Greenpeace

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Geschrieben von robby 27/03/2009 @ 14:08

Tags : greenpeace, umweltschutz, umwelt, gesellschaft

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Greenpeace

Greenpeace-Demonstration in Toulouse gegen den Bau eines EPR (2007)

Greenpeace ist eine 1971 von Friedensaktivisten in Vancouver, Kanada gegründete internationale politische Non-Profit-Organisation, die den Umweltschutz zum Gegenstand hat. Sie wurde vor allem durch Kampagnen gegen Kernwaffentests und Aktionen gegen den Walfang bekannt. Später konzentrierte sich die Organisation darüber hinaus auf weitere ökologische Probleme wie Überfischung, die globale Erwärmung, die Zerstörung von Urwäldern und die Gentechnik.

Die Organisation entstand Anfang der siebziger Jahre in Vancouver (Kanada) aus der Formation Don't Make a Wave Committee, die von amerikanischen und kanadischen Atomkraftgegnern und Pazifisten gegründet worden war. Dieses Komitee kam in der Absicht zusammen, eine Serie von Atombombentests zu verhindern, welche die USA auf der zu Alaska gehörenden Insel Amchitka durchführen wollten. Einige Aktivisten mieteten den Fischkutter „Phyllis Cormack“ und fuhren in das Testgelände, um so die Zündung der Bomben zu verhindern. Dies gelang zwar nicht, aber die Testreihe wurde vorzeitig abgebrochen. Später änderte die Organisation ihren Namen in „Greenpeace“. Mit der Zunahme des Bekanntheitsgrades des Namens Greenpeace nahmen weltweit viele unabhängige Gruppen diesen an, erst später wurden sie in einer Organisation integriert, die am 14. Oktober 1979 unter dem Namen Greenpeace International gegründet wurde. Prominente Gründungsmitglieder waren unter anderem David McTaggart, Robert Hunter und Patrick Moore.

Im Jahr 1985 demonstrierte Greenpeace gegen französische Kernwaffentests auf dem Mururoa-Atoll. Dabei ließ der französische Geheimdienst das Greenpeace-Schiff Rainbow Warrior versenken, welches im neuseeländischen Auckland vor Anker lag (s. Rainbow Warrior und deren Versenkung durch Frankreich). Erfolge der Organisation waren unter anderem das Ende des kommerziellen Walfangs, die Einrichtung eines Schutzgebietes in der Antarktis und der vorzeitige Stopp vieler Atombombentestreihen.

Im Vergleich zu vielen anderen Umweltschutzorganisationen ist Greenpeace eher handlungsorientiert. Ein zentrales Element der Greenpeace-Arbeit ist die Aktion. Hierbei begeben sich Aktivisten an einen Ort, der ihrer Auffassung nach symbolisch für Umweltzerstörung steht und protestieren dort meistens mit Transparenten. Mittels oft spektakulärer Auftritte direkt am Ort des Geschehens versucht die Organisation, die Öffentlichkeit aufmerksam zu machen, um meist große Industriekonzerne oder Regierungen durch öffentlichen Druck zum Einlenken zu bewegen. Diese Art des Auftretens machte die Organisation in den achtziger Jahren bekannt.

Neben eher konventionellen Methoden von Umweltorganisationen wie Beeinflussung von Politikern und Anwesenheit bei internationalen Organisationen verfolgt Greenpeace noch die ausdrückliche Methodik direkter Aktionen ohne Gewaltanwendung.

Die Methode, die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit auf sich zu lenken, wurde vom „Bearing Witness“ (Zeugnis ablegen) der Quäker abgeleitet. Dabei geht es Greenpeace nach eigenen Angaben darum, „Zeugnis abzulegen“ über Unrecht, das der Meinung der Organisation nach geschieht. So positionieren sich beispielsweise Mitglieder öffentlichkeitswirksam zwischen der Harpune der Walfänger und deren Beute oder dringt in Atomkraftwerke ein. Um ihre Standpunkte wissenschaftlich belegen beziehungsweise neue Standpunkte entwickeln zu können, beauftragt Greenpeace wie andere Umweltschutzorganisationen Wissenschaftler mit dem Anfertigen von Studien. Außerdem ist Greenpeace in vielen internationalen Gremien beratend tätig.

Von anderen Umweltschutzorganisationen grenzt sich Greenpeace unter anderem durch die Beschränkung auf bestimmte, meist weltweit verfolgte, öffentlichkeitswirksame Themengebiete ab wie zum Beispiel Atomkraft, Globale Erwärmung, Biodiversität und Artenschutz, Grüne Gentechnik und Chemie. Themen wie Verkehr oder Hausmüll spielen höchstens eine untergeordnete Rolle in einigen Greenpeace-Länderbüros. Auch ist Greenpeace entgegen weitläufigen Annahmen keine Tierschutzorganisation.

Bedeutende Erfolge, die die Organisation ihrem Einfluss zuschreibt, waren unter anderem die Einstellung von Atomtests auf Amchitka in Alaska (1972) und die Verlängerung des Antarktisvertrages (1991), der die Besitznahme der Antarktis durch andere Länder oder aus kommerziellen Interessen verbietet. Um letzteres zu sichern, wurde auf der Antarktis die World Park Base errichtet, die von 1987 bis 1992 in Betrieb war.

Greenpeace Deutschland mit Sitz in Hamburg ist eines der wichtigsten Länderbüros der Gesamtorganisation. 1980 gegründet, erlangte die Organisation in Deutschland eine große Bekanntheit mit ihren Protesten gegen die Dünnsäureverklappung in der Nordsee und gegen die Luftverschmutzung mit Dioxinen durch den Chemiekonzern Boehringer.

Den größten von der deutschen Öffentlichkeit wahrgenommenen Erfolg erreichte die Organisation 1995, als sie den Konzern Shell nach einem monatelangen Medienkrieg dazu bewegen konnte, auf die Versenkung der Ölplattform Brent Spar im Atlantik zu verzichten und zudem im Jahr darauf international ein Versenkungsverbot für Ölplattformen im Nordatlantik festgeschrieben wurde. Greenpeace hat im Laufe dieser Kampagne eine maßlos übertriebene Angabe über die Ölmenge an Bord der – nach Auffassung anderer harmlosen – Plattform gemacht und dies später der Öffentlichkeit gegenüber auf einen „Messfehler“ zurückgeführt.

Greenpeace Deutschland ist ein als gemeinnützig anerkannter Verein. Die Mitgliederversammlung, das oberste Beschlussgremium, besteht aus etwa 40 Mitgliedern – zusammengesetzt aus zehn Mitarbeitern von Greenpeace Deutschland, 10 Mitarbeitern von ausländischen Greenpeace-Büros, 10 Personen aus dem öffentlichen Leben sowie 10 ehrenamtlichen Mitgliedern. Diese 40 Mitglieder werden nicht von den Fördermitgliedern gewählt, was Greenpeace schon den Vorwurf eingebracht hat, eine undemokratische Organisationsstruktur zu haben. Die Organisation verweist hingegen auf die höhere Effizienz, Schnelligkeit und Unabhängigkeit dieser Organisationsform. Bei basisdemokratischen Mitgliederversammlungen sei meistens nur ein Bruchteil der Wahlberechtigten anwesend, was es Splittergruppen oder Industrielobbyisten leicht machen würde, ihre Stimmmacht zu missbrauchen.

Die Handlungsfähigkeit der Organisation beruht im Wesentlichen auf den 550.000 Fördermitgliedern, die Greenpeace zur größten deutschen Umweltschutzorganisation machen. Als finanzstärkstes Länderbüro schultert Greenpeace Deutschland schon seit Jahren den Großteil der Ausgaben für internationale Greenpeace-Kampagnen.

Im Jahr 2006 soll Greenpeace Deutschland Jahreserträge von rund 40 Millionen Euro erwirtschaftet haben.

Seit 1995 gibt es Jugendaktionsgruppen der Greenpeace-Jugend. In den JAGs können sich Jugendliche zwischen 14 und 19 Jahren für den Umweltschutz engagieren. In rund 50 Städten sind über 500 Jugendliche auf diese Art und Weise aktiv und richten sich mit ihren Aktionen auch an die Öffentlichkeit und die Politik. Themenschwerpunkte sind dieselben wie die der Greenpeace-Mutterorganisation. Außerdem können sich Kinder oder Jugendliche in kleinen Gruppen zusammentun und bei Greenpeace als Greenteam anmelden. Diese Gruppen können selber kleine Aktionen starten. Der Unterschied zu den JAGs besteht darin, dass die Greenteams Aktionen zu allen Themenbereichen machen können, während die JAGs auf bestimmte Themenschwerpunkte festgelegt sind.

Greenpeace arbeitet mit der Stralsunder Stiftung Deutsches Meeresmuseum zusammen und unterstützt die weltweit größte Ausstellung lebensgroßer Walmodelle im Ozeaneum Stralsund, die den Titel „1:1 Riesen der Meere“ trägt.

Ein weiteres wichtiges Standbein von Greenpeace Deutschland sind die ungefähr 90 Ortsgruppen mit ihren über 2.000 ehrenamtlichen Mitarbeitern. Mit Hilfe der Ortsgruppen können Aktionen in vielen Städten gleichzeitig durchgeführt werden.

Neben dem Verein gibt es noch andere Organisationen mit dem Namen Greenpeace in Deutschland: Die Greenpeace Stiftung ist verbunden mit dem Bergwaldprojekt, das 1987 durch Greenpeace Schweiz gegründet wurde, und betreut den Tierpark Arche Warder.

Außerdem gibt es das Greenpeace-Magazin, das von der Greenpeace Media GmbH herausgegeben wird und neben Umweltschutz ebenso soziale und wirtschaftliche Themen behandelt. Die Redaktion ist unabhängig vom Verein Greenpeace.

Greenpeace arbeitet als international agierende Umweltschutzorganisation mit 27 nationalen und 15 regionalen Büros. Die Arbeiten der einzelnen Greenpeace-Sektionen sind untereinander koordiniert, die internationalen Kampagnen und Arbeitsgebiete werden unter Federführung von Greenpeace International entwickelt und für alle Länderbüros vorgeschlagen.

Die internationale Greenpeace-Organisation ist die "Stichting Greenpeace Council", eine Stiftung nach niederländischem Recht mit Sitz in Amsterdam. Sie ist unter der Nummer 41200415 der Handelskammer Amsterdam registriert. Die Greenpeace Organisationen sind in den verschiedenen Ländern in unterschiedlichen Rechtsformen organisiert: In Deutschland als eingetragener Verein, in der Schweiz als eine Stiftung.

Der weiterhin anhaltende Protest von Greenpeace gegen das Mururoa-Atoll veranlasste die Regierung Frankreichs, die Rainbow Warrior 1985 in Auckland mit Hilfe von Sprengsätzen zu versenken. Das Schiff war vom Nordpazifik aus gestartet. Dort hatte es bei der Evakuierung der Bewohner des zu den Marshallinseln gehörenden Rongelap-Atolls geholfen, die weiterhin an den gesundheitlichen Auswirkungen der radioaktiven Strahlung infolge der Atomtests der fünfziger und sechziger Jahre zu leiden hatten. Nach den Vorstellungen von Greenpeace sollte das Schiff eine Flottille von anderen Schiffen anführen, die gegen die bevorstehenden Atomtests bei Mururoa protestieren sollten. Am Abend des 10. Juli 1985 befestigten Taucher zwei Bomben am Schiffsrumpf. Die erste Bombe detonierte um 11:38 Uhr, kurz darauf folgte die zweite Explosion, die das Schiff sinken ließ. Dabei wurde der Fotograf Fernando Pereira getötet. Nach Hinweisen aus der Öffentlichkeit konnte die neuseeländische Polizei Major Alain Mafart und den Kapitän Dominique Prieur, beides Mitglieder der französischen Streitkräfte, als Bombenleger identifizieren. Die Polizei verhaftete beide.

Die beiden wurden in Neuseeland zu je zehn Jahren Freiheitsentzug verurteilt. Auf Grund einer unter der Vermittlung der UNO zwischen Frankreich und Neuseeland ausgehandelten Vereinbarung wurden die im Juli 1986 auf die Insel Hao (französisch Polynesien) verbracht, wo sie drei Jahre ihrer Strafe absitzen sollten. Nur kurze Zeit später wurden aber beide "aus gesundheitlichen Gründen" nach Frankreich zurückgeholt, wo sie im Rang befördert wurden und in Kaderpositionen weiterhin in der Armee dienten.

Die UNO stellte später fest, dass Frankreich die Abmachung gebrochen hatte und verpflichtete es zu einer Geldzahlung an Neuseeland, aber Mafart und Prieur mussten dennoch nicht wieder ins Gefängnis zurück. Weitere am Attentat beteiligte Personen sind namentlich bekannt, wurden aber nie gerichtlich belangt.

Anfänglich bestritt die französische Regierung jegliche Beteiligung an der Versenkung, jedoch führte der steigende Druck der französischen und internationalen Medien am 22. September zum Eingeständnis, dass der französische Geheimdienst die Versenkung angeordnet hatte. Unmittelbar anknüpfende Ermittlungen ergaben, dass Christine Cabon, eine Agentin des französischen Geheimdienstes, in das Büro von Greenpeace Neuseeland in Auckland eingeschleust worden war, indem sie sich als ehrenamtliche Mitarbeiterin ausgab, um Informationen über die Mururoa-Kampagne und die Route der Rainbow Warrior zu sammeln.

Zwei Jahre später entschuldigte sich Frankreich offiziell für die Versenkung und erklärte sich bereit, einen finanziellen Schadensersatz an Greenpeace und Neuseeland in Höhe von 13 Millionen neuseeländischen Dollar zu bezahlen.

Im September 1971 charterte das Don't Make A Wave Committee, die Vorgängerorganisation von Greenpeace, die Phyllis Cormack, einen Fischkutter, den John Cormack befehligte. Das Schiff wurde in Greenpeace umbenannt und setzte die Segel nach Amchitka in der Absicht, den angesetzten zweiten Atomtest zu stören. Das Schiff Confidence der US Coast Guard fing die Phyllis Cormack jedoch ab und zwang sie, zum Hafen zurückzukehren.

Auf ihrer Rückkehr nach Alaska erfuhr die Mannschaft, dass in allen größeren Städten Kanadas Proteste stattgefunden und die USA den zweiten unterirdischen Test auf den November verschoben hatten. Die Versuche, mit einem zweiten gecharterten Schiff in die Testzone zu fahren, schlugen zwar fehl, dennoch fanden bei Amchitka keine weiteren Atomtests mehr statt.

Im Mai 1972 veröffentliche die neu gegründete Greenpeace-Stiftung einen Appell an verständnisvolle Kapitäne, um ihnen beim Protest gegen die Atomtests der französischen Regierung im Pazifik-Atoll Mururoa zu helfen. Eine Antwort kam hierbei von David McTaggart, einem Kanadier und früheren Unternehmer, der zu diesem Zeitpunkt in Neuseeland lebte. McTaggart verkaufte seine Geschäftsinteressen und zog in den Südpazifik. Sein Handeln war eine Reaktion auf eine Gasexplosion, die einen Angestellten in einer seiner Skihütten ernsthaft verletzt hatte. Entrüstet darüber, dass jede Regierung ihn von jedem Teil seines geliebten Pazifiks ausschließen könnte, stellte er aus dem Grund seine Jacht, die Vega, zur Verfügung und machte sich daran, eine Mannschaft zusammenzustellen.

1973 fuhr McTaggart die Vega in die Ausschlusszone um Mururoa, damit sein Schiff von der französischen Marine gerammt wurde. Als er den Protest im Folgejahr wiederholte, bestiegen französische Seeleute die Vega und schlugen ihn zusammen. Später veröffentlichte die Marine organisierte Fotos, wie sich McTaggart mit oberen Marineoffizieren eine Schlägerei liefert, und verlangte von den beiden gegnerischen Parteien mehr Zurückhaltung. In einem anderen Licht erschien der Sachverhalt, als in den Medien Fotos erschienen, die McTaggart während der Schlägerei zeigten, wie er das Mannschaftsmitglied Anne-Marie Horne aus der Jacht schmuggelt.

Die Kampagne zeigte Wirkung, als die französische Regierung eine Unterbrechung der oberirdischen Tests bekannt gab, wenngleich sie diese fortan unterirdisch durchführte. Auch in der Folgezeit veranstaltete Greenpeace Kampagnen gegen die Tests im Pazifik, bis die Franzosen ihr Testprogramm 1995 zu Ende brachten.

2002 organisierte Greenpeace gegen die US-Importe von brasilianischem Mahagoni-Holz im Wert von zehn Millionen US-Dollar, nachdem die brasilianische Regierung eine Wartefrist für Exporte von Mahagoni-Holz verhängt hatte. Am 12. April 2002 enterten zwei Vertreter von Greenpeace das Schiff und trugen das Mahagoni-Holz, um ein Transparent mit der Aufschrift „Präsident Bush, stoppen Sie die illegale Abholzung“ aufzuhängen. Die beiden Vertreter wurden zusammen mit vier anderen, die ihnen halfen, verhaftet. Nachdem sie sich schuldig bekannt und Ordnungsgeld gezahlt hatten, wurden sie zu einem Wochenende Gefängnis verurteilt.

Am 18. Juli 2003 verwendete das Justizministerium der USA den Vorfall dazu, die gesamte Organisation Greenpeace an sich unter das 1872 verabschiedete und relativ unbekannte „Sailormongering-Gesetz“ zu stellen, das 1890 zuletzt angewendet worden war. Die Berufung auf dieses Gesetz, das den Zweck hatte, gewaltlose kriminelle Demonstranten strafrechtlich verfolgen zu können, löste auf der ganzen Welt Proteste aus. Zu den Kritikern dieser strafrechtlichen Verfolgung gehörten Al Gore, Patrick Leahy, die National Association for the Advancement of Colored People, die ACLU of Florida und die People For the American Way. Das Ministerium stellte dies später beim Bundesgericht in Miami am 14. November 2003 auf überarbeitete Anklageschrift um, indem es die Aussage, dass Greenpeace fälschlicherweise behauptet hätte, dass das Mahagoni-Holz auf dem betroffenen Schiff Schmuggelware sei, fallen ließ.

Am 16. Mai 2004 entschied der zuständige Richter Adalberto Jordan zugunsten von Greenpeace und kam zu dem Ergebnis, dass „die Anklage eine seltene – und wohl auch beispiellose – strafrechtliche Verfolgung einer rechtlich legalen Gruppe“ sei, deren Verhalten zur freien Meinungsäußerung gehöre.

In den letzten Jahren haben es sich Greenpeace-Aktivisten zur Aufgabe gemacht, Hersteller der IT-Industrie durch Kampagnen zu umweltbewussterem Handeln zu bewegen.

Zum Beispiel blockierten 2004 niederländische Greenpeace-Aktivisten in diesem Zusammenhang das Utrechter Büro der Firma Hewlett-Packard und im Mai 2005 wurde vor der Genfer Zentrale eine LKW-Ladung Elektronikschrott abgeworfen. Im Dezember 2005 demonstrierten erneut Aktivisten vor dem Hauptquartier in Palo Alto, weil die Firma als führendes Unternehmen der Branche weitaus mehr gefährliche Stoffe bei der Produktion verwende als die Konkurrenzunternehmen.

2006 rief Greenpeace im Internet im Rahmen einer Mitmachkampagne die Apple-Nutzer zur kreativen Beteiligung auf, um den Hersteller dazu bewegen, weniger giftige Chemikalien bei der Herstellung seiner Geräte zu verwenden. Ferner wurde hierbei das eingeschränkte Rücknahme- und Recyclingprogramm für Altgeräte von Apple kritisiert. Für diese Aktion wurde Greenpeace 2007 von der International Academy of Digital Arts and Sciences bei der 11. Verleihung des Webby Awards mit einem Preis in der Sparte „Aktivismus“ ausgezeichnet.

Seit Greenpeace gegründet wurde, spielen Hochseeschiffe in den jeweiligen Kampagnen eine sehr große Rolle.

1978 stellte Greenpeace die Rainbow Warrior in Dienst, einen 40 Meter langen früheren Fisch-Trawler. Einer der ersten Einsätze der Rainbow Warrior wandte sich gegen isländischen Walfang. Zwischen 1978 und 1985 engagierten sich Mitglieder der Mannschaft direkt bei friedlichen Aktionen gegen das Abladen von giftigem und radioaktivem Müll in Ozeanen, gegen die Jagd auf die Kegelrobbe auf den Orkney-Inseln und gegen Atomtests im Pazifik.

1985 sollte Rainbow Warrior in den Gewässern um das Mururoa-Atoll demonstrieren, wo Frankreich gerade Atomtests durchführte. Bei der Versenkung des Schiffes (s. Rainbow Warrior und deren Versenkung durch Frankreich) mit zwei Bomben durch den französischen Geheimdienst, kam auch der Fotograf Fernando Pereira ums Leben. 1989 gab Greenpeace den Auftrag, ein Ersatzschiff zu beschaffen, das ebenfalls Rainbow Warrior genannt wurde und bis heute das Flaggschiff der Greenpeace-Flotte geblieben ist.

Weitere Schiffe, die sich zur Zeit im Besitz von Greenpeace befinden, sind die Arctic Sunrise (seit 1996), die Esperanza (seit 2002) und die Beluga II (seit 2004).

Greenpeace wird vor allem von basisdemokratisch organisierten Umweltschützern vorgeworfen, intern eine stark hierarchische Struktur zu haben. Dies führte 1982 zur Abspaltung einiger ehrenamtlicher Aktivisten und zur Gründung von Robin Wood. Andere kritisieren oft auch die Vorgehensweise der Organisation an sich, die sie für zu direkt und teilweise illegal halten: Gerade bei Protesten auf oder direkt neben dem Gelände von Unternehmen reagieren die Betreiber oft mit Anzeigen wegen Hausfriedensbruch und Nötigung und versuchen, einstweilige Verfügungen gegen den Verein durchzusetzen. Greenpeace-Aktivisten gehen das Risiko einer Verurteilung ein, weil sie durch ihr Auftreten die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit auf sich ziehen können, unter anderem, um deren Spendenbereitschaft zu erhöhen und sie damit höhere Rechtsgüter durchzusetzen hoffen, die ihrer Ansicht nach anders nicht durchzusetzen wären.

Einige Kritiker der Organisation stellen deren steuerliche Begünstigung in Frage, in den USA etwa die von ExxonMobil finanzierte und ausschließlich zur Beobachtung von Greenpeace gegründete Public Interest Watch (PIW). Im März 2006 bestätigte die Steuerbehörde IRS, dass Greenpeace USA zu Recht die Steuervorteile einer Non-Profit-Organisation besitzt.

In Deutschland gab es mehrere Versuche, die Gemeinnützigkeit abzuerkennen, die jedoch bislang nicht erfolgreich waren. Im Dezember 2004 untersuchte das Finanzamt Hamburg, ob Greenpeace gegen Gesetze verstoßen hat und dem Verein deshalb der Status der Gemeinnützigkeit für 2003 aberkannt werden soll, weil die Organisation sich auf ihrer Internetseite nicht von bestimmten rechtswidrigen Aktionen distanziert habe.

1989 wurde in Kanada das Steuerrecht für gemeinnützige Organisationen geändert. Greenpeace und andere Organisationen verloren dadurch den Status der Gemeinnützigkeit.

Paul Watson, war 1972 einer der Mitgründer von Greenpeace International und bis 1977 deren Vorsitzender. Seine Mitgliedsnummer ist die 007. Im Jahre 1977 verließ Watson Greenpeace im Streit und gründete die Sea Shepherd Conservation Society.

Ihm war die Organisation Greenpeace zu passiv und zu ineffizient. Nach seinen Worten hat sich Greenpeace zur größten „Wohlfühlorganisation“ der Welt entwickelt. Er sagt, dass Menschen Greenpeace beitreten, um sich gut zu fühlen. Sie wollen sich als Teil der Lösung fühlen und nicht als Teil des Problems. Nach der Meinung von Paul Watson ist Greenpeace ein Geschäft. Dieses Geschäft verkauft den Menschen ein gutes Gewissen .

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Umweltschutz

Das historische Blue Marble Foto, das half Umweltschutz der breiteren Öffentlichkeit näher zu bringen

Umweltschutz bezeichnet die Gesamtheit aller Maßnahmen zum Schutze der Umwelt mit dem Ziel der Erhaltung der Lebensgrundlagen der Menschen, sowie eines funktionierenden Naturhaushaltes. Gegebenenfalls sollen durch den Menschen verursachte Beeinträchtigungen oder Schäden behoben werden. Das Augenmerk des Umweltschutzes liegt dabei sowohl auf einzelnen Teilbereichen der Umwelt (wie Boden, Wasser, Luft, Klima), als auch auf den Wechselwirkungen zwischen ihnen. Der Begriff Umweltschutz wird seit den 1970er-Jahren verwendet. Im Zentrum des heutigen Interesses stehen vor allem Umweltverschmutzung und Globale Erwärmung.

Ausgangspunkt des Umweltschutzes ist die Erhaltung des Lebensumfelds der Menschen und ihrer Gesundheit. Dies schließt auch den Schutz der die Menschen umgebenden Natur in einem gewissen Umfang mit ein. Der Umweltschutz bezweckt in erster Linie den Schutz der menschlichen Lebensbedingungen. Dazu bedient er sich oft technischer Mittel. Die zu lösenden Probleme sind teils globale, teils regionale oder lokale, wobei der Umweltschutz eher nach allgemeinen oder großräumigen technischen Lösungen sucht. Auch wenn die Schutzgüter und Ziele im Prinzip dieselben sind, sind zuweilen Unterschiede zwischen Naturschutz und Umweltschutz erkennbar.

Trotz dieser unterschiedlichen Perspektiven sind Umwelt- und Naturschutz im Normalfall keine Gegensätze sondern können näherungsweise gleichgesetzt werden.

Zu den wichtigsten Handlungsfeldern des Umweltschutzes zählen Klima-, Wald- und Gewässerschutz. Aktuell werden vor allem die Probleme der Globalen Erwärmung und Luftverschmutzung diskutiert.

Ziel des Klimaschutzes ist es der anthropogenen globalen Erwärmung entgegen zu wirken und ihre Folgen abzumildern. Hauptansätze des Klimaschutzes sind gegenwärtig die Verringerung des von Menschen verursachten Ausstoßes von Treibhausgasen und die Erhaltung und Unterstützung der Ozeane und Wälder. Diese nehmen das mengenmäßig bedeutsamste Treibhausgas Kohlenstoffdioxid auf. Der Klimaschutz ist daher stark mit den beiden Teilbereichen Waldschutz und Gewässerschutz verbunden.

Der Waldschutz umfasst alle forstwirtschaftlichen Maßnahmen zum Schutz von Wäldern und Baumbeständen vor Schäden jeglicher Art. Dabei werden sowohl die forstwirtschaftlichen wie auch die nicht-materiellen Ansprüche (wie Erholung, Klimawirkung oder Landschaftsgestaltung) an den Wald als schützenswert betrachtet. Dabei steht der Schutz des Waldes gegen schädliche Tiere, Pilze und Pflanzen (Forstschädlinge) oder Umwelteinflüsse im Vordergrund.

Umweltprobleme sind vom Menschen verursachte Änderungen in der Umwelt. Sie wirken sich nachteilig auf die aktuelle oder zukünftige Existenz oder das Wohlergehen der Menschen aus.

Menschliche Handlungen beeinflussen unvermeidbar die Umwelt. Neben den gewünschten Verbesserungen haben sie oft auch ungewollte, nachteilige Folgen. Früher waren diese Umweltbeeinflussungen und ihre Folgen lokal. Waren die Auswirkungen zu schwerwiegend, zogen die Menschen weiter. Heute hat sich die Situation grundlegend gewandelt. Die negativen Folgen menschlicher Handlungen sind unübersehbar und ein Weiterziehen ist nicht mehr möglich, da hierfür kein freier, unberührter Platz mehr vorhanden ist.

Umweltprobleme lassen sich nach verschiedenen Kriterien einteilen, z. B.

Die modernen westlichen Umweltschutzbewegungen wurden während der Industriellen Revolution begründet. Doch schon vorher machten sich unterschiedliche Kulturen Gedanken über den Schutz ihrer Umwelt.

Mit der Bildung von zusammenhängenden Siedlungen entstanden auch Probleme durch Abfälle und Abwässer. Schon im Altertum befasste man sich mit dem Problem der Abwasserbeseitigung. Entwässerungskanäle lassen sich bereits 3000 v. Chr. im Euphrattal nachweisen. Im Römischen Reich wurden meist offene Gerinne genutzt, aufgrund des hohen Bauaufwandes waren Abwasserrohre selten.

Im frühen Mittelalter ging das Wissen um eine geordnete Abwasserentsorgung weitgehend verloren, weshalb es über Jahrhunderte hinweg zu verheerenden Pest- und Choleraepidemien kam.

Im England des dreizehnten Jahrhunderts verbot König Edward I. von England die Verbrennung minderwertiger Kohle, da sich der Rauch in London zu einem großen Problem entwickelt hatte.

In Europa begann die großflächige Umweltverschmutzung mit der Industriellen Revolution. Große Fabriken und die Verbrennung immer größer werdender Mengen von Kohle und anderer fossiler Brennstoffe führten zu zunehmender Luftverschmutzung. Der Müll der Fabriken und der Abfall der Städte ließ die Müllberge wachsen. Die Umweltschutzbewegung entwickelte sich als Gegenreaktion auf die Industrialisierung, Urbanisierung sowie Luft- und Wasserverschmutzung.

In den stark gewachsenen Städten musste eine geordnete Abwasserentsorgung errichtet werden. Im Jahre 1739 war Wien als erste Stadt Europas erstmals vollständig kanalisiert. Erst ab 1842 wurde in London mit dem Bau des Kanalisationssystems begonnen. Die erste Kläranlage auf dem europäischen Festland wurde 1882 in Frankfurt am Main in Betrieb genommen.

1971 wurde die bekannte Umweltschutzorganisation Greenpeace von Friedensaktivisten in Vancouver, Kanada gegründet. Die Organisation entstand aus der Formation Don't Make a Wave Committee, die von amerikanischen und kanadischen Atomkraftgegnern und Pazifisten gegründet worden war. Ziel dieses Komitees war es eine Serie von Atombombentests zu verhindern. Später nahmen viele unabhängige Gruppen den Namen Greenpeace an. Erst am 14. Oktober 1979 wurden sie alle zu einer einzelnen Organisation Greenpeace International zusammengefasst.

1972 entstand das Blue Marble Foto. Es war das erste klare Bild, das die von der Sonne beschienene Seite der Erde zeigt. Für die Umweltschutzbewegung der 1970er Jahre war das Bild ein wichtiges Symbol für die Zerbrechlichkeit und Verletzlichkeit der Erde und ihre Isoliertheit im All.

Zudem weitete sich die Idee des Umweltschutztes auch auf die Agrarwirtschaft aus. So versucht die ökologische Landwirtschaft über den Verzicht auf synthetische Pflanzenschutzmittel schädliche Einflüsse auf die Umwelt zu minimieren. Die dort angewandten alternativen Methoden zur Schädlingsbekämpfung, wie der Einsatz von Nützlingen oder thermischen Verfahren (zum Beispiel: Dämpfen (Bodendesinfektion) zur Bodenentseuchung) sollen negative Auswirkungen auf Umwelt und Gesundheit ausschließen.

Eine Umweltschutzorganisation ist eine Organisation, die gegen aus ihrer Sicht schädliche Veränderungen der Biosphäre vorgeht. Eine der bekanntesten Umweltschutzorganisationen ist Greenpeace e.V.

Die Umweltaktivisten wenden auch Aktionen des Zivilen Ungehorsams an und riskieren häufig Geldstrafen, manchmal gar ihre körperliche Unversehrtheit. Für aufsehenerregende Umweltaktionen in diesem Sinne sind vor allem die Anti-Atomkraft-Bewegung, Greenpeace, Sea Shepherd und Robin Wood bekannt. Bekannte Umweltaktivistinnen und -aktivisten sind Al Gore, Monika Griefahn, David McTaggart und Wangari Muta Maathai.

In Deutschland sind von staatlicher Seite in erster Linie das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) und das Umweltbundesamt (UBA) für den Umweltschutz zuständig. Auf Länder- und Landkreisebene sind weitere Behörden auf dem Gebiet des Umweltschutzes tätig. Das Bundesumweltministerium veröffentlicht unter anderem jährliche Zustandsberichte.

In Österreich sind das Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft (BMLFUW) kurz Lebensministerium und das Umweltbundesamt für den Umweltschutz zuständig.

In der Schweiz liegt die Zuständigkeit beim Eidgenössischen Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation.

Umweltrecht bezeichnet die Gesamtheit der Rechtsnormen, die den Schutz der natürlichen Umwelt und die Erhaltung der Funktionsfähigkeit der Ökosysteme bezwecken. Weder in Deutschland noch in Österreich gibt es ein einheitliches Umweltschutzgesetz. Anders in der Schweiz, die 1983 ein eigenständiges Umweltschutzgesetz erlassen hat.

Das EU-Umweltrecht hat großen Einfluss auf die Gesetzgebung der einzelnen Mitgliedsstaaten.

Seit 1994 verpflichtet das deutsche Verfassungsrecht in Artikel 20a des Grundgesetzes den Staat dazu, die natürlichen Lebensgrundlagen zu schützen. Es handelt sich um eine sogenannte Staatszielbestimmung, das ist eine allgemeine Verpflichtung des Gesetzgebers und der Verwaltung. Ein entsprechendes gesetzgeberisches oder verwaltungsmäßiges Handeln ist jedoch nicht gerichtlich einklagbar.

Das Umweltrecht ist über zahlreiche Gesetze verstreut. Umweltwissenschaftlern und Umweltjuristen fordern seit vielen Jahren, das Umweltrecht in einem Umweltgesetzbuch (UGB) kodifiziert zusammenzufassen und die Einzelvorschriften besser aufeinander abzustimmen.

Auch in Österreich gibt es noch kein einheitliches Umweltrecht. Die rechtlichen Grundlagen sind über zahlreiche Gesetzesbücher verteilt.

Gestützt darauf wurde das Bundesgesetz vom 7. Oktober 1983 über den Umweltschutz (Umweltschutzgesetz, USG) erlassen. Der Gewässerschutz ist in einem separaten Gesetz geregelt: Bundesgesetz über den Schutz der Gewässer vom 24. Januar 1991 (Gewässerschutzgesetz, GSchG).

Im Bereich des Umweltschutzes wird der nationalstaatliche Einfluss immer geringer. Durch den steigenden Grad an internationalen Kommunikationsnetzwerken und weltwirtschaftlicher Verflechtungen entsteht eine kollektive Verantwortung für die Umwelt. Die Staaten werden dazu gezwungen gemeinsam nach Problemlösungen zu suchen. Umwelt kennt keine von Menschen gezogenen Grenzen. Die durch industrielle Herstellung erzeugte Verschmutzung einer Region die auf die übrigen Teile der Welt ausstrahlt, wird zu einer Angelegenheit aller. Länderübergreifende Umweltpolitik rückt folglich zunehmend in das außenpolitische Blickfeld zumindest der Staaten, denen durch die Summe der globalen Umweltverschmutzung auch höhere Umweltbelastungen entstehen. Internationale Foren und Organisationen sind eine Antwort auf diesen Prozess.

Die erste internationale Umweltschutzkonferenz fand 1972 in Stockholm statt (s. Konferenz der Vereinten Nationen über die Umwelt des Menschen).

Einer der wichtigsten supranationalen Akteure ist die UN (UNEP) – unter ihrem Dach kommt ein Großteil der mulitlateralen Umweltabkommen zustande. Eine Übersicht über die Vielzahl mittlerweile bestehender internationaler Umweltabkommen bietet die Liste internationaler Umweltabkommen.

Vielen Schwellen- und Entwicklungsländern fehlen oftmals die nötigen Ressourcen für effektive Umweltschutzmaßnahmen. Globale Auflagen werden von diesen Ländern oft nicht akzeptiert. Sie argumentieren, dass die Industrienationen zum größten Teil für globale Umweltschäden verantwortlich sind. Bei lokalen Problemen, wie dem Einsatz akkumulativer Pestizide, fehlen oftmals bezahlbare Alternativen. So wird beispielsweise DDT in diesen Staaten trotz erwiesener Umweltgefahren weiterhin großflächig zur Insektenbekämpfung eingesetzt.

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Greenpeace Energy

Greenpeace-Energy-Logo

Greenpeace Energy eG ist der einzige bundesweite Stromversorger in Form einer eingetragenen Genossenschaft. Sitz der Genossenschaft ist in Hamburg. Sie trägt zwar den Namen Greenpeace in der Firmenbezeichnung, ist aber von der Umweltschutzorganisation wirtschaftlich und rechtlich unabhängig. Die Namensverwendung ist mit dem Greenpeace e. V. vertraglich vereinbart und soll aufzeigen, dass Greenpeace Energy die vom Greenpeace e. V. aufgestellten Qualitätskriterien für „sauberen Strom“ erfüllt. Als Gründungsmitglied hält der Greenpeace e. V. einen symbolischen Anteil von 55 Euro an der Genossenschaft.

Greenpeace rief 1998 die Initiative „Stromwechsel“ ins Leben. Dort konnten sich Verbraucher melden, die zu einem umweltfreundlichen Stromanbieter wechseln wollten. Während sich immer mehr Verbraucher bereit erklärten, den Stromanbieter zu wechseln, fand Greenpeace keinen Anbieter, der alle Kriterien erfüllte, welche die Umweltschutzorganisation aufstellte. Deshalb wurde 1999 die Greenpeace Energy eG gegründet, die einen Großteil des Stroms aus erneuerbaren Energien vermarktet. Die Bereiche Netzmanagement und Energieabrechnung werden nicht von Greenpeace Energy selbst, sondern von dessen Partnerunternehmen, den Stadtwerken Schwäbisch Hall, als Dienstleister übernommen.

Greenpeace Energy wählte bei der Gründung die Rechtsform einer eingetragenen Genossenschaft (eG). Ziel war es, von Banken und Großanteilseignern unabhängig zu sein und das Eigenkapital auf einer großen Basis von Anteilseignern aufzubauen, sowie möglichst günstigen Strom anbieten zu können. Daher wird gegenwärtig keine Rendite an die Anteilseigner ausgeschüttet (Stand: 2008).

Die Mitgliedschaft in der Genossenschaft ist formell abhängig vom Strombezug – laut Satzung, § 9, (1), f) kann ein Genossenschaftsmitglied, das „seinen Bedarf an elektrischer Energie nicht durch Lieferungen der Genossenschaft deckt“ ausgeschlossen werden. Dieses Recht seitens der Genossenschaft wird jedoch ausdrücklich nicht wahrgenommen, was unter anderem damit begründet wird, dass manche Genossenschaftsmitglieder den Strom von Greenpeace Energy nicht beziehen können. Es wurde daher überlegt, die Satzung zu ändern; bisher jedoch gilt die Satzung unverändert (Stand: September 2008). Ein Genossenschaftsmitglied muss mindestens einen und kann höchstens hundert Anteile von jeweils 55 Euro halten. Wie üblich bei Genossenschaften hat unabhängig von der Anzahl der Anteile jedes Mitglied nur eine Stimme auf der Gesellschafterversammlung. Auf diese Weise ist eine Übernahme oder eine Einflussnahme durch Großinvestoren ausgeschlossen. Nach eigener Aussage verfolgt die Genossenschaft explizit nicht das Ziel der Gewinnmaximierung.

Ab der Grenze von 1.500 Mitgliedern tritt eine Vertreterversammlung an die Stelle der Gesellschafterversammlung. Fünfzig von den Mitgliedern gewählte Vertreter vertreten dann die Rechte der Mitglieder. Da Greenpeace Energy deutlich mehr Mitglieder hat, werden alle vier Jahre Vertreter gewählt (die nächste Wahl ist 2009), die sich jährlich zur Vertreterversammlung treffen und über Anträge abstimmen und den Aufsichtsrat und Vorstand wählen bzw. entlassen und über ihre Entlastung abstimmen.

Greenpeace Energy arbeitet auf der Grundlage der „Greenpeace-Kriterien für sauberen Strom“. Die Festlegung dieser Kriterien erfolgte durch den Greenpeace e. V., eine Anpassung an die Marktgegebenheiten fand zuletzt im Januar 2008 statt.

Der Strom wird zu jeder Zeit entsprechend zum Verbrauch eingespeist. Dadurch kann sichergestellt werden, dass die Versorgung zu jeder Zeit ohne Strom aus Kern- oder Kohlekraftwerken auskommt (ohne Berücksichtigung der Netzverluste). Für die zeitgleiche Einspeisung muss immer eine Reservestrommenge vorgehalten werden um auch den Ausfall einzelner Anlagen kompensieren zu können.

Jedes Jahr wird die abgenommene Strommenge der seit dem Vorjahr angeschlossenen Kunden ermittelt. Diese Menge muss spätestens im fünften Folgejahr aus Neuanlagen ins deutsche Stromnetz gespeist werden die nicht älter als 5 Jahre sind, oder deren Bau der Stromversorger initiiert hat. Dadurch wird mehr Strom auf umweltfreundliche Art erzeugt, was einer der wichtigsten Punkte ist, der den Wechsel zu einem echten Ökostromanbieter sinnvoll macht, der dieses Kriterium auch anwendet.

Bis zur letzten Anpassung der „Greenpeace-Kriterien für sauberen Strom“ zum 1. Januar 2008 sahen diese vor, dass Greenpeace Energy spätestens nach fünf Jahren mindestens 1% der verkauften Strommenge aus Photovoltaikanlagen beziehen oder aus neu gebauten Photovoltaikanlagen ins Netz einspeisen musste, wobei auch hier die geförderten Tarife laut Erneuerbare-Energien-Gesetz in Anspruch genommen werden durften. Aufgrund der Entwicklung der Photovoltaikindustrie wurde vor dem Hintergrund des sehr erfolgreichen Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) beschlossen, dass eine zusätzliche Förderung der Photovoltaik durch einen Aufkauf von Solarstrom nicht mehr notwendig ist und das entsprechende Kriterium gestrichen.

Das Gesamtkonzept des Energieversorgers muss so ausgelegt sein, dass auch große Nachfragemengen langfristig bedient werden können.

Gewöhnlich bieten Stromanbieter nicht bundesweit den gleichen Preis an – dies erschwert den Preisvergleich und wird mit regional unterschiedlichen Durchleitungsgebühren der Netzbetreiber begründet. Greenpeace Energy bietet dagegen bundesweit (wenn die Versorgung überhaupt aufgenommen werden kann, was fast überall der Fall ist) denselben Preis an.

Gemeinsam mit dem hundertprozentigen Tochterunternehmen Planet energy GmbH betreibt Greenpeace Energy einige Kraftwerke. Weitere Kraftwerke befinden sich im Bau oder in Planung. Da sich Greenpeace Energy verpflichtet hat, die pro Jahr an eigene Kunden abgesetzte Strommenge spätestens nach fünf Jahren aus in dieser Zeit neu gebauten Kraftwerken zu beziehen, ist der Kraftwerksbau und -betrieb eine wichtige Säule in deren Geschäftstätigkeit.

Da Greenpeace Energy keinen ausreichend großen Kraftwerkspark besitzt, wird Strom zu einem großen Teil von weiteren Kraftwerken zugekauft, um die eigenen Kunden jederzeit versorgen zu können. Eine Liste aller dieser Kraftwerke ist auf der Website von Greenpeace Energy veröffentlicht. Der größte Teil wird aus Laufwasserkraftwerken zugekauft. 2007 ist eine größere Menge von Windkraftanlagen aus Dänemark hinzugekommen und die gesamten Gas-Kraftwerke, welche 2006 noch 24% am Strommix von Greenpeace Energy ausmachten, werden für die Belieferung der eigenen Kunden nicht mehr verwendet.

Greenpeace Energy nimmt nicht von allen Lieferantenkraftwerken den gesamten erzeugten Strom ab. Da es sich bei den Lieferantenkraftwerken zum überwiegenden Teil um Kraftwerke handelt, die Grundlast abdecken (Laufwasserkraftwerke) oder nicht steuerbar sind (Windkraftanlagen), kann die schwankende Nachfrage und Erzeugung nur durch ebenso schwankenden Zukauf aus den Grundlast-Kraftwerken ausgeglichen werden. Langfristig ist jedoch geplant, den Kraftwerkspark so auszubauen, dass die zeitgleiche Versorgung der Kunden gewährleistet werden kann, ohne den Ausgleich der Schwankungen Dritten überlassen zu müssen. Damit soll das Kriterium der Zukunftsfähigkeit nachhaltig erfüllt werden und es soll demonstriert werden, dass Stromversorgung ausschließlich auf Basis von erneuerbarer Energie möglich ist.

Greenpeace Energy legt Wert darauf, keinen Strom an der Strombörse zu kaufen und keine RECS-Zertifikate zu verwenden.

Um den Ausstieg aus der Kernkraft- und der kohlebasierten Elektroenergieerzeugung zu beschleunigen, setzte Greenpeace Energy anfangs noch in beschränktem Maße auf erdgasbetriebene KWK-Anlagen (Kraft-Wärme-Kopplung). Voraussetzung war jedoch, dass die Anlage einen energetischen Gesamtwirkungsgrad von mindestens 70% erreichte. Bei der Betrachtung der CO2-Bilanz wird oftmals übersehen, dass ein Kunde mit 100% Wasserkraft auch heizen muss und quasi auf der Wärmeseite CO2 produziert, welches auch im Kraft-Wärme-Kopplungs-Bereich produziert wird. Die gesamte Ökobilanz von der Kraft-Wärme-Kopplung (Strom + Heizen) liegt in etwa gleichauf mit einer 100% erneuerbaren Stromlieferung und zusätzlicher Heizung. Im Jahr 2007 wurde der KWK-Anteil im Strommix durch Windenergie ersetzt. Damit liegt der Anteil erneuerbarer Energien im Strommix von Greenpeace Energy seit 2007 bei 100%.

Durch Greenpeace Energy entstand die Initiative „Atomstromfreies Internet“. Hier werden Hoster vorgestellt, die ihre Server mit umweltfreundlich erzeugtem Strom betreiben.

Um Kindern die Herkunft des Stroms zu erklären, wurde die Website kabelsalat.tv eingerichtet.

Mit dem Carsharing-Anbieter cambio CarSharing wurde eine Kooperation vereinbart, wonach beide Anbieter Kunde des jeweils anderen wurden und die Kunden eines Anbieters bei dem jeweils anderen Vergünstigungen erhalten.

Die Kunden des Ökostromtarifs nova naturstroum des luxemburgischen Stromversorgers Cegedel werden von Greenpeace Energy beliefert, so dass auch in Luxemburg ein Strombezug über Greenpeace Energy möglich ist.

Die Greenpeace Energy eG gibt das Magazin „energy.aktuell“ heraus, welches unter anderem aktuelle Zahlen zum Unternehmen enthält und über (neue) bekannte Kunden und deren sonstigen Naturschutz-Bemühungen informiert; eine Referenzliste mit Geschäftskunden findet sich auf der Website.

Neben der Beteiligung bei der Genossenschaft sind auch Beteiligungen bei Projekten möglich. So können Genussscheine der „Planet energy GmbH“ erworben werden, Beteiligungen an der „Weserkraftwerk Bremen GmbH & Co. KG“ sind in Planung. Der Wiederaufbau des Weserkraftwerks wird zu jeweils 24,5% von der swb AG und Enercon finanziert. Die verbleibenden 51% sollen von Privatpersonen als „Bürgerbeteiligung“ aufgebracht werden.

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Umweltaktivist

Umweltaktivisten sind Menschen, die sich dem Umweltschutz und dem Kampf gegen die Umweltverschmutzung verschrieben haben. Dabei wenden sie auch Aktionen des Zivilen Ungehorsams an und riskieren häufig Geldstrafen, manchmal gar ihre körperliche Unversehrtheit. Für aufsehenerregende Umweltaktionen in diesem Sinne sind vor allem die Anti-Atomkraft-Bewegung sowie die Umweltorganisationen Greenpeace und Robin Wood bekannt.

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Source : Wikipedia