HSG Nordhorn

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Geschrieben von bishop 10/04/2009 @ 19:07

Tags : hsg nordhorn, 1. bundesliga, handball, sport

DHB-Pokal

Der DHB-Pokal ist der wichtigste deutsche Handball-Pokalwettbewerb für Vereinsmannschaften. Er wird jährlich vom Ligaverband der Handball-Bundesliga (HBL) veranstaltet. Anders als es der Name erwarten lässt, ist der DHB seit den 1990er Jahren nicht mehr Veranstalter des Wettbewerbs. Der Name wurde aus Gründen der Tradition beibehalten.

Neben dem laufenden Spielbetrieb in den Handball-Ligen wird er im Ausscheidungsverfahren bestritten. Es nehmen jährlich 106 Mannschaften daran teil, darunter alle Bundesligisten (1. und 2. Bundesliga) der Vorsaison. Die weiteren 52 Vereine qualifizieren sich über regionale Pokalwettbewerbe.

Der DHB-Pokal wird in insgesamt sieben aufeinander folgenden K.o.-Runden ausgetragen, deren letzte das Endspiel ist. In der ersten Runde erhalten alle achtzehn aktuellen Mannschaften der 1. Bundesliga sowie vier weitere Vereine ein Freilos.

Der DHB-Pokalsieger ist in der folgenden Saison zur Teilnahme am Europapokal der Pokalsieger berechtigt und spielt zu Beginn der Folgesaison gegen den deutschen Meister um den HBL-Supercup.

In der DDR wurde bis 1991 der DHV-Pokal ausgerichtet.

Von 1981 bis 1992 wurde das Finale des DHB-Pokals mit Hin- und Rückspiel in den jeweiligen Heimhallen der Finalisten ausgetragen. 1993 hat der Deutsche Handballbund beschlossen, ein Endspiel-Wochenende (Final Four) zu veranstalten. Am Final Four nehmen die Sieger der Viertelfinal-Spiele teil und ermitteln den DHB-Pokalsieger, dabei werden die beiden Halbfinalbegegnungen auf einem Samstag und das Finale am unmittelbar darauf folgenden Sonntag gespielt. Die Erstauflage des Final Four wurde in der Frankfurt am Main ausgetragen, seit 1994 ist Hamburg der regelmäßige Austragungsort. Bis 2002 wurde das Turnier in der Sporthalle Hamburg ausgetragen, seither in der Color Line Arena.

In der Multifunktionsarena entwickelte sich das Final Four zu einem Event und der Pokalwettbewerb gewann an Attraktivität bei Vereinen und Besuchern. Mittlerweile ist die Color Line Arena an den Endspiel-Wochenenden ausverkauft, sodass über 25.000 Zuschauer die Spiele live verfolgen. Die Handball Bundesliga GmbH (HBL) hat den ursprünglich bis 2007 laufenden Vertrag mit der Color Line Arena im Jahr 2006 vorzeitig bis 2012 verlängert.

Ende 2004 gab die HBL bekannt, dass die Hamburger Sparkasse das Titelsponsoring für die Veranstaltungen bis einschließlich 2007 übernimmt. Offiziell hieß die Veranstaltung seit 2005 Haspa Final Four. Die Lufthansa übernahm 2008 das Titelsponsoring von der Hamburger Sparkasse. Seitdem heißt das Turnier Lufthansa Final Four.

Im Jahr 2005 wurde bislang einmalig ein Spiel um den 3. Platz ausgetragen, da die Möglichkeit bestand, dass sich beide Finalteilnehmer, die SG Flensburg-Handewitt und der THW Kiel, über die Bundesliga für die Champions League qualifizieren. Vor dem Finale am Sonntag gewann die HSG Nordhorn gegen Frisch Auf Göppingen und qualifizierte sich für den Europapokal der Pokalsieger.

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Handball-Bundesliga

Die Handball-Bundesliga der Männer ist die höchste Spielklasse im deutschen Handball. In der Bundesliga werden im Ligasystem, bei dem jeder Verein in Hin- und Rückspielen gegen jeden anderen Verein antritt, der Deutsche Handballmeister sowie die Teilnehmer der Europapokalwettbewerbe ausgespielt. Die letzten zwei Mannschaften steigen direkt in die 2. Handball-Bundesliga ab, die seit 1981 die zweithöchste Spielklasse in zwei Staffeln unterhalb der Bundesliga bildet. Der Drittletzte spielt zwei Relegationsspiele gegen den Sieger einer Vorausscheidung der beiden Zweitplatzierten der Zweitligastaffeln.

Erfolgreichster Verein der Bundesliga ist der THW Kiel, gefolgt vom VfL Gummersbach.

Präsident des Ligaverbandes der Handball-Bundesliga ist Reiner Witte.

Die Liga wurde 1966 als höchste Spielklasse eingeführt. In den ersten elf Jahren wurde die Bundesliga in zwei Staffeln (Nord und Süd) gespielt und der Deutsche Meister zunächst in Endspielen der beiden Staffelsieger (bis 1969), anschließend im Play Off, an dem die beiden Erstplatzierten jeder Staffel teilnahmen, ermittelt.

Einziger Verein, der alle bisherigen 42 Spielzeiten in der Bundesliga spielte, ist der VfL Gummersbach.

1977 wurde die eingleisige Handball-Bundesliga eingeführt. Dabei haben nur drei Vereine alle bisherigen 31 Spielzeiten absolviert: Der THW Kiel, der TV Großwallstadt und der VfL Gummersbach. Diese drei Vereine teilen sich auch zweiundzwanzig der seither vergeben Meistertitel. Erfolgreichster Verein in dieser Zeit war der THW Kiel der elf seiner vierzehn Meisterschaften in der eingleisigen Bundesliga holte, die letzte im Jahre 2008. Großwallstadt gewann sechs mal den Titel (darunter die ersten vier Spielzeiten in Folge und zuletzt 1990), Gummersbach errang fünf seiner insgesamt zwölf Meistertitel in dieser Zeit, den letzten 1991. Dieser Titelgewinn markiert gleichzeitig das Ende einer Ära, denn von 1978 bis zur Saison 1990/91 gelang es mit Gummersbach, Großwallstadt und TuSEM Essen nur drei Mannschaften, den Meistertitel in der eingleisigen Bundesliga zu gewinnen. Seither jedoch gelang es keinem dieser drei bis dahin dominanten Vereine mehr, Meister oder Vizemeister zu werden.

Nach einer „Übergangsphase“, in der 1992 und 1993 die SG Wallau/Massenheim den Titel holte, begann mit der Saison 1993/94 die Dominanz des Quartetts aus THW Kiel, SG Flensburg-Handewitt, TBV Lemgo und SC Magdeburg. In den zwölf aufeinander folgenden Spielzeiten von 1994/95 bis 2005/06 standen am Saisonende immer mindestens drei dieser vier Mannschaften auf den ersten vier Plätzen, viermal sogar alle vier. Die Meistertitel nach 1993 verteilen sich ebenfalls ausschließlich auf diese vier Vereine, wobei Kiel elfmal den Titel gewann, Lemgo zweimal (1997 und 2003), Magdeburg (2001) und Flensburg (2004) je einmal.

Insgesamt spielten bisher 85 verschiedene Vereine und Spielgemeinschaften in der Bundesliga, davon 67 in der eingleisigen Zeit. Die letzten „Neulinge“ sind bislang die MT Melsungen, die im Jahr 2005 in die Bundesliga aufstieg und HBW Balingen-Weilstetten, das seit 2006 in der Eliteklasse spielt. Am längsten „abwesend“ sind der TSV Zirndorf und der SV St. Georg Hamburg, zwei Vereine aus der Premierensaison 1966/67, die nach ihrem sofortigen Abstieg nie mehr die Rückkehr in die höchste Spielklasse schafften. Neben Melsungen und Balingen sind bisher der HSV Hamburg (in der Bundesliga seit 2002), die HSG Nordhorn (seit 1999), die HSG Wetzlar (seit 1998), der SC Magdeburg (seit 1991), der TV Großwallstadt (seit 1973) und der VfL Gummersbach (seit 1966) noch nie aus der Bundesliga abgestiegen. Der SC Magdeburg spielte seit 1956 bis zum Ende 1991 in der DDR-Oberliga, also nunmehr seit 52 Jahren ununterbrochen in seiner jeweils höchsten Spielklasse.

In der Saison 1991/92 spielte die Handball-Bundesliga wegen der Wiedervereinigung in zwei Staffeln. Von 1990 bis 1992 wurden ferner Play-Off-Spiele um die Meisterschaft ausgetragen.

Am 21. August 2007 wurde mit einem führenden Automobilhersteller erstmals ein Namenssponsor für die 1. Bundesliga präsentiert. Seit der Saison 2007/2008 heißt die Handballbundesliga nun offiziell „Toyota Handball-Bundesliga“.

1981 wurde die 2. Bundesliga eingeführt, die seitdem in zwei Staffeln (Nord und Süd) ausgetragen wird, in den Jahren 1991–1993 in drei Staffeln: Nord, Mitte, Süd. Darunter folgen als dritte Ligen je eine Regionalliga jedes der fünf Regionalverbände, diese sind wiederum von insgesamt 16 Oberligen unterbaut. Die Struktur weist also in den obersten vier Spielklassen insgesamt 24 Ligen auf (1-2-5-16) (zum Vergleich: Im Fußball bilden 18 Ligen die obersten fünf Spielklassen (1-1-1-3-12)). Entgegen früheren Diskussionen über die Ausweitung der Ligapyramide und die Einführung sogar einer weiteren Regionalliga wird nun zur Saison 2010/11 eine umfassende Ligareform erwartet, durch die der Unterbau auf eine übersichtlichere Struktur mit einer eingleisigen zweiten Liga mit 20 Teams, nur noch vier Regionalligen und zwölf Oberligen gestrafft werden soll. Dadurch würden 2/5 (32 von 80) der jetzigen Regionalligavereine höchstens noch viertklassig spielen, rund 40% (etwa 90 von aktuell 225) der heutigen Oberligisten würden in die Fünftklassigkeit rutschen.

Die Erstplatzierten der 2. Bundesliga steigen zum Saisonwechsel in die 1. Bundesliga auf. Die Zweitplatzierten spielen in Play-Off-Spielen gegeneinander – der Sieger wiederum spielt gegen den Drittletzten der 1. Liga. Die beiden Letztplatzierten der 1. Bundesliga steigen direkt in die 2. Bundesliga ab.

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Tobias Karlsson

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Tobias Karlsson (* 4. Juni 1981 in Karlskrona), genannt Tobbe, ist ein schwedischer Handballer. Zur Zeit spielt er bei der HSG Nordhorn auf der linken Rückraumposition. Er ist schwedischer Nationalspieler.

Nachdem er für Hästö IF und Stavanger Håndball spielte, wechselte er 2003 zu Hammarby IF. Als beim THW Kiel in der Saison 2006/07 auf seiner Position akute Verletzungsprobleme herrschten, wurde er am 14. November 2006 per Blitztransfer ausgeliehen. Hier sollte er ursprünglich bis zum Saisonende bleiben. Als sich die Personaldecke beim THW allmählich entspannte, bekam währenddessen Hammarby Verletzungsprobleme, so dass er am 27. Dezember 2006 schon vorzeitig nach Hammarby zurückkehrte.

Im Sommer 2008 ist Karlsson zur HSG Nordhorn gewechselt, wo er als Nachfolger von Daniel Kubeš eingeplant ist.

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EHF-Pokal

Der EHF-Pokal, auch EHF-Cup, ist ein von der Europäischen Handballföderation (EHF) jährlich organisierter Europapokalwettbewerb für Handball-Vereinsmannschaften. Er soll vor allem Handballvereinen aus kleineren Ländern, sowie solchen Vereinen, die nicht die Qualifikation zur EHF Champions League erreicht haben, die Möglichkeit zur Teilnahme an einem internationalen Wettbewerb geben. Der EHF-Pokal steht damit in seiner Wertigkeit hinter der Champions League und dem Europapokal der Pokalsieger und vor dem EHF Challenge Cup.

Der Vorläufer des heutigen Wettbewerbs wurde 1982 sowohl für Männer- als auch für Frauenmannschaften von der International Handball Federation (IHF) unter der Bezeichnung IHF-Pokal eingeführt. 1993 übernahm die Europäische Handballföderation die Organisation des Wettbewerbs, der seitdem EHF-Pokal heißt.

Der EHF-Pokal wird im K.-o.-System mit je einem Hin- und Rückspiel pro Runde ausgetragen. Bei Gleichstand nach beiden Spielen entscheidet die höhere Zahl erzielter Tore im Auswärtsspiel. Ist auch diese gleich, wird zur Entscheidung im Anschluss an das Rückspiel ein Siebenmeter-Werfen ausgetragen.

Bei den Herren spielen in der ersten Runde 16 Mannschaften in acht Spielen. Die verbleibenden acht Mannschaften treten in der zweiten Runde zusammen mit 24 weiteren Mannschaften in 16 Spielen an. Zu den 16 Siegern der zweiten Runde kommen in der dritten Runde 16 weitere Mannschaften hinzu, darunter der Pokalverteidiger. Mit dem dann bestehenden Teilnehmerfeld aus 32 Mannschaften wird der Wettbewerb bis zum Finale in der siebten Runde ausgespielt.

Bei den Damen spielen in der ersten Runde zwölf Mannschaften in sechs Spielen. Die sechs Sieger treten in der zweiten Runde zusammen mit 18 weiteren Mannschaften in 24 Spielen an. Zu den verbleibenden zwölf Mannschaften kommen in der dritten Runde 20 Mannschaften hinzu, darunter der Sieger des Vorjahres. Das dann aus 32 Mannschaften bestehende Feld spielt bis zum Finale in der siebten Runde.

Welche Platzierung in einer bestimmten nationalen Liga für eine Qualifikation zum EHF-Pokal notwendig ist, hängt von mehreren Faktoren ab. Zum einen ist die Anzahl der Startplätze für die EHF Champions League je nach Liga unterschiedlich, aus dieser Zahl ergibt sich beginnend mit dem Landesmeister die Mindestplatzierung für die Teilnahme an diesem Wettbewerb. Eine bestimmte Anzahl der nachfolgend platzierten Mannschaften qualifiziert sich für den EHF-Pokal. Darüber hinaus kann sich die Mindestplatzierung für eine Teilnahme am EHF-Pokal nach unten verschieben, wenn sich der Sieger im nationalen Pokalwettbewerb über seinen Position in der Liga für den EHF-Pokal qualifiziert hätte, dieses Startrecht aufgrund der Teilnahme am Europapokal der Pokalsieger jedoch nicht wahrnimmt. Gleiches gilt für den Fall, wenn der EHF-Pokal-Sieger des Vorjahres, der automatisch für eine erneute Teilnahme gesetzt ist, sich auch über seine Liga-Platzierung qualifizieren würde.

Die erfolgreichsten Mannschaft im EHF-Pokal der Männer sind mit je drei Siegen der THW Kiel (1998, 2002, 2004) und der SC Magdeburg (1999, 2001, 2007). Die Vereine HC Minaur Baia Mare (1985, 1988) und Balonmanon Granollers (1995, 1996) konnten den Pokal zweimal gewinnen. Weitere Mannschaften aus Deutschland mit einem Sieg im EHF-Pokal der Männer waren der VfL Gummersbach (1982), TV Großwallstadt (1984), TuRU Düsseldorf (1989), SG Wallau-Massenheim (1992), SG Flensburg-Handewitt (1997), TUSEM Essen (2005), TBV Lemgo (2006) und die HSG Nordhorn (2008). Das bisher erfolgreichste Land war Deutschland mit 14 vor Spanien mit fünf Pokalsiegern.

Bei den Damen konnte Viborg HK bisher dreimal den Pokal gewinnen (1994, 1999, 2004). Je zwei Siege erreichten Chimistul Râmnicu Vâlcea (1984, 1989), ASK Frankfurt/Oder (1985, 1990), SC Leipzig (1986, 1992) und VSC Debrecen (1995, 1996). Erfolgreichste Länder waren Dänemark und Ungarn mit je fünf Pokalsiegern.

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Nordhorn

Wappen der Stadt Nordhorn

Nordhorn ist die Kreisstadt des Landkreises Grafschaft Bentheim im äußersten Südwesten Niedersachsens nahe der niederländischen und der nordrhein-westfälischen Grenze. Nordhorn ist raumplanerisch als Mittelzentrum mit oberzentralen Teilfunktionen eingestuft.

Für Erklärungen zur Namensherkunft von Nordhorn und seinen Stadtteilen siehe Etymologie Nordhorns.

Die geographische Lage ist 52 Grad 26 Minuten nördlicher Breite und 7 Grad 4 Minuten östlicher Länge bei einer Höhenlage von 23 Metern über Normalnull.

Die Stadt liegt im äußeren Südwesten Niedersachsens, in der Nähe zur Grenze der Niederlande und zum Bundesland Nordrhein-Westfalen an der Vechte. Die nächstgrößere Stadt ist Hengelo auf niederländischer Seite, etwa 20 km südwestlich von Nordhorn. Auf deutscher Seite sind Münster, etwa 75 km südöstlich, und Osnabrück, etwa 85 km östlich, die nächsten Großstädte.

Die Landschaft um und in Nordhorn wird geprägt durch die Vechte, den Vechtesee, durch den die Vechte fließt und die Kanäle Süd-Nord-Kanal, Nordhorn-Almelo-Kanal und Ems-Vechte-Kanal.

Nordhorn liegt in der gemäßigten Klimazone Mitteleuropas. Die durchschnittliche Jahrestemperatur beträgt 8,5 Grad Celsius, der mittlere Luftdruck 761,5 Hektopascal und die mittlere jährliche Niederschlagsmenge 700 bis 800 Millimeter. Das Klima ist subatlantisch geprägt mit eher milden Wintern und mäßig warmen Sommern.

Durch Eingemeindungen ist die Fläche des Stadtgebietes auf 14.959 Hektar gewachsen. Das entspricht der Fläche des Fürstentums Liechtenstein.

Nördlich von Nordhorn liegen die Stadt Neuenhaus und die Gemeinde Osterwald. Die Gemeinde Wietmarschen grenzt im Nordosten und Osten an Nordhorn. Im Südosten liegt die Gemeinde Engden, im Süden die Gemeinde Isterberg und die Stadt Bad Bentheim. Die westliche Stadtgrenze bildet gleichzeitig einen Teil der Grenze zu den Niederlanden.

Das Landschaftsgefüge von Nordhorn wurde vor Jahrmillionen durch Klimaveränderungen, vor allem durch die Eiszeiten, geprägt. Die ältesten Ablagerungen in ungefähr zweitausend Meter Tiefe stammen aus dem Karbon. Zur Wende von Kreide und Tertiär formierte sich die Erdkruste hier zu kleineren Faltenwürfen. Im mittleren Tertiär herrschten in der Nordhorner Ebene subtropische Temperaturen. Danach begann eine zunehmende Abkühlung, die mit den Eiszeiten ihren Höhepunkt erreichte. Nach dem Abtauen des letzten Eises hatten sich Niederungen herausgebildet. Starke Winde wehten in der vegetationsfreien Oberfläche Dünen auf. Noch heute findet man bei den naheliegenden Tillenbergen die Reste eines solchen Dünenkomplexes. Grabungsfunde aus der jüngeren Steinzeit und der folgenden Bronzezeit bezeugen, dass sich bereits vor sechstausend Jahren Menschen auf der Nordhorner Sandebene angesiedelt hatten.

In der regenreichen und kälteren Eisenzeit dehnt sich die Besiedlung auf die trockenen Uferhöhen der Vechte aus. Der Archäologe stößt in fast allen Eschen auf Spuren eisenzeitlicher Siedlungen, den Grundsteinen für die späteren Bauerschaften Frensdorf, Bookholt, Altendorf, Hesepe und Bakelde.

Von 12 v. Chr. bis 10 n. Chr. unternahmen die römischen Feldherren Drusus, Tiberius, Germanicus und Varus insgesamt dreizehn Feldzüge in das damals noch freie Germanien. Von ihrem Lager Xanten aus werden diese römischen Truppen häufig Streifzüge in die Länder der Chamaven und Tubanten, der Bewohner des Nordhorner Siedlungsraumes, unternommen haben. Vermutlich benutzten die Römer die vorgeschichtlichen Vechteufer und Sandstege entlang der Moore als Heerstraßen. Diese Landverbindung vom Westen nach Osten sollte später eine wichtige Handelsstraße werden, die Städte wie Brüssel, Amsterdam, Bremen und Hamburg verband.

Gegen Ende des 4. Jahrhunderts, mit Beginn der Völkerwanderung, drangen von Norden her die Sachsen nach Westen vor. Sie verdrängten die Tubanten weiter westwärts in die Twente. Nach Eroberung des Sachsenlandes durch Karl den Großen entstand die erste Grenzlinie zwischen Franken und Sachsen als Binnengrenze. Zur Zeit Kaiser Karls V. verschob sich diese Grenze nach Osten, weil diese Gebiete in den Herrschaftsbereich Spaniens kamen. Diese Grenze ist heute weitgehend mit der Grenze zu den Niederlanden identisch.

Im Jahre 687 sandte Bischof Wilfrid von York zur Christianisierung des ehemaligen Tubantenlandes Missionare über den Ärmelkanal. Willibrord gründete die Diözese Utrecht und Werenfried verbreitete das Christentum im Vechtetal. Um 800 wurde die Nordhorner Siedlung dem Bistum Münster zugeordnet. Bischof Liudger baute auf einem vorspringenden Sporn in der Vechteaue eine Holzkirche. Um 900 wird der Name der Siedlung erstmals im Heberegister des Klosters Werden an der Ruhr als Northhornon erwähnt.

Um das Jahr 1180 erwarben die Grafen von Bentheim das Gogericht Nordhorn. Sie bauten inmitten der Vechte auf einer Insel eine Burg. Bis zum Jahre 1912 waren Teile dieser Burg erhalten. Dort steht heute die katholische St.-Augustinus-Kirche. Mit Hilfe des künstlich angelegten Mühlendamms und zweier Mühlen gelang es, den Wasserstand der Vechte zu regulieren und die Insel zu besiedeln. Es wurden - vermutlich unter dem Einfluss niederländischer Wasserbauer - weitere Grachten angelegt, die sogenannten "Binnenvechten", die die Insel nochmals in vermutlich sechs kleinere Inseln unterteilten. Mit dem Bau zweier Torbrücken und im Schutze der Wasserburg ließ sie sich leichter gegen Angreifer verteidigen als die alte Siedlung um die Marktkirche. Die heutige Hauptstraße dürfte schon damals über die Vechteinsel geführt haben, die sich nun zu einem attraktiven Handelsplatz entwickelt hatte. Kaufleute und Reeder ließen sich hier nieder – ein Marktplatz entstand. Der Name Nordhorn wurde fortan für die an der Schwelle zur Stadt stehende neue Siedlung verwendet, während die alte Siedlung um die Marktkirche das "Alte Dorf" genannt wurde und bis heute Altendorf heißt.

Nordhorn hatte eine Schlüsselstellung an der Flämischen Straße, dem Kreuzungsbereich der heutigen Bundesstraße 213 und der Bundesstraße 403 eingenommen. Waren und Güter aus Skandinavien und den Hansestädten fanden ihren Weg durch Nordhorn in die Handelszentren des Westens bis nach Paris.

Die Vechte war bereits ab Schüttorf schiffbar. Durch den Handel beider Dörfer und dadurch, dass die Binnenschiffer ein Horn bei Nebel benutzten, um sich gegenseitig zu warnen, kann Nordhorn seinen Namen erhalten haben. Seit den 1970er Jahren steht beim alten Hafen der Tuter, ein bronzenes Denkmal, das an die Anfänge der Binnenschifffahrt erinnert. Heinrich Specht sieht es in seiner Stadtchronik von 1941 dagegen als wahrscheinlicher an, dass sich der Name Nordhorn von dem zuerst besiedelten Landsporn, der von Norden wie ein Horn in das Vechtetal hinneinragte, ableitet.

Die Vechte ist ca. 167 km lang und hatte im Mittelalter einen direkten Zugang zum Meer: Sie floss bei Zwolle in die Zuiderzee, die damals noch nicht von der Nordsee abgetrennt war und viele Jahrhunderte das Zentrum des niederländischen Seehandels bildete. Nach den Landgewinnungsmaßnahmen der Neuzeit fließt sie heute nördlich von Zwolle ins Zwarte Water, einem Zufluss des nach dem Bau des Abschlussdeichs aus der Zuiderzee entstandenen Ijsselmeeres.

Schon 1160 wurden die ersten Bentheimer Sandsteine in die Niederlande verschifft. Bis zu eintausendzweihundert Frachtkräne, Prahme und Schuten lagen in einem Jahr hier vor Anker und brachten ihre Güter nach Holland. Zum Stapelplatz wurde die Steinmaate. Die gleichnamige Straße erinnert noch heute daran, dass der Bentheimer Sandstein von hier aus in viele Länder exportiert wurde. So wurden zum Beispiel für Prachtbauten wie das Königliche Palais in Amsterdam, aber auch viele Mühlen, Kirchen, Schleusen, Rathäuser und andere öffentliche Gebäude aus dem bekannten Bentheimer Sandstein verbaut. Die zurückkehrenden Schiffe brachten Gewürze, Textilien, Papier sowie Nahrungs- und Genussmittel wie Kaffee, Tee, Kakao und Tabak mit. Handel, Handwerk und Landwirtschaft waren bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts die wesentlichen Wirtschaftsgrundlagen in der Region. Die Schifffahrt auf der Vechte, dem Ems-Vechte-Kanal, Nordhorn-Almelo-Kanal, dem Süd-Nord-Kanal und Coevorden-Piccardie-Kanal, bildeten gemeinsam mit dem Fuhrwesen zu dieser Zeit wichtige Erwerbszweige. Die Stadt war in jenen Jahrhunderten der Sitz wohlhabender Kaufleute, Reeder und Schiffer.

Am neunten Tag nach Pfingsten im Jahre 1379 verlieh Graf Bernhard I. zu Bentheim die Rechte einer Stadt und gab ihr 1416 das Privileg. Die dörfliche Siedlung zwischen den Vechtearmen war als Handelsumschlagplatz für die Bentheimer Grafen wichtig geworden. Mit der wirtschaftlichen Blüte erreichte auch das kulturelle Leben in diesen Jahren einen Höhepunkt. Augustiner-Chorherren gründeten 1394 das Kloster Marienwolde in Frenswegen. Durch Stiftungen und Schenkungen wurde das Kloster als Paradies Westfalens über die Grenzen bekannt. Nach der Säkularisation 1806 durch Napoleon gingen die klösterlichen Anlagen und Ländereien in den Besitz des Grafen zu Bentheim über. Die Jahrtausende umfassende Besiedlung und die bisher 625-jährige Geschichte der Stadt haben neben dem Kloster Marienwolde nur noch wenige bauliche Zeugen aus alter Zeit hinterlassen.

In Anlehnung an die spätromanischen Kirchen im benachbarten Westfalen wurden im 13. Jahrhundert Kirchen aus Bentheimer Sandstein errichtet. Einzig erhaltenes Kunstwerk dieser Zeit ist der Brandlechter Taufstein. Zeuge des 15. Jahrhunderts ist die Alte Kirche am Markt. Sie wurde unter niederländischen Einfluss im spätgotischen Stil erbaut und zu Ehren des hl. Liudger, des Gründers der ersten Kirche in Nordhorn, geweiht. Wahrscheinlich arbeiteten drei Generationen an dieser eindrucksvollen dreischiffigen Hallenkirche. Ursprünglich hatte der Turm eine Höhe von 102 Metern und fiel als Wach- und Brandturm unter die Verantwortung des Rates der Stadt. Bei einem schweren Sturm stürzte die Turmspitze auf den sich vor dem Gebäude befindenden Marktplatz. Die neue Spitze war wesentlich niedriger (ca. 70 Meter) und winddurchlässig. Bei einer Restaurierung des Innenraums der Kirche im Jahre 1967 wurden im Chorraum gotische Wandmalereien freigelegt – die „Nordhorner Apostelbilder“. Sie zeigen die zwölf Apostel und verschiedene biblische Bilder. Die Malereien wurden konserviert, weil man sich nicht einigen konnte, was mit ihnen geschehen sollte, da nach der calvinistischen Kirchenordnung des reformierten Bekenntnisses, das 1588 vom Grafen Arnold II. zu Bentheim eingeführt wurde, auf Bilder und Schmuck in Kirchenräumen zu verzichten ist. Bei einer Renovierung Ende der neunziger Jahre des 20. Jahrhunderts wurden diese Bilder wiederentdeckt und der Kirchenrat entschied, die Bilder mit Reispapier abzudecken, da sie als zu wertvoll erschienen, um sie einfach zu überstreichen.

Durch Kriege und Epidemien stark dezimiert, musste die Stadt im 17. und 18. Jahrhundert mehrere Besetzungen und Truppendurchzüge erdulden. Im 80-jährigen Freiheitskampf der Niederländer gegen die Spanier war Nordhorn Durchgangsstation für spanische Truppen, da die benachbarte Grafschaft Lingen zum spanischen Territorium gehörte. Zeitweise soll der Prinz vom Parma mit 6.000 Soldaten um Nordhorn gelagert haben.

Während des Dreißigjährigen Krieges zogen Schweden, Hessen, Lüneburger und kaiserliche Truppen über die alte Flämische Heer- und Handelsstraße durch Nordhorn – alle wollten aus den kärglichen Ernteerträgen verpflegt werden. Der ausgebeuteten Stadt blieb jedoch kaum Zeit, sich von den Kriegswirren zu erholen. Schon wenige Jahre später führte der streitbare Bischof Christoph Bernhard Graf von Galen aus Münster in der Ebene vor Nordhorn gegen die Niederländer einen Krieg, der 1666 mit dem Nordhorner Frieden endete.

Zur Zeit Napoleons herrschte in Nordhorn erneut geschäftiges Treiben. In diesen Jahren wuchs der Handelsplatz an der Vechte, zwei Häfen bestimmten das Bild der Stadt. Die gegen den englischen Handel gerichtete Kontinentalsperre Napoleons ließ Nordhorn ab 1806 zu einem Zentrum des Schmuggels werden. Die weiten Moor- und Heideflächen begünstigten diesen einträglichen Handel.

Infolge der Neuordnung der politischen Landschaft Europas durch den Wiener Kongress 1814/15 kam der bis zu diesem Zeitpunkt florierende Transithandel in Nordhorn abermals zum Erliegen. Die Staatsgrenze wurde Zollgrenze, womit man dem nach Westen orientierten Nordhorner Handel seine Grundlagen entzog. In den Folgejahren verarmte die Stadt. Da die Vechte nicht zeitgemäß ausgebaut werden konnte und versandete, kam zudem der Schiffsverkehr zum Erliegen. Die Städter wurden zu Ackerbürgern, Händler und Spediteure verließen Nordhorn. Nur die Heimweberei brachte noch Verdienstmöglichkeiten, ganze Familien wanderten nach Amerika aus.

Das Jahr 1839 gilt als Gründungsjahr der Nordhorner Textilindustrie. An der Handelsstraße entstand die erste mechanische Schnellweberei durch Willem Stroink aus Enschede. Hier wurde Baumwolle verarbeitet, Kattun und Watertwist gewebt. Weitere Betriebe gründeten 1864 Jan van Delden und 1851 Josef Povel und Hermann Kistemaker. Die Textilherstellung wurde zum Schrittmacher für die darniederliegende Wirtschaft. Der Fortschritt hielt mit zunehmender Industrialisierung Einzug. Der Grundstein für die Entwicklung zu einer der größten deutschen Textilstädte war gelegt.

Bürgermeister der Stadt war von 1843 bis 1872 der Apotheker und Chemiefabrikant Ernst Firnhaber, dessen Haus in der Hauptstraße im Mittelpunkt des damaligen gesellschaftlichen Lebens stand. Mit seinen klassizistischen Bauelementen ist es das letzte architektonische Beispiel eines herrschaftlichen Bürgerhauses aus dem 18. Jahrhundert. Hinter der Apotheke richtete er die erste Chininfabrik Deutschlands ein. 1843 wurden 32.403 Pfund Chinarinde verarbeitet und exportiert. Die Fabrikanten Ludwig Povel, Bernhard Rawe, Bernhard Niehues und Friedrich Dütting gründeten in den Jahren von 1872 bis 1897 weitere Textilunternehmen, die zum Teil bis zu Beginn des 21. Jahrhunderts noch den inländischen und internationalen Markt beliefern.

In den neunziger Jahren des 19. Jahrhunderts wurde Nordhorn in ein Netz von künstlichen Wasserstraßen einbezogen. Über die Ems, den Dortmund-Ems-Kanal und den Ems-Vechte-Kanal transportierte man die Kohle aus dem Ruhrgebiet in das aufstrebende Textilzentrum. Mit dem Nordhorn-Almelo-Kanal sorgte man für den Anschluss an das niederländische Wasserstraßennetz, und mit dem Bau des Süd-Nord-Kanals wurde der Torfhandel belebt. Wenn auch heute sämtliche Kanäle für die Nutzschifffahrt keine Bedeutung mehr haben, so ist ihr Freizeitwert jedoch hoch einzuschätzen.

Die Bentheimer Eisenbahn brachte 1895 den Eisenbahnanschluss an das internationale Netz. In den verschiedenen Textilfirmen fanden in diesen Jahren etwa eintausendfünfhundert Menschen Beschäftigung. Die Weltwirtschaftskrise in den zwanziger Jahren des 20. Jahrhunderts ließ viele Arbeitssuchende aus allen Gegenden des Deutschen Reiches ihren Weg nach Nordhorn finden. Bis 1939 erhöhte sich die Zahl der Einwohner Nordhorns auf 23.457; dabei ist auffällig, dass nur knapp ein Drittel der Einwohnerschaft in Nordhorn geboren wurde. Der ungewöhnliche wirtschaftliche Aufstieg trug Nordhorn in diesen Jahren den Beinamen Klein Amerika ein.

Auch das Dritte Reich hinterließ in Nordhorn seine Spuren. Die kleine jüdische Gemeinde wurde zerschlagen. Die Synagoge wurde völlig zerstört, woran eine Gedenktafel in der Synagogenstraße erinnert. Die alte Flämische Handelsstraße wurde von den deutschen Truppen, die am 10. Mai 1940 in die Niederlande einmarschierten, als Heerstraße genutzt. Teile der Bevölkerung erlebten diese Zeit mit sehr gemischten Gefühlen – war man doch durch verwandtschaftliche und freundschaftliche Bande über die Grenze hinweg mit den holländischen Nachbarn verbunden. Auf diese Verbindung konnten besonders die Verfolgtenhilfe und die Widerstandsbewegungen bauen. Adolf Pazdera und Ferdinand Kobitzki, Nordhorner KPD-Funktionäre und Gewerkschaftssekretäre, wurden mehrfach verfolgt und 1943 bzw. 1944 in KZs ermordet.

Nach Kriegsende kamen aus den ehemaligen deutschen Ostgebieten nahezu zehntausend Menschen nach Nordhorn, die hier eine neue Heimat fanden. Die Stadt zählte bald schon über 40.000 Einwohner. Ein neuer Stadtteil mit ca. 13.000 Einwohner, die Blanke, entstand.

Gemeinnützige Wohnungsbaugesellschaften und Privatinitiativen machten Nordhorn zur Stadt der Eigenheime. Die enormen Aufbauleistungen verlangten auch eine Vergrößerung und Modernisierung der kommunalen Verwaltung – Nordhorn baute ein neues Rathaus; Gebäude der Kreisverwaltung, des Arbeitsamtes und des Amtsgerichtes entstanden am Stadtring. Das neue Amtsgericht steht nun in der Seilerbahn.

Das erste Hallenschwimmbad Nordwestdeutschlands nach 1945 konnte eingeweiht werden, neue Schulen, Sporthallen und -plätze, der Konzert- und Theatersaal und der Stadtpark führten zur Belebung des Stadtbildes.

Wann die erste Kirche in Nordhorn gebaut wurde, ist nicht bekannt. Es ist jedoch überliefert, dass sie am Gildkamp stand und nach dem heiligen Liudger (Ludger) benannt wurde. Liudger war einer der ersten Missionare dieser Gegend, 804 wurde er der erste Bischof von Münster. 809 starb er bei Billerbeck.

Nordwestlich des Stadtgebietes in Frenswegen wurde 1394 von Augustinermönchen das Chorherren-Stift St. Marienwolde gegründet. Seine im Jahre 1445 geweihte Kirche wurde 1881 durch Blitzschlag zerstört. Das Kloster war von großer Bedeutung für die Grafschaft Bentheim und weit darüber hinaus. Nach und nach entstanden die Klostergebäude und Anfang des 15. Jahrhunderts die erste Kirche.

In Nordhorn wurde zur selben Zeit eine größere Kirche gebaut. Am 6. Juli 1445 wurden beide Kirchen durch den Weihbischof von Münster geweiht. Patron der Kirche in Nordhorn war wieder der heilige Liudger. Die dreischiffige spätgotische Marktkirche wurde in Bentheimer Sandstein errichtet und beherrscht seit dieser Zeit mit ihrem 71 Meter hohen Turm das Stadtbild.

Nach der Reformation (1517) nahm Graf Arnold I. und mit ihm fast die ganze Grafschaft 1544 das lutherische Bekenntnis an, die St.-Ludgeri-Kirche am Markt war fortan ein lutherisches Glaubenshaus. Im Jahr 1588 trat die Grafschaft Bentheim unter Graf Arnold II. zum reformierten Bekenntnis über. Graf Arnold II. war während des Studiums in Straßburg mit der Lehre Calvins in Berührung gekommen. Durch seine Heirat mit Gräfin Magdalena von Neuenahr entstand eine weitere Verbindung zum Calvinismus, denn auch seine Frau bekannte sich zur reformierten Konfession. Seitdem ist die Kirche am Markt ein reformiertes Gotteshaus. Die wenigen in Nordhorn verbliebenen Katholiken mussten zunächst den Gottesdienst im Kloster Frenswegen besuchen.

1578 kauften die Augustiner-Chorherren die Burg auf der Vechte-Insel in Nordhorn. Im Residenzhaus richteten sie unter anderem eine Kapelle ein. Nun hatten auch die Katholiken wieder einen, wenn auch kleinen, Gottesdienstraum. 1712 wurde neben der Burg eine kleine Kirche gebaut. Die Augustiner-Chorherren wählten – neben dem heiligen Liudger – den Patron ihres Ordens, den heiligen Augustinus zum ersten Patron dieser Kirche.

Zur Zeit der Säkularisation durch den Reichsdeputationshauptschluss wurde 1809 das Kloster Frenswegen aufgehoben. 1824 war ein bedeutendes Jahr für die St.-Augustinus-Gemeinde: Die Grafschaft, die Jahrhunderte lang zu den Bistümern Utrecht und Münster gehört hatte, wurde der Diözese Osnabrück zugeordnet, die Augustinus-Gemeinde zur Pfarrei erhoben. Erster Pfarrer war der Augustiner-Chorherr Johann B. Cordes, der seit 1810 die Gemeinde betreute.

1826 wurde die Burg zur Kirche umgestaltet. Ende des 19. Jahrhunderts wuchs die Gemeinde sehr rasch. Darum plante man den Bau einer neuen, großen Kirche auf dem Burgplatz an der Vechte. Die Burg wurde abgerissen. Vorbilder für die neue Kirche fand der Architekt Keith aus Hamburg in Italien, etwa das Pantheon in Rom oder die Kirche San Giorgio in Venedig. Grundriss der Kirche ist ein Oktogon, also ein Achteck. Von 1911 bis 1913 wurde das Bauwerk vollendet und die Kirchweihe gefeiert. Gleichzeitig mit der Kirche wurde der Turm gebaut. Um die Wirkung der Kuppel nicht zu beeinträchtigen, steht er etwas abseits. Eine zweistöckige Arkade verbindet Turm und Kirche. Der Turm ist 45 Meter hoch und beherbergt vier Glocken. Die Kuppel der Kirche – eine Besonderheit im norddeutschen Raum – prägt das Nordhorner Stadtbild. Über der massiven Eisen-Beton-Kuppel wölbt sich eine hölzerne, mit Kupfer gedeckte Außenkuppel, gekrönt mit einer Laterne. Die Gesamthöhe beträgt 35 Meter. Nach dem 2. Weltkrieg wurde in Klausheide eine Filialkirche gegründet, deren Patron wieder der hl. Liudger ist (St. Ludgerus).

Die lutherischen Christen Nordhorns wurden zunächst von Lingen, dann von Bentheim aus betreut. Nach der Errichtung einer eigenen lutherischen Gemeinde wurde 1929/30 die Kreuzkirche gebaut. Heute rechnen sich rund 20 % der Nordhorner zur lutherischen Konfession und es gibt vier lutherische Kirchen im Bereich der Stadt Nordhorn (Kreuzkirche, Christuskirche, Martin-Luther-Kirche, Michaeliskirche).

Insgesamt sind in Nordhorn zwölf Gotteshäuser vorhanden, von denen sieben erst nach dem Zweiten Weltkrieg errichtet wurden.

Die Nordhorner Synagoge wurde in der Pogromnacht 1938 zerstört. Die jüdischen Einwohner emigrierten oder wurden deportiert und ermordet. Daran erinnert heute ein Mahnmal.

In Nordhorn leben 53.822 Einwohner (Stand 31. Dezember 2008) auf einer Fläche von 149,64 Quadratkilometern, die Bevölkerungsdichte der Stadt beträgt also 360 Einwohner pro Quadratkilometer.

28,14 % der Nordhorner sind evangelisch reformierte Christen, 21,05 % Lutheraner, 29,19 % Katholiken und 21,64 Prozent Mitglieder keiner oder einer sonstigen Religionsgemeinschaft.

Außerdem ist der Bürgermeister (Meinhard Hüsemann, SPD) stimmberechtigtes Mitglied des Stadtrates.

Der Konzert- und Theatersaal dient vor allem der Aufführung von klassischen und modernen Theaterstücken, Musicals und Konzerten. Das 2002 sanierte Gebäude bietet 470 Plätze; erwähnenswert ist die Wandgestaltung des Foyers durch den Künstler Ernst Caramelle.

Die Alte Weberei ist das 1949/50 erbaute Webereigebäude der ehemaligen Textilfabrik Povel. Nach der aufwändigen Boden-Sanierung des Firmengeländes, dem ein Abriss der meisten Gebäude voranging, wurde die Alte Weberei zu einem Kultur- und Tourismuszentrum ausgebaut, das 1999 eröffnet wurde. Neben Veranstaltungen wird auf einer Fläche von etwa 400 m2 anhand funktionierender Maschinen fast der gesamte Produktionsgang einer Textilfabrik gezeigt.

Im Gebäude der Alten Weberei befinden sich des Weiteren das Grafschafter Brauhaus – eine Musikkneipe mit Live-Musik – und die Ems-Vechte-Welle, der regionale Radiosender für die Grafschaft Bentheim und das Emsland.

Etwa 300 m von der Alten Weberei entfernt befindet sich das Stadtmuseum Povelturm, ein ehemaliges Treppenhaus des 1906 erbauten Spinnereigebäudes der Textilfabrik Povel. Hier wird neben Sonderschauen die Dauerausstellung „Nordhorner Stadt- und Textilgeschichte im 20. Jahrhundert“ gezeigt. Die Ausstellung befasst sich insbesondere mit dem Mode- und Werbedesign Nordhorner Textilprodukte. Unter dem Glasdach des 26 m hohen Turmes befindet sich ein Café.

An der Lingener Straße 132 befindet sich das Schifffahrtsmuseum, welches Gegenstände aus der Kahnschiffahrtzeit Nordhorns ausstellt.

Die Anfänge der Städtischen Galerie gehen auf das Jahr 1961 zurück, als ehrenamtlich im Konzert- und Theatersaal Ausstellungen organisiert wurden. Seit 1999 befindet sich die Städtische Galerie in zwei Pavillons in der Alten Weberei. Sie wurden vom irischen Künstler Stephen Craig entworfen und sind ca. 460 m2 groß. Es finden hauptsächlich Ausstellungen zur Gegenwartskunst statt; begleitend zum Ausstellungsprogramm ist die Kunstschule integriert, eine kunstpädagogische Bildungseinrichtung, die Angebote für Kinder, Jugendliche und Pädagogen entwickelt.

Das Skulpturenprojekt kunstwegen erstreckt sich auf einer Strecke von rund 140 km zwischen Nordhorn und Zwolle/Niederlande entlang der Vechte. Zunächst entstanden innerhalb von knapp 30 Jahren in und um Nordhorn über 30 Skulpturen. Auf Initiative der Städtischen Galerie Nordhorn wurde dieser Skulpturenweg ab 1998 an ein ähnliches Projekt in den Niederlanden angebunden. Seit dem Jahr 2000 bilden die nun mehr als 60 Skulpturen unter dem Namen kunstwegen eines der größten offenen Museen Europas; 15 internationale Künstler setzten sich zuvor intensiv mit der örtlichen Geschichte und Landschaft auseinander und schufen dann für den Lückenschluss die neuen Werke.

Das Jugendzentrum Nordhorn existiert seit den frühen 70er Jahren. Es ist eines der ersten und damit dienstältesten Jugendzentren in Deutschland. Früher war das Jugendzentrum ein Bauernhof. Zuerst wurde nur die Tenne benutzt, in den 80er Jahren kam dann noch die Scheune dazu. In den 80er Jahren war die Scheune das Zentrum der Punkbewegung in Nordhorn.

Es fanden und finden Konzerte in der Scheune statt. So waren schon Cochise, Geier Sturzflug, Helge Schneider, Die Firma, Killerpilze, Wir sind Helden und In Extremo zum Konzert in der Scheune. Anfang des Jahres 2007 wurde die Deckenverkleidung der Scheune durch einen Sturm zerstört. Mit Hilfe ehrenamtlicher Mitarbeiter erhielt das Jugendzentrum bis zum Sommer 2007 von innen einen kompletten Neuanstrich.

Im Jahre 1949 wurde am Heseper Weg in der Nähe der Vechte ein privater Tierpark gegründet. 1955 übernahm zunächst ein Kuratorium des Nordhorner Tiergartens die Verantwortung, ab 1962 wurden die Geschäfte von einem eingetragenen Verein geführt. 1994 wurde schließlich die Tierpark Nordhorn gGmbH mit der Stadt und dem Landkreis als Gesellschafter gegründet. Der Tierpark wurde im Europäischen Zooverband, in den Verband Deutscher Zoodirektoren und im Jahr 2007 auch in den Weltzooverband aufgenommen.

Auf einer Fläche von 10 ha werden heute ca. 1000 Tiere aus 90 Arten gezeigt. Besonders verschrieben hat sich der Zoo der Erhaltung und Pflege bedrohter regionaler Haustierrassen und dem regionalen Naturschutz. Rund 300.000 Gäste zählt der Tierpark jährlich, davon über die Hälfte aus den nahen Niederlanden.

Nordhorn ist weitgehend von Kriegsschäden verschont geblieben. Im Stadtbild überwiegt daher die traditionelle norddeutsche Ziegelbauweise, wie sie ebenso beim niederländischen Nachbarn anzutreffen ist. Auch in modernen Bauten fehlt nur selten die Ziegelsteinfassade. Das neue Verwaltungsgebäude des Landkreises Grafschaft Bentheim kombiniert zum Beispiel die heimischen Baustoffe Ziegel und Sandstein mit Glas, Beton und Kupfer.

Ein Beispiel wiederhergestellter überkommener Architektur ist das aus dem 14. Jahrhundert stammende Kloster Frenswegen im Nordwesten der Stadt. Im Jahre 1881 wurde durch einen Blitzeinschlag die 1445 geweihte Kirche zerstört. Die Klostergebäude sind aber weitgehend erhalten geblieben, ebenso der quadratische, doppelstöckige Kreuzgang, das Brunnenhäuschen, die Brücke über die Gräfte und die alten Kellergewölbe. 1996 wurde an der Stelle der alten Kirche eine neue, aus Glas, Stahl und Beton errichtete Kapelle eingeweiht. An der Außenfassade des Ostflügels befindet sich eine in Bentheimer Sandstein gearbeitete Madonna mit dem Kinde. Nach der ca. vier Jahre dauernden Renovierung beherbergt das ehemalige Kloster seit 1978 eine ökumenische Bildungs- und Begegnungsstätte, deren Ausgangspunkt und Basis die außergewöhnlich große Konfessionsvielfalt in Nordhorn und Umgebung ist.

Spuren der Gotik prägen die reformierte Kirche, die im alten Dorfkern von Brandlecht steht. Als Beispiel romanischer Bildhauerkunst ist der Taufstein dieser Kirche zu nennen, der als ältestes Kunstwerk auf dem Gebiet der Stadt Nordhorn – aus Bentheimer Sandstein gefertigt – noch heute seine ursprüngliche Bedeutung hat.

Zwei Bauwerke prägen im wesentlichen die Stadtsilhouette Nordhorns: Die im 15. Jahrhundert aus Bentheimer Sandstein errichtete Alte Kirche am Markt und die 1913 auf dem Gelände der ehemaligen Burg erbaute Augustinuskirche. Beide zählen zu den besonderen städtebaulichen Akzenten. Die Innenstadt, heute wie damals eine von der Vechte umflossene Insel, ist seit Mitte der 1980er Jahre als Fußgängerzone ausgebaut.

Das älteste Gebäude in der Hauptstraße ist das Wohn- und Geschäftshaus des früheren Bürgermeisters und Chemiefabrikanten Firnhaber. Das Gebäude mit der zweigeschossigen, klassizistischen Fassade, dem Dreiecksgiebel mit auftragendem Walmdach und einem Rundbogenfenster mit Zopfgirlande, beherbergt auch heute noch die erste Apotheke Nordhorns.

In Nordhorn befinden sich in großen, parkähnlichen Gärten mit altem Baumbestand von Textilfabrikanten errichtete Herrenhäuser. Die Villen, nach holländischen Vorbildern erbaut, sind über einhundert Jahre alt. Vielerorts befinden sich Zeugen der älteren und neueren Geschichte, z. B. das 1952 fertiggestellte Rathaus mit seinem Glockentürmchen oder ein alter Ziehbrunnen im Park am Völlinkhoff. Im Stadtpark befinden sich die schweren Sandsteine des Kollergangs der Nordhorner Ölmühle; ein neues Wehr hat die alte Mühlenanlage abgelöst. Mit der Stilllegung der Korn- und Sägemühle am Mühlendamm endete in Nordhorn eine fast sechshundertjährige Mühlengeschichte. Diese Gebäude wurden renoviert und bieten nun Raum für kulturelle Veranstaltungen.

Industriegeschichte wurde in Nordhorn u. a. von der Textilfabrik Povel geschrieben, die 1979 ihr Tore nach fast hundertjähriger Produktion schloss. Als letzter Zeuge der wirtschaftlichen Blütezeit zu Beginn des letzten Jahrhunderts ist der frühere Spinnereiturm als Industriedenkmal erhalten. Er dient heute als Museum.

In der Bussmaate, einem ehemaligen Feuchtwiesengebiet, wurde vor hundert Jahren die Textilfabrik Rawe mit einem sich daran anschließenden Wohngebiet für Textilarbeiter erbaut. Anfang der 50er Jahre entwarf Professor Emanuel Lindner, Dozent am Bauhaus und Schüler von Mies van der Rohe, zusammen mit dem heute in Kanada lebenden Architekten Eberhard Heinrich Zeidler, Erweiterungsbauten für dieses Unternehmen; zurzeit stehen diese Gebäude leer.

Die Flusslandschaft der Vechte und die Kanäle mit ihren Baumreihen dienen heute der Naherholung. Die Kanäle, vor über 100 Jahren zum Transport und zur Entwässerung der Moorgebiete gebaut, beherbergen heute eine artenreiche Tierwelt und werden für Freizeit und Erholung genutzt. Schleusen aus Sandstein und Klinker, zum Teil noch heute von Hand betrieben, gleichen die unterschiedlichen Wasserstände aus.

Äcker und Weiden umschließen bäuerliche Anwesen am Rande der Stadt. Feuchtgebiete und Heidelandschaften mit Birken, Wacholder und wildwachsenden Orchideen sind Spuren einer urtümlichen Landschaft. Dem Wanderer erschließt sich in den Tillenbergen ein kleines geschütztes Gebiet mit Besenheide, Kratteichen und Wacholder.

Aus der Gründerzeit stammt der Stadtpark, ein Villenpark eines der früheren Fabrikanten. In der Konzertmuschel im Stadtpark finden regelmäßig Konzerte statt.

Das Euregium ist die Spielstätte des Handball-Bundesligisten HSG Nordhorn (ab kommender Saison HSG Nordhorn-Lingen), wird aber auch für andere Sport- und Kulturveranstaltungen benutzt.

Mitte der 1970er Jahre wurde in unmittelbarer Nähe des Freibads eine Eissporthalle gebaut. Sie dient neben dem Freizeit- und Schulsport vor allem dem Spiel- und Trainingsbetrieb der Nordhorner Eissport-Vereine. Mehrfach musste aus finanziellen Gründen der Eissportverein aufgelöst und neu gegründet werden. So gab es in den Anfangsjahren den EC Nordhorn und bis 1999 den GEC Nordhorn, dessen erste Eishockey-Mannschaft unter anderem in der Bundesliga, der damals zweithöchsten Klasse, spielte. Zurzeit gibt es den Verein ECE Bully-Dogs 1999 e. V., dessen Eishockey-Mannschaft in der Saison 07/08 in der Verbandsliga Nordrhein-Westfalen spielt. Neben Eishockey hat der Verein eine Eiskunstlauf-Abteilung; der Verein ist dem Eissport-Verband Nordrhein-Westfalen e. V. angeschlossen. Im Jahr 2002 wurde die Eissporthalle von Grund auf renoviert.

Am Pfingstwochenende findet jährlich ein großes Tischtennisturnier im Euregium statt (Euregioturnier). Im Freibad gibt es zu Pfingsten ein internationales Schwimmturnier. Der VfL Weiße Elf Nordhorn veranstaltet jedes Jahr über das Pfingstwochenende das Pfingstturnier, ein traditionelles C-Jugendfußballturnier. Im Jahr 2007 wurde die 25. Auflage ausgetragen. Die teilnehmenden Mannschaften kommen aus dem gesamten Bundesgebiet, sowie aus europäischen Ländern, (z.B. Niederlande, Polen, Ungarn).

Der Fußballmannschaft des Heseper SV, im Süden von Nordhorn beheimatet, gelang es im Zeitraum von 1996 bis Oktober 1999 in 98 Meisterschaftsspielen ungeschlagen zu bleiben. Die Mannschaft schaffte in diesem Zeitraum den Durchmarsch von der fünften in die zweite Kreisklasse. Den bisherigen Rekord hatte der TSV Buchbach mit lediglich 75 ungeschlagenen Spielen gehalten.

Handel, Handwerk und Landwirtschaft waren bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts die wesentlichen Wirtschaftsgrundlagen in der Region. Die Schifffahrt auf der Vechte, dem Ems-Vechte-Kanal, Nordhorn-Almelo-Kanal, dem Süd-Nord-Kanal und Coevorden-Piccardie-Kanal, sowie das Fuhrwesen bildeten zu dieser Zeit wichtige Erwerbszweige. So wurde der bekannte Bentheimer Sandstein, der unter anderem beim Bau des königlichen Palais in Amsterdam und vieler weiterer bedeutender Bauwerke verarbeitet wurde, vom Nordhorner Hafen aus verschifft. Der Beginn der Textilindustrie in Nordhorn nahm 1839 seinen Lauf, als Willem Stroink aus Enschede die erste mechanische Weberei eröffnete. In der Folge entwickelte sich Nordhorn zu einem bedeutenden Standort der Textilindustrie und verdankte dieser den wirtschaftlichen Aufschwung. Die Textilindustrie wurde zum Schrittmacher für die darniederliegende Wirtschaft und damit zum bestimmenden Element der damaligen Stadtgeschichte.

Die Industrialisierung hatte zur Folge, dass die Einwohnerzahl von 2.540 im Jahre 1903 und 18.104 Einwohner im Jahre 1930 bis zur Hochzeit der Textilindustrie (50er bis 70er Jahre) auf bis zu 48.000 Einwohner stieg.

Heute hat Nordhorn 53.674 Einwohner (Stand 31. Dezember 2007) mit steigender Tendenz.

Die mit bis zu 6.000 Beschäftigten ehemals größte Nordhorner Textilfirma NINO gehörte bis in die 1980er Jahre zu den führenden europäischen Textilproduzenten. Dies zeigt sich nicht zuletzt auch an der Zusammenarbeit mit international gefragten Modefotografen wie Helmut Newton oder dem bekannten Modeschöpfer und Designer Karl Lagerfeld. Von den damals großen drei Textilbetrieben NINO, Povel und Rawe existiert in der „Textilstadt im Grünen“ heute keine mehr. Einzig verbliebenes größeres Unternehmen ist die Erfo Bekleidungswerk GmbH & Co. KG.

Seit dem Rückgang der Textilindustrie sind vor allem mittelständische Unternehmen aus verschiedenen Dienstleistungs- und Produktionsbereichen in Nordhorn angesiedelt, ohne jedoch den Arbeitsplatzverlust durch den Rückgang der Textilindustrie vollständig ausgleichen zu können. Auch wenn die vorübergehende Neuansiedlung der Citibank mit 550 Arbeitsplätzen – trotz massiver lokaler Subventionen – letztendlich fehlschlug, ist der Standort für Dienstleistungsunternehmen durchaus attraktiv. Dies belegt auch die jüngst gelungene Ansiedlung der Firma Bertelsmann mit bald 250 Arbeitsplätzen.

Insgesamt ist der Strukturwandel hin zum tertiären Sektor in und um Nordhorn jedoch im Gegensatz zu anderen Regionen sehr weit vorangeschritten. Der Großraum Nordhorn ist bundesweit vergleichsweise gut aufgestellt. Dies belegen zum Beispiel die aktuellen Arbeitslosenzahlen: So hat der Agenturbezirk Nordhorn seit 2007 die niedrigste Quote in Niedersachsen und auch der angrenzende Bezirk Rheine liegt in Nordrhein-Westfalen an der Spitze. Ein weiterer Beleg ist die im Raumordnungsbericht des Bundesamtes für Bauwesen und Raumordnung 2005 nach aktuellen Indikatoren getroffene Prognose, die im nordwestlichen Nordrhein-Westfalen und im Raum Nordhorn einen ländlichen Raum mit hoher wirtschaftlicher Dynamik in den nächsten Jahren sehen.

Hervorzuheben ist die große Anzahl an (Lebensmittel-)Märkten in Nordhorn. So entfallen auf die Nordhorner etwa doppelt soviel Quadratmeter Verkaufsfläche pro Einwohner als im Bundesdurchschnitt.

Im März 2007 ist das „Rawe-Ring-Center“ mit etwa 22.000 m² neuer Verkaufsfläche auf einem Teilgrundstück der ehemaligen Textilfabrik Rawe eröffnet worden. Dieses Projekt stieß vor allem bei lokalen Einzelhändlern und Fachleuten auf erheblichen Widerstand. Die Einzelhändler befürchteten durch das Überangebot weitere Leerstände vor allem in der südlichen Innenstadt, während Fachleute die städtebaulichen Auswirkungen, die fehlende Altlastensanierung und insbesondere den Abriss der unter Denkmalschutz stehenden Fabrikgebäude kritisierten. Das Projekt wurde trotz der von der Initiative "Pro Grafschaft" gesammelten 12.000 Protestunterschriften Nordhorner Bürgerinnen und Bürger von der Mehrheit der Lokalpolitiker befürwortet und schließlich durchgesetzt.

Als erste Stadt in Niedersachsen erfüllt Nordhorn die Kriterien einer 1a-Einkaufsstadt und erhielt die Urkunde am 9. September 2008 vom Düsseldorfer Branchendienst markt intern.

Unter dem Slogan „Nordhorn - Die Wasserstadt" versuchen die Stadtväter nunmehr neue Akzente in der Stadtentwicklung zu setzen. So ist geplant, Kanäle für Sportboote zu öffnen und die Stadtentwicklung mit dem Bau eines neuen Stadthafens voran zu treiben. Ob und inwieweit diese Planungen tatsächlich umgesetzt werden können wird sich in den kommenden Jahren zeigen.

Ebenfalls bei Nordhorn zu finden ist der umstrittene Bombenabwurfplatz Nordhorn Range. Betrieben wurde er nach dem Zweiten Weltkrieg zunächst von der Royal Air Force, inzwischen nutzt ihn die deutsche Bundeswehr.

Das beliebteste Verkehrsmittel der Nordhorner ist das Fahrrad, hier meistens Fietse genannt (abgeleitet vom niederländischen Fiets). Ein Netz von Radwegen durchzieht die gesamte Grafschaft Bentheim, Paddestolen und spezielle Radwegweiser an diesen Fietsenpads weisen dem Radwanderer den Weg. Die Öffnung Europas hat sich hier bereits vollzogen – man kann auf diesen Wegen über die „grüne Grenze“ in die benachbarten Niederlande gelangen. Im Jahr 2007 gewann die Grafschaft Bentheim den Preis für den fahrradfreundlichsten Landkreis Niedersachsens.

Die Gesamtlänge des Straßennetzes von Nordhorn beträgt 586,5 km, davon: 28 km Bundesstraßen, 10,8 km Landstraßen, 30,6 km Kreisstraßen und 517,1 km Stadtstraßen.

In Nordhorn gibt es insgesamt 2.807 Parkplätze, aufgeteilt in drei größere Parkbereiche (City-Nordwest am Ringcenter, City-Ost am Neumarkt/Parkpalette und City Süd bei der Vechte-Innenstadt-Passage). Die Stadt liegt in der Nähe zweier Bundesautobahnen, der A 30 und der A 31. Ferner ist die Stadt mit zwei Bundesstraßen, der B 403 und der B 213 an das Verkehrsnetz angeschlossen.

Derzeit ist der Bau einer Umgehungsstraße im Norden der Stadt in Planung. Nach der Eröffnung der Süd- und Osttangente Ende der 1990er Jahre soll mit dieser neuen Umgehungsstraße die Innenstadt weiter entlastet werden. Der Streckenverlauf führt auf sechs Kilometern um die Stadtteile Bookholt und Deegfeld herum. Die Kosten werden vor allem durch zwei Unterführungen (an der Vechte und am Nord-Süd-Kanal) enorm in die Höhe getrieben. Eine zweite Achse, ebenfalls Teil der Nordumgehung, soll dann, senkrecht zur Hauptstrecke, wieder ins Stadtgebiet hineinführen. Der Baubeginn verzögert sich allerdings aufgrund von Beschwerden zahlreicher Landwirte, die durch den Bau Teile ihrer Agrarflächen verlieren würden. Die Stadt Nordhorn rechnet nicht vor 2009 mit einer endgültigen Einigung. Somit wäre der frühestmögliche Baubeginn Anfang 2010.

Nordhorn ist mit seinen über 53.000 Einwohnern die nach Herten und Sindelfingen drittgrößte deutsche Stadt ohne Schienenpersonenverkehr. Die nächsten Personenbahnhöfe befinden sich in jeweils etwa 20 km Entfernung in Lingen (Ems) und Bad Bentheim.

Der Bahnhof Nordhorn wird von der Bentheimer Eisenbahn im Güterverkehr bedient.

Nordhorn verfügt über Stadtbusse, die das Stadtgebiet erschließen. Mit Regionalbussen erreicht man im regelmäßigen Taktverkehr Bad Bentheim, Emlichheim, Meppen, Schüttorf und Lingen (Ems). Zu bestimmten Zeiten führen einige Busse Fahrradanhänger mit (Fietsenbus). An den Wochenenden gibt es ergänzend das sogenanntes DISCO-BUS-Angebot (Nachtbusse zu und von Diskotheken).

Nordhorn verfügt im Ortsteil Klausheide über einen Motor- und Segelflugplatz. Die nächsten Flughäfen sind der Flughafen Münster-Osnabrück und der Enschede Airport Twente.

Durch die Initiative des Vereins Graf-SHIP, der im Jahr 2003 gegründet wurde, gab Landrat Friedrich Kethorn am 14. November 2005 den Ems-Vechte-Kanal wieder für Schiffe bis zu einer Gesamtlänge von 12 m frei; die anderen Kanäle sind noch nicht freigegeben. Der Klukkert-Hafen wurde 2006 wieder eröffnet.

Gegründet wurde die Lebenshilfe bereits im Jahre 1963. Mittlerweile werden in den verschiedenen Einrichtungen der Lebenshilfe weit über 600 Menschen mit einer Behinderung gefördert, begleitet und betreut. Vom Kindergarten für Frühförderung, diverse Wohnheime bis hin zu diversen Werkstätten (z. B. Tischlerei), wo Behinderte je nach Begabung und Interesse ihrer Arbeit unter Anleitung nachgehen können.

Dazu gibt es die Musikband Tabuwta, eine Band von Behinderten, die durch pädagogische Mitarbeiter der Lebenshilfe und Prominente wie z. B. Guildo Horn unterstützt werden. Im Jahr 2005 wurde die dritte CD aufgenommen und in der Alten Weberei vorgestellt. Eine der drei CDs (Roden Emmer) wurde im Jahr 2000 im Jugendzentrum Nordhorn von Elgo Lammering produziert.

Die Vechtetalschule besteht als Schule für Behinderte mit den verschiedensten Behinderungen seit dem Jahr 1989. Im Jahr 1992 erfolgte der Umzug in den Neubau. Die Namensgebung Vechtetalschule ergab sich im Jahr 1997. Mittlerweile besuchen 210 Schüler in 27 Klassen die Schule. Davon sind 10 Klassen in den Außenstellen untergebracht. Es sind ca. 90 Mitarbeiter zuzüglich Zivildienstleistende, Lehramtsanwärter/innen und Praktikanten/innen angestellt. Es gibt den Primarbereich, den Sekundarbereich I und den Sekundarbereich II.

Bekannt wurde Nordhorn in der Geschichte oft durch seine sportlichen Söhne und Töchter. Neben erfolgreichen Einzelsportlern in solchen Disziplinen wie Judo oder Motocrossfahren sind vor allem die Mannschaftssportarten Handball, Eishockey und Fußball traditionell stark vertreten. Vor Beginn der Fußballbundesliga spielte Eintracht Nordhorn lange Zeit in der höchsten deutschen Fußballliga, der Oberliga Nord. In den 1980er und 1990er Jahren allerdings übernahm zunächst das Eishockey und später der Handball das Regiment in der Stadt. Heute steht mit HSG Nordhorn ein Verein in der Handballbundesliga, der auch international erfolgreich ist.

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Jochen Fraatz

Jochen Fraatz am 12. Mai 2007 in der Kölnarena

Jochen „Scholle“ Fraatz (* 14. Mai 1963 in Cuxhaven) ist ein ehemaliger deutscher Handballspieler.

Seine Spielposition war Linksaußen. Er spielte in seiner aktiven Laufbahn bei TUSEM Essen, HSG Nordhorn und TBV Lemgo. Insgesamt erzielte er in 441 Bundesligaspielen 2660 Tore, womit er die zweitmeisten Tore in der Bundesligageschichte erzielte. Nur der Koreaner Yoon Kyung-shin hat öfter in der Bundesliga getroffen. In der DHB-Nationalmannschaft traf er in 185 Spielen 809-mal ins gegnerische Tor (davon 166 Siebenmeter). Am 29. Juni 1983 hatte er in Kragujevac gegen Rumänien sein erstes Länderspiel. Im Finale der Olympischen Sommerspiele 1984 in Los Angeles, das das Team von Bundestrainer Simon Schobel gegen Jugoslawien unglücklich mit 17:18 verlor, war Fraatz mit acht Toren bester Werfer.

Als in einem Bundesligaspiel in der Saison 1986/1987 gegen den VfL Gummersbach alle Torhüter des TuSEM Essen nicht einsatzfähig waren, stand Fraatz für 58 Minuten im Tor des TUSEM.

Mit einem All-Star-Game in Münster, am 30. Mai 2001, beendete Fraatz seine aktive Karriere. Er wurde mit dem „Handball-Oscar“ ausgezeichnet. Ein Comeback feierte er mit dem TBV Lemgo, bei dem er wegen Verletzungsproblemen zum Saisonende 2001/2002 aushalf.

Danach beendete er endgültig seine aktive Laufbahn. Seitdem engagiert er sich als Trainer im Jugendbereich und als Co-Trainer der Herrenmannschaft bei der HSG Nordhorn.

Den Spitznamen „Scholle“ bekam er vom früheren Bundestrainer Horst Bredemeier, da Fraatz in Cuxhaven an der Küste geboren ist. Jochen Fraatz ist Sparkassen-Betriebswirt und seit dem 9. Juni 1993 mit Ehefrau Katja verheiratet, mit der er zwei Söhne hat.

Für seinen ehemaligen Trainer Petre Ivănescu war der trickreiche Tempogegenstoß-Spezialist „einer der begabtesten Handballer der Welt“. In der Abwehr unterstellte ihm der damalige Bundestrainer Horst Bredemeier allerdings ein gewisses Phlegma, wenngleich er ihn in seiner Vorwärtsbewegung als einen der gefährlichsten Bundesligaspieler einstufte. Für Simon Schobel wird „so einer wie Scholle nur alle hundert Jahre geboren“.

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Source : Wikipedia