Hamburger SV

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Geschrieben von tron 26/03/2009 @ 22:14

Tags : hamburger sv, 1. bundesliga, fussball, sport

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Hamburger SV

Hamburger SV gegen Bayern München im Herbst 1981

Der Hamburger Sport-Verein e.V. (oder kurz HSV) ist ein deutscher Sportverein aus der Freien und Hansestadt Hamburg und vor allem durch seine Fußballmannschaften bekannt, die in der Bundesliga spielen. Die erste Männermannschaft des HSV wurde sechsmal Deutscher Meister und gehörte seit dem Gründungszusammenschluss im Jahre 1919 als einzige deutsche Mannschaft immer der jeweils höchsten Spielklasse an. Insbesondere ist sie die einzige Mannschaft, die seit der Gründung der Bundesliga jede Spielzeit in dieser gespielt hat. Auch die Frauenfußballmannschaft des Hamburger SV spielt aktuell in der Bundesliga. Häufig wurden und werden die Fußballer des Vereins auch als „Rothosen“ bezeichnet.

Die erste Eishockey-Frauenmannschaft spielt in der ersten Bundesliga.

Die erste Baseball-Mannschaft spielt in der ersten Bundesliga Nord.

Die erste Handball-Herrenmannschaft gehörte von 1966 bis 1976 der Handball-Bundesliga an.

Die erste Tischtennis-Herrenmannschaft wurde 1937 und 1938 Deutscher Mannschaftsmeister und spielte um die Jahrtausendwende mehrere Jahre in der zweiten Bundesliga.

Die erste Cricket-Herrenmannschaft wurde 2006 und 2008 Deutscher Vizemeister.

Weitere Sportarten des Vereins sind Badminton, Basketball, Bowling, Dart, Golf, Gymnastik, Hockey, Inline-Skaterhockey, Karate, Leichtathletik, Rugby, Schwimmen, Skat, Tennis, Turniertanz und Volleyball.

Der Hamburger SV selbst nennt offiziell den 29. September 1887 als sein Gründungsdatum. Jedoch fand die eigentliche Gründung des HSV erst am 2. Juni 1919 statt. An diesem Tag kam es zum Zusammenschluss der drei Vereine SC Germania von 1887, Hamburger FC 1888 des Wilhelm-Gymnasiums – welcher sich seit dem 26. Februar 1914 Hamburger SV 1888 nannte – und FC Falke 1906 aus Eppendorf.

Demzufolge ist der 29. September 1887 eigentlich das Gründungsdatum des ältesten Vorgängervereins SC Germania von 1887, welcher an dem genannten Datum aus einem Zusammenschluss des Hohenfelder Sportclubs und des Wandsbek-Marienthaler Sportclubs entstand. Trotzdem wird in der Vereinssatzung des HSV dieses Datum als Gründungstag angegeben. Daher ist der HSV, gemessen an der Dauer des Spielbetriebs und unter Einbeziehung seiner Vorgängervereine, einer der ältesten deutschen Fußballvereine.

Der 1919 neu gegründete Verein nannte sich zunächst Hamburg 88-Germania-Falke. Daraus wurde wenig später der Hamburger Sportverein. Zu den Vereinsfarben wurden zu Ehren der Stadt Hamburg die Hansefarben rot und weiß bestimmt. Blau und schwarz, die Farben des SC Germania, wurden diesem zu Ehren in das Vereinswappen übernommen. Die Raute ist einem oft verwendeten Symbol der Hamburger Handelsschifffahrt entliehen.

Der Hamburger SV 1888 hatte kurz vor der Fusion der drei Vereine als Teil der Kriegsvereinigung Victoria-Hamburg 88, die mit dem SC Victoria Hamburg vom 27. Juli 1918 bis 1. Juni 1919 bestand, erstmals die norddeutsche Meisterschaft gewinnen können.

Seine ersten großen Erfolge verbuchte der HSV in den Jahren 1922 und 1923 mit den ersten beiden deutschen Meistertiteln, wobei er auf den ersten Titel im Jahr 1922 „verzichtete“. Das erste Finalspiel gegen den 1. FC Nürnberg wurde nach 208 Minuten wegen Dunkelheit genauso abgebrochen wie auch das Wiederholungsspiel, diesmal wegen Spielermangels. Dieses Mal standen beim FCN nach Platzverweisen und Verletzungen (das Auswechseln von Spielern war damals noch nicht erlaubt) nur noch sieben Spieler auf dem Feld. Schiedsrichter Peco Bauwens pfiff regelwidrig ab, und der DFB erklärte daraufhin den HSV zum Meister, drängte danach aber auf einen freiwilligen Verzicht, da der süddeutsche Fußballverband mit einem Austritt aus dem DFB drohte. Die nächsten 'regulären' Meisterschaftstitel gewann der HSV 1923 mit 3:0 gegen den SC Union Oberschöneweide und 1928 mit 5:2 gegen Hertha BSC.

In der nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten neu gegründeten Gauliga Nordmark musste der HSV sich zunächst dem Eimsbütteler TV beugen. Erst 1937 konnte er wieder die Meisterschaft gewinnen.

Im Jahr 1947 startete der Hamburger SV in der Oberliga Nord, der bis zur Gründung der Bundesliga höchsten regionalen Spielklasse, die die Hanseaten von Anfang bis Ende beherrschten. In den Saisons 1946/47 und 1947/48 wurden sie darüber hinaus Britischer Zonenmeister.

In den 16 Spieljahren bis zur Bundesliga-Gründung gewann der HSV 15 Mal die Meistertitel der Oberliga Nord, wobei in den Jahren 1948 und 1949 Entscheidungsspiele mit dem punktgleichen Lokalrivalen FC St. Pauli erforderlich waren. Nur 1954 scheiterte die Mannschaft deutlich mit Platz 11 (Oberliga- und auch Deutscher Meister wurde Hannover 96).

Dass danach die Regional-Meisterschaft nie mehr abgegeben wurde, lag auch an einem jungen Mann namens Uwe Seeler, der 1954 ins Team kam. „Uns Uwe“ gehört bis heute zu den erfolgreichsten Fußballern aller Zeiten. 1960 wurde er Deutschlands erster Fußballer des Jahres und hatte maßgeblichen Anteil an der vierten Deutschen Meisterschaft des HSV. Im folgenden Jahr stand der HSV im Halbfinale des Europapokals der Landesmeister (heute Champions League) und scheiterte erst nach drei Spielen am FC Barcelona. 1963 gewann der HSV den DFB-Pokal mit 3:0 im Endspiel gegen Borussia Dortmund.

Auch wenn der HSV im Norden dominierte, konnte er sich in der 1963 gegründeten Fußball-Bundesliga vorerst keine weiteren Meistertitel mehr sichern. Am 22. Spieltag der Saison 1965/66 erreichte der HSV mit 8:0 gegen den Karlsruher SC den bis heute höchsten Heimsieg. Uwe Seeler wurde 1964 und 1970 noch zwei weitere Male „Fußballer des Jahres“ und beendete 1972 seine aktive Fußballer-Karriere. Dem HSV blieb der Nationalspieler – obwohl von anderen Vereinen heiß umworben – bis zum Ende treu. Heute ist er Ehrenbürger der Stadt Hamburg.

Die größten Erfolge feierte der HSV Ende der 70er bis Anfang der 80er Jahre – eng verbunden mit dem damaligen Manager Günter Netzer und den sehr autoritären Erfolgstrainern Branko Zebec und Ernst Happel. Unter ihnen wuchs eine Mannschaft heran, die in den Jahren 1978 bis 1984 drei Mal Deutscher Meister und auch in den anderen Spieljahren zumindest „Vize“ wurde. 1987 wurde der HSV nochmals Vizemeister.

In der Zeit vom 16. Januar 1982 bis zum 29. Januar 1983 blieben die Hanseaten in 36 Spielen hintereinander ungeschlagen – bis heute ungebrochener Bundesliga-Rekord.

In dieser Periode wurde der HSV auch über die Grenzen Deutschlands hinweg zu einem gefürchteten Gegner. 1977 gewannen die Hamburger unter Trainer Kuno Klötzer den Europapokal der Pokalsieger (2:0 gegen den RSC Anderlecht) und 1983 unter Ernst Happel schließlich den Europapokal der Landesmeister mit 1:0 gegen Juventus Turin. 1980 stand der HSV im Finale des Europapokals der Landesmeister (0:1 gegen Nottingham Forest), 1982 im Finale um den UEFA-Pokal (0:1 und 0:3 gegen den IFK Göteborg) und 1983 im Spiel um den Weltpokal (1:2 n. V. gegen Gremio Porto Alegre). Ferner spielten die Hamburger 1983 gegen den FC Aberdeen um den Europäischen Supercup, unterlagen allerdings.

Die folgenden Jahre waren geprägt durch einen Abstieg der Mannschaft ins Mittelmaß der Liga. Selten wurden UEFA-Pokal-Plätze erreicht. In einigen Spielzeiten spielte der Verein sogar gegen den Abstieg. Anfang der 90er Jahre musste der Verein aufgrund einer hohen Verschuldung um seine Existenz fürchten. Gerettet wurde der HSV aus seiner finanziellen Misere durch den lukrativen Transfer des damals besten Spielers, Thomas Doll, zu Lazio Rom.

Erst zeitgleich mit der Fertigstellung des neuen Stadions konnte der HSV wieder Erfolge erzielen. In der Saison 1999/2000 belegte er den dritten Tabellenplatz und konnte sich erstmals für die Champions League qualifizieren. Gleich im ersten Spiel am 13. September 2000 gegen den hoch favorisierten italienischen Club Juventus Turin kam es beim 4:4 zum so genannten Jahrhundertspiel. In Turin gewann der HSV sogar mit 3:1. Der HSV wurde schließlich Dritter in der Gruppe und spielte daher im UEFA-Pokal. Dort scheiterte der Verein am AS Rom.

Zum ersten Titel nach 16 Jahren kam der HSV im Juli 2003 mit dem Gewinn des DFB-Ligapokals durch einen 4:2-Sieg im Finale gegen Borussia Dortmund. Somit hat der HSV in seiner bisherigen Geschichte 55 offizielle Titel errungen, inkl. Bundesliga, DFB-Pokal, Europapokal, Oberliga und Gauliga.

In der Saison 2005/06 gewann der HSV wieder einmal beide Ligaspiele gegen den FC Bayern München. Diese Leistung war den Hamburgern zuletzt in der Saison 1981/82 gelungen.

2005 gewann der Hamburger SV den UI-Cup im Endspiel gegen den FC Valencia und zog in den UEFA-Pokal ein. Nach Siegen gegen den FC Kopenhagen und einem 2. Platz in der Zwischenrunde gewann der HSV gegen den FC Thun, um erst im Achtelfinale an Rapid Bukarest zu scheitern. Am Ende der Saison 2005/06 belegte der HSV Platz Drei in der Bundesliga.

Zu Beginn der Saison 2006/07 erfolgte ein personeller Umbruch. Wichtige Spieler wie Sergej Barbarez, Daniel van Buyten und Khalid Boulahrouz verließen den Verein. Die Mannschaft qualifizierte sich gegen den CA Osasuna (0:0, 1:1) für die Gruppenphase der Champions League. In der Champions League wurde der HSV mit fünf Niederlagen und nur einem Sieg Gruppenletzter. In der Bundesliga belegte die Mannschaft nach dem 20. Spieltag den letzten Tabellenplatz. Am 1. Februar 2007 reagierte der Hamburger SV auf den anhaltenden Misserfolg und gab die vorzeitige Trennung von Cheftrainer Thomas Doll bekannt. Einen Tag später wurde Huub Stevens als neuer Trainer verpflichtet. Er erhielt einen Vertrag bis zum 30. Juni 2008. Stevens schaffte mit dem HSV den Klassenerhalt am 33. Spieltag beim Auswärtsspiel in Nürnberg, belegte dank einer starken Rückrunde am Ende der Saison sogar noch Platz sieben und nahm in der darauf folgenden Saison am UI-Cup teil. In dieser Saison erreichte der HSV den Rekord von durchschnittlich 56.000 Zuschauern im Volkspark.

Über die dritte Runde des UI-Cups erreichte der HSV die Qualifikationsrunde des UEFA-Pokals. Durch Siege gegen FC Dacia Chişinău (Hinspiel 1:1, Rückspiel 4:0) und Honved Budapest (Hinspiel 0:0, Rückspiel 4:0) konnte sich der HSV für den UEFA-Cup qualifizieren. Nach zwei Siegen (1:0 auswärts und 3:1 zuhause) gegen Litex Lowetsch (Bulgarien) wurde die Gruppenphase erreicht. Am 22. Februar 2008 wurde der HSV als letzter verbliebener UI-Cup-Teilnehmer zum Sieger des Wettbewerbs erklärt. Damit wurde zum zweiten Mal nach 2005 der UI-Pokal gewonnen, aber aufgrund des geänderten Spielmodus und der Vergabe des Sieges an die am längsten im UEFA-Pokal verbleibende Mannschaft geht der Pokal diesmal allein an den HSV. In der Liga spielte der HSV stabiler als im Vorjahr und war praktisch in der gesamten Spielzeit 2007/08 in der Spitzengruppe der Liga platziert. Lediglich nach der Bekanntgabe von Trainer Stevens, den Verein zum Saisonende zu verlassen, folgte eine Phase relativen Misserfolgs. Dennoch gelang dem Verein dank eines 7:0 am letzten Spieltag gegen den Karlsruher SC der Einzug in den UEFA-Pokal. Am 1. Juli 2008 übernahm der Niederländer Martin Jol als Nachfolger von Huub Stevens das Amt des Cheftrainers.

In seiner langen Geschichte wurde der HSV mehrmals Deutscher Meister im Fußball, DFB-Pokalsieger, Sieger im Europapokal der Pokalsieger und Sieger im Europapokal der Landesmeister. Der HSV hat zudem in Deutschland die höchste Zahl an Regionalmeistertiteln (25) und Endrundenteilnahmen um die Deutsche Meisterschaft (32, 31 HSV + 1 Germania 87) aufzuweisen.

Anmerkung: Die Norddeutsche Liga war eine zuerst zwei-, dann sechsgleisige regionale Spielklasse des Norddeutschen Fußball-Verbandes (NFV), die 1920 gebildet und 1922 wieder aufgelöst wurde.

Am 20. Oktober 2007 erzielte der Holländer Joris Mathijsen mit seinem Treffer zum 4:0 (Endstand 4:1) gegen den amtierenden Meister VfB Stuttgart das 2500. Bundesligator der Hamburger. Im selben Spiel gelang Ivica Olić als erstem HSV-Spieler in der Bundesligageschichte ein Hattrick im engeren Sinne.

Am letzten Spieltag der Saison 2007/08 gewann der HSV das Heimspiel gegen den Karlsruher SC mit 7:0. Ein Sieg in dieser Höhe gelang dem HSV zuletzt in der Meister-Saison 1981/82 gegen den MSV Duisburg. Diese beiden Triumphe sind die zweithöchsten Siege der Bundesliga-Geschichte des HSV, übertroffen lediglich von einem 8:0 – ebenfalls zu Hause gegen den KSC – in der Saison 1965/66.

Bedeutende HSV-Fanclubs sind Poptown, Chosen Few, Rautengeil Fallingbostel, Hermann's Treue Riege, Totale Offensive e.V. und die Wilhelmsburger Jungs. Bis in die 1980er hinein einer der bekanntesten Fanclubs waren die Rothosen.

Seit der Saison 2006/2007 hat der Hamburger Sport-Verein mit BLUE PRIDE einen Fanclub für schwule und bisexuelle Fans. Dieser Fanclub erhielt in der Sommerpause 2007 den Status eines offiziellen Fanclubs.

Wegen ihrer Aggressivität berüchtigt waren Die Löwen, aus deren Reihen heraus es am 16. Oktober 1982 zum Totschlag am Bremer Fan Adrian Maleika kam, der sich auf dem Weg zur Ostkurve des Volksparkstadions befand.

Das Maskottchen des HSV ist der Dinosaurier Hermann.

Der Hamburger SV hatte sich ursprünglich in den 90er Jahren für eine Hummel, aufgrund des Grußes „Hummel, Hummel“, als Maskottchen entschieden. Die Hummel wurde von den Fans aber abgelehnt, so dass sie wieder verschwand.

Aus Marketinggründen entschied sich die Vereinsführung, ein neues Maskottchen einzuführen: einen Dinosaurier, da der Verein als „Dino“ der Bundesliga bezeichnet wird, was auf die ununterbrochene Zugehörigkeit zur Eliteklasse seit deren Einführung im Jahre 1963 zurückzuführen ist. Den Namen „Hermann“ erhielt das Maskottchen zu Ehren des Masseurs Hermann Rieger, der 27 Jahre für den HSV tätig war. Seine Trikotnummer 87 erhielt er nach dem Gründungsjahr des Vereins 1887. Im Zuge des vierzigjährigen Bundesligajubiläums beim Spiel HSV gegen den FC Bayern München am 24. August 2003 wurde das Maskottchen der Öffentlichkeit vorgestellt, indem es aus einem Ei schlüpfte.

Die Amateurmannschaft schloss die Saison 2006/07 mit dem sechsten Tabellenplatz ab. Zeitweise konnte die Mannschaft sich bis auf den zweiten Tabellenplatz hocharbeiten, verlor dann jedoch den Anschluss. Die neue 3. Liga, die sich aus 20 Vereinen zusammensetzt und für die sich die besten zehn der Abschlusstabelle qualifizierten, konnte die Amateurmannschaft in der Saison 2007/08 nicht mehr erreichen. Sie spielt daher in der Spielzeit 2008/09 in der Regionalliga Nord.

Da der bisherige Spielort an der Hagenbeckstraße nicht für regionalligatauglich befunden wurde und die HSH Nordbank Arena für Amateurspiele nicht rentabel wäre, spielen die Amateure in der Regionalliga im Norderstedter Edmund-Plambeck-Stadion (Spielort von Eintracht Norderstedt).

Die erste Mannschaft spielt in der Fußball-Bundesliga. Spielort ist die Wolfgang-Meyer-Sportanlage. Der Hamburger SV II spielt in der 2. Bundesliga Nord.

1970 wurde die Frauenfußball-Abteilung des Hamburger SV gegründet. In den Siebziger und Achtziger Jahren stand sie im Schatten von Vereinen wie Lorbeer Rothenburgsort oder dem TV Farmsen. 1976 wurde man erstmals Hamburger Meister. Drei Jahre später holte man erstmals den Hamburger Pokal. Erst 1990 konnte mit dem erneuten Gewinn der Hamburger Meisterschaft ein Titel gefeiert werden. Durch die Meisterschaft stieg man in die Oberliga Nord, damals die zweithöchste Spielklasse auf. In der Oberliga erreichte man mit einigen Ausnahmen stets vordere Platzierungen. 1997 holte man zum fünften Mal den Hamburger Pokal und als Vizemeister der Oberliga Nord nahm man an der Relegation zur eingleisigen Bundesliga teil. Dort wurde man hinter Fortuna Sachsenroß Hannover Zweiter. Weil Hannover jedoch auf die Teilnahme an der Bundesliga verzichtete rückte der HSV nach. In der ersten Bundesligasaison war man jedoch chancenlos und wurde Letzter. In den Folgejahren wurde der HSV zu einer Fahrstuhlmannschaft. Dreimal hintereinander wurde man Meister der Regionalliga Nord. In der Saison 1999/2000 gewann man sogar alle Spiele. Erst 2001 konnte man sich in der Aufstiegsrunde durchsetzen, musste aber prompt wieder absteigen. Ein kleiner Trost in dieser Saison war das Erreichen des DFB-Pokalfinals, wo man jedoch dem 1. FFC Frankfurt mit 5:0 unterlag. 2003 wurde man wieder Meister der Regionalliga Nord. In der Aufstiegsrunde konnte man durch einen Sieg am letzten Spieltag beim USV Jena zum dritten Mal aufsteigen. Auf Anhieb erreichte man Platz 6 und das Finale des Hallenpokals, wo man mit 1:0 gegen den 1. FFC Turbine Potsdam unterlag. Im Folgejahr musste man lange um den Klassenerhalt zittern. Mittlerweile konnten sich die HSV-Frauen in der Bundesliga etablieren.

Die erfolgreiche Jugendarbeit schlägt sich in den Erfolgen der zweiten HSV-Frauenmannschaft nieder. 2002 stieg man in die Regionalliga Nord auf und wurde auf Anhieb Meister. Da im Gegensatz zum Männerfußball auch die zweiten Mannschaften in der 2. Bundesliga spielen dürfen qualifizierte man sich für die neu eingeführte Spielklasse. Der Sprung war allerdings etwas zu groß und man musste absteigen. Der sofortige Wiederaufstieg wurde nach hartem Kampf geschafft. Im Unterhaus angekommen stürmte die Mannschaft auf Anhieb auf den zweiten Platz und ist damit bester Aufsteiger aller Zeiten.

Die mit einem Sternchen (*) versehenen Erfolge wurden von der 2. Mannschaft errungen.

Die Tischtennis-Abteilung des HSV wurde 1927 gegründet und trägt seither vorwiegend im Hamburger Stadtteil Eppendorf ihre Heimspiele aus. Schon nach kurzer Zeit stieß der Club in die deutsche Spitze bei den Herren vor. Mit Paul Benthien wurde bereits 1933 ein Spieler des HSV Deutscher Einzelmeister. Ein Jahr später errang mit Erich Deisler ein weiterer HSV-Spieler den deutschen Titel im Herren-Einzel. Diese beiden gehörten neben Pauls Bruder Heinz Benthien, R. Klüver, E. Perl, H. Hell und W. Stehr auch zu der HSV-Mannschaft, die 1937 und 1938 den deutschen Mannschaftsmeistertitel an die Elbe holten, was seither keinem weiteren Hamburger Verein bei den Herren mehr gelang. Auch 1939 gelang noch einmal der Sprung in das Endspiel um die Deutsche Meisterschaft, es wurde jedoch gegen den Post SV Wien verloren. Während des Zweiten Weltkrieges wurde dann 1944 Heinz Benthien deutscher Meister.

Nach dem Kriegsende stand der HSV zunächst im Schatten des neugegründeten Eppendorfer Lokalrivalen TTC Rot-Weiß Hamburg. Sowohl die Damen wie auch die Herren pendelten zwischen der Oberliga Nord, damals der höchsten deutschen Spielklasse, und der Stadtliga. Während sich die Damen trotz der Verstärkung durch die ehemalige deutsche Meisterin Ursula Paulsen nicht auf Dauer überregional etablieren konnten, gelang es den Herren seit Mitte der 1950er Jahre ihre Führungsrolle auf Hamburger Ebene zurückzugewinnen und sich auch in der Oberliga festzusetzen. Die angestrebte Qualifikation für die 1966 gegründete Tischtennis-Bundesliga misslang jedoch. 1969 (hinter Tennis Borussia) und 1971 (hinter Hertha BSC) errang man zwar jeweils die Vizemeisterschaft in der Oberliga, an der Aufstiegsrunde zur Bundesliga durften jedoch die Berliner teilnehmen. Erst 1972 erreichte der HSV als Oberligameister die Aufstiegsrunde, musste sich dort jedoch hinter dem TuS Nachrodt, dem TSV Milbertshofen und dem 1. FC Saarbrücken mit dem letzten Platz begnügen (1:5 Punkte). Ein Jahr später folgte dann sogar der Abstieg in die Stadtliga Hamburg. Erst 1984 gelang der Wiederaufstieg in die nunmehr drittklassige Oberliga Nord. 1991 folgte der Aufstieg in die Regionalliga Nord.

Von 1999 bis 2007 spielte die erste Herren-Mannschaft in der Zweiten Bundesliga Nord. Obwohl die Mannschaft auch 2007 einen Mittelfeldplatz erreicht hatte, verzichtete der Verein für die neue Spielzeit aus finanziellen Gründen auf eine Meldung für die Zweite Liga und tritt nun in der Regionalliga Nord an. Die Zweite Herren-Mannschaft spielt in der Oberliga Nord.

Der Hamburger SV ist im Badminton einer der Protagonisten in Deutschland. Den größten Erfolg in dieser Sportart feierte der Verein gleich im ersten Jahr der Ausspielung des Deutschen Mannschaftsmeisters 1957, als man sich bis ins Finale vorkämpfen konnte, dort jedoch dem 1. DBC Bonn unterlag.

Die Baseball-Abteilung des HSV, früher Lokstedt Stealers und jetzt HSV Stealers, wurde 1985 gegründet. Die Stealers spielen nach einem Durchmarsch durch alle Ligen seit 1991 in der 1. Baseball-Bundesliga Nord. Nach drei deutschen Vizemeisterschaften in Folge von 1995 bis 1997 wurden sie im Jahr 2000 nicht nur deutscher Meister, sondern gewannen auch den deutschen Pokal und den Europapokal. Sie sind bisher die einzige deutsche Mannschaft, der dieses Triple gelang. Die Bundesligaspiele der Stealers werden im Hamburger Baseball Park in Hamburg-Niendorf (direkt hinter dem Trainingsgelände des FC St. Pauli) ausgetragen. Neben weiteren Herren- und Jugendteams nehmen auch die Frauen unter dem Namen HSV Wildcats am Softball-Spielbetrieb teil.

In der Saison 2008 belegte die erst Mannschaft nach der regulären Hin- und Rückrunde den sechsten Platz und musste somit in die Playdowns, die sie auf dem zweiten Platz abschloss. Somit sind die Stealers auch 2009 in der 1. Bundesliga spielberechtigt.

Die Volleyballherren des HSV spielten seit den 1970er Jahren in der Volleyball-Bundesliga und gehörten immer zu den deutschen Spitzenmannschaften. Sie wurden sechsmal Deutscher Meister (1976, 1977, 1985, 1986, 1987 und 1988) und holten fünfmal den DVV-Pokal (1974, 1977, 1983, 1985 und 1989). 1991 machten sich die Volleyballer als 1. VC Hamburg eigenständig und wurden 1992 nochmals Deutscher Pokalsieger. 1994 schlossen sie sich dann dem 1. SC Norderstedt an. Bekannte Nationalspieler waren Klaus Meetz, Klaus Wegner, Frank Mackerodt, Christian Voss, Jörg Brügge, Hauke Braak, Leif Andersson, Michael Dornheim und Dirk Oldenburg. Heute gibt es beim HSV lediglich Mannschaften im Seniorenbereich.

Die Handballherren des HSV gehörten ab den 1960er Jahren sowohl in der Halle als auch auf dem damals noch populären Großfeld zur deutschen Elite.

So standen sie 1963, 1964 und 1965 jeweils im Viertelfinale der Endrunde um die deutsche Feldhandball-Meisterschaft. 1966 holten sie sogar die Vizemeisterschaft. Lediglich der TV Oppum war im Finale zu stark.. Folgerichtig gehörten die Handballer auch zu den Gründungsmitgliedern der 1967 eingeführten Feldhandballbundesliga. In der Nordstaffel belegten sie die 1967 Platz 2, 1968 Platz 3 und 1969 erneut Platz 2. Nach dem dritten Jahr war jedoch im Feldhandball Schluss. Der HSV zog sich aus der Liga zurück, die 1971 aufgelöst wurde.

Stattdessen konzentrierte sich der HSV auf die 1966 eingeführte zweigleisige Hallenbundesliga, da Handball in der Halle zunehmend populärer wurde, während das Großfeld an Attraktivität verlor. Auch in der Halle war der HSV Gründungsmitglied der neuen Bundesliga, der er bis 1976 angehörte. 1970 gelang dort der Einzug in die Finalspiele um die deutsche Meisterschaft. Doch im Halbfinale schied der HSV mit zwei knappen Niederlagen (13:14, 13:15) gegen FA Göppingen aus. Im folgenden Jahr verpasste der HSV knapp den Sprung in die Endrunde. Danach rutschte der HSV von Saison zu Saison im Endklassement tiefer, bis am Ende der Saison 1975/76 der Bundesligaabstieg feststand.

Die Handballabteilung des Hamburger SV besteht trotz der Gründung des Bundesligisten HSV Hamburg weiter. Letzterer hatte jedoch 2002 einen Kooperationsvertrag mit dem HSV geschlossen, um die Raute als Logo verwenden zu dürfen. Nach dem Aufstieg der Handballmänner in die viertklassige Oberliga Hamburg 2007 weiteten der Hamburger SV und der HSV Handball die Kooperation jedoch aus und gründeten mit der SG HSV Handball einen gemeinsamen Handballverein.

Am 9. September 2008 hat der Hamburger Sport-Verein einen eigenen Friedhof, der aus einem Grabfeld des Hauptfriedhofs Altona besteht, der Presse vorgestellt. Das Grabfeld wurde an diesem Tag von 150 Gästen eröffnet und befindet sich in unmittelbarer Nähe zum Stadion, auf der Rückseite der Westtribüne. Die Anlage bietet für bis zu 500 HSV-Anhänger Platz, ist einem Stadion nachempfunden, und kann durch einen Durchgang in den Ausmaßen eines Fußballtores betreten werden. Der verwendete Rasen der Anlage ist direkt vom Spielfeld des Stadions auf dem Grabfeld angepflanzt, so dass das Grabfeld ein authentischen Ort für die letzte Ruhe in Verbindung mit dem Verein darstellt. Mit dieser Anlage ist der Hamburger SV der erste deutsche, und nach den Boca Juniors aus Argentinien weltweit der zweite Fußballverein, der eine Bestattung im Rahmen des Lieblingsvereins ermöglicht.

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Liste der Spieler des Hamburger SV

Hier sind alle Spieler aufgelistet, die mindestens 50 Mal für den Hamburger SV in der Fußball-Bundesliga gespielt haben.

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1. FC Nürnberg

Positionen des 1. FC Nürnberg am Saisonende seit 1963

Der 1. FC Nürnberg Verein für Leibesübungen e. V., allgemein bekannt als 1. FC Nürnberg (kurz: 1. FCN oder „der Club“), ist ein traditionsreicher Fußballverein aus Nürnberg, der am 4. Mai 1900 gegründet wurde. Die Vereinsfarben sind rot und weiß, die Traditionsfarben dagegen weinrot und schwarz. Derzeitiger Präsident des Vereins ist Michael A. Roth.

Bis 1995 war der 1. FC Nürnberg auch ein Sportverein. Seitdem ist die Herren-Fußballabteilung ein eigenständiger Verein unter dem alten Namen 1. FC Nürnberg VfL e. V., der dem 1. FCN Dachverein e. V. als Dachverband angehört. Auch die anderen Vereinsabteilungen wurden selbständige Vereine, die im Dachverein organisiert sind und sich mit Bezug auf den 1. FC Nürnberg neue Vereinsnamen zulegen mussten: Box-Club 1. FC Nürnberg, 1. FC Nürnberg Frauen- und Mädchenfußball, 1. FC Nürnberg Handball, Schach, Hockey, 1. FCN Roll- und Eissport, 1. FCN Schwimmen, 1. FCN Ski und Tennis-Club 1. FC Nürnberg. Zu den erfolgreichsten Mannschaften gehören die Handballfrauen (zwölfmal Deutscher Meister, zweimal Pokalsieger, einmal Europapokalsieger). Am bekanntesten ist jedoch die Fußballabteilung des Vereins (mit 8000 Mitgliedern) und insbesondere die Profimannschaft. In der Vergangenheit bestand auch eine erfolgreiche Leichtathletikabteilung, die es inzwischen jedoch nicht mehr gibt.

Mit neun Meisterschaften war der „Club“ bis 1987 über 60 Jahre lang deutscher Fußball-Rekordmeister, bevor der FC Bayern München ihn ablöste. Seit Mitte der 1980er Jahre ist der FCN als „Fahrstuhlmannschaft“ bekannt, das heißt er schafft es nicht, sich langfristig in der 1. Bundesliga festzusetzen, sondern steigt regelmäßig ab und wieder auf. Nach Ende der Saison 2007/08 hält der Club mit sieben Abstiegen aus der 1. Bundesliga den inoffiziellen Titel als Rekordabsteiger und spielt ein Jahr nach dem letzten Titelgewinn (DFB-Pokalsieg 2007) wieder in der 2. Bundesliga.

Die Fußball-Heimspiele werden im vormaligen Frankenstadion ausgetragen, das jetzt nach dem Produkt eines Sponsors easyCredit-Stadion benannt ist. Es fasst 47.500 Zuschauer. Das Trainingsgelände befindet sich rund einen Kilometer vom Stadion entfernt am Valznerweiher im Nürnberger Stadtteil Zerzabelshof.

Den 1. FC Nürnberg gründeten im Mai 1900 18 Gymnasiasten als Rugby-Verein. Da hierfür jedoch 30 Spieler notwendig sind, beschloss man im Juni 1901, Fußball künftig nach den Regeln der englischen Football Association zu spielen. Am 29. September 1901 fand in Bamberg gegen den 1. FC 01 Bamberg das erste offizielle Spiel gegen einen anderen Fußballverein statt. Nürnberg gewann mit 2:0. Beim ersten Heimspiel auf der Deutschherrnwiese an der Pegnitz war ebenfalls 1901 der 1. FC Bamberg der Gegner, der am 20. Oktober mit 5:1 besiegt wurde. Am 6. November gab es schließlich die erste Niederlage der Vereinsgeschichte. Mit 0:6 war der FCN ohne Chance gegen den FC Bayern München. Ab diesem Zeitpunkt bemühten sich die Spieler unter Leitung ihres Mitspielers Fritz Servas aus Berlin um ein regelmäßiges und ernsthaftes Training. Ab 1904 nahm der 1. FC Nürnberg am erstmals organisierten regulären Spielbetrieb innerhalb der Stadt teil und gehörte 1905/06 zu den Gründungsmitgliedern der Bezirksliga Nordbayern, die bis 1909 die höchste Spielklasse war.

Die erste Saison beendete der 1. FC Nürnberg auf dem 1. Platz. 1906/07 gewann Nürnberg das Finale um die Ostkreismeisterschaft gegen den MTV München und war damit erstmals bayerischer Meister. Diesen Erfolg wiederholte der FCN 1907/08 und 1908/09. Angesichts der Dominanz in Bayern in diesen Jahren begann man, den 1. FCN nur noch als Club zu bezeichnen. Zum ganz großen Erfolg in Deutschland reichte es jedoch noch nicht.

Seit Februar 1908 spielten die Fußballer des FCN in Schweinau auf einem kleinen Sportplatz an der Maiachstraße, der eine kleine Holztribüne aufwies und ansonsten von Zuschauerwällen umgeben war. 1910 stellte der Club mit Ludwig „Fips“ Philipp seinen ersten Nationalspieler. Im selben Jahr ordnete der Süddeutsche Fußballverband den Spielbetrieb neu und gründete vier Ligen: Nord (Hessen), West (Pfalz), Süd (das heutige Baden-Württemberg) und Ost (Bayern). Die Nürnberger trafen auf weitere spielstarke Gegner und mussten sich daran gewöhnen, nicht automatisch Erster zu werden. Stattdessen überflügelte Lokalrivale SpVgg Fürth als dreimaliger Ostkreismeister von 1912 bis 1914 den FCN. Die Nachbarstadt verfügte über ein modernes Stadion und war mit 3000 Mitgliedern der damals größte Sportverein. Der 1. FC Nürnberg investierte daher in ein Fußballstadion. Am 24. August 1913 eröffnete der Verein im Nürnberger Vorort Zerzabelshof sein Sportgelände, das später nur noch Zabo genannt wurde. Das Stadion selbst fasste 8000 Zuschauer und lag außerhalb der Nürnberger Stadtgrenzen.

Nach dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs fanden keine Endrunden mehr um die Deutsche Meisterschaft im Fußball statt. Somit bedeutete die süddeutsche Meisterschaft 1915/16, die der 1. FC Nürnberg gegen Pfalz 03 Ludwigshafen mit einem 4:1-Sieg errang, den damals höchstmöglichen Titelgewinn. Zum Erringen des „Eisernen Fußballs“ trugen bereits die späteren Meisterspieler Gustav Bark, Anton Kugler, Carl Riegel und Heiner Träg bei. Den Erfolg wiederholte das Team zwei Jahre später.

Nach dem Ende des Ersten Weltkriegs gelang dem 1. FC Nürnberg der Start in das erfolgreichste Jahrzehnt seiner Vereinsgeschichte. Auslöser war ein Gastspiel des ungarischen Spitzenvereins MTK Budapest am 22. Juli 1919. In dessen Folge blieben Linksaußen Péter Szabó und Mittelstürmer Alfred Spezi Schaffer in Nürnberg. Schaffer übernahm auch das Training und verfeinerte das ohnehin schon gute Nürnberger Fußballspiel mit ungarischer Raffinesse. Der Club gewann den süddeutschen Pokal 1919 und dominierte mit 115:6 Toren aus 18 Spielen seine Liga nach Belieben. Nach dem Sieg bei der süddeutschen Meisterschaft 1920 zog es Alfred Schaffer weiter. Doch auch ohne Schaffer waren die Nürnberger bei der Endrunde um die Deutsche Meisterschaft 1920 nicht mehr zu bremsen. Ohne Gegentreffer zogen sie ins Finale gegen SpVgg Fürth ein und holten durch Treffer von Luitpold Popp und Péter Szabó mit einem 2:0 den ersten Meistertitel.

Dieser Erfolg konnte im folgenden Jahr wiederholt werden. Der FCN hatte sich noch mit dem Fürther Hans Sutor verstärkt und eigens für die Endrunde 1921 mit dem Ungarn Izidor „Dori“ Kürschner einen professionellen Trainer angestellt. Ohne Gegentor gelangte der Club ins Finale gegen Vorwärts 90 aus Berlin. Drei Treffer von Luitpold Popp und zwei Treffer von Heiner Träg ergaben in der Summe ein souveränes 5:0 und die Titelverteidigung.

1922 ging der Club als haushoher Favorit in die Endrundenspiele. Im Finale um die Deutsche Meisterschaft 1922 fehlten Hans Sutor und der geniale Mittelläufer Hans Kalb verletzungsbedingt. Letzterer war nicht nur Kapitän, sondern auch Lenker des Spiels, was der Spruch „Club ohne Kalb – halb!“ ausdrückte. Nach über 180 Minuten stand es gegen den Hamburger SV nur 2:2. Das Spiel wurde abgebrochen und am 6. August wiederholt. Als die Nürnberger durch zwei Platzverweise gegen Willy Böß und Heiner Träg sowie Verletzungen von Anton Kugler und Luitpold Popp nur noch mit sieben Spielern auf dem Feld standen, wurde auch dieses Finalspiel nach 105 Minuten beim Stand von 1:1 abgebrochen. Später wurde der HSV zum Meister erklärt, verzichtete jedoch offiziell auf den Titel.

Auf internationaler Ebene dominierten die Spieler des 1. FCN und der SpVgg Fürth in diesem Jahr die deutsche Nationalelf. Sowohl beim in Nürnberg ausgetragenen Spiel gegen Österreich am 13. Januar (4:3-Sieg) als auch beim Auswärtsspiel gegen die Niederlande am 21. April in Amsterdam (1:0-Sieg) bestand diese nur aus Spielern der SpVgg und des Club. Angesichts der Fürther Konkurrenz war eine erneute Titelverteidigung kein Selbstläufer. Dennoch setzte man sich in der Liga erneut durch, wurde aber bei der Endrunde um die Süddeutsche Meisterschaft nur Zweiter hinter dem VfR Mannheim. Doch in der Endrunde 1925 setzte sich der Club gegen alle Gegner durch und schlug schließlich im Finale auch den FSV Frankfurt. Die Nürnberger waren mit dieser vierten Meisterschaft alleiniger Rekordmeister vor dem VfB Leipzig.

Die erfolgreiche Clubelf kam in eine Phase des Umbruchs. Einige Meisterspieler wie Carl Riegel, und Hans Sutor beendeten in der Folge ihre Karriere oder hatten, wie Wolfgang Strobel und Anton Kugler, den Zenit überschritten. 1926 verpasste der 1. FC Nürnberg die Endrunde. Der Verein zog aus dem enttäuschenden Abschneiden die Konsequenzen und verpflichtete im Sommer 1926 mit dem Engländer Fred „Spiegelei“ Spiksley einen professionellen Trainer. Dieser integrierte erfolgreich Nachwuchsspieler wie Rechtsaußen Baptist Reinmann und Mittelstürmer Seppl Schmitt sowie die ehemaligen Reservespieler Georg Winter und Emil Köpplinger in der ersten Elf. Die Ostkreisliga gewann das neu formierte Team ebenso souverän wie die Süddeutsche Meisterschaft und in der Endrunde um die Deutsche Meisterschaft 1927 konnten weder der Hamburger SV noch 1860 München den Einzug ins Finale gegen Hertha BSC Berlin verhindern, das der Club mit 2:0 gewann.

Das Karriereende von Träg nach dem Gewinn der Meisterschaft läutete das langsame Ende der Goldenen Zwanziger für den FCN ein. 1928 wurde Bayern München Ostkreis- und Süddeutscher Meister. Den Wechsel von Georg Hochgesang zur Fortuna Düsseldorf konnte die Elf nach der Schwächephase 1928 zwar kompensieren. Doch mit den alternden Größen wie Torwartlegende Stuhlfauth, Kapitän Kalb oder Verteidiger Popp reichte es bei der 1929er Endrunde nur zum Halbfinale, das gegen Hertha BSC verloren ging. Das in Nürnberg ausgetragene Finale gewannen dann ausgerechnet die Nachbarn aus Fürth. 1929/30 war dann erneut gegen die Berliner Hertha im Halbfinale Endstation (3:6).

Walther Bensemanns Prophezeiung trat zunächst ein. Erst 1932 gelang wieder eine Endrundenteilnahme, doch war im Halbfinale gegen den FC Bayern München Schluss. Ein Jahr später kam das Aus für den Rekordmeister bereits in der Endrunde um die süddeutsche Meisterschaft. Weitaus wichtiger als diese sportliche Schwächephase des 1. FCN waren die politischen Entwicklungen. Die Stadt Nürnberg spielte beim Aufstieg der NSDAP unter Adolf Hitler eine zentrale Rolle. Ab 1927 veranstalteten die Nationalsozialisten dort ihre Reichsparteitage, zugleich erschien dort das nationalsozialistische Blatt Der Stürmer. Selbiges hetzte nach dem Halbfinalaus des Club von 1932 gegen dessen jüdischen Trainer Jenö Konrad: „Klub! Besinn Dich und wache auf. Gib Deinem Trainer eine Fahrkarte nach Jerusalem!“ Konrad floh daraufhin mit seiner Familie noch vor der Machtübernahme nach Wien. Vizepräsident Karl Müller bedauerte im Herbst 1932 noch Konrad als „untadeligen Menschen, dem bitteres Unrecht angetan worden ist.“ Wenige Monate später, nämlich bereits am 27. April 1933 und damit einige Monate vor der offiziellen Gleichschaltung der Vereine im Juli 1933, beschloss der Verein, mit Wirkung zum 1. Mai alle ihm angehörigen jüdischen Mitglieder auszuschließen. Der zweite Vorsitzende Karl Müller, ab Mai 1935 auch neuer Präsident, sorgte für die Umsetzung des Beschlusses, der keine Spieler der ersten Mannschaft betraf.

Der neue Reichssportführer Hans von Tschammer und Osten ordnete eine Neuordnung des Ligensystems an. Die Saison 1933/34 begann landesweit mit 16 Gauligen. Für die bayerischen Vereine bedeutete dies quasi eine Rückkehr zur 1927 abgeschafften Ostkreisliga. Zwar war dieser Beschluss politisch motiviert, er bedeutete jedoch aus sportlicher Sicht eine Verbesserung, da sich gleichwertigere Vereine in den Ligenspielen gegenüberstanden. Für die Fußballer des 1. FCN bedeutete dies aus sportlicher Sicht den Auftakt für vier hervorragende Jahre. Unter dem alten Lehrmeister Alfred Schaffer als Trainer gelang der Aufbau einer neuen erfolgreichen Mannschaft, der mit Stürmer Seppl Schmitt und Verteidiger Luitpold Popp nur noch zwei Meister des Jahres 1927 angehörten. Insbesondere im Tor hatte Georg Köhl den großen Heiner Stuhlfauth ebenso erfolgreich abgelöst wie Heinz Carolin auf der Mittelläuferposition Hans Kalb. Hinzu kamen Verteidiger Willy Billmann, die Mittelfeldspieler Richard Oehm und Hans Übelein sowie im Angriff Karl Gußner, Georg Friedel und Max Eiberger. Der FCN zog ins Finale um die Deutsche Meisterschaft gegen den FC Schalke 04 ein. Das 2:1 für Schalke bedeutete die erste DM-Endspielniederlage in der Geschichte des Club.

Bereits im folgenden Jahr konnte sich der Club in einem neuen Wettbewerb revanchieren. Die Premiere des neuen Vereinspokals, des sogenannten Tschammer-Pokal, gewann der FCN im Finale gegen den FC Schalke 04. Treffer von Eiberger und „Schalke-Schreck“ Friedel brachten einen 2:0-Erfolg. Damit war der erste große Titel seit 1927 eingefahren und der deutsche Meister von 1934 und 1935 besiegt.

Das Pokalendspiel 1935 fand bereits mitten in der Saison 1935/36 statt. So dauerte es nur 7 ½ Monate, bis die Mannschaft nach dem 1935er Pokalsieg auch das Meisterschaftsendspiel 1936 gegen Fortuna Düsseldorf mit 2:1 nach Verlängerung gewann. Aus den goldenen Zwanzigern war nur noch Seppl Schmitt als Spieler der Meistermannschaft von 1927 verblieben.

Im Herbst 1936 übernahm Gyuri Orth das Training. Unter seiner Anleitung zog der Club erneut ins Finale um die Deutsche Meisterschaft 1937 ein. Gegen die vom ehemaligen Club-Meisterspieler Hans „Bumbes“ Schmidt trainierten Schalker hatte der Club kaum Chancen und verlor am Ende verdient mit 0:2. Auf dieses verlorene Endspiel folgten für die verwöhnten Nürnberger wieder schlechtere Zeiten. Bei der DM-Endrunde 1938 war nach den Gruppenspielen Endstation und in der Saison 1938/39 landete der FCN in der Gauliga nur auf dem fünften Tabellenplatz.

Der neue Trainer Alv Riemke organisierte erfolgreich einen erneuten Umbruch. Junge Spieler wie Alfred Pfänder im Sturm oder Wilhelm Sold als Mittelläufer rückten nach. Im Tschammer-Pokal, dessen 1939er Runde kriegsbedingt ins Jahr 1940 verlängert wurde, lief es für den Club sehr erfolgreich. Geführt vom überragenden Mittelläufer Sold gewann der 1. FC Nürnberg das im April 1940 ausgetragene Finale des 1939er Pokals gegen den SV Waldhof Mannheim mit 2:0.

Sechs Monate später stand der Club erneut im Pokalfinale, jedoch an entscheidender Stelle verändert. Mittelläufer Sold war nach Saarbrücken gewechselt, seinen Platz nahm George Kennemann ein. Das ausgeglichene Endspiel der Pokalrunde 1940 gegen den Dresdner SC unter Regie von Helmut Schön verlor der Club in der Verlängerung. Für die Nürnberger sollte dies das letzte Finalspiel für die nächsten acht Jahre sein.

Während des Zweiten Weltkrieges wurde der reguläre Spielbetrieb zwar weiter durchgeführt, angesichts der zahlreichen Soldaten in den Mannschaften fand dieser jedoch immer häufiger unter irregulären Bedingungen statt. Zwar war Hans „Bumbes“ Schmidt, der wieder das Training leitete, relativ erfolgreich in seinen Bemühungen, nicht nur die Club-Spieler immer wieder für Spiele von der Armee loszueisen, sondern gute Spieler aus ganz Deutschland nach Nürnberg zu locken. Dennoch blieben größere Erfolge aus und das Zuschauerinteresse ging zurück. Dazu trug die Teilung der Gauliga Bayern in eine Nord- und eine Südgruppe ihr Übriges bei. Der letzte Höhepunkt vor dem Ende des 2. Weltkriegs war das Erreichen des Halbfinales bei der Endrunde um die Deutsche Meisterschaft 1944. Wie 1940 beim Pokalfinale war der Dresdner SC Endstation. Zu diesem Zeitpunkt beklagte der Verein mit Alfred Pfänder, der bei Stalingrad vermisst wurde, und Stammtorwart Georg Köhl, bereits zwei gefallene Stammspieler. Die Saison 1944/45 wurde nicht mehr zu Ende gespielt. Das Stadion und Vereinsgelände in Zerzabelshof waren längst bei einem Bombenangriff zerstört worden, als mit dem 149. Derby gegen die SpVgg Fürth am 2. Februar 1945 das letzte Spiel vor Kriegsende ausgetragen wurde.

In den Jahren zwischen dem Ende des Zweiten Weltkriegs und der Gründung der Ersten Bundesliga 1963 gehörte der 1. FC Nürnberg ununterbrochen der damaligen Spitzenklasse, der insgesamt fünfgleisigen Oberliga, in der Süd-Staffel an. Mit der bereits 1945 ins Leben gerufenen Oberliga Süd gelang erstmals ein überregionaler Zusammenschluss der süddeutschen Spitzenvereine aus Bayern, Württemberg und Hessen. Der 1. FC Nürnberg rangiert in der ewigen Tabelle der Oberliga Süd auf Platz 1, wurde 1947 und 1948 als Meister der Liga auch gleichzeitig Amerikanischer Zonenmeister. Dennoch gelang es dem Club in diesen Jahren nicht, an die glorreichen Zeiten der 1920er anzuknüpfen. Zwischen der ersten Nachkriegsmeisterschaft 1948 und dem nächsten Titelgewinn 1961 liegen relativ magere Jahre in den 1950ern. Selbst ein Max Morlock in den eigenen Reihen, damals einer der besten Angreifer Deutschlands und eine sehr kontinuierliche Trainerarbeit waren keine Garanten für den automatischen Erfolg. Franz „Bimbo“ Binder hatte allein von 1955 bis 1960 das Traineramt inne. Nürnberg setzte überwiegend auf Spieler aus Franken. Bei der Meisterschaft 1948 stammten mit Ausnahme von Torhüter Eduard „Edi“ Schaffer alle Spieler aus Franken.

Und auch 1961 stammten die meisten Spieler, auf die Binders Nachfolger Herbert Widmayer setzte, aus der eigenen Jugend: Zu nennen sind Steff Reisch, Kurt Haseneder, Karl-Heinz Ferschl, Horst Leupold und Heinz Strehl sowie natürlich Senior Morlock als waschechter Nürnberger.

Die junge Nürnberger Mannschaft sorgte auch bei der erstmaligen Teilnahme am Europapokal der Landesmeister für Aufsehen. Im Viertelfinale scheiterte das Team zwar an Benfica Lissabon um Starspieler Eusébio. Dennoch gilt der 3:1-Hinspielsieg bis heute als einer der Höhepunkte der Clubgeschichte. Im Rückspiel ging das Team jedoch mit 0:6 unter. Die Meisterschaft konnte die Club-Elf im Finale 1962 gegen den 1. FC Köln nicht verteidigen. Doch bereits drei Monate später gewann die Mannschaft den DFB-Pokal 1962 gegen die Fortuna aus Düsseldorf.

Die Qualifikation für die neu gegründete Bundesliga schaffte der 1. FC Nürnberg souverän. 1963 endete für den 1. FC Nürnberg die Zeit in der Oberliga Süd. In den 18 Jahren ihres Bestehens sammelte der Club insgesamt 739:381 Punkte und erzielte 1348:754 Tore. Damit führt er die ewige Tabelle der Liga an.

Die Vereinsführung des 1. FC Nürnberg stand der Gründung der Bundesliga und der Einführung des Profitums skeptisch gegenüber. „Zur Struktur unserer Vereine passt das Profitum so wenig wie zum Journalismus das Pferdestehlen“, lautete ein Kommentar aus dem Vorstand. Dennoch hoffte man in Nürnberg nach den unmittelbar zuvor errungenen Erfolgen, eine gute Rolle in der Liga zu spielen. Die ersten vier Spielzeiten Bundesliga verliefen für den Club wenig erfolgreich. Zwei sechste Plätze waren die besten Ergebnisse, die die Mannschaft holte. Immerhin brachten diese die Qualifikation für den Messepokal, den Vorläufer des UEFA-Pokals. Doch der Club schied jeweils in der 1. Runde aus. Der 1. FCN verzeichnet auch die erste Trainerentlassung der Bundesligageschichte, als Widmayer 1963 gehen musste.

Mit dem Verkauf des vereinseigenen Stadions in Zerzabelshof finanzierte die Vereinsführung den Aufbau eines modernen Trainingsgeländes am Valznerweiher in unmittelbarer Nähe zur neuen Spielstätte, dem schon 1928 erbauten Städtischen Stadion. Damit sorgte der Verein für langfristig professionelle Trainingsbedingungen. Zugleich zeigte sich, dass die Meisterspieler von 1961 alleine kein Garant für einen Erfolg in der Bundesliga waren. Zudem hatte die große Integrationsfigur Max Morlock 1964 seine Karriere beendet. Es fehlte zunächst eine Führungspersönlichkeit. Nach einigen Transfers wie den Verpflichtungen von Georg Volkert und vor allem Franz Brungs, Zvezdan Cebinac und August Starek gelang 1968 unter Trainer Max Merkel die erste Meisterschaft in der Bundesliga. Diese war auch ein Ergebnis mannschaftlicher Geschlossenheit und eines eingespielten Teams. Lediglich fünfzehn Spieler kamen in dieser Saison für den Club in der Bundesliga zum Einsatz. Zugleich war diese Meisterschaft bis zum Pokalsieg 2007 der letzte Titelgewinn des 1. FC Nürnberg im Fußball.

In der folgenden Saison stieg der Club als Titelverteidiger aus der Bundesliga ab, was bis heute einmalig ist. Die Schuld wird meist bei Max Merkels großem Spielerumbruch ausgemacht, der vor der Saison 1968/69 zehn Spieler, darunter Meisterspieler wie Ferschl, Starek und Torjäger Brungs abgab. Mit den Neuverpflichtungen hatte Merkel den Club für den Europapokal konkurrenzfähig machen wollen. Stattdessen schied der FCN in der 1. Rundes des Europapokals aus. Weitere Ursachen waren eine beispiellose Leistungsdichte im Verlauf der Saison 1968/69. Nürnberg als Absteiger landete nur neun Punkte hinter Vizemeister Aachen. Schließlich gilt noch Bestechung als Ursache. So behauptet Verteidiger Wenauer, dass Torhüter Rynio am vorletzten Spieltag beim 2:2 gegen die ebenfalls abstiegsbedrohten Dortmunder bestochen war: „Bekannt ist, dass Borussia Dortmund unseren Torhüter Jürgen Rynio eingekauft hat, der im Schicksalsspiel, dem 2:2 gegen Dortmund, zumindest einen vermutlich haltbaren Treffer passieren ließ.“ Nachgewiesen wurde dies jedoch nicht. Problematisch war der Abstieg nicht nur aus sportlicher, sondern auch aus finanzieller Sicht. Denn mit dem Bau des am 31. Oktober 1968 eingeweihten Trainingsgeländes hatte sich der Verein in der Hoffnung auf lukrative Einnahmen in Bundesliga und Europapokal verschuldet. Der 1. FC Nürnberg ging mit den modernsten Trainingsanlagen Europas in die Zweitklassigkeit, für sportliche Verstärkungen fehlten jedoch Finanzmittel.

Nach nur sechs Jahren Zugehörigkeit zur Bundesliga musste der deutsche Rekordmeister wieder im regionalen Fußball antreten. Den zweitklassigen Unterbau der Bundesliga bildeten damals noch fünf Regionalligen (Süd, Südwest, West, Nord, Berlin), wobei die Regionalliga Süd das Gebiet der ehemaligen Oberliga Süd umfasste. Der sportliche Abstieg bedeutete, auf viele alte bekannte Gegner aus Oberligazeiten wie die SpVgg Fürth und den FC Schweinfurt, den Karlsruher SC und den VfR Mannheim zu treffen. Wie erwähnt, war der Verein finanziell schwer belastet und der völlig unerwartete Abstieg traf die Führung schwer. Präsident Walter Luther musste sich mit dem Problem der Finanzierung des Wiederaufstiegs auseinandersetzen, statt den Verein wie geplant zu europäischen Erfolgen zu führen. Nach den ersten zwei Jahren in der Regionalliga wurde Luther durch den Handballer Hans Ehrt abgelöst, der in seiner Amtszeit bis 1977 den Schuldenberg von sechs Millionen D-Mark um zwei Millionen DM verkleinerte.

In der Zweitklassigkeit verpasste der Club mehrmals den möglichen Wiederaufstieg in die 1. Bundesliga. Die Mannschaft verfügte mit Dieter Nüssing, Kurt Geinzer und Slobodan Petrovic Mitte der 1970er Jahre über ein Mittelfeld mit Bundesligaformat und mit Hans Walitza stand ein treffsicherer Angreifer zur Verfügung. Doch selbst die kontinuierliche Trainingsarbeit eines Hans Tilkowski von 1973 bis 1976 reichte nur für die Teilnahme an der Aufstiegsrunde und letztlich für die Qualifikation zur 1974 gegründeten 2. Bundesliga. Dort fiel der Club für einige Zeit sogar hinter fränkische Konkurrenten wie Bayern Hof und den FC Schweinfurt 05 zurück. Nach acht Jahren Zweitklassigkeit resignierte auch das Publikum. So kamen zum letzten Heimspiel der Saison 1976/77 nur 1743 Zuschauer, die damit für den Minusrekord in der Vereinsgeschichte sorgten. Ohne seine Leistungsträger Nüssing, Geinzer, Pechthold und Hannakampf ging der Club ohne große Ambitionen in die Saison 1977/78. Doch ausgerechnet am Ende dieser Saison gelang die langersehnte Rückkehr in das Fußballoberhaus. Aus der Jugend, die 1974 erstmals Deutscher Jugendmeister wurde, hatten sich vielversprechende Talente wie Norbert Eder, Bertram Beierlorzer, Horst Weyerich, Peter Stocker und Reinhold Schöll entwickelt, die zusammen mit den verbliebenen Routiniers zunächst unter Trainer Horst Buhtz und dann unter Werner Kern den Aufstieg realisierten.

Nach dem Ende der langen Zweitklassigkeit erfolgte 1979 gleich wieder der Abstieg aus der 1. Liga und 1980 der sofortige Wiederaufstieg. Aus dem Rekordmeister begann eine Fahrstuhlmannschaft zu werden. In der ersten Ära von Präsident Michael A. Roth, der 1979 auf Lothar Schmechtig folgte, plante dieser die Rückkehr in die Bundesligaspitze. Doch das Konzept mit Altstars wie Rudolf Kargus, Manfred Burgsmüller und Rüdiger Abramczik ging nicht auf. Spieler kamen und gingen, innerhalb von vier Spielzeiten verschliss der Verein zehn Trainer. Lediglich das verlorene DFB-Pokalfinale 1982 brachte Funktionären und Fans eine kurzzeitige Erinnerung an frühere Zeiten. Statt des geplanten internationalen Geschäfts folgte 1983/84 nach einer katastrophalen Saison ohne jeden Auswärtspunkt der erneute Abstieg.

Präsident Roth warf das Handtuch und wurde durch Gerd Schmelzer abgelöst. Immerhin war der Verein zu diesem Zeitpunkt weitgehend schuldenfrei. Schmelzer verlängerte mit Abstiegstrainer Heinz Höher. Die folgende Zweitligasaison wurde zum Wendepunkt. Als im Oktober 1984 die erfahrenen Spieler wie Udo Horsmann und Rudi Kargus die weitere Zusammenarbeit mit Trainer Höher verweigerten, wurden diese entlassen. Um junge Spieler wie Hans Dorfner, Dieter Eckstein, Roland Grahammer und Stefan Reuter entstand eine Mannschaft, die nicht nur den sofortigen Wiederaufstieg schaffte, sondern in der Saison 1987/88 als Tabellenfünfter sogar die Qualifikation für den UEFA-Pokal. Neben den Aufstiegshelden waren die später hinzugekommenen Spieler wie Joachim Philipkowski und Anders Giske in der Abwehr, Manfred Schwabl im Mittelfeld, Jørn Andersen als Torjäger und schließlich Andreas Köpke im Tor wesentliche Garanten des Erfolgs. Die Jahre von 1985 bis 1988 waren eine der wenigen Phasen in der jüngeren Club-Geschichte, in der Trainer, Präsident und Mannschaft in einem ruhigen Umfeld arbeiten konnten.

Parallel zum sportlichen Erfolg begann das Vereinspräsidium um Präsident Schmelzer und Schatzmeister Böbel sein Konzept des „Club 2000“ umzusetzen. Das sah nicht nur die Etablierung der Mannschaft in der Spitzenklasse vor, sondern auch einen Stadionneubau, die Sanierung des Vereinsgeländes und die Zukunftssicherung des Vereins durch die Verpachtung eines Grundstückes auf dem Vereinsgelände an eine Hotelkette. Die Kosten für die Modernisierung von Stadion und Trainingsgelände, eine ungeschickte Transferpolitik und schließlich Steuerhinterziehung und Schiedsrichterbestechung führten den Club bis 1994 zurück in die 2. Bundesliga und kurz vor den finanziellen Ruin. Lediglich die Paraden von Nationaltorhüter Andreas Köpke verhinderten einen frühzeitigeren Absturz. Der siebte Tabellenplatz 1991/92 unter Willi Entenmann blieb nur ein kurzzeitiger Erfolg. Das neue Präsidium um Sven Oberhof, Schmelzers Nachfolger, hatte diesen durch hohe Ablösesummen für die Rückkehrer Dorfner, Eckstein und Zarate teuer erkauft. Nach dieser Saison mussten die Leistungsträger abgegeben werden. Als schließlich der Schuldenstand mit 23 Millionen D-Mark einen neuen Rekord erreicht hatte, war innerhalb kurzer Zeit nicht nur Oberhofs Amtszeit vorüber. Sein Schatzmeister Böbel musste wegen Unterschlagung von Vereinsvermögen und Steuerhinterziehung sogar ins Gefängnis. Der neue Präsident Gerhard Voack trug nicht dazu bei, den Verein zur Ruhe zu bringen. Zwar galt der Kader der Saison 1993/94 dank der Rückkehr Zarates, Golkes und Schwabls sowie der Verpflichtung von Alain Sutter und Lubos Kubik durchaus als konkurrenzfähig. Voack verkaufte aber zunächst Publikumsliebling Eckstein und entließ dann Trainer Entenmann nach einem 2:0-Sieg über Bayern München. Das Saisonfinale mit dem Phantomtor im vorletzten Spiel beim FC Bayern München brachte den vierten Abstieg. Damit endete die längste ununterbrochene Bundesligazugehörigkeit des 1. FC Nürnberg.

Nach dem Rücktritt Voacks und einem kurzen Intermezzo von Ludwig Haas als Vereinspräsident kehrte im Oktober 1994 Michael A. Roth in das Präsidentenamt (offiziell im März 1995) zurück. Er setzte zunächst seinen Plan durch, aus dem 1. FC Nürnberg einen Dachverband zu machen, dem die bisherigen Abteilungen als eigenständige Vereine angehören. Damit trennte er die finanziellen Risiken des Profifußballs von den anderen Abteilungen. Zugleich gelang es ihm, dank langfristiger Werbeverträge für seinen Teppichkonzern sowie persönlicher Bürgschaften bis Oktober 1995 die Schulden auf 11,6 Millionen D-Mark zu drücken und den Verein vor einem Lizenzentzug zu bewahren. Der zwischenzeitliche Tiefpunkt des Abstiegs in die drittklassige Regionalliga Süd wurde jedoch zum Wendepunkt.

Finanziell besser aufgestellt gelang unter Trainer Willi Entenmann der sofortige Wiederaufstieg in die 2. Bundesliga. Mit Felix Magath als Übungsleiter gelang der Durchmarsch durch die 2. Bundesliga in die 1. Bundesliga. Magath warf noch vor Saisonstart das Handtuch und auch Nachfolger Willi Reimann blieb nur kurz. Unter Friedel Rausch und mit Rückkehrer Andreas Köpke verpasste der Club im dramatischen Finale der Saison 1998/99 nur wegen der weniger geschossenen Anzahl der Tore den Klassenerhalt. Der 1. FC Nürnberg pendelte nun als typische Fahrstuhlmannschaft zwischen 1. und 2. Liga. Allerdings setzte der Verein nicht mehr auf Hau-Ruck-Aktionen, sondern stellte finanzielle Solidität vor den erzwungenen Erfolg. Mit Trainer Klaus Augenthaler und einem Team mit jungen Talenten wie David Jarolim, Nils-Eric Johansson und Frank Wiblishauser gelang zwei Jahre später der erneute Aufstieg.

Aus dem jährlichen Wechsel der Liga seit 1996 wurde nun ein Zwei-Jahres-Rhythmus. Dem Aufsteiger gelang 2001/02 der Klassenerhalt, doch in der folgenden Saison konnten weder Klaus Augenthaler noch sein kurz vor Saisonende verpflichtete Nachfolger Wolfgang Wolf den insgesamt sechsten Abstieg verhindern. Von fünf Spielern aus dem ehemaligen Jugoslawien hatte lediglich Rückkehrer Saša Ćirić die notwendige Klasse bewiesen.

Trotz der erneuten vorzeitigen Trainerentlassung war der 1. FC Nürnberg deutlich mehr um Kontinuität bemüht. Das Duo Augenthaler/Geenen hatte immerhin fast drei Jahre die sportliche Verantwortung inne gehabt, und auch Nachfolger Wolf sollte mit 2,5 Jahren eine für Nürnberger Verhältnisse lange Amtszeit haben. Ihm gelang mit einer Mannschaft, die er gemeinsam mit Sportdirektor Martin Bader um zumeist wenig bekannte Spieler verstärkte, der Aufstieg und dann der Klassenerhalt. Insbesondere das slowakische Duo Marek Mintál und Róbert Vittek erwies sich als absoluter Glücksgriff. Mintál gelang das Kunststück, sowohl in der 2. Liga als auch in der 1. Liga Torschützenkönig zu werden.

In der Saison 2005/06 gelang es dank des erneuten Klassenerhalts, dass der 1. FC Nürnberg erstmals seit den frühen 1990ern drei Spielzeiten hintereinander in derselben Spielklasse spielt. Ermöglicht hatte diesen Erfolg der neue Trainer Hans Meyer. Ihm gelang es, die Mannschaft zu stabilisieren und noch in der Vorrunde auf einen Nichtabstiegsplatz zu führen. Dank des aufblühenden Sturms um Robert Vittek, der in der Rückrunde 16 Tore erzielte, Iwan Sajenko und Stefan Kießling wurde Nürnberg zum viertbesten Rückrundenteam.

Nach der Spielzeit blieb der Großteil der Stammspieler beim Verein. Lediglich Publikumsliebling Stefan Kießling verließ den Club für eine Ablösesumme von 5 Millionen Euro. Mit diesem Transfer hatte der Verein nach dieser Saison endlich wieder eine solide finanzielle Basis erreicht und konnte mit dem Kapitän der tschechischen Nationalmannschaft, Tomáš Galásek von Ajax Amsterdam, einen spektakulären Neuzugang vermelden. 2006/07 konnte das Team unter Meyer nahtlos an die Vorsaison anknüpfen. Am Saisonende stand der 1. FC Nürnberg auf dem sechsten Platz. Wichtiger noch war der Gewinn des DFB-Pokal 2007. Dieser bedeutete den ersten nationalen Titel seit 1968 und die Qualifikation für den UEFA-Pokal sowie erstmals in der Vereinsgeschichte für den DFL-Ligapokal.

Der DFB-Pokalsieg und die anschließenden guten Spiele im UEFA-Pokal 2007/08, in dem die Runde der letzten 32 erreicht wurde, waren nur ein kurzer Höhenflug. Obwohl bis auf Stammtorhüter Schäfer und Angreifer Schroth der Kern der Pokalsiegermannschaft in Nürnberg blieb und die Mannschaft mit Spielern wie Angelos Charisteas verstärkt worden war, lief es in der Saison 2007/08 schon zur Hinrunde nicht. Nach verpatztem Rückrundenstart wurde Trainer Hans Meyer entlassen. Doch auch sein Nachfolger Thomas von Heesen konnte den Abstieg nicht verhindern, der nach dem letzten Spieltag feststand. Neben Verletzungspech war vor allem die mit Abstand schlechteste Chancenverwertung der Liga die Ursache für den siebten Bundesligaabstieg der Vereinsgeschichte. In der Saison gab es auch zwei außersportliche Vorfälle: Das Spiel bei Eintracht Frankfurt wurde unterbrochen, da Nürnberger Fans Feuerwerkskörper auf das Spielfeld geworfen hatten, das darauf folgende Heimspiel gegen den VfL Wolfsburg wurde zum ersten Spiel in der Bundesligageschichte, das wegen zu starken Regens abgebrochen wurde.

Nach dem zweiten Spieltag der folgenden Zweitligasaison 2008/09 erklärte Thomas von Heesen am 28. August 2008 nach interner Kritik seinen Rücktritt als Cheftrainer. Sein Nachfolger wurde dessen Co-Trainer Michael Oenning.

Der 1. FC Nürnberg war seit der Schaffung des ersten Ligabetriebs in Nürnberg 1905 bis 1969 stets erstklassig. Änderungen in der Ligazugehörigkeit waren nur durch Ligareformen bedingt.

In der Zweitklassigkeit befand sich der Club seit dem ersten Bundesligaabstieg 1969 gleich mehrmals.

Nur ein Jahr befand sich der 1. FC Nürnberg seit seiner Gründung in der Drittklassigkeit.

Mit den neun Meisterschaften ist der Club bis heute nach Bayern München (21) und dem BFC Dynamo (10) in der offiziellen Statistik auf dem dritten Rang.

In der langen Geschichte des 1. FC Nürnberg prägten verschiedenste Spieler das Spiel des Club. Deutschlandweit am bekanntesten sind sicherlich die beiden mit dem Titel des Fußballer des Jahres geehrten Max Morlock (1961) und Andreas Köpke (1993). Mit dem slowakischen Nationalspieler Marek Mintál stellte der Club 2005 erstmals den Torschützenkönig der 1. Bundesliga. Ein Jahr zuvor war Mintal bereits bester Torjäger der 2. Liga geworden. Einen ähnlichen Erfolg erreichte Heinz Strehl, als er 1962 Torschützenkönig des Europapokals der Landesmeister wurde.

In Nürnberg selbst fiel die angemessene Ehrung der einzelnen Spielerpersönlichkeiten lange Zeit schwer. Zwar wurden im Umfeld um das Nürnberger Stadion einzelne Straßen nach herausragenden Spielern wie Hans Kalb und eben Max Morlock benannt, doch erst 2006 entschloss sich der Verein zu einer systematischen Würdigung von 35 Spielern. Auslöser war die Umbenennung des Stadions, das den Namen eines Produktes eines Sponsors bekommen hatte. Die Fans reagierten darauf aus Protest mit einer symbolischen Umbenennung in Max-Morlock-Stadion. Als Kompromiss benannte der 1. FC Nürnberg zur Saison 2006/07 35 Stadionblöcke nach verdienten Spielern aus der Vereinsgeschichte, die mindestens zwei der folgenden drei Kriterien erfüllen: 400 Einsätze für den Club, Nationalspieler, Deutscher Meister mit dem Club.

Zu den solchermaßen geehrten Spielern gehören zunächst einmal die Nationalspieler der erfolgreichen 1920er Jahre wie Georg Hochgesang, Hans Kalb, Anton Kugler, Luitpold Popp, Baptist Reinmann, Carl Riegel, Hans „Bumbes“ Schmidt, Wolfgang Strobel, Heinrich Stuhlfauth, Hans Sutor und Heinrich Träg. Abgeschlossen wird diese Gruppe durch den Schweizer Nationalspieler Gustav Bark sowie durch Nationalspieler Josef „Seppl“ Schmitt, der auch für den Übergang zwischen den goldenen 20ern und den Erfolgen in den 1930er Jahren steht. Aus der Periode der 1930er Jahre würdigte der Verein seine Nationalspieler Willi Billmann, Georg Köhl, Willi Kund, Andreas Munkert und Richard Oehm sowie Karl Gußner aus der Meistermannschaft von 1936.

Zu dieser Gruppe gehört auch der 1936er Meisterspieler Hans Übelein, der auch zu der kleinen Gruppe der Spieler der Nachkriegszeit gehört, die ebenfalls gewürdigt wurden. Unter ihnen ragt besonders Max Morlock heraus, der 1948 und 1961 Meister mit dem Club wurde. Hinzu kommen die Nationalspieler Ludwig Müller, Stefan Reisch, Georg Volkert und Ferdinand Wenauer. Zusätzlich erfüllten noch Gerhard Bergner, Helmut Herbolsheimer, Eduard Schaffer sowie Konrad Winterstein als Meister von 1948 sowie Horst Leupold, Fritz Popp, Heinz Strehl, Kurt Ucko und Roland Wabra aus den Meisterteams der 1960er Jahre die Kriterien für die Benennung eines Stadionblocks.

Seit der Vereinsgründung wechselten 65 Mal die Inhaber des Trainerpostens. Diese Zahl ist umso bemerkenswerter, da der Club erst seit Mitte der 1920er Jahre überhaupt regelmäßig Trainer beschäftigte. Zumeist leiteten Spieler wie Alfred Schaffer das Training, der später von 1933 bis 1935 den Club zum ersten Pokalsieg führte. Mit dem ehemaligen englischen Nationalspieler Fred Spicksley war 1913 kurzzeitig der erste richtige Übungsleiter engagiert worden. Er kehrte 1926/27 noch einmal zurück und beendete mit seinem zweiten Engagement die trainerlose Zeit des FCN. Zwischendurch hatte der Club nur Izidor Kürschner mehrmals als Übungsleiter für Meisterschaftsendrunden engagiert. Mehrmals war auch sein Nachfolger Dr. K. Michalke Trainer (1927 bis 1928, 1935 bis 1936, 1946 bis 1947). Überhaupt kehrten viele Trainer bis in die Gegenwart zu einem wiederholten Engagement zum 1. FC Nürnberg zurück. Aus der Vorkriegszeit bemerkenswert sind noch Jenő Konrád, der als Jude wie oben erwähnt auf Grund der Hetze der NSDAP die Stadt verließ sowie Gyuri Orth (1936 bis 1939), Alv Riemke (1939 bis 1941 und 1952 bis 1954) und während des Krieges dann der ehemalige Meisterspieler Hans „Bumbes“ Schmidt (1941 bis 1945 und 1950 bis 1952). Mit Josef „Seppl“ Schmitt (1947 bis 1949) war es einem anderen Meisterspieler vorbehalten, als erster und bislang einziger mit dem 1. FCN sowohl als Spieler wie als Trainer erfolgreich zu sein.

Während der Oberligazeit schaffte Franz Binder durch seine Amtszeit von 1955 bis 1960 die bisher längste kontinuierliche Verweildauer auf dem Trainerstuhl des Club. Sein Nachfolger Herbert Widmayer, Meistertrainer von 1961, war am 30. Oktober 1963 dann der erste Trainer, der in der Bundesliga entlassen wurde. In der Bundesliga probierten sich zwei Mal Jenő Csaknády (1963 bis 1964 und 1965 bis 1966) sowie Gunther Baumann und Jenő Vincze ohne großen Erfolg als Trainer, ehe Max Merkel es in 26 Monaten Amtszeit (3. Januar 1967 bis 24. März 1969) den Club zunächst vor dem Abstieg bewahrte, zur neunten Meisterschaft führte und dann wieder in den Abstiegskampf verstrickte, aus dem auch Ex-Spieler Robert Körner sowie Kuno Klötzer den Club nicht mehr retten konnten.

In der Zweitklassigkeit durfte Hans Tilkowski drei volle Spielzeiten Trainer bleiben. Sein Nachfolger Horst Buhtz wurde nach dem vorletzten Spieltag der Saison 1977/78 entlassen, nachdem sich der Club für die Aufstiegsspiele qualifiziert hatte. In diese führte der jungen Trainer Werner Kern den Club erfolgreich. Als es anschließend in der 1. Bundesliga weniger gut lief, trat zunächst Präsident Lothar Schmechtig zurück, damit sein Nachfolger einen Tag später Kern entlassen konnte. Mit Robert Gebhardt saß erneut ein Ex-Spieler auf dem Trainerstuhl, unterbrochen von einem 51-tägigen Intermezzo des Belgiers Jeff Vliers im Sommer 1979. Noch kürzer – von Interimstrainern abgesehen – war im Herbst 1983 das 41-tägige Engagement von Rudi Kröner. Von 1981 bis 1983 war mit Udo Klug erstmals wieder ein Trainer länger als zwei Jahre am Stück im Amt. Sein indirekter Nachfolger Heinz Höher gelang durch die Amtszeit vom 1. Januar 1984 bis 30. Juni 1988 die zweitlängste Amtszeit eines Club-Trainers. Er gehört auch zu den wenigen, die nicht vorzeitig entlassen wurden. Dies widerfuhr ihm dann erst als Manager. Die nachfolgenden Amtszeiten von Hermann Gerland (1988 bis 1990) und Arie Haan (1990 bis 1991) dauerten kürzer an. Willi Entenmann kam in zwei Versuchen auf über drei Jahre auf dem Trainerstuhl des 1. FC Nürnberg. Sein erstes Engagement endete mit einer Entlassung nach einem 2:0-Sieg über Bayern München im November 1993. Bis zu seinem zweiten Engagement ab Mai 1996 lösten sich in relativ kurzer Zeit Dieter Renner, Rainer Zobel, Günter Sebert und wieder einmal Hermann Gerland ab. Felix Magath führte den Club 1997/98 aus der 2. Bundesliga, ging dann aber selbst, weil er keine Perspektive für die 1. Liga sah. Sein Nachfolger Willi Reimann gab das Amt nach vier Monaten aus persönlichen Gründen ab. Friedel Rauschs 13-monatige Amtszeit war die vorerst letzte kurzzeitige Beschäftigung eines Trainers. Zwar trennte sich der Verein auch von seinen Nachfolgern Klaus Augenthaler und Wolfgang Wolf vorzeitig. Doch war Augenthaler über drei Jahre und Wolf immerhin zweieinhalb Jahre im Amt. Vom 9. November 2005 bis 11. Februar 2008 war Hans Meyer der 65. Trainer des 1. FC Nürnberg. Unter seiner Führung konnte der 1. FC Nürnberg mit dem Sieg im DFB-Pokal 2007 den ersten nationalen Titelgewinn seit 39 Jahren feiern. Nach Misserfolg in der Liga wurde er am 12. Februar 2008 durch Thomas von Heesen ersetzt. Aufgrund der Situation innerhalb des Vereins gab von Heesen am 28. August seinen Rücktritt bekannt. Den Trainerposten übernimmt bis auf weiteres der Assistenztrainer Michael Oenning.

Die zweite Mannschaft des Club hat wie auch anderswo ihre Hauptfunktion, Talente an die erste Mannschaft heranzuführen. Um diesen möglichst gute Spielpraxis zu bieten, soll die Mannschaft nebenbei auch so hochklassig wie möglich spielen. Dies gelang in der Vergangenheit nicht immer.

Erstmals gelang dem Club-Unterbau 1955 der Aufstieg in die drittklassige Amateurliga Bayern. Nach vier Spielzeiten mit den Platzierungen 6, 13, 8 und zuletzt 14 ging es jedoch zurück in die lokale Ligastruktur. Im Schatten der Meistermannschaft von 1961 reifte auch eine gute zweite Mannschaft heran, die 1965 in die bayerische Amateurliga zurückkehrte und als Neuling gleich die Vizemeisterschaft errang. Damit waren die Club-Amateure auch für die Amateurmeisterschaft qualifiziert, scheiterten dort aber in der 1. Runde an der SG Westend Frankfurt mit 1:1 und 0:1. In der Bayernliga rutschte die Mannschaft zugleich von Saison zu Saison immer tiefer in der Tabelle ab. Über die Platzierungen 5, 7, 10, 13, 12 und 15 landete das Team 1973 schließlich auf dem 18. Platz und stieg mit 103 Gegentreffern wieder in die Landesliga ab. Während die A-Junioren ein Jahr später die deutsche Meisterschaft errangen, konnten sie nach dem Wechsel in den Seniorenbereich der zweiten Mannschaft nicht weiterhelfen. Erst 1980 kehrten sie mit Schwung in die nunmehr zur Amateur-Oberliga reformierte Bayernliga zurück. Im selben Jahr waren die Club-Amateure erstmals in der Hauptrunde des DFB-Pokals vertreten, schieden in der 1. Runde jedoch bei TuS Schloß Neuhaus mit 2:3 n. V. aus. In der Oberliga stürmte der Nachwuchs auf den zweiten Tabellenplatz. Nachdem die besten Spieler in die Bundesligamannschaft abgewandert waren, erfolgte jedoch nach einem 13. Platz 1982 nach der Saison 1982/83 erneut der Abstieg. Im DFB-Pokal 1982 war die Mannschaft am SSV Ulm 1846 im Wiederholungsspiel gescheitert.

Während die Bundesligamannschaft 1983/84 einen Negativrekord nach dem nächsten aufstellte und am Saisonende ohne jeden Auswärtspunkt abstieg, reifte in der Viertklassigkeit der Landesliga Mitte bei den abgestiegenen Amateuren ein Jahrgang heran, der nicht nur die sofortige Rückkehr in die Bayernliga schaffte, sondern in Gestalt seiner wichtigsten Spieler wie Roland Grahammer und Dieter Eckstein auch der ersten Mannschaft zum Bundesligaaufstieg verhalf. Der talentiertesten Spieler beraubt hielt sich die zweite Mannschaft erneut nur drei Jahre in der Amateuroberliga und stieg 1987 schließlich wieder ab. Zwischendurch gelang dem Team der bis heute größte Erfolg im DFB-Pokal, als in der Pokalrunde 1984/85 in der 1. Hauptrunde daheim Südwest Ludwigshafen besiegt wurde. In der 2. Runde verlor der Club daheim gegen den SC Jülich 10.

In den folgenden Jahren verpasste die zweite Mannschaft nicht nur die Rückkehr in die Oberliga Bayern, sondern wurde durch die Einführung der Regionalliga 1994 sogar in die Fünftklassigkeit herabgestuft. Der Sprung in die erste Mannschaft wurde für die Spieler der zweiten nur durch deren Absturz bis in die Regionalliga 1996 vereinfacht. Für Aufsehen und den bis heute wohl größten Zuschauerandrang sorgten die Club-Amateure durch ihr Aufeinandertreffen mit Borussia Mönchengladbach in der 1. Hauptrunde des DFB-Pokal 1996, das im Frankenstadion mit 0:3 verloren ging. Als der ersten 1998 der Durchmarsch in die 1. Bundesliga gelang, kehrte auch die zweite Mannschaft wieder in die bayerische Amateuroberliga zurück. Die letzte prominente Verstärkung aus der zweiten Mannschaft war Cacau. Ansonsten dient die durch die Auflagen des DFB für zweite Mannschaften von Bundesligisten zur „U23“ umfunktionierte Mannschaft vor allem Talenten aus der A-Jugend als Warteraum für den Durchbruch in der ersten Mannschaft und als Möglichkeit für Profispieler, nach Verletzungen wieder Spielpraxis zu gewinnen. In der Saison 2007/08 gelang der Aufstieg in die Regionalliga zur Saison 2008/09. Damit gehört die zweite Mannschaft des 1. FC Nürnberg zu den ersten Mannschaften, die in der nach Einführung der Dritten Liga nun viertklassigen Regionalliga spielen.

Von den ersten Gehversuchen auf der Deutschherrnwiese an der Pegnitz in Mitten Nürnbergs über das vereinseigene Stadion in Zerzabelshof bis hin zum heutigen easyCredit-Stadion blickt der 1. FC Nürnberg auf insgesamt neun unterschiedliche Spielstätten zurück.

Als erster Platz für Fußballspiele diente dem neugegründeten Verein ein Exerzierplatz im Pegnitzgrund, die sogenannte Deutschherrnwiese. Wie heute noch bei vielen Bolzplätzen mussten die Spieler zu jedem Spiel Torstangen und Eckpfosten selbst mitbringen. Ein besonderer Vorzug des Platzes war das nahegelegene Lokal „Burenhütte“. Hier fand nicht nur am 4. Mai 1900 die Gründung des Vereins statt, das Lokal diente auch als Vereinsheim und Umkleideraum. Als der Club für seine ersten Spiele gegen auswärtige Gegner Eintritt verlangen wollte, zeigte sich die Notwendigkeit einer Umzäunung des Geländes. Der Magistrat der Stadt Nürnberg verweigerte sich jedoch diesem Ansinnen.

Der Verein pachtete nun ein 10.000 Quadratmeter großes Sportfeld in der Ziegelgasse im Nürnberger Stadtteil Steinbühl. Für insgesamt 14.000 Mark baute der Verein eine Umkleidehütte, Kassenhäuschen, eine Holztribüne mit 300 Sitzplätzen und natürlich einen Zaun. Mit dem beginnenden Ligabetrieb im Jahr 1905 gab es regelmäßige Spiele und ausreichenden Besuch, um die Kosten schnell zu decken. Das größte Ereignis an der Ziegelgasse war das Endspiel um die dritte deutsche Meisterschaft 1906 zwischen dem VfB Leipzig und dem 1. FC Pforzheim. Der Andrang von 1.100 Zuschauern zeigte bereits die Grenzen des Platzes auf.

Der Verein war bei der Suche nach einem größeren Gelände schnell fündig geworden und eröffnete bereits am 28. Februar 1908 einen neuen, doppelt so großen Platz im 1899 eingemeindeten Vorort Schweinau. Die Pachtsumme für fünf Jahre betrug 25.000 Mark. Der Platz mit Laufbahn war von Erdwällen für Zuschauer umgeben und verfügte über eine kleine überdachte Holztribüne, die auch Umkleideräume mit sanitären Anlagen beherbergte. Im Herbst 1911 strömten zum Derby gegen die SpVgg Fürth 6.000 Zuschauer. Damit war auch dieser Platz rasch zu klein geworden.

Im September 1910 hatte der Lokalrivale aus Fürth mit dem Stadion am Ronhofer Weg ein 8.000 Zuschauer fassendes Stadion eröffnet, das als modernstes Stadion Deutschlands galt und den Fürthern hohe regelmäßige Zuschauereinnahmen garantierte. So war es eine Mischung aus Konkurrenzdenken und praktischer Notwendigkeit, die den 1. FC Nürnberg unter dem Vorsitz des Gründungsvorstandes Christoph Heinz dazu bewegte, ein eigenes Grundstück zu kaufen. Denn bereits zweimal hatte der Verein Geld in gepachtete Grundstücke investiert, die rasch zu klein geworden waren. Im außerhalb der Stadtgrenzen gelegenen Zerzabelshof, das erst 1923 nach Nürnberg eingemeindet wurde, kaufte der Verein seinem Mitglied Karl Hertel für 130.000 Mark ein 47.000 Quadratmeter großes Grundstück ab. Ein Nebeneffekt war, dass die Gemeinde Zerzabelshof auf den Eintrittspreis für Fußballspiele keine Lustbarkeitssteuer erhob. Für 300.000 Mark errichtete der Club Übungsplätze, ein Vereinsheim, Tennisplätze für die Tennisabteilung und schließlich ein Stadion. Die Ausgaben refinanzierte der Club auf eine vielfältige Weise. Ein Mitglied übernahm einen Teil der Kosten, Anteilsscheine von der Investition in den Schweinauer Platz wurden nicht voll ausgezahlt, Reklamemarken mit der Darstellung der Sportarten im FCN erlösten 1.200 Mark. Die Freiherllich von Tucher’sche Brauerei gewährte dem Verein eine günstig verzinste Hypothek, die Nürnberger Lebensversicherungsbank übernahm die erste Hypothek. Schließlich wurde der Preis für Dauerkarten erhöht und die Ermäßigung auf den Vorverkauf abgeschafft. Am 24. September 1913 wurde das 8.000 Zuschauer fassende Rund gegen Eintracht Braunschweig eingeweiht. Die Architekten Heinz und Richard Gerling hatten nicht nur ein Stadion mit Laufbahn errichtet, sondern für den Verein einen Sportpark mit Schwimmbad und Tennisplätzen errichtet. Während in anderen Städten wie Köln, Frankfurt am Main oder Altona die Kommunen Sportparks errichteten, war die Finanzierung aus Vereinsmitteln durch den 1. FC Nürnberg die Ausnahme in Deutschland. Zudem ließ sich die Stadt Nürnberg nicht davon abhalten, nach dem Ersten Weltkrieg mit dem und um das Städtische Stadion ebenfalls einen kommunalen Sportpark zu bauen (siehe unten). Während der Ort Zerzabelshof im Volksmund „Zabala“ genannt wurde, prägte ein Vereinsmitglied im Jahr 1915 den Begriff „Zabo“ als Kosenamen für das Stadion. Bis 1926 wurde das Stadion auf eine Kapazität von 25.000 Zuschauern erweitert. Hinter einem der beiden Spielfeldtore überragte ein eindrucksvolles Kriegsmahnmal die Zuschauertribünen.

Das Stadion war 1943 bei einem Bombenangriff schwer zerstört worden und zudem nach dem Krieg von der amerikanischen Militärregierung beschlagnahmt worden. Daher trug der Club seine Heimspiele zunächst ausgerechnet im Fürther Ronhof aus. Auch das 1925 errichtete Städtische Stadion am Dutzendteich kontrollierte das amerikanische Militär. Im September 1948 kehrte der Verein auf sein eigenes Gelände zurück und entschied sich für den Wiederaufbau des Zabo. Unter der Planung von Franz Ruff, der u. a. den Bau der Kongresshalle auf dem Reichsparteitagsgelände geführt hatte, entstand ein Stadion für 35.000 Zuschauer. Die Haupttribüne war ein Eisenbetonskelettbau mit einem Betondach, das zwei je 28 Zentimeter starke Stahlrohre trugen, die die Last von je 250 Tonnen tragen konnten. Beide Stützen hatten bewegliche Lagerungen, um größere Spannungen zu vermeiden. Die Tribüne selbst bot 2.450 Zuschauern auf 80 cm breiten Sitzen Platz. Im Innenraum der Tribüne waren 22 Kabinen, sechs Duschräume, eine Turnhalle sowie Räume für den Platzwart und den Rundfunk untergebracht. Die Tribüne und damit das gesamte Stadion wurde an Pfingsten 1950 eröffnet. In den Oberligajahren und dem damit einhergehenden Zuschauerandrang – der Schnitt schwankte zwischen 11.067 1954/55 und 21.867 1961/62 – erwies sich weniger das Stadion selbst als zu klein. Vielmehr wurde der An- und Abreiseverkehr, der im Zuge der zunehmenden Motorisierung des Individualverkehrs verstärkt mit dem Personenkraftwagen erfolgte, zum Problem. Im engen Zerzabelshof gab es schlicht zu wenig Parkplätze. Ursprünglich hatte die Stadt den Bau der Tribünen nur genehmigen wollen, wenn für 2.000 Stellplätze gesorgt worden wäre. 1957 wurde der Verein von dieser Forderung jedoch befreit, da die Stadt die Forderung erst nach Baubeginn erhoben hatte. Allerdings war dieser ohne Genehmigung erfolgt, rechtlich abgesegnet wurde das Stadion erst sechs Jahre nach der Einweihung. Da bei anderen Abteilungen des Vereins ebenfalls der Wunsch nach moderneren Sportanlagen laut wurde, entschloss sich der Verein unter Präsident Walter Luther zum Verkauf des Geländes. Am 1. September 1966 begann der Abriss. Heute befindet sich auf dem Gelände eine Wohnanlage.

Aus dem Erlös des Zaboverkaufs erwarb der Verein am 8. Juli 1965 das Gelände der ehemaligen Kraft durch Freude-Stadt am Valznerweiher. Auf dem Schutt der ehemaligen Unterkünfte für Teilnehmer an den Reichsparteitagen baute der Club eines der für damalige Verhältnisse modernsten Vereinsgelände. Neben Trainingsanlagen für die Fußballer und einem 7.000 Zuschauer Platz bietenden Fußballplatz, auf dem die II. Mannschaft und die Jugend ihre Heimspiele austrägt, umfasst das Gelände auch ein Schwimmbad und Tennisplätze. Der Verein musste sogar den bayerischen Landwirtschaftsminister Alois Hundhammer einschalten, um den Freistaat Bayern überzeugen zu können, das Gelände nicht zu spekulativen, sondern zu gemeinnützigen Zwecken zu erwerben. Dadurch konnte der Verein die 210.000 m² für 6 DM/m² statt 52 DM, wie es dem Verkehrswert entsprochen hätte, kaufen. Die Einweihung fand am 31. Oktober 1968 statt.

Die Stadt Nürnberg beauftragte 1923 den Architekten Otto Ernst Schweizer als Kern des neuen städtischen Sport- und Erholungsgeländes zwischen Luitpoldhain, Schmausenbuck und Dutzendteich ein Stadion zu errichten. Am 10. Juni 1928 wurde das durch seinen charakteristischen achteckigen Grundriss geprägte Stadion eröffnet. Im Rahmen der Olympischen Spiele 1928 in Amsterdam wurde das Stadion mit einer Goldmedaille für den besonderen Entwurf ausgezeichnet. Insbesondere die 100 Meter lange Haupttribüne war durch die Dachkonstruktion eine Besonderheit. Sechs gusseiserne Säulen mit einem Durchmesser von 18 bis 20 cm trugen ein ausladendes Betondach. Hinter den 15 Sitzreihen für 2.544 Zuschauer war Raum für einen sieben Meter Wandelgang, der auch für die Bewirtschaftung genutzt werden konnte. Das Stadion mit Aschenbahn bot 37.000 Zuschauern Platz. Zunächst diente das Stadion vor allem für Turnfeste und Leichtathletikveranstaltungen. Nur selten fanden Fußballspiele wie das Endspiel um die deutsche Meisterschaft 1929, das ausgerechnet die SpVgg Fürth gewann, statt. Während der Zeit des Nationalsozialismus integrierte es Albert Speer als „Stadion der Hitlerjugend“ in die Anlagen für die Reichsparteitage. Während der Beschlagnahmung durch die Amerikaner von 1945 bis 1961 hieß das Stadion „Victory Stadium“.

Während sich der 1. FC Nürnberg 1950 noch gegen einen Umzug von Zerzabelshof in das städtische Stadion entschieden hatte, einigte sich die Vereinsführung nach dem Gewinn der deutschen Meisterschaft 1962 mit der Stadt über einen Ausbau des Stadions. Im Sommer 1963 begann die Renovierung der Haupttribüne und des Flutlichtes sowie eine Verkürzung der Aschenbahn. Weitere Baumaßnahmen im Gesamtwert von acht Millionen D-Mark folgten. 1965 fasste das Stadion 64.238 Zuschauer (14.700 Sitzplätze), durch Stahlrohrtribünen an den offenen Ecken (siehe Foto) konnte die Kapazität um 7.000 Plätze erhöht werden. Bereits während der Meisterschaftssaison 1967/68 erwies sich das Stadion als unmodern. Doch die Stadt Nürnberg verzichtete auf die Möglichkeit, für einen Umbau zur Fußballweltmeisterschaft 1974 in Deutschland günstige Finanzierungsmittel zu erhalten. 1986 stellte die Landesgewerbeanstalt fest, dass das Tribünendach baufällig sei, weshalb eine Modernisierung des Stadions endgültig erforderlich wurde.

Die Politik spielte bei der Entscheidung für die Totalsanierung des Stadions eine entscheidende Rolle. Der Oberbürgermeisterkandidat der CSU Günther Beckstein überredete kurz vor den anstehenden Wahlen Bayerns Ministerpräsident Franz Josef Strauß zur Zusage, dass der Freistaat Bayern die Hälfte der Umbaukosten von 52 Millionen D-Mark übernehme. Während des laufenden Spielbetriebs wurden bis September 1991 die alten Tribünen durch neue ersetzt, einzig die Grundform des Stadions blieb erhalten. Die Kosten für den versuchten, letztlich aber gescheiterten Erhalt der denkmalgeschützten Haupttribüne trieben den Gesamtpreis am Ende auf 68 Millionen D-Mark. Nach der Sanierung war das Stadion komplett überdacht und bot 52.500 Zuschauern Platz. Nach einer späteren Reduzierung der Stehplätze sank das Fassungsvermögen auf 44.600 Plätze.

Der Schritt zum heutigen easyCredit-Stadion beinhaltete mehr als nur die Umbenennung des Stadion. Die Stadt Nürnberg legte vor der Fußballweltmeisterschaft 2006 alles daran, nicht noch einmal wie 1974 die Chance zu einem Umbau zu verpassen. Durch die Absenkung des Spielfeldes wurde die Sicht verbessert – das Stadion verfügt noch immer über eine Tartanbahn und ist kein reines Fußballstadion. Zudem wurden in den Tribünen VIP-Logen eingebaut und das Stadion mit modernen Videoanzeigetafeln ausgestattet. Während internationaler Spiele können 44.308 Zuschauer auf überdachten Sitzplätzen das Stadion besuchen. Bei Bundesligaspielen erhöht sich die Kapazität durch die Umwandlung einiger Sitzplatzblöcke in Stehplätze für 7.800 Fans auf 46.780 Personen (38.980 Sitzplätze).

Der erste Fanklub entstand mit dem „Fanklub Seerose“ in der Zweitligasaison 1970/71 nach dem Vorbild des „Fanklub Hessen Kassel“. Das Lokal Seerose am Dutzendteich war damals ein Treffpunkt für die sogenannten Kuttenfans Da die Zweitklassigkeit mit der Regionalliga Süd zunächst noch sehr kleinräumig organisiert war, konnten auch zu den Auswärtsspielen stets 4 bis 5.000 Cluberer mitreisen. Während die Seerosenfans immer wieder in Schlägereien verwickelt waren, war der Kern der entstehenden Hooligan-Szene im 1980 gegründeten Fanklub „Red Devils“ organisiert. Dieser umfasste 1981/82 etwa 100 Mitglieder und galt in der Bundesliga bis zum Mauerfall 1989 „als führend“.

Der Verein setzte erstmals in der Regionalligasaison 1996/97 einen hauptamtlichen Fanbeauftragten ein, im Jahr 2006 arbeiteten drei Fanbeauftragte beim FCN. Seit Ende der 1990er Jahre hat der Verein die Betreuung der Fanklubs auf zehn Fanbezirke aufgeteilt, denen jeweils ein Koordinator vorsteht. In den Bezirken 1 bis 6 sind Fanklubs aus unterschiedlichen Regionen Frankens organisiert. Der 1998 gegründete Supporters-Club bildet den Bezirk 7. In den weiteren Bezirken sind die Rollstuhlfahrer, das Fanprojekt Nürnberg und das Internet/Weltweit, das Fanclubs aus aller Welt betreut, organisiert. Seit 2002 gibt es den FCN-Fanverband, dem überwiegend Fanklubs der Bezirke 1, 2, 3 und 4 angehören. Insgesamt 260 Fanclubs mit über 17.000 Mitgliedern sind hier verbunden. Der Fanverband unterstützt die Arbeit und Interessen der Fanclubs, arbeitet bezirksübergreifend und koordiniert Aktivitäten. Insbesondere die über 1.500 im Supporters-Club organisierten Fans stehen der Arbeit des Fanverbands kritisch gegenüber und lehnen eine Zusammenarbeit ab. Unabhängig von diesen Strukturen organisierten sich seit 1994 die Anhänger der Ultràs als „Ultràs Nürnberg 1994“. Deren Mitgliederzahl wuchs bis 2005 auf rund 1.000 Personen an. Bei den Heimspielen versammelt sich der Kern der Anhänger in der Nordkurve des Stadions. War früher der „Block 4“ des Städtischen Stadions das Zentrum der Unterstützung, sind es im easyCredit-Stadion die Blöcke 7, 9 und 11, sowie seit der Saison 2005/06 durch den Umzug der Ultras aus Block 7 vor allem auch im Oberrangblock 8.

Die Fans des FCN unterhalten seit Anfang der 1980er Jahre eine innige Fanfreundschaft mit den Anhängern des FC Schalke 04. So kann man bei fast jedem Spiel des FCN im Ruhrgebiet Schalker im Block der Nürnberger antreffen. Umgekehrt wird der FC Schalke 04 von den Cluberern im Süden, zum Beispiel in München oder Stuttgart, unterstützt. Für die Ursache dieser ersten intensiven Fanfreundschaft in Deutschland gibt es zahlreiche Varianten, deren gemeinsamer Kern eine Begegnung zwischen Nürnberger Mitgliedern des Fanklubs Red Devils und Schalker Gelsen-Szene ist. Einmal war es eine zufällige Begegnung bei einer Zugfahrt, ein anderes Mal die gemeinsame Verbrüderung bei einer Auseinandersetzung mit Bayernfans. Eine weitere Variante geht auf eine erste indirekte Begegnung durch eine Reportage des Stern über Schalke-Fans zurück, die auf den Fotos auch Aufnäher des 1. FCN trugen. Bis heute gilt die Qualität der Verbundenheit zwischen Clubfans und Anhängern von Schalke 04 als „in der deutschen Fußballlandschaft einmalig“. Erstmals offiziell zelebriert wurde die Freundschaft am 14. Dezember 1991 mit offiziell genehmigten bengalischen Feuern und Fahnenkorso im Frankenstadion. Darüber hinaus pflegen die Ultras Nürnberg eine enge Freundschaft zu den Ultras des SK Rapid Wien sowie den Fanszenen von Brescia Calcio, dem IFK Göteborg und Olympique Marseille. Zugleich stellen sie größer werdende Differenzen zu den Schalker Ultras fest.

Seit August 2008 betreibt der 1. FC Nürnberg die Internetplattform „club.tv“, auf der man u. a. die Bundesligaspiele als Aufzeichnung ansehen kann. Dieses Angebot ist bis auf wenige Ausnahmen kostenpflichtig. Um diese Services nutzen zu können, muss man mindestens ein Monatsabo für 3,99 € bestellen. Kostenlos angeboten werden z. B. die Pressekonferenzen vor und nach den Bundesligaspielen als Aufzeichnung.

In seiner Geschichte brachte der 1. FC Nürnberg eine Reihe erfolgreicher Leichtathleten hervor. Die Leichtathletik innerhalb des 1. FCN nahm bereits 1902 ihren Anfang. Eine eigene Abteilung besteht jedoch länger nicht mehr. Daher gibt es auch unter dem Dachverein keinen eigenständigen Leichtathletikverein in Nachfolge dieser Abteilung.

Bei Deutschen Meisterschaften stand bereits 1920 mit H. Bischof als Dritter über 3000 Meter Hindernis ein Athlet des Club auf dem Treppchen.

Zu den erfolgreichsten Athletinnen des 1. FCN gehörte vor dem Zweiten Weltkrieg Marie Dollinger, die drei Mal an Olympischen Spielen teilnahm (1928, 1932 und 1936) und 1931 einen Weltrekord über 800 Meter aufstellte. Auf der Langstrecke gehörte Heinrich Hönninger über 10.000 Meter zu den besten Athleten Deutschlands und wurde 1937 und 1939 jeweils Dritter bei den deutschen Meisterschaften. Auch der Dreispringer Konrad Engelhard, DM-Dritter von 1932 ist wie der Hürdenläufer Reinhold Boehm, 1933 DM-Dritter über 400 m, zu erwähnen.

Noch während des Krieges begann die Karriere der Speerwerferin Inge Wolf, die zwischen 1941 und 1949 vier Mal deutsche Meisterin wurde. Ihr eiferte Elisabeth Groß nach, die 1951 jedoch nur Vizemeisterin wurde und 1954 sowie 1955 DM-Dritte wurde. Auch die Diskuswerferin Else Graf oder später Else Hümmer stand 1942 erstmals bei deutschen Meisterschaften auf dem Treppchen, als sie Zweite wurde. Danach trat die spätere Meisterin jedoch für den SV Nürnberg-Süd an.

Die Damenmannschaft wurden von 1950 bis 1957 acht Mal hintereinander deutsche Mannschaftsmeister. Zu diesem Team gehörte Anneliese Seonbuchner, die im 80-Meter-Hürdenlauf 1950 Deutsche Meisterin und dabei ihre Teamkameradin Lotte Wackersreuther auf den zweiten Platz verwies. Seonbuchers größter Erfolg war die Silbermedaille 1954 über 80 m Hürden bei der Europameisterschaft. Auch zwei der besten Hochspringerinnen gehörten dazu: Maria Sturm, deutsche Meisterin 1954 und 1955 sowie 1956 Vizemeisterin sowie Wilhelmine Schubert, 1955 und 1957 deutsche Vizemeisterin und 1958 DM-Dritte. Maria Sturm wurde auch 1955 und 1956 Mehrkampfmeisterin, eine Disziplin, in der auch Anneliese Seonbuchner mehrmals bei deutschen Meisterschaften auf dem Treppchen stand. 1957 holte die 4x100-Meter-Staffel in der Besetzung Marika Otting, Anneliese Seonbuchner, Brunhilde Hendrix, Barbara Ebert den Titel bei den Deutschen Meisterschaften.

Bei den Herren erzielte vor allem der Sprinter Karl-Friedrich Haas herausragende Ergebnisse. Bei den Olympischen Spielen 1952 holte er mit der 4x400-Meter-Staffel die Bronzemedaille, 1956 war er dann über 400 Meter solo erfolgreich und kehrte mit der Silbermedaille zurück. Im Weitsprung war es Herbert Vatter, der 1950 bei den deutschen Meisterschaften immerhin Dritter wurde. Der Hürdenläufer Herbert Stürmer über 110 m und der Stabhochspringer Rudolf Zech trugen sich 1957 bei den Deutschen Meisterschaften jeweils als Dritte in die Siegerliste ein. Zech wurden 1958 dann sogar deutscher Hallenmeister im Stabhochsprung.

Nach den großen Erfolgen der 1950er Jahre traten Leichtathleten des 1. FC Nürnberg nur noch vereinzelt hervor. Helga Kraus holte 1961 bei den deutschen Meisterschaften über 60 Meter Hürden den zweiten Platz. 1965 wurde Jürgen Kalfelder deutscher Vizemeister über 400 Meter, über 200 Meter gelang Martin Jellinghaus dieselbe Platzierung. 1971 holte der Weitspringer Hans Pfister ebenso einen dritten Platz bei den deutschen Meisterschaften wie Christine Tackenberg über 200 m Sprint. Die letzte vordere Platzierung gab es 1975, als Udo Haffer bei den deutschen Hallenmeisterschaften im Hochsprung Zweiter wurde.

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Hannover 96

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Der Hannoversche Sportverein (HSV) von 1896 e. V. ist ein Sportverein in Hannover. Sein Sportangebot umfasst die Sparten Fußball, Leichtathletik, Gymnastik, Badminton, Tennis, Tischtennis, Billard und Triathlon. Der Verein hat derzeit ca. 10.000 Mitglieder: Etwa 2.200 sind aktive oder passive Mitglieder der einzelnen Sportarten, die übrigen Mitglieder wurden in den vergangenen Jahren aus der Fanszene der Profifußballmannschaft durch eine neu geschaffene Fördermitgliedschaft angeworben.

Obwohl Hannover 96 die Vereinsfarben schwarz-weiß-grün hat, werden die Spieler der Fußballmannschaften von den Fans auf Grund der traditionell roten Heimtrikots „Die Roten“ genannt. Hintergrund ist, dass in den Anfangsjahren des Fußballsports in Hannover das Stadtamt für Leibesübungen die Trikotfarben vergab und Hannover 96 die roten Leibchen zuteilte.

Die Profifußballmannschaft ist seit Ende der 1990er Jahre als Kommanditgesellschaft auf Aktien aus dem Hauptverein ausgegliedert. Der Verein kontrolliert die KGaA. Die Vereinshymne ist 96 – Alte Liebe.

Heimatstadion des Fußballteams ist die AWD-Arena (ehemals Niedersachsenstadion), die nach einem Umbau am 23. Januar 2005 offiziell eingeweiht wurde. Die Amateur-Fußballer von Hannover 96 tragen ihre Heimspiele im vereinseigenen Eilenriedestadion aus.

Die Profifußballmannschaft von Hannover 96 spielte mit Ausnahme der Saison 1996/97 und 1997/98 immer in der jeweils höchsten oder zweithöchsten Spielklasse in Deutschland und wurde zweimal Deutscher Meister: 1938 und 1954. Insgesamt dreimal wurde Hannover Deutscher Amateurmeister: 1960, 1964 und 1965. 1992 gewannen die 96er als erster echter Zweitligist den DFB-Pokal. International war Hannover 96 letztmalig in der Saison 1992/93, ebenfalls als Zweitligist, im Europapokal der Pokalsieger vertreten. Insgesamt war Hannover 96 bisher in acht Saisons im Europapokalwettbewerb vertreten und absolvierte 23 Spiele.

Seit 2002 spielt Hannover 96 durchgängig in der Fußball-Bundesliga.

Am 12. April 1896 wurde Hannover 96 als Hannoverscher Fussball-Club von 1896 gegründet. Trotz der Namensgebung des Vereins wurde zunächst Rugby gespielt, ehe der Verein sich 1901 dem in Deutschland populärer werdenden modernen Fußballspiel widmete. 1913 fusionierte der Hannoversche FC von 1896 mit dem BV Hannovera 1898, der 1905 durch die Fusion des FV Hannovera 1898 Hannover und des 1902 vom HFC 1896 abgespaltenen BV Hannover entstand, zum Hannoverschen Sportverein von 1896. 1902 hatten sich dem HFC 1896 bereits die Kicker von FV Germania 1902 Hannover angeschlossen. Von Anbeginn bis weit in die 50er Jahre des 20. Jahrhunderts trug der Verein seine Spiele auf der hannoverschen Radrennbahn aus.

1932 wurde mit Robert Fuchs erstmals ein hauptberuflicher Trainer für die Fußballspieler bei Hannover 96 beschäftigt. Robert Fuchs war insgesamt 16 Jahre (allerdings mit Unterbrechung) als Trainer bei 96 angestellt. Im August 1935 wurden mit Edmund Malecki und Fritz Deike erstmals zwei Spieler von Hannover 96 in die Nationalmannschaft berufen.

In der Saison 1937/1938 wurde Hannover 96 zum ersten Mal Deutscher Meister im Fußball. Die Mannschaft erreichte das Endspiel durch ein 3:2 nach Verlängerung im Halbfinale in Dresden gegen den Hamburger SV. Das Finale wurde am 26. Juni 1938 in Berlin ausgetragen. Gegner war die in den 1930er Jahren dominierende Mannschaft des FC Schalke 04, die als hoher Favorit galt. Vor mehr als 90.000 Zuschauern lautete das Ergebnis 3:3 nach Verlängerung. In der Wiederholung des Endspiels, am 3. Juli 1938 erneut in Berlin vor diesmal über 94.000 Zuschauern ausgetragen, stand es nach der regulären Spielzeit erneut 3:3. Hannover 96 gelang in der Verlängerung der Siegtreffer zum 4:3 n.V. und damit eine kaum für möglich gehaltene Sensation: Hannover 96 war deutscher Fußballmeister 1938.

Folgende Spieler bestritten sowohl das erste Finale als auch das Wiederholungsspiel für die Roten: Ludwig Pritzer – Helmut Sievert, Willi Petzold – Johannes Jakobs, Ernst Deike, Ludwig Männer – Edmund Malecki, Ludwig Pöhler, Erich Meng, Peter Lay – Richard Meng. Auch Schalke 04 spielte beide Spiele in unveränderter Besetzung.

Nach den Wirren des Zweiten Weltkrieges wurde Hannover 96 im Jahr 1945 wie alle Vereine in Deutschland aufgelöst. 1946 erfolgte die Wiedergründung des Vereins. 1947 erreichte 96 am grünen Tisch die Aufnahme in die als höchste Spielklasse neu gegründete Fußball-Oberliga. Gleich in der ersten Saison in der Oberliga-Nord musste die Mannschaft zunächst absteigen und begann damit 1949 erstmals in der Fußball-Zweitklassigkeit. Nachdem Holstein Kiel jedoch nachträglich aus der Oberliga ausgeschlossen wurde und Hannover 96 einen garantierten Startplatz in der Oberliga für die Saison 1949/1950 zugesprochen bekam, meldete der Verein die Mannschaft vom laufenden Spielbetrieb ab und bestritt den Rest der Saison ausschließlich mit Freundschaftsspielen.

Ab 1949/50 war Hannover 96 wieder dauerhaft in der höchsten Spielklasse vertreten. 1952 wurde Helmut Kronsbein als neuer Trainer verpflichtet. 1953/54 gelang ihm mit einer namenlosen Elf, in der kein einziger Nationalspieler der späteren Weltmeistermannschaft aus Deutschland stand, nach einem Startrekord mit 22:0 Punkten in der Oberliga Nord der Gewinn der Norddeutschen Meisterschaft und der Einzug in die Endrunde um die deutsche Meisterschaft. 96 schaffte in der Endrunde gegen den Berliner SV 92 und den VfB Stuttgart den Einzug ins Endspiel gegen den 1. FC Kaiserslautern. Das Finale wurde im Hamburger Volksparkstadion vor 80.000 Zuschauern ausgetragen. Kaiserslautern war klarer Favorit, da die Mannschaft viele Nationalspieler aufwies, die später in Bern zudem noch überraschend Fußball-Weltmeister 1954 werden sollten. In Hamburg gab es am 23. Mai 1954 ebenfalls ein Wunder – der Außenseiter Hannover 96 besiegte Kaiserslautern nach einem 1:1 zur Halbzeit mit 5:1 und wurde zum zweiten Mal deutscher Fußballmeister.

Die Aufstellung der Roten im Finale lautete: Hans Krämer – Helmut Geruschke, Hannes Kirk – Werner Müller, Heinz Bothe, Rolf Gehrcke – Heinz Wewetzer, Rolf Paetz, Hannes Tkotz, Clemens Zielinski, Helmut Kruhl. Gehrcke vertrat den verletzten Willi Hundertmark, der sonst in der Mannschaft gestanden hätte.

In der folgenden Saison belegte 96 Platz 5 in der Oberliga-Nord. 1956 schaffte die Mannschaft es erneut in die Endrunde zur deutschen Meisterschaft, schied jedoch gegen Kaiserslautern, Schalke 04 und den Karlsruher SC aus. Es sollte die letzte Teilnahme an einer Endrunde zur Deutschen Meisterschaft gewesen sein. Spitzenspiele trug der Verein oft nicht in der heimischen Radrennbahn, sondern im Eilenriedestadion aus. Der zunehmende Wechsel zwischen beiden Spielstätten hatte mit dem Abriss der Radrennbahn 1959 ein Ende, wobei mit Gründung der Bundesliga dann dauerhaft das Niedersachsenstadion bezogen wurde.

1963 wurde Hannovers Antrag auf Eingliederung in die neu gegründete erste Fußball-Bundesliga abgelehnt. Neben der direkten, sportlichen Qualifikation galten die sportlichen Leistungen der vergangenen Jahre sowie die wirtschaftliche Situation des Vereins als Kriterien für die Teilnahme an der Bundesliga. Hierbei zog Hannover 96, wenn auch knapp und in der formalen Wertung äußerst umstritten, den Kürzeren gegenüber Eintracht Braunschweig. Diese „Niederlage“ am grünen Tisch gegen den niedersächsischen Nachbarn aus Braunschweig wurde zum Anstoß einer bis heute bestehenden Feindschaft zwischen den Fans dieser beiden Vereine.

Hannover 96 qualifizierte sich anschließend in der Saison 1963/1964 auf Anhieb durch sportlichen Erfolg für den Aufstieg in die Fußball-Bundesliga und spielte dort die nächsten zehn Jahre. Als Trainer war 1963 erneut Helmut Kronsbein verpflichtet worden und 1966 wieder entlassen. Zu den Leistungsträgern der Mannschaft von Hannover 96 in den 1960er Jahren zählte Torhüter Horst Podlasly, der in dieser Zeit 187 Bundesligaspiele für die Roten absolvierte.

1974 stieg 96 erstmalig in die 2. Bundesliga ab. Wieder wurde Kronsbein geholt, 1975 stieg 96 wieder in die 1. Liga auf, ehe nach dem erneuten Abstieg 1976 einige Jahre in der Zweitklassigkeit folgten. Kronsbein war Anfang 1976 wieder entlassen und ein Jahr später zum vierten Mal bis 1978 eingestellt worden. In den Folgejahren verfehlte die Mannschaft meist knapp oder in etwas größerem Abstand die Aufstiegsränge zur Bundesliga. Unter den Trainern dieser Zeit blieb Diethelm Ferner (1979-82) am ehesten in Erinnerung. Bekanntester Fußballer dieser Zeit war Dieter Schatzschneider, der erfolgreichste Zweitliga-Torschütze aller Zeiten. Daneben konnten Torwart Jürgen Rynio und Mittelfeldspieler Bernd Dierßen einige identitätsstiftende Glanzlichter dieser eher tristen Episode setzen.

Erst unter Trainer Werner Biskup gelang in der Saison 1984/85 der Wiederaufstieg in die erste Liga mit einer jungen Mannschaft. Die Ernüchterung folgte mit dem letzten Tabellenplatz in der Bundesliga in der Folgesaison. 1986/87 hieß das Ziel folglich erneut Wiederaufstieg in die Bundesliga – und die Mannschaft startete unter Trainer Jürgen Wähling furios. Nach drei Siegen zum Saisonauftakt kamen sogar zum Zweitliga-Heimspiel gegen den SSV Ulm 1846 40.000 Zuschauer – außergewöhnlich viel für die von Zuschauerschwund geplagten 80er Jahre. In Hannover grassierte das Fußballfieber. Die Roten schafften den Aufstieg und in der darauffolgenden Saison 1987/88 als Tabellenzehnter souverän den Klassenerhalt. Sie schlugen in der Rückrunde sogar Bayern München und trugen damit wesentlich zur Meisterschaft des Nachbarn Werder Bremen bei. In der Folgesaison musste Hannover 96 jedoch erneut absteigen. In Erinnerung blieb vor allem das 2:2 am 30. Spieltag gegen den 1. FC Köln, der vor dem Spiel nur einen Punkt hinter Bayern München auf Platz 2 der Tabelle lag; eine Woche später wurde der FC Bayern München durch ein 3:1 in Köln vorzeitig Deutscher Meister.

Einer der beständigsten 96-Spieler der 80er Jahre und aller Zeiten war Karsten Surmann, der von 1980 bis 1992 bei 96 im Mittelfeld spielte und über mehrere Jahre Mannschaftskapitän war.

Von 1989 bis 1996 gehörte Hannover 96 der zweiten Liga an. 1992 gelang es dem Verein unter Trainer Michael Lorkowski als erstem Zweitligisten, den DFB-Pokal zu gewinnen. Die Mannschaft, die in dieser Saison in der Staffel Nord der zweiten Bundesliga nur im oberen Mittelfeld spielte, besiegte mit dem VfL Bochum, Borussia Dortmund, dem Karlsruher SC, Werder Bremen sowie im Finale Borussia Mönchengladbach dabei gleich fünf Bundesligisten. Torwart Jörg Sievers avancierte zum Pokal-Helden, indem er sowohl im Halbfinale gegen Bremen (7:6 n.E.) als auch im Finale (4:3 n.E.) mehrere Elfmeter parieren konnte. Im Halbfinale hatte er den entscheidenden Elfmeter für Hannover zudem selbst sicher verwandelt.

Die Spieler, die das DFB-Pokal-Finale für Hannover gewannen, waren: Jörg Sievers – Roman Wojcicki, Jörg-Uwe Klütz, Axel Sundermann – Michael Schjönberg, Oliver Freund, Jörg Kretzschmar, Karsten Surmann, Bernd Heemsoth (119. Mathias Kuhlmey) – Milos Djelmas, Michael Koch (68. Uwe Jursch).

Nach dem Gewinn des DFB-Pokals durfte Hannover 96 1992/93 als Zweitligist im Europapokal der Pokalsieger starten. Als eine der größten Ironien der Vereinsgeschichte gilt das Los in der ersten Runde des Wettbewerbs: Statt einer internationalen Mannschaft wurde ausgerechnet der Europacup-Sieger des Vorjahres, Werder Bremen, zugelost – in einem Wettbewerb, in dem abgesehen vom Titelverteidiger nur eine Mannschaft pro Land startete. Nach einem 1:3 in Bremen reichte es im Rückspiel in Hannover nur zu einem 2:1-Sieg, so dass die Mannschaft den Einzug in die zweite Runde verpasste.

In der zweiten Liga spielte Hannover 96 bis Mitte der 1990er insgesamt nur mäßig erfolgreich. 1996 spielte die Mannschaft eine so schlechte Rückrunde, dass der Absturz in die Regionalliga die Folge war.

Dem Abstieg in die Regionalliga folgte ein personeller Aderlass, doch der Neuaufbau gelang: 1997 wurde Hannover 96 mit einer jungen Mannschaft überlegen Regionalligameister, scheiterte jedoch in der Relegation an Energie Cottbus. Im Verlauf der zweiten Regionalligasaison 1997/98 kam es zu einer offenen Rebellion gegen die „Kahlschlagpolitik“ des Vereinspräsidenten Utz Claassen, an dem sich auch die Mannschaft und verschiedene Mitarbeiter und andere Funktionsträger des Vereins beteiligten. Die Mannschaft rief unter anderem den damaligen niedersächsischen Ministerpräsidenten Gerhard Schröder zu Hilfe, um den Verein vor seinem eigenen Präsidenten zu schützen. Im weiteren Verlauf der Turbulenzen kam es zu Masseneintritten aus der Fanszene mit dem einzigen Zweck, Claassen auf einer außerordentlichen Mitgliederversammlung abzuwählen. Claassen versuchte erfolglos, die neuen Mitglieder für nicht stimmberechtigt zu erklären und wich einer Abstimmung anschließend durch plötzlichen Rücktritt aus. Zu Claassens Nachfolger wurde der Hörgeräte-Unternehmer Martin Kind gewählt, der die Strukturen des Vereins grundlegend professionalisierte und viel eigenes Geld investierte.

1998 stieg 96 als erneuter Regionalligameister unter Trainer Reinhold Fanz wieder in die zweite Liga auf, die Rückkehr in den Profifußball war geschafft. Zahlreiche junge Spieler, die knapp 10 Jahre später in der Bundesliga und der deutschen Nationalmannschaft spielen (Gerald Asamoah, Fabian Ernst, Sebastian Kehl, Otto Addo u. a.), waren beteiligt. Der heutige Trainer Dieter Hecking gehörte ebenso zur Aufstiegsmannschaft. Langjährig treue Spieler und Idole der 90er Jahre waren vor allem Torwart Jörg Sievers und Abwehrspieler Carsten Linke. Sievers ist heute Torwarttrainer des Vereins.

Der direkte Durchmarsch in die Bundesliga wurde 1999 mit dem 4. Platz knapp verfehlt. Auch in der Saison 2000 (Platz 10) und 2001 (Platz 9) hatte 96 lange Kontakt zu den Aufstiegsrängen, fiel aber jeweils im Verlauf der Rückserie zurück.

Nach mehreren Trainerwechseln (Reinhold Fanz – Franz Gerber – Branko Ivanković – Horst Ehrmantraut) übernahm Ralf Rangnick den Verein am 1. Juli 2001 und führte ihn in der Saison 2001/02 unmittelbar in die Bundesliga. Rangnick erfreute sich bereits nach kurzer Zeit großer Beliebtheit bei den Fans, da er die Mannschaft erfrischenden Offensivfußball spielen ließ. Die Mannschaft spielte nicht nur ansehnlich, sondern auch erfolgreich, so dass der Aufstieg verhältnismäßig früh feststand.

Die erste Bundesligasaison der 96er nach 13 Jahren Abstinenz war durch eine weiter offensive, aber nur noch bedingt erfolgreiche Spielweise geprägt. Typische Rangnick-Ergebnisse waren torreich auf beiden Seiten – ein Umstand, der teilweise auf die fehlende Bundesliga-Erfahrung der Spieler zurückgeführt werden musste. Der Klassenerhalt wurde am vorletzten Spieltag durch ein spätes Tor von Jiri Stajner gesichert und Hannover beendete die Saison als Elfter.

In der Folgesaison wurde Rangnick im März 2004 entlassen. Als Nachfolger wurde Ewald Lienen verpflichtet. Lienen führte Hannover 96 in der Schlussphase der Saison 2003/04 von einem Abstiegsplatz zum Klassenerhalt. Im Unterschied zum offensiven Stil seines Vorgängers legte Lienen verstärkt Wert auf Sicherheit in der Defensive. Dieses System war nicht immer attraktiv, aber erfolgreich: In der Saison 2004/05 hatte Hannover 96 erstmals seit dem Wiederaufstieg nichts mit dem Abstiegskampf zu tun und scheiterte knapp an einem UI-Cup-Platz. Mit den wenigsten gelben und roten Karten erreichte Hannover 96 in der inoffiziellen Fairnesswertung in der Saison 2004/05 den ersten Platz. Aufgrund zusätzlicher Kriterien in den UEFA-Regularien wurde jedoch dem 1. FSV Mainz 05 ein Platz in der Qualifikation zum UEFA-Cup zugesprochen.

Präsident Martin Kind gab sein Amt 2005 überraschend ab. In der Folge gab es Unklarheiten über Neuverteilung der Kompetenzen zwischen Präsident Götz von Fromberg, Geschäftsführer Karl-Heinz Vehling und Manager Ilja Kaenzig sowie den Vereinsgremien – zuvor war quasi alles über Martin Kind gelaufen. Im November 2005 wurde Ewald Lienen entlassen, weil er den gestiegenen Ansprüchen der Vereinsführung nicht gerecht werden konnte. Er wurde durch Peter Neururer ersetzt. Neururer führte die Mannschaft zwischenzeitig bis auf Platz 5, bevor 96 nach einer längeren Schwächephase in der Rückrunde aus den einstelligen Tabellenrängen herausfiel und schließlich am Ende der Saison nur auf Platz 12 landete. Hannover 96 hatte das Saisonziel einstelliger Tabellenplatz verfehlt, war aber in der zweiten Saison in Folge nicht im Abstiegskampf und zudem am Ende der Saison 2005/06 erstmals seit 1993 in der Tabelle wieder bestplatzierter Verein aus Niedersachsen vor dem VfL Wolfsburg.

Nach der WM 2006 gab es erneut Turbulenzen in der Vereinsführung von Hannover 96, deren Ergebnis die Rücktritte von Götz von Fromberg und Karl-Heinz Vehling waren. Martin Kind übernahm knapp ein Jahr nach seinem Rückzug wieder das Ruder und wurde erneut zum Präsidenten gewählt.

In die Saison 2006/07 startete Hannover 96 mit acht neuen Spielern, von denen sich zunächst allerdings nur zwei als Stammspieler etablieren konnten: der ungarische Mittelfeldspieler Szabolcs Huszti vom französischen Club FC Metz und der 28-jährige offensive Mittelfeldspieler Arnold Jan Bruggink vom SC Heerenveen. Der nach dem Wechsel von Per Mertesacker zu Werder Bremen im Gegenzug als Ersatz verpflichtete Frank Fahrenhorst spielte sich erst zu Beginn der Rückrunde durch gute Trainingsleistungen in die Stammelf.

Bereits nach drei Spieltagen und ohne Punktgewinn wurde Peter Neururer als Trainer am 30. August 2006 entlassen. Am 7. September wurde der Ex-96-Spieler Dieter Hecking als neuer Cheftrainer verpflichtet, nachdem sich Hannover 96 mit dem von Hecking bisher trainierten Verein, dem Ligakonkurrenten Alemannia Aachen, auf einen Wechsel einigen konnte. Hannover 96 ist Heckings vierte Station als Cheftrainer. Als Co-Trainer wurde Dirk Bremser verpflichtet, mit dem Hecking schon in Aachen und davor in Lübeck zusammen arbeitete.

Hecking führte die Mannschaft zunächst zu eher bescheidenen ersten Saisonerfolgen und 96 blieb bis zum 8. November in der Abstiegszone. An diesem Tag gewann 96 erstmals seit 1988 wieder in einem Punktspiel gegen den Rekordmeister FC Bayern München mit 1:0 – es war gleichzeitig der erste Auswärtssieg für Hannover in München. Dieser Sieg wirkte wie ein Befreiungsschlag, wenngleich bereits im nächsten Spiel gegen eine weitere Spitzenmannschaft (VfB Stuttgart) erneut eine verdiente Führung in der zweiten Halbzeit verspielt wurde (1:2 nach 1:0). Nach einigen Siegen im November, darunter dem ersten Heimsieg seit acht Monaten, war der Bann schließlich endgültig gebrochen und Hannover endlich auf dem Weg zu seiner eigentlichen Stärke. 96 beendete die Hinserie mit 20 Punkten auf Platz 11 als zweitbester Nordclub, vor dem VfL Wolfsburg und dem Hamburger SV.

Mitte November hatte sich Hannover 96 auch von Manager Ilja Kaenzig getrennt. Sein Nachfolger wurde zum 1. Januar 2007 Sportdirektor Christian Hochstätter, der zuletzt bei Borussia Mönchengladbach in gleicher Funktion tätig war. Am 31. Januar 2007 gewann die Mannschaft um Dieter Hecking mit 5:0 gegen Hertha BSC und schaffte damit den höchsten Sieg seit dem Wiederaufstieg 2002 und den zweithöchsten Sieg in der 1. Bundesliga überhaupt. Im Laufe der darauffolgenden Erfolgsserie erreichte der Verein vom 22. bis zum 28. Spieltag den UI-Cup-Rang bzw. Punktgleichheit. Ende März trennte sich Hannover 96 von seinem Sportmanager Carsten Linke, da sich sein Aufgabenfeld mit dem des Sportdirektors Christian Hochstätter überschnitt. Da es in der Saison zu sehr geringen Abständen zwischen oberem Mittelfeld und Abstiegszone kam, wurde nach drei Niederlagen am 27., 28. und 29. Spieltag kurzfristig von der Sicherung des Klassenerhalts gesprochen. Dieser war drei Spieltage vor Saisonschluss gesichert und Hannover seit dem vorletzten Spieltag wieder im Kampf um UEFA- und UI-Cup-Plätze. Das entscheidende Spiel am letzten Spieltag ging jedoch nach einem nicht anerkannten, regulären Führungstor verloren und 96 wurde im engen Mittelfeld bis auf Platz elf durchgereicht. Die dritte Saison in Folge ohne echten Abstiegskampf wurde vor dem Hintergrund des überaus unglücklichen Saisonstarts in Hannover überwiegend als Erfolg gewertet.

Die Planung des Kaders für die Saison 2007/08 begann Hannover 96 bereits frühzeitig: Neben den Vertragsverlängerungen der Leistungsträger Enke, Tarnat, Lala und Yankov wurden als Zugänge Sergio Pinto von Alemannia Aachen, Thomas Kleine von der SpVgg Greuther Fürth, Gaëtan Krebs von Racing Straßburg, Mike Hanke vom VfL Wolfsburg, Benjamin Lauth vom Hamburger SV und Christian Schulz von Werder Bremen verpflichtet. Mit Hanke wechselt dabei erstmals ein aktueller deutscher Nationalspieler nach Hannover. Dies war vor einigen Jahren, z. B. im Fall Brdaric, noch umgekehrt gewesen. Auch Fredi Bobic und Per Mertesacker, die über ihre Entwicklung bei Hannover 96 in die Nationalelf kamen, waren anschließend zu finanzstärkeren Vereinen gewechselt.

Die erste Halbserie der Bundesliga-Saison 2007/08 beendete Hannover 96 mit 27 Punkten auf einem in etwa den Erwartungen entsprechenden siebten Platz. Die Saison beendete Hannover 96 mit 49 Punkten auf Platz acht und erreichte damit die beste Platzierung in der Bundesliga seit 1965.

Zur Saison 2008/09 verstärkte sich Hannover 96 mit Mario Eggimann vom Karlsruher SC, Florian Fromlowitz vom 1. FC Kaiserslautern, Leon Balogun vom BFC Türkiyemspor 1978, Jan Schlaudraff vom FC Bayern München und Mikael Forssell von Birmingham City. Der Saisonbeginn verlief unbefriedigend: Nach drei Ligaspielen fand sich Hannover 96 mit 0:5 Toren und nur einem Punkt auf dem letzten Tabellenplatz wieder. In weiteren Verlauf der Hinrunde stand eine positive Heimbilanz mit 16 Punkten und Siegen gegen Bayern München und den Hamburger SV einer katastrophalen Auswärtsbilanz mit nur einem Punkt gegenüber. 96 steht zum Jahreswechsel auf dem 13. Tabellenplatz.

Zwischen 1969 und 2003 hatte kein Spieler von Hannover 96 mehr ein Länderspiel für die deutsche Nationalmannschaft bestritten. Nach dem Aufstieg 2002 konnte zunächst im Jahr 2003 der bei anderen Vereinen gescheiterte Fredi Bobic bei 96 ein spektakuläres Bundesliga-Comeback feiern und anschließend in die Nationalmannschaft zurückkehren. Gleiches gelang 2004 auch Thomas Brdaric, der ebenfalls über eine Leistungssteigerung als 96-Spieler wieder für Deutschland spielen durfte und an der EM 2004 teilnahm. Mit Per Mertesacker gelang einem Spieler aus der 96-Jugend der Durchmarsch in die Bundesligamannschaft und 2005 in die deutsche Nationalelf. Das Debut von Torwart Robert Enke in der DFB-Elf im März 2007 unter Joachim Löw gelang ihm nach drei starken Saisons bei Hannover 96 fast acht Jahre nach seiner ersten Nominierung für die Nationalmannschaft in 1999 unter Erich Ribbeck zum Confed Cup in Mexiko. Enke nahm als zweiter von drei Torwarten an der Europameisterschaft 2008 teil und gehört nach dem Rücktritt von Jens Lehmann zu den Anwärtern auf die Nr. 1 im DFB-Team.

96 – Alte Liebe ist die Vereinshymne von Hannover 96. Es wird vor und nach jedem Spiel von Hannover 96 von seinen Fans in der Kurve gesungen, ist allerdings neben dem Niedersachsenlied auch ein gerne gespieltes Lied in den Festzelten auf dem Frühlingsfest Hannover, dem Schützenfest Hannover oder dem Oktoberfest Hannover. Entstanden ist die Hymne 1998 für die Benefizaktion der Fußballamateurabteilung von Hannover 96 „Saniert das Eilenriedestadion“. Komponiert und getextet haben die Hymne Martin Hylla und Kai Hoffmann. „96 – Alte Liebe“ sollte ursprünglich „96 – alte Dame“ heißen, die Idee wurde jedoch in Hinblick auf andere „alte Damen“ und die traditionell als „alte Dame des Fußballs“ bekannte Mannschaft von Hertha BSC schnell verworfen. Im Jahr 2002 wurde „96 – Alte Liebe“ in einer Bearbeitung von Dete Kuhlmann neu aufgenommen und wird seitdem in dieser Version im Stadion gespielt.

Es besteht eine langjährige Fanfreundschaft mit dem Hamburger SV, diese wird aber nicht von der ganzen Fanszene getragen. Freundschaftliche Verbindungen bestehen weiterhin zu Teilen der Fanszene von Arminia Bielefeld und Odense BK aus Dänemark.

Als Erzrivale seit der Gründung der Bundesliga gilt Eintracht Braunschweig. Eine Antipathie existiert außerdem gegenüber Energie Cottbus; sie geht auf einen Flutlichtausfall in der Aufstiegsrelegation zur Zweiten Bundesliga im Jahr 1998 zurück. Eine weitere Antipathie existiert noch gegenüber Werder Bremen.

Der VfL Wolfsburg wird von den meisten 96-Fans aufgrund der geringen Tradition und des kleinen und einseitig auf dem VW-Konzern aufbauenden Umfelds als nicht rivalitätsfähig angesehen und eher ignoriert.

Hannover 96 gehört im Badminton zu den Vereinen der ersten Stunde. 1958 gelang dem Verein mit dem Gewinn des Vizemeistertitels der größte Erfolg in dieser Sportart.

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VfB Stuttgart

Erstligapositionen des VfB Stuttgart

Der VfB Stuttgart (offiziell: Verein für Bewegungsspiele Stuttgart 1893 e. V.) ist ein Sportverein aus Stuttgart-Bad Cannstatt. Der VfB ist mit 45.037 Mitgliedern der fünftgrößte Sportverein Deutschlands und der größte Baden-Württembergs (Stand: 31. Januar 2009). Bekannt ist vor allem seine Fußballabteilung, deren erste Mannschaft bis auf zwei Spielzeiten stets Mitglied der Fußball-Bundesliga war und insgesamt fünfmal Deutscher Meister und dreimal DFB-Pokalsieger wurde.

Neben den Fußballern des Vereins gewannen auch Sportler der Leichtathletikabteilung zahlreiche Titel und Medaillen. Zudem unterhält der Verein Abteilungen für Fußballschiedsrichter, Faustball, Hockey, Tischtennis und Handball (wenn auch derzeit ohne aktive Mannschaft). In diesen fünf Sportabteilungen waren bisher nur Amateursportler aktiv. Darüber hinaus gibt es eine Abteilung für Geselligkeit in Form der VfB-Garde.

Ihre Heimspiele bestreitet die erste Fußballmannschaft des VfB in der städtischen Mercedes-Benz Arena, die im Veranstaltungsgelände NeckarPark angesiedelt ist. In unmittelbarer Nähe befindet sich auch das Vereinsgelände.

Im Vereinsnamen des VfB ist das Jahr 1893 aufgenommen, das sich auf einen der beiden Vorgängervereine, den FV Stuttgart bezieht, der 1912 mit dem Kronen-Klub Cannstatt zum heutigen VfB fusionierte. Beide Vereine wurden hauptsächlich von Schülern, zumeist mit Wurzeln im kaufmännischen Bürgertum, gegründet. Den Schülern wurden neue Sportarten wie Rugby oder Fußball von englischen Pionieren nahe gebracht; später warben sie für ihren Sport in neuen Vereinen.

Die Wurzeln des VfB gehen zurück bis ins Jahr 1893, als am 9. September im Gasthaus Zum Becher der Stuttgarter FV 93 gegründet wurde.

Zunächst fungierte der FV als Rugby-Klub, der seine Heimstätte auf der Stöckach-Eisbahn hatte, aber schon 1894 auf den Cannstatter Wasen umzog. Die Mannschaft setzte sich hauptsächlich aus Schülern der Stuttgarter Realschulen und Gymnasien, unter der Leitung des Lehrers Carl Kaufmann, zusammen und errang schnell erste Erfolge: 1909 wurde der FV Deutscher Vizemeister im Rugby, als die Mannschaft erst im Endspiel dem FC 1897 Hannover mit 3:6 Punkten unterlag. Verschiedene Spieler kamen zu internationalen Einsätzen. Dennoch verlor Rugby im Verein gegenüber Fußball (dem damaligen Association) zusehends an Boden. Das Spiel war vielen Zuschauern zu kompliziert. Trotz der Abwendung vom Rugby sahen später viele die Wurzeln des deutschen Rugbysports am Cannstatter Wasen. Philipp Heineken, ein Rugbypionier, der für den FV 93 spielte und nach New York auswanderte, erklärte sogar, dass der Wasen als „Geburtsstätte des deutschen Rugbysports“gelten darf. Nachdem die Militärverwaltung immer seltener dem FV Benutzungszeiten auf dem Cannstatter Wasen zugestand, mussten die Fußball- und Rugbyspieler immer öfter auf den Stöckachplatz ausweichen, bis dem Verein die Benutzung des Wasens schließlich endgültig untersagt wurde. Der FV warf deshalb dem Militärgouvernement vor, die Turnvereine, deren Sportart damals als disziplinierter bekannt war, zu bevorzugen. Nun konnten die Spieler nur noch auf dem schiefen Stöckachplatz spielen, der nach der Aussage vieler Spieler des FV damals offenbar völlig untauglich war. So pachtete der Verein von der Stadt ein Feld auf dem Adelsberg, welches beim FV als Rugbyfeld bekannt war.

1909 trat der Verein dem Süddeutschen Fußballverband bei. Die Mannschaft wurde gleich der Süddeutschen B-Klasse zugeteilt, obwohl inzwischen auch eine C-Klasse existierte. Schon im zweiten Jahr wurde der FV ausgerechnet gegen den punktgleichen späteren Fusionspartner, den Kronen-Club Cannstatt, in einem Endspiel Bezirksmeister. Den Aufstieg erreichten die Fußballer nach einer Niederlage im Spiel um die Gaumeisterschaft gegen den FV Zuffenhausen jedoch nicht. Erst im folgenden Jahr gelang schließlich nach geltenden Bestimmungen der Aufstieg, da die Mannschaft Gaumeister und B-Südkreismeister wurde. Da der Verbandstag die Bestimmungen änderte und die Gründung einer neuen Südkreisliga als oberste Spielklasse Süddeutschlands beschloss, war der Aufstieg jedoch nicht gesichert. Das entscheidende Spiel entschied der FV nicht mehr allein für sich, denn vor dem Spiel gegen den FC Mühlburg war die Fusion mit dem Kronen-Club Cannstatt bereits vollzogen.

Schon 1890 gründeten einige Cannstatter Schüler den Cannstatter Fußballklub. Zuerst wurde dort nur Rugby gespielt, aber es dauerte nicht lange, bis auch der Fußball eingeführt wurde. Nach wenigen Jahren löste sich dieser Verein jedoch auf, und so bildete sich 1897 aus ihm der Kronen-Klub Cannstatt, der ebenfalls von ehemaligen Schülern gegründet wurde. Dort spezialisierte man sich alleine auf den Fußball.

Nachdem der Süddeutsche Fußballbund den Kronen-Klub 1903 der unteren von zwei bestehenden süddeutschen Spielklassen zugeordnet hatte, spielte die Fußballmannschaft bereits 1904 um den Aufstieg in die erste süddeutsche Spielklasse, wo die Fußballer gegen die zweite Mannschaft der Stuttgarter Kickers antraten. Der eigentlich vorgesehene Schiedsrichter erschien zu diesem Spiel nicht, so dass sich der Verbandsschriftführer Scivessy bereit erklärte, das Spiel zu leiten. Der Kronen-Club gewann, doch wurde anschließend ein Wiederholungsspiel angeordnet, welches verloren wurde.

In den kommenden Jahren spielte das Team zwar immer in der B-Klasse oben mit, erreichte aber nie mehr ein Entscheidungsspiel um den Aufstieg. Der Kronen-Klub Cannstatt besaß in Stuttgart-Münster einen eigenen Fußballplatz, der bis heute besteht. Inzwischen spielt dort der TSV Münster.

Für Ligaspiele war das Rugbyfeld auf dem Adelsberg wenig geeignet, so dass beim FV die Idee einer Fusion mit dem 1897 gegründeten Kronen-Klub Cannstatt aufkam. Da der Kronen-Klub sportlich nur begrenzte Aussichten hatte und der FV Stuttgart, der gerade gute Chancen hatte, den Aufstieg in die süddeutsche A-Klasse zu schaffen, über eine Mannschaft mit guter Perspektive verfügte, kamen sich die Verantwortlichen schließlich näher. Am 2. April 1912 vereinigten sich beide Klubs zum Verein für Bewegungsspiele Stuttgart 1893 e. V., der dank der B-Südkreismeisterschaft des Stuttgarter FV gleich um die Qualifikation für die neue Südkreisliga antrat. Die Fusionsversammlung fand im Cannstatter Hotel Concordia statt. Erster Vorsitzender wurde Wilhelm Hinzmann. Das erste wichtige Spiel des VfB ließ nicht lange auf sich warten. Im Entscheidungsspiel um den Aufstieg gegen den FC Mühlburg in Karlsruhe-Durlach siegte der Neuling VfB mit 1:0 durch einen entscheidenden Kopfballtreffer in den letzten Minuten von Copé Wendling. Somit war der VfB von Anfang an erstklassig und spielte in der Südkreisliga, der damals stärksten deutschen Spielklasse.

In den kommenden beiden Jahren spielte der VfB in der Südkreisliga nur um die unteren Plätze und war der Gefahr ausgesetzt wieder abzusteigen. Der Erste Weltkrieg brachte das Vereinsleben fast zum Erliegen. Am 1. August 1914 traf man sich zum letzten Mal zu einem Freundschaftsspiel. Nachdem die meisten Spieler und Verantwortlichen bereits ihre Einberufung erhalten hatten, gab es in der Altdeutschen Bierstube eine Abschiedsfeier. Der Rugby-Platz am Karl-Olga-Krankenhaus wurde dem Roten Kreuz zur Verfügung gestellt, das dort gleich ein Lazarett errichtete. Danach trafen sich vor allem Jugendliche am Münster-Platz. Nachdem auch der Präsident Wilhelm Hinzmann eingezogen worden war, kümmerten sich vor allem die nun Verantwortlichen Julius Lintz, der Hinzmann als Präsident vertrat und Ernst Grimm um die Jugendspieler. Erst im Oktober 1914 bekam der Verein wieder eine Elf zusammen. Nach einer Woche waren jedoch nur noch sieben Spieler verblieben. Der Verband schaffte nun die Pflichtrunde ab und führte Spiele um den Eisernen Fußball ein.

Für diese durfte man sich mit anderen Vereinen zu Kriegsmannschaften zusammenschließen, und so bildete der VfB kurzfristig mit dem FV Die Blauen Elf eine Mannschaft. Ein Jahr später stellte der Verein jedoch, nach der Rückkehr von Verwundeten und Genesenden, schon wieder drei eigene Kriegsmannschaften. Am Ende des Jahres 1917 hatte der Klub sogar wieder fünf Mannschaften beisammen. Ernst Grimm stellte einen Kriegsausschuss zusammen, der den Verein am Leben hielt, obwohl drei Viertel der Mitglieder eingezogen waren. So verhinderte der Ausschuss auch die Umwandlung des Münster-Platzes, des einzigen verbliebenen Fußballplatzes, in ein Kartoffelfeld. Wilhelm Hinzmann übernahm nach seiner Rückkehr einen intakten Verein; wenig später, 1918, übergab er seinen Posten an Gustav Schumm. Noch heute würdigt eine Ehrentafel, die 1925 enthüllt wurde, neunzig Gefallene aus den Reihen des VfB.

In den 1920ern stieg die Mitgliederzahl schnell über 1.000 – vor allem Jugendliche waren im Verein aktiv. Allerdings erwies sich der Platz in Münster als ungeeignet für den VfB, da er fernab der Anhängerschaft gelegen war. Da das Rugbyfeld im Ersten Weltkrieg landwirtschaftlich genutzt wurde und ebenfalls als Spielfeld ausfiel, benötigte der Verein dringend einen Platz. Als der Exerzierplatz auf dem Cannstatter Wasen nach dem Krieg nicht mehr benötigt wurde, entstand die Idee einer Rückkehr nach Bad Cannstatt. 1919 wurde der Platz bei den drei Pappeln auf dem Cannstatter Wasen eröffnet. Er blieb bis zur Eröffnung der heutigen Mercedes-Benz Arena 1936 Heimspielstätte des VfB. Nach Kriegsende versuchte der Verband sofort, den Spielverkehr wieder in geregelte Bahnen zu führen. So beschloss der Verbandstag die Gründung einer Württembergischen Liga mit acht Vereinen. Der VfB gehörte dieser Liga an, da er vor dem Krieg in der Südkreisliga ebenfalls erstklassig war. Bis 1922 spielte die Fußballmannschaft in dieser Liga immer oben mit, obwohl das Team nie Meister wurde. 1923 wurde dann vom Verbandstag ein neues Spielsystem eingeführt, welches eine neue Bezirksliga Württemberg/Baden als höchste Spielklasse vorsah. Um sich für die höchste Spielklasse zu qualifizieren, hätte der VfB in der Saison 1922/23 unter den ersten vier Vereinen der Württembergischen Liga landen müssen. Dies gelang jedoch nicht, so dass die Mannschaft in der darauffolgenden Saison 1923/24 in der IL Klasse der neugegründeten Kreisliga antreten musste, wo der VfB jedoch sofort Kreismeister Cannstatts wurde und sich somit für die Aufstiegsspiele qualifizierte. Dort erreichte man im ersten Anlauf den Aufstieg in die Württemberg-badische Bezirksliga und damit die sofortige Rückkehr in die Erstklassigkeit. Im entscheidenden Spiel besiegten die Fußballer am 1. Juni 1924 den bereits qualifizierten SC Freiburg mit 5:3.

Durch die gute Jugendarbeit gelang dem VfB in der Zwischenkriegszeit der Aufbau einer erfolgreichen ersten Mannschaft, die mit Spielern wie Richard „Molly“ Schauffele (später u. a. Präsident der Stuttgarter Kickers) 1926 württembergisch-badischer Meister wurde. Die Endrunde um die Deutsche Meisterschaft erreichte die Mannschaft nicht. 1927 wurde dann vom Verbandstag in Mainz eine Aufteilung der jungen Bezirksliga in die Abteilungen Württemberg und Baden beschlossen. Ernst Blum wurde 1928 der erste deutsche Nationalspieler des VfB, als er unter Bundestrainer Otto Nerz gegen Dänemark debütierte. Sowohl 1928 als auch 1929 erreichte der Verein die Trostrunde der Zweiten und Dritten der Bezirksligen. 1929 kam es jedoch zu einem Eklat: Durch Zuwendungen an die Spieler hatte der VfB gegen die Amateurstatuten verstoßen. Den Spielern war schon damals bewusst, dass sie die Zuschauereinnahmen positiv beeinflussen konnten und waren der Meinung, dass ihnen ein Anteil daran zusteht. So war der Verein vorerst bereit, die Forderungen der Spieler zu erfüllen, doch mit der Zeit konnte es sich der Klub nicht mehr leisten, Spieler unter der Hand zusätzlich zu bezahlen. Nach einer Selbstanzeige wurde der Verein vom Verband mit einer hohen Strafe belegt. Die betreffenden Spieler wurden vom VfB nicht mehr berücksichtigt, weshalb der VfB als Abstiegskandidat galt. Dennoch gelang einer tiefgreifend verjüngten Mannschaft unter dem damaligen Trainer Ludwig Kovacs 1930 die Württembergische Meisterschaft und erreichte erstmals die Süddeutsche Meisterrunde, an der das Team 1932 allerdings erfolglos teilnahm.

Die Zeit des Nationalsozialismus gehört zu den dunklen Kapiteln der Vereinsgeschichte. Auch beim VfB konnten einige der Verantwortlichen die Demütigungen durch den Versailler Vertrag nur schwer akzeptieren. Im 1919 kurz nach dem Ende des Ersten Weltkriegs geschriebenen Vereinslied erklang der Wunsch nach einem starken Deutschland; so steht im Text des Liedes in Bezug auf das deutsche Vaterland: … dass es neu und stark ersteh, dafür spielt der VfB! Der ehemalige Präsident Egon Reichsgraf von Beroldingen legte Wert auf die Feststellung: Der VfB hatte schon von jeher Deutschland auf dem Panier! Zudem pflegte der Verein schon immer gute Beziehungen zu militärischen Kreisen.

Durch die aufkommende nationalsozialistische Bewegung versprachen sich viele beim VfB einen Neubeginn. Willig stellten die Vereinsoberen 1932 ihren damaligen Platz an den drei Pappeln für NSDAP-Kundgebungen zur Verfügung. Von der Stadt wurde dem VfB daraufhin sofort der Platz gekündigt. Nach der Machtergreifung der NSDAP in Stuttgart wurde diese Entscheidung wieder rückgängig gemacht. Der neue von der NSDAP eingesetzte Oberbürgermeister lobte den VfB als „schon vor dem Umbruch dem Nationalsozialismus wohlgesonnenen Verein“. Die offiziellen Verlautbarungen der Vereinsführung ließen keinen Dissens zu den Zielen der NSDAP erkennen, diese Ziele wurden offenbar mitgetragen. Der damalige Vereinspräsident Hans Kiener trat schon 1932 der NSDAP bei und erklärte der VfB sei ein Hort nationaler Gesinnung und eine Trutzburg gegen alles Undeutsche. Kiener wurde von nun an Vereinsführer genannt und von oben mit kommissarischen Vollmachten ausgestattet. Es gab nun im Verein auf Drängen des Reichssportführers und des Verbandes Wehrsport einen SA-Sturm beim VfB. Jüdische Vereinsmitglieder wurden nun ausgeschlossen, auch wenn diese Verdienste um den Verein vorweisen konnten. Fritz Walter wollte das Vorgehen des Vereins später rechtfertigen als er erklärte: Das hat man halt machen müssen, sonst wäre vielleicht der Verein am Ende gewesen.

Neue Möglichkeiten eröffnete zusätzlich die 1933 zum Deutschen Turnfest errichtete Adolf-Hitler-Kampfbahn. Nachdem die Stadt das alte VfB-Gelände für das Cannstatter Volksfest benötigte, musste der Verein sich wieder eine neue Heimspielstätte suchen. Die weitgehende Identifikation mit den neuen Machthabern ermöglichte dem VfB nun eine kontinuierliche Fortentwicklung auf sportlichem Gebiet. Damals wurden auch Gauligen eingeführt, in denen die jeweiligen Gaumeister ermittelt wurden.

1933 wurde der Verein Süddeutscher Pokalmeister, 1935 wieder Württembergischer Meister. Somit waren die Fußballer erstmals für die Endrunde um die Deutsche Meisterschaft qualifiziert. Nachdem die Mannschaft die ersten beiden Gruppenspiele verloren hatte, schien die Situation aussichtslos zu sein. Im letzten und entscheidenden Gruppenspiel gegen den direkten Konkurrenten SpVgg Fürth, erreichte das Team jedoch noch das Halbfinale, wo der VfL Benrath bezwungen wurde. Und so drang der VfB zum ersten mal bis ins Endspiel um die Deutsche Meisterschaft vor, in dem der Finalist aber in Köln den überlegenen Schalkern mit 4:6 unterlag. Doch auch als Vizemeister wurden die Spieler bei der Rückkehr nach Stuttgart von tausenden Fans gefeiert.

1937 folgte die 3. Württembergische Meisterschaft und die Mannschaft qualifizierte sich erneut für die Endrunde um die Deutsche Meisterschaft. Nachdem die Fußballer die Gruppenphase souverän als Gruppensieger überstanden, unterlag der Klub im Halbfinale wieder dem FC Schalke 04 und siegte im Spiel um Platz 3 gegen den Hamburger SV. 1938 verteidigte der VfB den Württembergischen Meistertitel, schied jedoch diesmal schon in der Gruppenphase der Meisterschaftsendrunde als Gruppendritter aus. 1939 wurde das Team nur Württembergischer Vizemeister. Der Zweite Weltkrieg wirkte sich anders auf das Vereinsleben aus, als der Erste Weltkrieg. Er hatte gravierende Auswirkungen auf das Vereinsleben. Sehr häufig war Stuttgart Ziel von Bombenangriffen. Auch das Vereinsgelände das VfB wurde schwer getroffen, nachdem viele Sprengladungen militärische Ziele, wie die anvisierte Eisenbahnlinie oder das Daimler-Benz-Werk, verfehlten. Doch trotz der Kraterlandschaft, in die sich die Heimat des VfB verwandelte, und obwohl Spieler und auch Vereinsfunktionäre immer öfter durch die Kriegshandlungen starben, konnten die Verantwortlichen das Vereinsleben erhalten. 1939/40 wurde lediglich eine Kriegsmeisterschaft im engsten Rahmen ausgetragen, in der die Fußballer die Qualifikation für die Meisterschaftsendrunde am Ende nicht schafften. In der wieder regelmäßig laufenden Gauliga erreichte der VfB 1941 und 1942 die Vizemeisterschaft, wurde 1943 zum letzten mal Gaumeister und schied in der Vorrunde der Deutschen Meisterschaft im K.o.-System gegen TSV 1860 München aus, ehe im März 1945 die Gauliga Württemberg durch den Krieg endgültig zum Erliegen kam. Dem VfB verblieben immer genug Spieler, um ohne die Hilfe anderer Vereine Kriegsmannschaften zu stellen. Allerdings nutzte der Verein auch viele Gastspieler sowohl aus dem Inland, als auch aus dem Ausland. Auch Spieler aus besetzten Ländern kamen freiwillig, da sie als Fußballer leichter Akzeptanz finden konnten. Unter ihnen waren prominente Spieler wie zum Beispiel Rudolf Gellesch. Als der Vereinsführer Hans Kiener 1944 durch einen Bombenangriff schwer verletzt wurde, übernahm nach dessen Evakuierung der zweite Vorsitzende Fritz Walter die Verantwortung. Am 2. April 1945 bestritt der VfB das letzte Spiel vor Kriegsende, welches zwischenzeitlich wegen Fliegerangriffen unterbrochen werden musste.

Der Zweite Weltkrieg stellte eine Zäsur für den Verein dar. Die eigenen Sportanlagen waren weitestgehend zerstört, viele Vereinsmitglieder waren im Krieg gefallen. Trotzdem wurde bereits am 13. Oktober 1945 im Gasthaus Krone in Fellbach unter entscheidender Mitwirkung von VfB-Präsident Fritz Walter die Süddeutsche Oberliga gegründet. Auf dem Kohlenwagen mussten VfB-Verantwortliche reisen, um über vorige Gaugrenzen und damalige Zonengrenzen hinweg für die Gründung der neuen Liga in Süddeutschland zu werben. Es gelang dem VfB, in der am 4. November 1945 unter dem Vorsitz von Dr. Walter gestarteten Oberliga gleich die erste Süddeutsche Meisterschaft der Nachkriegszeit und damit auch die Amerikanische Zonenmeisterschaft zu gewinnen. Robert Schlienz war mit 42 Treffern zugleich erster Torschützenkönig der neuen Liga. Die Deutsche Meisterschaft wurde damals aufgrund der unterschiedlichen Bestimmungen in den verschiedenen Besatzungszonen nicht ausgetragen.

Die Oberliga wurde bei den Fans schnell populär und so kam Geld in die Kassen des Vereins, mit dem der Verein die zerstörte Infrastruktur wieder aufbaute. Der VfB erlangte nun eine wichtige regionale Bedeutung. Für den VfB spielen zu können, wurde das Ziel von vielen Jugendlichen. Auch nach der Einführung des Vertragsspielerstatuts 1948 konnten die Spieler des VfB von den Bezügen, die ihnen ihre Spielerverträge bescherten, nicht leben, und so förderte der Klub bei den Spielern die Selbstständigkeit. So führte Robert Schlienz nebenbei ein Sportartikelgeschäft, Karl Barufka ein Spirituosengeschäft und Erich Retter eine Tankstelle. Beim VfB versuchten die Verantwortlichen immer, den Spielern dabei zu helfen, Fußball und Beruf vereinbaren zu können.

In den folgenden Jahren tummelten sich die Fußballer zunächst nur im Mittelfeld der Oberliga und landete erst 1950 als Zweiter wieder weit oben in der Tabelle. Damals begann die erfolgreichste Ära des Vereins, der nun auch den Stadtkonkurrenten Stuttgarter Kickers endgültig als Nummer 1 in der Stadt ablöste. Die Süddeutsche Vizemeisterschaft berechtigte den VfB, an der K.o.-Runde zur Deutschen Meisterschaft teilzunehmen. Dort zog der VfB zum zweiten Mal in ein Endspiel um die Deutsche Meisterschaft ein, welches er in Berlin gegen Kickers Offenbach mit 2:1 gewann. Die erste Deutsche Meisterschaft des VfB war erreicht. Danach wurde dem VfB als erstem Fußballverein überhaupt von Bundespräsident Theodor Heuss das Silberne Lorbeerblatt verliehen. Bei ihrer Ankunft am Stuttgarter Bahnhof wurde die Mannschaft euphorisch gefeiert und unter anderem von der Endspielelf von 1935 empfangen.

Nachdem der DFB 1950 wieder Länderspiele austragen durfte, wurden schließlich auch Spieler vom damaligen Deutschen Meister, wie zum Beispiel Karl Barufka, berufen. 1951 verpasste der amtierende Meister die Endrunde der Meisterschaft als Vierter der Oberliga Süd knapp. Doch 1952 wurde der VfB wieder Süddeutscher Meister, nachdem die Mannschaft den 1. FC Nürnberg noch im letzten Spiel durch einen Sieg im direkten Duell abfing. Durch den Sieg in der Gruppenphase erreichte der VfB zum dritten Mal das Endspiel um die Deutsche Meisterschaft, das der Klub in Ludwigshafen gegen den 1. FC Saarbrücken gewann. Die Mannschaft entsprach in weiten Teilen der Meistermannschaft von 1950. Mercedes Benz stellte dem VfB damals Wagen zur Verfügung, mit denen die Mannschaft eine Rundfahrt durch die Region machte, wobei sie wieder euphorisch gefeiert wurde.

In der kommenden Saison erreichte der VfB nach einem schwachen Saisonstart doch noch die Süddeutsche Vizemeisterschaft und bekam so die Chance, den Meistertitel zu verteidigen. Inzwischen war auch Erich Retter Nationalspieler geworden. Nachdem die Mannschaft diesmal denkbar knapp, nur aufgrund des direkten Vergleichs in der Vorrunde nach einem Sieg im letzten Spiel gegen Borussia Dortmund den Gruppensieg holte, erreichte der Fußballmeister zum zweiten Mal in Folge das Endspiel. Karl Barufka war nach seiner Verletzung aus dem Spiel gegen Dortmund nicht einsatzfähig im Finale gegen den 1. FC Kaiserslautern. Doch durch den blutigen Niederschlag des Arbeiteraufstandes am 17. Juni in Berlin wurde schon über eine Verschiebung des Spielorts nachgedacht. Der DFB hielt trotzdem am Berliner Olympiastadion als Austragungsort fest. Die Titelverteidigung gelang jedoch nicht, als das Team gegen den mit Stars aus der späteren Weltmeistermannschaft von 1954 gespickten 1. FC Kaiserslautern mit 1:4 unterlag. Ein Positiverlebnis hatte lediglich Karl Bögelein, der zu Beginn einen Elfmeter gegen die spätere Fußballlegende Fritz Walter hielt, letzterer führte den FCK aber trotzdem souverän zum Sieg.

In der folgenden Saison wurde der VfB wieder Süddeutscher Meister. Jedoch schied der VfB diesmal in der Vorrunde der Deutschen Meisterschaft als Gruppenzweiter nach einer 1:3 Niederlage gegen Hannover 96 aus. Der Saisonhöhepunkt des Jahres 1954 war das Endspiel eines anderen Wettbewerbs. Zum ersten Mal erreichten die Fußballer das Finale des DFB-Pokals und traf auf den 1. FC Köln. Erwin Waldner erzielte damals nach einer Vorlage von Robert Schlienz das entscheidende Tor an diesem Karsamstag. So wurde der VfB in dem Jahr zum ersten Mal DFB-Pokalsieger, in dem Deutschland zum ersten mal Fußballweltmeister wurde.

1955 rutschte der amtierende Pokalsieger in der Oberliga auf einen enttäuschenden dreizehnten Platz ab. Doch 1956 wurde der VfB Süddeutscher Vizemeister und erreichte wieder die Meisterschaftsendrunde, nachdem die Mannschaft in der Qualifikation zur Endrunde TuS Neuendorf bezwang. Diesmal schied das Team jedoch als Gruppendritter in der Gruppenphase aus. Es war die letzte Teilnahme an der Meisterschaftsendrunde. 1958 hielt sich die Enttäuschung über den neunten Platz in der Oberliga in Grenzen. Zum zweiten mal erreichte der VfB das Endspiel des DFB-Pokals, diesmal gegen Fortuna Düsseldorf. Gegen das Team um den späteren Bundestrainer Jupp Derwall gewann der Klub wieder erst in der Verlängerung durch den entscheidenden Treffer von Lothar Weise.

In den kommenden Jahren spielte der VfB keine bedeutende Rolle im süddeutschen Fußball und landete bis zur Gründung der Bundesliga immer zwischen Platz fünf und Platz sieben. Die Stuttgarter erreichten 1963 in der Oberliga Süd den sechsten Platz. Wegen des komplizierten Auswahlverfahrens war lange ungewiss ob der VfB der neuen Fußball-Bundesliga angehören würde. Erst ein Telegramm bestätigte am 6. Mai 1963 endgültig die Zugehörigkeit des VfB zur Bundesliga. Zuvor wurde von der Presse vermeldet: Karlsruhe (419 Qualifikationspunkte), Stuttgart (408) und Offenbach (382) sind als gleichwertig anzusehen, weswegen der diesjährige Tabellenstand ausschlaggebend ist. Somit war es möglicherweise entscheidend, dass der VfB punktgleich aufgrund der besseren Tordifferenz 1962/63 in der Oberliga Süd einen Platz vor den Kickers Offenbach lag.

1963 zählte der VfB zu den 16 Gründungsmitgliedern der Fußball-Bundesliga. Mit Fritz Walter hatte der Verein damals einen Präsidenten, der keine finanziellen Risiken eingehen wollte und lieber auf ehrenamtliche Arbeitskräfte setzte als auf ein bezahltes professionelles Management und eine Mannschaft, die nur aus Vollprofis besteht. Doch nachdem die Fußballmannschaft sich, als der VfB in der ersten Bundesligasaison Fünfter geworden war, bis 1968 nur noch im Mittelfeld befand, forderten immer mehr ein modernes Management beim VfB, welches sich bei den erfolgreichen Vereinen der Liga bereits bewährt hatte. Dr. Walter war dazu nicht bereit und so trat Hans Weitpert, der an der Spitze derer stand, die eine neue Einkaufspolitik forderten, dessen Nachfolge an. Es dauerte nicht mehr lange, bis mit Günter Sawitzki 1971 der letzte Spieler des VfB, der nebenbei einen Beruf ausübte, seine Karriere beendete.

Prominente Trainer in den ersten Bundesligajahren waren Rudi Gutendorf, Albert Sing und Branko Zebec. Nachdem die Fußballer 1969 wieder Fünfter geworden waren, verloren die Stuttgarter in den folgenden Jahren den Anschluss zur Spitze und spielten die kommenden Jahre hauptsächlich im Mittelfeld der Liga. Nur 1973 erreichte die Mannschaft den UEFA-Pokal und konnte 1974 erstmals das Halbfinale erreichen. Dort schied der VfB jedoch gegen Feyenoord Rotterdam aus. Im April 1975 räumte Weitpert, der mit seiner offensiven Einkaufspolitik gescheitert war, seinen Präsidentenposten. Gerhard Mayer-Vorfelder wurde zum neuen Präsidenten des Vereins gewählt. Der VfB befand sich zu dieser Zeit auf einem Abstiegsplatz. Am Ende der Saison stieg der VfB aus der 1. Liga ab. Zuvor war der VfB nur 1923/24 für eine einzige Saison zweitklassig gewesen.

Die folgende Saison wurde zu einem der schwächsten sportlichen Kapitel der VfB-Geschichte – der Verein belegte in der 2. Liga lediglich Platz 11. Den Tiefpunkt bildete das Heimspiel gegen den SSV Reutlingen 05 vor 1.200 Zuschauern, das mit 2:3 verloren ging.

Zur Saison 1976/77 verpflichtete der VfB dann Jürgen Sundermann. Aus finanziellen Zwängen musste der VfB vor allem auf junge Spieler setzen. Mit dem damaligen Hundert-Tore-Sturm gelang dem VfB die Rückkehr ins Fußball-Oberhaus. Dabei erzielte Ottmar Hitzfeld im Heimspiel gegen den SSV Jahn Regensburg sechs Treffer (Endstand 8:0). Dieser Rekord hat bis heute bestand.

In der Saison 1977/78, der ersten Saison nach der Rückkehr in die Fußball-Bundesliga, erreichte der VfB einen vierten Platz. Dabei stellte er mit einem Zuschauerschnitt von fast 54.000 einen fast 20 Jahre gültigen Bundesliga-Rekord auf. In den Folgejahren konnte sich der VfB in der Bundesligaspitze etablieren.

Spieler in dieser Zeit waren u. a. Hansi Müller, Karlheinz und Bernd Förster, Karl Allgöwer, Dieter Hoeneß, Hermann Ohlicher und Helmut Roleder. Bis 1980 qualifizierte sich die Mannschaft in jeder Saison nach dem Aufstieg für den UEFA-Pokal. 1979/80 erreichte das Team zum zweiten Mal das Halbfinale des UEFA-Pokals, als der VfB gegen Borussia Mönchengladbach nach einem 2:1 Heimsieg und einer 0:2 Niederlage auswärts knapp ausschied.

Auch die Infrastruktur wurde zu Beginn der 1980er Jahre angepasst: 1981 bezog der VfB nach knapp zweijähriger Bauzeit sein neues Clubzentrum (Kostenaufwand damals: ca. 5,2 Millionen Euro). Nachdem der Verein 1982 auf den neunten Platz abrutschte, qualifizierten sich die Fußballer bereits 1983 mit einem dritten Platz für den UEFA-Pokal. 1984 erreichte der Verein unter Trainer Helmut Benthaus seine dritte deutsche Meisterschaft. Nachdem die Mannschaft am 32. Spieltag punktgleich mit dem Hamburger SV an der Spitze lag, drohte ein Endspiel am 34. Spieltag im Neckarstadion gegen den HSV. Doch da der VfB selbst gegen Werder Bremen siegte und der HSV gegen Eintracht Frankfurt gleichzeitig unterlag stand fest, dass der HSV mit 5 Toren Vorsprung im direkten Duell in Stuttgart hätte gewinnen müssen, um den VfB noch von der eigentlich sicheren Meisterschaft abzuhalten. Der HSV erzielte jedoch lediglich in den letzten Minuten, als die VfB-Fans schon die Meisterschaft feierten, den 1:0 Siegtreffer. Erstmalig im Europapokal der Landesmeister vertreten, scheiterte der VfB in der ersten Runde gegen Levski Spartak Sofia. Dennoch gaben die sportlichen Erfolge der kommenden Jahre dem VfB weitere Möglichkeiten zu internationalen Auftritten.

1985 erreichte der VfB den 10. Platz. 1986 erreichte der Verein unter den Trainern Barić und Entenmann zum dritten Mal ein DFB-Pokal-Finale, das der FC Bayern München mit 5:2 gewann. Trotzdem trat der VfB als Fünfter der Bundesliga-Saison in der folgenden Saison nicht im UEFA-Pokal, sondern im Europapokal der Pokalsieger an, weil der FC Bayern als Meister bereits im Europapokal der Landesmeister spielte.

1986/87 schied der VfB bei der ersten Teilnahme im Europapokal der Pokalsieger im Achtelfinale gegen Torpedo Moskau aus. Ende der 80er Jahre qualifizierte sich der VfB mit Spielern wie Buchwald, Jürgen Klinsmann, Sigurvinsson oder Immel und Trainer Arie Haan 1988 und 1989 wieder für den UEFA-Pokal. In die Chronik des Vereins eingegangen ist dabei vor allem das UEFA-Pokal-Finale von 1989 gegen den SSC Neapel. Auf Klinsmann musste die Mannschaft wegen einer Gelbsperre aus dem Halbfinale im Hinspiel verzichten. Nach einer fragwürdigen Schiedsrichterleistung hatte der VfB das Hinspiel in Neapel mit 1:2 gegen Napoli verloren. Beim 1:1 nahm Diego Maradona den Ball mit der Hand mit und der Handelfmeter zum 1:2 war ebenfalls nach einstimmiger Meinung der Fußballexperten nicht berechtigt. Zudem wurde auch noch der Kapitän Guido Buchwald durch eine gelbe Karte für das Rückspiel in Stuttgart gesperrt. Der griechische Schiedsrichter Gerassimos Germanakos aus dem Hinspiel wurde danach von der UEFA gesperrt, was jedoch keine Auswirkungen hatte, da der Schiedsrichter ohnehin zurückgetreten war. Ein 3:3 im Rückspiel reichte dann nicht mehr zum Titelgewinn.

1990 kam Christoph Daum als Trainer zum VfB. 1992 wurde der VfB unter Daum unter anderem mit Guido Buchwald, Fritz Walter und Matthias Sammer zum vierten Mal Deutscher Meister. In einem Herzschlag-Finale setzten sich die Stuttgarter durch einen Treffer in der 86. Minute des letzten Spieltags (2:1 Sieg in Leverkusen) im Fernduell gegen Eintracht Frankfurt (1:2 bei Hansa Rostock) und Borussia Dortmund (1:0 beim MSV Duisburg) durch. Fritz Walter wurde damals Torschützenkönig. Der VfB war damals vor dem letzten Spieltag lediglich zwei Mal Tabellenführer gewesen. In der Folgesaison unterlief Trainer Daum jedoch in der ersten Runde des Europacups gegen Leeds United am 30. September 1992 ein folgenschwerer Fehler: Er wechselte mit Jovica Simanić einen damals nicht gestatteten vierten Ausländer ein. Das Spiel wurde gegen den VfB gewertet und der Verein schied, nach einem Wiederholungsspiel in Barcelona vor gerade einmal 15.000 Fans, bereits zum zweiten Mal in seiner Geschichte, in der ersten Runde des Europacups der Landesmeister aus. Damit verpasste der VfB die Teilnahme an der Champions League. In den kommenden drei Jahren qualifizierte sich die Mannschaft nicht mehr für den Europacup und schaffte es wie schon 1984 zunächst nicht, sich als Meister an der Spitze zu halten.

Unter Rolf Fringer spielte in der Saison 1995/96 erstmals das so genannte Magische Dreieck zusammen, das aus den Spielern Krassimir Balakow, Giovane Elber und Fredi Bobic bestand. Dennoch wurde der VfB nur Zehnter und so legte der VfB Fringer keine Steine in den Weg, Schweizer Nationalteamtrainer zu werden. Erst unter Joachim Löw, der von Fringers Co-Trainer zum Interimstrainer und schließlich zum Cheftrainer wurde, knüpfte der VfB wieder an frühere Erfolge an. Das „Magische Dreieck“ sorgte in der Bundesliga für Furore und gewann 1997, durch einen 2:0 Sieg im Finale in Berlin gegen den damaligen Regionalligisten Energie Cottbus, den DFB-Pokal. Dabei erreichte das Team im Viertelfinale nur durch das Elfmeterschießen gegen den SC Freiburg das Halbfinale, wo die Mannschaft den Hamburger SV im eigentlichen Endspiel bezwang. Doch so schnell das Magische Dreieck sich einspielte, so schnell trennten sich die Wege der Traumoffensive des VfB auch wieder. Die zwei entscheidenden Tore von Giovane Elber im Pokalfinale waren seine beiden letzten für den VfB, er wechselte zum FC Bayern München.

Ein Jahr später stand der VfB im Finale des Europapokals der Pokalsieger, das er in Stockholm unglücklich mit 0:1 gegen Chelsea London verlor, nachdem der eingewechselte Gianfranco Zola mit seinem ersten Ballkontakt das entscheidende Tor erzielte. Danach ging mit Fredi Bobic auch der zweite Spieler des magischen Dreiecks, er wechselte zu Borussia Dortmund. Nur Krassimir Balakow blieb bis zu seinem Karriereende beim VfB.

Doch trotz der Erfolge verlängerte der Verein unter der Leitung Gerhard Mayer-Vorfelders den am Saisonende 1998 auslaufenden Vertrag mit Löw nicht. Stattdessen wurde nun Winfried Schäfer verpflichtet. Vor allem bei den Fans war diese Entscheidung sehr unpopulär, da Schäfer vom Erzrivalen Karlsruher SC kam, wo er sich einen Namen gemacht hatte. Der Trainerwechsel erwies sich schnell als Fehler und so wurde Schäfer noch im selben Jahr wieder entlassen.

Die folgenden Jahre brachten mehr sportlichen Misserfolg als Erfolg. Unter Trainer Ralf Rangnick wurde ein sportlicher Konsolidierungsprozess eingeleitet, der aber mit Platz 15 und erhöhter Abstiegsgefahr im Frühjahr 2001 endete. Das Erreichen des UEFA-Poklas durch den erstmaligen Gewinn des UI-Cups 2000 war nun eher ein Hindernis im Abstiegskampf. Manfred Haas, der Nachfolger von Gerhard Mayer-Vorfelder, der den Verein 2000 in Richtung DFB verlassen hatte, fand einen Verein mit großen sportlichen und finanziellen Problemen vor. Die finanziellen Probleme sind vor allem auf die riskante Transferstrategie unter Gerhard Mayer-Vorfelder zurückzuführen. Schon allein der von Mayer-Vorfelder mit Dusan Bukovac ausgehandelte Rentenvertrag von Krassimir Balakow belastete den VfB. Dieser hoch dotierte Vertrag (geschätzte 3 Mio € Jahresgehalt) konnte durch das Ziehen einer Option von Balakow fristlos verlängert werden und wurde nach harten Verhandlungsrunden zwischen Haas und Bukovac erst 2003 beendet. Zudem litt der Verein auch unter einigen teuren Einkäufen von Spielern, die gar nicht oder kaum für den Verein aufliefen. Beispiele sind Didi, Srgjan Zaharievski, Mitko Stojkovski oder Sasa Markovic. Rangnick wurde entlassen, sein Nachfolger wurde Felix Magath.

Unter Magath schaffte der VfB am vorletzten Spieltag gegen Schalke 04 durch ein Tor von Balakow kurz vor dem Spielende den Klassenerhalt.

Aufgrund der finanziellen Engpässe musste der VfB wie Mitte der 1970er Jahre auf die eigene Jugend setzen – Spieler wie Andreas Hinkel, Kevin Kurányi, Timo Hildebrand oder Aljaksandr Hleb bildeten ein Team, das sich hervorragend entwickelte und in den Medien den Beinamen „die jungen Wilden“ erhielt. Der VfB qualifizierte sich 2002 über den UI-Cup für den UEFA-Pokal. 2003 wurde die Mannschaft überraschend Vizemeister hinter Bayern München und qualifizierte sich damit erstmals für die Champions League. Dort zeigte die Mannschaft ihre Klasse u. a. durch einen 2:1 Sieg gegen Manchester United, sowie durch das Erreichen des Achtelfinals. Dort war erneut der FC Chelsea Endstation, nachdem sich der VfB durch ein Eigentor von Fernando Meira im Hinspiel selbst um die Chance auf den Einzug ins Viertelfinale brachte (0:1 zuhause, 0:0 auswärts).

2003 wurde Erwin Staudt neuer Präsident. Er wurde der erste hauptamtliche Präsident des VfB Stuttgart und trug mit seiner Mitglieder-Kampagne mit dem Titel „Wir packen Schalke“ entscheidend dazu bei, die Mitgliederzahl innerhalb von zwei Jahren mehr als zu verdreifachen. Zudem überzeugte er Rudi Häussler, direkt neben dem Gottlieb-Daimler-Stadion mit dem Carl Benz Center einen Multifunktionskomplex zu errichten. Vom Bau des Gebäudes profitierte der VfB als Hauptmieter wohl am meisten. Im Sommer 2004 wechselte Trainer Magath zum FC Bayern München, sein Nachfolger in Stuttgart wurde Matthias Sammer. Zwar erreichte der VfB in der Saison 2004/05 einen UEFA-Cup-Platz, allerdings verspielten die Fußballer mit einem kläglichen Saisonfinale eine deutlich bessere Platzierung. Daher trennte sich der Verein nach Saisonende von Sammer. Sein Nachfolger wurde im Sommer 2005 Giovanni Trapattoni.

Vor der Saison 2005/2006 kam es zu einem großen personellen Wechsel beim VfB; Leistungsträger wie Kevin Kurányi (für etwa 8 Mio. zu Schalke 04), Philipp Lahm (war ausgeliehen von Bayern München) und Aljaksandr Hleb (wechselte für geschätzte 15 Millionen zum FC Arsenal) verließen den VfB, neu verpflichtet wurden u. a. Thomas Hitzlsperger (Aston Villa) und Jon Dahl Tomasson (AC Mailand). Durch die hohen Transfererlöse konnte der Verein zwar seine Verbindlichkeiten (die vor der Saison noch 8,21 Millionen Euro betrugen) deutlich reduzieren, doch hinkte die Mannschaft ihren eigenen sportlichen Ansprüchen hinterher. Anfang Februar 2006 trennte sich der VfB von Giovanni Trapattoni, dessen Taktik und Spielweise bei Fans und Spielern immer mehr in die Kritik geriet.

Die Schwaben verpflichteten daraufhin Armin Veh als neuen Cheftrainer, der zu Beginn vom Aufsichtsratsvorsitzenden Dieter Hundt als Übergangslösung bis zur Sommerpause bezeichnet wurde. Der Wunschkandidat des zur Winterpause als Manager verpflichteten Ex-Spielers Horst Heldt konnte sich dennoch auch als Trainer für die kommende Saison durchsetzen. Nach der sportlich enttäuschenden Saison 2005/06 gab es vor der Saison 2006/07 wieder einige tiefgreifende personelle Änderungen. Nach zehn Jahren beim VfB beendete Kapitän Zvonimir Soldo seine Karriere und nach 14 Jahren verließ auch Andreas Hinkel den Verein.

Wie schon in früheren Jahren macht der VfB teils aus der Not eine Tugend und setzte zur Saison 2006/07 wieder auf junge Spieler. Der Verein hat mit Mario Gómez, Serdar Taşçı und Sami Khedira einige Talente aus der eigenen Jugend in der Mannschaft. Da der VfB jedoch inzwischen zu den reicheren Vereinen der Liga gehört, konnte der Klub sich auch mit neuen Spielern wie z. B. Pavel Pardo, Ricardo Osorio oder Antonio da Silva verstärken. Nach einem eher schwachen Saisonstart 2006/07 wurde Armin Veh vom Aufsichtsratsvorsitzenden Hundt erneut kritisiert, worauf in den Medien Veh zunächst als Favorit auf die nächste Trainerentlassung gehandelt wurde. Jedoch gelang es dem VfB, mit einer sehr jungen Mannschaft wieder an die Erfolge der Jahre 2002 bis 2004 anzuschließen. Am 12. November 2006 übernahm der VfB mit einem 2:1 Sieg bei Hannover 96 erstmals seit fast zwei Jahren wieder die Tabellenspitze. Über den kompletten weiteren Verlauf der Saison hielt sich der Verein unter den ersten vier Vereinen der Bundesliga. Von den Medien bekam die Mannschaft aufgrund ihrer offensiven und erfolgreichen Spielweise den Beinamen „die jungen Wilden II“. Am vorletzten Spieltag der Saison übernahm der VfB zum zweiten Mal die Tabellenspitze und ging als Tabellenführer mit zwei Punkten Vorsprung vor FC Schalke 04 in den letzten Spieltag. Der VfB gewann das letzte Heimspiel gegen Energie Cottbus mit 2:1 und wurde damit Deutscher Meister 2007.

Nach Siegen gegen Alemannia Aachen II, den SV Babelsberg 03, den VfL Bochum, Hertha BSC und den VfL Wolfsburg stand das Team um Armin Veh nach genau zehn Jahren wieder im Endspiel um den DFB-Pokal im Berliner Olympiastadion. Dort verlor man am 26. Mai 2007 gegen den 1. FC Nürnberg mit 3:2 n.V.

In der Champions League 2007/08 spielte der VfB gegen den FC Barcelona, Olympique Lyon und die Glasgow Rangers. Von den sechs Spielen in der Champions-League-Vorrunde gewann der VfB eines (3:2 im Heimspiel gegen die Glasgow Rangers). Aufgrund der weiteren fünf Niederlagen schied das Team als Gruppenletzter aus dem Europapokal aus.

Parallel dazu durchschritt der VfB auch in der Bundesliga eine Talsohle. Als amtierender Deutscher Meister rutschte man nach einigen Niederlagen zu Saisonbeginn tief in die untere Tabellenhälfte und rangierte nach zehn Spieltagen mit lediglich 10 Punkten auf Platz 14 der Tabelle. Ab dem elften Spieltag arbeitete der VfB sich in der Tabelle jedoch weiter nach oben und hatte bis zum 30. Spieltag noch realistische Chancen auf einen Champions-League-Platz. Die Saison schloss der VfB als Sechster ab und konnte sich über den UI-Pokal für den UEFA-Pokal 2008/09 qualifizieren. Im DFB-Pokal schied der VfB im Viertelfinale zu Hause gegen den Vorletzten der 2. Bundesliga Carl Zeiss Jena durch ein 6:7 nach Elfmeterschießen aus.

Nachdem der VfB in der Saison 2008/09 nach dem vierzehnten Spieltag mit achtzehn Punkten auf dem elften Tabellenplatz stand, wurde der Trainer Armin Veh entlassen und durch den neuen Teamchef Markus Babbel ersetzt.

Für eine komplette Auflistung aller Spieler der ersten Mannschaft des VfB Stuttgart seit Vereinsgründung, siehe Liste der Spieler des VfB Stuttgart.

Die zweite Mannschaft des VfB Stuttgart, die seit der Saison 2008/09 ebenfalls eine Profimannschaft ist, wurde bereits 1951 als Amateurmannschaft gegründet. Schon damals wollte der Verein einen Unterbau für die Lizenzspielermannschaft zum behutsamen Aufbau junger Spieler schaffen. Dieser Unterbau zählt mit für eine Amateurabteilung überdurchschnittlich vielen Titeln zu den erfolgreichsten Amateurabteilungen im deutschen Fußball.

Die Anfänge der zweiten Mannschaft des VfB waren alles andere als einfach; der Württembergische Fußball-Verband misstraute dem VfB, da damals viele Vereine versuchten, mit Hilfe von Amateurmannschaften Spielern Geld unter der Hand zukommen zu lassen. Und so durfte die Amateurmannschaft zunächst nur in der A-Klasse Stuttgart antreten, ohne die Chance aufzusteigen. Nachdem die Amateure in den Spielzeiten 1951/52, 1952/53 (damals mit 55:1 Punkten) und 1953/54 außer Konkurrenz überlegen Meister wurde, hatte der Verband ein Einsehen und ließ die Mannschaft in die zweite Amateurliga aufsteigen.

Nach fünf Jahren in der zweithöchsten Fußballamateur-Spielklasse Deutschlands stiegen die VfB-Amateure schließlich in die erste Amateurliga auf. Unter Trainer Franz Seybold erreichte die Mannschaft 1960 überraschend den Titel "Württembergischer Amateurmeister", obwohl der Kader mehrheitlich aus Spielern bestand, die frisch aus der Juniorenelf (einer damals bestehenden Brücke zwischen A-Jugend und Amateurmannschaft) oder der dritten Mannschaft kamen. Sowohl die Juniorenmannschaft als auch das dritte Team wurden kurze Zeit später abgeschafft.

Viele Spieler wechselten aufgrund des Erfolges in die Lizenzspielermannschaft, so dass Seybold einen Neuaufbau starten musste. Dennoch wurden die VfB-Amateure in der Saison 1962/63 im Endspiel gegen den VfL Wolfsburg Deutscher Amateurmeister. Nach diesem Triumph wurden die VfB-Amateure in Stuttgart euphorisch empfangen.

In der folgenden Saison kam mit Willi Entenmann ein Spieler zu den Amateuren, der in der Zukunft noch viele wichtige Funktionen beim VfB und auch bei seinen Amateuren ausübte. Eben jener Entenmann war es auch, der die Amateure 1980, 17 Jahre nach dem ersten Titel, als Trainer erneut zum Deutschen Amateurmeister machte. Zuvor erreichte das Team 1974 mit dem Erreichen des Viertelfinales des DFB-Pokals einen weiteren Achtungserfolg.

Aufgrund der zunehmenden Beachtung der Bundesliga rückte das Amateurteam in den Folgejahren in der öffentlichen Wahrnehmung zusehends in den Hintergrund. Dennoch spielte die Mannschaft fast durchgehend in der obersten Amateurliga. Allerdings stiegen die Amateure 1988 von der Oberliga in die Verbandsliga ab. Doch Jochen Rücker führte die Mannschaft in die Oberliga zurück. Dort schaffte man jedoch zunächst nicht die Qualifikation für die neue Regionalliga, die 1994/1995 startete. In der Saison 1997/1998 gelang dann schließlich der Aufstieg in die Regionalliga. In der Saison 1999/2000 schafften es die VfB-Amateure mit Platz 6, sich bei der Reduzierung der Regionalliga-Staffeln von vier auf zwei, für die neue Süd-Staffel zu qualifizieren.

In der Saison 2000/01 schlugen die Amateure die erste Mannschaft des damaligen Bundesligisten Eintracht Frankfurt in der ersten Runde des DFB-Pokals im Robert-Schlienz-Stadion mit 6:1. Bis heute ist dies der höchste Sieg einer Amateurmannschaft gegen einen Bundesligisten im DFB-Pokal. Darauf wurde dem Amateurteam in der 2. Runde des DFB-Pokals die eigene Lizenzspielermannschaft zugelost, gegen die man mit 0:3 unterlag. Mittlerweile dürfen zweite Mannschaften von Proficlubs nicht mehr am DFB-Pokal teilnehmen. In der damaligen VfB-Amateurelf schlug die Geburtsstunde der jungen Wilden, einem Begriff, der zunächst durch eine Schlagzeile der Stuttgarter Zeitung („Die jungen Wilden schießen die Eintracht aus dem Pokal“) nach dem Triumph im DFB-Pokal geprägt, und später als Slogan auf den Mannschaftsbus der Amateure übernommen wurde. Das Team um Spieler wie Aljaksandr Hleb, Andreas Hinkel, Ioannis Amanatidis und Kevin Kurányi, die später mit der ersten Mannschaft des VfB in der Champions League spielten, erreichte in dieser Saison in der neuen Regionalliga Süd mit dem zweiten Platz eine Position, die erste Mannschaften zum Aufstieg in die 2. Bundesliga berechtigt hätte. Der Weggang der jungen Wilden in die Profimannschaft führte jedoch in der Folgesaison zu Platz 16 und somit zum Abstieg in die Oberliga Baden-Württemberg.

Mit einem neuen jungen Team erreichten die VfB-Amateure den sofortigen Wiederaufstieg in der Saison 2002/03. Auch in den Folgejahren schafften mit Mario Gómez, Serdar Taşçı, Sami Khedira und Andreas Beck wieder Spieler den Sprung in die erste Mannschaft. Diesmal verkraftete die zweite Mannschaft dies jedoch besser und spielte bis zum Ende der Saison 2007/08 in der obersten Amateurspielklasse, der Regionalliga. Seit der Saison 2008/09 spielt die zweite Mannschaft im GAZİ-Stadion auf der Waldau, da für die neue eingleisige 3. Profi-Liga eine größere Stadionkapazität erforderlich ist, als es das vormals genutzte Robert-Schlienz-Stadion bot.

Kein anderer deutscher Verein hat so viele Profispieler aus seiner eigenen Jugend hervorgebracht wie der VfB. In vielerlei Hinsicht kann man den VfB als Vorreiter der deutschen Jugendarbeit bezeichnen. Noch heute ist der VfB Deutscher Rekordmeister bei den A- und B-Junioren. Dies beginnt bereits im Jahre 1918 mit dem Physiklehrer und VfB-Präsidenten Gustav Schumm.

Für die Gründer der Vereine war die Jugendarbeit kein Problem, da sie selbst noch Jugendliche waren, die versuchten ihre Sportart populär zu machen. Über 30 Jahre nach der Gründung scharte sich nun die Jugend um die betagten Gründer der Fußballvereine, und so wusste man zunächst nichts Besseres als nur zwischen Jugendlichen (im Alter zwischen heutigen A- und C-Jugendlichen) und Zöglingen (D- und E- Jugend) zu unterscheiden. Doch Schumm war es, der ein Konzept entwarf, das von den Grundsätzen her noch heute Bestand hat. Schumm war aus eigener Erfahrung bewusst, wie schwer es für Jugendliche war, den Durchbruch zu schaffen, wenn man nur eine Reserve für die erste Mannschaft ist. Er wusste, dass man die Jugendarbeit den Entwicklungsstufen der Jugendlichen anpassen musste. Als der Erste Weltkrieg vorbei war, setzte er 1918 sein Konzept zuerst beim VfB und später auch beim DFB durch. Er legte die Einteilung in A-, B-, und C-Jugend fest und sah auch erzieherische Maßnahmen vor. Diese neue Einteilung und die systematische Betreuung beim VfB wurden schon schnell belohnt, als die Zeitung Stuttgarter Tagblatt einen Pokal für eine A-Jugend Runde stiftete, welche man als Vorreiter der Jugendstaffel bezeichnen könnte. Schließlich war dann auch die A-Jugend des VfB der Gewinner dieser ersten A-Jugend Runde.

Nach der Einführung der Deutschen Meisterschaft der A-Jugend 1969 gewann die Mannschaft des VfB bereits 1973 die erste Meisterschaft. Auch 1980 unterstrich der VfB wieder einmal seine Vorreiterrolle mit dem Bau des nach dem ehemaligen Präsidenten Fritz Walter benannten VfB-Jugendhauses in Cannstatt. Dieses Fußball-Internat, welches optimale Voraussetzungen für Talente mitbringt, um Schule und Fußball unter einen Hut zu bringen, kann man als bundesweites Pilotprojekt bezeichnen, welches viele Nachahmer fand. 1984 wurde man nach dem Gewinn der vierten A-Jugendmeisterschaft zum alleinigen Rekordmeister in dieser Altersklasse. In der B-Jugend konnte man 1986 die 1977 eingeführte Deutsche Meisterschaft erstmals gewinnen.

Noch heute wird die vorbildliche Jugendarbeit beim VfB immer weiter optimiert. Klare Strukturen, Kontinuität bei den Jugendtrainern, die Möglichkeit unabhängige Entscheidungen zu treffen und Verhaltensregeln – das sogenannte ABC der VfB-Jugend – sorgen für optimale Bedingungen. Noch heute wird im Grunde ein Konzept verwendet, welches um 1990 von Helmut Groß und Ralf Rangnick entworfen wurde und von der E-Jugend bis zur Profimannschaft führt. Alle vier Wochen gibt es spezielle Schulungen für den Trainerstab und dreimal im Jahr werden die Jugendspieler bei einer Bewertung an den hohen Anforderungen gemessen, um Spieler individuell nach Stärken und Schwächen fördern zu können. Ziel ist, auch bei den Spielern einen starken Charakter zu fördern. Von der E- bis zur B-Jugend tritt der VfB mit zwei Mannschaften in den jeweiligen Verbandsrunden an. In der A-Jugend tritt der Verein nur mit einer Mannschaft an, um den Leistungsgedanken in den Vordergrund zu stellen. Dieser wird in der F-Jugend hingegen nicht so hoch angesiedelt, weshalb der VfB dort keine Mannschaft stellt und in diesem Bereich mit dem MTV Stuttgart kooperiert, der eine Kinderfußball-Akademie führt, in der VfB-Trainer mehrere Schulungen durchführen.

Der VfB kooperiert zudem mit kommerziellen Fußballschulen, anderen regionalen Fußballvereinen und auch dem offiziellen Kooperationspartner FC St. Gallen. Auch Verbindungen mit dem Olympiastützpunkt Stuttgart und den Eliteschulen in der Umgebung, bei denen Schüler dreimal pro Woche zum Training freigestellt werden, macht der Verein sich zunutze. Für die besten Talente bietet der VfB sogar Ausbildungen zum Sport- und Fitnesskaufmann an. Es wird versucht, die talentiertesten Spieler möglichst früh zum VfB zu holen. Auch wenn die abgebenden kleinen Vereine ihre Talente nicht gerne aufgeben, können nur wenige Jugendspieler dem Lockruf des VfB widerstehen. Es sind sogar zwei Scouts fest angestellt, die neben den vielen Kontaktpersonen Talente möglichst früh melden. Auch die jährlichen VfB-Jugend- und Talenttage werden meist mit erfolgreichen Talentsichtungen durchgeführt. Der Verein konzentriert sich zwar immer auf regionale Talente, aber nimmt vor allem ab der B-Jugend auch gerne Talente aus dem Ausland auf, die zumeist wie zum Beispiel auch Kevin Kurányi (der zwar deutscher Staatsbürger ist, aber mit 15 noch nicht deutsch sprechen konnte) erfolgreich eingebunden werden können. 20 Prozent der Jugendspieler des VfB sind im Besitz einer ausländischen Staatsbürgerschaft.

Immer wieder beweist sich die Jugendarbeit des VfB aufs Neue. Noch heute ist die Mannschaft der A-Jugend Rekordmeister. Einen medienwirksamen Sieg hat die A-Jugend des VfB in einem Spiel gegen die deutsche Fußballnationalmannschaft der Frauen errungen, die mit 3:0 bezwungen wurde. Spieler wie Horst Köppel, Thomas Schneider, Andreas Hinkel, Thomas Brdarić, Michael Fink, Albert Streit, Mario Gómez, Hansi Müller, Karlheinz Förster, Gerhard Poschner und viele andere haben ihre Wechsel vom Amateur- oder Jugendfußball in den Profibereich beim VfB geschafft. Bei der Erweiterung der Infrastruktur durch das Carl Benz Center hat der Verein mit der VfB-Jugendakademie auch die Jugendarbeit beim VfB nicht vernachlässigt. Die Mannschaft der A-Jugend spielt in der U19-Bundesliga.

Im Gegensatz zu anderen Vereinen hat der VfB seine Lizenzspielerabteilung bisher nicht aus dem Verein (VfB Stuttgart 1893 e. V.) ausgelagert. Allerdings bestehen Pläne, dies durch die Gründung einer KGaA in naher Zukunft zu tun. Über dieses Konzept sollen dann strategische Partner stärker in das Geschäft der Profiabteilung eingebunden werden.

Derzeit verfügt der Verein über eine Beteiligungsgesellschaft (die hundertprozentige Tochter VfB Stuttgart Beteiligungs-GmbH). Diese wurde vom damaligen Präsidenten Manfred Haas im Jahr 2000 angestoßen. Ziel der Beteiligungs-GmbH war es, dem Verein über ein Eigenkapitalmodell liquide Mittel zur Verfügung zu stellen. Dazu zahlte eine Reihe von stillen Gesellschaftern Kapital in die Beteiligungsgesellschaft ein, welches dann wiederum dem Verein zur Verfügung gestellt wurde (über dieses Konzept erwarb der Verein beispielsweise den Spieler Fernando Meira). Geschäftsführer der GmbH ist VfB-Vorstand Ulrich Ruf.

Als Anreiz für die stillen Gesellschafter wurde ein Großteil der Anteile eines zweiten Tochterunternehmens, der VfB Stuttgart Marketing GmbH auf die Beteiligungsgesellschaft übertragen. Letztere hält derzeit 75,5 Prozent der Anteile an der Marketing GmbH, 24,5 Prozent liegen beim Stammverein. De jure gehört der VfB damit zu den wenigen Bundesligisten, die ihre Marketingrechte nicht an externe Unternehmen veräußert haben. De facto fließen jedoch große Teile der Marketing-Einnahmen nicht an den Verein; zwischen Marketinggesellschaft und Beteiligungs-GmbH besteht ein Ergebnisabführungsvertrag, so dass ein großer Teil der Einnahmen aus dem Marketing-Bereich direkt an die stillen Gesellschafter fließt.

Mit der „VfB-Shop“ Vertriebs- und Werbe-GmbH verfügt der VfB noch über ein drittes Tochterunternehmen. Die Shop-GmbH ist eine hundertprozentige Tochter des Vereins. Sie wurde 1978 gegründet. Ihr Geschäftszweck besteht im Vertrieb von Fan- und Merchandising-Artikeln. Auch hier ist Ulrich Ruf Geschäftsführer.

2006 gründete der VfB mit der VfB Reha-Welt GmbH eine weitere Tochtergesellschaft, deren Geschäftszweck in der medizinischen Versorgung und dabei insbesondere in Rehabilitations- und Präventionsmaßnahmen besteht. Diese Dienste bietet das Unternehmen nicht nur den VfB Spielern, sondern auch Dritten an. Der VfB hält an der Reha-Welt 60 Prozent der Anteile, die restlichen Anteile liegen zu gleichen Teilen bei den Ärzten Thomas Frölich und Udo Buchholzer. Geschäftsführer der Reha-Welt sind Stefan Heim und Markus Schmidt.

Die Mercedes-Benz Arena (1993–2008: Gottlieb-Daimler-Stadion, 1949–1993: Neckarstadion, zuvor Adolf-Hitler-Kampfbahn, nach dem Zweiten Weltkrieg für ein Jahr Century-Stadium) wurde 1933 erbaut. Sie liegt an der Mercedesstraße im Stadtbezirk Bad Cannstatt am Kreuzungspunkt zwischen der B 10 von Stuttgart nach Ulm und der B 14 von Stuttgart nach Nürnberg. Die Arena fasst 54.000, bei Nutzung mit Stehplätzen ca. 57.000 Zuschauer.

Die Vereinsführung einigte sich mit der Stadt Stuttgart auf einen Umbau des Stadions in eine reine Fußballarena. Der VfB Stuttgart wird als stiller Teilhaber am Umbau mitwirken und 26 Mio. Euro besteuern. Der Umbau soll 2011 abgeschlossen sein.

Ebenfalls in der Mercedesstraße befindet sich das VfB-Clubzentrum – ein Gelände mit 3.500 m² Nutzfläche, in dem Geschäftsstelle/Verwaltung, Restaurant mit Nebenzimmer und Kegelbahn sowie der gesamte Sportbereich untergebracht sind. Auf dem Gelände des Clubzentrums liegt auch das Robert-Schlienz-Stadion, der Austragungsort von Spielen der Jugend- und Amateurmannschaften des VfB.

Zur Fußball-Weltmeisterschaft 2006 wurde zudem im Carl Benz Center die VfB-Welt gebaut. Darin ist ein großes Dienstleistungscenter (Ticketing, Sport Shop, VfB Marketing), die VfB-Jugendakademie, das Rehazentrum der VfB Reha-Welt, mehrere Restaurants, sowie Veranstaltungsräume für Sport- und Freizeitevents beheimatet. Auch ein VfB-Museum soll dort einziehen. Zudem ist die VfB-Welt vor und nach den Heimspielen des Klubs der Treffpunkt für die Fans.

Auf der Stuttgarter Einkaufsmeile, der Königstraße, betreibt der Verein einen City-Shop, in dem Tickets sowie Merchandising-Produkte gekauft werden können.

Nachdem der VfB 1975 zum bisher einzigen Mal in die Zweite Liga abgestiegen war, begann der VfB Dauerkarten zu verkaufen. Dieses Angebot nahmen viele Anhänger wahr und so zog der Kern in die heutige Cannstatter Kurve um den A-Block herum um.

Nachdem die Fußballmannschaft 1977 in die Bundesliga zurückgekehrt war, war der in der Bundesliga-Saison 1977/78 aufgestellte Rekord von durchschnittlich über 53.000 Zuschauern pro Heimspiel bis zur Saison 1998/99 der höchste je in der Bundesliga gemessene Zuschauerschnitt. Der VfB zählte nun schon 120 offizielle Fan-Klubs. Doch wie bei anderen Vereinen auch machten kleine, zahlenmäßig unbedeutend erscheinende rechtsradikale Gruppierungen der Vereinsführung Probleme und so begann der Verein, in einer mit den Fan-Klubs gegründeten Interessensgemeinschaft, Karteikarten über Fan-Klub-Mitglieder anzulegen. Als nach der Aufstiegseuphorie Ende der 1970er Jahre der Erfolg ausblieb, sanken die Zuschauerzahlen wieder. Und so fielen die Interessensgemeinschaft und die meisten Fan-Klubs auseinander und nur die treusten Fans blieben.

Erst als die FIFA ankündigte bis zum Jahr 2000 alle Stehplätze abschaffen zu wollen und die Dauerkarteninhaber der Stehplätze bei ihrem Hilferuf gegen diese Entscheidung vom VfB unterstützt wurden, kamen sich der VfB und die Fans wieder näher. Am 11. Juli 1990 wurde schließlich die Organisation Offizieller Fan-Klub geschaffen, die bis heute Bestand hat. Fan-Klubs, die sich der Organisation anschließen, bekommen sowohl viele Vergünstigungen und Privilegien, als auch Pflichten wie eine Clubsatzung mit einem deutlichen Bekenntnis zur Gewaltfreiheit, einer demokratischen Struktur, einer Mindestanzahl von zehn Mitgliedern und einem aktiven Clubleben.

So gewann der VfB noch im Jahr 1990 70 offizielle Fan-Klubs mit rund 2.000 Mitgliedern für sich. Und so wurde beim folgenden Umbau des Stadions auch der A-Block mit seinen Stehplätzen erhalten. Seither gingen auch Gewaltaktionen bei den Fans auf ein Minimum zurück.

Erfolgsphasen wie die Deutsche Meisterschaft 1992 oder die Erfolge zu Zeiten des „magischen Dreiecks“ mit dem DFB-Pokal-Gewinn 1997 führten kurzfristig zu einem Anstieg der Zuschauerzahlen. Anfang 1997 begann die Fanszene sich neu zu organisieren, als mit dem „Commando Cannstatt“ (CC) die erste Ultra-Gruppierung entstand, die auch heute ein einflussreicher Bestandteil der Szene ist. Das Commando setzt auf eine Unterstützung der Mannschaft unter anderem mit Choreographien und Leuchteffekten und orientiert sich an italienischen Vorbildern. Anfangs gab es sowohl von Seiten anderer Fans, als auch vom Verein Berührungsängste. Der VfB warf dem Commando Cannstatt wegen des fünfzackigen Sterns auf dem Logo, der im Sommer 1997 verboten wurde, einerseits Nähe zur Rote Armee Fraktion und andererseits wegen der altdeutschen Schrift im Logo Rechtsradikalismus vor. Das Commando bekräftigte jedoch, dass diese Symbole für die Ultra-Gruppierung keine Bedeutung hätten und bekennt sich auch heute als Mitglied des Anhängerverbandes des VfB gegen den Rechtsradikalismus. Noch heute feuert das Commando Cannstatt die Mannschaft des VfB bei jedem Heimspiel im Block 32 der Cannstatter Kurve als eine der lautstärksten Gruppierungen an.

Den größten Zuschauerboom nach der Wiederaufstiegseuphorie erlebte der VfB zu Zeiten der „jungen Wilden“, als ein Schnitt von 41.728 erreicht wurde – zwei Jahre zuvor hatte der Zuschauerschnitt noch 26.097 betragen. Zurückzuführen ist der Zuschauerboom auf die rasante sportliche Verbesserung der Mannschaft; hatten die Fußballer in der Saison 2000/01 erst am vorletzten Spieltag den Klassenerhalt gesichert, so erreichte der VfB zwei Jahre später die Vizemeisterschaft und die Champions League.

Die Karten für die Champions-League-Vorrunde mit Gegnern wie Manchester United waren in Rekordzeit vergriffen und so erkannte die Vereinsführung des VfB mit dem neuen Präsidenten Erwin Staudt ein bisher noch nicht ausgeschöpftes Potential an Fans in der Region. Der VfB initiierte eine Mitgliederkampagne, welche unter dem Motto „Wir packen Schalke“ den VfB zum zweitgrößten deutschen Verein machen sollte. In der Rangliste der größten deutschen Sportvereine erreichte der VfB zwar zeitweilig Platz 3, holte den FC Schalke 04 jedoch nie ein. Dennoch vervierfachte sich die Mitgliederzahl des VfB zwischen 2000 und 2005 von 7.000 auf 30.000 Mitglieder, weswegen die Mitgliederkampagne vom VfB als erfolgreich angesehen wird.

Der enorme Anstieg der Mitgliederzahl lässt sich unter anderem mit den Erfolgen des VfB in der Champions League erklären; wer 2004 beispielsweise eine Karte für das Achtelfinalspiel der Champions League gegen den FC Chelsea haben wollte, musste entweder Vereinsmitglied, Fan-Klub-Mitglied oder Dauerkarteninhaber sein.

Auch die Anzahl der offiziellen Fan-Klubs stieg rapide auf heute 265 an. Diese befinden sich hauptsächlich in der Umgebung, aber es gibt auch im restlichen Bundesgebiet und sogar im Ausland (z. B. Taiwan, Latrikunda/Gambia und Südtirol) offizielle Fan-Klubs. Zur besseren Koordination unter den VfB-Fans institutionalisierte sich 2001 auf Anregung des Vereinsvorstandes der Fan-Ausschuss als offizielles, in der Vereinssatzung legitimiertes Gremium des VfB. Der Fan-Ausschuss wird vom Vorstand eingesetzt und trifft sich alle fünf oder sechs Wochen. Er besteht aus 15 Mitgliedern und setzt sich aus allen Fanschichten des VfB zusammen; von Vereinsseite gehören dem Ausschuss die beiden Fanbeauftragten sowie Direktor Jochen Schneider an. Das Gremium soll im Dialog fanspezifische Themen ansprechen und helfen Lösungen zu finden. Erste Erfolge waren zum Beispiel die Gründung der VfB-Fan-Treffs mit Hilfe des Ausschusses.

Zur weiteren Verbesserung der Fankoordination wurde der VfB Anhängerverband Stuttgart e. V. gegründet. Der Fan-Ausschuss des VfB setzte sich mit der Gründung das Ziel, die 265 offiziellen Fan-Klubs in einer Struktur zusammenzufassen. Auch einzelne Personen können dem Anhängerverband beitreten. Sowohl eingetragenen und somit rechtsfähigen, als auch nicht rechtsfähigen Fan-Klubs, die nur durch protokollierte Vertreter und eine Satzung legitimiert sind, ist der Beitritt möglich. Die offiziellen Fan-Klubs bleiben dabei zwar autark, die Vergünstigungen gehen jedoch auf den Anhängerverband über. Dieser Verband ist das erste auf demokratischem Wege gewählte Organ, welches die offiziellen Fan-Klubs beim VfB vertritt und soll für den VfB die einzige anerkannte Fanvertretung werden. Momentan sind 171 offizielle Fanklubs, sowie 74 Einzelmitglieder im Anhängerverband zusammengeschlossen.

Durch die Werbung des Vereins für neue Vereins- und Fan-Klub Mitglieder scheint sich nun der Kern der VfB-Fans erweitert zu haben, vom A-Block zum B-Block und in viele andere Bereiche der Cannstatter Kurve. Zwar ging der Zuschauerschnitt wieder zurück, nachdem der VfB sich 2006 nicht für den europäischen Wettbewerb qualifizierte, aber der erweiterte Kern war von diesem Rückgang weniger stark betroffen als die restlichen Zuschauerbereiche. Die Mitgliederzahlen der Fan-Klubs und des Vereins steigen zwar nicht mehr so rapide, aber die Tendenz nach oben bleibt vorhanden. So konnte kurz nach dem Gewinn des Meistertitel 2007 das 40.000. Mitglied vermeldet werden .

Für Kinder und Jugendliche gibt es inzwischen den VfB-Fritzle-Club, der 4- bis 16-jährigen VfB-Fans verschiedene Vergünstigungen bringt.

Vor allem in der ersten Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts herrschte ein harter Kampf zwischen dem in Bad Cannstatt ansässigem VfB und den Stuttgarter Kickers aus Degerloch. Aber es war keine Konkurrenz zwischen sozialen Schichten. Die Basis bildete auf beiden Seiten hauptsächlich das ortsansässige Bürgertum. Schon bei den Vorgängern des VfB, dem Kronen-Club und dem Stuttgarter FV liegen die Wurzeln der Rivalität zwischen dem VfB und den Kickers. Als die Kickers sich schon früh gegen Rugby entschieden, wechselten viele Rugby-Interessierte zum Stuttgarter FV. Dies könnte man die Geburt der Rivalität nennen. Zu den Kindheitszeiten des Fußballs lagen die Kickers noch klar vor den Vorgängern des VfB und so musste der Kronen-Club in einem entscheidenden Spiel um den Aufstieg in die oberste süddeutsche Spielklasse gegen die zweite Mannschaft der Kickers antreten. Zwar gewann der Kronen-Klub, doch wenige Tage später wurde das Spiel annulliert, da der eigentlich bestellte Schiedsrichter nicht anwesend war und der Verbandsschriftführer das Spiel leitete. Da der Kronen-Club von der Annullierung erst wenige Stunden vor der Neuansetzung bei einer Weihnachtsfeier erfuhr und dementsprechend viele Spieler nicht einsatzfähig waren, verlor der Klub das Wiederholungsspiel und fühlte sich auch dort gegenüber den Kickers ungerecht behandelt.

Auch nach der Fusionierung zum VfB dominierten zunächst die Kickers. Schon 1909 wurden die Blauen Vizemeister und waren dem VfB zumeist voraus. 1922/23 schienen sich die Kickers sogar vom VfB abzusetzen, als sie als Tabellenerster der Kreisliga Württemberg die Qualifikation für die neue Bezirksliga problemlos schafften, während der VfB als Sechster scheiterte und sogar in die Zweitklassigkeit abrutschte. Doch der VfB kam nach diesem einen Jahr Zweitklassigkeit wieder zurück und so blieb dieses eine Jahr das einzige nach der Fusion des VfB, in dem die Kickers eine Klasse über dem VfB standen. Der VfB bot nun den Kickers Paroli und so konkurrierten beide Vereine immer wieder um die Württembergische Meisterschaft. Nach der Deutschen Vizemeisterschaft des VfB 1935 war der Verein dann endgültig auf Augenhöhe. Bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs wurden beide Teams noch mehrmals Württembergischer Meister und blieben auf dem gleichen Level. Daher stimmt es auch nicht, dass das Überholmanöver des VfB in Verbindung mit dem Nationalsozialismus steht. Obwohl der VfB schon von jeher bessere Verbindungen zum Militär hatte und den Kickers schon vor der NS-Zeit jüdische Wurzeln zugeschrieben wurden, wurden die Kickers später ebenso wie der VfB mit dem NS-Regime in Verbindung gebracht. So stellte zum Beispiel der Sozialdemokrat Paul Keller fest, dass sich beide Vereine sofort als erste der nationalsozialistischen Bewegung voll und ganz anschlossen. Vor 1933 gab es beim VfB ebenso wie bei den Kickers jüdische Mitglieder, die in der NS-Zeit ausgeschlossen wurden.

Die Entscheidung um die Vormachtstellung in Stuttgart fiel erst in der Oberliga Süd. Zu Beginn spielten die Kickers genauso wie der VfB oben mit. Doch das Jahr 1950 war entscheidend für die Zukunft beider Vereine. Die Stuttgarter Kickers stürzten in die Zweite Oberliga Süd ab und standen somit zum ersten mal eine Klasse unter dem VfB. Und eben in diesem Jahr in dem die Kickers den ersten großen Rückschlag erlitten, holte der VfB mit der Deutschen Meisterschaft den ersten großen Titel. Die Kickers erholten sich noch einmal und kamen zurück, doch fast jede Saison, die die Degerlocher in der Oberliga Süd bestritten, war für die Kickers ein Abstiegskampf, während der VfB seine erfolgreichste Zeit erlebte. Und so absolvierten die Kickers 1960 ihr letztes Spiel in der Oberliga Süd und spielten im Mittelfeld der Zweiten Oberliga, während sich der VfB 1963 für die erste Bundesligasaison qualifizierte. Nur 1988 und 1992 spielten die Kickers noch jeweils eine Saison in der Bundesliga, in der sie nie die Klasse hielten.

So war es keine Seltenheit, dass einer von den Blauen zum VfB, zu den Roten wechselte. Ein solcher „Überläufer“ hatte es nicht immer einfach – von beiden Seiten hatten Spieler und Funktionäre nach einem solchen Wechsel etwas zu befürchten. Früher war die Rivalität bedeutend härter als heute. Als zum Beispiel 1956 Rolf Geiger, der talentierte Stürmer der Kickers, zum VfB wechselte, erstattete der damalige Präsident der KickersPhilipp Metzler Selbstanzeige und behauptete, die Kickers hätten Geiger unter der Hand bezahlt. Die Rache war es ihm offenbar wert, eine Strafe für die Kickers hinzunehmen, um gleichzeitig Geiger vom DFB bestrafen zu lassen. Allerdings wurde Metzler für 2 Jahre gesperrt, während Geiger nur für neun Monate gesperrt wurde.

Das Verhältnis zwischen beiden Vereinen wurde mit der Zeit zwar besser, doch immer wieder gab es Spannungen. So fand der ehemalige Kickers-Spieler Albert Sing an seinem ersten Arbeitstag als VfB-Trainer ein Kickers-Trikot in der Umkleide vor, welches ihm wohl deutlich machen sollte, dass er als Blauer nicht erwünscht ist.

Der damalige Kickers-Stürmer Jürgen Klinsmann erklärte nach einem harten Jugend-Derby gegenüber seinem damaligen Kickers-Präsidenten Axel Dünnwald-Metzler: „Eines schwöre ich: Zu denen geh ich nie!“ Wenige Jahre später musste er seinen Schwur zurücknehmen.

Nicht nur in der Jugend waren diese Derbys hitzig. „Wenn wir heute nicht gewonnen hätten, hätte ich mich nicht mehr aus dem Haus getraut“, erklärte der ehemalige VfB-Direktor Ulrich Schäfer einmal. Das letzte große Stadtderby in der Bundesliga war grundlegend für die weitere sportliche Entwicklung beider Vereine: In der Saison 91/92 ging es für den VfB um die Meisterschaft und für die Kickers um den Klassenerhalt. Nach 75 Minuten führten die Kickers mit 1:0, der VfB-Stürmer Fritz Walter brach wegen starker Magenschmerzen zusammen, weswegen der VfB sogar die Kickers einer Vergiftung bezichtigte. Trotz des Ausfalls von Walter drehte der VfB das Spiel in den letzten Minuten zu einem 3:1 Sieg; der VfB wurde am Ende der Saison Deutscher Meister und die Kickers stiegen ab. Die Rivalität zwischen dem VfB und den Kickers ging auch oft über den Fußball hinaus. So gab es auch zwischen den beiden Leichtathletikabteilungen immer wieder Differenzen. Trotzdem bildeten die beiden Vereine in dieser Sportart eine gemeinsame Startgemeinschaft.

Die zwischen Württembergern und Badenern bestehende Rivalität findet sich auch auf der Ebene des Fußballs wieder; die beiden erfolgreichsten Vereine der beiden baden-württembergischen Landesteile, der VfB und der Karlsruher SC blicken auf eine lange Rivalität zurück. Bereits 1912, im wohl ersten Endspiel des frisch fusionierten VfB Stuttgart, bezwang der Verein den FC Mühlburg, den Vorläufer des VfB Mühlburg, der mit Phönix Karlsruhe zum KSC fusionierte und qualifizierte sich somit für die erste deutsche Spielklasse.

Vielfach forderte der KSC den VfB als erfolgreichsten Fußballverein Baden-Württembergs heraus – zumeist ohne Erfolg. Zu einer Verstärkung der Rivalität kam es durch den langjährigen KSC-Trainer Winfried Schäfer; mehrmals zeigte er öffentlich seinen Ärger, als er 1992 zum Ausdruck brachte, dass die guten Leistungen des KSC im Schatten der Meisterschaft des VfB nicht genug gewürdigt würden. Er beschuldigte den damaligen VfB-Trainer Christoph Daum sogar, dass er sich über den Aufwärtstrend des KSC lustig machen würde. Nachdem der VfB wenig später im Europapokal der Landesmeister gegen Leeds United unglücklich durch einen Wechselfehler von Christoph Daum ausschied, erklärte Schäfer höhnisch: „Der Daum tönt aus Stuttgart, wir seien wie der Hund, der halt zwischendurch mal mit dem Schwanz wedelt. Warum hat er uns dann nicht als Blindenhund mit nach Leeds genommen.“ Schäfer kritisierte auch Sponsoren; Daimler-Benz warf er vor, den KSC-Spielern höhere Leasingraten als den VfB-Spielern abzuverlangen („Wir haben keinen Daimler, der uns das Stadion ausbaut.“). In der Kritik standen auch Medienvertreter, wie jene des SDR, denen er vorwarf, VfB-Lobbyisten zu sein („Die sind rot angehaucht.“).

Nachdem Winfried Schäfer nach all diesen Vorfällen VfB-Trainer wurde, kam es zu großen Spannungen sowohl zwischen Fans und VfB als auch innerhalb der Fanszene. Einige VfB-Fans reagierten auf die Verpflichtung Schäfers, indem sie ihre Dauerkarte zurückgaben. Unter anderem dürfte die Kritik der Fans mitverantwortlich für die Entlassung des erfolglosen neuen Trainers gewesen sein, die bereits wenige Monate nach Amtsantritt erfolgte.

Auch zu anderen Vereinen pflegen die Anhänger des VfB Rivalitäten; typische Beispiele sind der SC Freiburg, Hertha BSC, der FC Bayern München und der FC Schalke 04.

Die Rivalität zu den Berlinern ist durch deren Freundschaft mit dem KSC begründet. Diejenige mit dem SC Freiburg ist vergleichsweise jung und wesentlich weniger intensiv als jene mit dem ebenfalls badischen KSC. Zurückzuführen ist sie unter anderem auf das Fehlen anderer regionaler Derbys, nachdem der KSC in der Saison 1997/98 aus der Bundesliga abstieg.

Eine traditionsreichere Rivalität ist jene mit dem FC Bayern. Im so genannten Südderby treffen jährlich die beiden erfolgreichsten Bundesligavereine Süddeutschlands aufeinander. Nur schwer konnte man beim VfB Spielerwechsel nach München verzeihen; so wollte Jürgen Klinsmann erst die Erlaubnis seines Vaters holen, ehe er beim FC Bayern einen Vertrag unterschrieb. Auch Giovane Elber bekam infolge seiner Wechselabsichten die Wut der VfB-Fans zu spüren. Dieselbe Erfahrung macht auch der zuvor gefeierte Felix Magath.

In den letzten Jahren haben sich vor allem die Ansichten über den FC Schalke 04 verschlechtert. Schon als die Schalker Felix Magath nach Gelsenkirchen holen wollten, nachdem er mit dem VfB 2003 gerade Vizemeister geworden war, begannen die Spannungen zu wachsen. Vor allem der damalige Schalke-Manager Rudi Assauer und Magath, der noch eine Saison beim VfB blieb, legten sich damals in der Öffentlichkeit an.

Die Freundschaft mit Energie Cottbus ist noch relativ jung und begann beim Gastspiel der Cottbuser in Stuttgart in der Bundesliga im Frühjahr 2001. Damals kannten sich einige Fans bereits aus dem DFB-Pokalfinale von 1997. Enger wurde die Freundschaft mit einem Spiel des Energie Cottbus gegen Borussia Dortmund am letzten Spieltag der Saison 2002/03. Der VfB war Tabellendritter und Dortmund stand auf dem zweiten Platz. Der VfB konnte die direkte Qualifikation zur UEFA Champions League nur noch schaffen, wenn er selbst gewinnt und Cottbus auswärts in Dortmund mindestens einen Punkt holt. Cottbus war Tabellenletzter und schon seit Wochen sicher abgestiegen. Dennoch erkämpfte Energie Cottbus den benötigten Punkt. Die Fans haben diesen Tag bis heute nicht vergessen und so bestehen heute noch enge Fanfreundschaften zwischen Fanclubs des VfB und der Energie. In der Saison 2006/07 traf der VfB ausgerechnet am letzten Spieltag auf die Energie, als klar war, dass der VfB mit einem Sieg zu Hause sicher Deutscher Meister sein würde. Während die Fans beider Vereine schon den VfB als Deutschen Meister feierten, machten es die Cottbuser Spieler dem VfB jedoch alles andere als einfach. So ging Cottbus sogar zwischenzeitlich in Führung und der VfB hatte seine Mühe, als er das Spiel noch mit 2:1 für sich entscheiden konnte. Bei der Meisterfeier feierten die Cottbuser schließlich auch mit. Mittlerweile wurde die Freundschaft von den damaligen Initiatoren offiziell als beendet erklärt. Grund: Die Personen, die die Freundschaft in früheren Tagen begründet haben, sind inzwischen größtenteils nicht mehr in den jeweiligen Fanszenen aktiv.

Am 5. März 2005 unterzeichneten Erwin Staudt und Dieter Fröhlich, der Präsident des FC St. Gallen im Rahmen eines Freundschaftsspiels einen Kooperationsvertrag zwischen dem VfB und St. Gallen. In dieser Kooperation sollen sich die Vereine gegenseitig bei der Ausbildung von Spielern unterstützen und auch zum beidseitigen Nutzen Spieler austauschen. So wurden zum Beispiel schon einige Spieler des VfB, die noch keine Chance auf einen Stammplatz hatten, nach St. Gallen ausgeliehen. Bei der Talentsichtung, wie auch im Managementbereich, soll ebenfalls ein Erfahrungsaustausch in allen Altersklassen stattfinden. Auf beiden Seiten werden zudem Talente zu Gasttrainingseinheiten geladen. Freundschaftsspiele in den unterschiedlichen Altersklassen sind ebenfalls vorgesehen. Durch diese Kooperation kann die Schweizer Super-League als weitere Entwicklungsstufe für Jugendspieler genutzt werden.

Um das Jahr 1995 wuchs einmal eine Fanfreundschaft mit Bayer 04 Leverkusen, doch diese ging schnell wieder in die Brüche. Zuvor waren die Stuttgarter Fans mit denen Eintracht Frankfurts eng verbunden. Auf regionaler Ebene versteht sich der VfB von jeher mit dem SSV Reutlingen 05 sehr gut, der eine Art kleiner Bruder des VfB ist. Fast jedes Jahr gibt es ein Freundschaftsspiel zwischen beiden Vereinen. Auch mit der Spvgg 07 Ludwigsburg und dem MTV Stuttgart kooperiert der Verein.

Auf internationaler Ebene pflegen VfB-Fans vereinzelte Kontakte zu Celtic Glasgow. Diese Freundschaft begann im Achtelfinale des UEFA-Pokals in der Saison 2002/03. Nachdem der VfB beim Rückspiel in Stuttgart nach zwei packenden Duellen knapp ausgeschieden war, feierten die Fans der beiden Vereine in den Straßen Cannstatts bis tief in die Nacht und die Fans haben sich seither nicht aus den Augen verloren.

Die Geburt des Sponsorings beim VfB geht auf das Jahr 1976 zurück, als der VfB sich in der Zweiten Bundesliga am Abgrund befand. Damals wurde der Freundeskreis des VfB Stuttgart gegründet, welcher den Verein nicht nur finanziell unterstützte, sondern Tipps für die eigene Vermarktung des VfB gab und den Verkauf von Souvenirs startete. 1977 wurde dann das Textilunternehmen Frottesana zum ersten Trikotsponsor des VfB. Die Nachfolger dieses Unternehmens wurden Canon, Dinkelacker, Sanwald Extra, Südmilch, die Göttinger Gruppe, debitel und schließlich EnBW.

Mit der Zeit wurde schließlich ein Sponsoren-Pool geschaffen, dessen Mitglieder sich als Offizieller Partner des VfB Stuttgart bezeichnen konnten. Erwin Staudt schuf dann schließlich die neu geordnete Sponsorenpyramide, in der Sponsoren als Premium Partner über den normalen Team Partnern und den in der Pyramide noch weiter unten befindlichen Servicepartnern steht. Bei Heimspielen werden derzeit 336 Laufmeter Bandenwerbung präsentiert. Ausrüster beim VfB ist Puma, nachdem die lange Partnerschaft mit Adidas 2002 beendet wurde.

Die Schiedsrichterabteilung des VfB wurde bereits 1923 gegründet, wodurch der VfB zum ersten Verein in Deutschland mit einer eigenen Schiedsrichterabteilung wurde. Und so gehörten dem VfB in den 1920er Jahren in Süddeutschland am meisten Schiedsrichter an. Es existiert heute sogar eine Schiedsrichtermannschaft, die bei Freundschaftsspielen und Turnieren antritt. Aktueller Abteilungsleiter ist Alfred Schütter. Es gibt momentan 68 aktive und 13 passive Mitglieder in der Abteilung.

Die Faustballabteilung wurde 1937 gegründet. Die Wurzeln gehen jedoch sogar in die 1920er Jahre zurück. Schon damals nutzten Fußballer des VfB diese Sportart zum Ausgleich, die teilweise noch bei den Vorgängern des VfB, dem Kronen-Club und dem Stuttgarter FV, spielten. Der Verein stellt dort heute jedoch nur bei den Männern drei Seniorenmannschaften in den Altersklassen M40, M50 und M60. Die Mannschaften spielen in dieser Randgruppensportart, zwar jeweils in den Verbandsligen, die die oberste Spielklasse darstellen. Allerdings folgen bei Erfolg in diesen Spielrunden noch weitere Runden, wie die Süddeutsche und die Deutsche Meisterschaftsrunde. Eine schlagkräftige altersklassenlose Mannschaft konnte die Abteilung bisher noch nicht stellen. Die einzigen Deutschen Meisterschaften in der Geschichte der Faustballabteilung des VfB holte die M50 in den Jahren 2004, 2005 und 2006 auf dem Feld und 2005 in der Halle.

Auch die Geschichte der Hockeyabteilung reicht weit zurück. Sie wurde bereits 1919 gegründet. Der VfB stellt momentan drei Herrenmannschaften und zwei Damenmannschaften. Die erste Mannschaft der Damen spielt in der Halle in der ersten Verbandsliga und auf dem Feld in der Oberliga. Die Oberliga ist die fünfthöchste deutsche Spielklasse im Hockey, jedoch tritt die Hockeymannschaft dort trotzdem zum Beispiel gegen die zweite Mannschaft des HTC Stuttgarter Kickers an. Die erste Herrenmannschaft spielt sowohl im Feld- als auch im Hallenhockey in der ersten Verbandsliga, welche die sechsthöchste deutsche Spielklasse ist, der Stadtrivale HTC Stuttgarter Kickers tritt dort mit seiner dritten Mannschaft an. Diese Abteilung verfügt über einen zahlenmäßig starken Unterbau bis hinunter zur D-Jugend.

Die Tischtennisabteilung wurde erst 1949 gegründet und ist somit die jüngste sportliche Abteilung beim VfB. Der Verein startete mit zwei Mannschaften in der Kreisklasse und schon 1952 schaffte die erste Mannschaft den Aufstieg in die Oberliga und somit die höchste deutsche Spielklasse zu dieser Zeit. Doch mit der Zeit verlor die Tischtennisabteilung immer mehr an Bedeutung und musste zwischenzeitlich sogar ihre Mannschaften zurückziehen. In den letzten zwei Jahren konnte die Tischtennisabteilung allerdings einige Neuzugänge gewinnen, so dass man in der Saison 2008/09 wieder vier Mannschaften melden kann. Die erste Mannschaft spielt in der Bezirksklasse, die anderen drei Mannschaften starten in den Kreisklassen A, B und C. Zudem tritt die Seniorenmannschaft in der Bezirksklasse an.

Die Handballabteilung des VfB stellte einst mehrere Männer- und Frauenmannschaften, die vorzeigbare Erfolge wie die Württembergische Meisterschaft feierten und teilweise in der Bezirksklasse antraten. Ebenso wie die Hockeyabteilung wurde sie 1919 gegründet. In den achtziger Jahren brach die Abteilung jedoch ein, weil die meisten Spieler keine Perspektive mehr sahen, und so musste trotz aller Bemühungen die letzte Mannschaft 1985 aus dem Spielbetrieb zurückgezogen werden. Verblieben ist nur Verwaltungsarbeit und die Hoffnung, dass die Abteilung eines Tages wieder sportlich auflebt. Aufgelöst hat sich die Abteilung noch nicht.

Die VfB-Garde, ehemals Alte Garde, ist keine Sportabteilung. Sie wurde 1953 aufgrund des 60-jährigen Jubiläums des VfB gegründet. Es geht in dieser Abteilung hauptsächlich um Geselligkeit unter den Mitgliedern, die sich zum größten Teil aus ehemaligen Aktiven des VfB zusammensetzt. Gelegentlich gibt es auch repräsentative Aufgaben. Inzwischen ist die Garde, deren Mitglieder, die Gardisten, als Traditionsträger des Vereins gelten, eine feste Größe beim VfB.

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Fußball-Bundesliga

Entwicklung der Preise für die Übertragungsrechte der Fußball-Bundesliga[19]

Die Fußball-Bundesliga ist die höchste Spielklasse im deutschen Fußball. Sie wurde nach dem Beschluss des Deutschen Fußball-Bundes am 28. Juli 1962 in Dortmund zur Saison 1963/64 eingeführt.

In der Bundesliga werden im Ligasystem, bei dem jeder Verein in Hin- und Rückspielen gegen jeden anderen Verein antritt, der Deutsche Fußballmeister sowie die Teilnehmer der Europapokalwettbewerbe ausgespielt. Die letzten zwei Mannschaften steigen in die 2. Fußball-Bundesliga ab, die seit 1974 die zweithöchste Spielklasse unterhalb der Bundesliga bildet. Die drittletzte Mannschaft bestreitet Relegationsspiele gegen den Zweitliga-Dritten.

Während eines Meisterschaftsjahres, das sich in eine Hin- und Rückrunde unterteilt, treffen alle 18 Vereine der Fußball-Bundesliga anhand eines vor der Saison festgelegten Spielplans zweimal aufeinander; je einmal im eigenen Stadion und einmal im Stadion des Gegners. Eine Bundesligaspielzeit mit ihren (derzeit) 34 Spieltagen erstreckt sich in der Regel von August bis Mai oder Juni. In Jahren, in denen eine Welt- oder Europameisterschaft stattfindet, endet die Spielzeit zum Teil bereits im April. Im Winter wurde bis Mitte der 1980er bis auf eine kurze Unterbrechung durchgespielt. Eine von Anfang Dezember bis Ende Februar dauernde Winterpause wurde erstmalig zur Saison 1986/87 eingeführt, aktuell werden üblicherweise sechs Wochen in Dezember und Januar pausiert. Die einzelnen Spieltage werden traditionell samstags um 15:30 Uhr, in den letzten Jahren jedoch auch freitags und/oder sonntags angepfiffen. In Englischen Wochen gibt es zudem auch Dienstags- und Mittwochsspiele.

Der Spielplan wird mit Hilfe einer jede Saison wechselnden Schlüsselzahl festgelegt, die bestimmt, in welcher Systematik bzw. Reihenfolge die Vereine innerhalb einer Saison gegeneinander antreten. Die Schlüsselzahl und damit der Spielplan wird unter Zuhilfenahme eines Computerprogramms unter Berücksichtigung relevanter Parameter wie anderer Großereignisse vorgeschlagen. Die Terminfestsetzung der Spiele richtet sich nach dem Rahmenterminkalender der FIFA und UEFA. Zudem erhält die Zentrale Informationsstelle Sporteinsätze (ZIS) der Polizei den Spielplan, um ihn abzusegnen und sogenannte Doppler auszuschließen. So sollen beispielsweise gleichzeitige Heimspiele von Borussia Dortmund und dem FC Schalke 04 wegen der großen Rivalität der beiden Vereine vermieden werden. Aus demselben Grund sollen auch gleichzeitige Heimspiele von Vereinen vermieden werden, die aus derselben Stadt kommen. Dies ist zurzeit zwar nicht der Fall, kam in der Vergangenheit jedoch des Öfteren vor.

Die Mannschaft, die nach dieser doppelten Punktrunde den ersten Platz belegt, ist Deutscher Fußball-Meister. Die zwei letztplatzierten Mannschaften müssen in die 2. Bundesliga absteigen, deren zwei erstplatzierte Mannschaften im Gegenzug direkt in die Bundesliga aufsteigen. Darüber hinaus findet seit der Saison 2008/09 ein Relegationsspiel zwischen dem Drittletzten der 1. und dem Drittplatzierten der 2. Bundesliga statt. Neben dem Deutschen Meister und den Absteigern werden über die Bundesliga auch die Teilnehmer an den europäischen Vereinswettbewerben ermittelt. Dabei bestimmt die UEFA-Fünfjahreswertung, welcher nationale Verband mit wie vielen Vereinen in der Champions League und im UEFA-Pokal vertreten ist und zu welcher Phase die Klubs in den Wettbewerb einsteigen. Je höher eine Liga in der UEFA-Fünfjahreswertung steht, desto mehr Vereine aus dieser Spielklasse haben die Möglichkeit, am internationalen Wettbewerb teilzunehmen. Aufgrund der gegenwärtigen deutschen Platzierung in der Fünfjahreswertung nehmen Meister und Vizemeister der Bundesliga an der Champions League teil. Der dritte Platz berechtigt zur Teilnahme an der Qualifikationsrunde zur Champions League. Der Meisterschaftsvierte und -fünfte sind ebenso wie der DFB-Pokalsieger für den UEFA-Pokal qualifiziert. Sind beide Endspielteilnehmer des DFB-Pokals bereits über die Bundesliga für die Champions League oder den UEFA-Pokal qualifiziert, nimmt der Tabellensechste am UEFA-Pokal teil. Zusätzlich können sich für den UEFA-Pokal weitere Mannschaften über die Fair-Play-Wertung qualifizieren. Dies gelang 2005 dem 1. FSV Mainz 05 und 2008 Hertha BSC.

Bei der Ermittlung der Platzierungen sind zunächst die von einem Verein erzielten Punkte relevant. Hierbei werden für einen Sieg 3 Punkte, für ein Unentschieden 1 Punkt und für eine Niederlage 0 Punkte vergeben. Bei Punktgleichheit entscheidet zunächst die bessere Tordifferenz über die Reihenfolge der Platzierung, bei gleicher Differenz danach die Anzahl der erzielten Tore. Sollte dieser Vergleich immer noch keine Entscheidung bringen, werden die folgenden Kriterien zu Rate gezogen: das Gesamtergebnis aus den Partien gegeneinander, die Anzahl der in diesen Partien erzielten Tore gegeneinander, die Anzahl der auswärts erzielten Tore im direkten Vergleich. Danach entscheiden die erzielten Auswärtstore in allen Spielen. Bringen diese Vergleiche nichts ein, wird auf neutralem Platz ein Entscheidungsspiel ausgetragen. Dies war bisher in der Bundesliga jedoch noch nie der Fall.

Der Modus der Bundesliga ist seit der Erstaustragung nahezu unverändert. Es schwankte nur die Zahl der teilnehmenden Vereine (16 bis 20) sowie die Anzahl der Abstiegsplätze (2 bis 4). Zeitweilig wurden auch Relegationsspiele zur Ermittlung eines Auf- und Absteigers ausgetragen. Zur Ermittlung des Tabellenplatzes einer Mannschaft bei Punktgleichheit wurde bis 1969 der Torquotient herangezogen. Die Drei-Punkte-Regel gilt seit der Saison 1995/96. Davor wurden für jedes Spiel Plus- und Minuspunkte vergeben – Sieg: 2:0 Punkte, Unentschieden: 1:1 Punkte, Niederlage: 0:2 Punkte.

Bis ins Jahr 2001 wurde die Fußball-Bundesliga direkt unter dem Dach des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) ausgetragen. Seitdem sind der DFB und der als Zusammenschluss der 36 Lizenzvereine der 1. und 2. Bundesliga gegründete Ligaverband (offiziell: Die Liga – Fußballverband e. V.) gemeinsame Veranstalter. Dabei ist der Ligaverband ordentliches Mitglied des DFB, während die Bundesligavereine seit 2001 nicht mehr zum DFB gehören. Das Verhältnis zwischen DFB und Ligaverband ist im gemeinsamen Grundlagenvertrag geregelt. Die operativen Aufgaben hat der Ligaverband an seine hundertprozentige Tochter, die Deutsche Fußball Liga (DFL), übertragen.

Ziel der Deutschen Fußball Liga ist der Erhalt und die Stärkung des professionell betriebenen Fußballs in Deutschland. Die DFL sieht sich dabei als Dienstleister für alle 36 Mitglieder, und vertritt die Vereine gegenüber Medien und Öffentlichkeit. Grundsätzlich ist das Aufgabengebiet der DFL in die drei Hauptzweige Spielbetrieb, Lizenzierung und Vermarktung gegliedert. Neben der Organisation des Profifußballs, bei denen die DFL für die Ansetzung aller 612 Saisonspiele in der Bundesliga und der 2. Bundesliga zuständig ist, vergibt sie die Übertragungsrechte an den Spielen der Lizenzligen für Fernseh- und Hörfunkübertragungen sowie im Internet. Außerdem betreibt die DFL das Thema nationale sowie internationale Markenbildung und ist für die Lizenzierung der 36 Profiklubs sowie der Vereine in den Regionalligen zuständig.

Zur Teilnahme an der Bundesliga benötigt jede Mannschaft eine von der Deutschen Fußball Liga vergebene Lizenz. Die Lizenz wird aufgrund sportlicher, rechtlicher, personell-administrativer, infrastruktureller und sicherheitstechnischer, medientechnischer sowie finanzieller Kriterien vergeben. Hierbei stehen die genannten Voraussetzungen gleichgewichtig nebeneinander, jedoch entscheidet sich die Vergabe einer Lizenz regelmäßig an den finanziellen Kriterien, welche die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit der Vereine sicherstellen sollen.

Nachdem die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit der Klubs bis 2007 lediglich im Frühjahr überprüft wurde, wird ab der Saison 2007/08 eine sogenannte „Lizenzierungsnachschau“ eingeführt. Hierbei wird die Finanzlage wirtschaftlich schwächerer Klubs, die ihre Lizenz nur mit Auflagen erhalten, im Herbst erneut geprüft. Auf der Basis der Bilanz zum 30. Juni eines Jahres und aktualisierter Planrechnungen müssen die betroffenen Vereine den Nachweis der Liquidität bis zum Saisonende erbringen. Wenn dies nicht gelingt, können weitere Auflagen festgelegt werden. Bei deren Nichterfüllung drohen Sanktionen bis hin zum Punktabzug während der laufenden Saison.

Das Lizenzierungsverfahren im deutschen Fußball gilt als eines der strengsten der Welt. Aufgrund des besonderen Augenmerks auf der Prüfung der Liquidität, also der Betrachtung, ob die Klubs in der Lage sind den Spielbetrieb für die kommende Saison aufrechtzuerhalten, ist es seit der Gründung der Bundesliga im Jahr 1963 noch nie dazu gekommen, dass ein Verein während der laufenden Spielzeit Insolvenz anmelden oder seine Mannschaft aus finanziellen Gründen vom Spielbetrieb zurückziehen musste.

Erhält ein Verein keine Bundesligalizenz, so gilt er vorbehaltlich der dort gültigen Zulassungsvoraussetzungen als Absteiger in die 3. Liga und rückt somit an den Schluss der Tabelle der 2. Bundesliga der vorangegangenen Spielzeit. Die Anzahl der aus sportlichen Gründen abgestiegenen Mannschaften verringert sich entsprechend. Mit Dynamo Dresden wurde in der Spielzeit 1994/95 das bislang einzige mal einem Erstligisten die Lizenz für die Folgesaison aus wirtschaftlichen Gründen verweigert. Aufgrund von Verstößen gegen Lizenzauflagen wurden Vereine in der Vergangenheit zudem jedoch mit Punktabzügen und Geldstrafen belegt.

Bereits 1932 forderte der damalige DFB-Präsident Felix Linnemann die Einführung einer „Reichsliga“, in der die besten Vereine den Deutschen Meister ausspielen sollten. Auf dem DFB-Bundestag am 16. Oktober 1932 wurden entsprechende Pläne vorgelegt. Das Vorhaben wurde jedoch von den Regionalverbänden abgewiesen. Bis in die sechziger Jahre wurde der Deutsche Meister unter den Meistern der einzelnen Oberligen in Gruppenspielen und Finalspiel ermittelt, während der DDR-Meister bereits seit der Spielzeit 1949/50 in einer landesweiten DDR-Oberliga ermittelt wurde.

Während der Fußball in anderen europäischen Ländern wie Spanien, Italien oder England in den 1950er und 1960er Jahren bereits in nationalen Profiligen organisiert war, gab es in Deutschland in den bundesweit verstreuten Oberligen als höchste Spielklasse große Leistungsunterschiede zwischen einigen Spitzenmannschaften und dem Rest der Liga. Dies führte dazu, dass die in Ligaspielen oftmals zu wenig geforderten Spieler international nicht mehr konkurrenzfähig waren, und spanische oder italienische Vereine den Europapokal dominierten. Durch die Schaffung der Bundesliga als landesweit höchster Spielklasse mit einer deutlich gleichmäßig starken Besetzung sollte das allgemeine Leistungsniveau erhöht werden.

In Westdeutschland diskutierte man nach dem Zweiten Weltkrieg ebenfalls über die Einführung einer landesweiten Profiliga. Ein starker Befürworter dieser Idee war Franz Kremer, der damalige Präsident des 1. FC Köln, welcher 1949 Vorsitzender der Interessengemeinschaft Bundesliga und Berufs-Fußball wurde. Wie bereits vor dem Krieg waren die Landesverbände von der Idee einer Bundesliga zunächst wenig begeistert. Auch der DFB hatte große Bedenken, ob sich sportlicher Wettstreit und Geldverdienen vereinbaren ließen. Viele Kritiker befürchteten, dass die Vereine zahlungsunfähig würden. Somit scheiterte auch ein erster Versuch zur Gründung der Bundesliga auf dem außerordentlichen DFB-Bundestag 1958 in Frankfurt. In der Folgezeit fand Kremer jedoch in Bundestrainer Sepp Herberger und dem späteren DFB-Präsidenten Hermann Neuberger wichtige Befürworter. Neuberger überzeugte die vielen Kritiker schließlich. 1962 – wenige Wochen, nachdem die deutsche Nationalmannschaft bei der WM in Chile im Viertelfinale ausgeschieden war – schlug er erneut die Schaffung einer einheitlichen höchsten Spielklasse vor. Am 28. Juli 1962 beschlossen die Delegierten der einzelnen Landesverbände auf dem DFB-Bundestag im Goldsaal der Dortmunder Westfalenhalle schließlich mit 103:26 Stimmen die Einführung der Bundesliga zur Saison 1963/64.

In der neu geschaffenen Liga sollten 16 Mannschaften spielen, wobei je fünf aus der Oberliga Süd und der Oberliga West, drei aus der Oberliga Nord, zwei aus der Oberliga Südwest und ein Verein aus der Berliner Stadtliga kommen sollten.

Für die Auswahl der sich qualifizierenden Mannschaften sollten sportliche und wirtschaftliche Kriterien bestimmend sein, wobei nur ein Verein pro Stadt infrage kam. Das schließlich angewandte Auswahlverfahren bei der Suche nach den sechzehn Gründungsmitgliedern der Bundesliga war äußerst kompliziert. Der DFB beschloss einen Schlüssel, nachdem die Abschlusspositionen der Vereine in den Oberligen aus den Spielzeiten 1951/52 bis 1954/55 einfach, von 1955/56 bis 1958/59 zweifach und von 1959/60 bis 1962/63 dreifach gewertet wurden. Für das Erreichen von Meisterschaftsendrunden und Pokalfinals gab es Zusatzpunkte. Zudem mussten infrastrukturelle Rahmenbedingungen vorhanden sein. So hatte ein Verein zum Beispiel über ein Stadion mit mindestens 35.000 Plätzen und eine Flutlichtanlage zu verfügen.

Von den 74 Oberligavereinen bewarben sich 46 für die erste Bundesligasaison, 15 Klubs – darunter Borussia Mönchengladbach, Hessen Kassel und Bayer 04 Leverkusen – wurden jedoch sofort abgelehnt. Am 11. Januar 1963 wurden mit dem 1. FC Köln, Borussia Dortmund, dem FC Schalke 04, Werder Bremen, Eintracht Frankfurt, dem 1. FC Nürnberg, dem 1. FC Saarbrücken, dem Hamburger SV und Hertha BSC die ersten neun Teilnehmer festgelegt. Um die restlichen Plätze stritten sich somit noch 20 Vereine, welche unterdessen vergeblich versuchten, eine Aufstockung der Liga auf 18 oder 20 Klubs zu erreichen. Am 6. Mai 1963 fiel in Hamburg dann die endgültige Entscheidung: Preußen Münster, der Meidericher SV, Eintracht Braunschweig, der 1. FC Kaiserslautern, der TSV 1860 München, der VfB Stuttgart und der Karlsruher SC erhielten die letzten freien Plätze. Die restlichen 13 Vereine mussten in die als zweithöchste Spielklasse unter der Bundesliga gegründete Regionalliga.

Die Auswahl der 16 an der ersten Bundesligasaison teilnehmenden Vereine war teilweise stark umstritten. So wurde der 1. FC Saarbrücken nicht aus sportlichen Gründen, sondern aufgrund seines Stadions und der Infrastruktur aufgenommen. Dabei wurde spekuliert, dass diese Entscheidung vor allem dadurch fiel, damit der im DFB-Präsidium vertretene Hermann Neuberger „seinen“ Klub in die Bundesliga bringen wollte. Aus sportlichen Gesichtspunkten hätte sich neben dem 1. FC Kaiserslautern entweder der FK Pirmasens oder Borussia Neunkirchen als zweiter Südwest-Klub für die Bundesliga qualifiziert. Auch im Süden, Westen und Norden gab es stark diskutierte Entscheidungen. Kickers Offenbach hatte verglichen mit dem Karlsruher SC und dem VfB Stuttgart aufgrund konstanter Leistungen in der Oberliga Süd die meisten Punkte in der 12-Jahreswertung gesammelt. Aufgrund des geringen Punktunterschiedes wurden die drei Vereine jedoch als gleichwertig eingestuft, so dass die Abschlusstabelle der Saison 1962/63 entscheidend war. Diese sprach letztendlich gegen Offenbach. Bei den Vertretern der Oberliga West fühlte sich Alemannia Aachen übergangen, da dieser zugunsten eines Vereins des Landesverbands Niederrhein (Meidericher SV) nicht in die Bundesliga aufgenommen wurde. In der Oberliga Nord war die Auswahl von Eintracht Braunschweig als drittem Nord-Vertreter umstritten, da Hannover 96 unter anderem mehr Punkte in der 12-Jahreswertung aufwies und bei den technischen Voraussetzungen besser abschnitt.

Die erste Bundesliga-Saison wurde am 24. August 1963 angepfiffen. Bereits nach 58 Sekunden erzielte Timo Konietzka vom Titelverteidiger Borussia Dortmund im Spiel gegen Werder Bremen das erste Bundesliga-Tor. Die acht Partien des ersten Spieltags lockten insgesamt 327.000 Zuschauer in die Stadien. Am Ende der Saison gewann der damals bereits professionell geführte 1. FC Köln überlegen mit nur zwei Saisonniederlagen und sechs Punkten Vorsprung vor dem Meidericher SV die erste Bundesliga-Meisterschaft. Die ersten beiden Absteiger waren Preußen Münster, das nie wieder in die Bundesliga zurückkehrte, und der 1. FC Saarbrücken, dem es 1976, 1985 und 1992 erneut gelang, in die Bundesliga aufzusteigen.

In der Folgesaison geriet die Liga in ihre erste große Krise. Hertha BSC wurde wegen zu hoher Zahlungen an Spieler die Lizenz entzogen, und der Verein musste in die damals zweitklassige Regionalliga zwangsabsteigen. Nun reklamierten die beiden sportlichen Absteiger Karlsruher SC und FC Schalke 04 den durch den Zwangsabstieg freigewordenen Platz für sich und erhoben Einspruch gegen den eigenen Abstieg. Daraufhin wurde festgelegt, die Zahl der Vereine auf 18 zu erhöhen und den Abstieg für eine Saison auszusetzen. Der DFB entschied, einen zusätzlichen Berliner Klub aufzunehmen. Politische Hintergründe spielten dafür die entscheidende Rolle, denn alle Bundesregierungen betonten seit 1949, dass die drei Westsektoren Berlins zur Bundesrepublik gehörten. Als Ersatz für Hertha BSC wurde der Vorjahresmeister und Drittplatzierte der Regionalliga Berlin, SC Tasmania 1900 Berlin, ohne sportliche Qualifikation für die Bundesliga zugelassen, nachdem der Regionalliga-Meister Tennis Borussia in der Aufstiegsrunde zur Bundesliga gescheitert war und der zweitplatzierte Spandauer SV auf den Aufstieg verzichtet hatte.

Trotz eines Sieges zum Saisonauftakt stieg die Mannschaft aber nach nur einer Spielzeit als schlechtestes Team aller Bundesligazeiten mit sieben Bundesligaminusrekorden (geringste Zahl an erzielten Toren und höchste Zahl an Gegentoren , wenigste Pluspunkte , wenigste Siege , meiste Niederlagen , geringste Zuschauerzahl eines Spiels und längste sieglose Serie ) wieder ab. Im selben Jahr (1965) stiegen mit Borussia Mönchengladbach und FC Bayern München zwei Vereine auf, die nach kurzer Zeit die Bundesliga dominierten. Eine Besonderheit in den ersten Jahren war, dass bis 1970 in jedem Jahr ein anderer Verein Meister wurde. Mit dem 1. FC Nürnberg stieg 1969 zum ersten und bisher einzigen Mal ein amtierender Meister ab. Von den 16 Gründungsmitgliedern verblieb nur der Hamburger SV ununterbrochen in der Bundesliga.

International taten sich die Bundesligameister zunächst schwer: im Gegensatz zu den vorherigen Meistern, von denen immerhin einer das Finale des Europapokals der Landesmeister (Eintracht Frankfurt/1960) und zwei das Halbfinale (Hamburger SV/1961 und Borussia Dortmund/1964) erreicht hatten, kam keiner über das Viertelfinale hinaus; in den meisten Fällen war aber schon in der Vorrunde oder im Achtelfinale Schluss. Besser lief es im Europapokal der Pokalsieger, dessen Finale die deutschen Pokalsieger von 1965 bis 1968 erreichen und zweimal (Borussia Dortmund/1966 und Bayern München/1967) gewinnen konnten. Zudem wurde noch zweimal das Halbfinale erreicht. Im Messepokal, dem Vorläufer des UEFA-Pokals, konnte nur zweimal (1. FC Köln/1964 und Eintracht Frankfurt/1967) das Halbfinale erreicht werden.

Anfang der 1970er Jahre wurde die Liga durch den am 6. Juni 1971 von Horst-Gregorio Canellas, dem Präsidenten der Offenbacher Kickers, aufgedeckten Bundesliga-Skandal erschüttert. Aufgrund von Manipulationen bei Punktspielen im Abstiegskampf war es Rot-Weiß Oberhausen und Arminia Bielefeld gelungen, in der Bundesliga zu verbleiben. Bei den vom DFB-„Chefankläger“ Hans Kindermann geführten Ermittlungen wurde festgestellt, dass 18 Spiele der letzten acht Spieltage in der Saison 1970/71 nachweislich „verkauft“, beziehungsweise manipuliert werden sollten. Insgesamt wurden 52 Spieler, zwei Trainer sowie sechs Vereinsfunktionäre bestraft. Außerdem wurde den Vereinen Arminia Bielefeld und Kickers Offenbach die Bundesligalizenz entzogen.

In der Folgezeit verlor der Fußball seine Glaubwürdigkeit. Die Zuschauer bestraften die Vereine mit ihrer Abstinenz. Kamen in der Spielzeit 1970/71 noch 6,3 Millionen Besucher in die Stadien, waren es ein Jahr später nur noch 5,4 Millionen. Allerdings waren die Zuschauerzahlen schon seit 1965/66 kontinuierlich rückläufig und zu den – damals intensiv diskutierten – Gründen für diese Entwicklung wurden, abgesehen von dem Skandal, auch andere gezählt (mangelnder Komfort in den Stadien, „zu viel Fußball im Fernsehen“ etc.). Der absolute Tiefpunkt folgte in der Saison 1972/73 mit lediglich 5 Millionen Besuchern bei einem Schnitt von 16.372 pro Partie. Erst durch den Gewinn der WM 1974 im eigenen Land gegen die Niederlande konnte das Ansehen zurückgewonnen werden, zumal die Bundesligamannschaften auch international sehr erfolgreich waren. Zudem wurden für die Weltmeisterschaft 1974 viele Stadien um- oder neu gebaut, wodurch die Zuschauerkapazität insgesamt anstieg.

Borussia Mönchengladbach schaffte als erster Verein die erfolgreiche Titelverteidigung der Deutschen Meisterschaft in der Bundesliga (1970/71). Daraufhin erreichte Bayern München den ersten Titel-Hattrick (1972–74), den bis heute nur die Mönchengladbacher (1975–77) und die Bayern selbst (1985–87, 1999–2001) wiederholen konnten. Den höchsten Sieg der Bundesliga-Geschichte erreichte Borussia Mönchengladbach im Jahr 1978 durch ein 12:0 gegen Borussia Dortmund. Neun Spielzeiten hintereinander – so lange wie nie zuvor und nie wieder danach – machten mit Borussia Mönchengladbach und Bayern München zwei Vereine die Meisterschaft unter sich aus. Dabei musste Borussia Mönchengladbach auf Grund der geringeren Zuschauerkapazität des eigenen Stadions im Gegensatz zum bayerischen Konkurrenten, der 1972 ins neue Olympiastadion umgezogen war, immer wieder Leistungsträger ins Ausland verkaufen. So war man gegen Ende der 1970er nicht mehr konkurrenzfähig. Während der Meistertitel 1977 der bisher letzte für Mönchengladbach war und die Mannschaft 1999 und 2007 sogar abstieg, konnte Bayern München in den Folgejahren die Dominanz weiter ausbauen. Die Hauptkonkurrenten der Bayern waren in diesen Jahren andere Mannschaften, insbesondere der Hamburger SV, Werder Bremen und Borussia Dortmund.

1976 wurde erstmals bei der Verpflichtung von Roger Van Gool durch den 1. FC Köln eine Ablösesumme von 1 Million DM gezahlt. Diese Summen (in Euro) sind mittlerweile keine Ausnahme mehr, sondern der Normalfall, da sowohl die Ablösesummen als auch die Spielergehälter in den Folgejahren sehr stark anstiegen.

International waren die 1970er das erfolgreichste Jahrzehnt der Bundesligavereine. In jedem Jahr stand mindestens ein Verein in einem Halbfinale, dreimal konnte der Europapokal der Landesmeister (Bayern München 1974, 1975 und 1976), einmal der Europapokal der Pokalsieger (Hamburger SV 1977) und dreimal der UEFA-Pokal (Borussia Mönchengladbach 1975 und 1979, Eintracht Frankfurt 1980) gewonnen werden. Zudem wurde in jedem Wettbewerb noch einmal das Finale erreicht. 1980 standen vier deutsche Mannschaften im Halbfinale des UEFA-Pokals, was bis heute kein Verband mehr erreicht hat.

In den 1980er Jahren war ein allgemeiner Zuschauerschwund in den Bundesliga-Stadien zu verzeichnen. Dies lag unter anderem daran, dass mehrere deutsche Stars zu ausländischen Vereinen wechselten. Spektakulärster Transfer zu dieser Zeit war der Wechsel von Karl-Heinz Rummenigge von Bayern München zu Inter Mailand, als mit 10,5 Millionen Mark erstmals die zweistellige Millionengrenze durchbrochen wurde. Auch durch die Erfolge von Boris Becker und Steffi Graf verlagerte sich das Zuschauerinteresse recht stark in Richtung Tennis. Zudem waren die Auftritte der Nationalmannschaft in dieser Zeit weniger attraktiv, auch wenn 1982 und 1986 das WM-Finale erreicht werden konnte. Um dem Ausbleiben der Zuschauer wegen der schlechten Wetterverhältnisse entgegenzuwirken und weil in den Wintermonaten die Plätze oftmals unbespielbar waren, wurde 1986 die achtwöchige Winterpause beschlossen.

Sportlich übernahm der Hamburger SV mit den Spielern um Horst Hrubesch, Manfred Kaltz und Felix Magath bereits gegen Ende der 1970er Jahre die Rolle des „Bayern-Jägers“. So folgten der ersten Bundesliga-Meisterschaft des HSV im Jahr 1979 noch zwei weitere: 1982 und 1983 führte Ernst Happel die Hamburger zum Titel und wurde zum erfolgreichsten ausländischen Bundesligatrainer. Der Titelhattrick gelang den Hamburgern nicht, da sie in der Saison 1983/84 nur Vize-Meister hinter dem VfB Stuttgart wurden.

Doch auch der FC Bayern München hatte den Abgang der in den 1970er Jahren überragenden Spieler gut verkraftet und konnte auch im neuen Jahrzehnt an die vergangenen Erfolge anknüpfen. Ab Mitte der 1980er Jahre hatten sie sich allerdings mit Werder Bremen eines neuen Kontrahenten aus dem Norden zu erwehren. Die von Otto Rehhagel trainierten Bremer, in den 1970ern eines der „Kellerkinder“ der Liga, die 1980/81 ein Jahr in der Zweitklassigkeit verbringen mussten, setzten sich sofort nach dem Wiederaufstieg kontinuierlich im oberen Tabellendrittel fest, waren ein ums andere Mal dicht an den Bayern dran und holten 1988 die Meisterschale. Im gleichen Zeitraum entwickelte sich der FC Bayern München endgültig zur dominierenden Mannschaft der Bundesliga. Mit dem Gewinn der 10. Deutschen Meisterschaft im Jahr 1987 wurden die Bayern alleiniger Rekordmeister und lösten den vorherigen Rekordhalter 1. FC Nürnberg mit seinen neun gewonnen Meisterschaften (davon acht vor Einführung der Bundesliga) ab.

In diesem Jahrzehnt erreichten deutsche Vereine je viermal das Finale des Europapokals der Landesmeister (ein Sieg, Hamburger SV, 1983) und das Finale des UEFA-Pokals (ein Sieg, Bayer 04 Leverkusen, 1988). Auch wenn bis auf 1984 immer mindestens ein Bundesliga-Verein das Halbfinale eines europäischen Wettbewerbs erreichte, konnten die Erfolge der 1970er Jahre nicht wiederholt werden.

Seit Beginn der 1990er Jahre erfreut sich die Bundesliga wieder wachsender Beliebtheit bei den Deutschen. Dies war einerseits durch den sportlichen Erfolg der Nationalmannschaft bedingt (dritter WM-Titel 1990 und dritter EM-Titel 1996). Andererseits wurde die Bundesliga in den Medien gezielt vermarktet; ab 1991 berichtete Premiere live von den Spielen der Liga, ein Jahr später übernahm Sat.1 mit ran – Sat.1 Bundesliga die Übertragungsrechte für den Samstagabend.

1991 trat der Deutsche Fußball-Verband der DDR (DFV) dem DFB bei. Mit der Angleichung des ostdeutschen Ligasystems an den westdeutschen Spielbetrieb wurden Hansa Rostock und Dynamo Dresden aus der DDR-Oberliga in die Bundesliga aufgenommen. Die Liga spielte 1991/92 daher vorübergehend mit 20 Vereinen, von denen vier absteigen mussten. Erster gesamtdeutscher Meister nach dem Krieg wurde der VfB Stuttgart, der sich in einem der spannendsten Finals der Bundesligageschichte am letzten Spieltag vor Eintracht Frankfurt und Borussia Dortmund schieben konnte.

Der sportliche Wettbewerb in der Liga war deutlich ausgeglichener als in den Jahren zuvor. Insgesamt fünf verschiedene Vereine konnten in diesem Jahrzehnt die Meisterschale erringen. Borussia Dortmund, das die im Europapokal erzielten Einnahmen dazu verwendete, in früheren Jahren ins Ausland gezogene Spieler wie Jürgen Kohler, Stefan Reuter oder Andreas Möller wieder in die Bundesliga zurückzuholen, stieg in den 1990er Jahren zu einem der Hauptkonkurrenten des FC Bayern München im Titelrennen auf. Daneben konnten im besagten Zeitraum der VfB Stuttgart, Werder Bremen und der 1. FC Kaiserslautern die Meisterschaft für sich entscheiden. Den Pfälzern gelang es 1998 dabei als erstem Aufsteiger, auf Anhieb Deutscher Meister zu werden.

Auch in den 1990ern erreichten Bundesligavereine in jedem Jahr mindestens ein europäisches Halbfinale, einmal konnte die UEFA Champions League (Borussia Dortmund 1997), zweimal der UEFA-Pokal (Bayern München 1996 und Schalke 04 1997) und einmal der Europapokal der Pokalsieger (Werder Bremen 1992) gewonnen werden. Zudem wurde in jedem Wettbewerb noch einmal das Finale erreicht.

Mit dem Karlsruher SC, dem SC Freiburg oder dem VfL Wolfsburg konnten sich einige Mannschaften erstmals in ihrer Bundesligageschichte für den UEFA-Pokal qualifizieren – der KSC schaffte es in der Saison 1993/94 auf Anhieb bis ins Halbfinale dieses Wettbewerbs. Auf der anderen Seite mussten Vereine wie Eintracht Frankfurt, Borussia Mönchengladbach oder der 1. FC Köln sich nach langjähriger Ligazugehörigkeit zwischenzeitlich in die Zweite Liga verabschieden.

Auch im neuen Jahrtausend war der FC Bayern München in der Bundesliga das Maß aller Dinge. Von den seit dem Jahr 2000 vergebenen neun Meistertiteln konnten die Münchener sechs für sich entscheiden und mussten nur 2002 Borussia Dortmund, 2004 Werder Bremen und 2007 dem VfB Stuttgart den Vortritt lassen. Die zunehmende Zahl ausländischer Spieler in der Bundesliga führte dann auch 2004 dazu, dass mit Aílton zum ersten Mal ein Ausländer zum Fußballer des Jahres gewählt wurde.

Das Meisterschaftsrennen war meist mit knappen Entscheidungen verbunden. Im Jahr 2000 hätte Bayer 04 Leverkusen am letzten Spieltag ein Unentschieden beim bereits geretteten Aufsteiger SpVgg Unterhaching zur Meisterschaft genügt. Durch die 0:2-Niederlage Leverkusens zog der FC Bayern noch vorbei. Noch dramatischer war die Meisterschaftsentscheidung ein Jahr später, als sich der FC Schalke 04 nach dem erfolgreichen Ende seines Spieles bereits als Deutscher Meister wähnte, doch nur für wenige Minuten: Die Bayern schossen in allerletzter Sekunde ihres noch laufenden Spieles das benötigte Tor und fuhren den ausschlaggebenden Punkt zur Titelverteidigung ein. Schalke erhielt dafür von seinen Fans den Titel „Meister der Herzen“.

Am 24. August 2003 feierte die Bundesliga mit einem Spiel zwischen „Bundesliga-Dinosaurier“ Hamburger SV und Bundesliga-Rekordmeister FC Bayern München zum Auftakt der Saison 2003/04 ihren 40. Geburtstag. 2004 führte die Liga Meistersterne für Meistertitel ein, die im Rahmen der Bundesliga erzielt wurden.

Im Januar 2005 erschreckte der durch den Schiedsrichter Robert Hoyzer ausgelöste Fußball-Wettskandal die Liga. Bei den folgenden Ermittlungen gestand Hoyzer, Spiele der 2. Fußball-Bundesliga, des DFB-Pokals sowie der Regionalliga manipuliert zu haben. Darüber hinaus beschuldigte Hoyzer weitere Schiedsrichter und Spieler, in den Skandal verwickelt zu sein. Der DFB sah es darauf hin als erwiesen an, dass der Schiedsrichter Dominik Marks ebenfalls zwei Spiele aus der Regionalliga und der 2. Bundesliga verschoben hat. Der Verdacht, dass auch Spiele der Bundesliga manipuliert worden waren, bestätigte sich nicht. Infolge des Skandals installierten DFB und DFL ein Frühwarnsystem, das künftig ungewöhnliche Wetteinsätze anzeigt.

Trotzdem stiegen die Zuschauerzahlen auf immer neue Bestmarken. Die 306 Spiele der Saison 2004/2005 besuchten über 11,56 Millionen Zuschauer (im Schnitt 37.781), was deutlich über den Zuschauerzahlen in Spanien, Italien oder England liegt. Den europaweit höchsten Zuschauerschnitt erreichte mit 77.235 Zuschauern pro Spiel Borussia Dortmund. Die steigenden Zuschauerzahlen lassen sich mit den vielen für die WM 2006 neu gebauten oder modernisierten Stadien und einem generell zunehmenden Interesse am Fußball erklären. Zudem wird gezielt durch Bau von Business-Logen in den Stadien eine andere Klientel angesprochen. Auch der Anteil weiblicher Zuschauer nahm zu.

Direkt nach der Jahrtausendwende erreichten deutsche Vereine noch zweimal das Finale der Champions League (Bayern München als Sieger 2001 und Bayer Leverkusen 2002) sowie einmal das Finale (Borussia Dortmund 2002) und einmal das Halbfinale des UEFA-Pokals (1. FC Kaiserslautern 2001). Nach einer längeren Durststrecke in der Folgezeit erreichten zuletzt wieder mehrere deutsche Mannschaften das Halbfinale des UEFA-Pokals (Schalke 04 2006, Werder Bremen 2007 und Bayern München 2008), in der Champions League konnte die Liga jedoch außer bei gelegentlichen Teilnahmen am Viertelfinale keine nennenswerten Erfolge mehr feiern. Mit dem schleichenden Verfall der internationalen Klasse der Bundesliga war auch ein Abrutschen in der UEFA-Fünfjahreswertung verbunden. Die Liga verlor in den vergangenen Jahren mehrere Plätze und bleibt mittlerweile international deutlich hinter den führenden Ligen aus Spanien, England und Italien zurück.

Seit Gründung der Bundesliga im Jahr 1963 spielten insgesamt 49 Vereine in der höchsten deutschen Spielklasse; mit der TSG 1899 Hoffenheim kam in der Saison 2008/09 der 50. Verein hinzu. Als einziger Verein gehört der Hamburger SV der Liga bislang allen 46 Spielzeiten ununterbrochen an. Es folgen Werder Bremen mit 45 sowie der FC Bayern München und der VfB Stuttgart mit je 44 Spielzeiten.

Die Vereine der Bundesliga kamen bislang nahezu ausschließlich aus Großstädten. Lediglich der 1. FC Kaiserslautern, Borussia Neunkirchen, der FC 08 Homburg, die SpVgg Unterhaching und die TSG 1899 Hoffenheim kamen aus Orten mit weniger als 100.000 Einwohnern. Dabei wies Unterhaching mit rund 22.000 Einwohnern die geringste Einwohnerzahl auf. Aus München, Hamburg, Stuttgart, Bochum und Köln gab es jeweils zwei Bundesligamannschaften einer Stadt. Berlin hatte mit Hertha BSC, Tasmania 1900, Tennis Borussia und Blau-Weiß 90 vier verschiedene Mannschaften in der Bundesliga vertreten, von denen jedoch nur Hertha und TeBe 1974/75 sowie 1976/77 in einem Berliner Stadtderby in der Bundesliga gegeneinander antraten.

Die geographische Verteilung der Bundesligavereine über das Land ist ungleichmäßig. Während in der Saison 2008/09 insgesamt sieben Klubs aus Nordrhein-Westfalen in der Bundesliga vertreten sind, verteilen sich fünf Vereine über die südliche Hälfte des Landes und vier über den Norden. Aus dem Osten kommen zwei Mannschaften.

Mit Rheinland-Pfalz, Schleswig-Holstein, dem Saarland, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern und Thüringen haben sieben Bundesländer zur Zeit keine Fußballmannschaft in der höchsten deutschen Liga. Aus Schleswig-Holstein, Sachsen-Anhalt und Thüringen kam dabei noch nie ein Bundesligist.

Eine Übersicht zu allen Vereinen, die jemals in der Bundesliga gespielt haben, liefert die Liste der Vereine der Fußball-Bundesliga.

Der zu Saisonende Erstplatzierte der Bundesliga ist Deutscher Fußballmeister und bekommt die im Volksmund auch als „Salatschüssel“ bezeichnete Meisterschale überreicht. Zudem darf ein Verein ab drei gewonnenen Bundesliga-Meisterschaften einen, ab fünf einen zweiten, ab zehn einen dritten sowie ab 20 errungenen Meisterschaften einen vierten Meisterstern über dem Vereinswappen tragen.

In der Geschichte der Bundesliga errangen insgesamt elf verschiedene Vereine den Meistertitel. Erfolgreichster Verein ist der FC Bayern München mit 20 gewonnenen Bundesliga-Meisterschaften, der auch die Ewige Tabelle der Fußball-Bundesliga anführt. Es folgen Borussia Mönchengladbach mit fünf und Werder Bremen mit vier gewonnenen Titeln.

In den Anfangszeiten der Liga gab es dabei in den ersten sieben Jahren sieben verschiedene Bundesliga-Meister. Erst Borussia Mönchengladbach gelang es als erstem Verein in der Saison 1970/71, den Titel erfolgreich zu verteidigen. In der Folgezeit schafften dies zudem bislang nur Bayern München, der Hamburger SV und Borussia Dortmund. Einen „Titel-Hattrick“ erreichten nur Borussia Mönchengladbach (einmal; 1975–1977) und Bayern München (dreimal; 1972–1974, 1985–1987 und 1999–2001). Die Deutsche Meisterschaft viermal in Folge zu gewinnen gelang noch keinem Verein.

Der FC Bayern München schaffte es zudem in den Spielzeiten 1972/73, 1984/85 und 2007/08, vom ersten bis zum letzten Spieltag ununterbrochen Tabellenführer zu sein. Ebenfalls stellte der FC Bayern die einzige Mannschaft, die Deutscher Meister wurde, nachdem sie an keinem Spieltag zuvor jemals Tabellenführer gewesen war (in der Saison 1985/86).

Seit Gründung der Bundesliga im Jahr 1963 wurde mit dem 1. FC Kaiserslautern in der Saison 1997/98 unter Trainer Otto Rehhagel erst ein Aufsteiger auf Anhieb Deutscher Meister. Ein einziges Mal stieg 1969 mit dem 1. FC Nürnberg ein amtierender Deutscher Meister aus der Bundesliga ab.

Die Zusammensetzung der Fußball-Bundesliga ändert sich jedes Spieljahr durch den Abstieg der letztplatzierten Vereine, die im Gegenzug durch die besten Mannschaften der darunterliegenden Klasse ersetzt werden.

In den ersten beiden Jahren spielte die Liga mit 16 Mannschaften, von denen in der ersten Saison zwei Teams abstiegen. Neben dem 1. FC Saarbrücken traf es Preußen Münster, das in der Folgezeit nicht mehr in die Bundesliga zurückkehrte. Die Münsteraner sind damit der Verein, der die wenigsten Bundesliga-Spiele bestritt, da es in der Saison 1963/64 nur 16 Bundesligisten und deswegen auch nur 30 Spiele gab. Alle anderen Vereine, die nur eine Saison in der Bundesliga waren, bestritten 34 Spiele.

Ein Jahr später wurde die Liga auf 18 Vereine aufgestockt, so dass bis auf Hertha BSC, das aufgrund des Lizenzentzugs den Weg in die Berliner Stadtliga antreten musste, kein Team abstieg. Auch nachdem die Bundesliga auf 18 Mannschaften aufgestockt wurde, blieb es zunächst bei zwei Absteigern. Bis zur Einführung der zweiten Bundesliga spielten die beiden erstplatzierten der Regionalligen in einer Aufstiegsrunde die beiden Aufsteiger in die Bundesliga aus. Zudem wurde SC Tasmania 1900 Berlin 1965 aus politischen Gründen in die erste Liga versetzt.

Nach Gründung der 2. Bundesliga Mitte der 1970er Jahre stiegen jedes Jahr drei Teams ab. Die beiden Meister der zunächst in einer Nord- und Süd-Staffel gegliederten Zweiten Liga stiegen direkt auf. Der dritte Aufstiegsplatz wurde durch Aufstiegsspiele der beiden Vize-Meister der 2. Bundesliga Nord und Süd ermittelt. Nach Einführung der eingleisigen 2. Bundesliga stiegen Meister und Vize-Meister direkt auf. Zwischen dem Drittplatzierten der 2. Bundesliga und dem 16. der Bundesliga fanden ab 1982 Relegationsspiele um den letzten freien Platz in der Bundesliga statt, so dass die Zahl der Absteiger variierte.

Nach der deutschen Wiedervereinigung spielte die Bundesliga 1991/92 ihre einzige Saison mit 20 Mannschaften nachdem Hansa Rostock und Dynamo Dresden aus der DDR-Oberliga aufgenommen wurden. Um wieder auf 18 Mannschaften zu kommen gab es in dieser Spielzeit vier Absteiger. Seitdem blieb es bei drei Absteigern und drei direkten Aufsteigern aus der 2. Bundesliga pro Saison. Dabei machte der siebte Aufstieg 2003/04 Arminia Bielefeld zum Rekordaufsteiger der Bundesliga.

Ab der Saison 2008/09 werden Relegationsspiele wieder eingeführt. Dabei spielt wie bereits in den 1980ern der Tabellendrittletzte der Bundesliga gegen den Dritten der zweiten Liga in Hin- und Rückspielen um den Klassenverbleib bzw. den Aufstieg.

Sechs Vereine schafften es, aus der Ober- bzw. Regionalliga in die Zweite Bundesliga und ein Jahr später sofort in die Bundesliga aufzusteigen. Dies waren TSV 1860 München (Saison 1992/93 und 1993/94), Fortuna Düsseldorf (1993/94 und 1994/95), Arminia Bielefeld (1994/95 und 1995/96), der 1. FC Nürnberg (1996/97 und 1997/98), der SSV Ulm 1846 (1997/98 und 1998/99) und die TSG 1899 Hoffenheim (2006/07 und 2007/08). Der SSV Ulm stieg allerdings – genauso schnell wie er in die Bundesliga gekommen war – wieder ins Amateurlager ab.

Zur Spielzeit 2006/07 gelang Alemannia Aachen die Rückkehr in die Fußball-Bundesliga. Damit ist die Alemannia die Mannschaft mit der längsten Bundesliga-Abstinenz. Nach dem Abstieg 1970 dauerte es 36 Jahre, bis Aachen wieder erstklassig war.

Die Stadien der Bundesliga gehören zu den größten und modernsten der Welt. Die hohe Qualität der Spielstätten lässt sich unter anderem daran ablesen, dass alleine fünf deutsche Arenen das Prädikat Fünfsternestadion tragen und somit berechtigt sind, ein Endspiel der Champions League oder der Fußball-Europameisterschaft auszutragen. Die meisten Stadien wurden ab dem Jahr 2000 teilweise im Rahmen der Vorbereitungen zur Austragung der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 umfassend modernisiert und ausgebaut oder neu errichtet. Doch auch nach dem Turnier hält der Bauboom an. Um konkurrenzfähig zu bleiben, denken nun die Vereine aus kleineren Städten wie Mainz, Bielefeld oder Aachen, in denen 2006 keine WM-Spiele ausgetragen wurden, über einen Aus- beziehungsweise Neubau der Arenen nach. Zur Finanzierung eines Teils der Baukosten ist es inzwischen üblich, den Stadionnamen an einen Sponsor zu verkaufen. Hierdurch verloren in den letzten Jahren viele Stadien ihren angestammten, teilweise über Jahrzehnte bestehenden Namen, was vor allem von Seiten der Fans kritisiert wird.

Die größte Spielstätte bei Bundesligaspielen ist der Signal Iduna Park in Dortmund, der bei Bundesligaspielen 80.552 Zuschauer fasst. Es folgt das Berliner Olympiastadion mit 74.400 Sitzplätzen, sowie die Allianz Arena in München. Zwar gibt es in Deutschland keine Sitzplatzpflicht, doch ist der Stehplatzanteil in den großen Stadien in den letzten Jahren rückläufig. Gleichzeitig werden aus wirtschaftlichen Gründen in den Bundesligastadien vermehrt VIP-Logen eingebaut. Die Ticketpreise in Deutschland sind deutlich niedriger als in der italienischen Serie A oder der englischen Premier League, allerdings steigen die Eintrittspreise in Deutschland stärker als das durchschnittliche Preisniveau.

Die modernen Stadien sind mitverantwortlich für den Zuschauerboom in den letzten Jahren. Nachdem der Zuschauerschnitt in den 1980er Jahren noch bei unter 20.000 Besuchern pro Partie lag, ist seither ein stetiger Anstieg zu beobachten. Mit durchschnittlich 38.191 Zuschauern in der Saison 2005/06 wurde bei einer rund achtzigprozentigen Auslastung der Stadien der fünfte Zuschauerrekord in Folge aufgestellt. Hierbei überschritt man in der Spielzeit 2003/04 erstmals die 10.000.000-Marke. In dieser Spielzeit erreichte Borussia Dortmund zudem mit 79.647 Zuschauern pro Spiel den höchsten Zuschauerschnitt in einer Saison. Damit ist die Bundesliga die zuschauerstärkste Spielklasse des Kontinents. Obwohl andere Top-Ligen im Gegensatz zur DFL auch Frei- und Ehrenkarten mit in ihre Berechnungen einfließen lassen, liegen diese zum Teil deutlich darunter.

Der absolute Rekord für ein einzelnes Spiel datiert bereits vom 26. September 1969, als 88.075 zahlende Zuschauer die 1:0 endende Begegnung zwischen Hertha BSC und dem 1. FC Köln sahen. Die Rekord-Minuskulisse stammt aus der Spielzeit 1965/66. Hier wohnten dem Heimspiel von Tasmania 1900 Berlin gegen Borussia Mönchengladbach am 15. Januar 1966 lediglich 827 Zuschauer bei.

Die Fußball-Bundesliga dominiert die Sportberichterstattung der meisten Tageszeitungen des Landes. Darüber hinaus gibt es eine umfassende Berichterstattung im zweimal wöchentlich erscheinenden kicker, sowie in anderen Sportzeitschriften wie der Sport Bild. Daneben bringen sowohl kicker als auch Sportbild zum Start der jeweiligen Bundesliga-Saison jeweils ein Sonderheft heraus, welches neben Mannschafts- und Spielerauflistungen weitere Berichte rund um die bevorstehende Spielzeit enthält. Seit einigen Jahren hat sich zudem das monatlich erscheinende Fußballmagazin 11 Freunde etabliert, welches die „Wiederaneignung“ des Fußballs durch die Intellektuellen erkannt hat, sich mit Aspekten der deutschen und internationalen Fußballkultur abseits der Spielergebnisse beschäftigt und dabei vorwiegend Geschichten rund um den Fußball und seine Fans erzählt.

Vor Beginn der Live-Übertragungen von Bundesligaspielen im Fernsehen war das Radio seit den Anfängen der Bundesliga im Jahr 1963 die einzige Möglichkeit, die Spiele zeitgleich zu verfolgen, ohne selbst im Stadion zu sein. An den Bundesligaspieltagen wird samstagnachmittags im Rahmen des ARD-Hörfunkprogramms live von den Spielen der Fußball-Bundesliga berichtet. Zunächst wird hierbei von Zeit zu Zeit in einzelnen Reportagen zu den Spielstätten geschaltet. Um 16:55 Uhr beginnt die Bundesliga-Schlusskonferenz, die wöchentlich von bis zu zwölf Millionen Hörern verfolgt wird. In der Zusammenschaltung bleiben alle Mikrofone offen und es wird bei jedem Tor oder Elfmeter sofort in das jeweilige Stadion geschaltet. Daneben gibt es seit August 2008 Deutschlands erstes Fußballradio 90elf, das zur Regiocast-Gruppe gehört und per Livestream im Internet alle Bundesligaspiele überträgt.

Schon ab 1961 berichtete die ARD in der Sportschau über die Fußballspiele des Wochenendes. Das aktuelle sportstudio des ZDF kam 1963 mit dem Start der Bundesliga hinzu. Die Sportschau zeigte die Bilder der Samstagsspiele in den ersten Jahren erst sonntagabends. Erst im April 1965 wurde zusätzlich eine Samstags-Sportschau eingeführt. Während die Sportschau kurz nach Spielende bis 1988 lediglich Berichte von drei Spielen pro Sendung zeigte, wurden alle Spiele erst im aktuellen sportstudio am Samstagabend gezeigt, und auch Gäste interviewt. Ab 1988 bis 1992 hatte RTL die Erstverwertungsrechte und zeigte in der Sendung Anpfiff – die Fußballshow die Spiele. Von 1992 bis 2001 wurden in der Sat.1-Sendung ran die ersten Berichte gezeigt. Sat.1 stand dabei für hohen technischen Aufwand und Information. So gab es bei Live-Spielen erstmals bis zu 18 Kameras. Ein weiteres Markenzeichen war die Bundesliga-Datenbank.

2003 übernahm die Sportschau wieder die Erstverwertung der Bundesliga im Free-TV. Zurzeit teilt sich die ARD die Berichterstattung mit dem DSF. Die Sportschau zeigt die Samstagsspiele zuerst, das DSF die Sonntagsspiele. Spiele in Englischen Wochen werden ebenfalls von beiden gezeigt. Zudem berichtet das DSF in täglichen Sendungen über die Bundesliga und lässt ehemalige Trainer und Spieler über aktuelle Geschehnisse in Talkshows (Doppelpass) diskutieren. Darüber hinaus wird in den Sportsendungen der 3. Programme über die Mannschaften der jeweiligen Sendegebiete berichtet.

Am 2. März 1991 brach mit der Übertragung der Begegnung Eintracht Frankfurt gegen den 1. FC Kaiserslautern eine neue Ära in der Berichterstattung zur Fußball-Bundesliga an. Erstmals wurde jede Woche das Topspiel der Bundesliga live im Bezahlfernsehsender Premiere ausgestrahlt. Nachdem zwischenzeitlich aus nur einem Topspiel die drei Top-Begegnungen jedes Spieltages wurden, übertrug Premiere seit der Saison 2000/01 alle 306 Saisonspiele der Bundesliga live. Mit Beginn der Saison 2006/07 gingen die Übertragungsrechte für die Bundesliga-Spiele im Bezahlfernsehen an den Sender Arena über, doch bereits in der folgenden Spielzeit übernahm Premiere wieder die Berichterstattung, da Arena aufgrund finanzieller Verluste die Rechte sublizenzierte.

Das Fernsehen ist heute das Hauptmedium bei der Berichterstattung zur Fußball-Bundesliga und zugleich eine der Haupteinnahmequellen der Bundesliga-Vereine. Während ARD und ZDF seit 1965 bis Anfang der 1980er Jahre noch einen Betrag von 647.000 DM an den DFB bezahlten, kam es in der Folgezeit aufgrund der Konkurrenz durch das Privatfernsehen zu einem starken Preisanstieg für die Übertragungsrechte. Nachdem die öffentlich-rechtlichen Fernsehanstalten für die Übertragung der Fußball-Bundesliga in der Spielzeit 1987/88 noch 18 Millionen DM (umgerechnet 9,2 Millionen Euro) bezahlen mussten, kostete die Erstübertragung der Spiele in der darauffolgenden Saison durch den Privatfernsehsender RTL plus bereits 40 Millionen DM. 1992 erhielt der Fernsehsender Sat.1 die Rechte erst für 140 Millionen DM. Für die Saison 1996/97 zahlte die Kirch-Gruppe für die Fernsehsender Sat.1, DSF und Premiere rund 330 Millionen DM.

Durch die Übertragung der Spiele im Bezahlfernsehen und die Zusammenfassungen im Free-TV konnten bis zur Saison 2005/06 300 Millionen Euro jährlich eingenommen werden. Dieser Betrag wird in Zukunft noch einmal deutlich steigen, ab dieser Saison werden die Sender um ARD, DSF und Arena 420 Millionen Euro pro Jahr an die DFL überweisen. Außerdem hat der österreichische Free-TV-Sender ATV sich die Rechte für alle Live-Spiele erkauft.

Die erzielten Gelder werden erfolgsabhängig an die Vereine der beiden Bundesligen verteilt. So kann ein Bundesliga-Verein aus den Inlandserlösen der Meisterschaftsspiele maximal rund 23,3 Millionen Euro und minimal rund 11,7 Millionen Euro erzielen. Darüber hinaus profitieren die Bundesliga-Klubs gesondert aus den Einnahmen der Auslandsvermarktung. Hier erhält der Deutsche Meister noch einmal 4 Millionen Euro, der Tabellenletzte durchschnittlich 518.000 Euro.

Im internationalen Vergleich hinkt die Bundesliga bei der Vermarktung im Ausland anderen europäischen Ligen wie Spanien, Italien und vor allem der englischen Premier League jedoch deutlich hinterher. So brachte der Verkauf der Fernsehrechte an der englischen Eliteklasse in insgesamt 81 Paketen für 208 Länder und Territorien bis 2010 umgerechnet 952 Millionen Euro pro Jahr. Selbst der Tabellenletzte erhält allein aus diesem Topf rund 45 Millionen Euro. Dennoch versucht die Bundesliga den Rückstand in der Auslandsvermarktung in den kommenden Jahren zumindest zum Teil aufzuholen. Momentan wird die höchste deutsche Liga bereits in 130 Ländern im Fernsehen übertragen. So laufen beispielsweise das Freitagsspiel sowie die Samstags- und Sonntagskonferenzen der Bundesliga live in den USA. In Asien sind zur Zeit in Japan, Hongkong und Malaysia pro Spieltag jeweils mindestens zwei, in China sogar vier Bundesligapartien live im TV zu sehen.

Durch die massiven Steigerungen bei den Einnahmen der Vereine – vor allem durch den Quantensprung beim Verkauf der Fernsehrechte in den 1990ern – sind im Laufe der Zeit ebenso die Höhe der Ablösesummen für Spieler und Trainer sowie die Gehälter der Beteiligten auf bis zu zweistellige Millionenbeträge pro Jahr angeschnellt. Durch das Bosman-Urteil 1995 wurde die Entwicklung zu immer höheren Summen zudem weiter verschärft. So überwies Borussia Dortmund für den Brasilianer Márcio Amoroso im Jahr 2001 die Rekordsumme von 50 Millionen DM (ca. 25,6 Millionen Euro) an den AC Parma.

Dies wirkte sich auch auf das Wachstum des Schuldenbergs aus. Betrugen die Verbindlichkeiten der in der Bundesliga spielenden Vereine 1984 noch 27 Millionen Euro, waren es zehn Jahre später bereits 240 Millionen. Inzwischen werden die Gesamtschulden der Bundesligisten auf mehr als eine halbe Milliarde Euro geschätzt. Allein der Schuldenstand des ersten börsennotierten Vereins Borussia Dortmund belief sich zeitweise auf mehr als 118 Millionen Euro.

Nachdem die Budgets der Bundesligavereine über viele Jahre stets gewachsen sind, führte unter anderem der zwischenzeitliche Rückgang der Fernsehgelder in Folge der Kirch-Pleite im Frühjahr 2002 zu einer Zäsur. Der Not gehorchend setzte bei den Verantwortlichen ein Umdenken ein, so dass eine Konsolidierung mit einer damit einhergehenden Verringerung der zur Verfügung stehenden Etats stattfand. Zu einer Insolvenz eines Bundesligisten kam es trotz der einbrechenden Umsätze im Fernsehgeschäft nicht, da die Vereine heute eine recht breite Streuung ihrer Einnahmequellen haben. Während in früheren Jahrzehnten nahezu 100 Prozent der Erlöse aus Eintrittsgeldern stammten, generieren die Vereine ihre Einnahmen inzwischen zu 36,8 Prozent aus TV-Honoraren, zu 23,8 Prozent aus der Werbung, zu je 16 Prozent aus Eintrittsgeldern und Merchandising sowie zu 7,2 Prozent aus dem Transfergeschäft.

Das Gesamtbudget der 18 Bundesligaklubs in der Saison 2008/09 sieht Ausgaben von insgesamt mehr als 600 Millionen Euro vor. „Liga-Krösus“ ist Bayern München mit 80 Millionen Euro.

Im internationalen Vergleich gehörten 2004/05 nur Bayern München mit 189 Mio. Euro und Schalke 04 mit 97 Mio. Euro zu den zwanzig umsatzstärksten europäischen Mannschaften. Die ersten Plätze belegen Real Madrid (276 Mio. Euro), Manchester United (246 Mio. Euro) und der AC Mailand (234 Mio. Euro). Im Vergleich zu den Vorjahren rückten die Vereine der Bundesliga im internationalen Vergleich der Umsatzzahlen dabei nach vorne. Neben Bayern München und Schalke 04 wird erwartet, dass aufgrund des neuen Fernsehvertrages, der stetig wachsenden Zuschauerzahlen sowie der besseren Vermarktungsmöglichkeiten aufgrund der modernen Stadien, in Zukunft auch Mannschaften wie Borussia Dortmund, Bayer Leverkusen, Hamburger SV, Werder Bremen und der VfB Stuttgart in die europäische Top 20 vordringen können. Beim Vergleich der Gesamtumsätze der Ligen lag die Bundesliga in der Saison 2006/07 mit 1,4 Milliarden Euro an zweiter Stelle in Europa, hinter England (2,3 Milliarden Euro) und vor Spanien (1,33 Milliarden Euro), Italien (1,16 Milliarden Euro) und Frankreich (0,97 Milliarden Euro).

Der professionelle Fußball bietet nicht nur Fußballspielern, -trainern und -managern bezahlte Vollzeitarbeitsplätze. Insgesamt arbeiten im Jahr 2007 34.103 Menschen direkt oder indirekt für die Vereine der ersten und zweiten Bundesliga. 8.786 davon sind direkt bei den Vereinen beschäftigt, weitere 3.094 Beschäftigte haben die Tochtergesellschaften der Vereine. Zu diesem Personalstock gehören klassische Berufe wie kaufmännische Angestellte, Fan-Shop-Mitarbeiter oder Gärtner für die Pflege der Rasenplätze. Die Modernisierung der Trainingsmethoden führt zur Beschäftigung von Ernährungswissenschaftler und Fitnesstrainern. Durch die wachsenden Serviceangebote kommen weitere Arbeitsplätze hinzu, so in vereinseigenen Reisebüros, in der Kinderbetreuung während der Bundesligaspiele, Museumsleiter oder im Management der Vereinsmaskottchen. Größter direkter Arbeitgeber im deutschen Profifußball ist 2007 der FC Bayern München mit 250 Mitarbeitern in der Geschäftsstelle, während Vereine wie der MSV Duisburg und der FC Energie Cottbus mit nur 16 Mitarbeitern auskommen. Weitere 22.223 sind schließlich indirekt durch den Fußball beschäftigt. Hier zu gehören vor allem die Angestellten von Sicherheitsdiensten, Catering-Firmen und Sanitätsdiensten, die während der Bundesligaspiele zum Einsatz kommen.

Die ersten vier ausländischen Spieler in der Bundesliga waren Heinz Versteeg (Meidericher SV/Niederlande), Petar Radenković (TSV 1860 München/Jugoslawien), Jacobus Prins (1. FC Kaiserslautern/Niederlande) und Wilhelm Huberts (Eintracht Frankfurt/Österreich). Sie alle waren am ersten Bundesliga-Spieltag im Einsatz. Die Ausländerquote an diesem Spieltag betrug somit 2,27 % – heutzutage ist die Quote häufig über 50 %. Am 6. April 2001 war Energie Cottbus im Spiel gegen den VfL Wolfsburg sogar der erste Bundesliga-Klub, der in seiner Startaufstellung nur ausländische Spieler hatte.

Diese Entwicklung ist einerseits auf den Zerfall des Ostblocks Anfang der 1990er Jahre und andererseits auf das wirtschaftliche Zusammenwachsen Europas zurückzuführen, was dazu führte, dass in Folge des Bosman-Urteils die nationalen Verbände gezwungen waren, ihre Restriktionen für die Verpflichtung und Aufstellung von Spielern aus EU-Mitgliedsstaaten aufzuheben. Nachdem in der Fußball-Bundesliga zunächst lediglich der Einsatz von maximal zwei, später drei Ausländern gestattet war, konnten seit Dezember 1995 beliebig viele Spieler aus dem UEFA-Bereich und seit 2001 fünf nichteuropäische Ausländer eingesetzt werden. Spieler, die in Deutschland ausgebildet wurden, fielen als „Fußballdeutsche“ nicht unter diese Regelung. Zur Spielzeit 2006/07 wurde die zuvor geltende Ausländerregel zugunsten einer so genannten „Local-Player-Regelung“ abgeschafft. So können nun Spieler auch aus dem außereuropäischen Ausland uneingeschränkt eingesetzt werden. Im Gegenzug müssen bei jedem Bundesliga-Klub mindestens zwölf deutsche Spieler unter Vertrag stehen, von denen in dieser Saison vier, 2007/08 sechs und danach acht Akteure bei einem deutschen Klub ausgebildet worden sind.

Während in den ersten Jahren ausländische Spieler nur selten unter den besten Torschützen anzutreffen waren (1963/64 lag der Österreicher Wilhelm Huberts auf Platz 4, und erst 1989/90 konnte mit dem Norweger Jørn Andersen erstmals ein ausländischer Spieler die Torjägerkrone gewinnen), ist das Verhältnis seit den 1990er Jahren eher umgekehrt. 2001/02 waren mit Marcio Amoroso (Platz 1), Giovane Elber (Platz 3), Aílton (Platz 5) und Marcelinho (Platz 8) vier Brasilianer unter den Top 8, aber nur 4 Deutsche unter den Top 10. 2003/04 schaffte es sogar nur ein Deutscher in die Top 10 und von 2000/01 bis 2004/05 belegten jeweils ausländische Spieler den ersten Platz. In der ewigen Bestenliste belegt Giovane Elber mit 133 Toren als bester Ausländer den 17. Platz.

Aílton gelang es 2003/04 als erstem Ausländer zum Fußballer des Jahres in Deutschland gewählt zu werden. Der Däne Allan Simonsen von Borussia Mönchengladbach war der erste ausländische Bundesliga-Spieler, der 1977 zu Europas Fußballer des Jahres gewählt wurde. Auch 1978 und 1979 konnte mit Kevin Keegan/England vom Hamburger SV ein ausländischer Bundesligaspieler diese Auszeichnung erringen.

Neben ausländischen Spielern waren von Anfang an auch ausländische Trainer in der Bundesliga tätig. Den ersten Meistertitel gewann 1966 der Österreicher Max Merkel mit 1860 München, 1968 konnte er diesen Erfolg mit dem 1. FC Nürnberg wiederholen. Ihm folgte 1969 Branko Zebec/Jugoslawien mit dem ersten Titel für Bayern München. 1979 gelang ihm mit dem Hamburger SV erneut der Titelgewinn, welcher gleichzeitig den ersten Bundesligatitel für den HSV darstellte. Pál Csernai/Ungarn (1979/80 und 1980/81) sowie Ernst Happel/Österreich (1981/82 und 1982/83) gelangen ebenfalls zwei Titelgewinne. Damit stellt Österreich die erfolgreichsten ausländischen Bundesligatrainer. Der international erfolgreichste Vereinstrainer Giovanni Trapattoni konnte sich in der Bundesliga nie richtig durchsetzten. Der Italiener konnte die deutsche Meisterschaft nur 1996/97 mit Bayern München erringen. Auch sein letztes Engagement beim VfB Stuttgart endete 2006 vorzeitig.

Aufgrund einer Kooperation des DFB mit dem Schweizerischen Fußballverband wurden von 1981 bis 1990 zudem insgesamt 33 Bundesliga-Spiele durch Schweizer Schiedsrichter geleitet. Darüber hinaus waren bislang keine ausländischen Schiedsrichter in der Bundesliga tätig.

In den Jahrzehnten seit Gründung der Fußball-Bundesliga gab es eine ganze Reihe bemerkenswerter, teilweise auch kurioser Rekorde.

Die erfolgreichsten Spieler in der Bundesliga sind Oliver Kahn und Mehmet Scholl mit jeweils acht Deutschen Meisterschaften, gefolgt von Lothar Matthäus, Klaus Augenthaler und Alexander Zickler, die jeweils sieben Mal Meister wurden. Alle diese Spieler gewannen ihre Meisterschaften mit dem FC Bayern München. Erfolgreichster Trainer ist Udo Lattek, der mit dem FC Bayern (6) und Borussia Mönchengladbach (2) insgesamt acht Meisterschaften als verantwortlicher Betreuer feiern konnte. Platz 2 belegt Ottmar Hitzfeld mit sieben Deutschen Meisterschaften, gefolgt von Hennes Weisweiler mit vier Titeln.

Bei den Torschützen ragt Gerd Müller heraus, der in 427 Bundesligaspielen 365 Tore erzielte und siebenmal die kicker-Torjägerkanone als Torschützenkönig der Bundesliga gewann. Dabei stellte er 1972 mit 40 geschossenen Toren den noch heute gültigen Bundesliga-Rekord auf. Als bester Torschütze Europas wurde er 1970 (38 Tore) und 1972 zudem mit dem Goldenen Schuh geehrt. Die meisten Tore in einem einzigen Bundesligaspiel erzielte Dieter Müller vom 1. FC Köln, als er am 17. August 1977 sechsmal beim 7:2 gegen Werder Bremen traf. Der Elfmeterspezialist Hans-Jörg Butt ist der Torwart mit den meisten erzielten Treffern (25 Tore). Die bislang einzigen Tore durch Torhüter aus dem Spiel heraus schossen Jens Lehmann und Frank Rost, die beide jeweils einmal trafen.

Immerhin sechs Eigentore schoss Manfred Kaltz vom Hamburger SV, der damit diese Statistik anführt. Er traf allerdings auch 76-mal das richtige Tor. Fünf Spieler schossen bisher zwei Eigentore in einem Spiel.

Manfred Kaltz ist zudem der Bundesligaspieler mit den meisten Elfmetertoren. Er verwandelte 53 bei sieben vergebenen Strafstößen. Michael Nushöhr ist der einzige Spieler, dem es gelang, in einer Bundesligapartie drei Elfmeter zu verwandeln. Weniger erfolgreich am Elfmeterpunkt war Rekordtorjäger Gerd Müller. Bei insgesamt 63 Strafstößen vergab er zwölf – Negativrekord in der Bundesliga.

Zu den bemerkenswertesten Leistungen der Bundesliga-Torhüter gehört die Bestmarke des damals beim VfB Stuttgart spielenden Timo Hildebrand. Ihm gelang es, in der Zeit vom 25. Mai bis 4. Oktober 2003 kein einziges Gegentor zu kassieren und seinen Kasten 884 Spielminuten in Folge sauber zu halten. Auf die meisten Zu-Null-Spiele insgesamt kann Oliver Kahn zurückblicken.

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Source : Wikipedia