteinfurt (9,0 km) und Stadt Ahlen (14,9 km) (beide Kreis Warendorf ).

Die Zahlen in den Klammern bezeichnen die Länge der gemeinsamen Stadtgrenze. Die Stadtgrenze von Hamm hat dabei eine Gesamtlänge von 104 km.

Die nächstgelegenen Großstädte sind Münster etwa 34 km nördlich der Stadtgrenze, Dortmund etwa 30 km südwestlich, Hagen etwa 43 km südlich, Paderborn etwa 64,5 km östlich und Bielefeld etwa 62 km nordöstlich.

Das Wappen der Stadt Hamm zeigt auf goldenem Grund den dreireihigen märkischen Schachbrettbalken in rot und silber. Die Stadtfarben und Stadtfahne sind rot-weiß. Das Wappen wurde der Stadt Hamm 1934 erneut verliehen. Sie führte es jedoch in kaum veränderter Weise bereits seit dem 13. Jahrhundert. Ursprünglich ist das Stadtwappen das Wappen der Grafen von der Mark, welche die Stadt 1226 gründeten. Nach den Gebietsreformen von 1968 und 1975 wurden weder Wappen noch Wappenteile der eingemeindeten Städte und Gemeinden in das historische Wappen der Stadt Hamm übernommen.

Hamm ist eine Planstadt, die Graf Adolf I. von der Mark am Aschermittwoch des Jahres 1226 gegründet und mit Stadtrechten versehen hat. Die Gründung von Hamm steht am Anfang einer Reihe von Stadtgründungen dieses Grafengeschlechts, um die Grafschaft Mark sowohl militärisch als auch wirtschaftlich zu festigen und aus ihr einen einheitlichen Machtbereich zu schaffen. Anlass für die Stadtgründung war ein Streit zwischen dem weltlichen westfälischem Adel und dem Erzbischof von Köln, Engelbert I. von Berg, der bemüht war, die Kirche von weltlichem Einfluss zu befreien und die vom Herzogtum Sachsen abgespaltene Herzogswürde von Westfalen zu konsolidieren. Die daraus entstandenen Spannungen zwischen den zum Teil eng verwandten Protagonisten gipfelte in der Ermordung des Erzbischofs durch eine Gruppe von Häschern seines Verwandten Graf Friedrich von Altena-Isenberg. Dies trug ihm die Reichsacht ein und führte schließlich zu seiner Hinrichtung in Köln. Sein Besitz, Burg und Stadt Nienbrügge, wurden im Rahmen einer Strafaktion durch Graf Adolf I. von der Mark geschleift. Dieser versuchte das Erbe der Isenberger an sich zu bringen und so das Gebiet der gemeinsamen Stammlinie Altena-Berg zu erhalten. So bot er auch den Bürgern der Stadt Nienbrügge einige hundert Meter die Lippe aufwärts eine neue Heimat. Die Reste von Nienbrügge dienten dabei als Baustofflieferant. Da die neugegründete Stadt Hamm auf der Landspitze zwischen der Ahse und der Lippe an der Einmündung der Ahse entstand, erhielt diese Siedlung den Namen „tom Hamme“ (zum Hamm) bzw. Ham - nach der alten Bezeichnung für ein solches Flurstück, dem Ham. Daraus entwickelte sich im Laufe der Zeit die heutige Schreibweise „Hamm“.

In den folgenden Jahrhunderten wurde Hamm zum Vorort und immer wieder auch zur Residenz der Grafschaft und diente als Gerichtssitz mit Appellationsfunktion für die märkischen Städte. Dies begründet auch die bis heute fortdauernde Gerichtstradition der Stadt. Die Residenzfunktion ging Hamm 1461 mit dem Tod des Grafen Gerhard von der Mark zu Hamm, der seit 1437 auf der Stadtburg Hamm residierte, verloren. Die Grafen, die inzwischen auch die Herzöge von Kleve waren, wohnen nun auf der Schwanenburg in Kleve.

Der erste Sakralbau der Stadt, eine Kapelle am Platz der heutigen Pauluskirche, wurde 1275 durch den Bau der St. Georgskirche (heutige Pauluskirche) abgelöst. Die Kirche wurde allerdings erst am 17. April 1337 von der Stammkirche, der Pankratiuskirche in der Mark, abgepfarrt. Sie ist bis heute Hamms zentraler Kirchenbau. 1270 war bereits ein Zisterzienserinnenkloster (Kloster Marienhof) in Hamm gegründet worden, das 1290 vor die Stadt auf Haus Kentrop verlegt wurde. 1455 entstand als zweites Kloster das Franziskanerkloster Hamm, das im Vorfeld des Täuferreiches in Münster immer wieder Prediger nach Münster entsandte. Die weiteren das Stadtbild prägenden Kirchen entstanden erst im 16. (St.Agnes) und 18. Jahrhundert (Martin-Luther).

In den Jahren 1444-1449 (Soester Fehde) schlug sich die Stadt auf die die Seite Johann von Kleves (seit dem 5. Juni 1444 neuer Landesherr von Soest), der sich in die Auseinandersetzung der Stadt Soest mit den Erzbischöfen in Köln einmischte. Diese versuchten ihre ursprüngliche Stellung als Landesherren Soests wiederherzustellen. Daraufhin erwirkte der Erzbischof und Kurfürst von Köln 1444 die Reichsacht gegen Hamm, die jedoch ohne die drastischen Folgen des Jahres 1226 blieb. Trotz dieser Fehde und der Reichsacht fällt in diese Zeit eine Blüte der Wirtschaft in der Stadt. Ein wesentlicher Faktor dafür ist die 1448 in Kraft getretene Verordnung, nach der niemand außerhalb der Stadt im Amte Hamm das Bäcker-, Brauer-, Schuhmacher-, Schmiede- und Schneiderhandwerk ausüben durfte. Die Landbevölkerung musste in der Stadt einkaufen. Diese Verordnung blieb bis ins 19. Jahrhundert in Kraft. Noch 1498 zeugte ein Bündnisvertrag mit Münster von der relativen Unabhängigkeit der Stadt Hamm. Im Jahr 1503 wurde Hamm durch Kaiser Maximilian I. von allen westfälischen Freigerichten und sonstigen fremden Gerichten befreit.

Der wirtschaftliche Niedergang stellte sich mit dem Ausbruch einer als Pest bezeichneten Krankheit im Jahr 1531, den 1533 beginnenden Bürgerkämpfen und dem wachsendem Einfluss der Ortsherren ein.

Die Reformation hielt 1553 in Hamm Einzug. Die große Stadtkirche St. Georg und Laurentius, die heutige Pauluskirche, wurde in „Reformierte Pfarrkirche“ umbenannt und ist seitdem der Versammlungsort der in Hamm maßgeblichen reformierten Gemeinde. Als die neue lutherische Gemeinde den Calvinisten 1562 Carrell Gallus aus Holland zum Pastor wählte, kam es zum Bildersturm. In diesem Rahmen wurden nahezu alle Kunstgegenstände der Kirche zerstört.

1557 wurde die Stadt von einer Hungersnot und 1558 von einem der zahlreichen Hammer Stadtbrände heimgesucht. Wenig später kostete ein Streit zwischen Bäckern und Leinewebern nach einer Eingabe des Leineweberoberzunftmeisters an den Landesherrn, Herzog Johann von Kleve, Mark und Ravensberg, im Jahr 1570 die Stadt ihre mühsam erworbenen Privilegien. In der Folge begann die Selbstständigkeit Hamms zu schwinden und machte Platz für den überall aufkommenden Absolutismus der Landesherren.

Bereits mit dem Spanisch-Niederländischen Krieg geriet Hamm in die Kriegerischen Auseinandersetzungen, die seit 1587 Westfalen und somit auch die Region um die Stadt immer wieder verwüsteten. Der spanische Feldherr und Statthalter in den Niederlanden, Alessandro Farnese, zog 1587 mit einem Heer bis vor die Stadt Hamm. Er sah von einer Eroberung ab, nachdem die Stadt sich freigekauft hatte. Spanische Marodeure verwüsteten im Jahr 1598 das nördlich vor Hamm liegende Kirchspiel Heessen.

Als 1609 das Haus von der Mark im Mannesstamm ausstarb, fiel die Grafschaft nach dem Jülich-Klevischen Erbfolgestreit an das Kurfürstentum Brandenburg. Der Kurfürst musste 1614 die Niederlande zu Hilfe rufen, so das Hamm am 23. September von deren Truppen besetzt wurde. Nach dem Kriegsausbruch 1618 folgen bis 1648 verschiedene Kriegsparteien, die Hamm besetzen. Die Stadt musste immer wieder hohe Zahlungen an die Besatzer leisten. Erst mit dem Ende des Dreißigjährigen Krieges, der diese kriegerische Phase abschließt, wurde im Westfälischen Frieden der brandenburgische Besitzanspruch bestätigt. Doch erst 1666 wurde mit einem Teilungsvertrag das Erbe des Hauses von der Mark endgültig geregelt. Hamm blieb bei Brandenburg und behielt seine Garnison. Diese bestand traditionell aus einem Regiment zu Fuß, später, nach Einführung der Nummerierung das Altpreußische Infanterieregiment No. 9 von 1646, das seinen Ersatz aus der Grafschaft Mark erhielt.

Kurz darauf (im Jahr 1650) gab es in Hamm die erste nachgewiesene Buchdruckerei. 1657 wurde mit dem Gymnasium Ilustre Academicum eine Hochschule mit den drei Fakultäten für Jurisprudenz, Theologie und Philosophie gegründet. Diese Entwicklung war Ausdruck einer neuen Blüte der Stadt, aber auch des Bestrebens des Landesherrn, das Land nach dem Krieg wiederaufzubauen. Die Hochschule hatte bis 1781 bestand, allerdings waren bereits seit 1766 keine Studenten mehr eingeschrieben. Die Universität wurde 1781 mit der schon seit dem Mittelalter im Hamm bestehenden Lateinschule zum heute noch existierenden humanistischen Gymnasium Hammonense zusammengelegt.

1701 trat das Kurfürstentum Brandenburg hinter das neue entstandene Königreich Preußen zurück. 1718 erhielt Hamm dann einen ständigen Magistrat anstelle des jährlich wechselnden Rates.

Im Jahre 1741 wurde Hamm von einer der zahlreichen Katastrophen heimgesucht, die die Entwicklung der Stadt immer wieder bremsten. In diesem Fall handelte es sich um einen großen Stadtbrand. Das alte gotische Rathaus der ehemaligen Hansestadt und 346 Häuser versanken ebenso in Schutt und Asche wie der Turm der Pauluskirche und das Stadtarchiv. Der Wiederaufbau zahlreicher Bürgerhäuser erfolgte nun in Stein. In der Folge des Stadtbrandes erhielt die Stadt im Jahre 1743 eine Brandordnung. Die Preußische Regierung ordnete die Verwaltungsbereiche neu und gründete 1753 den Kreis Hamm mit der Stadt Hamm als Sitz. Dazu entstanden das Landgericht Hamm und 1787 die Märkische Kriegs- und Domänenkammer, deren Präsident zunächst der Freiherr vom Stein war. In den sechziger Jahren dieses Jahrhunderts brachte der siebenjährige Krieg (1756 – 1763) erneut Zerstörung, aber auch einen Ausbau der Festungsanlagen mit sich. Schließlich wurde 1772 eine neue Kaserne in Hamm errichtet, um die Garnison der Festung unterzubringen. Diese war bis dahin in den Wohnhäusern der Bevölkerung einquartiert. Für den Bau dieser Kaserne wurde die Burg Mark abgebrochen, um das Baumaterial zu erhalten. Im Jahre 1803 sind dann auch ihre letzten Grundmauern entfernt worden. Naturstein ist in der felsenlosen Lippemarsch kostbar.

Die Französische Revolution brachte Hamm eine Schwemme von Flüchtlingen, darunter die künftigen französischen Könige Ludwig XVIII. und den späteren Karl X.. Sie machten Hamm zum Sitz ihrer Exilregierung für Frankreich und blieben mehrere Monate in der Stadt, die damit zur quasi Regierungssitz des Königreichs Frankreich wurde, ohne Teil dieses Staates zu sein. 1796-1798 wurden die Stadttore abgebrochen. Hamm war seither nur noch Garnisonsstadt (bis 1884), hatte jedoch keine Festung mehr. Die bisherigen Befestigungsbauten waren der Entwicklung der Kriegstechnik ohnehin nicht mehr gewachsen. Die Folgen der Französischen Revolution überrollten Preußen und damit auch Hamm. Am 23. Oktober 1806 marschierten kaiserlich französische Truppen Napoleons in die Stadt ein. Im Jahr 1808 schlugen die Besatzer Hamm dem Großherzogtum Berg zu. Die Stadt wurde Kantonssitz in dem nach französischem Muster organisiertem Vasallenstaat Napoleons. Erst 1813 gelangte Hamm wieder in den Besitz des Hauses Hohenzollern, verlor aber nach dem endgültigen Frieden mit Frankreich 1815 den Sitz der Regierung für den Bereich der ehemaligen Grafschaft Mark an Arnsberg. Zwar sollte der neue Regierungsbezirk in Hamm angesiedelt werden, dies wurde jedoch durch das Betreiben des Oberpräsidenten Ludwig van Vincke verhindert, der die Ansiedlung des Regierungsbezirkes in Arnsberg befürwortete. Zum Ausgleich erhielt Hamm das Oberlandesgericht, das bislang in Kleve tagte. Ab 1816 herrschten in der Stadt Inflation und Hungersnot. Nach den Napoleonischen Kriegen erholten sich das Land und die Stadt unter der preußischen Regierung, so dass bereits 1840 ein starkes Wachstum der Vorstädte im Osten, Süden und Westen zu erkennen war. 1839 wurde der „Verein für Pferde-Dressur zum Dienste der Landwehr-Cavallerie im Regierungsbezirk Arnsberg“ gegründet. Seit diesem Jahr findet der heute noch in den Zentralhallen abgehaltene Pferdemarkt statt. Das Zeitalter der Industrialisierung stand mit Ende der 1840’er Jahre nicht mehr nur vor den Stadttoren - es hatte Hamm längst Richtung Minden überrollt: Die Eisenbahn hatte Hamm erreicht. Der erste Bahnhofsbau wurde noch 1847 eröffnet und entwickelte sich zum Motor der Hammer Wirtschaft und zum Garanten für die Ansiedlung der Metallindustrie, welche an die Seite der alten Brauereien wie Asbeck, Pröpsting und Isenbeck trat. Die Revolution von 1848 blieb in Hamm zwar nicht ohne Widerhall, allerdings wurden die Truppen, die nach Iserlohn in Marsch gesetzt waren, um die Aufstände zu unterdrücken, in Hamm bejubelt. Noch 1853 wurde in Hamm ein Todesurteil durch Hinrichtung vollstreckt, die letzte in der langen Geschichte der Hammer Justiz. Die zweite Hälfte des 19.Jahrhunderts stand dann endgültig im Zeichen eines stürmischen Wirtschaftswachstums. So wurde 1856 der Grundstein für die heutige WDI mit der Eröffnung der Drahtwerke Hobrecker-Witte-Herbers gelegt. Die Reichsgründung 1871 befeuerte diese Entwicklung mit nationalem Stolz und den Entschädigungszahlungen des im Krieg unterlegenen Frankreich. Schon 1873 suchte man in Freiske erstmals nach dem Schwarzen Gold, der Kohle, Antriebsfeder für die neuen Industrien, die überall entstanden. Bei Probebohrungen drei Jahre später (1876) stieß man bei Hamm-Mark auf Sole. Dieser Fund begründete das Kurbad Hamm, das sich bis heute im Stadtteilnamen Bad Hamm spiegelt. Angefeuert durch diese Entwicklungen wuchs die Stadt erheblich, so dass immer mehr moderne Infrastrukturen benötigt wurden, um die Stadt lebensfähig zu erhalten. So kam es 1891/92 zum Bau der Kanalisation. 1898 fuhr die erste Straßenbahn, und bereits 1858 war ein Gaswerk - zunächst für die Straßenbeleuchtung - gegründet worden. Mit der Jahrhundertwende (19. zum 20. Jahrhundert) wurde Hamm 1901 mit mehr als 30.000 Einwohnern so groß, dass es nicht mehr im Kreis Hamm verbleiben konnte. Der Stadt wurde die Kreisfreiheit zugestanden, sie blieb aber zunächst Sitz der Kreisverwaltung. Das Zeitalter der Zechen begann für das heutige Stadtgebiet 1903 mit dem Abteufen der Schächte Heinrich und Robert auf der Zeche De Wendel (1901). Es folgte die Zeche Maximilian, danach in den kommenden Jahren die Radbod (1905) und die Zeche Sachsen (1912). Das Jahr 1908 jedoch ging als schwarzes Jahr in die Geschichte der Stadt Hamm und des Stadtbezirks Bockum-Hövel ein. Schlagende Wetter und ein nachfolgender Grubenbrand auf Zeche Radbod forderten 348 Tote. Kurze Zeit später begann man mit dem 1913 fertiggestellten Bau des Datteln-Hamm-Kanals. Der Stadthafen Hamm wurde 1914 eröffnet.

Der erste Weltkrieg bremste - wie viele Kriege zuvor - die Entwicklung der Stadt und führte schließlich zur Aufgabe des Bergwerks Maximilian, das im August 1914 mit Grundwasser volllief. Wegen der Vordringlichkeit der Kriegstransporte hatte dringend benötigtes Material nicht rechtzeitig beschafft werden können.

Nach dem Krieg und der Besetzung der Bahnhofskommandantur am 9. November 1918 bildete sich ein Arbeiter- und Soldatenrat, der durch die preußischen Kommunalwahlen vom 2. März 1919 ins politische Abseits verbannt wurde. Insgesamt behauptete das Zentrum bei den Kommunalwahlen in der Zeit der Weimarer Republik seine Position als führende Partei in Hamm. Erst in den schon unfreien Märzwahlen 1933 wurde es durch die NSDAP überflügelt. Im Dezember 1918 erfolgte die Stilllegung des Gaswerks. Stattdessen übernahm die Zeche Radbod ab 1920 die Gasversorgung der Stadt.

Ausgelöst durch den Kapp-Putsch 1920 lieferte sich die aus Bergleuten bestehende „Rote Armee“ eine Schlacht mit der Reichswehr mit Toten und Verwundeten. Eine Eisenbahnbrücke wurde gesprengt und schließlich drei der Führer der unterlegenen Bergleute standrechtlich erschossen. Während der Ruhrbesetzung kam der erste Reichspräsident – Friedrich Ebert - nach Hamm. Dieses ist Exil für vertriebene Behörden aus dem besetzten Teil des Ruhrgebietes. Dazu gehörte etwa die Reichsbahndirektion, die von Hamm aus ihren Widerstand gegen Belgier und Franzosen organisierte.

Mit dem Jahr 1925 hielten dann auch die Omnibusse in Hamm Einzug. Sie ersetzen ab 1961 die Straßenbahn vollständig.

Zuvor allerdings übernahmen die Nationalsozialisten das Ruder, und das nicht nur in Hamm. Nach Hitlers Machtergreifung 1933 kam es im Stadtgebiet wiederholt zu Razzien gegen Sozialdemokraten und Kommunisten. Auch erste Übergriffe gegen die jüdische Gemeinde fanden statt. Mit dem preußischen Gemeindeverfassungsgesetz vom 15. Dezember 1933 und der Deutschen Gemeindeverordnung vom 30. Januar 1935 wurde auch in Hamm die Gleichschaltung von Stadtverwaltung und Stadtvertretung abgeschlossen. In der Reichskristallnacht am 9. November 1938 ist dann die Hammer Synagoge verwüstet worden. Sie musste später von den Juden selbst abgerissen werden. Die jüdische Gemeinde wurde in den folgenden Jahren deportiert, sofern sich ihre Mitglieder nicht durch Flucht ins Ausland in Sicherheit bringen konnten.

Noch 1933 wurde der Tierpark eröffnet, 1938 dann die heutige Bundesautobahn 2 gebaut. Schon 1936 ist das Wasserwerk in Warmen an der Ruhr der Stadt Hamm zugeschlagen worden, um die Wasserversorgung nicht zuletzt auch der kriegswichtigen Industrie zu verbessern. Mit einer Gemeindereform von 1939 gelangte das Dorf Mark mit den Resten der Burg Mark in das Stadtgebiet.

Der Zweite Weltkrieg brachte Hamm, das über Europas größten Güterbahnhof und zahlreiche Industrieanlagen verfügte, in das Fadenkreuz der Alliierten Bomberkommandos, die es bis 1945 zu 60 % zerstörten. Die ersten Bomben fielen schon Anfang Juni 1940. Sie wurden als Vergeltung für deutsche Bombenangriffe auf die Zivilbevölkerung englischer Industriestädte von britischen Bombern nachts abgeworfen. Ein weiterer Angriff folgte am 8. September kurz vor Mitternacht. Zwei Bomben trafen die Liebfrauenkirche und richteten schwere Schäden an. Die Tatsache, dass dies das erste Gotteshaus in Deutschland war, das ein Opfer der Bomben wurde, nutzte Goebbels propagandistisch aus. In der Folge wurden in Hamm elf Hochbunker und zahlreiche weitere Schutzräume errichtet. Die Großangriffe des Jahres 1944 trafen die Stadt schwer. Neben 1029 Toten (einschließlich 233 Internierter/Kriegsgefangener) forderten die Angriffe einen hohen Zoll an den Kulturgütern der Stadt. So ging erneut das Stadtarchiv verloren (Dezember 1944). Noch im gleichen Jahr ereignete sich ein Grubenunglück auf der Zeche Sachsen mit 169 Toten. Bei Kriegsende 1945 wurde Hamm von amerikanischen Truppen besetzt. Die Stadt war - nach Dortmund - die am stärksten zerstörte Stadt des westfälischen Ruhrgebiets.

Die Jahre nach dem Krieg sind vom nötigen Wiederaufbau der Stadt geprägt. Aus ihren Trümmern ragen einsam die intakt geblieben und zum Teil noch heute betriebsfähig erhaltenen Hochbunker heraus. 1951 wurde der Tierpark wieder geöffnet und 1954 die Pauluskirche neu geweiht, allerdings wurde ihr Turm erst 1962 fertiggestellt. Der Bau des ersten Hochhauses der Stadt wurde dann im Jahre 1959 vollendet. Es überragte sogar die Hochbunker und war Domizil des Oberlandesgerichts und der Generalstaatsanwaltschaft Hamm. Das Versiegen der Solequelle führte zur Aufgabe des traditionellen Bad Hamm im Jahre 1960. Das ehemalige Gelände des Kurbards ist jedoch bis heute Standort für Reha-Einrichtungen. Der Bau des Maximare (Solebad) und einer Saline bekräftigen den Willen der Stadtoberen, die Tradition von Bad Hamm fortzuführen und zu erneuern. 1975 wurde Hamm durch die zweite kommunale Neuordnung – vgl. auch Münster/Hamm-Gesetz - um Bockum-Hövel, Heessen, Pelkum, Rhynern und Uentrop erweitert.

1977 wurden die verschiedenen Unternehmen der Strom-, Wasser- und Gasversorgung sowie des Nahverkehrs zur Stadtwerke Hamm GmbH vereinigt.

Der schleichende Niedergang des Bergbaus erreichte Hamm im Jahre 1976. Die Schließung der Zeche Sachsen nebst anschließender Sprengung ihrer Fördertürme drei Jahre später brachten eine Welle der Arbeitslosigkeit mit sich, die sich dann im Jahre 1990 durch die Einstellung des Förderbetriebs auf der Zeche Radbod nochmals verschärfte. Der notwendige Strukturwandel, der sich aus dem Zechensterben ergibt, ist bis heute nicht abgeschlossen.

Mit dem Bau des Thorium-Hochtemperaturreaktors (Kernkraftwerk THTR-300) in Hamm-Uentrop 1983 begann in Hamm das Atomzeitalter. Es endete nach den Erfahrungen der Katastrophe in Tschernobyl bereits am 1. September 1989 endgültig. In diesem Jahr erging der Beschluss zur Stilllegung des Kernkraftwerks aus Kostengründen, nachdem ein Unfall am 4. Mai 1986 und zahlreiche weitere Störfälle das Vertrauen in die neue Technologie endgültig zunichte gemacht hatten. Am 10. Oktober 1991 wurde der Trockenkühlturm gesprengt.

Im Jahre 1984 fand in Hamm die erste Landesgartenschau Nordrhein-Westfalens statt. Der auf dem Gelände der ehemaligen Zeche Maximilian errichtete Maximilianpark gehört noch immer zu den größten Freizeit- und Erholungsanlagen der Stadt. Der eigens zu diesem Zweck errichtete riesige Glaselefant ist heute neben der Pauluskirche das Wahrzeichen der Stadt. 1985 wurde die Müllverbrennungsanlage der Stadt in Betrieb gesetzt. Ein Jahr später erschütterte dann die Masannek-Affäre die Stadt. Die beiden Doktortitel des Dezernenten für Wirtschaftsförderung, Sport und Müllbeseitigung, dem die Stadt u. a. die Müllverbrennungsanlage und die Eissporthalle verdankte, erwiesen sich als gefälscht..

Mit der Stilllegung der Isenbeck-Brauerei 1988 endete die Jahrhunderte alte Brautradition der Stadt Hamm. Nach Abriss des alten Brauereigebäudes im Jahr 1990 stand der nötige Platz zum Bau des Allee-Centers zur Verfügung. 1992 eröffnet, vereinigt es sich seit 1997 mit der auf der gegenüberliegenden Straßenseite liegenden Ritterpassage zum größten Einkaufskomplex der Stadt.

Einen Kulturschub erhielt die Stadt durch den Radiosender Radio Lippewelle Hamm, der seit 1990 den Äther der Stadt um fundierte Informationen und gute Musik bereichert. Wo es Radio gibt, darf das Fernsehen nicht fehlen – der Offene Kanal Hamm wird seit 1993 in die Kabelnetze eingespeist. In diesem Jahr wurde auch der Neubau des Gustav-Lübcke-Museums eröffnet, der Hamm um eine der größten deutschen Ägypten-Sammlungen bereichert und neben einer Dauerausstellung zur Stadtgeschichte regelmäßig interessante Wechselausstellungen anbietet. Der Ausbau Hamms zur Kultur- und Ökostadt wurde Schritt für Schritt durch Errichtung des Ökozentrums 1998, die Eröffnung des großen Cineplex-Kinos CinemaxX im gleichen Jahr, die Wiedereröffnung des sanierten und teilweise neu errichteten Kurhauses 2003 und schließlich die Gründung der SRH Fachhochschule Hamm mit den Schwerpunkten Logistik und Wirtschaft vorangetrieben. Zusammen mit der Stadtbibliothek soll diese bis 2009 in einem Neubau auf dem ehemaligen Hortengelände in unmittelbarer Nachbarschaft des Hauptbahnhofes einziehen. Die Stadtbüchereien von Hamm konnten 2005 mit dem Titel „Bibliothek des Jahres 2005“ das Bild der Kulturstadt Hamm abrunden.

Seit seiner Fertigstellung und Einweihung am 7. Juli 2002 in Uentrop ist der Hindu-Tempel der Göttin Sri Kamadchi Ampal der größte tamilisch-hinduistische Tempel Europas und nach dem im nordindischen Stil errichteten Londoner Tempel der zweitgrößte Hindu-Tempel in Europa überhaupt. Die Jahre 2006 und 2007 stehen im Schatten zweier politischer Fehlgriffe, welche die Stadt in Aufregung versetzten. Die Pläne der Politik zur Errichtung eines Sees in den Lippeauen („Hamm ans Wasser“) scheiterten entgegen allen Prognosen am Ergebnis eines Ratsbürgerentscheides. Die Sodenkamp-Affäre erinnerte an die Masannek-Affäre zwanzig Jahre zuvor. Dirk Sodenkamp, CDU-Lokalpolitiker aus Fröndenberg, bewarb sich mit einem gefälschten Zeugnis auf den Posten des Stadtarchivars von Hamm und wurde trotz besser qualifizierter Bewerber angenommen. Jedoch ist aus dem Jahre 2006 auch Positives zu vermelden. Im Januar wurden bei Abrissarbeiten der am Nordenwall gelegenen Elisabeth-Kinderklinik die Grundmauern der 1269 erstmalig urkundlich erwähnten Burg des Stadtgründers, Adolf I. von der Mark, freigelegt. Die freigelegten Mauerreste wurden zum Teil neu aufgemauert und können auf dem Gelände vor dem neu errichteten Seniorenstift An Sankt Agens besichtigt werden.

Die Entwicklung des Bevölkerungsstandes lässt sich nicht beliebig weit zurückverfolgen. Die ältesten präzise benennbaren Zahlen sind die der ersten Volkszählung im Jahre 1819. Die Angaben für frühere Jahrhunderte beruhen auf mehr oder weniger präzisen Schätzungen. Die Größe der Stadt wurde beispielsweise für das Jahr 1618 mit nur ca. 1.000 Einwohnern geschätzt.

1819 zählte Hamm 4657 Einwohner. Die heute deutlich größere Stadt Dortmund und frühere Freie Reichsstadt hatte im gleichen Jahr 4453 Einwohner, Essen 4842 (Stand: 1822), Münster (Westfalen) konnte 1818 bereits 15.158 Einwohner aufweisen, Köln 55.355 im Jahr 1819. Hamm, Dortmund und Essen gehörten zu Beginn des 19. Jahrhunderts also zu den rheinisch-westfälischen Mittelstädten, so wie dies heute bei Soest oder Unna der Fall ist. Mit der auch in Hamm bereits zu Beginn des 19. Jahrhunderts langsam einsetzenden Industrialisierung wuchsen Größe und Bevölkerungszahl dieser Städte dann rasant an. Die Einwohnerzahl der Stadt stieg von 4.467 in 1819 auf 31.371 im Jahr 1900. Wie die folgende Tabelle zeigt, beschleunigte sich das Wachstum, insbesondere in der Westenfeldmark, ab Mitte des 19. Jahrhunderts Jahre besonders stark. Dies resultierte aus den 1853 und 1856 in der Westenfeldmark entstandenen Drahtwerken Westfälische Drahtindustrie (WDI) und Westfälische Union (WU), die schnell mehrhundertköpfige Belegschaften aufwiesen.

Bis 1925 stieg die Einwohnerzahl auf mehr als 50.000 an. Durch die späteren Eingemeindungen der Nachbarorte - insbesondere durch die Gemeindegebietsreform vom 1. Januar 1975 - wurde die Einwohnerzahl mehr als verdoppelt, von 83.000 auf 172.000. Hamm schloss damit in den Kreis der Großstädte auf. 2003 erreichte die Bevölkerungszahl mit 184.961 ihren historischen Höchststand. Am 31. Dezember 2006 betrug die „Amtliche Einwohnerzahl“ für Hamm nach Fortschreibung des Landesamtes für Datenverarbeitung und Statistik Nordrhein-Westfalen 183.672 (nur Hauptwohnsitze und nach Abgleich mit den anderen Landesämtern). Die Stadt Hamm gibt mit Datum zum 31. Dezember 2007 die Einwohnerzahl mit nur noch 179.853 an.

Maxi heißt das Maskottchen für die Stadt Hamm. Dass der Elefant, ob aus Glas, Kunststoff oder Plüsch, das Wahrzeichen der Stadt Hamm ist, ist inzwischen unbestritten. Abgeleitet vom „großen Bruder“ im Maximilianpark wurden schon zur 775-Jahr-Feier Logo und Markenartikel mit einem stilisierten Elefanten entwickelt. Und die blauen Plüsch-Elefanten sind bei fast jedem Stadtfest Bestandteil des Straßenbildes. Ein Höhepunkt der „Elefantomanie“ war die Elefantenparade, die im Sommer 2004 sowohl von Hammer Bürgerinnen und Bürgern als auch von auswärtigen Gästen bestaunt wurde. Eine logische Folge war, sich bei der Entwicklung eines Maskottchens an der Figur des Elefanten zu orientieren - so entstand Maxi.

Maxi wird in der dargestellten Form für alle Events und Feste werben und bei allen Aktionen speziell für Kinder eingesetzt werden. Und Maxi hat noch drei Brüder. Der „Bau-Maxi“, der „Stadtwerke-Maxi“ und der „Grün-Maxi“ sollen bei Baustellen im öffentlichen Raum für Verständnis werben - wenn Tiefbauamt, Stadtwerke oder Grünflächenamt eine Fahrspur sperren müssen oder es auf andere Weise zu Behinderungen kommt, wird man einen der „Maxis“ sehen.

Bisher gibt es - neben den Baustellen-Schildern - Maxi auch als Pin. Diese sind im Internet-Shop der Stadt Hamm erhältlich. Geplant sind zudem auch ca. 12 cm hohe Kunststofffiguren von Maxi, wie man sie früher von den Mainzelmännchen kannte. Nach und nach sollen dann alle Artikel der Stadt wie Handtücher, Tassen etc. mit Maxi ausgestattet werden.

Außerdem ist Maxi das Maskottchen des Handballvereins ASV Hamm 04/69 Handball, der seit der Saison 2005/2006 in der 2. Handball Bundesliga spielt. Maxi tritt regelmäßig bei Heimspielen in der Stein-Halle sowie bei Feierlichkeiten des Vereins auf. Das Maskottchen erfreut sich nicht nur bei den jungen Fans großer Beliebtheit, sondern auch bei Spielern und Zuschauern.

An der Spitze der Stadt ist bereits seit 1279 ein Rat nachweisbar. Er wechselte jährlich. Der „sitzende Rat“ hatte 12 Mitglieder, die nach Ablauf des Amtsjahres den „alten Rat“ bildeten. Wurde der Rat anfangs vom Stadtherrn ernannt, so wählte ihn die Bevölkerung ab 1376 direkt. Später erfolgte die Wahl dann indirekt durch acht Kurherren. Vorsitzende(r) des Rates war zunächst ein, später zwei Bürgermeister. Im 18. Jahrhundert nannte man den ersten Bürgermeister „ratender Bürgermeister“, sein Kollege hieß „zweiter Bürgermeister“. Seit dem 16. Jahrhundert gab es einen Magistrat als geschäftsführendes Organ des Rates. Diesem gehörten die Bürgermeister, zwei Kämmerer und zwei Fiscimeister an. Ab 1718 wurde der jährlich wechselnde Rat durch den ständigen Magistrat ersetzt. In französischer Zeit leitete ein Maire die Stadtverwaltung und ab 1835 mit Einführung der revidierten Städteordnung gab es wieder einen Magistrat mit einem Bürgermeister, der ab 1892 den Titel Oberbürgermeister erhielt.

Während der Zeit der Nationalsozialisten wurde der Oberbürgermeister von der NSDAP eingesetzt. Nach dem Zweiten Weltkrieg ernannte die Militärregierung der Britischen Besatzungszone einen neuen Oberbürgermeister. 1946 führte sie die Kommunalverfassung nach britischem Vorbild ein. Danach gab es einen vom Volk gewählten „Rat der Stadt“, dessen Mitglieder man als „Stadtverordnete“ bezeichnet. Der Rat wählte anfangs aus seiner Mitte den Oberbürgermeister als Vorsitzenden und Repräsentanten der Stadt, welcher ehrenamtlich tätig war. Des Weiteren wählte der Rat ab 1946 ebenfalls einen hauptamtlichen Oberstadtdirektor als Leiter der Stadtverwaltung. 1999 wurde die Doppelspitze in der Stadtverwaltung aufgegeben. Seither gibt es nur noch den hauptamtlichen Oberbürgermeister. Dieser ist Vorsitzender des Rates, Leiter der Stadtverwaltung und Repräsentant der Stadt. Er wurde 1999 erstmals direkt von den Bürgern der Stadt gewählt. Derzeit versieht dieses Amt Herr Thomas Hunsteger-Petermann.

Die Bezirksvertreter sind Wolf Köhler (Mitte), Klaus Alewelt (Herringen), Heinrich Engel (Pelkum), Doris Conrady (Rhynern), Björn Pförtzsch (Uentrop), Günter Bachtrop (Bockum-Hövel) und Uwe Hinkmann (Heessen).

Mit Blick auf die Dezentralisierung der kommunalen Verwaltung versteht sich Hamm als Bürgerkommune.

Im Stadtrat von Hamm sind in der XIV. Legislaturperiode sechs Parteien - CDU, SPD, Bündnis 90 / Die Grünen, FDP, Die Republikaner und Deutsche Seniorenpartei (DSP) - und zwei Wählergruppen - die Freie Wählergemeinschaft Hamm (FWG) und die Bürgergemeinschaft Hamm (BG) vertreten. Die Wählergruppe der Liberale Aufbruch Hamm (LA) schaffte 2004 den Sprung in den Rat nicht.

Die Deutsche Seniorenpartei löste sich am 20. Juli 2007 auf. Somit wurde ihr Ratsmitglied Günter Naust parteilos. Den Grünen ging 2005 ihr Ratsmitglied Uwe Atorf (jetzt parteilos) verloren. Das Ratsinformationssystem der Stadt Hamm führt bei den Wählergruppen die Vertreterin der FWG auch als parteilos, jenen der BG jedoch nicht.

Das Stadtgebiet ist in die sieben Stadtbezirke Hamm-Mitte, Uentrop, Rhynern, Pelkum, Herringen, Bockum-Hövel und Heessen eingeteilt. Jeder Stadtbezirk hat eine Bezirksvertretung mit jeweils 19 Mitgliedern, die bei Kommunalwahlen von der Bevölkerung des Stadtbezirks gewählt werden. Die Bezirksvertretung wählt aus ihrer Mitte den Bezirksvorsteher als Vorsitzenden und Repräsentanten des Stadtbezirks.

Die Landesregierung Nordrhein-Westfalen hat im Juli 1991 das Modellprojekt Ökologische Stadt der Zukunft ausgeschrieben, um die Städte in NRW in ihren Bemühungen zur ökologischen Umorientierung zu unterstützen. Unter den Bewerbungen sollten drei Modellstädte ausgewählt werden, deren Konzeptionen und Projekte den eingeschlagenen Weg der ökologischen Erneuerung beispielhaft verdeutlichen. Die Stadt Hamm hat schon Anfang der 90er Jahre die ökologische und ökonomische Erneuerung zum Leitziel ihres Handelns erklärt. In vielen Bereichen war dazu eine Neuorientierung erforderlich, die weit über die klassischen Bereiche der Stadt-, Verkehrs- und Infrastrukturplanung oder Wirtschaftsförderung hinausging und notwendigerweise die Änderung der Lebens- und Konsumgewohnheiten der Bürgerinnen und Bürger einschloss. Im April 1992 wurden von einer Kommission des Landes NRW die Städte Aachen für den rheinischen Landesteil, Herne für den Emscher-Lippe-Raum und Hamm für den westfälischen Landesteil als Modellstädte ausgewählt. Die Konzeption des Modellprojektes sah vor, in den drei Städten für einen auf zehn Jahre begrenzten Zeitraum beispielhaft unterschiedliche Ansätze des ökologischen Stadtumbaus im kommunalpolitischen Zusammenhang miteinander zu verknüpfen. Die Modellstädte sollten Möglichkeiten und Machbarkeiten einer ökologisch orientierten Stadtentwicklung konzeptionell entwickeln und umsetzen sowie die festzustellenden Grenzen und Hemmnisse aufzeigen. Die Umsetzung sollte unter den Normalbedingungen der Lokalpolitik, der Finanzen und Normen des Landes NRW erfolgen und andere Kommunen zur Nachahmung anregen. Mit der Einrichtung einer beim Stadtplanungsamt angesiedelten Steuerungsgruppe wurden die organisatorischen Grundlagen gelegt. In sieben umweltthemenbezogenen Arbeitskreisen – Abfall, Bildung, Energie, Freiraum und Wasser, Kinder und Jugendliche, Planen und Bauen sowie Verkehr – konnten unter breiter Beteiligung unterschiedlichster Gruppen aus Verwaltung, Vereinen, Verbänden, Institutionen und Unternehmen schnell erste Ergebnisse erarbeitet werden. Die Arbeitskreise, die allen Interessierten die Möglichkeit gaben, eigene Ideen und Visionen ihrer Stadt zu entwerfen und einzubringen, haben zusätzlich erste Konzepte für eine nachfolgende Umsetzung konkreter Projekte, Maßnahmen und Aktionen entwickelt. Beispielhaft sei hier nur auf die Erarbeitung und Abstimmung eines Kataloges ökologischer Baustandards und eines Energiekonzeptes verwiesen.

Im Jahre 2006 wurde in Hamm der erste Ratsbürgerentscheid durchgeführt. In dieser Abstimmung entschieden die Bürger über den Bau eines Stadtsees, der zwischen 2007 und 2010 gebaut werden sollte. Sein Projektname war „Lippesee“. Hierzu wurde – bisher einmalig in NRW – ein freiwilliger Bürgerentscheid am 18. Juni 2006 ermöglicht. Notwendig war dabei ein Votum von mindestens 20 % der 136.521 Wahlberechtigten für oder gegen den Antrag. Tatsächlich gab es 57.563 gültige Stimmen. Hiervon haben nach dem vorläufigen Endergebnis 43,1 % für „ja“ und 56,9 % für „nein“ gestimmt. Somit wurde der Bau des Sees abgelehnt. Dieses doch recht eindeutige Ergebnis überraschte insofern, als eine im Vorfeld erfolgte Umfrage vom Emnid eine große Zustimmung für das Projekt ergeben hatte. Zudem hatten sich in einer Telefonumfrage des lokalen Radiosenders „Lippe Welle Hamm“ 91 % der rund 2.000 Anrufer für den See ausgesprochen. Die Entscheidung der Hammer gegen den See wird bzw. wurde von den Gegnern des Sees als großer Erfolg gewertet und gefeiert. Im Vorfeld der Entscheidung hatten die Befürworter des Sees sehr viel – zum Teil umstrittene – Werbung für den See gemacht, z. B. wurde in der Fußgängerzone ein künstlicher Strand geschaffen und in Schulen wurden Flyer verteilt.

Der Hammer Ratsbürgerentscheid soll zukunftsweisend für das Land sein.

In Hamm wurde auch der Baugerichtstag ins Leben gerufen. Dieser soll sich künftig ähnlich wie der Verkehrsgerichtstag entwickeln.

Hamm ist Mitglied der Neuen Hanse. Diese wurde als Lebens- und Kulturgemeinschaft der Städte über die Grenzen hinweg gegründet. Ihr Ziel ist neben der Förderung des Handels auch die Förderung des Tourismus. Sie steht in der Tradition der alten Hanse im Mittelalter.

Durch das Stadtgebiet Hamms verläuft seit Jahrhunderten eine römisch-katholische Bistumsgrenze. Das Gebiet nördlich der Lippe gehörte bzw. gehört zum Bistum Münster, während das Gebiet südlich der Lippe zum Erzbistum Köln, Dekanat Dortmund gehörte. 1337 wurde Hamm Sitz einer von Mark abgetrennten Pfarrei, die bis 1553 katholische Pfarrkirche Hamms blieb, dann wurde sie lutherisch. Die dann noch in der Stadt verbliebenen Katholiken wurden bis 1638 vom Franziskanerkloster Hamm betreut, welches ab 1660 offiziell die pfarramtlichen Rechte wahrnehmen konnte. 1821 kam das Gebiet südlich der Lippe zum Bistum bzw. Erzbistum Paderborn, während das nördliche Gebiet beim Bistum Münster verblieb. Auf dem Stadtgebiet existieren heute zwei Dekanate in zwei Bistümern, das Dekanat Hellweg des Erzbistums Paderborn, mit Sitz in Werl und Dekanat Hamm des Bistums Münster, im Kreisdekanat Warendorf.

Bereits ab 1533 fasste die Reformation in Hamm Fuß. Doch wurde sie erst 1553 endgültig eingeführt. Vorherrschend war zunächst das lutherische Bekenntnis, ab 1585 das reformierte Bekenntnis. Die Lutheraner konnten erst ab 1650 wieder eigene Gottesdienste feiern. Beide Gemeinden vereinigten sich im 19. Jahrhundert, als in ganz Preußen die Union zwischen lutherischen und reformierten Gemeinden zu einer evangelischen Gemeinde durchgeführt wurde. 1821 wurde Hamm Sitz einer Kreissynode mit einem Superintendenten innerhalb der Evangelischen Kirche in Preußen bzw. der westfälischen Provinzialkirche. Hieraus entstand der heutige „Kirchenkreis Hamm“, zu dem 16 evangelische Kirchengemeinden der Stadt Hamm und der benachbarten Städte und Gemeinden Ahlen, Bönen, Sendenhorst, Hilbeck (Stadtteil von Werl) und Werne innerhalb der Evangelischen Kirche von Westfalen gehören.

Neben den evangelischen und katholischen Gemeinden gibt es in Hamm auch noch verschiedene Freikirchen, darunter zwei Evangelisch-Freikirchliche Gemeinden, die zum Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden in Deutschland, KdöR gehören, sowie eine Baptistengemeinde russlanddeutscher Herkunft, Brüdergemeinden, eine freikirchliche Pfingstgemeinde, die Siebenten-Tags-Adventisten und eine Evangelisch-methodistische Gemeinde.

Die Neuapostolische Kirche ist in Hamm mit drei Gemeinden vertreten. Des Weiteren findet sich eine Gemeinde der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage, der eine genealogische Forschungsstelle der Genealogischen Gesellschaft von Utah angegliedert ist.

Als Logenlokal wurde die Wirtschaft der Witwe Bordelius auf der Widumstraße 1 gewählt. Der Mietvertrag wurde am 12. Dezember 1791 geschlossen. Am 8. Februar 1792 konnte die Loge eingeweiht werden.

Die Juden in Hamm haben anscheinend schon in früheren Jahrhunderten über ein Gotteshaus verfügt. Wo dieses gestanden hat, ist heute nicht mehr bekannt. Das Gelände im Bereich des heutigen Santa-Monika-Platzes Nr. 5a erwarb die Gemeinde erst im Laufe des 19. Jahrhunderts.

Belegt ist die Existenz eines Gebetshauses in diesem Bereich für das Jahr 1831. Die eigentliche Synagoge Hamm, die nach den Bauplänen von Julius Lenhartz errichtet worden ist, wurde am 12. September 1868 eingeweiht.

Während der Novemberpogrome am 9. November 1938 wurde die Synagoge geschändet, verwüstet und ausgeplündert. Ein Niederbrennen kam aufgrund der Brandgefahr durch die dichte Bebauung der Altstadt nicht in Frage. Die endgültige Zerstörung erfolgte dann Ende 1938/Anfang 1939. Die Stadt brach die Synagoge ab und stellte die Kosten dafür der jüdischen Gemeinde in Rechnung.

Die meisten Mitglieder der jüdischen Gemeinde wurden während der Nazizeit in die Vernichtungslager deportiert, sofern sie sich nicht durch Flucht ins Ausland in Sicherheit bringen konnten.

Nach Kriegsende wurde dieser Bereich der Innenstadt als Parkplatz umgenutzt und über der Stelle der Synagoge eine öffentliche Toilette gebaut. Dieser unwürdige Zustand blieb so für ca. 50 Jahre erhalten. Im Rahmen einer innenstädtischen Flächenumnutzung sollte eine erneute Bebauung des Platzes erfolgen. Dies führte zu einem Erwachen der Erinnerung an die Synagoge. Nach Aufgabe der ursprünglichen Bebauungspläne für den Santa-Monica-Platz wurde der Parkplatz umgestaltet, die Toilettenanlage abgerissen und so Raum für eine Gedenkstätte geschaffen. Nach längerer Diskussion um die Beschaffenheit des Mahnmals, während der auch eine Rekonstruktion der Synagoge erwogen wurde, erinnert nun (seit Dezember 2003) ein Mahnmal, das die Umrisse der Synagoge zeigt, an das jüdische Gotteshaus, die jüdische Schule an der Kleinen Weststraße 5, aber auch an das verlorene, ehemals pulsierende Leben der Kultusgemeinde und an seine Vernichtung.

Gestaltet wurde die Gedenkstätte von Wilhelm Hagebölling aus Paderborn. Die Bushaltestelle, die sich direkt daneben befindet, trägt nun den Namen „Alte Synagoge/Markt“.

Der Islam ist die drittgrößte Religionsgruppe in Hamm. Die Gläubigen, die in der Regel von den Gastarbeitern abstammen, welche nach dem Zweiten Weltkrieg angeworben wurden, um dem Arbeitermangel in Deutschland zu begegnen, haben seit dieser Zeit zahlreiche Gebetsräume und kleine Moscheen eingerichtet.

Weit über die Grenzen Hamms bekannt ist der Hindutempel „Sri Kamadchi Ampal“ in Hamm-Uentrop, zu dem Jahr für Jahr Tausende gläubiger Hindus aus ganz Europa pilgern.

Wichtigste Industriezweige sind der Bergbau und die Stahlindustrie. Durch den Strukturwandel traten jedoch neue Industrien hinzu (Chemie und Autozulieferer).

Auf dem heutigen Stadtgebiet gab es im 19. Jahrhundert eine Reihe von Bergwerken, Zeche Radbod, Zeche Sachsen, die Zeche Maximilian und das Bergwerk Heinrich-Robert (vormals Zeche De Wendel). Von den ursprünglich vorhandenen Zechen ist heute noch das Bergwerk Heinrich-Robert als Bergwerk Ost in Betrieb. Geschlossen wurden dagegen in der Reihenfolge ihrer Nennung die ehemaligen Bergwerke Maximilian, Sachsen und Radbod. De Wendel war zuvor „Heinrich-Robert“ umbenannt worden. Am 9.Juni 2008 hat die Ruhrkohle Aktiengesellschaft beschlossen, das Bergwerk Ost zum 30. September 2010 stillzulegen. Damit endet die 109jährige Geschichte des Steinkohlenbergbaus in Hamm, welche mit der Eröffnung der Schachtanlage De Wendel (später Heinrich-Robert) begonnen hatte. Die ca. 2500 Kumpel, die noch auf dem Bergwerk Ost beschäftigt sind, sollen sozialverträglich abgebaut werden. Gleichzeitig schließt mit dieser Anlage die letzte Förderanlage des Ruhrgebiets, die noch Kokskohle fördert. Hoffnung setzen die Bergleute in die Planung des Bergwerks Donar, das im Bereich zwischen Bockum-Hövel und Drensteinfurt entstehen soll. Die Pläne zur Errichtung dieses Bergwerkes seien von der Schließung des Bergwerks Ost unabhängig, hieß es dazu.

Die Stahlindustrie wurde durch ein Röhrenwerk der Hoesch AG, die Thyssen Draht GmbH und die Westfälische Drahtindustrie (WDI) repräsentiert. Heute wird dieser Industriezweig von der Mannesmann Präzisrohr GmbH, mit Sitz in Hamm und der Mannesmann Fuchs Rohr GmbH vertreten, die im Mehrheitsbesitz der Salzgitter AG sind. Beide sind aus der früheren Hoesch Niederlassung entstanden. Die frühere Thyssen Draht GmbH ist heute Teil Böhler Welding Group und firmiert unter dem Namen Böhler Thyssen Welding. Nach zwischenzeitlicher Zugehörigkeit zu anderen Unternehmen ist die WDI wieder als eigenständiges Unternehmen tätig.

Der größte Vertreter Chemieindustrie in Hamm ist das DuPont-Werk im Ortsteil Uentrop. Es gibt jedoch weitere mittelständische Unternehmungen in diesem Bereich. Die Kraftfahrzeugzulieferindustrie wird durch ein Werk der Hella KGaA Hueck & Co. im Stadtteil Bockum-Hövel repräsentiert. Im Werk sind etwa. 1.000 Mitarbeiter beschäftigt.

Die Energieversorgung der Stadt wird u. a. durch das Kohlekraftwerk Westfalen in Hamm-Schmeehausen am Ostrand der Stadt sichergestellt. Dort befindet sich auch das 1989 stillgelegte Kernkraftwerk THTR-300. Ursprünglich war geplant, auf dem Gelände des Kraftwerks Westfalen in unmittelbarer Nachbarschaft des THTR das Kernkraftwerk Hamm zu errichten. Diese Planung wurde jedoch niemals umgesetzt. Grund dafür waren neben den Kosten u. a. der Reaktorunfall in Tschernobyl und die Störfälle im THTR.

Durch Neuinvestitionen am Standort des ehemaligen THTR-300 Uentrop-Schmehhausen und des dortigen Kohlekraftwerks Westfalen sowie auf dem Erweiterungsgelände des DuPont-Werkes bleibt Hamm auch ein bedeutender Energiestandort. Auf dem letztgenannten Gelände entstand ein Gaskraftwerk von Trianel und ein neues Kohlekraftwerk.

Die Stadtwerke Hamm versorgen die Bürger mit Erdgas, Trinkwasser, Strom und Fernwärme. Sie betreiben zudem den Hafen, die Bäder und sind im Telekommunikationsmarkt vertreten.

Durch die vorhandenen Verkehrsanschlüsse entwickelt sich der Raum Hamm zunehmend zu dem Logistikzentrum im Osten des Ruhrgebiets. Ausschlaggebende Faktoren für diese Entwicklung sind neben dem Trimodalen Logistikzentrums Stadthafen Hamm, der Güter und Rangierbahnhof Hamm sowie die Lage zwischen den Bundesautobahnen 1 und 2 sowie dem geplanten Dreieck Hamm (A445) und die nähe zu drei Internationalen Flughäfen. Dadurch ist es der Stadt gelungen, zahlreiche Unternehmen der Güterlogistik anzusiedeln, so u. a. die Firmen Plus, Edeka und Trinkgut. Dies führte u. a. zu einer Verbesserung der Arbeitsplatzsituation.

Die einzige Tageszeitung, die in Hamm erscheint ist der Westfälische Anzeiger. In den 1970er Jahren misslang der Versuch, mit einer Tageszeitung der WAZ-Gruppe, also einem eigenen Lokalteil für den Raum Hamm, Fuß zu fassen. Seitdem gibt es nur noch eine kleine Anzeigenvertretung der WAZ.

Das Anzeigenblatt Sonntags-Rundblick erscheint bereits seit 1983 und wird durch die Kaufmannsfamilie Kaderka aus Hamm / Ahlen verlegt. Die Sonntagszeitung Stadtanzeiger, dessen Auflage 384.000 Exemplaren umfasst, wird in dem Verlag produziert, der auch den Westfälischen Anzeiger herausgibt.

Ebenfalls in Hamm wird seit 1899 die katholische Wochenzeitschrift Liboriusblatt verlegt. Die bundesweit erscheinende katholische Wochenzeitschrift „Neue Bildpost“ kommt ebenfalls aus Hamm.

Seit 1990 sendet das Lokalradio „Radio Lippewelle Hamm“. Der Offene Kanal Hamm (Bürgerfernsehen) ging am 3. Oktober 1993 auf Sendung. Er hat am 1. Januar 2009 seinen Betrieb eingestellt, da seine Finanzierung durch Landesmittel und Förderverein nicht mehr gewährleistet ist. Einschränkungen der finanziellen Förderung durch Landesmittel hat auch das seit 1990 existierende Hammer Bürgerradio betroffen. Die Bürgerfunker senden allerdings in der "Radio Runde Hamm e.V." organisiert nach wie vor ein tägliches einstündiges Programm.

Am 16. Januar 2007 startete das Internetfernsehen HammTV mit wöchentlichen Nachrichtensendungen. Nach 10 Ausgaben wurde diese Idee verworfen. Stattdessen berichtet HammTV an jedem Werktag über das Geschehen in Hamm.

Hamm liegt zwischen den Autobahnen A1 (Heiligenhafen-Saarbrücken)(Hansalinie), A2 (Oberhausen-Berlin) und in unmittelbarer Nähe der A44 (Aachen-Kassel). Die A445 (Hamm-Arnsberg) ist zwischen Hamm und Werl noch in der Ausbauplanung, ein Baubeginn steht noch nicht fest. Sie soll die A2 mit der A44 verbinden und das Sauerland besser in das Bundesautobahnnetz einbinden. Zusätzlich verlaufen die Bundesstraßen B61 und B63 durch das Stadtgebiet und kreuzen sich in der Stadtmitte, wo sie auf der Münsterstraße gemeinsam die Lippe queren. Das Straßennetz in Hamm umfasst dabei Wege aller Klassen mit einer Gesamtlänge von 1076 km, auf ihnen werden täglich ca. 760.000 Fahrten vorgenommen.

Die Stadt ist in das Schienennetz der Bundesrepublik über den Bahnhof Hamm (Westfalen) und die Bahnhöfe Bockum-Hövel und Heessen eingebunden. Weitere Bahnhöfe auf dem heutigen Stadtgebiet sind stillgelegt worden, so z. B. der Bahnhof Pelkum. Der Bahnhof Hamm (Westfalen) wird in Hamm entsprechend seiner örtlichen Bedeutung auch als Hauptbahnhof bezeichnet, obwohl er diesen Titel nicht offiziell trägt. Derzeit wird jedoch erwogen, die Bahnhöfe im Stadtgebiet mit dem Präfix Hamm, also z. B. Bahnhof Hamm-Heessen, zu versehen und den Bahnhof Hamm (Westfalen) künftig in Hamm (Westfalen) Hbf umzubenennen. Der „Hauptbahnhof“ ist einer der großen deutschen Eisenbahnknotenpunkte, dessen heute größtenteils stillgelegter Rangierbahnhof und Güterbahnhof früher der größte Europas war. Im Knotenpunkt Hamm laufen die Bahnstrecken aus Dortmund, aus Hagen, aus Minden, aus Münster, aus Warburg und aus Oberhausen-Osterfeld zusammen. Letztere wird seit 1983 nur mehr im Güterverkehr befahren. An dieser Strecke liegt auch der heute stillgelegte Bahnhof Pelkum. Neben den regulären Bahnstrecken besteht die Museumseisenbahn Hamm, deren Museumszüge auf der Strecke nach Lippborg verkehren.

Der Straßenpersonennahverkehr mit seinem umfangreichen Stadtbusnetz wird überwiegend von den Stadtwerken Hamm GmbH und der Verkehrsgesellschaft Breitenbach betrieben. Hinzu kommen noch verschiedene Regionalbusverbindungen anderer Anbieter die Hamm mit den Städten der Region verbinden. Die Stadt Hamm gehört zur Verkehrsgemeinschaft Ruhr-Lippe (kurz: VRL).

Der im Zentrum der Stadt gelegene Flugplatz Hamm-Lippewiesen wird für private Geschäftsflüge sowie als Sportflugplatz für den Segel- und Motorflug benutzt. Die nächstgelegenen internationalen Flughäfen sind der Flughafen Dortmund, der Flughafen Münster-Osnabrück (FMO) und der Flughafen Paderborn/Lippstadt, der nächste Internationale Großflughafen ist der Flughafen Düsseldorf International.

Außerdem befinden sich im Stadtgebiet der Stadthafen Hamm, der Kanalendhafen Uentrop und der Hafen des Gersteinwerks am Datteln-Hamm-Kanal. Der Stadthafen ist nach dem Dortmunder Hafen der zweitgrößte öffentliche Kanalhafen Deutschlands. Er kann derzeit von Schiffen mit einer Länge von 110 m, einer Breite von 11,45 m und einem Tiefgang von 2,7 m, sowie einer Ladekapazität von 1200 t angelaufen werden. Durch den derzeitigen Ausbau des Kanals werden künftig Schiffe bis 135 m und Schubverbände bis 186,5 m den Hafen erreichen können, ihre mittlere Ladekapazität wird dann auf 2000 t steigen. Im Jahr 2006 betrug Gesamtgüterumschlag im Hafen 1,571 Millionen Tonnen.

Hamm wird als die „Stadt des Rechts“ bezeichnet. Sie ist Sitz des größten deutschen Oberlandesgerichts sowie der zugehörigen Rechtsanwalts- und die Notarkammern für den Oberlandesgerichtsbezirk Hamm. Am Oberlandesgericht sind auch die Generalstaatsanwaltschaft und das Justizprüfungsamt ansässig.

Weitere Gerichte in Hamm sind ein Amtsgericht, das Arbeitsgericht Hamm und das Landesarbeitsgericht Hamm.

Gemeinsam bilden die Gerichte ein prägendes Element der Stadt.

Der ordentlichen Gerichtsbarkeit fehlt als Mittelinstanz das Landgericht. Dieses ist nebst der zugeordneten Staatsanwaltschaft in Dortmund angesiedelt.

Im Hinblick auf die Verwaltungsgerichtsbarkeit ist für Hamm das Verwaltungsgericht Arnsberg zuständig, in zweiter Instanz das Oberverwaltungsgericht Münster.

Eine Reihe früherer Krankenhäuser und Kliniken ist in den oben genannten bestehenden Einrichtungen aufgegangen oder aufgelöst worden. Dabei handelt es sich um das Knappschaftskrankenhaus, heute St.Marien-Hospital II, eine frühere Einrichtung der Bundesknappschaft und die beiden Kinderkliniken St. Elisabeth und das Märkische Kinderklinikum. Beide wurden 2003 auf dem Gelände des EVK Hamm als Teil der neuen Klinik für Kinder- und Jugendmedizin zusammengeführt. Beide Kinderkliniken befanden sich bereits in der Trägerschaft des EVK Hamm, das Märkische Kinderklinikum seit 1974 und das St.Elisabeth seit 1999. Das Städtische Krankenhaus wurde 1969 aufgelöst und als EVK Hamm in einem neuen Gebäude am alten Standort untergebracht. Des Weiteren wurden 2007 im Rahmen der Streitkräfte Reformen das Bundeswehrkrankenhaus (BWK) Hamm und die benachbarte Paracelsuskaserne aufgehoben. Die Klinik am Bärenbrunnen in Hamm-Mitte wurde durch eine Gemeinschaftspraxis für Frauenheilkunde abgelöst.

In Hamm gibt es seit November 2005 eine kleine Fachhochschule. Die private SRH Fachhochschule Hamm wird zunächst grundständige Logistikstudienangebote mit den Abschlüssen Bachelor und Master of Science anbieten. Die Studiengänge können in Präsenzstudium oder als Fernstudium studiert werden. Die Hamm Business School (HBS) wurde im Frühjahr 2004 gegründet. Träger ist die Technische Akademie Wuppertal, die in Kooperation mit der FH Südwestfalen als prüfende Fachhochschule einen Studiengang Wirtschaft mit dem akademischen Grad Bachelor of Arts (B.A.) anbietet. Das Angebot richtet sich als überwiegendes Fernstudium an Beruftätige. Die Präsenztage werden überwiegend in Hamm abgehalten. Am 28. November 2008 hat das Kabinett der Landesregierung NRW die zuvor ausgeschriebenen Standorte für drei neue Fachhochschulen bekannt gegeben. Berücksichtigt wurde auch die Bewerbung der Städte Hamm und Lippstadt. Die neue staatliche Fachhochschule Hamm-Lippstadt soll in Hamm in die leerstehende Paracelsus-Kaserne einziehen.

Im August 2008 bewarb sich die Stadt Hamm zusammen mit der Stadt Lippstadt um die Einrichtung einer neuen Fachhochschule mit den Schwerpunkten Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik. Die Bewerbung unter dem Arbeittitel Fachhochschule Hamm-Lippstadt wurde in einem landesweiten Wettbewerb des Innovationsministeriums NRW schließlich als bestes Konzept ausgewählt und die Neugründung Ende 2008 beschlossen. Die Fachhochschule soll ihren Betrieb zum Wintersemester 2010 aufnehmen. Standort wird in Hamm die ehemalige Paracelsuskaserne sein. Am Teilstandort Hamm sollen bis zu 2000 der 2500 vorgesehenen Studienplätze entstehen.

Die Stadt Hamm hat fünf Gymnasien und zwei Gesamtschulen mit Gymnasialer Oberstufe. Das älteste Gymnasium der Stadt ist das Gymnasium Hammonense, welches 1657 mit Unterstützung des Kurfürsten als Akademisches Gymnasium gegründet wurde. Es war als reformierte Hochschule für die westlichen Provinzen des Kurfürstentums Brandenburg mit drei Fakultäten Theologie, Jurisprudenz und Philosophie angelegt. 1867 wurde das heutige Märkische Gymnasium gegründet, 1902 folgte das heutige Freiherr-vom-Stein-Gymnasium. Das Beisenkamp-Gymnasium wurde 1924 als Oberlyzeum – also als Mädchengymnasium – gegründet. 1968 folgte als jüngste Gründung das Galilei-Gymnasium. Dieses war ursprünglich als Außenstelle des Gymnasiums Hammonense geplant, ist jedoch dann als selbstständige Schule umgesetzt worden.

Die Friedens- und die Sophie-Scholl-Schule sind jüngere Schulgründungen in Hamm. Die Friedenschule war 1986 die erste Gesamtschule der Stadt. Sie befindet sich in den alten Gebäuden der Theodor-Heuss-Schule und des Freiherr-vom-Stein-Gymnasiums. Die Sophie-Scholl-Gesamtschule hat neben Neubauten die Gebäude der ehemaligen Geschwister Scholl Realschule übernommen, die in der neuen Gesamtschule aufging. Die Gesamtschulen bieten, neben der Ganztagsschule, auch alle Schulabschlüsse vom Hauptschulabschluss bis zum Abitur an.

Auf Schloss Heessen entstand 1957 ein Internat mit Tagesgymnasium, das Landschulheim Schloss Heessen (LSH). 1987 bereicherte die Gründung der Freie Waldorfschule (einschließlich gymnasialer Oberstufe) das Schulangebot. Außerdem gibt es noch die Marienschule, eine private Realschule und die Schule im Heithof als Schule für Erkrankte.

Die Freie Jugendkunstschule Hamm wird getragen durch das soziokulturelle Zentrum Kulturwerkstatt Oberonstraße e. V. und das Kulturbüro der Stadt Hamm. Ihre Aufgabenschwerpunkte sind die außerschulische, künstlerische Weiterbildung und die Begabtenförderung von Kindern und Jugendlichen. Unter der Anleitung von professionellen Künstlern und Pädagogen engagiert sich die Freie Jugendkunstschule mit ihren Kurs- und Projektangeboten in den Sparten Bildende Kunst, Theaterpädagogik, Theaterprojekte, Tanz, Zirkuspädagogik, Zirkusprojekte und Gestalten mit neuen Medien.

Hamm verfügt neben den bereits genannten Schulen noch über 28 Grundschulen, zehn Hauptschulen, sieben Fördererschulen und fünf Realschulen. Derzeit wird die Einrichtung einer weiteren Realschule für Pelkum und Herringen geplant.

Hamm ist bekannt für seine vielen Berufsschulen, heute Berufskolleg genannt. Die Stadt unterhält das Friedrich-List-Berufskolleg für Wirtschaft und Verwaltung mit beruflichem Gymnasium, das Eduard-Spranger-Berufskolleg für Technik mit gymnasialer Oberstufe und das Elisabeth-Lüders-Berufskolleg für Sozial- und Gesundheitswesen, Ernährung und Hauswirtschaft, Textiltechnik und Bekleidung mit gymnasialer Oberstufe. Des Weiteren existieren noch eine Lehranstalt für pharmazeutisch-technische Assistenten und Assistentinnen der Stadt Hamm und das Abendgymnasium - Weiterbildungskolleg, eine Außenstelle des Weiterbildungskollegs der Stadt Lippstadt. Zu beachten sind auch das St.-Franziskus-Berufskolleg des Erzbistums Paderborn als privates Berufskolleg und Berufliches Gymnasium für Sozial- und Gesundheitswesen und die Guthmann-Akademie, in der berufsbegleitend die Ausbildung von Ärzten in Manueller Therapie durchgeführt wird. Als ein weiteres Standbein der Erwachsenenbildung unterhält die Stadt Hamm eine Volkshochschule, die neben der Sprachausbildung eine Reihe anderer Bildungs- und Kulturangebote anbietet, wie z. B. die Kinder- und die Erwachsenenuni in Zusammenarbeit mit der Westfälischen Wilhelms-Universität in Münster. Zusätzlich befinden sich in Hamm noch das Berufsförderungswerk Hamm und ein Ausbildungszentrum der Bauindustrie.

Die Stadtbüchereien von Hamm umfassen eine Zentralbibliothek, vier Bezirksbüchereien in Bockum-Hövel, Heessen, Herringen und Rhynern und eine Autobücherei mit mehr als 30 Haltestellen im gesamten Stadtgebiet. Im Bezirk Pelkum sorgt der Servicepoint Bücherei zu den Öffnungszeiten des Bürgeramts Pelkum für eine bibliothekarische Grundversorgung. Die Stadtbücherei hält ca. 250.000 Bücher und Medien in ihrem Bestand. Jährlich werden etwa 1,1 Millionen Ausleihen verbucht.

Die Grundidee des Zentrums besteht darin, einen zentralen Anlaufpunkt für Schulen und Lehrkräfte, pädagogische Institutionen und Fachkräfte, aber auch für Schüler(innen) und Eltern zu bieten, welche Dienstleistungen bzw. Unterstützung in Fragen von Schule, Bildung, Erziehung und Medien im weitesten Sinne benötigen. Das erste pädagogische Zentrum in einer nordrhein-westfälischen Stadt wurde am 16. Dezember 2004 eröffnet. Es umfasst neben der unteren Schulaufsichtsbehörde das kommunale Schul- und Sportamt, den Stadtsportbund, das Studienseminar für Lehrämter an Schulen, das Medienzentrum, den Offenen Kanal Hamm, die Regionale Arbeitsstelle zur Förderung von Kindern und Jugendlichen aus Zuwandererfamilien (RAA), die Regionale Schulberatungsstelle (RSB), das kommunale Förderzentrum für Erziehungshilfe „Mark Twain“ des LWL, das Heilpädagogisches Kinderheim Hamm und den Verein für psychomotorische Entwicklungsförderung e.V. Movere.

Die Bankaktiengesellschaft (BAG) mit dem Sitz in Hamm ist eine nahezu 100-prozentige Tochter des Bundesverbandes der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken Sie ist ursprünglich aus dem „Hammer Bank-Skandal“ in den 1980er-Jahren hervorgegangen. Die Aufgabe der BAG ist es, im genossenschaftlichen Bankverbund von dem Mitgliedsbanken gekündigte oder aufgrund notwendiger Sanierungsmaßnahmen außergewöhnlich betreuungsintensive Kreditforderungen zu übernehmen. Dabei operiert die BAG bundesweit.

Das Berufsförderungswerk Hamm bietet unter Trägerschaft der Josefs-Gesellschaft, der KAB und des Kolping-Bildungswerkes Maßnahmen zur Teilhabe am Arbeitsleben für Erwachsene, die sich aus gesundheitlichen Gründen für eine neue Berufstätigkeit qualifizieren.

Die größten Einkaufszentren der Innenstadt sind das Allee-Center auf dem Gelände der ehemaligen Isenbeck-Brauerei und die auf der gegenüberliegenden Straßenseite gelegene Ritterpassage. Hinzu treten noch die Großkaufhäuser Kaufhof und C&A. Die früher vorhandenen Filialen der Horten AG und der Kaufhalle AG sind geschlossen. Das Horten-Gebäude wurde abgerissen; an seiner Stelle entsteht das Heinrich-von-Kleist-Forum, das die SRH FH Hamm, VHS Hamm und die Zentralbibliothek beherbergen wird. Die Stadtbezirke haben in der Mehrzahl eigene Stadtteilzentren, die die Nahversorgung sicherstellen. Das wohl traditionsreichste Kaufhaus der Stadt ist ter Veen. Es heißt eigentlich (vollständig) Kaufhaus für Jedermann Egbert ter Veen GmbH und liegt in der Fußgängerzone von Hamm. Gegründet wurde es im Jahr 1907.

Für die Freiwillige Feuerwehr und die Berufsfeuerwehr, vergleiche den Hauptartikel Feuerwehr Hamm.

Zu den modernen, in Hamm ansässigen Unternehmen gehören unter anderem Hotel.de und Independent Arts Software.

Unternehmen der Stadt Hamm beteiligen sich an Ökoprofit, einem ökologischen Projekt für integrierte Umwelttechnik.

Zu den bedeutendsten Rettungsorganisationen der Stadt zählt das Hammer Forum, eine Vereinigung, die sich die Versorgung und Behandlung kranker und verletzter Kinder in Krisengebieten auf die Fahne geschrieben hat.

Siehe Stärkefabrik R. Hundhausen, Isenbeck, Glunz.

Zu den bedeutendsten Theatereinrichtungen der Stadt gehören die Westfälischen Freilichtspiele e.V. Waldbühne Heessen, das Helios-Theater im Kulturbahnhof und das Kurhaus Bad Hamm. Die Waldbühne Heessen ist das besucherstärkste Amateur-Freilichttheater Deutschlands.

Das Helios-Theater, benannt nach seinem Gründungsort, der Heliosstraße in Köln, begann als experimentelles Tourneetheater mit z. T. 100 verschiedenen Stationen pro Jahr. Seit 1997 ist es in Hamm ansässig und hat zunächst in verschiedenen Spielstätten der Stadt gearbeitet. Erst seit 2004 steht der Kulturbahnhof als dauerhafte Spielstätte zur Verfügung. Das Helios-Theater Ensemble ist damit Hamms erstes und einziges professionelles Theater. Das Ensemble geht zusätzlich zur Bespielung des Stammhauses auch weiterhin auf Tourneen und war 2002, 2004 und 2007 Ausrichter und Begründer des internationalen Theaterfestivals „hellwach“ in Hamm.

Der Theatersaal des Kurhauses ist Spielstätte für zahlreiche Tourneebühnen und bietet so neben Konzerten auch ein vielfältiges Schauspiel- und Musicalangebot.

Auf dem Chattanogaplatz in Hamm steht das Cinemaxx Hamm, ein Cineplex-Kino mit sieben Kinosälen, die insgesamt 1867 Plätze aufweisen. Betreiber ist die F.T.B. Nieuwdorp GmbH aus Soest. Nieuwdorp war auch Betreiber der früheren Kinos Atrium und Kristallpalast, die den modernen Ansprüchen an ein Kino nicht mehr gerecht wurden. Zusätzlich gibt es in Hamm noch das VHS-Kino.

Die deutsche Musikschulbewegung findet in Hamm ihren Anfang. Die 1940 gegründete Städtische Musikschule Hamm war die erste ihrer Art und hatte Vorbildcharakter für alle anderen Musikschulen in Deutschland. Mit über 2.000 Schülern zählt sie zudem zu den größten und bedeutendsten deutschen Musikschulen. Von Norbert Edelkötter, dem früheren Leiter der Musikschule, stammt die Idee der mehrstufigen Orchesterschule, die - in Hamm erfolgreich umgesetzt - viele Musikschulen zu ähnlichen Modellen inspirierte. Die von Norbert Edelkötter ins Leben gerufene, reichhaltige Orchesterlandschaft wird unter dem heutigen Musikschulleiter, Herrn Bernd Smalla, fortgeführt und prägt das kulturelle Leben der Stadt in vielfältiger Weise. Hervorzuheben sind vor allem das Sinfonieorchester der Städtischen Musikschule Hamm (Leitung: Bernd Smalla) als Spitze der klassischen Orchesterschule, das Sinfonische Blasorchester unter Georg Turwitt, die Jazz-Combo (Leitung: Arno Mejauschek) und die Bigband (Leitung: Klaus Heimann). Die Musikschule verfügt allerdings über eine Vielzahl weiterer musikalischer Gruppierungen im klassischen wie im Popularbereich und bietet auch dem Tanz ein Zuhause.

Der 1884 gegründete Städtische Musikverein prägt das musikalische Leben der Stadt vor allem durch seinen Chor (Leitung: Lothar R. Mayer), der durch anspruchsvolle Konzertprogramme zu begeistern weiß, und sein Orchester, das Collegium Musicum (Leitung: Ulrich Lütgebaucks).

Hamm verfügt über eine Reihe guter und traditionsreicher Kirchenchöre, etwa den Kirchenchor Cäcilia der St. Stephanus-Kirche Bockum-Hövel oder den Jugendchor Cantate '86 (Leitung: Werner Granz), der sich „Leistungschor 2007 im ChorVerband NRW“ nennen darf. Es gibt zudem zahlreiche Gesangvereine, Männergesangvereine und Frauenchöre.

Siebenundzwanzig der Chöre der Stadt sind in dem im Jahre 1926 gegründeten, 1961 wiedergegründeten Sängerkreis Hamm e. V. organisiert. Laut Bestandserhebung aus dem Jahre 2007 gehören dem Sängerkreis insgesamt 987 aktive Sängerinnen und Sänger und 1.327 fördernde Mitglieder an. Den Hauptanteil bilden dabei Männerchöre, die gemischten Chöre liegen zahlenmäßig vor den Frauenchören. Es gibt aber auch einen Jazz-Chor, einen Gospelchor und einen Barber-Shop-Chor, außerdem Kinder- und Jugendchöre. Im kulturellen Leben der Stadt Hamm sind die Chöre des Sängerkreises ein fester Bestandteil. Sie konnten in der Vergangenheit bekannte Persönlichkeiten für ihre Veranstaltungen gewinnen, etwa Gunther Emmerlich, Joachim Kraus, Dr. Antje Vollmer, Deborah Sasson und Uwe Kröger. Der Sängerkreis war dabei auch der Ausrichter zahlreicher musikalischer Festivals.

Das Kulturbüro gehört zu den größten Kulturanbietern der Stadt Hamm in den Bereichen Theater und Konzerte. Zum Repertoire gehören Kinder- und Erwachsenentheater, Jazz-, Sinfonie-, Chor- und Kammerkonzerte, das bunte Kultursommerprogramm Kunst-Dünger, der Klassik Sommer Hamm, das Internationale Jazzfest sowie Ausstellungen in der Stadthaus-Galerie. Das Kulturbüro hat sich der Förderung von Kunst und Kultur verschrieben, auch soweit es die Projekt- und Regelförderung verschiedener Einrichtungen angeht (soziokulturelle Zentren, Freie Jugendkunstschule, Helios-Theater, Trägerverein Kulturbahnhof Hamm e. V., Kirchen). Es ist Geschäftsstelle des Fördervereins Stadttheater Hamm e. V. und Sitz der Geschäftsstelle Koordinationsbüro Kulturregion Hellweg.

Zu den bekannteren Musikbands der Stadt gehören Delirious, Kapelle Petra, No Desire, Nonsense, Die Akute Verseuchung, Curklin, Tuklan, die WA-Band, One Good Reason, Primary Rock und Violet. Aufgelöst haben sich hingegen Que pasa?, Dam Sonic und SPOP. In jüngerer Zeit sind ehemals sehr bekannte Bands aus den 80ern wie Speedrush wieder sehr aktiv. Die Rock-Oldie-Band Return gilt als "Mutter aller Coverbands" und ist seit 1983 auf der Bühne.

Der JazzClub Hamm wurde im November 1997 gegründet und hat inzwischen über 120 Mitglieder. Mit seiner stetigen Arbeit und dem musikalischen Programm von Traditionellem bis Modernem trägt er zur Prägung der Hammer Kulturszene bei. Der Jazzclub Hamm e. V. hat seit 2008 sein festes Domizil im Spiegelsaal des Kurhauses Hamm. In zentraler Lage gibt es hier in der Regel jeden Monat eine Veranstaltung.

Die Entwicklung tänzerischen Ausdrucks wird durch die Tanzschulen ADTV Pape Eicker-/Schmidt (die frühere Tanzschule Emil Liesegang), art of moving, Güth und Annelieses ADTV Tanz- und Ballettschule gefördert. Verdient gemacht hat sich auch Anke Lux mit der Tanzwerkstatt und ihrer Leitung der Tanztheater & Musical Company der Stadt Hamm.

Seit einigen Jahren belebt der Stunikenmarkt, die Hammer Innenstadtkirmes, den Herbst.

Die Hammer City Night, ein seit Jahren etabliertes Radrennen, auf einem Innenstadtrundkurs um die Pauluskirche, wurde 2007 auf unbestimmte Zeit ausgesetzt. Ursache für das Ausfallen der 11. City Night war der Doping-Skandal im Radleistungssport. Im Jahr 2008 fand der Radsport eine neue Heimat im Stadtbezirk Bockum-Hövel.

In der Adventszeit wird die Pauluskirche von den Ständen des Weihnachtsmarktes gesäumt. Eine große Eisbahn wird für Schlittschuhläufer eingerichtet.

Seit vielen Jahren etabliert ist auch das Weihnachtskonzert des Chores Cantate'86 (Leitung: Werner Granz) in der Maximilianhalle, zu dem in jedem Jahr ein oder mehrere namhafte Solisten geladen werden.

Zu den wiederkehrenden Veranstaltungen gehört zudem der Musikwettbewerb „Hamms beste Band“. Dieser wird seit dem Jahr 2000 einmal jährlich von der Band der Hammer Zeitung, des Westfälischen Anzeigers (WA-Band) ausgerichtet.

In der Stadt werden verschiedene Musikfestivals abgehalten, darunter auch das Honky Tonk Festival.

Die Städtische Musikschule Hamm prägt das kulturelle Leben der Stadt. Zu den wiederkehrenden Aufführungen gehören das Oostmalle-Abschlusskonzert - die Orchesterschüler der Musikschule halten einmal im Jahr eine intensive Probenwoche in dem belgischen Ort Oostmalle in der Nähe von Antwerpen ab - und die Weihnachtskonzerte. Das sinfonische Blasorchester der Städtischen Musikschule (Leitung: Georg Turwitt) gehört zu den regelmäßigen Gästen im Maximilianpark Hamm. Das Sinfonieorchester der Städtischen Musikschule Hamm (Leitung: Bernd Smalla) symbolisiert die Spitze der klassischen Orchesterschule. Der Popularbereich wird u. a. durch die Jazz-Combo (Leitung: Arno Mejauschek) und die Bigband (Leitung: Klaus Heimann) vertreten.

Das Collegium Musicum, das Orchester des Städtischen Musikvereins Hamm, wendet sich unter der Leitung von Ulrich Lütgebaucks mit seinen regelmäßig wiederkehrenden Sommer- und Weihnachtskonzerten vor allem, aber sicherlich nicht ausschließlich an Familien und Senioren. Der Chor des Städtischen Musikvereins unter der Leitung von Lothar R. Mayer bereichert das kulturelle Leben der Stadt regelmäßig mit anspruchsvollen Konzertprogrammen.

Der JazzClub Hamm gibt einmal im Monat ein Konzert im Spiegelsaal des Kurhauses. Das Repertoire reicht von Traditionellem bis zu Modernem.

Vom 6. bis 7. September 2008 fand in der Hammer Innenstadt der 25. Westfälische Hansetag statt. Über 30 westfälische Hansestädte haben sich auf dem Marktplatz an der Pauluskirche mit ihrer Kultur und ihren Spezialitäten präsentiert.

In der Kabinettssitzung der Landesregierung von Nordrhein-Westfalen vom 6. März 2007 wurde beschlossen, den NRW-Tag 2009 in Hamm abzuhalten.

Im durch die zentral gelegene Martin-Luther-Kirche geprägten Martin-Luther-Viertel entsteht durch den Einsatz einer Bürgerinitiative seit einigen Jahren ein Kunst- und Künstlerviertel. Vielseitige Kunst im öffentlichen Raum von Lichtgestaltung über Wandgemälde bis zu Skulpturen und Objektkunst wird mit dem Ziel einer positiv besetzten Umgestaltung des ehemaligen sozialen Brennpunktes verbunden.

Im August 2005 entstand ein neues Kunstwerk in der Rödinghauser Straße, der Verbindungsstraße zwischen der Weststraße und der Martin-Luther-Straße. Sieben verschiebbare Torelemente aus Edelstahl sind dort zu einem Blickfang geworden. Das Werk steht unter dem Motto: „Gegensätze im Einklang“, der Entwurf stammt von der Künstlerin Martine Mallet aus Hamm. Die Umsetzung erfolgte durch den Architekten Martin Weber aus Heiligenhaus. Verschiedenste kulturelle Aktivitäten begleiten das Viertel durch das Jahr und kulminieren in dem multikulturellen Fest La Fête am jeweils letzten Augustwochenende, welches mittlerweile Kultstatus erlangt hat.

An der Ecke Alter Uentroper Weg/Braamer Straße befindet sich in der „Alten Schule Werries“ das Gemeinschaftsatelier des Arbeitskreises Kunst Hamm e. V. Die Räumlichkeiten wurden seit der Renovierung 1975 mit vielen verschiedenen Arbeitsgeräten ausgestattet, damit die Künstler ihre Ideen umsetzen können. Es werden mehrmals im Jahr Ausstellungen veranstaltet, z. B. in der Stadthausgalerie in Hamm.

Das Gustav-Lübcke-Museum wurde im 19. Jahrhundert als Heimatmuseum für die Stadt Hamm gegründet. Der Name erinnert an den Kunstsammler Gustav Lübcke, der 1917 seine Sammlung der Stadt übereignet hatte. Diese Sammlung bestand zu großen Teilen aus kunsthandwerklichen Gegenständen aus dem frühen Mittelalter bis zur Gegenwart. Ein weiterer Sammlungs- und Ausstellungsschwerpunkt ist die ägyptische Kunst. Dieses Metier entsprang der langen Tradition der Mumiensammlung des Gustav-Lübcke-Museums. Die Ägypten-Sammlung zählt zu den größten in Deutschland.

Daneben bietet das Museum eine reiche Auswahl an Kunst des 20. Jahrhunderts in seiner Dauerausstellung an. Ferner finden hier zahlreiche Wechselausstellungen zu unterschiedlichen Themenbereichen statt. Darüber hinaus besitzt das Gustav-Lübcke-Museum eine eigene museumspädagogische Abteilung, die spezielle Angebote für Schulklassen organisiert.

Das Gustav-Lübcke-Museum ist seit 1993 in einem modernen Museumsbau untergebracht, der von den dänischen Architekten Bo und Wohlert entworfen wurde.

Das Museum wird ideell und finanziell unterstützt durch den Museumsverein Hamm e. V.

Hamm besitzt auch die Stadthaus-Galerie in Trägerschaft des Kulturbüros in Verbindung mit dem Kunstverein Hamm e. V. Hier werden jährlich mehrere Ausstellungen von lokalen Künstlern und Gruppen sowie Künstlern aus den Hammer Partnerstädten gezeigt.

Im Tierpark gibt es zudem noch eine interessante naturkundliche Dauerausstellung. Sie beinhaltet vor allem Präparate der heimischen Tierwelt und eine umfangreiche Insektensammlung.

1996 wurde auf einem 10.000 m² großem Stiftungsgelände die Otmar Alt Stiftung gegründet. Das hierfür genutzte bäuerliche Anwesen aus dem 17. Jahrhundert beherbergt Atelier- und Aufenthaltsräume für junge Stipendiaten sowie einige Ausstellungsräume. In der Außenanlage befindet sich ein großer Skulpturengarten mit einem Amphitheater. Auf dem Stiftungsareal finden regelmäßig Ausstellungen verschiedener bildender Künstler, Konzerte und Kabarett- bzw. Theaterveranstaltungen statt.

Das Heimathaus Hamm-Rhynern ist ein Baudenkmal, das vom Heimatverein Rhynern e. V. und der NRW Stiftung restauriert wurde. Seit 2004 steht das Gebäude unter Denkmalschutz.

Der Heimatverein Heessen zeigt in einem ehemaligen Backhaus des Brokhofes in Heessen eine heimatkundliche Dauerausstellung zur Geschichte Heessens. Zu sehen sind unter anderem Exponate aus dem Mittelalter und dem Beginn der Industrialisierung. Insbesondere werden die Bereiche Kirche, Handwerk und Bergbau präsentiert.

Die 1998 eröffnete Ausstellung des Heimatvereins Norddinker widmet sich historischen Maschinen und Geräten der Landwirtschaft sowie Urkunden, Schriften und Fotografien. Die ältesten Ausstellungsstücke stammen aus der Zeit um 1700. Besondere Bedeutung hat eine umfangreiche Sammlung von Geräten zur Flachsverarbeitung, innerhalb derer die einzelnen Verarbeitungsmethoden und -möglichkeiten nahezu vollständig abgebildet werden. Herausragendes Ausstellungsstück ist der Nachbau eines germanischen Webstuhles.

Der gemeinnützige Verein Museumseisenbahn Hamm e. V. (MEH) arbeitet an der Erhaltung historischer Eisenbahnfahrzeuge und der Strecke Hamm - Lippborg. Mehrmals im Jahr kommen auf dieser Strecke die Dampfzüge der Museumseisenbahn Hamm zum Einsatz und können für nostalgische Spazierfahrten genutzt werden.

Seit dem Jahr 2002 ist die Stadt Hamm im Kulturprojekt Hellweg – ein Lichtweg vertreten.

Der zentrale Kirchenbau in Hamm ist die heutige evangelische Pauluskirche, (früher St. Georg und Laurentius nach den Schutzpatronen der Stadt), deren Pfarrgemeinde durch Abpfarrung im Jahre 1337 von der Pankratiuskirche im Dorf Mark entstand. Der Kirchenbau ist in gotischem Stil errichtet. Das genaue Alter des Bauwerks ist unbekannt, einige Quellen nennen das Jahr 1275 als das Jahr des Baubeginns. Die Errichtung der Kirche fand aber jedenfalls in der Zeit zwischen der Stadtgründung und der Abpfarrung statt. Sehr wahrscheinlich bestand vor dem eigentlichen Kirchenbau eine kleinere Kapelle o. ä. an gleicher Stelle. Ihr Turm, dessen Spitze ca. 80 Meter hinaufragt, gilt als altes Wahrzeichen der Stadt. Die Kirche wurde in ihrer langen Geschichte mehrfach stark beschädigt. Insbesondere im Zweiten Weltkrieg wurden große Teile der Kirche zerstört. Aus der Zeit des Wiederaufbaus nach 1945 stammt der pyramidenförmige Turmhelm, der sich wieder dem ursprünglich gotischen der Jahre vor dem großen Stadtbrand von 1741 anlehnt. Ihren heutigen Namen erhielt die Pauluskirche im Jahre 1912.

Daneben prägt die barocke Martin-Luther-Kirche ein ganzes Viertel in der Hammer Innenstadt. Sie wurde in den Jahren 1734 bis 1739 erbaut, um der lutherischen Gemeinde und großen Teilen der Garnison in Hamm einen angemessenen Gottesdienst zu ermöglichen. Ursprünglich „Kleine Evangelische Kirche“, manchmal auch Garnisonskirche genannt, erhielt sie im Jahre 1912 den heutigen Namen.

Der einzige katholische Kirchenbau in der Hammer Altstadt – die Kirche St. Agnes – geht auf die Gründung eines Franziskaner-Observanten-Klosters im Jahre 1455 zurück. In diesem Jahr erhielt der junge Franziskanerkonvent die der heiligen Agnes geweihte Kapelle der im Nordosten der Stadt liegenden landesherrlichen Burg von Graf Gerhard von der Mark zu Hamm geschenkt. Der Bau der Klosterkirche in ihrer heute noch existierenden Form begann im Jahre 1507 in Folge einer Stiftung. Am 21. Mai 1515 erfolgte die Einweihung der Kirche. Graf Gerhard wurde 1461 im Vorgängerbau der Klosterkirche, seiner Hofkapelle St. Agnes zu Hamm, beigesetzt. Die Grabstätte ist dann in den Mittelgang des Neubaus verlegt worden. Die Grabplatte aus Messing blieb jedoch nicht erhalten. Sie zeigte auf 12 Messingplatten (1,51 m x 3,29 m) den Grafen auf einem gemusterten Teppich mit Kopfkissen und gefalteten Händen liegend, zu seinen Füßen das von zwei Schwänen gehaltene Doppelwappen Kleve-Mark. An den Seiten befanden sich Säulen, deren Kapitelle von einem Tudorbogen abgeschlossen wurden, und je ein Zierband mit vier Familienwappen. Die Umschrift hieß: „Am 12. September 1461 starb der erlauchte Schutzherr Herr Gerhard von Kleve-Mark, Gründer dieses Konvents der Minderbrüder von der Observanz. Betet für seine Seele, dass sie ruhe in Frieden. Amen.“ Er war der erste und einzige Landesherr, der in Hamm begraben wurde. Die Bombenangriffe im Zweiten Weltkrieg im Jahre 1944 vernichteten das Gotteshaus fast vollständig, nur die Außenmauern im östlichen Bereich blieben bestehen. Dabei wurde auch die Grabplatte des Grafen Gerhard zerstört.

Die dem heiligen Pankratius geweihte Marker Dorfkirche wurde um 1100 in der Ortschaft Mark errichtet, ganz in der Nähe der späteren Burg Mark, dem Sitz der Grafen von der Mark. Die Mark und damit auch die evangelische Kirche St. Pankratius liegen heute im Stadtbezirk Uentrop. Sie gehört nicht nur zu den ältesten und bedeutendsten, sondern auch zu den schönsten Sakralbauten Hamms. Umgeben ist sie von dem ehemaligen Friedhof und einem Ensemble alter Fachwerkhäuser. Das weit ausladende Querschiff mit dem dreiseitig geschlossenem Chor überragt das niedrige Langhaus. Der etwas nach Süden verschobene, zweigeschossige Turm gibt Anlass zu der Vermutung, dass der Kirchenbau einfachen romanischen Ursprungs ist. Wie bei allen Kirchen aus dieser Zeit besteht das Mauerwerk aus grünem Sandstein. Die unbehaunen und nur grob verfugen Außenmauern waren über viele Jahre der Witterung stark ausgesetzt. Deshalb wurden sie 1989 mit einer weiß gekälkten Putzschicht überzogen. 1735 wurde das heutige Glockengeschoss aus Ziegeln aufgemauert und 1909 mit Schiefer verblendet. Seit 1796 wird der Turm durch eine Wetterfahne mit einem Posaune blasenden Engel gekrönt. Eindrucksvoll sind Anfang des vorigen Jahrhunderts hinzugefügten Glasmalereien in den Fenstern. Bis 1337 war die Kirche zu Mark die Mutterkirche der Stadt Hamm. Denn die Hammer Hauptkirche, die den beiden Heiligen Laurentius und Georg geweiht war (die heutige Pauluskirche), wurde erst in diesem Jahr zur selbständigen Pfarrei erhoben. Ihre maßgebliche kunstgeschichtliche Bedeutung erhält die schlichte Dorfkirche durch ihre Wandmalereien im Chor, die bei einer Erneuerung 1908/1909 entdeckt wurden. Diese Fresken dürften nach der Erbauung des Chores in der Mitte des 14. Jh. entstanden sein. Sie bilden eine gemalte Predigt, die nach Umfang und Vollständigkeit in Westfalen einzigartig bleibt. Ältestes Ausstattungsstück der Kirche ist der aus Baumberger Sandstein gefertigte Taufstein aus der Mitte des 13. Jahrhunderts. Außerdem hat sich im Chor eine Anzahl von Grabmälern erhalten. Am bekanntesten ist das des Generalleutnants Carl Friedrich von Wolffersdorff († 1781). Die Marker Dorfkirche gehört heute zur evangelischen Kirchengemeinde Mark, der auch der 1986 gegründete „Jugendchor und Junger Chor im Friedrich-von-Bodelschwingh-Haus Cantate'86“ (Leitung: Werner Granz) angehört. Der Chor, der sich seit 2007 Leistungschor im ChorVerband NRW nennen darf, beteiligt sich mehrmals im Jahr an der Gestaltung der Gottesdienste in der Pankratiuskirche.

Die evangelische Christuskirche im Hammer Westen gehört heute zum Stadtbezirk Mitte. Seit 1990 stehen Christuskirche und Gemeindehaus unter Denkmalschutz.

Die katholische Filialkirche Herz Jesu liegt im Stadtbezirk Bockum-Hövel. Seit 2006 stehen Kirche und Pfarrhaus unter Denkmalschutz.

Die Jakobuskirche, die mit dem sie umgebenden Häuserensemble ein eindrucksvolles kleinstädtisches Ambiente bietet, stammt aus insgesamt drei verschiedenen Bauzeiten. Dies ist heute nicht mehr unbedingt auf den ersten Blick wahrnehmbar. Während der letzten Renovierung (Mitte der siebziger Jahre) wurde weißer Schlämmputz zum Schutz des grob geschichteten Bruchsteinmauerwerks aufgetragen. Dieser hat den Gesamteindruck sehr vereinheitlich. Das Gebäude ist völlig schmucklos, und zwar von außen wie von innen. Beachtlich ist allerdings das eindrucksvolle Glasfenster mit der Kreuzigungsgruppe, das von dem Glasmaler Victor von der Forst aus Münster gefertigt worden ist. Die ältesten Versatzstücke der Jakobuskirche sind der Turm (mit Ausnahme des oberen Stockwerks) und seine beiden seitlichen, pultförmigen Anbauten. Es handelt sich um die Reste einer romanischen Kirche, die heute nicht mehr existiert. Der Turm hat vier Geschosse und erhebt sich auf einem quadratischen Grundriss völlig ungegliedert aus dem Unterbau. Oben befindet sich ein Glockgeschoss, das nicht zum ursprünglichen Bau gehört, sondern später angefügt worden ist. Es hat vier rundbogige Schallöffnungen. Darauf setzt - nach einem Abschlussgesims - der Helm als schlichtes, viereckiges Zeltdach an. 1738/39 wurde das Kirchenschiff errichtet. Es handelt sich um einen querrechteckigen Saal, der in zwei schmale Gewölbejoche unterteilt ist.

Die katholische St.-Annen-Kapelle ist im Stadtbezirk Heessen gelegen (Dolberger Straße). Seit 1986 steht sie unter Denkmalschutz. Die Kapelle wurde 1728 errichtet und ist Teil der Gesamtanlage Rotes Läppchen. Der achteckige Ziegelbau erhält seine barocke Eleganz vor allem durch die geschweifte Haube mit ihrem Dachreiter. Das Portal der Kapelle schmückt das Wappen der Bauherren, der Schlossherren von der Recke. Das große Altarbild aus dem 19. Jahrhundert zeigt die jugendliche Gottesmutter mit ihren Eltern, Joachim und Anna. Im Dachreiter der Kapelle befindet sich eine der ältesten Glocken in der Stadt Hamm, deren Ursprung vermutlich bis auf das frühe 13. Jahrhundert zurückgeht.

Die katholische Kapelle St. Peter und Paul ist im Stadtbezirk Herringen gelegen. Sie wurde am 25. Oktober 1775 geweiht und trat damit die Nachfolge der Kapelle auf Haus Nordherringen an. Bis zur diesem Zeitpunkt diente diese den katholischen Einwohnern Herringens zur Messfeier. 1842 wurde die Kapelle durch den Paderborner Bischof Damberg zur Pfarrkirche erhoben, die sie bis 1930 blieb. Seit 1985 steht sie unter Denkmalschutz.

Die evangelische Kirche Drechen befindet sich im Stadtbezirk Rhynern (Ortsteil Osterflierich). Seit 1994 ist die historische Ausstattung der Kirche in die Denkmalliste der Stadt eingetragen. Die Ursprünge der Kirche gehen auf einen schon im 9. Jahrhundert im Werdener Urbar genannten Haupthof (Drocni) zurück. Dieser befand sich im 12. Jahrhundert im Besitz der späteren Grafen von der Mark. Für 1188 ist in Drechen eine Kirche belegt. Der romanische Turm sowie Schiff und Chor aus dem 14. Jahrhundert wurden allerdings 1899 wegen Baufälligkeit abgebrochen. Die heutige Kirche wurde am 4. Juli 1901 geweiht. Sie befindet sich nicht am alten Standort.

Die evangelische Kirche Rhynern befindet sich im Stadtbezirk Rhynern. Sie wurde zwischen 1665 und 1667 als einfacher kleiner Sechseckbau mit Flachdecke errichtet und steht seit 1985 unter Denkmalschutz.

Die evangelische Kirche St. Victor ist am Herringer Markt gelegen. Sie kann eine dreischiffige Halle mit geschlossenem Chor und einem offensichtlich älteren Westturm aufweisen. Die zweijochige Halle dürfte den in Westfalen häufig anzutreffenden Raumvorstellungen des 13. Jahrhunderts entsprechen, der Turm stammt vermutlich aus der Mitte des 12. Jahrhundert. Er hat auf allen vier Seiten je zwei gekuppelte Schallöffnungen und wirkt gegenüber dem hochüberdachten Langhaus eher gedrungen. Das Mauerwerk wird von grünem Sandstein dominiert. In der nördlichen Seitenschiffwand ist eine spätgotische Nische mit vorkragendem profiliertem Rahmen zu finden. Die einstmals reichhaltigen Wandmalereien aus dem 14. Jahrhundert, die noch vor ihrer Erneuerung im Jahre 1900/1901 entdeckt wurden, konnten aufgrund ihres schlechten Erhaltungszustandes nicht gerettet werden. Die Fenster des Chorraumes wurden 1952 von Professor Thol entworfen. Es zeigt die Himmelfahrt Christi und zehn Darstellungen aus dem Leben von Jesus. Bemerkenswert sind auch die beiderseits angebrachten Epitaphien aus Baumberger Steinen. Seit 1973 ist die Kirche im Besitz einer Orgel mit 24 Registern. Sie bewahrt außerdem einen Abendmahlkelch auf, auf dem das Wappen von der Regel - silbervergoldet - zu sehen ist. Der Kelch stammt aus dem 14. Jahrhundert und ist eines der ältesten erhaltenen Werke Hammer Goldschmiedekunst.

Die katholische Pfarrkirche Liebfrauen befindet sich im Stadtbezirk Mitte. Die feierliche Grundsteinlegung des ersten Kirchbaus erfolgte am 27. März 1897. Am 25. Juni 1899 wurde die Kirche dann durch den Weihbischof Dr. Augustin Gockel aus Paderborn eingeweiht. 1909 wurde die Liebfrauenkirche von der Muttergemeinde St. Agnes abgepfarrt. Die rasch anwachsende Zahl der Gemeindemitglieder machte einen zweiten, erheblich größeren Kirchbau notwendig. Der Grundstein dieser neuen Kirche wurde am 14. Mai 1911 gelegt. Bereits am 17. Dezember 1911 wurde die Kirche durch Bischof Josef Schule aus Paderborn eingeweiht. 1912 folgte die Einweihung des Josefsaltars, der ein Geschenk des Arbeitsvereins war. Am 7. September 1940 wurde die Kirche kriegsbedingt zerstört. In den Nachkriegsjahren konnte zunächst nur eine Notkirche errichtet werden. Erst am 19. Oktober 1952 erfolgte die Grundsteinlegung für einen Wiederaufbau der Liebfrauenkirche in vereinfachten Formen. Am 16. August 1953 weihte der Paderborner Erzbischof Dr. Lorenz Jaeger die Kirche ein. Erst in jüngerer Zeit fand der Wiederaufbau mit der Errichtung der parallelen Spitzhelme seinen Abschluss. Seit 2006 verfügt die Kirche über eine neue Orgel.

Die evangelische Pfarrkirche in Berge liegt auf dem Nordhang des Höhenzuges von Rhynern nach Bönen. Dieser trennt das Lippetal von der Hellwegzone. Die Ursprünge der Kirche gehen bis in das 11. Jahrhundert zurück. Zur dieser Zeit gab es hier bereits eine Hauskapelle. Der Kirchturm ist vermutlich im 14./15. Jahrhundert westlich an die alte Kapelle angebaut worden. Das Mauerwerk des mächtigen, 6,5 x 7 m großen, in drei Geschossen aufsteigenden Gebäudes besteht aus grünem Sandstein in kleinen Quaderschichten. Innerhalb des Turmes befindet sich eine gegossene Glocke mit einer Inschrift, deren Jahreszahl als 1504 oder 1519 zu entziffern ist. Sie stammt von dem Soester Meister Herman Vogel, einem der besten Glockengießer seiner Zeit. Anfang des 20. Jahrhunderts erhielt das renovierungsbedürftige Mauerwerk von Kirche und Turm einen Zementspritzbewurf. Das Kircheninnere wurde 1957/58 renoviert. Im Zuge dieser Arbeiten wurde der hölzerne Altar durch einen steinernen ersetzt. Die Kirche wurde außerdem mit einer neuen Orgel mit acht Registern ausgestattet. Von der Kirche aus hat man einen fantastischen Blick auf fast die gesamte Stadt Hamm.

Die katholische Pfarrkirche St. Antonius liegt in dem landwirtschaftlich eindrucksvollen Umfeld der Bauernschaft Geithe, die heute zum Stadtbezirk Uentrop gehört. Unmittelbar an der Kirche führt die Römer-Route entlang. Die im Schatten der Kirche gelegene Gastwirtschaft mit Biergarten lädt nicht nur Radtouristen zum Verweilen ein. In früheren Jahrhunderten befand sich hier eine Kapelle aus Fachwerk, errichtet im Jahre 1785. Sie bestand aus einem etwa 11 m langen, flachgedeckten Schiff und einem dreiseitigen Chor. Der hölzerne Dachreiter über dem Hauptportal war mit zwei kleinen Glocken bestückt. Die Grundsteinlegung für den bestehenden neogotischen Ziegelbau nach den Plänen von Kreisbauinspektor Reimann vom Staatshochbauamt in Soest erfolgte am 5. Juli 1896. Bereits am 12. September 1897 konnte der Bau dem Heiligen Antonius von Padua geweiht werden. Ein Teil der Ausstattung der bestehenden Kirche stammt vermutlich aus dem 1808 aufgelösten Kloster Kentrop.

Die katholische Pfarrkirche St. Regina ist in Hamm-Rhynern gelegen und gilt als einer der interessantesten Kirchenbauten Hamms. Die Geschichte des in der Nähe verschiedener Fernstraßen auf dem Höhenrücken zwischen Lippetal und Hellwegmulde befindlichen Sakralbaus reicht bis in das 9. oder 10. nachchristliche Jahrhundert zurück. Schon aus diesem Grund steht die Kirche seit 1985 unter Denkmalschutz. Das Mittelschiff des aus heimischem Sandstein erbauten Gebäudes erreicht die beachtliche Höhe von zehn Metern. Der Turm ist 56 Meter hoch und weist einen aus der Zeit der Gotik stammenden Pyramidenhelm auf. Er wurde 1963 kupfergedeckt. Der Chorraum ist durch Wandarkaden geprägt. Diese stehen auf einer Sohlbank. An der Nordwand des Chores steht das in der Tradition vergleichbarer Werke in Westfalen aus hellem Sandsteine erbaute Sakramenthaus. Hier wird heute die Eucharistie aufbewahrt. Der Bau wird von einem flandrischen Schnitzaltar im Chor (2,60 m auf 5,40 bei geöffneten Flügeln, der Mittelschrein misst 2,60 m auf 2,70 Meter) aus den Werkstätten der St.-Lukas-Gilde in Antwerpen und vorzüglichen Steinmetzarbeiten geziert. Das älteste Stück dürfte der aus gelbem Sandstein gefertigte romanische Taufstein von Anfang des 13. Jahrhunderts sein. Im 19. Jahrhundert wurde der Bau erheblichen baulichen Veränderungen unterzogen. Sein ursprünglicher Charakter als romanische Gewölbebasilika mit Querhaus, querrechteckigem Chor und mächtigem Westhaus wurde dadurch nicht beeinträchtigt.

Die katholische Pfarrkirche St. Stephanus liegt im Stadtbezirk Heessen. Seit 1985 steht sie unter Denkmalschutz.

Die evangelische Pfarrkirche bildet seit dem 11. Jh. den Mittelpunkt eines Kirchspiels im heutigen Stadtbezirk Uentrop. Der quadratische Westturm ist dabei das älteste Bauteil der Kirche. Er wird in das 11. oder 12. Jahrhundert datiert. An ihn schloss sich nach Osten eine schmalere romanische Saalkirche an, die etwa zur gleichen Zeit errichtet worden ist. Die Saalkirche ist nicht erhalten, ihre Dachlinie ist aber noch heute an der Ostwand des Turmes zu sehen. Mitte der sechziger Jahre des 20. Jahrhunderts konnte der Turm stabilisiert werden, nachdem sein lockeres Mauerwerk abzugleiten drohte. Seit 1870 krönen Kugel, Kreuz und Hahn die Spitze des Kirchturms. Ferner birgt der Turm eine 1723 vom Uhrmacher Diedrich Schmalt zu Herzebrock angefertigte, schmiedeeiserne Turmuhr. Diese schlägt seit einigen Jahren wieder zu jeder vollen Stunde. An den Turm schließt sich das Kirchenschiff an. Darauf befindet sich ein Satteldach, das aus dem 16. Jahrhundert stammt. Kunstgeschichtlich beachtenswert sind die Wandmalereien im Inneren des schlichten Kirchenbaus. Diese konnten während der Renovierungsarbeiten im Jahre 1966 aufgedeckt werden. Es handelt sich um einen Apostelzyklus in fragmentarischem Zustand, der sich an den Wänden des Chorraumes befindet. Bemerkenswert an der Uentroper Kirche ist auch der Taufstein aus Sandstein.

Durchaus sehenswert ist auch der in den vergangenen Jahren entstandene Hindu-Tempel Sri Kamadchi Ampal, einer der größten Europas. Seine Architektur verbindet hinduistische Elemente mit der betont sachlichen Wirtschaftsarchitektur des späten 20. Jahrhunderts. Die Innenräume, aber auch das Gesamtgebäude bieten ein interessantes multikulturelles Erlebnis.

Die vermuteten Reste der Burg Nienbrügge – eine Burggräfte – lassen sich in der Flur Steinwinkel in Bockum-Hövel, einem Stadtbezirk von Hamm, besichtigen.

Burg Mark war einst der Stammsitz der Grafen von der Mark. Heute existieren von der ehemaligen Burganlage nur noch die Wassergräben um einen baumbestandenen Burghügel. Die Hauptburg wurde ab dem 18. Jahrhundert als Steinbruch benutzt. Im Jahre 1803 wurden sogar die Fundamente der Burg herausgebrochen, so dass während der archäologischen Ausgrabungen in den Jahren 1973 und 1975 nur noch die weitgehende Zerstörung der archäologischen Befunde festgestellt werden konnte. Dies ist bedauerlich, weil es sich bei der Burg Mark um eine der größten Motten in Westfalen handelte. Im Jubiläumsjahr 1976, 750 Jahre nach Gründung der Siedlung Hamm, wurde die ungefähre Lage des Palas (Donjon) auf dem Burghügel durch Mauerwerk im Boden kenntlich gemacht.

Die irgendwann nach der Stadtgründung erbaute Burg der Grafen von der Mark, die sich am Nordenwall befand und nördlich an die Stadtmauer angrenzte, ist heute nicht mehr erhalten. Bereits in den Zwanzigerjahren des 20. Jahrhunderts waren die Gebäude der Burg bis auf einen spärlichen Rest verfallen. Allerdings war zu dieser Zeit der Keller der Burg noch vollständig erhalten. Im Jahre 1944 wurde das Gelände dann durch die Luftangriffe völlig zerstört und später mit einer Kinderklinik überbaut, dem katholischen St. Elisabeth-Säuglingskinderheim. Dieses wurde schließlich 2006 zugunsten des Neubaus des Seniorenzentrums An St. Agnes zum Abriss freigegeben. Im Zuge der Ausschachtungsarbeiten konnten die Grundmauern der Burg im Erdreich nachgewiesen werden. Sie werden der Öffentlichkeit zugänglich bleiben. Zu diesem Zwecke wurden eine Kennzeichnung im Straßenbelag und eine Teilpräsentation der Originalfunde vorgenommen.

Schloss Heessen ist eine an der Lippe gelegene Schlossanlage im Hammer Stadtteil Heessen. Die Schlossanlage wurde erstmals 975 als Erbgut des Bischofs Ludolf von Münster erwähnt. Heute ist diese historische Stätte im Besitz der Familie von Boeselager, die diese aber nicht selber bewohnt, da seit über 40 Jahren (1957) das Schloss als Landschulheim, privates Tagesgymnasium und Internat (Gymnasium) genutzt wird. Das dreiflügelige Hauptgebäude ist aus Backstein erbaut und besitzt als markantestes Bauteil zwei 30 Meter hohe Treppengiebel. Das heutige Schloss steht auf massiven Eichenpfählen aus dem 14. Jahrhundert, die schon als Fundament seiner Vorgängerbauten dienten. Mehrfach unter seinen verschiedenen Besitzern umgebaut und umgestaltet, erhielt es seine heutige Gestalt um 1908 unter dem Münsteraner Regierungsbaumeister Alfred Hensen, der dem Gebäude durch Turmbauten, Zinnen und eine Schlosskapelle nach englischem Vorbild ein neugotisches Aussehen verlieh. Von dem zur Anlage gehörigen, einstigen Barockgarten westlich des Schlosses sowie dem Park im englischen Landschaftsstil ist heute nur noch sehr wenig erhalten und wird heute Rosengarten genannt.

Schloss Ermelinghof ist ein ehemaliges Rittergut im Stadtbezirk Bockum-Hövel von Hamm. Urkundlich erwähnt wurde es erstmals im Jahre 1350.

Das Schloss Oberwerries ist ein zweiflügeliges Wasserschloss in den Lippeauen des Hammerer Stadtbezirks Heessen. Es wird erstmals 1284 im Lehnsregister des Grafen von Limburg im Besitz des Engelbert von Herbern genannt und umfasst mehrere Gebäude, die innerhalb verschiedener Jahrhunderte zur heutigen Schlossanlage zusammengewachsen sind. Seit 1942 im Besitz der Stadt Hamm, wurde es in der Zeit von 1952 bis 1975 restauriert. Heute bildet das Wasserschloss ein beliebtes Ziel für Schulen, Vereine, Verbände und Gruppen für Aus- und Weiterbildungszwecke. Es dient zudem als Bildungs- und Begegnungsstätte und als Veranstaltungsort repräsentativer Empfänge der Stadt Hamm. Im Pavillonturm gibt es die Möglichkeit, sich standesamtlich trauen zu lassen.

Haus Uentrop ist ein Wasserschloss im Stadtteil Uentrop. Das 1720 errichtete Schloss befindet sich heute in privatem Besitz und ist restaurierungsbedürftig. Seit dem 6. Februar 1986 steht es unter Denkmalschutz. Es ist von einem Park umgeben.

Zu den Herrenhäusern zählt Haus Gröneberg im Stadtbezirk Uentrop. Es stand um 1800 im Eigentum des August Gottfried von Sudhausen (1752–1802), einem Sohn des Diedrich Gerhard Friedrich Sudhausen. Da er kinderlos blieb, setzte er seinen Neffen Johann Adolph von Sudhausen als Universalerben ein. Letzterer verkaufte Haus Grönberg 1809 an den Hofrat Carl Bielefeld in Dortmund. Haus Gröneberg befindet sich noch heute in Privatbesitz und steht seit 1986 unter Denkmalschutz.

Ferner gibt es in Hamm noch die Adelsanwesen Haus Hohenover in Hamm-Uentrop, Haus Kentrop in Hamm-Mitte und Haus Reck in Hamm-Lerche.

Nicht mehr erhalten sind die Burg Geinegge in Hamm-Bockum-Hövel, die Burg Hövel in Hamm-Bockum-Hövel und die Homburg in Hamm-Herringen. Alle diese Gebäude sind heute überbaut und können deshalb nicht mehr besichtigt werden.

Nicht mehr erhalten ist außerdem das im 19. Jahrhundert abgebrochene Haus Nordherringen, das nach seinen früheren Besitzern auch Torksburg oder Torcksburg genannt wird. Es wurde als Burganlage der Grafen von der Mark an der Mündung des Herringer Bachs in die Lippe angelegt und diente der Sicherung der Lippegrenze nach Norden. Damit war es möglicherweise ein Nachfolgebau der Homburg (Hamm).

Nicht erhalten sind auch die Stadthöfe von Hamm. Zahlreiche Familien konnten einen solchen ihr eigen nennen. Die Stadthöfe dienten phasenweise als „Nebenhaushalte“, während der Hauptwohnsitz in das städtische Umland verlagert werden konnte.

Das gilt vor allem für den Nassauer Hof. Dieser war ein Adelssitz an der nach ihm benannten Nassauerstraße. Ursprünglich war er der Stadthof der Familie von Hausen. Die Erbtochter Katharina (geb. von Hausen) heiratete den Dortmunder Bürgermeister Nikolaus von der Bersworth († 1679). Das Ehepaar von der Bersworth oder deren Erben veräußerten zu einem nicht genau bekannten Zeitpunkt den Stadthof in Hamm an die 1712 geadelte Familie von Westhoven, über die er dann an die von Sudhausens kam. Diedrich Gerhard Friedrich Sudhausen († 1770) und seine Ehefrau Luise Sibylla geb. von Westhoven lebten auf dem Heithof (Hamm-Mark), während sie den Nassauer Hof von 1757 bis 1763 an die Landesdeputationskommission vermieteten. Für das Jahr 1766 ist folgender Hinweis urkundlich belegt: Nassauer Hof, stehet ledig und gehöret H. Kr. R. Sudhaus, dieser domiciliret außer der Stadt auf seinem Guth Heidhof, und will der Hauß Steuer, weil der Nassauer Hof adlich frey ist nicht bezalen. Als 1767 die Kriegs- und Domänenkammerdeputation in Hamm eingerichtet wurde, scheiterte jedoch eine neuerliche Vermietung an den zu hohen Mietvorstellungen des Eigentümers. Erst sein Sohn, KDK-Rat Carl Diedrich Wilhelm von Sudhausen († nach 1811) bewohnte den Hof zumindest phasenweise wieder selbst, da Haus Heithof nach erfolgter Erbteilung (1777) an seinen älteren Bruder gefallen war (belegt 1803). Im Dezember 1792 nahmen die Brüder Ludwigs XVI. von Frankreich, nämlich Ludwig, Graf de Provence, und Karl, Graf de Artois, im Nassauer Hof Quartier. Der preußische König hatte diesen Hamm als Exil angeboten, da sie nach dem Einmarsch der Revolutionstruppen in das Rheinland Koblenz hatten verlassen müssen. Am 28. Januar 1793 erklärte sich Ludwig de Provence in der sogenannten Hammer Erklärung zum Regenten von Frankreich, solange sein Neffe Ludwig XVII. unmündig sei. Der eigentliche Nassauer Hof an der Nassauerstraße 13 mit den dazugehörigen Nebengebäuden wurde 1850 an die katholische Kirchengemeinde verkauft, die auf dem Gelände das Marienhospital errichtete. Die Bezeichnung Nassauer Hof wurde daraufhin auf das repräsentative Gebäude Nassauer Straße 17 übertragen, das zwar zum ursprünglichen Areal des Adelssitzes gehörte, aber bereits 1783 an den Hofrat Kühlenthal verkauft worden war. 1932 musste dieses Haus an der Nassauerstraße 17 dem Erweiterungsbau des Marienhospitals weichen.

Der Stadthof der Freiherren von der Recke zu Heessen, auch Heessischer Hof genannt (und nicht etwa Hessischer Hof), stand an der Brüderstraße, und zwar vermutlich an der Brüderstraße 60, für die 1886 unter anderem der Direktor des Gymnasium Hammonense Carl Schmelzer als Mieter nachgewiesen ist. Das Gebäude befand sich unmittelbar östlich des Schulbaues von 1880. Zum ursprünglichen Hof gehörten als Nebengebäude die Häuser Brüderstraße 58 und 59, die bis zum Stadtbrand von 1734 unter einem Dach standen. Bereits vor 1734 hatten die Freiherren von der Recke die Brüderstraße 58 der katholischen Gemeinde als katholisches Schulhaus überlassen. Auch die Brüderstraße 59 befand sich bereits im Besitz des Glasmachers Konrad Schlömer. Das 1734 ebenfalls abgebrannte Haupthaus wurde 1763 von der Witwe Anna Elisabeth von der Recke zu Heessen an Prof. Johann Konrad Kirchhoff verkauft.

Ebenso unterhielten die Freiherren von Plettenberg zu Heeren einen Stadthof (Heeren'sches Haus) am Marktplatz, der ab 1767 als Domizil der Märkischen Kriegs- und Domänenkammerdeputation in Hamm Verwendung fand.

Weitere Stadthöfe, wie z. B. der der Freiherrn von Galen zu Haus Ermelinghof, sind zwar belegt, aber bislang noch nicht eindeutig identifiziert.

Durch die vielen Stadtbrände und die Kriegszerstörungen des Zweiten Weltkrieges sowie spätere Abbrüche sind in der Innenstadt nur noch wenige ältere Gebäude erhalten geblieben.

Das Stunikenhaus an der Antonistraße 10 ist ein Giebelhaus barocker Bauart mit Freitreppe. Es wurde von dem städtischen Oberbrandmeister Johann Bernhard Stuniken (1702–1784) im Jahre 1748 nach dem Vorbild norddeutscher Kaufmannshäuser errichtet. Als eines der wenigen Gebäude seiner Zeit hat es sowohl die zahlreichen Stadtbrände als auch die Luftangriffe auf Hamm im Zweiten Weltkrieg überstanden. Nach dem Tode des Erbauers wurde das Haus an seinen Sohn Nathanael Stuniken übertragen. Dieser vererbte es an seinen Schwager Johann Peter Schmits. Im Jahr 1842 verstarb seine Ehefrau, Magdalena geb. Stuniken. Das Haus ging daraufhin an den Kaufmann August Klaßmann über. 1864 verkaufte Klaßmann das Stunikenhaus an den Wirt Friedrich Leffert, der es wiederum 1878 an seinen Sohn Moritz Leffert vererbte. Von der Familie Leffert wechselte das Gebäude dann auf den Kürschner Anton Edel und nach dessen Tode auf seinen Sohn Johann Edel. 1977 verkaufte die Familie Edel die Immobilie an die Stadt Hamm. Das Haus wurde 1978 grundlegend restauriert. Sein Innenraum bietet heute Platz für Gastronomie. Seit 1986 steht das Gebäude unter Denkmalschutz.

Aus derselben Epoche stammt das nur wenig ältere Vorschulzehaus, Südstraße 8. Den zweigeschossigen palaisartigen Traufenbau mit Walmdach und Pilastergliederung ließen sich der Bürgermeister Gottfried Balthasar Rademacher (1694–1781) und seine Ehefrau Eva Catharina geb. Retberg im Jahre 1744 - also drei Jahre nach dem verheerenden Stadtbrand - auf zwei alten Hausstätten neu errichten. Es steht seit 1986 unter Denkmalschutz. Die Hauptfassade ist zur Südstraße hin durch vier Pilaster gegliedert, deren Kapitelle in der Fensterzone des Obergeschosses liegen. Das schmiedeeiserne Treppengeländer (1744 hinzugefügt) ist mit den Initialen der Erbauer GBR (= Gottfried Balthasar Rademacher) und ECR (= Eva Catharina Retberg) versehen. Nach dem Tode der Erbauer erbten die Tochter Marianne und deren Ehemann Oberstleutnant Ernst von Romberg das Haus. Noch 1805 wohnte hier die Witwe von Romberg. In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts war Justizkommissar Friedrich August Overbeck Eigentümer. Im Anschluss daran bewohnte Johann Heinrich Lent († 1868), Präsident des Oberlandesgerichts Hamm, das Gebäude. Der Kornhändler Franz Klaphecke nutze das Gebäude teilweise als Handelskontor und ließ zu diesem Zweck Lagerräume anbauen. Seine Tochter Antonia Klaphecke heiratete 1870 den Kornhändler Christian Heinrich Vorschulze, nach dem das Haus seinen heutigen Namen trägt. Es blieb dann bis 1976 im Besitz der Familie Vorschulze und wurde schließlich an die Stadt Hamm verkauft. Das Haus wurde 1980/1981 grundlegend saniert und dem Originalzustand aus dem Erbauungsjahr weitgehend wieder angepasst. Im Haus Vorschulze befindet sich heute eines der Standesämter der Stadt Hamm.

Das südlich von Haus Vorschulze gelegene Nachbarhaus, das Restaurant Sofra, ließ 1746 die Witwe Bernhard Henrich Redicker unter Einbeziehung des von den Erben Hesselmann erworbenen Nachbargrundstückes neu errichten. Seit 1989 steht das Gebäude Südstraße 10 unter Denkmalschutz.

Zu den letzten spätmittelalterlichen Fachwerkbauten der Stadt zählt das Alte Brauhaus Henin in der Eylertstraße 15, das wohl älteste Gebäude der Stadt nach der Schlossmühle in Heessen. Das im Frontbereich später veränderte Haus wurde dendrochronologisch auf das Jahr 1516 datiert. Das Obergeschoss kragt an der Traufseite über Knaggen vor. Die Hausstätte Eylertstraße 15 an der Ecke Widumstraße / Eylertstraße stand im 18. Jahrhundert im Besitz der Familie Auffmordt. Die Witwe des Albert Johann Auffmordt heiratete in zweiter Ehe den Wirt Wilhelm Möllenhoff (ca. 1757-1826). 1828 schaltete die Witwe ein Verkaufsinserat im Westfälischen Anzeiger. 1831 wird der Aufwärter Ludwig Scharnika als Besitzer des Hauses genannt. Seinen Namen hat das Haus nach der Familie Henin erhalten, die ab 1866 im Hause belegt ist. Nach aufwendiger Restaurierung beinhaltet es heute wieder eine Gaststätte.

Ebenfalls in diese Zeit gehören Widumstraße 10 und 12. Letzteres wurde im 19. Jahrhundert überarbeitet. Das zweistöckige Fachwerkhaus Widumstraße 10 stammt aus dem frühen 16. Jahrhundert und zu den ältesten Häusern in der Hammer Altstadt. Seit 1989 steht es unter Denkmalschutz. Es wurde im frühen 16. Jahrhundert als Beihaus der großen bürgerlichen Hausstätte Widumstraße 12 errichtet. Erhalten geblieben ist auch das Haus Freese in der Widumstraße 36. Im 19. Jahrhundert wurde das Haus nach hinten verlängert. Bei den aufwendigen Sanierungsmaßnahmen trat hinter der Stuckfassade des 19. Jahrhunderts das ursprüngliche Fachwerk zutage. Seit 1986 steht es unter Denkmalschutz.

Das Alt Hamm in der Nordstraße 16, in dem sich eine Gaststätte befindet, ist das letzte Haus vor der Einmündung des Nordenwalls in die Nordstraße. Diese Eckbebauung erklärt den fünfeckigen Hausgrundriss. Seit 1985 steht das Gebäude unter Denkmalschutz.

Das Empfangsgebäude des Bahnhofs wurde 1920 in neobarocken Formen erbaut und steht seit 2001 unter Denkmalschutz. Es wurde Mitte der 1990er Jahre restauriert.

Die Buchhandlung Edmund Peters (Inh. Heike Hüser) liegt in der Hammer Innenstadt, genauer in der Oststraße 26. Das im 19. Jahrhundert verputzte Fachwerkhaus steht seit 1996 unter Denkmalschutz.

Haus Dabelow wird heute von der SEB AG genutzt, einer Bank in der Hammer Innenstadt, genauer gesagt in der Weststraße 26. Darüber hinaus ist dort eine Rechtsanwaltskanzlei ansässig. Seit 1995 steht das Haus unter Denkmalschutz. Aus der Hausstätte ging ein jährlicher Kanon von 45 Stübern an das Antonius-Gasthaus und von 32 Stübern an das Westenhospital (belegt 1790, 1802). Das Haus stand 1790 im Eigentum der Witwe Predigerin Cochius (belegt noch 1802). Johann Maximilian Cochius († 1766) war Pfarrer in Drechen. 1803 bewohnte Leutnant von Plettenberg das Haus zur Miete. 1820 und 1822 sind als Mieter die Schreinerfamilie Volmer (Schreiner Heinrich Christoph Volmer aus Unna († 1820) und 1822 Sohn Schreinergeselle Heinrich Florens Wilhelm Volmer) nachgewiesen. Das Haus war zu diesem Zeitpunkt bereits an die Tochter des Pfarrers Johann Maximilian Cochius namens Wilhelmine Amalie Cochius vererbt worden. Diese hatte die 1800 Wilhelm Halfmann - Pfarrer in Hagen - geheiratet. Noch im Jahre 1831 ist sie als Eigentümerin des Hauses nachgewiesen. 1846 schalteten die Erben Frau Pastorin Halfmann eine Verkaufsanzeige im Westfälischen Anzeiger. Kaufmann Heinrich Toppe ist 1866 und 1886 als Hauseigentümer belegt. Er betrieb dort eine Eisen-, Stahl- u. Messinghandlung, die noch 1902 bestand. 1908 ließ Otto F. Dabelow das Haus zu der bekannten Buchhandlung Dabelow umbauen, die bis in die 1990er Jahre Bestand hatte. 1926 wurde nach Plänen des Architekten Dr. Hanns Jacquemar Dabelows Blauer Saal im Stil der Neuen Sachlichkeit errichtet, in dem unter anderem Dichterlesungen stattfanden. Otto F. Dabelow ist auch bekannt als Herausgeber des Heimat-Kalenders für Kreis und Stadt Hamm, der nur für die Jahre 1925, 1926 und 1927 erschienen ist.

Die Einhorn-Apotheke befindet sich in der Weststraße 22. Das Gebäude wurde 1888 erbaut und steht seit 1997 unter Denkmalschutz. Ebenfalls denkmalgeschützt (seit 1997) ist das Wohn- und Geschäftshaus Nordstraße 1 (Gilli Couture & Trends), das sich nördlich an die Einhorn-Apotheke anschließt. Es handelt sich dabei um einen Neubau, der zwischen 1900 und 1905 errichtet wurde.

Das Finanzamt Hamm ist für die Städte Hamm, Kamen und Bergkamen zuständig und für die Gemeinde Bönen im Kreis Unna. Das ursprüngliche Gebäude in der Grünstraße wurde 1924/1925 errichtet. Später erfolgte ein Neubau, in dem auch der heutige Haupteingang liegt. Das Gebäude steht seit 1985 unter Denkmalschutz.

Unter den Bauten des frühen 20. Jahrhunderts ist das an der Ecke Weststraße / Ritterstraße gelegene Geschäftshaus Lommel hervorzuheben. Bauherr war der Schuhhändler Viehoff. Im Obergeschoss befand sich das „Cafe Metropol“, ein beliebter Treffpunkt für jung und alt in der damaligen Zeit. Der Backsteinbau in expressionistischen Formen wurde 1927 nach einem Entwurf des Architekten Max Krusemark erstellt und ist dem Backsteinexpressionismus zuzurechen. Weitere Beispiele dieser Stilrichtung in Hamm sind die Polizeiwache und das Bürgerhaus.

Die Hammer Meile ist eine Ansammlung von gastronomischen Etablissements an der Südstraße (zwischen Pauluskirche und Rathaus). Es konnten sich nicht alle ursprünglich hier angesiedelten Gaststätten halten, so dass eine Reihe von Leerständen zu verzeichnen sind. Für einige von ihnen hat sich inzwischen ein Investor gefunden. Das St. Marienhospital will hier ein neues Klinikgebäude errichten. Zu den bekanntesten Lokalitäten der Hammer Meile gehören das Tüt-Ei und der Biergarten Jonathan.

Im Jahre 2008 wurde beschlossen, die Fassaden der historischen Gebäude an der Hammer Meile während ihres Umbaus zu einem Klinikgebäude zu erhalten. Nach neuesten archäologischen Erkenntnissen - Andreas Schulte hat dazu Recherchen vor allem in Berlin, Bielefeld und Münster betrieben - lässt sich nachweisen, dass die Südstraße in diesem Bereich im 18. Jahrhundert allerbeste Wohnlage war. Der für die erste Hälfte des 18. Jahrhunderts nachweisbare Verkaufsdruck auf dem Hammer Immobilienmarkt - unter anderem veräußerten Adelsfamilien ihre Stadthäuser - konnte in der zweiten Jahrhunderthälfte durch den Erwerb von Hausbesitz seitens der Räte an der Kriegs- und Domänenkammer kompensiert werden. Schulte kann die Lage und Besitzer einzelner, wichtiger Häuser (Beamten-, Pastoren- und Professorenhäuser, Armenhäuser) beschreiben und den Stadtort des Stadtweinhauses an der heutigen Weststraße 4 nachweisen. Damit lassen sich Aussagen zur Bewohnerstruktur ganzer Straßenzüge und -viertel treffen, unter anderem auch der Hammer Meile. Schulte hat eine Kartierung des Brandareals von 1741 fertiggestellt, jedoch steht die Kellerkartierung noch aus. Daraus soll dann ein Häuserbuch für die Zeit zwischen 1734 und 1886 entstehen, das auch diesen interessanten Bereich der Stadt näher beleuchten wird.

Im Jahr 2004 erhielt die Stadt Hamm ein weiteres Wahrzeichen zurück. Das überschäumende Bierglas der ehemaligen Isenbeck-Brauerei wurde als Rekonstruktion in Originalgröße am Universahaus (Südstraße) angebracht. Allerdings läuft die Abfolge der Lichtelemente langsamer als beim Original. Die Brauerei selbst wurde abgerissen; an ihrer Stelle steht nun das Allee-Center.

Das ursprünglich als Gartenhaus errichtete Komödienhaus am Nordring 9 entstand um 1735 und wurde 1777 umgebaut. Nach schwerer Beschädigung im Zweiten Weltkrieg wurde es anschließend vereinfacht wiederaufgebaut.

Inmitten des Kurparks mit seinem alten Baumbestand und den Kurparkteichen, der im Zuge des traditionellen Bad Hamm entstanden ist, liegt das Kurhaus der Stadt Hamm. Es stammt aus dem späten 19. Jahrhundert und steht seit 1996 unter Denkmalschutz. Es erinnert an die Zeit von „Bad Hamm“, dessen „Nachfolge“ die benachbarte Klinik für Manuelle Therapie antrat.

Das Kriegerdenkmal wurde 1875 an der Westseite des Marktplatzes errichtet. Es sollte an die Gefallenen des Deutsch-Französischen Krieg (1870/71) erinnern. Über einem sechs Meter hohen Sockel mit neogotischen Stilelementen und zwei Inschriftentafeln erhebt sich eine weibliche Figur, die die Germania als Symbol des Deutschen Reiches darstellt. Schon 1914 wurde das Denkmal an den Rand des Exerzierplatzes verlegt, um für ein zweites Straßenbahngleis Platz zu schaffen. 1969 wäre das Denkmal aufgrund des schlechten Erhaltungszustandes und geringen kulturellen Wertes beinahe beseitigt worden. Seit 1989 steht es unter Denkmalschutz, da mittlerweile der geschichtliche Zeugnischarakter anders beurteilt wird. Im Jahr 2000 wurde es grundlegend saniert.

Mittelpunkt der über einen Kilometer langen Fußgängerzone ist der alte Marktplatz mit der Pauluskirche. Die im 18. Jahrhundert erbauten Bürgerhäuser, die noch zu Beginn des 20. Jahrhunderts den Marktplatz schmückten, fielen der fast vollständigen Zerstörung der Hammer Innenstadt im Zweiten Weltkrieg zum Opfer. Das alte, ebenfalls im Krieg zerstörte Rathaus, in dem sich heute die Hauptstelle der Sparkasse befindet, wurde 1950/51 nach historischem Vorbild wieder aufgebaut.

Das Haus Mühle Koch in der Nordstraße 19 wurde nach dem Stadtbrand von 1734 auf zwei vorherigen Hausstellen errichtet. Seit 1990 steht das Gebäude unter Denkmalschutz.

Das Polizeipräsidium Hamm hat seinen Hauptsitz in der Grünstraße 10. Das Gebäude wurde 1926/1927 erbaut und steht seit 1985 unter Denkmalschutz.

Reste der mittelalterlichen Stadtmauer wurden 1985 am Nordenwall freigelegt und zum Teil neu aufgemauert.

Die Wassertürme am Hellweg im Stadtteil Berge sind nur von außen zu besichtigen. Der östliche Wasserturm wurde 1907 errichtet und fasst 2.000 m³ Wasser. Der zweite Turm wurde 1915 errichtet und fasst 3.000 m³. Sein höchster Wasserstand liegt bei 132 m über NN. Die Wassertürme dienen dem Druckausgleich, bevor das von der Ruhr kommende Wasser in Hamm verteilt wird. Einmal im Jahr - im Rahmen des Klassik Sommer - dient die obere Plattform eines der Türme als Konzertsaal. Von dort haben die Besucher einen imposanten Überblick über Hamm und die Region. Zudem können sie die ganz besondere Akustik im Turm genießen.

Hamm wird oft als Stadt im Grünen bezeichnet, was neben der fast ländlichen Lage nicht zuletzt auch den zahlreichen Parks in den Stadtbezirken und den freigegebenen renaturierten Bergehalden geschuldet ist.

Der im Westen Hamms gelegene Friedrich-Ebert-Park oder kurz Ebertpark erstreckt sich zwischen Oberonstraße, Wilhelm-Liebknecht-Straße und Wilhelmstraße. An ihm liegen die Friedrich Ebert Realschule, die Parkschule und das Märkische Gymnasium, das Szenelokal „Hoppegarten“, sowie die Kulturwerkstatt und das seit 2008 neue Gelände des ehemaligen Germaniabades/Titaniaparks mit einem Steinlabyrinth und einem Erlebnisparcour. Im Park befindlich sind zwei große Weiher nebst einem Eschenhain, einem kleinen Wäldchen, sowie eine reiche Fauna und Flora.

Sehr beliebt bei den Bürgern der Stadt ist auch der Kurpark Bad Hamm, der sich östlich an den Exerzierplatz und südlich des Datteln-Hamm-Kanal anschließt. Der Park umschließt dabei das Kurhaus nebst Theatersaal und die Klinik für manuelle Therapie.

Im Stadtteil Ostwennemar liegt der Maximilianpark. Hierbei handelt es sich um einen Naherholungs- und Veranstaltungsort der anlässlich der ersten Landesgartenschau 1984 auf dem Gebiet der ehemaligen Zeche Maximilian entstanden ist. Als (neues) Wahrzeichen der Stadt Hamm steht hier der „Glaselefant“, der aus der alten Kohlenwäsche der Zeche errichtet wurde. Heute befinden sich in dem Glaselefanten das Maxi-Labor und ein kleiner Garten im oberen Bereich.

Maximilianpark und Kurpark sind Teile der Themenrouten 7 und 23 der Route der Industriekultur.

Um die Innenstadt herum befindet sich ein Grüngürtel, die sogenannten Ringanlagen. Sie geben einerseits im südlichen und westlichen Teil den Verlauf der Ahse vor ihrer Verlegung wieder und gibt noch heute einen guten Eindruck vom Verlauf der Stadtmauer, der Festungswälle und der Gräben der Stadt Hamm.

Der Selbachpark liegt im Stadtteil Pelkum und entstand 1974/1975 in Anlehnung an die Revierparks des Ruhrgebietes. Er bietet ein reichhaltiges Angebot zur Naherholung und zur sportlichen Betätigung. Neben dem Freizeitbad mit Wellenbad gibt es auch noch eine Minigolf- und weitere Sportanlagen, z. B. für Leichtathletik und Tennis. Die parkartigen Grünanlagen sind in die umgebenden Wald- und landwirtschaftlichen Flächen eingebettet.

Südlich der Innenstadt an der Grünstraße liegt der Tierpark Hamm. Dieser wurde zunächst am 30. Juni 1934 als Tier- und Pflanzengarten „Südenstadtpark“ eröffnet. Nach seiner Zerstörung bei einem Bombenangriff am 22. April 1944 wurde der Tierpark 1950 wieder aufgebaut.

Hamm verfügt über ein umfangreiches Angebot an Wanderwegen und Radwanderwegen, die in überregionale Netze wie die Römerroute eingegliedert sind. Nach der Freigabe der Kissinger Höhe als Naherholungsgebiet stehen dort weitere 7 km Wanderwege zur Verfügung. Der höchste Punkt der Halde bietet einen weiten Ausblick ins Land, unter anderem bis zum Haarstrang.

Zum Wandern besonders geeignet ist auch der Heessener Wald, ein Waldgebiet, das sich vom Stadtbezirk Hamm-Heessen bis nach Ahlen erstreckt. Im Bereich des Heesener Walds liegt auch die Waldbühne Heessen.

In Hamm ist eine Vielzahl von Sportarten in einer großen Anzahl unterschiedlich großer und bedeutender Vereine vertreten. Die ca. 160 Sportvereine sind dabei wesentlicher Bestandteil des Vereins- und Sozialwesens der Stadt. Einige Vereine haben eine überregionale Bedeutung erlangt. Außerdem ist die Stadt Sitz des Westfälischen Turnerbundes e. V. im Schloss Oberwerries.

Die Hammer SpVg ist der führende Fußballclub der Stadt, sie spielte seit 2006 wieder in der Oberliga Westfalen und hat sich für die neue NRW-Liga qualifiziert, welche 2008 den Spielbetrieb aufnahm und die Oberliga ersetzte. In den 1970er Jahren gegen den SC Eintracht Heessen (heute SV Eintracht Heessen), der fast in die 2. Fußball-Bundesliga aufgestiegen wäre, jedoch entscheidende Spiele verlor und dadurch finanzielle Probleme bekam.

Der Eissport wurde in Hamm durch drei Clubs vertreten. Insbesondere das Eishockey erfreute sich während der 1990er Jahre sehr großer Beliebtheit. Als erster Verein betrat der ASV Hamm (Hammer Eisbären) die Eisflächen. Ab der Saison 1994/95 spielte der Verein bereits in der 1. Liga Nord. Nach zwei Spielzeiten 1996/97 musste er schließlich eine Saison in der 2. Liga Nord verbringen, bevor er erneut in die 1. Liga Nord aufstieg. Die Eisbären beendeten diese letzte Saison in der zweithöchsten Spielklasse jedoch nicht mehr. Zwei Spieltage vor Abschluss musste der Spielbetrieb wegen Insolvenz nach einem Konkursantrag im März 1998 durch den Spieler Brad Scott eingestellt werden. Die Vereinsauflösung erfolgte kurz darauf. In der folgenden Spielzeit trat der neugegründete ESC Hamm (Hammer Huskies) den Spielbetrieb an und stieg gespickt mit einer Reihe von Spielern der aufgelösten Hammer Eisbären zügig in die Regionalliga auf. Der Verein spielte dort fünf Spielzeiten, ehe auch er aufgelöst wurde. Wie schon bei den Eisbären spielten Finanzierungsprobleme eine Rolle, jedoch waren diese bei weitem weniger gravierend als noch bei den Hammer Eisbären am Ende der Saison 1997/98.

Heute gibt es nur noch den Verein Lippe-Hockey-Hamm (Young Stars), der als Nachfolger der Hammer Huskies zunächst die Jugend auffing, die nach Auflösung des ESC Hamm heimatlos geworden war. Die erste Mannschaft spielt seit Beginn der Saison 2007/08 in der Regionalliga des LEV NRW. Der Verein widmet sich vor allem der Jugendarbeit.

Erfolgreichster Vertreter des Handballsports in Hamm ist der ASV Hamm 04/69 Handball, welcher mit seiner ersten Herrenmannschaft seit der Saison 2006/2007 in der 2. Handball-Bundesliga spielt. 2007 wurde für den Verein der Bau einer neuen Halle begonnen, die Maxipark-Arena konnte 2008 eröffnet werden und ist seitdem Austragungsort der Heimspiele. Der Schritt zum Neubau war nötig geworden, da die alte Spielstätte, die Turnhalle des Freiherr-vom-Stein-Gymnasiums, zu klein geworden war und nicht mehr ausreichend Trainingskapazitäten für den Profisport bot. Die neue Arena bietet 2500 Sitzplätze und erfüllt die Ansprüche für den Bundesliga- und Länderspielbetrieb. So trug in 2008 bereits die Nationalmannschaft der Herren ein Freundschaftsspiel in der Arena aus.

Ein bekannter Vertreter des Wassersports in Hamm ist das Maxi-Swim-Team Hamm. Es gründete sich im Dezember 2005 aus den Leistungsträgern der damaligen Schwimm-Abteilung des SC Rote Erde Hamm. Seitdem konnten die Leistungsschwimmer zahlreiche Medaillen auf NRW- und Deutschen Meisterschaften erringen. Der bereits genannte SC Rote Erde Hamm spielt heute mit seiner Wasserball-Herrenmannschaft in der zweiten Liga West. Der Verein war in seinen Glanzzeiten deutscher Rekordmeister und ist deutscher Rekordvizemeister, nachdem er als Rekordmeister durch die Wasserfreunde Spandau 04 abgelöst wurde. Siehe dazu auch die Liste der deutschen Wasserballmeister.

Im Faustballsport wird die Stadt vom TV Westfalia Hamm in der 1. Bundesliga Nord vertreten. In den letzten Jahren konnten mehrere Deutsche Meisterschaften und auch Europapokalsiege errungen werden. Hier spielen zahlreiche ehemalige und aktuelle Nationalspieler.

Der SK Germania Herringen vertritt Hamm mit der ersten Herrenmannschaft und der ersten Damenmannschaft mit einigen Ausnahmen seit einigen Jahrzehnten in der ersten Rollhockeybundesliga und nimmt seit 2006 durchgehend am Europapokal teil.

Im Tischtennis gastierte der TTC Grünweiß Bad Hamm mit einer Herrenmannschaft lange Jahre in der 1.Tischtennis-Bundesliga. Auch der American Football ist in Hamm durch die Aces Ahlen-Hamm vertreten, seit 2005 lassen sie die Lippebowl austragen.

Der Deutsche Unterwasser-Club (DUC) Hamm führt jährlich ein Kanalschwimmen im Juni oder Juli aus. Die Streckenlänge beträgt 2.000 Meter.

Der Boxverein MBR Hamm gehörte in 2007/2008 zur Oberliga Nord.

Vordringliches Projekt ist der Umbau des Bahnhofsquartiers, das seit 2007 mit dem Abriss des Hortengebäudes und anschließendem Bau des Heinrich-von-Kleist-Forums in eine neue Phase eingetreten ist (ist in Arbeit).

Heißen die Einwohner von Hamm nun Hammer oder Hammenser?

Die Beantwortung dieser Frage hängt wohl davon ab, welcher lokalpatriotischen Fraktion man zugeneigt ist. Die einen reden von Hammensern, die anderen von Hammern.

Auf der offiziellen Website der Stadt Hamm ist überwiegend von Hammern die Rede.. Ebenso sprechen die lokalen Medien einheitlich von Hammern.

In Hamm wirkten unter anderem der Freiherr vom Stein als Präsident der Kriegs- und Domänenkammer der Grafschaft Mark sowie der ehemalige preußische Kultusminister Adalbert Falk als Präsident des Oberlandesgerichts. Unter Letztgenanntem bezog das Gericht ein neues Gebäude am heutigen Theodor-Heuss-Platz. Dieses Gebäude wird seit vielen Jahren als Rathaus der Stadt Hamm genutzt.

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Geschichte der Stadt Hamm

Der Bahnhof von Hamm wird am 6. April 1945 von US-Soldaten eingenommen.

Die Geschichte der westfälischen Stadt Hamm umfasst einen Zeitraum von 782 Jahren seit der Stadtgründung im Jahre 1226 (Stand: 2008). Während des Mittelalters war Hamm Sitz der Grafen von der Mark und hanseatische Prinzipalstadt für die märkischen Städte. Sie gehörte damit neben Münster, Dortmund und Soest, in deren Mitte sie liegt, zu den bedeutenderen Städten Westfalens. Hamm diente fast seit seiner Gründung als Verwaltungs- und Gerichtssitz der Grafschaft Mark. Viele spätere märkische Stadtgründungen erhielten das Hammer Recht. Die Besiedlung des heutigen Raumes Hamm lässt sich bis in die Vorgeschichte zurückverfolgen und ist durch zahlreiche Siedlungs- und Grabfunde belegt. Durch schwere Brände und Kriegseinwirkungen gingen große Teile des Städtischen Archives und der Baussubstanz verloren. Als Folge daraus bleibt die Geschichte der Stadt unvollständig und kann daher häufig nur durch Urkundenfunde in auswärtigen Archiven näher beleuchtet werden.

Um 800 Gründung der Pfarrei in Herringen (St. Victor, ein Heiliger, dessen Hauptkirche in Xanten steht, wohin die Region über die Lippe und den Lippehellweg Kontakte pflegt), der späteren Stammpfarrei im späteren Gebiet des Stadtkreises Hamm. Später trennen sich Kamen, Bönen und Rhynern als kleinere Pfarreien ab.

10. Jahrhundert Das Gebiet um das heutige Hamm ist Teil der Grafschaft von Werl.

1000 Teilung der Werler Herrschaft. Graf Hermann II. von Werl erhält den östlichen Teil um Werl und wird somit zum Stammvater der Grafen von Arnsberg. Sein Bruder Bernhard herrscht über den Bereich der späteren Grafschaft Hövel im heutigen Stadtbezirk Bockum-Hövel. Diese erstreckt sich auf beiden Seiten der Lippe und umfasst Hamms gesamtes Stadtgebiet.

1003 Bernhard von Werl lässt Burg Hövel errichten und nennt sich seither Graf Bernhard von Hövel. Gründung der Grafschaft Hövel. Bernhard bleibt bis zu seinem Tod nach 1030 Graf von Hövel. Er stirbt ohne männliche Nachfahren. Über seine Tochter Ida geht sein Besitz samt Grafschaft an die Herren von Berg über - Ida ist die Frau Heinrichs von Lauffen, ihre gemeinsame Tochter Adelheid von Lauffen wird die Frau Adolfs I. von Berg.

11. Jahrhundert Als zusätzliches Patrozinium kommt das des Heiligen Heribert dazu, dem Klostergründer von Deutz. Der Hof und die Kirche Herringen gelangen 1020/30 durch das Bistum Köln an das neugegründete Kloster Deutz, dessen Vogteirechte von Beginn an bei den Grafen von Berg liegen.

Nach 1075 Bau der Homburg (Hamm) als Residenz der Grafen von Berg.

1077 Graf Adolf I. von Berg ist Comes de Huvili (Graf von Hövel).

Um 1100 Bau der Pankratiuskirche in der Mark. Die spätere Mutterkirche von Hamm ist zunächst die Eigenkirche der Besitzer von Hof Mark.

1150 Errichtung einer ersten Burganlage bei Nienbrügge durch Graf Eberhard vom Berg als Sicherungsposten für die Grafschaft Hövel, deren Graf Eberhard ist.

1161 Der Erbstreit zwischen Adolfs Söhnen Eberhard I. von Berg-Altena und Engelbert I. von Berg wird entschieden. Eberhard wird Graf von Hövel ab 1166, Engelbert erhält die Grafschaft Berg-Altena. Damit werden die Weichen für das Entstehen der späteren Grafschaft Mark und des Adelsgeschlechts der Grafen von der Mark gestellt.

1166 Die Edelherren von Rüdenberg besassen noch in der Mitte des 12. Jahrhunderts den Oberhof in der Mark, also die Herrschaft Volmestein. Vermutlich im Jahre 1166 teilten die Brüder Conrad und Rabodo ihre väterlichen Güter. Der Oberhof Mark fiel dem Rabodo zu. Von dieser Zeit an führte er den Beinamen "von der Mark", erstmal erwähnt in der Bredelarschen Stiftungsurkunde von 1170.

Um 1170 Der Edelmann Rabodo von der Mark veräußert den Oberhof Mark, zu dessen Besitzungen auch der Burghügel gehört, auf dem später die Burg Mark errichtet wurde, an den Kölner Erzbischof Philipp von Heinsberg, da er Geld für andere Unternehmungen braucht. Philipp hat solche Geschäfte schon häufiger getätigt. Er kauft den kleinen Grafen und Edelherren ihre Eigenburgen, Eigenklöster und -kirchen ab und lässt sie einen Vasalleneid schwören, dann belehnt er die Burgen, Klöster und Kirchen erneut. Rabodo wird Philipps Vasall und erhält Oberhof Mark als Lehen. Rabodo stirbt 1170. Es ist unklar, ob er sein Lehnsrecht an Friedrich von Altena verkauft oder nach seinem Tod, durch den der Mannesstamm derer von Rüdenberg erlischt, das Lehnsrecht von Philipp von Heinsberg an Friedrich übergeben wird.

Um 1180/81 Teilung der Grafschaft Hövel unter Everhards Söhnen Arnold und Friedrich. Arnold erhält die Gebiete südlich der Lippe. Burg Hövel geht dabei, ebenso wie die Burg in Altena, an Friedrich. Arnold benötigt also eine neue Residenz und lässt in der Folge Nienbrügge ausbauen.

Vor 1190 Ausbau der Burg Nienbrügge durch Graf Arnold von Altena-Isenberg. Arnold erwirbt die Isenburg.

1193 Die zuvor an den Kölner Erzbischof Phillip von Heinsberg veräußerten Besitzungen der Grafen, darunter Burg Hövel und Burg Nienbrügge, werden durch den neuen Erzbischof von Köln, Adolf I. von Altena, an die mit ihm zum Teil nahe verwandten Edelleute zurückgegeben. Auch das Flurstück Wiseberg, auf dem später Hamm entstehen soll, geht wieder an Friedrich von Altena.

1198 Friedrich von Berg-Altena baut nach erfolgter Erbteilung Burg Mark auf dem zum Besitz des Oberhofes Mark gehörenden Burghügel. Er forciert diesen Kauf zugunsten seines jüngeren Sohnes Adolf, der sich schon 1202 Graf Adolf von der Mark nennt. Friedrich stirbt 1198 oder 1199.

1200 Arnold von Altena-Isenberg lässt die nahe der Burg Nienbrügge befindliche Ansiedlung zur Stadt Nienbrügge ausbauen. Das Stadtrecht Nienbrügges datiert vermutlich auf 1213. Es ist aber streitig, ob die Siedlung überhaupt jemals Stadtrechte besessen hat.

1202 nennt sich Graf Adolf I. nach seinem Besitz Adolf von der Mark und grenzt so seine Linie Altena-Mark von den Grafen von Altena-Isenberg ab. In der Folge wird die Burg Mark zum Familiensitz des Grafengeschlechts.

1209 Nach dem Tode Arnolds und dessen ältesten Sohn Eberhard auf dem Albigenserkreuzzug erbt Arnolds dritter Sohn, Graf Friedrich von Altena-Isenberg, Nienbrügge.

1216 Verlegung des Hauptsitzes des Grafschaft von Nienbrügge nach der Isenburg.

1225 Im Streit um Ländereien, Vogteirechte und Erpressungen der Adeligen gegen ihre Untergebenen lässt der Landesherr Graf Friedrich von Altena-Isenberg den Erzbischof von Köln, Engelbert I. von Berg, entführen, um ihn zum Einlenken zu zwingen. Im Eifer des Gefechtes und von Friedrich eher unbeabsichtigt wird Engelberg von den Häschern niedergestreckt und stirbt. Friedrich wird zur Strafe in Köln aufs Rad geflochten und seine Besitzung Nienbrügge durch Adolf I. von der Mark geschleift.

1225/26 Graf Adolf I. von der Mark bietet den heimatlosen Einwohnern an, auf seinem Land zu siedeln. Es ist umstritten, ob der Stadtgründung strategische Interessen zugrunde lagen oder ob es sich um ein rein wirtschaftlich motiviertes Siedlungsunternehmen des Landesherren handelt. Die Landwirtschaft bildete in dieser Zeit die Hauptsicherung der Existenz. Ob zudem die Absicht hinzu kam, die Stadt Hamm als Stützpunkt zur Beherrschung des Nordufers der Lippe und zur Ermöglichung eines Vorstoßes ins Münsterland anzulegen, ist hingegen fraglich.

Im März des Jahres 1226 - urkundlich am Aschermittwoch - wird die Stadt Hamm gegründet. Die als Planstadt angelegte Siedlung stattet Graf Adolf I. von der Mark mit einem möglicherweise für Nienbrügge vorgesehenen Stadtrecht von 1213 aus (streitig - womöglich datiert das erste Stadtrecht von Hamm auch erst auf das Jahr 1279). Die neue Siedlung liegt nur wenige hundert Meter von der alten Stadt Nienbrügge entfernt. Die Reste von Nienbrügge dienen dabei als Baustofflieferant. Da die Stadt Hamm auf der Landspitze zwischen der Ahse und der Lippe an der Einmündung der Ahse entsteht, erhält diese Siedlung den Namen „tom Hamme“ (zum Hamm) bzw. Ham - nach der alten Bezeichnung für ein solches Flurstück, dem Ham. Daraus entwickelt sich im Laufe der Zeit die heutige Schreibweise "Hamm". M. E. Esselen mutmaßt in seinem Buch "Beschreibung und kurze Geschichte des Kreises Hamm", dass der Verlauf der Ahse im Zuge der Stadtgründung künstlich verändert wurde. Grabenartige Vertiefungen in der Nähe von Nienbrügge seien ein deutlicher Hinweis, dass die Ahse zuvor bei Nienbrügge in die Lippe mündete. Ansonsten sei auch kein Grund erkennbar, warum Nienbrügge ausgerechnet an diesem Standort errichtet worden ist.

Graf Adolf I. von der Mark stattet die gleichberechtigten Ansiedler mit einheitlich bemessenen Hausstellen in einem schachbrettartig angeordneten Straßennetz aus. Die Hauptachse wird durch die Trasse einer alten Römerstraße von Xanten nach Lippstadt gebildet. Jede der abgabepflichtigen, sogenannten "Wortstellen" ist etwa 307 m² bzw. 10,30 x 28,90 m groß. Den Baublock bilden zwei Streifen von Hausstellen, deren Giebelhäuser den parallel verlaufenden Straßenzügen zugewandt sind. In der Mitte des Blocks stoßen zwei Parzellen aufeinander. Das Einzelanwesen entspricht in seiner baulichen Gestaltung dem ländlichen Bauernhaustyp mit großer Toreinfahrt. Der Stadtmittelpunkt bleibt für den Marktplatz ausgespart. Ritter und Burgmannen erhalten Grundstücke in Randlagen mit größerem Zuschnitt.

Einsetzen der Münzprägung vor 1235.

1243 Die Jahrzehnte andauernden Erbstreitigkeiten der verschiedenen gräflichen Linien werden zugunsten von Graf Adolf I. von der Mark beigelegt. In der Auseinandersetzung zwischen dem Herzog von Limburg und Graf Adolf I. von der Mark wird ein Friedensvertrag geschlossen, der der Grafschaft Mark ein Gebiet nördlich der Lippe zwischen Geinegge und Heessen zugesteht - die spätere Nordenfeldmark von Hamm. Die Hoheit über den Oberhof in Heessen wird der Linie Isenberg-Limburg zugestanden. In einer Urkunde vom 1. Mai verleiht Graf Adolf I. von der Mark der Stadt Hamm das Recht der Stadtbefestigung. In der Folge wird die Stadt zu einer als uneinnehmbar geltenden Festung ausgebaut. Die Verbindung der beiden Flüsse Lippe und Ahse wird auch im Osten der Stadt durch die Ostblütergräft hergestellt. Dadurch befindet sich die Stadt auf einer strategisch günstig gelegenen Inselposition. Mühlenkomplexe am Norden- und am Westentor bilden weitere Sperren. Doppelwälle und Stadtgraben schaffen zusätzliche Sicherheit. Der Binnenwall wird zunächst mit einer Palisade befestigt, die Stadtburg der Grafen am Nordenwall noch im Verlaufe des 13. Jahrhunderts in den Bau der Stadtbefestigung einbezogen. Die Stadttore werden erst gegen Ende des 18. Jahrhunderts abgebrochen. Im Laufe der Geschichte erhalten sie ihre Namen: Die Ostpforte, so nach Lipstadt führet (v. Steinen) wird später auch Berliner Thor genannt. Dieses wird 1796 auf Abbruch verkauft, wobei das daran befindliche Stadtwappen 1797 in die Fassade des Alten Rathaus eingemauert wird. Die Westpforte (führet nach Camen, Lünen, v. Steinen) heißt später das Klever Tor und wird 1798 abgebrochen, die Südpforte nach Werl nennt man das Kölnische Tor, und die Nordpforte das Münstersche Tor.

1249 Graf Adolf I. von der Mark stirbt am 28. Juni und wird anschließend in der Klosterkirche des Klosters Cappenberg, dessen Vogt er war, beigesetzt.

1251 Graf Engelbert I. von der Mark gibt als Ausgleich für den abgebrochenen Kirchturm, der zur Sicherheit der Burg Mark gekürzt werden musste, der Kirche zu Mark das Gut Schmehausen.

1254 Erste urkundliche Erwähnung der St. Georgskapelle (Vorgängerbau der St. Georgs- bzw. Pauluskirche) in Hamm als Filialkirche der Pankratiuskirche in der Mark.

1258 Eine Altersbestimmung des Westentors datiert es auf das Jahr 1258. Es ist davon auszugehen, dass die Stadtbefestigung spätestens in diesem Jahr fertiggestellt wird.

1263 Bürgermeister, Schöffen und Rat sind nachweisbar.

1268/69 Graf Engelbert I. verleiht Hamm das Münzrecht.

Etwa um 1270 entsteht in der Stadt Hamm das Zisterzienserinnenkloster Marienhof, das 1290 nach Beschwerden aus der Stadt auf das Haus Kentrop vor die Mauern verlegt wird.

1275 Beginn des Baus der St. Georgskirche (heutige Pauluskirche).

1277 Graf Engelbert I. von der Mark stirbt am 17. November als Gefangener auf der Burg Bredevoort bei Bocholt. Ein Jahr später kann sein Sohn nach Belagerung und Eroberung der Burg die sterblichen Überreste in der Stiftskirche von Cappenberg beerdigen lassen.

1278 Ein Großbrand vernichtet mehr als die Hälfte der Häuser.

1279 In einer Urkunde vom 21. März bestätigt Graf Eberhard II. von der Mark der Stadt Hamm die Stadtrechte, die ihr sein Großvater Graf Adolf I. von der Mark verliehen hatte.

1280 genehmigt der Münstersche Bischof Eberhard von Diest die Stiftung des Nordenhospitals in der Nordenfeldmark.

1287 Ein erneuter Stadtbrand vernichtet Teile der Stadt.

1288 Graf Eberhard II. von der Mark schlägt am 5. Juni 1288 den Erzbischof von Köln in der Schlacht bei Worringen vernichtend. Kurköln verliert damit seine territorialen Ansprüche in weiten Teilen Westfalens und im Rheinland. Die Grafschaft Mark kann danach ausgebaut werden.

1288/89 Die Städte der Mark erhalten das volle Befestigungsrecht.

1290 Die Existenz einer Stadtmauer. und der Kirche St. Georg und Laurentius (heutige Pauluskirche) als Nachfolgebau der Georgskapelle ist urkundlich verbrieft. Es gibt ein Gildehaus, womöglich das erste Rathaus.

1296 Bau der St. Agnes-Kapelle. Dies deutet auf einen Ausbau der Stadtburg hin.

Ende des 13. Jahrhunderts wird eine Lateinschule (Schola Latina) gegründet.

1300 Die Bebauung an der Oststraße führt zu neuer Vorstadtbildung.

1307 Erneuter schwerer Stadtbrand.

1308 Graf Eberhard II. von der Mark stirbt und wird in der Stiftskirche des Klosters Fröndenberg beigesetzt, in dem die meisten Grafen dieses Geschlechts bestattet werden.

1319ff. Bau des Westenspitals.

1323 gewinnen Graf Engelbert II. von der Mark und die Hammer Bürger einen Kampf gegen Bischof Ludwig von Münster. Dieser wird vor der Lippebrücke auf der Schweinemersch zurückgeschlagen. Erst nach Zahlung eines hohen Lösegeldes gibt man ihn wieder frei.

1327 Der erste nachgewiesene Mann jüdischen Glaubens wohnt in Hamm.

1328 Graf Engelbert II. von der Mark stirbt. Am 11. August bestätigt sein Sohn und Nachfolger Graf Adolf II. von der Mark urkundlich die Privilegien der Stadt Hamm.

1331 Der Graf erteilt den Bürgern von Hamm das Privileg, nicht vor ein auswärtiges Gericht geladen werden zu dürfen.

1333 Graf Adolf II. heiratet die klevische Erbtochter Margaretha von Kleve.

1337 Die Hammer Stadtkirche St. Georg und Laurentius, die heutige Pauluskirche, wird am 17. April 1337 von der Stammkirche, der Pankratiuskirche in der Mark, abgepfarrt. In dieser Zeit beginnt auch der Bau des Langhauses mit den drei Schiffen sowie des stattlichen Turmmassives. Die Kirche wird in grünem, verhältnismäßig weichem und deshalb Witterungseinflüssen sehr zugänglichen Mergelsandstein (Haarsandstein) errichtet. Neuerlicher großer Stadtbrand (nach anderen Quellen 1338).

1346 Am 14. November bestätigt Graf Engelbert III. von der Mark urkundlich die Privilegien der Stadt Hamm. Urkundlich lässt sich ein bedeutendes Rechtsmittelgericht nachweisen.

1347 Tod des Grafen Adolf II. von der Mark.

1348 Graf Engelbert III. von der Mark verpfändet am 11. September die Aufsicht und Verwaltung der Schulen und der Küsterei zu Hamm an den Rat und die Bürgerschaft der Stadt Hamm. Diese erlangen dadurch die Schulhoheit.

1349 Graf Engelbert III. veranstaltet ein großes Ritterturnier vor dem Ostentor.

1350 wird Hamm von der großen Pest heimgesucht, die nur sieben Familien überlebt haben sollen. Im Zusammenhang mit der Pest steht die erste Judenvertreibung in Hamm. Friedensschluss zwischen der Stadt und Graf Engelbert, die eine schwerwiegende Auseinandersetzung beilegen. In den Folgejahren erhält die Stadt durch ihn eine Vielzahl von Privilegien.

1358 Hamms Bürger erhalten das Privileg, die Rentenlast durch Zahlung des zwölffachen Betrages abzulösen. Sie können sich dadurch weitgehend von den stadtherrlichen Lasten befreien.

1363 Graf Engelbert III. verpfändet gegen Zahlung von 100 Goldmünzen die Fischereiprivilegien in der Ahse an die Stadt.

1368 Adolf III. von der Mark, der Sohn Adolfs II. von der Mark und der Margaretha von Kleve, erwirbt 1368 auch die Grafschaft Kleve. Er verlagert Residenz und Regierungssitz auf die Schwanenburg bei Kleve. 1398 werden das Herzogtum Kleve und die Grafschaft Mark vereinigt, die zuvor zum Niederrheinisch-Westfälischen Reichskreis gehörte. Als Folge der Soester Fehde (1444–1449) gelangt die Stadt Soest (mit weitgehender Selbstverwaltung) mit der Soester Börde unter die Herrschaft des Herzogs von Kleve und Mark und damit in enge Verbindung zur Grafschaft Mark.

1373 Gegen Leihe von 400 Mark erhalten die Bürger Anspruch auf unverzügliches Gericht durch den stadtherrlichen Richter. Zollfreiheit für Warentransport innerhalb der Mark.

1376 Die Stadt kauft von Engelbert für 400 Mark das Recht der freien Ratswahl. Bis dahin war der Rat von den Grafen eingesetzt worden.

1380 Die Hammer Bürger erhalten das Privileg, nur noch in Hamm verklagt werden zu dürfen.

1388 Graf Engelbert III. von der Mark bestätigt am 6. Februar den Bürgern von Hamm urkundlich alle ihnen verliehenen Rechte und Privilegien.

1391 Graf Engelbert III. stirbt und wird in Fröndenberg bestattet. Adolf der III., seit 1369 Graf von Kleve, erbt die Grafschaft Mark von seinem Bruder Engelbert dem III. Seine Residenz bleibt jedoch Kleve, nicht Hamm. Damit ist weder die Burg Mark noch die Stadtburg Hamm länger Hauptsitz der Grafen von der Mark.

1392 Adolf der III. bestätigt die Privilegien der Stadt. Friedensschluss zu Hamm zwischen Adolf von Kleve und Erzbischof Friedrich von Köln.

1393 Adolf der III. tritt die Grafschaft Mark an seinen Sohn Dietrich II. von der Mark ab, der wiederum die Privilegien der Stadt bestätigt.

1394 Tod Adolfs des III. von der Mark und Kleve. Dietrich II. von der Mark tritt in der Grafschaft Mark und Teilen Kleves die Nachfolge an.

1395 Hamm ist etwa 30 Hektar groß. Die Wiesen auf dem die Stadt umgebenden Außengelände werden als Bleichwiesen für den wichtigsten Exportartikel, das Hammer Leinen, verwendet. Dahinter erstreckt sich Garten- und Weideland, zu dessen Schutz 1395 eine Landwehr errichtet wird.

1398 Dietrich II. von der Mark stirbt in einer Fehde und wird in der Stiftskirche zu Hörde bestattet. Durch Erbschaft gelangen beide Grafschaften in den Besitz von Adolf IV. von Kleve-Mark. Vereinigung des Herzogtums Kleve und der Grafschaft Mark. Hamm verliert die Residenz an Kleve.

Schon im 14. Jahrhundert beteiligen sich Hammer Kaufleute am hansischen Fernhandel. Exportiert werden vor allem Leinwand (Hammesche Laken) und Bier (Hamsches Keut). In der Kommunalverfassung der Stadt spielen die Hoven eine bedeutende Rolle. Sie benennen die Kurherren, die an der Wahl der Ratsherren beteiligt sind.

1406 Bau des Antoni-Gasthauses.

Ab 1409 ruht das ortsherrliche Recht, Ratneuwahlen eventuell zu verändern.

1414 Graf Adolf IV. von Kleve benötigt Geld und nimmt das Weinzapfrecht für sich in Anspruch.

1417 Kaiser Sigismund erhebt den Landesherrn Adolf IV. von Kleve und von der Mark während des Konstanzer Konzils in den Stand eines Herzogs von Kleve. Hamm tritt der Hanse bei (nach anderen Quellen datiert der Hansebeitritt erst auf das Jahr 1470 oder 1471). Hamm bleibt bis 1651 Mitglied der Hanse.

1419 Gerhard von Kleve und von der Mark, die in Hamm ansässige märkische Ritterschaft und die Stadt Hamm schließen am 14. März ein Bündnis gegen Herzog Adolf von Kleve. Gerhard von Kleve und von der Mark verspricht der Stadt Hamm die Bestätigung der bisherigen Privilegien, falls er Landesherr werden sollte. Zudem sichert er zu, keinem Juden Aufenthalt zu gewähren und sein Stadtschloss nicht weiter zu befestigen. Bedingt dadurch zweite Judenvertreibung aus Hamm.

1420 Ausbruch der Pest in Westfalen.

1421 Gerhard von Kleve bestätigt Hamms Privilegien. Er soll dies 1427 wiederholen.

1423 Ein weiterer Stadtbrand.

Unter dem Einfluss reicher Kaufleute wird Hamm im 15. Jahrhundert reich und mächtig. 9 Brauereien und 60 Braustellen beliefern vor allem das Münsterland. Die bedeutenden Viehmärkte schaffen die Voraussetzungen für den Bau der Zentralhallen als modernem Ort für den Viehhandel. Die Hammer Kaufleute unterstützen im 40jährigen Bruderkrieg den Grafen Gerhard. Dieser erhebt Ansprüche auf die Mark gegen den Herzog von Kleve. Die Auseinandersetzung endet mit einem Sieg Gerhards. Kaiser Sigismund belehnt Gerhard 1431 mit der Grafschaft Mark. Hamm wird ab 1437 Hauptstadt des Gerhard Graf von der Mark.

1437 Der Graf Gerhard von der Mark zu Hamm residiert auf der Stadtburg Hamm. Während seiner Regierungszeit verleiht er der Stadt eine Reihe von Privilegien.

1442 Stiftung einer Antoniuskapelle auf dem Gelände der Burg Mark.

1444 In den Annalen der Stadt Hamm ist nachzulesen, dass den Bäckern und Brauern das Gewerbemonopol für Bier und Brot erteilt wurde.

1444 - 1449 Soester Fehde. Die Stadt Soest behauptet in der Soester Fehde ihre Freiheit gegen den Erzbischof Dietrich von Köln (1414-1463). Dieser versucht, seine Herrschaft über die Region zu restaurieren. Die Stadt Soest tritt dem am 5. Juni 1444 entgegen, indem sie einen neuen Landesherrn akzeptiert. Es handelt sich um den Herzog von Kleve-Mark, der der Stadt ihre alten Rechte gewährt und ihr einige weitere Privilegien erteilt. Dies führt zu einer fünf Jahre währenden Fehde zwischen dem Erzbischof auf der einen Seite und dem Herzog und Soest auf der anderen Seite. Beide Seiten werden durch eine Reihe von Fürsten und Städten unterstützt. So schlägt sich etwa die Stadt Dortmund auf die Seite der Kölner. Das Söldnerheer des Erzbischofs nimmt einige Städte ein und belagert schließlich erfolglos Lippstadt und Soest. Etwa im April 1449 werden die Kämpfe eingestellt. Soest verbleibt im Herzogtum Kleve-Mark. Hamm schlägt sich in dieser Auseinandersetzung auf die Seite Johann von Kleves. Daraufhin erwirkt der Erzbischof und Kurfürst von Köln 1444 die Reichsacht gegen Hamm. Ein Jahr später wird Hamm die Aberacht und der Bann des Reiches erteilt. Der Erfolg bleibt dennoch aus. Anders als seine Vorgängersiedlung Nienbrügge bleibt Hamm von der Zerstörung verschont. Johann, der älteste Sohn von Kleve und von der Mark, bestätigt der Stadt Hamm die von seinem Onkel Graf Gerhard von Kleve und von der Mark verliehenen Privilegien und Rechte, insbesondere die zur Ratswahl und das Wohnrecht der Juden in Hamm betreffend.

1448 Eine Verordnung tritt in Kraft, nach der niemand außerhalb der Stadt im Amte Hamm das Bäcker-, Brauer-, Schuhmacher-, Schmiede- und Schneiderhandwerk ausüben darf. Die Landbevölkerung muss in der Stadt einkaufen. Diese Verordnung bildet einen wesentlichen Faktor für die wirtschaftliche Blüte der Stadt und bleibt bis ins 19. Jahrhundert in Kraft. Graf Adolf IV. von Kleve und von der Mark stirbt.

1455 Gerhard gründet das Franziskanerkloster Hamm und stellt seine Schlosskapelle (heute St. Agnes) als Klosterkirche zur Verfügung. Ebenso errichtet die Hammer Bürgerschaft zahlreiche soziale Stiftungen.

1461 Gerhard stirbt kinderlos und wird in der Klosterkirche St. Agnes begraben. Er ist der einzige Landesherr, der in der Stadt Hamm seine letzte Ruhe findet. Die Grafschaft fällt wieder an die Herzöge von Kleve zurück. Die Residenz wird endgültig von Hamm weg verlegt. Die Grafschaft Mark und das Herzogtum Kleve sind ab dieser Zeit vereinigt.

1462 Herzog Johann I. von Kleve bestätigt die Privilegien der Stadt.

1482 Tod Herzogs Johann I. von Kleve. Bestätigung der Privilegien durch Herzog Johann II. von Kleve.

1498 Ein Bündnisvertrag mit Münster zeugt von der relativen Unabhängigkeit der Stadt Hamm.

1503 Kaiser Maximilian I. befreit Hamm von allen westfälischen Freigerichten und sonstigen fremden Gerichten.

1507 Klosterkirche St. Agnes wird als Nachfolgerbau der Schlosskapelle begonnen (bis 1521). Burg Mark geht in den Besitz des Richters zu Hamm über.

1515 Einweihung des Neubaus der Klosterkirche St. Agnes.

1521 Herzog Johann II. von Kleve stirbt. Herzog Johann III von Kleve wird neuer Regent der Grafschaft Mark und damit auch von Hamm. Im Folgejahr werden Hamms Privilegien erneut bestätigt.

1531 Ausbruch der Pest in der Stadt.

1533 Der beginnende wirtschaftliche Niedergang der Stadt manifestiert sich in Bürgerkämpfen und wachsendem Einfluss der Ortsherren.

1539 Nach dem Tod Johanns wird Wilhelm von Kleve neuer Regent der Grafschaft und der Stadt. Die unvermeidliche Bestätigung der Stadtprivilegien erfolgt im darauffolgenden Jahr.

1549 Zusammen mit Unna wird Hamm zur hansischen Prinzipalstadt über die kleinen märkischen Hansestädte erhoben.

1553 Erneuter Ausbruch der Pest. Die Reformation erreicht Hamm erst sehr spät. Der Herzog von Kleve wollte sich zunächst nicht entscheiden. Erst Mitte des 16. Jahrhunderts folgt Hamm. Ab dieser Zeit ist die heutige Pauluskirche der Versammlungsort der in Hamm maßgeblichen reformierten Gemeinde. Als die neue lutherische Gemeinde den Calvinisten 1562 Carrell Gallus aus Holland zum Pastor wählt, werden Bilder, Altäre, Schmuck der Hauptkirche St. Georgs und Laurentius (Pauluskirche) von ihm zerschlagen und verbrannt. Die Zerstörung der wertvollen Kunstschätze bedingt die Schlichtheit des heutigen Sakralbaues, der in dieser Zeit in "Reformierte Pfarrkirche" umbenannt wird.

1557 Große Inflation und Hungersnot.

1558 Stadtbrand.

1560 Es dürfen sich wieder Juden in Hamm ansiedeln.

Hamm bleibt von den Aufständen der Bauernkriege weitestgehend verschont. Ein Streit zwischen Bäckern und Leinewebern kostet nach einer Eingabe des Leineweberoberzunftmeisters an den Landesherrn, Herzog Johann von Kleve, Mark und Ravensberg, im Jahr 1570 die Stadt ihre mühsam erworbenen Privilegien. In der Folge beginnt die Selbstständigkeit Hamms zu schwinden und macht Platz für den überall aufkommenden Absolutismus der Landesherren.

1575 Ausbruch der Pest.

1580/81 Erneuter Ausbruch der Pest.

1583 Ein weiterer Ausbruch der Pest.

1587 Der spanische Feldherr und Statthalter in den Niederlanden, Alessandro Farnese, zieht mit einem Heer bis vor die Stadt Hamm. Er sieht von einer Eroberung ab, nachdem die Stadt sich freigekauft hat.

1592 Wilhelm von Kleve stirbt und hinterlässt seinem Sohn Herzog Johann Wilhelm von Kleve die Regentschaft.

1593 Die Erbgenossen sind aus der Stadtverwaltung gedrängt.

1595 Urkunden belegen den schlechten Zustand der Burg Mark.

1598 Als Begleiterscheinung des spanisch-niederländischen Krieges überfallen spanische Marodeure das Kirchspiel Heessen und plündern Dorf und Schloss.

1598/99 Die Pest wütet in Hamm.

Seit dem 16. Jahrhundert gibt es einen Magistrat als geschäftsführendes Organ des Rates. Diesem gehören die Bürgermeister, zwei Kämmerer und zwei Fiscimeister an. Das 16. Jahrhundert bringt einen langsamen wirtschaftlichen Niedergang der Stadt mit sich.

Johann Wilhelm der Wahnsinnige (1592 - 1609) ist der letzte der Herzöge von Kleve, Mark und Ravensberg. Nach seinem Tod stirbt das Geschlecht aus.

1609 gerät Hamm durch Erbfolge unter die Herrschaft Sigismund von Brandenburg. Aus der Mark Brandenburg wird später Preußen hervorgehen. Hamms spätere Zugehörigkeit zu Preußen wird deshalb bereits 1609 begründet.

1614 Der Kurfürst zu Brandenburg ruft niederländische Truppen zu Hilfe Diese besetzen Hamm am 23. September. Die Besatzung endet erst durch den Düsseldorfer Teilungsvertrag vom 21. März 1624. Durch diesen wird die Stadt Hamm dem Kurfürsten von Brandenburg zugesprochen, der sie jedoch im dreißigjährigen Krieg mehrfach an feindliche Invasoren verliert.

1616 Burg Mark wird als Gefängnis benutzt.

1617 Ausbruch der Pest.

1618 Der Dreißigjährige Krieg beginnt.

1619 Ein weiterer Ausbruch der Pest.

1622 Hamms Befestigungsanlagen erweisen sich als hoffnungslos veraltet. Die Stadt muss deshalb im dreißigjährigen Krieg nach nur viertägiger Belagerung durch spanische Artillerie an die Liga, den katholischen Fürstenbund übergeben werden. Die Besatzung durch die Spanier dauert neun Jahre an. Das schwedische Eingreifen wendet das Kriegsglück zugunsten der Protestanten. Auf diese Weise lösen Hessen und schwedische Reiter die Ligasoldaten ab (1633). Schließlich wird Hamm 1636 von kaiserlichen Truppen besetzt. Die Besatzungsanlagen werden von den jeweiligen Besatzern instand gesetzt, die Stadt muss jedoch hohen Tribut entrichten und verarmt.

1635 Ausbruch der Pest (1636 nach anderen Quellen).

1641 Die Hammer wehren einen Angriff der Hessen ab.

1647 Anfertigung des Merianstichs. Der Kupferstich zeigt das Stadtbild von 1647 und ist damit eine der bedeutendsten Quellen bei der Rekonstruktion des historischen Erscheinungsbildes der Stadt.

1648 Mit dem Ende des dreißigjährigen Friedens wird die Zugehörigkeit Hamms zur Mark Brandenburg im Westfälischen Frieden ausdrücklich bestätigt. Hamm wird dadurch brandenburgische (später preußische) Provinzstadt. Da die Erbfolge zwischen den Dynastien der Pfalzgrafen von Neuburg und den Kurfürsten von Brandenburg umstritten ist, dauert die Unsicherheit über die Zugehörigkeit zu Brandenburg bis 1666 an.

1650 Erste Buchdruckerei in Hamm eröffnet.

1651 Die Stadt Hamm ist nicht mehr Mitglied des zerbrechenden Hansebundes - sie wird zu den wenigen Hansetagen, die in dieser Zeit noch stattfinden, nicht mehr eingeladen. Die wirtschaftliche Situation der kriegsgebeutelten Stadt rechtfertigt eine Mitgliedschaft in dem Händlerbündnis nicht mehr. Ebenso wie Hamm ergeht es vielen Städten. Die aus nur noch wenigen Mitgliedern bestehende Hanse zerbricht im Jahre 1669 ganz.

1653 Beschneidung der städtischen Gerichtsbarkeit durch die preußische Administration.

1654 Aufhebung der Hammer Militärgarnison. Die Neugründung geschieht im Folgejahr.

1655 Die preußische Administration lässt das seit 1409 ruhende ortsherrliche Recht aufleben, Ratsneuwahlen eventuell zu verändern.

1657 Hamms Universität, das "Gymnasium Illustre Academicum", nimmt den Lehrbetrieb mit nur drei Professoren auf (für Jurisprudenz, Theologie und Philosophie). Im 17. und frühen 18. Jahrhundert sind zahlreiche Studenten nachweisbar, vor allem aus den Städten der Grafschaft Mark (z. B. Altena, Hagen, Hattingen, Kamen, Lüdenscheid, Lünen, Neuenrade, Plettenberg, Soest, Unna). Im 18. Jahrhundert verengt sich das Einzugsgebiet deutlich. Ein Tiefpunkt der Entwicklung zeichnet sich um die Mitte des Jahrhunderts ab. 1755 waren noch sechs und 1766 gar kein Student mehr immatrikuliert. 1781 wird der Lehrbetrieb eingestellt. Das akademische Gymnasium wird mit der Lateinschule zusammengelegt. Es entsteht ein humanistisches Gymnasium, das heutige Gymnasium Hammonense.

Die Veränderungen, die die preußische Administration in den vergangenen Jahren herbeigeführt hat, führt zu offenem Aufruhr. Hamm wahrt gegenüber Berliner Oberbehörden und Klever Ständen begrenzte Selbstverwaltungsrechte, bis diese 1714-18 endgültig den preußischen Reformen zum Opfer fallen.

Abbruch des alten Berings zugunsten einer Bastionärsanlage der Garnison.

1661 Die Landräte opponieren gegen die Militärpolitik des Kurfürsten von Brandenburg und beantragen, die Garnison aus Hamm weg zu verlagern. Der Kurfürst lehnt die Verlegung der Garnison an einen anderen Standort mit der Begründung ab, Türme, Mauern, Wälle und Tore müssten demoliert werden, diese Verwüstung nütze aber wenig. Dann müsse er sich entschließen, seine Soldaten in andere märkische Städte zu verlegen.

1663 Der Elandt-Plan belegt die Existenz der Stadtmauer. 1666 schreibt ein schweizerischer Student an seine Verwandten in Zürich: "wenn nur unser Hamm, die erste Stadt der Grafschaft Mark, mit Wall und Graben befestigt wäre. Doch wird daran gearbeitet, um sie möglichst bald wieder in Stand zu bringen." Daraus leitet Diederich von Steinen ab, Hamm habe niemals eine Stadtmauer besessen. Diese Aussage wird immer wieder zitiert, um die Existenz der Stadtmauer zu leugnen. Sie erklärt sich jedoch aus der seit dem ausgehenden 17. Jahrhundert erfolgten Anlage einer Bastionärbefestigung für den Garnisonsstandort Hamm. Die bei Steinen ebenfalls genannten Palisaden wurden 1738 errichtet, um Schwarzhandel durch Umgehung der Akzise und Desertationen aus dem Hammschen Infanterieregiment zu verhindern. 1763 - unmittelbar nach dem Ende des Siebenjährigen Krieges - wurde die Stadt entfestigt; die nochmals 1762 ausgebaute Bastionärbefestigung wurde geschleift und an die Bürger zur Anlage von Wallgärten verkauft.

1666 Der Teilungsvertrag von Kleve beendet per Erbvergleich den Streit um das Erbe der Herzöge von Kleve und der Grafen von Mark. Die Grafschaft Mark mit Kleve und Ravensberg, zu der auch die Stadt Hamm gehört, wird - diesmal unanfechtbar - Brandenburg zugeschlagen. Zusammen mit Minden ist dies der älteste brandenburgische Besitz im Westen des Reiches. Dieses Gebiet bildet den Kern der späteren preußischen Provinz Westfalen. Die Provinz Westfalen besteht bis zum Ende des zweiten Weltkriegs und wird nach Besatzungsrecht mit Teilen des Rheinlandes zu dem späteren Bundesland Nordrhein-Westfalen zusammengeführt.

1673 Die brandenburgischen Truppen räumen am 19. Februar die Stadt Hamm. Sie wird am Abend des 20. Februar von französischen Truppen besetzt. Die Besatzung dauert bis zum 14. Juni an. Die Stadt muss in dieser Zeit 87.600 Reichstaler an die Franzosen zahlen.

1679 Neuerliche Besetzung durch französische Truppen zwischen dem 26. Mai und dem 29. Juli.

1695 Stadtbrand im Gebiet des Westentores.

1696 Erneuter Ausbruch der Pest in Hamm.

1699 Bauern aus Münster stehlen in der Nordenfeldmark von Hamm 54 Rinder und verkaufen sie in Ahlen. Der sich entwickelnde Streit zwischen dem Bischof in Münster und der Stadt Hamm wird erst 1704 geschlichtet.

1701 Die Kurfürsten von Brandenburg sind nun die Könige von Preußen. Dadurch gehört die Stadt nunmehr dem Königreich Preußen an.

1718 Der jährlich wechselnde Rat wird durch den ständigen Magistrat ersetzt.

1722 Erscheinen des ersten Gesangbuchs der lutherischen Kirche in der Grafschaft.

1730 zerstört ein Stadtbrand 16 Häuser (nach anderen Quellen über 30).

1734 zerstört ein Großbrand über 200 Häuser. Beginn des Baus der Martin-Luther-Kirche.

1735 Die Klosterbrauerei wird in Hamm ansässig. Für das Jahr 1735 ist Bernhard Caspar Pröpsting urkundlich als Eigentümer verbrieft. Die Frage, ob er der eigentliche Gründer der Brauerei ist oder ob die Brauerei aus einer schon länger bestehenden Braustätte hervorging, kann bis heute nicht beantwortet werden. 1971 wird die bis dahin im Familienbesitz befindliche Brauerei durch die Isenbeck-Brauerei übernommen.

1736 Johann Bernhard Stuniken wird zum Oberbrandmeister für Hamm ernannt.

1738 Errichtung der Palisaden, um Schwarzhandel durch Umgehung der Akzise und Desertationen aus dem Hammschen Infanterieregiment zu verhindern.

1739 Einweihung der Martin-Luther-Kirche.

1740 Friedrich der Große wird preußischer König und damit Hamms oberster Landesherr.

1741 vernichtet ein weiterer Großbrand 346 Häuser und das Alte gotische Rathaus nebst Stadtarchiv. Die Pauluskirche ist eine dreischiffige und fünfjochige Halle mit weitausladendem Querhaus und einem mit einem langen Vorjoch versehenen Chor, der in einem 7/12-Eck schließt. Nach dem großen Brand von 1741 wird beim folgenden Wiederaufbau das Gewölbe des Mittelschiffes nicht mehr in der alten Höhe aufgeführt, so dass der Hallencharakter des Baus stärker betont wird.

1743 Die Stadt erhält eine Brandordnung.

1748 Bau des Stunikenhauses.

1753 Gründung des Kreises Hamm. Eines von sechs Landgerichten für die Grafschaft Mark wird in Hamm eröffnet. Der Neubau des Turms der Pauluskirche wird vollendet.

1756 Friedrich der Große beginnt den Siebenjährigen Krieg. Wiedereinweihung des Turms der Pauluskirche.

1760 Quellen belegen, dass die einstigen Stadtmauern verfallen sind und Hamm durch Wälle, Palisaden und Graben befestigt ist.

1761 - 1762 Französische Truppen belagern Hamm. Das Bombardement der Artillerie zerstört mehrere Häuser. 1762 Ausbau der Bastionärsbefestigung.

1763 Der Friede von Hubertusburg beendet den siebenjährigen Krieg. König Friedrich ernennt Karl Friedrich von Wolffersdorff zum Kommandanten des Hammschen Regimentes, der bald als Despot verschrieen ist. Entfestigung der Stadt. Schleifung der im Vorjahr ausgebauten Bastionärsbefestigung.

1764 lässt General Karl Friedrich von Wolffersdorff die Ostenallee anlegen.

1769 Begründung der Biermarke Isenbeck.

1772 Wolffersdorff lässt die letzten Überreste der Burg Mark abbrechen und als Baumaterial für eine Kaserne verwenden.

1781 Karl Friedrich von Wolffersdorff stirbt.

1784 Tod von Johann Bernhard Stuniken.

1787 richtet die preußische Verwaltung eine Kriegs- und Domänenkammer als Oberbehörde für die Grafschaft Mark in Hamm ein (Märkische Kriegs- und Domänenkammer). 1793 wird Karl Freiherr vom Stein zu einem ihrer Präsidenten ernannt. Während der Zugehörigkeit zum Großherzogtum Berg wird die nach französischem Vorbild umgestaltete Oberbehörde für das neu geschaffene Ruhrdepartement im November 1808 nach Dortmund verlegt.

1791 Grünmdung der freimaurerischen Johannisloge Zum hellen Licht.

1792 wird Hamm Sitz der Exilregierung der beiden Königsbrüder Ludwig XVIII. und des späteren Karl X. von Frankreich. Die beiden folgten einer Einladung Friedrich Wilhelms II. und verbringen mehrere Monate in Hamm. Sie residieren im Nassauer Hof, an dessen Stelle sich heute das Marienhospital befindet.

1795/96: Einrichtung eines "weiblichen Erziehungsinstituts" mit angeschlossener "Pensions-Anstalt" als Vorläuferin des Beisenkamp-Gymnasiums. 1866 Umwandlung in die Evangelische Höhere Töchterschule. 1875 Überführung in die Städtische Höhere Töchterschule. 1895/96 Überleitung in die Höhere Mädchenschule. 1948 Ein einzelner Junge wird an die Schule aufgenommen. 1970 Umbenennung in Beisenkamp-Gymnasium. 1973 Zulassung männlicher Schüler.

1796 - 1798 Abbruch der Stadttore.

Im 18. Jahrhundert nennt man den ersten Bürgermeister „ratender Bürgermeister“, sein Kollege heißt „zweiter Bürgermeister“. Es sind eine katholische, eine lutherische und eine reformierte Elementarschule nachgewiesen.

1800 wird der Ostenfriedhof an der Ostenallee als Gemeinschaftsfriedhof aller Glaubensgemeinschaften eröffnet. Dies ist aus hygienischen Erwägungen nötig geworden, um die Friedhöfe innerhalb des Altstadtbezirkes zu ersetzen.

1802 Große Inflation und Hungersnot.

1803 Die Fundamente der Burg Mark werden herausgebrochen. Die Zerstörungen sind so nachhaltig, dass spätere archäologische Untersuchungen kaum noch Funde ergeben.

1806 Besetzung der Stadt durch Napoleonische Truppen am 23. Oktober. Das seit dieser Zeit französisch besetzte Hamm wird im Januar 1808 zusammen mit der Grafschaft Mark dem neuen Großherzogtum Berg einverleibt, welchem Joachim Murat, Schwager Napoleon I., als Herrscher vorsteht. Hamm dient dabei als Sitz eines Kantons innerhalb des Arrondissements Hamm im Ruhrdepartement. Auflösung des Klosters Kentrop im Zuge der Säkularisierung.

1807 Friede von Tilsit. Das im Vorjahr bei Jena vernichtend von Napoleon geschlagene Preußen muss alle Besitzungen westlich der Elbe abtreten.

Durch die französische Herrschaft erfährt die Stadtverwaltung vielfältige Veränderungen. Dem Maire (Bürgermeister) stehen zwei Beigeordnete zur Seite, die von den ebenfalls ernannten Mitgliedern des Munizipalrates beraten werden. Auch nach der Wiedereingliederung in das Königreich Preußen bleibt dieser Zustand erhalten. Allerdings wird der Munizipalrat in Gemeinderat umbenannt. Seine Mitglieder werden aber auch weiterhin in der Regel auf Lebenszeit ernannt. Erst mit der Einführung der Revidierten Städteordnung finden in Hamm 1835 Wahlen zum Gemeinderat statt. Seit dieser Zeit gibt es wieder einen Magistrat mit einem Bürgermeister. Bei der Einführung der Magistratsordnung in der preußischen Provinz Westfalen 1855 wird der Gemeinderat in Stadtverordnetenversammlung umbenannt. Diese wird bis 1918 nach dem Dreiklassenwahlrecht gewählt. 1919 bis 1933 bleibt die Magistratsordnung im Grundsatz erhalten, die Mitglieder der Stadtverordnetenversammlung werden nun aber nach dem allgemeinen, gleichen und geheimen Wahlrecht gewählt. Nachdem im Juli 1945 mit der Bürgerrat die Rückkehr zur parlamentarischen Demokratie eingeleitet wird, fungiert nun der Stadtrat als höchstes kommunales Beschlussgremium.

1809 nimmt Napoleons vierjähriger Neffe Napoléon Louis Bonaparte unter kaiserlicher Vormundschaft und Regentschaft den Titel des Großherzogs von Kleve und Berg an. Er ist der älteste lebende Sohn des Königs von Holland und Bruder Napoleons III. Für wenige Tage, vom 1. bis zum 13. Juli 1810, ist das Großherzogtum Berg in Personalunion mit dem Königreich Holland verbunden, weil in dieser kurzen Zeit der Großherzog von Berg auch König von Holland ist.

Ab 1813 gehört die Stadt zum preußischen Zivilgouvernement zwischen Weser und Rhein.

1814 Auflösung des Franziskanerinnenklosters Marienhof in Rhynern. Die von Napoleon nach Paris verbrachte Quadriga des Brandenburger Tores in Berlin wird auf ihrer Rückführung am 15. Mai für eine Nacht am Marktplatz in Hamm aufgestellt.

Ab 1815 ist Hamm endgültig preußisch. Die Stadt wird Sitz eines Kreises innerhalb des Regierungsbezirks Arnsberg der Provinz Westfalen. Auch die meisten der heutigen Hammer Stadtteile gehören zur Grafschaft Mark und werden 1815 der preußischen Provinz Westfalen zugeordnet. Lediglich Bockum-Hövel und Heessen gehören bis 1803 zum Fürstbistum Münster. 1806 werden auch diese Orte dem Großherzogtum Berg angegliedert, 1813 dem preußischen Zivilgouvernement zwischen Weser und Rhein und 1815 der Provinz Westfalen.

1816 Die Bezirksregierung - Nachfolgebehörde der Kriegs- und Domänenkammer - wird nach Arnsberg verlegt. Große Inflation und Hungersnot.

1817 wird Hamm Sitz eines preußischen Landratsamtes (Kreis Hamm).

1820 wird das damalige „Appellationsgericht“ (heute Oberlandesgericht Hamm) als Ersatz für die nach Arnsberg verlegte Preußische Hauptverwaltung Südwestfalens von Kleve nach Hamm verlegt. In der Zeit von 1882 bis 1900 wirkt der vormalige preußische Kultusminister Adalbert Falk als Oberlandesgerichtspräsident in Hamm. Beginn der Schiffbarmachung der Lippe. Diese ist bis 1826 erreicht und wird 1830 bis Lippstadt weitergeführt.

1821 Der Zusammenschluss der reformierten und der lutherischen Gemeinde führt zur Umbenennung der heutigen Pauluskirche in "Große Kirche".

1822 Heinrich Jakob Grote aus Wesel gründet den Vorläufer des Westfälischen Anzeigers, das Kreis Hammsche Wochenblatt. Von 1825 bis 1850 erscheint die Zeitung unter dem Titel "Wochenblatt für die Stadt und den Kreis Hamm". Am 9. Dezember 1850 wird erstmals der Name "Westfälischer Anzeiger" verwendet. Anfertigung der Urkatasterkarte, einer wichtigen Quelle für das historische Stadtbild von Hamm.

1824 Aufhebung des Franziskanerklosters in Hamm.

1826 Inbetriebnahme der Lippeschleuse. Eine zweite wird 1856 errichtet.

1829 Letzte öffentliche Hinrichtung auf dem Galgenknapp (heutiger Karlsplatz).

1830 Die Kartoffelernte verdirbt. Hungernot in 1831.

Im Jahre 1836 wird in Hamm die revidierte Städteordnung eingeführt. Mit Wirkung vom 1. April 1901 scheidet Hamm aus dem Kreis Hamm aus und wird kreisfreie Stadt. Die Stadt bleibt zunächst Sitz des Kreises Hamm, der jedoch 1929 seinen Sitz nach Unna verlegt und infolgedessen 1930 in Kreis Unna umbenannt wird.

1837 Karl von Bodelschwingh wird zum Landrat ernannt.

1839 Gründung des "Vereins für Pferde-Dressur zum Dienste der Landwehr-Cavallerie im Regierungsbezirk Arnsberg". Seit diesem Jahr findet der heute noch in den Zentralhallen abgehaltene Pferdemarkt statt.

1840 Lebhaftes Vorstadtwachstum nach Osten, Süden und Südwesten.

1845 Ernst von Vincke wird Landrat im Kreis Hamm. Er stirbt 1856.

1845 - 47 Die Roggenernte verdirbt und führt zu Inflation und Hungernot.

Die industrielle Revolution ist in Hamm zunächst durch die Schwerpunkte Brauerei, Bäckerei und Gastwirtschaft geprägt. So entstehen neben privaten Braustätten die Brauereien Pröpsting (vor 1735), Asbeck (1757) und Isenbeck (1769).

Die erste industrielle Anlage entsteht 1810 mit dem Walzwerk des Wilhelm Hobrecker, das außerhalb der Stadt errichtet wird. Das größte Hemmnis bei der Wirtschaftsentwicklung ist die fehlende Verbindung durch ausgebaute Straßen mit dem benachbarten, nicht-preußischen Umland. Daher baut man ab 1817 die Straßen nach Münster (1817-35), Werl (1826-27), Pelkum (1833) und Wiedenbrück (1844-45) zu Landstraßen aus. Weitere Etappen beim Ausbau der Infrastruktur sind die Schiffbarmachung der Lippe (1819-26) und der Anschluss an die über Hamm verlaufende Stammstrecke der Köln-Mindener Eisenbahn-Gesellschaft (1847). Diese umfangreichen Baumaßnahmen schaffen zahlreiche Arbeitsplätze, die eine erste Zuwanderungswelle auslösen.

1847 wird die erste durch Hamm führende Eisenbahnstrecke von Köln nach Minden eröffnet. Schon ein Jahr später folgt die Bahn Hamm-Münster. Der Hammer Bahnhof ist der erste Eisenbahnknotenpunkt in Deutschland.

Das Revolutionsjahr 1848 geht auch an Hamm nicht spurlos vorbei, obwohl „namentlich in Hamm“, wo ein „biederer, braver Sinn“ vorherrscht, die Truppen auf dem Weg nach Iserlohn mit großem Jubel empfangen werden. Franz Schwenniger, ein am 26. Februar 1822 geborener Essener Geometer, der in Sachsen gearbeitet hatte und mehrfach eingekerkert worden war, vertritt die „Handwerker- und Arbeiterverbrüderung“ zu Hamm - diese hat über 300 Mitglieder - und nimmt vom 23. August bis 3. September 1848 am Berliner Arbeiterkongress teil. Am Demokratenkongress in Frankfurt sind als Hammer Vertreter Kapp und Weydemeyer beteiligt.

Nach 1849 werden die Arbeitervereine verboten. Ihre Mitglieder finden sich z. T. in Arbeitergesangsvereinen wieder. Doch werden diese im darauffolgenden Jahr verboten. Einflussreiche Männer wie Christian Esselle, der den Frankfurter Arbeiterverein organisiert hatte, werden ausgewiesen. Friedrich Kapp, in Hamm als Referendar am Oberlandesgericht Hamm tätig, wandert in die USA aus und kehrt 1871 als Politiker und Historiker zurück. Joseph Weydemeyer, Geometer der Köln-Mindener Eisenbahn-Gesellschaft, zieht nach Darmstadt, wo er die Neue Deutsche Zeitung herausgibt. Er verbringt die Zeit von 1851 bis zu seinem Tod 1866 in St. Louis.

Gleichzeitig trifft die Stadt eine schwere Cholera-Epidemie, die 140 der rund 7.000 Einwohner das Leben kostet. Die Übertragung über die Brunnen, aus denen sich die Bevölkerung mit Trinkwasser versorgt, wird erst ab 1887 durch eine öffentliche Trinkwasserversorgung unterbunden.

1853 Letzte Hinrichtung in Hamm.

In den folgenden Jahren beginnt in Hamm eine sprunghafte Industrialisierung. So entstehen 1856 die Drahtwerke Hobrecker-Witte-Herbers - wie im Jahr zuvor das Eisendrahtwerk Cosack & Co., das 1890 als Union mit Phönix Ruhrort verschmilzt und in die Vereinigten Stahlwerke eingeht. 1858 entsteht die Gaswerk AG, 1864 eine Ziegelei. Auch diese Welle wird von Konkursen begleitet, wie Vogt und Raub: Blaustein und Salzburger Vitriol im Jahr 1852, oder Jakob Kaufmann mit seinen landwirtschaftlichen Maschinen, das nur von 1854 bis 1857 besteht.

Ein erheblicher Teil der zugewanderten, unter schwierigen Bedingungen lebenden Arbeiter stammt aus katholischen Gebieten. Daher wächst der Anteil der Katholiken an der Bevölkerung von 1.948 im Jahr 1818 auf 3.646 im Jahr 1849 bei 2.688 bzw. 3.607 evangelischen Einwohnern. 1871 kommen auf 7.160 Evangelische bereits 9.585 Katholiken. So stiftet der Drahtindustrielle Josef Cosack 1865 eine Kapelle zu Ehren des Arbeiterheiligen Joseph. Im selben Jahr vermeldet der Sozialdemokrat die Gründung einer „neuen Gemeinde“ in Hamm.

1867 Gründung des heutigen Märkischen Gymnasiums. Ernst von Bodelschwingh wird zum Landrat ernannt. Er stirbt 1881.

Im Gründungsfieber zwischen Reichsgründung und Wiener Börsenkrach (1873) entstehen auch in Hamm neue Werke. Bei Freiske, südlich von Unna, wird nach Kohle gesucht. Obwohl dieser wichtige Rohstoff dort im Jahre 1874 Kohle auch gefunden wird, bleibt die Stadt Hamm von der Wirtschaftskrise der folgenden Jahre unberührt. Die Westfälische Union, die 1872 etwa 700 Belegschaftsmitglieder hat, bleibt ungeachtet der Konkurrenz der größte Arbeitgeber der Region.

1876 wird bei Probebohrungen zwar noch keine Kohle gefunden, dafür jedoch die Solequelle in Werries. Der Zechenbaron Friedrich Grillo erwirbt die Sole für 100.000 Mark und leitet sie mit einer 24 km langen Leitung durch Hamm nach Unna-Königsborn. Die Hammer erwirken einen Anschluss an diese Leitung und errichten so 1883 nach Bau des Badehauses und des Kurhauses "Bad Hamm".

Mit dem Verbot des Allgemeinen Deutschen Arbeitervereins (1874) und der SPD (1878) verkünden die Direktionen von WDI und WU, allen Sozialdemokraten kündigen zu wollen. Oberstaatsanwalt Irgahn ist der Hauptzuständige für die Verfolgung der „vaterlandslosen Gesellen“. Als die SPD zu den Reichstagswahlen von 1890 wieder zugelassen wird, erhält sie im Wahlkreis Hamm-Soest nur 377 Stimmen, das sind umgerechnet 1,7 %. In Hamm beherrschen Zentrum und Nationalliberale die Politik. In den Betrieben gaben die christlichen Gewerkschaften den Ton an. Dennoch gehen im Mai 1889 auch Beschäftigte der Drahtbetriebe in Hamm auf die Straße, um die Wiedereinführung des Achtstundentages zu erreichen. Sie wehren sich gegen das Zwölf-Stunden-Schichtsystem und gegen die Tatsache, dass selbst die Sonntagsruhe nur von 6 bis 18 Uhr gilt. Außerdem weigern sie sich, das für die Arbeit notwendige Öl selbst zu kaufen. Dieses ist in der Stadt 20% billiger zu haben als im Betrieb, die Arbeiter sind jedoch verpflichtet, es beim Betrieb abzunehmen. Am 14. Mai kommt es in der Bahnhofsgegend zu schweren Zusammenstößen zwischen 60 bis 70 Feinziehern und der Polizei. Bei der Reichstagswahl von 1893 erhält die SPD bereits 7% der Stimmen, 1903 sogar 19%. Bis 1896 sind Buchdrucker, Maschinisten, Metallarbeiter, Maschinenbauer und Heizer in freien Gewerkschaften organisiert. 1905 stellen sie nach einem Bericht des Bürgermeisters Matthaei 817 Mitglieder in 15 Gewerkschaften. Die größte Gewerkschaft ist aber der Katholische Arbeiterverein mit 1.500 Mitgliedern. Insgesamt sind 4.200 Mitglieder in 28 Gewerken organisiert.

1882 Walter von Vincke wird zum Landrat im Kreis Hamm ernannt.

1884 Auflösung der Garnison. Gründung des Städtischen Musikvereins.

1885 entdeckt der Fabrikbesitzer Hundhausen bei dem Versuch, einen Brunnen auf seinem Grundstück in der Bismarckstraße anzulegen, reichhaltige Kohlevorkommen. Daraufhin entstehen die vier großen Zechenanlagen.

1886 Die ersten Sammlungen des Gustav-Lübcke-Museums entstehen.

1890 wird die Stadt vom schlimmsten Hochwasser ihrer Geschichte heimgesucht. Der Bau des Oberlandesgerichts, des heutigen Rathauses, wird dadurch bedingt an eine höhere Stelle verlegt.

1891 Die Georgskirche (heutige Pauluskirche) wird mit dem härteren, grauen Rüthener Sandstein verblendet.

1891/92 Bau der Kanalisation.

1892 Der Bürgermeister wird von nun an Oberbürgermeister genannt.

1892 - 1894 Renovierungsarbeiten an der heutigen Pauluskirche führen zu baulichen Veränderungen.

1895 Gründung der Volksbibliothek, der Vorläuferin der heutigen Stadtbibliothek.

1898 wird die erste Straßenbahn in Betrieb genommen.

1901 Durch die im Hamm stürmisch einsetzende Industrialisierung übersteigt die Einwohnerzahl gegen Ende des 19. Jahrhunderts erstmals die Marke von 30.000 Einwohnern. Daraufhin wird Hamm die Kreisfreiheit zugesprochen. Die Zeche de Wendel wird eröffnet und später in Heinrich Robert umbenannt.

1902 Gründung der Städtischen Oberrealschule als Vorgängerin des heutigen Freiherr-vom-Stein-Gymnasiums.

1903 Eröffnng der Zeche Maximilian.

1905 Eröffnung der Zeche Radbod.

1908 Das Grubenunglück auf der Zeche Radbod ist mit 348 Toten eines der schwersten des deutschen Steinkohlebergbaus. Bau der Kokerei auf der Zeche De Wendel.

Von 1911 bis 1913 wird unter dem Stadtbaurat Otto Krafft die Ahse aus der Innenstadt nach Osten verlegt. Dies ermöglicht den Bau des Datteln-Hamm-Kanals (Fertigstellung 1914) und gibt der Stadtentwicklung einen neuen Schub. Im Zuge dieser Baumaßnahmen entstehen auch die Ringanlagen.

1912 Eröffnung der Zeche Sachsen. Die Pauluskirche erhält ihren heutigen Namen.

1914 Inbetriebnahme des Hafens.

Der erste Weltkrieg (1914 - 1918) hemmt die Entfaltung der Stadt.

Im August 1914 stellt die Zeche Maximilian ihre Förderung ein. Schon im Februar dringt Wasser aus dem Deckgebirge in die Grube ein, das salzig und kohlensäurehaltig ist und zu einem raschen Verschleiß der untertage eingesetzten Maschinen führt. Außerdem verzögert sich durch die teilweise Sperrung des Eisenbahn-Güterverkehrs auf Grund des Ersten Weltkrieges die Lieferung von Ersatzteilen für die eingesetzten Pumpen, so dass die Zeche "absäuft", d. h. das Wasser die erste Sohle erreicht und schließlich sogar Übertage ausläuft. Der systematische Kohleabbau auf der Zeche Maximilian dauert insgesamt weniger als zwei Jahre.

1916 Stadtbaurat Otto Krafft stirbt.

1918 Nach der Besetzung der Bahnhofskommandantur am 9. November 1918 bildet sich ein Arbeiter- und Soldatenrat, der durch die preußischen Kommunalwahlen vom 2. März 1919 ins politische Abseits verbannt wird. Insgesamt behauptet das Zentrum bei den Kommunalwahlen in der Zeit der Weimarer Republik seine Position als führende Partei in Hamm. Erst in den schon unfreien Märzwahlen 1933 wird es durch die NSDAP überflügelt. Im Dezember 1918 Stilllegung des Gaswerks. Die Zeche Radbod übernimmt ab 1920 die Gasversorgung der Stadt.

1920 Ausgelöst durch den Kapp-Putsch liefert sich die aus Bergleuten bestehende "Rote Armee" eine Schlacht mit der Reichswehr mit Toten und Verwundeten. Eine Eisenbahnbrücke explodiert. Drei Führer der unteregenen Bergleute werden standrechtlich erschossen.

1923 Der erste Reichspräsident Friedrich Ebert besucht Hamm. Dieses ist während der Ruhrbesetzung durch die Franzosen Exil für vertriebene Behörden, etwa die Reichsbahndirektion, die glaubt, von hier aus Sabotage und passiven Widerstand besser steuern zu können. Nach dem Ersten Weltkrieg wird die Personenbeförderung der Straßenbahn Hamm aufgrund der Inflation zwischen 1923 und 1925 eingestellt. In den Jahren 1924 und 1925 befördert die Bahn von der Zeche De Wendel Haldenmaterial zum heutigen Otto-Kraft-Platz. Dort wird ein ehemaliges Überschwemmungsgebiet der 1913 verlegten Ahse aufgefüllt. Beginn der Bauarbeiten an "Schacht Franz" der Zeche De Wendel, der als selbstständiger Förderstandort geplant ist. 1928 nimmt der Schacht die Förderung auf. 1932 wird diese im Rahmen der Weltwirtschaftskrise für zwei Jahre eingesellt. 1937 Umwandlung der Zeche De Wendel in eine neue Gesellschaftsform. Sie erhält den Namen "Heinrich Robert".

1924 Gründung der Heessener Waldbühne. Inbetriebnahme des Hauptpostamts an der Bahnhofsstraße.

1925 Die erste Buslinie der Stadt (zwischen Bahnhof und Herringen) wird in Betrieb genommen.

1932 Letzte Paketzustellung per Pferdewagen. Die geplante Schließung der Zeche Sachsen kann durch massive Proteste aus den Reihen der Werksleitung, der Belegschaft und der Gemeinde Heessen abgewendet werden.

Die Massenarbeitslosigkeit betrifft viele Hammer Bürgerinnen und Bürger. Armut wird zum Problem. Die NSDAP nutzt diese Situation aus und verspricht in ihrem Wahlprogramm Besserung der Situation. Bei den Reichstagswahlen im März 1933 gewinnt die NSDAP in Hamm mit "nur" 38,06 % der Stimmen, während in Norddinker 82 % und in Uentrop 77 % der Bürger den Nationalsozialisten ihre Stimme gaben. In den Monaten und Jahren nach Adolf Hitlers Ernennung zum Reichskanzler werden mehrfach Razzien im Hammer Stadtgebiet durchgeführt. Opfer sind u. a. Sozialdemokraten und Kommunisten. Es kommt auch zu ersten Übergriffen auf die jüdische Bevölkerung. Mit dem preußischen Gemeindeverfassungsgesetz vom 15. Dezember 1933 und der Deutschen Gemeindeverordnung vom 30. Januar 1935 wird auch in Hamm die Gleichschaltung von Stadtverwaltung und Stadtvertretung abgeschlossen.

Im Jahre 1933 wird der Tierpark Hamm eröffnet.

In der Pogromnacht am 9. November 1938 wird die Hammer Synagoge verwüstet und muss später von den Juden selbst abgerissen werden. Die jüdische Gemeinde wird deportiert, sofern sie sich nicht durch Flucht ins Ausland in Sicherheit bringen kann.

1938 Hamm wird durch die Autobahn Oberhausen-Hannover (A2) für den Kraftfahrzeugverkehr erschlossen.

1939 wird das Dorf Mark nach Hamm eingemeindet. Ausbruch des zweiten Weltkrieges.

1939/40 Renovierungsarbeiten an der heutigen Pauluskirche führen zu baulichen Veränderungen.

Anfang Juni 1940 fallen nachts die ersten Bomben auf den Raum Hamm. Sie werden als Vergeltung für deutsche Bombenangriffe auf die Zivilbevölkerung englischer Industriestädte von britischen Bombern abgeworfen. Ein weiterer Angriff folgt am 8. September kurz vor Mitternacht. Zwei Bomben treffen die Liebfrauenkirche und richten schwere Schäden an. Die Tatsache, dass dies das erste Gotteshaus in Deutschland war, das ein Opfer der Bomben wurde, nutzt Goebbels propagandistisch aus.

1940 Errichtung des ersten der späteren elf Hochbunker. Gründung der Städtischen Musikschule. Diese gehört heute zu den größten und bedeutendsten in Deutschland.

1943 beginnen die Alliierten mit Flächenbombardements. Bei einem schweren Angriff am 4. März 1943, der vor allem der Westfälischen Union gilt, sind 154 Todesopfer zu beklagen. Stilllegung der Zeche Maximilian.

Zeitweise sind mehrere Tausend Zwangsarbeiter und Kriegsgefangene in eigens dafür eingerichteten Lagern untergebracht. Sie arbeiten zum größten Teil auf den umliegenden Zechen.

1944 Grubenunglück auf der Zeche Sachsen mit 169 Toten. Am 22. April erfolgt der erste Großangriff auf das gesamte Stadtgebiet und die nähere Umgebung. Unter Einsatz von 750 Bombern und einigen hundert Jagdflugzeugen werden 8000 Spreng- und 3500 Brandbomben abgeworfen. Die Stadt liegt in Trümmern. Etwa 240 Gebäude sind vollkommen zerstört, weitere 350 schwer beschädigt. Der Verschiebebahnhof, der Güterbahnhof sowie Wohnviertel im südlichen und westlichen Stadtgebiet sind besonders schwer getroffen. Mit weit über 200 Todesopfern fordert dieser Angriff die meisten Menschenleben, die je einem Luftangriff auf die Stadt Hamm während des Krieges zum Opfer fielen. Am 31. Mai 1944 fordert ein weiterer Luftangriff, bei dem eine Bombe das sogenannte "Russenlager" trifft, weitere 200 Todesopfer (vorrangig Zwangsarbeiter und Kriegsgefangene). Im Herbst des Jahres 1944 folgen drei große Angriffsserien auf die Stadt und die Umgebung, die ebenfalls schwere Schäden verursachten. Ein Auzug aus der amtlichen landrätlichen Beschreibung der Stadt- und Landkreise im Regierungsbezirk Arnsberg vom Februar 1944 benennt Hamm als "Luftschutzort erster Ordnung und war zu Anfang des Krieges wegen seiner Verkehrsbedeutung die am häufigsten angegriffene Stadt des Industriegebietes". Die strategische Bedeutung des Raumes Hamm ist nicht nur auf seinen Rangierbahnhof und den Kanal zurückzuführen, sondern auch auf die vier Kasernenanlagen und die vormals für die Wirtschaft der Stadt so wichtigen Drahtwerke, die jetzt wichtige Kriegsgüter herstellen. Die Luftangriffe führen im Dezember 1944 zur völligen Vernichtung des Stadtarchivs. Die Städtische Musikschule stellt kriegsbedingt den Lehrbetrieb ein.

1945 Die von schweren Kriegszerstörungen gezeichnete Stadt Hamm wird am 6. April 1945 nach einzelnen Hinhaltegefechten von US-Truppen eingenommen und besetzt. Für die Stadt ist damit der Krieg beendet. Die jüdische Gemeinde in Hamm existiert nicht mehr. Später schließen sich einzelne jüdische Menschen aus Hamm der jüdischen Kultusgemeinde Groß-Dortmund an.

Im Zweiten Weltkrieg werden in Hamm 1.029 Personen getötet, davon 233 Internierte und Kriegsgefangene. Aufgrund seiner Zentralität ist Hamm - nach Dortmund - die am stärksten zerstörte Stadt des westfälischen Ruhrgebiets. Bei 55 Luftangriffen werden mehr als 60 % der Stadt zerstört. Die Hochbunker überstehen die massiven Bombenangriffe und sind heute noch Bestandteil des Stadtbildes.

Beim Wiederaufbau nach dem Krieg werden lediglich die drei alten Kirchen in der Stadt im früheren Stil wieder errichtet. Die anderen Neubauten erfolgen überwiegend im modernen Stil; die Bedürfnisse des Autoverkehrs spielen bei der Stadtplanung eine große Rolle.

1948 Die Städtische Musikschule nimmt den Lehrbetrieb wieder auf. Eröffnung der Kinos "Kristallpalast" und "Atrium".

1949 Der Schauspieler Hans Albers gastiert mit dem Schauspiel Liliom im Kurhaus von Hamm.

1951 Einweihung der Adolph-Brühl-Kampfbahn. Wiedereröffnung des Tierparks.

1953 Wiedereinweihung der Agneskirche.

1954 Wiedereinweihung der im Krieg stark beschädigten Pauluskirche.

1956 Einführung des KFZ-Zeichens "HAM" für Hamm. Bockum-Hövel erhält das Stadtrecht. Eröffnung des Flugplatzes Hamm-Lippewiesen.

1959 wird für das Oberlandesgericht das erste Hochhaus errichtet. In der Folge kauft die Stadt den Altbau aus dem Jahre 1894 und besitzt seitdem wieder ein historisches Rathaus in der Stadtmitte. Die erste Ampelanlage am Westentor geht in Betrieb.

Nach dem Versiegen der Solequelle wird das traditionelle Bad Hamm im Jahr 1960 aufgegeben. Auf dem Standort des alten Bades befindet sich heute die Klinik für manuelle Therapie. Mit dem Bau des neuen Kurhauses und der Errichtung des Freizeitbades Maximare knüpft Hamm an die Zeiten von Bad Hamm an.

1961 Der Straßenbahnverkehr der Straßenbahn Hamm wird endgültig eingestellt.

1962 Der Turm der Pauluskirche wird in seiner heutigen Form fertiggestellt.

1968 wird Hamm im Zuge der erste kommunalen Neuordnung um Berge und Westtünnen erweitert. Gründung des Galilei-Gymnasiums.

1969 Die Zeche Heinrich Robert schließt sich der Ruhrkohle-AG an.

Zwischen 1971 und 1974 entsteht der Selbachpark in Pelkum in Anlehnung an die Revierparks des Ruhrgebietes.

1972 Die Fußgängerzone wird in Betrieb genommen.

1975 wird Hamm durch die zweite kommunale Neuordnung um Bockum-Hövel, Heessen, Pelkum, Rhynern und Uentrop erweitert. Vgl auch Münster/Hamm-Gesetz. Am 12. Juli Eröffnung des Selbachparks.

1976 Die Zeche Sachsen in Heessen wird stillgelegt. Dies sorgt für Arbeitslosigkeit. 750-Jahr-Feier der Stadt.

1977 Die Versorgung der Stadt mit Elektrizität, Wasser, Gas und Öffentlichem Personennahverkehr wird in einem Unternehmen vereint, den Stadtwerken Hamm. Diese geben das Jahr 1858, in dem das erste Gaswerk eröffnet wurde, als ihr Gründungsjahr an.

1979 Die Fördertürme der Zeche Sachsen werden gesprengt.

1981 Eröffnung des Naturkundemuseums auf dem Gelände des Tierparks.

1983 Bau des Thorium-Hochtemperaturreaktors (Kernkraftwerk THTR-300) in Hamm-Uentrop.

Im Jahre 1984 findet in Hamm die erste Landesgartenschau Nordrhein-Westfalens statt. Der auf dem Gelände der ehemaligen Zeche Maximilian errichtete Maximilianpark gehört noch heute zu den größten Freizeit- und Erholungsanlagen der Stadt. Der eigens zu diesem Zweck errichtete riesige Glaselefant ist heute neben der Pauluskirche das Wahrzeichen der Stadt.

1985 Inbetriebnahme der Müllverbrennungsanlage.

1986 Die Friedensschule nimmt den Lehrbetrieb auf. Die Masannek-Affäre erschüttert die Stadt. Die beiden Doktortitel des Dezernenten für Wirtschaftsförderung, Sport und Müllbeseitigung, dem die Stadt u. a. die Müllverbrennungsanlage und die Eissporthalle verdankt, erweisen sich als gefälscht.

1987 Gründung der Waldorfschule in Hamm.

1988 Stilllegung der Isenbeck-Brauerei.

1989 Am 1. September 1989 ergeht der Beschluss zur Stilllegung des Kernkraftwerk THTR-300 aus Kostengründen, einem Unfall am 4. Mai 1986 und wegen zahlreicher Störfälle. Am 10. Oktober 1991 wird der Trockenkühlturm gesprengt.

1990 Schließung der Zeche Radbod. Abriss der Isenbeck-Brauerei. Hamms Radiosender "Radio Lippewelle Hamm" geht auf Sendung.

1992 Eröffnung des Einkaufscenters "Allee-Center" auf dem Gelände der ehemaligen Isenbck-Brauerei am 5. März. Die Fußgängerzone und das Gewerbegebiet Wilhelmstraße verlieren dadurch für den Handel stark an Bedeutung.

1993 Eröffnung des Neubaus des Gustav-Lübcke-Museums. Der "Offene Kanal Hamm", Hamms Fernsehsender, geht am 3. Oktober auf Sendung.

1994 Schließung der Tagesanlagen von Schacht Franz der Zeche Heinrich Robert. Das Gelände soll bis 2014 in ein Naherholungsgebiet umgewandelt werden.

In den Neunzigern wird das Ökozentrum NRW auf dem Gelände der früheren Zeche Sachsen gegründet. Mittelpunkt bildet die Veranstaltungshalle, die seit 1998 Alfred Fischer Halle heißt - nach dem Architekten, der die Überlagebauten der Zeche Sachsen konstruiert hat.

1996 Eröffnung der Otmar-Alt-Stiftung.

1997 Am Westenwall wird das Einkaufszentrum "Ritterpassage" gegenüber dem Allee-Center eröffnet.

1998 Die Zeche Heinrich Robert wird mit der Zeche Haus Aden und der Zeche Monopol zum Verbundwerk Ost zusammengeschlossen. Eine Nachfolgenutzung gibt es noch nicht. Die Eröffnung des Kinos CinemaxX zieht die Schließung der Kinos Atrium und Kristallpalast nach sich.

1999 Aufgabe der Doppelspitze in der Stadtverwaltung. Seither gibt es nur noch den hauptamtlichen Oberbürgermeister.

2000 Am 1. Juli um genau 11:40 Uhr stellt die Zeche Westfalen, die zwar auf dem Stadtgebiet von Ahlen liegt, aber vielen Hammer Bergleuten einen Arbeitsplatz bietet, die Kohlenförderung ein.

2002 Einweihung des Hindu-Tempels in Uentrop. Der Sri Kamadchi Ampal Tempel ist seit seiner Fertigstellung und Einweihung am 7. Juli 2002 der größte tamilisch-hinduistische Tempel Europas und nach dem im nordindischen Stil errichteten Londoner Tempel der zweitgrößte Hindu-Tempel in Europa überhaupt.

2003 Inbetriebnahme des Freizeitbades Maximare. Wiedereröffnung des sanierten und teilweise neu erbauten Kurhauses.

2004 Eine Nachbildung des einstigen dritten Wahrzeichens von Hamm (neben Pauluskirche und Glaselefant), dem sich füllenden Bierglas der Isenbeck-Brauerei, wird am Universa-Haus in Betrieb genommen.

Im Jahre 2005 wird in Hamm-Heessen die SRH Fachhochschule Hamm mit den Schwerpunkten Logistik und Wirtschaft gegründet. Zusammen mit der Stadtbibliothek soll diese bis 2009 in einem Neubau auf dem ehemaligen Hortengelände in unmittelbarer Nachbarschaft des Hauptbahnhofes einziehen. Die Stadtbüchereien von Hamm werden Bibliothek des Jahres 2005. Eröffnung des Technischen Rathauses.

Pläne zur Errichtung eines Sees in den Lippeauen ("Hamm ans Wasser") scheitern im Jahre 2006 am Ergebnis eines Ratsbürgerentscheides. Im Januar werden bei Abrissarbeiten der am Nordenwall gelegenen Elisabeth-Kinderklinik die Grundmauern der 1269 erstmalig urkundlich erwähnten Burg des Stadtgründer, Adolf I. von der Mark, freigelegt. Die Stadtburg (in unmittelbarer Nähe des Franziskanerklosters und der Agneskirche) ist seit Mitte des 15. Jahrhunderts Sitz des Landesherrlichen Rentmeisters, später Renteihof und königlich freier Hof. Nachweislich ist sie von allen Personal- und Reallasten befreit. Um 1750 wird die Burg zum Dienstsitz des General von Wolffersdorff. 1944 Zerstörung der Gebäude durch die Luftangriffe.

2007 Die Sodenkamp-Affäre erinnert an die Masannek-Affäre zwanzig Jahre zuvor. Dirk Sodenkamp, CDU-Lokalpolitiker aus Fröndenberg, bewirbt sich mit einem gefälschten Zeugnis auf den Posten des Stadtarchivars von Hamm und wird trotz besser qualifizierter Bewerber angenommen.

2008 Verlängerung der geplanten Betriebsdauer für das Bergwerk Ost der Zeche Heinrich Robert.

Die Entwicklung des Bevölkerungsstandes lässt sich leider nicht beliebig weit zurückverfolgen. Die ältesten präzise benennbaren Zahlen sind die der ersten Volkszählung im Jahre 1819. Die Angaben für frühere Jahrhunderte beruhen auf mehr oder weniger präzisen Schätzungen. Die Größe der Stadt wurde beispielsweise für das Jahr 1618 mit nur ca. 1.000 Einwohnern geschätzt. 1819 zählte Hamm 4.657 Einwohner. Die heute deutlich größere Stadt Dortmund und frühere Freie Reichsstadt hatte im gleichen Jahr 4.453 Einwohner, Essen 4.842 (Stand: 1822), Münster (Westfalen) konnte 1818 bereits 15.158 Einwohner aufweisen, Köln 55.355 im Jahr 1819. Hamm, Dortmund und Essen gehörten zu Beginn des 19. Jahrhunderts also zu den rheinisch-westfälischen Mittelstädten, so wie dies heute bei Soest oder Unna der Fall ist. Mit der auch in Hamm bereits zu Beginn des 19. Jahrhunderts langsam einsetzenden Industrialisierung wuchsen Größe und Bevölkerungszahl dieser Städte dann rasant an. Die Einwohnerzahl der Stadt stieg von 4.467 in 1819 auf 31.371 im Jahr 1900. Bis 1925 stieg die Einwohnerzahl auf mehr als 50.000 an. Durch die späteren Eingemeindungen der Nachbarorte - insbesondere durch die Gemeindegebietsreform vom 1. Januar 1975 - wurde die Einwohnerzahl mehr als verdoppelt, von 83.000 auf dann 172.000. Hamm schloss damit in den Kreis der Großstädte auf. 2003 erreichte die Bevölkerungszahl mit 184.961 ihren historischen Höchststand. Am 31. Dezember 2006 betrug die „Amtliche Einwohnerzahl“ für Hamm nach Fortschreibung des Landesamtes für Datenverarbeitung und Statistik Nordrhein-Westfalen 183.672 (nur Hauptwohnsitze und nach Abgleich mit den anderen Landesämtern). Die Stadt Hamm gibt mit Datum zum 31. Dezember 2007 die Einwohnerzahl mit nur noch 179.853 an.

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Hamm (Sieg)

Wappen der Gemeinde Hamm (Sieg)

Hamm (Sieg) ist eine Ortsgemeinde an der Sieg im Landkreis Altenkirchen (Westerwald) in Rheinland-Pfalz (Deutschland). Sie ist Verwaltungssitz der gleichnamigen Verbandsgemeinde Hamm (Sieg).

Hamm wurde zum ersten mal am 31. März 1131 urkundlich erwähnt. „Ecclam Hamne cum tota dec" steht in der Urkunde, die Papst Innozenz II. dem Cassius-Stift zu Bonn, die Kirche und den Zehnten zu Hamm an der Sieg bestätigte. Bis zum Ende des 18. Jahrhunderts gehörte das frühere Kirchspiel Hamm (Sieg) zur Grafschaft Sayn, zuletzt zu Sayn-Hachenburg. Nach einer kurzen Zeit unter Nassau wurde mit dem Übergang an das Land Preußen dann aus dem Kirchspiel das Amt Hamm (Sieg).

Internationale Bedeutung erhielt Hamm (Sieg) durch den Begründer des ländlichen Genossenschaftswesens, Friedrich Wilhelm Raiffeisen, der hier 1818 geboren wurde. Raiffeisens Vater war Bürgermeister der ehemaligen Bürgermeisterei Hamm. Auch der Großvater und Urgroßvater hatten dieses Amt inne, wenn auch unter anderer Bezeichnung. Das Raiffeisenmuseum erinnert an sein Leben.

Am 10. Februar 1968 erhielt Hamm den Namenszusatz „(Sieg)“.

Blasonierung: Von rot über blau durch silbernen Wellenfaden zum Schildfuß geteilt, oben unter zwei gekreuzten silbernen Pferdeköpfen ein goldener, blau gezungter, abgerissener leopardierter Löwenkopf, unten silberner Schlägel und Eisen.

Erläuterung: Die zwei Pferdeköpfe symbolisieren das Lebenswerk von Friedrich Wilhelm Raiffeisen. Der Löwenkopf steht für die frühere Zugehörigkeit Hamms zur Grafschaft Sayn-Hachenburg. Der Wellenfaden steht für die Lage des Ortes an der Sieg. Die Werkzeuge verweisen auf die Bergbau-Tradition von Hamm.

Der Gemeinderat in Hamm besteht aus 20 gewählten Mitgliedern und dem Ortsbürgermeister als Vorsitzenden.

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Source : Wikipedia