Graz

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Geschrieben von tron 05/03/2009 @ 04:07

Tags : graz, steiermark, österreich, ausland

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Graz

Wappen der Stadt Graz

Graz ist die Landeshauptstadt der Steiermark, zweitgrößte Stadt der Republik Österreich und bedeutende Universitätsstadt. Die Statutarstadt wurde im Jahre 2003 Kulturhauptstadt Europas und ist Menschenrechtsstadt sowie Träger des Europapreises. Die Altstadt ist UNESCO-Weltkulturerbe.

Graz liegt an beiden Seiten der Mur, wo diese ihren Durchbruch durch das Grazer Bergland beendet und in das Grazer Becken eintritt. Die Stadt füllt den nördlichen Teil des Grazer Beckens von Westen bis Osten fast vollständig aus und ist daher an drei Seiten von Bergen umschlossen, die das eigentliche Stadtgebiet um bis zu 400 m überragen. Nur nach Süden öffnet sich das Stadtgebiet ins Grazer Feld. Die höchste Erhebung in Graz ist der Plabutsch mit 754 m im Nordwesten der Stadt. Tiefste Stelle ist mit ca. 330 m dort, wo die Mur das Stadtgebiet nach Süden verlässt. Graz liegt rund 150 km südwestlich von Wien. Die nächstgelegene größere Stadt ist Marburg an der Drau (Maribor) in Slowenien, rund 50 km südlich von Graz. Die beiden Städte verbinden immer enger werdende kulturelle und wirtschaftliche Beziehungen. Die Euro-Region Graz-Maribor ist ein Beispiel dafür.

Das Stadtgebiet von Graz ist in 17 namentliche Stadtbezirke gegliedert.

Graz liegt im Bereich der gemäßigten Klimazone, ist jedoch bereits stark beeinflusst vom mediterranen Klima. Durch die Lage am Südostrand der Alpen ergibt sich eine gute Abschirmung gegenüber den in Mitteleuropa vorherrschenden Westwetterlagen. Größere Niederschlagsmengen dringen daher vorwiegend aus dem mediterranen Bereich vor. Von dort bringt auch der Föhn immer wieder das typische „Föhnwetter“ mit warmem Wind.

Durch die geschützte Lage ist das Klima so mild, dass z. B. in den Parkanlagen auf dem Schloßberg Pflanzenarten gedeihen, die üblicherweise erst einige hundert Kilometer weiter südlich anzutreffen sind. Der mediterrane Einfluss zeigt sich auch bei den jährlichen Sonnenstunden, die in Graz um einiges zahlreicher sind als etwa in Wien.

Allerdings hat die Beckenlage auch klimatische Nachteile: Besonders im Winter kommt es oft zu Inversionswetterlagen, die einen Luftaustausch im Grazer Becken verhindern und eine hohe Smog- und Feinstaubbelastung bewirken. Die ca. 140.000 Autos, die wochentags von auswärts nach Graz hineinfahren, tragen zusammen mit den von den Stadtbewohnern getätigten Autofahrten maßgeblich zur Feinstaubbelastung bei. In einer Expertise einer vom steirischen Gesundheitsreferat in Auftrag gegebene Studie finden sich erschreckende Zahlen über Erkrankungen und Mortalitätsraten in der Bevölkerung, die direkt mit Feinstaub zusammenhängen. Hierbei wurde ermittelt, dass der Feinstaub für ca. 40 vorzeitige Todesfälle pro Jahr in Graz verantwortlich ist. Außerdem wurde in dieser Studie der Individualverkehr als Hauptverursacher des Feinstaubs in Graz eruiert. In Graz wurde der Grenzwert von 50 µg/m3 2006 an 120 Tagen sogar um bis zum Dreifachen überschritten, hieße es dabei.

Das Gebirgsland nördlich von Graz auf beiden Seiten des engen Murtals besteht aus Kalk und Schiefer aus dem Paläozoikum.

Die Bevölkerungszahl von Graz überschritt etwa im Jahr 1870, in der sogenannten „Gründerzeit“, die 100.000er-Marke. In der Folge stieg die Einwohnerzahl bis in die 1970er-Jahre stetig an – teilweise durch natürlichen Zuwachs und Zuwanderung, teilweise durch die 1938 erfolgte Eingemeindung von Nachbarorten. Von Ende der 1970er Jahre bis 2001 verringerte sich die Zahl wieder, da viele Grazer in die Umlandgemeinden zogen. Obwohl in diesen Jahren die Zahl der Bewohner mit Hauptwohnsitz abnahm, gab es zeitgleich eine Zunahme an Bewohnern mit Zweitwohnsitz. Seit 2001 gibt es wieder eine Zunahme auch von Hauptwohnsitzbewohnern. 2005 hatten 38.472 Personen in Graz ihren Zweitwohnsitz, darunter viele der ca. 40.000 Studenten. Dazu kommen noch in Graz wohnende jüngere Werktätige, die ihren Hauptwohnsitz bei den Eltern außerhalb von Graz haben. Dies stellt Graz vor finanzielle Probleme, da die Stadt die Infrastruktur für alle in und um Graz wohnenden Menschen errichten und erhalten muss, vom Bund jedoch nur Geld für die Bewohner mit Hauptwohnsitz bekommt. Anderseits profitiert der Wirtschaftsstandort und die Bauwirtschaft von den meist jüngeren Zweitwohnsitzbewohnern . Graz hat einen Frauenanteil von 52 Prozent und 109.830 Haushalte.

Geschichtlich nachweislich ist eine Besiedelung des Gebietes um den Grazer Schloßberg bereits seit der Kupfersteinzeit (um 3000 v. Chr.). Funde von Steingeräten im Bereich der Sackstraße, welche um das Jahr 2000 v. Chr. datiert werden können, lassen darauf schließen, dass es eine Siedlung südlich des Schloßberges gegeben haben könnte.

Während der Urnenfelderkultur sind für die Grazer Gegend mehrere Befestigungen nachgewiesen. Die verschiedenen Volksstämme standen einander zwar zum Teil feindlich gegenüber, aber die Gesellschaft begann sich zu politisieren und zu spezialisieren.

Das Grazer Feld war in der römischen Kaiserzeit eine dicht besiedelte Agrarlandschaft, wie zahlreiche Funde beweisen. Die größte bekannte römische Anlage in der Steiermark befand sich im Bereich des heutigen Flughafens Graz-Thalerhof und wurde bei dessen Ausbau in den 1940er Jahren völlig zerstört. Auf Grazer Boden dürfte sich zwar keine römische Siedlung befunden haben, als Kontinuität aus der Antike ist hier aber ein lokaler Verkehrsweg erhalten geblieben, der im Mittelalter als „strata hungarica“ bekannt war (von Osten, aus Pannonien kommend, bei St. Leonhard in das Grazer Feld führend und weiter nach Westen die Mur überquerend und im Anschluss auf eine Römerstraße, die heutige Alte Poststraße, treffend).

Im 6. Jahrhundert drangen Slawen als Untertanen der Awaren in das dünnbesiedelte Land ein und ließen sich in den Regionen Krain, Kärnten und Steiermark nieder. Das Gebiet wurde nun Karantanien genannt. Slawen errichteten an diesem Ort später auch eine Burg („grad“ auf Altkirchenslawisch, Slowenisch und Kroatisch; „gradec“ bedeutet „kleine Burg“ auf Slowenisch). Daraus leitet sich der Ortsname ”Graz” ab, frühere Bezeichnungen der Stadt waren Grätz und Gratz. Die Slawen wurden ab dem 8. Jahrhundert von den Baiern und Franken christianisiert und allmählich assimiliert, die Awaren um das Jahr 800 von Karl dem Großen ausgeschaltet.

Schon um 900 fielen die Ungarn in das Gebiet der heutigen Steiermark ein und versuchten hier Fuß zu fassen. Fränkische und bayerische Grundherren, Adelige und Geistliche wurden vertrieben oder ermordet. Viele Orte wurden in Brand gesteckt und damit vernichtet.

Erst nachdem Otto der Große auf dem Lechfeld im Jahre 955, die Ungarn endgültig besiegte, konnte die bayerische Besiedlung des Gebiets weitergehen. Um weitere Angriffe von außen vorzeitig abwehren zu können, teilte der Kaiser die Randgebiete in eine Markenstruktur ein. Auf Grazer Gebiet erstreckte sich die Mark an der mittleren Mur.

Von 970 bis 1035 waren die Eppensteiner die Herren der Mark an der mittleren Mur. Ab dem Jahre 1035 übernahm das Geschlecht der Grafen Wels-Lambach die Markgrafenwürde für das steirische Gebiet (inkl. Graz), die Eppensteiner durften aber ihr Landeigentum (Karantanien) behalten. Nur 15 Jahre dauerte die Herrschaft der Wels-Lambacher, danach war dieses Geschlecht erloschen. Die Otakare aus dem Traungau, Traungauer genannt, folgten ihnen. Deren Sitz war in Steyr.

1122 war ein entscheidendes Jahr für die Steiermark. Die Eppensteiner starben aus und der Grundbesitz ging auf die Traungauer über. Zu dieser Zeit war aber das Grazer Gebiet noch nicht im Besitz der Traungauer, es gehörte von der Mur bis vor Sankt Ruprecht an der Raab dem Hochfreien Bernhard von Stübing, einem Enkel des Pfalzgrafen Aribo. Auf dem Schloßberg wurde durch seine Dienstmannen eine romanische Herrschaftsburg errichtet. Doch auch die zivile Stadt begann sich zu entwickeln; direkt unterhalb der neuen Burg, auf dem Gebiet des heutigen Freiheitsplatzes, wurde zwischen den Jahren 1125 und 1130 der dazugehörige Meierhof gegründet. Dies hatte zur Folge, dass auch ein eigenes Gewerbe- und Marktzentrum im Bereich der heutigen Sackstraße entstand. Dieser Gassenmarkt hatte eine Länge von ca. 180 Metern. Damit war für Graz der Grundstein gelegt, eine zentrale Rolle in der zukünftigen Steiermark einzunehmen. Die größere Bedeutung schlug sich auch darin nieder, dass es immer häufiger in Urkunden Erwähnung fand.

Auch die planmäßige Besiedlung des Grazer Beckens wurde in dieser Zeit begonnen.

Die erste Nennung dürfte sich auf einer undatierten Urkunde des Markgrafen Leopold befinden, mit der er seinem Ministerialen Rüdiger einige Güter bei Hartberg überließ, die nach dessen Tod an das Stift Rein fallen sollten. Diese Urkunde existiert nicht mehr im Original, es gibt nur noch eine Abschrift aus dem 15. Jahrhundert davon. Dieses Schriftstück dürfte erst im letzten Drittel des 12. Jahrhundert verfasst worden sein, doch der Inhalt ist auf 1128/29 zu datieren. Mündliche Zusagen erst viel später niederschreiben zu lassen war zu jener Zeit durchaus üblich. Die erste gesicherte Erwähnung von Graz stammt aus dem Jahre 1140, als Udalrich von Graz die Errichtung des Augustiner-Chorherren-Stiftes zu St. Marein an der Feistritz (heute: Abtei Seckau) durch Adalram von Waldeck in einem Dokument bezeugte.

Regalien, die bisher in diesem Gebiet dem König gehörten, wie die Berghoheit, Juden- und Münzregal, Maut- und Zollstätten, konnte Leopolds Sohn, Ottokar III., für das im Entstehen begriffene Land für sich gewinnen. Auch die Landgerichtsbarkeit ging auf ihn über. Mit der Annahme eines Hauswappens (Panther) und der Bezeichnung des Markgrafen als princeps (Fürst) in den Jahren um 1160 wurden auch die Äußerlichkeiten für eine abgeschlossene Landesbildung erfüllt, nachdem es ihm bis 1156 gelungen war, die Erben Bernhards von Stübing auszuschalten und das gesamte Grazer Gebiet der Aribonensippe abzunehmen. In die Zeit um 1160 fällt auch die Gründung des zweiten, großen Grazer Marktes auf dem Boden des heutigen Hauptplatzes, der damals aber bis zur Landhausgasse reichte.

Als Ottokar III. 1164 starb, schien alles dafür zu sprechen, dass dieser Aufschwung nur von kurzer Dauer sei, denn er hinterließ nur einen gerade einjährigen Sohn, Ottokar IV., für den seine Witwe Kunigunde die Regentschaft übernahm. Doch die Steiermark blieb eine Einheit. 1180 wurde durch Kaiser Friedrich Barbarossa das Land sogar zum Herzogtum erhoben.

Da Ottokar IV. kinderlos blieb und sich den Aussatz zugezogen hatte, nahm er Kontakt mit dem babenbergerischen Herzog Leopold V. auf. Sie trafen sich auf dem Georgenberg bei Enns und schlossen 1186 einen Erbvertrag, in welchem der Traungauer den Babenberger als seinen Erben bestimmte (vgl. Georgenberger Handfeste).

Um 1233 gibt es die ersten Aufzeichnungen, die von einer Ummauerung des Marktes sprechen. Die Grazer Ringmauer umschloss den Siedlungsbereich um den Markt und die unmittelbar daran anschließenden ältesten Vororte. Sie verlief vom Schloßberg zur heutigen Ursulinenkirche, lief entlang der Nord- und Murseite des Palais Attems und überquerte die Murgasse. Die Franziskanerkirche einschließend, zog sie an der Hinterseite der östlichen Häuserreihe im Kälbernen Viertel weiter, bis sie vor der Albrechtgasse schräg von der Mur abbog. Nun führte die Mauer entlang der Westseite des alten Joanneums zur heutigen Ecke Kalchberggasse/Schmiedgasse und hier entlang der Häuserfront Hans-Sachs-Gasse bis zum Tummelplatz. Die Ostmauer zog nun mitten durch den Häuserblock östlich des Bischofplatzes und ging hinter der östlichen Häuserzeile der Färbergasse weiter. Die Sporgasse wurde unterhalb der Stiegenkirche überquert und die Mauer zog sich zur unteren Burg in die Nähe des Uhrturms weiter.

Alle für eine Stadt notwendigen äußerlichen und rechtlichen Merkmale hatte Graz nun gesammelt: einen Markt, eine eigene Gerichtsbarkeit und eine Befestigung. Auch erste Vorstädte begannen sich zu entwickeln, also ein Gebiet um die Stadtmauern, das von der Stadt abhängig war. So erhielt Graz um 1245 auch sein Wappen, das an das steirische angelehnt war: In Grün ein aufrecht nach rechts schreitender, silberner, goldbewehrter, mit einer goldenen, dreiblättrigen Laubkrone gekrönter Panther ohne Hörner, aus dessen Leibesöffnungen rote Flammenzungen schlagen.

1379 wird Graz Residenz der Habsburger – die Habsburger wohnten in der Grazer Burg und regierten von dort aus Innerösterreich, zu dem die Steiermark, Kärnten und Teile des heutigen Italiens (Triest und Inneristrien) und Sloweniens (Krain und die Untersteiermark) gehörten. Graz bleibt (neben Wien und Innsbruck) bis ins Jahr 1619 habsburgische Residenzstadt.

Bereits 1573 wurde eine dreiklassigen Lateinschule in Graz als „Archiducale Gymnasium Soc. Jesu Graecensis“ gegründet. 1585 wurde die erste Universität von Erzherzog Karl II. von Innerösterreich gegründet. 1586 wurde die Lateinschule (das spätere Akademische Gymnasium am Tummelplatz) der neuen Universität zu Graz angegliedert, Gesamtname: „Academia, Gymnasium et Universitas“. Sie wurde aber schon im selben Jahr an die Societas Jesu übergeben mit dem Ziel, allen sozialen Schichten eine elitäre Ausbildung angedeihen zu lassen. Zu dieser Zeit prägten italienische Künstler und Baumeister das Bild der Stadt. Einer der bekanntesten Bauten ist das Landhaus, das im Renaissancestil erbaut wurde. Hier tagten die steirischen Landstände. Von 1594 bis 1600 lehrte Johannes Kepler an der Stiftsschule. Diese Hochschule war das protestantische Gegenstück zur Universität Graz.

Die Türken erreichten bei ihren Kriegszügen immer wieder das Gebiet von Graz. 1619 übersiedelte der gesamte Hofstaat nach Wien.

Am 10. April 1797 rückte erstmals ein französisches Korps in Graz ein. Am 12. April 1797 folgte General Bonaparte und sein Generalstab. Er bezog Quartier im Stubenbergschen Haus (Herrengasse 13). Zwei Tage später reiste er in sein Hauptquartier in Göß bei Leoben ab. Seine Truppen verließen Graz nach achtzehntägigem Aufenthalt und empfindlichen Requisitionen. Am 14. November 1805 begann die zweite Besetzung durch die Franzosen unter General Marmont, die erst am 11. Jänner 1806 mit dem Abzug der französischen Truppen aus Graz zu Ende ging.

Am 30. Mai 1809 kam es zum dritten Einmarsch der französischen Truppen unter General Macdonald. Graz, als offene Stadt, wurde kampflos übergeben, die Festung auf dem Schloßberg auf Befehl Erzherzog Johanns, des Befehlshabers der Südarmee, durch Major Franz Hackher zu Hart und rund 800 Mann verteidigt. Ab 13. Juni 1809 ließ der französische General Broussier die Festung aus drei Batterien beschießen. Am 15. Juni 1809 rückten Kroaten unter Banus Giulaj an und begannen Gefechte mit den Franzosen. Am 21. Juni 1809 zogen die Franzosen ab, um Graz am 27. Juni 1809 durch die Generäle Broussier und Marmont neuerlich zu besetzen. Am 24. Juli 1809 wurde durch den Waffenstillstand von Znaim vertraglich der Abzug der österreichischen Besatzung der Festung am Schloßberg erzwungen. Im Friedensvertrag von Schönbrunn wurde im Oktober die Schleifung der Festung vereinbart, am 15. November 1809 begannen die Sprengungen. So blieb der Schloßberg bis zu seiner Schleifung uneingenommen. Die Grazer Bürger kauften um 2987 Gulden und 11 Kreuzer (nach heutigem Wert ca. 87.000 Euro) den Uhrturm (das heutige Wahrzeichen) sowie den Glockenturm von der Zerstörung durch die französische Mineure frei. Am 4. Jänner 1810 zogen schließlich die französischen Truppen ab und hinterließen einen weitgehend demolierten Berg. Der bis dahin kahle Schloßberg wurde im Lauf des 19. Jahrhundert ebenso wie das Glacis vor den ehemaligen Stadtmauern in einen Park umgewandelt.

Nach dem Abzug der französischen Armee begann in Graz das Aufräumen und Aufwachen: Kulturelles Leben, wirtschaftliche Initiativen und neue technische Errungenschaften prägten die schnelle Entwicklung der Stadt bis zum Ende der Monarchie. In dieser Gründerzeit entstanden bedeutende Wirtschafts- und Industrieunternehmen, Josef Körösi begründet die heutige Andritz AG, Johann Puch beginnt eine Fahrradproduktion aufzubauen, durch die Entwicklung der Eisenbahn wurde Graz zu einem wichtigen Verkehrsknoten an der Südbahn, Ende der ungarischen Westbahn und Ausgangspunkt der Graz-Köflacher Eisenbahn. Erzherzog Johann setzte bedeutende, nachhaltige Impulse durch Gründung der technischen Hochschule, des steiermärkischen Landesmuseums, der Landesbibliothek, u.s.w. Kommunale Einrichtungen wie Wasserversorgung, Kanalisation, städtischer Schlachthof und die Pferdestraßenbahn nach Mariatrost werden gebaut. Die innerstädtischen Friedhöfe werden aufgelöst und der Grazer Zentralfriedhof entsteht. Die Stadtmauer und das Glacis werden aufgelassen, an ihrer Stelle entsteht der Grazer Stadtpark und der zertrümmerte Schloßberg wird begrünt, Graz blüht im wahrsten Sinne des Wortes auf.

Am 12. November 1918 verkündete Ludwig Oberzaucher, Sozialdemokrat, vom Balkon des Schauspielhauses vor einer großen Menschenmenge am Freiheitsplatz die Proklamation der Republik. Im Mai 1919 gab es die erste Wahl zur Gemeindevertretung, bei der der Sozialdemokrat Vinzenz Muchitsch Bürgermeister wurde, und es bis zu seiner gewaltsamen Absetzung 1934 auch bleiben sollte.

Der Friedensvertrag von Saint-Germain-en-Laye, unterzeichnet am 10. September 1919, bestimmte, dass die Untersteiermark an den neu geschaffenen jugoslawischen Staat abgetrennt wurde, jedoch die von Jugoslawien ebenfalls beanspruchten Gebiete um Soboth und Radkersburg bei Österreich verblieben. Somit verlor die Steiermark ein Drittel ihres Gebiets. Dies war ein großer Schlag für Graz, denn es bedeutete, dass es nun endgültig von einer Binnenstadt eines Großstaates zur Grenzstadt eines Kleinstaates degradiert und von vielen wichtigen Versorgungsgebieten abgeschnitten wurde.

Zwischen 1931 und 1932 wurde das Grazer Krematorium nach Plänen des Architekten Erich Boltenstern als erstes in der Steiermark errichtet.

Bereits am 24. Februar 1938 waren Tausende Nationalsozialisten in Demonstrationszügen durch die Grazer Innenstadt gezogen, obwohl deren Partei im Austrofaschismus verboten war. Im Zuge des „Anschlusses“ übernahmen die lokalen Nationalsozialisten bereits vor dem Eintreffen der deutschen Truppen am Flughafen Thalerhof die Kontrolle in der Stadt und mit Einverständnis des Bürgermeisters die Straßen und das Rathaus mit Hakenkreuzfahnen zu beflaggen, was der Stadt die Bezeichnung als „Hochburg des Nationalsozialismus“ eintrug. Auch die Studenten der Grazer Universitäten beteiligten sich an den Aufmärschen und waren in großer Zahl Mitglieder von SA und SS. Sie begrüßten dann auch die Vereinigung mit dem Deutschen Reich und schlugen vor, dass die Hochschule in „Adolf-Hitler-Universität“ umbenannt werden sollte. Die Grazer Universitäten waren in ihrem Verständnis der südöstliche Vorposten der deutschen Wissenschaft, „Wegbereiter des Deutschtums“ und ein „Bollwerk gegen die Gefahr aus dem Osten“.

Unmittelbar nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten wurden Vertreter der anderen Parteien verhaftet, sowie etwa 2.400 Grazer, die gemäß den Nürnberger Gesetzen als Juden galten, verfolgt, ihres Eigentums beraubt, zur Emigration gezwungen oder nach Wien deportiert. Die Zeremonienhalle und die Synagoge wurden im November 1938 zerstört. Im März 1940 galt die Steiermark als „judenrein“. Anlässlich einer Feier am 25. Juli 1938, in der die steirischen Nationalsozialisten mit dem Motto „Und ihr habt doch gesiegt“ der Putschisten des Jahres 1934 gedachten, verlieh Hitler der Stadt den Titel „Stadt der Volkserhebung“.

Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten in Österreich entstand Groß-Graz mit der Eingemeindung von Liebenau, St. Peter, Waltendorf, Ries, Maria Trost, Andritz, Gösting, Eggenberg, Wetzelsdorf und Straßgang.

Während des Zweiten Weltkrieges wurden in Graz 16 % der Gebäude zerstört und 1788 Einwohner starben bei den Angriffen, die vor allem in den Jahren 1944/45 stattfanden. Die Altstadt blieb weitgehend von Bombenangriffen verschont, nur der Bereich Tummelplatz wurde schwer getroffen – darunter auch die Oper. Hauptziele der Angriffe waren der Hauptbahnhof sowie die großen Industrieanlagen im Westen und Süden der Stadt. Bedingt durch die hohe Zahl der Fehlabwürfe wurden die Gebiete um die Hauptziele schwer in Mitleidenschaft gezogen. Wegen der von Zwangsarbeitern in den Schloßberg gegrabenen weitläufigen Luftschutzstollen blieb die Zahl der Bombentoten, in Relation zur Schwere der Angriffe, gering. 1945 zogen sowjetische Truppen, später britische Truppen in Graz ein, die bis 1955 blieben.

Der steirische herbst wurde 1968, die Styriarte 1985 das erste Mal ins Leben gerufen. Seitdem finden diese für Graz kulturell bedeutenden Festivals jedes Jahr statt. Neue Brücken wurden erbaut und 1972 die erste Fußgängerzone eröffnet. Ende der 80er Jahre entwickelte sich Graz zu einem Tor nach Südost. 1988 wurde Puntigam zum eigenen Bezirk erhoben und die Stadt erhielt ihre heutige Größe von 17 Bezirken. 1993 wurde Graz von Greenpeace mit dem Klimaschutzpreis ausgezeichnet. Im gleichen Jahr richtete Graz nach dem Auftrag der Kulturminister der Europäischen Union den „Europäischen Kulturmonat“ aus.

1999 wird die Grazer Altstadt zum Weltkulturerbe erklärt. In der Verantwortung für die Generationen wurde Graz 2001 zur ersten Menschenrechtsstadt in Europa. 2002 wird die Stadt unter 140 Bewerbern mit dem Projekt „Ökodrive“ mit dem „Climate Star“ ausgezeichnet. Im Jahr 2003 wurde Graz Kulturhauptstadt Europas. Es war eines der größten Kulturprojekte, das es in Österreich je gegeben hat. Es wurde versucht, Graz mit all seinen Qualitäten in den Mittelpunkt der europäischen Aufmerksamkeit zu stellen. Über 100 Projekte und über 6000 Veranstaltungen aus allen Bereichen der Kultur wurden dem Publikum vorgestellt. Die Murinsel mit Amphitheater, Playground und Café wurde gebaut, das Kunsthaus wurde errichtet, ein eigenes Kunsttaxi geschaffen und eine ganze Reihe Ausstellungen eröffnet. Das übergeordnete Motto für die Veranstaltungen lautete: Graz darf alles! 2006 trat Graz der UNESCO Städtekoalition gegen Rassismus bei.

Graz ist eine Statutarstadt. Das bedeutet, dass die Gemeindeorganisation durch ein eigenes Landesgesetz (Statut der Landeshauptstadt Graz aus dem Jahr 1967) geregelt wird und die Gemeindeorgane (insbesondere der Magistrat) neben den üblichen Aufgaben einer Gemeinde auch die der Bezirksverwaltungsbehörde übernehmen. So finden auch die Grazer Gemeinderatswahlen nicht zusammen mit jenen der übrigen steirischen Gemeinden statt. Weiterhin ist Graz der Sitz des Steirischen Landtages (im Landhaus), der Steirischen Landesregierung und aller Landesbehörden, der Bezirksverwaltungbehörde Graz-Umgebung, der Wirtschafts-, Landwirtschafts- und Arbeiterkammer Steiermark, der Bundespolizeidirektion Graz, des Oberlandesgerichtes, der Sicherheitsdirektion, der Finanzlandesdirektion und des AMS.

In den letzten Jahrzehnten wartete die Grazer Kommunalpolitik mit einigen Besonderheiten auf. Das in Graz traditionell politisch starke deutschnationale Lager, vertreten durch die FPÖ, bekam überdurchschnittlich viele Wählerstimmen und stellte zwischen 1973 und 1983 mit Alexander Götz den Bürgermeister der Stadt. Danach fiel die FPÖ auf wenige Mandate zurück. Zur gleichen Zeit war Graz die erste Großstadt in Österreich, in der die Grünen – als Alternative Liste Graz (ALG) – in den Gemeinderat einzogen (1983). Nachdem in der folgenden Periode die Mehrheitsverhältnisse nicht so eindeutig waren, haben sich die Zeit zwei Bürgermeister aufgeteilt, zuerst Franz Hasiba von der ÖVP und anschließend Alfred Stingl von der SPÖ, der anschließend das Amt bis 2003 bekleidete. In der nächsten Periode war die kommunalpolitische „Besonderheit“, dass die KPÖ mit über 20 % der Stimmen die drittstärkste politische Kraft in Graz wurde. Dies wurde vor allem dem sozialen Engagement des ehemaligen KPÖ-Spitzenkandidaten und Gemeinderates Ernest Kaltenegger zugeschrieben. Nachdem Kaltenegger für die KPÖ-Steiermark bei den Landtagswahlen 2005 antrat und in den Landtag einziehen konnte, verließ er den Grazer Gemeinderat.

Die letzten Gemeinderatswahlen fanden am 20. Jänner 2008 statt. Die ÖVP unter ihrem Spitzenkandidaten Siegfried Nagl konnte ihren ersten Platz verteidigen und den Vorsprung auf die politischen Mitbewerber sogar leicht ausbauen, sie erreichte beinah doppelt so viele Stimmen wie die zweitstärkste Partei, die SPÖ. SPÖ und KPÖ erlitten schwere Verluste, die zumindest bei der KPÖ nach dem Abgang ihres Spitzenpolitikers Kaltenegger in die Landespolitik von einigen Beobachtern erwartet worden waren. Das schwache Abschneiden der SPÖ kam hingegen überraschend, ihr waren bis zu 30 % der Stimmen vorausgesagt worden. Die FPÖ konnte nach heftig umstrittenen Äußerungen ihrer Spitzenkandidatin bezüglich des Islam in Österreich ebenso wie das BZÖ einen Erfolg verbuchen, größter Wahlsieger waren jedoch die Grünen, die ihre Mandate verdoppeln konnten. Insgesamt kam es zu einer Mandats- und Mehrheitsverschiebung von Rot-Rot-Grün zu Schwarz-Blau-Orange.

Die Grazer Altstadt wurde 1999 wegen ihres Erhaltungszustandes und weil ihre geschichtliche Entwicklung im Altstadtbild ablesbar ist, zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt. Diese Auszeichnung bedeutet auch die Verpflichtung, das historische Erbe mit seinem Bauensemble von der Gotik bis zum 21. Jahrhundert zu erhalten und neue Architektur harmonisch einzufügen.

Die meisten der Grazer Sehenswürdigkeiten sind in der Altstadt. Diese bedeckt die gesamte Innere Stadt, geht aber noch über die Bezirksgrenzen hinaus. Im Kern liegt der Schlossberg der zwischen ca. 1125 - 1809 eine Festung war. Da sie nie eingenommen wurde steht sie im Guinness-Buch der Rekorde als stärkste Festung aller Zeiten. Am Schlossberg sind noch einige Festungsanlagen und Bauwerke erhalten geblieben. Unter ihnen das Wahrzeichen von Graz, der Uhrturm von 1570. Am Fuße des Schlossberges liegt die Grazer Stadtkrone. Sie wird durch den gotischem Dom (Domkirche St. Ägidius), dem Mausoleum und Katharinenkirche aus dem 17. Jahrhundert, der alten Jesuiten Universität und der Grazer Burg gebildet. Besonders zu erwähnen ist das Landplagenbild am Dom. Die Grazer Burg ist eine ehemalige Habsburger Residenz mit der gotischen Doppelwendeltreppe von 1499. Am Hang des Schlossberges verläuft die Sporgasse, eine Einkaufs- und Cafestraße. In dieser Gasse finden sich auch einige Sehenswürdigkeiten, unter anderem das Palais Saurau, die Stiegenkirche, die Mittelalterliche Hofstättenanlagen und der Deutschordenshof. Ähnlich wie die Sporgasse ist die Sackstraße (Graz). Hier findet sich das Kaufhaus Kastner & Öhler, das Palais Attems, das Palais Herberstein in dem sich die Neue Galerie befindet, das Palais Khuenburg in dem sich das Stadtmuseum befindet und der Schlossbergplatz. Von diesem aus führt der „Kriegssteig“ auf den Schlossberg, weiterhin liegt hier auch ein Eingang in die Schlossbergstollen. Diese Stollen waren in den Weltkriegen als Bunker angelegt worden. Heute befinden sich in ihnen unter anderem die Veranstaltungshalle „Dom im Berg“ und die Märchengrottenbahn. Die Sporgasse sowie die Sackstraße beginnen am Hauptplatz. An diesem zentralen Ort der Stadt steht das Rathaus und der Erzherzog-Johann-Brunnen. Zwischen Hauptplatz und dem zweiten zentralen Platz, dem Jakominiplatz ist die Herrengasse, eine barocke Prunkstraße. Hier steht das Landhaus mit dem Renaissancearkadenhof, das Landeszeughaus mit der größten mittelalterlichen Waffensammlung der Welt, das „Gemaltes Haus“ und die Stadtpfarrkirche. Der Name der Glacisstraße erinnert noch an die einstige Stadtbefestigung von Graz. Die Stadtmauer lässt sich noch an manchen Stellen erkennen und es sind noch zwei Stadttore erhalten geblieben, das Burgtor und das Paulustor. Auf Teilen des ehemaligen Glacis wurden durch den Grazer Bürgermeister Moritz Ritter von Franck ein Park begründet, dieser große Park ist heute der Stadtpark. In der Nähe des Stadtparks ist die Grazer Oper, das zweitgrößte Opernhaus Österreichs das von dem Wiener Architekturbüro Büro Fellner & Helmer Ende des 19. Jahrhundert erbaut wurde. Direkt neben dem Opernhaus steht das Lichtschwert. Auch das Schauspielhaus, welches 1776 eröffnet wurde, befindet sich in der Altstadt. Die Franziskanerkirche, die zweitgrößte Kirche von Graz ist am Ufer der Mur zu finden. In direkter Nähe sind die modernen Gebäude Murinsel und das Kunsthaus. Weiterhin sind die Hauptgebäude der Karl-Franzens-Universität, der Technische Universität und der Universität für Musik und darstellende Kunst, sowie die Leechkirche, die älteste Kirche in Graz (1202), und das Landesmuseum Joanneum in der Altstadt. Unweit der Karl-Franzens-Universität befindet sich der Botanische Garten.

Die meistbesuchte Sehenswürdigkeit von Graz befindet sich nicht in der Grazer Altstadt sondern am westlichen Stadtrand: der Park des Schloss Eggenberg mit jährlich über 1 Million Besuchern. Es ist ein Englischer Landschaftsgarten, in dem Pfaue frei herumlaufen. Das Schloss ist die bedeutendste barocke Schlossanlage der Steiermark. Seine Anfänge reichen bis ins Mittelalter zurück und es wurde ab 1625 im Auftrag Johann Ulrichs von Eggenberg (1568–1634) erweitert. Architekten waren wahrscheinlich Pietro de Pomis und Laurenz van der Sype. Unweit dieses Schlosses befinden sich die Burgruine Gösting. eine Burg im Norden der Stadt, die das Murtal nördlich von Graz kontrollierte. 1723 durch Blitzschlag zerstört und heute als Ruine ein beliebtes Ausflugsziel. Nach der Zerstörung erbauten die Grafen Attems als neuen Sitz das schlichte Barockschloss Gösting.

Auch eine Reihe wichtiger Kirchenbauten befinden sich außerhalb der Altstadt. Darunter die größte Kirche von Graz die Herz-Jesu-Kirche, die Leonhardkirche und die Wallfahrtsorte Mariatrost und Mariagrün.

Die größte Jugendstilanlage Österreichs befindet sich im Osten der Stadt, das LKH-Universitätsklinikum Graz. In dessen Nähe findet man auch die Rettenbachklamm, eine ganzjährig begehbare Klamm im Stadtgebiet.

In Graz gibt es wie in den meisten Städten im katholisch geprägten Österreich eine Fülle an Kirchen. Die älteste Kirche von Graz ist die Leechkirche, deren Ursprünge in das Jahr 1202 zurückgehen. Sie liegt im Bezirk Geidorf nahe der Universität und wird inzwischen als Universitätskirche genutzt. Die höchste Kirche ist die im neugotischen Backsteinstil erbaute Herz Jesu Kirche. Sie ist mit 109,6 m die dritthöchste Kirche Österreichs und das höchste Gebäude von Graz. Im gleichem Bezirk befindet sich die 1361 erstmals urkundlich erwähnte Pfarrkirche St. Leonhard. Der Grazer Dom, das kunst- und kulturhistorisch bedeutendste Sakralbauwerk in Graz, wurde unter Friedrich III. im 15. Jahrhundert errichtet und war Hofkirche der römisch-deutschen Kaiser. Direkt neben dem Dom befindet sich das Mausoleum Kaiser Ferdinands II., das eines der bedeutendsten Gebäude aus der Übergangszeit von Renaissance zu Barock in Österreich darstellt. Zusammen bilden die beiden Kirchen die so genannte Stadtkrone von Graz. Die Grazer Stadtpfarrkirche ist die einzige Kirche der Welt in der Hitler und Mussolini abgebildet sind, da sie von einem Künstler, dessen Werk im dritten Reich als entartet galt und der die zerstörten Fenster nach dem Zweiten Weltkrieg neu gestalten sollte, unter den Peinigern Jesu abgebildet wurden. In der Innenstadt hat sich auch seit dem 13. Jahrhunderts ein Franziskanerkloster erhalten. Im Stadtteil Mariatrost gibt es zwei Wallfahrtskirchen: die Basilika Mariatrost, von der der Stadtteil seinen Namen hat und die als wichtigste Barockkirche der Steiermark gilt, sowie die Mariagrüner Kirche.

Die größte evangelische Kirche in Graz ist die 1824 erbaute Heilandskirche.

Graz besitzt auch eine Synagoge, die auf den Grundmauern einer 1938 beim Novemberpogrom niedergebrannten Synagoge errichtet wurde.

Graz war während der Monarchie ein beliebter Adelssitz. Deswegen gibt es in Graz viele Schlösser und Palais. Das bekannteste ist Schloss Eggenberg, die wichtigste barocke Schlossanlage in der Steiermark. Im Schloss ist heute die Alte Galerie untergebracht. Der angeschlossene Schlosspark ist mit über einer Million Besuchern jährlich die meistbesuchte Sehenswürdigkeit in Graz. Eine weitere wichtige Schlossanlage ist die Grazer Burg, eine ehemalige Residenz der Habsburger, die heute als Sitz der Steiermärkischen Landesregierung dient. Die meisten Grazer Schlösser werden heute von der öffentlichen Hand genutzt. So ist im Meranpalast, dem ehemaligen Stadtsitz Erzherzog Johanns, heute die Kunstuniversität Graz untergebracht. Im Palais Herberstein befindet sich die Neue Galerie, im Jagdschloss Karlau eine Strafvollzugsanstalt, im Schloss St. Martin ein Volksbildungsheim, und im Jagdschloss Lustbühel ein Kindergarten sowie eine Musterlandwirtschaft. Im Palais Attems schließlich befinden sich Büros der Festivals Styriarte und Steirischer Herbst sowie der Literaturzeitschrift manuskripte. Das Messeschlössel und das Palais Thienfeld gehören auch der öffentlicher Hand, wobei Ersteres leer steht und im Letzteren seit kurzem das Haus der Architektur untergebracht ist. Weitere Schlösser in Graz sind das Meerscheinschloss, das Plabutscher Schloss, das Schloss Liebenau, das Schloss Waltendorf, das St. Veiter Schloss, das Palais Saurau (mit dem „stürzenden Türken“ und einem Renaissanceinnenhof) und das barocke Schloss Gösting.

Das Stadtbild der inneren 6 Stadtbezirke ist, wie für eine mitteleuropäische Stadt typisch, vor allem durch eher niedrige, gleichmäßige Verbauung sowie durch zahlreiche Sakralbauten geprägt. Die restlichen Bezirke von Graz sind geprägt von den Baustilen der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Abgesehen von der Altstadt lässt sich an den vorherrschenden Baustilen der Stadtteile sehr gut die Epoche, in denen sie ihren größten Ausbau und Bevölkerungszuwachs erfuhren, erkennen. So werden die direkt an die Altstadt angrenzenden inneren 6 Stadtbezirke vom Baustil der Gründerzeit, dem Historismus, geprägt. Ganze, bisher vorstädtisch geprägte Stadtviertel, wurden mit mehrgeschossigen Zinshäusern, die reichen Fassadenstuck aufweisen, verbaut. Für die neu entstandene Klasse der Großindustriellen entstanden auch mehrere vornehme Villenviertel. In der Zwischenkriegszeit war die Bautätigkeit aufgrund der schwierigen wirtschaftlichen Lage gedämpft. Trotzdem gelang es der Stadt Graz einige Wohnsiedlungen und öffentliche Gebäude zu bauen, ansonsten aber wurde in diesen Jahren wenig errichtet. Die stärkste Veränderung des Stadtbildes wurde in den Zeit zwischen 1950 und 1980 vollzogen, da die vielen kriegszerstörten Häuser oft mit Hochhäusern ersetzt wurden und zugleich die Wohnungsnot mit dem Bau von großen Hochhaussiedlungen in den Außenbezirken bekämpft wurde. Außerdem wurden auch weite Teile der Außenbezirke von Graz mit einem Teppich aus Einfamilienhäusern verbaut. Das Bauerbe des Historismus wurde in der Nachkriegszeit als geschmacklos empfunden, und bei vielen Häusern wurden die Stuckfassaden abgeschlagen, auch wenn sie den Krieg unbeschädigt überstanden hatten. Dies geschah vor allem in jenen Stadtteilen, die der Bombenkrieg stark in Mitleidenschaft gezogen hatte. In den Stadtteilen Geidorf und St. Leonhard, die den Bombenkrieg fast unbeschädigt überstanden hatten, gibt es aber noch ganze Viertel mit Häusern deren Fassadenstuck intakt ist. 1972 wurde die Altstadt unter Schutz gestellt, um den geplante Abriss von ganzen Häuserzeilen zu verhindern. 1974 wurde ein Hochhausbauverbot für die gesamte Stadt verordnet, als Reaktion auf den oft unsensiblen Umgang der Investoren mit dem Stadtbild. Weiterhin wurden auch Teile der Außenbezirke als Grüngürtel unter Schutz gestellt, und die Bebauungsdichten im gesamten Stadtgebiet wurde drastisch gesenkt. Während die Unterschutzstellung der Altstadt und des Grüngürtels heutzutage als großer Erfolg gewertet werden, wurde das Hochhausverbot und die niedrigen Bebauungsdichten inzwischen teilweise revidiert. Die Stadtplaner hatten erkannt, dass Zersiedlung ein großes Problem darstellt; daher ist der Bau von Hochhäusern in mehreren Gebieten außerhalb der Altstadt und der Gründerzeitviertel wieder erlaubt.

Das Bild der Grazer Altstadt wird nicht nur durch eine Vielzahl von Baudenkmälern geprägt, sondern auch durch die besondere Einheit von Stadtorganismus und Schloßberg. Neben dieser besonderen Topographie war die gute Erhaltung und Geschlossenheit der Altstadt mit ihrer vielschichtigen Bausubstanz Teil der Begründung für die Aufnahme in die Liste des UNESCO-Weltkulturerbes.

1965 entstand die „Grazer Schule“. 2003 bestärkte Graz als Kulturhauptstadt Europas seinen Ruf mit mehreren neuen Bauten - Stadthalle, Kindermuseum, Helmut-List-Halle, Kunsthaus und Murinsel waren und sind vielbeachtete Highlights. Letztere knüpfen, obwohl nicht von heimischen Architekten und Künstlern, in ihrer Formgebung an die Grazer Schule an. Das neueste Projekt ist Rondo.

Mehrere neue Hochhäuser sind im Planungsstadium, wobei derzeit (Juli 2008) nur ein 15 stöckiges Bürogebäude mit 60 Meter Höhe spruchreif ist. Baubeginn für dieses Gebäude, welches als Zentrale des Styria Medienkonzerns dienen wird, ist 2009. Die Styria Zentrale wird gegenüber der Stadthalle errichtet. Im Planungsstadium befinden sich derzeit zwei weitere Gebäude deren exakter Baubeginn noch nicht feststeht. Dies sind ein 20 stöckiges Hotel- bzw. Bürogebäude an der Osteinfahrt in Liebenau (Graz) und ein 24 stöckiges Hotel- bzw. Bürogebäude beim Ostbahnhof.

Derzeit gibt es in Graz 228 Häuser, welche als Hochhaus definiert sind. In Graz gilt ein Gebäude als Hochhaus, wenn der Fußboden mindestens eines Aufenthaltsraumes mehr als 22 m über der Geländeoberfläche liegt. Hochhäuser unterliegen strengeren Brandschutzbestimmungen, weil die meisten Drehleitern der Grazer Berufsfeuerwehr nur für Gebäude bis 22 Meter Höhe geeignet sind.

70% der Stadtfläche von Graz werden von Grünflächen eingenommen, wobei einen großen Teil dieser Flächen die Gärten der zahlreichen Einfamilienhäuser ausmachen. Der Grüngürtel, der unter besonderem Schutz steht, nimmt den ganzen westlichen, nördlichen und östlichen Stadtrand ein. Sehr beliebt als Ausflugsziele im Grüngürtel sind die Platte, der Leechwald und der Plabutsch. Es gibt zahlreiche Parkanlagen in Graz. Neben dem Stadtpark, dem größten Park in Graz, sind auch noch Volksgarten, Augarten, Schlosspark Eggenberg, Eustacchio Naturpark und Burggarten nennenswert. Auch der Schloßberg wurde nach der Schleifung der Burg im 19. Jahrhundert begrünt und dient heute als Erholungsraum.

Die Berge, die das Grazer Becken von Westen bis Nordosten umschließen (Buchkogel, Plabutsch, Hohe Rannach, Leber, Platte, Lustbühel), laden zu kurzen Spaziergängen oder auch ausgedehnten Wanderungen ein und bieten schöne Ausblicke auf die Stadt; zudem sind sie vom Zentrum aus leicht mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar. Das nordöstlich anschließende Grazer Bergland − das sich vom Grazer Hausberg Schöckl (1445 m) bis hin zum Hochlantsch (1720 m) erstreckt − erweitert diese Möglichkeiten nochmals um sehenswerte Klammen und Höhlen.

Für historisch Interessierte bieten sich Tagesausflüge zum Österreichischen Freilichtmuseum im wenige Kilometer nördlich der Stadt gelegenen Stübing oder beispielsweise das Bundesgestüt Piber an, in dem die Lipizzaner der Spanischen Hofreitschule in Wien gezüchtet werden.

Im Großraum Graz finden sich auch Kirchen die von österreichischen Künstlern neu gestaltet wurden. In Bärnbach die Sankt Barbara (auch bekannt als Hundertwasserkirche) von Friedensreich Hundertwasser und im Vorort Thal bei Graz die St. Jakob Kirche mit dem Zubau und Ausstattung von Ernst Fuchs. In Bärnbach wurde auch ein Brunnen von Ernst Fuchs gestaltet.

Die Stadt Graz hat als internationales Kulturzentrum eine Jahrhundert alte Tradition. Die Stadt lag und liegt an einem Schnittpunkt europäischer Kulturen. Durch die Rolle als Hauptstadt von Innerösterreich (ab 1379) gewann die Stadt größeren Einfluss im Alpen-Adria-Raum. Die romanischen und slawischen Einflüsse sind bis heute spürbar und vor allem durch die Bauwerke der Altstadt auch gut sichtbar. 1993 fand in Graz der Europäische Kulturmonat statt. Am 1. Dezember 1999 wurde Graz für seine Altstadt von der UNESCO in die Liste der Weltkulturerbe aufgenommen. 2003 war Graz Kulturhauptstadt Europas.

Die österreichische Filmproduktion spielte sich seit je her fast ausschließlich in Wien ab. Doch von den anderen Bundesländern konnte sich die steirische Landeshauptstadt noch am ehesten als Filmproduktionsstadt behaupten, wenn auch nur im Vergleich zu den anderen Städten des Landes abgesehen von Wien. 1919 entstanden in Graz die Kurzstummfilme (600 bis 800 Meter) „Der Sprung in die Ehe“ mit Ernst Arnold als Hauptdarsteller und „Die Zwangsjacke“ mit Sängern der Grazer Oper als Darsteller. Beide stammten von der Grazer „Alpin-Film“. Ebenfalls in Graz produzierte man die Filme „Czaty“, „Die schöne Müllerin“ und „Schwarze Augen“. Alle drei Filme inszenierte Ludwig Loibner und wurden von der „Mitropa-Musikfilm“ produziert. Besonderheit dieser Stummfilme war, dass es keine Zwischentitel gab, da stattdessen Sänger und Orchester den Film begleiteten, wozu Adolf Peter Balladenmusik von Karl Löwe und Liedmusik von Franz Schubert bearbeitete. Problematisch war natürlich die Abstimmung von Orchester und Sänger auf die Geschwindigkeit des Films, weshalb abgesehen von der Premiere der Filme am 19. September 1921 keine weiteren Aufführungen belegt sind.

Ebenfalls in der Steiermark stellte der Dokumentarfilmpionier Bruno Lötsch, Vater von Umweltschützer und Museumsdirektor Bernd Lötsch, seine ersten Aufnahmen für das ab 1920 erschienene „Steiermärkische Filmjournal“ her, eine Wochenschau im Grazer Kinovorprogramm.

Im März 2004 wurde die CINESTYRIA laut Eigendefinition als eine regionale, nationale und internationale Schnittstelle für Filmförderung, Information, Service und Support steiermarkrelevanter Film- und TV-Projekte eingesetzt. Die verbesserte Kunst- und Nachwuchsförderung führte zu neuen Impulsen in der lokalen Filmszene.

Die Nachwuchsfilmgruppe LOOM drehte 2005 in Graz ihren Kinofilm Jenseits (2006, Regie Stefan Müller, u. a. mit Andreas Vitásek), u. a. in den Bezirken Mariatrost, Liebenau und St. Leonhard.

Zwei jüngere Fernsehproduktionen, die in Graz spielen und gedreht wurden, sind: Die Liebe hat das letzte Wort (2004, Regie Ariane Zeller, u. a. mit Günther Maria Halmer und Ruth Maria Kubitschek), sowie Die Ohrfeige (2005, Regie Johannes Fabrick, u. a. mit Alexander Lutz und Julia Stemberger).

In den Jahren 2004 und 2005 konnten die Bands Shiver und Rising Girl, deren Bandmitglieder aus Graz kommen, in der österreichischen Hitparade beachtliche Platzierungen landen. Weitere Bands, die im regionalen Bereich sowie teilweise österreichweit Beachtung finden sind Jerx, Cuvée, Rosso, die Antimaniax,The Base, The Staggers, Red Lights Flash und Lamexcuse. Im Jahr 2002 formierte sich ein Orchester neu: Großes Orchester Graz, welches oft auch in kleiner Besetzung auftritt.

Die wohl wichtigsten Sportarten in Graz sind Fußball, Eishockey sowie American Football. Der SK Sturm spielt in der Fußball-Bundesliga, der GAK und die Amateurmannschaft des SK Sturm treffen in der Regionalliga Mitte aufeinander. Durch die EC Graz 99ers ist Graz auch in der höchsten Spielklasse der österreichischen Eishockeyliga vertreten, die Turek Graz Giants vertreten die steirische Landeshauptstadt in der Austrian Football League.

Auch der Laufsport ist unter den Bürgern der steirischen Landeshauptstadt sehr beliebt. Die Stadt bzw. die nähere Umgebung bieten eine Vielzahl an Trainingsmöglichkeiten. So bieten der Murradweg und die Naherholungszentren Leechwald (21,5 km Laufwege) und Platte beschilderte und vermessene Laufwege. Diese Wege sind auch unter Mountainbikern und Nordic-Walkern beliebt. Höhepunkte der Laufsaison sind der Graz-Marathon (Ende Oktober), der Grazer Volkslauf, welcher am 17. April 1983 erstmalig ausgetragen wurde und somit der älteste Volkslauf Österreichs ist, weiterhin der Business-Lauf und der Frauenlauf und schließlich als Jahresabschluss der Grazer Silvesterlauf. Bekannt ist auch der sogenannte USI-Lauf oder Kleeblatt-Lauf, der einmal jährlich vom Sportinstiut der Grazer Universität abgehalten wird. Er wird jedes Jahr begleitet vom USI-Fest, das stets abends auf den Kleeblattlauf folgt und mit bis zu 25.000 Besuchern als das größte Studentenfest Europas gilt. Graz ist auch Zentrum der neuen Trendsportart Orientierungslauf (Trailrunning). Es gibt drei ansässige Klubs (SU Schöckl Graz, OLC Graz und HSV Graz), von denen regelmäßig nationale, aber auch internationale Wettkämpfe veranstaltet werden.

Internationale Aufmerksamkeit bringt das jährlich unmittelbar im Anschluss an die Tour de France durchgeführte „Grazer Altstadtkriterium“, ein Radrennen mit Streckenführung durch die engen Gassen der Grazer Altstadt, an dem internationale Spitzenradsportler wie Lance Armstrong oder Jan Ullrich teilnehmen.

Im Sommer bietet die Stadt zahlreiche Bade- bzw. Schwimmmöglichkeiten. Die Freibäder der Grazer Freizeitbetriebe Augarten (Jakomini), Eggenberg, Margarethen (Geidorf), Stukitz (Andritz) und Straßgang werden jeden Sommer von unzähligen Badegästen besucht. Auch die in Graz-Umgebung gelegenen Badeseen in Kumberg (Well-Welt), das Schwarzl-Freizeitzentrum und die Copacabana in Unterpremstätten ziehen jedes Jahr hauptsächlich Grazer Gäste an. In den Freizeitzentren, aber auch in den Freibädern, gibt es zahlreiches Sportangebot (Beachvolleyball, -soccer, Paddle, Minigolf und so weiter).

Auch Ultimate wird in Graz professionell gespielt. Drei österreichische Nationalspieler trainieren in Graz. Das österreichische Nationalteam wurde im Sommer 2004 in Portugal Weltmeister.

Die Stadt ist in erster Linie für die Pflichtschulen verantwortlich, für die sie die Infrastruktur zur Verfügung stellt. Daneben wird auch mit den vom Bund betriebenen Allgemein- und Berufsbildenden Höheren Schulen zusammengearbeitet. In Graz gibt es zirka ein Dutzend Bundesgymnasien und zwei Bundesoberstufenrealgymnasien.

Anbieter berufsorientierter Weiterbildung sind das Wirtschaftsförderungsinstitut (WIFI), das Berufsförderungsinstitut (BFI), das Volksbildungshaus Urania, das Berufsförderungsinstitut Steiermark, die Volkshochschule Steiermark und das Bildungshaus Mariatrost.

Graz ist mit ca 40.000 Studenten und 4 Universitäten, 3 Konservatorien, 2 Hochschulen und 2 Fachhochschulen nach Wien der zweitgrößte Universitätsstandort Österreichs. Der Anteil der Studierenden in der Bevölkerung ist hoch: ca. jeder 7. Einwohner studiert.

Die im Bezirk Geidorf gelegene Karl-Franzens-Universität (Carola-Franciscea) wurde 1585 gegründet und ist somit nach der Universität Wien die zweitälteste Universität Österreichs. Mit über 22.000 Studenten ist sie auch die zweitgrößte Universität des Landes und bietet eine Vielzahl an Studien an. Etwa 9000 Studenten besuchen die Technische Universität (Erzherzog-Johann-Universität) und weitere 5000 sind an der Medizinischen Universität (Leopold-Auenbrugger-Universität) immatrikuliert. Auch diese beiden Universitäten sind damit die zweitgrößten des jeweiligen Fachbereiches in Österreich. Abgeschlossen wird die Reihe der Grazer Universitäten durch die Universität für Musik und darstellende Kunst mit etwa 1500 Studierenden.

Graz ist das größte österreichische Fachhochschulzentrum mit den zwei Fachhochschulen Fachhochschule Joanneum und Fachhochschule Campus02. Neben diesen gibt es zwei pädagogische Hochschulen (vor dem Wintersemester 2007 noch Akademien) – die Pädagogische Hochschule des Bundes in der Steiermark und die Berufspädagogische Hochschule des Bundes in Graz – ansässig. Als wichtigstes Konservatorium in Graz gilt das Johann-Joseph-Fux-Konservatorium des Landes Steiermark.

Weiterhin existieren in Graz noch eine Schule für Sozialdienste, eine Fachschule für Sozialberufe der Caritas und eine Krankenpflegeschule.

Für die breite Öffentlichkeit zur Verfügung stehen die Stadtbibliothek mit sechs Zweigstellen, einer Mediathek, einem Bücherbus und dem Zustellservice in allen Grazer Postfilialen, die Steiermärkische Landesbibliothek sowie die Bibliothek der Arbeiterkammer Graz. Am wissenschaftlichen Sektor sind die an den diversen Hochschulen, Universitäten und Fachhochschulen angegliederten Bibliotheken zu erwähnen, die älteste und bedeutendste darunter ist die Bibliothek der Universität Graz mit mehr als 3 Millionen Medien.

Die Wissenschaftsstadt Graz ist in hohem Maß von ihren Universitäten geprägt. Neben den akademischen Bildungsstätten gibt es eine große Zahl von wissenschaftlichen Projekten und Institutionen. Darunter ist die Joanneum Research GmbH, die zweitgrößte außeruniversitäre Forschungseinrichtung Österreichs mit ca. 20 Instituten und ca. 400 Mitarbeitern, die ihre Zentrale und einige Institute in Graz hat.

Graz hat durch seine Lage im Südosten Europas eine wichtige Standort-Funktion. Der Zentralraum Graz erwirtschaftet mehr als ein Drittel der industriellen Wertschöpfung des Bundeslandes Steiermark und bietet rund 40% der steirischen Arbeitnehmer einen Arbeitsplatz. Graz und die Steiermark sind Österreichs Technologiefabrik. Jede dritte High-Tech Innovation in Österreich kommt aus dieser Region. 2003 arbeiteten in Graz 184.135 Personen in 10.692 Arbeitsstätten, rund 73,4% davon im Dienstleistungssektor (besonders öffentlicher Dienst, Handel, Geld- und Versicherungswesen). 2003 wurden 996 neue Grazer Unternehmen gegründet. Zum Vergleich im Jahr 2001 waren es noch 158.268 Personen in 14.148 Arbeitsstätten. Seit 1906 findet in Graz jährlich die Grazer Herbstmesse und einige Fachmessen im Messecenter Graz statt, bei der man manchmal mehr als 200.000 Besucher registriert. Ca. 55.000 der Arbeitnehmer sind Einpendler. Rund 40% der steirischen Wirtschaftsleistung wird im Zentralraum Graz erwirtschaftet. Die stationäre Kaufkraft beträgt pro Kopf 12.810 Euro (2002), die Steuerkraft-Kopfquote beträgt 1.348 Euro (2003) und der Median des monatlichen Bruttoeinkommens liegt bei 1.948 Euro (2003).

Graz hat eine große Bedeutung als Einkaufstadt mit einem Einzugsgebiet, das sich weit über die Stadtgrenzen hinaus bis ins südliche Burgenland und nach Slowenien und Kroatien erstreckt. Die beliebteste Einkaufsstraße ist die Herrengasse in der Inneren Stadt. Die Annenstraße, welche vom Hauptbahnhof Richtung Hauptplatz führt, war früher eine sehr beliebte Einkaufsstraße, hat mittlerweile aber trotz einiger Revitalisierungsversuche viel von ihrer einstigen Bedeutung und Beliebtheit verloren. Weitere kleinere Einkaufsstraßen sind die Kunstmeile Sackstraße, in der viele kleine Galerien und Kunstgewerbegeschäfte zu finden sind, die Sporgasse sowie die Murgasse.

Sehr beliebt ist das Großkaufhaus Kastner & Öhler in der Sackstraße, in dessen Gebäude auch eine Filiale der firmeneigenen Sporthandelskette Giga Sport zu finden ist.

Weiters gibt es in und um Graz eine Reihe von Einkaufszentren: Das Shopping Center West am Weblingergürtel, das Einkaufcenter Murpark an der Liebenauer Tangente, der Citypark am Lazarettgürtel sowie das Einkaufszentrum Shopping Nord an der Kreuzung Wienerstraße−Autobahnzubringer Nord in Gösting. Im Grazer Vorort Seiersberg befindet sich das größte Einkaufszentrum, die Shopping City Seiersberg. In Planung befinden sich die Stadtgalerie ECE in der Annenstraße sowie das Outletcenter Puntigam. Mit der Eröffnung des Shopping Nord im März 2008 weist die Stadt Graz die höchste Dichte an Einkaufszentren in Österreich auf. Rein rechnerisch kommt auf jeden Einwohner in Graz ein Quadratmeter Einkaufszentrum.

Graz ist die größte Bauerngemeinde der Steiermark. Rund 7.600 Rinder, Schweine, Schafe, Hühner und sonstiges Geflügel sowie Ziegen und Zuchtwild werden in etwa 340 Betrieben im Stadtgebiet gehalten. Auf 14 verschiedenen Bauernmärkten bieten die Landwirte das ganze Jahr über kulinarische Köstlichkeiten aus Küche, Keller und Garten an. Und wer einmal die Arbeit am Bauernhof hautnah erleben möchte, hat beim Besuch der Musterlandwirtschaft Lustbühel Gelegenheit dazu.

Graz setzt im Tourismus vor allem auf die historische Substanz der Altstadt und das südliche Flair. Die offiziellen Auszeichnungen als Kulturhauptstadt, als Weltkulturerbe und nunmehr auch als Genusshauptstadt unterstreichen diese Positionierung. Große Bedeutung hat Graz auch als Kongressstadt. Graz verfügt aktuell über rund 5.000 Gästebetten im gewerblichen Bereich. Dazu kommen weitere 1.000 Gästebetten im nicht gewerblichen Bereich (inkl. Camping, Jugendherbergen und Privatzimmer). Rund 55 % aller Nächtigungen sind dem Segment der Geschäftsreisenden zuzurechnen. Rund 12 % entfallen auf das Segment Kongress- und Seminartourismus. Rund ein Drittel entfällt auf das Segment des klassischen Städte- und Kulturtouristen. Dieses Segment hatte in den letzten Jahren das stärkste Wachstum.

Der Autocluster Steiermark (oder „ACstyria“) ist ein loser Zusammenschluss von mehr als 180 steirischen Unternehmen, die alle in der Autozulieferindustrie tätig sind. Das Zentrum des Autoclusters ist Graz. Der größte Betrieb und Leitbetrieb ist der Magna Konzern. Im Autocluster arbeiten im Jahr 2006 44.000 Menschen die einen Umsatz von 9,6 Mrd. € und eine Wertschöpfung von 1,6 Mrd. € erwirtschafteten. Auch KTM fertigt seinen Sportwagen X-Bow im neu erbauten Werk in Graz (Bezirk St. Peter).

Graz besitzt eine ausgeprägte Fernwärmeversorgung mit einer Anschlussleistung von mehr als 500 MW. Im Winter wird die Wärme überwiegend aus Abwärme der Stromerzeugung genutzt, im Sommer stammt die Energie teils aus industrieller Abwärme und Gaskesseln. Graz beschreitet zusätzlich einen innovativen neuen Weg: Thermische Solaranlagen mit mehreren Tausend m² Kollektorfläche z. B. auf der Trainingshalle des Eisstadions Graz-Liebenau (direkt neben der UPC-Arena, 700 kW Leistung der Solaranlage), auf der Siedlung Berliner Ring (1300 kW), am Fernheizkraftwerk und auf den Dächern der städtischen AEVG (Abfall-Entsorgungs- und Verwertungs-GmbH, Endausbau 3000 kW) liefern bereits heute mehrere Megawatt Wärme.

Die Wasserversorgung in Graz wird durch die Grazer Stadtwerke wahrgenommen. Das Wasser kommt ausschließlich aus Grundwasser aus den quartären Schotterfüllungen des Murtales. Die Quellen sind in Friesach, im Stadtbezirk Andritz und in St. Ilgen am Hochschwab. Das Verteilsystem in Graz hat eine Länge von 835 km, mit den knapp über 30.000 Hausanschlüssen 1.273 km. Die Grazer Stadtwerke verfügen über 23 Trinkwasserhochbehälter mit einem Gesamtspeichervolumen von 34.742 m³.

Die Abfallentsorgung in Graz wird seit 1984 von der AEVG wahrgenommen. Sie ist ein Unternehmen der Grazer Stadtwerke und der Stadt Graz. Jährlich behandelt das Unternehmen ca. 135.000 t Müll, davon landen ca. 20.000 auf einer Deponie. Der Betrieb hat das Emas Gütesiegel für geprüftes Umweltmanagement .

In Graz gibt es 7 Krankenhäuser, mehrere Privatkliniken/Sanatorien sowie 44 Apotheken.

Weiterhin befinden sich in Graz drei Rettungsorganisationen: Der Arbeiter-Samariter-Bund, der Malteser Hospitaldienst und das Österreichische Rote Kreuz. Des Weiteren befinden sich im Bereich des LKH und des UKH/LKH-West je ein Notarzteinsatzfahrzeug mit jeweils in Bereitschaft befindlichen Notärzten und Notfallsanitätern. Weiters führt das LKH mit niedergelassenen praktischen Ärzten den Ärztenotdienst. Zusätzlich ist am Flughafen Graz-Thalerhof der Christophorus Notarzthubschrauber C12 stationiert.

Der Binnenverkehr in Graz wird vor allem durch den motorisierten Individualverkehr geprägt, durch den rund 47% der Wege zurückgelegt werden. Der öffentliche Personennahverkehr erreicht rund 19%, rund 14% werden mit dem Fahrrad zurückgelegt und rund 19% zu Fuß .

In Graz gibt es vor allem in der inneren Stadt großflächige Fußgängerzonen, deren Erweiterung von Seiten der Stadtplanung aktiv vorangetrieben wird. Dennoch konnte auch in Graz nicht verhindert werden, dass der motorisierte Individualverkehr zu Lasten des Fußverkehrs zunimmt.

Graz ist relativ radfreundlich. Im Bereich der Stadt existieren 106 km Radverkehrsanlagen. Erklärtes Ziel der städtischen Verkehrsplaner ist es, den Radverkehrsanteil von 14 % innerorts (2007) weiter zu steigern. Aus dem Jahr 1980 existiert ein Beschluss, ein Netz aus 190 km Radverkehrsanlagen zu errichten, was bei bisherigem Bautempo bis 2035 dauern könnte. Drei neue Stege wurden gebaut, und an manchen Stellen der Stadt gibt es schon an beiden Ufern der Mur Rad(fuß)wege. Der enge Altstadtkern, relativ wenige Steigungen im Großteil der Stadt sowie die geringe Häufigkeit von Wind und Niederschlag begünstigen das Radfahren.

Eine Umfrage unter Grazer Radfahrern ergab im Jahr 2007 die folgenden Gründe, aus denen die Befragten mit dem Rad unterwegs waren: 37% der Befragten gaben an, mit dem Rad auf dem Weg zur oder von der Arbeit zu sein. Zum Einkaufen waren 14% der Befragten unterwegs. 24% waren auf dem Weg zu einer oder von einer Ausbildungsstätte. Nur 10% der Befragten gaben an, momentan "in der Freizeit" mit dem Fahrrad unterwegs zu sein.

Die 365 km lange touristische Radroute „Murradweg“, nach dem Donauradweg der am zweitmeisten frequentierte Radweg Österreichs, sowie die Mountainbike-Route „Alpentour“ führen durch Graz. Trotz Radfahrverbot in manchem Wald existiert eine bergige Route Rund um Graz.

In Graz markierten Aktivisten etwa 1980 einen Radstreifen und wurden polizeilich gestraft. Die Radlogo-Schablone wurde von Vizebürgermeister Edegger (in Höhe der Strafe) angekauft und dann vom Amt verwendet. Graz förderte Radverkehr beispielgebend, war etwa Österreichs Pionier beim Erlauben von Radfahren in einer Fußgängerzone (Schmiedgasse) und beim Markieren eines Radstreifens (grün) gegen eine Einbahn - zwei Dinge die erst später gesetzlich geregelt wurden. Mit Erich Edegger starb 1992 auch viel an Engagement seitens der Stadt. Die großteils von Einfamilienhäusern dominierten Außenbezirke von Graz, der weiterhin wachsende Speckgürtel um die Stadt, der Bau von peripheren Einkaufszentren fördern das Fahren mit dem Auto.

1999 richtete die Stadt mit Maribor/Marburg an der Drau die ECF Radverkehrskonferenz VeloCity aus. Eine Fahrradgeschichtswerkstatt fand statt und ergab unter anderem, dass Graz einen der ersten Damen-Bicycle-Clubs in Kontinentaleuropa aufwies. In den Jahren 1999-2007 wurden einige architektonisch aufwändige Bauten für den Radverkehr errichtet: der Augartensteg (teurerer Stahl als druckaufnehmendes Element, dafür Anschlussbauwerk und (vorerst) Anschlussroute eingespart), Erich-Edegger-Steg (Umbau Glas, Dämpfung), Elise-Steininger-Steg (Unterführung Keplerbrücke), Routen mit Brücken entlang des Bahnausbaus Richtung Koralm (ohne Radanschluss zum Hauptbahnhof), Radeinstell-Station am Hauptbahnhof. Dagegen gab es Versäumnisse bei Instandhaltung und Mängelbehebung, funktioneller Wegweisung, Planungs- und Ausführungsqualität von Neuanlagen und Berücksichtigung bei Verkehrsorganisation und Gebäuden.

Seit 2007 fordert critical mass auch in Graz monatlich mehr Platz für Radfahren in der Stadt.

Aufgrund einer neuen Koalition im Gemeinderat wechselte das Verkehrsressort von Gerhard Rüsch (ÖVP) am 14. März 2008 an Lisa Rücker (Grüne), die selbst fast ausschließlich Rad fährt. Es ist paktiert, Radverkehr besonders zu entwickeln, ohne sich auf Radwegbau zu beschränken. Dazu gehören ein weiteres Liberalisieren von Radfahren im Zentrum (Fußgängerzonen, Parks, Einbahnen), die Qualitätshebung von Radwegen, das Werben für Radfahren als gesunde Bewegungsform sowie das Berücksichtigen von Wünschen der Nutzer (Aktion Radfalle), neben einer deutlichen Reduktion des Autoverkehrsanteils.

Graz besitzt ein Straßennetz von rund 1.000 km. Zirka 140.000 Menschen fahren täglich mit einem Auto von auswärts nach Graz, das sind rund 110.000 PKW, wovon wieder 55.000 dem Berufsverkehr zuzuordnen sind. Alleine im Park-Ziel-Suchverkehr werden in Graz tagtäglich 150.000 km gefahren. Das entspricht einer Umweltbelastung durch Abgase von mehr als 20.000 Litern Treibstoff.

Nach massivem Bau von Tiefgaragen in der Innenstadt, unter anderem aufwändig unter dem historischen Gebäude des Kaufhauses Kastner & Öhler, wurden bis 2007 auch bei Kaufhäusern, Großbetrieben und am Stadtrand Auto-Parkflächen ausgebaut. Mit der zweiten Röhre im Plabutschtunnel, der Nordspange (Gürtel-Unterführung) und Ausbauten am Südgürtel wurden großräumig wirksame Kapazitäten geschaffen.

Graz verfügt über ein relativ gut ausgebautes öffentliches Verkehrsnetz, welches in den Steirischen Verkehrsverbund eingegliedert ist. Ein Ein-Stunden-Ticket für Graz (die Zone 101) kostet 1,80 Euro, die 24-Stunden-Karte 3,80 Euro, die Wochenkarte 10 Euro (rechnet sich ab 6 Fahrten) und die Monatskarte 34 Euro (rechnet sich ab 19 Fahrten) (Stand: Juli 2008). Für Kinder, Familien, Studierende und Senioren gibt es vergünstigte Tarifangebote.

Sechs reguläre Straßenbahnlinien (geänderte Linienführungen am Abend bzw. Wochenende) und viele Buslinien durchziehen das Stadtgebiet. Das Netz ist dicht ausgebaut und wird von vielen Grazern häufig frequentiert (44 km Straßenbahn und 250 km Bus). Eine steigende Anzahl von Bahnhöfen und Haltestellen ermöglicht zunehmend auch die Benützung von Nahverkehrszügen innerhalb der Zone Graz (Zone 101). Daneben werden von den Grazer Verkehrsbetrieben auch eine Standseilbahn (die Grazer Schloßbergbahn, mit gewöhnlichen Fahrscheinen zu benutzen) und der Aufzug (Einzelfahrscheine zu 60 Cent, Stand: April 2007) auf den Schloßberg betrieben. In den Nächten von Freitag auf Samstag und von Samstag auf Sonntag sowie in den Nächten vor Feiertagen verkehren Nachtbuslinien (ebenfalls zum normalen Verbundtarif benützbar). Den wichtigsten Knotenpunkt des innerstädtischen öffentlichen Verkehrs bildet der Jakominiplatz, an dem alle Straßenbahnlinien, zehn Buslinien und alle Nachtbuslinien zusammentreffen.

Zwischen 2005 und 2007 wurden die Straßenbahnlinien 4, 5 und 6 verlängert – die erste nennenswerte Erweiterung (insgesamt ca. 3,5 km), seit in den 50er- und 60er-Jahren fast die Hälfte des Straßenbahnnetzes eingestellt wurde. Außerdem sind im Zuge des Ausbaues der Südbahn bzw der Koralmbahn mehrere neue Bahnhöfe im Stadtgebiet errichtet worden, diese stellen einen weiteren Schritt in Richtung Vollausbau der Grazer S-Bahn dar. Der sich in der Planungsphase befindliche Nahverkehrsknoten Hauptbahnhof soll ein zeitgemäßes Umsteigen zwischen den S-Bahn Zügen und den innerstädtischen Verkehrsmitteln ermöglichen. Die neue Anbindung der Straßenbahn an den Hauptbahnhof erfolgt mittels einer Unterführung des nahen Eggenbergergürtels und einer Unterflurtrasse mit Doppelhaltestellen in Tieflage. Der Nahverkehrsknoten soll bis 2013 fertiggestellt sein. Der weitere Ausbau des Straßenbahnnetzes, darunter mehrere neue Linien, wurde kürzlich vom Gemeinderat beschlossen.

Die S-Bahn Graz wurde im Dezember 2007 mit sechs Linien eröffnet und ist noch in der Ausbauphase. An diesem Projekt wird seit 1998 gearbeitet. Die Teilinbetriebnahme erfolgte am 9. Dezember 2007 und die Fertigstellung sollte bis 2016 erfolgen. Die S-Bahn bietet bessere Verbindungen im 15-Minuten-Takt. Insgesamt werden im Vollbetrieb neun S-Bahn-Linien im Großraum Graz im Einsatz sein. Die S-Bahn ist eine Kooperation zwischen den Bahngesellschaften ÖBB, STLB und GKB.

Der Grazer Hauptbahnhof (der für seine funktionale Innenarchitektur mit dem Brunel Award ausgezeichnet und in einer VCÖ-Passagier-Umfrage als schönster Bahnhof bewertet wurde) liegt an der Südbahn. Gleichzeitig bildet er den Anfangspunkt der steirischen Ostbahn und der Graz-Köflacher Eisenbahn (GKB). Von hier fahren Regionalzüge in alle Teile der Steiermark sowie direkte Intercity-Züge nach Wien, Linz, Salzburg, Innsbruck und Bregenz. EuroCity-Züge verbinden Graz direkt mit Marburg an der Drau bzw. Laibach in Slowenien, Zagreb in Kroatien und Frankfurt am Main bzw. Saarbrücken in Deutschland. Zürich in der Schweiz ist per EuroNight direkt erreichbar, Budapest in Ungarn mit einer Kurswagen-Verbindung. Die sich im Bau befindliche Koralmbahn wird die historisch bedingte schlechte Anbindung von Graz an das europäische Eisenbahnnetz stark verbessern und Graz direkt mit Italien verbinden. Der Semmeringbasistunnel, der sich derzeit noch im Planungsstadium befindet, soll zeitgleich mit der Koralmbahn fertiggestellt sein und würde Graz direkt mit Nordosteuropa verbinden. Dieser würde die Fahrzeit von Wien nach Graz um mehr als eine halbe Stunde reduzieren und auch im Güterverkehr deutliche Vorteile gegenüber der bestehenden Semmeringbahn bieten, da diese nur beschränkte Lasten erlaubt. Ebenfalls in der Planung befindet sich ein Ausbau der Steirischen Ostbahn, hier ist aber noch kein genauer Termin für die Fertigstellung bekannt.

Am Hauptbahnhof befindet sich derzeit die Endhaltestellen der Straßenbahnlinien 3 und 6 sowie Haltestellen von sechs Stadtbus- und zwei Nachtbuslinien.

Darüber hinaus ist das Umland durch zahlreiche Regionalbuslinien des Steirischen Verkehrsverbundes erschlossen, die ihre Endstationen am Andreas-Hofer-Platz, am Jakominiplatz, am Griesplatz, am Lendplatz und beim Hauptbahnhof haben.

Unweit südlich des Stadtgebietes, etwa 10 km vom Stadtzentrum entfernt, befindet sich (über Bus- und Bahnverbindungen erreichbar) der Flughafen Graz-Thalerhof, der im Linienverkehr vor allem als Zubringer für internationale Flughäfen dient. Der Flughafen Graz Thalerhof ist nach Wien Schwechat und Salzburg Maxglan, der drittgrößte Flughafen in Österreich, und im Frachtaufkommen in Österreich auf Platz zwei. Es werden verschiedene Destinationen im In- und Ausland angeflogen, durch die Austrian Airlines nach Wien, Düsseldorf, Linz, Lufthansa nach Frankfurt, München und Stuttgart, Intersky nach Friedrichshafen, Split, Welcome Air nach Innsbruck, Hannover, Göteborg, Stavanger, Kristiansand, TUIfly nach Köln-Bonn, Hamburg(in Planung), Ryanair nach London-Stansted, Barcelona-Girona, Robin Hood Aviation nach Zürich, Rheinair nach Zürich und Niki nach Palma de Mallorca. Im Charterverkehr werden vor allem die Mittelmeer-Ferienziele angeflogen. Am Flughafen befindet sich seit 1981 auch das österreichische Luftfahrtmuseum.Im Jahr 2007 wurden am Flughafen Graz 948.000 Passagiere gezählt. Im Jahr 2008 wurde erstmal die 1.000.000 Passagiergrenze erreicht.

Der Flugverkehr auch ab Graz wächst kräftig. Trotz gewisser Effizienzerhöhung der Flugzeuge, steigen die Emissionen deutlich mit, was internationalen Zielen zum Klimaschutz widerstrebt. Der Treibstoff für internationale Linienflüge ist mineralölsteuer- und umsatzsteuerbefreit (Chicago Abkommen 1944 Chicago Convention on International Civil Aviation, seit 2003 wären bilaterale Besteuerungsabkommen für Flüge innerhalb der EU möglich). Für eine gewisse Effizienzerhöhung beim Betreiben des Flughafens selbst, etwa durch Leuchtentausch bei der Landebahnbefeuerung, und den Einsatz von Fahrrädern im Vorfelddienst erhielt dieser die Auszeichnung „Ökoprofit“.

Graz liegt an der Pyhrn Autobahn (A 9) und an der Süd Autobahn (A 2), die sich beim Knoten Graz-West schneiden. Die A9 Pyhrn Autobahn verläuft, mit Ausnahme vom (seit 2003 auch blau) beleuchteten Stadtautobahn-Teilstück Straßgang–Webling, unterirdisch durch den zehn Kilometer langen Plabutschtunnel im Westen von Graz an der Stadt vorbei. Weiterhin durchzieht die B 67 im Westen die Stadt von Norden nach Süden, von ihr zweigen die die Stadt durchquerenden Teilstücke a, b und c ab, die an der Stadtgrenze wieder in andere ehemalige Bundesstraßen (B 72, B 73, B 65) münden.

Zu den bekanntesten in Graz geborenen Personen zählen die beiden Kaiser Ferdinand II. und Ferdinand III., der Barockbaumeister Johann Bernhard Fischer von Erlach, der 1914 in Sarajevo ermordete Erzherzog Franz Ferdinand, der Autor Gerhard Roth, der Komponist Robert Stolz sowie der derzeitige Bundespräsident Heinz Fischer.

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Universität für Musik und darstellende Kunst Graz

Universität für Musik und darstellende Kunst Graz (2006)

Die Universität für Musik und darstellende Kunst Graz, auch Kunstuniversität Graz (KUG), ist eine österreichische Universität. Sie geht auf die im Jahr 1816 gegründete Musikschule des Akademischen Musikvereins zurück.

1963 wurde das Konservatorium des Landes Steiermark zu einer staatlichen Einrichtung des Bundes – zur Akademie für Musik und darstellende Kunst in Graz. Durch das Kunsthochschulorganisationsgesetz 1970 wurde die Akademie wiederum in die Hochschule für Musik und darstellende Kunst in Graz umgewandelt. Zum ersten Rektor der Hochschule wurde Prof. Dr. Friedrich Korcak gewählt. Ihm folgten Prof. Dr. Otto Kolleritsch und später Prof. Sebastian Benda nach. Rektor der KUG von 2000 bis 2007 war erneut Otto Kolleritsch; 2007 folgte ihm der bisherige Vizerektor Dr. Georg Schulz nach.

Seit dem Jahr 1983 hat die KUG (damals noch Hochschule) das Sponsionsrecht, seit 1986 wird ein Doktoratsstudium angeboten. Am 21. Juni 1991 fand die erste feierliche Promotion statt.

Ihren derzeitigen Namen erhielt die KUG im Jahre 1998, als alle österreichischen Kunsthochschulen mit Inkrafttreten des Bundesgesetzes über die Organisation der Universitäten der Künste (KUOG ´98) in „Universitäten“ umbenannt wurden. Im Wintersemster 2007/08 waren an der KUG 1359 ordentliche und 448 außerordentliche Studierende gemeldet. Der Anteil weiblicher Studierender liegt bei ca. 50 %, der Anteil ausländischer Studierender bei ca. 55 % (bezogen auf ordentliche Studierende).

Zudem bietet die Kunstuniversität die Studienrichtung Musikologie gemeinsam mit der Karl-Franzens-Universität Graz an, sowie die Studienrichtung Elektrotechnik-Toningenieur gemeinsam mit der TU Graz.

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Technische Universität Graz

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Die Technische Universität Graz (Erzherzog-Johann-Universität) ist eine von fünf Universitäten in der Steiermark. Die anderen Universitäten sind die Karl-Franzens-Universität, Kunstuniversität Graz, Medizinische Universität Graz und die Montanuniversität Leoben. Sie ist neben der Technischen Universität Wien eine der zwei Technischen Universitäten in Österreich.

Im Wintersemester 2008/09 sind 10245 ordentliche Studierende gemeldet, davon 14,9% Ausländer und 21,1% Frauen.

Am 26. November 1811 überreichte Erzherzog Johann die Schenkungsurkunde seiner persönlichen naturwissenschaftliche Sammlung dem dafür gegründeten Joanneum. Zu Beginn wurde Physik, Chemie, Astronomie, Mineralogie, Botanik und Technologie gelehrt. 1818 folgte Zoologie. Der Unterricht am Joanneum wurde sowohl von Schülern des bestehenden Lyzeums als auch ab 1828 von Studenten der Karl-Franzens-Universität besucht.

Nach und nach wurde der Unterricht um technische Fächer erweitert. Es wurden Lehrkanzeln für technisch-praktische Mathematik, praktische Geometrie, Mechanik und Berg- und Hüttenkunde errichtet. Letztere wurde allerdings bald an die Steiermärkisch-Ständische Montanlehranstalt in Vordernberg ausgegliedert aus welcher 1849 die k. und k. Bergakademie in Leoben und aus dieser bis heute die Montanuniversität Leoben hervorging.

Bis zu seinem Tode im Jahre 1859 gebührte die Leitung des Joanneums Erzherzog Johann höchst persönlich. 1861 wurden bereits 21 Lehrfächer unterrichtet zu den oben aufgezählten kamen unter anderem noch Lehrkanzeln für Baukunde, für Land- und Forstwirtschaftslehre, für Physik und Darstellende Geometrie hinzu.

1864 wurde die Technische Lehranstalt per Beschluss des Steiermärkischen Landtages in Steiermärkische landschaftliche Technische Hochschule am Joanneum zu Graz umbenannt. Die Änderung trat nach kaiserlicher Genehmigung im Studienjahr 1865/66 in Kraft. Neben zwei allgemeinen der Vorbereitung dienenden Klassen umfasste sie vier Fachschulen: Ingenieurwesen, Maschinenbau, Chemische Technologie sowie Land- und Forstwirtschaft. 1869 kam eine neue Lehrkanzlei für Mechanische Technologie hinzu. Von den Hörern wurde die Einhaltung eines bestimmten Kurses verlangt und der Aufstieg in einen höheren Jahrgang war von einem günstigen Studienerfolg abhängig.

Das Professorenkollegium entwarf 1871/1872 ein neues Statut welches die Kurse aufließ und welches nach dem Grundsatz der Lehr- und Lernfreiheit geschrieben wurde. Um als ordentlicher Hörer aufgenommen zu werden musste man nun eine erfolgreich abgelegte Reifeprüfung nachweisen. Dem Grundsatz der Lernfreiheit verpflichtet konnte sich jeder Hörer selbst aussuchen welche Lehrveranstaltungen er besuchte, jedoch wurden von den Fachschulen Studienpläne aufgestellt und die Einhaltung dieser den Hörern empfohlen.

Die Technische Hochschule Graz war zu diesem Zeitpunkt die einzige im Süden der Monarchie. Es ist daher nicht verwunderlich dass nur ein Drittel der Hörer aus der Steiermark kam. Der Rest kam aus anderen Kronländern oder aus dem damaligen Ausland.

Nachdem Anfang der Siebziger des 19. Jahrhunderts der Staat die Hochschulen direkt kontrollieren wollte, wurde 1874 die Hochschule als Kaiserlich-königliche Technische Hochschule in Graz vom Staat übernommen. Naturgemäß ging damit auch eine Umstrukturierung einher. Die Abteilung für Land- und Forstwirtschaft wurde aufgelassen. Ihre Aufgaben sollten von der 1872 gegründeten Hochschule für Bodenkultur welche sich in Wien befand übernommen werden. Im Zuge der Veränderungen wurden große Bestände des Joanneums an die neu gegründete Bibliothek der Technischen Hochschule übertragen.

1878 wurden die erste und die zweite Staatsprüfung eingeführt. Während die erste Staatsprüfung für alle Studienrichtungen dieselbe war, wies die Zweite eine Ausbildung in eine der drei Fachrichtungen Bauingenieurwesen, Maschinenbau und Technische Chemie. Neben den Staatsprüfungen gab es auch weiterhin die umfassendere Diplomprüfung. Die Staatsprüfung, einst nur als Nachweis zur Anstellungsfähigkeit im Staatsdienst gedacht, berechtigte später zur Führung der Standesbezeichnung Ingenieur und ab 1938 Diplom-Ingenieur. Letzterer wurde aber erst 1969 ein akademischer Grad.

1901 erhielt die Hochschule das Promotionsrecht.

Inzwischen waren bereits an allen Hochschulen der Monarchie Lehrkanzeln für Elektrotechnik eingerichtet worden. 1917 wurde schließlich auch in Graz dies nachgeholt. Die Alte Technik wurde inzwischen auch zu klein und mit Ende des ersten Weltkrieges wurde ein weiterer Neubau begonnen. Dieser wurde 1935 fertig gestellt, worauf dort die Institute für Maschinenbau und Elektrotechnik einzogen.

1934 wurde die Technische Hochschule Graz und die Montanistischen Hochschule Leoben infolge der austrofaschistischen Machtübernahme zur Technischen und Montanistischen Hochschule Graz-Leoben verschmolzen. Dies wurde 1937 wieder rückgängig gemacht.

1955 wird die Hochschule in drei Fakultäten gegliedert.

In den 60er Jahren des 20. Jahrhunderts wurden die ersten Gebäude in den Inffeldgasse gebaut. Dies wurde der dritte Standort der Hochschule.

1969 wurden Studienkommissionen eingerichtet in welchen Drittelparität gilt.

1975 wird die Technische Hochschule Graz in Technische Universität Graz umbenannt; ein Jahr darauf beschließt der Senat den Beinamen Erzherzog-Johann-Universität.

1993 Universitäts-Organisationsgesetz 1993 (UOG '93) wird von der Regierung beschlossen und 1996 war die Implementierung des UOG '93 vollständig abgeschlossen. Das Universitätsgesetz von 2002 hebt die Kurienuniversität weitgehend auf. Die Vertreter der Professoren haben in allen relevanten Gremien die Mehrheit.

NAWI Graz ist ein Kooperationsprojekt mit dem Ziel, die naturwissenschaftlichen Fakultäten der Karl-Franzens-Universität Graz und der Technischen Universität Graz zu einer "Zwillingsfakultät" zusammenzuschließen. Seit dem Wintersemester 2006/2007 werden im Rahmen von NAWI Graz die gemeinsamen Bachelorstudien Chemie, Molekularbiologie und Erdwissenschaften sowie das Masterstudium Erdwissenschaften angeboten.

Die TU Graz ist keine klassische Campusuniversität. Sie ist jedoch hauptsächlich auf drei Standorte konzentriert, zwei Standorte im Zentrum von Graz sowie einem weiterem Standort im Südosten der Stadt.

Diplomstudien: Seit dem Wintersemester 2008/2009 wird an der Technischen Universität Graz kein Diplomstudium mehr angeboten.

In einigen Studienrichtungen haben sich Studierende in sogenannten "Zeichensälen" organisiert, wo gemeinsam und von FachkollegInnen unterstützt, gelernt, konstruiert und geübt wird. Diese Räumlichkeiten werden von der jeweiligen Fakultät zur Verfügung gestellt und nach Möglichkeit finanziell unterstützt; es gibt jedoch auch einige Zeichensäle in enger Kooperation mit Instituten, die dann dortige Ressourcen nutzen.

Der Betrieb der EDV-Geräte erfolgt durch die Studierenden selbst in Eigenverantwortlichkeit; die TU Graz stellt als Infrastruktur die Räumlichkeit (Strom, Heizung, Netzwerk, Telefon, WC, 24h Zugang, z.T. Mobiliar) zur Verfügung. Hard- und Software sind von den Studierenden selbst beizubringen. Der Zugang zum Zeichensaal erfolgt intern in Absprache mit den jeweiligen Mitgliedern der Zeichensäle.

Das Mostly Harmless Robocup Team der TU Graz ist, neben dem Team der TU Wien, der Vertreter Österreichs im Robocup. Im Gegensatz zu den Vienna Cubes, welche in der Small-Size Liga spielen, spielt das Team der TU Graz in der Middle-Size Liga. 2005 gelang es in das Viertelfinale der German Open zu kommen.

Ein weiteres Team, KickOffTUG, ist in der Simulation-League aktiv.

Auch in der Formula Student Germany und anderen Formula-SAE-Wettbewerben ist die TU Graz aktiv. Das TU Graz Racing Team-Team setzt sich hauptsächlich aus Studierenden der Elektrotechnik, Telematik, Technischen Mathematik, Informatik und Maschinenbau zusammen. Es ist neben dem Team der Fachhochschule Joanneum Graz das zweite Grazer Team im Bewerb.

TU Graz, Universität Wien und TU Wien kooperieren im Rahmen der Mission BRITE-Austria (Bright Target Explorer), um mit "TUGSAT-1" den ersten österreichischen Satelliten zu entwerfen, zu bauen und zu testen. Die FFG fördert mit ihrem Engagement für das Projekt eine herausfordernde wissenschaftliche und technologische Mission mit gleichzeitig hoher Relevanz für die universitäre Lehre.

Aus der TU Graz sind zahlreiche Unternehmensgründungen hervorgegangen.

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Akademisches Gymnasium (Graz)

Bild:Akadgymngraz.jpg

Das Akademische Gymnasium in Graz, gegründet 1573 als Jesuitenkolleg, ist die älteste höhere Schule der Steiermark und eines der traditionsreicheren deutschsprachigen Gymnasien. Die Schule wurde im Zuge der Gegenreformation als Lateinschule der Jesuiten gegründet und diente ab 1585 als Vorstufe zur Grazer Universität.

Die Schule wurde 1573 unter Erzherzog Karl II. von Innerösterreich als sechsklassige jesuitische Lateinschule gegründet und ab 1583 als Vorstufe zur Universität Graz weitergeführt (daher auch der Name 'Akademisches' Gymnasium). Nach der Aufhebung des Jesuitenordens durch Clemens XIV. während der Regentschaft Joseph II. wurde die Schule (wie die Universität) durch den Staat weitergeführt, ab 1849 als eigenständiges Gymnasium; ab 1869 unter der Bezeichnung „k.k. I. Staatsgymnasium“.

Im Jahre 1890 wurde die Schule aus dem „Taubenkobel“ genannten Gebäude in der Hofgasse auf den Tummelplatz verlegt.

Nach dem Ende der Monarchie wurde die Schule 1921 in „1.Bundesgymnasium“ umbenannt; im Zuge der 350-Jahr-Feier wurde die Schule wieder in „Akademisches Gymnasium“ rückbenannt. Nach der 400-Jahrfeier (1973) wurde 1988 mit größeren Erweiterungs- und Umbauarbeiten begonnen, die bis 1990 andauerten.

Das Akademische Gymnasium ist eine Allgemeinbildende höhere Schule. Ab der ersten Klasse wird Englisch unterrichtet (ursprünglich wahlweise mit Französisch); in der dritten Klasse kann Französisch oder Latein gewählt werden; in der fünften Klasse dann Französisch oder Altgriechisch (bzw. – wenn ab der dritten Klasse Französisch gewählt wurde – verpflichtend Latein).

Die Schule umfasst etwa 600 Schüler in 24 Klassen, die von knapp 60 Lehrern unterrichtet werden (Stand: 2007).

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Source : Wikipedia