Griechenland

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Geschrieben von tron 19/04/2009 @ 23:07

Tags : griechenland, europa, ausland

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Griechenland

Sprachliche Minderheiten in Griechenland

Griechenland (griechisch Elláda Ελλάδα formell Ellás Ελλάς ‚Hellas‘; amtliche Vollform Ellinikí Dimokratía Ελληνική Δημοκρατία ‚Hellenische Republik‘, deutschsprachige Selbstbezeichnung Republik Griechenland) liegt in Südosteuropa und ist ein Mittelmeeranrainerstaat. Das griechische Staatsgebiet grenzt an Albanien, Mazedonien, Bulgarien und die Türkei. Griechenland gehört seit 1981 zur Europäischen Union.

Griechenland liegt am östlichen Mittelmeer im Südosten Europas und setzt sich geographisch aus dem griechischen Festland am südlichen Ende des Balkans, der Halbinsel Peloponnes - welche jedoch durch den Bau des Kanals von Korinth (eingeweiht 1893) vom Festland getrennt wurde - sowie zahlreichen Inseln hauptsächlich in der Ägäis, im Ionischen aber auch im Libyschen Meer zusammen. Die politische Grenze nach Norden bilden die Staaten Albanien (282 km), die Republik Mazedonien (228 km) und Bulgarien (494 km) sowie im Osten die Türkei (206 km). Eine natürliche Grenze bildet das Ionische Meer im Westen des Landes mit der italienischen Halbinsel und Sizilien sowie das Libysche Meer im äußersten Süden mit dem afrikanischen Kontinent. Die Insel Gavdos im Libyschen Meer ist der südlichste Punkt des Landes und gilt zudem geographisch als südlichster Punkt Europas.

Das Land hat eine Gesamtfläche von 131.957 km²: 106.915 km² entfallen auf das Festland, 25.042 km² (knapp 19%) verteilen sich auf 3.054 Inseln, von denen 87 bewohnt sind. Auf Grund des großen Inselreichtums erzielt Griechenland eine bemerkenswerte Küstenlänge von 13.676 km, wovon etwa 4.000 km auf das griechische Festland entfallen. Die zum Teil recht großen Distanzen innerhalb des Landes stellen im Verhältnis zu seiner relativ kleinen Gesamtfläche ein weiteres geographisches Merkmal dar. So beträgt die Luftlinie zwischen der Insel Othoni bei Korfu und der Insel Kastelorizo im äußersten Südosten Griechenlands 983 km. Die kleinste geographische Ausdehnung - mit unter 550 km Luftlinie - besitzt das Land in ostwestlicher Richtung.

Griechenland hat trotz seines stark maritimen Charakters einen Gebirgsanteil von 77,9 % und wird daher als Gebirgsland eingestuft. Zentrale Gebirge und Gebirgszüge des Landes sind das Pindos-Gebirge, der Olymp-Ossa-Pilion-Gebirgszug sowie das Rhodope-Gebirge auf dem griechischen Festland, das Taygetos-Gebirge auf der Halbinsel von Peloponnes und darüber hinaus das Ida- bzw. Psiloritis-Gebirge auf der Insel Kreta. Höchste Erhebung des Landes ist der Mytikas (2917 m) im Gebirgsstock des Olymp. Größere wirtschaftlich verwertbare Ebenen sind nur spärlich vorhanden und befinden sich hauptsächlich in den Regionen Thessalien, Makedonien und Thrakien.

Griechenland hat überwiegend ein mediterranes Klima mit feucht-milden Wintern und trocken-heißen Sommern. An der Küste ist es im Winter sehr mild und es regnet häufig; Schnee fällt nur selten. Die Sommer sind relativ heiß und es gibt nur gelegentlich Sommergewitter. Im Landesinneren ist es vor allem im Winter deutlich kühler und es gibt häufig Nachtfrost, manchmal auch starke Schneefälle. Im Sommer ist es ähnlich wie an der Küste heiß und trocken. Da Griechenland sehr gebirgig ist, ist Wintersport durchaus möglich. Die jährlichen Niederschläge schwanken zwischen 400 und 1000 mm.

Neben der orthodoxen, griechischsprachigen Mehrheitsbevölkerung existieren einige religiöse und sprachliche Minderheiten sowie Zuwanderergruppen. Da Griechenland solche Bevölkerungsgruppen aktuell statistisch nicht erfasst, beruhen alle Angaben zur Anzahl ihrer Mitglieder auf Schätzungen und können je nach politischem Standpunkt stark variieren.

97,4 % der griechischen Bevölkerung sprechen die neugriechische Sprache. Bis zum Bevölkerungsaustausch mit den Nachbarstaaten Türkei und Bulgarien in den Jahren 1920 bis 1925 als Folge der Verträge von Neuilly (1919) und Lausanne (1923) war Griechenland aber faktisch ein Vielvölkerstaat. Die 1925 noch etwa 15 % betragende Zahl nicht-griechischer Muttersprachler nahm in den folgenden Jahrzehnten kontiniuerlich ab; besonders während der Besetzung durch Nazideutschland (1941-45) und dem Griechischen Bürgerkrieg (1946-49) wurden Angehörige von Minderheiten verfolgt oder vertrieben, ihre Quote fiel allmählich unter fünf Prozent. Da der griechische Staat offiziell nur („ethnische“) Griechen als Staatsbürger hat und keine Informationen zu sprachlichen Minderheiten erhebt, stammen die folgenden Zahlen aus Angaben des griechischen Staates gegenüber den europäischen Institutionen oder deren eigenen Schätzungen. Schätzungen verschiedener Minderheitsorganisationen sind oft weit höher, wie aktiv die jeweilige Sprache noch gesprochen wird, ist jedoch nur unzureichend erforscht.

Die Dialekte des Türkischen auf dem Balkan (Rumelien) teilen sich in das Westrumelische, das in Makedonien und den heutigen Nachfolgestaaten Jugoslawiens gesprochen wurde, und das Ostrumelische Ostthrakiens. Die Mundart der meisten Türken im heute griechischen Westthrakien nimmt offenbar eine Sonderstellung zwischen beiden ein.

Die letzte staatliche Zahl zur Verbreitung des Mazedonischen veröffentlichte Griechenland nach der Volkszählung 1951, die 41.017 „slawophone Griechen“ auswies. Aufgrund der starken Repressionen gegen das Mazedonische in der Öffentlichkeit gilt diese Zahl jedoch als viel zu niedrig. Sprachlich besteht ein Dialektkontinuum zwischen den mazedonischen und bulgarischen Mundarten. Für die Sprache der Minderheit werden Begriffe wie Slawomakedonisch, Slawisch, Entopia (‚lokale Mundart‘) und vor dem Namensstreit Mazedonien auch Makedonitisch gebraucht. Im Gebiet Griechenlands werden (vorwiegend in Westmakedonien, namentlich in der Präfektur Florina) mazedonische Mundarten gesprochen. Die Mundarten in Griechenland gehören überwiegend der zentralen und der südöstlichen Dialektgruppe an, aus den Dialekten letzterer bildete sich im 19. Jahrhundert eine als Ägäis-Mazedonisch bezeichnete Schriftsprache aus, die mit dem Griechischen Alphabet geschrieben wurde.

Aromunisch, gesprochen von der Gruppe der Aromunen (im Griechischen meist als Wlachen bezeichnet), hauptsächlich im Gebiet der Verwaltungsregion Thessalien in Zentralgriechenland. Ihre Anzahl wurde auf bis zu ca. 100.000 aktive und 300.000 passive Sprecher geschätzt. Die Zahl der Sprecher nimmt aber ständig, vor allem unter Kindern, ab.

Die Sprache der Pomaken wird in Griechenland vor allem in den Präfekturen Xanthi, Rodopi und Evros gesprochen. Die Pomaken sprechen die jeweiligen bulgarischen Dialekte des Gebiets, in dem sie wohnen; die Westthrakiens werden als thrakische Gruppe der östlichen Rhodopen-Dialekte eingeordnet. Im Gegensatz zu den rund 250.000 Pomaken in Bulgarien ist die Bindung der Pomaken in Griechenland an die Bulgarische Schriftsprache verhältnismäßig gering, ein eigenes Schrifttum hat sich nicht ausgebildet.

Das Westarmenische drang während des Osmanischen Reiches von Anatolien aus nach Griechenland, die einstige Präsenz der Armenier in Griechenland ist heute noch in zahlreichen Ortsnamen (z. B. Armeni Αρμένι) gegenwärtig. Größere armenische Gemeinden gibt es in Athen und Thessaloniki. Die Armenier erhielten 1968 die griechische Staatsbürgerschaft.

Albanisch, hauptsächlich gesprochen im Gebiet des Verwaltungsbezirks Epirus in Nordwestgriechenland sowie von vereinzelten Bevölkerungsgruppen im Rest des Landes. Man unterscheidet zwischen den Standardalbanisch sprechenden Çamen, die vorwiegend in Epirus siedelten und 1945 als „Kollaborateure“ mit den Besatzungsmächten fast vollständig nach Albanien vertrieben wurden und den über ganz Mittel- und Südgriechenland verstreuten, griechisch-orthodoxen Arvaniten. Das Arvanitische hat gewisse archaische Züge das Albanischen bewahrt und ist im Wortschatz vom Neugriechischen so stark beeinflusst, dass es für Sprecher des Standard-Albanischen der Republik Albanien nicht mehr verständlich ist. Während der Pflege vlachischer und arvanitischer Traditionen und Folklore weiterhin hohe Aufmerksamkeit geschenkt wird, nimmt die Anzahl der aktiven Sprecher der entsprechenden Dialekte generationsbedingt ständig ab.

Die in Griechenland ansässigen Roma sprechen einen auf dem gesamten Balkan verbreiteten Dialekt des Romani. Neben den muslimischen Roma sind in ganz Griechenland auch zahlreiche christliche Roma ansässig (bezeichnet als Athinganoi oder Tsinganoi), die zu Teilen von der Mehrheitsbevölkerung assimiliert sind, zu Teilen jedoch auch unter Bedingungen extremer sozialer Abgrenzung leben, die in der Regel mit dem Grad Ihrer Erkennbarkeit als Roma einhergeht.

Meglenorumänisch, gesprochen von der Gruppe der Meglenorumänen (im Griechischen meist als Wlachen bezeichnet), hauptsächlich im Grenzgebiet zur Republik Mazedonien, im Meglen-Tal. Es sind wenige Tausend Sprecher. Die Zahl der meglenorumänisch sprechenden Bevölkerung nimmt rasch ab.

Ladino, die Sprache der Juden auf der iberischen Halbinsel, gelangte mit Flüchtlingen ab dem 15. Jahrhundert ins Osmanische Reich und wurde in vielen Städten des heutigen Griechenland gesprochen. Es ist heute nurmehr in geringen Resten in Griechenland vorhanden.

Russisch, gesprochen von Rückkehrern aus dem Gebiet der ehemaligen UdSSR, deren Hintergrund in mancher Hinsicht mit dem der in Deutschland als Russlanddeutsche bezeichneten Bevölkerungsgruppe vergleichbar ist.

Seit den 1990er Jahren hat sich Griechenland von einem Auswanderungs- zu einem Einwanderungsland entwickelt. Die Zuwanderung findet aus Ländern mit griechischer Diaspora (wie z.B. den ehemaligen GUS-Staaten), aus südosteuropäischen Nationen (vor allem den Nachbarländern) sowie aus Nordafrika und Asien statt.

Nominell gehören ca. 97 % der griechischen Staatsbürger der Griechisch-Orthodoxen Kirche an, auf dem größten Teil des Festlands dem Autokephalen orthodoxen Erzbistum von Griechenland mit Sitz in Athen, auf dem Dodekanes und den meisten Klöstern der autonomen Mönchenrepublik Athos am Ostzipfel der Halbinsel von Chalkidiki bei Thessaloniki dem Ökumenischen Patriarchat von Konstantinopel mit Sitz in Istanbul. Ähnlich wie in Irland und Polen spielte die religiöse Zugehörigkeit eine erhebliche Rolle als Identifikationsmerkmal bei der Bildung der griechischen Nation, nachdrückliches Bekenntnis zu religiösen Riten ist daher weit verbreitet unter der orthodoxen Bevölkerung.

Weiteren christlichen Konfessionen gehören die ca. 121.000 katholische Christen des griechischen und des lateinischen Ritus an, des weiteren etwa 50.000 Zeugen Jehovas, ca. 30.000 protestantische (meist evangelikale) Christen verschiedener Richtungen, und ca. 5.000 Juden.

Im Jahre 1982 wurde die obligatorische kirchliche Trauung im Familienrecht aufgehoben und die standesamtliche Ehe als gleichwertig anerkannt. Anfang der 1990er-Jahre wurde der Religionseintrag in den Personalausweisen abgeschafft. Im August 2008 wurde die Verpflichtung zum orthodoxen Religionsunterricht aufgehoben. Jeder Schüler, der nicht am Religionsunterricht teilnehmen will, kann während dieser Zeit nun Nachhilfe in Fächern seiner Wahl erhalten. Die griechisch-orthodoxe Kirche bezeichnet diese Regelung als „falsch und verfassungswidrig“ und wäre höchstens bereit gewesen die Religionsunterrichtspflicht für Schüler aus anderen Staaten aufzuheben.

Neben der christlichen (und zumeist griechisch-orthodoxen) Mehrheit gibt es über 500.000 Muslime. Diese setzen sich zum einen aus türkischstämmigen Bürgern und unter dem Osmanischen Reich islamisierten Pomaken und Roma sowie aus jüngeren Einwanderungsgruppen, wie beispielsweise Albanern und Pakistanern, zusammen.

Das antike Griechenland, welches über das Gebiet des heutigen Staates nach Kleinasien hinausragte, wird als Wiege Europas bezeichnet, insbesondere aufgrund zivilisatorischer Leistungen auf Gebieten der Philosophie, Naturwissenschaften, Geschichtsschreibung und Literatur. 146 v. Chr. wurde das Gebiet des heutigen Griechenland römische Provinz, nach der Reichsteilung 395 war es Bestandteil des byzantinischen Reiches.

Nach der Eroberung Konstantinopels durch Kreuzfahrer im Vierten Kreuzzug (1204) war die Macht des byzantinischen Staates gebrochen, das Gebiet zerfiel in Nachfolgestaaten der Kreuzfahrer (so dass das Königreich Thessaloniki, das Fürstentum Achaia und einige weitere) sowie in mehrere byzantinisch geprägte Staaten, darunter das Despotat Epirus. Einige Gebiete wurden Kolonien der Republik Venedig, später auch Genuas und des Johanniterordens. Mit der Rückeroberung Konstantinopels durch Michael VIII. 1261 gründete die Dynastie der Palaiologen das Byzantinische Reich erneut, konnte aber nur einen Teil Griechenlands erobern und verlor einige Gebiete an das Serbische Reich, das unter Stefan Uroš IV. Dušan um 1350 seine größte Ausdehnung erreichte.

Begünstigt durch die Schwäche des Byzantinischen Reiches konnten Truppen des Osmanischen Reichs zwischen 1359 und 1451 den größten Teil Griechenlands erobern. In den folgenden Jahrhunderten dehnten die Osmanen ihren Staat auf das gesamte griechische Gebiet bis auf die Ionischen Inseln aus. 1821 kam es zur so genannten Griechischen Revolution, deren intellektueller Wegbereiter eine Gruppe um Rigas Velestinlis und die Filiki Eteria waren. In der Schlacht von Navarino gelang es einer europäischen Seestreitmacht 1827, über die osmanische Flotte die Oberhand zu gewinnen. Durch das Londoner Protokoll vom 3. Februar 1830, vom Osmanischen Reich am 24. April anerkannt, wurden Zentralgriechenland, der Peloponnes und die Kykladen zum selbständigen Staat Griechenland erklärt. Ioannis Kapodistrias war bis zu seiner Ermordung das erste Staatsoberhaupt.

Im Jahr 1832 wurde dann der bayerische Prinz Otto, Sohn König Ludwigs I. von Bayern als Otto I. Griechenlands erster (neuzeitlicher) König. Allerdings umfasste dieser Staat nur den kleineren Teil des heutigen Staatsgebiets. Ottos Herrschaft wurde 1862 durch einen unblutigen Aufstand beendet. Ihm folgte Georg I., der am 30. März 1863 zum König von Griechenland gewählt wurde. Die Ionischen Inseln wurden 1864, Thessalien 1881, und Kreta 1908 erworben. Die meisten Inseln sowie der Norden Epirus und Nordosten Makedonien des heutigen Staates (mit Thessaloniki) kamen erst durch die beiden Balkankriege 1912-1913 an Griechenland, als das geschwächte Osmanische Reich sich dort nicht mehr gegenüber den mit Serbien und zeitweise Bulgarien verbündeten Griechen behaupten konnte. 1913 wurde Konstantin I. König.

Im Ersten Weltkrieg blieb Griechenland zunächst neutral, trat dann aber nach der von den Alliierten erzwungenen Abdankung von König Konstantin I. 1917 in den Krieg gegen die Mittelmächte und deren Verbündete, insbesondere Bulgarien und das Osmanische Reich, ein. Nach dem Krieg versuchte man mit Billigung der Siegermächte die Niederlage des Osmanischen Reiches zu nutzen, um außer dem von Bulgarien gewonnen Westthrakien auch Ostthrakien und das mehrheitlich von Griechen bewohnte Gebiet um Smyrna (das heutige İzmir) unter griechische Kontrolle zu bringen. Ziel war die Umsetzung der Megali Idea (der „Großen Idee“), welche vom damaligen Ministerpräsidenten Eleftherios Venizelos mit dem Ausdruck „Griechenland der zwei Kontinente und fünf Meere“ (gemeint sind die Ägäis, das eigentliche Mittelmeer, Marmarameer, Schwarzes Meer, Ionisches Meer) als außenpolitisches Ziel konkretisiert wurde. Doch 1922 endete der Griechisch-Türkische Krieg mit einer deutlichen griechischen Niederlage („Kleinasiatische Katastrophe“). Im Vertrag von Lausanne 1923 wurde ein Bevölkerungsaustausch vereinbart: Alle noch in großen Teilen der Türkei verstreut lebenden Griechen (mit Ausnahme der Istanbuler Griechen und einiger Inselgriechen) wurden nach Griechenland vertrieben (etwa 1,5 Mio.), im Gegenzug mussten an die 500.000 meist türkische Muslime Griechenland verlassen, mit Ausnahme der Muslime in Thrakien. Die Flüchtlingsquote in Griechenland nach diesem Krieg betrug mit ca. 25 % wesentlich mehr als etwa in Westdeutschland nach dem Zweiten Weltkrieg. Die Bevölkerung Athens vervielfachte sich in kürzester Zeit.

Im Zweiten Weltkrieg lehnte Griechenland unter dem Diktator General Metaxas ein italienisches Ultimatum zur Kapitulation ab. (Der Tag der Ablehnung, der 28. Oktober 1940, der sogenannte „Nein-Tag“, wird heute als Nationalfeiertag begangen, da Metaxas ein Telegramm lediglich mit dem Wort Όχι, also Nein, an Italien gesendet haben soll.) Daraufhin wurde Griechenland von Italien angegriffen, konnte aber die zahlenmäßig überlegenen italienischen Truppen schlagen und bis weit hinter die albanische Grenze zurückdrängen. Erst durch das militärische Eingreifen der Wehrmacht im April-Mai 1941 über Jugoslawien und Bulgarien wurde der griechische Widerstand gebrochen. Italien, Deutschland und Bulgarien errichteten ein hartes Besatzungsregime. So wurde durch die erzwungene Ausfuhr der fast gesamten griechischen Produktion noch eine positive Handelsbilanz zum deutschen Reich in Höhe von 71 Mio. Reichsmark festgestellt, die dann mit extremen Besatzungskosten (auf Wunsch von Hitler in "Aufbaukosten" umbenannt) verrechnet wurden. Griechenland hatte von allen besetzten Ländern die höchsten Besetzungskosten zu zahlen. Um von der Bevölkerung mehr Sachwerte abzuziehen, wurde der Banknotenumlauf gesteigert. Der wirtschaftliche Zusammenbruch war abzusehen und wurde in Kauf genommen. Besonders die fehlenden Lebensmittel führten zu einer Hungerkatastrophe und einer Säuglingssterblichkeit von 80%. Von 300 im Oktober 1944 in Athen untersuchten Kindern waren 290 an Tuberkulose erkrankt .

Gegen die bald erstarkende Partisanenbewegung griffen die Besatzungsmächte mehrfach kriegsverbrecherisch auf brutale Weise durch: In verschiedenen Orten, unter anderem in Kalavrita und Distomo, wurde als „Vergeltung“ für Partisanenüberfälle die jeweils gesamte Dorfbevölkerung von der Wehrmacht oder „Sondereinheiten“ ermordet (nachdem zuvor sämtliche Sachwerte „sichergestellt“ wurden). Die Frage nach einer Entschädigung von deutscher Seite für diese Aktionen ist bis heute immer wieder Gegenstand politischer Diskussion. Für Juden wurde 1942 von den Besatzungsmächten die Zwangsarbeit eingeführt, ab Anfang 1943 wurden sie ghettoisiert, enteignet und vorwiegend nach Auschwitz und Treblinka deportiert, wo sie sofort ermordet wurden. Etwa 80.000 Menschen fielen der „Endlösung“ zum Opfer. Der bewaffnete Widerstand ging von der kommunistisch beeinflussten Volksbefreiungsarmee ELAS und den rivalisierenden republikanischen, später royalistischen Partisanen der EDES, die in der Schlacht um Athen aber durch Großbritannien unterstützt wurden, aus. Nach militärischer Intervention Großbritanniens am 5. Dezember 1944 wurde die ELAS entsprechend dem Abkommen von Varkiza vom 12. Februar 1945 entwaffnet und demobilisiert.

Der Zweite Weltkrieg ging in Griechenland nach dem in den Bergen geführten Kampf zwischen EDES und ELAS und der Schlacht um Athen fast direkt in den Griechischen Bürgerkrieg über: Die griechischen Kommunisten versuchten nun, nur halbherzig unterstützt von der Sowjetunion und anfangs auch Jugoslawien, die Herrschaft über das befreite Griechenland zu erlangen, stießen jedoch auf vornehmlich royalistische Gegenwehr, welche vor allem von Großbritannien und den USA unterstützt wurde. Im Gegensatz zu allen anderen osteuropäischen Staaten gelang den Kommunisten die Machtübernahme in Griechenland jedoch nicht: Im von beiden Seiten mit äußerster Härte, auch gegenüber der Zivilbevölkerung (unter anderem unter Einsatz von Napalm) geführten Bürgerkrieg wurden die kommunistischen Verbände, die vom Guerillakrieg zum offenen Frontenkrieg übergegangen waren, immer mehr nach Nordwesten zurückgedrängt. Das Ende der Unterstützung durch Jugoslawien besiegelte schließlich das Ende ihrer militärischen Macht.

Bei ihrem Abzug entführten die kommunistischen Partisanen im Rahmen der Operation Paidomazoma viele Kinder aus ihren Familien und verschleppten sie in sozialistische Staaten. Allein in die DDR wurden über 1300 Kinder entführt.

Grund für die spärliche Unterstützung durch die sozialistischen „Bruderstaaten“ war ein Geheimabkommen am Rande der Konferenz von Jalta 1945: Churchill und Stalin hatten dort ein Einflussverhältnis von „90 % West zu 10 % Ost“ für Griechenland vereinbart; dies wurde später von vielen griechischen Kommunisten als „sowjetischer Verrat“ empfunden, da man lediglich ein Bauernopfer Stalins gewesen sei.

Im Sinne eines strikten Antikommunismus blieben noch bis in die 1960er Jahre viele bürgerliche Freiheiten eingeschränkt, was die NATO jedoch nicht davon abhielt, Griechenland 1952 aufzunehmen und so strategisch im Westen zu verankern.

Am 21. April 1967 ergriff in Reaktion auf den drohenden Wahlsieg der sozialistischen Vereinigung der Demokratischen Linken (EDA), in der sich auch zahlreiche Mitglieder der illegalen KKE wiederfanden, eine Gruppe rechtsextremer Offiziere unter Georgios Papadopoulos durch den sog. Obristenputsch die Macht und errichtete eine Militärdiktatur. Unter der Militärdiktatur spaltete sich von der KKE ein eurokommunistischer Flügel unter dem Namen „KKE-Inland“ ab, was suggerieren sollte, dass die Rumpf-KKE, somit „KKE-Ausland“, von Moskau gesteuert sei. Heute gibt es in dieser Form nur noch die KKE, die sich weiterhin als marxistisch-leninistische Partei versteht, während in der Nachfolge des Eurokommunismus der SY.RIZ.A als Bündnis linker Kleinparteien im Parlament vertreten ist. Nach Massenverhaftungen wurden zahlreiche vor allem links gerichtete Oppositionelle eingesperrt, gefoltert, ermordet oder ins Exil getrieben, darunter der Komponist Mikis Theodorakis. Eine entscheidende Schwächung erfuhr die Junta am 17. November 1973 durch den Aufstand der Studenten im Athener Polytechnikum, der unter Einsatz von Panzern brutal zusammengeschossen wurde und das Regime innerlich und äußerlich diskreditierte. Das Scheitern der von der Junta angestrebten Vereinigung mit der Republik Zypern und der dortige Einmarsch türkischer Truppen führte 1974 endgültig zum Zusammenbruch der Militärdiktatur und zur Rückkehr zur Demokratie unter Konstantin Karamanlis. Die Staatsform der Republik wurde in einer Volksabstimmung klar der Wiedereinführung der Monarchie vorgezogen.

1981 wurde Griechenland Mitglied der EWG. Die wirtschaftliche und gesellschaftliche Modernisierung wurde durch die EWG-Hilfsgelder (unter anderem für die Landwirtschaft) gefördert, doch der Abstand zu den entwickelteren EWG-Staaten blieb bestehen.

Der Zerfall Jugoslawiens hatte auch ökonomische Folgen für Griechenland, zumal bis dahin die Transit-Strecke durch den Balkan für Waren- und Personenverkehr die Nabelschnur des Landes zum restlichen Europa darstellte. Folglich stellte sich Griechenland gegen eine frühzeitige Anerkennung der nach Unabhängigkeit strebenden Republiken, konnte sich jedoch mit seiner Haltung nicht durchsetzen. Weiterhin fürchtete man einen Flächenbrand politischer und militärischer Auseinandersetzungen, die auch Folgen für Griechenland, etwa in Flüchtlingsströmen, hätten. Weiterhin zeichnete sich ein Namensstreit mit der angrenzenden jugoslawischen Teilrepublik aus, die Anspruch auf den Namen Mazedonien erhob. Das Nachkriegsjugoslawien hatte 1945 die mehrheitlich von slawische Mazedoniern bewohnten Gebiete Südserbiens zur Volkrepublik Mazedonien (später: Sozialistische Republik Mazedonien) deklariert. Die Unabhängigkeit dieses Bundesstaates unter dem Namen Mazedonien wurde von Griechenland als Provokation aufgefasst, da es territoriale Ansprüche auf die gleichnamige griechische Provinz befürchtete. Griechenland verhängte ein Handelsembargo gegen das Land, das allerdings später aufgehoben wurde, ohne dass bis heute eine einvernehmliche Lösung gefunden ist. Griechenland ist heute mit Abstand der wichtigste Investor in der Republik Mazedonien.

Der kurzen Amtsperiode der Nea Dimokratia unter Konstantinos Mitsotakis folgte erneut eine Regierung der Pasok unter Andreas Papandreou, die auch wegen dessen angeschlagenen Gesundheitszustand in Stillstand gekommen war. Der Jurist Kostas Simitis übernahm den Parteivorsitz und das Amt des Ministerpräsidenten und leitet eine Abkehr von der traditionell sozialistischen Politik seines Vorgängers ein. Die Außenpolitik war nunmehr nicht einer Sonderrolle Griechenlands geprägt, sondern von einer starken europäischen Ausprägung. Innenpolitisch wurden zahlreiche Reformen durchgeführt, so der Kapodistrias-Plan, der das Gemeindewesen neu ordnete sowie eine Stärkung der Bedeutung der Regionen, die wirtschaftlichen Reformen beinhaltete auch eine Privatisierung staatlich geführter Großunternehmen. Diese Politik wurde im wesentlichen auch von der Regierung der Nea Dimokratia unter Kostas Karamanlis weitergeführt.

Die aktuelle Verfassung Griechenlands trat am 11. Juni 1975 in Kraft, wurde jedoch 1986 und nochmals 2001 grundlegend reformiert. Sie definiert Griechenland als parlamentarische Republik nach sozialen und rechtsstaatlichen Prinzipien.

Der griechische Staatspräsident (griech. Πρόεδρος της Δημοκρατίας / Próedros tis Dimokratías) ist das Staatsoberhaupt des Landes und bildet zusammen mit der Regierung die Exekutive. Er wird alle fünf Jahre mit einer Zweidrittelmehrheit durch das Parlament gewählt und hat im politischen Alltag vor allem eine repräsentative Funktion inne. Zu seinen Aufgaben gehört die Vereidigung des Premierministers und der von diesem vorgeschlagenen Minister. Der griechische Staatspräsident besitzt zusätzlich auch ein generelles Vetorecht im Parlament, dieses kann jedoch mit der absoluten Mehrheit der Abgeordneten überstimmt werden. Unter besonderen Umständen gestattet ihm die Verfassung das Parlament aufzulösen und Neuwahlen anzusetzen. Voraussetzung dafür ist, dass das Parlament zwei Regierungen in Folge das Misstrauen ausspricht. Darüber hinaus ist es dem Staatspräsidenten möglich, die Regierung aufzulösen, sofern diese einen Antrag darauf stellt oder das Parlament ein erfolgreiches Misstrauensvotum durchgeführt hat. Der insgesamt relativ eingeschränkte Handlungsspielraum des Staatsoberhauptes wird auch dadurch deutlich, dass alle seine hoheitlichen Handlungen durch den zuständigen Minister gegengezeichnet werden müssen. Erweiterte Befugnisse erhält der Staatspräsident lediglich im Notstandsfall. Er kann dann auf Vorschlag der Regierung gesetzgeberisch tätig werden. Der griechische Staatspräsident ist ebenfalls Oberbefehlshaber der griechischen Streitkräfte, die Verfassung untersagt es ihm jedoch, den Verteidigungsfall auszurufen sowie Bündnisse und Verträge zu schließen. Der amtierende Staatspräsident Griechenlands ist seit Januar 2005 Karolos Papoulias.

Das griechische Parlament (griech. Βουλή των Ελλήνων / Voulí ton Ellínon) besteht aus einer Kammer mit 300 Sitzen und wird alle vier Jahre in geheimer, allgemeiner, freier, gleicher und unmittelbarer Wahl nach dem so genannten verstärkten Verhältniswahlrecht besetzt. Dabei werden 288 Abgeordnete in den 56 Wahlkreisen des Landes sowie 12 Abgeordnete über landesweite Parteilisten gewählt. Das Parlament besitzt neben der Gesetzgebung das Recht, der Regierung oder einzelnen Mitgliedern das Vertrauen über ein Misstrauensvotum mit absoluter Mehrheit zu entziehen und den Staatspräsidenten oder Regierungsmitglieder mit einer Zweidrittelmehrheit anzuklagen. Das Initiativrecht der einzelnen Parlamentarier ist beschränkt, da die Regierung legislative Kompetenzen des Parlaments über Rechtsverordnungen der Regierung oder untergeordneten Organen übertragen kann. Zu den besonderen Charakteristiken des griechischen Parlaments und seiner Konstituierung zählt, dass die quantitative Stärke einer Partei im griechischen Parlament darüber entscheidet, wer vom Staatspräsidenten zum Regierungschef ernannt werden muss. Es ist der Parteivorsitzende, dessen Partei die absolute Mehrheit der Mandate besitzt. In Bezug auf die Opposition besteht - wie innerhalb der EU sonst nur in Deutschland und Portugal - das Recht, Untersuchungsausschüsse einzusetzen (Minderheitenquorum).

Die Regierung Griechenlands wird als Ministerrat (griech. Υπουργικό Συμβούλιο / Ypourgikó Symvoúlio) bezeichnet und setzt sich aus dem Premierminister (Πρωθυπουργός / Prothypourgós) und den Ministern (Υπουργοί / Ypourgoí) zusammen. Nach einer Parlamentswahl beginnt die Regierungsbildung, wobei traditionell der Parteichef der größten Fraktion den Premierminister stellt. Dieser entscheidet über die Zusammensetzung seines Kabinetts und der Staatssekretäre und hat nach der Ernennung durch den Staatspräsidenten und erfolgreich verlaufener Vertrauensfrage im Parlament die Richtlinienkompetenz innerhalb der Regierung. Die Rechte des Premierministers wurden in der Verfassungsreform 1986 deutlich ausgeweitet, mit dem Ergebnis, dass die „vollziehende Funktion“ klar beim Regierungschef liegt, der trotz der Kollegialität des Ministerrates auch verfassungsrechtlich der Mittelpunkt der politischen Macht in Griechenland ist. Demgegenüber können die Minister zwar selbstständig ihr Ressort verwalten, müssen aber politische Interventionen des Premierministers akzeptieren, da die Richtlinienkompetenz und das Vorschlagsrecht zur Ernennung und Entlassung der Minister beim Regierungschef liegen. Die Regierung kann nur auf eigenen Antrag hin oder nach einem erfolgreichen Misstrauensvotum des Parlaments entlassen werden. Der gegenwärtige Premierminister und Nachfolger von Konstantinos Simitis heißt Kostas Karamanlis, dessen Partei Nea Dimokratia im März 2004 die meisten Mandate erringen konnte. In den vorgezogenen Parlamentswahlen am 16. September 2007 wurde Karamanlis als Regierungschef bestätigt, die ND blieb landesweit stärkste Partei.

Die Rechtsprechung in Griechenland erfolgt durch unabhängige Gerichte und setzt sich dabei aus drei verschiedenen Arten von Gerichtshöfen zusammen, die jeweils für die zivilrechtliche, die strafrechtliche sowie die verwaltungsrechtliche Rechtsprechung zuständig sind. Es handelt sich dabei um das System der sogenannten getrennten Gerichtsbarkeiten. Zusätzlich existieren besondere Instanzen der Finanzkontrolle und der Verfassungsgerichtsbarkeit.

Die Zivilgerichte werden in Friedensgerichte, Landgerichte sowie Oberlandesgerichte eingeteilt und sind für alle privaten Streitigkeiten und die ihnen gesetzlich zugewiesenen Angelegenheiten der freiwilligen Gerichtsbarkeit zuständig. Die Strafgerichte folgen dem selben institutionellen Aufbau und beinhalten darüber hinaus auch besondere Strafgerichte wie zum Beispiel die Jugend- oder Schwurgerichte. Gegen das Urteil der Zivil- und Strafgerichtshöfe kann bei einem Appellationsgericht Berufung und schließlich beim Areopag (griech. Άρειος Πάγος / Ários Págos) Revision eingelegt werden. Der Areopag ist der oberste Gerichtshof und die höchste Instanz für zivil- und strafrechtliche Fragen. Die oberste Instanz in der Verwaltungsgerichtsbarkeit ist der Staatsrat (griech. Συμβούλιο της Επικρατείας / Symvoúlio tis Epikratías). Ihm unterliegen z. B. die einzelnen Verwaltungs- und Oberverwaltungsgerichte, welche für die Verhandlung von Verwaltungsstreitigkeiten zuständig sind.

Für Verfassungsfragen stellt das sogenannte Oberste Tribunal (griech. Ανώτατο Ειδικό Δικαστήριο / Anótato Idikó Dikastírio) die letzte Entscheidungsinstanz dar. Das Oberste Tribunal ist für die Überprüfung der Verfassungskonformität von Gesetzen zuständig, die durch das Parlament verabschiedet werden und arbeitet gleichzeitig auch als Prüfungsgericht von Volksabstimmungen und Wahlen. Dem Rechnungshof (griech. Ελεγκτικό Συvέδριo / Elengtikó Synédrio) unterliegt die Finanzkontrolle und ist als oberster Gerichtshof für die Klärung strittiger Finanzangelegenheiten verantwortlich.

Am 7. März 2004 fanden in Griechenland Parlamentswahlen statt. Dabei löste die konservative Partei Nea Dimokratia (N.D.) die bis zu dem Zeitpunkt regierende sozialistische (sozialdemokratische) Partei PA.SO.K. ab. Neuer Premierminister wurde der Spitzenkandidat der Konservativen Kostas Karamanlis. Der von ihm vorgestellte Ministerrat der neuen griechischen Regierung hat 19 Minister, darunter zwei Frauen in den Ressorts Bildung und Tourismus.

Innenpolitisch steht Griechenland zur Zeit vor zahlreichen Herausforderungen. Zentrale Themen der griechischen Innenpolitik sind hierbei die Konsolidierung des Staatshaushaltes, die Bekämpfung der hohen Arbeitslosigkeit, die Deregulierung sowie die Privatisierung des öffentlichen Sektors, die Förderung der griechischen Wirtschaft, die staatliche Rentenversicherung, die Reformierung des Gesundheits- und Bildungssystems sowie die Bekämpfung der illegalen Einwanderung. Das erste Kabinett Karamanlis konnte hier zwar bereits Erfolge erzielen; die Reform des überschuldeten Rentenversicherungssystems steht aber noch aus und ist nach wie vor eines der Themen, die auf größten Widerstand in Bevölkerung und Opposition stoßen.

Die Orthodoxe Kirche übt wesentlichen Einfluss auf das griechische Bildungswesen aus, wobei die besondere Stellung der griechisch-orthodoxen Konfession als „vorherrschender Religion“ in der griechischen Verfassung festgelegt ist. Obwohl ihr in der Verfassung nicht ausdrücklich der Status einer Staatskirche zuerkannt wird, wird Griechenland aufgrund der engen institutionellen Verflechtung von Staat und Orthodoxer Kirche im konstitutionellen Recht, ebenso wie z. B. Großbritannien und Dänemark, der Kategorie von Staaten mit einer Staatskirche zugeordnet. So untersteht die Orthodoxe Kirche auch teilweise dem Staat, zum Beispiel müssen alle Bischöfe vom Parlament bestätigt bzw. neu gewählte Regierungen vom orthodoxen Erzbischof vereidigt werden. 1982 wurde das Familienrecht dahingehend geändert, dass standesamtliche Trauungen möglich wurden. Bis dahin fanden Ehebündnisse, welche nicht nach dem griechisch-orthodoxen, jüdischen, muslimischen oder römisch-katholischen Ritus geschlossen wurden, keine staatliche Anerkennung. So galten Kinder aus Ehen von Protestanten oder Zeugen Jehovas vor dem Gesetz als unehelich.

Versuche, eine tiefer gehende Trennung von Staat und Kirche einzuführen, wie zum Beispiel im Zuge der Verfassungsreform des Jahres 2001, sind bislang am erbitterten Widerstand seitens der sich zunehmend politisierenden Orthodoxen Kirche gescheitert. Daher scheint unter der aktuellen konservativen Regierung unter Kostas Karamanlis eher der Kompromiss einer „Modernisierung der Beziehungen zwischen Staat und Kirche“ angestrebt zu werden.

Die muslimischen Türken, Pomaken und Roma Westthrakiens werden auf der Grundlage des Lausanner Friedensvertrags von 1923 zusammen als muslimische Minderheit anerkannt und genießen einige Sonderrechte, wie Schulunterricht in türkischer Sprache, Verwendung von Schulbüchern aus der Türkei (gem. bilateraler Abkommen), Koranschulen, Autonomie in Angelegenheiten des Familienrechts gemäß der Scharia etc. In den letzten Jahrzehnten fand zunehmend eine Assimilation der ca. 30.000, den als Pomakisch bekannten Rhodope-Dialekt des Bulgarischen sprechenden muslimischen Pomaken an die Gruppe der Türken statt. Diese grenzen sich scharf von der sehr heterogenen Gruppe der romani- und türkischsprachigen muslimischen Roma ab.

Die muslimische Minderheit bildete Anfang der 90er Jahre Parteiformationen. Diese waren zeitweise durch zwei Abgeordnete (die Türken Sadık Ahmet und İbrahim Şerif) im Parlament vertreten, was jedoch nach der Erhöhung der Ein-Prozent- auf eine Drei-Prozent-Hürde nicht mehr gelang. Aktuell stammt ein Abgeordneter der konservativen Volkspartei Nea Dimokratia aus der muslimischen Minderheit (der Türke İlhan Ahmet).

Konfliktpunkte mit dem griechischen Staat bestehen in der aktuell untersagten Benennung von Vereinen unter Verwendung des Adjektivs „türkisch“ und dem Anliegen, die führenden islamischen Rechtsgelehrten (Muftis), die zur Zeit als Beamte vom Staat ernannt werden, durch Wahlen zu bestimmen.

Griechenland ist 1952 der NATO beigetreten und ist seit 1981 Mitglied in der Europäischen Union. Darüber hinaus bestehen Mitgliedschaften bei zahlreichen internationalen Organisationen und Foren wie zum Beispiel den Vereinten Nationen, der OECD, der Weltbank, dem Europarat, dem Internationalen Währungsfonds, der UNESCO oder auf regionaler Ebene der BSEC und der SEECP. Auf technologischem sowie wissenschaftlichem Gebiet unterstützt oder beteiligt sich Griechenland an verschiedenen internationalen Projekten wie z.B. dem Large Hadron Collider (CERN) oder der Bibliotheca Alexandrina und ist unter anderem Mitglied bei der europäischen Raumfahrtorganisation (ESA). Seit 2005 und für zwei Jahre ist das Land als nichtständiges Mitglied im Weltsicherheitsrat vertreten. Friedenspolitisch engagiert sich das Land bei mehreren internationalen Auslandsmissionen und Entwicklungsprojekten unter anderem in Afghanistan (ISAF), im Sudan (UNMIS), in Georgien (UNOMIG), in Bosnien-Herzegowina (EUFOR), im Kosovo (KFOR) oder in Albanien (NHQT).

Am 15. Februar 2006 wurde die ehemalige Athener Bürgermeisterin Dora Bakogianni in die Reihen des griechischen Ministerrats aufgenommen und löste damit den amtierenden Außenminister und Diplomaten Petros Molyviatis ab. Sie ist die dritte Frau im Kabinett der konservativen Regierung und die erste Frau in Griechenland, die dieses Amt bekleidet.

Der Weg Griechenlands in das europäische Gefüge begann am 8. Juni 1959 mit dem Antrag des Landes auf Assoziierung mit der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft (EWG) und den darauffolgenden Assoziierungsverhandlungen. Die Unterzeichnung des Vertrages zur Assoziierung des Landes erfolgte am 9. Juli 1961 und führte am 1. November 1962 zur Assoziierung Griechenlands mit der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft. Nach den politischen Wirren zur Zeit der Militärdiktatur und der damit verbundenen Aussetzung des Assoziationsabkommens in den Jahren von 1967 bis 1974 reichte Griechenland am 12. Juni 1975 den offiziellen Antrag zur Aufnahme des Landes in die Europäische Gemeinschaft ein. Nach Beginn der Beitrittsverhandlungen am 27. Juli 1976 und der Unterzeichnung der Beitrittsakte am 28. Mai 1979 trat Griechenland am 1. Januar 1981 als zehnter Staat der Europäischen Gemeinschaft bei, was zugleich auch den Beginn der Süderweiterung der Gemeinschaft darstellte. Am 6. November 1992 trat Griechenland dem Schengener Abkommen bei.

Trotz des erfolgreichen politischen Kurses und der Tatsache, dass das Land mit dem Beitritt in die Europäische Gemeinschaft z. B. eine allgemeine Stabilisierung der nationalen Wirtschaft erfahren hat, hielt sich die Europabegeisterung in der Bevölkerung zunächst in Grenzen. Der Grund hierfür lag vor allem an der Tatsache, dass sich positive Auswirkungen der Mitgliedschaft schleppend sowie für breite Teile der Bevölkerung eher unsichtbar einstellten. So befürchtete man in dieser Zeit unter anderem einen negativen Einfluss auf die griechische Ökonomie oder einen umfangreichen Verlust nationaler Kompetenzen. Diese Befürchtungen spiegelten sich unter anderem auch in der Regierung des sozialistischen Ministerpräsidenten Andreas Papandreou wider, dessen Politik oft im Gegensatz zur Politik seiner europäischen Partner stand. Seine europakritische Haltung sowie sein populistisch geprägter Aktionismus machten den Sozialist Andreas Papandreou zum Enfant terrible in der EU. Ein weiterer Grund für die anfängliche Europaskepsis ergab sich aus dem Umstand, dass der Beitritt des Landes in die Europäische Gemeinschaft nicht die erhoffte Überwindung der geopolitischen Kluft brachte, welche durch die kommunistische Ausrichtung Südosteuropas verursacht wurde. Griechenland blieb zunächst trotz seiner Mitgliedschaft von den westlichen Nationen abgetrennt.

Heute ist eine starke Integrationsfreudigkeit der griechischen Bevölkerung zu verzeichnen. So belegt Griechenland z. B. mit seiner Zustimmung von 78 % für eine europäische Verfassung den Spitzenplatz unter allen Mitgliedsstaaten. Griechenland setzt sich innerhalb der Europäischen Union für ein offenes Europa ein, dass dem engeren Europabild anderer Mitgliedsländer gegenübersteht. Die geopolitische Lage ist zudem für alle größeren politischen Parteien mit Ausnahme der kommunistischen Partei KKE eine Motivation, die europäische Integration weiter voranzutreiben und begründet das Interesse, den Balkan an Europa anzubinden sowie die Befürwortung eines EU-Beitritts der Türkei. Ein integriertes und starkes Europa wird dabei als Grundlage für die regionale Bindung angesehen. Weitere Schwerpunkte der griechischen Politik in der Europäischen Union sind beispielsweise eine gemeinsame Immigrations- und Asylpolitik oder eine gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik, die ein stärkeres Gegengewicht zur NATO bzw. den USA einnehmen soll.

Griechenland hatte im ersten Halbjahr des Jahres 2003 die EU-Ratspräsidentschaft unter dem sozialdemokratischen Ministerpräsidenten Konstantinos Simitis inne. Sie stand im Zeichen der Osterweiterung der Europäischen Union, der Ausarbeitung eines Verfassungsvertrages durch den Reformkonvent sowie des Irak-Krieges und seiner Auswirkungen auf die Europäische Union. Als historischer Höhepunkt gilt dabei die Unterzeichnung der Beitrittsverträge mit den zehn neuen EU-Mitgliedsstaaten am 16. April 2003 in Athen als der Geburtsstätte der Demokratie, was als symbolische Weichenstellung für die Zukunft Europas betrachtet wurde.

Griechenland verfolgte in den Jahren ab 1996 unter Premierminister Konstantinos Simitis und Außenminister Giorgios Papandreou verstärkt eine Politik der europäischen Integration. Im Zentrum standen dabei eine stärkere Abstimmung der griechischen Europapolitik zur Politik der Europäischen Union, der Ausbau der bilateralen Zusammenarbeit mit den Staaten Südosteuropas und die Annäherung an die Türkei. Dies führte zu einer Vielzahl bi- und multilateraler Projekte zwischen Griechenland und den Staaten des Balkans sowie zu einer Reihe vertrauensbildender Abkommen mit der Türkei. Im Jahr 2002 ratifizierte das griechische Parlament ein Hilfsprogramm in Höhe von 550 Mil. Euro für Südosteuropa, mit dem Ziel, die Stabilität und den wirtschaftlichen Wiederaufbau in der Region zu unterstützen.

Die Beziehungen des Landes zu Deutschland finden seit dem 19. Jahrhundert auf staatlicher Ebene statt. Allgemeine Beziehungen bestehen seit der Aufklärung (mit dem Philhellenismus) und den Auslandsgriechen (z.B. Gründung der griechischen Gemeinde Leipzig um 1700). Seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges besteht eine Kontinuität auf verschiedenen Ebenen. Die politischen Kontakte bewegen sich dabei auf einem hohen Niveau. Die Treffen der Regierungschefs sowie der einzelnen Fachminister und Außenminister beider Länder zeigen eine breite Übereinstimmung, insbesondere auch für europapolitische Themen . Das letzte Treffen auf höchster Regierungsebene fand am 15. Februar 2006 zwischen der Bundeskanzlerin Angela Merkel und dem Ministerpräsidenten Kostas Karamanlis in Berlin statt.

Die Beziehungen Griechenlands zu den Ländern Südosteuropas können heute weitgehend als ausgeglichen betrachtet werden. Die schrittweise Aussöhnung und die immer besser werdenden Beziehungen zum ehemaligen Erzfeind Türkei in den letzten Jahren gelten hierbei als ein richtungsweisender Schritt. Griechenland gilt als einer der größten Befürworter eines EU-Beitritts der Türkei. Weiterhin ist die Türkei ein strategisch wichtiger Handelspartner.

Das Verhältnis zu Albanien, mit dem der faktische Kriegszustand erst 1987 beendet wurde, wird heute von einer engen Zusammenarbeit geprägt. Die Beziehungen zu Albanien wurden in der Vergangenheit und seit dem Fall des eisernen Vorhangs immer wieder durch eine starke und unkontrollierte Migrationsbewegung albanischer Wirtschaftsflüchtlinge belastet. Die Kontakte zu Bulgarien, Rumänien sowie Serbien - das als historischer Verbündeter gilt - sind sehr gut. Mit Bulgarien wurde die Eröffnung neuer Grenzübergänge vereinbart und es wurden verschiedene Infrastrukturprojekte in Angriff genommen. Die diplomatischen Beziehungen zum nördlichen Nachbarn Republik Mazedonien befinden sich zwar im Ausbau und der Ausblick ist positiv, das Verhältnis bleibt jedoch wegen des nach wie vor ungelösten Namensstreits belastet, verstärkt wieder nach Anerkennung der Bezeichnung Republik Mazedonien durch die USA im November 2004. Unabhängig von diesem Problem haben sich in den vergangenen Jahren die nachbarschaftlichen Beziehungen sowie die wirtschaftliche Kooperation beider Staaten in einem besonderen Maße entwickelt.

Die transatlantischen Beziehungen zwischen Griechenland und den USA sind zwar traditionell gut, es herrschen jedoch in Teilen der Bevölkerung historisch bedingte Vorbehalte gegenüber der amerikanischen Außenpolitik. Die ablehnende Haltung gegenüber dem völkerrechtlich umstrittenen Einsatz in Serbien im Rahmen der NATO 1999 sowie die Ablehnung einer Teilnahme an dem von den Vereinigten Staaten angeführten Militäreinsatz im Irak im Jahr 2003 belasteten in den letzten Jahren das Verhältnis beider Staaten. Das letzte Treffen führender Politiker beider Staaten fand am 26. April 2006 zwischen der US-Außenministerin Condoleezza Rice, der griechischen Außenministerin Dora Bakogianni und dem Ministerpräsidenten Kostas Karamanlis in Athen statt.

Griechenland pflegt aufgrund seiner geographischen Lage im Allgemeinen relativ gute Kontakte zu mehreren Staaten des Nahen Ostens und unternahm in der Vergangenheit verschiedene Versuche, in den einzelnen Krisenregionen zu vermitteln. In den letzten Jahren wurden diese Beziehungen zur Stärkung der von den USA geführten Antiterrorkoalition eingebracht. Während des zweiten Libanonkrieges zwischen Israel und der libanesischen Hisbollah im Jahr 2006 gehörte Griechenland zu den Staaten, die sich für einen sofortigen Waffenstillstand einsetzten.

Griechenland ist Mitglied der NATO und unterhält eine Wehrpflichtarmee, die sich in die Teilstreitkräfte Heer, Luftstreitkräfte und Marine untergliedert.

In Griechenland gilt eine allgemeine Wehrpflicht für Männer zwischen 18 und 45 Jahren, die Wehrdienstdauer für Wehrpflichtige beträgt zur Zeit (2008) zwölf Monate. Verwitwete Väter bzw. ältere Brüder mit der Sorgepflicht für einen oder mehrere Minderjährige sind von der Wehrpflicht befreit. Für Auslandsgriechen, die auch im Ausland geboren sind, beträgt die Wehrdienstdauer nur 3 Monate. Andere Auslandsgriechen, Einwanderer mit griechischem Pass und Geschwister einer Familie mit sechs oder mehr Kindern haben das Recht auf eine auf sechs Monate reduzierte Wehrdienstdauer. Für den ältesten Bruder dreier Geschwister, für die zwei ältesten Brüder vierer Geschwister, und für Väter beträgt sie neun Monate. Für Frauen gilt keine Wehrpflicht, sie können jedoch ohne Einschränkungen dem Militär beitreten.

Die 51 Präfekturen des Landes (νομός, nomos) werden verwaltungstechnisch in 13 Verwaltungsbezirken (περιφέρεια, periferia) zusammengefasst und verwaltet. Weitere untergeordnete Verwaltungseinheiten sind in Attika die Präfekturbezirke (νομαρχία, nomarchía), sowie auf kommunaler Ebene die Städte und Gemeinden (δήμος, dimos und κοινότητα, kinotita). Die Mönchsrepublik Athos auf der Halbinsel Chalkidiki wird weitgehend autonom verwaltet.

Historisch gliedert sich Griechenland in 10 Regionen (γεωγραφικό διαμέρισμα, geografiko diamerisma), die aber keine Bedeutung als Verwaltungseinheiten haben und teilweise mit den Verwaltungsbezirken identisch sind.

Die Wirtschaft Griechenlands ist eine marktorientierte Wirtschaft mit einer beschränkten staatlichen Intervention. Der Wandel Griechenlands von einem eher landwirtschaftlich orientierten Land zu einer modernen, dienstleistungsorientierten Wirtschaftsnation begann in den 1970er-Jahren mit einer Reihe grundlegender Reformen und der darauffolgenden Aufnahme Griechenlands in die Europäische Gemeinschaft im Jahr 1981. In den Folgejahren profitierte die griechische Wirtschaft zunehmend von der wirtschaftlichen Anbindung des Landes an das Wirtschaftsgeschehen der europäischen Industrienationen und den für die damals neu aufgenommenen Mittelmeerstaaten eingerichteten Kohäsionsfonds der Europäischen Gemeinschaft.

Seit Mitte der 1990er-Jahre befindet sich die griechische Wirtschaft in einem regen Aufschwung. Er beruht vor allem auf durchgeführten Strukturreformen, der eingeleiteten Privatisierung sowie einer veränderten makroökonomischen Politik des griechischen Staates, die das Ziel hatte, die Kriterien des Maastrichter Vertrags für die Europäische Wirtschafts- und Währungsunion zu erfüllen. Seit dem Jahr 2000 führten der Beitritt Griechenlands zur Eurozone, extensive Infrastrukturmaßnahmen sowie verschiedene Großereignisse wie zum Beispiel die Olympischen Spiele im Jahr 2004 zu einer permanenten Stimulierung der griechischen Wirtschaft. Griechenland ist heute der größte Investor im südöstlichen Europa. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) pro Kopf des Landes belief sich im Jahre 2005 auf 16.130 Euro bzw. 22.800 US-$.

Im Vergleich mit dem BIP der EU und ausgedrückt in Kaufkraftstandards erreichte Griechenland 2003 einen Index von 81,1 (EU-25: 100).

Der Primärsektor in Griechenland verlor in der Vergangenheit immer stärker an Bedeutung. Der Anteil der Aktivitäten des primären Sektors an der Wirtschaftsleistung des Landes belief sich im Jahr 2004 auf 6,4 %. Angebaut werden vorzugsweise für den Export bestimmte Produkte, wie Wein (→ Weinbau in Griechenland), Tabak und Oliven. Die wichtigsten Anbaugebiete für Weizen sind die Regionen Thessalien, West-Thrakien, Böotien und Makedonien. Die Nutztierhaltung in Griechenland beschäftigt sich überwiegend mit der Züchtung von Schafen und Ziegen. Die zwischenzeitlich neu gesteckten Ziele, die Viehzucht zu erweitern, führten zu einem verstärkten Anbau von Gerste, Mais und anderen Futterpflanzen. Für den Anbau von Obst und Gemüse ist der Boden Griechenlands geeignet, so gedeihen Grapefruit, Soja, Avocado und auch Spargel. Infolge der topographischen Verhältnisse wurde lange Zeit auf den Einsatz von landwirtschaftlichen Maschinen verzichtet. Dies änderte sich mit der Intensivierung der Landwirtschaft. Dagegen steht immer noch die sehr kleine durchschnittliche Anbaufläche pro Betrieb. Aufgrund des maritimen Charakters des Landes wird dem Fischfang in Griechenland eine besondere Rolle zugewiesen. Der Beitrag des Agrarsektors am Export Griechenlands liegt bei 22 %.

Der Sekundärsektor des Landes befindet sich seit einigen Jahren in stetigem Wachstum. Sein Anteil an der Wirtschaftsleistung Griechenlands betrug im Jahr 2004 22,2 %. Der Industriesektor in Griechenland wird durch eine hohe Anzahl von kleinen und mittelständischen Unternehmen geprägt. Wichtigste Wirtschaftszweige sind die verarbeitende Industrie und die Bauindustrie. Produziert werden traditionell Nahrungsmittel, Textilprodukte, Metallprodukte, Erdöl- und Kohleprodukte, Chemikalien, Glas und Zement, Maschinen und darüber hinaus in neuerer Zeit auch zunehmend Technologie- und Telekommunikationsprodukte. Der Industriesektor trägt zu 59 % am Exportvolumen des Landes bei. Abnehmerländer griechischer Industrieprodukte sind unter anderem Deutschland, Italien, Großbritannien oder die Türkei.

Der Tertiärsektor ist der größte und wichtigste Wirtschaftssektor in Griechenland. Er erwirtschaftete im Jahr 2004 71,4 % der griechischen Wirtschaftsleistung. An zentraler Stelle stehen hierbei die Tourismusbranche, der Handel, der Schiffsverkehr sowie die Finanzdienstleistungen. Während der Handel, die Tourismusindustrie sowie die Schifffahrtsunternehmen schon immer eine besondere Position in der griechischen Wirtschaft eingenommen haben, entwickelten sich die Finanzdienstleistungen erst mit der Liberalisierung des Bankenwesens in Griechenland und spielen heute eine wichtige Rolle bei Investitionen sowohl in Griechenland als auch im südöstlichen Europa. Die griechische Schifffahrt hat international einen sehr hohen Stellenwert und bedient mit 3.618 griechisch kontrollierten Schiffen (über 1000 GRT) 18,6 % des weltweiten Schiffsverkehrs. Der Tourismus trägt mit 10 % zur Wirtschaftsleistung des Landes bei.

Der Anteil der staatlichen Ausgaben in Griechenland belief sich in den Jahren zwischen 1992 und 2000 auf 7 % für das Gesundheitswesen, 11 % für das Bildungswesen sowie 8 % für die Verteidigung. Ziel der aktuellen griechischen Politik ist es die Staatsausgaben zu senken, um das Haushaltsdefizit im Rahmen der EU-Konvergenzkriterien zu halten. Das Land hatte im Jahr 2001 und bezogen auf den EU-Durchschnitt relativ hohe Aufwendungen im Bereich der Verwaltung.

Durch die Geographie des Landes mit einer langen Küstenlinie und dem Inselreichtum kommt der Schifffahrt eine besondere Bedeutung zu. Wichtigster Hafen ist Piräus. Von Bedeutung sind auch die Fährverbindungen von Patras und Igoumenitsa nach Italien. Fährschiffe verkehren zu allen größeren Inseln.

Während seit den 1960er Jahren vor allem die Nationalstraßen ausgebaut (und teilweise neu geführt) wurden, entschloss man sich ab den späten 1980er Jahren aufgrund der fortschreitenden Motorisierung die griechischen Autobahnen auszubauen (bis dahin waren nur einige Nationalstraßen als Autobahn ausgebaut ohne separat ausgeschildert zu werden). Die Magistrale Korinth-Athen-Thessaloniki wurde sechsspurig ausgebaut und bei Athen mit der Spange Attiki Odos umfahren. Gegenwärtige große Projekte sind die weitestgehend fertige Egnatia Odos (A2) im Norden, sowie die Ionia Odos (A5). Der Autobahnbau in Griechenland wird über Mautgebühren finanziert, einige wurden privat finanziert und werden erst nach einigen Jahrzehnten in Staatseigentum übergehen.

Die regionalen KTEL-Genossenschaften betreiben ein Netz aus Fernverbindungen mit Überlandbussen, ebenso den Nahverkehr in kleinen Städten und auf dem Land.

Das Eisenbahnnetz der staatlichen Griechischen Eisenbahngesellschaft OSE besteht aus einem regelspurigen Hauptnetz, einem meterspurigen Netz auf dem Peloponnes, der Strecke der Zahnradbahn von Diakofto nach Kalavryta mit einer Spurweite von 750 mm und der 600-mm-Nebenstrecke Volos-Milies, auf zwei Abschnitten derer Museumsbetrieb stattfindet.

Es ist in großen Abschnitten eingleisig und in den vergangenen Jahrzehnten stark vernachlässigt worden. In den 90er Jahren wurde mit Modernisierungsarbeiten begonnen, wodurch u.a. die Hauptachse Athen–Thessaloniki erheblich verbessert, die Strecke von Larisa über Thessaloniki bis zur mazedonischen Grenze elektrifiziert und 2004 die Athener S-Bahn (Proastiakos) eröffnet wurde. Dies führte zu einem beträchtlichen Anstieg der Beförderungszahlen. Auf der Strecke Athen–Thessaloniki ist die Bahn mittlerweile das schnellste Landverkehrsmittel. Ein großes Projekt ist derzeit der Bau eines neuen Hauptbahnhofs für Athen im Norden der Stadt.

Das schmalspurige Netz auf dem Peloponnes befindet sich weiter auf dem technischen Stand einer Museumsbahn und wird etappenweise durch ein regelspuriges mit neuer Trassenführung ersetzt. Der Anschluss von Athen bis Kiato ist fertiggestellt, der Bau der Verlängerung nach Patras soll im Jahr 2013 abgeschlossen werden.

Internationale Direktverbindungen bestehen zwischen Thessaloniki und folgenden Städten: Belgrad, Budapest, Bukarest, Istanbul, Ljubljana, Skopje, Sofia, Svilengrad und Zagreb. Das nordwestliche Landesinnere ist nicht vom Eisenbahnnetz erschlossen.

Die primäre Versorgung der staatlichen Versicherung, wobei hier ungleiche Verhältnisse bei den ärztlichen Dienstleistungen in Städten, städtischen Randgebieten und ländlichen Bezirken bestehen. In den städtischen Zentren ist die primäre staatliche ärztliche Versorgung deutlich besser als auf dem Land, weil es gut organisierte Ärztehäuser gibt, die von den Versicherten aller Bereiche zwecks ihrer Behandlung aufgesucht werden. Die sekundäre private Versorgung, wie man sie gewöhnlich in Privatpraxen sowie den Hauptstädten der Regierungsbezirke und in den Städten der größeren Inseln findet. Die von zahlreichen Touristen in Anspruch genommene ärztliche Versorgung der Inseln wird hauptsächlich von einzelnen, frei praktizierenden Ärzten, von privaten Gesundheitszentren mit meist sehr guter Facharztausstattung, sowie von Landärzten wahrgenommen.

Teilweise ist sogar in Notfällen kein Vorzeigen des persönlichen Krankenheftes notwendig, wenn der Patient nicht stationär behandelt wird. Dies gilt für alle Personen, die sich in Griechenland aufhalten.

Neben der staatlich organisierten Feuerwehr gibt es die Vereinigung der Volontäre (ESEPA) vergleichbar mit der Freiwilligen Feuerwehr hierzulande. Die geringe Bevölkerungsdichte und die vielen Inseln wirken sich fatal bei Waldbränden im Sommer aus, die oft auf grob fahrlässigem Abflämmen der abgeernteten Felder begüstigt durch die heißen Wüstenwinde aus der Sahel-Zone ausgelöst werden. Die griech. Luftstreitkräfte verfügen über die größte Flotte von Feuerlöschflugzeugen in der EU.

In Griechenland finden sich viele Zeugnisse klassischer Architektur. Gebäude wie der Parthenon oder das Theater von Epidauros geben einen guten Eindruck von der Qualität antiken Bauens. Diese wurden zum Vorbild des Klassizismus im 19. Jahrhundert, der in Griechenland von großer Bedeutung war. Architekten wie Theophil Hansen oder Ernst Ziller prägten die Städte mit großen öffentlichen Bauten, allem voran die Architektur Athens. Ausnahme ist der ebenfalls für den Klassizismus bekannte Karl Friedrich Schinkel, er wählt beim Bau der Augenklinik eine byzantinische Formensprache.

Die griechische Moderne gilt als eine der ältesten in Europa. Als Patroklos Karantinos, Schüler Auguste Perrets, den CIAM Kongress 1933 in Athen organisierte, konnte Griechenland über eine bedeutende Anzahl an Zeugnissen der Moderne aufweisen. Die hier verabschiedete Charta von Athen wurde zum Fanal der Moderne. Walter Gropius oder Eero Saarinen griffen in Ihren Projekten in Athen auch subtil auf Proportionen der Antike zurück. Einen städtebaulichen Impuls brachten die olympischen Spiele 2004, allem voran die Sportstätten und Brücken des Architekten Santiago Calatrava.

Die Architektur der Kykladen ist durch kubische Formen geprägt, deren blau-weiße, verschachtelte Wohnhäuser und Kirchen zum Markenzeichen Griechenlands wurden. Regional von Bedeutung sind ferner fränkisch oder osmanisch geprägte Altstädte. Die Ionischen Inseln sind venezianisch geprägt, auf Kreta stellt das Kamara-Haus eine traditionelle Bauform dar. Bedeutende gotische Bauten finden sich nur auf dem Dodekanes, allem voran die Altstadt von Rhodos.

Die griechische Sprache ist mit Abstand die wichtigste gesprochene Sprache in Griechenland und wird in der Version der Dimotiki gesprochen und gelehrt. Von Bedeutung ist ferner das Altgriechische, welches Pflichtfach an Schulen ist, und (in einer jüngeren Form, der Koine) noch im Gottesdienst der griechisch-orthodoxen Kirche benutzt wird. Regional werden von Minderheiten Türkisch oder slawische Dialekte gesprochen. Englisch und Französisch sind die beliebtesten Fremdsprachen, seit 2004 ist Griechenland auch Mitglied der Francophonie. Seit den 1990er Jahren ist Griechenland ein beliebtes Emigrationsziel und somit sind auch Sprecher weiterer Sprachen zahlreich vorhanden, wie Albanisch, Bulgarisch oder Russisch.

Unter dem Kontext der Olympischen Spiele der Antike hat die Olympische Bewegung von Anfang an in Griechenland viele Anhänger gefunden, so dass Athen 1896 erster Austragungsort wurde, zehn Jahre später folgte sogar die Zwischenolympiade als Jubiläumsveranstaltung. Seit 1936 wird die Olympische Flamme in Olympia entzündet und in einen Fackellauf zum Austragungsort gebracht. 2004 wurden zum dritten Mal Olympische Sommerspiele in Athen ausgetragen.

Beliebte Publikumssportarten in Griechenland sind Basketball und Fußball. Zweiterer hat seine Rolle durch den Gewinn der EM 2004 gestärkt. Eine weitere beliebte Sportart ist Wasserball.

Laut Artikel 4 Absatz 7 der griechischen Verfassung werden „griechischen Staatsbürgern (...) Adelstitel oder Rangbezeichnungen weder verliehen noch anerkannt“. Jedoch werden Adelstitel im Zusammenhang mit historischen Personen weiterhin erwähnt.

2007 hatten 33 Prozent der griechischen Haushalte Internet. Bereits 2004 erzielten Zeitschriften brutto erstmals höhere Werbeeinnahmen als Fernsehsender - inzwischen sind es rund 42 Prozent aller Werbeetats (978 Millionen Euro), deutlich mehr als TV und Zeitungen. Die hoch verschuldete Verlagsbranche wird von ausländischen Investoren konsolidiert.

Das griechische Bildungssystem untergliedert sich grob wie vergleichbare Bildungssysteme in europäischen und nordamerikanischen Staaten in Vorschul-, Schul-, Berufs- und Hochschulbildung.

In Griechenland stehen für die Vorschulbildung (Alter bis 6 Jahre) Kindergärten und Horte zur Verfügung: Im Jahr 1991 besuchten 135.014 Kinder 5.529 Horte und 8.377 Kindergärten. 2001 besuchten 143.401 Kinder 5.715 Horte und 11.461 Kindergärten. Ein Besuch dieser Einrichtungen ist freiwillig.

Artikel 16 Absatz 3 der griechischen Verfassung von 1975 legt eine neunjährige Schulpflicht, beginnend mit dem 5.Lebensjahr, fest. Die Schulausbildung muss kostenlos sein. Während der griechischen Militärdiktatur von 1967 bis 1974 hielt die Junta-Regierung eine sechsjährige Schulpflicht für zureichend.

Das gegenwärtige griechische Schulsystem unterscheidet drei Formen von Schulen: das Dimotiko Scholio (Klasse 1 bis 6), das Gymnasio (Klasse 7 bis 9) und das Lykio (Klasse 10-12). Im Gegensatz zum deutschen Schulsystem existieren keine parallelen Schulformen, alle Kinder besuchen die gleiche Schulform. Das Dimotiko Scholio - kurz Dimotiko umfasst die Klassen 1 bis 6 für die 6 bis 12-jährigen Kinder. Das Dimotiko entspricht im Vergleich zum deutschen Schulsystem der Primarstufe plus der ersten beiden Jahre der Sekundarstufe I. Dem Dimotiko folgt für alle Schüler das Gymnasio., eine dreijährige Schulform (Klasse 7 bis 9), die für alle Kinder entsprechend der neunjährigen Schulpflicht obligatorisch ist. Das griechische Bildungssystem fasst Dimotiko und Gymnasio als Grundausbildung zusammen. 1991 gab es 7.526 Schulen der Grundausbildung (Dimotiko und Gymnasio) mit 784.707 Schülern und 42.991 Lehrern.National Statistical Service of Greece (EYSE): Greece in Figures 2007. Piräus 2007. S. 10.</ref> 2001 gab es 5.753 Schulen mit 639.865 Schülern und 58.376 Lehrern.

Nach Abschluss des Gymnasio mit der 9. Klasse kann die Schullaufbahn freiwillig fortgesetzt werden: die nachfolgende Schule ist das Lykio, welches über 3 Jahre läuft (Klasse 10 bis Klasse 12). Das Lykio entspricht der Sekundarstufe II bzw. der gymnasialen Oberstufe des deutschen Schulsystems. Die zeitweilig seit den 1980er Jahren vorhandenen technischen Ausrichtungen des Lykio sind 1998 wieder abgeschafft worden: das Lykio ist seitdem wieder eine einheitliche Schulform. In der dritten Klasse des Lykio wählen die Schüler einen von fünf Wahlpflichtbereichen aus, der mehrere Fächer beinhaltet. Die Wahlpflichtfachkombinationen führen dabei jeweils zu unterschiedlichen Hochschulausbildungen: der erste zu einer Technischen Hochschule und/oder Universität, der zweite zu einer Medizinischen Hochschule bzw. Fakultät, der dritte zu einer philosophischen oder juristischen Hochschulbildung, der vierte zur sozialwissenschaftlichen Hochschulausbildung und der fünfte führt zu einer technischen Hochschule (entsprechend deutscher Fachhochschule). 1991 besuchten 870.235 Schüler 3.604 Schulen des Typs Lykio, 2001 besuchten 693.323 Schüler 3.968 Schulen des Typs Lykio.

Griechenland verfügt über Universitäten (Panepistimio) und Technische Hochschulen (TEI, am ehesten mit einer deutschen Fachhochschule vergleichbar). Die Hochschulen sind dabei ausnahmslos in staatlicher Hand unter Verwaltung des Bildungsministeriums in Athen. Private Universitäten sind nach Artikel 16 Absatz 8 der griechischen Verfassung von 1975 verboten. Die Ausbildung an einer griechischen Hochschule ist kostenfrei; Bedürftige haben Anspruch auf staatliche Unterstützung.

Der Zugang zur Hochschulbildung ist ausschließlich über eine griechenlandweit abgehaltene zentrale Eingangsprüfung möglich. Voraussetzung für die Teilnahme an dieser Prüfung ist der erfolgreiche Abschluss der Sekundarstufe II des griechischen Primärbildungssystems, des Lykios (Lyzeum). Diese jährlich im späten Frühjahr und Anfang des Sommers stattfindende zentrale Zulassungsprüfung ist jedes Jahr dominierendes Thema in der griechischen Öffentlichkeit, einschließlich Politik und Massenmedien. Die Veröffentlichung von Listen der Zugelassenen pro Studiengang und Ort in überregionalen Tageszeitungen ist die Regel, Sondersendungen im Radio und Fernsehen ebenfalls. In weiten Teilen der griechischen Gesellschaft gilt die Zukunft des Kindes als ungesichert wenn nicht sogar ruiniert, wenn die Eingangsprüfung zur Hochschulbildung nicht bestanden wird. Lediglich 18% der Prüflinge bestehen die Universitätseingangsprüfung, bezieht man die Prüflinge ein, die einen Platz für einen dreijährigen Studiengang an einer technischen Hochschule (TEI) erhalten, steigt der Anteil der erfolgreichen Absolventen auf ca. 35%. Die Anzahl der Studienplätze pro Studiengang und Ort wird vom griechischen Bildungsministerium für alle Hochschulen in Griechenland festgelegt. Die hieraus resultierenden Prüfungsanforderungen werden somit mittelbar (oder unmittelbar) ebenfalls vom Bildungsministerium griechenlandweit festgelegt. Analog dem deutschen ZVS-Zulassungsverfahren in seiner bundesweiten Ausführung werden ausschließlich nach Prüfungsergebnis Studiengang und Studienort festgelegt. In den 1980er Jahren wurden die Anforderungen der Prüfungen vermindert: beispielsweise wurde auch die Bedingung des erfolgreichen Bestehens des Lyzeums wurde abgeschafft. Diese Abschaffung erfolgte in der Absicht, die Zugangschancen zur Hochschulbildung zu verbessern. Folge dieser Maßnahme war, dass Ende der 1980er Jahre lediglich 50% der Prüfungskandidaten erfolgreich das Lyzeum (Sekundarstufe II) abgeschlossen hatten und damit der Stellenwert der „griechischen Sekundarstufe II“ weiter gesenkt wurde.

Die Studierendenzahlen sind in etwa analog der Bevölkerungsdichte verteilt: In Athen einschl. Piräus studierten 1991-1992 über 54.000 Studenten an acht Universitäten und über 30.000 Studeten an TEI (Fachhochschulen). In Thessaloniki inkl. des TEI in Serres studierten über 53.000 Studenten an zwei Universitäten und knapp 16.000 Studenten an TEI. Im Vergleich hierzu studierten beispielsweise nur knapp 7.900 Studenten an einer Universität in Westgriechenland (Patras), ca. 5.800 Studenten an einer Universität in Epirus (Ioannina) und etwas mehr als 5.000 Studenten an der Universität für Ostmakedonien-Thrakien in Alexandroupolis . Die Universität der Ionischen Inseln hatte 1991-1992 lediglich 419 Studenten, die Universität in Thessalien (Larisa) 705 Studenten. Die Gesamtzahl der an Universitäten studierenden Personen in Griechenland betrug für den gleichen Zeitraum 117.980; an TEI studierten 79.974 Personen. 2001 studierten an den Universitäten 148.772 Menschen, an den TEI 87.797 Menschen; 63.000 Menschen studierten im Ausland.

Die TEI wurden erst Anfang der 1980er Jahre per Gesetz 1404/1983 unter der Regierung Andreas Papandreou eingeführt. Die zuvor bestehenden technischen Bildungseinrichtungen KATEE wurden durch die TEI abgelöst. Die KATEE, als Bildungseinrichtungen mit nur bedingtem Hochschulcharakter, fanden in der griechischen Bevölkerung mit ihrer Bevorzugung einer universitären Hochschulbildung keine Akzeptanz. Die Einführung der TEI hatte bezogen auf die zukünftigen Arbeitsmarktchancen ihrer Absolventen nicht die erhoffte oder beobachtete Wirkungen wie beispielsweise die Einführung der Fachhochschulen in der Bundesrepublik Deutschland: in Griechenland stieg die Arbeitslosenquote der Hochschulabsolventen in den 1980er Jahren an.

Das Mißverhältnis zwischen Angebot von Studienplätzen und der erheblich höheren Nachfrage wird von ökonomischer Seite auf die Bestimmungen des Artikel 16 der griechischen Verfassung zurückgeführt, welcher eine kostenlose Universitätsbildung und ein Verbot privater Hochschulen vorschreibt. Nach Psacharopoulos führe die Verstaatlichung des Bildungssystems samt Beamtentums bei den Lehrkräften zu einem Mangel an Wettbewerb. Außerdem müssen die kostenlosen Studiumsleistungen im Rahmen der Volkswirtschaft erwirtschaftet werden. Der gleiche Kritiker weist aber auch darauf hin, dass Griechenland nur die Hälfte an Finanzmitteln pro Studierenden im Vergleich zum OECD-Durchschnitt ausgibt (in kaufkraftkonstanten Preisen bemessen). Diese „relative Unterfinanzierung“ besteht auch im Vergleich zum Durchschnitt der EU-Staaten. Nach einer OECD-Statistik von 2001 wendet Griechenland pro Student 4.157 USD auf (zum Vergleich: Schweden 13.224 USD, Niederlande 10.757 USD, Deutschland 9.481 USD, EU-Durchschnitt 9.063 USD) Bemerkenswert ist die Arbeitslosigkeit bei Menschen mit Hochschulbildung unter 24 Jahren (nach Daten von Eurostat, 2000): 28,8% in Griechenland gegenüber 12,8% im EU-Durchschnitt. Hierbei ist allerdings nicht eindeutig geklärt, ob diese Personen das Studium abgeschlossen haben und ob die staatliche Planung der Studienplätze und Studiengänge dafür verantwortlich ist. Ein Hinweis auf eine „Fehlplanung“ ergibt sich am Beispiel des Studiengangs Informatik: 2001 richtete das Bildungsministerium 125 Studienplätze in diesem Studiengang bei 20.824 Bewerbern ein. Indikativ für eine Fehlsteuerung durch die hochrestriktive Vergabe von Studienplätzen und Studienorten ist dabei die Beobachtung, dass lediglich 15% der Studenten im Studiengang Informatik dies auch studieren wollten. Auffallend ist auch, dass Griechenland, gemessen an seiner Bevölkerung, den höchsten Anteil an Studierenden im Ausland hat: 5.257 im Ausland Studierende pro 1 Million Einwohner gibt es in Griechenland (zum Vergleich: Deutschland 637, Japan 499, Indien 47, Malaysia 1777, Frankreich 827; Daten nach OECD 2002). Dabei wird als besonders negativ gewertet, dass viele der im Ausland Studierenden nicht nach Griechenland zurückkehren, wenn sie ihr Studium erfolgreich abgeschlossen haben.

1 Liegt größtenteils in Asien.  2 Hat zusätzliche Gebiete außerhalb Europas.

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Weinbau in Griechenland

Gefäß mit einer Inschrift mit Linearschrift A

Der Weinbau in Griechenland hat eine lange, in die Antike zurückreichende Tradition. Während der Zeit des Byzantinischen Reichs, spätestens ab der Zugehörigkeit Griechenlands zum Osmanischen Reich ab dem 15. Jahrhundert kam der Fortschritt im Weinbau praktisch zum Erliegen. Erst mit dem Ende der griechischen Militärdiktatur im Jahr 1974 sind die politischen Rahmenbedingungen für einen Qualitätsweinbau wieder gegeben. Griechische Winzer sind in den letzten 20 Jahren dazu übergegangen, in der Mehrzahl trockene Weine zu erzeugen. Nach einer Periode, wo der Weinbau durch Winzergenossenschaften dominiert wurde, setzen seit den 1970er private Weingüter qualitative Ausrufezeichen. Durch Investitionen im Weinkeller konnten griechische Spitzenbetriebe seit den 1980er Jahren an den internationalen Standard anknüpfen. Ein konsequentes Rodungsprogramm minderwertiger Rebsorten und der Rückzug in höher gelegene, kühlere Gebiete in Verbindung mit modernisierten Anbaumethoden und der Kultivierung von Qualitätsreben schreibt sich in die Qualitätspolitik des Weinbaus Griechenlands ein. Das zentrale Weininstitut in Athen trägt Sorge, dass sich die griechische Weinwirtschaft in puncto Qualität weiterentwickelt.

Das insgesamt milde Klima mit ausreichend Sonnenstunden in einer gebirgigen Landschaft mit zum größten Teil kalkhaltigen und vereinzelt vulkanischen Böden schaffen die Bedingungen für den Ausbau guter Weine. Gleichzeitig profitiert der Weinanbau von der Vielfalt der Böden und der großen Anzahl an einheimischen Rebsorten, deren Potential noch nicht ausgeschöpft ist. Von den 113.000 Hektar Anbaufläche für Reben werden nur etwas mehr als die Hälfte für die Weinerzeugung genutzt, 10 Prozent entfällt auf den Tafeltraubenanbau und 30 Prozent dienen als Grundprodukt zur Erzeugung von Rosinen . Von insgesamt 4.000.000 hl produziertem Wein im Jahr 2005 gingen lediglich 289.000 hl, also knapp 7 Prozent in den Export. Im gleichen Jahr lag die durchschnittliche Exportrate weinbautreibender Länder in der europäischen Union bei 31 Prozent. Im Jahr 2000 lag der generierte Deckungsbeitrag der Weinbauern bei 146 Millionen Euro.

Aus archäologischen Funden von Kernen in Dikili Tash, einem Tell bei Philippi in der Präfektur Drama, gewannen die Forscher die Kenntnis, dass in Griechenland bereits in der späten Jungsteinzeit Beeren der Wilden Weinrebe verarbeitet wurden . Nach einem Fund auf dem Gebiet des heutigen Irans handelt es sich um das zweitälteste Zeugnis dieser Art weltweit. Dieser neue Befund legt eine Migration des Weinbaus vom Iran über den Bosporus nach Griechenland nahe. Im Jahr 1997 entwickelten die US-amerikanischen Marinegeologen Walter Pitman und William Ryan die Theorie, die Sintflut gehe auf einen Wassereinbruch in das Schwarze Meer zurück. Nach ihrer Ansicht hat dieser stattgefunden, als nach dem Ende der letzten Eiszeit durch das Abschmelzen der Gletscher alle Meeresspiegel weltweit anstiegen und damit sich auch der des Mittelmeers hob und etwa im 7. Jahrtausend v. Chr. das Niveau des Bosporus erreichte. Vor diesem Ereignis sei der Bosporus über den Schwarzmeer-Damm begehrbar gewesen. Erweitert wurde diese These durch Christian Borowski vom Max-Planck-Institut für marine Mikrobiologie, Bremen und Helge Arz vom Deutschen GeoForschungsZentrum Potsdam. Bohrungen im Schwarzen Meer belegen, dass die Überflutung mit Meerwasser wiederholt stattgefunden habe.

Aus der frühen Bronzezeit finden sich bereits zahlreiche Belege einer weiten Verbreitung der Rebe. Ausgrabungen auf der Insel Kreta zeigen die vorgriechische Geschichte des Weinbaus in der Region. In Vathypetro (griechisch Βαθύπετρο), eine Ausgrabungsstätte in der Nähe von Archanes, ist eine der ältesten Weinpressen der Welt zu sehen.

Die ausgegrabene Steinkelter und zahlreiche Tongefäße aus der minoischen Kultur belegen, dass auf Kreta die Wiege des griechischen Weinbaus stand. Aufgrund der engen Handelsverbindungen zwischen Kreta und Ägypten gehen die Historiker heute davon aus, dass die Minoer den Weinbau von ihren Nachbarn übernahmen.

Bei den gefundenen großen Amphoren handelte es sich häufig um Vorratsbehälter von Wein, während kleinere Gefäße der Lagerung von Olivenöl dienten. Die noch heute erzeugten geharzten Weine dürften ihren Ursprung in der ehemals praktizierten Konservierungsmethode haben, bei der die Wände der Amphoren mit Harz abgedichtet wurden. Der Stellenwert des Weins in dieser Kultur muss bereits hoch gewesen sein, da ein Ideogramm der Linearschrift A für den Wein identifiziert wurde.

Durch intensive Handelsbeziehungen kamen der Wein und der Weinbau schon bald auf die Insel Santorin, die zur damaligen Zeit Thira hieß. Über die Kykladen fand der Weinbau seinen Weg auf das griechische Festland. Vermutlich war dies jedoch nicht der einzige Weg der Verbreitung. Da den Altbabyloniern der Weinbau mindestens genauso früh wie den Ägyptern bekannt war, ist eine Verbreitung über die heutige türkische Westküste des damaligen Kleinasiens über die Ägäischen Inseln wahrscheinlich.

Archäologische Belege eines intensiven Weinbaus während der mykenischen Kultur zwischen 1600 und 1150 v. Chr. sind reichhaltig vorhanden. Neben getrockneten Kernen und Überresten gepresster Beeren finden sich zahlreiche Abbildungen auf Keramikarbeiten wie Töpfen und Vasen. In Pylos fanden Archäologen einen Keller mit 35 gut erhaltenen Gefäßen. Auf einigen dieser Gefäße fanden sich Inschriften, die auf ihren Verwendungszweck zur Lagerung von Wein hinweisen. Die weiterentwickelte Linearschrift B kannte bereits Ideogramme zu den Begriffen Wein und Weinberg und Vermutungen legen den Schluss nahe, dass es bereits den Beruf des Weinhändlers gab.

Keramik aus Mykene mit den Exportgütern Olivenöl und Wein fand man in Ägypten, Zypern, Syrien, Sizilien und Süditalien. Andererseits importierte Mykene Wein anderer Regionen, wie Weinmischgefäße aus Kanaan belegen.

In der griechischen Religion war das Trankopfer aus Flüssigkeiten wie Wasser, Milch, Honig, Wein oder Öl die häufigste Kulthandlung. Es geschah morgens und abends, zum Gebet, beim Eid, bei Antritt einer Reise oder bei Symposien und Gastmählern. Die beim Trankopfer verwendeten Gefäße unterschieden sich meist von denen für den Alltagsgebrauch. Ein gängiges Gefäß war das Rhyton, libiert wurde mittels Phiale (φιάλη oder phialē) beziehungsweise Patera (beides Opferschalen) sowie Lagynos und Guttus (Opferkannen).

Im Oktober feierte Athen das Weinlesefest Oschophoria. Im Winter folgten die Lenäen, bei denen ursprünglich um Wachstum und Fruchtbarkeit des neuen Jahres gebeten wurde. Im Februar fanden die Anthesteria statt, die nachweislich seit dem 15. Jahrhundert v. Chr. gefeiert wurden. Zu den Anthesterien gehörten unter anderem Weinwettrinken. Später kamen noch die Dionysien hinzu.

In einem Linos genannten Gefäß wurden die Beeren zerstampft. Der gewonnene Saft wurde zur alkoholischen Gärung meist mittels eines Weinschlauchs aus Ziegenfell in einen Pithos gegeben. Amphoren wurden in der Antike als Speicher- und Transportgefäße für Öle und Wein, Garum, Südfrüchte wie Datteln und anderes benutzt.

Wein wurde grundsätzlich mit Wasser getrunken, der Genuss von unverdünntem Wein galt als Merkmal der Barbaren. Nur bei dem Trankopfer zu Beginn eines Symposions wurde unvermischter Wein verwendet. Die übliche Mischung waren fünf Teile Wasser auf zwei Teile Wein, eine Mischung aus gleichen Teilen galt bereits als unmäßig und wurde akratos (unvermischt) genannt. Zum Verdünnen nutzten die Griechen als Mischgefäß in der Anfangszeit häufig den Weinkessel (Lebes oder fälschlicherweise häufig als Dinos bezeichnet), später setzten sich jedoch andere Formen des Kraters durch. Ein Krater konnte eine beachtliche Größe aufweisen, wie der Volutenkrater von Vix belegt. Diese großen Gefäße waren wahrscheinlich nicht für den praktischen Gebrauch bestimmt, sondern standen in sepulkralen Zusammenhang. Zur Kühlung nutzte man einen Einsatz für den Krater, Psykter genannt. Zum diesem Zweck war er mit frischem Wasser oder seltener mit Hagel oder Schnee gefüllt.

Zum Befüllen der Transportgefäße verwendete man Kellen oder Gefäßformen wie den Kyathos. Zum Transport und Einschenken wurden Kannen, so Oinochoen oder Olpen, benutzt. Als Trinkgefäß dienten der Skyphos, der Kantharos sowie die zeitweise sehr populäre Trinkschale Kylix. In manchen Regionen bildeten sich Sonderformen als Trinkgefäß heraus, in Lakonien etwa war die Lakaina besonders beliebt. Mit ihrer Trink- und Gelagekultur hatten die Griechen großen Einfluss auf andere mediterrane Gebiete, vor allem die Etrusker orientierten sich sehr an der griechischen Trinkkultur.

Die Zeiten zwischen 1200 v. Chr. und ca. 750 v. Chr. sind mangels Schriftquellen oder archäologischer Funde wenig bis gar nicht erforscht und werden auch als Dunkle Jahrhunderte bezeichnet. Es ist die Zeit zwischen dem Ende der mykenischen Kultur und dem Aufschwung in der archaischen Zeit etwa ab 750 v. Chr. Bereits im Werk von Homer wird der Wein als ein wichtiger Teil der Alltagskultur dargestellt. Sowohl Griechen als auch Trojaner, aber auch Kyklopen tranken Wein, während die Nahrung der Götter aus Nektar und Ambrosia bestand. Einzige Ausnahme war Dionysos, Gott des Weines, der Freude, der Trauben, der Fruchtbarkeit und der Ekstase. Auch wenn der von Homer erwähnte Nestorbecher bislang nicht gefunden werden konnte, sind etliche Beschreibungen Homers durch archäologische Funde belegt.

Hesiod war der erste griechische Autor, der in seinem Werk auf die Arbeit im Weinberg und den Ausbau von Wein eingeht. In seinem epischen Lehrgedicht Werke und Tage berichtet der im 7. Jahrhundert vor Chr. lebende Autor von der Weinlese der Insel Chios. Durch die Beschreibung der Himmelskonstellation von Sirius, Orion und Arktur kann der Zeitpunkt der Lese auf den Monat September datiert werden. Nach der Lese wurden die Beeren zehn Tage in der Sonne und nochmals fünf Tage im Schatten getrocknet. Erst dann erfolgte die Pressung. Darüber hinaus berichtet Hesiod über die korrekte Lagerung des Weins.

Auf Theophrastos von Eresos (* um 371 v. Chr. zu Eresos, Lesbos; † 287 v. Chr.? in Athen) gehen die ersten botanischen Beobachtungen zurück. In seiner Naturgeschichte der Gewächse behandelt Theophrastos – gestützt allerdings weniger auf eigene Untersuchungen, sondern mehr auf Berichte von Landwirten, Reisenden, Holzhauern und Kohlenbrennern – vor allem Fragen der Holztechnologie und der Holzbenutzung, aber auch die Standortskunde diverser Nutzpflanzen einschließlich der Rebe. In seinem Werk De Odoribus (Über die Gerüche) beschreibt er den Einfluss von Böden und der Wasserversorgung auf den Wein und fasst die Gewürze zusammen, die einem Wein zur Verbesserung hinzugegeben werden können.

In der archaischen Zeit (700–500 v. Chr.) kam es zur großen Kolonisation des Mittelmeerraums. Gründe waren neben Überbevölkerung und Sicherung von Handelswegen auch innere Kämpfe in Griechenland. Der Weinexport profitierte von dieser Kolonisation in erheblichem Maße. Neben Athen als wichtigstem Inlandsmarkt wurden Märkte am Schwarzen Meer, entlang der Donau bis in das Gebiet des heutigen Österreich, in Süditalien nach Solunto und nach Etrurien erschlossen. Wichtigstes Transportmittel war das Schiff, eine Tatsache, die auch im 9. Gesang der Ilias beschrieben wird Mit der Gründung von Massalia, dem heutigen Marseille vermittelten die Griechen den dortigen Kelten erste Einblicke in einen gewerblichen Weinbau und legten damit noch vor den Römern den Grundstein des Weinbaus in Frankreich.

Schon früh wurde Wein ein beliebtes Handelsgut. Von Homer wissen wir um den pramnios oinos, einem Wein der Insel Ikaria. Dionysos, der Gott des Weines, hatte bei Ikaria eine legendäre Begegnung mit Piraten. Er soll auch den Wein von Oinoe (gr. Οίνος, Wein) besonders geschätzt haben. Die Bekanntheit ging später so weit, dass der pramnios oinos zum Synonym für kräftigen, alkoholreichen Wein stand und nicht notwendigerweise von Ikaria kommen musste. Wenig später galten Weine der ägäischen Inseln als hervorragend. Die Weine der Insel Chios genossen dabei den besten Ruf, aber auch die Erzeugnisse von Lesbos und Thasos standen den erstgenannten kaum nach.

Welchen Stellenwert Wein spätestens seit dem 5.Jahrhundert erlangte, zeigt das Beispiel von Thasos, der nördlichsten Ägäis-Insel: Hier kannte man bereits vor 2400 Jahren ein Weingesetz. Nachdem die Griechen das persische Joch abgeschüttelt hatten, musste sich Thasos, wie alle Stadtstaaten an der thrakischen Küste, 479 v. Chr. unter die Vorherrschaft der Athener begeben und 478 v. Chr. dem ersten Attisch-Delischen Seebund beitreten. Der Seebund hatte die Vertreibung der Perser aus den griechischen Gebieten zum Ziel. Aber schon im Jahr 465 v. Chr. revoltierte Thasos gegen Athen und trat aus dem Seebund aus. Thukydides vermutet, dass der Grund des thasitischen Aufbegehrens in erster Linie ein wirtschaftlicher war, der sich auf die Kontrolle des Handels und des Bergbaus bezog (Thuk. I, 100).

Auf zwei Marmorplatten , die auf Thasos gefunden wurden, fanden sich Inschriften, die sich auf Regularien zur Weinerzeugung und Weinhandel bezogen. Die ältere der beiden Inschriften konnte auf die Jahre zwischen 480 und 460 v. Christus datiert werden, die jüngere auf das letzte Viertel des 5. Jahrhunderts. Reguliert wurde neben der Besteuerung der Handel mit Trauben, Most und Wein. Zur Kontrolle des Exports wurden die Amphoren mit Stempeln gekennzeichnet. Als Alleinstellungsmerkmal wurde dem reifenden Wein Rosenblätter beigemischt, um den ohnehin floralen Charakter der Weine Thasos zu verstärken. Dies sollte nicht nur die Vermarktung des bis nach Athen beliebten Wein stärken, sondern die Kontrolle des Importverbotes erleichtern.

Außer mit der Weinbesteuerung die Staatskasse zu füllen, erließen die Herrscher gesetzliche Regelungen für die Weinherstellung, deren Missachtung mit drakonischen Strafen belegt wurde. Auch beschäftigte man sich im antiken Griechenland ernsthaft mit der Rebkultivierung. Der Rebstock wurde nach Sonne und Wind ausgerichtet und sorgfältig in parallelen Reihen gepflanzt. Der enorme Wissensstand der alten Griechen leistete anderen Völkern auch in Bezug auf Weinbau Entwicklungshilfe.

Es kann davon ausgegangen werden, das der Weinbau im antiken Griechenland seine goldene Ära zwischen dem 6. und 4. Jahrhundert v. Chr. kannte. Aber auch unter den Römern und den Byzantinern behielt der Weinbau in Griechenland zunächst seinen hohen Stellenwert.

In Folge der Kämpfe zwischen den griechischen Klein- und Mittelmächten untereinander und mit und gegen Makedonien kam es zum Eingreifen des Römischen Reiches gegen Philipp V. von Makedonien. Im Zweiten Makedonisch-Römischen Krieg (200–197 v. Chr.) wurde Makedonien vernichtend geschlagen. In der Schlacht von Pydna im Jahr 168 v. Chr. unterlag Makedonien endgültig und wurde römische Provinz. Geopolitisch wird das Ende des Hellenismus 146 v. Chr. durch die Eingliederung der restlichen Teile Griechenlands in das Römische Reich markiert. Die Stadt Athen verlor dabei zusehends an Bedeutung. Die wichtigsten, den Griechen zugänglichen Marktplätze befanden sich in Rom und später im Süden Frankreichs. Obwohl Italien ohne griechische Hilfe insbesondere in Etrurien einen eigenen Weinbau entwickelt hatte, nahmen die Römer das Wissen der Griechen um Reberziehung, Standortfragen und Weinausbau schnell auf und verbreiteten das assimilierte Wissen über fast alle römischen Provinzen. Der griechische Wein war immer noch ein begehrtes Handelsobjekt und wurde zu hohen Preisen gehandelt. Der schwierigere Zugang zu den bedeutendsten Umschlagplätzen zeigte jedoch Wirkung; der Ruf griechischer Gewächse verblasste zusehends. Qualitätshersteller, die ihr Auskommen vorrangig über den Export generierten, mussten ihre Produktion schließen.

Mit der Spaltung des Römischen Reiches im Jahr 395 n. Chr. wurde Griechenland zu einem Teil des Byzantinischen Reichs als Teil der Diözese Macedonia. Als Konstantinische Wende wird die religiöse Entwicklung bezeichnet, die durch die zuvor vom römischen Kaiser Konstantin I. und Licinius im Jahr 313 erlassene Mailänder Vereinbarung eingeleitet wurde und in deren Verlauf das Christentum an Einfluss im Römischen Reich gewann und schließlich im Jahr 380 zur Staatsreligion erhoben wurde. Das damit einhergehende Verbot des Götterglaubens in Griechenland hatte zumindest kurzfristig Einfluss auf den Wein, da fast alle Handlungen im Weinbau einen Bezug zu Dionysos, dem nun verbotenen Gott des Weines hatten. Die Verlagerung der Macht von Rom nach Konstantinopel erbrachte ebenfalls nicht die erhoffte Erleichterung des Exports.

Der Weinbau beschränkte sich fast nur noch auf den Eigenverbrauch oder den Verbrauch in den Klöstern. Die griechischen Klöster übernahmen jedoch nicht die prägende Rolle, die die Mönche insbesondere in Frankreich und auch in Deutschland (→ Weinbau in Deutschland) spielten. Fortschritte waren daher kaum zu beobachten. Das Holzfass zum Ausbau und Lagerung des Weins wurde in Griechenland erst ab dem 7. Jahrhundert, also fast 400 Jahre nach den westeuropäischen Ländern eingeführt.

Abgesehen von Harz wurde das Aromatisieren von Weinen nahezu aufgegeben. Das Verdünnen von Wein galt ebenfalls als verpönt. Gleichwohl erhielt sich der Name krasi (eine Verballhornung des Ausdrucks kratistos oenos), der vormals ausschließlich für verdünnten Wein galt; er ist bis heute ein Synonym für Wein. Der Ausbau süßer Dessertweine auf Basis von teilrosinierten Beeren setzte sich mehr und mehr durch.

992 erhielt die Republik Venedig ein Privileg des byzantinischen Kaisers Basileios II., das die Handelsabgaben in Byzanz erheblich reduzierte und die Venezianer gegenüber den konkurrierenden Städten begünstigte. Ebenso richtungsweisend war die Durchsetzung der freien Schifffahrt durch die Adria. Zu einem Bestseller entwickelte sich der Monemovassios oenos, ein Wein, der am Hafen von Monemvasia verladen wurde. Dieser unter dem Namen Malvasia bekanntgewordene Wein wurde bis nach Frankreich, Deutschland und England exportiert. Die zum Export großer Mengen notwendigen Schiffe konnten den kleinen Hafen der Stadt nicht mehr anlaufen. Der Name Monemovassios oenos wurde daher schnell auf Erzeugnisse von Kreta und Santorin erweitert.

Die Privilegien ermöglichten der Republik Venetien den Import fremder Weine zu konkurrenzlos günstigen Preisen. Dies brachte viele der einheimischen Produzenten an den Rand des Ruins. Als Byzanz im 14. und 15. Jahrhundert versuchte, die missliche Situation vieler griechischer Winzer zu stärken, war es für die meisten der Weinbauern zu spät. Die größten Exportmärkte Griechenlands wie Kreta waren bereits in den Händen der Italiener.

Nach der Eroberung weiter Teile des Byzantinischen Reichs bis hin zur Eroberung Konstantinopels 1453 durch die Osmanen gehörten große Teile des griechischen Sprachraums vierhundert Jahre lang zum Osmanischen Reich. Mit der Eroberung durch die Türken im 15. Jahrhundert büßte der Weinanbau seine bedeutende Rolle ein, wurde aber vor allem auf den Inseln in geringem Maß fortgeführt. Ein bedeutendes Anbaugebiet auf dem Festland war die kleinasiatische Küste um Smyrna. Das Exportgeschäft kam jedoch in den Regionen unter türkischer Herrschaft zum Erliegen. Der Weinbau wurde als attraktive Einnahmequelle neuentdeckt. Abgaben wurden nicht nur auf Wein, sondern ebenfalls auf die Produktion von Trauben erhoben. Die Höhe dieser Abgaben war jedoch so hoch, das viele Landwirte ihre Rebflächen aufließen.

Beim Rückzug der Türken nach der Griechischen Revolution wurden viele landwirtschaftliche Nutzflächen verwüstet.

Auf den von den Venezianern eroberten Ionischen Inseln wurde der Rosinenanbau als Exportgut gefördert, was zu einem Rückgang des Weinanbaus führte.

Nach dem Zurückdrängen der Türken im 19. Jahrhundert wurde der Weinbau wieder zögerlich belebt. Königin Amalia motivierte Bauern, sich stärker dem Weinanbau zu widmen und weniger dem Tabakanbau, der von türkischen Grundbesitzern favorisiert wurde. Allerdings konnte sich während der sehr stürmischen und äußerst wechselhaften Zeit neuer griechischer Selbständigkeit kaum hochwertiger Weinbau entwickeln, bis auf wenige Weingüter war der Anbau meist anonym und geschah in großen Mengen für den Export. Dieser Wein wurde mit primitiver Technik produziert und häufig als Verschnittwein nach Frankreich verkauft oder in den Städten konsumiert. Der Wein der Inseln hatte hingegen einen guten Ruf. So heißt es in einem zeitgenössischen Bericht von 1849: Inselweine kommen an Güte den besten spanischen Weinen gleich und werden bis ins Innere von Russland und selbst nach Sibirien verführt.

Der Erwerb hochwertiger Rebpflanzen war bis auf die Sorte Korinthiaki schwierig. Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts vervierfachte sich die Rebfläche dieser Sorte, während sich die gesamte bestockte Rebfläche lediglich verdoppelte.

Im Jahr 1898 wurde in Pylea bei Thessaloniki die Reblaus auf griechischen Grund entdeckt. Sie verbreitete sich rasend schnell über das Festland. Griechenland kannte zwar im Jahr 1916 mit nahezu 200.000 Hektar Rebfläche die weiteste Verbreitung des Weinbaus seit Menschengedenken; dieser Bestand wurde durch die Reblaus jedoch binnen kürzester Zeit stark eingeschränkt. Der Neuaufbau der Weinberge ging nur schleppend voran, da die Nachfrage nach griechischem Wein zwischen 1925 und dem 2. Weltkrieg eingebrochen war. In den ersten zwei Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts fand die Rebsorte Sultana schließlich verstärkt Eingang in die griechischen Weingärten.

Unmittelbar nach dem 2. Weltkrieg folgte der Griechische Bürgerkrieg, der im Juni 1946 begann und am 9. Oktober 1949 endete. Der Bürgerkrieg vergiftete das politische und gesellschaftliche Klima für mehrere Jahrzehnte und führte zu einer nationalen Spaltung in Kommunisten und Antikommunisten.

Griechenland wurde am 18. Februar 1952 Mitglied der NATO. Am 1. November 1962 trat ein Assoziierungsabkommen mit der EWG in Kraft. Am Morgen des 21. April 1967 kam es zum Putsch des Militärs in Griechenland und damit zu dessen Machtübernahme. Die Griechische Militärdiktatur beherrschte das moderne Griechenland von 1967 bis 1974. Der Weinbau konnte von dem zwischen 1952 und 1967 herrschenden Aufschwung kaum profitieren, da die hauptsächlich ausländische Unterstützung sich auf das Bauwesen und die griechische Handelsflotte konzentrierte.

Seit den 1950er Jahren profitierten Weingüter von Önologen, die im Ausland (allen voran in Frankreich) ausgebildet waren. Eine Renaissance jedoch erlebte der hochwertige, griechische Weinbau erst mit dem Ende der Militärdiktatur und dem Beitritt Griechenlands zur Europäischen Union: 1974 wurde ein Weingesetz erlassen, das sich europäischen Regeln anpasste. Aus Agrarfördermitteln der EU wurden dringend notwendige Investitionen in Kellertechnik und Weinberge getätigt. Der erste große Gewinner der Urbanisation Athens sowie des aufstrebenden Tourismus war der harzgewürzte Retsina, der vor 1960 schon eine lange Geschichte kannte, aber eher ein Schattendasein führte.

In den 1960er und 1970er setzt sich insbesondere Stauroula Kourakou-Dragona, heutige Ehrenpräsidentin des OIV, für die Einführung des Weingesetzes ein. Das schwer verständliche griechische Alphabet isolierte die Griechen vom Rest der Weinwelt. Deshalb wurde den Griechen erlaubt, Bezeichnungen von Herkunftsbezeichnungen auf dem Flaschenetikett aus anderen Sprachen zu verwenden. Dabei werden vornehmlich französische und englische Bezeichnungen genutzt. In den 1970er Jahren gab es neben den Winzergenossenschaft vier wichtige Weinhäuser: Achaia Clauss, Kambas, Kourtakis und Boutari. Tsantali folgte nur wenige Jahre später. Ürsprünglich für den Massenmarkt konzipiert wandelten sich deren Produkte im Laufe der Zeit zu qualitativ guten Erzeugnissen. Eine Fülle griechischer Weinmacher ließen sich in den renommierten Weinbauschulen von Bordeaux, Dijon, Montpellier, Geisenheim, Alba, Adelaide (im Roseworthy College) und Davis in Kalifornien ausbilden.

Die Identifikation mit dem Weinanbau ist in Griechenland groß. In Hauptorten in Weinanbaugebieten ist das Weinfest (Ιορτή κρασιού) ein wichtiges gesellschaftliches Ereignis mit Musik und Tanz. Der selbst erzeugte Wein hat in manchen Regionen einen großen Stellenwert, viele neuere Weingüter gingen deshalb aus Privatinitiativen hervor. Trotz wachsender Umsatzzahlen findet eine Konzentration des Marktes statt, nicht zuletzt wegen der Rodung schlechter Parzellen und der Synergien in Abfüllung und Verwaltung. bei ihren Bemühungen zur Förderung des Exports sind die Winzer noch auf sich gestellt.

Griechenland liegt zwischen dem 34. und 42. Breitengrad am östlichen Mittelmeer im Südosten Europas und setzt sich geographisch aus dem griechischen Festland am südlichen Ende der Balkanhalbinsel, der Halbinsel Peloponnes sowie zahlreichen Inseln hauptsächlich in der Ägäis, im Ionischen aber auch im Libyschen Meer zusammen.

Das Land hat eine Gesamtfläche von 131.957 km²: Über 80 Prozent entfallen auf das Festland, 25.042 km² (knapp 19 %) verteilen sich auf 3.054 Inseln, von denen nur 87 bewohnt sind. Auf Grund des großen Inselreichtums erzielt Griechenland eine bemerkenswerte Küstenlänge von 13.676 km, wovon etwa 4.000 km auf das griechische Festland entfallen.

Griechenland hat trotz seines stark maritimen Charakters einen sehr hohen Gebirgsanteil und wird daher als Gebirgsland eingestuft. Zentrale Gebirge und Gebirgszüge des Landes sind das Pindos-Gebirge, der Olymp-Ossa-Pilion-Gebirgszug sowie das Rhodope-Gebirge auf dem griechischen Festland, das Taygetos-Gebirge auf der Halbinsel von Peloponnes und darüber hinaus das Ida- beziehungsweise Psiloritis-Gebirge auf der Insel Kreta. Höchste Erhebung des Landes ist der Mytikas (2917 m) im Gebirgsstock des Olymp. Die Gebirge verlaufen meist von nordwestlicher zur südöstlichen Richtung. Größere wirtschaftlich verwertbare Ebenen sind nur spärlich vorhanden und befinden sich hauptsächlich in den Regionen Thessalien in Zentralgriechenland sowie Makedonien und Thrakien im Norden des Landes.

Die Anzahl der Flüsse des Landes ist gering. Lediglich einige größere Wasserläufe wie die Mariza, die im nördlich gelegenen Balkan entspringen, trocknen im Sommer nicht aus. Die Haupt-Bodenarten Griechenlands bestehen überwiegend aus Kalk und Sand. Lediglich in Küstennähe sind die Alluvialböden nährstoffreicher. Auf einigen Inseln, wie Santorin, sind die Böden vulkanischen Ursprungs.

Griechenland hat nahezu überall ein mediterranes Klima mit kurzen feucht-milden Wintern und trocken-heißen Sommern. An der Küste ist es im Winter sehr mild und es regnet häufiger; Schnee fällt nur selten. Die Sommer sind relativ heiß und es gibt nur gelegentlich Sommergewitter. Im Landesinneren ist es vor allem im Winter deutlich kühler und es gibt häufig Nachtfrost, manchmal auch starke Schneefälle. Im Sommer ist es ähnlich wie an der Küste heiß und trocken. Die jährlichen Niederschläge schwanken zwischen 400 mm bei Athen und 1097 mm auf Korfu, der nördlichsten der großen Ionischen Inseln. Während der Vegetationszeit der Reben fällt lediglich in den Regionen Mazedonien und Thrakien in nennenswertem, aber dennoch kleinem Umfang Regen.

Der überwiegende Teil der Weinbaugebiete liegt in Küstennähe. Die Gebiete profitieren dabei von den mäßigend wirkenden Meeresbrisen. Dennoch gehören diese Gebiete zu den wärmeren Weinbaugebieten dieser Erde. Um den Weinen mehr Struktur zu verleihen, werden Weinberge bewusst in großen Höhen angelegt. Zugleich ist diese Maßnahme eine Auswirkung der Klimaveränderung auf den Weinbau. In den kühleren Regionen verlangsamt sich die Beerenreife. Die Rebe kann durch die verlängerte Vegetationszeit mehr Extrakt aufbauen und die höheren Säurewerte können die hohen Mostgewichte besser ausgleichen. Eine andere Methode zur Verlangsamung der Reife besteht im Anlegen von Weinbergen an Nordhängen.

Ab dem Monat Oktober steigt die Niederschlagsmenge sprunghaft an. Falls die herbstlichen Niederschläge etwas früher einsetzen, können spätreifende Rebsorten in Höhenlagen selbst in Griechenland nicht ganz ausreifen. Aus den Klimadaten von Athen und Korfu geht hervor, das in Griechenland generell der Niederschlag die zeitbegrenzende Komponente für die Vegetationszeit der Rebe ist. Von der Temperatur her könnte die Frucht der Pflanze noch im Oktober und November reifen. Das Lesegut muss jedoch vor ergiebigen Niederschlägen eingeholt sein, da ansonsten eine Verwässerung der Aromen und ein Aufplatzen der Reben unausweichlich ist.

Im Altgriechischen sowie in der Katharevoussa wird Wein als Οίνος (Inos) bezeichnet, und entsprechend Λευκός Οίνος (‚Weißwein‘) und Ερυθρός Οίνος (‚Rotwein‘). Diese Begriffe sind zwar in der neugriechischen Sprache verschwunden (so sind etwa die Farbbegriffe andere), werden aber weiterhin im Kontext von Wein, neben den neuen Begriff für Wein Κρασί (Krasí) benutzt. Krasí leitet sich vom Begriff des Henkelbechers oder vom Vermischen ab.

Der griechische Begriff Σταφύλια (Staphylia) für Trauben, stammt vom Sohn des Weingottes Dionysos, der Staphylos hieß.

Mit der Gründung der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft wurde eine gemeinsame Agrarpolitik definiert. Im Rahmen dieser GAP genannten Politik wurde in den angeschlossenen Staaten basierend auf europäischem Weinrecht das nationale Weinrecht definiert. Insgesamt schälten sich zwei verschiedene Systeme heraus.

In Deutschland, Luxemburg, England und später in Österreich wurden nahezu sämtliche Anbaugebiete als b.A. (bestimmte Anbaugebiete im Sinne einer Herkunftsbezeichnung) definiert. Als Qualitätskriterium dient vorrangig das Mostgewicht, wobei der Lage des Weinbergs oder der Ertragsbeschränkung nur wenig Bedeutung zukommt. Die anderen Mitgliedsstaaten lehnten sich an das bereits seit Anfang des 20. Jahrhunderts existierende französische Weinrecht an. Dort wird lediglich einem Teil der Weinflächen das Recht einer AOC zugesprochen (zurzeit ca. 60 Prozent, in Italien gar nur 30 Prozent). In den Dekreten zu den einzelnen Appellationen werden eine Reihe von Parametern festgelegt: Höchsterträge per Hektar, bestimmte Rebsorten, die neben ihrer lokalen Eignung auch nach der historische Rolle ausgesucht werden), Bodenaufbau, Mindest-Mostgewicht bzw. Mindestalkoholgehalte der Weine, Alterungs-Bestimmungen (in Fass und Flasche) und sensorische Prüfungen. Nach französischem Vorbild wurden in Griechenland in den Jahren 1971 und 1972 vom Landwirtschafts-Ministerium und dem Weininstitut kontrollierte Ursprungs-Benennungen für die besten Anbaugebiete eingeführt. Griechischer Wein wird in fünf Qualitätsbezeichnungen vermarktet.

In Griechenland werden in sehr unterschiedlichen Regionen Weine erzeugt, so dass die Charakteristik derselben sehr verschieden ausfällt. Generell werden die Anbauregionen der wärmsten Weinbauzone CIII zugeordnet. Der etwas kühleren Zone CIII a wurden die Präfekturen Florina, Imathia, Kilkis, Grevena, Larisa, Ioannina, Lefkada, Achaia, Messenien, Arkadien, Korinthia, Iraklio, Chania, Rethymno, Samos, Lasithi und die Inselgruppe Santorin zugeordnet. Alle nicht aufgezählten Präfekturen, auch die Kykladen außerhalb Sanorins, zählen zu Zone CIII b.

Thrakien liegt östlich von Makedonien und erstreckt sich bis zum nördlichsten Punkt Griechenlands, der an Bulgarien und die Türkei angrenzt. Die Randlage führte zu einer wirtschaftlich wenig vorteilhaften Situation und die Bewohner der Region sprechen gerne vom Vergessenen Thrakien. Tatsächlich lag das BIP im Jahr 2006 im Vergleich mit dem der EU ausgedrückt in Kaufkraftstandards bei 63,5 (EU-27: 100) und damit deutlich unter dem Mittelwert Griechenlands von 96,4. Spürbar ist dies auch in den größeren Städten wie Xanthi, Komotini, Alexandroupoli oder Soufli.

Bereits Homer erwähnte den thrakischen Wein lobend. Odysseus besiegte mit thrakischem Wein den Zyklopen Polyphem. Odysseus erhält in der Kikonenstadt Ismaros von Maron, dem thrakischen Priesterkönig des Apollon, Sohn des Euanthes und König der Kykonnen, den berauschenden roten Wein (Odyssee 9,40ff., Odyssee 9,196ff.), mit dem er den Kyklopen betrunken gemacht hat, um ihn zu blenden. Die antike Bedeutung der Anbauorte half jedoch wenig, um den Wein zu vermarkten. Neben dem lokalen Verbrauch kam es kaum zu einer Vermarktung auf lokaler oder gar internationaler Ebene. Noch Anfang der 1990er Jahre wurde der Wein als Fassware als Makedonischer Wein vertrieben. Die erst 1994 gegründete, in Soufli ansässige Weinkellerei Bellas vermarktete als eine der ersten Flaschenweine mit klar erkennbarer Herkunft. Die verbreitetsten Rebsorten in Thrakien sind derzeit die weiße Zoumiatiko sowie die roten Sorten Mavroudi und Pamidi, die in Bulgarien zu den häufigst angebauten Rebsorten zählen. Außerdem werden wie im benachbarten Makedonien Rotweine aus Xinomavro gekeltert. Die Weinproduktion in Thrakien liegt momentan durchschnittlich bei etwa 50.000 Hektolitern im Jahr, die im Jahr 2001 vom Landwirtschaftsministerium erhobene Rebfläche liegt bei 400 Hektar. Die Wärme wird durch kühle Nordwinde oder Meeresbrisen gelindert. Häufig bringt der von der Insel Samothraki wehende Samothrakeotis warme und feuchte Luft, die über einem schmalen und küstennahen Streifen des Festlands für einen wolkigen Himmel oder für Niederschlag sorgt und damit erst den Weinbau ermöglicht. Der Küstenstreifen selbst verfügt in den Sommermonaten hingegen über ein arides Klima. Während der letzten Jahre wurden intensive Anstrengungen unternommen, den historischen Weinberg von Maroneia, wie das antike Ismaros heute genannt wird, wiederzubeleben.

Drei neue Anbaugebiete im Rang eines Tafelweins wurden im Jahr 1997 erschlossen, es gibt jedoch keine Weine mit den Klassifizierungen OPAP oder OPE. Wichtige Verfechter der Öffnung international bekannter Sorten sowie der Gründung von Herkunftsbezeichnungen waren die großen Weingüter Tsantali und Maronia AE.

Mit der Herkunftsbezeichnung Thrakikos (franz.: Vin régional de Thrace oder Vin régional de Thrakis) wurde eine regionale Appellation geschaffen, die sich über die gesamte Region Thrakien erstreckt. Der anerkannte Rebsortenmix ist von griechischen und französischen Rebsorten geprägt. Insbesondere die Erwähnung französischer Rebsorten soll eine Vermarktung vereinfachen. Während zur Erzeugung der Weißweine die Rebsorten Assyrtiko, Athiri, Chardonnay, Malagousia, Moschomavro (eine rote Sorte aus der Familie der Muskateller), Sauvignon Blanc und Roditis zugelassen sind, dienen die roten Sorten Cabernet Sauvignon, Carignan, Grenache, Limnio, Limniona, Merlot und Syrah der Erzeugung von Rot- und Roséweinen. Alle Weine können in den Geschmacksrichtungen trocken, halbtrocken und halbsüß ausgebaut werden.

Die Erzeugung des Landwein Ismarikos (franz.: Vin régional d'Ismaros) ist auf die Präfektur Rodopi beschränkt. Das am Südrand der Rhodopen gelegene Weinbaugebiet wurde auf Betreiben des Gemeinschaftsunternehmens von Tsantali und Maronia AE anerkannt. Im Gegensatz zur erstgenannten Appellation Thrakikos liegt der Akzent deutlicher bei einheimischen Rebsorten. Beim Weißwein müssen die Sorten Zoumiatiko und Roditis über einen mindestens fünfzigprozentigen Anteil am Verschnitt verfügen. Beim Roséwein gilt gleiches für die Sorten Roditis und Grenache. Beim Rotwein heißen die Leitsorten Limnio und Grenache.

Der dritte der offiziellen Tafelweine Thrakiens ist der Avdira, der nach der gleichnamigen Gemeinde Avdira in der Präfektur Xanthi benannt ist. Erst mit dem Jahrgang 2002 sind die Weine in bescheidenem Umfang erhältlich. Der Gesetzgeber ging hier noch ein Stück weiter als bei der Appellation Ismarikos, da sämtliche Leitsorten bei Weiß-, Rosé- und Rotweinen einheimische Sorten sind. Neben Zoumiatiko und Roditis bei den weißen Sorten spielt die rote Sorte Pamidi eine wichtige Rolle. Die bestehenden Weinflächen sind nur wenige Kilometer vom Meer entfernt.

Trotz eines recht umfangreichen Weinbaus von fast 500 Hektar Anbaufläche gibt es in der Präfektur Evros keine gesondert ausgewiesene Herkunftsbezeichnung. Aufgrund des für griechische Verhältnisse kühlen Klimas werden hier meist leichte, zum Teil fruchtige Weine erzeugt.

Makedonien ist die größte geografische Region Griechenlands und grenzt im Norden an die Staaten Albanien, die Republik Mazedonien und Bulgarien. Im Westen grenzt es an die Region Epirus und im Süden an Thessalien. Im Osten ist Makedonien durch den Fluss Nestos von Thrakien getrennt. Trotz der Größe der Region liegt Makedonien mit nahezu 7.210 Hektar Rebfläche hinter Zentralgriechenland und dem Peloponnes nur auf Rang 3 der bedeutendsten Anbauregionen. Zum Teil ist dies der Topographie geschuldet. Der Westen der Region ist sehr gebirgig und in den Präfekturen Grevena, Kastoria und Kozani wird die topographische Höhe von 500 m kaum unterschritten. Andererseits liegt auf dem Gebiet Makedoniens die größte Ebene Griechenlands. Mit Thessaloniki gibt es nur eine einzige größere Stadt, Industrieansiedlungen sind selten. Die Landwirtschaft spielt eine wichtige Rolle; der Weinbau hat dabei nur eine untergeordnete Bedeutung. In einigen Gebieten ist der Wein nur ein unbedeutendes Nebenprodukt des populären Tresterbrand Tsipouro.

Durch die Gebirge wird Makedonien gut mit Wasser versorgt. Eine Bewässerung der Rebflächen im Sommer ist daher prinzipiell möglich.

In Makedonien wird mehrheitlich Rotwein ausgebaut; die wichtigste Rebsorte ist Xinomavro. Die Rebsortenvielfalt wurde durch die Reblauskatastrophe Ende des 19. Jahrhunderts stark eingeschränkt. Forscher des Weinbauinstituts in Athen gehen von einem Verlust von nahezu 60  Prozent der autochthonen Sorten der Region aus. Andererseits belegen neuere Funde von alten Reben bei Siatista in der Präfektur Kozani, dass viele der verlorengeglaubten Sorten heutigen Qualitätsanforderungen nicht genügen.

Auffällig ist, dass die nach der Reblauskatastrophe neu angelegten Weinberge oftmals über eine geringe Pflanzdichte von 3000 Reben je Hektar verfügen. Diese für einen Qualitätsanbau zu geringe Dichte (international spricht man von einer idealen Bestockung von 5000 bis 10000 Reben je Hektar) ist vorrangig den hohen Kosten des Pflanzenmaterials geschuldet. Während nach der Reblaus gepfropfte Reben bezogen werden mussten, genügte es davor, dass der Winzer eigene Stecklinge seiner Reben zog. Im frühen 20. Jahrhundert verließen viele Makedonier ihre Heimat. Viele Rebflächen wurden aufgelassen. Eine Wiederbelebung der Region erfolgte jedoch bereits in den frühen 1920er Jahren. 1922 endete der Griechisch-Türkische Krieg mit einer deutlichen griechischen Niederlage. Im Vertrag von Lausanne 1923 wurde ein Bevölkerungsaustausch vereinbart: Alle noch in großen Teilen der Türkei verstreut lebenden Griechen wurden nach Griechenland vertrieben (etwa 1,5 Mio.), im Gegenzug mussten an die 500.000 meist türkische Muslime Griechenland verlassen, mit Ausnahme der Muslime in Thrakien. Viele der mikrasiates genannten griechischen Flüchtlinge fanden in Makedonien eine neue Heimat und legten dort eine Vielzahl neuer Weinberge an.

Mit den Herkunftsbezeichnungen Naoussa in Imathia, Amyndeo in Florina, Goumenissa in Kilkis und Côtes de Meliton (griechisch Plagies Melitona Πλαγιές Μελίτωνα) in Chalkidiki verfügt Makedonien über vier der insgesamt 25 OPAP-Weine Griechenlands.

Der Weinbau in der Präfektur Drama wird von zwei Weingütern der Familie Lazaridi dominiert. Da es in dieser Region keine OPAP-Bestimmungen gibt, konnte die durch den Abbau von Marmor und Granit zu Vermögen gekommene Familie ihren Vorstellungen von Qualitätsweinbau freien Lauf lassen. Nicos Lazaridis führt das 52 Hektar große Weingut Château Nico Lazaridi und sein Bruder Kostas steht dem 200 Hektar Gut Domaine Costa Lazaridi vor. Letztgenanntes Gut bringt seit Anfang der 1990er Jahre mit der Produktlinie Amethystos Weiß-, Rosé- und Rotweine in der Tradition des französischen Weinbaus. Als Berater nutzte Kostas die Dienste von Denis Dubourdieu, Professor der Universität von Bordeaux und Besitzer des bekannten Weinguts Château Doisy Daëne sowie seit 2004 von Michel Rolland.

Epirus grenzt im Süden an den Ambrakischen Golf und die Region Ätolien-Akarnanien und im Osten an Thessalien und Makedonien, von denen es durch das Pindosgebirge getrennt wird. Im Westen bildet die Küste des Ionischen Meeres die Grenze.

Epirus gehört zu den ärmsten Regionen Griechenlands und der Europäischen Union. Industrie und intensive Landwirtschaft konzentrieren sich um die Hauptstadt Ioannina, wo der größte Teil der Bevölkerung lebt. Für den Export wird vor allem Olivenöl und Tabak angebaut. In den Präfekturen Thesprotia, Arta und Preveza gibt es keinen nennenswerten Weinbau. Mit den Herkunftsbezeichnung Zitsa und dem Landwein von Metsovo konzentriert sich der gewerbliche Anbau auf die Präfektur Ioannina.

Bei der Wahl der Rebsorten wurde der verhältnismäßig früh einsetzende Herbstregen berücksichtigt, der eine zuverlässige Reifung im Oktober häufig verhindert. In durchschnittlich vier der Jahrgänge eines Jahrzehnts kommt die in Epirus weitverbreitete Rebsorte Debina nicht zur Vollreife. Gute Resultate erzielen die Sorten Gewürztraminer, Riesling und Sauvignon Blanc.

Bei den roten Rebsorten spielen die frühreifende Bekari und Vlachiko eine wichtige Rolle.

Evangelos Averoff erzeugte in den 1960er Jahren auf seinem Weingut Katogi einen Wein aus Cabernet Sauvignon- und Agiorgitiko-Reben. Zum ersten Mal war es in Griechenland gelungen, eine Cuvée zu vermarkten, die sich aus einer ausländischen und einer autochthonen griechischen Rebsorte zusammensetzte.

Zusammen mit Rhodos und dem Weinbaugebiet Amyndeo in der Präfektur Florina (Makedonien) gehört Epirus zu den wenigen Regionen Griechenlands mit einer Tradition zur Herstellung von Schaumwein. Das Angebot geht dabei von preiswerten Perlweinen, die mit Kohlensäure versetzt werden über Schaumweine nach dem Charmat-Verfahren bis zu Produkten der klassischen Flaschengärung. Die Geschmacksrichtung deckt dabei die gesamte Bandbreite von trocken bis süß ab. Die Schaumweine sind meist blassweiß, selten roséfarben. Der Genuss von Schaumwein hat in Griechenland jedoch kaum Tradition und wird nur gelegentlich bei gehobenen Anlässen wie einer Hochzeit getrunken. Das Marktpotential ist somit stark begrenzt.

Die Region Thessalien (griechisch Θεσσαλία, Thessalía) liegt südlich der Region Makedonien und nördlich der Region Mittelgriechenland. Im Westen grenzt sie an die Region Epirus (neugriech. Ipiros).

In Thessalien ist der Anteil ebenen Landes erheblich höher als anderswo in Griechenland; Thessalien führt daher den Namen O Kambos (die Ebene). Die Wirtschaft der reichen Region basiert in erster Linie auf der Erzeugung landwirtschaftlicher Produkte. Wichtigste Erzeugnisse sind dabei Getreide und Baumwolle. Dem Weinbau wurden dabei nur Randlagen der Ebenen zugeteilt. Das Klima in Thessalien ist vergleichsweise feucht; dies leistet der Bildung von Pilzkrankheiten an den Reben Vorschub.

Bislang spielt der Weinbau in Thessalien nur eine bescheidene Rolle. Der wachsende Preisdruck auf Getreide und Baumwolle macht den Anbau von Reben mittlerweile attraktiv. Empfohlene Rebsorten sind Assyrtiko, Roditis und Limnio, die durch die internationalen Sorten Cabernet Sauvignon und Syrah ergänzt werden. Zugelassen sind ferner die Sorten Cinsault und Batiki. Nach einer Analyse des Weinbauinstituts von Athen verfügt die Region mit der eigenständigen Limniona über eine Sorte mit hohem Qualitätspotential. Sie wurde daher kürzlich in die Liste der empfohlenen Sorten aufgenommen.

Anhialos in der Präfektur Magnisia wurde nach der Küstenstadt Nea Anchialos benannt, die unweit der Stadt Volos liegt. Unter dieser Bezeichnung darf lediglich ein Weißwein aus den Rebsorten Roditis und Savatiano hergestellt werden. Die maximal zugelassenen Erträge liegen mit 84 Hektoliter/Hektar deutlich zu hoch. Daher meiden führende Hersteller diese Herkunftsbezeichnung. Von den insgesamt 449 Hektar Rebfläche der Präfektur Magnisia entfallen daher lediglich 15 auf das Weinbaugebiet Anhialos. Den Winzern fehlt jedoch bislang eine geographisch schärfer umrissene Definition eines Landweins dieser Gegend. Bislang dürfen sie lediglich die regionale Bezeichnung Thessalien benutzen.

Mit dem Anbaugebiet Rapsani verfügt die Präfektur Larisa über den bekanntesten OPAP-Wein der Region. Die Reben wachsen bis auf einer Höhe von 700 m an den unteren Hängen des Olymp. Durch die privilegierte Lage am Sitz der griechischen Götter wurde Rapsani immer wieder mit dem Nektar, dem Trank der Götter, in Verbindung gebracht. Der Rotwein von Rapsani besteht aus gleichen Teilen aus den Rebsorten Krassato, Stavroto und Xinomavro. Die Flächen liegen dabei in den Gemeinden Krania, Pyrgetos, Abelakia sowie der namensgebenden Rapsani. Da Dimitris Katsaros des Weinguts Katsaros Estate die Bestimmungen als zu einschränkend empfand, ließ er den Ort Krania aus dem Regelwerk von Rapsani herauslösen und ließ den Landwein Krania definieren, für den Chardonnay, Cabernet Sauvignon und Merlot zugelassen sind.

Um Tyrnavos liegt ein großes Anbaugebiet, das jedoch meist Massenweine oder Grundprodukte für den Tsipouro liefert. Wichtigste Rebsorten sind Muscat de Hambourg sowie Roditis. Wenn jedoch ein Winzer den Namen Tyrnavos auf dem Weinetikett benutzen will, muss der trocken ausgebaute Weißwein aus Roditis und Batiki und der trockene Rotwein mehrheitlich aus Cabernet Sauvignon bestehen.

In der Präfektur Trikala gibt es einen gewerblichen Weinbau nur in sehr bescheidenem Umfang, obwohl der Anbau von Reben in der Nähe von Meteora Tradition hat. Karditsa wiederum verfügt mit dem Messenikola über einen Rotwein der Kategorie OPAP. Das Weinbaugebiet reicht dabei bis an den 800 m hoch gelegenen Plastira-Stausee heran.

Die geografische Region Zentralgriechenland (griechisch Kendriki Ellada Κεντρική Ελλάδα) umfasst die Regionen Mittelgriechenland (griechisch Sterea Ellada Στερεά Ελλάδα) und Attika sowie die Präfektur Ätolien-Akarnanien.

Das Negativimage strahlt jedoch noch heute auf die gesamte Weinbranche Mittelgriechenlands aus. Zurzeit ist die Rebsorte Savatiano die mit Abstand bedeutendste Rebsorte der Region. Nach der Reblauskatastrophe verdrängte sie zunehmend die qualitativ bessere Roditis-Rebe. Eine lange Tradition für Rosé- und Rotweine gibt es dort nicht. Erste ernsthafte Versuche in diese Richtung gibt es erst seit 30 Jahren (Stand 2008).

Trotz bedeutender Rebflächen wurden in Mittelgriechenland bislang lediglich zwei OPAP Weine definiert aber kurz später mangels Interesse der Winzer wieder verworfen. Die Präfektur Böotien liegt nördlich der Verwaltungsregion Attika. Das Klima der Präfektur ist jedoch etwas kühler als in Attika, da Böotien nicht durch Gebirgszüge gegen Winde aus nordöstlicher Richtung abgeschirmt ist. Der Weinbau beschränkt sich auf vier isoliert gelegene Gebiete. Das kühlste Anbaugebiet liegt in einer Höhe von bis zu 500 m an den Nordhängen des Parnes. Weiter westlich finden sich Flächen zu Füßen des Kithairon. Die Herkunftsbezeichnung Côtes de Kitherona (ein Landwein) wird jedoch kaum genutzt. Im Zentrum Böotiens bei Elikona liegt ein drittes Gebiet, das von kühleren Anbaubedingungen profitiert. Östlich von Theben befindet sich bei Arma das wärmste Anbaugebiet der Präfektur. Zusammen mit den fruchtbaren Böden der Ebene sind die Erträge sehr hoch. Die ehemals bedeutenden Flächen am Parnass wurden mehrheitlich aufgelassen.

Euböa ist nach Kreta Griechenlands größte Insel. Wie überall in Zentralgriechenland dominiert hier der Savatiano mit fast 80 Prozent den Rebsortenspiegel. Ergänzt wird das Spektrum durch Roditis und Assyrtiko. Weitere griechische Sorten wie Aidani, Limnio, Mandilaria, Liatiko, Vradiano und Karabraimis sind eher selten anzutreffen. Die französischen Sorten Chardonnay und Sauvignon Blanc wurden in den letzten 25 Jahren (Stand 2009) eingeführt. Die Anstrengungen der Winzer wurde bislang mit den Landweinen Karystos, Lilantio Pedio und Ritsona Avlidos belohnt. Mit der Weinkellerei Malamatina beheimatet die Insel einen der größten Anbieter von Retsina. Die 0,5 Liter Flasche mit dem Kronkorken ist in griechischen bars häufig anzutreffen. Malamatina verfügt über seine angeschlossenen Mitglieder über 600 Hektar Rebfläche und füllt jährlich mehr als 50 Millionen Halbliterflaschen ab. Weniger prominent platziert sich die Winzergenossenschaft Halkida, die nach eigenen Angaben über 1000 Hektar verfügt aber kaum ein Fünftel davon selbst vermarktet. Der Rest wird als anonyme Fassware verkauft.

In der Präfektur Fokida gab es trotz 400 Hektar Rebfläche bis in das Jahr 2002 keinen Weinabfüller. Das Lesegut ging an Kellereien umliegender Präfekturen. Obwohl die ersten Ortsabfüllungen gut sind, ist es noch zu früh, um über das Potenzial der Gegend zu urteilen.

Die bereits in der Antike bekannten Weinberge der Präfektur Fthiotida wurden weitestgehend von der Reblaus zerstört. Durch die einsetzende Landflucht wurde ein Großteil nicht mehr neu bestockt. Erst mit der Gründung des Weinguts Hatzimichalis im Jahr 1962 in der Gegend von Atalandi wurde der Weinbau wieder belebt. In den 1980er Jahren setzte Dimitris Hatzimichalis qualitative Maßstäbe in Griechenland. Von den insgesamt 820 Hektar in der Präfektur bewirtschaftet das Weingut 160 Hektar und bezieht nach von 20  Hektar das Lesegut.

Attika grenzt im Westen an Korinthia, im Norden an Böotien, die Gebiete auf der Halbinsel Peloponnes grenzen an die Präfektur Argolis. Die südlichste Insel der Region, Andikythira, befindet sich rund 30 km nordwestlich von Kreta.

Die Bergketten Gerania im Westen sowie wie Kithairon, Parness und Pateras (Πατέρας, 1131 m hoch) im Norden schützen die Region vor den kalten Nordwinden. Im Sommer zählt Attika zu den trockensten und wärmsten Regionen Griechenlands (siehe hierzu auch das Klimadiagramm der Stadt Athen).

Insgesamt 11.540 Hektar Rebfläche verteilen sich auf 3 größere Gebiete. Dominierende Rebsorte ist hier ähnlich wie in Mittelgriechenland Savatiano, die in Attika einen Anteil von nahezu 90 Prozent erreicht. Im Westen der Präfektur liegt ein Weinbaugebiet in der Nähe von Megara, wo die Produktion von Massenware überwiegt.

Im Osten der Stadt Athen liegt eine Ebene in der Provinz Mesogia. Das einst bedeutende Weinbaugebiet fällt zunehmend der Urbanisation im Umfeld der griechischen Hauptstadt zum Opfer. Viele Rebflächen mussten dem internationalen Flughafen Athen-Eleftherios Venizelos weichen. Durch die hervorragende Anbindung des Flughafens an die Metropole entwickelte sich das Umfeld des Geländes rasend schnell.

Im Norden liegt das dritte Gebiet, das sich an die Hänge des Parnass und des Pendeli schmiegt. Durch die Höhenlage ist das Temperaturgefälle von Tag und Nacht dort höher als in den anderen Weinregionen Attikas. Die Rebsorte Savatiano erbringt hier Weißweine, die mit einem Alkoholgehalt von maximal 12 Volumenprozent vergleichsweise leicht sind.

Attika verfügt über keinen OPAP Wein, hat dafür im Gegenzug 14 verschiedene Landweine. Die Winzervereinigung von Attika, die in Spata ansässig ist, bemüht sich sehr um die Entwicklung der Weinbauregion. Sie hat neben der Lobbyarbeit zur Gründung der Landweine eine Weinstraße eingerichtet und versucht mit einer Fülle von Aktivitäten und Veranstaltungen die Kundschaft aus Athen sowie die Touristen der Region in die Anbaugebiete zu locken.

Das trockene Klima begünstigt den Ökologischen Weinbau und mit der Familie Georga gibt es bereits ein Weingut das mit der Anwendung der (umstrittenen) Biologisch-dynamischen Landwirtschaft den Ideen und Konzepten von Didier Dagueneau, dem Winzer der Loire folgt.

Die Region Ionische Inseln (griechisch Ιόνια Νησιά, Iónia Nisiá erstreckt sich westlich des griechischen Festlands im Ionischen Meer. Im Gegensatz zum übrigen Griechenland war sie nie Teil des Osmanischen Reichs, sondern gehörte bis ins späte 18. JAhrhundert zur Republik Venedig. Auf allen größeren bewohnten Inseln, nämlich Korfu, Lefkada, Kefalonia, Ithaka und Zakynthos wird Weinabu betrieben. Die bedeutendsten Flächen hat die Präfektur Kefallinia und Ithaka mit 1.105 Hektar. Mit 1.055 Hektar hat Korfu nur unwesentlich weniger Anbaufläche. Es folgen Lefkada (5742 Hektar) und Zakynthos (654 Hektar). Das Gelände der meisten Inseln ist stark gebirgig geprägt. Zusammen mit der isolierten Lage der Anbauflächen sowie einer Fülle von Mikroklimata konnte sich eine Fülle an Rebsorten halten.

Der Weinbau auf Zakynthos wurde nachhaltig von der Republik Venedig geprägt. Über 500 Freizeitwinzer liefern ihre Erträge an die lokale Winzergenossenschaft, und nur wenige Winzer vermarkten ihre Produkte eigenständig. Seit dem 16. Jahrhundert gilt die Insel als wichtiger Lieferant von Tafeltrauben. Die Italiener nennen die Insel Zante, ein Name der sich auf die Rebsorte Korinthiaki übertrug. Der Name Zante hat sich englischen Sprachgebrauch bis heute für diese Rebsorte gehalten, die im getrockneten Zustand als Korinthe vermarktet wird. Mit dem Verdea hielt sich ein alkoholstarker, oxidativ ausgebauter Wein auf der Insel. Dieser Wein, der den internationalen Geschmack derzeit nicht trifft, besteht aus einer Fülle von Rebsorten wie Goustoldi, Robola, Skiadopoulo, Pavlos sowie den sehr seltenen Areti und Korinthi. Obwohl die gesetzliche Vorschrift einen Anteil der Sorte Skiadopoulo von mindestens 75 Prozent vorsieht, ist eine Einhaltung der Regelung kaum kontrollierbar.

Einer Sage nach hat Kephalos der Sohn des Götterboten Hermes und Namenspatron der Insel unter Obhut des Weingott Dionysos den Weinanbau nach Kefalonia gebracht. Unter den Venezianern wurde der Korinthenanbau gefördert. Bis ins 20. Jahrhundert war dieser neben der Schifffahrt die Haupteinnahmequelle der Bewohner. 1807 betrug die Korinthenproduktion 9 Millionen Pfund. Trotz eines Exporteinbruchs nach dem 2. Weltkrieg und einem verheerenden Erdbeben im Jahr 1953 ist die Insel heute bedeutendster Weinproduzent der Inselgruppe. Da der Tourismus zurzeit die bessere Einnahmequelle ist, fließen die Gelder nur spärlich in die notwendigen Investitionen zur Besserung der Qualität. Ähnlich wie auf Zakynthos ist der Rebsortenspiegel von einer Fülle inseltypischer Sorten geprägt. Wichtigste Sorte ist dabei Robola, die offiziell auch Rombola Aspri genannt wird. Im Süden der Insel wird der Rebsorte Robola der OPAP-Wein Robola Kephalinias (Ρομπόλα Κεφαλληνίας oder Robola of Cephalonia) gewidmet. Die besten Qualitäten wachsen dabei auf einer Höhe von 300 bis 800 m ü. dem Meeresspiegel an den Hängen des 1628 m hohen Aenos. Das Weingut Gentilini erzeugt dabei seit Ende der 1980er Jahre Spitzenqualitäten.

Mit den Herkunftsbezeichnungen Moschatos Kephalinias und Mavrodaphni Kephalinias verfügt die Insel über 2 von insgesamt 8 griechischen Qualitätsweinen der Stufe OPE. Das Regelwerk sieht im Falle einer OPE lediglich den Ausbau von Süßweinen vor. Der Muskat-Wein wird im westlichen Teil der Insel hergestellt, während die Mavrodaphni-Gewächse über die ganze Insel inkl. dem südlichen Teil der Insel Ithaka verteilt stehen. Beide Weintypen wurden erst wieder seit Mitte der 990er Jahre belebt, und die Resultate sind vielversprechend. Mit den Landweinen Côtes de Ainou, Metaksata und Matzavenata stehen den Winzern Möglichkeiten zur Vermarktung von Weinen auf Basis der Rebsorten Goustoldi, Moschatella, Tsaousi und Araklino zur verfügung.

Auf Lefkada dominiert die Rebsorte Vertzami, bei der es sich möglicherweise um den italienischen Marzemino handelt. Die Weißweine, die unter dem Label eines Landweins verkauft werden, keltern die Winzer aus der Rebsorte Verdea. Daneben werden in geringem Umfang Malagousia, Lagorthi, Mavrodaphne, Vardea, Thiako, Chlores und Merlot angebaut.

Trotz einer Rebfläche von 1055 Hektar gibt es auf Korfu kaum selbstvermarktende Winzer. Die hohe Luftfeuchtigkeit der Insel lässt nur den Anbau sehr robuster Sorten zu, die dem Infektionsdruck von Pilzkrankheiten standhalten. Mit der weißen Kakotrigis und der roten Petrokoritho verfügt die Insel über zwei eigenständige Rebsorten.

Der Peloponnes ist der südlichste Teil der Balkanhalbinsel und somit das am weitesten ins Mittelmeer hineinragende Gebiet. Der südlichste Punkt des Peloponnes ist Kap Tenaro. Im Osten wird der Peloponnes von der Ägäis und im Westen vom Ionischen Meer begrenzt.

Die Verwaltungsregion Peloponnes umfasst im Wesentlichen die historischen Landschaften Messenien, Arkadien, Lakonien, Argolis und die Umgebung Korinths sowie ein Stück Festland jenseits des Isthmus. Sie ist in die fünf Präfekturen Argolis (Αργολίδα/Argolída), Arkadien (Αρκαδία/Arkadía), Korinthia (Κορινθία/Korinthía), Lakonien (Λακωνία/Lakonía) und Messenien (Μεσσηνία/Messinía) gegliedert. Achaia (gr. Αχαΐα, Achaía ) und Elis (gr. Ilía Ηλεία) gehören zwar zur Verwaltungsregion Westgriechenland, werden aber weinbautechnisch zusammen mit der Region Peloponnes abgehandelt.

Abgesehen von den küstennahen Gebieten sowie den Ebenen zwischen Patras (Achaia) und Pyrgos (Elis), bei Kalamata (Messenien) sowie zwischen Sparta und Gythio (beide in Lakonien) ist der Peloponnes sehr gebirgig. Durch die überwiegend kargen Böden stellt der Weinbau die einzig wirtschaftliche Form der Landwirtschaft dar. Die Parameter Höhe, Ausrichtung der bepflanzten Hänge sowie die Distanz zum Meer bescheren der Region eine Fülle von Mikroklimata.

Die Gesetzgebung sieht zur Zeit sechs Herkunftsbezeichnungen der obersten Klasse für den Peloponnes vor. Allein auf die Präfektur Achaia entfallen mit den OPE-Weinen Mavrodaphni Patras, Moschatos Patras und Moschatos Rio Patras sowie dem OPAP-Wein Patras vier Appellationen. Dem Deutschen Gustav Clauss kommt beim Mavrodaphne eine wesentliche Rolle bei der Entwicklung und Vermarktung des Weines zu. Clauss gründete das heute noch bekannte Weingut Achaia Clauss. Seit 10 Jahren lassen die Produkte des Guts Cavino qualitativ aufhorchen.

Die im Nordosten des Peloponnes gelegene Präfektur Korinthia zählt zu den wichtigsten Rotweinerzeugern des Landes. Von den insgesamt 6.137 Hektar entfallen allein 2123 Hektar auf die bekannte Herkunftsbezeichnung Nemea, wo gehaltvolle Rotweine auf Basis der Agiorgitiko entstehen. Im Gegenzug ist die Region ein wichtiger Lieferant preiswerter Massenweine. Knapp außerhalb der Definition des Anbaugebiets Nemea liegt auf 750 m Höhe das Dorf Klimenti. Der dort ansässige Winzer Giogios Gioulis setzte sich für die Schaffung des Landweins Klimentis ein, in dem Weißweine auf Basis von Chardonnay und Rotweine auf Basis des Cabernet Sauvignon entstehen.

Im landwirtschaftlich geprägten Argolis kommen dem Weinbau nur hochgelegene Parzellen zu, die kaum anders genutzt werden können. Von den insgesamt 736 Hektar entfallen noch 165 auf das Weinbaugebiet Nemea. An die wichtige Rolle im Weinbau, die die Region mit den Orten Mykene, Palea Epidavros oder Argos spielte, kommt sie aktuell nicht heran.

Arkadien liegt in der Mitte der südgriechischen Halbinsel und hat nur einen relativ schmalen Zugang zur peloponnesischen Ostküste am Osthang des Parnon-Gebirges. Das Land ist von Gebirgsketten durchzogen und die landwirtschaftlich nutzbaren Flächen liegen vergleichsweise hoch. Da hier insbesondere im Frühjahr und im Herbst der ausgleichende Klimaeffekt des Meers nicht greift, erfolgt die Ernte in Arkadien später als anderswo auf dem Peloponnes. Insgesamt 1.555 Hektar Rebfläche verteilt sich über die gesamte Präfektur. Bekanntester Wein Arkadiens ist der Mantinia, der den Status einer OPAP hat. In dieser Appellation nördlich der Stadt Tripoli entlang der Europastraße 65 werden aromatische Weißweine auf Basis der Rebsorte Moschofilero erzeugt. Stilistisch liegen die Weine zwischen einem Gewürztraminer und einem Muskateller, verfügen aber durch über eine kräftigere Säure über einen frischeren Charakter. Für die Vermarktung von Rotweinen nach französischem Vorbild wurde der Landweine Tegea eingeführt. Das Weinbaugebiet liegt auf einer Höhe von 700 - 750 m in der Nähe der namensgebenden Gemeinde Tegea.

Lakonien befindet sich zwischen dem Parnon- und dem Taygetos-Gebirge, hohen Gebirgszügen, die in der Regel die Tausend-Meter-Grenze überschreiten und dadurch den ganzen Landstrich nur schwer passierbar machen. Die Gebirgszüge enden in zwei „Fingern“ der Halbinsel Peloponnes, der Taygetos in der Halbinsel Mani. Zwischen ihnen befinden sich der Lakonische Golf und das fruchtbare Tal des Flusses Evrotas, der auch Sommer genug Wasser für eine Bewässerung von Nutzflächen liefert. In Lakonien wurden offiziell lediglich 685 Hektar Rebfläche erhoben. Die Fläche privat genutzter Flächen dürfte jedoch ungleich höher liegen. Im Mittelalter lag hier die Wiege des überaus populären Malvasier. Ein Neuanfang gewerblichen Weinbaus wurde erst in den 1990er Jahren gestartet und die beiden Landweine Lakonia sowie Monemvasia wurden erst im Jahr 2000 eingerichtet. Die Anzahl einheimischer Rebsorten ist verwirrend hoch und die allesamt noch jungen Weinbaubetriebe müssen erst noch den lokalen Charakter der Weine der Region herausarbeiten.

Kern der Landschaft Messenien am Messenischen Golf ist das Flusstal des Pamisos (heute: Pimatza) und seiner Zuflüsse. Die Gegend, die früher die Bezeichnung Stenyklaros trug stellt heute den am dichtesten besiedelten Teil Messeniens dar. Es handelt sich um eine äußerst fruchtbare Landschaft, wo bis heute Orangen, Zitronen, Mandeln, Feigen und Oliven angebaut werden. Ein Großteil der 2800 Hektar Rebfläche konzentriert sich auf Gebiete in Meeresnähe sowie um das Gebiet zwischen Kalamata und Messini. Seit fast 10 Jahren profiliert sich die Region zunehmend als qualitativ guter Hersteller von Rotweinen, denen mit den Landweinen Trifilia und Messinia eine Vermarktungsplattform geboten wird. Vorreiter dieser Bewegung sind die Weingüter Dereskos und Tsoli.

Obwohl die Präfektur Elis über 3.232 Hektar bestockter Rebfläche verfügt (dies ist immerhin mehr als die Rebfläche des deutschen Weinbaugebiets Rheingau), konnte sich bislang kaum ein eigenständiger Weinbau entwickeln. Die bereits im Jahr 1921 gegründete Winzergenossenschaft von Elis konnte sich nie profilieren und obwohl sie angibt, insgesamt 2000 Hektar unter Vertrag zu haben, liegt die abgefüllte Weinmenge bei 600.000 Flaschen pro Jahr. Das lesegut ging in der Vergangenheit häufig in das benachbarte Achaia, um den unstillbaren Durst nach Massenweinen wie dem Demestica zu stillen.

Die Südliche Ägäis besteht aus den Inselgruppen Dodekanes und den Kykladen, die jeweils eigene Präfekturen bilden.

Die Inseln der Kykladen bestehen meist aus Gneis und Glimmerschiefer, mitunter aus Granit und vulkanischem Gestein. Wegen ihrer Fruchtbarkeit nannte sie das Altertum die "Perlen von Hellas". Heute sind viele der Inseln ohne Baumvegetation, wasserarm, kahl und verbrannt. Die Hitze des Sommers wird durch die Seewinde (Meltemi) vermindert.

Das für einen schönen Sommerurlaub ideale Wetter ist dem Weinbau jedoch nicht sehr zuträglich. Lediglich auf den Inseln Paros (siehe hierzu den Hauptartikel Paros (Wein)) und Santorin ( → Santorin (Wein)) wird in größerem Stil Wein angebaut, so dass die Rebfläche auf den Kykladen in Summe immerhin 4.100 Hektar beträgt. Beide Inseln verfügen über Anbaugebiete im Rang eines OPAP. Die große Hitze und die Trockenheit führen zu einer rigorosen Selektion der Rebsorten. Es können lediglich Sorten angebaut werden, die hervorragend mit Trockenstress umgehen können. Der starke Wind kann die Erträge stark beeinflussen, indem er die Blüten im Frühjahr zerstört. Nach einem trockenen Sommer zum Zeitpunkt der Reife schließen die Pflanzen auf der Blattunterseite die Stomata zur Begrenzung der Verdunstung. Dieser Vorgang behindert jedoch eine weitere Reifung des Leseguts.

Neben den schon erwähnten Inseln Paros und Santorin finden sich noch Rebflächen auf den Inseln Tinos, Mykonos, Naxos und Syros. Aufgrund der kargen Böden mit einem extrem niedrigen Lehmanteil konnte die Reblaus auf den Kykladen nie Fuß fassen. Das durchschnittliche Alter der Reben gehört daher zu den höchsten in ganz Griechenland.

Der Name Dodekanes leitet sich ab aus den griechischen Wörtern für „zwölf Inseln“ nach dem Dutzend Hauptinseln. Bewohnt sind heute etwa 25 der Inseln. Geografisch gehören die meisten der rund 160 Dodekanes-Inseln zur Inselgruppe der Südlichen Sporaden. Nahezu 80 Prozent allen Weins der Dodekanes entsteht auf Rhodos. Daneben ist der Weinbau auf Kos ebenfalls gut strukturiert. Beide Inseln sind die einzigen, die ihre Weine auch ins Ausland exportieren. Kleinere Flächen werden auf den Inseln Patmos, Nisyros, Tilos, Astypalea, Kasos, Symiund Karpathos bewirtschaftet während auf Kalymnos, Lipsi und Leros praktisch nur für den Hausverbrauch produziert wird.

Rhodos (neugr. Ρόδος (f. sg.), Ródos; altgr. Ῥόδος, Rhódos) ist die Hauptinsel der Inselgruppe. Rhodos ist insbesondere im Inselinneren sehr bergig. Die höchsten Erhebungen sind der Attaviros mit 1.215 m sowie der Akramitis mit 825 m. Die bis an die Küsten reichenden Berge fallen meist steil zum Meer ab. Der Süd- und Nordteil der Insel sind deutlich flacher. Von Mitte Mai bis Mitte September ist kaum Regen zu erwarten. Die ausreichende Wasserversorgung ist dank der Kalkgebirge dennoch ganzjährig gesichert. Mit insgesamt 1.143 Hektar Weinbergen ist die Hauptinsel auch bedeutendster Weinproduzent der Dodekanes. Obwohl ähnlich warm wie auf Paros oder Santorin ist der Wind auf Rhodos weniger prägend. Es gibt drei Herkunftsbezeichnungen der obersten Qualitätsstufe. Der trockene OPAP-Rotwein Rhodos wird sortenrein aus Mandilaria, der trockene Weißwein sortenrein aus der Athiri gekeltert. Der süße OPE-Dessertwein Moschatos Rhodou (Muscat of Rhodes, Muscat von Rodos) wird sortenrein aus der Sorte Muscat Blanc produziert. Rund 90% der Weintrauben werden durch die große Winzergenossenschaft CAIR vinifiziert. Emery Wines ist mit 70 Hektar ein anderer bedeutender Hersteller.

Die Verwaltungsregion Nördliche Ägäis hat rund 210.000 Einwohner und umfasst Inseln, die unter geografischen Gesichtspunkten zu den Nordägäischen und Ostägäischen Inseln sowie zu den Südlichen Sporaden zählen. Die Hauptstadt ist Mytilini auf Lesbos. Die Verwaltungsregion ist in die Präfekturen Lesbos, Chios und Samos unterteilt.

Die Insel Samos ist das bedeutendste Anbaugebiet der nördlichen Ägäis. Von den insgesamt 2.800 Hektar entfallen über 1500 Hektar auf diese Insel. Mit dem Wein namens Samos verfügt die Insel über eine Herkunftsbezeichnung im Range einer OPE. Die Dessertweine werden auf Basis des Muscat blanc hergestellt.

Nahezu 100 Prozent der geernteten Trauben wird von der übergeordneten Winzergenossenschaft Samos UWC verarbeitet, die dadurch in der Lage ist, für den Export Wein in ausreichender Menge zur Verfügung zu stellen. Die Samos UWC greift selber auf die Dienste von 25 Kooperativen zurück.

Zweitwichtigstes Anbaugebiet der Region ist die Insel Limnos. Die trockenen Weißweine auf Basis der Rebsorte Muscat d'Alexandrie dürfen unter der Herkunftsbezeichnung Limnos vermarktet werden. Der Limnos ist eine der 25 OPAP Weine Griechenlands. Die Dessertweine, die mit der gleichen Rebsorte ausgebaut werden, dürfen unter der Appellation Moschatos Lemnou (Μοσχάτος Λήμνου oder Muscat of Limnos) mit dem Rang einer OPE vermarktet werden.

Der Weinbau auf Lesbos ist nur noch ein Schatten früherer Tage. Von der Antike bis in das 15. Jahrhundert waren die Rotweine der Insel sehr bekannt. Heute gibt es maximal 80 Hektar, die dem Weinbau gewidmet sind. Haupteinnahmequelle ist der Anbau von Oliven. Lesbos, die drittgrößte Insel Griechenlands ist aber auch wegen der Spirituose Ouzo bekannt. Fast 50 Betriebe haben sich auf Herstellung und Handel dieses Getränks spezialisiert.

Neben Olivenöl ist Chios vor allem durch die Mastix-Produktion speziell im südlichen Bezirk Mastichochoria bekannt. In der Umgebung der Gemeinden Pyrgi, Mestá und Olympia wachsen die immergrünen Mastixbäume, die das Naturharz absondern. Der ehemals bekannte Weinbau beschränkt sich zurzeit auf etwa 10 Hektar.

Noch zu Ende des 19. Jahrhunderts war die bestockte Rebfläche auf Ikaria nahezu zehnmal größer als heute. Auf nahezu 100 Hektar werden überwiegend die Rebsorten Mandilaria, Athiri, Assrtiko, Agianniotiko, Fokiano, Kotsifali und Ritino angebaut. Zurzeit gibt es drei selbstvermarktende Winzer, die auf dem Gemeindegebiet von Evdilos ansässig sind.

Kreta ist die größte griechische Insel und nach Zypern die zweitgrößte des östlichen Mittelmeeres. Die Insel hat eine gestreckte Form, sie misst in Ost-West-Richtung über 260 Kilometer bei einer größten Breite von 60 Kilometer. An ihrer schmalsten Stelle bei Ierapetra ist Kreta 12 Kilometer breit. Kreta ist sehr gebirgig und wird durch eine von West nach Ost reichende Gebirgskette bestimmt, die zumeist zur Südküste hin steiler, zum Norden hin flacher abfällt. Der Sommer ist heiß und trocken, wobei insbesondere an der Südküste sehr hohe Temperaturen gemessen werden. Der Winter ist regenreich und mild, die Hochlagen der Gebirgszüge sind schneereich. Kreta ist durch mehrere Klimazonen geprägt. Die Spanne reicht von trocken-heißen bis zu feucht-alpinen Zonen.

Hauptwirtschaftszweig von Kreta ist der Tourismus. Landwirtschaftlich wird die Insel vor allem für Wein-, Oliven- und Obstanbau genutzt. Ein großer Teil des kretischen Weinbaus dient der Produktion von Rosinen. Die wenigen Ebenen Kretas im Südosten, die Lasithi-Hochebene sowie die Messara-Ebene sind von zahlreichen Treibhauskulturen geprägt, in denen Gemüse und Salate sowohl für den Eigenbedarf als auch für den Export angebaut werden.

Kreta verfügt über vier Weine im Rang einer OPAP, von denen sich drei auf dem Gebiet der Präfektur Iraklio befinden. Der Zustand des kretischen Weinbaus war während einiger Jahrzehnte des 20. Jahrhunderts in einem desolaten Zustand. Trotz einer Vielzahl von Feierabendwinzern gab es nur einige wenige gewerbliche Weingüter. Ein großer Anteil der Rebanpflanzungen diente der Herstellung des grundstoffs für den sehr populären Tsikoudia. Erst im Jahr 1972 wurden erste Anpflanzungen der Insel Opfer der Reblaus. Die Invasion des Schädlings zerstörte eine Fülle alter Rebanlagen. Da die Pflanzen der Rebsorten Mandilaria, Liatiko, Romeiko und Kotsifali erst nach 20 - 30 Jahren Lesegut hoher Qualität liefern, wurden speziell die OPAP-Regionen um Archanes und um Peza in der Gemeinde Nikos Kazantzakis schwer getroffen. Neben den vier bereits genannten Sorten ist Vilana eine wichtige weiße und Romeiko eine gängige rote Rebsorte. Später wurden die internationalen Sorten Cabernet Sauvignon, Carignan, Grenache, Syrah, Chardonnay, Semillon und Viognier angepflanzt. Als Kuriosum gelten die Versuche mit dem Silvaner. Die geschmacklich neutrale Sorte soll den Verschnitten die nötige Säurestruktur verleihen.

Lange Zeit wurde der Weinbau auf Kreta von insgesamt 6 Winzergenossenschaften dominiert. Die Winzer wurden aufgrund einer fehlenden Qualitätspolitik zu extrem hohen Erträgen ermuntert. Ernten von 420 hl/ha und mehr schienen keine Seltenheit zu sein. Damit lagen die Erträge siebenmal über dem für einen akzeptablen Qualitätsanbau geltenden Limit. Seit den 1990er Jahren setzt sich der Qualitätsgedanke allmählich durch.

Die im Westen der Insel liegende Präfektur Chania verfügt über das kühlste Klima der Insel. Bislang werden die Reben in den fruchtbaren Böden tiefgelegener Lagen gezogen. Unter diesen Umständen sind die Erträge zwangsläufig zu hoch. Dominiert wird der Rebsortenspiegel von der Rebsorte Romeiko. Ergänzt wird das Angebot durch die Sorten Fokiano und Tsardana. Bislang konnte das Qualitätspotential von Romeiko nicht ausgelotet werden. Seitdem der Winzer Ted Manoussalis vom gleichnamigen Weingut vor wenigen Jahren einen Weinberg mit über 60 jahre alten Romeiko-Reben erwarb, erhoffen sich die Winzer der Region Impulse zum korrekten Ausbau der Produkte.

Die Präfektur Rhetymno wird im Westen durch die Weißen Berge (Lefka Ori) und im Osten durch das Ida-Gebirge mit dem Psiloriti begrenzt. Klimatisch gesehen gleicht die ganzjährige Temperaturverteilung der von Iraklio. Rhetymno ist damit spürbar wärmer als das benachbarte Chania. Durch die hohen Gebirge ist eine ausreichende Wasserversorgung während des ganzen Jahres sichergestellt. Obwohl noch reichlich Weinberge erhalten sind, gibt es bislang keine selbstvermarktende Winzer Das Lesegut wird in die benachbarten Präfekturen gebracht und geht in Tafelweine oder überregionale Landweine Kretas ein.

Iraklio wird von den Weißen Bergen und dem Dikti-Gebirge begrenzt. Die griechische Gesetzgebung hat diese Präfektur mit drei OPAP-Weine bedacht. Die Weinbaugebiete Archanes, Peza und Dafnes liegen allesamt südlich von Iraklio. Qualitativ konnten die drei Herkunftsbezeichnungen noch nicht den Anschluss an den internationalen Standard finden. Zu hohe Erträge, unzureichende Klonselektion der Reben sowie fehlende Investitionen in den Weinkeller sind das Ergebnis einer verfehlten Politik, die sich bisher auf den Vertrieb der Produkte an die Touristen der Region konzentrierte. Der rote Archanes wird auf Basis der Rebsorten Kotsifali und Mandilaria stets trocken ausgebaut. Die aromatischen Rotweine von Dafnes können trocken oder süß angeboten werden und sind sortenreine Produkte der Liatiko-Rebe. Die trockenen Rotweine von Peza werden wie der Archanes aus Kotsifali und Mandilaria hergestellt. Die trockenen Weißweine der Region werden auf Basis des Mosts von Vilana ausgebaut. Mit der Einweihung der neuen Kellerei Domaine Fantaxametoho des Hauses Boutari in Kato Archanes erhofft man sich die notwendigen Impulse zur Verbesserung der Situation. Die bedeutendste Investition tätigte das Weingut Michalakis im Dorf Metaxohori der Gemeinde Nikos Kazantzakis.

Die Präfektur Lasithi im Osten der Insel ist zugleich die trockenste und wärmste Region Kretas. Mit einer offiziellen Rebfläche von 953 Hektar (Stand 2001) verfügt die Präfektur über nur knapp 10 Prozent der bestockten Fläche Kretas aber689 Hektar davon liegen im Definitionsgebiet des OPAP-Weins Sitia. Die trockenen Weißweine aus dem Gebiet um Sitia bestehen zu mindestens 70 Prozent aus der Rebsorte Vilana. Der Rest stammt von der Sorte Thrapsathiri. Die Rotweine stammen zu mindestens 80 - 100 Prozent aus Liatiko. Der Verschnitt kann durch die tiefdunkle Mandilaria ergänzt werden. Diese Weine werden in den Geschmacksrichtungen trocken und süß angeboten. Aufgespritete Rotweine sind im Rahmen der Gesetzgebung ebenfalls erlaubt. Größter Anbieter in Lasithi ist die Winzergenossenschaft Sitia Union of Agriculture Cooperatives (kurz UAC), die insgesamt 43 Filialen betreibt und von fast 9000 Mitgliedern beliefert wird. Die UAC unterstützt auch das Kloster Toplou beim Ausbau der klostereigenen Weine. Qualitativ wichtigster Anbieter ist die Economou Winery bei Ziros.

Eine wissenschaftliche Aufbereitung der einheimischen Rebsorten ließ lange auf sich warten. Obwohl das Weininstitut in Athen bereits im Jahr 1937 gegründet wurde, nahm es erst fast 15 Jahre später seine Arbeit auf. In seiner Frühzeit widmete sich das Institut erst Fragen der Destillation sowie der Weingesetzgebung. Eine Bestandsaufnahme der Rebsorten rückte erst in den 1980er Jahren in den Blickpunkt der Önologen. Obwohl diese Arbeit noch nicht abgeschlossen ist, scheint die frühere Schätzung von mindestens 300 bis 350 autochthonen Rebsorten als deutlich überzogen. Die Önologin Haroula Spinthiropoulou veröffentlichte Ende der 1990er Jahre ein Verzeichnis mit insgesamt 199 Sorten, die oft nur regional angebaut werden. Die Differenz früherer Angaben zur jetzigen Einschätzung der Lage beruht auf einem besseren Verständnis der oft weit voneinander nur schwierig zu erreichenden Anbauflächen. Viele andersnamige Bezeichnungen haben sich häufig als Synonyme schon bekannter Sorten entpuppt oder vormals eigenständige Rebsorten stellten sich als Klon anderer Sorten dar.

In den 1960er Jahren gelang mit dem Katogi-Averof aus Cabernet Sauvignon und Agiorgitiko Reben zum ersten Mal eine Cuvée aus einheimischen und eingeführten Reben.

Agiorgitiko (2.319 Hektar, Stand 1999 ) gilt als eine der edelsten roten Rebsorten Griechenlands. Sie wird hauptsächlich in der Region Nemea auf dem Peloponnes angebaut. Benannt wurde Agiorgitiko nach dem früheren Namen der Stadt Nemea, Agios Georgis.

Cabernet Franc (39 Hektar, Stand 1999 ) ist eine Sorte aus dem Südwesten Frankreichs. Anders als die beiden anderen Sorten des Bordelais, Cabernet Sauvignon und Merlot, wird sie in Griechenland nur in deutlich geringerem Ausmaß auf dem Peloponnes, in Attika, Böotien, Epirus und Makedonien angebaut. An prominentester Stelle wird sie sicherlich im OPAP Wein Côtes de Meliton eingesetzt. Neben einem klassischen Verschnitt mit Cabernet Sauvignon kommt die Sorte auch an der Seite der einheimischen Limnio zum Einsatz. Die Trauben reifen im warmen Klima Griechenlands bereits in der zweiten Hälfte des August und können somit zuverlässig zur Vollreife kommen. Die krankheitsanfällige Sorte leidet schnell unter Trockenstress und wird daher bevorzugt in höhergelegenen und feuchteren Gebieten eingesetzt.

In den frühen 1960er Jahren legte Evangelos Averoff in Metsovo erste Anpflanzungen mit der international bekannten Rebsorte Cabernet Sauvignon (687 Hektar, Stand 1999 ) an. Knapp 15 Jahre später legte Dimitris Hatzimichalis den ersten international beachteten sortenreinen Cabernet-Sauvignon-Wein Griechenlands vor. Mittlerweile ist die Sorte gesetzlicher Bestandteil von fast der Hälfte aller definierten Herkunftsbezeichnungen und wird von mehr als 140 Winzern angebaut.

Cinsault (108 Hektar, Stand 1999) stammt ursprünglich aus dem Languedoc in Südfrankreich. Bereits kurz vor dem 2. Weltkrieg vornehmlich in Thrakien und Makedonien eingesetzt, konnte sich die Sorte in Griechenland nie durchsetzen. Heute liegt ihr Verbreitungsgebiet in den südlichen Gebieten Griechenlands; sie wird dort meist im Verschnitt mit anderen Rebsorten wie dem Grenache eingesetzt.

Kotsifali (1.148 Hektar, Stand 1999 ) ist eine griechische Sorte, die vor allem auf Kreta zu finden ist. Die Beeren reifen im späten August oder frühen September und erbringen Weine mit hohem Alkohol- und niedrigem Säuregehalt. Die Farbe der Rotweine ist aufgrund der dünnen Beerenschale nur mitteltief rot. Meist wird Kotsifali zusammen mit der Sorte Mandilaria verschnitten. Mandilaria verleiht dem Wein mehr Farbe, Tannin und Säure.

Liatiko (2.546 Hektar, Stand 1999 ) wurde fälschlicherweise mit der italienischen Rebsorte Aleatico in Verbindung gebracht. Die wuchskräftige und ertragskräftige Sorte wird auf Kreta zu sowohl süßen als auch trockenen Rotweinen verarbeitet. Sie reift dort spätestens Ende August und ist in drei Varianten bekannt. Psilorogo Liatiko verfügt über kleinere Beeren als üblich, Araiorago Liatiko ist lockerbeeriger und die Farbe von Blättern und Beeren der Variante Kotsifoliatio ist heller. Die besten Süßweine auf Basis von Liatiko sind die OPAP-Weine von Dafnes und Sitia.

Limnio (122 Hektar, Stand 1999 ) gilt als eine der ältesten Rebsorten Griechenlands. Sie wurde wahrscheinlich bereits von Hesiod (ca. 700 v. Chr) und Aristoteles (384–322 v. Chr.) als „Lemnia“ oder „Limnia“ erwähnt. Auf der Insel Limnos wurde im 2. Jahrhundert v. Chr. eine Rebsorte Limnia stafili erwähnt. Ob ein Zusammenhang zur Sorte Limnio besteht, ist jedoch unbekannt. Heute wird die Sorte in Makedonien, Thrakien und auf Limnos kultiviert. Ihre frühere Beliebtheit konnte sie bisher jedoch nicht mehr erreichen. Einzig die Domaine Carras konnte Mitte der 1990er das Potenzial der Sorte in sortenreinem Ausbau aufzeigen.

Mandilaria (845 Hektar, Stand 1999 ) gilt in Griechenland unter den tiefdunklen Sorten zu den populärsten. Selbst der schon sehr dunkle Wein der Sorte Cabernet Sauvignon kann mit einer 10 prozentigen Beimischung von Mandilaria noch an Farbe gewinnen. Im Wein von Paros genügt ein 20 prozentiger Anteil von Mandilaria zusammen mit der weißen Sorte Monemvasia zur Erzeugung eines Rotweins! Der Rebsorte fehlt es jedoch an Säure und Alkohol. Sie wird daher mit Ausnahme des roten Weins der Herkunftsbezeichnung Rhodos kaum sortenrein ausgebaut. Auf Kreta verleiht sie den Weinen des Kotsifali mehr Farbe, wie in den Weinen von Archanes und Peza zu sehen ist.

Mavrodaphne (537 Hektar, Stand 1999 ) ist eine rote Sorte, die zur Familie der Muskateller gerechnet wird. Mavrodaphne von Patras ist ein roter, leicht gespriteter griechischer Süßwein, der vor allem in der Umgebung von Patras aus Trauben der Rebe gleichen Namens hergestellt wird. Neben dem von der gleichnamigen Insel stammenden weißen Samos ist der Mavrodaphne der bekannteste griechische Süßwein und zählt zu den echten Klassikern Griechenlands. Der frühere Erfolg des Weins ist insbesondere mit der Kellerei Achaia Clauss verbunden.

Merlot (183 Hektar, Stand 1999 ) ist wie Cabernet Franc und Cabernet Sauvignon eine rote Rebsorte aus der französischen Region Aquitanien. Sie wurde in den frühen 1960er Jahren von den Pionieren Yannis Carras, Dimitris Kataros und Evangelos Averoff in Griechenland eingeführt. Das ganze Potential der Rebsorte zeigte jedoch wiederum erst Dimitris Hatzimichalis, als er in den frühen 1990er Jahren einen sortenreinen Wein internationaler Klasse präsentierte. Mittlerweile wird sie in 23 Präfekturen in den Regionen Epirus, Thessalien, Makedonien, dem Peloponnes und Zentralgriechenland angebaut. Die Trauben reifen in Griechenland meist im späten August.

Die rote Rebsorte Negoska (96 Hektar, Stand 1999 ) wird in der Region Makedonien in nahezu allen Präfekturen kultiviert. Vermutlich stammt die Sorte aus der Gegend um Naoussa, deren slavischer Name Negush ist . Die Rebsorte die besonders spät austreibt ergibt fruchtbetonte aber säurearme Weine, die über gut eingearbeitete Tannine und eine tiefdunkle Farbe verfügen. Der rote Negoska wird häufig mit der säurereicheren Rebsorte Mavro Naoussis kombiniert, eine Kombination die in der Herkunftsbezeichnung Goumenissa vorgeschrieben ist.

Beim Vertzami (491 Hektar, Stand 1999 ) handelt es sich in gewisser Weise um die Mandilaria-Rebe Westgriechenlands. Im westlichen Peloponnes, im westlichen Zentralgriechenland und auf den ionischen Inseln bringt Vertzami die dunkle Farbe in den Verschnitt. Mit seiner Fruchtigkeit, den gut eingearbeiteten Tanninen, einem hohen Alkoholgehalt und einer mäßigen Säure sind sortenreine Vertzami-Weine interessanter als sortenreine Mandilaria. Die ertragreiche Sorte reift in warmen Lagen erst ab Mitte September, kommt also in Höhenlagen oder kühleren Anbaugebieten Griechenlands nicht mehrt zur Vollreife. Das Synonym Lefkaditiko nährt Vermutungen, dass die Sorte in Lefkada zuhause ist.

Die kapriziöse Sorte Xinomavro (1.818 Hektar, Stand 1999 ) ist schwierig zu ziehen. Die Pflanze leidet schnell unter Trockenstress und ist anfällig gegen die klassischen Pilzkrankheiten Echter Mehltau, Falscher Mehltau der Weinrebe und Grauschimmelfäule. Bei Kalium-Mangel können die Säurewert extrem hoch ausfallen. Wegen des Problems mit Trockenstress wird die Sorte meist im feuchteren und kühleren Norden angebaut. Xinomavro ist wichtiger Bestandteil der OPAP-Weine Amyndeo, Naoussa und Goumenissa.

Aidani Aspro stammt vermutlich aus Kleinasien und ist heute auf den Kykladen-Inseln Santorin, Paros und Naxos weitverbreitet. Die Sorte ist gut an das heiße und trockene Klima dieser Region angepasst. Sortenrein ausgebaut ist die Sorte kaum erhältlich. Sie dient häufig in Verschnitten mit der Sorte Assyrtiko.

Assyrtiko (1.106 Hektar, Stand 1999 ) zählt zu den hochwertigen Rebsorten Griechenlands. Selbst guter Reife behält Assyrtiko erfrischend hohe Säurewerte von bis zu 6,5 g/l (in Weinsäure gemessen). Die Weine sind nur wenig fruchtbetont, nie zu süß und mineralisch klar; ein Umstand, der unter den klimatischen Bedingungen der Kykladen erstaunlich ist. Auf der Insel Santorin zeigt die Sorte ihr ganzes Potential, ist aber auch Bestandteil des OPAP-Weins Côtes de Meliton in Chalkidiki. Dort sind die Weine aus Assyrtiko weniger mineralisch, aber fruchtbetonter. Im Mix mit Aidani Aspro und Athiri entsteht auf Santorin aus sonnengetrockneten, teilrosinierten Beeren der Dessertwein Vinsanto, der nicht mit dem italienischen Vin Santo verwechselt werden darf.

Die Rebsorte Chardonnay (36,1 Hektar, Stand 1999 ) erfreut sich aufgrund ihrer Qualität weltweiter Beliebtheit und wird seit den 1980er Jahren in weiten Teilen Griechenlands angebaut. Sie ist anpassungsfähig und bringt in vielen Anbaugebieten ansprechende Weine hervor. Die Trauben reifen in Griechenland in den letzten zehn Augusttagen. Die Sorte leidet schnell unter Trockenstress und wird daher überwiegend im kühleren Norden angebaut. In einigen Lagen kann der Chardonnay spätfrostgefährdet sein, da er bereits Mitte März austreibt.

Malagousia (22,8 Hektar, Stand 1999 ) stammt vermutlich aus der Region um Nafpaktos am Golf von Korinth. Sie ist nach ihrer Wiederentdeckung hauptsächlich in Makedonien zu finden, wird aber auch in Attika und auf dem Peloponnes angebaut. Aus der aromatischen Rebsorte lassen sich Weine mit vollem Körper, mittlerer Säure und Aromen keltern, die an exotische Früchte, Zitrus, Jasmin und Minze erinnern.

Die Farbe der weißen Rebsorte Moschofilero (293 Hektar, Stand 1999 ) liegt ähnlich wie beim Grauburgunder zwischen weiß und rot. Sie wird vor allem auf dem Peloponnes angebaut und reift Ende September oder Anfang Oktober. Aufgrund des hohen Mostgewichts, der guten Säure und der aromatischem Akzente gab es Anfang der 1990er Jahre einen Boom auf diese Sorte, die sich in gewisser Weise als griechische Chardonnay oder griechischer Gewürztraminer vermarkten lässt. Eine DNA-Analyse belegte jedoch, dass Moschofilero weder mit letztgenannter Traube noch mit dem Muskateller verwandt ist. Der Name Moscho deutet auf ihren starken Duft, der Insekten anlockt. Aus Moschofilero wird der duftige und, würzige OPAP-Weißwein Mantinia gekeltert. Außerdem wird sie für Schaumweine nach der Charmat-Methode, Roséweine, Verschnitte (mit Savatiano und Roditis) und lokal als Tafeltraube verwendet.

Roditis (7.243 Hektar, Stand 1999 ) ist nach Savatiano die zweithäufigst angebaute Rebsorte in Griechenland. Ihr Name weist auf ihre leicht rötliche Farbe hin. Auf geeigneten Böden entstehen trockene alterungsfähige Weißweine mit fruchtigem Aroma, durchschnittlichem bis hohem Alkoholgehalt und einem frischen Bouquet . Aus Roditis werden säurebetonte Weine gewonnen. Sie wird häufig –wie beim Retsina- mit der Sorte Savatiano verschnitten.

Savatiano (12.747 Hektar, Stand 1999 ) dominiert in den Regionen Mittelgriechenland und Attika die dominierende Rebsorte und ist wichtiger Bestandteil des Retsina. Sie zeigt eine gute Widerstandsfähigkeit gegen den Trockenstress. Savatiano wird meist zu wenig ausdrucksstarken Weinen verarbeitet, kann aber bei geringen Erträgen und gutem Ausbau Weißweine mit ausgeglichenem Geschmack erbringen. Im Idealfall zeigt der Wein Früchtearomen wie Zitrone, Kiwi, Pfirsich, Erdbeere, Banane oder Zuckermelone.

Vilana (566 Hektar, Stand 1999 ) wird auf Kreta in den Präfekturen Heraklion, Lassithi, Rethymno und Chania angebaut. Vilana reift im warmen Klima der Insel ab Mitte September. Wenn Vilana korrekt angebaut wird, erhält man aufgrund der Säure gut strukturierte Weine mit einem mittleren bis hohen Alkoholgehalt einem mittelstarken Aroma. Die Traube neigt zu schneller Oxidation und muss bei der lese bis zur Kelterung umsichtig behandelt werden. Vilana findet Eingang in den trockenen Weißweinen von Peza und Sitia.

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Liste der Herrscher von Griechenland

Vor Alexander dem Großen bestand Griechenland aus Stadtstaaten und hatte daher noch keinen gemeinsamen Herrscher.

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Fußball in Griechenland

Charisteas' Siegtreffer im Finale der Euro 2004

Trainer der griechischen Fußballnationalmannschaft ist seit 2001 Otto Rehhagel. Seine Mannschaft war bis kurz vor der Fußball-Europameisterschaft 2004 15 Spiele lang ungeschlagen, was europaweit für Aufsehen sorgte.

Die Elliniki Podosferiki Omospondia (EPO) ist der 1926 gegründete Fußballverband des Landes.

Die erste Liga Griechenland ist die Super League.

Olympiakos Piräus, AEK Athen und Panathinaikos Athen gehören zu den erfolgreichsten Vereinen Griechenlands.

Der zweite nennenswerte Europaerfolg gelang Panathinaikos Athen 1971, als der Athener Club das Endspiel im Europapokal der Landesmeister erreichte.

Griechenland nahm an der Fußball-Europameisterschaft 1980 in Italien teil und schied in der Vorrunde aus.

Bei der Fußball-Europameisterschaft 2004 gelang der Titelgewinn. Im Finale am 4. Juli besiegte Griechenland den Gastgeber Portugal mit 1:0 (Spielbericht). Da die Mannschaft vor dem Turnier als 100:1 Außenseiter gehandelt wurde, gilt dieser Erfolg als die größte Sensation im internationalen Fußball seit dem WM-Gewinn der Deutschen im Jahre 1954. Trainer der Erfolgsmannschaft ist der Deutsche Otto Rehhagel. Alle Spieler und der Trainer wurden bei der Siegesfeier im alten Olympiastadion am 5. Juli zu Ehrenbürgern Athens ernannt.

Für die Europameisterschaft 2008 in Österreich und der Schweiz qualifizierte sich der Titelverteidiger Griechenland bereits vorzeitig. Nach zwei verlorenen Spielen in der Vorrunde (0:2 gegen Schweden und 0:1 gegen Russland) war jedoch auch das vorzeitige Ausscheiden besiegelt.

Die einzige Teilnahme Griechenlands an der Fußball-Weltmeisterschaft war 1994. Die Mannschaft schied bereits in der Vorrunde aus.

In der WM-Qualifikation 2006 spielte Griechenland in der Gruppe 2, scheiterte aber an der Ukraine und an der Türkei und wurde nur Tabellenvierter.

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Antikes Griechenland

Griechenland zur Zeit der Hegemonie Thebens, 371–362 v. Chr.

Die Geschichte des antiken Griechenlands, das die Entwicklung der europäischen Zivilisation maßgeblich mitgeprägt hat, umfasst etwa den Zeitraum vom 8. Jahrhundert v. Chr. (u. a. Entstehung der homerischen Epen) bis 146 v. Chr. (Integration Griechenlands ins Römische Reich mit Fortdauer bis in die Spätantike).

Während in der archaischen Zeit (ca. 700–500 v. Chr.) sich das Polissystem etablierte und es zur griechischen Kolonisation des Mittelmeerraums kam, war die klassische Periode (ca. 500–336 v. Chr.) eine Zeit großer kultureller Entfaltung, die ein Fundament für das Abendland legte. Dabei wurden auch zentrale politische Begriffe geprägt, etwa z. B. im Zusammenhang mit der Entwicklung der Attischen Demokratie. Zu den Leistungen der antiken griechischen Kultur zählen, um nur einige zu nennen, architektonische Monumente wie auf der Athener Akropolis, bedeutende Skulpturen, Werke der Dichtkunst, die Grundlegung der Philosophie und die Geschichtswerke Herodots und des Thukydides, außerdem maßgebliche Erkenntnisse auf dem Gebiet der Mathematik und Formen friedlichen sportlichen Wettstreits wie die Olympischen Spiele.

Die archaische Zeit brachte in vielerlei Hinsicht Grundlagen für die klassische Zeit des antiken Griechenlands hervor. Am Anfang standen nach dem „Dunklen Zeitalter“ die als frühes Bindeglied der Hellenen so wichtigen homerischen Epen, die Ilias und Odyssee, die wohl um 750/30 (Ilias) bzw. ca. 720/00 v. Chr. (Odyssee) in schriftlicher Form niedergelegt wurden (Zeitpunkt in der Forschung umstritten, siehe auch homerische Frage). Wohl noch vor Homer entstanden die für Mythologie und Weltanschauung ebenfalls bedeutsamen Dichtungen des Hesiod.

In dieser Zeit formierte sich in Griechenland ein neues Staatensystem, dessen Ausbildung möglicherweise schon im 12. Jh. v. Chr., spätestens aber in geometrischer Zeit (etwa 1050–700 v. Chr.) beginnt: Die Polis (Stadtstaat) wurde die beherrschende Staatsform (außer in Teilen Nordgriechenlands und Teilen des Peloponnes). Der Adel, der zunächst noch kein Geburtsadel war, gewann an Einfluss und gleichzeitig wurde dadurch bedingt die Königsherrschaft immer mehr zurückgedrängt und verschwand größtenteils. So traten unter anderem verstärkt Oligarchien auf, während in anderen Stadtstaaten die Bevölkerung stärker an der Regierung beteiligt war. Die entwickelte Demokratie (siehe auch das Prinzip der Isonomie, die Rechtsgleichheit) wie im Falle Athens entstand jedoch erst in klassischer Zeit. Vollbürger waren in der Polis berechtigt, am politischen Leben teilzunehmen. Der Grad der Mitbestimmung war freilich von Stadt zu Stadt unterschiedlich abgestuft. Oft hatten Poleis nur ein eng begrenztes Umland (Chora). Große Poleis mit weitläufiger Chora, wie Athen und Sparta, waren die Ausnahme. In der Regel verfügte jede Polis über eine Akropolis sowie eine Agora, den Marktplatz, der als wirtschaftliches und politisches Zentrum diente.

Bereits Ende des 2. Jahrtausends v. Chr. sollen Griechen nach Kleinasien übergesiedelt sein. Im Zeitraum von ca. 750–550 v. Chr. kam es dann zur großen Kolonisation, in deren Verlauf in weiten Teilen des Schwarzmeergebiets und in vielen Gegenden des Mittelmeerraums Tochterstädte gegründet wurden. Hier wurden vor allem in Unteritalien und auf Sizilien – nach Thukydides z. B. 735 Naxos und 730 v. Chr. Syrakus – viele Kolonien gegründet (Magna Graecia). Gründe waren neben Überbevölkerung und Sicherung von Handelswegen auch Bevölkerungsdruck und innenpolitische Gegensätze und Unruhen innerhalb einer Polis. Dabei ist der Begriff der Kolonisation nicht nach modernen Maßstäben auszulegen. Die neu gegründeten Städte waren unabhängig von der Mutterstadt und die Ansiedlung geschah in der Regel dort, wo mit keinem ernsthaften Widerstand durch Einheimische zu rechnen war.

Die griechische Besiedlung erstreckte sich damit über den gesamten Mittelmeerraum – mit der Ägäis als Zentrum. In der Zeit ab 700 v. Chr. verstärkte sich der Einfluss orientalischer Elemente auf die Kunst, wobei zunächst Städte auf Euböa, bald darauf das mächtige Korinth eine wichtige Vermittlerrolle spielten. Die Griechen hatten schon zuvor das Alphabet der Phönizier übernommen und für ihre Zwecke umgestaltet.

In diesem Zeitraum eines sich weitenden Horizonts entstand auch die ionische Philosophie. Zu ihren herausragenden Vertretern zählen u. a. der Naturphilosoph Thales von Milet, der musikverbundene Mathematiker Pythagoras von Samos und der „dunkle“ Dialektiker (Heraklit von Ephesos).

Auf dem griechischen Festland rivalisierten währenddessen verschiedene Poleis um eine Vormachtstellung und bekriegten einander oftmals. Auf der Peloponnes war zunächst Argos lange Zeit führend; doch gelang es Sparta nach der Eroberung Messeniens in mehreren erbittert geführten Kriegen bis 640 v. Chr. sowie auf der Grundlage innerer Reformen, zur führenden Militärmacht Griechenlands zu werden. Längst hatte sich das Militärmodell der Bürgerwehren durchgesetzt (Hoplitentaktik). Um 550 v. Chr. gründete Sparta schließlich den Peloponnesischen Bund und zementierte damit seinen Herrschaftsanspruch.

Im 7. und 6. Jahrhundert v. Chr. verbreitete sich die Regierungsform der Tyrannis. Das geschah zunächst in Korinth, wo die Kypseliden um 660 v. Chr. an die Macht kamen und damit die früheste Tyrannis in Griechenland einrichteten, sowie danach in Sikyon und Samos, später auch in Athen. Der Begriff Tyrannis stammte aus Kleinasien und bezeichnete zunächst ohne Wertung eine Alleinherrschaft. In der Regel übernahm ein mächtiger Aristokrat die Führung innerhalb einer Polis, sicherte seine Macht durch militärische Kräfte ab und suchte zudem Unterstützung bei anderen Tyrannen. Es bestand also keine rechtliche Grundlage, sondern eine rein machtpolitische. Auch im westlichen Mittelmeerbereich kamen in späterer Zeit Tyrannen an die Macht, wobei die Entwicklung auf Sizilien recht spektakulär verlief (siehe Gelon, Agathokles). Im griechischen Kernland stellte sich aber vor allem Sparta dieser Regierungsform entgegen und bekämpfte sie energisch.

Die antike griechische Welt kannte kein Nationalgefühl im modernen Sinn. Jede Polis, mochte sie noch so klein sein, wachte streng über die eigene Autonomie und war nicht bereit, diese freiwillig aufzugeben. Dadurch bedingt war der Krieg im antiken Griechenland eher der Normalzustand (siehe die Kämpfe zwischen Athen und Ägina oder zwischen Sparta und Argos).

Großereignisse, zu denen Griechen aus den verschiedenen Poleis zusammenströmten und bei denen sie ihr Zusammengehörigkeitsbewusstsein zum Ausdruck brachten, gab es vor allem in Gestalt der Panhellenischen Spiele, deren berühmteste die Olympischen Spiele waren. Hieran nahmen beispielsweise auch Griechen aus Unteritalien teil. Von ähnlicher panhellenischer Bedeutung war außerdem das Orakel von Delphi.

Von grundlegender gemeinschaftsstiftender Wirkung war aber vor allem der aus den homerischen Epen bekannte Götterkanon, auf den sich in archaischer Zeit die ersten Tempelbauten bezogen. Die antiken griechischen Poleis waren stark religiös geprägt. Zwar handelte es sich um keine Buchreligion – die Religion wurde durch Mythen und Heroengeschichten bestimmt –, doch wurden fast alle öffentlichen und privaten Handlungen von Anrufungen an die Götter begleitet.

Ein deutliches Gemeinschaftsgefühl, das auch politisch zum Ausdruck kam, entwickelte sich erst am Vorabend der Perserkriege. 510 wurde die Tyrannis in Athen endgültig beseitigt. Bereits zuvor war Athen zur Vormacht in Attika geworden. In Kleinasien kam es kurz danach zum Ionischen Aufstand (500–494 v. Chr.), einem Ereignis, das Weltgeschichte schreiben sollte.

Der Ionische Aufstand (ca. 500–494 v. Chr.) der seit Jahrzehnten unter persischer Oberherrschaft stehenden kleinasiatischen und zyprischen Griechen gegen das Achämenidenreich war von Athen nur halbherzig unterstützt worden. Dennoch nutzte der persische Großkönig Dareios I. diesen Anlass zur Rechtfertigung der bereits länger ins Auge gefassten Expansion seines Reiches, die er als „Vergeltungsfeldzug“ bezeichnete. Mit diesem Feldzug begannen für Griechenland die Perserkriege. Herodot, der Vater der Geschichtsschreibung, hat über diese Ereignisse in seinem Werk umfänglich Auskunft gegeben.

Athen siegte zwar bei Marathon 490 v. Chr., doch kam es zehn Jahre später zu einem erneuten Feldzug unter Führung von Dareios’ Sohn Xerxes I.. 481 v. Chr. wurde daher der Hellenenbund gegründet, dem neben Sparta und Athen auch mehrere andere, aber keineswegs alle Stadtstaaten des Mutterlandes angehörten; manche waren sogar eher bereit, sich den Persern zu unterwerfen. Nach dem Hinhaltegefecht an den Thermopylen kam es bei Salamis zur Entscheidungsschlacht. Die Griechen vernichteten die zahlenmäßig überlegene persische Flotte (480 v. Chr.). Ein Jahr später wurde auch das persische Landheer in der Schlacht von Plataiai geschlagen. 478 v. Chr. begann die Eroberung Ioniens. Sparta weigerte sich jedoch, den Schutz der Griechen fern der Heimat zu übernehmen. Athen hingegen, bisher der Juniorpartner, nahm sich der Aufgabe an und gründete 478/477 v. Chr. den Attischen Seebund.

Auf den Grundlagen der Reformen Solons und des Kleisthenes von Athen sowie der Seeherrschaft Athens in der Ägäis entstand Mitte des 5. Jahrhunderts v. Chr. die entwickelte Attische Demokratie mit Perikles als leitendem Staatsmann. Zeitgleich entwickelte sich nach dem Zeugnis des Historikers Thukydides der Dualismus zwischen der Seemacht Athen und der Landmacht Sparta, der schließlich zum Peloponnesischen Krieg führen sollte.

Während Theben in Böotien die Errichtung einer Hegemonie über die anderen böotischen Gemeinden betrieb, verfolgte Athen unter Perikles eine ähnlich aggressive Politik. Der Seebund, inzwischen längst ein Instrument zur Verfolgung athenischer Interessen, entwickelte sich mehr und mehr zum attischen Reich. 460–57 v. Chr. wurden die so genannten Langen Mauern errichtet, die Athen mit dem Hafen Piräus verbanden und Athen selbst zur uneinnehmbaren Festung machten. Gestützt auf die Finanzmittel des Bundes, in dem die Bundesgenossen zu Tributpflichtigen Athens geworden waren, wurde die Athener Akropolis durch ein ebenso aufwändiges wie glanzvolles Bauprogramm zu einem repräsentativen Zentrum der neuen Großmacht, die sich nun kulturell als die „Schule Griechenlands“ darzustellen wusste.

Athen entwickelte sich von der Mitte des 5. Jahrhunderts ab auch zum geistigen Magneten und Zentrum Griechenlands, in das die Sophisten mit ihren Lehren und der Einführung der paideia strebten und in dem die Philosophie eines Sokrates, Platon und Aristoteles jeweils Schule machte. Im 5. Jahrhundert entstanden die Tragödien von Aischylos, Sophokles und Euripides, dann auch die Komödien des Aristophanes. Von dem großen Bildhauer Phidias, der das Bauprogramm auf der Akropolis leitete, ist anders als für seinen mit Menschenbildnissen befassten Kollegen Polyklet oder den berühmten Arzt Hippokrates eine längere Anwesenheit in Athen verbürgt. Im 4. Jahrhundert widersetzte sich der Redner Demosthenes wortmächtig, aber machtlos der anhebenden makedonischen Vorherrschaft und blieb damit bis in die Zeit Ciceros unerreichtes rhetorisches Vorbild.

Die Attische Demokratie, die allen Vollbürgern vermögensunabhängig eine gleichberechtigte Beteiligung sicherte und sie annähernd eineinhalb Jahrhunderte zu intensiver politischer Mitwirkung anhielt, hatte die Kehrseite, dass Frauen und Sklaven vollständig davon ausgeschlossen waren. Und die direkte Demokratie schützte durchaus nicht vor so manchen Auswüchsen äußerer Machtpolitik. Mit der modernen repräsentativen und gewaltenteiligen Demokratie ist sie in vieler Hinsicht nur bedingt vergleichbar.

Athen setzte nach den Perserkriegen als Hegemon im Attischen Seebund den Kampf gegen das Perserreich im östlichen Mittelmeerraum fort. Es unterstützte schließlich sogar eine antipersische Erhebung in Ägypten, wo sich für die Athener in einer sehr verlustreichen Niederlage dann aber die Grenzen der eigenen Machtmittel und Möglichkeiten zeigten. Zu einem Ausgleich mit Persien kam es 449 v.Chr. im Zusammenhang mit dem historisch umstrittenen sogenannten Kalliasfrieden.

In Süditalien und auf Sizilien erwehrten sich währenddessen die seit der großen Kolonisation dort angesiedelten Westgriechen der Bedrohung durch die Etrusker und das mächtige Karthago. In der Schlacht von Kyme 474 v. Chr. wurden die Etrusker vernichtend geschlagen. Auf Sizilien ging der Konflikt mit Karthago weiter, auch wenn die Karthager 480 v. Chr. bei Himera geschlagen worden waren. Dort konnten sich in zahlreichen Poleis auch weiterhin Tyrannen an der Macht halten, wie beispielsweise Gelon, der zeitweise als der mächtigste Mann der griechischen Welt galt.

Zwischen Athen und Sparta kam es 460–446 v. Chr. zum Ersten Peloponnesischen Krieg. Grund war der vorläufige Austritt Megaras aus der spartanischen Allianz und dessen Überwechseln zu Athen. Während der athenischen Flottenexpedition nach Ägypten (460–454 v. Chr.), kam es 457 v. Chr. zu der für Athen verlustreichen Schlacht von Tanagra gegen die Spartaner, aber im Gegenzug zur Bezwingung Aiginas, das ungeachtet seiner Lage gegenüber dem Piräus Mitglied im Peloponnesischen Bund war, nun aber dem Attischen Seebund beitreten musste. Bei schließlich unentschiedenem Ausgang des Krieges zwischen den beiden griechischen Großmächten wurde 446 v. Chr. ein dreißigjähriger Frieden Athens mit Sparta geschlossen, wobei die latenten Spannungen freilich bestehen blieben.

Über den Streit Korinths mit Korkyra bezüglich der Einmischung Athens in den Bürgerkrieg in Epidamnos, der Furcht Athens vor einem Engagement Korinths im Norden und über einen Handelsstreit mit dem mit Sparta verbündeten Megara, aber auch aus der Furcht Spartas vor einem weiteren Machtzuwachs Athens, kam es schließlich zum Pelpononnesischen Krieg (mit Unterbrechungen von 431–404 v. Chr.), über dessen Verlauf bis zum Jahr 411 v. Chr. vor allem Thukydides in seinem Geschichtswerk Auskunft gibt.

432 v. Chr. forderten Megara und Korinth Sparta ultimativ zum Eingreifen auf, doch begann der Krieg eher ungeplant mit einem Überfall der mit Sparta verbündeten Thebaner auf die Stadt Plataiai. Sparta fiel 431 v. Chr. in Attika ein, doch hatte Perikles die Bevölkerung in den Schutz der Langen Mauern zurückgezogen. Währenddessen plünderte die athenische Flotte den Peloponnes. Perikles rechnete mit der Erschöpfung des Gegners, während die Spartaner jedes Jahr in Attika einfielen.

Nach dem Tod des Perikles 429 v. Chr. kam eine neue Generation von Politikern ans Ruder, wobei Kleon für eine aggressive, Nikias hingegen für einen ausgleichende Politik gegenüber Sparta standen. 425 v. Chr. schien Sparta aufgrund der Gefangennahme mehrerer Spartiaten zum Frieden bereit, doch wurde dies von Kleon abgewiesen. Sparta reagierte jedoch und marschierte unter Führung des Brasidas 424 v. Chr. in Thrakien ein und bedrohte so die athenische Versorgung mit Getreide. 421 v. Chr. kam es zu einem Friedensvertrag (Nikiasfrieden), der jedoch nicht alle Streitigkeiten ausräumte. Sparta bekämpfte seine Erzrivalin Argos, während Athen unter dem Einfluss des Alkibiades die folgenschwere Sizilienexpedition unternahm (415–413 v. Chr.). Diese endete in einem Desaster für Athen. Die Einnahme von Syrakus misslang, und das athenische Heer wurde vernichtet, während in Griechenland Alkibiades, der zu den Spartanern übergelaufen war, diese zu einer neuen Taktik gegen Athen überredete. In Dekeleia wurde nun auf Dauer ein lakedaimonischer Stützpunkt errichtet, und zudem gewann Sparta die Unterstützung Persiens. Mit Hilfe persischen Goldes baute Sparta eine leistungsstarke Flotte auf. Immer mehr Seebundmitglieder, die von Athen wie Kolonien behandelt wurden, fielen vom Attischen Seebund ab. Im Zuge der Bestrafung abgefallener Bündner und in dem Bestreben, das Seereich als Herrschaftsinstrument auszubauen, kam es von athenischer Seite im Verlauf des Peloponnesischen Krieges vermehrt zu Gräueltaten und Übergriffen, wofür insbesondere das Beispiel der kleinen Ägäis-Insel Melos steht. Auch die Demokratie wurde zu Zwecken der Herrschaftsstabilisierung nach dem Muster Athens innerhalb des Seebunds verbreitet und als Mittel zum Erreichen politischer Ziele der Führungsmacht eingesetzt. 411 v. Chr. kam es wegen der durch den Krieg angespannten Situation in Athen selbst zu einem oligarchischen Verfassungsumsturz, der aber schon 410 v. Chr. rückgängig gemacht wurde – mit Hilfe des wieder zu Athen übergelaufenen Alkibiades.

Spartas neue Flotte unter dem fähigen Lysander bedrohte jedoch weiterhin Athens Lebensnerv. 406 siegten die Athener noch bei den Arginusen, doch unterlag die Flotte 405 in der Schlacht von Aigospotamoi. Athen kapitulierte 404 v. Chr. vor Sparta, wurde aber nicht zerstört, da Sparta ein Gleichgewicht der Kräfte aufrecht erhalten wollte. Korinth und Theben fühlten sich jedoch um die Erfüllung ihrer Kriegsziele betrogen und verfolgten nun eigene Ziele, auch und vor allem gegen Sparta.

Sparta konnte nach dem Sieg von 404 v. Chr. trotz einiger Anstrengungen die Führungsrolle Athens nicht übernehmen; dafür fehlten ihm sowohl die Ressourcen als auch der institutionelle Rahmen. Zudem kam es zwischen Sparta und Persien zum Krieg um Kleinasien (400–394 v. Chr.), da Sparta sich weigerte, die dortigen griechischen Städte den Persern auszuliefern, wie es der Vertrag von 412 v. Chr. vorgesehen hatte. Aber auch in Griechenland brachen die Kampfhandlungen nicht ab. Im Korinthischen Krieg (395–87 v. Chr.) kämpften Argos, Athen, Korinth und Theben gegen die Spartaner. 387/86 v. Chr. kam es schließlich zum so genannten Königsfrieden, der in Wirklichkeit ein persischer Diktatfrieden war, der den Krieg im griechischen Mutterland aber wenigstens zu einem vorläufigen Ende brachte. Persien erhielt Kleinasien und Zypern, während Athen nur einige seiner alten Kleruchien behalten durfte. Alle anderen Poleis sollten autonom sein.

Auf dem Prinzip von Autonomie und Gleichberechtigung basierte die Idee der Koine Eirene, des Allgemeinen Friedens, die in den Folgejahren starke politische Wirkung entfaltete und neben dem Panhellenismus der prägende politische Gedanke dieser Zeit war. Am Ende scheiterte aber auch diese Friedensidee immer wieder an der Unmöglichkeit, sie ohne die Garantie einer starken Hegemonialmacht durchzusetzen. Der Königsfriede wird von einigen Forschern als erste Verwirklichung einer Koine Eirene angesehen.

Zum Wächter über den Königsfrieden warf sich zunächst Sparta auf, um seine eigene Position zu verteidigen. Es geriet aber zusehends in die Defensive. Athen, welches sich von der Niederlage im Peloponnesischen Krieg langsam erholt hatte, begründete 378/77 v. Chr. den Attischen Seebund neu, allerdings verkleinert und weniger von der athenischen Vormachtstellung geprägt. Tatsächlich waren aber sowohl Sparta als auch Athen über das Anwachsen der thebanischen Machtstellung besorgt und versuchten, den thebanischen Einfluss einzudämmen. Doch während sich die beiden alten Feinde annäherten, kam es 371 v. Chr. zur Schlacht von Leuktra, in welcher das spartanische Heer in offener Feldschlacht von den Thebanern vernichtend geschlagen wurde. Dies bedeutete das endgültige Ende der spartanischen Hegemonie. Auch der Höhenflug Thebens endete bereits nach wenigen Jahren, als 362 v. Chr. der wichtigste thebanische Stratege Epameinondas fiel. Sparta verlor jedoch Messenien und wurde somit zu einer Macht zweiten Ranges, zumal die dringend notwendigen inneren Reformen auch danach nicht verwirklicht wurden.

Auf Sizilien blühte währenddessen die reiche Polis Syrakus und erreichte eine quasi-hegemoniale Stellung unter Dionysios I. Im Laufe des 4. Jahrhunderts v. Chr. jedoch wurde Syrakus von schweren Bürgerkriegen heimgesucht. Bereits seit dem frühen 5. Jahrhundert lieferten sich Karthago und die sizilischen Griechen teils heftige Kämpfe (siehe oben), wobei sich beide Seiten in etwa die Waage hielten. Tatsächlich waren es gerade die Randgebiete – das so genannte Dritte Griechenland, abseits von Athen und Sparta –, die nach dem Peloponnesischen Krieg eine Blütezeit erlebten, wie eben Böotien mit Theben, aber auch Thessalien, Korinth und Megara, die sich vom Krieg erholten und vom Handel profitierten.

Im Norden Griechenlands bestieg 359 v. Chr. Philipp II. den Thron von Makedonien. Ihm gelang es, den größten Nutzen aus den Vormachtkämpfen der griechischen Poleis zu ziehen. Die streitenden Adelsfamilien vermochte er stärker als zuvor an das Königshaus binden. Vor allem aber schuf er ein stehendes und professionell geschultes Heer, wodurch Makedonien zur führenden Militärmacht in Griechenland wurde. In den 50er Jahren kämpfte er gegen die Phoker und erwarb 352 v. Chr. die Vorherrschaft in Thessalien. 343 v. Chr. folgte die Eroberung Thrakiens, samt der dortigen Goldbergwerke, die den wirtschaftlichen Grundstock für den weiteren Machtzuwachs legten. Athen fühlte sich von der expansiven Politik Philipps ernsthaft bedroht. Vor allem Demosthenes versuchte die Athener davon zu überzeugen, dass Philipp sie unterjochen wollte, hatte zunächst jedoch keinen Erfolg. 340 v. Chr. kam es endlich zur Bildung eines Abwehrbundes, doch unterlag das Heer 338 v. Chr. bei Chaironeia dem Heer Philipps. Dieser gründete 337 v. Chr. den Korinthischen Bund, ließ sich zum Hegemon ernennen und wurde de facto zum Beherrscher Griechenlands. Seine Pläne zu einem Feldzug gegen Persien konnte er jedoch nicht mehr verwirklichen: Er wurde 336 v. Chr. ermordet.

Sein Sohn Alexander, später der Große genannt, setzte Philipps ehrgeizige Pläne jedoch in die Tat um: Er zwang die aufständischen griechischen Städte in die Knie und zerstörte Theben. Mit seinem legendären Alexanderzug (ab 334 v. Chr.) öffnete er zugleich den Griechen das Tor zu einer neuen Welt: Er besiegte die persischen Armeen und stieß bis nach Indien vor. Damit endete das klassische Zeitalter Griechenlands.

Es begann das Zeitalter des Hellenismus, in dem die griechischen Poleis gegenüber den hellenistischen Großreichen, die sich nach Alexanders Tod 323 v. Chr. bildeten (siehe auch Diadochen), sowie den sich formierenden Bundesstaaten (siehe etwa Achaiischer Bund) nur eine untergeordnete Rolle spielten, während die griechische Kultur sich bis nach Indien verbreitete.

Griechenland blieb das Schlachtfeld der hellenistischen Großmächte. Vor allem die Antigoniden versuchten, die alte makedonische Hegemonie zu erneuern. Athens Versuch, nach dem Tod Alexanders wieder eine Macht zu werden, scheiterte kläglich (Lamischer Krieg, 323–322 v. Chr.). An die Stelle der Polis traten als Machtfaktor die griechischen Bundesstaaten. Die beiden Wichtigsten waren der Aitolische Bund und der Achaiische Bund. In kultureller Hinsicht verlagerte sich der Schwerpunkt mehr in den Osten, wo vor allem Alexandria in Ägypten, später auch Pergamon in Kleinasien, eine bedeutende Rolle spielten (siehe auch Diadochen).

Infolge der Kämpfe zwischen den griechischen Klein- und Mittelmächten untereinander sowie mit und gegen Makedonien kam es zum Eingreifen des Römischen Reiches gegen Philipp V. von Makedonien. Im Zweiten Makedonisch-Römischen Krieg (200–197 v. Chr.) wurde Makedonien vernichtend geschlagen. 196 v. Chr. verkündete der römische General Titus Quinctius Flamininus die Freiheit Griechenlands, Rom blieb aber Protektoratsmacht. Da die Lage weiterhin instabil war, sah sich Rom in der Folgezeit immer wieder einzugreifen gezwungen. Nach der Schlacht von Pydna 168 v. Chr. war Makedonien, welches unter König Perseus noch einmal versucht hatte, die Vorherrschaft in Griechenland gegen Rom zu erkämpfen, als Machtfaktor ausgeschaltet. Rom engagierte sich nun dauerhaft in Griechenland. Dies führte nach der Zerstörung von Korinth zur Umwandlung Griechenlands in eine römische Provinz (146 v. Chr. zu Makedonien, 27 v. Chr. als Provinz Achaia).

133 v. Chr. wurde auch das Reich von Pergamon durch Rom annektiert, 64/63 v. Chr. folgte das Reich der Seleukiden in Syrien (welches aber bereits seit dem 2. Jahrhundert nur noch von regionaler Bedeutung war und seine reichsten Provinzen längst verloren hatte), 30 v. Chr. schließlich die letzte hellenistische Macht, das Ägypten der Ptolemäer.

Die unabhängige politische Geschichte des antiken Griechenlands war damit beendet, doch lebte die griechische Kultur im Römischen Reich fort und prägte seit dem 2. vorchristlichen Jahrhundert zunehmend auch die römische Zivilisation. Kaiser Nero war ein großer Philhellene und gewährte Griechenland zahlreiche Privilegien, die seine Nachfolger aber wieder zurücknahmen. Bis in die Spätantike war es für die Eliten Roms fast selbstverständlich, neben Latein auch Griechisch zu beherrschen, und die klassische griechische Bildung (paideia) blieb zumindest in der östlichen Reichshälfte auch nach dem Sieg des Christentums noch lange lebendig.

Die Reichskrise des 3. Jahrhunderts nach Christus betraf dann auch Griechenland, das unter Barbareneinfällen zu leiden hatte, sich aber wieder einigermaßen erholen konnte und mit dem Neuplatonismus die letzte bedeutende philosophische Strömung der Antike hervorbrachte. Gerade Athen blieb bis ins 6. Jahrhundert nach Christus ein bedeutendes Zentrum antiker Bildung. Seit etwa 580 n. Chr. drangen dann slawische Völker in die oströmischen Balkanprovinzen ein; um 600 n. Chr. war Griechenland bis zur Peloponnes weitgehend slawisch besiedelt und konnte erst im Mittelalter wieder für das griechischsprachige Byzantinische Reich gewonnen werden. Die Eroberung der römischen Orientprovinzen durch die islamischen Araber (seit 636 n. Chr.) besiegelte dann den Untergang der antiken griechischen Kultur und das Ende der Antike: 698 n. Chr. wurde im Reich der Kalifen schließlich die griechische Amtssprache durch das Arabische ersetzt. Allerdings zeigten sich die Eroberer offen für viele Errungenschaften der griechischen Zivilisation; so wurde nicht weniges davon nur durch die Araber für die Nachwelt bewahrt.

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Source : Wikipedia