Hagenow

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Geschrieben von robby 14/04/2009 @ 10:10

Tags : hagenow, mecklenburg-vorpommern, deutschland

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Hagenow

Wappen der Stadt Hagenow

Hagenow ist eine Stadt im Westen Mecklenburg-Vorpommerns, rund 30 Kilometer südwestlich von der Landeshauptstadt Schwerin gelegen. Sie ist Sitz des Amtes Hagenow-Land, aber nicht amtsangehörig. Die Stadt ist eines der 18 Mittelzentren des Landes.

Das historische Zentrum gilt als schönes Beispiel einer mecklenburgischen Landstadt mit Fachwerkhäusern vom 17. bis ins 19. Jahrhundert. Durch seine Nähe zu Hamburg sowie zur Bundesautobahn 24 ist Hagenow seit der Deutschen Wiedervereinigung weniger von der Wirtschaftskrise betroffen als andere Städte in den fünf neuen Bundesländern. Der Lebensmittelkonzern Kühne hat hier beispielsweise eine der modernsten Essigfabriken Europas errichtet. Außerdem gibt es ein großes Kartoffelveredelungswerk und weitere Betriebe der Nahrungsmittelindustrie.

Hagenow befindet sich im Westen Mecklenburg-Vorpommerns und etwa im Zentrum des Landkreises Ludwigslust. Die nächstgelegenen größeren Städte sind im Nordosten Schwerin (ca. 30 km), im Südosten Berlin (ca. 180 km) sowie im Westen Hamburg (ca. 80 km).

Zu Hagenow gehören neben der Kernstadt die Ortsteile Hagenow Heide, Viez, Granzin, Zapel, Scharbow und Sudenhof.

Seit 1190 wurde die Gemeinde unverändert Hagenow oder Hagenowe bezeichnet. Manchmal kamen auch abweichende Schreibweisen wie Hachenowe (1194) Haghenow(e) (1316, 1326) vor. Der ersten Teil des Namens kommt vom mittelniederdeutschen und westfälischen Wort Hagen, steht also für einen durch Büsche und Wald "umhegten" Ort. Die Silbe Hagen kommt in vielen mecklenburgischen Ortsnamen - zumeist als zweite Silbe - vor. Im zweiten Teil des Ortsnamens steckt die Silbe ou(w)e, was wahrscheinlich für Aue als wasserreiches Land steht. Zusammen also kann Hagenow "wald- oder buschumhegtes Auenland" bedeuten.

Hagenow wird im Zeitraum zwischen 1190 und 1195 als Kirchdorf erstmals urkundlich erwähnt. 1201 ging die Herrschaft des Orts von den Grafen von Ratzeburg an die Grafen von Schwerin (ab 1358 Herzöge von Schwerin) über. Die Kirche wird 1230 noch im Ratzeburger Zehntregister erwähnt, welches die damals zum Bistum Ratzeburg gehörenden Kirchgemeinde geordnet nach Kirchspielen auflistet. 1370 wird der Ort bereits als oppidum, also als Stadt bezeichnet. 1746 wiederum wurde Hagenow als Marktflecken bezeichnet und 1754 wird der Status als Stadt durch die offizielle Vergabe der Stadtrechte bestätigt.

Die Jahre 1538, 1748 und 1766 waren geprägt durch große Brände, die mehrmals fast die gesamte Bebauung zerstörten. Das älteste noch existierende Gebäude der Stadt stammt daher erst aus dem Jahr 1720. Ebenfalls bedingt durch die Brände ist letztendlich auch die typische mecklenburgische Landstadtarchitektur, die die Innenstadt dominiert.

Seit etwa 1760 siedelten sich mit landesherrlicher Erlaubnis jüdische Familien an, die sich einen Friedhof errichteten und eine Synagoge erbauten. Der letzte Gottesdienst fand 1907 statt, die letzte Bestattung 1935. Die Synagoge wurde beim Novemberpogrom 1938 geschändet, vor dem Niederbrennen wohl durch die unmittelbare Nachbarschaft anderer Gebäude bewahrt. Anschließend diente sie bis zum Beginn der Sanierung 2001 verschiedensten Zwecken, u.a. als Lagerhalle.

Mit Beginn des 19. Jahrhunderts begann allmählich das Wachstum Hagenows, welches ab 1846 durch die nahegelegene Trasse der Berlin-Hamburger Bahn gefördert wurde. Bis 1900 entstanden eine Volksschule, eine städtische Badeanstalt sowie eine Sparkasse und mehrere Zeitungsverlage.

Zur Jahrhundertwende betrug die Bevölkerung 4.109 Einwohner.

1933 wurde Hagenow Kreisstadt des ab 1938 gleichnamig bezeichneten Landkreises Hagenow, 1950 wurden die bis dahin noch selbstständigen Gemeinden Granzin, Scharbow, Viez und Zapel eingemeindet. Von 1952 bis 1990 war Hagenow Zentrum des flächenmäßig größten Kreises in der DDR.

Berühmt wurde der Ort durch den Titel „Fru Püttelkow ut Hagenow“ der plattdeutschen Mundartgruppe „De Plattfööt“. Überregional bekannt ist auch die Schriftenreihe „Fiek'n hätt schräb'n ut Hagenow“, in der ebenfalls auf Plattdeutsch lokalgeschichtliche Ereignisse beschrieben werden. Herausgeber und Initiator der Veröffentlichung ist der Hagenower Optikermeister und Ortschronist Kuno Karls.

Von etwa 1968 bis 1988 wurden die großen Wohngebiete Neue Heimat mit 1454 Wohnungen und Kietz mit 1032 Wohnungen in Plattenbauweise erstellt. Mit Fertigstellung der Wohngebiete wies Hagenow rund 15.000 Einwohner auf. Erst nach der Wiedervereinigung schrumpfte diese Zahl auf bis 2006 rund 12.000. Die gute Lage an den Fernverkehrswegen zwischen Berlin und Hamburg sorgt bis heute für den nötigen Schub in der Wirtschaft und verhindert so auch den weiteren Bevölkerungsverlust.

Nach der politischen Wende wurden ab 1991 der historische Stadtkern und seit 1996 der Kietz (Stadtumbau) im Rahmen der Städtebauförderung gründlich saniert.

Das Wappen wurde am 10. April 1858 von Friedrich Franz II., Großherzog von Mecklenburg-Schwerin festgelegt und unter der Nr. 49 der Wappenrolle von Mecklenburg-Vorpommern registriert.

Das Wappen wurde 1996 von dem Barsbütteler Hans-Frieder Kühne neu gezeichnet.

Der jetzige Bau der Stadtkirche stammt aus den Jahren 1875 bis 1879. Er ersetzt seinen Vorgängerbau aus Felsenmauerwerk und wurde im neugotischen Stil errichtet.

Im Zweiten Weltkrieg wird das Gebäude nur leicht beschädigt. Der größte Verlust, den die Hagenower allerdings hinnehmen mussten, war der Verlust ihrer Kirchturmglocke, die in den Kriegswirren abhanden kam und sich heute vermutlich auf dem Glockenfriedhof in Hamburg-Veddel befindet. Erst einige Jahre später konnte ein Ersatz beschafft werden, in der Zwischenzeit läutete lediglich eine kleine Glocke für die Kirche.

Das Gebäude wurde in den 1970er Jahren umfangreich restauriert, 1994 erhielt der Bau eine neue Orgel sowie 2001 eine Photovoltaik-Anlage.

Der 28 Meter hohe Wasserturm in Hagenow, ein Klinkerbau mit gotischen Fenstern, entstand in den Jahren 1905 bis 1908. Der Stahlbehälter fasste 300 Kubikmeter Wasser. Der Turm wurde 1938 auf Anordnung der Luftwaffe umgebaut. Seine Höhe wurde etwas reduziert. Bis in die 1970er Jahre diente er den Stadtwerken als Wasserspeicher. Anschließend stand das Gebäude leer, bis ein ortsansässiger Architekt es Anfang der 1990er Jahre zu einem Wohndomizil ausbaute. Seit 1982 ist der Turm in die Kreisdenkmalliste aufgenommen.

Das spätklassizistische Gebäude wurde 1845/46 errichtet und gilt als bedeutendster Bau dieser Stilrichtung an der Strecke. 1995/96 wurde er saniert. Der Bahnhof galt einst als „Auswandererbahnhof“, wovon auch die Werbetafeln der Hamburg-Amerika-Linie zeugen, die auf alten Ansichtskarten zu sehen sind, die das Bauwerk zeigen. Der Keilbahnhof besaß bis zur Gründung der Deutschen Reichsbahn nach dem Ersten Weltkrieg eine „preußische“ und eine „mecklenburgische“ Seite. Da das Gebäude leer steht, ist es zunehmend dem Verfall preisgegeben.

Die Museumsanlage in der Langen Straße 79 besteht aus typischen Fachwerkgebäuden einer Landstadt des 19. Jahrhunderts. Die Grundstücke der Ackerbürgerfamilie Jessel, des Ratsdieners Rick und des Hutmachers Brandt mit Wohn- und Wirtschaftsgebäuden beherbergen heute Ausstellungen und Sammlungen zur vergangenen Alltagskultur in der Region. 2007 wurde die Synagoge der früher hier existierenden jüdischen Gemeinde in der Hagenstraße 48 als Teil des Museums und kulturelles Zentrum wiedereröffnet. Das erhalten gebliebene Ensemble der Gemeindebauten bestehend aus Synagoge, Schulhaus und Wagenschauer ist für Mecklenburg einzigartig.

Die Lange Straße dürfte die erste und einst einzige Straße des Ortes gewesen sein. Sie war einst mit Schlagbäumen versehen, die bis 1863 nachts geschlossen wurden. Zahlreiche inzwischen sanierte Fachwerkdielenhäuser sind in der Langen Straße erhalten geblieben, unter anderem das älteste erhaltene Haus der Stadt mit der Hausnummer 82. Es stammt vermutlich aus dem Jahr 1730 und beherbergt heute den Stadtkrug. Auch der einstige Wohnsitz des Stadtsenators Jessel, 1748 erbaut, befindet sich in der Langen Straße. Er ist heute Teil des Museums.

Als kleinstes Haus Hagenows gilt ein um 1751 erbautes einstiges Seitenflurhaus in der Königsstraße 15.

Mit dem Bau des Stadtbahnhofs ging auch die Bebauung der zu diesem Bahnhof führenden Straßen einher. Besonders in der Bahnhofstraße sind zahlreiche repräsentative Bauten aus der Gründerzeit erhalten geblieben. In der Bahnhofstraße 36 ist außerdem eine einzylindrige Dampfmaschine aus dem Jahr 1902 zu besichtigen, die einst zum Antrieb eines Netzstromaggregates und von Holzbearbeitungsmaschinen diente.

Dieser Brunnen wurde erst im Mai 2007 zum Abschluss von Umbauarbeiten auf dem Rathausvorplatz errichtet. Er besteht aus drei lebensgroßen Bronzefiguren, die vom Künstler Bernd Streiter in einer Kunstgießerei in Berlin gefertigt wurden, und einem Trinkbrunnen, einer Säule aus Sandstein. In Szene gesetzt wurden die beiden fiktiven Figuren Fru Püttelkow und Fiek'n (plattdeutsch für Sophie), die von einem Schusterjungen beim Tratschen belauscht werden. Bis 1908 stand an der Stelle des jetzigen Kunstwerks tatsächlich der zentrale Brunnen der Stadt.

An der Parkstraße befinden sich ein Ehrenfriedhof für die Opfer des Faschismus, auf dem 144 Opfer des KZ Wöbbelin beigesetzt sind, sowie ein Ehrenfriedhof für die Toten der Sowjetischen Armee. Links von der Ehrenmauer erinnert ein kleiner Gedenkstein an die jüdischen Opfer der Shoa. Seit 1988 erinnert eine Gedenktafel in der Hagenstraße 48 an die niedergebrannte Synagoge. Ein Gedenkstein in der Schweriner Straße erinnert an Fritz Reuter. Auf dem Lindenplatz befindet sich ein Gedenkstein für den sozialdemokratischen Antifaschisten Friedrich Heincke, der 1932 von SA-Männern erschossen wurde.

In Hagenow sind mehrere Sportvereine ansässig, überregional trat in der Vergangenheit die zur Wende aufgelöste Fußballmannschaft von Vorwärts Hagenow in Erscheinung. Besonders die Fußballabteilungen des Eisenbahner-Sportverein „48“ (ESV, Bezirksklasse) und des SC AWO Hagenow (Landesliga) stehen in großer Konkurrenz zueinander. Der ESV besteht aus einer Fußball-, einer Handball-, einer Kegel-, einer Tischtennis- und einer Leichtathletikabteilung. Neben den Erwachsenen verzeichnet der Verein vor allem eine große Zahl an Nachwuchssportlern. Dazu gibt es in Hagenow einen Karateverein, der schon Deutsche Meister und Vizeeuropameister hervorbrachte.

Hagenow wurde 1991 in das Städtebauförderungsprogramm des Bundeslandes Mecklenburg-Vorpommern aufgenommen. Die Absicht dahinter bestand darin, die typische mecklenburgische Einzelhandels- und Gewerbestruktur, die die Stadt prägt, wiederzubeleben und auch zu erhalten. Gleichzeitig sollte so auch das historische Zentrum saniert und wieder attraktiver gestaltet werden.

Die Umsetzung dieser Maßnahmen führte dazu, dass heute mehrere Einzelhandelsgeschäfte in der Altstadt die Straßen säumen, weiter außerhalb befinden sich zudem zwei große Gewerbegebiete, die unter anderem ein Werk der Carl Kühne GmbH & Co. KG und ein Werk des Nahrungsmittelkonzerns Danone aufweisen.

Die Liste beinhaltet nur eine Auswahl größerer Unternehmen, eine genaue Übersicht befindet sich auf der Stadthomepage .

Hagenow befindet sich an der Bundesstraße 321, die von Pritzier weiter nach Schwerin verläuft. Nördlich der Stadt befindet sich die Anschlussstelle Hagenow zur Bundesautobahn 24.

Im Schienenverkehr wird die Stadt gleich durch zwei Bahnhöfe erschlossen. Der ältere Bahnhof Hagenow Land wurde bereits mit Einweihung der Berlin-Hamburger Bahn am 15. Oktober 1846 in Betrieb genommen. 1847 kam die Strecke nach Schwerin und 1894 die Kaiserbahn nach Bad Oldesloe hinzu. Nach der deutschen Teilung verkehrten die Züge nur noch bis Zarrentin. Die Bahnverbindung wurde 2000 eingestellt, nur noch der Stadtbahnhof wird angefahren. Seit April 2008 pendeln an jedem ersten Sonntag eines Monats zwei Zugpaare der Westmecklenburgischen Eisenbahngesellschaft (WEMEG) zwischen Hagenow Land und Zarrentin. Beide Bahnhöfe von Hagenow werden ausschließlich im Regionalverkehr bedient, es bestehen Reisemöglichkeiten nach Hamburg, Ludwigslust, Schwerin und Rostock.

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Kreis Hagenow

Schaalsee

Der Kreis Hagenow war ein Kreis im Westen des Bezirks Schwerin in der DDR.

Der mecklenburgische Kreis Hagenow entstand bei der Auflösung der Länder am 25. Juli 1952 aus dem seit 1933 bestehenden Landkreis Hagenow und dem noch 1945 von der britischen in die sowjetische Besatzungszone gewechselten Amt Neuhaus und gehörte dem neu gebildeten Bezirk Schwerin an. Der Kreis kam am 3. Oktober 1990 in das neu gegründete Bundesland Mecklenburg-Vorpommern innerhalb des Beitrittsgebiets zur Bundesrepublik Deutschland und wurde seither als Landkreis bezeichnet. Am 25. Juni 1993 wechselten acht Gemeinden und einige Flurstücke zum niedersächsischen Landkreis Lüneburg. Am 12. Juni 1994 wurde der Kreis aufgelöst und zusammen mit dem Kreis Ludwigslust und dem Südwest- und Südteil des Kreises Schwerin-Land zum neuen Landkreis Ludwigslust.

Der nach Fläche größte Kreis der DDR grenzte im Norden an den Kreis Gadebusch, im Nordosten an den Kreis Schwerin-Land, im Südwesten an den Kreis Ludwigslust sowie an die BRD-Landkreise Lüchow-Dannenberg im Süden, Lüneburg im Westen und den Kreis Herzogtum Lauenburg im Nordwesten. Der Kreis Hagenow besaß den mit Abstand längsten Grenzverlauf aller Grenzkreise an der innerdeutschen Grenze.

Der südöstliche Teil des ehemaligen Kreisgebietes wird durch die Griese Gegend, einer seenarmen Landschaft mit sandigen Böden, geprägt. Teile des Hagenower Lands wurden als Truppenübungsplatz genutzt. Im Norden des Kreises überwog die landwirtschaftliche Nutzung des Bodens, während im Südteil der Grünland- und Waldanteil höher war.

Innerhalb des Kreisgebietes verlaufen die Flüsse Schaale, Schilde, Motel, Sude, Boize und Krainke, die in die Elbe entwässern. Der Strom bildete hier die Staatsgrenze zur Bundesrepublik. Dadurch, dass auch durch den im Norden des Kreises befindlichen Schaalsee mit der darin befindlichen Insel Kampenwerder die innerdeutsche Grenze verlief, war der See von der Ostseite nicht zugänglich und von menschlichen Eingriffen über Jahrzehnte weitgehend unberührt.

Erhebungen bilden beispielsweise die Granziner Heidberge, mit bis zu 103 Metern südlich von Granzin, die Mecklenburger Berge mit 83 Meter direkt südlich davon, der Stichsockenberg östlich des Schaalsees mit 73 Metern und der Lange Berg mit 65 m ü. NN nördlich von Vellahn. Die Elbtalaue hingegen liegt nur etwa 10 Meter über dem Meeresspiegel.

Der Kreis war eher landwirtschaftlich geprägt, wenngleich sich nur Böden mit niedriger Bodenwertzahl vorfanden. Angebaut wurden vor allem Roggen und Kartoffeln. Um Dodow und Schwechow existieren ausgedehnte Obstbaumplantagen, deren Ernte bis heute zu Säften und Kindernahrung verarbeitet wird. Überregionale Bedeutung hatte das Landgestüt Redefin für die Pferdezucht und später auch für den Tourismus. In Boizenburg war das größte Fliesenwerk in der DDR ansässig, zudem wurden in der Elbewerft Fahrgastschiffe gefertigt. In Hagenow produzierte bereits zu DDR-Zeiten das Kartoffelveredelungswerk und es gab eine Produktionsstätte für Schmelzkäse. Wittenburg war Standort der Milchverarbeitung, in Lübtheen wurden LKW-Aufbauten und Container gefertigt. Weit fortgeschritten war bis 1989 die Erkundung der Braunkohlelagerstätten um Lübtheen.

Die Fernverkehrsstraße 195 führt parallel zur Elbe von Zarrentin nach Dömitz. Entlang des südwestlichen Grenzverlaufs des Kreises existierte keine Brückenverbindung über die Elbe. Die F 5 von Boizenburg in Richtung Ludwigslust war bis zur Fertigstellung der Autobahn Hamburg–Berlin im Jahr 1982 Transitstrecke. Ebenfalls führte die Bahnstrecke Berlin–Hamburg durch den Kreis.

Im Zuge der Wende konnte die Gemeinde Groß Krams durch Ausgliederung aus der Gemeinde Redefin am 1. Mai 1990 die Selbstständigkeit durchsetzen. Per Staatsvertrag zwischen Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen wechselten die Gemeinden Dellin, Haar, Kaarßen, Neuhaus/Elbe, Stapel, Sückau, Sumte und Tripkau sowie die Ortsteile Neu Bleckede, Neu Wendischthun und Stiepelse der Gemeinde Teldau und ein Flurstück der Gemeinde Garlitz zum niedersächsischen Landkreis Lüneburg, dem sie bereits vor Beginn des Zweiten Weltkrieges angehörten. Dort gehören sie größtenteils der am 1. Oktober 1993 gegründeten Einheitsgemeinde Amt Neuhaus an.

1) Die Gemeinde Parum wurde Jahre nach Auflösung des Kreises Hagenow geteilt, der Ort Parum wechselte 1999 zur Gemeinde Dümmer im Landkreis Nordwestmecklenburg, der Ortsteil Pogreß ging an die neu gegründete Gemeinde Wittendörp.

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Gustav von Hagenow

Paul Gustav von Hagenow (* 16. Juni 1813 in Langenfelde; † 28. September 1876 ebenda) war ein deutscher Jurist und Mitglied der Frankfurter Nationalversammlung.

Hagenow wurde 1813 im pommerschen Langenfelde geboren. Er studierte von 1830 bis 1832 in Bonn und Greifswald Jura. Als Mitglied der Greifswalder Burschenschaft wurde er 1836 nach einer Denunziation verhaftet und zu sechs Wochen Gefängnis verurteilt.

Er widmete sich der Verwaltung der geerbten Rittergüter Glewitz und Langenfelde und wurde Mitglied des Pommerschen Provinziallandtages. Ferner war er von 1852 bis 1863 im Landkreis Grimmen zunächst stellvertretender Landrat und später Landrat. Nach politischen Auseinandersetzungen aufgrund seiner liberalen Haltung wurde er 1863 aus dem Amt enthoben. Bis 1875 war er als Direktor der Kreissparkasse tätig.

Er erkrankte nach einem Jagdunfall und starb 1876 an dessen Folgen.

Hagenow wurde für den 14. Wahlkreis (Grimmen) der Provinz Pommern in die Nationalversammlung gewählt, der er vom 18. Mai 1848 bis zum 23. Januar 1849 angehörte. Ab dem 26. Mai 1848 war er Mitglied des Ausschusses für die Marine und ab dem 5. Mai 1848 des Ausschusses für die Volksbewaffnung. Er war Mitglied der Casino-Fraktion.

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Viktor von Hagenow

Viktor von Hagenow (* 18. Juni 1886 in Schwerin, Mecklenburg; † nach 1953) war ein deutscher Verwaltungsjurist. Er war Mitglied der Deutschen Volkspartei DVP.

Nach bestandenem Staatsexamen und anschließender Referendarzeit war Hagenow 1920–27 im Reichsfinanzministerium (seit 1924 als Ministerialrat) tätig. 1927 berief ihn Reichskanzler Wilhelm Marx als Ministerialdirektor in die Reichskanzlei. Die nach dem Abgang Brünings unter der neuen Regierung Papen erhoffte Beförderung zum Staatssekretär in der Reichskanzlei blieb aus, statt dessen wurde er 1932 im Zuge der Personalmaßnahmen der Kommissariatsregierung in Preußen zum Landrat in Löwenberg/Schlesien versetzt. In dieser Funktion blieb er bis zu seiner Absetzung durch die Nationalsozialisten im Jahr 1933.

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Source : Wikipedia