Greifswald

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Geschrieben von tron 23/03/2009 @ 23:14

Tags : greifswald, mecklenburg-vorpommern, deutschland

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Greifswald

Wappen der Stadt Greifswald

Die Universitäts- und Hansestadt Greifswald (plattdeutsch: Griepswoold; nach ihrem Wappentier, dem pommerschen Greifen, auch Gryps genannt) ist eine kreisfreie Stadt in Vorpommern im Nordosten Deutschlands. Zusammen mit Stralsund bildet die Stadt eines der vier Oberzentren des Landes Mecklenburg-Vorpommern.

Die Stadt hat etwa 54.000 Einwohner, davon sind etwa 12.000 Einwohner Studenten und weitere 5.000 Mitarbeiter der Universität Greifswald.

Greifswald liegt zwischen den Inseln Rügen und Usedom an der Mündung des Flusses Ryck in die Dänische Wiek, eine Bucht des Greifswalder Boddens. Die Stadt liegt etwa 200 Kilometer nördlich von Berlin.

Das Gebiet um Greifswald ist flach; das Gelände erreicht kaum 20 m ü. NN. Die höchsten Erhebungen befinden sich im Süden des Stadtgebietes; höchste Erhebung ist der im Naturschutzgebiet Eldena gelegene Ebertberg mit einer Höhe von 29,5 m ü. NN, gefolgt von Studentenberg (27,2 m ü. NN), Martensberg (24,7 m ü. NN) und Helmshäger Berg (24,3 m ü. NN). Die höchsten Erhebungen nördlich des Ryck sind – neben den 10 bis 11 m hohen Hügeln der ehemaligen Mülldeponie – der Dornberg (4,4 m ü. NN) und der Silberberg (4,3 m ü. NN). Innerhalb des bebauten Stadtgebietes sind der Gorzberg (9,4 m ü. NN) und der Epistelberg (8,4 m ü. NN) die höchsten Erhebungen.

Zu Greifswald gehören auch die außerhalb des geschlossenen Stadtgebietes gelegenen vorgelagerten Inseln Koos und Riems sowie als kommunale Exklave ein Teil des Riems gegenüberliegenden Festlandes.

Kommunalrechtlich gibt es nach § 21 der Hauptsatzung vom 30. Juni 2008 acht Ortsteile, in denen zum Teil mehrere der historisch gewachsenen Ortsteile zusammengefasst werden. In diesen kommunalrechtlichen Ortsteilen werden je eine Ortsteilvertretung mit je neun Mitgliedern gewählt.

Im Uhrzeigersinn (von Norden beginnend): Mesekenhagen, Neuenkirchen, Loissin, Kemnitz, Diedrichshagen, Weitenhagen, Hinrichshagen, Levenhagen und Wackerow (alle Gemeinden im Landkreis Ostvorpommern).

Der ursprüngliche Name der Siedlung, die sich dann zur eigenständigen Stadt Greifswald entwickelte, ist nicht überliefert. Eine Bestätigungsurkunde Wartislaw III. von 1248, in der dem Kloster Eldena das oppidum Gripheswald cum omnibus pertinentiis suis bestätigt wurde, ist die erste urkundliche Erwähnung des heutigen Namens. In der Lehensurkunde Wartislaw III. vom Juni 1249 findet sich der ausdrückliche Hinweis, dass das oppidum Gripheswald in deutscher Sprache Gripeswald genannt wird, was vermuten lässt, dass die Siedlung ursprünglich einen anderen slawischen, dänischen oder deutschen Namen besaß. Für die Theorie, dass der ursprüngliche Name ein dänischer war, der sich an Gripscogh, den Namen eines Waldes bei Esrom in Dänemark, dem Mutterkloster des Klosters Eldena, anlehnt, gibt es keine Belege. Aus den Folgejahren und -jahrhunderten sind auch die schriftlichen Bezeichnungen Gripeswald (1249), Grifeswolde (1250), Gripesuuolde (1280), Gripesuualde (1280), Gripswalt (1285), Gripeswald (1383), Gripeswolde (1383), Gripswald (1491), Gripswolde (1577), Greipßwalde (1601), Gripheswalde (1602), Gripheswaldt (1602), Greypffswald (1604) und bereits Greifswald (1621) überliefert.

Das mittelniederdeutsche grip steht dabei für den Greif und ist wahrscheinlich als Bezug auf das Wappentier der pommerschen Herzöge zu verstehen, welche später auch als Greifen bezeichnet wurden; das wolt/wold steht für Wald. Greif und Wald finden sich auch im Wappen Greifswalds wieder.

Greifswalds Gründung in Pommern geht auf das Kloster Eldena zurück, zu dessen Gut es anfangs gehörte. Die Siedlung lag gegenüber den auf der anderen Ryckseite gelegenen Salzpfannen, die nachweislich seit spätestens 1193 bestanden; sie entstand wahrscheinlich im zweiten Viertel des 13. Jahrhunderts als Siedlung der Salinearbeiter. Für die Siedlung, an der sich zwei alte Handelswege kreuzten, erhielt das Kloster 1241 sowohl vom rügenschen Fürst Wizlaw I. als auch vom Pommernherzog Wartislaw III. urkundlich das Marktrecht verliehen. Im Juni 1249 konnte Wartislaw III. das Kloster dazu bringen, ihm die Marktsiedlung Greifswald zu Lehen zu geben, und am 14. Mai 1250 verlieh er ihr das Lübische Stadtrecht, wodurch Greifswald fortan auch gegenüber den pommernschen Herzögen sehr viel unabhängiger war. 1254 ernannte Wartislaw die Ryckmündung zum Freihafen und versprach den Kaufleuten Ersatz für durch Seeräuber erlittene Verluste. Am 17. Mai 1264 erlaubte er der Stadt dann, sich selbst zu verteidigen und eine Schutzmauer zu errichten, woraufhin die Befestigungsanlagen entstanden. Neben der Altstadt entwickelte sich westlich die Neustadt mit dem heutigen Rubenow-Platzes als Marktplatz und der St.-Jacobi-Kirche als kirchlichem Mittelpunkt; eine Verfügung Wartislaw III. von 1264, wonach es nur einen Markt, einen Vogt und ein Recht geben sollte verhinderte jedoch, dass die Neustadt gegenüber der Altstadt Eigenständigkeit entwickelte. 1278 wurde Greifswald erstmals in einer Urkunde als Mitglied der Hanse genannt. Die Stadt gehörte zum einflussreichen »Wendischen Quartier«. Bereits 1361 fand einer der ersten Hansetage in Greifswald statt. Allerdings genügte der Greifswalder Hafen schon im 14. und dann im 15. Jahrhundert den Anforderungen des Schiffsverkehrs nicht mehr, da er – anders als die Häfen in Stralsund, Wismar oder Rostock – versandete. Hierdurch fiel Greifswald gegenüber den anderen Hansestädten immer weiter zurück.

1296 befreite Herzog Bogislaw IV. Greifswald von der Heeresfolge und sicherte zu, keinen Hof der Stadt zu halten und zur Peene hin keine Befestigungsanlagen zu errichten. 1289 hatte er bereits eine jüdische Niederlassung in der Stadt gestattet, vermutlich um den Handel zu beleben. Das Privileg wurde jedoch nicht genutzt.

1412 geriet Greifswald mit dem Pommernherzog Wartislaw VIII. aneinander, als seine Bürger dessen Vasallen angriffen. Der Streit zog sich bis 1415 hin, ehe es durch die Vermittlung der Stände zu einer Aussöhnung kam. Die Stadt erhielt außerdem die Fischereirechte im Greifswalder Bodden. Als 1326 Herzog Wartislaw IV. starb und um seine noch unmündigen Kinder der Erste Rügische Erbfolgekrieg mit Mecklenburg um die Herrschaftsfrage entbrannte, schloss sich Greifswald mit seinen Nachbarstädten Stralsund, Anklam und Demmin zu einem Landfriedensbündnis zusammen, um den pommerschen Herzögen die Macht zu erhalten. Mit Hilfe des dänischen Königs konnten die Mecklenburger abgewiesen werden. Das gleiche Städtebündnis wurde erneut geschlossen, als es galt, sich am Ende des 14. Jahrhunderts vor Seeräubern und Raubrittern zu schützen. Als es um 1390 zwischen Pommern und dem Deutschen Orden zu Streitigkeiten kam, der auch die Beziehungen zu Polen beeinträchtigte, räumte Greifswald den polnischen Kaufleuten Verkehrsprivilegien ein, um den Handel mit ihnen aufrecht zu erhalten. Mit der Verleihung der „Goldenen Privilegien“ durch den Pommernherzog Wartislaw IX. im Jahre 1452 erhielt Greifswald weitreichende Handelsrechte, die der Stadt zu wirtschaftlicher Macht und Wohlstand verhalfen.

1456 folgte Herzog Wartislaw IX. der Initiative des Bürgermeisters Heinrich Rubenow und gründete die Universität als pommersche Landesuniversität. Die Universitätsgründung wirkte sich positiv bis in die Gegenwart aus.

Die Reformation hielt im Jahre 1531 in Greifswald Einzug. Auf Veranlassung der Bürger kam der Stralsunder lutherische Geistliche Johannes Knipstro in die Stadt und konnte dort ohne große Gegenwehr Luthers Lehre einführen. Eine neue evangelische gelehrte Stadtschule wurde 1561 im aufgegebenen Franziskanerkloster gegründet. Unter dem Rektor Lucas Tacke gewann sie um 1600 viele Schüler.

Mit dem Dreißigjährigen Krieg kamen Not und Elend in die Stadt. Noch am 19. Mai 1626 befahl Landesherr Bogislaw XIV. den Greifswaldern, dass die teilweise baufällig gewordenen Befestigungsanlagen so gut wie möglich zu verbessern seien, doch schon am 10. November 1627 überließ der schwerkranke Herzog Pommern durch Kapitulation den kaiserlichen Truppen. Diese zogen unter Wallenstein am 20. November 1627 in Greifswald ein und errichteten ein Schreckensregime, bei dem die Bevölkerung aufs Schlimmste ausgeplündert wurde. Zur Abwehr der schwedischen Truppen ließ Wallenstein die Befestigungsanlagen verstärken und zog dazu die Bevölkerung zur Zwangsarbeit heran. Durch eine Pestepidemie wurden die Einwohner soweit dezimiert, dass zum Kriegsende nur noch die Hälfte der Häuser bewohnt war. Im Juni 1631 standen die Truppen König Gustav Adolf II. vor der Stadt und nahmen sie nach kurzem Kampf ein.

Der nachfolgende Zeitabschnitt, die so genannte Schwedenzeit, dauerte 184 Jahre. Die Schweden waren bis zum Wiener Kongress 1815 Herren über Vorpommern und damit auch für die Geschicke Greifswalds verantwortlich. Allerdings ließen sie die pommerschen Städte recht selbständig gewähren. Greifswald wurde insofern aufgewertet, als es Sitz der obersten Gerichts- und Kirchenbehörden für Schwedisch-Pommern wurde. Mit der Verlegung des Obertribunals im Jahr 1803 erhielt Greifswald zusätzlich zu dem bestehenden Appellationsgericht auch ein Oberappellationsgericht und wurde damit Standort von drei Gerichtsinstanzen. Mehrfach versuchte Brandenburg, das verlorene Gebiet zurückzuerobern, und 1678 gelang es, Greifswald für ein Jahr lang zu besetzen. Bei den vorausgegangenen Gefechten wurde die Innenstadt samt Marienkirche schwer beschädigt. Im Gemäuer der Kirche stecken heute noch etliche Kanonenkugeln der Brandenburger. Die Kriege des 18. Jahrhunderts belasteten die Stadt stark. Während des Großen Nordischen Krieges mussten in den Jahren 1712 und 1713 die durchziehenden dänischen, sächsischen und russischen Truppen versorgt werden, und im Siebenjährigen Krieg explodierte 1758 ein in der Stadt von den Preußen angelegtes Pulvermagazin, wodurch große Teile der Stadt zerstört wurden. Zuvor hatten schon 1713 und 1736 Großbrände Teile der Innenstadt eingeäschert. In guter Erinnerung sind die Bemühungen der Schweden um die Greifswalder Universität geblieben. Nach deren Niedergang zum Ende des Dreißigjährigen Krieges kurbelten sie den Lehrbetrieb wieder an und ließen 1747 das heute noch bestehende Universitätshauptgebäude errichten.

Nach dem Staatsstreich des schwedischen Königs Gustav IV. Adolf und der staatsrechtlichen Ausgliederung Schwedisch-Pommerns aus dem Heiligen Römischen Reich wurde im August 1806 auf dem Greifswalder Landtag die schwedischen Verfassung eingeführt und u. a. die Leibeigenschaft aufgehoben.

In den Napoleonischen Kriegen wurde Greifswald 1807 bis 1810 sowie 1812/13 durch Truppen Frankreichs und seiner Verbündeten besetzt.

Am 23. Oktober 1815 erwarb Preußen die schwedischen Teile Pommerns. Im Zuge der preußischen Verwaltungsreform wurde Greifswald 1818 Verwaltungssitz des gleichnamigen Landkreises, erhielt aber 1912 den Status einer kreisfreien Stadt. Mit dem Anschluss an die Fernstraße Berlin–Stralsund 1836 und dem Anschluss an das Eisenbahnnetz 1863 wurden Voraussetzungen geschaffen, dass sich in der vormaligen Ackerbürgerstadt eine – wenn auch bescheidene – Industrie entwickeln konnte. Neben mehreren Maschinenbaubetrieben und Gießereien wurde die 1863 errichtete Eisenbahn-Hauptwerkstatt zu einem bedeutenden Wirtschaftsfaktor. Sie zählte über viele Jahrzehnte zu den größten Arbeitgebern in der Stadt. Größte Bedeutung hatte aber nach wie vor die Universität. Bereits 1856 war mit dem Bau des Klinikviertels im Nordwesten der Stadt begonnen worden.

1871 – sehr spät im Vergleich zu anderen Städten – entstand eine unabhängige jüdische Gemeinde mit etwa 100 Mitgliedern, die von der Stralsunder Gemeinde abgetrennt wurde. Ein jüdischer Friedhof auf eigenem Grundstück bestand seit 1860 an der Straße nach Gützkow-Jarmen. Durch Wegzug schwand die Gemeinde, bis sie in der NS-Zeit bereits vor 1938 auf nur noch wenige Personen geschrumpft war. Eine Gedenktafel am Ort des ehemaligen Betsaals im Marktostquartier erinnert heute an die Gemeinde.

1927 erschloss man im Osten ein weiteres Universitätsgelände. Zu Beginn des Ersten Weltkrieges waren 1500 Studenten immatrikuliert. Zur Jahrhundertwende entstanden großzügig bebaute neue Straßen, in denen sich die zunehmende wohlhabende Bürgerschaft niederließ, so zum Beispiel die Goethestraße. Die Weltwirtschaftskrise der 1930er Jahre machte sich durch die Schließung der Eisenbahnwerkstatt und große Arbeitslosigkeit bemerkbar. Anlässlich der 1939 durchgeführten Gebietsreform wurden die Orte Wieck und Eldena eingemeindet. Damit stieg die Einwohnerzahl auf über 37.000. Von 1940 bis 1945 bestand an der heutigen Franz-Mehring-Straße das große Kriegsgefangenenlager Stammlager IIC, in dem viele Kriegsgefangene aus zahlreichen von Deutschland besetzten Ländern interniert und in Nebenlagern zu Zwangsarbeit eingesetzt wurden. Den Zweiten Weltkrieg überstand die Stadt, die eine große Garnison der Wehrmacht beherbergte, ohne Zerstörungen. Am 30. April 1945 wurde sie auf Veranlassung des Stadtkommandanten Rudolf Petershagen kampflos der Roten Armee übergeben. Beteiligt an den entsprechenden Verhandlungen waren der damalige Rektor der Universität Carl Engel, der stellvertretende Stadtkommandant Max Otto Wurmbach sowie Gerhardt Katsch als Leiter der Universitätskliniken und dienstältester Sanitätsoffizier in der Stadt.

Nachfolgende Schädigungen und Verluste wichtiger Teile der Bausubstanz der historisch wertvollen Altstadt sind auf unterlassene Restaurierungen und Instandhaltungen in der DDR zurückzuführen. Stattdessen wurden von ca. 1965 bis 1988 die großen Wohngebiete Schönwalde I/Südstadt (1496 Wohnungen-WE), Schönwalde II (5.250 WE), Altes Ostseeviertel (731 WE), Ostseeviertel/Parkseite (2202 WE) und Ostseeviertel/Ryckseite (804 WE) im Süden und Osten in Plattenbauweise errichtet. Abrisse, zum Beispiel des klassizistischen Steinbecker Tores (auch Brandenburger Tor genannt) von Carl August Peter Menzel im Jahr 1951, und historisierender (Platten-)Neubau im Norden der Altstadt verschlimmerten die Situation. Zwischen 1945 und 1990 ging etwa die Hälfte der historischen Bausubstanz verloren. Die seit 1991 erfolgten Sanierungen des historischen Stadtkerns im Rahmen der Städtebauförderung haben mittlerweile die noch erhaltenen Teile der Altstadt wieder sehenswert gemacht. Insbesondere der Marktplatz mit seinem freistehenden Rathaus gilt als einer der schönsten in Norddeutschland. Seit 1993 erfolgte zunächst die Umgestaltung und Aufwertung und ab 2000 auch der Rückbau in den Plattenbausiedlungen (Stadtumbau). Greifswald ist Sitz des Landesverfassungs-, des Oberverwaltungs- und des Finanzgerichts Mecklenburg-Vorpommern. Ferner haben auch das für den gesamten östlichen Teil Mecklenburg-Vorpommerns zuständige Verwaltungsgericht und das für den Greifswalder Umkreis zuständige Amtsgericht ihren Sitz in Greifswald.

Im Jahre 1989 erreichte die Bevölkerungszahl der Stadt Greifswald mit über 68.000 ihren historischen Höchststand. Danach ist die Einwohnerzahl jedoch wieder gesunken. Seit der Wende in der DDR hat die Stadt wegen Geburtenrückgang, Wegzug auf Grund hoher Arbeitslosigkeit, und durch Umzug in umliegende Gemeinden bis 2005 etwa 15.000 Einwohner verloren. Die Anzahl der Studenten an der Universität nahm kontinuierlich zu, derzeit (2008) gibt es mehr als 12.000 Studenten in Greifswald.

Nach einer Studie aus dem Jahr 2008 ist Greifswald die „jüngste“ Stadt Deutschlands.

Die folgende Übersicht zeigt die Einwohnerzahlen nach dem jeweiligen Gebietsstand. Bis 1833 handelt es sich meist um Schätzungen, danach um Volkszählungsergebnisse (¹) oder amtliche Fortschreibungen der jeweiligen Statistischen Ämter beziehungsweise der Stadtverwaltung selbst. Die Angaben beziehen sich ab 1843 auf die „Ortsanwesende Bevölkerung“, ab 1925 auf die Wohnbevölkerung und seit 1966 auf die „Bevölkerung am Ort der Hauptwohnung“. Vor 1843 wurde die Einwohnerzahl nach uneinheitlichen Erhebungsverfahren ermittelt.

Die Symbole des Wappens, der rote Greif Pommerns, sowie der Baum als Zeichen für den Wald, erscheinen bereits auf dem ältesten bekannten Stadtsiegel aus dem Jahr 1255. Lediglich einige spätere, kleinere Siegel zeigen nur den Greifen.

Ältere Wappen zeigen den roten Greifen aufrecht mit dem linken Hinterbein auf dem Waldboden vor dem daraus wachsenden rechtsgeneigten blattlosen Baumstumpf mit Aststümpfen im Schildfuß stehend, das rechte auf dem Stumpfunterstamm ruhend und mit der linken Vorderkralle den Stumpf im oberen Teil haltend.

Die Flagge der Hansestadt Greifswald ist längsgestreift von Rot, Weiß, Rot, Weiß, Rot, Weiß und Rot. Die roten und weißen Streifen an der Ober- und Unterkante nehmen je drei Achtzigstel, die beiden anderen roten Streifen je ein Achtel und der weiße Mittelstreifen nimmt drei Fünftel der Höhe des Flaggentuchs ein. In der Mitte des weißen Mittelstreifens liegen die Figuren des Stadtwappens: ein aufgerichteter, gold bewehrter roter Greif, mit der linken Hinterpranke auf einem gespaltenen, aber noch grünenden natürlichen Baumstumpf stehend, die zusammen drei Achtel der Höhe des Flaggentuchs einnehmen. Die Höhe des Flaggentuchs verhält sich zur Länge wie 4:7.

Der per Direktwahl gewählte Oberbürgermeister der Hansestadt Greifswald ist seit dem Jahr 2001 Dr. Arthur König (CDU). König wurde zuletzt im April 2008 bereits im ersten Wahlgang mit 59,8 % der Stimmen für eine zweite 7-jährige Amtszeit gewählt.

Die Stadt (Wahlkreisnummer 1) besteht aus 55 Wahlbezirken mit 44.290 Wahlberechtigten. Zur Wahl gingen 17.054, die 1.568 ungültige und 48.772 gültige Stimmen abgaben. Dies entspricht einer Wahlbeteiligung von rund 38,5 % (alle Daten von 2004).

Greifswald unterhält Städtepartnerschaften zu Kotka in Finnland (seit 1959), Osnabrück in Niedersachsen (seit 1988), Lund in Schweden (seit 1990) und seit 1997 auch zu Hamar in Norwegen. Freundschaftliche Beziehungen bestehen zu den Städten Gollnow in Polen (seit 1986), Angers in Frankreich (seit 1994), College Station in den Vereinigten Staaten (seit 1995), Stettin in Polen (seit 1996) und Kristianstad in Schweden (seit 1998). 2007 wurde in Newport News (Virginia) eine neue Städtepartnerschaft besiegelt.

Seit 1947 ist Greifswald Sitz der Kirchenleitung und des Bischofs der Pommerschen Evangelischen Kirche. Die PEK hat hier neben den drei historischen Kirchen St. Jacobi, St. Marien und dem Dom St. Nikolai in der Innenstadt vier weitere Kirchen in den Stadtteilen Nördliche Mühlenvorstadt (Johanneskirche), Schönwalde II (Christuskirche), Stadtrandsiedlung und Wieck.

Auch die Theologische Fakultät der Universität Greifswald ist eine evangelische Fakultät; sie steht mit der PEK in Verbindung.

Die katholische Propsteigemeinde St. Joseph in der Innenstadt gehört zum Dekanat Vorpommern im Erzbistum Berlin.

In Greifswald sind zudem eine Brüdergemeinde, eine Pfingstgemeinde und eine baptistische Freikirche ansässig. Weiterhin gibt es eine Adventistengemeinde sowie eine Gemeinde der Selbständigen Evangelisch-Lutherische Kirche. Eine neuapostolische Gemeinde gibt es seit 1916. Ihre ersten Greifswalder Mitglieder wurden 1910 aufgenommen. Da es damals noch keine Gemeinde in Greifswald gab, reisten diese zunächst nach Stralsund und nach Pasewalk.

Eine jüdische Gemeinde gibt es in Greifswald nicht; die nächsten jüdischen Gemeinden befinden sich in Rostock und Schwerin bzw. in Berlin.

Obwohl keine Großstadt, ist Greifswald neben Stralsund die größte Stadt im Landesteil Vorpommern und hat einen großen Einzugsbereich in der ansonsten dünn besiedelten Region, die bis an die polnische Grenze reicht. Die größte Bedeutung hat die Hansestadt als Universitäts- und Forschungsstandort und als solcher einen Ruf, der weit über die Grenzen Mecklenburg-Vorpommerns hinausgeht. Wie viele Städte in den neuen Bundesländern hat Greifswald seit der Wiedervereinigung mit erhöhter Arbeitslosigkeit zu kämpfen, die sich jedoch in den letzten Jahren signifikant auf 15,3 % (April 2008) reduziert hat.

Der Bevölkerungsrückgang durch die Abwanderung von Arbeitskräften konnte durch den Zuzug von Studenten in den letzten zehn Jahren ausgeglichen werden, die Bevölkerungszahl stieg sogar leicht an. Heute ist der größte Arbeitgeber der Stadt die Universität Greifswald und deren angegliederte Forschungseinrichtungen und der öffentliche Dienst (z.B. Landesverfassungsgericht). Nicht zu vernachlässigen ist die Kaufkraft von circa 11.500 Studenten, die an der Universität immatrikuliert sind. Im Jahre 1991 betrug deren Zahl lediglich 3000. Daneben versucht Greifswald vom Tourismus zu profitieren, der an der Ostseeküste Mecklenburg-Vorpommerns zum wichtigsten Wirtschaftsfaktor geworden ist. Da Greifswald allerdings nie ein starker Industrie- und Wirtschaftsstandort war, ist die Ansiedelung zusätzlicher Arbeitsplätze von der Verzahnung mit Wissenschaft und Forschung abhängig.

Greifswald spielt als Energiestandort eine internationale Rolle. Die Nordeuropäische Gasleitung zwischen Russland und Europa führt quer durch die Ostsee und legt in Lubmin bei Greifswald an Land und wird Deutschland und Europa mit russischem Erdgas versorgen. In Lubmin sollen Gaskraftwerke errichtet werden. Darüber hinaus plant der dänische Energiekonzern Dong dort ein Steinkohlekraftwerk 1.600 Megawatt Leistung. Im 16 km von Greifswald entfernten Lubmin stand das inzwischen stillgelegte Kernkraftwerk Greifswald, welches etwa 10 % des Strombedarfes der DDR deckte und etwa 10.000 Menschen beschäftigte. Heute sind es noch etwa 1000, die mit dem Rückbau und der Entsorgung der atomaren Anlage bei der Energiewerke Nord GmbH beschäftigt sind.

Neben der Universität und dem Energiesektor spielt auch die maritime Wirtschaft eine Rolle. Die Werft Hanse Yachts ist der weltweit drittgrößte Serienhersteller von Segelyachten. Die Riemser Arzneimittel AG ist ein internationaler Pharmakonzern mit Sitz auf der Insel Riems. Die SOLON Nord GmbH als Tochtergesellschaft der Solon AG ist ein in Greifswald ansässiger Hersteller von Photovoltaikmodulen für Solarstromerzeugung. Aus einem Teil des früheren Geschäftsbereiches Communications der Siemens AG entstand im Rahmen einer Ausgliederung im Jahr 2002 mit der ml&s manufacturing, logistics and services GmbH und Co. KG ein mittelständischer Hersteller von Elektronik-Komponenten. Die am Standort verbliebenen Bereiche der Festnetzsparte der Siemens AG wurden im Jahr 2007 in das Gemeinschaftsunternehmen Nokia Siemens Networks überführt, welches in Greifswald weiterhin mit der Entwicklung von Netzzugangstechnologien vertreten ist. Darüber hinaus haben sich aus dem Umfeld der Universität mehrere kleinere Forschungsunternehmen gebildet. Deshalb hat Greifswald anders als andere Städte dieser Größenordnung und obwohl nicht gesetzlich vorgesehen eine Berufsfeuerwehr, die zudem eine der ältesten Berufsfeuerwehren Deutschlands ist.

Die Stadt ist Sitz der Sparkasse Vorpommern.

Der Trinkwasserbedarf Greifswalds wird durch die Brunnenanlagen der Wasserwerke Groß Schönwalde und Hohenmühl bei Hinrichshagen (und früher zudem aus Levenhagen) gedeckt; für die ebenfalls zu Greifswald gehörende Insel Riems kommt das Trinkwasser aus Tremt. Die Versorgung Greifswalds erfolgt zu 100% durch die Wasserwerke Greifswald GmbH, ein Tochterunternehmen der Stadtwerke Greifswald GmbH. Sie fördert pro Jahr rund 3,4 Millionen m³ Trinkwasser.

Noch Anfang des 18. Jahrhunderts wurde der Wasserbedarf hauptsächlich durch Wasser aus oberirdischen Gewässer gedeckt: In einem Plan von 1704 über die Wasserversorgung sind 51 öffentliche Brunnen eingezeichnet, die ihr Wasser zumeist mit Pumpen ungefiltert aus dem Ryck und aus dem Stadtgraben bezogen. Nur sechs Brunnen speisten sich allein aus Grundwasser. Letztere hatten jedoch den Nachteil, dass bei hohem Wasserstand des Ryck auch ihr Wasser brackig schmeckte. Von der Möglichkeit, sich mit gutem Wasser aus einer 4 km südöstlich Greifswalds gelegenen Quelle in Koitenhagen zu versorgen, konnten nur Begüterte Gebrauch machen.

Das erste städtische Wasserwerk zur Versorgung Greifswalds entstand 1887/88 in Diedrichshagen. 1906 wurde eine weitere Wasserfassung im Koitenhäger Gelände fertiggestellt. Um 1914 entstand dann das Wasserwerk Groß-Schönwalde, dessen Gebäude heute unter Denkmalschutz steht. Anfangs nur zur Versorgung der Kasernen entstand in den 1930er Jahren das Wasserwerk Hohenmühl. Das Wasserwerk in Levenhagen schließlich wurde in den 1970er Jahren gebaut.

Greifswald hat einen Hauptbahnhof und einen Südbahnhof, welche beide an die Strecke Stralsund-Berlin angeschlossen sind. Daher gibt es Zugverbindungen in die Ballungsräume Hamburg (über Stralsund, Rostock und Schwerin) sowie Berlin. Seit Dezember 2008 gibt es unter der Woche eine tägliche IC-Verbindung über Hamburg und das Ruhrgebiet nach Stuttgart. Die Usedomer Bäderbahn (UBB) verbindet Greifswald mit den Seebädern auf der Insel Usedom. Seit 20. September 2008 fährt die Usedomer Bäderbahn grenzüberschreitend bis in die auf der Insel Usedom gelegene polnische Stadt Swinemünde (Świnoujście). Die Insel Rügen ist ebenfalls per Zug von Greifswald aus (über Stralsund) erreichbar. Bis 1999 existierte zudem eine Verbindung nach Lubmin, die bis zur Wende vor allem von Angestellten des Kernkraftwerks genutzt wurde. Diese Bahnstrecke wird heute noch bedarfsweise für den Güterverkehr benützt.

Südwestlich von Greifswald verläuft die im Dezember 2005 fertiggestellte A 20 mit der Anschlussstelle Greifswald, durch die Greifswald ebenfalls per Auto gut an Hamburg und Berlin angeschlossen ist. Durch die Stadt führen die Bundesstraßen B 105 und B 109. Von Greifswald aus kommt man mit dem Auto in etwa 25 Minuten zu der Insel Usedom und in einer halben Stunde zur Insel Rügen. Greifswald ist während der Sommersaison auch durch eine Fernbuslinie zu erreichen.

Greifswald liegt an der schiffbaren Mündung des Flusses Ryck in die Ostsee und besitzt einen Seehafen. Das zwischen den größten deutschen Inseln Rügen und Usedom gelegene Segelrevier im und um den Greifswalder Bodden ist eines der beliebtesten und schönsten Segelreviere Deutschlands, wodurch auch der Segelstandort Greifswald gestärkt wird. Somit gibt es neben dem Seehafen auch verschiedene Yachthäfen und Bootsanlegeplätze entlang des Rycks. In dem in der Innenstadt gelegenen Museumshafen Greifswald liegen etwa 40 Traditionsschiffe, neben einer Reihe von Segel- und Arbeitsschiffen auch ein heute als Restaurant genutzter ehemaliger Eisbrecher.

Laut einer Erhebung des Schweizer Unternehmens „Prognos“ hat sich Greifswald im Zeitraum von 2004 bis 2007 unter allen deutschen Städten am positivsten entwickelt und ist damit die dynamischste Stadt Deutschlands. Berücksichtigt wurden Wachstum, Abbau der Arbeitslosigkeit, Innovationskraft und demografische Entwicklung. Damit liegt die Hansestadt auf Platz 101 (in drei Jahren 224 Plätze gutgemacht) der Statistik.

Kritiker bemängeln jedoch die Aussagekraft der Prognos-Studie. So lebten zum Zeitpunkt des Erscheinens der Prognos-Studie laut einer Studie des Bremer Instituts für Arbeitsmarktforschung und Jugendberufshilfe e. V. (BIAJ) genau 2131 Kinder unter 15 Jahren in Greifswald von Hartz-IV-Leistungen. Das sind 40,4 % aller Kinder in Greifswald unter 15 Jahren. Greifswald belegt damit unter den 439 Kreisen und kreisfreien Städten in Deutschland den achtletzten Platz.

Die amtliche Bekanntmachungen der Stadt Greifswald werden im wöchentlich erscheinenden Greifswalder Stadtblatt bekanntgegeben. Neben der Printausgabe ist das Stadtblatt seit 2007 auch auf der offiziellen Internetseite der Stadt Greifswald abrufbar. Weiterhin ist in Greifswald die Rostocker Ostsee-Zeitung GmbH & Co. KG mit einem Verlagshaus ansässig.

Die 1915 fertiggestellte und 1989 stillgelegte Stadthalle Greifswald wird derzeit bis 2009 aufwendig restauriert und wird zusammen mit dem nebenstehenden Theater das Veranstaltungs- und Konferenzzentrum der Stadt Greifswald mit dem 500 Plätze umfassenden Kaisersaal sowie dem 150 Plätze umfassenden Rubenowsaal.

Auf dem Gebiet Greifswalds liegen die Naturschutzgebiete Eldena, Ladebower Moor und Insel Koos. Am Ryck liegt zudem das Ladebower Loch, das seit 1994 Geschützter Landschaftsbestandteil ist. Ferner gibt es fünf Flächennaturdenkmale und 14 Einzelbäume als Naturdenkmale.

In Greifswald gibt es eine sehr lange und überregional bekannte Fußballtradition, jedoch haben die Vereinsnamen im Laufe der Zeit häufig gewechselt. Bekannte Vereine sind der Greifswalder SV 04, HFC Greifswald 92 (ehemals Greifswalder Hengste), Greifswalder SV Puls, Blau-Weiß Greifswald, Fichte Greifswald und GRC Hilda Greifswald.

Nicht mehr existierende beziehungsweise im Greifswalder SV 04 aufgegangene Vereine sind der Greifswalder SC, Einheit Greifswald und die BSG KKW Greifswald.

Wegen der Lage an der Ostsee wurde in Greifswald schon früh gesegelt. 1902 wurde der erste Segelclub gegründet. Seit 1908 existiert der ASV zu Greifswald, welcher sich nach 1945 in Lübeck wiedergründete. Der Greifswalder Yacht Klub (GJK) wurde 1926 gegründet. Nach 1945 wurden die Seglervereine unter neuen Namen weitergeführt, der ASV als HSG Segeln und der GJK als BSG Einheit, Sektion Segeln. In den sechziger Jahren wurde die BSG KKW Sektion Segeln neu gegründet. Nach 1990 wurden die alten Namen wieder aktiviert als die Sektion Segeln sich von der Hochschulsportgemeinschaft (HSG) Uni Greifswald trennte und sich ASV zu Greifswald nannte. Dies führte zu langjährigen Auseinandersetzungen mit dem ASV Greifswald zu Lübeck. Der Greifswalder Yachtclub (GYC) wiedererstand aus der BSG Einheit und die BSG Kernkraftwerk Sektion Segeln benannte sich in Yacht Club Wieck um. Diese betreiben eine gemeinsame Jugendausbildung mit dem Riemser Segel Verein, deren Mitglieder in den letzten Jahren mehrfach in verschiedenen Bootsklassen Deutsche Meistertitel gewinnen konnten. Zusätzlich entstand der Studentische Regatta Verein der sich auf des Segeln mit Jollen konzentriert will. Für einige Jahre wurde der Greifswalder Jollencup veranstaltet. Dieser wurde zuerst in Nordic Jollencup umbenannt und dann zum Jahre 2009 eingestellt.

Am 22. Juni 1892 gründete der Greifswalder Kaufmann Cohn den Kaufmännischen Ruderclub Hilda. Dieser heute noch existierende Verein konnte in den 70er Jahren mehrere Olympiasieger und Weltmeister vorweisen. Der Verein besitzt ein eigenes Vereinsheim direkt gegenüber der Altstadt am alten Greifswalder Hafen gelegen.

In Greifswald gibt es seit 1998 ein Freizeitbad mit Sport- und Freizeitbecken und ein großes Strandbad mit sehr breitem Sandstrand. Dieser war 2006 Austragungsort der Deutschen Meisterschaften im Beachvolleyball, Veranstalter war der ESV Turbine Greifswald.

Greifswald beherbergt das »Landesleistungszentrum Mecklenburg-Vorpommern -Sport mit Handicap-« und ist damit bundesweit einer der Vorreiter im Behindertensport vor allem im Schwimmen, Tischtennis und Rollstuhlrugby. Greifswalder Paralympicsteilnehmer wie der Rollstuhlsportler Karl-Christian Bahls (Goldmedaille im Bogenschießen - Barcelona 1992) und die blinde Schwimmerin Natalie Ball (3 Silber, 1 Bronze - Athen 2004) sind Vorbilder für behinderte Aktive. Im Hanse-Schwimmclub Greifswald trainierten außerdem der Nationalschwimmer Sven Lodziewski und die Weltmeisterin im Rettungsschwimmen Alexandra Berlin.

Rudern und Kanusport auf dem Ryck und daran anschließenden Gewässern, Badminton, Tennis, Kiten, Surfen und Segeln auf dem Greifswalder Bodden und der Ostsee sind, neben dem Fußball und dem Sportschießen, weitere beliebte Greifswalder Sportarten.

Deutsche Meister, Vizemeister etc. kann auch der Seesportclub Greifswald aufweisen.

Seit 1921 gibt es das Dauerschwimmen der Querung der Dänische Wieck über 2600 m, das heute als „Boddenschwimmen“ bekannt ist.

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Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald

Heinrich Rubenow, der damalige Bürgermeister Greifswald und erste Rektor der Universität.

Die Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald (auch: Alma Mater Gryphiswaldensis, Universitas Gryphiswaldensis oder Academia Gryphica) ist eine Universität mit Sitz in der Hansestadt Greifswald, etwa 200 km nördlich von Berlin.

Sie wurde im Jahr 1456 gegründet und ist damit eine der ältesten Universitäten der Welt. Als viertälteste durchgängig existierende Universität Deutschlands und zweitälteste im Ostseeraum war sie zeitweilig auch die älteste Hochschule Schwedens (1648–1815) und Preußens (1815–1947).

Etwa zwei Drittel der 12.000 Studierenden kommen von außerhalb des Bundeslandes zum Studium nach Greifswald. Als typische Studentenstadt wird Greifswald oft als „Universität mit einer Stadt drumherum“ beschrieben. Nach zwei Studien aus dem Jahr 2008 ist Greifswald die „dynamischste“ und die „jüngste“ Stadt Deutschlands.

Die Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald wurde am 17. Oktober 1456 im vorpommerschen Greifswald als Academia Gryphica gegründet. Die Gründung erfolgte unter großem Engagement des Bürgermeisters (und ersten Rektors) Heinrich Rubenow und mit kaiserlicher und päpstlicher Zustimmung (Privileg) unter dem Schutz des pommerschen Herzogs Wartislaw IX.. Die Gründungsfeier fand unter dem Camminer Bischof Henning Iven im Greifswalder Dom St. Nikolai statt. Dies spiegelte den zunächst starken kirchlichen Charakter der Universität wider, durch den auch der Humanismus Schwierigkeiten hatte, im Lehrbetrieb Eingang zu finden. Zunächst wurden die vier klassischen Fakultäten: Theologie, Philosophie, Medizin und Jura eingerichtet.

Die Ernst-Moritz-Arndt-Universität wurde neben Rostock die zweite Universität im Ostseeraum. In heutigen Deutschland gibt es nur drei ältere Universitäten (nach Zahl der Existenzjahre): die Universität Heidelberg (1386), die Universität Leipzig (1409) und die Universität Rostock (1419). Die pommersche Universität Greifswald war zeitweilig die älteste Universität Preußens (1815–1945) und zuvor die älteste Universität im schwedischen Machtbereich (1648–1818) zur Zeit Schwedisch-Pommerns.

Ihre Gründung hat die Universität in Greifswald der vorausgegangenen Reichsacht gegen Rostock zu verdanken: Wegen Unruhen durfte an der Rostocker Universität nicht gelehrt werden. Große Teile der Professoren- und Studentenschaft zogen vorübergehend von Rostock nach Greifswald, und Rubenow bewirkte ihr Bleiben.

Begünstigt durch ihre Lage und den Einfluss der Hanse entwickelten sich schon in der Frühzeit der Universität intensive Beziehungen zu den nördlichen Nachbarn. Von 1456 bis zur Reformation (1526) studierten hier 476 Skandinavier; 22 Nordeuropäer finden sich unter den Hochschullehrern und sechs unter den Rektoren dieser Zeit. Ein an damaligen Studentenzahlen gemessen beachtlicher Anteil.

Von 1527 bis 1539 blieb die Universität geschlossen. Erst die Reformation brachte eine neue Entwicklung der Universität. 1539 wurde die Universität durch den Landesherrn, Herzog Philipp I. von Pommern, als protestantische Landesuniversität wieder eröffnet. Da durch die Reformation zahlreiche der bisherigen Pfründen zur Versorgung der Hochschule fortgefallen waren, benötigte sie eine materielle und finanzielle Neuausstattung. In der Stadt bekam sie vom Herzog das säkularisierte Dominikanerkloster, auch Schwarzes Kloster genannt. Die Professuren der Theologischen Fakultät wurden personell mit den Pastoraten an den drei Greifswalder Pfarrkirchen verknüpft, wobei der Inhaber der 1. Theologischen Professur als Pastor von St. Nikolai zugleich Generalsuperintendent von Pommern-Wolgast war. Die Verbindung zwischen Universität und frühmodernem Staat setzte sich auch in den anderen Fakultäten fort. Die Juristen waren zugleich am Hofgericht beschäftigt, die Mediziner als herzogliche Leibärzte und die Artisten als Prinzenerzieher. Neben den Herzögen betätigten sich auch die Landstände als Förderer der Universität, was in der Stiftung von Stipendien und Freitischen für Studenten zum Ausdruck kam.

Bereits unter Herzog Philipp I. wurden Einnahmen des aus dem säkularisierten Kloster Eldena hervorgegangenen Amtes Eldena der Universität zur Versorgung überwiesen. Der Nachfolger Ernst Ludwig initiierte den Bau eines nach ihm benannten Kollegiengebäudes, das aber erst nach seinem Tod fertiggestellt wurde und auf dessen Grundmauern das heutige Hauptgebäude steht. Der letzte Herzog von Pommern-Wolgast, Philipp Julius, schenkte der Universität einen kostbaren Radmantel, der bis in die jüngste Vergangenheit von den Rektoren bei feierlichen Anlässen getragen wurde.

1604 wurde mit der Universitätsbibliothek Greifswald die erste zentralisierte Universitätsbibliothek Deutschlands eingerichtet. Über mehrere Jahrzehnte bestand ein Ankaufvertrag über 2.000 Gulden mit einem Wittenberger Buchdrucker. Der Vertrag endete erst zum Ende des 17. Jahrhunderts. Zum Buchbestand gehören Handschriften und frühe Drucke so renommierter Schriftsteller und Drucker wie Johannes Gutenberg, Thomas Thorild u. v. a.

Zur Begleichung der ausstehenden Professorengehälter vermachte im Jahr 1634 der Herzog von Pommern, Bogislaw XIV., der Universität das Amt Eldena vor den Toren der Stadt mit 14.000 Hektar, wodurch sie zur größten Grundbesitzerin unter den Universitäten wurde. Im Westfälischen Frieden von 1648 fiel Greifswald mit Vorpommern an Schweden und war 1715 bis 1720 vorübergehend dänisch. Ohne den Charakter einer deutschen Hochschule zu verlieren, wurde die Universität nun bis 1815 von schwedischer Wissenschaftspolitik geprägt. Besonders im ausklingenden 18. Jahrhundert erlangte sie als Kulturbrücke zwischen Schweden und Deutschland neue Bedeutung: mehr als 1500 Schweden studierten oder wirkten hier als Wissenschaftler, so auch der Philosoph Thomas Thorild (1795–1808).

Das repräsentative Hauptgebäude in der Domstraße wurde 1747 bis 1750 vom Greifswalder Mathematiker Andreas Mayer im Stil des norddeutschen Spätbarock errichtet. Die heutige Aula, früher als Bibliothek genutzt, gilt als ein besonderes »Kleinod« dieses Baustils.

1815 ging Schwedisch-Pommern samt der Universität Greifswald in preußischen Besitz über, womit sie die älteste Hochschule Preußens wurde. Man sah sie als die pommersche Landesuniversität an.

1856 wurde zum 400-jährigen Bestehen der Universität Greifswald das Rubenow-Denkmal im Beisein Königs Friedrich Wilhelm IV. von Preußen eingeweiht. Dieses Denkmal für Heinrich Rubenow befindet sich nach wie vor an seinem Platz und wurde 2006 zum 550-jährigen Jubeljahr der Alma Mater aufwendig restauriert.

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts entwickelte sie sich zu einer modernen universitas litterarum. Neben der Medizin mit eigenem Klinikviertel erblühten besonders die Juristische Fakultät, die Theologische Fakultät, die Altertumswissenschaften und die Philologien. Die Juristische Fakultät wurde 1905 durch Angliederung einer Ökonomischen Abteilung (heute Abteilung Betriebswirtschaftslehre) zur Rechts- und Staatswissenschaftlichen Fakultät erweitert. 1912 wurde die deutsche Paläontologische Gesellschaft in Greifswald auf Initiative des Greifswalder Paläontologen Otto Jaekel gegründet. Während der Weimarer Republik wurde das Spektrum der Universität noch einmal größer (Nordisches Institut, Gustaf-Dalman-Institut für Palästinawissenschaften, Victor-Schultze-Institut mit christlich-archäologischer Sammlung, Biologische Forschungsanstalt auf der Insel Hiddensee).

1933 wurde sie nach Ernst Moritz Arndt benannt. Arndt, 1791 Theologiestudent der Universität, lehrte hier, mit Unterbrechungen, von 1800 bis 1811 als Historiker. Von hier aus veröffentlichte er seine sozialkritische Schrift „Versuch einer Geschichte der Leibeigenschaft in Pommern und Rügen“, sein Werk „Germanien und Europa“ sowie den ersten Teil von „Geist der Zeit“. Bis in die heutige Zeit gibt es immer wieder Diskussionen über den nicht unumstrittenen Namenspatron; eine Änderung des Universitätsnamens wurde aber nach Beratungen stets abgelehnt.

Diese teils drastischen Einschnitte in das Greifswalder Hochschulgefüge sind zum großen Teil nach 1990 rückgängig gemacht worden. Die Autonomie der Universität, deren akademische Selbstverwaltung und die Freiheit von Wissenschaft und Kunst, von Lehre und Studium sind wiederhergestellt worden. Schon im Dezember 1989 wurde die Sektion Theologie wieder zu einer Theologischen Fakultät aufgewertet. Die Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät folgte zum Sommersemester 1991 mit Jura und nach einem vergeblichen Versuch 1992 zum Wintersemester 1993/94 mit Betriebswirtschaftslehre.

Die Idee der „Universitas“ verwirklicht wieder ein Fächerkanon in Forschung und Lehre aus der Theologie, den Rechts- und Staatswissenschaften, den Geisteswissenschaften, der Mathematik, der Medizin und den Naturwissenschaften, die in den folgenden fünf Fakultäten organisiert sind: Theologische, Rechts- und Staatswissenschaftliche, Medizinische, Philosophische und Mathematisch-Naturwissenschaftliche. Heute prägen neben den verschiedenen Philologien besonders die Forschungen in Medizin, Physik und Biochemie die Universität.

Die Universität Greifswald stellt bereits seit 1999 als eine der ersten in Deutschland im Rahmen des Bologna-Prozesses ihr Studienangebot auf konsekutive Studiengänge um. Dem inzwischen so genannten Greifswalder Modell gestufter Studiengänge an der Philosophischen Fakultät folgten inzwischen auch viele Studienfächer der anderen Fakultäten, z. B. Physik und Geographie. Ferner hat die Universität Greifswald zum Wintersemester 2000/2001 als erste Universität in Deutschland einen modularisierten juristischen Studiengang mit dem Abschluss Bachelor of Laws eingeführt.

Das Alfried-Krupp-Wissenschaftskolleg Greifswald kooperiert mit der Universität auf vielfältigste Weise und fördert Lehre und Forschung unter anderem durch Stipendien, Graduiertenkollegs und die Finanzierung internationaler Tagungen hohen Profils.

Im Jahre 2006 feierte die Universität das 550-jährige Jubiläum ihrer Gründung 1456. Höhepunkt der zahlreichen Veranstaltungen zum Universitätsjubiläum war die Neueröffnung der restaurierten Aula im barocken Universitätshauptgebäude durch Bundespräsident Horst Köhler und Königin Silvia von Schweden.

Auch baulich hat sich das Bild der Universität Greifswald seit dem Ende der DDR sehr stark verändert. In die Restaurierung historischer Bauten und in den Neubau zahlreicher Gebäude sind in den Jahren 1991 bis 2007 insgesamt rund 417 Millionen Euro geflossen. Im Jahr 2008 wurde die aufwändig betriebene Instandsetzung des historischen Audimax aus dem 19. Jahrhundert erfolgreich beendet und im Beisein von Berthold Beitz, der über die Krupp-Stiftung die Hälfte der Restaurierungskosten von 2 Millionen Euro bestritt, feierlich eingeweiht und z.B. der Bau einer universitätseigenen, zentralen Werkstatt begonnen. Weiterhin wird als einer von 17 genehmigten der bundesweit 52 beantragten Hochschulbauten von „nationaler Bedeutung“ ein Forschungsneubau für die Pharmakologie vom Bund gefördert.

Der Rektor leitet die Universität mithilfe seiner Richtlinienkompetenz und vertritt die altehrwürdige Alma Mater nach außen, etwa gegenüber dem Ministerium, Wissenschaftsgesellschaften oder Sponsoren. Der Rektor wird vom Senat gewählt und wird unterstützt durch zwei Prorektoren. Derzeitiger Rektor ist seit 2003 der Psychologe Prof. Dr. Rainer Westermann, dessen Amtszeit im Jahr 2013 endet. Prorektoren sind der Jurist Wolfgang Joecks und der Historiker Michael North.

Der Universitätskanzler leitet die Verwaltung der Universität nach innen. Der Kanzler wird auf eine Zeit von 8 Jahren vom Senat gewählt. Derzeitiger Kanzler ist Herr Dr. Thomas Behrens.

Der akademische Senat setzt sich aus Professoren, wissenschaftlichen Mitarbeitern, Studenten und nichtwissenschaftlichen Mitarbeitern im Verhältnis 12:4:4:2 („engerer Senat“) oder 12:6:12:6 („erweiterter Senat“) zusammen.

Die Ernst-Moritz-Arndt-Universität besteht aus fünf Fakultäten, die ihrerseits wieder in Institute oder Kliniken aufgeteilt sind. An der Spitze der Fakultäten steht jeweils ein Dekan sowie ein Prodekan und ein Studiendekan. An der Philosophischen und Medizinischen Fakultät wird der Dekan durch einen zweiten Prodekan unterstützt. Darüber hinaus gibt es die Fakultätsräte, die sich aus Hochschullehrern, wissenschaftlichen Mitarbeitern, Studenten und sonstigen Mitarbeitern zusammensetzen.

Seit 2007 entwickelt das Institut für Physik gemeinsam mit weiteren deutschen Instituten sowie Instituten in der Schweiz, Japan, Australien und Tschechien das Weltraumwetter-Teleskop MuSTAnG (Muon Spaceweather Telescope for Anisotropies at Greifswald), das Teil eines weltweiten Netwerkes von Teleskopen werden soll. Mit Hilfe dieses Netzwerkes soll die genauere Vorhersage von Sonnenaktivitäten ermöglicht werden. Das Projekt wurde von der European Space Agency (ESA) und dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt mitinitiiert.

Darüber hinaus existiert die Sternwarte Greifswald. Ferner gibt es zahlreiche Überschneidungen und Kooperationen mit außeruniversitären Forschungseinrichtungen wie dem Max-Planck-Institut für Plasmaphysik und dem Friedrich-Loeffler-Institut.

Die medizinische Ausbildung in Greifswald ist eine der gefragtesten in Deutschland. Im Jahr 2007 war Greifswald nach Berlin bei der Zentralstelle für die Vergabe von Studienplätzen (ZVS) der unter 34 Studienorten in Deutschland am zweitmeisten genannte Studienwunsch für angehende Mediziner. Die medizinische Fakultät der Universität Greifswald ist eine der selektivsten weltweit. In Deutschland werden Studienplätze der Medizin und Zahnmedizin für gewöhnlich durch die ZVS vergeben, die Universität Greifswald jedoch sucht sich einen Teil ihrer Studenten jedes Jahr selbst in einem eigenen Bewerbungsverfahren aus. Im Jahr 2008 kamen hierbei auf 95 Humanmedizin-Studienplätze etwa 2.100 Bewerber (Zulassungsquote 4,5 Prozent) und auf 29 Zahnmedizin-Studienplätze kamen etwa 400 Bewerber (Zulassungsquote 7,25 Prozent).

Angebotene Studiengänge sind Humanmedizin und Zahnmedizin. Lehr- und Ausbildungskrankenhaus der Medizinischen Fakultät ist das Universitätsklinikum Greifswald, welches sich im Neubau befindet und bis 2009 eines der modernsten Krankenhäuser Deutschlands wird.

In verschiedenen Rankings nehmen die Wirtschaftswissenschaften an der Universität Greifswald weit überdurchschnittliche Spitzenplätze ein. Praktisch als einzige Fakultät in Deutschland wird die RSF den Studiengang Betriebswirtschaftslehre mit dem Abschluss Diplom-Kaufmann nicht zugunsten eines entsprechenden Bachelor-Abschlusses abschaffen, sondern ihn auf Dauer erhalten.

Aufgrund einer Reform der Landesregierung wird die Ausbildung von Juristen im Bundesland Mecklenburg-Vorpommern zukünftig ausschließlich in Greifswald stattfinden. Die entsprechende Juristische Fakultät in Rostock wird auf ein Minimum reduziert werden.

An der RSF werden die Fächer Rechtswissenschaft (Abschlüsse Staatsexamen, LL.B., LL.M.) und Betriebswirtschaft (Abschluss Diplom-Kauffrau/-mann) angeboten. Im Rahmen des eigentlich an der Philosophischen Fakultät angesiedelten B.A.-Studiengangs kann man die Teilfächer Öffentliches Recht, Privatrecht und Wirtschaft studieren. Zusätzlich wird als Aufbaustudiengang ein Master in „Health Care Management“ angeboten.

Die Theologische Fakultät ist die kleinste Greifswalder Fakultät und bietet das Spektrum der evangelischen Theologie an. Eine Besonderheit des Greifswalder Theologiestudiums ist das Institut zur Erforschung von Evangelisation und Gemeindeentwicklung, welches in Zusammenarbeit mit der Pommerschen Evangelischen Kirche und der Arbeitsgemeinschaft Missionarische Dienste der EKD betrieben wird und sich Fragen der Mission und der praktischen Verkündigung des Evangeliums widmet.

Möglich ist das Studium der evangelischen Theologie (Abschlüsse: Kirchliches Examen, Diplom), Evangelische Religion (Lehramt Gymnasium) und Evangelische Religionspädagogik (Aufbaustudiengang).

Das Gustaf-Dalman-Institut beherbergt nach eigenen Aussagen „ eine international einmalige Sammlung von höchstem wissenschaftlichen Interesse und Niveau“. Das Victor-Schultze-Institut besitzt eine Sammlung spätantiker und mittelalterlicher Originale.

Im Fremdsprachen- und Medienzentrum kann man Fremdsprachen (z. B. Schwedisch, Spanisch, Französisch, Englisch, Russisch) studiumsbegleitend erlernen sowie den Umgang mit modernen Medien lernen.

Das Universitätsrechenzentrum (URZ) ist zuständig für das universitätsinterne Netzwerk sowie dessen Anbindung an das Internet. Über das Universitätsnetzwerk sind neben den Fakultäten und Instituten auch die Studentenwohnheime an das Internet angebunden. Außerdem verfügt das Netzwerk über mehrere W-LAN-Spots. Weiterhin stellt das URZ auch Rechner, Drucker und nach besonderer Erlaubnis auch das Medienlabor zur Benutzung vor Ort bereit.

Der Allgemeine Studierendenausschuss (AStA), der sich für die Belange der Studierendenschaft einsetzt, befindet sich gegenüber dem barocken Universitätshauptgebäude in der Domstraße 12.

Die zentrale Universitätsbibliothek Greifswald und die 19 Fachbereichsbibliotheken sind für Studenten und Wissenschaftler da.

Das Universitätsklinikum Greifswald und die Klinik für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde sind Lehr- und Ausbildungskrankenhäuser der Universität. Das Universitätsklinikum Greifswald ist eins der modernsten Krankenhäuser Deutschlands.

Die Universität Greifswald hat derzeit 11.499 (WS 2007/08) Studenten, davon sind 59 % weiblich und 41 % männlich. Der Anteil Studierender von außerhalb des Bundeslandes Mecklenburg-Vorpommern betrug bei den Neuimmatrikulationen zum Wintersemester 2007/2008 etwa 65 %, d. h. nahezu zwei Drittel der neuen Studenten kamen aus anderen Bundesländern nach Greifswald.

Aktuell sind 665 ausländische Studenten in Greifswald immatrikuliert, was einem Anteil von 5,8 % entspricht. Die größten Anteile an ausländischen Studenten kommen aus Polen, Vietnam und Russland.

Laut Hochschulranking der Zeit schneidet die Universität Greifswald in verschiedenen Studienfächern in der jeweiligen Spitzengruppe unter den deutschen Hochschulen ab, so z. B. in Biologie, Humanmedizin, Geographie, Jura, Psychologie, Zahnmedizin und Betriebswirtschaftslehre.

Im Bereich der Zufriedenheit der Studierenden mit ihrer Alma Mater kam die Universität Greifswald in zahlreichen CHE-Rankings ihrer Fächer unter die Spitzenreiter, was immer wieder auf den guten Kontakt zu den Lehrenden, die allgemein guten Studienbedingungen und die gute Lebensqualität in Greifswald zurückgeführt wird.

Die Universität Greifswald unterhält vielfältige Kontakte zu renommierten Hochschulen in Europa und der Welt. Diese Kontakte werden zum einen auf Universitätsebene über Partnerschaftsverträge mit Partneruniversitäten geregelt, zum anderen auf der Fakultäts- und Institutsebene durch Kooperationen der Lehrstühle sowie durch das ERASMUS-Programm.

Der von der Universität beschlossene regionale Schwerpunkt der internationalen Kooperation liegt in Nordeuropa und Osteuropa. Die verschiedenen Lehrstühle, Institute und Fakultäten unterhalten zahlreiche weitere, über die Partneruniversitäten hinausgehende Kontakte, die dem wissenschaftlichen Austausch und/oder dem Studentenaustausch im Rahmen des ERASMUS-Programms dienen. Es bestehen unter anderem Kontakte zu den Universitäten Barcelona, Bergen, Göteborg, Graz, Helsinki, Kopenhagen, Lancaster, Lund, Luzern, Stockholm, Southampton, Uppsala und Utrecht.

Bis 1945 war die Universität Greifswald diejenige mit dem größten Grundeigentum (mehr als 14000 ha) in Deutschland. Das Grundeigentum stammt aus der Übertragung säkularisierter Klostergüter an die Universität als Ersatz für ausstehende Patronatszahlungen des pommerschen Herzogs. Dadurch war sie eine der wohlhabendsten Universitäten Deutschlands und finanziell bis weit ins 19. Jahrhundert hinein unabhängig. Von dem Reichtum zeugen noch einige Kunstschätze, wie zum Beispiel der Croy-Teppich (eine große Bildwirkerei mit einer bildlichen Darstellung zur Reformation aus dem Jahre 1554) oder eine originale 36-zeilige Gutenbergbibel (1458), die die Universität im 19. Jahrhundert von der Wolgaster St.-Petri-Gemeinde erwarb, sowie diverse weitere jahrhundertealte wertvolle Bücher. Der Reichtum der Universität an Bodeneigentum endete mit der Bodenreform in der sowjetischen Besatzungszone. Einige während der Bodenreform enteignete Grundstücke erhielt die Universität mittlerweile zurück. Sie werfen aber kaum mehr Geld ab, als sie zum Unterhalt benötigen und sind oft mit Altlasten versehen. Die Universität fordert in einem laufenden Verfahren vor Gericht noch weitere Grundstücksrückgaben vom Land Mecklenburg-Vorpommern. Die Universität Greifswald ist auch Eigentümerin eines eigenen Universitätswaldes, der forstwirtschaftlich durch einen eigenen „Universitätsförster“ bewirtschaftet wird. Zudem gehört zur Alma Mater eine Forschungsstation auf der Insel Hiddensee.

Die Universität Greifswald ist mit Generationen namhafter Persönlichkeiten aus Wissenschaft, Politik und Gesellschaft verbunden, die zum Teil zu ihren ehemaligen Studenten, zum Teil zu ihren ehemaligen Lehrkräften gehören.

Dazu gehören beispielsweise die zwei Nobelpreis-Träger Johannes Stark (Nobelpreis für Physik 1919) und Gerhard Domagk (Nobelpreis für Medizin 1939). Otto von Bismarck (Reichskanzler 1871–1890) hat einen Teil seiner Studienzeit in Greifswald verbracht, ebenso wie einer seiner Nachfolger: Bernhard von Bülow (Kanzler 1900–1909).

Der ehemalige Greifswalder Student Johannes Bugenhagen verbreitete die Reformation in weiten Teilen Norddeutschlands und Skandinaviens und Thomas Thorild, ein schwedischer Dichter, studierte ebenfalls hier. Alfred Gomolka (Mitglied des Europäischen Parlaments) war in Greifswald Hochschullehrer, ebenso wie Bernhard Windscheid (einer der Väter des BGB). Ferdinand Sauerbruch, Theodor Billroth und Friedrich Loeffler verhalfen der Medizin zu neuem Wissen. Der Dichter Hermann Löns hatte ebenso eine Verbindung zu Greifswald wie Carl Schmitt, einer der einflussreichsten politischen Theoretiker. Aus den Naturwissenschaften fallen unter vielen anderen besonders die Namen Gustav Mie und Felix Hausdorff auf. Der Maler Caspar David Friedrich, einer der bedeutendsten Vertreter der Romantik und Namensgeber des heutigen Caspar-David-Friedrich-Instituts, erhielt von Universitätsbau- und Zeichenmeister Johann Gottfried Quistorp seinen ersten Kunstunterricht. Ein weiterer Schüler Quistorps war der Maler Wilhelm Titel.

Zu den Ehrendoktoren der Universität Greifswald gehören unter anderem Jacques Delors (ehemaliger Präsident der Europäischen Kommission) ebenso wie Hannelore Kohl, die mittlerweile verstorbene Frau des früheren Bundeskanzlers Helmut Kohl.

Studenten können die Angebote des universitätseigenen Hochschulsports nutzen, der eine Vielfalt sportlicher Entfaltungsmöglichkeiten zur Verfügung stellt, beispielsweise Aerobic, American Football, Drachenboot, Fußball, Fechten, Handball, Judo, Karate, Kanu, Lacrosse, Rugby, Windsurfen, Taekwondo, Tauchen, Tennis, Tischtennis, Volleyball, Golf oder auch Yoga.

Daneben gibt es zahlreiche von Studenten frequentierte Sportvereine, z. B. den ASV (Akademischer Seglerverein), die HSG (Hochschulsportgemeinschaft), den Hanseatischen Golfclub Greifswald oder allgemein die lokalen Sportvereine wie den Greifswalder SV 04.

Ein sehr beliebter Ort für Wassersport, insbesondere Rudern, ist der Fluss Ryck der die Stadt durchzieht. Die Ostsee, insbesondere die Strandbäder auf den nahegelegenen Inseln Usedom und Rügen – einer der beliebtesten Urlaubsregionen Deutschlands – sind beliebte Orte für Sommersportarten wie Beachvolleyball, Frisbee oder Schwimmen.

Beim jährlichen „Greifswalder Citylauf“ über 10km, der von der Hochschulsportgemeinscft Uni Greifswald e.V. (HSG) organisiert wird, starten auch viele studentische Einzel-, Gruppen- und Staffelläufer. Beim „Boddenschwimmen“ wird einmal die Dänische Wiek des Greifswalder Boddens überquert.

Vor Ort gibt es Gruppen aller Art, z. B. politisch (z. B. Jusos oder RCDS) oder religiös (z. B. die beiden kirchlichen Gruppen ESG und KSG sowie die überkonfessionelle Hochschul-SMD) oder sonstwie gebundene Interessengruppen (z. B. Umweltschutz). Es besteht die Möglichkeit, sich im AStA, einem Fachschaftsrat oder im Studierendenparlament (StuPa) aktiv zu beteiligen und sich damit für Studenten und Universität als ganzes zu engagieren.

In Greifswald finden mehrere international bekannte Veranstaltungen statt an denen man sich als Student beteiligen kann. Das Festival Nordischer Klang führt die deutsche Öffentlichkeit in die Kulturen Dänemarks, Finnlands, Islands, Norwegens und Schwedens ein. Das sogenannte Greifswald International Students Festival (GrIStuF) bringt Studenten aus verschiedensten Ländern jeden Sommer nach Greifswald und wird weitgehend durch Studenten organisiert.

An der Uni Greifswald engagieren sich Studenten in mehreren journalistischen Projekten.

Zu den Moritz-Medien gehören eine Fernseh-, eine Print- und eine Onlineredaktion, deren Finanzierung durch die Greifswalder Studierendenschaft gewährleistet wird.

Eine Besonderheit des Greifswalder Nachtlebens sind die von Studenten für Studenten geführten Studentenclubs Mensaclub, Geographenkeller, Geologenkeller, Club 9 und Kiste. Diese werden zumeist als Vereine geführt und zielen nicht auf maximale Gewinne, sondern auf Spaß für Studenten ab.

Neben den direkt von Studenten betriebenen Örtlichkeiten gibt es eine diverse, für eine kleine Studentenstadt typische Kneipenszene sowie private Diskos. Es gibt auch viele Filmclubs direkt an der Universität, welche Filme auf Deutsch, Englisch oder z. B. den skandinavischen Sprachen zeigen.

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Eldena (Greifswald)

Klosterruine Eldena

Eldena ist ein Ortsteil der Hansestadt Greifswald. Der Ort geht auf das Ende des 12. Jahrhunderts gegründete Kloster Eldena (ursprünglich Hilda) zurück, das von dänischen Zisterziensermönchen am Südufer der Mündung des Ryck in die Dänische Wiek errichtet wurde. Eldena ist mit einer Fläche von 675,5 Hektar der größte Stadtteil Greifswalds.

Mehrere Jahrhunderte bestand der Ort im Wesentlichen aus dem Kloster, dessen Wirtschaftshof und einer Bockwindmühle. Nachdem 1535 die Säkularisierung des Klosters erfolgt war, kamen am Weg zur Wiecker Fähre ein Gehöft und ein Krug dazu. 1634 gelangte das herzogliche Amt Eldena durch Schenkung an die Universität Greifswald. Diese verpachtete ihre neu erworbenen Ländereien.

1835 wurde in Eldena eine Königliche Staats- und landwirtschaftliche Akademie gegründet. Nachdem in den Jahren 1840/41 eine Chaussee nach Greifswald angelegt worden war, siedelten sich vor allem Akademiemitarbeiter an. 1876 wurde die Akademie aufgelöst. Es bestand weiterhin eine Landwirtschaftsschule mit pomologischem Institut, die 1910 in ein neues Gebäude umzog und dort bis in die 1990er Jahre mit wechselnder Bezeichnung der landwirtschaftlichen Berufsbildung diente.

1898 wurde Eldena an die Kleinbahnlinie Greifswald–Wolgast angeschlossen. Die Bevölkerung stieg von 462 Einwohnern im Jahr 1845 auf 733 im Jahr 1900. Die Stadt Greifswald erwarb 1937 die der Universität gehörenden Ländereien und 1939 wurde Eldena nach Greifswald eingemeindet.

Nach 1950 und nach der Wende entstanden großflächige Eigenheimsiedlungen. Die Einwohnerzahl stieg seit den 1990er Jahren stärker an und erreichte im Jahr 2004 1994 Einwohner.

Zu den Wirtschaftsbetrieben Eldenas gehörte auch eine Bierbrauerei. Ursprünglich von den Mönchen betrieben, gehörte sie nach der Säkularisierung der Klostergüter zunächst zum herzöglichen Amtshof Eldena. 1837 fiel die mittlerweile durch Schenkung in das Eigentum der Universität Greifswald übergegangene und verpachtete Gutsbrauerei einem großen Ortsbrand zum Opfer, wurde aber noch im selben Jahr wieder aufgebaut. Im Juni 1877 pachtete Konrad Becker die Universitätsgüter Eldena und Koitenhagen und damit auch die Brauerei, die er sogleich erheblich vergrößerte. 1932 musste die Brauerei jedoch ihren Betrieb einstellen, da sie dem Konkurrenzkampf mit der Hinrichsschen Brauerei in Greifswald nicht mehr gewachsen war.

Das zum Bierbrauen benötigte Wasser wurde zum Teil dem Koitenhäger Bach entnommen, der daher auch „Bierbach“ genannt wurde, wovon noch heute etwa der Straßenname „Am Bierbach“ in Eldena zeugt.

Von der Brauerei erhalten ist heute nur noch der am Boddenweg gelegene klösterliche „Bierkeller Eldena“. Er wird heute von prioritären Fledermausarten als Winterquartier genutzt und untersteht daher naturschutzrechtlichem Schutz. Der Bierbach ist heute ab kurz hinter dem Rehbruch im Naturschutzgebiet Eldena trockengelegt und fließt stattdessen nur noch durch den Hohen Graben ab.

Die Badeanstalt Eldena entstand Mitte des 19. Jahrhunderts und steht im Zusammenhang mit der Gründung von Seebädern an Nord- und Ostsee seit Ende des 18. Jahrhunderts. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts gewann das Seebad auch Relevanz für den Fremdenverkehr. Der Eldenaer Sandstrand wurde erst durch Seesandaufspülung in den Jahren 1971/72 auf seinen heutigen Umfang erweitert. Zu DDR-Zeiten besuchten in den Sommermonaten täglich bis zu 15.000 DDR-Bürger aus der ganzen Republik das Strandbad. Seit der Wiedervereinigung und der damit einhergehenden Reisefreiheit hat die überregionale Bedeutung des Strandbades allerdings wieder stark abgenommen.

Der Strandbereich inklusive des dahinterliegenden Grünstreifens wurde im September und Oktober 2008 planiert, um einen Deich bauen zu können. Der „Deich Eldena“ ist Teil des Sturmflutschutzes Greifswald, der im Rahmen der Bund-Länder Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der Agradstruktur und des Küstenschutzes“ zu 70% vom Bund und zu 30% vom Land Mecklenburg-Vorpommern finanziert wird. Er soll 923 m lang werden und ca. 85.000 m³ Erdmasse umfassen. Die Fertigstellung des Deiches Eldena ist für Ende April 2009 geplant; im Anschluss daran folgen der Bau des Rycksperrwerks sowie der Umbau des Deiches Wieck.

Die boddenseitige Deichböschung soll nach Fertigstellung wieder als Liegewiese für das vorgelagerte Strandbad genutzt werden können.

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Source : Wikipedia